Erscheint mit Ausnahme des Montag tägUch früh. Stöaltlon n. Dtrwollun»! Vraa II, vlewianko 1»» r«levd.• 16795. Ji-iög, SkoqttrrvoN. lab 31 Uyr)! S3838 ♦ oaftlGraami 157545 Nr 168. 13. Jahrgang. Freitag, 21. Lull 1933 tzlvzelpress 70 Heller. /Einschließlich 6 Heller Porto) Göring bestochen? Ungeheurer Korruptions-Skandal« Hitlers Hauptmann, der Henker der Konterrevolution, mit 4 Millionen Reichsmark bestochen? Di« Saarbrückener„Dollsstimm e" bringt folgende sensationelle Meldung auS Berlin: Durch Indiskretion deutschnationaler Kreise und, wie eS den Anschein hat, unter Mit. Wirkung führender Kreise der Reichswehr, wird bekannt, daß der preußische Ministerpräsident und Reichölnftminister Göring Überführt ist, v o n der deutsche» F l u gz e u g i n d u st r i c Bestechnngsgelder im Betrage von über vier Millionen Reichsmark genommen zu haben. Um diese Bestechnngsgelder, die in der Hauptsache von den Bayrischen Flugzeug- werken gegeben wurden, zu maskieren, hat Herr Göring der Form halber größere Posten von Aktien„gekauft"; der Kaufpreis, der jedoch nie bezahlt wurde, wurde durch fingierte Buchungen ausgeglichen. Zur Zeit des Vorfalls war Herr Göring bereits Reichüluftminister; wenige Tage später hat er in seiner amtlichen Eigenschaft den Flugzeugwerken einen Betrag von fünfzig Millionen Reichsmark an Subventionen überweisen lassen. Neue Wallen gegen den Hunnenfasdsmus. Wir kreisen sie ein! Neben den täglichen Meldungen vom Mär- thrcrlod unserer Genossen in Deutschland, von der sich steigernden Bestialität der Braunhnnneii gibt es doch ab und zu erfreuliche Nachrichten. Jedes Symptom des Widerstandes, der Empörung, des zielbewußte» Kampfes aus den Reihen der Nn'erdrückten erfüllt uns mit Genugtuung. Mit Freude auch muß cs den Sozialisten erfüllen, wenn er sieht, daß uns im Kampfe gegen die deutsche Barbarei täglich neue Waffen zuwachsen. In wenigen Wochen sind nicht nur zahlreiche B r o s ch ii r e n erschiene», die der Welt Kunde von den Ereignissen in Deutschland, der Arbeiterschaft selbst Rechenschaft über Fehler, Versäumnisse und notwendig iiachznholeiide Ar bei en geben, sondern auch die P r e s s c, mit der wir vor allem den Kampfgeist der Massen nähren, die Wahrheit verfechten und der offiziellen Berliner Lüge steuern müssen, setzt sich durch. In Karlsbad erscheint leit Wochen der„N e n c Borwä r I s", in Paris die„Freiheit", in Saarbrücken die Tageszeitung„Nene Freiheit". Nunmehr ich auch in Amsterdam eine neue Zeitung der deutschen Sozialdemokratie, die„Freie Presse" herausgekommen, deren erste Nummer beweist, daß die nöligen geistigen Potenzen hinter ihr stehen, um auch aus diesem Blatt eine scharfe Waffe gegen den Fascismus zu machen. Unter den Mitarbeitern finden wir: G u m b e k, A n- d c r s c n- R c x ö, Georg Bernhard, Theodor Pkivie^ r>ne Reihe holländischer Genossen und auch Genossen ans der Prager Emigration. Wir grüßen den Neuen Kämpfer und stellen fest, daß Ser Kordon um Deutschland sich enger schließt: Holland, das Saargebiet, Straßburg, Zürich, Paris, Prag, Karlsbad, Kopenhagen— eine Kelte von Bastionen um den Hunnenstaat, den cs konzentrisch zu beschießen gilt. Es wird sich doch zeigen, wer auf die Tauer stärker ist, die Kämpfer der Wahrheit und Freiheit oder die Zitadelle der Barbarei! herzig ßoering-Menten vel der deutschen Botschaft in Paris Paris, Ist. Juli Seit der vor drei Wachen erfolgten Gründung der Ausland-- Stellen der Geheimen Staatspolizei des Herrn Goering sind bei der deutschen Botschaft in Paris bereits vierzig Beamte eingestellt worden. Dreizehn Beamte hiervon waren schon bisher>n Paris mit unbekanntem Berus ansässig, drei in Straßburg, zwei in Saarbrücken; die übrigen kamen unmittelbar von Berlin.— Diese Beamten haben bekanntlich sür Paris die Funktionen der deutschen politischen Polizei und des deutschen Spionagedienstes wahrznnchmen unter mißbräuchlicher Benützung der offiziellen diploma- tischen Einrichtungen. Vas IMge Re?®. Todesurteile und Morde. Dessau, 18. Juli. lJnprcß.) Das Schwur« gericht in Dessau verurteilte drei Arbeiter aus Hecklingen zum Tode. Sie sollen einen SA-Mann erschossen haben. ch Bonn, 18. Juli. lJnprcß.) Im Bonner GerichtsgefängniS wurde der Kommunist Messinger von den Nationalsozialisten ermordet. + Schwedt a. Oder, 18. Juli. lJnprcß.) Hier wurde von SA-Leuten aus die Frau eines Kommunisten geschossen. Dabei wurde di« ein- jährige Tochter getroffen'und getötet. ch Nürnberg, 18. Juli.(Jnpreß). Zwei verhaftete Kommunisten wurden vor. der Einlieferung in das Gefängnis Fürth durch SA- Leute so schwor vcrivundet, daß an ihrem Aus, kommen gezweifelt wird.. * Berlin, 18. Jnli. lJnprcß.) In Weißensee wurde ein IKjähriger Arbeiter Äindermann in Gegenwart seiner Mutter bestialisch ermordet. SA-Leute schlugen seinen Kopf auf der Straße solange gegen den Steinboden, bis er zerschmettert war. Im Totenschein wurde als Todesursache angegeben: Sturz aus dem Fenster. Das wäre derselbe Göring, von dem vor einigen Monaten die englische und die schwedische Presse enthüllten, daß er als schwerer Morphinist und Tobsüchtiger monatelang in der I r r c n a n st a l t war nnd daß er obendrein A l k o h o l i k e r und S a d I st sei. Derselbe Göring, der sich jetzt die Billa aus dem Leipziger Platz Nr. 12 angeeignet hat, in der früher der staatsparteiliche Minister Tr. Schreiber einige Zimmer bewohnte. Tic Billa wurde vollständig renoviert und so ausgebaut, daß sic heute München, 20. Juli. Der Präsident der Abrüstungskonferenz Henderson ist heute abends mit dem Kraftwagen auS Prag in München eingetroffen. Unmittelbar nach seiner Ankunft begab sich Henderson zum Hotel„Regina- Palast", wo er vom Reichskanzler Adols H i t. l e r und dem ReichSaußenminister Freiherr von Neurath erwartet wurde. Wie verlautet, hat sich die Ankunft Hendersons in München dadurch verzögert, daß der Kraftwagen Hendersons ans der Strecke zwischen Prag nnd München zwei Pannen erlitten hatte. Die Besprechung, die um 20 Uhr begann, war um 2V Uhr 50 beendet. Wien, 20. Juli. Gestern nachts wurde eine Batterie des Artillerieregimentes Nr. 7 nach Schärding im österreichisch-bayrischen Grenz, gebiet zur Perftärknng des dortigen Grenzschutzes en'sandt. Außerdem wurde nach K»s st e i n eine Kompagnie Alpenjäger dirigiert, die bisher Wie aus Graz gemeldet wird, entdeckte die Gendarmerie Mittwoch gegen Mitternacht aus einem Feld« bei Engeldors einen leerstehenden Riibenketter, aus dem Exerzier rufe zu entnehmen waren. Die Gendarmerie drang durch eine Falltür in den Keller ein, in welchem Nationalsozialisten eine Uebung abhiellen. Tw Nationalsozialisten konnten inzwischen durch eine zweite Falltür ins Freie entkommen. Infolge der Dunkelheit konnten die Fliehenden nicht mehr eingeholt werden. Einer der fliehenden Nationalsozialisten gab gegen di« Gendarmen s e ch s S ch ü s s e ab, ohne jedoch jemanden zu treffen. Noch im Laufe der Nacht gelang es, sämtlich« Teilnehmer der Uebung sicherzustellen. B«i einem von ihnen, dem Arbeitslosen Karl Holzer aus Lieben»» bei Graz, wurde in der Wohnung eine Pistole mit Munition gesunden. Dar- e'hin gab Holzer zu, die Schüsse abgegeben zn haben. Als Leiter der nächtlichen Uebung wurde Otto Wurning aus Graz ermittelt. Holzer und Durning wurden verhaftet und dem Landesgericht« eingeliefert. Die übrige» Nationalsozialisten, etwa ein Dutzend, wurden der Staatsanwaltschaft angezeigt. tu Z i in m c r enthält! Das wäre derselbe Göring, von dein seine Kricgskaiiicradcn aus seiner Lnft- staffcl berichten, daß er in den schwierigsten Momenten des FrontkanipfcS total betrunken im Offizicrskasino gelegen und nicht wach zu kriegen gewesen sei. Nach all dem und im Hinblick darauf, daß im Dritten Reich alles möglich ist, erscheint es durchaus nicht als ausgeschlossen, daß auch die Sensationsmeldung der Saarbrückener„Bolts- stimme" ihre Bestätigung finden könnte. Durch die Besprechungen in Berlin und München, in denen der deutsche Standpunkt zu den von Hend""'^n bei der Vertagung der Ab- rüstnugskonst>i Genf zitierten Punlten eingehend daracl:. urde, ist die Möglichkeit gegeben, den Meinungsaustausch über die A b r ii st u n g S s r a g c mit dem Ziel der Errichtung eines Abkommens fort- z u s e tz c n. Allerdings dürste, wie das('PB. erfährt, nach Meinung unterrichteter Kreise die von Henderson in Berlin der Presse gegenüber als wünschenswert bezeichnete Zusammenkunft zwischen dem Reichskanzler nnd dem sranzösi- jchen Ministerpräsidenten D a l a d i e r doch noch eine weitere diplomatische Vorbereitung erforderlich machen. in Hall in Tirol stationiert war. Aus Salzburg wurt-e eine Dragoner-Schwadron nach Stockeran transferiert und durch ein motorisiertes Bataillon der Feldjäger aus Ncirsiedel im Burgenland ersetzt. Mörder IMS offenen Armen aufgenommen! Im vergangenen Monat wurde im XVIl. Wiener Bezirk der Heimwehrmann S ii ß e n b ö ck bei einer Schießerei von zwei Nationalsozialisten erschossen. Die beiden Mörder, E n t r i ch nnd B i S k a t s ch, die der dortigen nationalsozialistischen SA angehörteu, sind nach Deutschland geflüchtet. Dieser Tage benachrichtigte» sie ihre Wiener Verwandten, daß e« ihnen gut gehe und daß sie in Braunschweig beider national- sozialistischen Partei gute Stellen erhalten haben. Störsender gegen Hetzrede aus Manchen. Im Münchner Rundfunk hielt Mittwoch der ehemalige nationalsozialistische Landeskommandant für Oesterreich, P r o k s ch, eine agres- sive Rede gegen oi« österreichische Regierung, die airs Grammophonplatten ausgenommen und spät nachts vom Münchner Rundfunk reproduziert wurde. Tie Münchner llebertragung wur^r während ihrer ganzen Dauer von einem österreichische« Amateursender gestört. ks§ki§MW und baM» Ms. Von Dr. Viktor nunaioil. Tic kürzlich erfolgte Selbstauslösung der deutschen Zentrumspartci, die, nach sechzig Jahren politischen Lebens, vor dem Feinde wie ein Kartenhaus und würdelos in sich zusaniltteugcbrochctt ist, wirft die Frage auf, wie cs kommen konnte, das; d': röuiischc Kirche diesem Ereignis ohne weiteres zustimmtc. Um diese Frage zu lösen ist cs entscheidend, den wesentlichen Charakter der politischen Parteien, denen die Vertretung der katholischen Interessen in demokratisch regierten Ländern anvertrant war, zu prüfen und dem kirchlichen Grundgesetz der„Obrigkeit" gegcnüberzustellen. Nach diesem Gesetz entspricht die Ein- teikilng der Menschheit in Reiche und Arme, in Mächtige und Unterdrückte einer göttlichen E i n r i ch t u n g, gegen tvclche eine jede Auflehnung als Todsünde gilt. Um die Mitte des l!