Siozelvrels 70 Heller. Enschlithlich 6 Hcller Porto) 13. Jahrgang. Freitag, 4. August 1933 Nr. 1S0. Dollaranlclhc scdismal ODcrzeldinct. Hyde-Park, 8. August. Di« inner« Anleih« in Amerika von einer halben Milliarde Dollar, di« am 30. Juli aufgelegt wurde, ist sechsmal überzeichnet worden. Hitlers Geldquellen. 350 Millionen Mark In fUnf Jahren bei den Großkapitalien aller Lander zusammengeschnorrt I Enthüllungen eines früheren engen Mitarbeiters. 14.000 Danken unterstützen Roosevelts Plane. Washington,^ August.(Reuter.) 14.000 Banken, die der amerikanischen Bankenvereini- gang angehören, haben zugesichert, Roosevelt in der Durchführung seines Planes der wirtfchaft- lichen Erneuerung zu unterstützen. Die Leitung der Wirtschaftlichen Erneuerung hat die Filmindustrie in Hollywood telephonisch aufgefordert, ihre inneren Differenzen beizulegcn und sich ehebaldigst dem neuen ArbeitSkodc unter» zuordnen. Außerdem hat die Leitung einigen Industriezweigen, insbesondere dein Rundfunk und den Kunstseideproduzenten, die insgesamt etwa ein« Biertelmillion Personen beschäftigen, einen vorläufigen Kode zuacbilliat, wodurch 40.000 Erwerbslosen ArbcitSnwglichkeit beschafft wird. Ein Nozl-SpMzcl in Poris unter Sptonagcverdodit verholtet Straßburg, 8. August. Di« Zeitung„L« Lorraine" meldet, daß die Polizei von Forvach «turn Deutschen namens Heinrich Müller unter dem Verdacht« der Spionage verhaftet hat. Müller, der anfagS Mai als angeblicher Flüchtling nach Frankreich gekommen war, aber von einem früheren sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten entlarvt wurde, hat ge« standen, daß er den Auftrag erhalten hab«, sich vertraulich« Mitteilungen über die französischen vrenzbesestigungen zu verschaffen. Andererseits soll Müller nach den Angaben drS Blattes gestanden haben, er habe vor einigen Wochen versucht, den früheren ReichStagSabgeordneten Hauemann sowie den Herausgeber der sozialistischen saarländischen Zeitung Freiheit", Max B r a u n, zu ermorden. Erweiterung des Reichstags brandProzcsses? Paris, 3. August. Der Unabhängige Unter» suchungSausschuß zur Aufklärung des Reichstagsbrandes besitzt unzweideutige Anzeichen dafür, daß die Regierung Hitler-Goering falsche Zeugen gedungen hat, die unter Eid die unsinnigsten Auslagen nicht nur gegen Torglcr, Dimitroff, Taneff uiü> Popofs, sondern auch gegen den Schriftsteller Werner Hirsch liefern sollen. Werner Hirsch wurde im März verhaftet, und keinem Menschen fiel es ein, ihn auch nur im eirtserntesten mit dem Reichstagsbrand in Verbindung zu bringen. Aber im Anfang d«S Monats Juli wurde Hirsch, der vorher schwer mißhandelt worden war, angeblichen Zeugen im Reichstag gegenübergrstellt, welche behaupten, ihn im Feber vor dem Berliner Karl Liebknechthaus im Gespräch mit van der Luebbe gesehen zu haben. Die Regierung will offenbar noch mehr Angeklagte erzeugen, um mit einem Massenterror-Prozeß die Gärung in den eigenen Reihen abzulenken und durch Bluturteile abzuschrcckcn. »in Steinwurf neuen die Präser deutsdie fiesandisdiafl. Prag, 3. August. Die Prager Polizeikorrespondenz meldet: Heute um 21 Uhr versuchten einige junge Leut« zur.'Deutschen Gesandtschaft in Prag III vorzudringen, um dort gegen das Hitler- regime zu demonstrreren. Die Wache verhinderte sie jedoch an ihrem Vorhaben..Einer der jungen Leute schleudert« jedoch irr ein Parterrefenster des Gesandtschaftsgebäudcs e i n B l e i st u ck, durch welches zwei Fenstertafeln zertrümmert wurden. Der Täter, m welchem später Ötokar Hro- madkä aus Svitkov bei Pardubitz identifiziert wurde, wurde verhaftet, ebenso der Auslagenarrangeur Ha u sie r aus ziAow und der Medizrner Pisakovic aus Bröovitz. Nach Einschreiten der Polizei gingen die Demonstranten ausema-ndeL. Ein soeben in London erschienenes Buch des Schriftstellers Johannes Steel, eines früheren engen Mitarbeiters Hitlers, der jetzt jedoch im Flugzeug aus Deutschland flüchten mutzt«, um nicht das Schicksal Dr. Bells zu teilen, bringt aufsehenerregende Enthüllungen über die Art und Weise, wie Hitler in den letzten Jahren di« ungeheuren Gelder, die er zum Ausbau seiner braunen Söldnertruppen und seiner Partei benötigt«, skrnppellos bei den Kapitalisten der ganzen Welt zusammengeschnorrt hat, denen er dafür di« Vernichtung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften versprach. Rach den heutigen„L i d. R o v.", die einen Auszug aus diesem Buch bringen, waren di« großen Summen, die an Hitler und seine Partei flössen, durchaus nicht ausschließlich arischen Ursprungs. 880 Millionen Mark sind nach dem Urteil Steels in den letzten fünf Jahren der Hitler- bewegung zugefloffen. Angesichts der Riesenkosten, die dir Rekrutierung und der Unterhalt der Braunen Armee verursachte,, ist diese Summe gar nicht übermäßig zu nennen. Diese Gelder konnten aber nicht aus den Taschen der verarmten Mittelschichten kommen, die die KadrrS der Hitler- Partei auffüllten. Steel erklärt, daß durch zehn Jahre hindurch ein« ganz« Armee von bezahlten Agent«« in Deutschland, England,, Schwede», de» Bereinigten Staaten und Frankreich Gelder für Hitler sammelt«. Diese Sammler brauchten keineswegs Hitlerianer zu feig; sie arbeiteten auf rein geschäftlicher Basis gegen Gehalt«nd Provision! Diese bezahlten Spcndenwerber wurden von Goebbels finanziert. Di« amerikanischen Agenten, die unter er Aufsicht Dr. Schachts arbeiteten, wurden angewiesen, den Amerikanern auS- einanderzuschen, wie der Nationalsozialismus Deutschland die Prosperität zurückbringen«nd so die Gelder retten werde, die die Amerikaner in Deutschland investiert hatten. Diese„Arguments haben in Amerika ihre Wirkung bis zur Höh« von einigen Millionen Dollars auügeübt: Die Morganbank gab das erstemal 50.000 und das zweuemal 35.000 Dollar her. Der größte Einzelbeitrag stammte von einer Auto- mooilgcsrllschaft(offenbar G c n c r o l M o t o r S), die in Deutschland einen Autokonzern(Oppel) oufkaufte. Die Amerikaner merkten bald, daß sie in Deutschland in die Betriebskosten auch die von der Sozialdemokratie geförderte Sozialgesetzgebung einrechnen müßten. Damals kanr bereits Hitler als Faktor in Betracht, der die Sozialdemokratie niedcrringen könnte. Es war daher natürlich, daß die amerikanische Auto- mobilsabrik sich für die Hitlerbcwcgung inter- cssierte. Ihr Beitrag belief sich auf insgesamt 100.000 Mark! Steel behauptet weiter, daß der mächtigst« Verbündete Hitlers in Amerika Henry Ford war, der sich di« Herausgabe deutscher Uebersehungen von antisemitischen Artikeln seiner Zeitung„Dearborn Independent" durch die Hitlerpartei 40.000 Dollar kosten ließ. Als der Absatz der Broschüre sehr zu wünschen übrig ließ, wandt« sich Ford verärgert von Hitler ab. Ter preußische Prinz Ferdinand,«in Sohn des Ex-Kronprinzen, der in den Ford- Werken arbeitet, brachte jedoch wieder«ine Aussöhnung mit Hitler zustande. Prinz Ferdinand sammelt« mich sonst in Detroit große Summen für Hitlers KriaeSschatz hauptsächlich bei Deutschen, aber auch bei italienischen Bootleggern. Nach Deutschland schickte er daS Geld durch Vermittlung des bekannten Prinzen Auwi. Der größte Teil der Beiträge für Hitler kam jedoch aus den Kreifen der großen Rüstungskonzerne, die sich von der Ausrüstung von 400.000 SA-Leuten ein gutes Geschäft versprachen. Ungeheure Summen wurden Hitler durch Ivar Kreuger und«ine große schwe« bisch« Firma^»gewendet, die fn enger Beziehung zu Krupp steht. Soweit die Enthüllungen SteelS, den unrzu- bringen, den Hitlcrleuten nicht so gelang wie der Mord an Bell, der auch viel zu viel von den finanziellen Hintergründen der Hitlcrbcwegung ivußt« und daher beiseite geschafft werden mußte! * Daß Hitler nichts andere» als ei« hoch bezahlter Söldling des Großkapitals im Kampf gegen die Sozialdemokratie ist, beweisen ja mehr als alle Enthüllungen die Taten, die er heute In Deutschland setzt: die vollkommene Kapitulation vor den„WirtschastSsührern" Thyssen, Schmitt und Eo., die heut« nach der Niederwerfung der sreien Gewerkschaften die eigentlichen Beherrscher der deutschen Wirtschaft sind — das beweist auch da» brukal« Vorgehen gegen die eigenen Leute, dir einmal an die„Zweite Revolution" geglaubt haben. Für den klasicnbewußten Arbeiter ist dl« Entlarvung Hitlers als eines ganz gewöhnlichen Kapitalistenknechtes ja keine Ueberraschung mehr. ES wird aber bald die Zeit kommen, wo auch den Mitläufern Hitlers aus den Kreisen deS wild gewordenen Kleinbürgertum» di« Augen aufgehen werden ob der eigentlichen Aufgabe deS vergötterten„Führer»". Und dann wird der Tag der Abrechnung kommen! Gewerkschaftskongreß verlangt Isolierung des rasdsmns. Brüssel, 3. August.