Mittwoch, 5. Äuli 1933 13. Zavrgang. Rr. iss. Sivzelprek 7V Heller. eLinschließlich b Hiller Porw) Letzte Rettungsversuche. Stand der Arbeitslosigkeit RUdtgang Im Juni um 52.132 Die Zahl der Arbeitslosen, d. h. der bei den Arbeitsvermittlungen gemeldeten nichtunterge- brachten Personen betrug nach den vorläufigen Ergebnissen Ende Juni 674.497 gegenüber 726.629 am 31. Mai. Der Rügang betragt also 62.182. Die entsprechenden Ziffer» der Monate Mai»nd Juni deS Vorjahres betragen 487.228 bzw. 466.946. Der Rückgang betrug im Vorjahre also nur 20.282 Personen. Tschechoslowakei bleibt beim Goldstandard. London, 4. Zuli. Gesandter Johann Masaryk hat als Borsitzrüder der tsck>cchoslowakischen Delegation an der Londoner WeltwirlschMlskonscre»; heute folgendes Kommuuiguö vcrösscutlicht: „Mit Rücksicht auf die Proklamation der Staaten mit freier Goldwährung, die gestern veröffentlicht wurde, teilt die Tschechoslowakei, deren Währung stabil und seit dem Jahre 1923 ohne Schwankungen ist, mit, daß ihre bisher vertretene Währungspolitik auch in der Zukunft beibehalten wird, und an dem Verhältnis der tschechoslowakischen Krone zum Goldc sich nichts ändert. OsIpaM au(h von der Kleinen Entente unierzeidinel. Loudon, 4. Juli.(Reuter.) Im Wcdaudc der sowjetrussischcn Botschaft wurde heule abends die Konvention zwischen der Sowjetunion und Rumänien, Jugassawien, der Tschechoslowakei und der Türkti über die Definition des Angreifers, unterzeichnet. Ditse Konvention ist analog-cm" Vertrage, der gestern unterzeichnet tvurdc. Ter heute ratifizierte Vertrag bedeutet, daß Jvtt Millionenf Menschen rinschlicszlich der Bevölkerung der Sowjetunion durch Vermittlung ihrer diplomatischen Vertreter sich über die Definition des Angreifer- einigten. VolkSkounniffär Litwinow reist nlorgcn nach Paris, um von dort nach Wien wcilcrzufahrcn. Obwohl sich Litwinow nach Wien zu Heilztveckcn begibt, kann nicht bezweifelt werden, daß er eine diplomatische Konferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler haben wird. »er Arbelterdlditer Karl Bröger mißhandelt? Samstag um 7 Uhr früh wurde in Nürnberg der Ärbeitcrdichter Karl B r ö g c r, der durch viele seiner Gedichte in weiten Kreisen bekannt geworden ist, aus dem Bett heraus verhaftet. Bröger war Redakteur der„Fränkischen Tagespost" und sozialdemokratischer Stadtrat von Nürnberg. Die SA-Leute, die Bröger verhafteten, mißhandelten ihn derart, daß er eine schwere Verletzung an den Augen davontrug. Er mußte zum Augenarzt gebracht werden, wurde aber nach der ersten ärztlichen Hilfe sofort auf ein Schnestauto verladen und in da- Konzentrationslager nach Dachau gebracht. Auch der Chefredakteur der„Fränkischen Tagespost", Erwin Neu m a n n, der Landtagsabgeordnete D i c r m a n n u»td der ehemalige Polizeipräsident von München, Steiner, wurden verhaftet und in das Konzentrationslager gebracht. nerr Juno. ist ausgerechnet Ihre Partei hievon aus- genommen? München» 4. Juli. Im Brannen Haus fand gestern, wie die Reichspressestellc der NSDAP, mitteilt, unter Vorsitz des stellvertretenden Führers Rudolf Heß eine Führerbcsprechung über Fragen des D e u t s ch t u m s i in A u s lande statt. In der sehr anregenden Aussprache würden, wie-die Rcichspresscstelle der NSDAP, feststellt/ Fratzen organisatorischer, wirtschaftlicher, kultureller und politischer Art besprochen und neu« Richtlinien für die nationalsozialistischen Organisationen im AuSlande anlaestellt. Die Besprechungen ergaben voll« Einheitlichkeit der Beteiligten, so daß' die Gewähr dafür gegeben ist, daß das Auslandsdeutschtum nunmehr in kraftvoller. Weise zusammengefaßt und vertieft werden wird. Roosevelt lenkt ein 1 Lon.don, 4. Juli. Das Präsidium der WeltwirtschaftSkonserenz hat nach längerer Debatte die Entscheidung über daS weitere Schicksal der Konferenz ans Donnerstag verschoben, an welchem Tage daS Präsidium um 10 Uhr vormittags zusammentritt. Das Ersuchen um die Vertagung aus 24 Stunden kam ursprünglich von der amerikanischen Delegation, welche mit Washington sich in Verbindung sehen wollte und nach den umlaufenden Gerüchten die Vorlage einer Erklärung zwecks Erläuterung ihrer Position plante. Dieser Gedanke wurde durch den Staatssekretär Hüll in einer langen Unterredung dem Konse» renzvorsipenden Mardonald unterbreitet. Was die Zukunft der Konferenz betrifft, so kann gesagt werden, daß die Situation unverändert bleibt und das Präsidium unter diesen Umständen«inen Antrag einbringrn wird, der die Vertagung der Konferenz verlangt, dock werde das Präsidium und gewisse Unterausschüsse solange Weiterarbeiten» als die Hauptkonserenz nicht erneuert wird. ES verlautet, daß die amerikanische Delegation mit Roosevelt in Verbindung zu treten versuchte» um di« verzweifelte Situation zu schildern» doch wurde die Verbindung durch die atmosphärischen Verhältnisie gestört. Durch da» Ersuchen um Vertagung wollte Hüll Zeit zu einer Unterredung mit dep Hauptdrlegirrten gewinnen. r.. Obwohl ans Washington keine sensationell« Erklärung erwartet wird» scheint eS wahrscheinlich» daß Roosevelt heute abends oder morgen der Konserrnz eine freundschaftlichere Botschaft zukommen lassen wird, da er wünsche, daß die Konferenz die Debatte über di« Preiserhöhung auch in anderen Staaten als in USA. fortsepe. Großbritannien soll der gleichen Ansicht sein und andererseits wünschen weder die Dominions noch die skandinavischen Länder eine sofortige Konserenjvertagung. Vie Amerikaner selbst nnelnlgr Die New?jvrker Presse beschäftigt sich eingehend mit den Tisscrcnzen, welche zwischen dem Präsidenten Roosevelt und der amerikanischen Delegation in London bestehen. Diese soll nach einer Meldung deS Londoner Korrespondenten„Herald Tribüne" um neue Richt- l- i n i en ersucht und in einer Sondersitzung die Ansicht sormuliert haben, daß sich Amerika an der Wirtschaftskonsercnz weiter beteilige. Roosevelt soll hingegen Weisung gegeben haben, jeden Antrag auf Pertagiuig der Konferenz abzulehnen. Ein anderes amerikanisches Blatt bemerkt, Präsident Roosevelt sei persönlich verantwortlich, da er die heute strittigen Fragen selbst in den Vordergrund gedrückt habe. Man kou- statierc in Europa, daß Roosevelt von seinem eigenen Borscklage vom Mai d. I. jetzt als von einem„Fetisch der internationalen Bankiers" spreche. Auf diese Widersprüche in der Haltung Roosevelts machen auch die Londoner und Pa- I riser Blätter aufmerksam. Die englische Presse I bezeichnet dir letzte Botschaft deS Präsidenten I als Bombe und als Torpedo. Kircliatfricdcn mit dem Fascismus. Es immer mit den Mächtigen zu halten, das ist der seit jeher von der Kirche befolgte Grundsatz. Nach dem Sieg des Hunnentumö in Deutschland war sie daher sofort bemüht, sich mit ihm ans guten Fuß zu stellen. Bon dem schmatzenden Behagen unserer deutschen Chrisllichsozialcn über die brutale Uutcrdrük- kung der marxistischen Parteien und über die bestialische Behandlung ihrer Anhänger durch die Hitlcrbandcn war bei der Zentrumspartci allerdings nichts zu sehen, sic erhob gegen diese Rechtsbrüche und Gewalttaten aber auch keinerlei nennenswetzten Widerstand>lnd schlvang sich nicht einmal zum leisesten Protest auf. Alles wurde getan, um sich von den verfemten „Marxisten" abzuheben, ja, das Zentrum unterließ auch nichts, nm dem Fascismus erst richtig in den Sattel zu helfen. Nicht mit das Zentrum als die politische Organisation der Kirche bewies trotz mancher Fußtritte, die ihm versetzt wurden, seine Konzcssionsbereitschaft gegenüber dem Dritten Reich, dasselbe tat auch die katholische Kirche selbst. Schon Ende März beeilte sich eine in Fulda abgehaltenc Bischofskonferenz zu erklären, daß die ablehnende Haltung, tvelche die katholische.Kirche gegenüber der nationalsozialistischen Bewegung durch Verbote und Warnungen früher eingenommen hat,„nicht inehr als notwendig betrachtet^ würde, Und.sie versicherte, daß es für dic katho- lischeu Christen, denen die Stimme• ihrer Kirche heilig sei, keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der neuen„rechtmäßigen Obrigkeit" bedürfe. Einige Wochen später sandte der Zentrumsführcr, Prälat Kaas, dem Reichskanzler Hitler znm Geburtstag ein Telegramm mit der Bcrsicherung der Ergebenheit und Treue. Anstatt daß der Katholizismus, der doch eine sittliche Weltanschauung sein will, von seinen starken Positionen aus den Kampf aufgcnvmmen hätte, hat das Zentrum die Machtergreifung des Fascismus ausdrücklich legalisiert und cs schwieg sogar, als die rechtswidrige Annullierung der sozialdemokratischen Parlamentümandate erfolgte, schwieg»nd unterließ jedes Wörtchen einer Kritik, in der Hoffnung, die eigenen Mandate und politischen Organisationen zu retten. Die katholische Kirche übersah, daß der Fascisnms Recht und Gesetz gegenüber allem und jedem verachtet. Es hat ihr nichts genützt, daß der bayrische Erzbischof Kardinal Faushaber bei einer Poutifikalmesse sagte: „Wir bekennen uns aufrecht zur Volksgemeinschaft und wir freuen uns über die WendungdcrGcister", am selben Tage noch wurde daS Münchener Leo-Haus, die von Geistlichen geleitete katholische Vcrlagsaustalt geschlossen und von da ab getvann Hillers Wort von der„barbarischen Rücksichtslosigkeit", mit der er alle seine Gegner ausrvttcn wolle, auch gegenüber der Kirche Geltung. Die Fuldaer Bischofskonfcrcnz hatte wohl die loyale Unterwerfung der Kirche verkündet, aber ein Punkt ihrer Beschlüsse hatte den Unwillen des herrschenden Hunnentums erregt. Die Konferenz hatte gewagt,„volles Gemeinschaftsrecht für die kirchliche Jugendorganisation und das Erzieh»ngsrccht ini Sinne körperlicher und beruflicher Ertüchtigung ihrer Mitglieder" zu fordern. Erziehung der Jugend, das soll das Monopol des Nationalsozialismus sein, er und nicht die Kirche soll den bestimmenden Einfluß auf sie üben, der Kirche soll dabei lediglich die Funktion der Mitwirkung zugebilligt werden. Seelsorge ja, doch mit gewissen Beschränkungen und keinesfalls