Skrrzelvrels 70 Heller. Nktnschließkich 6 Heller Porto) i. 4 13. Jahrgang. Sonntag, 30 2ult 1933 Nr 176. Nenn Notverordnungen vom Minlsterrat genehmigt Prag, LS. Juli. In der heutige« Sitzung des Ministerrats wurden folgende Entwürfe von Regierungsverordnungen auf Grund des Gesetzes über da» außerordentliche DerordnungSrecht genehmigt: Berordnung über di« Aenderung und Er- gänzung der Vorschriften über di« Kredit» hilf« von Bodenerwerber» im Rahmen drr Durchführung der Bodenreform; Berordnung über die zeitweilige Aenderung der Vorschrift«« für Eins u h r scheine; Verordnung über einig« Maßnahm«« für di« Regklung der Absatzvrrhältniss« in der Landwirtschaft; Verordnung über einige Maßnahmen für die angemessen« Regelung der Preis« d«» heimische» Getreideüber» schuss«»: Verordnung über die Regelung des Pachtzins«» bei landwirtschaftlich«» Pachtabkommen; Verordnung über die zeitweiligen Maßnahmen im Konkursverfahren betreffend da» Vermöge« von Landwirten; Verordnung über di« Stund« der Oessnung und Schließung von kaufmännischen Lokalen in der Slowakei und Karpathorußland; Verorbnuug über di« Aenderung der fftz. ft? und 54 der Gewerbeordnung und des 8 76 des Bewerbegesetze» für da» Gebiet der Slowakei und Karpathorußland, und schließlich die Berordnung über die Regelung des Staatsbeitrag«» zur. Arbeitslosenunterstützung in der endgültige« Fassung; gleichzeitig wurden die notwendigen Beschlüne zur Durchführung dieser Verordnung gefaßt, die vorerst noch dem Präsidenten der Republik zur Unterschrift vorgelegt werden müssen. Weiter» wurde genehmig: die Regierungsverordnung über die Detarlbestimmungen betreffend die Errichtung und di« Art der Führung de! Kar- lellregister» und der Attensammkung sowie die Geschäftsordnung der Kartellkommifsion, die Kundmachungen des Staatlichen Bodenamtes über die Aenderung der Satzungen einerseits, des Allge- meinen Fonds für di« Unterstützung der inneren Kolonisierung, andererseits des Fond» der ischecho- slowakischen Legionäre und di« Novell« des R«gie- rungsentwurfe- betreffend das Gesetz über di« Aenderung und Ergänzung d«S Gesetzes über die Aerztclammern. Verlängert wurde di« Gültigkeit der Abmachungen über die Regelung des Reiseverkehr» mit Jugoslawien. Mit Zustimmung zur Kenntnis genommen wurden die Dispositionen betreffend dir Teilnahme der Tschechoslowakei an der Haurigen Allslawischen hygienischen Ausstellung in Posen. Beschlossen wurde, künftighin aus Erspa- rungSgründen die Zahl der Delegierten für die Tagungen des Völkerbundes auf das notwendigste Maß herabzusrtzcn unter Beschränkung aus die amtlichen Rcssorwcrtreter. Genehmigt wurden weitere Maßnahmen zur Milderung der Folgen der Was- serkatastrophcn in Karpathoruß- ! a n d, namentlich in bezug aus die Beseitigung der Schäden an den Kulturen. SQndlKat verlängert. Auf Grund der VerhandlungSergebnifse drr zuständigen ministeriellen Subkommission wurde der neu« Vertragstext sowie damit zusammenhängende Abmachungen mit dem Getreide- Syndikat, und zwar unter Verlängerung auf die Dauer«ine» weitere« Jahres genehmigt. Nächste Woche noch Minister- Kommissionen. Nach den Berichten aus den engeren ministeriellen SubkomiteeS wurde beschlossen, weitere Beratungen dieser Komitee» nächster Woche ab- zuhaltrn, vor allem auch. Beratungen über de« Staat-Voranschlag für do» nächst« Jahr. Endlich wurde die Tagesordnung der Ver- waltungswirtschaftlichcn und personellen Angelegenheiten erledigt., Sparmaßnahmen Im üodischmwesen von der Regierung noch nicht verhandelt. Prag, 29. Juli.(Amtlich.) Im Hinblick auf die Zeitungsnachrichten über den Antrag der parlamentarischen Spar- und Kontrollkommission betreffend die Aufhebung einiger Fakultäten der Brünner Hochschulen besuchte am 28. d. das Präsidium der Freien Bereinigung der mährisch-schlesischen Abgeordneten und Senatoren mit dem Bürgermeister der Stadt Brünn und den Vertretern der Hochschulen den Ministerpräsidenten und den Minister für Schulwesen. Die Interventen legten den beiden Vertretern der Regierung ihre Forderungen und zweckmäßige ErsparungSvorschlägc vor. Ter Deputation wurde versichert, daß die vorgelegten Anträge in Erwägung gezogen werden. Die Regierung babe bisher über die Sparmaßnahmen im Hochschulwesen nicht verhandelt. zwei riugzeugstaileln Öfter Salzburg. Salzburg, 29. Juli.(AN.) Heute um 11 Uhr vormittag» erschienen über Salzburg vier deutsche Flugzeug« und eine Viertelstunde spater neuerlich drei deutsche Flugzuge, aus denen abermals«ine größer« Anzahl von Flugzetteln abgeworfen wurde. In den Flugzefteln wird zum Steuerstreik und zum Abheben der Spareinlagen aufgefordert. Die ersten vier Flug- « entfernten sich gegen Reichenhall, die zweit« el in der Richtung Salzkammergut. ES wurde ziemlich einwandfrei festgestellt, daß di« Flugzrnge der ersten Staffel folgende Kennzeichen trugen: D 2425, D 3435, D 2435, und D 4885. Die österreichisch« Gesandtschaft in Berlin wurde angewiesen, auch in diesem Falle schärfsten Protest einzulegen. vonwv Karrt ArbcltsloscnimterstGtzung Wien, 29. Juli.(Eigenbericht.) Di« Regierung hat heute durch lltotverordnung die Unterstützung der Arbeitslosen weitgehend gekürzt. Von der Kürzung würden nur die sogenannten Notstandsaushilfen und die Unlerstutznng kinderreicher Familien ausgenommen. Alle anderen Unterstützungssätze wurden empfindlich herabgesetzt. Die Kürzung ist angeblich nur al» Notstandsmaßnahme gWWW»--*WWW««I 89 Die Sache mit Bofris Kriminalroman von Grete Hartwig Den Brief an ihrem Herzen geborgen, stürmte sie in die Küche, stürmte so wie vor Jahren, wenn sie schnell ein Butterbrot wollte, jung, wild, stark! Uno wie damals saß oie Mut« ter neben dem Herd und goß Kaffee m eure große, blaue Tasse. „Mutter, Mutter!" Und wie damals fuhr die Mutter mit beiden Händen nach dem Kopf, als-Zeichen ihrer Lärmempfindlichkeit und als Kritik an der Tochter Ungestüm. „Was hast du?" „Miltter, ich... ick mache eine große Reis«. Ich fahre nach Rußland, nach Moskau!" „Jesus Christus!" „Erschrick nicht! Ich bin ja so schrecklich froh!" „Rußland? Da ist doch Bürgerkrieg! Und überhaupt Revolution! Da verhungern ja die Leute, sogar die Großfürstinnen gehen betteln. Ja, wie kommst du denn aus diesen verrückten Einfall und überhaupt?" „Mutter, ich habe einen Bräutigam!" »Was? In Rußland hast du einen Bräutt- «ttn? Du willst mich wohl zum Narren halten, Hildegard I" früher war er ja hier, aber jetzt, erst seit tzanz kurzer Zeit..." „Und da» sagst du mir erst jetzt?" früher,... ich habe es immer verscho- U±!? Wahrheit zu sagen, weil er sehr crm »achte, bii würdest in eine Heirat nicht willigen und.. „Da dachtest du richtig!" sagte die Mutter erhaben und trank einen großen Schluck Kaffee. „Aber jetzt ist er reich und fetzt schickt er mir da» Reisegeld und ich fahr« hin und wir heiraten." „Das erlaube ich nicht! Du kannst doch nicht«inen Menschen heiraten, den Ich nicht kenne, iind der dich in die weit« Welt lockt. Dakann ia ein Mädchenräuber sein und überhaupt! Ein Mann, der nicht bei der Mutter vorspricht, der kann keine ehrlichen Absichten haben." „Aber Mutter! Wir lieben einander doch!" „Na, dann ist es schon gefohlt! Wenn man verliebt ist, steht man nicht klar. Da macht man di« größten Duinncheiten." „Mutter! Ich kenne den Mann nun schon fünf Monat«.. 1 „WaS? Und jetzt findest du«8 erst der Mühe inert, mir von ihm zu erzählen? Ja, wo hast du dich denn di« ganze Zeit herumgetrieben mit ihn»? Vielleicht auf der Straße?" „Ich habe mich nicht Herumgetrieben. Er liebt und achtet mich." „Schlag dir dies« Extravaganz«»» ans den» Kopf! Er soll in Rußland bleiben und du bleibst hier boi deiner Mutter, wie es sich für«in anständiges Mädchen ziemt. Du wirst einen ander«»» Mann bekommen! Wenn man so aussieht wie du. da»»»» braucht n»an leine Angst zu haben. Ich weiß einen, der■. „Ich will keinen andern," sagt« Hildegard fest. „Was? Wie? Widersprechen auch noch? Das ist der Dank, daß ich mich mit dir überhaupt in eine Unterhaltung einlasse Über deine Hirngespinst«? Freches Dit»g!" „Ich nehm« Borris zum Mann«— oder keinem" „Borri«! Wo» ist das überhaupt für ein Name?" „Wenn du mich nicht zu ihm läßt, gehe ich durch— oder wem» da» nicht gelingt, dann I bringe ich mich um!" „Mädchen! Mir steht der Verstand still!" „Mutter! Laß dir doch erzählen." „Da bin Ich aber gespannt!" „Er hat einen sehr guten Poste»» und verdient eine Menge.." „Da siehst vu, wie btt lügst. In Rußland gibt«S doch gar kein Geld, da» ist doch abgeschasst.". „Nein, Mutter! Es geht ihm sehr, sehr gut. Wir heiraten und dann brauche ich»»icht mehr ins Büro;»» gehen, mich nicht mehr zu Plagen, kann mir auch hübsche Kleider kaufen und komme unter Menschen. Hier habe ich doch wirklich nichts vor» meinem Leben, das»veißt du doch selbst." „Aber hier kannst dn oaS alles auch haben, wenn du nur erst verheiratet bist." „Mutter! Wen»» du alles wüßtest!" „So sag mir doch alles!" „Ich trage ein Kind unter meinem-Herzen!" „Jains, Maria und Joseph!" Eine Pause entstand. Mit Mühe faßt« sich die Frau. Das Mädchen vor ihr senkte den Blick nicht. „Also das, also das host du nur angetan?" „Dir?" fragte Hildegard tveich.„Dir ist doch damit nichts geschehe»»?" „Ein Glück, daß dein Vater die Stund« nicht erleben»Nußte!" Hildegard erschauerte. Die Tote»» waren an» schoinend immer»sichtiger als die Lebendigen. Wie vieles hatte er tatsächlich erleben müssen, wovon ihn di« Mutter vielleicht hätte bewahren können. „Vater hätte mein Glück nicht zerstört!" „Was? HinauSgeworfen hätte er dich! Und überhaupt!" Die Mutter wischte sich bös« den Rtund ab, ein« Geste, di« Hildegard schon al» Kind Unbehagen und Sorge eingeflößt hatte. „Jetzt Ist es fa direkt ein Glück, daß dieser Menfch, dieser BorriS"— sie sprach den Namen mit Abscheu aus—„dich heiraten will. Du mußt mir sofort deinen Trauschein schicken, sonst glaube ich es nicht. So nimmt dich natürlich kein anderer. DaS ist ja direkt«in Gluck." „Ja, ein Glück!" rief di« Tochter mit leuchtenden Augen. Und dann geschah etwas Merkwürdige» und Sonderbares. Di« Mutter weinte und küßte ihr Kind. ,Mc Aussteuer nimmst du mit", schluchzte sie,„auch die Tischwäsche und... und di« Hand- geschlungenen Polster... sonst»nüßte er dich ja noch mehr verachten. Und ich? Und ich? Ich soll ga»»z allein bleiben... und das Seidentuch ... nrit den Fransen... von der Großmutter ... und deine Mutter... läßt du ganz allein? Im»viavielt«»» Monat bist du o«»m? Wird dich die Reise»»icht sehr anstrengen?