(Tsch. P.-B.) Der Inter- national« Gewerkschaftskongreß hat heute einstimmig ein« Resolution zur Bekämpfung des Krieges und zugunsten der allgemeinen Abrüstung angenommen. In dieser Resolution empfehlt der Kongreß die Aktivierung der internationalen Abrüstungs- propaganda und die Veranstaltung von Internationalen Wochen zur Bekämpfung des KriegSgedankens. Weiter verlangt die Gewcrk- schastSinternationale die vollkommene Abschaffung des privaten Waffen- und MunrtionshandelS sowie der privaten Waffenfabrikation und die Organisation einer allgemeinen und wirksamen Abrüstungskontrolle. Die Gewerkschastsinternationale anerkennt den Generalstreik als das äußerste Aktionsmittel gegen den Krieg, unter der Voraussetzung, daß diese Aktion im geeigneten Augenblicke durchgrsührt Wird. AnhttzyijM hat der Kongreß de» Vor stand der Gewerkschastsinternationale beauf- auftragt, alle zweckdienlichen Maßnahmen zu ergreifen, um sämtliche Lander, die gegenwärtig von einer Diktatur regiert werden, politisch und wirtschaftlich zu isolieren. Auf wirtschaftlichem Gebiete spricht sich die Resolution für eine Planwirtschaft auf nationalem und auf internationalem Gebiete aus und verlangt eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit durch Herabsetzung der Arbeitszeit und durch Erhöhung des sozialen Lebensniveaus. Schließlich nimmt die Resolution gegen den wirtschastliclM Protektionismus und zngunsten der Währungsstabilisierung Stellung. Der Kongreß hat die Verlegung des Sitzes der Gewerkschastsinternationale von Berlin nach Paris ratifiziert. Der nächste Kongreß wird im Jahre 1936 in London stattsinden. An Stelle des deutschen Gewerkschaftsführers L e i p a r t wurde Schorf ch-Oosterrcich in den Vorstand der Gc- werkfchaftsilULrnatioual« gewählt. Einsdireiten oesen Deulsihlanfl Die Hitler-Regierung benimmtt sich dem nachbarlichen Oesterreich gegenüber in einer Weise, die das Einschreiten der übrigen Großmächte hervorgerufen hat. ES ist in der Tat etwas für Friedenszeiten Unerhörtes in Ellropa geschehen. Die Regierung eines Landes sendet Flugzeuge aus, die über einem Nach- barlaude Flugblätter abwerfen, in denen dessen Regierung angegriffen und geschmäht wird. Außerdem werden systematisch über deutsche Sender Propagandareden gegen Oesterreich und dessen Negierung gehalten. Oesterreich hat sich nun an die Negierungen der Großmächte um Hilfe gewandt und tatsächlich hat die französische Regierung vor allem England und Italien auf das, was Deutschland bisher gegen Oesterreich unternommen hat, ausmerksam gemacht und sich mit diesen Regierungen in Verbindung gesetzt, um den deutschen Umtrieben gegen Oesterreich«in Ende zu bereiten. Die Negierung Hitler scheint es darauf angelegt zu haben, Deutschland eine außen- politischc Blamage nach der anderen zu bereiten und Deutschlands Airsehen in der Welt vollkonnnen herunterzuwirlschaften. Die sogenannten„Staatsmänner" des Dritten Reiches haben aus der Geschichte nichts gelernt. Nichts hat Deutschland im Jahre 1914 so sehr geschadet und nichts hat die Welt gegen Deutschland damals so ausgebracht, wie die Verletzung internationaler Verträge. Dadurch, daß Deutschland die Neutralität Belgiens nicht geachtet hat und sich über alle Verträge, welche die Neutralität Belgiens garantiert haben, eiirfach himvegsetzte, hat es, wie die historische Literatur der Nachkriegszeit bctveist, Englands Kriegserklärung an Deutschland veranlaßt und eine Propaganda ermöglicht, die die ganze Welt an die Seite der Alliierten führte und das moralische Ansehen Deutschlands in der Welt schwer schädigte. Vierzehn Jahre leiben Deutschlands Negierungen sich bemüht, das gesunkene internationale Ansehen Deutschlands wieder zu heben und die moralische Aechtung, die Deutschland bei seinen Feinden zuteil geworden war, aus der Welt zu schassen. Es ist ihnen in zäher Arbeit gelungen, Deutschlands Ansehen in der Welt wieder hcr- zustcllen. Die Verletzung des Völkerrechtes, welche sich Deutschland Oesterreich gegenüber zuschulden hat kommen lassen, trägt jedoch abermals dazu bei, die ganze Welt zu einem Ring gegen Deutschland zusammcnzuschließcn. So schaut Deutschlands Erneuerung auf dem Gebiete der Außenpolitik aus! Es ist nicht ein Weg vortvärts, sondern ein Weg zurück zu den alten Fehlern der Wilhelminischen Außenpolitik, die letzten Endes Deutschlands Niederlage und Zusammenbruch verschuldet hat. Deutschlands Vorgehen ist aber nicht nur nach dem Völkerrecht unerlaubt, es ist auch moralisch vcrtverflich. Sv lange der größte Teil der österreichischen Bevölkerung und auch die österreichische Arbeiterschaft für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland war, so lange konnte man cs verstehen, wenn Deutschland Einfluß auf österreichische Angelegenheiten zu nehmen versuchte. Heute, da der größte Teil der Bevölkerung Oesterreichs cnt- schiedcner Gegner des Anschlusses ist und von einer Verbindung mit Deutschland nichts wissen will, hat Deutschland auch das moralische Recht verloren, sich in die österreichischen Dinge einzumischen. Jeder Versuch Deutschlands, auf Oesterreich(Änfluß zu nehmen, ist nichts anderes als nackter Imperialismus uitd muß daher von der ganzen Welt zurückgewiesen werden. Oesterreichs Nachbarstaaten haben die Pflicht, dem kleinen Lande in seinem Unabhängigkeitskampfe gegen den Ausdehnungsdrang des Hakenkreuzes nicht nur moralische und diplomatische Hilfe angedeihen zu lassen. Der Rundfunkpropaganda Hakcnkreuzdcutschlands müsse eine demokratische Rnndfunkpropaganda der Nachbarstaaten entgegengestellt werden. gre»»ag, 4.«ugust 1V«A. Vtt. lbü. Hier würde der Tschechoslowakei eine große Aufgabe crivachsen. Hätten wir einen deutschen Sender in der Tschechoslowakei, dann könnte man nicht nur dc»u Einfluß der Haken« kreuzpropoganda innerhalb unserer Bevölkerung entgegentreten, sondern könnt« auch über die Grenzen der Tschechoslowakei hinaus für Volk geleitet wird? Glaubt man, daß die sudetendeutschen Arbeiter, kampsgcwohnt und durch die deutschen Erfahrungen gewitzigt, mit allen Mitteln um die Erhaltung ihrer Freibeit kämpfend, noch tveitrr ruhig zu sehn werden, wie man sie beschimpft und die Dcmokraste durch die unmittelbaren Soldschreibcr des Herrn Goering verächtlich macht? die Ideale der Demokratie, der Freiheit und! Gift gebraut, wer die Kauäle, in denen es Inder Humanität werben inch wirken. Vielleicht m'*''' werben jene Elemente im tschechischen Volke, die die Errichtung eines deutschen Senders bisher verhindert haben, durch die letzten Ereig nisse auf internationalem Gebiete belehrt werden. DicfflcichsdiaKiingsprcssc sudelt weiter Wann wird Schluß gemacht! Wir haben vor kurzem über die niederträchtigen Schimpfereien der„Rumburger Zeitung" berichtet, die sich als AmtSorgan des Mörder» Häuptlings Goering aufgctan hat und di« sudetendeutsche Oeffcntlichkeit mit Artikeln aus der Sudelknche des.Herrn Goebbels beunruhigt.