Stellungnahme vom Standpunkte der Religion zu weltlichen Fragen. Da die Kirche bei ihrer Loyalitätskundgebung sich einen Vorbehalt sichern wollte, traten die ausführenden Amtsorgane des Drit- Lltenlal aui den niflildien Handelsvertreter in Tokio Moskau, 4. Juli. Die sowjetrussische Nachrichten- Agentur meldet, daß in Tokio gegen den sowjetrussischen Handelsvertreter Kotschetow ein Attentatsversuch verübt wurde. Der Attentäter namenü Snrinate Kasim e wurde von der Polizei verhaftet; er ist Vorsitzender der reaktionären Organisation Kakumeiso. Sofort nach Bckanntwcrdeu des Attentatsversuches suchte der Chef des Protokolls im japanischen Außenministerium, M i t a n i, den Sowjetbotschaftcr Jurenew auf und drückte ihm namens des Außenministers Ntsida sowie dessen Stellvertreter S i g c m i t s u aufrichtiges Beileid aus. Er versicherte, daß die japanische Regierung die st r c n g st c Untersuchung deS Vorfalles durchführen und den Sowietbot- schastrr von dem Verlauf und Ergebnis derselben informieren werde. M i t a u i besuchte auch den überfallenen Handelsvertreter Kotschetow und drückte ihm gleichfalls sein Bedauern über den Vorfall aus. Russische Schilfe von Japanern beschlagnahmt Tokio, 4. Juli. sReuter.s Japanische Polizei beschlagnahmte einen sowjetrussischen 4000 Tonnen»Dampfer und ein russisches vas knde der Parteien. Drtlnlnil verhandelt noch... Berlin, 4. Juli. Wie das Conti-Büro erfährt, dürfte am Mittwoch nunmehr mit der eudgiil- iigen Entsck)eid»ng über die Auflösung der deutschen Zentrumspartci zu rechnen sein. Tie Fühlungnahme mit den führenden Männern der NSDAP ist soweit gediehen, daß ein A b l o m- m e u vorbereitet werden konnte, durch das »positiv tätigen Kräfte» der bisherigen Zentrums- partci auch weiterhin eine politische Betätigun'g ermöglicht werde» kann". Der mit allen Vollmachten auSgestattcte Reichsführer des Zentrums, Reichskanzler a. D. Brüning, dürfte daher inor- gen die freiwillige Auflösung der Zentrumspartei verkünden,.'>,.. Daurische voihspartcl bereits aufgelöst... .Der ehemalige.Staatsminister'.und Reichs- -agsabgeordnetc- Engen ,Oraf Oua.d t. I Sny gibt,eine Erklärung bekannt,, in der es u. a. heißt: 'Im Benehmen mit der. bayrischen StaatS- rcgicrung erkläre ich als Bevollmächtigter der Landesparteileitung der Bayrischen' Bolkspartei, daß mit dem heutigen Tage jede Tätigkeit der Fischerboot von 100 Tonnen Raumverdränaung auf offenem Meer südöstlich von Paramnschir, der zweitgrößten der Korillen-Jnseln. Die Besatzungen der Schisse wurden sestgenommen. Der Polizei waren Meldungen zugegangen, die besagten, daß Sowjetagenten in dem weitgestreckten nördlichen Jnselbogen Japans Spionage trieben. Ende des Wirtschaftskrieges Englunds, mit nuoiand Moskau, 4. Juli. tTaß.f Die Moskauer Zeitungen veröffentlichen eine aus London stam- niendc Information, derzufolgc Litwinow oom britischen Außenminister S i m o n eine Note erhalten habe, des Inhalts, daß das Ziel der Regierungsbill, tvelche die englische Regierung ermächtigt, dir Sotvjcteinfuhr nach Großbritannien zu verbieten, erschöpft und daß diese Bill anläßlich der anderen Fälle nicht mehr angewandt wird. B. B. P. aufgehört hat und ihre Mitglieder auS dem Treucverhältuis zur Partei entlasten sind. Die Partei ist praktisch bannt a u f g e l ö st. Durch die nationalsozialistische Revolution gibt cs außerhalb der NSDAP keine politische Wirkungsmöglichkeit mehr. Es ist deshalb für jeden bisherigen Angehörigen der B. B. P. der Weg frei, unter der u ii m i t t«l b a r e n Führung A d o l f Hitlers am Aufbau des neuen Deutschland mitzuwirken. ... ebenso die Deutsche Volkspartei. Dingeldeys letzte„Verfügung". Wie das BDZ-Büro meldet, hat der Parteiführer der Deutschen BolkSpartei, ReichstagS- abgcordnetcr Dingeldcy, folgend« V e r. f ü g u n g bekanntgegrben: Da mit dem Wesen des jetzigen nationalsozialistischen Staates Parteien im weiten Sinne nicht vereinbar sind, tverben hierdurch mit sofortiger Wirkung sämtlich« Organisationen der Deutschen Volkspartei auf- gelöst. Die Liquidation ist nach Möglichkeit zu beschleunigen. Ucbcr die Stellung der Man- datsträger sind mit den maßgebenden Stellen Der. Handlungen ausgenommen. Sette 2 Mittwoch, B. JuN 1288 fh. IBS Brrbandstas der Fabrikarbeiter. tev Reiches, die braunen Plattcnbriider in Funktion. Katholische Führer wurden cinge- spcrrt, aus den Aeni.cril hiuausgcworfen, Priester bespien, bcschiinpft und inisthandelt. Die früher den Marxisten vorbehaltenen Titel wie„Landesverräter",„Schweinehunde", „vatcrlandslose Gesellen" mußten nun auch die AentrumSanaehöriacn sich qcfallen lassen. Anläßlich des Katholischen Gesellcutages in München leisteten die vertierten Heerscharen Hitlers das Möglichste. Priestern wurde ins Gesicht gespuckt, katholische Gesellen und ihre Führer wurden von den braunen Trupps als „katholische Schweinehunde",„schwarze Psaf- fenbrut",„Schweinepriester",„Saupfaffen" beschimpft und ihnen versprochen, sie>«nd den Kardinal aufznhängeu, über den Haufen zu schießet»; cs wurden ihnen die Christusabzei- chcn abgerissen uitd wo sich die so Behandelten zur Wehre setzten, fielen die SA. Leute mit Gummiknüppel»» iiber sie her, so daß mancher katholische Geselle blutüberströmt u»id schwer verletzt vom Platze getragen wurde. Nachdem den Bckennern der Kirche ans diese Weise der Dank dafür abgcstattet»vordcn »var, daß sich die Kirche daz>» hcrgegcben hatte, Partnerin des Hakenkrcuzfascismuü sein z>» »volle»» und nachdem sich das Zentrum»villig dem Gleichschaltung-Prozeß unterworfei» hatte, ist nun auch der Vatikan daran gegangen, die Anpassung an dci» herrschenden Fascismus,;»» vollziehen, um nach den» Untergang des Zentrums wenigstens die kirchliche Organisation vor einem ähnlichen Schicksal zu retten. Vizekanzler von Pape»» reiste nach Ron» u»»d voi» dort kommt nun die Nachricht über den bevorstehenden Abschluß eines Paktes des Vatikans niit Hitler Deutschland, demzufolge sich die katholische Geistlichkeit künftig iedcr politischen Tätigkeit in der bisherige!» Richtung zu enthalte»» hat und nur jene katholschcn Vereine bestehen bleiben, die sich auf kirchlich-kulturellem Gebiet betätigen. Dieser Vertrag bede»»tet die restlose Preisgabe des Zentrums durch dc>» Papst. Ter„Selbstauslösung" des Zentrums, dieser einst»nächtigen Partei, dessen Wider« standskraft sogar einen» Bismarck zn schaffen gemacht hat, steht nun nichts mehr in» Wege und wird wohl schoi» in den nächsten Stunden erfolgen. WaS beabsichtigt»var, das beginnt nun mit Zustimmung des Vatikans Tatsache zu werden: die Kirche wird die geistige SA. des Dritten Reiche». Al« Religionsgemeinschaft bleibt sie bestehen, als solche wird ihr eine gewisse Unabhä»»gigkeit gesichert, ihr Wir- kungskrcis darf aber>»ur mehr ein rein religiöser sein, kulturell»vird sie sich nur mit dein Wesen und den Zielen des Dritten Reiches gleichgerichtet betätige«« dürfen. Der„sittlichreligiösen" Erziehung will der Fascismus als Mittel, die von ihn» despotisch regierten Menschen besser zu beherrschen, nicht entraten und die Kirche hat angesichts der Machtverhältnisse nicht gezögert, unter Preisgabe der Katholike»» mit ihn» in diesen» Sinne zu paktieren. A»»ch dieses Bündnis»vird nicht verhi»»dcrn, daß der Fascismus, vielleicht früher als seine^Schützer und Kontrahenten ahnen, auf dem Schindanger der Geschichte verende. Zweiter Berhandlungrtag. Die Verhandlungen de» Montag»varen zunächst der Diskussion über di« Berichte und das Rcserat des Genossen Kaufmann gewidmet. ES sprachen Genosse D i n n e b i e r, der einen Ueoerblick über den.Stand der Papierindustrie gab und die Auswirkungen des Kartellvertrages aus die Lag« der Papierarbeiter besprach. Genosse Jatzck-Troppau befaßt« sich vor allem mit dem Doppelvcrdienerwesen, Ficker- Marschendors berührte wichtig« soziale Problem«, >vähre»»d P o ö a p k a-Aussig auf den starken Unterschied zwischen den Leistungen der Jnva»:< di.äts- und Altersversicherung»nid der PenstonS- Versicherung HInwieS und eine Angleichung der Leistungen a»» letztere verlangte. Lehman n- Sandhubcl rief z>» erhöhtem Kampf gcge»» den Fascismus auf, I u h i tz e r-Arnau verlangte nxncre Ausgestaltung der ArbcitSlosenfürsorge und unterstrich die Bedeutung der Bildungsarbeit gerade in der Krisenzeit. Genosse Richter auS Nicdereinsiedel schilder e vor allem di« Auswir- kungcn der Heimorbeiterversicherung. Genosse B r u ch Graupen befaßte sich mit den Auswirkungen der Krankenversicherung. Mit den Schlußworte»» der Genosse»» John und Kaufmann»var die Diskussion abgeschlossen. Die wichtigsten sozialpolitischen Forderungen wurden i»» einer Resolution zusammengefaßt, die einstimmig angenommen wurde. Tarin wird auf die entsetzliche Verschlechterung der Lebenslage der Arbeiterschaft durch die Krise verwiesen und gegen die erhöhte Ausbeutung durch di« Unternehmer protestiert. Allein in der Papier. Industrie sind durch die organisierte Stillegung von elf Fabrik«»» 2000 Arbeiter um ihren Arbeitsplatz gebracht. Die stillgelcgten Fabriken erhalten auf Grund der Kartcllverträg« Millionen, aus die arbeitslosen Arbeiter entfallt davon kein Heller. Der Verbandstag ist sich iveltcrs der großen Aufgabe der organisierten Arbeiterklasse bewußt, in dieser Situation alle Kräfte zur Abwehr der geplanten sozialpolitischen Verschlechterungen zu sammeln und den Abwehrkampf mit alter Entschie- denheit zu führen. Er fordert eine positive Bekämpfung der Krise durch ausreichend« öffentliche Arbritsbeschas- fung, ferner menschenwürdige Unterstützung der Krisenopfer und Beschaffung der hiezu nötigen öffentlichen Mittel durch» r n st h a s t« Heranziehung der Kapitalisten zur Schaffung und Erhaltung des wiederholt geforderte« staatlichen Rotsonds, Verkürzung der gesetzlichen Arbeitszeit, dir allein imstande sein kann, besonders in der Industrie neue Arbeitsplätze zu schasse»», und schärfste Bekämpfung jedes Lohnabbau», der in seiner Lndwlrkung nur wieder krifrnverfvar Lillian um ihr Aussehen besorgt»nid sic konstatierte mit Befriedigung, daß ihr der Spiegel»war dunkel umränderte Augen, aber sonst ein schönes und ruhiges Gefickt zeigte. Sie legte den Spiegel fort, glättete den seidenen Kragen ihres.Hemdes und lächelte Borris zu. Als er ihr Lächeln nicht erwiderte, wurde ihr mif einem Male bang und traurig ums Herz. Statt zu sprechen, streichelte sie sein« Hand. „Das soll wohl heißen," lagt« er kalt, ,^>aß du keine guten Nachrichten für ntich hast!" „Nichts, Borris, nichts!" „Wahrscheinlich hast du nichts untcrnvni- men!" meinte Borris wegwerfend.