>. Jahrhunderts war jedoch eine geistige Bewegung zwischen den Katholiken entstanden, die man als libcralislijch bezeichnen kann. Im Gegensatz zum mittelalterlichen Gedankengut des Papsttums, die ganze Weltmacht gehöre dem Herrscher und dem Kirchenoberhaupt nnd die Untertanen hätten kein Recht des Widerspruches und der Einmischung in entscheidenden Angelegenheiten des Staatslebens, war unter dein Einfluß der bürgerlichen Revolutionen aus den Jahren 1789, >821 und 1818, die später zur Bildung der demokratischen Regierungsformcn führten, ein gewisser freiheitlicher Geist auch in den klerikalen Kreisen erwacht, dem die Päpste aus Selbsterhaltungstrieb Rechnung zu tragen hatten. Auf Grund dieses freiheitlichen Geistes bildeten sich in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die ch r i st l i ch s o z i a l c tt P a r t e i e n, die sich bemühten, die strengen Grundsätze der Kirche mit den neuen sozialen Notwendigkeiten in Einklang zn bringen, die katholische Weltanschauung zu niodcrnisiercn, eine Art Sclbstbcstiniinnngsrecht der Untertanen gegenüber der„Obrigkeit" herznste"'». Solange diese Strömungen nicht die Unantastbarkeit der Dogmen und den inneren hierarchischen Aufbau der Kirche angriffen, waren die Päpste zu ihrer Duldung gezwungen; dieser Zwang rührte aber meistens nur von den äußeren Umständen her. entsprach sehr selten einer geistigen Ev'iiion der Kirchenober- Häupter selbst. Man erinnert sich, daß. als Papst Leo der XIII., der modernste Papst unserer' Zeit, durch die Enzyklika„Uornm Novarum" den Katholiken die Richtlinien über das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit nach der kirchlichen Lehre gab, unter den widerspenstigen Gegnern der neuen sozialen Richtung des heiligen Stuhles sich gerade Achille R a t t i, der heutige Papst befand. Infolge dieser erzwungenen Duldung bildete sich in Italien die Partei der„P o v o l a r i", in Deutschland das„Z e n I r u>»" und in Oesterreich die C h r i st l i ch s o z i a! c P a r- t c i; der Unterschied zwischen diesen Parteien betraf nicht so sehr ihr Wesen, als das Maß der Entwicklung ihrer liberalistifchcn Well- anschauung. Nun wird man begreifen, daß die Zerstörung der GeistcSfrciheit durch den Fascis- mus auch dem Papste nur zugutckommcn konnte, denn der Sieg der Reaktion bedeutet für ihn eine Festigung der eigenen Autorität, den Wiedergewinn, der verlorenen mittelalter- lichen Macht, eine volle Wiederherstellung des Obrigkeitsgrundsatzcs! Bevor aber Papst Pius der XI. den Fascismus",n!er feinen„heiligen" Schutz nehmen und Mussolini zum„Gesandten der heiligen Vorsehung" öffentlich anerkennen Einsttlndlge Aussprache in WM« zwischen Henderson, Hitler und Neurath. hundestruppcn besetzen die Grenze NittcrnäcilffldM krerrlerSdvWien w Heller. Orazer Nazis von Gendarmerie ausgehoben. eette S Freitag, 21. Juli 1988. Nr. 188. kommen ist... so plötzlich. So... ich kann mich gar nicht fassen. Verzeihen Sie mir... bitte... denken Sie nicht, daß ich hysterisch bin... hysterische Franen sind doch schrecklich ... ich bin nicht so... bitte, denken Sie das nicht. Vergessen Sie a»ch, daß ich Sie beschimpft habe... ich habe cs nicht so gemeint. Sie sind doch mein einziger Freund... Wenn mich jemand retten kann.. Nicht wahr, Sie glau- bcn doch nicht, daß ich eine Mörderin bin, nicht tvahr? Sic glanben mir doch Wort für Wort?! Ich habe noch nie gelogen, niit Ausnahme von ganz kleinen Bcgncmlichkcitsliigen, aber... Sie Müssen mir glanben." Horst war ganz benommen, er hielt noch immer den zitternden Körper dieses schönen Mädchens umarmt und sagte leise banale Worte, die rein klanglich als Beruhigung wirk- te». Er versprach alles und verzieh alles und gaukelte ihr Freiheit, Glück und Zukunftsbilder vor. Er mußte an sich halten, um sic nicht zu küssen, so süß-gläubig, so kindlich-vertraucnd. so rührend-mädchenhaft, lehnte sic in seinem Arme. Als er ging, tvar ihm, als verließe er eine Geliebte, nicht eine Frau, die, des Mordes angeklagt, int Untersuchungsgefängnis saß. Und Lillian saß und weinte still vor sich hin. 17. Kapitel. Ein schwer« Gang. Hildegard kämpft« mit ihrem Entschlüsse. Ja oder nein? War stand auf dem Spiele? Freiheit und Ungebundenhcit für ein wildes, kämpferisches Leben oder Liebe und Glück für die stillen Stunden wehmütiger Rast. Hatte sie ein Recht auf das Kind, hatte sie die Pflicht dazu? Mußte sie dem Manne gehorchen, der die größere Verantwortung trug und der das Kind nicht wollte, der den Zufall der Entstehung rückgängig zu machen befahl? Sie prüfte sich, ob sie das Kind vielleicht äls Band zu ihm wollte als Zwang bei ihr zu bleiben, als unlauteres Mittel, Pressionen auf sein dereinst erlahmendes Gefühl zu ihr anszuüben, oder ob ihre Liebe zu diesem Lebenskeim in ihrem Körper wirklich schlackenrein und heilig war. Sie glaubte, daß ihre Mütterlichkeit ehrlich zu Wort kommen durfte. Aber das Kind? Konnte sic ihm Glück und freie, ungetrübt« Jugend garantieren? Sic schwankt« und kämpfte. Würde es ei» Sohn, dann mußte er in den nächsten Krieg, würde cS eine Tochter, wie konnte sie sie behüten? Nein, nein, lieber ungeboren, als in lausend Gefahren. Di« Mutter fuhr mit derben Worten in ihr« Grübeleien. Sie antwortet« ausweichend, lag lang« wach, arbeitet« tagsüber geistesabwesend im Büro und schleppt« sich mit mi'idc» Gliedern durch trübe Novembertag«. Der Winter droht« mit ungestümen Gebärden, spottet« ihrer eigenen Kraftlosigkeit. sprang mit Naturgesetzen an ihr« Un- schlussigkcit. Und ihre Gedanken logen ihr das Hirn aus dem Kopf. Träumte sie von Borris, so steigerte sich die Sehnsucht nach ihm zu körperlichem Schmerz. Das Herz hämmert« ihr di« Brust wund, di« Glieder schmerzten von ungenosscnen Umarmungen. Sic erlebte wieder und wieder die Qual des Abschieds. Sie war auf dem Bahnsteig auf und ab gegangen, in Unruhe, in Sorg«. Rauch hatte in' ihre Angen gebissen Kält« und Dunst waren in ihre Glieder gekrochen, die Fingerspitzen waren starr und blutleer geworden, die Beine fchlver. Wenig« Minuten vor Abgang d«S ZugeS tvar Borris gekommen, blaß, mit glühenden Augen, zernagten Lippen und schweißbcdcckter Stirne, Er war in ein Kupec erster Klasse gestiegen und hatte mit einem kleinen schwarzen Koffer feinens Platz belegt. Als er dann neben ihr stand, hatte sie mit schmerzenden Augen den vorrückenden Zeiger aus der großen Uhr verfolgt. Biele Worte, die sie ihm noch sagen hatte wollen, erstarb«» in.Hast und Weh. Er hatte ihr Geld in die.Hand gedrückt— später batte sie konstatiert, daß es fünf Hundertmarkschein« waren — und hatte gesagt:„Du wirst morgen in daS Sanatorium gehen, verstehst du. welches ich dir genannt l>abe. Gleich morgen!" Sie hatte genickt. „Bleibe ich am Leben, so hörst drr bald von mir."„Ja" hatte sie nur gesagt.»Zoten sie mich auf der Flucht oder in Rumänien, es ist «aal, wo, dann, ja dann waren sie eben stärker als ich." Tann halt« er sie geküßt und für einen Augeirblick hatte sic alles vergessen. Als daS Abfahrtssignal gegeben wurde, hatte er streng gesagt:„Verlier das Geld nicht!" Dann stand er am Coupecfcirstcr und sie lief neben den» langsam und dann immer schneller fahrenden Zug her und wollte rufen, reden, be- schwören, fragen und schreien, fühlte Seitenstechen und sah sein sonderbar verzerrtes Gesicht. Dann waren sie allein und nichts blieb als die Sehnsucht und das Warten auf Nachricht. Warten, warten... aber kein Brief war gekommen. Sie hatte gehofft, er werde sie ihres Versprechens entheben, doch»venu er in Gefahr war, dann mußte sie ihr Wort halten und seinem Wunsche willfahren. In dieser Welt von Feinden, die ihn umgab, mußte sie doch wenigstens die Einzig« sein, auf die er sich verlassen konnte. Und war er tot, dann durfte sie das Kind nicht in eine Welt gebären, die seinen Baler gehetzt, gemartert und getötet halte. Trodem, gerade wenn er... tot ... war, gerade dann mußte sie doch ein Wesen besitzen, das sein Fleisch und Blut>var. Aufruhr in ihrem Herzen, das nur lieben wollt«, nur lieben. (Fortsetzung folgt.) Neuer Minister in Oesterreich. vr. Vttv Ender Minister lUr Veriassungsrelorm sollte, mußte er erst, nach alter Uebcrlicfcrung, ein i r d i f rh e s Geschäft cinfädein. Die platonischen Proteste» die Papst Ratti gegen die in Italien in den Jahren 11)23 bis 11)26 stallgcsu»denen Verfolgungen katholischer Gewerkschaftler und freiheitlich gesinnter Geistlichen einlcgte, waren nur politische Manöver, um den herrschenden Fascismus zu Zugeständnissen zu zwingen. Das Konkordat und die Latcranvcrträgc vom 11. Feber 192!) waren nicht ein Erfolg für den Fascismus, sondern nur für das Prestige der Kirche! Trotz vollzogener Entrechtung der katho- lischen politischen Organisationen und Auflösung und Vertreibung der„Popvlari", und obwohl noch 1920 Mussolini dem Mailänder Erzbifchof eine Höllenmaschine als Zeichen seiner besonderen Berehrnng im Postpaket zn- konnncn ließ und der heutige Luftfahrtminister Jtalo B a l b o zu der Mörderbande gehörte, die den Geistlichen und Gewerkschaftsführer Ton Minz o n i, Pfarrer in Argenta bei Ravenna, durch Stockhiebe beseitigte, fand cs der Papst, dieser angeblicher Nachfolger Christi und Inbegriff von„Moral und Sittlichkeit", nicht unter seiner Würde, dem bluttriefenden fascistischen System seinen a p o st o l i s ch e n Segen zu erteilen! Was brachten nun die Lateranverträge dem„heiligen" Stuhl ein?... Mussolini verpflichtete sich, ans Kosten des Volkes, eine Milliarde 750 Millionen Lire(etwa drei Milliarden Kronen) dem Papst auSznzahlen, ihm einen unabhängigen Vatikanischen Slaai innerhalb der Landeshauptstadt einznrichtcn und die Gerichtsbarkeit der apostolischen Gerichte anzucrkennen; der katholischen Religion wurden Vorrechte gegenüber den anderen Konfessionen zuerkannt» cs wurde die volle Gültigkeit der kirchlichen Trauung, die 1871 abge- schaffi worden war und der obligatorische Religionsunterricht in den Volksschulen wieder hergcstellt. Alles in allem daher eine beträchtliche Schmälerung der inneren Souveränitätsrechte Italiens! Die Gegenleistungen der Kirche bestanden darin, daß sie die Rechtsmäßigleit des fascistischen Systems anerkannte,' dessen Innenpolitik, auch in bezug auf die Eninationalisicrnng Südtirols und der slove- nischcn Bestandteile Italiens unterstützte und für die einzelnen Abteilungen der fascistischen Privatarm««(Schwarzhcmdcn) Geistliche als „Feldkaplane" zur Verfügung stellte. Dem allem konnte der Papst leichten Herzens zustimmen, da cs ja seiner Herrschsucht und dem „Obrigkeitsgesetz" der Kirche voll entsprach. Dadurch hat die Kirche sich zwar von liberali- stischen Tendenzen in ihrer Gefolgschaft einstweilen befreit, jedoch in Italien, wie schon seinerzeit in Spanien und heute in Deutschland, ihr Geschick mit dem des Fascismus eng verknüpft. Die Enzyklika vom 28. Juni 1929, in welcher der Papst das sascistische Regime als eine„heidnische" Weltanschauung und den Eid der Treue gegenüber dem„totalitarischcn" fascistischen Staate als„an'ichristlich" bezeichnete, darf über die sascistische Gesinnung des Papstes nicht hinwegtäuschen Pius der XI. fürchtete damals, die Kirche könnte ihren Einfluß ans die Jugend durch den fascistischen Eid einbüßen: kurz danach besann er sich aber wieder, wozu tvahrscheinlich Mussolinis Zahlung weiterer fünfzig Millionen Lire(etwa 87 Millionen Kronen) als angeblichen Schadenersatz für die fascistischen Gegcnprotcste, beigctragcn haben dürfte. Erst Balbo, der Mörder Don Minzonis, dann Mussolini, der frühere Gotteslästerer und Bombcnabsendcr, machten hierauf dem Papst amtlich ihre ergebenste Anftvartnng und der Bund zwischen Reaktion und Altar wurde noch enger als je zuvor geschlossen. Tic sascistische Gesinnung der katholischen Kirche hat im Jänner dieses Jahres eine volle Bestätigung in der päpstlichen Zeitschrift „Jus pontifieiinn" erhalten. Es heißt darin: „Am 28. Ok ober 1932 ivaren cs zehn Jahre, seitdem die sascistische Diktatur errichtet wurde; nichts n ütz l ich eres als diese Diktatur hätte Italien für sich ausdenlcn können! Sie entspricht einem c ch> e n Wunder... besonders in ihrer Wiedcrherstel- l n n g d c r m o r a l i s ch e n W e r t e!" Nun gleichen aber diese„moralischen Werte" genau scncn, die Hitler und Konsorten sich in Deutschland wieder hcrzustellen bemühen: Freiheitsberaubung, Mord, Diebstahl, Unterschlagung als ständige RcgicrungSmethodc einer verbrecherischen Minderheitüobrigkcit zum Schaden der überwiegenden Bvlksmehrheit; und da kann cs nur leicht sein zu beurteilen, auf welcher erhabenen Höhe die päpstliche Auffassung von „Moral und Sittlichkeit" steht! Sleglkiw Ms«»ei zeijtllü-BkllWmsWlüMi! in Den MWW Die BelriebSanSschüssc in den Tabakfabriken der(SR sind nicht aus Grund des allgemeinen BciriebsauSschußgssctzcs aufgebaut, sondern auf Grund einer Verordnung der Zcniraldirektion der Tabakrcgic. Sie haben kein Schiedsgerichi, aber dafür einen Z e u t ra l b c i r i c bsa u S- s ch u ß. Ti« allgcnieinen Wahlen in die Fabriks- belriebSausschüsse im April d. I. wurden von den„Nazi" sowie den deutschen Ebristlichsozialcn dazu benützt, um unter dem Einfluß des nationalsozialistischen Wahlsieges in Deutschland der freien Gelverkschast der Tabakarbcitcrinncn in Sternberg Stimmen und Mandate zu entreißen. Damals hofflcn die deutschen Christlichsozialcn nock) durch eine Verbindung mit den„Nazi" Erfolg« zu erzielen; sie trasen mit den„Nazi" eine Vereinbarung, daß diese bei den Wahlen in den Zenlralbetricbsausschnß den Klerikalen die Stimmen geben. Zu bemerken ist, daß die Gewerkschaft der Tabakarbeitcrinncn in Sternberg ihre Mitglieder n u r in den ach: ehemals rein dciltscheu Tabak- abrikc» Mährens nnd Schlesiens hat, während >ie deutschen christlichen Tabakarbcitcr auch in der Slowakei Organisationen besitzen. Tie„Nazi" haben aber bei den allgemeinen Bctriebsivahlen nur s ü n f Bctricbsausschuß- niandate erreicht, eins mehr als im Jahre 1931. Unglückliche Zufälle bei den Koppelungen und bei dem Proporlionalsystem haben der freien Gewerkschaft in Sternberg einige Mandate gekostet. Tarob Triumph bei den christlichen Tabakarbeitern und bei den„Nazi". Aber sie jubelten zu früh! Eine neue Wahl infolge eines Rekurses in L a n d s k r o n brachte jedoch einen bedeu- t« nd e n U m sch w una der Mandatsziffern! zugunsten unserer krcien Gewerkschaft aus Kosten der Christlichen. Vor einigen Tagen traten nun bei der Tabakrcgic die Sekretäre der Gewerkschaften zusammen, um das S k r u> i n i u m über die in den einzelnen Fabriken vollzogenen Wahlen in den neungliedrigen Zcntralbctriebsaus- s ch»« ß durchzusühren. In 22 Tabaksabriken und Einkaufsämlcrn und bei der Tabakrcgic in Prag haben nun die früher gewählten 1-18 Fabriks bctricbsaiisschußniitgiledcr ihre Stimmen abgegeben. TaS Resultat ist folgendes: Stimmen Tcr frcigcwcrkschastliclw„S va z", unser tschechischer Bru-crvcrban-. 