-Herr „Z", mit dem wir uns schon einmal beschäftigten, antwortet uns nun in seinem Leiborgan. Er bringt damit vor allem zum Ausdruck, daß die guten Beziehungen der„Rumburger Zeitung" zu den journalistischen Schurken um die Brandstifter und Großmörder jenseits unserer Grenze nicht nur nicht abgerissen, sondern eher fester geknüpft wurden. „Die Frage Marxismus oder Nationalsozialismus ist", so schreibt der Berliner Mitredakteur dieses„sudetendeutschen" Blattes„unter dem Vlicktvinkcl betrachtet worden, wie sie alle Menschen betrachten, die für Gesundheit und Fortschritt sind. Der Nationalsozialismus ist nicht mit Vorschußlorbeeren umkranzt, sondern immer nur nach seinen Taten gemessen worden(!). Wenn vom Marxismus die Rede war, ist Diebstahl immer Diebstahl und Betrug immer Betrug genannt worden." DaS hat sich bekanntlich geändert: Jetzt wird nicht nur der von Nationalsozialisten begangene Betrug in eine Aeußerung neucrwachten Lebenswillens einer kulturell wiedergeborenen Nation umgelogcn, sondern auch der gesetzliche und ungesetzliche Massenmord als zweckmäßigstes und edelstrS^Mittcl der innerdeutschen Volittk bezeich. net. Und dem Marxismus gegenüber ist Herr z und mit ihm die„Rumburgcr Zeitung" natürlich immer so objektiv geblieben wie jene Hunnenkönige, die Gott dankten, daß er ihnen nicht die Gabe der Objektivität verliehen hab«. Dir sind nicht, wie Herr Z vermutet, ob seiner Artikel außer Rand und Band geraten, sondern suchen ganz kühl und nüchtern Mittel und Wege, um ihm das-Handwerk in der Tschechoslowakei zu legen; er kann sich darauf verlassen, daß uns das gelingen wird! Seine wertvolle Arbeitskraft wird dadurch dem Dritten Reich zur Gänze erhalten bleiben. Und wenn er„grundsätzlich" festhält, daß kein anständiger Menschseiner Ehre verlustig gehe, wenn er von einem Marxisten eines Ber- vrechens geziehn wird, so ist das nur ein Beweis dafür, daß die moralischen Qualitäten seinen geistigen entsprechen, daß er also neben der ungeistigen auch die moralisch« Befähigung mitbringt, Mitarbeiter der„Rumburger Zeitung" zu sein. Also macht sich der Z nochmals über den Tod Stellings lustig: „Zeter und Mordio darüber, daß di« Reichsregierung dem Volk den Tod Stelling» verschwiegen hat, aber... in der„Boß" stand die Todesanzeige. Das ist für wahr eine merkwürdige Geheimniskrämerei, die Todesanzeigen selbstverständlich passieren laßt. Hat etwa die RrichSrrgierung die Pflicht, in der ganzen Weltpresse Todesanzeigen erscheinen zu lasten, wenn«in deutscher Bonze stirbt?" Ein deutscher„Bonze" ist von den Schergen Hitler» viehisch ermordet worden und die Reichs- regierung hat den Tod Stellings nicht nur verheimlicht, sondern abgeleugnet! Und z tat dasselbe in der„Rumburger Zeitung". Jetzt höhnt er, daß die Rcichsrcgierung nicht in der ganzen Weltpresse Todesanzeigen erscheinen lassen kann. Begreiflich, weil sie für die Kosten der Inserate wegen deren Häufung nicht aufkommen könnte! Es ist nichts dabei,„wenn ein deutscher Bonze stirbt", wen» er erschlagen, wenn seine Leiche in einem Sack in den Landwchrkanal geworfen wirb! So werden die Märtyrer der deutschen Arbeiterklasse, so werden wehrlos« Opfer der unmenschlichsten Roheit verhöhnt, so wird mit den edelsten Gefühlen der Arbeiterschaft blutiger Hohn getrieben. So werden die blutigsten Taten de» deutschen FasciSmu», so wird er selbst um dieser Taten willen in sudetrndeutschen Blättern gelobt, so wird für ihn um seine» Mordcharakter» willen auf dem Boden«ine» demokratischen Lande» geworben! Wir haben schon einmal unsere Behörden gefragt,"wie lange sie dieses Wirken der fascisti- schen Presse noch dulden werden. Sie haben sich eben jetzt zu einer Tat aufgerafft: sascistifchc Bürgermeister werden ihrer Aemter enthoben. Gut." Aber das ist nicht daS Entscheidende, denn deren Wirken steht unter der ständigen Kontrolle der Arbeiterschaft. Wer ober kontrolliert die journalistischen Küchen, in denen dar fascistischc Regiernngskommiffkir in Ärüx. Die Stadlvertretung aufgelöst. Brüx, 3. August. Die Brüxer Stadtver- tretung, welch« ichon länger« Zeit hindurch arbeitsunfähig ist. wurde h*ute durch«inen Erlaß der LandeSbehörd« aufgelöst. Di« Bezirksbehörde in Brüx hat auf Grund diese» Erlasses den Kommissär der BeAirksbehörde Dr. P f l e g r al» Regierungskommissar mit der Leitruig der Stadtgeschäft« betraut.. Der RegiernngÄonlmissär, dem ein 14gliedriger Beirat mit berate»»der Stimm« zur Seite steht, übernimmt bereits morgen die VerwaltungSgeschäste der Stadt. „Vlelle'chr der fleißigste Minister." „Dekernik Prävo Lidu" über Genossen Dr. Ezech. Tas Abendblatt de»„Prävo Lidu" beschäftigt sich gestern mit den wieder austauchenden Gerüchten über Veränderungen in der Regierung, wie solche stets in den politischen Ferien austauchen. ES gehen wilder Gerücht« um, daß der Minister für soziale Fürsorge Dr. Ezech und der Schulminister Dr. DSrer aus der Regierung ausscheiden werden. Schließlich gibt es auch Menschen, di« Voraussagen, daß nicht ineniger als vier sozial- demokratische Minister zurücktreten werden, und daß«r im Herbst ganz bestimmt zu einer Rekon- Sind wir schon so weit gekommen, daß die fascistischen Bluthunde ungestraft»nd ungehindert ihr niedriges Handwerk auf dem Boden diese» Lade» geistig und moralisch vorbereiten können? Die Geduld der Arbeit«« ist groß, aber doch begrenzt. Sie warnt die Behörden, sie warnt di« verantwortungslosen Publizisten, die mit dem Feuer spielen! ES ist belanglos, daß Herr z oic sudetendeutsche Arbeiterklasse unmitelbar beschimpft; Hunnenhaß tut ihrer Ehre nicht nur keilten Abbruch, sondern stärkt sic. Aber es ist nicht belanglos, daß ein hunnischer Publizist, im Paradies der Mörder ein üppiges journalistisches Benzcnlebcn führend, auch der R c g i e r u n g der Tschechoslowakischen Republik verächtlich macht, weil sic marxistische Minister noch ,chuldet": „Bor Gerichten wär« Gelegenheit geboten, . ein Seminar darüber abzuhalten, wer grundsätzlich Ordnung und Autorität untergräbt, gleichviel, wo e< ist. Gleichviel, ob in manchen Staaten Marxisten sogar noch in Regierungen geduldet werden. Und in zehn Jahren soll nochmal«in Seminar abgehalten werden, weil dann nämlich die Menschen nur noch in rückschauendem Entsetzen vom Marxismus sprechen werden. Dann haben wir das Schlußwort. Vielleicht auch schon früher. Der Arad der Nervosität bei den letzten Marxisten läßt jedenfalls darauf schließen." Da» vorschaudernde Entsetzen, daS dir Arbeiterklasse«rgriffen hat, wird den Hunnen die Gelegenheit nehmen, hierzulande ein 2 ch l u ß- Wort zu sprechen. Und nicht nur daS: die sudctendcutsche Arbeiterklasse wird sich der Herolde de» blutigen FasciSmuS und deren För. derer schon jetzt zu erwehren wissen. ftvuktion der Regierung kommen wird. Au diesen Gerüchten bemerkt 8aS zitierte Blatt: „An diesen Nachrichten ist nicht«in Körnchen Wahrheit. Weder in RegierungSkreisen noch inn«rl)alb der Koalitionsparteien bat man von diesen Veränderungen verhandelt oder verhandelt man jetzt. Wenigsten» nicht bei den Sozialdemokraten. ES ist freilich möglich, daß eS in manchen bürgerliche» KoalirionSparteien einige Ungeduldige gibt, die Minister werden möchten, u»id daß die Nachrichten über Veränderungen in der Regierung gerade von ihnen ausgehen. ES ist auch wahr, daß einig« Minister in oen nationalen kascisierenden Kreisen sich großer Beliebtheit erfreuen, wie z. B. der Minister für sozial« Fürsorge Dr. Ezech. Da ist dann der Wunsch der Vater des Gedankens. Gegen Dr. Ezech ist im national-chauvinistischen Lager viel.Haß vorhanden. In der Regierung ist noch ein Deutscher, der GesundheitSminlster Dr. Spina,«in deutscher Agrarier, aber von dem liest man in den Zeitun- 5en der patriotischen Parteien nichts; Dr. Spina at seine heilige Ruhe. Aber Dr. Ezech ist nicht nur Deutscher, er ist Sozialdemokrat. Und dazu Minister für soziale Fürsorge. Das ist«in Ressort, »velcheS nach bourgeoisen Vorstellungen vollkommen überflüssig Ist. Dr. Ezech nützt e» nichts, daß er einer der fleißigsten und arbeitsamsten Minister ist, vielleicht der fleißigste Minister, den die Republk hat. Er ist deutscher Sozialdemokrat und 48 Die Sache mit Borns Kriminalroman von Grete Hartwig „Was sprichst du da? Ich soll deinen Tod überleben? Und glaubst du denn, daß mein« Beziehungen zu Rens Gaubier nicht bekannt werden? Ich soll Nervenkraft genug besitzen, nach deinem Tode in einen grauenvollen Prozeß verwickelt zu werden? Ich soll mich einen» Kreuzverhör unterziehen? Was sprichst du? Niemals! Alles, was unS jetzt trifft, trifft uns gemeinsam. Und sei eS der Tod." „Wann»verden wir vechaftet werden?" „Wahrscheinlich bald. Vielleicht erst»n der Frühe." „Er gilt allo rasch zu handeln!" „Das Gift-" „Du mit mir?" „Ich mit dir!" Sie küßten einander unter Tränen. «Ich schreibe!" „WaS? Wozu? Versäumen wir lieber kein« Zeit! Sie können jeden Augenblick kommen! Dann könrren sic unseren Plan vereiteln! WaS willst du denn schreiben?" „Mein Geständnis!" „Narr! Sie wissen doch alles! Gib das Gift her!" „Wer weiß, ob sie alle» wisse»». Und Lillian? Nun soll jeder Verdacht von ihr genommen werden. Sie stand zu»nir in Beziehungen, n»an kann sie der Mitwisserschaft bezichtigen. Jetzt, da ich doch sterben»nuß, will ich eS nicht mit einem bös«»» Gewissen. Lillian ha» genug gelitten. Ich war gemein gegen sie, ich will«S jetzt gut machen. Ich schreib«. Halt« du di« Häscher von mir ab, io lange eS geht." »Wie kannst du jetzt noch an Lillian denken. Jetzt ist da» doch ganz egal. Oder glaubst du vielleicht plötzlich wieder an Gott, fürchtest vor seinem Throne zu stehen? WaS? DaS Gift! Soll unsere zweite Flucht, unsere wichtigere, unsere endgültige, auch mißlingen? Max! Ich beschwör« dich!" „Lo! Ich bitt« dich! Lass« mir jetzt meinen Willen. Lade nicht in Ewigkeit di« Schuld auf dich, mich in»»»einer letzten Stunde an einer gute»» Tat gehindert zu haben. Unser ge»n«insamer Tod ist beschlossen, lasse mich di« letzten Dinge ordnen." Es klopfte an der Tür und Max öffnet« mit wunderbar ruhiger Hand. Der Offizier überflog mit einem rasch«»» Blick den Raum, bemerkt« die Frau,, di« auf dem Bcttrand kauert« u»»d wandte sich an dei» Mann. „Telegramm von der deutschen Polizei. Haftbefehl für Rens Gaubier uud..." „Ich weiß es," sagte Max Feßler.