„Ich kann es mir nicht vorstcllen daß man sich nicht achthundert Mark verschaffen kann. Ich selbst könnte es, aber mir sind doch die Hände gebunden. Ich kann dir nur das eilte sagen: Mein moralischer Zustand ist so, daß ich vor nichts mehr zttrück- schrecke. Es zuckte mir in den Händen,» diesen Spion da unten niederznschlaaen. ES l)ätte mir allerdings nichts geholfen. Aoer wenn ich daü Reisegeld nicht bekomme, ich... ich... dann bringe ich noch jemanden um. Verstehst du?" Er senkte die Stimme wieder, Lillian tvagte cS nicht, ihn am Sprechen zu hindern.„Da gibt cs Menschen, Lillian, Menschen, di« sich krank fressen, und ich soll sterben, weil ich dieses lumpige, dreckige Geld nicht aufbringen kann. Aber, Patz auf! Einige Leute habe ich schon lange im Ange, einig« Fettbäuche! Es wäre nicht die schlechteste Idee... Dann sollen sie ntich suchen, mich, mit meinem falschen Paß! UebrigenS... hast du nicht etwas zu esset» für mich?" „Aber, ich lasse Tee kochen," sagt« Lillian' rasch, froh, daß daS Thema gewechselt»var. „Läute! Dort Ist di« Glocke!" „Nein, nein; sonst erregte inan nur den Arg- »vohn dieser alten Bürgerin. Nein, nur so... ein Paar Bissen." „Auf dem Tischchen findest du Keks, Schokolade, Bananen und... nimm dir, bitte,>vas dort liegt." „Jetzt hör mich genau au", begann Borris, während er heftig kaute und mit großen Bissen alles verschlang, WaS er vorfand,„du ntußt heute noch alles Mögliche versuchen, verstehst du? Alles Mögliche! Es genügt mir auch ein kleinerer Betrag, gut, gut, egal, damit ich nur endlich in der Bahn sitze, damit Ich nur fort bin und womöglich, meine Spur verwische, egal, aber etwas, ich habe noch einige Dinge hier zu erledigen, verstehst du, ntan kann auch auf der Flucht erschossen werden. Aber gut, jetzt»nüssen eben alle anderen Dinge in den Hintergrund treten, ich muß fort. Also, nochmals, Lillian, ich danke dir für alles, waS du bis jetzt versucht hast, aber ich kann auf deine Hilfe noch nicht verzichten. Heute, um 23 Uhr, geht ein Zug, ein sehr guter Zug, er führt allerdings keine dritte Klasse, aber daS halb nracht nichts; bei der Paßkontrolle ist es natür-s lich gut, wenn ich nicht dritter Klasse fahre, also, wie gesagt, diese»» Zug möchte ich benützen. Begreifst du? Tas Geld, welchen Betrag immer du zusammcnscharren kannst, am liebsten natürlich den vollen Betrag, er ist genau ausgerechnet, daS Geld also bringst du im Laufe des TagcS zu Sophie Kandier, Taubenstraßc 34. Wirst du es dir merken? Oder, wart, ich schreibe es dir aus ... so... hier... bitte... kannst du es lesen?" „Ja." „Solltest du nicht z»t Sophie Kandier kommen, sei eS, weil dtt keine Zeit hast, sei es, weil du erst spät das Geld beisammen hast, dann... du hast doch heute abend Vorstellung,»richt?" Ja." "Wann ist sie«t Ende?" „Ich bin nach oct» zweiten Akt fertig." „Um welche Zeit ist daS?" „Ich verlasse daS Theater etwa um zehn Uhr." „Gut, dann bin ich un» diese Zeit vor dem Bühneneingang. Dann habe ich noch bequem Zeit, zum Zug zu gehen." Es klopfte an der Tür und Borris griff hastig nach seiner Brille. „Wer ist das?" rief Lillian. „Ich bin eS!" sagte die Stimme der Hausfrau, ,,ich wollte nur fragen, wann Sie das Frühstück wünschet»." ,,Jn zwanzig Minuten!" rief Lillian ungnädig. Sie horchten auf die Schritt« der Frau, die sich entfernten. „Das war ein Versuch, uns zu stören oder zu kontrollieren", flüsterte Lillian„Seit ich hier ivshne, hat sie noch nie gefragt, wann ich das Frühstuck»vünschte, sondern immer gewartet, bis tch es bestellte? „Tie wird dich doch boffentlich nicht mit dem Thcatccknener in. Verdacht haben!" „DaS nicht, aber sie wird ihn dir nicht glauoen." „Ich gehe schon!" Borris schob sich die Brille zurecht, stülpte den Hut auf>»nd griff nach seinem abenteuerlichen Mantel. „BorriS, das Wichtigste: der Paß!" „Ja, denk dir, den bekomme ich noch heute!" „Wieso, BorriS, wieso?" „Ein Zufall, oin ganz eigentümliches Zusammentreffen. DaS erzähle ich dir, wenn du einmal nach Moskau koinmst, zu einem Gckstspicl. „BorriS,»nach doch jetzt keine Witze! Uttt Gottes willen!" „ES ist so gut wie sicher, daß ich den Paß bis heute abend habe. Also, ohne Sorge! Im gehe, sonst fällt die Sache wirklich auf. Leb wohl. Hast du die Adresse? Also vergiß nicht! Leb wohl, Lilli— Kind!" Er ging winkend zur Tür. Al» Lillian die Hand»»ach chm ausstreckte, ging er zögernd an ihr Bett zurück. DaS Mädchen zog ihn zu sich nieder, faßte nach seinem Kopf und küßte ihn auf beide Wangen. Einen Augenblick bli«en sic & still und zärtlich, in tiefem, wortlosem Ab- iednchmcn, dann lösten sie sich von einander und der junge Mann ging mit schleppenden Schritten. Als Lillian allein war, hämmert« ihr Herz und sie fuhr sich über die feuchte»» Augen. Wenige Stu»»den später ging Lillian in die Pfa»rdleihanstalt, erhielt aber Mr ihren Ring nur 120 Mark, zu Mittag bat sie den Theaterkassierer um einen außerordentlichen Vorschuß, erhielt aber zur Antwort, daß er ihr das Geld erst nach der Tagesabrechnuna geben könne, also am Abend vor der Vorstellung. G.orffetzung folgt- Nr. 155 Mittwoch, 8. JuN 1983 Sette 3 Dor dritte Teil unterwirft den Bestimmungen üder die Kartell« auch all« jene Erscheinungen de) Wirtschaftsleben«. de einen ähnlichen Einfl ns; wie die Kartelle hoben können(Privotmonopole) und Außenfeiter) und will die Preisentwicklung auch in weiteren durch Kartelle nicht bcriihrlen Absatz gruppen erfassen. We'ter wird di« Gültigkeit der Bestimmungen über die Kartelle auch auf unangemessen hohe Preis« iTarisc) von wichtigen Bedarfsgegenständen und Leistungen erweitert. Der vierte Teil betrifft die Organisation der KartellkomnuWon und de« Kartellgerich!««. der fünft« Teil regelt den Rücktritt von Kartellverlrägeu im Falle erirstcr unvorhergesehener wirtschaftlicher Bedrohung. Terart'ge Streiitsäll« werden zur Vereinheitlichung der Judikatur beim Kreithandeltgericht am Sitz de« zuständigen Tdcrgerichte« ton- zentviert. Der sechste Test behandelt die ichon erwähnten S t r a fso n k t i o n e n, der siebent« die UebergangSbcftimmungen. TaS Gesetz soll am 1. September in Wirksamkeit treten; bereit» be- slchendc Kartellvertrög« müssen bi« 1. November 1933 registriert wer-en. + DiensWragmalih ansenommen. Im Plenuni stand heute die Verschärfung der Tienstpragmatik zur Verhandlung, die auch schließlich in erster Lesung verabschiedet wurde. An der Vorlage hat der Au-schuß Montag abend« eine Ncilx von Acnderungen vorgrnommen. So wurde der strafbar« Tatbestand noch 8 2, der daueritde Entlassung ou« dem Dienst nach sich zieht auch auf Personen erweitert, d'e „wissentlich>n Ausübung ihre» Dienste« falsa nur bei aktiven Stoat-angeftelltcn!) durch di« Vehoup- King oder Verbreitung unwahrer Tatsachen über verfassungsmäßig« Faktoren deren Würde herabsetzen oder auf gleich« Weis« da- Vertranon in die Ischechoslwnakischc Währung oder I» die Sicherheit der Einlagen untergraben,.." und ein weiterer Absatz«Ingesügt, daß Personen, die deshalb au« dem T-ienst entlassen wurden, inner- halb eurer in deni Entlassungsbescheid festzuketzcnden Frist nicht tu einen anderen Zweig der öffentlichen Verwaltung ausgenommen werden diirirn. In den Bogrifs der öffentlichen Ruhegenüsse, di« eventuell entzogen werden können, wird auch der Swolsbel- trag nach der Pension», oder Sozialversicherung ein- bezogcn. D>« zeitweise Entlast!',-g au« dem Dienst w'rd auf höchsten« drei I a h re begrenzt. Ter in 8 t vorgesehene Entzug der Familienzulage für Familienangehörige, d'e staatsfeindlich« Um triebe begehen, wird nur dann durchgeführt, wenn der betreffend« Angestellte diese staat-feindliche Betätigung„nicht verhindert, obzwarer die Möglichkeit hätte";'in der urfprüngllichen Fassung sollt« dias« Kouseguenz bereit» eintreten, wenn er dti«f« Betätigung auch nur Duldet". Zwei weitere kleiner« Aenderungcn betreffen di« 88 II und 13. Am 8 13 wird di« Kürzung der Dienstbezüge im Falle der Suspendierung den Vorschriften der D'enltpragmal-ik ongepaßt. Ter Referent Richter lNot.-2oz.) führte an, daß r« heute ein Gebot der Selbstwchr der Demokratie sei, Maßnahmen zu ihrem Schutz zu treffen. Diese Maßnahmen entspringen nicht der Furcht vor irgend jemandem, sondern der Besorgnis, daß die Demokratie bei und nicht rin gleiche» Schicksal wie in den Nachbarländern treffe. Bei uu» wer- den über die Leiter der Demokratie keinesfalls Parteien und Strömungen zur Macht gelangen, die die Demokratie abwürgen wollen. Er ergeht sich dann in einer ziemlich scharfen Kritik des Brünner Urteils gegen die Kascrnenstürmcr und erklärt, bei den, Prozeß seien die Interessen des Staate« völlig in den Hintergrund getreten. Nach diesem Urteil wären Putsche künftig fast ohne Risiko; da« werde man aber nicht zulassen! Zn der Debatte gab e« bei der Rede Dr. Moudrys sNot.