-Habe ich dazu gerackert»nid geplagt? Mein ganzes Leben lang? So leichten Herzens gehst du von mir fort? Und überhaupt?!" „Ich konime ja auf Besuch. Oder du kommst zu uns", tröstete Hildegard. „Ach, die»veit« Reis«! Und»»ras das»nieder kostet. Und das arme Kind! Ohne Vaterland!" „Rußland wird sein Vaterland sein." „Ach, dieses dumm« Gerede! Die Fremde ist grausam. So ein junges Dirig wie du»veiß eben»richts vom Leben. Du twirft noch verschiedene Erfahrungen machen. Du wifft noch einmal reuig zuruckkehren. Hoffentlich bin ich da noch am Leben." Hildegard wollte etwa» sagen, aber Schluchzen stieg in ihrer Kehle auf. Und nun weinten beide. Sie waren nicht mehr Mutter und Tochter, sie»varen Frauen. Frauen, die einander nah waren, durch Geschlecht und Blut, und die einander doch wieder nicht verstanden. Warum? Aber Hildegards Glück war so groß, daß sie nicht nach rücktvärt»:n«ckanen vermochte. jk. in Sonntag, 80. JuN 1988 etfit 3 c ft C TI 4., r U. 6 AUgUSt wrr Sonntag,«. August: Wetturnen der Männer und Frauen (Reichalle). Fortsetzung der leichtathletischen Wettkämpfe. Ringkämpfe und Gewichtheben. (Reichalle). Massenschachturnier. (Aufliger BolkShauS.) Sonntag nachmittag 1 Uhr: Festzug aller Verbände Im Stadion: Wettkämpfe der Geräteturner. Freiübungen der Frauen und Manner. Endkämpfe. Leicht- und Schwerathletik. Wettspiele aller Art. reierlMie AbsdilaOkandüebuni fioeriitfls BlnrldilunosfraDPe. Er wartet nicht aul die nordgcsetze. Ob das Kabinett Hitler und Komplizen die von Goering-Freißler-Kerrl vorgeschlagenen Hin. richtungsgesctze diktiert oder nicht, ist für den tatsächliche» Rcchtszustand in Neu-Deutschland vollkommen belanglos. Hingcrichtet wird in Massen, die Legalisierung durch gesetzliche Formen wär« nur für das verdammte Ausland erwünscht Nun enthüllt der„Daily Hcrald" den wahren Charakter der neugeschaffienen„Geheimen Staatspolizei" des Hitlcrreichs als einer ansgesuchicn und Persönlich von Gorring verpflichteten H i n r i ch t u n g s t r upPe. Diese Bande steht über der legalen Polizei und ist lediglich dem sadistischen Morphinisten-Hermann Gvering verpflichtet und untergeordnet.* Kein Mensch, auch kein der Opposition verdächtiger Nazi ist vor ihr sicher. Nach altzaristischem Muster werden jetzt täglich auch„politisch Unzuverläsiiqe" verhaftet und in die Marterlager geworfen. („Ncblagonadeschny" hießen diese Ovscr geheimer StaatSfeme im Zarenreich, wie schon George K e n n a n, der amerikanische Erforscher zarischen Terrors in den Neunzigerjahren zum Entsetzen der Knlturwelt kestgestellt und veröffentlicht hat.) Als das geaeuwärt'g schlimmste aller Konzentrationslager bezeichnet der Bericht des„Daily Herold" Oranienburg bei Berlin. Dort st erben niehr Gefangene als neu hin zu ko mm en und deshalb soll dieses groh- stadtnahe Lager setzt geschlossen und anderswo wieder aufgemacht werden. Es ist noch kein in Oranienburg interniert Gewesener heil und gesund von dort herausgekommen, E« ist Feit, daß das Ausland von allen neu- deutschen Negicrungsänhcrunaen. wie z. B. dem ekelerregenden Gehruchel des Oberschurkcn. Doktor Frank II über die unabhängige Justi; usw. stets nur das Gearnteil glaubt und diesen Bestien AMer-Sporttag Das große Fest- Programm:====== Freitag, 4. August: Ab 7 Uhr Warmbad Kleische: Proleiarlsmer Feierabend Schwimmvorführungen, Gesang, Musik, Höhen feuer. Samstag, 3. August: Warmbad: 8 Uhr früh Massenschwimmunter. richt für Kinder, Schwimmwrttkämpfe. Stadion, 2 Uhr nachmittag: Sportliche Wettkämpfe aller Art. Handball, Hazena, Fauskball. Fußballmossenturnier auf 5 Sportplätzen. Hall» 8 Uhr Bolkshaus: „Roter Appell". Ab 9 Uhr: Fockelzug. nternatlonales Meeting am Marktplatz. Redakteurs ist gegenüber dem bisherigen Rechte ein wenig' verbessert, ohne daß man. allerdings von einer wirklich großzügigen freiheitlichen Reform sprechen könnte. Die wichtigste Fessel der Preßfreiheit sind die Berichtigungen in den letzten Jahren ohnehin nicht mehr gewesen. Di« Zeitungen haben diel mehr unter den EhrcnbelridigungSklogen gelitten, di« seit Aufhebung der Kompetenz der Schwurgerichte ungeahnt« Dimensionen angenommen haben. Auch auf diesem Gebiete sind in den letzten Wochen neu« Bestimmungen ergangen, nämlich das Gesetz zum Schutze der Ehre, welches an dieser Stelle schon besprochen wurde und welches am 6. August 1933 in Kraft tritt. Erst die Pra. xiS wird zeigen, ob das Ehrenschutzgeseh eine Er. leichterung für die Zeitungen mit sich bringt. ver Deridingungszwang km neuen PreOredit Von br. Egon Sdiweib. Mit dem Gesetze vom 10. Juli 1933, Sh 126, dem sogenannten„Kleinen Breßgeseh" j der vielgenannte§ 19 des Preßgesetze» und di« auf die Berichtigung bezügliche» Bestimmungen der§§ 21 und 22 des Prcßgesches aufgehoben worden. Mit dem Inkrafttreten oe» neuen Gs- seheS, welches am 23. Juli 1933 erfolgt ist, ist das BerichtigüngSwefcn auf«ine neue gesetzliche Grundlage gestellt. Es wird nun kein«„§ 19-Berichtigungen" mehr geben. Wenn auch der 8 19 gefall«« ist, so ist naturgemäß die Einrichtung als solche nicht beseitigt. Dos neue„Kleine Prcßgesetz" enthält vielmehr in den sitz 11 bis 17 neue Bestimmungen über daS BerichtigungSwescn, die an dem bisherigen Rechte nicht viel ändern. Derjenige, oen eine in einer Zeitung(periodischen Druckschrift) veröffentlicht« Nachricht be- trifft, hat daS Recht, zu fordern, daß deren Berichtigung Veröffentlicht werde. In der Berichtigung kann«r nur Tatsachen anführen, welche die in der Nachricht enthaltenen Tatsachen richtig- stillen oder widerl«gen. Der Einsender der Berichtigung kann sich aber auch auf die bloße Be- streitung der Wahrheit der in der Nachricht enthaltenen Tatsachen beschränken. Da» neue Gesetz, welches sich an das bisherige, au» den dürftigen Normen der sitz 19, 21 und 22 entwickelte, anschließt,«nthält genaue Bestimmungen darüber, welchen Formerfordernissen eine Berichte- gung entsprechen muß. Sie muß als„Preßberichtigung" bezeichnet sein. Si« soll in ihrer Ein- Teilung den Diel und die Nummer der Zeitung, in welcher di« zu berichtigende Nachricht verösseni- licht war, nach Möglichkeit anch den Titel des Artikel» enthalten und am Schluß soll derjenige, der di« Berichtigung begehrt, genannt sein. Im Gegensätze zum bisherigen Rechte muß die Berichtigung nicht dem verantwortlichen Redakteur persönlich zugestellt werden, es genügt, wenn di« Berichtigung dem Herausgeber oder Drucker zugestcllt worden ist. Wenn e» nicht gelingt, die Berichtigung zuzustcllen oder wenn der Verantwortliche Redakteur die Annahme verweigert, so gilt dies al» Verweigerung der Ver- osfentlichung. Ter verantwortlich« Redakteur ist verpflichtet, die Berichtigung binnen drei Tagen nach Zustellung zu veröffentlichen. Wenn di« Zeitung in dieser Frist nicht erscheint, so hat die Veröffentlichung in der unmittelbar folgenden nächsten Nummer zu erfolgen. Acndcrungrn und Einfügungen in die Berichtigung sind auch nach dem neuen Reihte verboten; dagegen ist die Redaktion berechtigt, Anmerkungen zu der Berichtaung beizufugen. Diese» Recht, Glossen beizufugen, steht der Redaktion jedoch wie im bisherigen Rechte nur bei nichtamtlichen Be- richtigungen zu.. Der RegterungSentwurf hatte die Aufhebung der GlossierungSverbotc» für amtliche Berichtigungen vorgesehen. Leider ist da» Glossierungsverbot im Zuge der parlamentarischen Berhand- lungen wieder einoefügt worden, so daß e» beim. bisherigen RechtSzustande verbleibt. Der Regierungsentwurf de» neuen Vreßge- sttzeS hat verschiedene Bestimmungen über die Sprache der Berichtigung enthalten. Diese Bestimmungen sind in oaS Gesetz nicht ausgenommen worden. Da» Gesetz rechnet jedoch damit, daß allenfalls die Berichtigung in einer anderen Sprache verfaßt ist, als die zu berichtigende Nachricht. In einem solchen Falle ist die Redaktion berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Berichtigung\ in bi« Sprache des Blattes zu übersetzen. Eine gewisse Erleichterung des bisherigen' Rechtes bedeutet es für die Zeitung, daß nach Ablauf von zwei Monaten vom Erscheinen der Zeitung,• eine Berichtigung nicht mehr möglich sst, und zwar ohne Rücksicht darauf, wann der von dem Artikel Betroffene von ihm erfahren hat. Die Aufnahme der Berichtigung kann fer-! ner abgelehnt werden, wenn sie das dreifache i Ausmaß der ursprünglichen Nachricht überschrei-! tct. Im allgemeinen ist die Bcrichttgung unentgeltlich zu veröffentlichen. Ist sie jedoch länger i als das zweifache Ausmaß des ursprünglichen i Artikels, so ist für denjenigen Teil, der dieses I Ausmaß überschreitet, eine angemessene Jnser- i tionsgebühr zu entrichten. i Keine Aenderung des geltenden Rechtes, aber. eine Sicherung des Redakteurs gegen Schikanen bietet die Vestimmttng, daß die Veröffentlichung der Berichtigung dann vertveigert werden kann, wenn die Berichtigung eine strafbare Handlung, (z. B. die Beleidigung einer dritten Person) ent-< hält oder wenn die Art, in welcher sie verfaßt ist, grob ungehörig ist.