„Wir widerietzen uns nicht. Ich hab« noch einige Dinge zu ordnen. Ich verlange von Ihne»» als Gentleman, daß Sie mir diese Nacht gönnen. Ein Fluchtversuch ist ausgeschlossen." „Ihre Türe ist bewacht!" Der Offizier entfernte»ich uud die beiden waren allein. Max nahm Papier, Tinte und Feder und begann zu schreiben. Gr schrieb lauge. Lo L>» war in feinem Anblick versunken, von Zeit zu Zeit schluchzte sie auf, verbarg das Gesicht in den Händen und zuckte in großer Oual. Dann wurde sie wieder ruhig und starrt« vor sich hin. Ihr Rücken schmerzte und sie lehnte sich in di« Polster. Dann wieder Weinte sie still und ergebe»» vor sich hin und schließlich übermannte sie die Müdigkeit und sie sank in einen wirren, fiebrige»» Schlaf. Die See ging ruhig und MaxenS Feder kratzte eintönig über das Papier. Um zwei Uhr morgens steckte er die beschriebenen Blatter in einen Umschlag, drückte di« Finger gegen sein« plötzlich naß werdenden Augen und weckte Lo Lu. Sie fuhr hoch und ihr graues Gesicht zeigte Entsetzen.„Lo!" sagte Max leise,„nun ist eS so weit!" Cr nahm ein Weitzer Fläschchen aus einen» Koffer, hielt eS gegen da» Licht und schüttete ein« große Menge»veißen Pulver» in ein Gla». ,Zrink!" sagt« er, indem er da» Pulver im Wasser verrührte. „Ist«S genug?" würgt« Lo Lu hervor.„Wir dürfe»» nicht erwachen!" „ES»st aeinlg!"»var di« gespenstische Antwort. Lächelt« er? Lo Lu schloß die Augen und trank rasch da» halbe Glas leer. Max folgte ihr mit der anderen Hälfte. Dann stellte er daS leer« GlaS aus dei» Waschitsch. „Komm zu mir!" bat Lo Lu u»»d streckte sich auf dem Bette au». Er gehorcht« und sie zog chn dicht an sich. „Wie lang« kau»» es dauern?" fragte sie. „Etwa zahn Minuten." „Ietzt bin ich ganz ruhig, Max. Mein Geliebter! So!.Hand in Hand! Du und ich! Hast du Angst?" „Nein, Geliebte! Fatum!" „Ja, Schicksal! Unentrinnbar!" „Jetzt ist alles Bös« gesühnt. Wir richten un» selbst. Der Gerechtigkeit ist Genüge getan." „Bald ist alles vorbei. Ein I«»»s«iis? Glaubst du daran? Ich nicht! Ein Gott! Der alles zuläßt? Der in seiner Allmacht schweigt, in seiner Güte zögert, in seiner Allwissenheit sein Spiel mit un» treibt?" „Drüben ein besseres Loben als hier? Nein!" „Max, mir surrt c» im Kopfe!" „Geh nicht vor mir!" ficht« Max angstvoll. „Bleib mit mir bi»... bis zuletzt." Er umarmte sie heftig. „Hast du mir noch etwas zu sagen?" fragt« Lo Lu matt. ,Lch— dir? Daß ich dich liebe! Das und nichts anderes. Und daß ich dir dairk«, lief danke!" Er küßt« sie, do« genügt, damit er täglich grundlosen und unerhörten Angriffen nicht nur der fascistischen Presse, sondern auch der Presse der bürgerlichen KoalitionSpartcien, deren Minister in der Regie, rung mit Dr. C»cch sitz«»» und arbeiten, ans- gesetzt ist. Das»st eben eine»-er vielen Bilde» unserer kleinen und armseligen politische»: Sitten Die Pensionierung bei den Eisenbahnen. A'e einig« Blätter nielden, wurden im heurigen Jahr« bei d«»» Eisenbahn«»» insgesamt 10.203 Angestellte pensioniert und bis zum End« st. sollen noch etwa 1400 Angestellte in den Ruhe, stand versetzt»vcrden. Zu den Finonzbehörden »vltrden Vorübergehend 1300 Eisenbahner versetzt. In dauernden Ruhestand werden diejenigen An. gestellten versetzt>v«rden, die Anspruch auf volle Pension ohne Einrechnung der Kricg-jobn haben. Diejenigen Angestellten, die nur mit Ein. rechnung der Kriegsjahre Anspruch auf volle Pension hätten und entbehrlich sind, werden in den zcitwei'en Ruhestand verletzt. Diese zeit» tveilig pensionierten Beamt«« kann die Staats- bahnvertvaltnng jederzeit wieder in dc>» Dienst zurückbe rufen, wenn das Ansteigen des Verkehrs die Einstellung geübten un- geschulten Personals erfordert. Di« Arbeitslosigkeit in Prag, lllach vor. läufigen Erhebungen betrug die Zahl der beim städtischen Arbeitsamt in Prag gemeldeten Arbeitslosen zum 1. August 19.900 gegen 20.331 im Dormant, Di« Zahl der arbeitslosen Männer belief sich auf 16.889(17.212) und der Frauen auf 2932(2962). Hiezu kommen überdies di« vorläufig noch nicht festgestellten Arbeitslosen- annreldungen bei den privaten ArbeitSverm'tt- lungSstellen. Geplant« Straßenbauten. 30.000 Arbeitslose sollen durch Straßeuarbeiten im Rahmen der Investitionstätigkeit au» der Arbeitsanleihe be> tchaftigt»verden. Die Sumin« der bisher vom ArbcitSministerium ausgeschriebenen und ve». geben«»» Arbeiten aus dei» Mittel»» der Arbeit»- anleihe erreichte bisher 554 Millionen hievon entfielen allein 412 Millionc»» auf Straßen- bauten, bei denen der Prozentsatz der Lohnauost besonder» hoch ist. Börsenmanöver gegen die Weizenpreis«. Tas Ministerium für Landwirtschaft teilt mit: In der letzten Zeit sind in der Presse Meldungen über neue Weizeneinfuhr in die Tschechoslowakei erschienen. Diese Meldunger» stimmen mit der Wirklichkeit nicht überein und»verdcn offen, sichtlich vo»i Kreisen verbreitet, welche ans ein Heruntergehcn der Preise deS Weizens der neuen Ernte spekulieren. Die„sterbende" Sozialdemokrati«. Die nieder., österreichische»» Genossen hatten am 10. Feber te>' schlossen, ein« Werbearbeit so zu organisieren,^ damit bi» zum Dezember 1938 zehntausend neue Parteimitglieder gewonnen werd-en. Tann kamen der neue Kur», die Vaterländische Front und damit«ine verstärkte Werbetätigkeit der Regierungsparteien. Die Christlichsozialen erklärten den Juni al» ihren„Werbe- und AngrifsSiuonat". Unsere Antwort war«in Gegenangriff. Ter niederösterreichische Landesparteivorstand beschloß am 12. Mai, di« zehntausend Parteimitglieder schon>n de» Monaten Juni und Inli zu werben. Dir chriftlichsoziale Partei tonnte noch keinen Bericht über da» Ergebnis ihres„Werbe- und AngriffSmonatS" Juni vorlegen. Tie nieder- österreichischen Genossen aber haben ihr Werbe, ziel bereit» in der bedeutend verkürzten Werbezeit erreicht üud sogar übertroffen, denn sie weisen 10.887 Neubeitritte au». „Danke»», Max? Wir hätten nie auSein- andcrgehcn dürfen. Dort lag der Begin»» zweier Verfehlter Leben. WaS nützt eS aber, daß wir eS jetzt wissen!" „Bald... ist all«»... vorbei. Mr ist wohl!" „Mir ist, als fiele ich immer tiefer, als gäbe ... da» Bett unter... mix nach... mein« Zunge fit.. trocken... ich..." ,^ch kann die Augen... nur mehr mit Mühe offen... halte»»... ein Taumel... sehr sonderbar... Kribbeln in den Gliedern..." Ihre Stimmen wurden immer matter, die Leiber schwerer. Sie lagen eng beisammen, Mund an Mund und Brust an Brust, ihr Atem wurde eins. Träumte»» sie. schlief«»» sic oder dachten sie noch etwas? „Max!" sagt« Lo Lu leise. Noch leifer antwortete er:„Geliebte!" Seine Hand, mit der er nach ihr griff, war schwer u»»d erreicht« ihr Ziel nicht mehr, sondern sank schlaff nieder. Draußen begann eS zu tagen. Um sechs Uhr morgen» wurde an die Ka- jütentüre geklopft. Da niernand antwortete, wurde gerüttelt u»»d gerufen. Als alle» nicht» nützt«, wurde die Tür« erbrochen. Man fand beide auf dem Bett« lieg«»»- eng aneinander, di« Frau mit einem eigentümlich»!»» Lächeln auf schmalen, kantigen Lippen, mit seltsam starre»», kühlen, spitzigen Fingern, wie in einer schönen, theatralischen Pose, den Mann mit harten Zügen. Auf seinen Wangen waren Trä- nenspuren, von seinem Kinn war der Spitzbart abaesallen und lag, mit der Klebefläche nach oben, auf dem Boden. Al»»nan ihre Lider hochzog, zeigt«»» beide gebrochene Augen. Der SchisfSarjt konstatierte, daß der Tod vor etwa zwei Stunden eingetreten war. (Fortsetzung folgt.) Nr. 1S0. Freitag, 4. August 1888. Sette 8 Amerika verstärkt seine Flotte. Die Antwort auf japanische Seerüstungen. New P)nrt,>1> August.