-Soz.l mehrere Ordnungsrufe an kommunistische Zwischenrufer. MoudrU ging dann auf G g j b(1 S Lcbenslauf ausführlich ein. Bon der Koalition sprach noch ein tschechischer Agrarier und der Nationalsozialist Bergmann. Sonst wurde die Debatte von drei Kommunisten, zwei Ligisten und Vertretern von Splitterparteien bestritten, die sich alle scharf gegen die Vorlage stellten. Tic deutsche Opposition gab durch Dr. Peters wieder einer der obligaten gemeinsamen Erklärungen ab, in der cs u. a. h'cß, die Vorlage diene nicht dem Schutz der Demokratie, sondern dem Schuh des Regimes. Im Schlußwort erklärte der Referent, es komme ihm vor, daß alle die Oppositionsredner erst kürzlich vom Mondgesallen seien, weil sie die Entwicklung rings um uns nicht sehe» wollen und sich der Notwendigkeit von Prävcn» tivmaßnahmen verschließen. Die Vorlage wurde dann in erster Lesung angenommen. * Die Aushebung dk« Ernährungsministerium» soll schon mit 1ö. Juli d. I. In Kraft treten. Tie Liquidierung der wirlschasllichen Maßnahmen de« Ministerium« führt da» Finanzministcrium durch, die der Hilfsaktion an- den Jahren 1932 und 1988 das Fürsorgeministerium. Von den Agenden übernimmt den Hanpttcil daS Jnnenministcrium, darunter auch die Wucherangrlcgenheiten, Lebensmittel- und Preiskontrolle»sw., den Nest das Gesund- heitsniinistcrium(NahrungSm> t tel-Ersahst o f f e) und das Flirsorgcminislerium(Konsu- m c n t e n s ch u tz). Dem Mlnlsterratspräsidium wird dke Verfolgung volkswirtschaftlicher Fragen zur Vorbereitung von Regierungsrntsckieidungen zur Pflicht gemacht, wodurch eine frühere Anregung dcS Ministerpräsidenten in abgesck,Wächter Form zur Ausführung gelangt. Tic Verfügung über die noch nicht erschöpften Budgetkredite de» ausgelassenen Ministeriums wird der Regierung überlassen. Ist das der Aulbruch der Nation? Aus deutschen Gefängnissen. Zu den Mißhandlungen, denen die Gefangenen dcS Drittelt Reiches in den Konzentrationslagern und Zuchthäusern bisher ausgesetzt waren, ist nun eine neue Art der Qualen gekommen. Um die Leute, die bisher körperlich und seelisch total zugrunde gerichtet sind, auch weiterhin nicht zur Ruhe kommen zu lassen, ist man dazu übcrgegan- gen, ständige Umlegungen vorzunehmen. So schickt man die Gepeinigten setzt von einem Lager, GesänaniL oder Zuchthaus ins andere, damit sic ja nicht irgendwo wenigsten« einige ruhige Tage verbringen können, damit sic ja immer in neue und möglichst viele-Hände geraten. Jeder Hitlcrschc Henkersknecht soll srm Mütchen an den„Zugängen" kühlen können. Auch Ossietzky und Mühsam sind wieder verlegt worden. Von Sonneberg noch dem Zuchthaus Brandenburg. Beide sollen entsetzlich ausschauen. Kaum mehr in der Lage zu gelten, haben sie sich in einer vollkonimenen Apathie bereits in ihr furchtbares Schicksal gefunden. Noch Vor wenigen Wochen wurden sie in Sonnenburg Nacht für Nacht aus den Betten geholt und geprügelt. Tie Art der ständig wechselnden Umqartie- rung stellt an die Nerven der Gefangenen unerhörte Anforderungen. Viele, viele vermöge» die seelische und körperliche Zermürbung nicht zu ertragen und ziehen, wenn eS ihnen gelingt, den Tod einer solchen Gefangenschaft und einer vielleicht noch schlimmeren Zukunft vor. Entweder sie versuchen, in größter Verzweiflung mit letzter Energie eine vollkommen a u s s i ch t S. lose Flucht und werden erschossen oder sic ersparen ihren Peinigern da- Pulver und geben freiwillig aus dem Leben. Trotzdem die Wächter ihre Opfer ständig be- tvachten, um ihr teueres Leben zu„erhalten". steigt di« Zahl der Selbstmord« in den deutschen Gcsangenenanstolten von Monat zu Monat gewaltig. Während nach der Statistik bisher alljährlich n den deutschen Gefängnissen und Zuchthäusern 1256 Selbstmorde verübt wurden, erhöhte sich diese Zahl im ersten Viertel dieses Jahres schon auf 1327. Auf das ganze Jahr umgcrcchnet, würde das nun 5500 Selbstmorde ergeben. Dabei wird die Flucht aus dem Lebe» von den Gefangenen auf die martcrvollstc Art ouSgc- sührt. Die üblichen Sclbstmordmethoden sind in- olge der ständigen Bewachung bei Tag und Nacht nicht anzuwcnden. Aber der tiefe Drang, einem solch qualvollen Leben ein Ende z» machen und das ewige. Nachdenken über die Möglichkeiten eines Selbstmordes unter diesen schwierigen Der- hältniffen läßt die-Häftlinge auf la uni glaubliche Absonderlichkeiten kommen. So fand man eines Morgens im Unter- luchnngsgefängnis Moabit eine» Gefangenen, der kurz vor seiner Verurteilung wegen„Verleumdung von Mitgliedern der RcichSregicrung" stand und eine vieljahrige Zuchthausstrafe zu erwar'en hatte, in seiner Zelle tot auf. Tie nähere Untersuchung ergab, daß sich der Häftling mit einer Sicherheitsnadel das Herz durchstoße» halte. Und ebenso schauerlich ist die Selbstmordart eines anderen Gefangenen, der tagsüber aus seinen Stiefeln einige Nägel entfernt hatte und sich mit dem längsten von ihnen ebenfalls einen Stich ins Herz beibrachte. Was müssen diese Menschen erduldet haben, bis sie sich zu diesen verzweifelten'Schritten entschlossen! Di« Selbstmorde der Gefangenen des Dritten Reiche« zeugen ost von einer märchenhaften Energie. Entsetzlich klingt ein Fall, der sich in der Strafanstalt Plöhenscc ereignete. Hier versuchte ein Gefangener dadurch Sesbstmord zu begehen, daß er sich mit einem Bleistift beide Augen auSstach. Unausdenkbar die Oual eines solchem EntschlusieS! Was war dagegen ein Matius Seaovcla, der sich die rechte Hand verbrennen ließ? Tabci fand der Uirglücklichc nicht einmal den Tod. Er wurde sogar gerettet"! Daraufhin wurde er allerdings aus dem Zuchthaus cntlasicn. In Sonnen- bu r g hat ein vom Sondergericht Verurteilter sich di« Mißhandlungen und Quälereien so zu Herzen genommen, daß er sicherlich in fast wahnsinnigem Zustand sich den Kops am llis«nb«tt in seiner Zell« buch, stäblich«inschlug. Es ist direkt unfaßbar, aus welche Gedanken ost Gesängen« kommen, um ihr Leben vorzeitig zu beenden, um dem Höllenlebcn zu entgehen. Ta hat im Zuchthaus Münster rin zu fünfzehnjähriger Zuchthausstrafe Verurteilter sich in mübeseli- ger, tagclanger Arbeit mit einem Aluminiumlösfel die Pulsadern durchschnitten, eine Tal, zu der der Selbstmörder mindestens zehn Tage benötigte. Er mußte von Frühe bis Nacht, fast ohne Unterbrechung mit dem stumpfen Löffelstiel an der Pulsader gearbeitet haben. Ein sicherer vollbrachte diese Prozedur mit einem Stückchen dünner Schnur. In vielen Fällen versuchen Inhaftierte da- durch Selbstmord zu verüben, daß sic Nägel, Löffel und Nadeln verschlucken, andere erhängen sich mit ihren« Hemd am Zcllcnscnslcr. Ein politischer Häftling, der gerade vor seiner Verhandlung stand, entfernte sich in der Zelle vor« ollen zehn Fingern die Nägel und aß sie auf. Der Mann erkrankte unter schweren Dergiftnngs- erscheinungcn und starb bald darauf unter sürch tcrlichen Schmerzen. In den seltensten Fällen erfahren die Angehörigen von dem furchtbaren Ende der zu Tode Gepeinigte«». Zur Leiche, ob man den Mann auf der Flucht erscheffen und verstümmelt, oder ob er zum Freitod getrieben wurde, wird nur der Geistliche gerufen. Ihm erlegt man Schweigegebot aus. Vielfach muß er sogar einen Wisch unterschreiten, in dem er sich ausdrücklich zum Schweige«« vcrpslichtct. Tann kommt der tote Körper in einen Bleisarg, der ver- siegelt wird und nicht mehr geöffnet werden darf. Die Verwandten müssen sich mit der kurzen Mi«, teilung„aus der Flucht erschosset»" oder„Selbst- inord" begnügen. Im heutigen Teutschlond bemüht nian sich gar nicht, solche grausige Talen zu bekämpfen. Der weg ist, ist tveg! Es gäbe ja sehr leicht Maßnahmen, dir enorme Selbstmordzifscr aus ein Mindestmaß zu beschränken. Menn nian nämlich di« Gcsangencn wie Menschen bchandeln würde und nicht wie— nein, selbst bei wilden Tieren müßte man sich entschuldigen! H. Torgier in Ketten! Man will ihn zum Selbstmord treiben! Ter Londoner„Daily Herold" meldet, waS der in Paris cingetroffcne 15jährige Sohn Ernst T o r g l e r s, des kommunistischen Fraktionsfüh- rc>.s im Deutschen Reichstag, von der bestialischen Behandlung seines Balers berichtet hat, dem er einige kurze Besuche habe machen können. Ernst T o r g l e r ist danach im Gefängnis Moabit- Berlin seit Wochen gefesselt und muß d ic schweren eiscrn.cn Ketten Tag und Nacht, sogar bei de«r„Mahlzeiten" tragen. Torglers Freunde fürchten, daß er durch diese Marter zum Selbstmord getrieben werdcn wird, bevor cs zu der famosen Gerichtsverhandlung gegen ihn, die vier verhafteten bulgarischen Flüchtlinge und den Van der Luebbc wegen des Goringschei» Reichstagsbrandes kommt. Die Schurken wissen, daß Torglcr mit dem Reichstagsbrand nichts mehr zu tun hat, als dack er und viele seiner Genossen zu den erste» Opfern dieses grandioset» Verbrechens gehören. Man fürchtet, daß er vor dem Reichsgericht, tvcnn auch noch so beschränkt in feiner Redefreiheit, die Wahrheit in seiner eindringlichen Weise aufdecken wird. Manche werden sich noch erinnern, wie die ganze Kulturwelt anfgcschricn hat, als z a r i st i- s ch c Schergen Gefangene in Sibiric» mit Ketten beluden. Aber selbst der Zarismus hat das nur gegen bereits zur ZwangSarbest Verurteilte verübt und niemals gegen Untcrsuchungsgcfangene. Handaisniederlegung leldits. Der langjährige Führer der RcichstagSfrak- tion der bayrischen Volkspartei, Domdekan Johann Leicht, hat, wie daS VDZ-Büro meldet, nunmehr sein Reichstags Mandat niedergelegt. Eine Begründung Hal Abgeordneter Leich't nicht gegeben. Wie man in Hiflerdeufsdiland Riditer behandelt: Berlin, 4. Juli. Ter thüringische Innenminister W ä ch t l e r Hal zwei Richtern und einem Beisitzer der Tis;ipl«narkaminer in Weimar die ivcitere AmtsauSübung verboten. Die Angeführten haben sich durch einige allzu milde Urteile schuldig gemacht. Ihr Hauptverstoß war, daß die betreffende Kammer zwei Professoren, die cs ablehntcn, daß in ihren Klassen die amtlich vorgeschricbcnr Aufgabe gegen den Versailler Friedeusvcrtrag rezitiert werden, nur zur strafwcisen Versetzung vrurtciltc. Eine so gelinde Stase hält der thüringische Innenminister für eine direkte Sabotage der neuen Jugend- crzichung. Zn Recklinghausen lvurde der katholische Kaplan B ö m b«c k i verhaftet, da er in seiner Predigt das Vorgehen der preußischen Negierung gegen die Katholiken in Deutschland kritisierte und cs den Methoden verglich, die gegen die Katholiken in Mexiko in Anwendung gebracht werden. Stahlhelm bekommt Hakcnkreuzblnden. In der parteiamtlichen Verordnung über die Eingliederung des Stahlhelms wird