■ Wenn ein Redakteur nach bisherigem Rechte■ die Berichtigung nicht veröffentlicht hat und wenn dann im gerichtlichen Verfahren der Richter zur Ueberzeugung kant, daß die Weigerttng der Der- össentlichung zu Unrecht erfolgt ist, so wurde| der Redakteur gleich einer strafbaren Handlung I schuldig erkannt, bestraft und zum Abdruck der t Berichtigung verhalten. i Das neue Gesetz bringt in dieser Richtstng eine wesentliche Milderung der Stellung des Re- i dakteurS. Der Nichtabdruck einer von einer privaten Person zugesandten Berichtigung ist nämlich nach dem, neuen Gesetze an sich noch keine strafbar« Handlung. Wenn die Veröffentlichung' der Berichtiguttg verweigert worden ist oder die! Veröffentlichung nicht in der vorgeschriebenen einaesandt bat darüber, ob die Verpflichtung zur Aufnahme der Berichtigung besteht. Wenn da» Gericht erkennt, daß kein Grund vorliegt, di« Aufnahme der Berichtigung zu verweigern oder wenn«S erkennt, daß die Berichtigung nicht in der im Gesetze vorgeschriebenen Weise veröffentlicht worden ist, so»ragt c» dem verantwortlichen R«dakteur die Veröffentlichung auf, ohne ihn zu bestrafen. Nur dann, wenn eine offenbar mutwillige Weigerung vorliegt, hat M» Gericht eine Ordnungsstrafe bis zu 1000 K zu verhängen. Wenn da» Gericht zu der Ucber. zeugung kommt, daß die Weigerung mit Recht erfolgt ist, so weist rS das Ansuchen unt Veröffentlichung ab und verurteilt den Einschreiter -um Kostenersatze. Wenn die Weigerung der Veröffentlichung nur daraus beruht, daß dir Berichtigung falsch stilisiert war, so kann daS Gericht selbst die Berichtigung umstilisicren und die Veröffentlichung dem Redakteur in der neuen Fassung auftragen. Hiebei ist jedoch derjenige, der di« falsch stilisierte Berichtigung eingesondt hot, verpflichtet, die Kosten des gerichtlichen Ver- ährens zu ersetzen. Ein« strafbare Handlung begeht der Rcdok- tcucr erst damt, weint er«ine private Berich, tigung, obgleich ihm dies vom Gericht aufgc- troaen worden ist, nicht veröffentlicht oder wenn er die Veröffentlichung einer amtlichen Berich, tigung unterläßt. Wenn die vont Gericht aufgetragcne Ver- öffentlichung nicht erfolgt, so werden über Antrag desjenigen, der die Berichtigung eingesandt hat, alle Nummern der betreffenden Zeitung so lang« beschlagnahmt, bis der Abruck der Berichtigung ausgcwiesen ist. Wenn die betreffende Zeitung zu erscheinen oufgehört hat, kann da» Bericht demjenigen, der die Berichtigung einge- ändt hat, das Recht erteilen, aus Kosten de» Herausgebers und Eigentümers der eingegan- genen Zeitung die Berichtigung in einer oder einigen anderen Blättern zu veröffentlichrn. DaS Gesetz enthält auch eine Bestimntung zttnt Schlitze der Zeitungen gegen unwahre Be. richtigungen. Die Aufnahme enter Berichtigung, >ic den formellen Erfordernissen des Gesetzes entbricht, kaztn, ebenso wie im bisherigen Rechte, nicht deswegen verweigert werden, weil der Inhalt der Berichtigung unwahr und der Inhalt der berichtigten Nachricht wahr ist. Wenn jedoch in einer Zeitung eine preßrechtliche Berichtigung veröffentlicht worden ist, von welcher der Berichtigende weiß, daß sie unwahr ist, so kann Vr Eigentümer der Zeitung von dem Berichtiger die Bezahlung einer Gebühr für die Beröksentuchung »er Berichtigung verlangen und Überdies den Er- ätz de« wirklichen Schaden», welcher ihm durch sie Veröffentlichung der Berichtigung entstanden ist. Wie man sieht, handelt es sich bei dem neuen I um weittragende Aenderung Art und Weise erfolgte, entscheidet da« Gericht Gesetze keineswegs über Ersuchen desjenigen, der die Berichtigung der bisherigen RechtSzustandes. Di- Position des nut B-stwlisch-S Mtraut. Spates Geständnis: Unternehmer bezahlen die Nazis. (JTF) Jahrelang haben di« Notionalsozta- listen geschworen, auch nicht einen Pfennig von Unternehmern erhalten zu haben. Jetzt bringt daS Organ Adolf Hitler», der„Völkisch« Beobacht«!", am 16. Juni folgende» Geständnis: Am schwarzen Brett. Partei- und oberster SA.-Führer. Rmchsschatzmeister. Anordn m>g. Sämtlich« Dienststrllen der NSDAP, ern- schließlich SA., Hitlerjugend und NSBO. usw. bis herab zur kleinsten Untergliederung sind verpflichtet, so weit sie«in« laufend« Unter« stütz» ng au» WirtschastSkreisen beziehen, sofort die Höh« und Quelle dieser Unterstützung in eingeschriebenem Bries« an die Kanzlei de» Führer» im Braunen Haus zu melde», gez. Rudolf H e h. gez. Schwarz. Damit steht fest, daß nicht nur die NSDAP, und SA., sondern ebenfalls die NSBO. von Unternehmern finanziert wurde und wird. Polizeiaktion gegen Koraminlsten. Berlin, 29. Mai. Au» einer ganzen Reihe von Stödten wird gemeldet, daß die geheime StaotSvolizei neue Organisationen der kommunistischen Partei sichergestrllt und viele Funktionäre und Kurier« verhaftet habe. In Hamburg kam di« Polizei in den Br- sitz des neuesten OrganisationsplanrS der KPD. im Bezirk Wasserkante. Der Bezirksleiter N i k» fei, der früher Parteisekretär in Bremen war, und zahlreiche Instrukteure wurden fkstgenommen. Auf Gund ocS bei ihnen vorgesunden Materials wurden die politischen Leiter in den einzelnen Stadtteilen, der Leiter des Kurierdienstes und viele Kuriere verhaftet., und zwar insgesamt 93 Personell. In einem Ort bei Leipzig mar vor II Tagen eine neue Karthotek der KPD. gefunden worden. Daraufhin wurden 20 kommunistische Kuriere verhaftet. Ihre Waffen wurden in Schornsteinen vermauert gefunden. DaS führte zur Verhaftung von weiteren 50 Personen, die wegen Hochverrat angrklagt werden sotten. In der S'adl Hagen wurden 23 Bcrhaf- tungen voraenommen. unter Brennholz versteckt fand man Broschüren anS der jüngsten Zeit vor; eine entzifferte Geheimschriff soll wichtige Finger- zeige für daS Vorhandensein kommttttlsttscher Organisationen im Reich gegeben haben. Die weitere Untersuchung Hal hier nach der am.lichen Meldung die enge Zusammenarbeit mit ehemaligen Sozialdemokraten und Reichsbanner. Angehörigen ergeben, die ebenfalls in.Haft ge- nommen wurden. In BreSlau erfolgten in derselben Sache vierzehn Verhaftungen, in B e u t h e n sechzehn. Nene Verhaltungen von Nationalsozialisten. Berlin, 29. Juli. Tic Geheime Staatspolizei verhaftele die BetriebSzellen-Funktiottärc im Kraftwerk Strahlau-RummelSburg, im Kabel- werk Obersprce und in der NAG-Schönewtide.— Infolge von Insubordination und aufrührert- scher Gesinnung wurde eine große Anzahl von Angehörigen der früher in Berlin berühmten „Mordstürme" 33 und 17 verhaftet und ins Kon- zentrationSlagcr gebracht. »eine Zeugen gegen Torgier! Berlin, 29. Juli. Aus absolut zuverlässiger Oucllc erfahren wir, daß die neuerliche Brr- schicbung dcS Reichstagsbrand Prozesses darauf zurückzuführen ist, daß die Beamten des Reichstages, trotz des vom Untersuchungsrichter Vogl auf sic ausgcübten Drucks, übereinstimmend bekundet haben, kein Fremder habe am 27. Fcbcr den Reichstag betreten. Wenigsten» durch di« Turen, die nicht zu Goering führen. Tagesordnung de» Internationalen Gewerk- schastSkongresse» in Brussel. Die Tagesordnung des sechsten ordentlichen internationalen Gewerkschaftskongresses, der vom 30. Juli bi» 3. August 1933 im Palais des Braux,-Arls, Rue Ravenstein, in Brüssel tagt, lautet wie folgt: 1. Eröffnungsansprache dcS Vorsitzenden W. M. Citrin«. Begrüßungsreden. 2. Wahl der Mandat- Prüfungskommission und der,anderen Kommis- sioncn. 3. Tätigkeitsbericht. Bericht über die Tätigkeit der Gemeinsamen Abrüstungskommission. Finanzbericht und Bericht der RcchnungSreviso- reu. Berichterstatter: Walter Schcvenels. 3. a) Aktion gegen Fascisntus(insbesondere in Deutschland und Oesterreich). Berichterstatter: Walter S ch e v e n e l S. 4. Planwirtschaftliche Forderungen de» JÄB. Berichterstatter: Läon Jouhaux. 5. Sozialpolitische Richtlinten des JÄB. Berichterstatter: Corn. Ä e r t e n S. 6. Unterrichts- und Bildungsprogramm des JGB. Berichterstatter: Georg S t o l z. 7. Statutenänderungen. Eingliederung der IBS In den JGB. 8. Anträge und Vorschläge. 9. Wahlen. 10. Festsetzung der Stadt, in der der nächste Kongreß stattfinden wird. Seile 4 Sonntag, 80. Juli 1088 Nr. 176. Herzschlag vor-em Untersuchungsrichter. Der zweite Beschuldigte in der Brünner BetrugsaffSre gesteht und stirbt. Vrünn, 20. Juli. Die Untersuchung des BetrstgeS mit dem Scheck auf 75.000 R, der in der Postsparkasse in Brünn begangen wurde, hat unter tragischen Umständen ihren Abschluß gefunden. Der zweite Teilnehmer an dirscm Betrug, Nova Sek, wurde am 28. Juli aus der Pouzeidirektion in Brünn einem neuerlichen Verhör unterworfen. Aus Ren« über daS Schicksal seiner zwei unversorgten Kinder uird feiner Frau legt« er das Geständnis ab, daß er den Scheckdiebstahl auf Anstiftung feines Schwagers Franz Chladil begangen habe. Cla- dil war bereits ein Jahr ohne Anstellung, und Nova Sek erhielt ihn während dieser ganzen Zeit von feinem Gehalt. Chladil war ziemlich anspruchsvoll und um Novaöek seine Auslagen zu ersetzen, brachte er ihn auf den Gedanken, in der Zweigstelle der Postsparkasse in Brünn, wo No- vaöek beschäftigt war, einen Scheck zu stehlen. Novaoek tat dies. Das Geld, 75.000 X, behob Ehladil. Er ließ sich davon«täva 15.000 X und deck Rest von 60.000 K vergrub er mit seiner Schwester Anastasia Novaäkova in den Wäldern zwischen Bilovice und SobSSice. Seiner Schwe- T a gesneuigkeiten Schreckliches Skseubahuugiück iu Italien. Lut du Strecke Neapel—Foggia stieß am Abend de» 20. Juli ein Schnellzug mit einem Pusonenzug zusammen. Der Anprall geschah Mit solcher Wucht, daß die ersten Wagen de» Per- sönenzugcs vollkommen zertrümmert wurden. Äch t Tot«, davon fünf Bahn- und drei Postbeamten und zwanzig Verletzte, darunter sich vier in Lebensgefahr befinden, waren da» tragisch« Ergebnis. Die Ursache des Zusammenstöße« ist bisher unbekannt, auch weil die Behörde, aus Gründen der Prestige und der öffentlichen Ruhe und auf Befehl des Duee, versucht hat, die Bekanntgabe de» Unglückes zu unterbinden. * Roch ei« italienisches Eisenbahnunglück. Florenz, 29. Juli. Nahe dem Bahnhof lief hier ein Personenzug infolge falscher Weichenstellung auf«inen Güterzug auf. 20 Reisende wurden verletzt. Bost SSÜen erschlagen. AuS I g l a u wird uns geschrieben: Freitag, den 28.Jul» setzte sich der Arbeiter I. MopilS im Magazin dcS En-Gros-Geschäftes Koten, ermüdet von der MittagSglut, unter einen Haufen Von Säcken mit Mais. Plötzlich gerieten zwei Säcke im. Gewicht von 100 Kilogramm in Bewegung, fielen auf den Arbeiter und brachen ihm die Wirbelsäule. Mopils wurde mit tödlichen Verletzungen von der Rettungsstation in das Krankenhaus geschafft. Er ist Vater von zwei Kindern. Achtzehn Flüchtlinge ans Slzlllen. AuS B i f e r t a(Tunis) wird gemeldet, daß dort achtzehn Sizilianer, darunter ein 87jährigcr Greis gestrandet sind. Sic hatten in einem Leinen Segelschiff das Meer überquert und befanden sich in einem fürchterlichen Zustand von Unterernährung. Sic erklärten, ihr« Heimat vcr- kaffen zu haben, um einer langsamen Bcrhun- geruna durch das sascistische System der Raubwirtschaft zu entgehen, da jede Arbcits- und Er- werbsmöglichkcit in Sizilien fehlt! Die„Ailantrque" wird repariert. London. Der seinerzeit einer Brandkatastrophe zum Opfer gefallene französische RiescndamPser„AtlantiqUe" wird nun doch repariert werden. Entgegen den Ansichten der französischen Ingenieure hallen die englischen Sachverständigen der Versicherungsgesellschaft eine Reparatur für möglich. Tic„Atlantique" wird in, einen englischen Hasen, wahrscheinlich nach Belfast, geschleppt werden, wo schon in der allernächsten Zeit die Reparaturarbeiten beginnen sollen. Ihre Kosten werden auf 800.000 Pfund veranschlagt. Ti« Baukosten der„Atlantique" betrügen seinerzeit 3.2 Millionen Pfund. 