66 Sternbcrger freigewerkschaftlicher Tabakarbeitcrvcrband 25 Christlicher Verband Zwittau.... 24 Tschechische Nationalsozialisten.... 22 Tschechisch-christlichsoziale Gruppe (8rümek) 11 Obwohl die deutschen Christlichsozialen auch slowakisch« Stimmen und die Stimmen der deutschen„Nazi" erhielten, konnten sic unsere Stimmenzahl nicht erreichen. Sie hatten zu früh gejubelt. Nach durchgcsührtem ersten und zweiten Skrutinium und aufgeteil:«» Mandaten entfielen auf die Wahlgruppen: Mandate Tschechischer freigewerkschaftlicher „Svaz" Prag 4 Sternbcrger freigewerkschaftlicher Verband 2 Christlicher Verband Zwittau.... 1 Tschechisch« christliche Gruppe.... 1 Tschechische Nationalsozialisten.... 1 Trotz scharfer und lügenhafter Angriffe der tschechischen Parteien auf die Liste unseres tschechischen Bruderverbande» und der deutschen Zwittauor Christlichen und der„Nazi" auf unsere Gewerkschaft, haben die beiden sreigewrrk- schaftlichen Verbände wieder di« Zweidrittelmehrheit im Zentralbetrieböansschuß der tschechoslo-. watischrn Tabakregie erobert! Das Vermögen der SPD und(ioerlnüs sudeiendeuisdirs Anusoraan. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat kürzlich in der Presse eine Erklärung abgegeben, die sich gegen die albernen Gerüchte Ivcndet, als verfüge die sozialdeinokratische Emigration über Beträge von Millionen Mark. In dieser Erklärung wurden genaue Summen genannt, ans denen Hervorgcht, daß den braunen Räubern leider Millionen in die Hand gefallen sind, von dem liegenden Vcrniögcn ganz abgesehen, das sich die Hunnen angceignet haben. Gegen diese Erklärung des Vorstands der SPD. zieht der„T a g" der Herren Krebs und Karg mit folgender, im Sauhcrdcnton geschriebenen, Polemik los: Wir haben dazu folgende Feststcl- l u n g e n zu machen: Das Vermögen der SPD. ist, soweit cs noch erreichbar war nnd nicht schon ins Ausland abgeschoben wurde, vom Staat, und nicht von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden. Es wird vom Staat aus viel eher zum Nutzen der Arbeiter verwendet werden, als in den Kassen der SPD. und ihren Gewerkschaften. ES würde uns noch mehr eine Aufstellung aller jener Vermögenswerte aus Arbeiterpfennige interessieren, die im Laufe der letzten vierzehn Jahre zur Errichtung von Billen und LuxuSbauten für hervorragende sozialdemokratische Größen Verwendung fanden oder die zur Abfertigung von Konkubinen, Tänzerinnen und Schauspielerinnen und deren Befriedigung dienten. Darüber könnte der schöne Rudi Breitscheid durch das„Prager Tagblatt" der Oeffent- lichkeit sicherlich Ausschluß geben! Weilers vermissen wir jede Mitteilung über jene Werte, die knapp nach der Wohl von Berlin aus flüssig gemacht und abgehoben wur den, um ins Ausland abznflicße». Damals rührte sich der SPD.-Borst a n d nicht,— wer schweigt, gibt zu!— daß nach Prag viele Millionen Mark gebracht worden sind! Man komme uns ja nicht mit der Ausrede, daß die deutschen Sozialdemokraten hierzulande ihre Propaganda aus eigenen Mitteln bestreiten, denn cs steht fest, daß sowohl die Partei als auch ihre Gewerkschaften an Mitglicdcrschwund leiden und somit schwere finanzielle Einbußen erleiden müssen! Die sozialdemokratische Presse bedarf eines jährlichen Zuschusses, der auf Kosten der Gewerkschaften und Konsumvereine geht, außerdem ist die Herausgabe eines eigenen„Neuen Vorwärts" in Karlsbad ebenfalls an das Vorhandcnscin großer Geldmittel gebunden. Wo aber hcrnchmcn und nicht stehlen, wenn der große Schub nicht gewesen wäre? Bliebe den Sozialdemokraten bloß noch die Ausrede, daß sie von jüdischen Kapita- l ist en unterstützt werden. Bei der Verbindung mit dem„Prager Tagblatt" wäre eine solche Ausrede nicht einmal so dumm,— oder d i e R ü st u n g s i n d u st r I e finanziert die sozialdemokratische Partei,— die Skoda-Inserate zeigen es ja ganzseitig auf—, um die„Arbeiterpartei" am Leben zu erhalten, lieber die Moral und die Tonart dieses Ergusses braucht man wohl kein Wort zu verlieren. Es gehört zu den Besonderheiten der neudeutschen Barbarei, den Gegner nicht nur zu töten, sondern ihn vor und nach der tödlichen Prozedur zu besudeln. Es darf einen nicht wun- 81 Die Sache mit Borris Kriminalroman von Grete Hartwig „Sagen Sie meinem Bräutigam, daß ich ihn erwarte," sagte sie kühl,„daß er mir eine letzte Aussprache schuldig ist, gleichgültig, ob er mich noch liebt, oder ob er sich von mir.lossagt." Dr. Horst Künle sah sie scharf an. Er fühlte etwas hinter ihren Worten, etivas, was ihn ganz persönlich anging und das irgendeine Saite in ihm zu disharmonischem Erklingen brachte. „Ich versprach ja bereits, mein Möglichstes zu tun," sagte er zurückhaltend. „Ich weiß, daß Ihnen mein Wohl und Wehr nicht am Herzen liegt. Sie tun Ihre Pflicht als Rechtsanwalt, was darüber hinausgeht, schieben Sic von sich ab. Ich kann Ihnen keinen Vorwurf machen. Was gehe ich Sie auch an? Daß Ihr Vater mit meinem auf der Schulbank saß, verpflichtet Sie ja zu nichts. Bor ein paar Tagen war ich Ihnen ja noch eine Fremde. Sic sind ja der Stärkere. Ich bin ein Opfer. Borris hat mich ins Unglück gestürzt, ein Fremder hat auf meiue Kosten einen Mord begangen, mein Bräutigam hat mich verlassen, mißbrauchen Sie Ihre Kraft auch, ergänzen Sic den Kreis der andern..." Lillian schluchzte wild auf, ihr ganzer Kör- per wurde davon erschüttert. Horst, der sie ein paar Male unterbrechen hatte wollen, erschrak. Er umarmte sie und sprach Trost zu. Lilliail weinte an seiner Schnl- ter leise weiter. „Verzeihen Sie mir," bat sie kleinlaut. „Ich■.. bin... so schrecklich... unglücklich . ich weiß gar nicht... wie das alles ge- Nr. 168. Freitag. 21. Juli 1933. Seite 8 Zehntel der Emigranten sind Sozialdemokraten llUl L UIIUJ uv ll ll|Oil(]|VV|l|Vllllll|UJV|l V III m l<1 II II Illi l- llivil VI Im Saargcbic tZchutcl der Gesamtzahl der Emigranten darstcllt. 8omb6nan8ekI8L6 bei ksäen nukeekIZrt: Richard Wochen seither vergangen sind, düng des Völkcrbundratcs aus r 25jnhrige Adam vcr- Tcr L o r st a n d der 2 o z i a l d e in o- kritischen Partei Deutschlands, Sitz Prag, hat eine Erhebung über die Zahl der deutschen Emigranten im Ausland und ihre Lebcnsverhällnissc eingeleitet. Ucber daS Ergebnis dieser Erhebungen werden folgende vorläufigen Zahlen bekannt: In der T s ch c ch o s l o>v a k c i beträgt die Zahl der Emigranten etwa 3000, davon sind zweihundert sozialdemokratisch organisierte politische Flüchtlinge. Sic haben Deutschland verlassen müssen, weil ihr Leben und ihre Freiheit durch den FasciSmns bedroht waren. Unter den anderen, insbesondere den jüdischen Emigranten, ist der Anlag zur Emigration die Vernichtung der wirtschaftlichen E x i st c»z. Am größten ist die Zahl der Emigranten in Frankreich. Paris und das Elsaß sind die Mittelpunkte der Emigration. Tic genaue Zahl der Emigranten in Frankreich ist noch nicht sest- acstcllt. Doch ist kaum ein Zweifel, daß die Zahl der Emigranten in ganz Frankreich keinesfalls geringer als 30.000 ist. Sic steigt täglich. In Paris befinden sich etwa 100 sozialdemokratisch organisierte Flüchtlinge, aber auch deren Zahl wird täglich größer.£'HHDW Schwere Korsrttdcgfingc In New York Sowohl Wertpapiere wie Warenpreise empllndlidi hetroilen. Konkordat unterzeichnet. 91 o m, 20. Juli. Die Unterzeichnung des Konkordates»wischen dem Hl. Stuhl und dem Deutsche» Reich ist heute erfolgt. Die Verössent- lichnng deö Konkardatstextes wird erst später, voraussichtlich am Samstag, erfolgen. New York, 20. Juli. In den USA. erfolgte Donnerstag ein Stur; der Aktienkurse und Warenpreise, der wohl eine der größten, wenn nicht die größte Baisse darstellt, welche in der Geschichte der Bereinigten Staaten jemals zu verzeichnen war. Wohl offenbar als Folge des Vorgehens des amerikanischen Senators Thomas, der in Telegrammen an die New fjorkcr Fonds-Börse und die Chicagoer Getreidebörse die Möglichkeit in Aussicht stellte, die Börse entweder völlig zu schließen oder unter SlaatSauf- icht zu stellen, niachte sich an den meisten Warenmärkten und an der Wertpapierbörse eine allgemeine Abgabeucigung geltend. Am Das Brester Schandurteil bestätigt. Warschau, 20. Juli. Vom Appcllativnsge- ricf)t wurde heute vormittags das Urteil in dem Prozeß gegen elf ehemalige Führer der oppositionellen Links- und Zcnlrninsparlcien gefällt. Das Appellationsgcricht b c st ä t i g t c das Urteil des Bezirksgerichtes vom Jänner 1932. Auf Grund dieses Urteils tvarcn verurteilt tvorden: Die angeklagten ehemaligen sozialistischen Abgeordneten M a st c k, Dubois, Prager, Ciol- kosz und der Bauernabgcordnete Putck zu je drei Jahren Kerker, der ehemalige Innenminister und Abg. der Polksparlei„Piast" Kicrnik sowie die sozialistischen Abgeordneten Tr. Lieber nl a n n und B a r l i c k i zu je zweieinhalb Jahre», Abgeordneter Baginski z» zwei Iah rcn, der ehemalige Ministerpräsident und Abgeordneter der BolkSpartei„Piast" Witos zu eineinhalb Jahren Kerker. In der Urteilsbegründung nahm das Appel lationsgcricht als erwiesen an, daß die Angeklagten als ehemalige Führer des oppositionellen Links- und Zentrninsblockes eine Verschwörung zum gewallsamcn Sturz der Regierung angc- zeltelt haben. Ans der Arbeher-Tiirn* und Sportbewegung. Tie nächsten großen Faßsallspiele. Die P o l e n s p i c I«, die wegen Paßschwierig- kcilen verschoben werden mußten, sollen nun am 28. und 2b, Oktober slailflnden. In Aussicht genommen iud die Städte Aussig, Komotau oder Karlsbad. Falls ich neuerliche Schwierigkeiten ergeben sollten, sollen di« Ungarn verpslichlet werden. Die Endspiele nm die Bundesmeite rscha st 1933 werden in einer Vorrunde, die am 13. August zwischen dem 5. und 7. Kreis in Aussig ausgetragen wird, und im Schluß spiel am 20. August In Eh od a n zwischen dem Sieger der Vorrunde»nd dem 6. Kreis ausgelrageu. beziffert man die Zahl der Emigranten auf 500; auch dort ist der Anteil der sozialdemokratischen Emigranten nur etwa ein Zehntel. Im Verhältnis zur Größe des Landes dürfte Holland den größten Anteil an der Emigration haben. Tic Zahl der Flüchtlinge wird auf 8000 beziffert. Davon sind rund 800 bis 900 Mitglieder