n. a. ausgeführt: Ter gesamte Stahlhelm tritt unter den Befehl der obersten SA-Führung und wird nach ihren Richtlinien n e i« gegliedert. Der Jungstahlhelm und die Sporteinheiten werden entsprechend den Gliederungen der SA ne»« zusammengesaßt. Als Zeichen der Verbundenheit des Stahlhelms mit der nationalsozialistischen Bewegung trage» diese Teile de» Stahlhelms die feldgraue Armbinde mit schwarzem.Hakenkreuz aus weißem Grund. An unsere Abonnenten und Kolporteure! Wegen der beiden aufeinanderfolgend«» gesetzlich«» Gedenktag«(5. Juli: Cyrill und Mei hob., 6. Juli: HuS-Tag) entfällt die Ausgabe der Zeitungen am Donnerstag, den 6. Juli. Die nächste Ausgabe unsere» Blattes erscheint daher«st Freitag, den 7. Juli, zur üblichen Stund«. Schwerste Konflikte Im natlonolsozlallsasmen Lader Berlin, 4. Juli. Zwischen dem nationalsozialistischen Oberpräsidenten der preußischen Provinz Schlesien, Brückner, und dem preußischen Ministerpräsidenten und Innenminister G o e r i n g ist ein schwerer Konflikt au»g«bro- chen, dessen Folgen noch nicht abzusehen sind. Dieser Konflikt beruht auf folgendem Tatbestand: Am 28. Juni hat der Obcrpräsidcnt Brück- n e r in einer Funktionär-Konferenz der schlesi- scheu Bauern Organisationen, die sämtliche unter nationalsozialistischer Leitung stehen, gefordert, daß der gesamte Grundbesitz über eintau- seud Morgen und aller Boden, der nicht unter eigener Bewirtschaftung steht, zwangsweise enteignet»vird. Für die Berechnung des Wertes des zu enteianciiden Bodens solle die letzte BermögeiiSsteucrerklarung des seitheriger« Eigentümers als Grundlage dienen; dieser Werl solle jedoch nicht in bar erstattet werde«», sondern durch Hingabe von Stücken einer anfzulcgenden unverzinslichen und mit jährlich 1.5 Prozent zu amortisierenden Anleihe. Wegen dieser AnSsühruilgei», die in Schlesien stärksten Widerhall fanden, haben einige Großgrundbesitzer, deren Namen vorerst unbekannt sind, eine Beschwerde an den preußischen Ministerpräsidenten G o c r i n g, an den Reichskanzler Hitler und an den Reichspräsidenten von Hindenburg gerichtet. Herr Gocring, als die Vorgesetzte Stelle des schlesischen Obcrpräsidcntrii, hat hieraus Herrn B r ü ck- n r r telegraphisch ersucht, die„Propagierung solcher bolschewistischer Pläne unverzüglich«in- zustellen", ob und wieweit Herr Goering hierbei »m Einverständnis mit Hitler oder aus Druck HindcicburgS gehandelt hat, ist unersichtlich. Jedenfalls aber hat Herr Brückner die Befolgung des an ihn ergangenen Befehls des preußischen Ministerpräsidenten abgelehnt mit der Erklärung, daß dieser Befehl im unlösbaren Gegensatz flehe zu dem nationalsozialistischen Parteiprogramm, dem er, Brückner, genau in demselben Umfange verpflichtet sei, wie der preußische Ministerpräsident und wie der Reichskanzler selbst. Im iibri- gcn ersuchte Brückner um die definitive Entscheidung des Reichsstatthallers für Preußen, daS heißt des Reichskanzlers Hitler, der„allein für die Regelung dieser für den Bestand der uatio nalsozialistischci» Revolution lcbcicswichligrii Frage kompetent" sei. Massenverhaftung von Kindern. Zum Gedenken des in Palästina ermorde- ich Zionisten Dr. Arlosorofs veranstalteten die Zionisten in einen« Berliner Saal eine große Trauerfeier. Nach Schluß der Veranstaltung lauerten Hillersotdatei» draußen aus die Träger zionistischer Nadeln. Als sic keine«» Träger eines solchen Abzciclzcns sestnehmen konnten, stürzten sich die iiiiiforniierten Wahrer des Uiliformvcr- bots auf die Kinder, die mit ihren Eltern hcr- anskamc». Tic tvcißc» Hemden oder Blusen und schwarzen Schlipse der Ziingc«» und Mädchen wurden als verbotene Uniform mit sofortiger Verhaftung und W e g s ch l c p p u n g von rniid zweihundert Kindern geahndet. Tic ciltschtr» Eltern durfte» ihre Kinder nicht b c g s e i t r», sic auch nachher aus dem Polizeipräsidium nicht s p r echcn. Erst nach einer Nacht in den über füllten und zum Teil im Keller liegenden Ein- spcrräumcn des Polizeipräsidiums wurden' die Kinder wieder frcigclasscn. An gemeiilsten Beschimpfungen, wenn nicht an noch Acrgcrcm, haben sie eiiisttveilcn genug erfahren, um dcu herrschenden Verbrechern dauernd als gefährliche Mitwisser zu erscheinen und dementsprechend weiter beargwöhnt zu wcrdcii. Außerordentliche Arbettslosenfürsorge bis Kl. Juli verlängert. Durch eine int heutigen„Amtsblatt" veröffentlichte Verlautbarung des Ministeriums für soziale Fürsorge wird die Auszahlung des Staatsbcitragcs zur anßerordentlichen Arbeitslosenunterstützung nach Artikel 1II des Gesetzes über den Staatsbcitrag vom 5. Juni 1030 b i s z u m 31. I u l i 1933 verlängert. Der Senat wurde für Montag, den 10. Jul», um 15 Uhr nachmittag« zu einer Plenarsitzung einberufen. Auf der Tagesordiiung steht die Novelle zur Gemeindewahlordnung, die gestern vonl Berfaffungsausschuß in bet Fassung des Abgeordnetenhauses genehmigt wurde. Seite 4 Mittwoch, 5. Juli 1088 92t. IBS rste Brücke zwischen Telsche« und Bodenbach Die alte Kettenbrücke entspricht bereits lange nicht mehr de» heutigen Vcrkchrsanfordcriin- gen und so entschlossen sich die Behörden, sie durch eine neue Stahlbrücke zu ersetzen. Richter und Henker. Der„innere Feind"— vogelfrei. „Wir sind legal bis zur letzten Leitersprosse— aber gehenkt wird doch!" Goebbels 1832. Tie in Berlin erscheinende„Deutsche I u r i ft c tt j c i t u n g", die als eine der angesehensten Fachzeitschriften gilt, brachte einen Artikel des Landgerichtspräsidenten Dr. Dietrich. Hechingen, in dein unter Beziehung auf Kundgebungen Hitlers, des Justizministers Kerrl und des Oberpräsidcntcn Kubc dargelegt wird, daß der nationale Zweck gewisse Taten, die sich äußerlich als strafbare Handlungen darstellen, rechtfertige: „Ter nationale Zweck kaitn eine ganze Reihe voit Handlungen bestimmen. Körperverletzungen, Freiheitsberaubungen, Tötungen sind als Kant Pfhandlungen die nächstliegenden, die hierher zu rechnen sind." Hier wird also offen ausgesprochen, daß die Nazi die brutale Gewalt und den Terror als ihre nächstliegenden Kampfmittel betrachten. Es kommt ihnen jetzt daratts an, dies auch gesetzlich zu verankern. Tas geschieht folgendermaßen:„Noch nie hat. jemand daran gedacht, daß der Soldat Im Feld, der Körperverletzungen, Tötungen, Sachbeschädigungen und sonstige äußerlich strafbare Handlungen scheinende Heldentaten innerhalb des Kriegsrahmens vollführt, strafbar sei. Was für. den äußeren Feind gilt, muß auch aus den inneren Feind angewandt werden." Und da die Nazi sich auf den permanenten„Kriegsrahmen" gegen alle Antisaseisten einrichten,„so kann der Richter, der den Mut hat zur freien Gesetzauslegung schon jetzt den rechten Weg iti der wichtigen Frage finden. Er wandelt dabei auch ans altgermanischen Pfe.den. Der innere Feind verfiel bei unseren Altvor- deren der Acht und wurde eh rloS, rechtlos und friedlos, vogelfrei; jeder Volksgenosse konnte ihn offen erschlagen, sofern er sich nicht auf getveihter Stätte befand." Ter Herr Landgerichtspräsident, ein würdiger Vertreter der neudeutschen Justiz, ist um die „ängstlichen Gemüter" der Herren Mörder besorgt. Darum fordert er, damit die restlose Ausrottung des inneren Feinds flott und hemmungslos vor sich gehen könne, die Strafrichter zu einer großzügigeren Auslegung der Strafgesetze auf, als wie sie bisher schon geübt wurde. Bei der bevorstehenden Neuordnung des Strafrechts wird die Sache wohl sehr einfach zu regeln sein, indem man ein für alle Mal proklamiert:„N i ch t der Mörder— der Ermordete i st schuld! g." Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Donnerstag: Prag: 7.08 Frühkonzert. 18.00 Deutsche Sendung: Dirigenten des Prager Deutschen Theaters als Liederkomponlsten. 21.00 Militärkapelle. 22.16 Orchesterkonzert.— Brünn: 17.00 Bunter Nachmittag.— Frankfurt: 20.00 BarietS.— Breslau: 16.00 Liedcrsluud«. 17.25 Kleine Flötenmusik.— Leipzig: 1L.30 Volksmusik.— Berlin: 80.30 Bolkslledsingen.— Langenberg: 15.00 Kinderstunde.— Wien: 11.30 Bouerninmlik. 17.00 Frauenberufe im alten Wien. 19.00 Unlerhallungskonzert. (2.35 Abcndkonzert. T agesneuigkeiten Pariser Expretz bei Marienvad entgleist. Durch die Geistesgegenwart des Praschin- sührers eine Katastrophe verhindert. Durch die Geistesgegenwart eines Lokomotivführers konnte am Sonntag zwischen Marien- bad und Eger eine Eisenbahnkatastrophe verhindert werden. Zwischen den Stationen Sandau und Linden hau auf der Strecke Ma- rienbad—Eger brach vor dem Einfahrtssignal der Station Sandau die Achse der Lokomotive des Pariser Schnellzuges Nr. 101 in voller Fahrt entzwei. Als der Lokomolivsührer mitten in der Fahrt plötzlich ein Klirren horte, zog er sofort alle Bremsen an. TaS rasche Stehcnbleibcn der Garnitttr wurde dann dadurch noch erleichtert, oaß die Bruchstücke der Achse sich in die Pleuel- stange und Räder verzwängte. Die L o k o m o- live entgleiste. Dir Reisenden jedoch ahnten beim Stehenbleiben des Zugeü nicht einmal, daß sie an einer Katastrophe vorbcigckommen waren. Dadurch wurde die eingleisige Strecke * Morienbad—Egcr a u f 6 Stunden v.cr- legt. Sofort nach Eintreffen der Nachricht in i Eger wurde ein Hilsszug auSgefahren, der die notwendigen Geräte und Arbeilspersonal an dir s Unfallstelle brachte. Der Personenverkehr mußte durch Umsteigen oufrechterhalten werden. Der Lastzuosverkehr tvurde auf die Dauer von etwa 6 Stunden ein- lestcllt. Durch den Unfall inußten die durch- gehenden D-Züge ebenfalls umgeleitet werden. Nach sechsstündiger Arbeit konnte die Achse völlig abmontiert und die Lokomotive nach Sandau abgeschleppt werden. Die amtlichen Erhebungen über die Ursache des Achsenbruches sind sofort ausgenommen worden. Die eingleisige Strecke Ivar dann gegen Abend wieder endgültig frei. Sämtlicl>e in Betracht kommenden Bahnhöfe wurden von Eger aus von den notwendigen Umleitungen und Per- spätungen telegraphisch benachrichtigt, so daß man nirgends Sorge nm seine Angehörigen haben brauchte. Der Luxitszug selbst wurde in einer