300 Spanier Gefangene der Eingeborenen. Paris, 29. Juli. Nach einer Meldung des „Journal" aus Madrid erklärte der parlamentarische Untersuchungsausschuß in Spanisch- Marokko, daß 300 spanische Offiziere und Soldaten von den eingeborenen Stämmen gefangen- aehälten Weichen. Das Blatt bringt diese Mel- düng mit der. Ankündigung in Verbindung, daß im September in Spanisch-Marokko u m- fassende militärische Maßnahmen ourchgeführt werden sollen. Balbo»stpert. Shal Harbour, 29. Juli. Der Start des Flugzeuggeschwaders des Generals Balbo nach Valencia m Irland ist bis aus weiteres verscho« ster sogt« er, daß er das Gell» im Zuge Bei der Fahrt von Pr«rau nach Brünn gesunden habe. Chladil und seine Schwester NovaÄova verrieten dos Versteck des Geldes dem Heinrich NovaSck nicht, weil sie befürchteten, daß NovaLek das Geld verbrauchen würde. Novaöek wurde in dtr Nacht vom 28. auf den 29. Juli mit feiner Frau konfrontiert, der er befahl, das Geld der Polizei ouSzuliefern. Die Novoökovo führte darauf sic UnterfuchungSorgonc an die Stell«, wo doS Geld verborgen war. Zwölf Fünftausend- kronennoten waren in einer kleinen Flasch« hinterlegt, die nicht verkorkt war, so daß oas Wasser in die Flasche eindringen konnte und die Banknoten zum Teil bereits beschädigt waren. Novaöek brach vor dem Untersuchungsrichter nach feinem BuhgeständniS, als ihm das gefundene Geld gezeigt wurde, zusammen und starb, offenbar von einem.Herzschlag getroffen. Die Ursache seines Todes wird durch di« Seziermrg festgestellt werden. , Der Betrug hat daher zwei TodeS- o p f e r gefordert, da Chladil sich bekanntlich in der Polizeizelle erhängt hat. ben worden. Di« Verschiebung ist erfolgt, weil die WitterungSverhältniffe über dem atlantischen Ozcan sich verschlechtert haben. Wahrscheinlich«» Weit« heut«. In der Westhäkft« der Republik: Wechselnd biS vorwi«. gcnd bewölkt, strichweise Regen oder Gewitter, mäßig warm, auffrischender Wi>w au» südlichen Richtungen. In der Osthälft« der Republik: zu- meist heiter bi» wechselnd bewölkt, strichweise Gewitterneigung, warm. Ucberraschte Einbrech« schießen. Au» Strar. nice(Bezirk Hodonin) wird gemeldet: SamStag nachts gegen 3 Uhr drangen unbekannt« Täter in die Wohnung des staatlichen TiftriktSarzte» Dr. Emil Fiala in Stratnie« ein, wurden jedoch von Fran; 6ajka, der in der Wohnung dcS Arztes schlief, überrascht. Ti« Räuber feuerten gegen ihn mehrere Schüsse ob und verletzten ihn an der rechten Hand. Vasko wurde in da» Kron- kcnhauS von Ung.-Hrodifch cingeliefert. Ob die Täter in der Wohnung des Dr. Fiala etwas ent- wendeten, konnte bisher noch nicht festgestellt w«rden. Ein dritte» Todesopfer der Brünner Feuerwehrauto-Katastroph«. Am vergangenen Freitag ist im Brünner Arbeitcr-Unfallspital der Ehauf- fcur Spendier, der bei dem schweren Unfall eines Auto» der Brünner tschechischen freiwil- ligen Feuerwehr schwer verletzt wurde und dem ein Bein amputiert werden mußte, gestorben. DaS Begräbnis findet am kommenden Dienstag statt.— Am Freitag wurden die beiden ersten Todesopfer der- Katastrophe, der Oberlehrer Karl Fuchs und der Fleischhauer Franz Petlach unter großer Beteiligung der Brünner Bevölkerung u»ck> der Vertreter aller Brünner Feuerwehren und RettungSabsteilungen zu Grabe getragen. Da» Kinderelcnd in der U. S. A. Wie au» dem Bericht de» ärztlichen Leiters der Kinderhilfsgesellschaft, Dr. Charles B. Conklin hervorgeht, litten im Vorjahr nicht weniger als 47.5 Prozent der Kinder, die in den Spitälern der Stadt New Dork gepflegt wurden, an Unterernährung. Dr. Conklin verwies auf den äußerten Ernst einer solchen Lege eines so großen Teiles der Kinder dieser Stadt. Abgestüft« Sittlichkeit. TaS Bayrische StaatS- miiiistcrium verordnet: Zum Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstandes wird verboten, in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern gewohnheitsmäßig zwecks Erwerbes die Unzucht auszuüben. In der Verordnung heißt cs wörtlich:„Das im Widerspruch mit den bestehenden Bestimmungen erfolgbndc öffentliche Ankündigcn, Anpreisen oder Ausstellen von Gegenständen oder Verfahren, die zur Verhütung von Geschlechtskrankheiten dienen, ist mit allen gesetzlichen Mitteln abzustellen." Also systcmatilche Züchtung von Geschlechtskranken! „Der Atheist", das Organ der Internationalen Freidenkerunion, das unter der Leitung dcS Genossin Hartwig stand, mußte sein Er- cheinen infolge der deutschen Ercigniffe ein- tcllen. Das Blatt wurde in Deutschland, wo eS die meisten Abnehmer gehabt hatte, verboten. Geräuschlose Flugzeuge. Ein junger japanischer Ingenieur hak eine Vorrichtung zur Herabsetzung des PropcllergeräuscheS bei Flugzeugen erfunden. Er wird demnächst seine Vorrichtung, durch die sowohl der Motor als auch der Propeller(?) eingekapselt werden, der Heeresverwaltung vorführen. Eine Wagn«—Brahms-Reliquie. In Zürich ist gegenwärtig ein Fremdenbuch ausgestellt, das ein« kleine Rarität der musikalischen Welt darstellt. ES handelt sich Uttt das Fremdenbuch eines ehemaligen kleinen Gasthofes Sonnenberg in SeeliSberg über denr Vierwaldstätter See. Auf demselben Blatt haben sich Richard Wagner und Johannes Brahms eingetragen: An: 20. Juli Wagner mit den Worten„Wagner Richard, Com. pomst, Ludern" am 19. Juli 1866 Brahms, der damals mit Theodor Kirchner eine Ferienrcrse durch da» Land der Eidgenossen unternahm. Stärker« Beteiligung der tschechoslowakischen Exportindustriie an der Prager Herbstmesse. Wie daS Prager Meffeamt mitteilt, werden sich nach dem jetzigen Stande der ÄuSstelleranmeldungen die verschiedenen Zweige der tschechoslowakischen Exportindustrie an der kommenden Prager Herbst- meffe stärker als andere Jahre beteiligen. Viele der früher auf ausländischen Messen vertreten gewesenen Firmen mieteten im Hinblick auf den zu erwartenden stärkeren AuSlandSbesuch bei der PMM. Kojen. Lin Ratten-Paradie». Tausende von Rakten und Feldmäusen haben daS Land und die Häuser in der Umgebung von Jajze in Bosnien überfallen. Die Bauern können nicht mehr schlafen, weil ihnen die Tiere bei Nacht über die Körper laufen, und di« Erntecrträgnisse sind durch diese Plag« schwer bedroht. Aber die Einwohner wagen nichts gegen diese Hoxhen zu unternehmen, sondern sehen der Plage untätig zu. Wrrnm? Sie haben Angst. Ter Rattenfänger Marko Kaj- taz ist nämlich vor kurzem, als er auf den Feldern den Ratten nochstellt«, vom Blitz getroffen tot niedergestürzt. Die Bauern sehen darin die .Hand Gottes und glauben, daß er die Ratten und Mäuse schütze. Ausgrabung eine» römischen Tempel». Au- Rom wird uns geschrieben: Die jüngst ausge- nommcnen Ausgrabungen bei Tempel der Venus Gcnctrix haben unverhoffte großartige Resultate ergeben. In einem Graben, zwischen der Stützmauer, welch« di« Basilika Cegli Argentari von der Bia Jmpero trennte, fand man fast vollständig erhalten das Podium des Tempels in seiner Quadralstruktur im Niveau der heutigen Straße. Nach Entfernung von Erdmaffen fand man die gesamte Tempelzelle in der ursprünglichen Höhe der Apsis, in der die Statue der Venus Genetrix gestanden ist. Auch hat man mehrere wertvolle Säulenstück« gefunden und ein zweites Podium an der Seite des Tempels. Tiefer Tempel, der ein großes Porträt gegen das Kolosseum hin besaß, hatte kein Sticgcnhaus, sondern Seitcnstic- gen, die zum Teil noch vorgefunden wurden. In der gleichen Art war auch der Tempel des Julius auf dem Forum Romanum gebaut. Zusammenstoß in der Kurve. Freitag abends fuhr ein mit vier Personen besetztes reichsdeutscher Personenautomobil, ans Leipzig kommciid, von JoachimStal gegen Karlsbad. Beim Radium-Pa- lace-Hotel, wo die Straße eine scharfe unübersichtbare Kurve macht, stieß daS reichsdeutsche Automobil, daS auf der falschen Straßenseite fuhr, mit dem staatlichen Autobus der Strecke JoachimStal— Schlackcnwerth zusammen. Bei dem Unfall erlitten drei Personen de» reichsdeutschen Automobil» leichtere Verletzungen, während der vierte Jnsaffe, der Kausinann Samuel Wein, einen schweren Beckenbruch erlitt und in daS Karlsbader Krankenhaus überführt werden muhte. Nach der ersten. Hilfeleistung und Roentgenisierung im Karlsbader Krankenhaus wurde Samuel Wein in da« Fink-Sanatorium überführt. Ein Raketenboot auf der Moldau? In d«n nächsten Tagen sollen aus der Moldau die«rsten öffentlichen Versuchsfahrt«« mit einem Raketenboot stattsinden, welches von Jng. Oöcnaäek, dem Sohne des bekannten tschechoslowakischen Fachmannes in der Raketentechnik, konstruiert wurde. Das Boot ist „Wasserrakeie" benannt worden und ist mit einer speziellen- Raketrnpumpr angetrieben, welche in der Fabrik Sigmund-Pumpen konstruiert wurde. OLe- naöeks Erfindung beseitigt die bisherigen Nachteile der Boot« mit Schiffsschrauben namentlich dadurch, daß rS nur einen minimalen Tiefgang benötigt. Einzelheiten darüber werden in allernächster Zeit publiziert werden. So betitelt sich der Festabend zum 1. Internationalen Arbeitersporttug am Freitag, den 4. August, im herrlichen Nussiger Warmbad.— ES wird eine würdig« proletarische Kundgebung.— 7 Uhr: Fanfaren, Aufmarsch der Schwimmer und Schwimmerinnen mit dem F estlicd„Rote Fahne", großer Chor der Ausfiger VolkSsinggemeind«. Rezitationen, Waldhornquartett d«S Aussiger Stadl- theaterS, Kunstspringen, Stilfchwimmen, Schcrz- springen bis um 9 Uhr. Ab 9 Uhr bei festlicher Beleuchtung: Reigenschwimmen— Marmorgruppen— Figurenlagen. Auf den großen Sprungtürmen: Fackel- und Feuerkeulenschwingen. Abschluß: Höhen- euer, und Feuerwerk.. 300 Mitwirkcud« bestreiten daS Programm und werden den Besuchern«inen unvergeßlichen Feierabend gestalten. Wir rufen alle Arbeiter und Arbeiterinnen zu einem Massenbesuch Freitag abend 7 Uhr, Warmbad Kleische, zum„Proletarischen Feierabend" auf. ♦ Als Aostenersatz wird im Vorverkauf lie 1.50, an der Kassa 2 lü erhoben. * 1. Internationaler Arbeiter-Sporttag. Die Fest, leitung macht aufmerksam, daß alle Wettkämpfe: hre Quartieransorderung durch den Verein einenden müssen. Sie ersucht,' bestimmt Quartier« anzusordern.\ * Dai Lied„Die Rote Fahne" ist da» Fe st lieb der er st en Internationalen Arbeiter- fporttageS. Text und Noten im BupdeSliederbuch Seite 18. Sonderdrucke(Noten und Texti um, 20 Heller bei allen Turn-BezirkSleitunqen e.rbältlich. * Der„Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbuud", Turn-Teplitz, stellt den größten Teil der, Weilkämp- ser für Radsport beim ersten internationo« len Arbeitersporttag in Aussig. An den Kämpfen um die Festmeisterschast im Radballspiel und im Kunstfahren sind nur Fahrer unseres deutschen Arbeiter-Radfahrer-BundeS beteiligt. 