(Reulev.) Der auf feinem Privatste in HOde-Park im Staate New Uork weilende Präsident Roosevelt hat da» Programm für den Bau von 21 neuen Kriegsschiffen genehmigt, wodurch Lausenden von Arbeitern und Angestellten in den privaten und staatlichen Lock» Arbeit verschafft werden wird. Las Programm der heurigen Lchiffdaute« wird etwa nm 46 Millionen Lollar überschritten werden. Insgesamt werden für den Schiffsbau in den nächsten drei Jahren 2.18 Millionen Lollar, für alle öffentlichen Arbeite« überaupt.1880 Millionen Lollar aufgewendet. ES wird erklärt, dah das Marineprogramm das Atel verfolgt, den Bereinigte« Staate« auf dem Meere die ihm nach den gültigen Verträge« zustehende Macht zu sicher«. Der Bau der neuen Schiffe ist, wie amtlich erklärt wird, eine unmittelbare Folge der Ankündigung Japans, wonach die japanische Regierung umfangreiche Schiffsbauten plane. W WM M Mte Intervention! Vlererpahl oder rriedensvertrag als Grundlage. Arbeitersport Ist international! zum 1. internationalen Arbeiter- sporttaa in Anssis. Don Abg. Heinrich Müller. Die Arbeitersportler ,der Tschechoslowakei waren wohl mit die ersten, vie die Notwendigkeit praktischer internationaler Zusammenarbeit erkannten. Schon die gemeinsame Teilnahme bet den großen internationalen Weltsvortfesten, gemeinsame Beratungen, gegenseitige Delegierungen usw. sorgten sür herzliche, freundschaftliche Bindungen, vie sich auch praktisch gut für die Organisationen au-wirkten. Die Schaffung det Zentralrates der sozialistischen Körperkultur« erganisationen T. S. K. gibt dem Ganzen eine feste Organisationüform. Derl. JnternationaleArbeiter- Sport tag, der vom 4. bis 8. August in Aussig stattfindet, ist die erste gemeinsame Veranstaltung, die nicht nur die Arbeit der Der» tände und des Ganzen zeigen, sondern dem Gedanken des Internationalismus dienen soll. DaS ist in einer Zeit, in der der FasctSmuS unter nationalistischem Deckmantel versucht, die kämpfende Arbeiterklasse zurückzudrängen und zu vernichten, doppelt notwendig. Der nationalen Reaktion, den Versuch, die sozialistische Arbeiterschaft zurückzuschlagen, beantworten wir Arbeitersportler mit dem Entrollen unserer roten kampferprobten Sturmfahnen, den natio- nalen Labgesang mit unserem Kampf« und SiegeSlted, der Internationale. Reben der reichen sportlichen und turnerischen Festarbeit, den Aufmärschen und Mani- sestationen, wird da» klare Bekenntnis der Ar- beiterturner und-Sportler aller Nationen dieses Landes zur internationalen sozialistischen Kampfgemeinschaft stehen. Wir Arbeitersportler erklären die vorge- täuschte„Neutralität", mit der verschiedene große Sportorganisationen operieren, al» Schwindel und feige Demagogie und scheinheilige Maskerade. Wir Arbeitersportler bekennen uni seit je stolz zur roten Fahne und neben der körperlichen Erziehung geht gleich die geistige Einstellung unserer Jungen und Mädeln, unserer Männer und Frauen in die sozialistische Kampf- ifwnt. Wir erklären auch in diesen Festtagen, daß tvir gewillt sind, unsere wehrhaften Menschen htm Klassenkampf im Kampf um die Freiheit, ia ollen notwendigen Formen dienstbar zu machen. So grüßen die deutschen und tschechischen, polnischen und ungarischen Arbeitersvortier die Partei, so grüßen wir die Internationale und so grüßen, wir jene Tapferen da drüben in Deutschland, die ahM brutalen Unterdrückung, elfer HenkerSarbeit zum Trotz, unsere Ideale bewahren, biS zu jener Zeit, wo auch Ne, die raten Freiheitsbanner wieder siegreich entfaltend, mrschieren. Der 1. Internationale Arbei« lersporttag soll beitragen, den internationalen Gedanken in diesem Lande in der ganzen Welt zu stärken. Nun an dieArbettk Jung und alt, Mann und Frau! Auf zu frohen Festtagen, aber bereit zum Kampf! Hoch der internationale Arebttersport! Hoch die sozialistische Arbeitersport-Internationale! Wir aus Nazi-Deutlthland. Der noch von der zweiten Revolution redet, wird gehängt. (DÄ) Der preußische Justizminister kündet in einem Erlaß an, daß all« diejenigen, die trotz bem Verbote des„Führer»" noch von der L. Revolution sprechen, den nationalsoz'alistischen Staat gesährden und„nach Paragraph ß der Verordnung zum SckMhc von Volk und Staat mit Zuchthaus und unter Umständen mit Todesstrafe" bestraft werde. Hitler,geht mit seinem Staatsapparat sehr scharf gegen die eigenen Kameraden vor, die seine früheren Reden ernst gcnomtnen haben. Die Frau gehört an den Kochtopf. (DG) Der faseistische Verband weiblicher Angestellten hat sich(da er ja gewerkschaftliche Interessen seiner Mitglieder nicht vertreten kann) mit besonderem Eifer der Erziehungsarbeit der weiblichen Mitglieder zugewendet. Wichtiger aber als die Erziehung der weiblichen Angestellten zur Be- rufstüchtigkeit sind Kurse, bei denen die weiblichen Angestellten Im Kochen und in der Kinder» Pflege ausgebildet werden. Wenn Hitler auch sein Versprechen, die Frauensrage dadurch zu lösen, daß im Dritten Reich jede Frau einen Mann be- kommt, nicht erfüllen kann, so soll doch entsprechend seinem Frauenprogramm die Frau an» dem öffentlichen und Politischen Leben an. den Kochtopf abgeschoben werden. Die Vorbereitung dazu beginnen die gewerkschaftlichen Organi- saiionen. Zusammenstoß zwischen SA und SS. Düsseldorf, 8. August. Zusammenstöße zwischen SA« und SS-Truppen, wirkliche Fener- aesechte, erfolgten wieder au» der Verbitterung der SA-Leute heraus, welche gegen die bevorzugt behandelhe Prätorianertruppe der SS mit der Waffe vorzugehen für notwendig und richtig sanden. Pari», 8. August. Die Agenee HavaS veröffentlicht folgende au» London datierte Meldung: „Wie man m den letzten Tagen vorauSgesehen hat, hat das Ueberfliegen österreichischen Gebietes durch deutsche Flugzeuge den Gegenstand eine» Meinungsaustausche» zwischen de« Regierungen in London, Pari» und Rom gebildet. Dies« Regierungen fasten gegenwärtig, wie man offiziell ankündigt, die Maßnahmen ins Auge, die diesbezüglich ergriffen werden könnten. Obwohl England keine Haltung noch nicht festgelegt hat, soll die englische Regierung gegen- wärtig entweder Borstellungen gegenüber dem Reiche aus Grundlage der Präambel zum Piermachtepakt oder einem christlichen Protest aus Grundlage de» Artikel» XVIII de» Versailler Vertrage« oder hließlich eia doppeltes Verfahren in« üge fasten. Diese» doppelte Verfahren, da» zur Stunde am meisten Beifall zu finden scheint, würde darin bestehen, daß zunächst unter Verufung auf den Viermächtepakt in Berlin mündliche Vor. t e l l u n g e n erhoben werden. Sollte die Reichsregierung dann nähere Erklärungen verlangen, o hätten die Großmächte die Möglichkeit, sich aus den Versailler Vertrag zu berufen, wodurch mich die anderen Signatarmächte diese» vertrage» zur DiSkustion zngelasten würden. Pari», 8. August. Ein großer Teil der französische» Presse besaßt sich an leitender Stelle mit der Demarche de» französischen Botschafter» in Berlin Francoi» Poncet wegen der Entführung von zwei französischen Staatsangehörigen au» dem Saargebiet und mit der Möglichkeit eine» gemeinsamen Schrittes der Großmächte in Berlin wegen der Spannung in den deutschösterreichischen Beziehungen. Der sozialistische„P o p u l a i r c" führt au», dah ein öffentliches Verfahren vor dem Völkerbünde einer Aktion der Großmächte vorzuziehen sei. Jede diplomatische Aktion Wie», 8. August.(AN.) Sämtliche Terrorakte und Mordübe^älle sowie die verschiedenen Aktionen der NSDAP, in Oesterreich sind in einem Braunbuch sestaelegt worden, da» nunmehr abgeschlossen ist und in Druck gegeben wurde. E» enthält bloß Tatsachen, die sich aus amtliche Erhebungen und Feststellungen stützen. Täglich lausen aber noch Berichte über die ausgefundenen Zusammenhänge und Tatsachen ein, vie bei der Drucklegung noch Verwendung sin« den werden. Au» dem gesammelten Beweismaterial geht hervor, daß es sich um planmäßige, von reichsdeutschen Stellen durchge- Ührte Aktionen der NSDAP, in Oesterreich handelt. Illegale Nazi-Parteileitung ausgehoben. Im Lauf« d«S 2. und 8. August ist eine Anzahl von Personen wegen Verdachte» der Fort- Flensburg, 2. August.