neuen Garnitur weitergeleitet. Ein zwölftes Todesopfer. Essen, 4. Juli. Bon den Schwerverletzten im KnappfchastSkrankenhauS zu Reckling- Hausen ist heute mittags ein 1 5 jShri- ger(!) Jungknappe gestorben. Damit hat ich die Zahl der Toten auf 12 erhöht. Wirbelsturm über Kuba und Venezuela. Pinor del Rio(Kuba), 4. Juli, lieber der Westprovinz Kubas, Pinor del Rio, wütete Montag ein Wirbelsturm von gewaltiger Stärke, der die Tabakpflanzungen vernichtete, und Opfer an Menschenleben forderte. In Port Galope wurden drei Personen, in der Nähr von Rio Seeo wurden ein Mann und eine Frau getötet. Der Wirbelsturm kam von der Küste Venezuelas. Dort hatte er Sonntag nachts bereits 17 Menschen getötet und große Schäden, angerichtet. Srigoyen gestorben. Buenos Aires, 4. Juli. Hi Polito Jri- goyen, der ehemalige Staatspräsident und bedeutendste argentinische Politiker seit einer langen Reihe von Jahren, ist nach langem Leiden an Kehlkopfkrebs gestorben. Dieser Tod hat der stürmischen Karriere eines Mannes ein Ende gesetzt, der in den bewegten Nachkriegüjahrcn über die Politik Ar- gentinicns entschieden hat. Früher der mächtigste Mann in Argentinien, zweimal Präsident, ist er in Wirklichkeit als Häftling gestorben. Seit dem 6. September 1030, wo er zugunsten des damaligen Vizepräsidenten mit Rücksicht ans die drohende Revolution auf seinen Posten verzichtete, war er als Häftling behandelt worden. Aus der Fiiegerweit. Chicago, 4. Juli. Die meisten Flugsiege konnte der'amerikanische Pilot Johnny L i- v i n g st o n e aus der Stadt Aurora im Staate Illinois einheimsen. Am zweiten Tage des allamerikanischen Flngzeugwettbewerbcs erreichte er oberhalb des Mnnizipalflugfeldes in Chicago vor 40.000 Zuschauern auf seinem Kleinflugzeug Ceßna eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 183.78 Meilen in der Stunde. Aus LoS Angeles lvird gemeldet, daß der bekannte Flugakrobat und Cowboy Hoot G i b s o n, bekannt durch seine waghalsigen Filmdarbietungen, am Montag bloß um ein Haar dem Tooe entronnen ist. Wahrend der Konkurrenz im akrobatischen Fliegen mit fei* nem gefährlichsten Gegner Ken Maynard erreichte er schlecht die Höhe des Apparates und stieß in einer Schleife gegen den Boden. Die Maschine wurde zertrümmert;; der Filmschauspieler bloß leicht verletzt. Aus Hongkong kommt die Nachricht, daß sich dort a>n Montag der bekannte amerikanische Flieger Kapitän Edward Deeds aus Kansas City im Staate Missouri erschlagen hat, als er eine Flugakrobatik oberhalb Iber Stadt Kanton auf seinem Jagtiflugzeug vollführte. Nazllehrer Wändet Schulkinder. Bei einer Bewegung, die wie die der Nazi sich in beträchtlicher Zähl ans Dieben, Mördern, Betrügern und Zuhältern zusammeiisetzt, dürfen die Kindcrschänder iiicht fehlen. So berichtet die„Arbeiterzeitung" vonr 2V. Juni folgendes: In St. Jakob bei Mirnitz war der 26jäh- riac Albert A l d r i a n als Bolkssckmllehrer angestellt. Er tat sich als Naziagitator ganz besonders hervor und nebenbei schändete er seit zwei Jahren auf die gemeinste Weise elf- und zwölfjährige Mädchen seiner Klasse. Er hatte sich nun vor einem Leobe- ner Schöffengericht wegen Verbrechen« der N o t z u ch t, der Schändung, der Verführung zur Unzucht und wegen Ueber- tretung gegen die öffentliche Sittlichkeit zu verantworten. Die Verbrechen, die dieser Kerl an den ihm anvertraiiten Kindern beging, sind derart unerhört niid haarsträu- b e n d, daß man sie, obwohl sie teilweise in der öffentlichen Urteilsbegründung angeführt wur- den, gar nicht wiedergebcn kann. Ter nationalsozialistische Kinderschänder iviirdc z u einem Jahre s ch w e r e n K c r- k e r S, verschärft durch einen Fasttag und ein hartes Lager monatlich verurteilt. 21.000 Schilling geraubt Frecher Ueberfall aus ein Wiener Postamt. Wien, 4. Juli. Heute abcndS erschien ein Bursche in Uniform cineS Postbeamten in einem Postamt in Döbling und erklärte, er komme im Auftrage der Postdirektion, damit sich einer der Beamten sogleich in die Direktion begebe. Kaum hatte sich dieser Beamte entfernt, erschieiren zwei weitere Burschen, die mit vorgehaltenen Revol- vcrii die Bcan>:en aufsorderten, sich an die Wand .zu stellen. Hieräuf plünderten sie die Kasse aus, in der sich 21.000 Schilling befanden und ergriffen in einem Auto die Flucht. Bombenabwurf fällig. Man darf sich von den Nazipropagandisten nicht überraschen lasen; nachdem der Reichstagsbrand geschickt den Zorwand zur heiteren Kommunistenhatz gegeben hatte, nachdem die Konzentrationslager nicht mehr die populäre Attraktion der glücklichen März- und Apriltage des Dritten Reichs bieten, nachdem die Weltmeinung ganz entschieden von all dem abgerückt ist und nian sich mit den wahren Hintergründen der Mili- tärspiele des Arbeitsdienstes zu beschäftigen begonnen hat, war es notwendig, die Wehrlosigkeit des Dritten Reichs der Welt darzulegen. Und just in diesem selben Moment gelang es der„Roten Fliegerpest" unerkannt über Berlin zu erscheinen, die Visitenkarte (wie van der Lübbe) abznwerfen und sich als Konimunistenschreck zu deklarieren. Denn andre Sorgen könnte doch der böse Feind nicht haben; Wahrheit über alles im Dritten Reich, warum nicht auch über Berlin! Tann sind die fliegenden Besucher des Dritten Reichs wieder unerkannt verschwunden und trotzdem sie in der respektablen Höhe von dreitausend Metern gekreuzt haben sollen, hat man scharfsichtig erkannt, daß sie Maschinen ganz unbekannten Typs darstellen. Mehr nicht; als moderne Lohengrins sind sie gekommen und sang- und klanglos abgefahren: in einer Zeit, da die Finna Görz in Görlitz(allerdings vornehmlich für die Russen) Abhorchapparale herstellt, die auf hundert Meter genau die Lage jedes Fliegers ganz automatisch registrieren, auch wenn er gar nicht zu sehen ist, hat GoeringS Sicherheitspolizei nicht einmal feststellen können, wohin das„feindliche Geschwader" abgeflogen ist. Darum wurden auch sofort Jagdflieger bestellt und in Arbeit gegeben. Und jetzt wissen wir, worum es bei diesem„Angriff" gegangen ist; und wenn die Welt noch immer nicht genügend für Teutschlands Aufrüstung sein sollte, so werden eben die unbekannten Flieger wohl Bombenabwerfer in Tätigkeit setzen müssen. Do bis heule die abgeworfenen„Flugzettel" nicht veröffentlicht wurden, wird es ja für diesen Fall genügen, wenn die Bombenabwürfe von den Preßbüros und den Zeitungen registriert werden. Wir erlauben uns daher die bescheidene Prophe- zeihung für den Fall, als man dem„wehrlosen" Dritten Reich die ersehnte Fliegerei mit Waffen nicht offiziell zusprechen sollte... Keine wesentliche Wetterverbesferung. Seit der Montag-Nacht macht sich in Mitteleuropa der Ausläufer einer tiefen Depression gellend, deren Zentrum über dem Polarmeer liegt, Infolgedessen hat sich in unseren Gegenden der Nordwestwind verstärkt und das Wetter hat sich nach kurzer Besserung neuerdings verschlechtert. Auf den Bergen N o r d b ö h m c n s weht st a r k e r S t u r m. In Nordostböhmen und am Nordostrand der Slowakei ergaben die Negenfällc zwei bis drei Millimeter Wasser; sonst traten bloß vereinzelt unwesentliche Niederschläge auf. Für Mitteleuropa ist eine wesentliche Wetterbesserung nock) nicht zu erwarten. Wahrscheinliches Wetter heute: Wech. selnd bewölkt, ohne erhebliche Niäderschläae oder trocken, mäßig w a r m, abflauender Nordwestwind. i Presse-Statistik für die Jahre 1929-31. Die statistische Uebersicht über die periodischen Druckschriften politischen Inhaltes in den Jahren 1929-31, wie sie eben vom Statistischen Staatsamt herauSgegeben wurde(Mitteilungen des Statistischen Staatsamtes, 14. Jahrgang, Nr. 79; tschechische AuSgabe, die deutsche folgt demnächst) gibt eine sehr interessante Bilanz. Im Jahre 1926 gab cs bei uns insgesamt 871 politische Zeitschriften, im Jahre 1927 stieg ihre Zahl auf 885, im Jahre 1928 auf 914, im Jahre 1929 ergab sich ein vorübergehender Rückgang auf 899, im Jahre 1930 hob sich ihre Zahl aber auf 959 und tut Jahre 1931 ergab sich ein neues Sinken auf 947. Bon den einzelnen tschechischen Parteien weist die größte Zahl politischer Zeitschriften die Nationaldemokratic aus, hieraus die tschechoslowakische sozialdemokratische Arbeiterpartei, dann die tschechoslowakische nationalsozialistische Partei. Bon den deutschen Parteien steht an Zahl der Zeitschriften an erster Stelle die Deutsche Natioualpartei, dann die Deutsch-demokratische FreiheitKPartei, die Deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei(24, 22, 23), der Bund der Landwirte(24, 23, 23), die Deutsche chrjst- lichsozialc Bolkspartei(22, 23, 23) usw. Die komm u n i st i s ch e Presse war in den angeführten drei Jahren mit 88, 116, 111 Zeitschriften vertreten davon 55, 75, 72 tschechisch, 24, 30, 27 deutsch). Dir Zahl der u n a bb an g i ge n politischen Zeitschriften ist zwar in der Minderheit, doch können wir bei ihr eine deutlich stci« gcndc Tendenz feststcllen. Während es im Jähre 1929 bei uns 175 unabhängige politisck)e Zeitschriften gab, betrug ihre Zahl im Jahre 1930 bereits 199, i. I. 1931 sogar 222. Der Fall der Fra» Dr. Klafter, die im November des Borjahres in Pardubitz ihren durch eine Explosion schwer verstümmelten Neffen er-' schoß, ist nunmehr durch ein Gutachten der Ge- richtsärztekammer, das Sinnesvcrwirrung jm Augenblick der Tat bei Frau Dr. Klafter und auch bei der Mutter des Erschossenen bestätigte, endgültig zum Abschluß gelangt. Tas Justizministerium hatte den seinerzeitigen Befund der Pardubihcr Gerichtsärztc überprüfen lasten, um sestzustellen, ob nicht die Bedingungen für die Wiederaufnahme des vom Pardubitzcr Gericht eingestellten Strafverfahrens gegeben seien. Durch das Gutachten der Gerichtsärztekammer ist der Fall nun endgültig beigelegt. Balbo verschiebt. Ta die Witterungsver- hältniste auch weiterhin ungünstig bleiben,, hat i General Balbo beschlossen, den Start de« Geschwaders von Londonderry auf heute zu verschieben. Sowjctrufsifche Eisenbahn-Reformen. In Moskau