30 Radballspiel« sind notwendig,•■unr die Feftmeister im. Zweier- und Dreier- Radballspiel zu ermitteln. Im Kunstfahren sind die besten Mannschaften und Fahrer des Bundes gestellt. Interesse wird daS Propagandaspiel im Sechser- Rasenradball' erft-er Kreis gegen zweiter Kreis auslöscn. Tas 60- Kilometer- Straßenrennen ist international besetzt. Hier werden die besten deutschen und tschechischen Arbeiter-Rennfahrer erstmalig miteinander um den Sieg ringen. 4 0 Fahrer gehiU an den Start. Mehr als 9 Stunden beansprucht die Durchfiihrung des RadsportprogrammrS und wird sicher viel« Genosien und Genossinnen für den schönen Radspor: gewinnen. Mitglieder. M Bunde- richten die Bestellung auf Dauerkarten, Tageskarten, Fahrausweise usw. an daS Bundes- Sekretariat: Arbeiter- Rad- und Kraftfahrer- Bund tSR., Turn- Teplitz, Mariascheiner Straße 16. Vom Rundfunk Empfehlenswertes au» den Programmen. Montag: Prag: 10.10: Konzert. 11: Blasmusik. 15.10: Schallplatte». 18.80: Deutsche Sendung: Dr. Aranyosi: Wie du gehst— so bist du. 20.25: Mandolinenquartett.— Brünn: 11: Blasmusik. 17.05: Pfadfinderfunk. 18.25: Deutsche Sendung: SudetendeütfchS als Schriftsteller. 21: Konzert.— Wien: 12:' Mittagskonzert. 19: Unterhaltungskonzert, 20.45: Sommernachtsträume.— Heidelberg 15.80: Kinderfunk, 17.45: Liederstunde.— Breslau 20: Volkstümliches Konzert.— Hamburg 17: Jugendstunde. Leipzig 20: BlaSkonzert.— Berlin 16.30: Romantische Musik. Dienstag: Prag 11: Schallplatten, 13.40: Schallplattcn, 18.30: Deutsche Sendung: Liederkonzert, 19,10: Violoncellokonzert, 19.50: Reise um die Welt aus Schallplatte», 20.15: Liederkonzert, 20.4: Bärtrag über die Schweiz.— Brünn 10.10: Konzert des Salonorchesters, 17.55: Kinder in Ferien, 18.25: Deutsche Sendung: Brünner BauauSstcllung, 19.10: Lieder.— Wien 15.35: Berühmte Arien, 16.50: Bergsteigen und Wandern, 18.80: AuS der Kultur der Inka, 19: AuS deutschen BolkSopery, 22.39: Abendkonzert.- Frankfurt 21.50: Alte deutsch« Lieder.— Mühlacker 17.45: Eine Stunde Hermann Bahr, 21.20: Oboenmusik/— Leipzig 2C: Unterhaltungskonzert. beseitigt. In Prag III wurde von dem Sturmwind die BlechkupPel der St. Thomas- k irch e fo r tgc rifsc n. Die Kuppel blieb an dem Draht eines Blitzableiters hängen. Die herbeigerufcne Feuerwehr nahm SichcrungSmaß- inihmen vor, da die. Kuppel wegen ihres großen Gewichtes nicht heradgenommen weiten konnte. Es werden Sachverständige berufen werden müssen, um Abhilfe zu schaffen. In der Militär- fchwimmschule wurde von dem Sturm das Dach des Kabinenraumes fortgerissen. Hiebei wurden sechs Personen verletzt, denen auf der Rettungsstation ärztliche Hilfe zu Teil wurde. Auch in anderen Teilen der Stadt wurden an verschiedenen Stellen Bäu.me entwur- z e l r, was vereinzelt zü VerkehrSutiterbrechuN- llWiiiiliillilliiiliillillliillllilWliliiliiliiillilllliiililiiiliilillillillliiiiiliiiiilliiiiiiiiilliiiiiillliiiliillillliillllllliiiWiiiliiiillWiillilililiililllllilllililliiliiliilliliiliiliiiiiliiliiiiiilliiiiiiilliiiiililliilllliililiilill Schwerer Sturm über Prag. Sine Frau im Baumgarten durch einen entwurzelten Baum erschlagen. Prag, 29. Juli. Nach der ungewöhnlichen Hitze der letzten Tage ging heute nachmittags um 17 Uhr über Prag ein starkes Gewitter nieder, daS außer von einem wolkenbruchartigen Regen von einem außerordentlich hcstigen Sturm begleitet war. Im Baumgarten wurde die Frau eines Rcchnungsadjunkten des Auhen- minlsterium» Anna Sladkovü von einer durch den Sturm gebrochenen Weide so schwer verletzt, daß sie wahrend des Transportes ins Krankenhaus starb. In der Prager Altstadt riß der Sturm vom Neubau der philosophischen Fakultät auf dem Platz vor dem Parlament einen Teil des Blechdaches weg. Das Blech im Ausmaße von etwa 50 Quadratmetern, fiel in die Josef- skä und wurde von der hcrbeigeeilten Feuerwehr fgcu führte. iniiinHiiiiHHiiiiimiHiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniimiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiinniiiii»iiiitiiiiiiiiiiiiinuiiiiiiiniimiiiniiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHniiiiinnniiiiiiiiiniiiniinnimii>uiinini Wt 178 Tonntag, 80. Juki 1088 Seite 5 Bienrn verhindern einen Nanbmord. Humor ü la Gleichschaltung. Sm„Arier" und«In Jude untechakten sich. Sogar ganz sreundlich. So ettva« gibt es noch. Aber ti ist nicht ungefährlich. „Hm", sogt der Jude,„gestern habe ich Steuern zahien.müssen. Schrecklich. Daß man mich nicht au», gezogen Hal, war ein Wunder— „Aas", staunt der Arier,„Steuern haben sie gezahlt? Mensch, dürfen Sie denn da»—?" * Exminister Hugcnberg trifft einen Bekannt«!», der ihn mit dem Zuruf begrüßt:„Herr Minister, Eie sind noch nicht oechastet?"„Im Augenblick gottseidank noch nicht", erwidert Hugcnberg,„aber bitte, ti bleibt unter utr»! S» darf sich nämlich nicht hcrumjprcchen— * „TL geht doch Vorwort» im„Dritten Reich", sagt« der Bäckermeister L. zu seiner Frau,„der Broipret» har wieder angezogen. Sag' einer, wo» er will; so ein vertrünstigcr. Sozialismus ist da» Ideal« für den Mittelstand!" O v y. VMNIIlWllMMlMMiilMlllllllllMMlllMMIllMMIWlWIllM Talung Fi stiegt mit dem Wind. Talung Fi war ein Tropfen im Menschen- ozean der Mandschu. Ein Sandkorn im Schatten der Pekinger Stadtmauer. Der Sohn de» Kupser- schmirdeS am südlichen kleinen Weg. Blinkende Hämmer tanzten dort auf rot» kupferner» Pfannen. Klopf-klopf. Bon Sonnenaufgang bi» Sonnenuntergang. Im Klingklang der Hammer wuchsen Söhne und Töchter.- Sie wuchsen beim Nachbar linkt so, wie beim Nachbar recht». Auch der über der Strohe hatte Söhn« und Töchter. Millionen Chinesen hatten Millionen Kinder. Einer aut diesen Millionen war Talung Fi. Eigentlich hatte er kupferne Bänder dünn und breit zu klopfeir. Bon Sonnenaufgang bi» Sonmnuntergaitg sollt« er da» tun. Fleißige Schmiede hammer:en auch noch beim öligen Schein der Lampion». Talung Fi tvar«in nicht ganz recht geratener Sohn. Er tat seine Arbeit. Aber da» Kupfer» gcklinge klebte er.nicht so, wie c» sein Baler liebte. Talung Fr sollte nur Kupfer klopfen und seinen Baler ehren. Aber er träumte außerdem noch und trieb schlimmere Sache»». Dom bucklichen Schreiber am Nordeck der lleinen Straße lernte er die großen Gedanken der Gelehrten au» der schwarzen Tusch« lesen. Er lernte e», alte Weisheit mit neuen jungen Träume»» zu mische». Wen» Taliing Fi auf seiner Bastmatte lag, dann schlief er nicht wie alle' ehrlichen Kupfer» schmied«. Nein, er lag der mi: vssenen tArigen und: bte schloß er nur, wenn jemand in die Nahe kam. Dar olle» still, dann starrt« er wieder dem gelben sktlen Mond in da» Gesicht. Weil er bei Tag sein Kupfer klopfte, drum ließ man ihn starren. Nur der Baler dacht« kummervoll daran, daß au» einen» Träumer—— Niemand wunderte sich besonder», al» Talung Fi bei einem Verbrechen ertappt wurde. Einem Schwan au» dem kaiserlichen Garten hatte er den Hak» umgedr«ht. Ten schönen langen Hal» — einfach au» Bosheit umgedrcht. So gefährlich sind Träumer. Wenn Träumer aber weißen kaiserlichen Schwänen den Hal» umdrehen, lange sind sie dann nicht mehr gefährlich. Einmal genieß«» sie allerdings noch große unverdient« Ehre. Sic de- kommen die seidene Schlinge de» kaiserlich-himmlischen Gerichte» um den Hal». Ein« seidene Schling«— zuletzt jedoch starben sie ebenso schnell, wie alle anderen am Hanfseil. * Sonderbare Reden führte Talung Fi vor den alten klugen Richtern. Bon» Flug der Bügel sprach er. Wie der Flug der Schwäne so weit- auSholend vorwärtsdrängend sei. Er dacht« nicht an die seidene Schlinge und erzählte ihnen von den langen weiße» Schwingen, von den starke»» Kielfedern der Schlvanenstugel. In Luft formt er mit'seine»» Händen di« welche Rundung der Flügelenden. Flüsternd lächelnd träumte er vom geruhigen Segeln in »varnrwehender Luft. Al» sie ihn frag'«», warum er sie dann tötete, dies« stolz«»» weißen Schwäne, da leuchteten sein« Augen wie im Fieber. Auch der Mensch wolle fliegen, sagte er. Und— der Mensch werde fliegen. Di« weise»» alten Männer wackelte»» mit den Köpfen. Jedoch ihre korrekt vornehmen Zövse vertrugen nicht viel Getvackel. Dir-Zöpfe siegien über di« alte»» tveiien Männer. Der Träumer wurde der himmlische»! Güte und der seidenen Schling« empfohlen.— Weil c» kaiserliche Schwäne waren und er der Sohn eine» Kupfer» schmiedeS.. An diesem selben FrühlingSnachmittag saß Miong, der kaiserlich« Drachenbauer, vor viel Seidentuch und Ba»»»buSstäben. Miang wohnte in «inen» großen weiten-Haus. Beinahe jedoch mar di« Vorhalle zu klein für da» BambuSgestäbe zum neuen großen Drachen, der beim Fest de» Himmels steigen sollte. Miang hat!« auch die großen glänzenden Lugen der Träumer. Aber sei»» Mund war klein und hart;:' Auch Miang hatte große Wünsch«. Jedoch kannte er zugleich die Grenze feiner Kraft. Er war voll Phantasie und klug. Prüfend blickte er über das Linienaewirr aus schwarzer Tusche, das wie Spinngelvroe auf großen Papierbogen lag. Leis« gab Miang seine Einweisungen. Zwei Gehilfen schnitten Bambus» In der serbischen Gem«inde Trgist« hat dieser Tag««in Bienenschwarm«inen Raubmord an«iner alten Fra« verhindert. In Trglktc lebt in einer alleinstehenden kleinen Villa die verwitwete pensionierte Schul- direktorin Della B r a d i n s k a, eine schon über 60 Jahre alte Frau, die erst vor kurzem durch eine Erbschaft ihre Ersparnifle fast v«r d o p» Pelle. In Traistr und Umgebung hieß«S allgemein, daß die ehemalige Schuldirektorin mehrere hunderttausend Dinar besitze. Obwohl die Frait öfters von Freunden gewarnt wurde, hauste sie ganz allein In dem kleinen Haus. Di« Bi«ne« al» Lebensretter. Frau Bradinska hatte eine Passion: Ihre Bienen. Unweit der Billa standen»m Garten 80 Bienenstöcke und täglich betreute die alte Frau die kleinen Insekten. Am vergangenen Sonntag hörte Fra»» Bradinska seltsame Geräusche au» dem Garten. E» klang wte verhaltene» Stöhnen und Jammern. Die Frau fand neben den Bienenstöcken einen unbekannten Mann, auf dessen Gesicht und dessen Händen sich ein ganzer Bienenschwarm niedergelassen hatte. Rasch holte die Dillrnbcflh«rin Nachbarn herbei und mit einem Auto wurde d«r Unbekannte zum Arzt geskhafft. Der Arzt mußte den Unglücklichen, dessen Gesicht derart verschwollen war, daß»nan keine Gesichts.züge ausnehmen konnte, in seinem Wagen in da»»»Lchste KreiSkrankenhau» bringen. Die Aerztc konstan» ftäbe kürzer. Andere spannten ro:e S«ide über eine»»veiten Bambusrahmen. M Kirsch«» hinge»» reis In den Gärten. Alles Volk lächelte und war froh. Freudig bunte Wimpel flaüerte»» a>» la»»gen Schnüren. Würdig- farbkn« Fahne»» bauschten sich. Peking feierte das Fest vom Blauen Himmel. Aus der»veiten Wiese bei den kaiserliche»» Gärte»« stand groß und klein, Kopf an Kopf. Tausend fiutfe Drachen schwebten in der Luft. Ztvar ging ein lauer Wind. T«r nahm aber immer mehr an Stärk« zu. Hinten im Südei» standen«in paar schwer« Wolken. Miang der kaiserliche Drack)«nbau«r lächelte sein. Wem» die Sonne im Mittag stand, sollte der rot« Riesendrack)«»» in die L»ist reiten. E» ging der rechte Wind. Sein Versuch würd« gelingeit. Festlick)«« Geklingel zeigt« di« Stunde an. In langen Reihen standen die Soldat«» an den Seil«». Miang nickte.