(Eig. Meldung.) Kürzlich wurde amtlich mit großer Breit« gemeldet, daß sich.Herr G o e r i n g zu einent„kurzen Sominerurlaub" ans die Insel Sylt begebe— welchen angeblichen Urlaub er dann unter den drantaiischen Umständen eine» Thcatercvups für di« bekannte Fronde gegen den„Führer" abschloß. In Wirklichkeit war Goerina nicht zum Urlaub aus Sylt, sondern zur persönlichen Besichtigung der dort getroffenen neuen Vorbereitungen der hitlerdeutschen Luftausrüstung: Der nördliche Teil der Insel Shlt um den Ort List herum ist seit Wochen für dauernd dem gesamte» PublikumSverkehr entzogen und da er ringsum von der Nordsee untgeben und außerdem der vorgeschobenste Jnselzipfel zur des Völkerbundes habe den unerhörten Bortell gegenüber einer Demarche der Großmächte, daß diese Aktion unbestreitbar international und öffentlich sei. Rur ein SsfeMliche« verfahre» vor dem Völkerbunde könne die Weltöffentlichkeit gegen den Feind des Frieden» und der Frmheit mobil machen, ohne den Chauvinismus und Nationalismus zu fordern. Auch das Journal" erklärt cs für logisch, daß Oesterreich als Opfer dieser Anschläge se ib st vor dem Völkerbund Klage führen sollte. Oesterreich habe eS aber vorgezogen, sich a n d i e Großmächte zu wenden. Die französische Regierung hat sich mit England, Belgien, Italien und Polen in Verbindung gesetzt, mit allen Mächten, die ein Interesse daran haben, daß Deutschland in energischer Weise an die Respektierung Internationaler Verpflichtungen erinnert wirb. DaS erste Ergebnis diese- Meinungsaustausches wird vielleicht da- sein, daß der Bölkerbunorat der Notwendigkeit enthoben wird, eine öffentliche DiSkustion über eine so heikle Frage durchzuführen. Andererseits schreibt P e r t i n a x im„Echo de Paris", sowohl in der Saarsraae wie in der österreichischen Frage liege die Schwäche de» französischen Standpunkte» darin, daß ein erheblicher Teil der lokalen Oessentlichkeit mit den Schwarzhemden, oder bester gesagt, mit Deutschland sympathisiere. Deutsche Ausllüdite. Pari», 8. August. Die deutsch« Regierung hat auf den Saarland-Protest geantwortet, daß sie ein« Untersuchung eingeleitet habe, deren Ergeb« ni» sie in Pari» mitteilen Werde. Eine deutsche Korrespondenz versucht sogar, die Entführung der Franzosen au» dem Sagraebiet, die den Anlaß zu dem französischen Einschreiten gegeben hat, als Tat französischer Provokateure hinzuslellen; angeblich seien weder amtliche Stellen noch offizielle Parteistellen der NSDAP an der Entführung beteiligt gewesen" sctzung der Tätigkeit der nationalsozialistischen Partei festgenvmmen und einer eingehenden Deriustrierung unterzogen worden. Im Zuge der Erhebungen wurde sestgestellt, daß im-Hause I. Bezirk, Brandstätte-1, unter dem Dcckniantel des Verein»„Gejcllscl)ast für kulturelle Zusammenarbeit für Oesterreich und Südeuropa" die für diesen Verein ins Leben gerufene Korrespondenz„Zentraleuropäisches Preß» b ü r o" tatsächlich die Tätigkeit der national, sozialistischen Partei in Oesterreich fortgesetzt hat. Personen wurden fcstgenomnten. Gegen sie wird da» strafgerichtliche Verfahren laut Verordnung der Bundesregierung vom 19. Juli 1933 durchgeführt werden. Wie aus dem Vorgefundenen Schriften- material, dessen Sichtung noch nicht beendet ist, hervorgeht, hat die nationalsozialistische Partei ihre Tätigkeit in getarnter Form fortgesetzt und die Verbindung mit nationasiozialistischen Stellen Im Reiche aufrcchterhalten. dänischen Grenze hin ist, ist er den Augen aller Neugierigen ebenso wie aller Interessierten fast vollkommen verborgen. Auf diesem abgesperrten Teil der Jitsel werden nicht nur di« für den Luftdieirst ausgesuchten Mannschaften der Hitlerjugend militärisch vor- und ausgebildet, sondern eS werden dort noch eine Reihe von Versuchen in der Luft- auSrüstung gemacht, die dem Auge jeder Kontrolle entzogen bleiben sollen. Hier wird eine Luftwaffe geschmiedet, deren unheimlich« Vermehrung im Hitlerdeutschland der letzten Wochen und Monate jeden Versuch einer Abrüstungsdiskussion von vornherein zu einer Faro« uns zum lächerlichen Gespött des Nationalsozialismus macht, Der„Rote Appell", der am Samstag, den 6. August, um M Uhr abend» in den Parterresölen de» BollShausr» 2 'stattfindet, ist nur für die Turnerjugend bestimmt! Eintritt frei! Der groß«„Rote Appell" für die B c r- einSsunktionöre findet zur selben Zett im 'Großen Bolkshausfaal statt. Eintritt S K inklusive Fackel. * Naturfreunde-Bewegung. Soweit die verschiedenen Einlaßkarte« den Ortsgruppen nicht übermittelt wurden, sind diese direkt in der Geschäftsstelle, Aussig, Marktplatz 11, gegen Bezahlung(oder Zahlungsabschnitt vorlegen) zu beheben. DaS Mafsenquartler I, Eingang Teichgasse, ist für die Naturfreund« bestimmt. Schlafsack(Leintuch) und Decke mitsührcn. Stellzeit zum Festzug Sonntag, 12 Uhr in der Marienberggasse.— Wan- derkleidung. Während den Festtagen, vom 4. bi» 7. August, befindet sich der Wander- und Reise- auSschuß in der Geschäftsstelle de» T. V. ,,D. R.", Marktplatz ll, wo jederzeit Anmeldungen und Aut- künste entgegengeuommen werden. Für alle Wanderungen ist eine vorherige Meldung Bedingung. Naturfreunde, sorget für eine gute Beteiligung. Auf nach Aussig! ♦ Tisch-TrnniS erstmalig in Aussig. Da» Tisch-Tennisspiel ist ebenso wie bat len- nitspiel in den letzten Jahren stark aufgekommen und Hal sich in ganz kurzer Zeit die Herzen der Sportler und Sportlerinnen erobert. E» ist ein dem normalen Tennis sehr verwandte» Spiel, welches jedoch im Gegensatz zu Tennis verhältnismäßig billig ist, weil die Ausübung die- er Sportart nicht an einen nur mit großen Kosten zu errichtenden Tennisplatz gebunden ist. Tisch-Tennis wird, wie schon der Name sagt, auf einem Tisch von ungefähr 2.7ll Meier Länge und l.bll Meter Breite gespielt. Tie Spieler sind ausgerüstet mit einem kleinen Dollschlägcr, der bei besserer Ausführung nist ansgerauhtem Gummi überzogen ist. Die Bälle sind au» Celluloid und messen zirka 3 cm Im Durchmesser. Tie Regeln des Tisch-Tennis weichen von den TcnniSregcln nur geringfügig ab nnd hat auch der Laie den Zweck und die Wertung des Spieles in ganz kurzer Zeit erfaßt. Unheimliche Schnelligkeit und Mannigfaltigkeit der Spielfiihrung zeichnen dieses Spiel au» und werden an die Spieler große Anforderungen in Punkto Gewandtheit, Geistesgegenwart, Körperbeherrschung gestellt. SamStag und Sonntag, am 6. und N. August, sindei erstmalig in Aussig eine Tisch-TenniSveran« staltung statt, an welcher sich die besten Spieler nnd Spielerinnen der T. T. I., Prag, de« Atu» Prag und Atus Aussig beteiligen. Die Spiele finden in der Volk-Halle in Bokau, im großen Saal statt. 500 Geiseln In Stuttgart Stuttgart. Tas große„dctttschc Turnfest" Hai sclnctt Abschlttß gefundeti mit der„kraftstrotzen- den" Hitler-Rede. Nun sind die Turner wieder helmgekehrt. Sie wußte» sicher nichts davon, welche Maßnahnicn getroffen waren, um sie vor einer„marxistischen" Ansteckung zit bewahren. Da die Nazis befürchteten, daß unter der Turncrschaft anti-hitlerischc Propaganda gemacht würde, halten sic, nach anttlichen Angaben, nicht iveniger als M) Arbeiter und ehemalige marxistische Parteifunktionäre in Haft gcnonnuen. Wie aus einer Mitteilung des württembcrgiscken Innenministeriums hcrvorgeht, wurde« diese Verhafteten als Geiseln betrachtet, die„falls der störungsfreie Verlauf des Turnfestes e» rechtfertigt", nach Abschlttß des Festes wieder entlasten werden, dann sagte die amtliche Bekanntmachung vorige Woche weiter: Noch(!!) in Freiheit befindliche Anhänger der Häftlinge wcrdctt sich daher In deren Interesse in den nächsten Tagen die äußerste Zurückhaltung angelegen fein lasten.— Selbstverständlich sind von oen zuständigen Sicllett alle notwendigen Vorkehrungen getroffen worden, nm jeden Zwischenfall unmöglich zu machen." DaS Turnfest ist zu Ende. Bis jetzt ist noch keiner der Geiseln freigelassen worden. Ein LUgen-Lexlhon. Mehrere 100 Seiten Anklageschrift in Sachen de» Reichstagsbrandes. Berlin, 3. August. In der Reichstag-brand- stiftersache ist gestern die Anklageschrift den Offizialverteidigern zugcstcllt worden,- sic umfaßt mehrere hundert Setten, Kiii Braunhudi fier östorreidilsdien Regierung. Wie sie riisien! Der angebliche Sommerurlaub Goerlngs auf Sylt. Eette 4 Freitag. 