der Sozialdemokratie, weitere 500 Mitglieder des Reichsbanners, bzw. der Freien Gewerkschaften. In der Schweiz wird die Zahl der sozialdemokratischen Emigranten mit cNva 200 angegeben. Tie Zahl der Emigranten überhaupt dürfte dort bei etwa 2000 liegen. Aus England liegen bisher keine allgemeinen Zahlen vor. Die Zahl der sozialdemokratischen Emigranten beträgt nur etwa 12 bis 15. Es gibt jedoch eine nennenswerte jüdische Emigration. IN D ä n c m a r k, S ch w c d c n und N o r- wegen ist die Emigration gering. Insgesamt wird hier mit etwa 60 sozialdemokratischen Emigranten gerechnet. Dasselbe gilt von Spanien und Oesterreich. Bemerkenswert ist, daß überall die Zahl der sozialdemokratischen Emigranten nur etwa ein Nazl-Schfller als Bombcnwcrier. Nazi-Professoren hellen mit Wien, 20. Juli. Tie Serie von Bombenattentaten, die seit Juni im Badener Bezirk verübt wurden und ihren Höhepunkt in dem Anschlag aus die Elektrische Wien-Baden erreichten, sind van den Behörden restlos aufgeklärt worden. Aus einer amtlichen Darstellung geht her, vor, daß alle Anschläge von Nazi auSgeführt wurden nnd daß der unmittelbare Auftrag von den obersten Führer» anSgegangen ist, ja eS sind sogar Beweise dafür vorhanden, daß die Razisiihning in München ihre Hand im Spiel hatte. Die Anstifter der Attentate sind freilich geflohen nnd haben in Deutschland gastliche Unterkunst gesunden. Zu büßen werden nur die unmittelbaren untergeordneten Täter haben, die in Hast sind. Bezeichnend für die Verhältnisse ist wri- terS, daß daS Zentrum dieser Anschläge die Bundcserzichungsanstall in Tralskirchen war, wo Lehrer und Schüler gemeinsam die Bomben vorbereiteten! Als Hauptlälcr des Anschlages gegen die Badener Elektrische wurde seinerzeit der Kame- radschastsführer der Hitlerjugend in Baden, Karl Rahen berge r, verhaftet, der die Tat auch eingcstand. Als seinen Komplizen bezeichnete er seinen Kollegen, den Kameradschaftsfiihrer Gazda anS PerchtoldSdors, der nach Bechern flüchtete. Ein ani 13. d. an die Polizcidirektlon Müuchcii gerichtetes Ansuchen, um Verhaftung Gazdas ist bis heute unbeantwortet geblieben! Acht Sprengkörper wurden von dem Oktavaner Ernst Natter der BundcscrziehnngSan- stalt Traiskirchen geliefert, der„Schulbann- führer" sür Riederosterrcich war. In seinem Besitz wurde ein in München a usge st ell- ter FührerausweiS gefunden. Natter gibt ■' zu, acht Sprengbomben angefcrtlgt zu haben: die I nötigen Sprengstoffe erhielt er durch andere SA» verwendeten von dem ge- Wiener Standartenführer beschafft, der bei allen dunklen stärksten betroffen wurden am Aktienmärkte die sogenannten„Nassen Werte"(d. h. die Aktien von Brauereien und Spritfabriken), die bis 18 Dollar verloren, während von Getreide am mcistcu Roggen gedrückt war, dessen Wert sich am Chicagoer Markte innerhalb der drei letzten Tage um mehr als 35 Prozent verminderte. Bei Mais betrug der Preissturz 23 bis 30 Prozent, bei Hafer etwa 27 Prozent und bei Weizen etwa 2l bis 22 Prozent. Banmwollc, Kaffee und die meisten übrigen Warenmärkte zeigten gleichfalls ungewöhnlich starke Preisrückgänge. Liste der Geächteten. „Führende Marxisten“ dürfen keine Arbeit mehr erhalten.. Ter Leiter des OrgonisationSamleS der Deutschen Arbeitsfront Muchow hat am 26. Juni folgende Verordnung erlassen: „Verschiedene Vorkommnisse in letzter Zeil veranlassen unS, hiemit folgendes anzuordnen: Die ÄerbandSleitrr des GelamtverbandeS der Deutschen Arbeiter reichen mir bis spätestens Ende dieser Woche ein« Liste ein, auf der alle die ehemals führenden Marxisten in den Gewerkschaften ausgesührt sind, um sie auf ein« von mir zu schassende„L i st e der Geächteten" zu sehen. Diese Liste, aus der sich wahrscheinlich einige tausend N amen befinden werden, soll gedruckt»nd den entsprechenden Stellen, wie Arbeitsämtern, Ministerien, Arbeitgeberverbänden usw., also allen den Organisationen, die im direkten Verkehr mit der deutschen Wirtschaft stehen, übermittelt werden, damit diese führen- den Marxisten in keiner Weise mehr Arbeit er halten. Ich leg« den VerbandSleitrrn besonders ans Herz, daß sie ohne salsche Rücksichtnahme und W c i ch h e r z i g k c i t die wirklich üblen Burschen mir namhaft machen. ES sollen lediglich diejenigen ausgenommen werden, die mindere Poste» bekleideten und an sich verführt waren oder unter dem Druck ihrer Oberbonzen standen. Heil Hitler! gez.: M u ch o w." dcrnehmen, wenn die Viererbl und Bob- mann, gelehrige Schüler des Ministers Goebbels, ihre ordinärsten Register ziehen, nm die von ihren Kumpanen im Reich bestohlene und der- folgte SPD zu verhöhnen. Ter Tag der Abrechnung wird kommen— in Deutschland nnd bei uns!— und an diesem Tage wird man den braunen Mördern und ihren Lumpenhunden statt jedes Urteils ihre Schandergüsse aus der Zeit ihrer Herrschaft vorlesen. WaS aber besonders ausfallen muß, ist die Tatsache, daß der„Tag" sich doch wieder einmal, ganz aus der Rolle fallend, die er seit Wochen spielt, als das offiziöse Organ des Dritten Reichs vorstcllt.„W i r haben dazu folgende Feststellungen zu machen..." lv i r s o hat er Feststellungen zu machen, wenn die Hunnen, mit denen er angeblich nicht in Verbindung steht, des Diebstahls bezichtigt werden? Wer beauftragt ihn zu der Berichtigung? Das Vermögen der SPD sei„vom Staat und nicht von den Nationalsozialisten beschlagnahmt" worden. Und Herr Karg ist wohl der A n w a l t, der cr-osfo- Vcrteidigcr dieses Staates, der Arbeitcrgeldcr „beschlagnahmt"? Die SPD ist den deutschen Arbeitern, aber weder deren Mördern noch den hicrländischen Offizialverteidigern der Mördcrbandc Rechenschaft über die Gelder schuldig, die»sie vor den Dicbsklaucn gerettet hat. Leider sind es nicht mehr. Leider sind Millionen den Dieben zur Beute geworden. Aber die Arbeiterschaft wird trotzdem die Mittel aufbringen, Waffen gegen den Hunnenterror zu schmieden. Wenn sich aocr der „Tag" für die Finanzierung von politischen Bewegungen interessiert, dann soll er doch seinen Lesern vorrechnen,>vas die NSDAP von Thyssen b e k o m ni e n hat und was sie jetzt Herren Thyssen zurückcrstattct, der doch nicht umsonst von Hitler zum WirtschastSdiktator ernannt wurde. Es bleibe dahingestellt, welche Brosamen vom Tisch des Thyssen dabei auch für die Hun- nenparteien außerhalb der Grenzen.des Dritten Reiches angesauen sind! Wozu die Einquartirrungspslicht der Ge. meinden ausgcniitzt wird. In P o d c r s a m fand am 10. nnd ll. Juni>933 ein„Wehrlag" statt, der von der„Okrosni selsk» jizda"(Bezirks- Bauernkavallcrie) im Verein mit dem Militärkommando dnrchgefiihrt wurde und sich als eine sür das Publikum bestimmte Festveranstaltung darstellic. Zu dieser Feier waren viele Militär- gagisten eingeladen worden, die, ohne daß die Gemeinde vorher verständigt worden wäre, in den verschieden.'» Hotels nntcrgebracht wurden. Bon der Gemeinde wurde sodann die Bezahlung der Hotelrechnnngen auf Grund des Mililärcin- qnartirriiilgsgeschcs veriangt. Sie hat diese Bezahlung mit Recht abgclehnt. ver MüenvaMsN. Neue Anrufung des Völkerbundes. Man erinnert sich, da ja erst ein paar Wochen seither vergangen sind, jener Entscheidung des Bölkerbundratcs ans die Beschwerde des deutschen Inden Bernheim über den Bruch des ObcrschlcsienvcrtrageS durch die Ausnahmegesetze der Hitlcrregicrung. Der Völkerbundrat bat, entsprechend der Bcschtvcrde, die Feststellung getroffen, daß diese Ausnahmegesetze den international verbürgten Minderheitenschutz im ehemaligen obcrschlesischcn Abstimmungsgebiet verletzen. Ter Vertreter der Hitlcrregicrung versuchte natürlich, wic daS von jeher alle Banditenregierungen getan haben,„untergeordnete Organe"- als die Alleinschuldigcn hinzustellen und er sagte zu, daß seine Regierung in Zukunft die Juden in Deulsch-Oberschlcsien nicht mehr verfolge» werde. Nichtsdestoweniger geht der Judenboykott in ganz Deutschland mit verstärkter Kraft weiter, füdiiche Beamte aller Art fliegen aus dem Dienst, lüdische Aerzte und Rechtsanwälte werden brotlos gemacht, systematisch werden alle Inden vollkommen ruiniert. Und in O b e r s ch l e s i e n selbst schrieb das H i t l e r b l a t t in Glei- w i tz, die Juden müßten auSgcrottet werden, denn sic seien ein Volk von Verbrecher», Teufeln usw. Bon den vcrnazitcn Gewerkschaften sind die Juden ausgeschlossen, jüdische Geschäfte werden gezwungen, ihre züdischcn Angestellten zu entlasten. Alle diese Vorgänge sind jetzt Gegenstand eingehender völkcrrcchtl'cher Prüfung in Besprechungen führender Vertreter jüdischer Organisationen zahlreicher Länder zu Amsterdam, wo ,s,» o-t den Hillcrtcrror Oktober in London abgehal- wird. Herr U n t e r m c y e r, Teleobersten Judenvertretung, in USA., London soeben dahin geäußert, daß generellen Boykottmaßnahmen Ber- die man Das tzOMrige Partel-Jubilaum in Freudenthal. Eine glänzende Kundgebung sür die Sozialdemokratie. Am 15. und 16. Juli l. I. scicrtc die Partei in Freudenthal ihr 60jähriges Äcstandsjubiläum, das mit einem Gautrcfsen der Textilarbeiter verbunden war. Dieses Fest war eine herrliche Kundgebung sür die Sozialdemokratie, ein Aufmarsch des klasscnbewußtcn Proletariats sür seine Forderungen und gegen den Fascismns! Schon die A b e n d s c i c r am Samstag wies eine große Beteiligung aus. Trotz strömendem Regen ließen cs sich die Teilnehmer nicht nehmen, den Fackelzug ins Arbciterheim zu führen. Dort wurde dann die Abendfeier zu Ende geführt und besonders die beiden Jnbilarc, die Genossen Schar- n o w e l l und Jahn, durch Referate nnd ent- tprcchcndc Geschenke geehrt. Am Samstag fand auch eine Kranzniederlegung am Grabe des Genossen Franz Wolf stall, wobei die Sänger den Chor„Ein Sohn des Volkes..." vortrugen und Genosse Lachmann die Ansprache hielt. Der Sonntag brachte Leben in die Stadt. Die Teilnehmer kamen ans allen Orlen mit Rädern, mit Omnibussen, zu Fuß nnd mit der Eisenbahn nach Freudenthal. Den Höhepunkt bildete der F e st z n g und die K undgebung ans dem Hauplplatzc. Daß der„lote Marxismus" f o lebt, halte» die Gegner nicht gedacht. Die Kundgebung wurde durch Musik und Gesang eingeleitcl und nach der Begrüßung durch den Genossen Gabriel erstattete Abg. Genosse H e e g e r das politische Referat. Seine Ausführungen wurden wiederholt durch stürmische Beisallklun.'gedungen nnlcrdrochcn. Stürmisch begrüßt wurden auch die Ausführungen eines reichsdeulschen Genossen. Nach dem Schlußworte des Genossen Fischer entwickelte sich der Festzug, um zu in Arbeiterheim zu marschieren. Das Volksfest wurde leider durch einen mehrere Stunden andanernden Regen vollkommen gestört. Alles zog sich in die Saallokalitäten zurück. Groß und getvaltig war der Eindruck, als d:c Masse» auf dem Hauptplatze anfmarschicrleu, eindrucksvoll tvar die Knndgcbung, an der mehr als 500 0 M e n s ch c n teilnahmen. Die nord- mährisch-schlcsische Arbeiterschaft hat ihre Treue zur Sozialdemokratie aufs neue bewiesen und daS Märchen der Marxistensresser von der sterbenden Sozialdemokratie zerstört. Besonders anfsallend war die große Bcieiligniig der Jugend nnd Falken, die in einem großen Zeltlager kampierten. Alles in allem kann gesagt werden, daß unser« Arbeiterschaft stolz aus ihre Tat sein kann, selbst die beiden Jubilar« stellten fest, daß eine solche Kundgebung in Freudenthal noch nicht zu verzeichnen war. Führer, unter denen sich zwei Lehrer besin- den. In die Affäre sind eine ganze Reihe wei- lewi Mittelschüler aus Traiskirchen und einige Al ä d ch e n aus Bade» vcrtvickrlt, die dem nationalsozialistischen„Bund deutscher Mädchen" angchörle». Fünf weitere Bomben wurden von einem gewissen Karl Zaiscr hcrgcstellt; von diesen fanden drei Verwendung, während die restlichen zwei Bomben in einem Gesträuch aufgcsundcn werden konnten. Von den acht Bomben Rätters fanden vier Verwendung: die restlichen vier Sprengdosen wurden, als die Sach« brenzlich