„Ye, faßt an!" schrie der Hauptmann, Ta»»»j klang der'langhallende Ton eine» großen Gong». All« Soldaten hatten fest angepackt und rannten über die freie GraSfläch«. Mit einem Ruck sprang der große Drachen an. Er bockte ein päarmal, stieg dann hobcr. Einen Augenblick standen die Soldaten still. Jedoch das rote Unge'üm war noch nicht im Höhenwind. Taumelnd kam der Drachen herunter. Wieder rannte»» die Soldaten. Gleichmäßig, ruhig, stieg der Drachen jetzt in den anschwellen- den Wind. Da» Volk jubelte. Der kaiserliche Drachen, bauer nickte den» Haupt»»»ann der Palastlvache zu Gebunden führte man Talung Fi heran Miang winkte mit den Augen. Da schnitt einer durch die Fesseln. Ungläubig lächelte der Träumer und nahm di« steif geworden«« Hände vom Rücken. Ehrfurchtsvoll blickte er auf Miang. Er »vußte, saß da» d«r große kaiserliche Drachenbauer sei. Aber bei aller Ehrfurcht mußte Talung Fi doch ein ganz kleine» bißlhen lächeln. Da» war also d«r große kaiserliche Drachenbauer. Er brachte viel BambuSholz und Seid« fliegend in den Wind. Selber fliegen aber, flirgev wie die weiße»» Schwäne, das konnte auch er nicht. Dom Prager Rundfunk. Das künstlerische„Ereignis" der Funkwoche war da« Hörspiel„Räuber Basco gründet da» gelobte Land" von Rudolf Fuchs. Bon Mitgliedern des Prager BereiuSiheaterS ml» viel Pathos und Klingeling vorgrtragrn. entfaltete sich vor uns ein alle- gorischeS Spiel, zu sehr Sinubild, um dichterisch wirksam, und zu uudeutlich, um al« Allegorie verständlich zu sei». Solches Spiel mit Worten, mal shakespearisch-krastgenialifch, mal klassizistisch deklamierend, bald märchcnlönend in der himmelblauen Pippatanziveis, dann wieder sachlich-schnauzig auf modern,— da- Hilst keilten»»veiter: wer Besseres gelesen hat, den läßt e- kalt, und dem clnsachen Menschen bleibtS Chinesisch... wirklich, Sorgen habe»» die Leut! Dam» aber brachte die Sendung einiges zum Nachdenken. Min.-Oberkomm. Dr. Ernst Krasnay sprach über„Mißbrauch sozialer Gesinnung". Man weiß, wie ernst und ehrlich der Vortragende es mit der Fürsorge für di« sozial Schwache»» mein». Daß Almosen an Bettler entwürdigend und umvirksam sind und verhältnismäßig oft an den Unrechten kommen, ist sicher. Andererseits aber bringt die r«glen»en«ierle Betckerhilfe mit Wohl- fahrtsscheinen in der Praxis den Armen, Hilflose»» in verhängnisvoll« Abhängigkeit von Sankt Bürokratius,—«he man diese- System empfiehl», müßt» matr erst einmal sicher sein, daß die WohlsahrtS- und ähnliche Aemter sich selbst als Diener und«ich» als anmaßliche Obrigkeit der Armen betrachten und benehmen Tic Scheu der Hilscbedürftlgen vor der öffentlichen Wohlfahrtspflege ist zu»n größten Teil durch die SHwersälligkeit und.(meist unbeabsichtigte) tirrten, daß der Mann in Lebensgefahr schwebte. Ein lange», scharfes Messer. Inzwischen hatte sich aber Gendarmerie und Polizei für den seltsamen nächtlichen Besucher interessiert. Leicht gelang eS festzustellcn, daß c» sich um den erst vor zwei Wochen a n S dem Belgrader Zuchthaus entlassenen Schwerverbrecher Ian DrgloS handelt. WaS der Brrbrecher im Garten der Frau Bradinska plante, war bald auSgesorscht. Ii» den Taschen des Mannes»vntcke ein langes, scharf- geschlisscneS Messer,«ine große Flasche Äetber ut»d ein Bund mit Nachschlüsseln gefunden. Ein«« Raubmord geplant. DrgloS konnte drei Tage kein Wort sprechen, er ist auf beiden Augen erblindet. Auf dem Krankenbett'hat er gestanden, daß er die Schuldirektorin betäuben und tot» stechen wollte» um sich in den Besitz ihre» großen Vermögen» zu setzen. DaS Geständnis legte er uitter furchtbaren Qualen schriftlich ab. Er gab an, daß er beim Anschlrichcn zur Billa plötzlich von zwei, drei Bienen umschtvirrt wurde. Er schlug eine Biene tot, aber wenige Sekunden später war sein Kopf von einem ganzen Schwarm bedeckt und er konnte nicht mehr flüchten. So sind die Lieblingstiere der alten Frau ihre Lebensretter geworden. Miang nickte ihm zu. Talung Fi verbeugte sich tief vor dem Alten. „Fliegen wolltest du, wie die Schwäne—" sagte Miang leise. Talung F» nickte. „Weißt du, daß der seidene S'rick Talung Fi betrachtete di« grüne»» GraL- büschel. „Ter Kaiser hat dir einen Weg—" Talung Fi sah aus. „Siehst du di« BambuSsprosstn am Strick dort. Bambu»sproff«n bi» zum Drachen." Talung Fi lächelte verstehend und froh. Er sah dem kaiserlichen Drachenbauer frei in st« Augen. Mianawandte sich ab.„Gut," sagte er kurz. „Du hast Mut. Klettere hinauf!" Talung F» kletterte. Da» Seil bog stch zu einer Kurve. Aber drob«»» stand der rote Drache»» und schwankte nicht. In Spannung folgte daS Volk diesem festlichen ZirkuS. Talung Fi kletterte leicht und schnell, Am Bauch d«S roten Drachen hatte Miang ein BambuSgestäbe angebaut. Talun g F» hinein— saß nun auf dem bequemen Sessel. Die Menge jubelte, als sie ihn mit einem weißen Tuch« winken sah. Prüfend betrachtete Miang da» heran- ziehende Gewölk. Jede Minute machte den Wind steifer. Dort die grauen Wolkenfehen. Der Sturm kam an. Langsam drehte sich Miang zu seinem Gehilfen um. Der hielt eine glimmente Lunte. Miang nahm sie und ging zum Seil, daS jetzt straff und steil nach oben ging. Leise schaukelte der riesige rote Drachen hoch droben in der Luft. Stramm zog er ain angespannten Seil, an dem er— noch hing. An da» Seil geschmiegt lief eine dünne Schnur hinauf. Diese Lunte hatte Talung Fi nicht««sehen. Miang sah nach dem Führer der Palastwache und nick:«. Dann hielt«r die glimmende Lunte an die Zündschnur. Feiner, dünner Rauch lief rasch da» Seil hoch. Dann knallte cS rin paarmal leicht. Rauchwölkchen spränge»» auf. Sich spiralig drehensiel«« Oualmbüichcl herunter. Noch geschah weiter nichts. Nur da» Volk war unruhig gelvorden und drängte auseinander. Da» hatte Miang erreichen wollen. Taktlosigkeit der Amtsstellen verursacht. Besser schon »virkcn die privaten Hilfsvcrcine, unter denen Krasnay auch unsere„Arbeiterfürsorge" anerkennend erwähnte,— sie zu stärke»» muß unser unablässiges Bestreben sein, denn solidarische Hilfe durch dir Älassengenossci» wird am reinsten, uilbesangensten gegeben und empfangen. Immer wieder aber muß gesagt werde»», daß dies alles nur klägliche Be- schwichliguiigsmittel sind gegenüber der»»»sagbaren Not der Zeit,— daß diese Not,»vesenhaft mit der Klassengesellschaft verbündet», l» ihr nie ganz beseitigt werden kann, daß also erst die klassenlose, sozialistische Gesellschaft, Indem sie jedes ihrer Glieder mit gleicher Liebe betreut, der unmenschlichen Tatsache der Armut ein Ende bereite»» wird. Ein anderes Bild: in der landwirtschaftliche»» S e n d u n g erinnert Jng. Zankel seine Hörer an den Wert der landwirtschaftliche»» Vereine und Genossenschaften. Diesen erwachsen neue Aufgaben zu den bisherige»» sDurchführuiig der Steuerpauschalierung, Vorarbeit für die wirtschaftliche Gesetzgebung, Fortbildung der Landwirte in Borträgen usw.). Sie sind die Formen der berusSstäudi- schen Zusammenfassung der Bauern und sollten zunächst die Wirtschaft der kleinste»» und. natürliche!» WirtschaslSeinheiten, der Landschaften(Stadt mit den» umliegenden Hinterland) nach Erzeugung und Bedarf regeln. Aus solcheit wirtschaftlich gesunden Einheiten, di« zunächst di« gesantte eigene Erzeugung auStausche»» und verbrauchen und»Ur die Ucber- schüsse aus- und' da» Fehlende einsühre», würde sich die gesunde Staatswirtfchast aufbauen und wiüer nur dergestält Innerlich gesunde Volkswirtschaften können. sich, zu gedeihlicher Weltwirtschaft zusammentun. Nicht mchr als einzelne Kaufleute solle»» die Jetzt gab«S einen harten furpn Schlag. Diesmal sah man keinen Rauch: Das größte Stück vom Seil fiel llatschend auf di« Wirse. Schweig«»»- verfolgte die Masse da» Schau» spiel. Drob«»» taumelte der rote Drachen in den Böen. Ei»»«»» Augenblick,schien ei, al» wollt« er »ch drehend aus die Wiese stürzen. Ta» Gesicht des kaiserlichen Trachenbauer» »vor hart utw bleich. Seine weißlichen Hände batte er in die weiche Seide de» Kleide» verkrampft. Plötzlich ging ein befreiende» Lächeln über sei» Gesicht. Die-Hände löst«»» stch, hingen rei herab. Do» Bolt jubelt« Über ein geiungrne» Schauspiel. Der rote Drachen hatte sich ausae- richtet. Pfeilschnell slog er nun mit den Wolken nach dein Nord«»». In wenigen Minuten gab«» am Himtnel nur einet» winzigen roten Punkt. Nach einer Viertelstunde war auch dieser längst den Augen Peking» entschwunden. ch Nur Miang wartete in üen folgenden Wochen auf Nachricht über seinen roten Drachen und auf Nachricht üocr Talung Fi. Miang wartete. Er wartete vergeblich. Niemand brachte ihm Kunde an» dem Norden. Deshalb baut« Miang keine Ricsendrachen mehr, obwohl da» Volk sein Schauspiel haben wollte. Jedoch, al» im nächsten Sommer über viel« Münder die Kunde zu ihm lies, daß drob«»» im Norden beherzte Männer eine»» Jüngling aus ben Klau«»» eine» ro en Ungetüum» befreit hätten— da lächelt« der kaiserliche Drcnhenbauer wieder. Er bestellte viel la»tge» BambuSholz und schwere Rolle»» roter Seid«. Kurl Doderer, Killver voi» Arbeitslose«. Daz sind da« für Kinde» die warten, mit Namen und Nummern versehen; müde und hungrig, mit armen, elenden Bündelchen? Denen da» Leid und da» Leiden aus den Gesichtern geschrieben steh»? Wo ist die Dienschhcit, die sich der Kinder erbarmt, daß sie nicht leiden müssen? Wo