wurde eine Verordnung des RoteS der Bolkskommistäre über Mängel im Eisenbahn» tranSport und darüber, wie diesen Mängeln abzuhelfen sei, veröffentlicht. Durch die Verordnung wird die Verantwortung der einzelnen Funktionäre erhöht, eine Reihe von Stellen in den Zentralstellen lverden a u k- gehoben und die freiwerdenden Ingenieure, Techniker und Wirtschaftler werden in die Sta» tionen der Fernvcrkehrswege verseht, durch Sonderkomniissionen werden die Fähigkeiten der Angestellten überprüft, den unmittelbar bei den Eisenbahnlinien beschäftiaten Arbeitern, Ingenieuren und Technikern wird eine höhere Bezahlung gesichert. Ferner wird ein Prämiensystem ausgebaut, ein pol i- t i s ch e s Departement im Eisenbahnver- kehrSwesen errichtet und eine st r e n g e r e A r- bcitsdisziplin eingeführt werden. Jm Grazer Sterilisicrungsprozeß wurde gestern das Urteil verkünde:. Sämtlich« 21 Angeklagten, darunter auch Bartoschek und Großmann(Peter RamuS) wurden freigespro- ch en. Unverantwortlicher Leichtsinn hat, wie äuS Bremen gemeldet wird, zu einem schweren Segel- bootungluck geführt, dem wahrscheinlich fünf Kinder und ein Erwachsener zum Opfer gefallen sind. Trotz schweren NordweststurmeS wagten sich am Dienstag nachmittags sechs Erwachsene mit fünf kleinen Kindern in einem Segelboot auf die offene Weser. Kurz nach Berlasten der Geeste- mundung kenterte das Boot. Durch den Schlepper „Elsfleth" wurden drei Erwachsene gerettet. Ein anderes Boot nahm zwei Erwachsene auf. Vermutlich sind der sechste Erwachsene und sämtliche fünf Kinder ertrunken. Zwei Kinderleichen sind bereits geborgen worden. Ein betrügerischer Perlmann. Die Prager Polizeikorresponoenz verlautbart:„Israel Perlmann, Brillanten- und Juwelenkommissionär, am 29. Oktober 1896 in Krakau geboren, nach Polen zuständig, wohnhaft zuletzt in Prag I.,„Bei den Barmherzigen" 4, steht unter begründeten Verdacht, vor etwa zehn Tagen die Tschechoslowakei verlosten zu haben, nachdem er vorher in verschiedenen Prager Versatzämtern Brillanten und Juwelen im Gesamtwert von 5 0 0.000 Kg versetzt hat, die ihm von diversen Prager Firmen in Kommission gegeben worden lvaren. Es besteht der Verdacht, daß er nach Antwerpen gereist ist, lvo seine Schwiegereltern leben. Er ist etwa 170 Zentimeter groß, starker Figur, jüdischen Aussehens, hat braune, lockige Haare, ein gelbes Gesicht, gelbe Zähne und en face eine ein wenig eingedruckte Nase. Seine Gattin, die auffallend kleiner Figur, ist niid erst vor drei Tagen Prag verlassen hat,' ist wahrscheinlich nach Belgrad gefahren." Ziehung der Klassenlotterie. Die Verlosung der Gcwlnste der II. Klasse wird am 12. Juli 1983 um 8 Uhr früh im Zlchuugssqole der Direktion der Staatslotterien Prag I., Kozi ul. 4, beginne» und wird am 18. Juli 1038 um 8 Uhr früh son- gesetzt werden. Verlost werden im ganzen 2623 Gewinste im Gesamtbetrag« von 1,401.960 Ke, welche ohne Abzug ausgezahlt werde». Die amtlich« Ber« losungsliste wird am 12. Juli 1933 erscheinen. lud Mittwoch. S. Juli 1988 xltc 8 PRAGER ZEimO 5c» Gerichtssaal Gast Volkswirtschaft and Sozialpolitik sehr vorsichtig Mein geliebter Mann, unser guter Bruder, Onkel und Schwager, Heir Rudolf Pollak Aus der Partei das Kiick» zur und gab den schweren uird pvar rb. Von Kondolenzbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen! Anstatt Kranzspenden bitte ich der Flüchtlingsfürsorge zu gedenken, (Bezirksverein ,,Arbeitei fürsorge“) Postparkassenkonto 95839. ltrnkti o n, di« für den F« i d g e b r a u ch tininit sind, aus einzeln«» cnNvcndelrn Bestandlei« leu zusannncngcjctzt und einen» s o w j c t r u s s i- scheu E in i s s ä r, den der Angeklagte nur unter dem Namen<8 r I s ch a kennen will, übergeben zu habe». Dostiilck erklärte, er habe keineswegs Geheimnisse verraten, sondern dem genannten Emis» sär nur einen Beweis seiner s a ch in ä n n i» schon Geschicklichkeit erbringen wollen, weil dieser ihm eine Anstellung in der Sowjetrepublil versprochen, zugleich aber betont habe,'daß er sich über seine praküschen Fähigkeiten ausweisen müsse, wenn er«inen besseren Posten bekleiden wolle. Der Angeklagte wurde schuldig erkannt und zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt. rd. ■OrgtrlMw Sport« Der Deutsche Fußballbund verschwindet. Ter Denttsche FnßbalObnnd wird am 9. Jnli in seiner bisherigen Form zu bestechen ausgehört haben. Aus dem Bundestag werden die ncnen Satzungen bestätigt wenden, nach denen der vom Reichssporikmn missär Tschammer-Lsten eingesetzte Nazi-Fußballsüh rer Linnemann zu arbeiten gedenkt Den Leichtathletik-Ländrrkamps Finnland Nor» Wege», der In Oslo zum Aszstrag gelangte wurde von den Finnen überlegen mit 108:65, Punkten gewonnen. M. Oärvinen warf den Speer wiederum über 75.(15 Meter. Verrat mNUSrWer vehelmMe. Bier Jahr« schweren Kerkers. Prag. S. Juli. Bor dem Senat Hraba war heute der 32jährige Vertragsbeamte einer Militär» Werkstätte Johann Dostülek wegen D lebst a h l S militärischen Gutes und Verrates mtlitärischrr Geheimnisse an«in« aus- wärtige Macht angeklagt. Di« Verhandlung war geheim. Wie auS der öffentlichen UrteilSvcrkündi» gung hervorgeh:, wurde dem Angeklagten zur Säst gelegt, Radioapparat« neuester Kon nämlich aus der Strecke 5111110 cm tHcimvn stattfindcn solle». Das vor dem Start mit der Bedeutung von Privat-Telesonanlagen für Büros und Betriebe. In der heutigen Zeit wird der Verbindung zwischen den einzelnen Kanzleien bczw. Betriebstellen eines Unternehmens ganz besondere Aus» mcrksamkeit zugewendct, da hiedurch die Abwicklung des Verkehres zwischen den einzelnen Dienststellen außerordentlich erleichtert und beschleunigt wird und dadurch gleichzeitig die Turchsührnng der ganzen Arbeit sehr erleichtert wird. AuS'diesem Grunde werden- heutzutage auch in allen modern gcsiihrtcn Unternehmungen Pri- vat-Telcphonanlagcn installiert, welche ohne jede Bedienung und Vermittlung arbeiten. Diese Anlagen sind entweder.Hausanlagen, welche lediglich dem internen Verkehr diene», oder cs sind sogenannte kombinierte Anlagen für Post- nnd Hausverkchr, bei welchen den einzelnen Stellen gleichzeitig die Möglichkeit gegeben ist, ohne Umschaltung und Bedienung das Postamt zu erreichen. Insbesondere die letzteren Apparaturen erfreuen sich steigender Beliebtheit und werden infolge ihrer Zweckmäßigkeit in immer größerer Zahl eingcsührt. Wenn eine Stelle spricht, so erkennen dies alle anderen Stationen an einem optischen oder akustischen Besetztzeichen. Bei allen diesen Stellen ist cs ferner möglich, Rückfragen während eines StaatSgcspräches bei anderen internen Stationen zu halten, ohne daß der auswärtige Teilnehmer dieses Gespräch mithört und ohne daß die AmIS- leitung getrennt wird. Ans Wunsch werden an einzelnen Stellen, insbesondere bei den Chefstationcn Mithöreinrichtungen eingebaut, welche eine Kontrolle des gesamten Betriebes von einem Punkt aus gestattet. Im allgemeinen zeigt die moderne Schwachstromtechnik das Bestreben, Apparaturen heraus» znbringen, bei denen jede Bedienung und Vcrniitt» '[miß vollständig entfällt und welche jeder einzelnen : Station volle Möglichkeit der Verbindung mit den : Hansstrllcn und auch mit der Post gibt. Der Schlafraum der Hausgehttfid als Abort. Um di« Vaterschaft«ine» I'.jährigen„jungen Herrn". Prag,-1. Juli. Ein merkwürdiger Pater» schaftsprozeß fand l-«ute ein strafgerichtliches Nachspiel vor dem Senat M a r« ü e k. TaS 88jährige Dienstmädchen Amalie C h v o j k a, die im Jahr« ll>30«in Kind zur Welt gebracht hatte, halt« seinerzeit den 15jährigen Sohn Eduard >hr«S DienstgeberS, der Smichover Gastwirtes Land.a, al« Kindesvater bezeichnet. Di« verlor diesen Prozeß, denn der Gastwirt bracht««ine ganz« Reihe Von Zeug«» und Zeuginnen auf(und zwar ans seinem Personal), di« bestätigten, daß die Kindesmutter ihnen gegenüber erklärt habe, daS Kind stamm« von ihrem Geliebten Franz BSet«kka. Die Bater'chastsklagc wurde abgen'iasen und Amalie Ehvojka, wie auch ihr Geliebter Franz Piieteöka des Meineides vor Gericht angeklagt, weil beide besckpvoren hatten, mit einander kein«» intime» Verkehr unterhalten zu habe». Wie immer sich daS auch verhalten mag, so verdienen doch die Aussagen der Angeklagten Beachtung vom sozialen Standpunkt, denn sie weis«» aus Zustände hin, di« leider nicht zu den Ausnahmen gehören Di« Angeklagte erklärte, in der Küche geschlafen zu haben. Der„junge Herr" habe aus Bequemlichkeitsgründen nachts leine Notdurft in den Ausguß der Wasserleitung verrichtet, der sich in dieser Küche befand, wogegen sie nichts cin- zuwenden wagt«.