wurde, von den» Professor der Anstalt Dr. Otto Pommer gemeinsam mit einem Septimaner in der Nacht znsamme» mit verschiedenen Schristenmaterial im Park der Anstalt vergraben. Außer Dr. Pommer wurde noch ein zweites Mitglied des Lehrkörpers, d Probclchrcr nnd SA Führer Dr. haftet. Tie zur Bombcnfabrikation acht Kilo A m ni o» i t wurden' flüchteten Kaaserer... Affären im Wiener Braunen Haus eine Rolle zu spielen pflegt. Er war unmittelbar der Münchener Führung der SA unterstellt. Nach glaubwürdige» Angaben eines der Verhafteten war Kaaserer im Juni in Deutschland nnd hat dort den Auftrag zur Durch- sührirng von Terroraktionen in Niedcröftcr- reich erhalten! Bei einer Führcrschulung in Leobcrsdorf gab er den Auftrag an die dort versammelte» SA-Leute weiter. Kaaserer ist also der eigentliche Anstifter aller seit Ende Juni im Südbahngebiet verübten Sprcngstoffanschläge! man den Weltkongreß gegen vorbereitet, der im Oktober ii ten werden gierter der Hal sich in alle diese lctzungcn des Völkerrechts darstellcn, vor den Völkerbund bringen müsse. Nun bat zwar das Deutsche Reich den Min» dcrhcitcu-Schntzvertrag von 1919 nicht unterzeichnen müssen nnd daraus stützt sich jetzt die Mördcr-Brandstiftcrbandc, die Deutschland beherrscht. Aber Tatsache ist auch, daß die damalige deutsche Reichsregieruug die feierliche Erklärung zu Protokoll gegeben hat, wenn sic auch nicht zur Unterzeichnung deS Minder- Heiken- Schutzvertragcs cingeladcn worden sei, so werde sic sich doch ans das Genaueste an seine Gebote halten, dir Min- derheitvölkrr in Deutschland in kcinerWeisc zu benachteiligen, ihnen volle Rechtsgleichheit zu gewähren nnd alle ihre nationalen Kultur not Wendigkeiten erfüllen. Aus Grund dieser Erklärung dürfte der Versuch gemacht werden, den als privat getarnten amtlichen ncudcutschen Vcrnichtnngsooykotl gegen die deutschen Juden vvr den Völkerbund zu bringen. So würde die schon sehr wirksame praktische Gegenmaßnahme des WeltboykottS gegen hitlerdcutschc Waren noch rechtlich ergänz! werden. vlc zahl der ans Dcutsdiland GcilOditcten rm Seite 4 Freitag, 21. Juli 1933. fit. 168. Poft oiil-em Weg nach Alaska. T agesneuigkeifen Rumänischer Zua von Banditen überfallen. Bukarest, 20. Juli. Gestern abends kam es in dem Zuge Ploesti—Kronstadt stoischen den den Zuq begleitenden Polizeibeamten und Banditen, welche die Reisenden überfallen hatten, zu einem Feuergefecht. Dabei wurde einer der Räuber, die über die Tücher der Wagen zu fliehen versuchten, erschossen. Seine Leiche wurde spater aus dem Geleise in der Nähe von Cormarnie gefunden. Die übrigen Verbrecher sind entkommen. Der Reisenden hatte sich eine ungeheure Panik bemächtigt. 6000 reichsdeutiche Aerzte arbeitslos! Berlin, 18. Juli.(Jnpreß.) Etwa 6000 Aerzte sind, sei cs ihrer A b st a m in u n g wegen, sei es aus politischen Gründen in Deutschland arbeitslos geworden. Flüchtlingsbeim Königsaal. Emigrantenarbeit. Das Hotel R i h in K ö n i g s a a l(Zbraslav) sowie eine dazugehörige Billa sind von ihrem Besitzer, dem Kapitän Emanuel Voska, durch Vermittlung der tschechischen sozialdemokratischen Partei deutschen sozialdemokratischen Flüchtlingen zur Verfügung gestellt worden. Zehn reichsdeutsche Genossen sind bereits Gäste in dem neuen Heim und bereiten durch gemeinsame Arbeit die Unterbringung weiterer Emigranten vor. Insgesamt können dort gegebenenfalls bis 50 Flüchtlinge ein Heim finden. Die Organisation ist auf Selbsthilfe aufgcbaut, alle notwendigen Einrich» tungs- und Jnstandhaltungsarbcitcn werden von den Insassen geleistet. Selbstverständlich wird auch für die Besorgung unerläßlich nottvcndiger Facharbcilcn, wie Schuhrrparalurcn usw., Vorsorge getroffen werden. Frauen werden in der Küche und beim Wäschewaschen tätig sein. Ter Betrieb eines solchen Heimes erfordert bei aller Selbsthilfe doch auch nicht unbeträchtliche Geldmittel, die man durch Sammlungen aufzubringcn hofft. Elf Kinder und ein Priester ertrunken. Pari», 20. Juli. Im Departement Loire t in der Näh« von Bourges hat sich ein schweres Unglück ereignet. Fünfzehn Kinder einer Ferienkolonie unternahmen unter Führung eines Priesters eine Kahnfahrt. Infolge des UebergewichteS kippte der Kahn mitten auf dem Teiche um. Nur vier Kinder konnten sich durch Schwimmen retten. Die ürigen e l f sowie der Priester kamen in den Wellen um. Wir haben ihn gesehen! In die Redaktion des„Sozialdemokrat" kam gestern ein mit Weib und Kind aus Deutschland geflüchteter Genosse; ein Arbeiter, dessen Verbrechen darin besteht, daß er Funktionär einer sozialdemokratischen Jugendgruppe war, und der jetzt seine Rettung dem Umstand verdankt, daß er, seit seiner Kindheit in Deutschland lebend, in der Tschechoslowakei heimatsberechtigt geblieben ist. Also kam er über die Grenze; entronnen der Hölle von Köpenick, in der er damals, in jener Nacht, die zwanzig Genossen niit ihrem Leben bezahlten, Opfer der untertierischen Schreckgestalten wurde, aber immerhin zu den Glücklichen zählte, die mit dem Leben davonkamcn. Wir haben ihn g e» sehe n; ihn, diesen zermarterten Körper! Jetzt, nach vier Wochen, ist das Gesäß dieses Genossen noch eine blutrote, wie hautlose Masse, mit verklebten Wunden; der emsctzliche Anblick genügt, um die noch grauenvollere Vorstellung eines zu Fetzen geprügelten Hinterteils zu geben, in dessen klaffende Wunden die Scheusale des Herrn Hitler tveiter schlugen, bis zur Bewußtlosigkeit des namenlos Gequälten. W i r haben ihn gesehen— und wir werden diesen Anblick nie vergessen. Scheußlicher denn je enthüllte sich uns die Vision eines Reiches, mit dem verglichen alle Ucberlieferungen aus Sklavenzeitaltern, aus asiatischen Barbarismen, aus kolonialen Schrecknissen, aus Folterkammern amerikanischer Zuchthäuser zu verblassen scheinen. Um der G e s i n n u n g willen werden draußen anständige Menschen gemordet oder also körperlich drangsaliert, wie es unter Halbzivilisierten kaum einem Tiere geschieht. Wir leugnen nicht, daß wir uns Heini Anblick dieses Arbeiters ein paar von den Hitlerosadisten unter die Fäuste wünschten! Wir leugnen nicht, daß uns hier jede mögliche Vergeltung humaner Art als ungenügend erschien! Aber welche Rache immer da geübt werden soll— es ist ein weiter Weg bis dahin. Und das Ziel ist nur zu erreichen, wenn der Pestkordon um das blutbranne Land immer dichter und fester gezogen wird. Wir haben ihn gesehen— und wir werden nun erst recht im Kampfe gegen den Hitlerfascismus und in der Abwehr des Mittelalters, nein der barbarischen Vorzeit von unserem eigenen Land nicht erlahmen! Moskau, 20. Juli. Der amerikanische Wellflieger Poft ist um 5.38 Uhr Ortszeit von Choba- rowst nach Nome in Alaska gestartet. Dor seinem Start gab er einem Vertreter der Telegraphen-Agentur der Sowjetunion in Chabarowsk ein Interview: Wenn ich, so erklärte Post, hier in Chabarowsk nicht auf besseres Wetter gewartet habe, sondern trotz den verhältnismäßig ungünstigen Berichten der meteorologischen Sta- tioncn schon heute starte, so tue ich das deshalb, weil ich. mir zum Ziele gesetzt Hobe, meinen früheren Rekord um mindestens 24 Stunden herab zudrücken. Leider ist mir mein Schönwetter. Unter dem Einfluß eines ausgedehnten flachen Hochdruckgebietes herrscht nunmehr in ganz Mittel, und Westeuropa schönes, ruhiges Wetter. Die Temperaturen stiegen Mittwoch an verschiedenen Stellen Böhmens über 25 Grad Celsius und erreichten innerhalb der Republik ihren Höchststand in der Südwcst-Slo- wakci mit 27 bis 29 Grad Celsius, in Südfrank- rcich wurden 80 bis 31 Grad Celsius verzeichnet. Die gleichförmige Druckvcrteilung dürfte später das Entstehen lokaler Gewitterstörungen begünstigen, di« allgemeine Wetterlage ist jedoch noch immer günstig. Wahrscheinliches Detter heute: Im ganzen schön, sehr warm, ruhig. Später vereinzelt Gewitterneigung. Fieberhafte Suche nach dem Senohraber Mörder. Ter Mörder der 17jährigen Zdenko Kaldova, die, wie wir gestern berichteten, DienSlag früh in einem Walde bei Scnohrab von ihrem Geliebten, dem 24jährigen Schlosser Bavra, erschaffen wurde, konnte noch nicht verhaftet werden, obwohl ihn fünfzig Gendarmen in der ganzen Umgebung suchen. Ter eingesetzte Polizeihund verlor bald die Spur, weil inzwischen zu viele neugierige Zuschauer am Tatort ein- getroffen waren, die die Spuren verwifchien. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich Bavra nach Prag gewendet hat, wo er viele Bekanirte hü. Die Gendarmerie rechnet ober auch mit der Möglichkeit eines Selbstmordes. Di« Sabbath-Hriliger vom Hakenkreuz. Der „Rrichsverband deutscher Schuhhändler" veröffentlicht in seinem Verbandsorgan„Schuh und Leder" die Anträge zu seinem in Kürze stattsindcndcn Erfurter Brr- bandstog. Unter den Anträgen der Schuhhändler, die meist göbbelnd antisemitischen Charakter tragen, schon um den derzeitigen Machthabern zu gefallen, findet sich einer, der die spicßbürgcr- lich-keifcndc Drcckgcsinnung unübertrefflich klar aufzcigt. Es ist der Antrag Nr. 17, in dem es heißt: „Mit Rücksicht"auf die Einhaltung der Feiertage in gegenseitiger Selbstachtung ist zu betreiben, daß jüdische Geschäft« und deren Inhaber wie auch das Personal Zeit zu ihren Rcligio nsübungen haben dergestalt, daß alle jüdischen Geschäfte von Freitag Abend biSSonnabendSonnenuntergang ihre Geschäftübetricbegeschiossen halten..." Die Pogrom-Antisemiten rufen nach diktaturstaatlichen Eingriffen zur Hebung der jüdischen Religiosität! Tas ganze aber ist nicht daS kuriose Bonmot eines Hundstags- Witzbolds, sondern ein unsagbar schmieriger Fußtritt gegen die auch ohnedies schon im Verenden begriffene frcmdraffige Konkurrenz. So sieht der „Aufbruch der Nation" in der Abteilung„Schuh und Leder" aus! Di« Kaiserbild-„Revolutioniire"! Der preußische Inne n m i n i st c r hat dieser Tage in einem Rundschreiben angcordnct, daß in den staatlichen Gebäuden und Amtsräumen wieder die alten Kaiser- und Königs- bilder der Hohenzollernacra, die in den Novembcrtagen von 1918 verschwunden sind, aufgchängt werden sollen. Fehlt nur noch W i l< h c l ni Lehmann anS Doorn persönlich und das Familicnbild ist komplett! Aber da sage noch einer, daß die März-„Rcvolutionärr" von 1933 kein neues Deutschland aus der Taufe gehoben hätten! Sich selbst im Scherz«rschoffen. Ter 23jäh- rige Chauffeur Josef Hoher aus Karlsbad fuhr Mittwoch seinen Arbeitgeber und eine Jagdgesellschaft in das Revier Wölfling bei Neu« dek. Hoyer hätte sich ein kleineres Flobertgewehr mitgenommen, um damit während der Wartezeit nach Vögeln und kleineren Tieren zu schießen. Als an der Wartcstelle einige Leute mit einem Wagen vorbeifuhren, legt« Hoyer zum Scherz das Gewehr gegen sich selbst an. Dieses entlud sich plötzlich und Hoyer sank tot zu Boden. Blutiger Entführungsversuch. In Philadelphia versuchten Verbrecher, Frank McClathh, den Bruder und Geschäststeilhaber des Millionärs John McClathh, zu entführen. Er leistete Widerstand und wurde durch einen Schuß schwer verletzt. Das Bundeslied. Der gleichgeschaltete „Stahlhelm" hat, um seine Anhänglichkeit an das neue Regime in Deutschland zu bekunden, das „Ehrhardt-Lied" zum ossiziellen Bundeslied erhoben. Hier eine Strophe aus dem neuen Bundeslied:„Arbeiter, ihr Hunde! Wie wirds euch ergehn, wenn ihr die Brigade Ehrhardt werdet sehn. Die Brigade Ehrhardt schlägt alles kurz und klein. Wehe dir, ja wehe dir, du Arbeiterschwein!" „Mein Kampf" für Hitlers Tasche,' Wl t lesen in der„Arbeiter-Zeitung": Als Hitler Reichskanzler wurde, ließ er ausposaunen, daß er groß, mutig auf fein Gehalt verzichte und sich mit-en urspünglichcr Plan, den Wcltrundflug in vier Tagen durchzuführen, nicht gelungen. Daü dürst« vor allem auch auf die außerordentlich schlechte Wetterlage während des Fluge- von Berlin nach Chabarowsk zuvückzuführen sein. Am Schluß des Interviews gab Post der Hoffnung Ausdruck, in 16 Stunden den