ist die Liede, die all« an« Herz nimmt, daß keine» mchr klagend sein« Seele Im Antlitz trägt? Daß alle sich freuen möchten, wie junge Tier« wenigstens, für di« Baier und-Mutter genügend Nahrung und Weg« besorgen, daß sic spielend, sich freuen können im Sonnenschein? Ader sie sind nicht wie jung« Tiere, für die Baler und Mutter um do« Rosige sorgen, damit sie fröhlich tend frei spiel«»» und wachsen und reisen Menschenkinder sind sie— uttb doch nicht wie Kinder von Menschen— Aermer al» Tiere, von Menschen verlassen. Wären sie Tiere, so hätten sie: Obdach Bauern Geschäfte nwchcn, sondern in Genossenschaften geeinigt, wie dies die Molkereien für di« Milchwirtschaft schon bestens besorgen. Mancherlei ist hier verbunden und vermischt: es klingt nach Autarkie, wie sie Hitlers Wirtschaftsweise gerade jetzt auSdeuten; das rückwärtSgcwandte Ideal des Ständestaats leuchtet auf, während wieder die angeregten Produktiv- und VerkaufSgenossenschaften ein sozlalistsschcr Gedanke sind, jedenfalls die persönliche BerfügungSsrelhelt de« bäncrlichen Eigentümers über sein Produkt wesentlich einfchränken, wo nicht ganz mifheben würden Wenn auch zum Schluß die HItlcrphrase„Gemeinnutz geht vor Eigennutz!" erklang, so müssen unü doch solche Entwicklungen in» Bauernstand sehr interessieren. Bon hier an» finden mir den Weg zum mitteleuropäischen Agrarproblem, das mit den üblichen Klassenkatnps- dcnkschablone» keinesfalls gelöst werde» kann. Eins ist sicher: ohne oder gegen die Bauern kann ntan hier nicht zum Sozialismus kommen,— mit ihnen aber kommt er ganz gewiß und gründlich. Noch eine neckische Anmerkung aus dem Dritten Reich: zum erstenmal brachte die berüchtigte „Stnnde der Nation" am Mittwoch etwa» Gutes,— die Mozarwariationen von Reger. Und stehe da, sobald die Herren sich mit rassereiner Teutschkmrst großmn wollen, geraten ste auf Mozart, den Freimaurer, und Reger, den aufrechtesten Demokraten. War immer daS deutsche Volk Großer hervorgebracht hat,— immer kam eS von betten, deren Gesinnung heule als volksvcrräterisch verfolgt»oliv. Der deutsch« Geist zeugt wider die deutsche Sklaverei! Fürstenau. und Kleidung und Nahrung. Wären sie Kinder in der Gemeinschaft von Menschen: ste wären geborgen, zu-Hause, tm eigen«» Londe. Und wüßten um dl« Verbundenheit aller. dl».-•' Rr. 176 freiung-werk der Arbeiterklasse mit« arbeiten. Sie wird die neuen Menschen formen die gekräftigt an Leib und Seele sich einreihen in den Kampf gegen den Fascismus. Sie wird mit* Helsen, den deutschen Brüdern und Schwestern den Lag der Freiheit zu erobern. ES leb« die internal konal« Solidarität! Es leb« di« Arbeiter-Sport*Internationale! K. Bühren. Der Film Der faseistische üttuttmannfilm. Auch der Fascismus hat seinen Ehrgeiz; er will zeigen, daß cs nicht nur Leute in gut sitzenden Fracks gibt, er stellt uns eine Filmvifitenkarte zur geneigten Verfügung, auf der zu lesen steht, wie sehr er di« Arbeit achtet, daß er sie über alle«, also natürlich und vor ollem über die Liebe stellt und im übrigen der Ansicht wäre, cs gäbe auch Probleme unter den arbeitenden Mensche». Und dahin gehört eben, als typischer Fall die Fran zwischen zwei Männern. Das deutsche Drama hat so angesangcn, der Film hat so angefangen und seine tönenden italienischen Nachfahren tun Alei- cheS. WaS schon Rhighelli in„Ressurectio" gezeigt hat(allerdings in eleganten Fracks, Nacht, lokalen und Konzertsälen), das wurde auch Walter Rultmann aufgedrängt, der bessere Zeiten gesehen hat, als er seine unvergeßlich«, realistisch klare und technisch überraschende„Symphonie der Großstadt" schuf: ein Mädchen, das hier nicht ganz blondist, aber auch über di« Rrhauge» ihrer Konkurrentin aus RhighelliS Film verfügt, steht zwischen zwei Männern, welche die Arbeit ehrt. Einer ist gerade vom Militär zurückgckehrt und der Bcrsaglierihut schasst ihm Achtung und Ansehen, der andere arbeitet im Eisenwerk. Er hat seinem Freund während der zwei Jahre Ehrendienst uni« den Waffen daS Mädel wcggcschnappt; worauf wir schon mitten im Konflikt sind, der direkt am Rum- melplah beginnt. Denn dieser Rummelplatz ist nach altem Filmmustcr der gewöhnliche Aufenthaltsort des Proleten. Der Konflikt geht weiter, er üb», trägt sich bis in das Eisenwerk, beide arbeite» an einer Stahlpreffe und Pietro, der unglückliche Liebhaber, wird getötet. Sein Freund ist unschul- big; aber das Volk beschuldigt ihn der bewußten Tötung, die Katastrophe scheint zu nahen. Tech der Vater des Getöteten nimmt sich seiner an, das Mädel setzt ihm nach, als er durchgehen und Radrennfahrer werden will, er geht wieder ins Werk(denn der Sport und seine Trophäen sind nichts für die Sklaven von Mussolinis Carla di lavor«!!) und findet Genugtuung in der Arbeit. Das entspricht ungefähr der Vorlage von Piran- dello.— ES ist kein„L i e d d e r Arbeit"(wie der hiesig« Film lautet), das uns geboten wird;„zur Arbeit durch Liebe" ist ein alter, verlogener Begrisf, ein« abgebrauchte These der Herrschenden über di« arbeitende Menschheit, die wir niemals anerkennen können. Der Film, der sich mit der Arbeit beschäftigt, muß ihre Funktion im Gesell- schaftSlebcn darlegen, ihren Sinn und Zweck zeigen, die Gesellschaft analysieren. DaS ist hier mit Absicht vermieden: eS soll nur der Anschein gewerkt werden, als ob etwas geschähe für die Ar- beitenden, cs geht in neuem Gewand um den alten Schwindel: daß es nämlich, hier im Fascis- mus, den Werktätigen glänzend geht. Aber Rom hat Rultmann all« technischen Hilfsmittel gegeben, um einen in der filmischen Arbeit außerordcntliib wertvollen Film zu schaffen. Die Reportagen aus dem Eisenwerk, die Darstellung der Hochöfen, die Bilder der Arbeit selbst sind von unnachahmlicher Klarheit und Eindringlichkeit, daS Leben der Arbeiter in ihrer Kolonie wird ausgezeichnet dar« gestellt. Die drei HauptdarstellerPastore, Bella c i n i und Polveroni sind tadellos, spielen ohne Thcatralik und unnatürliche Geste, stellen drei lebenswahr« Figuren werktätiger Menschen, die man im Film schon lange nicht sehen konnte. Auch die Frau Isa P o l a ist außergewöhnlich dezent und gefällt gerade durch die Bescheidenheit ihrer Mimik und Bewegungen. Ganz großartig ist die Musik von M a l i p i e r o, der in kurzen Themen den Film mit atonaler Musik untermalt hat, die der Handlung, dem Bildschnitt und der Montage ganz entspricht. Daß die glänzende Arbeit nicht so wie in vielen Russcnfilmen ins Uebermenschliche gesteigert wird, ist auf den Mangel einer wahren Handlung zurückzuführen, man merkt die Fesseln, welch« angelrgt werden mußten, um di« strenge Zensur RomS passieren zu können. Walter L u st i g. Seit«« Sonntag, 88. Ault 1883 in 2007 Sport• spiel- Kürpemllene Prager Zeitung. Bon um be« Weder Zu* nale zu einer s a 1 i o n, in welcher die Jugend nicht nur Physisch richtig ausgebildet, sondern auch geistig und sittlich erzogeu wird. Die statlgefundeiten Wettkämpfe und Spiele zeugten von der Verbundenheit der teilnehmenden Nationen. Die zehn Fachausschüsse haben hierbei eine große Arbeit geleistet, sie sind die Wegbereiter des technischen Aufstieges. Die Sozialistisch« Arbeitcr-Sport-Jnternatio» »ale wird trotz aller Not der Zeit an dem B e- bei Gicht, Rheuma, Ischias. Auskunfti Städtische Kurdirektion. In diesen 10 Jahre» wuchs die Jnternatio- kulturellen Weltorgani- Vcrsicher- die Iah- 3,748.605; Vorjahre a»S dem Radiumheilbad • St. Joachimsthal® (Kennen Sie des Böhmerwaldes rauschenden H« r hwnld. düsteren Bere- seen. sagenumwobenen Burgen?— Besuchen Sie uns! Auskünfte: Deutscher Böhmcrwaldbnnd. B.-Budwcls. Lite scrstraOc 9(Fremdenverkehrsabtellung) 2032 Rumburg Pauicholkufen modernst oingprithlol llervenanl D{ kRltthl, Chefarzt führte^riginal-Hellcrbad,«in elektrisches Kräu. terbad, das bei den vorgenannten Krankheiten, aber auch besonders bei Magen, und Darm«r. krankungcn Wunder wirkt. So sind all« Vorbereitungen getroffen, in Bad Licbiverda Körper und Geist gesunden und erstarken zu lassen. Doch auch das Vergnügen kommt hier nicht zu kurz, denn Bad Lievwcrda verfügt in dieser Hinsicht ü'ber alles, was not» wendig ist, in einem Badeort Langweil« nicht aufkommen zu lassen. Hier sei besonders der idyllisch gelegen« Schwimm- und Goudclteich erwähnt, an dem die neue Luft- und Sonnen- straudbadcanlag« angcschlosse» ist. Zwei neue, nach modernsten Prinzipien angelegte Tennisplätze(Excelsior), auf tvelchcn während der Saison zwei bis drei Tnrnierc abgehalten wcrdett, stehen den Kurgästen zur Verfügung. Im ge. srllschaftlichcn Programm ist ebenfalls jeder Geschmacksrichtung Sorge getragen: Reunionen, Tanztecs, Bridge-Turniere, bunte Abende, Vorträge und Konzerte, mit einem Wort alles, was nur irgendwie zur Unterhaltung der Kurgäste beiträgt. Um der aUgemeinen Wirtschaftslage Rechnung zu tragen, hat sich di« Kurverwaltung entschlossen, di« Kurtaxe für di« heurige Saison um 30 Prozent herabzuschen. Auch sind die Preise für Wohnung und Verpflegung der Zeit angepaßt. Daß die Kurvertoaltung jede gewünscht« Auskunft gern erteilt und Prospekte kostenlos zur Verfügung stellt, ist selbstverständlich. WaltalorM Br. Scbweinbnrg ''iiiiiiiiniii Zuckmantel, Schlesien. iiiiuiiiiiii|r Erstklassige, physikalisch-diätetische Heilanstalt für Innere, Nerven- und Stoffwechsel-Krankheiten. Mäßige Pauschalkurcn. Es lebe die ArbellerSporlinlernalionale. In der Geschichte der Arbeiterbewegung wird die sozialistische Sport-Internationale, „SASJ" genannt, einen ehrenvollen Platz einnehmen. Bereits vor dreißig Jahren wurden die ersten Verbindung«» zwischen den bestehenden Arbeitersportverbänden Dieses Fest war mit«inem Kongreß verbunden, auf dem der Beschluß gefaßt wurde, das erst« Arbeiter-Olympia ttt Frankfurt a. M. stattsindcn zu lassen. Dieses Ar- beitevolympia hat gezeigt, was der Arbeitersport zu leiste» imstande ist und welche Ziele er verfolgt. Zum erstenmal« in der Geschichte des in- tcrnalionalcn Sportes wurd«n von allen Na- tionen gemeinsame Maffenubuugen gezeigt. Inzwischen hatte der Pariser Kon- greß die Bildung eines Technischen Hauptausschusses beschlossen. Auch sportpolitisch war der Pariser Kongreß von großer Bedeutung. Es wurden dort wichtig« Beschlüsse über den Sportverkehr mit Rußland gefaßt. Nachdem die Russen die vereinbarten Bedingungen nicht einhielten, wurde der Spurlvcnehr wieder abgebrochen. Der nun einsetzende Kampf der Russen und