4. August 1933. Nr. 180. r agesneuigheiten -em fin den lau- Ver dis wie um der Vom Rundfunk Wenn Gauner schnüffeln haben Anständige nichts zu lachen. Berlin, 3. August. Tas Contibüro meldet: Tie Korruviionsstandale im deutschen Rundfunk haben die Frage aufgeworfen, wer letzten Endes für die moralische Verwerflichkeit einer der. jchwenderischen Mißwirtschaft(!) verantwortlich ist. Nachdem durch die letzten Veröffentlichungen die Direktoren-er Rcichsrundfunkgesellschasi Dr. MagnuS und Ministerialrat a. D. Giesecke aufs schwerste bloßgestellt sind, wurden jetzt neue Schriftstücke und aktenmäßige Unterlagen ermittelt, die als den Mithauptverantwortlichen für -eu skandalösen Mißbrauch der Hörergelder den ehemaligen Rnndfunkkammissar Staatssekretär a. D. Dr. Jng.«hrenh..Hans Bredow er- scheinen lassen. In seinen sofort nach Antritt seiner Stellung geführten Verhandlungen forderte er u. a. eine jährliche Pension von 20.000 RM. Die Reichs- rundfunkgesellschaft hat jetzt angeordnet, umgehend die Bezüge des Staatssekretärs Bredow zu sperren. dischen Kanal gestürzt. Der geschlossene Personenkraftwagen, in dem die Vermißten am Montag nachmittags die Stadt verließen, konnte in der vergangenen Nacht bei der Stadt Purmerend im nordholländischen Kanal entdeckt und aus Master gezogen werden. Die sieben Insassen sämtlich ertrunken. Empfehlenswertes aus den Programmen. Samstag. Prag 10.10: Schallplatte», 14.50: Konzert des Salonorchesters, 18.30: Bunzl: Mexiko treibt 20.25: Don Gondeln,' ritter, 22.15: Bunter Schallplatte«, 17.55: Deutsche Sendung:Walzerstunde.— Dien 12: Mittagskonzert, 18: Zn den Oasen von Tripolis, 10.55: Jazzparaphrasen, 20.25: Ter Rus der Sterne, .Hörspiel.— Frankfurt 15.30: Stunde der Ingen». — BreSlau 18.20: Heiteres Märchen, 20.20: Bunter Abend.— Mühlacker 14.50: Mundharmonikakonzeri. — Leipzig 14.45: Kindevftundc.— Berlin 16: Unterhaltungsmusik.— München 18.15: Josef Haydn.- alle Nebengeräusche auSgeschaltet, so daß menschliche Stimme so klar übertragen wird, bei dem Fernsprecher. Die Uebertragung ist auf weite Entfernungen möglich, wobei cS Marc an i gelang, di« doppelte Entfernung zu erzielen, wie im Vorjahre.„Sollten meine jetzigen Versuche vollkommen gelingen" so sagte Marconi,„jo dürfte dies zu wesentlichen Neuerungen führen und ich könnte dann in kürzester Zeit mit meinen Versuchen vor die Fachöstentlichkeit trete». Vorläufig kann ich Einzelheiten über meine Versuche noch nicht bckanntacben, nur das eine, daß jeder Empfang dieser Dellen von unbefugter Seite ausgeschlossen erscheint." Hände der Banditen, die sie in das Gemeindegefängnis sperrten, dessen Schlüssel sie denl Nachtwächter abgenommen lchtlen. In der Bank erbrachen die Banditeir di« Kass«, in der sie 3000 Dollar und viele Wertpapiere fanden. Der n»weit des Bankgebäudes wohnende Kassier der Bank und sein Vater hörten Geräusch und kamen auf die Straße, um nach der Ursache zu forschen; sie wurden gleichfalls gefangen und gefesselt, Die Mutter d«S Kassiers weckte daraufhin die Nach- bärn, di« dann.zu der fünf Meilen entfernten nächsten Telephonstation liefen, um Hilfe auS der Kreisstadt herbeizurufen. Unterdessen hatten aber die Banditen mit ihrer Beule daS Weite gesucht Killlv dvlli unter Den Summern? Sei den Aufräumungsarbeiten auch ein männliches Bein gesunden. Brünn, 3. August.-Heute nachmittags halb 4 Uhr wurden endlich noch Beendigung Sicherungsarbeiten die eigentlichen AufräumungS- arbeiten im Hotel ,^>e l'EuroPe" begonnen, und zwar in Anwesenheit einer Gerichts- und Polize'ikommifsion. Die Wehrmänner der städtischen Feuerwehr, die drese Arbeiten durchführen, zogen auS den Trümmern ein männliches und ein weibliches Bein. Außerdem wurde ein Betrag von 6230 XL, zwei golden« Armbänder, ein Horn-Armband, drei .Halsketten, eine große Holzkastette mit Silber- bestecken, verschiedene Kleidungsstücke, Damenhand- töschchen und ähnliche Sachen gesunden, die durchwegs dem Hotelbesitzer Schopp gehören. Ferner wurden kleinere Fleisch st ücke gefunden, von denen die Prosektur der Masarhk- Univcrsität entscheiden wird, ob es sich um Teil« eines männlichen oder eines weiblichen Körpers heuchelt. Die Aufräumungsarbeiten waren dadurch erschwert, daß sich in den Räumlichkeiten viel Staub befindet, so daß cs nicht möglich war, bei Licht der Reflektoren zu arbeiten. Die Arbeiten würden um 19 Uhr bleichet und werden niorgen um 5 Uhr früh fortgesetzt werden. Drei Mer der Katastrophe beerdigt. Aus dem Zentralfriedhos wurden heut« unter großer Beteiligung des Publikums drei Opfer der ExplosionSkatastrophc beerdigt.' Um 18 Uhr fand unter militärischen Ehren das Begräbnis des Legionärs Viktor Skudlik auf dem Militärlricd- hos statt, worauf um 16 Uhr die beiden Postangestellten Rudolf BeneS und Jan Kopeäny begraben werden. Die Braut lebendig begraben. Brüssel. Einem grauenhasten verbrechen ist die belgische Kriminalpolizei auf der Spur. Bor wenigen Tagen entdeckten in Maria K e r k e, einem kleinen Borort von Ostend«, Kinder beim Spielen in den Dünen einen Frauenkörper, der ties im Sand vergraben war. Di« von den Kindern sofort alarmierte Polizei stellt« fest, daß«s sich um di« Leiche einer jungen Modistin auS Ostend« handelt, di« feit Anfang Juni als vermißt gemeldet worden war. Di« Leiche wi«S keinerlei Verletzungen auf. Bei der Autopsie fand man in den Lungen Sand und erkannt«, daß di« Unglückliche lebend begraben worden war. Nach einem Streit mit ihrem ehemaligen Verlobten, einem Marineoffizier, der auf belgischer Seite an den Kämpfen in Deutsch-Ost- afrika teilgenommen hatte und der der Sohn emeS bekannten hohen belgischen Beamten ist, begaben sich di« beiden in di« nahegelegenen Dunen, wo sich daS Drama vollzogen haben muß. Nach den Feststellungen der Arzte hat der Täter die junge Frau in einer von Kindern ausgeworfenen Grube mit dem Gesicht in den Sandgepreßtzsie mit den Knien festgehalten und daS Loch, während das Opfer bei vollem Bewußtsein war, mit beiden.Hande» zuge- schüttet. Unter einer ein Meter hohen Sandschicht ist die Unglückliche nach vergeblichen B«. mühungcn, sich zu befreien, unter den furchtbar- ten Qualen erstickt. Der Marineoffizier sowie einer feiner Freunde wurden in Haft genommen. Lelepyoniere drahtlos» CTtarconiö neue Grftnvung Deutsche Sendung: Handel, 10.10: Blasmusik, Tramping und einem Raub- Abend.— Brün» 17.45: Touristische Sendung. 18.25: Fürchterlicher Autozusammenstoß. Gestern ereignete sich gegen 7 Uhr früh auf der Straßenkreuzung beim Gasthaus„Riesenquelle" in Teplitz, und zwar dort, wo die Bezirksstraße Janneg—Loosch die Staatsstraße Dux— Teplitz überquert, ein furchtbares Unglück, dem ein Menschenleben zum Opfer siel. Ueber die Einzelheiten erfahren wir, daß gegen ein von Janneg kommendes Lastenauto der Molkerei Bilin ein Motorfahrzeug mit Beiwagen, welches der Gastwirt Linke aus Postelberg steuerte, an der Kreuzung mit voller Wucht anfuhr. Die Wirkung war entsetzlich. Die zwei auf dem Motorrad fitzenden Männer, Linke und Franz Sterzcl aus Saaz, wurden sehr fchwer verletzt und in bcwußt- (ofem Zustand dem Duxer Krankenhaus übergeben, während die im Beiwagen sitzende Frau M. Richter aus Schönpricscn sofort den Tod fand. Tas Motorrad wurde vollständig zertrümmert. Augenzeugen berichten uns, daß bei dieser Unübersichtlichen Kreuzung das Fahrtcmpo nicht entsprechend vermindert worden ist, was vor allem in Hinkunft allseits zur Warnung dienen soll.— Die behördlichen Organe haben über die Ursachen des Unglücks eine Untersuchung eingeleitet. Unser junger Freund— im„Prager Togblatt", das muß doch ein großer Freiheitsheld sein! Zwar, feit Lili Doblhoff mit Hitler Milch getrunken hat, gab es im„Tagblatt" mancherlei Staunenswertes, aber den jüdischen Kindern wird man doch sicher nur edelste Beispiele vorsetzen. Jehl wurde er Ministerpräsident seines Landes, doch noch mehr: nicht nur Ministerpräsident, sondern der„Führer", der heute noch elfjähriger Regierung von ganz Italien geliebt wird, dessen Wohlstand und Ansehen er in der ganzen Welt vergrößert hat. Er ist der Abgott auch aller Kinder, denn er hat sie eine neue Liebe zu ihrem Vaterland gelehrt, hat sie in Gruppen zusammengeschlosscn, die miteinander lernen, wandern, erevzieren, und kümmert sich um alles, was sie angeht.