Flug nach Nome durchführen zu können. * Seattle, 20. Juli. Der Weltslieger Post hat Rome(Alaska) um 7.30 Uhr morgen- örtlicher Zeit überflogen. E.nnohnicn aus dem Münchener Naziverlag begnüge, in dem unter anderem sein Buch„Mein Kampf" erschienen ist. Zu den ersten Maßregeln der zur Macht gekommenen Nazi gehörte dann die „Säuberung" der öffentlichen Bibliotheken und die Ersetzung der verfemten Bücher durch Produkte der nationalsozialistisäzen Parteiverlags, in erster Linie natürlich durch das Buch des „Führers". Man kann sich vorstellen, wie da Hitlers Geschäft florierte und daß er in kurzer Zeit eine Summe einstreifte, die ein Vielfaches de^. normalen Jahreseinkommens eine- ReichStauzscrs ausmachte. Aber nachdem olle Bibliotheken mit Naziliteratur versorgt waren, mußte diese Geldquelle versiegen. Diesem Ucbelstand hilft nun ein Erlaß ab, in dem der preußische Ministerpräsident Göring olle Behördcniciter beauftragt, dafür zu sorgen, daß jedem Beamten die wichtigsten Seiten des nationalsozialistischen Schrifttums in ausreichendem Maße zugänglich gemocht werden. Wörtlich heißt cs in dem Erlaß: Auf daS Buch des Führers„Mein Kampf" weise ich besonders hin. Ich erwarte, daß alle Behördenbüchereien der A n f ch a f s b n g des nationalsozialistischen Schrifttums und seiner Verbreitung unter der Beamtenschaft besonderes Augenmerk zuwendcn. Ten Behördenleitxrn mache ich zur Pflicht, auch persönlich auskläreud und belehrend aus die Beamtenschaft in diesem Sinne einzuwirken und sich bei Gelegenheit d a- von zu überzeugen, daß den Beamten das wesentliche Gedankengut der Bewegung nicht mehr fremd geblieben ist. Ein neuer Geldstrom in Hitlers Tasche ist also eröffnet, und wenn auch er spärlicher fließt, wird schon Hitler oder Göring oder Göbbels wieder was Neues cinfollen! Der Reichsverband der„nicht rein Raffigen". Im Lande der gleichgeschaltetcn Untertanen sucht, cm betrübliches Symptom menschlicher Charakterschwäche, einer iwm andern den Rang int Bauchrutjchcn abzulaufen. Jetzt hat sich ein„RcichSverbond deutscher Staatsbürger nichtarischer Ab st am- mung und nicht re in arischer Ab- stamm ung" gebildet. Die Mitglieder dieser samosen Bereinigung stehen im herkulischen Kampf mit ihren höchst subversiven Großmüttern und versichern mit vor Ergebenheit zitternden Stimmen, daß sie national, gleichgeschaltet und schließlich auch— antisemitisch bis aus die Knochen seien. Eine besondere Spezialität des„Dritten Reiches" ist es, all« niederen Triebe im Individuum zu noch ni« erlebter Blüte zu bringen. Kundendienst der österreichischen Bundesbahnen. Die österreichischen Bundesbahnen haben vor zwei Jahren Sprachkurse sür di« Zugsführer eingesührt. Nunmehr gibt es bereits genug fprachcnkundiges Personal, so daß künstig auf den nach Norden führenden Linien dcS Tschechischen und des Polnischen, in den Zügen der Ostbahn des Ungarischen kundige Kondukteure und in den Zügen der Wcstbahn sowie der Südbahn Personal, daS französisch, englisch und italienisch spricht, den Dienst versehen werden. Tod im Laboratorium. Im Laboratorium der Dessauer Zuckerfabrik entstanden aus noch nicht bekannter Ursache giftig« Gase, die den im Laboratorium arbeitenden Chemiker Doktor Bremer töteten. Völkrrbundtommission dn Gran Chaco.Gebiet. Ter Ausschuß des Böltcrbundrates, der sich mit dem Konflikt zwischen Bolivien und Paraguay besaßt, hat die endgültige Zusammensetzung der an Ort und Stelle einzusetzcnden Bölkcrbundkommission vorgenommen. Diese Kommission hat nicht nur das Mandat, die Verhältnisse im Chaco-Gebiet einer genauen Prüfung zu unterziehen, sondern sic soll durch Verhandlungen mit den Regierungen ein Schicdsabkommen vorbereiten, falls nicht unterdessen der Genfer Ausschuß zu einer Einigung kommt. Der Pleitegeier in Bayreuth. In Besprechung des In Vorbereitung stehenden Zyklus der Wagner- sestspiele in Bayreuth teilt der Berliner„Tag" mit, daß sich daS Ausland Heuer zu den Wagncrfefffpielen „sehr zurückhaltend" verhält. Frau Winni- fried Wagner habe mitgeteist, daß zahlreiche vorausgezahlte Karten aus Oesterreich und aus der Tschechoslowakei zurückgeschickt wurden, was der Theatcrleitung viel Arbeit verursachte. Auch die Amerikaiier und Engländer zögern zu kommen, waS Frau Wagner ihren geschwächten Valuten zuschreibt. Aus diesem Grunde wurden auch die Eintrittspreise für einige Vorstellungen herabgesetzt. Richard Strauß, der den„Parzisal" dirigieren wird, hat auf alle Honoraransprüchc im Jntercffc des Bayreuther Theaters verzichtet. Offensichtlich rechnen Wlllkommgrub den Roten Fallen im Zeltlager im Altvater-Beblrye. Euch Roten Falken, Arbeiterkinder, Jungens und MädelS, die ihr heute in das rote Zeltlager am Fuße des Alchtvatergebirges cinzicht, unser Gruß! Es grüßen Euch Väter und Mütter, Arbeitereltern, die große Kampfgemeinschaft des Proletariats, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei! In einem Augenblick, da fast überall in der Welt daS bürgerliche Staatssystcm vor dem Zusammenbruche steht, errichtet Ihr draußen aus einem schönen Fleckchen Erde Euere Kindcrrcpu- blik. Es soll ein Gemeinwesen sein, wo nicht Profitgier und Unterdrückung herrschen, sondern Solidarität und Freiheit! Eö soll ein Gemeinwesen sein, wie Ihr cS in Zukunft auf der gan- zcn Erde errichten wollt— die sozialistische Gesellschaft! So wie cs Euch im Kleinen im Tcßtale draußen gelingt, so wird es Euch dereinst im Großen gelingen, sozialistische Ordnung zu schaf fen, wenn Ihr zusammensteht und ziclbcwußt um das große Ideal kämpft. So soll cs in Euerer Kindcrrcpublik sein, daß Ihr eS so machen könnt, wie Ihr cs hoben wollt. Ein wahrhaft demokratisches Staatswesen soll es sein, jeder die gleichen Rechte, jeder die gleichen Pflichten! Für jeden wird in gleicher Weise gesorgt. Jeder kann mitratcn, jeder kann mithclfcn! Bei Euerem Tun sei stets des Verses jenes Liedes eingedenk, das Ihr gor oft gesungen: W i r sind daS Bauvolk der kommenden Welt, W i r sind der Sämann, die Saat und das Feld. W i r sind die Schnitter der kommenden Mahd, W i r sind die Zukunft und wir sind die Tot! WWWWWWWVWWMMMMMAM also die Bayreuther Festspiele mit einem schlechte» finanziellen Ergebnis des diesjährigen Wagnerzyklus. — Dabei hat die bayrische Regierung die Festspiele schon indirekt dadurch fiibvcntionicrt, daß sic Tausende von Karlen ankaufte und umsonst an Nazis verteilen ließ; daS scheint aber noch immer viel zu wenig zu sein, um den riesigen Aussall an Fremden wcttzumachcn, der natürlich zum allergrößten Teil auf deren Abscheu vor dem neuen Deutschland des Hitlerterrors zurückzusührcn ist. Ein« ganze Banernsamilie vergiftet. In dem italienischen Orte Ficarra bei Messina haben unbekannte Toter sechs Mitglieder einer Banernsamilie vergiftet, indem sie den Speisen ein Gift beimengten Bier von ihnen ringen im Krankenhaus mit dein,^ Tode. 120 Jahre'? In Lemberg starb die älteste>-> Einwohnerin der Stadt und zweifellos auch ganz Polens, Frau Antonia Keller, die ein Allee von 120 Jahren erreichte. Deutsche sozialdemokratische Emigranten benötigen für die Einrichtung eines Heimes dringend gebrauchte Werkzeuge und 8lnrichtungsgegenst8nde. Wer kann helfen und von den nachstehend angeführten Gegenständen etwas unentgeltlich abgeben? Wir Venötigrn vor allem: Decken, Matratzen, Bettstellen, Klcidcrschränke, eine Hobelbank, Hobel, Stemmeisen, Pinsel, Farbe, Holz, einen Kessel für ein Waschhaus(cventl. Waschmaschine), einen Schraubstock, einen Satz Schraubenschlüssel, Hammer, große und kleine Schraubenzieher, Meiscl, Kncifcrzangc, Brcuncrzangc, Rohrzange, Kom- binationsschlüsscl, Borfeile, Schlichtfcilc, Oclkannc, Putzlappen, Schrauben und Nägel, Bügeleisen (falls elektrisch 250 Bolt!), Werkzeuge für Schuhbesohlung, Kleiderbügel, Kleider- und Schuhbürsten, Wäscheleinen, Wäscheklammern, Küchenwaage mit Gewichten, Nähmaschine, Küchen- und Zinnnerhandtüchcr, Weckeruhren, gebrauchte Kleidungsstücke, gebrauchte Haus- und Straßcnschuhc, Hausapotheke, Verbandsstoffe, Haarschneidemaschine mit verschiedenen Einsätzen usw. Mitteilungen bitte an S. P. D--Flücht- lingShilfe, Prag n., Smevky 27, IIT. Etage, linke Stiege(Verein deutscher Arbeiter), Telephon 27727. Von 9 bis 12 und 2 bis 5 Uhr können cventl. auch einzelne Gegenständ« dort abgegeben werden. Vom Rundhink Empfehlenswertes aus den Programmen. EamStag: Prag: 11.00 Schallplatkcn. 12.80 Mittagskonzcrt. 17.15 Schallplatten. 18.80 Deutsche Sendung. l'J.lO Volksliedcrstunde, 20.40 Bunter Abend.-• Brünn: 10.10 Bormittagskonzcrt. 17.55 Durch Mähren zu Fuß. 18.25 Deutsche Sendung: Man- bolinenorchester. 19.30 Konzert. 22.00 Leichte Musik. • Wien: 15.45 Mandolinenorchcster. 17.05 Blasmusik. 19.20 Klavicrvorträge. 21.00 Aus Operetten von Johann Strauß.— Frankfurt: 15.80 Stunde der Jugend.— Heilsberg: 20.00 Aus„DcS Knaben Wundcrhorn."— Mühlacker:, 16.30 Stunde des Chorgcsanges.— Leipzig: 17.10 Stunde der Jugendlichen. 20.00 Die tanzende Well«, Wr. 168. Seift 6 Freitag, 21. JuN 1SSS. Der Ltndrnt im Dritte» NM. Die Wahrheit über die Militarifierung der deutschen gasend. „Königreich Rurltanta" auf der Weliwiri« schaftSkonferenj. Unter den Telegicrtcn und Jour- „allsten der Londoner WeltwirtschastSkonsercnz er- > regte er heut« große Heiterkeit, als sie unter ihre» amtlichen Konsercnzpapieren maschinengeschriebene Tülumente sanden, die Resolutionen enthielte» und ganz den sonstigen- amtlichen Dokumenten ähnelten, die aber von der Delegation eines singierten K ö- nigrcicheS Ruritania unterzeichnet waren. Der Autor des Scherzes ist nicht bekannt, seine Tat hat jedoch unter den Anwesenden große Heiterkeit hervorgerufen. Der Karlsbader Polizei gelang, es am Donnerstag kurz vor der Abfahrt des Schnellzuges Karlsbad—Warschau drei Taschendiebe auf frischer Tat zu ertappen und scstznnehmcn. ES handelt sich um den bekannte» i nicrnationalen Taschendieb Salomon Lander ans Krakau sowie uni zwei weitere Taschendiebe, die gleichfalls aus Polen staninicn. Auto und Straßenbahn. In der Mittwoch'Jiarbt stieß in Köln ein großes mit Obst beladenes Lastauto mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Tas Auto wurde vollkommen zertrünmiert. Der W a- genlenker war sosort tot, eine neben rhm sitzende Frau st a rb kurz nach der Eiuliesernny ins Krankenhaus. Von den Straßenbahn-Fahrgästen wurde eine Person schwer und sechs leichter verletzt. Tod im Sturm. Die Macht der litauischen 8ee- Skaiiis, die vom Mcmeler Hafen ans nach Liebau in See gestochen war, wurde kurz nach der Ausfahrt vom Sturm an einen Felsen geschleudert und scheiterte. Von den die Besatzung bildenden 11 Skauts kamen drei ums Leben, während das Tchi'l zertrümmert wurde. Lord Vurnham, der ehemalige Besitzer des großen englischen Blattes„Daily Telegraph" ist in der Mittwoch-Nacht in London gestorben. Lord Burn- ham war Präsident der Internationalen Arbei tikonferenz in lÄenf in den Jahren Ml, M2 und 1926. «VIAUWMMWVWVVW'M/VMMiWVM Fest im Walde. Grün und bla»» und rot. Grün des WaldcS, Blau der Hentdcn, Rot der Wimpel und Jahnen. Aber noch ehe dem Auge Rot und Blau leuchten, dringt ans Ohr wie Quellgeplätschcr Gewirr frischer Stimmen, lockt Helles Kinderlachen. Rascher wird der Schritt. Heute ist Besuchstag, heute müssen wir nicht vorübcrwan- dcrn an unseren Freunden und ihren» Sommer heim, heute dürfe»» wir ihre Gäste sein, Gäste der Kinder! Wcißgrau schimmert eS durch den Wald. Tic großen Zelte, in denen hundertfünfnndsicbzig Arbeiterkinder wohnen. U»»d nun. sehe»» wir auch schon die große rote Fahttc— neben den Zelten di« Wimpel— und vor den Zelten Gruppen von Kindern und huschend von Zelt zu Zelt Kinder. Kiirder in blauen.Hemden, mit rote»» HalS- lüchcr». Das Zeltlager der Roten Falken aus dem Gelände der Arbeiterfürsorge, neben deren neuem Erholungsheim. Zeltlager am Hi r schbcrger See. Ein schönerer Platz ist im Lande