der kommunistischen Parteien aller Länder gegen unser« Internationale zwang uns leider zu scharfer Abwehr. Damals wurde bereits gegen den sich«in- fchleichcnden FasctSmuS in den Ländern ein« Entschließung angenommen. Der Kongreß in Helsinki faßte den Beschluß, der Internationale«inen ihrem Wesen entsprechenden Namen zu^ geben. Sie sollte: „Sozialistische heißen. BllMsge Muren 21,18 an den heißen, hochrad. Thermen Port U Arbeitersport-Internationale" durch freundschaftliche Beziehungen in den Grenz, gebieten, angeknüpft. Bor allem tvaren es die Länder Frankreich, Belgien und Deutschland, dw dauernd« Beziehungen untereinander hatten. Genosse Bridoux(Belgien), der Ehreupräsi- ücnl der SASJ, hat sich um diese Verbindungen besonders verdient gemacht. Es ist nicht zu viel behauptet, wenn wir sagen, daß Genosse Bridoux der Schöpfer der SASJ. ist. Erst im Jahre 1913 konnte der erste Kongreß der sozialistischen Arbeitersvortler in Gent in Belgien stattfinden. An diesem Kongreß nahmen England, Deutschland, Belgieit und Frankreich teil. Der Krica riß die frisch aokuüpflen Fäden mit brutaler Gewalt auseinander. Als der Krieg vorbei war, waren cs wieder Bridoux und Devlieger(Belgien), di-» nicht eher ruhten, bis im Jahre i'Ug»>ir Vertreter der Arbeitersportler in S« r a i n g zusammen kamen und daS Gebäude wieder aufrichteten. Auf diesem Kongreß war auch Finnland vertreten. Der Mitgliederstand betrug bereits ungefähr 900.000. Ein Kongreß von besonderer Bedeutung sand im Jahr« 1920 in Luzern statt. Seit dieser Zeit nannte sich die Internationale die „Luzerner Sportinternationalc". Als Sitz des Büros wurde Brüssel gewählt. Präsident wurde Genosse Bridoux. Bon da ab ging es mit Riesenschritten vorwärts. Die ideelle Verbindung brachte daS im Jahre 1921 in Prag stattgcsundene Verbandsfest deS Prager Verbandes, die„Prager Olympiade" genannt. Es war eine gewaltige Demonstration für den Völkerfrieden, an der bereits 10 Nationen teilnahmen. Jnz gleichen Jahre fanden bereits Fußballspiele zwischen deutschen und belgischen Genossen statt. Im Jahre 1922 fand in Leipzig daS erste deutsche Arbeiter-Turn- und Sportfest statt. Bad Liebwerda Roblrgc. Herz-, Rheuma-, Frauenleiden, NervSne, Erholunga- bodOrftlffc. Heilung und Ferienaufenthalt. Niedrig« Preis«. Auskünfte Kur Verwaltung und durch E. Sojka, Prag XI., Tomkova 16 Tatafon 8*1-'2, Relfftenbergcr If XüiMrkÄka Naturtrcundchauf liOniSSlIQne Im Isergeblrgo. Scchölie 850 m. Post Johannesberg bet Gablonz a. N. von der Autobushaltestelle Friedrichswald (Brettsflge) 80 Mln.— Ocffcntlichc lelephonsprechsielle (Nebenamt von Reichenberg).— 50 Betten, 100 Matratzenlager. D. J. II., Wannen- u. Brausebäder. Badeteich. Zentralheizung. Dunkelkammer. Sanltfltsstatlon, elektr. Licht Gute, preiswerte Verpflegung.— Billige(Jebernachtung. Idealer Wintersportplatz.— Herrliche Sommerfrische. 2036 für Mädchen und Knaben, von 6 bis 20 Jahren oder schuljährig im Pensionat FIlipinum, Gabel a. A., Adlergebirge. Tschechisch, franz., engl. Musik, Sport und Körperpflege. Für Erwachsene Sonmicrwohnung. Kurbchandlung und ärztl. I Leitung. Ganzj. geöffnet. Prospekte gratis. TouristenauSslllge in die schlesischen Beskiden werden im August unternommen werden. Der 2on- Verzug wird nach der Station Hnojnik bei Tsche- chisch-Tcschcn abgcfertigt werden, von wo die Teilnehmer am Samstag, den 19., und Sonntag, den 20. August, die schlesische» Volksfeste in Komorni Lhotka besuchen und Ausflüge in die schlesischen Berge unternchinen werden. AuSflugSsonderzüge. Die Staatsbahndirektion in Prag veranstaltet in den Tagen vom 9. bis 21. September l. I. zur Weinlese nach Jugoslawien einen SondcrauSflugszug mit der Verpflegung und Führung zum Preise von K« 930 pro Person. Im Preise eingerechnet sind der Fahrpreis von Prag bis auf die Insel Raab, Logis, Verpflegung, Versicherung gegen Unfall und Führung. Vom Aufenthaltsorte ans werden Ausflüge in die Umgebung unternommen werden. Informationen und Anmeldungen mit einer Anzahlung von KJ 100 beim Kasscwchalter Nr. 13, Prag- Masarykbahnhos, und bei der Internationalen Schlafwagengefellschaft Prag-Pfikopy. Die Staats- bahndircklion in Prag expediert einen AuSflugr- sonderzug in die Hohe Tatra zum Preise von Kr 536 in den Tagen vom 19. bis 28. August l. I. Informationen und Anmeldungen mit einer Anzahlung von K 100 beim Kassenschalter Nr. 13 Prag-Masarykbahnhof. Der Staatspark in Pruhonih ist beucr dem Publikum auch in den Ferien zugänglich. Tie Besichtigung des Parkes ist täglich von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends gestattet. Tic Wege durch die schönsten Partien des Parke» sind farbig markiert. Tic Besucher brauchen nicht in Gruppen zu gehen, sondern können frei im Park spazieren gehen. Im Park wurden Bänke errichtet. Auch wurde ein Führer durch den Pruhonitzcr Park in Buchsorm herauSgegebcn. Ter Park und der reiche botanische Garten werden zu halbtägigen oder ganztägigen Ausflügen empfohlen. Tie Verbindung ist von Vrüowitz oder von Sporilov möglich. In Bröowitz von der Endstation der elektrischen Linie» 1 und 20, vom Spokilov von der 19er Linie. Bröowitz sahren die Autobusse um 6 Uhr 20, 8 Uhr, um 12 Uhr und um 15 Uhr. bei Karlsbad Einziger Ort Europas, an dem das Radium In Substanz gewonnen wird. Prächtige Lage am PuOe des Keilherg- masslvs In nächster Nühe von Karlsbad(tAgllche Autobusverbindungen). Ganzjährig geöffnet. Hauptsaison vom Mal bis Oktober. Badekur(Trinkkur). Inhalation, Bestrahlung. Auskünfte durch das stfldtlscho Kur- und Verkehrsamt St, Joachimsthal(Telephon 45). 2069 Volkswirtschaft. Lebensversicherungs-Gesellschaft„Phönix" Wien, Direktion für die Tschechoslowakische Republik in Prag, Lützowova 7. Die 50. ordentliche Generalversammlung ist heule in Wien abgchallen worden. Bon Feierlichkeiten aus diesem Anlasse wird in der jetzigen Zeit abgesehen. Der Versicherungsbestand Ende 1932 umsaßt 815.706 Polizzen mit Ks 12.757,304.805 versicherter Summe und lü 20,322.072" jährlicher Rente. Hiebei sind alle fremden Währungen auf Goldfchillingc nmgerech- net. Die Prämieneinnahme beträgt lle 714,932.461, di« Erträgnisse der Kapitalsanlage» llr 136,518.804. An Versicherte und deren Hinterbliebene wurden X 285,861.632 ausgezahlt. Der Grundbesitz der Gesellschaft im Gesamtwerte von Ke 392,906.860 umfaßt 117 Realitäten in der Tschechoslowakischen Republik, Oesterreich, dem Deutschen Reich, Frankreich, Belgien, Italien, Ungarn, Polen, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien und Aegypten. Der Wcrt- papicrbesitz beträgt KS 1.142,956.324, wovon Ks 1.088,043.764 aus festverzinsliche Anlageiverte, Ks 54,912.560 aus Anteile von Notenbanken, diverse Aktien und Beteiligungen an BersichcrnngSanstal- ten entfallen. Die Hypothekardarlehen haben sich aus Ks 144,463.745 und die Darlehen aus eigene Polizzen auf Kc 262,707.273 erhöht. Tic gesamten Garanliemiüel der Gesellschaft betrage» Ki 2.502,994.937. In der Gruppcnvcrsichcrung(gemeinsam mit der Metropolitan Life Insurance Company in New Aork) ist 42.439 Angestellten und Arbeitern Bersichcrungsschntz für rund lü 304,000.000 geboten worden. Tic Kostenlose ärztliche Gcsundheitsbcra- tung der Versicherten wurde ausgestaltet. Ter Geschäftsgang der in- und ausländischen Versicherungsanstalten, an denen die Gesellschaft durch Aktienkapital und gemeinsam mit der Prudential Assurance Company Ltd., London, durch Rückversicherung teiligt ist, hat sich befriedigend entwickelt. Die sellschast hat im Berichtsjahr gemeinsam mit Schweizerischen Rückversichernngsgcsellschaft in rich, der Compagnie d'Assuranccs GönöraleS in Paris und der Warschauer Versicherungsgesellschaft in Warschau an dem Ncuausba» der Krakauer Wcch- selseitigcn Versicherungsgesellschaft in Krakau teilgenommen. Nach Abrechnung der an die ien auSgcschüttetcn Gewinnanteile ergibt reSrechnung einen Ucberschuß von lle hieraus erhalten i>ie Aktionäre wie im 5 Prozent Dividende, d. i. K« 950.000, Rest werden die KaPitnlSrescrvcn dotiert und iü 877.136 auf neue Rechnung vorgctragc». Prag, 29. Juli 1933. Im schönsten Teil des Jscrgebirges gelegen, ! mit bester Bahn- und Aulobusverbindung nach allen Richtungen, zählt Bad-Liebwerda zu den , deutschböhmischcn Bädern, die natürliche Schön- ! heil in reichster Fülle mit allen Vorzügen eines gepflegten und allen Anforderungen eutfprechcn- Idcn Bades vereinen. Wie oft ist von„P e r l e n" die Rede, wenn . eS gilt, für rin Bad zu werben— wie selten I aber ist dieses sthinückende Beiwort berechtigt. ; Bad Liebwerda jedoch darf sich mit Fug und | Recht die„Perle des Fsergcbirges" nennen, liegt : es doch idyllisch in windgeschnhlcm, dnrchsonn- tenr Tal. Herrliche Nadelwaldungen im An- i schluß an die schönen Parkanlagen geben Ge- ! lcgcnhcit zu ungestörtem Wander» in ebenem j Ywlände— und wer steigen will, dem bietet j das Jscrgebirgc die herrlichsten Ziele. Bad Liebwerda ist ein Gcsundungsbad im besten Sinne des Wortes. Nicht die.Heilanzeigen . allein sind dafür maßgebend, sondern die vielen ! Besucher des Bades, die hier Erholung und Stärkung ihrer Nerven suchen und finden. Die Bade- und Trinkkuren werden mit nachweislich bestem Erfolg absolviert: Rheuma, Gicht, Jichias finden in den wirksamen Moorbädern ebenso ein sicher wirkendes.Heilmittel, wie Hcrz- und Frauenleiden in den natürlichen Kohlet^ säurevadern. Dazu kommt, daß di« eine der Trinkquellen, die„Marienquellc", zu den eisen- arsen-aehaltvollstcn im Lande zählt. Nicht zuletzt ist eS das in der Oechoslovakei neu einge- n dar Selm des llasienbenmblengg Meilers gehör! d. Zeulrafsrglm.i l Deutschen sozlaldemokr. vebeUerpartel I „Sozialdemokrat-—II Verlangen Sie In lecker Verkaufsstelle cke» Konsumvereine« SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie. PILSEN Selchwaren der Pa. HEGNER• Qe* PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I d«»«»«,« d, r: eiegfttet lnl— Ldelredetteer: CMlbelm S l«fi«« i.— Brrantwurittche, ftebattein: Di CmU 611 a i i. Vra».— Druck: JRota* A.-ck tir Zilluna- und Buchdruck, pra».— Für den Druck verantwortlich. C»> üolit, Sing,_ Dte£ci hau» oder bet Bezu» durch die Polt monatlich n IS—,»ieetcktitzckich U T ditdjitzri« M di.—, saaiiäbtis M U4L—■— 3niWM MM laut tary»Uttgtz derrchu«. Dck cktm»» giMdeytte—« UretSsaKIatz,— Stückstelluu, Maauslrchtr»«rt»lgt au, Sei entsendun« de, Hirt—trnterie».