(Der Kenner unserer sozialen Be"> bältnisse weiß, daß solche und ähnliche Vorkommn sie nicht so selten sind, als man denken sollte.) Dabei habe«r sic mehrfach trotz ihrem Sträuben zum Geschlechtsverkehr veranlaßt und sie auch geschwängert. Sir gab auch zu, ihren Geliebte» VöekLka dem anderen Personal gegenüber al- den Vater des Kiichc« hingeslellt zu haben, aber nur deshalb, weil der 15jährige„junge Herr" so inständigst darum bat, da er vor dem Zorn seines Balers Singst hall«. Auch habe er ihr später 50.000 llr versprochen, wenn st« reinen Mund halt«. Al- Welt kam, wollt« st« sicher gehen richtigen Baler an. DI« zahlreichen Zeugen sagten auS— sind es doch großenteils Angestellte des Gastwirtes. DaS Gericht überprüft« sorgfältig all« Umstände, insbesondere auch den vermutlichen Zeitpunkt der Schwängerung. DaS Resultat dieser Envägun- gen wa» den Angeklagten günstig. Beide wurde.» freigesprochen. Hoffentlich wird der „sunge Herr" in Hinkunft dazu angehallen, den Schlafraum einer Hausangestellten nicht mit dem Abtritt zu verwechseln. rd- Prokurist des„Gec-Verbandes“ hat uns für immer verlassen. Die Feuerbestattung findet am 7. d. M., um 11'/, Uhr, im neuen Krematorium in Stiaschnitz statt Camilla Pollak als Gattin, im Namen sämtlicher Hinterbliebenen. Speiulationen auf Vie BerttaucnsieUgkeit. Der Kohlenbaron au» Leitmeritz. Prag, 4. Juli. Ter 00jährige ehemalig« wirt Wenzel PelrüSek bezieht eine Monalsrcnt« von 800 Kt und verdient noch ein« Kleinigkeit durch di« Zucht von Kanarienvögeln. Er ist also kaum ein Kapitalist zu nenucn, gedacht« aber aus der menschlichen Dummheit und Vertrauensseligkeit Kapital zu schlagen. Er bewog di« alternde Witwe Anna Stark mit ihrer Tochter zu ihm zu ziehen und ihre Ersparmste— insgesamt 50.000 Ka— in seinem zu gründenden„Kohle». und Holzgeschäft" anzulegen. In Wahrheit dachte er freil'ch gar nicht an ein« solche Gründung. Um mehr Eindruck zu machen, legte er der Frau, der er nobenbei auch die Ehe versprach, allerlei Pläne und Skizzen vor, gab sich als mehrfachen Hausbesitzer, Restaurateur und Eigentümer von Kohlenseldern„bei Lcil- m c r i tz"(!) au» und jonglierte nur so>n!it Millionen. U. a. erklärte er, wertvolle Gobelins zu besitzen, koschare Bilder und gar di« Möbel de» tschechischen Nationalhelden H a v l i c c t, wa- zusammen allein acht Millionen Wert hab« Die eingeschossenen 50.000 Ka schienen ihm lächerlich ivenig und er ließ es an weiteren Anzapfnngsvcr- suchen nicht fehlen, bis die Dache klappt«. DaS Geld ist natürlich längst beim Teusel und was der henk« wegen Betruges angeklagt« Ehrenmann sonst an Kapital besaß, hatte er vorsichtigerweise gleich zu Beginn dieser Aktion auf seinen unehelichen Sohn überschreiben lassen. Er spielt« natürlich vor Gericht den„ollen ehrl'chen Seemann', aber da» half- ihm wenig. Ter Gerichtshof verurteilt« ihn zu sechs M o n a t e n und verschärften Kerkers, unbedingt. Avswei« für den Monat Sani« (Die erst« Zahl bedeutet Parteifonds, di« eingeklammerte Wahlfonds.) Bodenbach Ka 5500.—(1200.—), Brünn IÖ 1600—(400.—), Karlsbad lü 4000— (1000.—), LandSkron Ka 480.—(120.—), Pi1f«n-Budw«is Ka 1015—(245—), Prag Kt 260—(70—), Preßburg Ka 135—(25.—), Stern berg Ka 1840—(800—), Teplitz- Saaz Ka 8520—(880—), Trautenau Ka 1200—(300—), Troppari la 1960—(490.—). (Wien Ottakring) 12 Ssk.; 1500 Mater: Kaufmann (21. Pölten) 4:40.6-Mn.; Hochsprung: Kochbaucr (Ober-Gräfendorf) 1.65 Meter; Wettsprung: Tlfsin« ger(St. Pölten) 5.92 Meter; Sperr: Kothbäuer 52.35 Mater; Diskus: Leiner(2t. Pölten) 32.26 Meter; Kugel: Tiffinger 12,59 Meter; 4X100. Meter: St. Pölten 48.2 Sek.; Fünfkampf: Leiner 350.42 Punkte; I Rund uni die Innere Stadt(2230 Meter): ATB. St...Pölten 4;46 Mi».— Sportlerinnen: 4X130 Meter: St. Pölten 58.8 Sek.; Dreikasups: Zcnz(St. Pölten) 243.73 Punkte.— Handball: Ottakring-Wien gegen St. Pölten 12:9(5:4). Wiener Arbeitrrhandball. 0in Krcisvorrnirdcn- spiel der DurnephanAballer ztvischen dem W'cne: Meister Stadlau und Graz, dem Meister von Steiermark und Kärnten, siegte Stadlau mit 13:4(4:3). DaS Eich'cheiduugSspial nm die K re>»meiste rschaft der Turnerhandl'allcriunen von Hernals und Eggender.' endete erst nach Verlängerung mit dem 2:1-Sie der Hernalsrrinncn. Mitteilungen der„Urania" Wran-11»nnia-Kino. Heute, halb 11 Uhr:„P a i und P a t a ch o n al» K n n st j ch ii tz« n', Tonfilm. Nur zwei Preise: 2 und 3 Ko. Heute, 4, 0, 8% Uhr:„De r blaue Enge l", Hannings, Marlen« Dietrich. Karten 2—I Ka, Donnerstag(Feiertag), Kll, 4, 6, 8!4 Uhr: Abschiedsvorstellung:„D i e F l« de r m a u S", Tvn- ilM'Opcrctt«. Ann» Ondra, PetroviS, Alexander. Die letzte Vorstellung wird photographiert. «ftailiihi: Siejfrtrt talk.—( k• I f• k a 11«■ tt Ollbelm Rtekatc.-«Jetantuottll4«nirtr«on kt> V»S-«. CileanpktnalieltlM Bit Erltttz Rt. U.8OO/VII40BO kroiatat.— t»„ug«d,dtn,un,ea. 8ti flutteUunj tni Hou« ob« btt«r,u, durch Mt Poft monatlich Ki 18.—,«Uitellikwib Ki 4&Z. '■ u U UUn- anfiMU MM lM| IMÜ MM» MutMM. M«Ml IUIMMuh«uUna Aobö-Kreises Burgenland • Rennen wurde aber kurz :„Begründung" verboten— daß der Bundeskanzler - Dollfuß nach- Escustadt ,komnien soll! Wahrscheinlich wurde di« Durchführung dieser Veranstaltung aber wegen einer ch r i st l i ch s o z i a l e u Par- teiveranstaltung in Eisenstadt untersagt. Arbeitersportsest in St. Pölten. Das am Sonntag stattgesunden« Sportfest der 2t. Pöktcner Ar- beilertnruer hatte ausgezeichnet« Wrrbewirkung und stellte auch in spoMcher Hinsicht zufrieden. Im Rahmen der Veranstaltung wurden auch die leichtathletischen Bezirksmeisterschaslen ausgetragen. Die wichtigsten Ergebnisse sind: 100 Meter: L- Bauer lleber 27 Millionen llö an nachträglichen Versicherungsbeiträgen haben die Krankenkassen im Jahre 1981 vorgeschrieben. Die im Junihest der„Mitteilungen der Zen- tralsozialversichcrungsanstalt" veröffentlichte Statistik der Lohnrevisionen zeigt, daß dieses Tätigkeitsgebiet noch immer eine wichtige Ein» nahmsguelle der Kaffen darstellt. Die Fälle, in welchen gewissenlose Unternehmer versuchen, auf Kosten der Sozialversicherung und damit zum Schaden der Arbeiter zu sparen! sind be- kännterMaßcn"zahlreich-genug;./ weit'haüfigrr über ereignet«4 sich." daß den oftmals recht komplizierten Vorichriftcn nicht die notwendige Beachtung geschenkt wird, so daß eü bei der Durchfuhr»»» der Revisionen zur Feststellung mehr oder minder schtvcrcr Mängel und damit zur Borschrcibuug von Nachtragebeiträaen kommt. Am Vergleich mit den entsprechenden Daten für das Vorfahr zeigt die Statistik für das Jahr 1931 deutlich den Einfluß der Wirtschaftskrise. Obwohl die Zahl der Revisionen in der richtigen Erkenntnis ihrer Wichtigkeit nm fast 2000 gesteigert wurde, ging doch das Gesamtergebnis gegenüber dem Jahre 1930 um mehr als 2.5 Millionen Kronen zurück. Nicht alle Wirtschaftszweige wurden davon gleichmäßig betroffen; die sprunghafte Steigerung der Resultate bei den landwirtschaftlichen Krankenkassen, welche allerdings den Ausfall bei den anderen Kassenkategorien nicht wettzu- machen vermochte, zeugt davon, daß auch in den agrarischen Kreisen bei näheren» Zusehen manches nicht in Ordnniig befunden wiro. Von allgemeinem Jntcrcsie ist das Steigen der Zahl der Arbeitgeber um mehr als 12.000; cs zeigt, daß im Gefolge des Schrumpfungsprozesses der Wirtschaft der rückständige Kleinbetrieb die Großunternchmung wieder zn verdrängen sucht. Schließlich sei darauf hingcwirsen, daß es bei 92 Prozent aller Revisionen zur Vorschreibung von Nachtragsbciträgen kam(gegen 86 Prozent im Jahre 1930). Jede Revision macht der Kaffe Kosten,' dock ist dar Risiko, wie man sieht, nicht groß; am durchschnittlichen Ergebnis von über 2100 Kronen gemessen sind die Verwaltungskosten unbedeutend. Wenn auch in den nächsten Jährest die nachträglichen Vorschreibungen infolge der Krise weiter sinken werden, so wird es doch noch lange dauern, bis die Lohnrcvisio- nen für die Krankenkassen zu einer unproduktiven Tätigkeit werden. Worin der„Tag" nicht nieLchge chattet ist. Wir haben kürzlich einige Sähe aus der blumige»» Philippika angeführt, mit der der»»at»o- nalsozialistische„Dortmunder Generalanzeiger" den befrackten Hofnarrc»» der residierenden fasei- stischcn Clique,.Herrn Hanns Heinz Ewers, in den Sumpf des Schmuhliteratcn- tums stößt. Der ehcmailge Clotv»» der pervertierten Salo>»s einer dekadenten Bourgeoisie, der heute als wackerer Geschäftsmann in„Aufbruch der Nation" und„heroischer" Bestialität macht, wird in dieser vernichtenden Abrechnung ein perverser Schm»droma»»cicr genannt, der„in de,» letzten zwanzig Jahren mehr zur Vergiftung des Volkes beigenagen hat, als irgendein indischer Literat". Weiterhin wird Ewers als der „schlimmste deutsche Schund- und Schmutzlitc- rat" charakterisiert, den es je gegeben habe. Man traut seinen Augen nicht, wenn man nach derart gründlichen Informationen über diese wurmstichige Edclfrucht der alcichgeschal- tcien Literatur nn braunnen„Tag" des Nazi- Jung die' folgende Hymne über Ewers Horst Wessel-Buch liest: . DaS Schicksal dies«» jungen Kämpfergestaltet in ergreifender Wucht Hann» Heinz Ewer- in seinem Buch. Hier ist nicht ein Stoff aus dem Leben dichterisch zu einem Roman verarbeitet worben, sondern ein Leben, das wie ein Roman anmutet, wahrheitSgetrou geschildert worden, und dafür müssen wir H. H. Ewers dankbar sein. DaS edle Hakeukreuzbl'att macht also für den kitschigen Blutransch.Schmarrn desselben Herrn Rekiaine, den seine eigenen Pg.'S einen Mann nennen, der„in den letzten zwanzig Jahren mehr zur Vergiftung des Volkes beigetragen hat als irgend rin tüdischer Literat".... Nr. Mittwoch, 5. 1988 Seite 6 WSerSsS für Sie KonfinnsensMnfGaften! F 2078 VERLANGT U. TRINKT Draht a e-FLe chte BH, PRAG-SMICHOV Lieferanten der„6EC“ in Prag und deren Filialen. IaAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAM^W Bauet Betonstrafien! •* ME /WEM W §? or 4 4 ◄ 4 ◄ ◄ ◄ ◄ ◄ 4 4 4 4 q 4 4 *4 4 Sie sind sowohl für den städtischen als auch fUr den Oberlandverkehr * vorzüglich geeignet DAS QUALITATSBIER DER ERSTEN AKTIEN-BRAUEREI IN EGER Dies« Anlagen werden, einem allgemeinen Wunsche jolgcnd, meistens nicht verkauft, svndcrn mietweise gegen Zahlung eines mäßigen Abonne- mentbetragcS eingerichtet. Gleichzeitig ist auch in diesem Betrage die gesamte Instandhaltung und Materialersatz enthalten, so daß dem Benützer der Anlage keine Spesen entstehen und er immer sicher ist, eine tadellose und einwandfreie Anlage zu besitzen. ES ist eine Reihe von Typen auf den Markt gebracht worden, welche sich in jeder Größe jedem besonderen Zweck anpasscn, so daß die Einrichtung dieser Anlagen nicht nur bei großen Betrieben, sondern insbesondere auch bei kleineren Unternehmen sich als außerordentlich zweckmäßig erweist. Die Prival-Tclephon-Gcscllschasi, Ges. m. b. H., Prag, Dlouhü tf. 49, welche ein weitverzweigtes Netz von Filialen im ganzen Lande bestehen hat, beschäftigt sich schon seit 80 Jahren ausschließlich mit der Errichtung und Erhaltung dieser Anlagen, so daß durch die in allen größeren Städten cr- , richteten Büros allen Kunden die Möglichkeit TABRIK CHEM1SC GESELLSCHAFT Vertretungen in allen größeren Städten des In- und Auslandes.< 3nr äotootionoteii ftgltOffCilWüftdlüOtyg M fiambrlnns Wdtbran empfehlen ihre vorzüglichen Lager-, Schank- und. dunklen Biere. 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