kaum zu finden. Zwische»» hohen Eichen, vor Sonnenglut geschützt durch ihre Wipfel, stehen die fünfzehn Zelte. Im weiten» Kreis, einen Platz umsqlic- ßend, der den Versammlungen und den Dcr- anstaltungen dient. Aber der Besucher darf nicht einfach vom Wege aus einem der Zelte zueilcn. Ein Drahtseil, von Baun» zu Baum geschlungen, umspannt das Lager. Eine beschriebene Tafel, die an ztvei Bäumen befestigt ist, bildet den Torbogen, das Seil, das die Lagerwache vor dein Eintretcndcn sinken läßt, bildet das Tor, durch das allein der Zugang ins Lager gestattet ist. Hc»»tc dürfen cü wohl alle durchschreiten, die ihre junge»» Freunde besuche»» wollen. An den Wochentagen ist Fren»dcn der Zutritt versagt. Falken dürfen aber auch nicht nach Beliebe»» auS- u»»d einfliegen! Sie müsse»» Passagierschcine haben. Streng ist die Disziplin im Lager. Aber sie ist freiwillige Disziplin. Die Belvohner des Zeltlagers bilden eine kleine Republik. Heute sind viele Erwachsene im Lager. Väter und Mütter, die ihre Ki»»der besuchen. Sie sitze»» bei den Kindern vor den Zelte»«, sie lagern mit ihr»«»» auf der großen Wiese zwischen Wald und See. Sie lassen sich von den Kinder»» dirrch das Lager geleiten, und stolz zeigen die Kleinen, wie schon alles ist: die großen Zelte, in denci«, auf Brcttcrunterlagen, die Strohsäckc liegen,— die Ordnung in den Zelten,— die einfach gezimmerten Tische und Bänke,— die Gestelle für das Geschirr. Und die Tafeln vor den Zelten, die die Namen zeigen, die von den Kinder»» den luftigen Wohnunge»« gegeben wurden: „Freundschaft!",„Gablunzer Ware",„Prager Rollmöpse",„Die Dschungeljäger"(die Dschungel sind nicht eine Erfindung der Kinder! Herrliches Dschnngelland ist der breite Schilfstrcifcn vor dem See. Aber— die Jäger dürfen ihn, leider,»richt abenteuerlüster»» durchstreife»«) und „Rote Pudel". Die Lia men der Zelte sagen, woher die Kinder stan»»nen: aus den Gaue»» Bodenbach und Reichenberg-Gablouz und aus Prag. Es gibt also nrancherlei Mundarten i»» dieser Kindcrrepublik, und nianchmal lacht ein Krochwitzer über einen Prager und ein Reichenberger über einen Bodenbacher, weil der andere so seltsam spricht, aber es gibt keine StamincS- zwistigkcitcn. Vor einer. Woche haben die Kinder einander zum ersten Male gesehen, zun» ersten Der nachgcdrilcktc Brief gelangte auf Uintvegeii ans dem Hitler Deutschland an einen nach Schweden geflüchteten deutschen Sozialisten. Der Bricfschrciber ist ein 19jäh- rigcr junger Student, dessen sozialistische Uebcrzcugnng der Diktatur standgehalten hat. In ungeschminkter Sachlichkeit schildert er . erlebnisecht die„neue. Militarisierung der Jugend in- Deutschland. Für die deutsche„geheime Staatspolizei", die diesen Bericht vielleicht lesen»vird, sei hin- zngcfngt, daß der junge Student kein Jude, sondern ein reinrassiger blonder Arier ist. „Diese kurze Zeitpause hat geläutert." „Ich freue»nich aufrichtig, daß es Ihnen gelungen ist, nach Schtvedcn z»» kommen. Inzwischen tvarten wir hier auf unsre Zeit, warten darauf, dah»vir auch äußerlich und in jeder Beziehung wieder wirkliche Menschen fei»» dürfen. Richt alle»vartei» so tatenlos»vic ich, ick weiß, daß das Reue, das»vir»vünschen, da»st und tvächst. Vielleicht haben»vir nie so klar gewußt, »vas»vir»volle»»,»vie jetzt— diese kurze Zeit- spanne hat geläutert, alle Geschehnisse haben daran»nitarholfei», und ich glaube fest, daß sich unsere Aufgaben noch viel klarer und sichtbarer kristallisiere»»verdcn." „Mr müssen bedingungslos gehorchen." „Ailgenblicklich werden wir herabae- >v ürd igt z»» einem«rationaler» Etwas, gerade»vir Studentei«. Wir müsse»» beding»»»»g S l o S g c h o r ch r n, eS gibt kei»» „Warum"»»»ehr. Wir sollen Nicht zweifeln, so sagte p»an uns, auch nicht frage», sondern nur glauben. Wer nicht glaubt, hat kei»» Recht an» Staat." Wehrsport, SA. und Reichswehr. „Jeder Student in» 1. und 2. Studicnhalb- jahr»vird gezwungen, vier volle Wehrsporttage mitzumachcn, außerdem jeden Donnerstag zwei Stunden thcorctifchen Dienst. Die Wehrsportkurse werden von SA-Führern geleitet, die durchweg bei der Reichswehr ausgebildet worden sind,»vie sie uns selbst erzählten. Ueberbaupt ist eS so, daß SA.-Abteilnngen mit der ReichSwchr zusammen ausgebildet werden." 11 Stunden ohne Essen, Strafexerzieren und Waffendienst. „Ter Dienst geht so vor sich: Wir rücken UM 12 Uhr vom Potsdamerbahnhos ab.»»ach Zolle»» (Militärlager). Dort ohne Mittagspause..®c« ländedicnst b»S«m SA Uhr. Wir find in Hundertschaften cingetcilt. Es ist wie bei»»» Kommiß: »ver nicht schnell genng»nacht oder falsch, muß slrafcxcrzicrei». Der erste AnSinarsch»var für alle eine große Quälerei, weil die meisten 11 Stunden nichts gegessen hatten. Wir hatten doch keine Ahnnng, daß»vir ohne Pause gleich antrcten mußte»». Bisher habe»»»vir mehr auf de»»» Bauch gelcge»» und im Sand als auf den Füßen normal gestanden. In den nächstci» Tagen konlmt Waffendienst heran." Male miteinander gesprochen. Aber da das erste Wort, das sie einander zuricfen, das sie von einander hörten, der Gruß„Freundschaft!" war, mußte von» ersten Augenblick an Verstehen sie z»»sammenschlicßen... Schon früher fiel Q»»äken und Tirilieren auf, nicht ganz»vohltönendc« Probe»» ehrgeiziger Mitglieder der Pfciferkapelle. Jetzt aber, da ein chmetterndes Trompetensignal den Begin»» des Festes, das die Kinder für sich n»»d die Eltern vercmstalten, anzcigt, jetzt qnirlt nickt länger »nchr individualistisches Gepfeife dnrcheinandcr, jetzt ist auf einmal Takt da, ein ernster Tromnt- lcr macht, die schrillen Flöteutöne durch dumpfen Wirbel dämpfend, die Musik der Pfeifer zugleich »veicher u»»d kraftvoller.— Die Musiker haben ich in Marsch gesetzt, sie ziehe»» von Zelt zu Zelt, die Kameradschaften sannitclnd zum Zuge. Bo» Zelt z»» Zelt, im Kreise durch das Lager, dann dem Gcmeinschaftsplatze zu, und nun Aufteilung im Halbkreise.— Bon weitem schauen die Erwachteneir zu... „Eltern, hierher! Eltern, hierher!" Sprechchor der Kinder ruft es. Halbkreis, Kreis der Eltern um den Halbkreis der Kinder. Einer, ein Helfer, tritt vor sie, hebt, Aufnierkfamkeit heischend, die Hände. Aller Angen wenden sich den« Dirigenten zu— aber in dem Augenblick, da der Chor aufflingt, kann man umnöglich noch anders sehen als die inmnidcir Kinder. Biele ernste Kindergesichtcr, viele glänzende Auge»», viele zarte Stim»nen, viele kleine Hände, die einander suchen, fassen. Die Kinder singen: „Koinmt, reicht eure Hände, In» Kreis sie verschlingt, Daß niemals die Kette Der Freundschaft zerspringt!" Dann ein zweiter Chor. Ein Falkenführer hält eine kleine Ansprache an die Eltern, ihnen den Sinn des Lagerlcbens, den Sinn des Fal- kcnbundes zeigend: Kameraden werden, zu Gemeinschaft werden, treu und hilfsbereit. Echte rechte Arbeiterkinder sein," sich selber erziehen zu Ordnung, Fre»»»»dschaft, Solidarität! Nach Dreckig und stumpf vor Hunger und Gehorsam. „Wir haben dort in» Lager nicht einmal Waskhgelegenhcit. Als tvir uns beschwerten, wur- dcn wir angebrüllt:„Wir haben uns an der Front»vochenlang nicht gewaschen!" Ich emp- finde dies alles als furchtoar sinnlos. Das erste Mal, als ich»»»itinachen mußte, habe ich mich vor mir selber geschäint: dreckig,»nüde und stumpf vor Hunger und Gehorsam. Es ist überbaupt unangenehm schtvcr, so einer braunen Uniform bedingungslos zu gehorchen,— und er ist oft nicht viel älter als»vir." Arbeitsdienst als Deckname für korrekte militärische Ausbildung. „Heute ist für die Studenten die Arbeitsdienstpflicht verkündet worden; der Staat»virst dafür 1 Milliarde Mark heraus. ES kommen augenblicklich nur die Studenten heran, die be- rcits vier Studienhalbjahre studieren. Das schafft böses Blut, denn einige Fakultäten haben in» fünftel» Halbjahr Examen, und es ist für die Studenten nicht angenehm, vor dem Examen ein halbes Jahr aus dem Studinnr heranSgerillcn zu werden. Außerdem wissen wir alle: ArbeitS dienst ist nur Deckname, in Wirklichkeit ist cs eine korrekte militärische Ausbildung— und dafür fällt dann jede ethische Begründung weg." Keine Rücksicht aus das Studium. Der soldatische Mensch als Ziel. „Daneben ist für alle St»»dente>« noch ein Drciwochc»«-Lagcr während der Ferien vorgesehen. So»vird in keiner Weise ans das Studium Rücksicht genommen. Ein Führer sagte kürzlich: „Ter soldatische Mensch ist für uns ausschlaggebend, nicht der geistige". Die Zustände aus der Universität. „In der Universität laufen schrecklich viel SA.-Nnisornlen herum,>»nd fast alle Professoren sind plötzlich„von dem nationale»« Aufstieg innerlich tief ui»d freudig erschüttert". Enttvcdcr heucheln sie jetzt oder sie haben es früher getan! Es lesen nur noch drei jüdische Professoren: Nußbaum, Nabel, Wolff. Auch da sind in den Borlesungen Störungen vorgckontmcu. Es»vurdc auch Boykott gegen sic bestimmt:»ver bei ihnen belegt hatte, wuroe notiert, und»ver in die Vorlesungen ging, sogar nach Möglichkeit photographiert. Trotzdem sind die Vorlesungen aller orei Professoren voll beseht,»veil sie ausgezeichnet lesen. Die jüdischen Studenten such'alle von der Universität vcrwiöfe»», es wird auch keiner ausgenommen"oder gar zuch Examen zugclässem' „Die Zeit arbeitet für unS!" „ES ist schwer, alles schweigend mitzumachen. Aber letzten Endes beschleunigt dies alles ja die Entwicklung! Es sind eine ganze Menge nnzufricde»». Ucbcrall, auch in den Straßenbahnen und ans den Straßei» hört mau die Leute verstohlen kritisieren. DaS»ft doch ein großer Schritt vorwärts. Seien Sie überzeugt: W i r stehen hier a»»f Posten und die Zeit arbeitet für»t n S!" der Ailsprache ei»» Sprcchchor und>»och ein Lied — und Jauseupause, ausgiebige Pause. Aua dem benachbarten ErholungShei»n werden die Kinder verpflegt. In anderen Falkenlagcrn müssen Genossinnen für die ganze Zeit deS LagerlebcnS als Köchinnen gewonnen werden. Dae Nachbarschaft dcü Heinis ist wesentliche Erleichterung der Lagerführititg. Nach den» Essei», bei dem die Zeltkamcrad- schäften beisammen bleiben, sammelt sich alles, Kinoer und Eltern, ans der großen Wiese. Volkstänze, Schcrzspiclc wechseln ab. Lieder werden eingestreut. An« schönsten wlrkt, am meisten freut die Kinder,»vas sie selber ersiin»en, improvisieret», Ein Zwischenspiel ztveier Burschen, die Pat und Patochvi»»uimeu, gefällt nicht sonderlich. Aber ganz begeistert sind die Kinder, als es gilt, die Eltern ein kleines Scherzlied zu lehren. Die Eltern zögern, cs ist für Erwachsene so schtver, zu einfacher Fröhlichkeit zu finden. Aber die Kinder reißen sic mit, schließlich singen die Elter«» ganz brav, die Kinder jubeln, Eltern und Kinder singet» gemeinsam. Rach dem Scherzlied noch gemeinsamer Gesang eines kleinen Kanons— das kleine Kinderfest ist zu Ende. Die Kinder werden zu»» Waschen gerufen, z>tr großen Abeitdtoileiie. Wir waren eine» Nachmittag Gäste der Kinder, waren ein paar Stunden mit den Kindern froh. Als»vir noch Kinder waren... Biele Genossen und Äcnossiiinci» sagten eS: Als»vir noch Kinder waren, gab eS das nicht. Gab. es keine Kinderwaridcrungcn, keine Kindergemeinschaften, gab eS für uns keine Fcrien- kolonici« und keine Zeltlager. Tantals gab eS noch keine Kinderfreundcbewcgung. Damals hatten die Arbeiter sich noch nicht zu den» Wagnis vorgctastct, proletarische Erzichungsgcmein- schaften zu schaffen. Unsere Kinder haben es, in mancher Beziehung, doch besser als wir! Unsere Kinder— ach, das si»»d immer noch ilicht die Kinder der Arbeiterklasse, sind erst wenige Kinder! So schön"die Klndcrfrcundc- betvegunH sich entwickelt hat— sie hat doch erst einen Teil, den kleinere»» Teil der sozialistischen Eltern erfaßt. Und wir sind noch zu schwach, wir WWWWWMMlWWMMMlHlWWIMiMlMMMMMMMMMMlMMMMM« sind zu arin, allen Kindern unserer Klasse frohe Sommcrtage, glücklicke Ferien zu schaffen. Auch die Fröhlichkeit dieser hundertsünsund« siebzig Kinder, ihr Singen und ihr Lache»» und ihr Spiel»»»ahnt uns ar» die Größe unserer Aufgabe. I. H. Die SrilteMWg. Die Szene spielt in der Wohnung eines braunen Unterführers. Eine rote Lampe erhellt notdürftig den Raum. Um den runden Tisch sitzen Männer und Frauen, die Hände auf den Tisch gelegt, in stiller Andacht. Sie halten eine spiritistische Sitzung ab. Ihr Leiter, natürlich ein strammer SA- Mann, angeiai» mit der verführerischen, popofreien Affenjacke des Herrn Röhm, hält eine kurze Ansprache: „Briider und Schwestern... In dieser Wcihestniide, da wir eben dabei sind, die teueren Toten der nationale»» Erhebung z»» beschwören, wollen»vir zunächst rii» stilles Gebet verrichten... In dieser Stnndc geziemt es sich, auch unseres Führers zu gedenken, fo- la»»ge er noch unter den Lebenden weilt... Denn später dürfte es schwer fallen, seinen Geist zu suchen... Ter wird unauffindbar sein... Richt darum, weil einige von euch vielleicht glauben, daß er eben ohne Geist sei, sondern einfach dar»»»»»,»veil bei seiner Beweglichkeit anzunchmcn ist, daß dort droben außerordentliche Aufgaben seiner harren. I« Himmel gibt es noch keine Hitlerbetvcgung, dort gilt das Kreuz heute immer»»och mehr, als das Hakenkreuz. T a S muß anders werden. Und vor allem, in der Abteilung„Hebräer" ivird allerhand gkeichzuschakten sein... Ihr versteht... Heute aber, geliebte Briider und Schivester»vollen»vir die Helden rufen, die in» Kampfe gegen den verruchten Marximns, von dem. nach dem Wahrwort unseres allseits hochverehrten Adolf, in dreißig Jahre» kein Mensch mehr etivas wissen»vird, gefallen sind. Stimme»»»vir zu diesem Zwecke unser heiliges Lied an „Wenns Judcnbln» von» Messer spritzt, dani« gcht'S nochmal so gut." Alle(singen). Ter Leiter: Ich danke euch, geliebte Briider und Schtvcstcrn... Und nun versenkt euch»nieder in ei»» stilles Gebet,»vährcitd du, geliebte Schivester Emilie Kraputschke, aus meinen Befehl in Trance zu fallen hast. Emilie(beginnt z»» seufzen und zu stöhnen uiid fällt sodann in Trance.) Leiter: Emilie Kraputschke... Wa» sichst Du?- Emilie: Es melden sich... cs melden sich ... ztvei herrliche Geister... umgeben von einer strahlenden Gloriole... Tie sind Helden... sagen sie... Deutsch bis ins faule Rückenmark ... edel bis in die blutigen Fiiigerspitzcn... Die treuesten Anhänger unseres geliebten Adolf ...(Tas Weitere versinkt in Stöhnen.» Ein kalter Schauer(gehl durch den Raum und kriecht den Anwesenden langsam den Rücken herunter.) Leiter: Ist es auch ganz bestimmt, daß es echte Helden sind? Emilie(schreit auf): Haao... Richt doch... Nicht doch... Sie»volle»» mich ermorden... Hilfe... Tie Anwesenden(durcheinander): Was ist geschehen?... Was hat sie... Wer»vill sie er- niordcn? Emilie: Die beiden Geister... Sie sind beleidigt darüber, daß du an ihrer Heldenhaftigkeit zweifelst. Leiter: Könne»« sie unS einen Beweis geben, daß eS wirklich echte, gute Deutsche sind? Emilie: Ja, das können sie... Der eine will Persönlich durch»nick zu euch spreche«. Leiter: Bitte. Emilie(mit völlig veränderter, tiefer, männlicher Stimme): Ihr Saubagage, ihr zlvciselt ai» meiner Echtheit... an der Wahrhaftigkeit meines Deutschtums? Ihr Hunde... Saujuden ihr... Paßt auf, daß man euch nicht ins Konzentrationslager steckt, damit ihr gute Sitten lernt. Alle Knochen müßte man euch zerbrechen, ihr Marxistenschweiile... Dann wird euch schon aller Zweifel vergehen. Leiter(stotternd): Verzeihung... Ich meinte ... ich dachte... selbstverständlich... Es war ein Irrtum meinerseits... tschuldigung... Emilie(wieder den Ton ändernd. Diesmal, scharf schnarrend): Stratnn« gestanden... Hände an die Hosennaht... Ihr scheint nicht zu wisicn, wer wir sind... Leiter: Ihr sagtet zwar, ihr wäret Helden, ober... Emilie(schnarrend): WaS heißt da„aber"? Unsere Dolche sind geschliffen, unsere Revolver scharf geladen, unsere Finger mit Blut befleckt ... Wollt ihr noch mehr?... Und wenn ihr unsere Namen wissen wollt... ich heiße Fischer und mein Freund hier: Pg. Kern. Leiter(erschütternd): O Gott... O Gott ... So seid ihr die Helden, die die Judcnscu Rathcnair umgelegt haben? Ein kalter Schauer(geht wicdcrun» durch den Raun» und macht nochmals den gleichen unappetitlichen Weg über den Rücken der Anwesende»» bis herunter, dorthin, wo er seinen salonfähigen Namen verliert). Die Anwesenden(erheben sich»n tiefer Be- »vegung und stimmen das Horst Wessel Lied cm). Vorhang., Turl. Freitag, 21. Juli 1W3. -kr. 1C3. Seite 8 Aevettsiose und aeveitenve Äugend, ettfte zun»- AntifasciMchen Fvgendtag in Gerichtssaal Verleumdung und tätige Reue Inzwischen ein Selbstmordversuch. Prag, 20. Juli. Anna 5t Hai vier Klassen Realschule absalvicrcu müssen, um mangels anderer Beschästigungsittöglichteit schließlich als Animi c r k e l l n c r i n ihr Brot zu suchen. Diese herrliche Gesellschaftsordnung hat diesem 24jährigen, zweifellos intelligenten und befähigten Mädchen keine andere Wahl gelassen. Ter von bcrnfswcgcn forcierte Alkoholgcnuß, verbunden mit den sonstigen Obliegenheiten ihre» Berusc», hat Anna 51. aus die Anklagebank gebracht. UcbrigcnS ein relativ Harmloser Ausgang, denn um rin Haar hätte die Angeklagte die eingeklagte Assäre mit dem Leben bezahlt. Eines Tage» erschien Anna 5k. aus der Gendar- mcricstativn des Ansjlugsortes K t r ch a w i tz, wo sie beschäftigt war, und erstattete Strafanzeige gegen ihren Liebhaber Milo«, der sic angeblich g c- schwängert und dann zur F r» ch t a b t r e i» bong verleitet habe. Tic Anzeigerin war aber so d e l r u n kc n, daß cs dem diensthabenden Wachtmeister nicht möglich war, ein ordentliches Protokoll mit ihr aufzunchmcn. Man schickte sic fort, mit dem Rat, am nächsten Tage in nüchternem Zustande wicderzukommen. Anna K. entfernte sich tatsächlich, ging aber geraden Weges zum Moldauuser und stürzte sich in den Fluß. Sie wurde mit knapper Not von dem Ertrinkungstode gerettet. Am nächsten Tage erschien sie dann neuerlich bei der sichcrhcitsbehörde und widerrief die Anzeige. Wie es sich mit dieser Beschuldigung in Wahrheit verhält, ist nicht bekannt. Ans jeden Fall hatte der bezichtigte Liebhaber eine Menge llnannehnilich- keiten zu bestehen. Irgendwelche beweiskräftige Tatsachen kamen aber nicht zutage. Tic weitere Folge war, daß Anna 5t. des BcrbrcchcnS der Verleumdung angeklagt wurde, weil sic ihren Geliebten zu Unrecht eines Verbrechens beschuldigt hatte, nämlich der Ansliflung zur Frnchlabtrcibiing. Ter Senat Kvapil kam aber zu dem Resultat, daß die Angeklagte durch ihren Widerruf„tätige Reu c" im Sinne des Strafgesetzes bewiesen habe, die als Strafausschließungsgrund zu werten ist. Temgeniäß sprach er die Angeklagte frei. rb. Vierzehn AnMaate— dreizehn Polizisten. Prag, 20. Juli. Heute wurde der von nuS bereits verzeichnete Spia nageprozeß gegen 11 kommunistische Angeklagte eröffnet. Ta cs sich um eine besonders heikle Angelegenheit handelt, nämlich um den Verrat von Geheimnissen der hiesigen Massenfabrikation, ist der Bcrhand- lungssaal hermetisch gegen die Außenwelt abgeschlossen. Ans dem Korridor lustwandeln nicht weniger als dreizehn Polizisten mit ernsten und verschlossenen dienstlichen Mienen, lieber den Verlaus der Verhandlung kann natürlich nichtberichtet ivcrden. rb. I Kunst und Wissen „Ttaatsrat" Furtwängler. Ter erste Staals- kapcllmcistcr Fnrlivänglcr ist, wie das Eonti-Büro von zuständiger stelle erfahrt, vom Ministerpräsidenten Gocring zum Staatsrat ernan»' worden. Vereinsnadirlditen ® Die Gründung der„Arbeitügemein- schast siir Natur- und Volkskunde" im Touristenverein„Die Naturfreunde" findet am 28. und 27. August 1933 in Sobrusan bei Dur statt. Jene Genossen, welche sich für Natur- und Volkskunde interessieren und au der Tagung lcil- nehmen wollen, mögen dies dem Genossen Alfons L u p r i ch, A n s s i g, A r l t st r a ß e g, bckannlgebcn, von welcher Stelle ihnen dann alles Nähere rechtzeitig zngcht. Naturfreunde, Prag. Tresspunkt M7 Uhr früh Smichower Bahnhof. Führer Zechner. ^Ls§ der Partei Jugendbewegung. 2. I. I. Sonntag, den 2,1. Juli, B a d e a u S- fing nach Horni llcrnosicc a. d. Bcraun.(Zchwimin- untcrrichl wird erteilt.) Zusammenkunft nm 7 Uhr früh am Smichowcr Bahnhof. Pünktlich sein! Der Film Westfront leit'. Tic Hitze hat die Filmprcmicrcn förmlich auS- gcdörrl; die Kinos helfen sich mit alten Programmen, die noch nicht ganz abgespielt sind. Besondere Bcachlung verdient vor allem der großartige Tendenzsilm von G. W. Pabst„Westfront 1018", eines der hinreißendsten Werke deutscher Filmkunst; es ist überflüssig zu betonen, daß dieser Film ebenso wie sein Regisseur aus dem Dritten Reich verbannt sind. Tic Schrecknisse des.Krieges in naturalistisch klarer Weise dargcstclll, eignen sich nicht sehr für die Methoden der braunen Helden, die in allen Tonarten das edle Kriegshandwerk preise» müssen, nm daS vergewaltigte deutsche Volk nicht zu bald zum Erwachen zu bringen. An diesem Film, der in seiner Klarheit, seiner Einfachheit beispielgebend wurde für die Entwicklung des europäischen Tendenzsilms, wird heute besonders der Schluß aktuell werden. Hier wird die Bestialität des modernen Gaskriegs mit iniheimlichcr Wucht dargcstcllt, hier hat der geniale Regisseur in den wenigen Szenen, da der Leutnant durch Gas wahnsinnig wird, der Welt einen Spiegel vor die verlogene Fratze gestellt. Was immer in den AbrüstungSkonfcrcnzcn und den ihnen nahestehenden Opcrellcnveranslaltungcn des Völkerbundes theoretisch debattiert wird, kann die Tatsache und nackte Wahrheit nicht aus der Welt schaffen, daß der künftige Krieg nichts mehr gemein haben wird mit Kampf oder gar Manncsinnt: verhüllt in gasdichte Gewänder werden die Proleten der kämpfenden Völker machtlos darauf warten müssen, ob die wohl tätigen Techniker des„Feindes" eine neue Mischung erfunden haben, gegen die cs keinen Schutz gibt oder ob wider Erwarten die Anzüge noch genügen sollten. Und die schutzlosen Zivilisten? Pabslens Film konnte sich noch nicht mit ihrem Jammer beschäftigen: seine Perspektive des heldcnvollcn Gastodes wird aber jedem genügen! XV. Lg. Mtttellunsen aas dem Publikum. Prager Mittag. Eine neue Tageszeitung wird ab 31. Juli in Prag erscheinen, ein deutsches M i t I a g s b l a l I, das crf.e und einzige der Republik. Es ist in Prag um 12 Uhr, in den Provinzstädten am frühen Nachmittag erhältlich. Die neue Zeitung wird ein lebendiges Nachrichtcnblatt sein, das über die wichligstcn Tagesereignisse in Politik, Wirtschaft, Kunst und Sport berichtet und in Beilagen reichen Unterhaltungsstoff bietet. Sic wird für wahre Tcmolralie, Völkerverständigung, kulturellen und sozialen Fortschritt cintrctcn. Redaktion und Verwaltung: Prag ll., Hybernskii 7, Fernsprecher: 213-01, 2(50-20, 803-02. Nachtrus: 249-98. 2082 Sport* Spiel• KBraernnene Leichtathletischer Vrreinvtamps AtuS gegen Ein- hcitsverbapd 21:00. Ter am Mittwoch abends auf dem Hagiborplatzc stollgefundenc Wetlkampt endete zwar mit einer glatten Niederlage der AtuS-Sportler, doch zeigten diese in einigen Disziplinen eine aufstcigende Fvrni, die sicherlich bei gewissenhaftem Training eine Steigerung der Leistungen erwarten läßt. Die Sportler des ElnheitSvcrbandcs zeigten schöne Leistungen und siegten verdient. Die einzelnen Ergebnisse sind: 100 Meter: 1. Hofmann (A) 11.8 Sek., 2. Tuner(EV) Brustbrcil«, 3. Gold- schmied(SB) 11.9, 4. Kohn(A) 12 Sek. 8 0 0 Meter: 1. Spilkarag.— Druck:.Vota' ti.-a. für Zeitung. UN» Buchdruck vrag.— Für den Druck vtranttoorlltch: Otto bolit. Brat.— DU 3el'unglniar(rnfranlatai mürbe von der Polt. Teiegrapbrudiretlion mit Uriah die 13800/V114930 bewilligt.— vezugsbebtnoungen Hel Zustellung'ne huue.-de, t>»>-n-,.,,„.„„,. 4,... e>tereeliäbcltd* K*- Q— taumng M 96,—, ganziitzrig M US,—,— Znstial« mecMa lau 4ari| biUigfi dtttcha«, Oci glitt» VinMOÜum Htettaachiag,— jsluckllelluug m J«uuu|n.,...a»(ui,.«e, tl>qrnbu»u ar, iHciauriuarir*,