- Und um alles, was ihn nichts anoeht! Er Hal vielen tausenden Kindern die Vater genommen, er hetzte sein geliebtes Vaterland in einen sinnlosen, furchtbar blutigen Krieg und ließ sich dafür bezahlen. Er organisierte Mord und Gewalt gegen seine Klosfengenoffen, er läßt durch tausend Kanäle-Haß und Blutgier in Kinderherzen fließen. Seinen Namen iverdet ihr... nein doch: Der ehemals arme kleine Junge heißt: Benito Mussolini. In zehn Jahren ist der gleiche Artikel über Hitler fällig. Wenn das„Prager Tagblatt" sich aber in dem Tempo weiter entwickelt, kann eS auch schon zilm nächsten Pesach den Kinderartikel über den„armen kleinen Jungen aus Braunau am Inn" bringen, der inzwischen bei Onkel Bollmann zum Abgott der jüdischen Kinder avanciert sein wird. Eltern mißbrauchen ihre Kinder.„Lidovö Noviny" berichten über ein furchtbares Sittlichkeitsvergehen von Eltern an ihren Kindern. In Kralitz i. d.-Hanna wurde der Knecht Josef Sedlicky und dessen Gattin Hildegard verhaftet. Sedlicky hatte mit Wissen seiner Gattin drei Jahre hindurch seine beiden Töchter, die im Alter von 12und I 5 Jahre n standen, ni i ß- brauch t. Das 12jährige Mädchen ist unter sehr verdächtigen Umständen gestorben. Frau Sedlicky war ihrem Gatten ebenbürtig. Sie peitschte ihre Kinder so lange, bis sie in Ohnmacht fielen. Die Eltern bekannten sich nach der Verhaftung schuldig. In den Alpen erfroren. Fünf österreichische Alpinisten, Weger, Preghcr, Wiegele, P r e i n c r und Frl. Schnabl erstiegen während eines eisigen Unwetters den 2678 Meter hohen Berg Mangart bei Görz an der Südwestseite. Während der eisigen Sturmnacht sind auf dem Berggipfel Preiner und Frl. Schnabl erfroren. Ihre Leichen wurden spater von der Grenzmiliz nach Bretto gebracht. Die übrigen drei Alpinisten liegen halbtot im SchutzhäuS Sillani...- Er verkauft« gestohlene Kinokarten. Die Polizei verhaftete Mittwoch im Foyer des städtischen Kinos in ULhorod den 20jährigen Josef S l i v.k a, den Bruder deS verhafteten Kassen» räuberS Johann Slivka, genannt Silvasi, als er gerade dem Publikum Eintrittskarten, verkaufte, die bei dem kürzlichen Eiiibruch in die Kinokasse gestohlen worden waren. Slivka gestand, die Karren. von einem Komplizen seines Bruders, dem Räuber BabiL, erhalten zu haben, der sich gleichfalls in der Haft des Kreisgerichtes ULhorod befindet. Eisenbahnwagen kommen ins Rollen. Die Staatsbahndirektion teilt mit: Am 3. August um 3 Uhr 45 kamen in der Station Kiöany 11 Waggons des Lastzuges Nr. 2178 ins Rollen und fuhren die abschüssige Strecke gegen Uhkinövcs hinab, wo sie aufgehalten werden konnten. Hiebei entgleisten zwei Waggons. Dieser Unfall hatte,— abgesehen von einer geringfügigen Verspätung der Fruhzüge— keinerlei sonstige Folgen. Die Untersuchung wurde cingeleitet. Ein Flugzeug überschlägt sich. Wie aus Avignon gemeldet wird, hat sich am Mittwoch bei der Landung auf dem Flugfeldc von Pujol ein Verkehrsflugzeug überschlagen. Ein Passagier wurde getötet: der Pilot und ein zweiter Passagier wurden schwer verletzt. 500 Gefängnisurteile wegen Verbreitung von„Gerüchten" über den Reichstagsbrand. Eine sorgfältige Statistik verzeichnet das 500, Gefäng- nisurtcil wegen der Behauptung, der Reichstag sei nicht von-Kommunisten angezundct worden. Eisenbahnunglück in Frankreich. In der Nähe von Lille stießen Mittwoch zwei Güterzüge zusannneu. 20 Wagen wurden zertrümmert und fünf Eisenbahnangestellte verletzt. Wie Onkel Bollmann seine Kinder lehrt... DaS„Prager Tagblat" hat eine Kinderbeilage, die im Obertitel„Der keck« Kiebitz" ihre Beziehungen zum Nach wuchs der Börse und der Mischen Cafehäuser, im Untertitel ,^nkel BollmannS Jugendzeitung" dagegen mehr den läppischen und provinziellen Charakter des Unternehmens betont. In diesem kecken Kiebitz erschien, illustriert, am 29. Auli ein Artikel „Wie aus einem armen kleinen Jungen ein großer Mann wurde". Bon dem Jungen wird erzählt: Als kleiner Schuljunge zeichnete er fick be sonders aus durch Ungezogenheit und Wildheit. Er war ein Schrecken aller Eltern und der Liebling seiner Kameraden. Zärtlich und weich war er nur zu den Vögeln, beson ders zu den kleinen Käuzchen, die er von ganzem Herzen liebte. Seine R a u f l u st wurde sonst nur dadurch gebändigt, daß er, wenn er allzu ungezogen war, bei seinem Vater helfet! und den Blasebalg treten mußte. In der Schule war er nicht sleißig, aber dennoch ein guter Schüler. Wer mag's wohl sein? Welcher Vorkämpfer der liberalen Ideen, welcher Wegbahner der Judenemanzipation, welcher berühmte Ge lehrte, Humanist, Künstler oder Geschäfts mann wird der Jugend von Onkel Bollmann als Muster vorgestellt? Man höre weiter: bei einer Schulfeier ist der Direktor durch Krank heit verhindert, die Festrede zu halten: Der Direktor wollte die Rede halten, doch im letzten Augenblick wurde er krank. Alle meinten, einer von den Lehrern würde an seine Stelle treten. Doch diese hielten unseren jungen Freund für geeigneter. (Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll1lllllllllllllllllllllllllllllllllllllll1llllllllllllllllllllll1llllillllllliilllllllllillllillllllill1lll!!llllllllll1llll1lllllllllllllllllilllillllllllllllllllllllllllllllllllllll1l Räuber überfallen eine Stadt. Cosfehvill«(Kansas), 3. August. Die Gemeinde Weir im Staate KansaS war das Opfer eines ungemein verwegenen Nachtübcrfalles, der gegen die im Orte befindlich« Bank gerichtet war. Mittwoch mitternachts kamen mit Maschinengewehren ausgerüstete Banditen in einigen AutoS im Orte an und nahmen vor allem den Ätacht- wächter gefangen, den sie fesselten. Dann drangen sie inS Postamt ein, überfielen die Telephonistin, banden sie und schnitten die Drähte der Zentrale durch. Sämtliche zufällig den Banditen in den Weg kommenden Straßenpassanten, Motorrad- und Autofahrer wurden sofort gefaßt und gefesselt. Insgesamt fielen 22 Einwohner in die MU dem Auto ins Meer. Amsterdam, 7. August. Sieben junge Leute auS Amsterdam, die sich zu einem Fischzug nach Andyk begeben hatten, und seitdem verschwunden tpmtz^ sind mit ihrem Auto in den nordhollän- Wahrscheinlichcs Wetter von heute: In der Westhälfte deS Staates wechselnd bewölkt, meist niederschlagsfrei, mild und tagsüber etwas wärmer. Das Karpäthengcbiet noch unbeständig und strichweise Regen, mäßig kühl, allmählich abflauendcr Nordwestwind. Gerhart Hauptmanns Sonuenuuterqang. Lang« Zeit hat Gerhart Hauptmann. der Dicht,rf der),Weber", geschwiegen. Er wußte nicht- Ztr sagen zu den Bücherverbrennungen, nichts zur Aechtung seiner Freunde, deren Namen in>fi ganzen gesitteten Welt einen guten' Klang habeni nicht- zu den Barbareien, di« den Namen Deutschlands schändeten. Gerhart-Hauptmann hol S'hwiegcn. Zu allem, was sich in den letzten S Monaten ereignet« und was ihm doch nahegehen mußte. Jetzt hat er di« Sprach« wieder- gefunden: Von seinem Hiddenseer Landsitz bat er an Mufsolin i anläßlich-seines 50. Geburtstages folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „Der immer dankbare Gast. Italiens lend«: dem großen Führer sei n e S- B o l k c s in Verehrung' viel Glückwünsche. Gerhart Hauptmann." Darauf erhielt Gerhart Hauptmann nach Hiddensee folgende Antwort: „Die Glückwünsche, die mich von einem der größten lebenden Dichter erreichen, haben mich lies" bewegt. Glauben Sie an meine Bewunderung und Dankbarkeit. Mussolini." Sonnenuntergang! Erdbeben in Agram. Donnerstag um 3 Uhr 27 Minuten früh wurde in der Stadt Agram ein ziemlich starkes Erdbeben verspürt. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine gewisse Unruhe. Tos Beben blieb icdoch ohne größere Folgen. Bei einzelnen Häusern stürzten die Kamine ein und an kleineren Gebäuden wurden Mauerrisic verursacht. Belagerungszustand in Nicaragua. Die Regierung der Republik Nicaragua hat am Mittwoch in der Hauptstadt den Belagerungszustand erklärt. Diese Maßnahme wurde im Zusammetchang mit der katastrophalen Explosion einer Bombe zwischen den Häusern der nationalen Garde aus dem Campo de Marte getroffen. Die Zahl der Opfer dieser Explosion wird auf 25 bis 30 geschätzt, von denen zahlreiche getötet wurden. Viele Personen wurden verhaftet. Wen» die Tochter Schönheitskönigin wird. Dieser Tag« wurde im Ncgymanyoser Donauarm die Schönheitskönigin-er Donau gewählt. Der Vater des gekrönten Mädchens freut« sich derart über die Auszeichnung, daß er mit einigen Zechkumpanen eine ausgedehnte Schnapsreise unternahm. Zum Schluß bestieg man gemeinsam ein Boot und begann vor Freude zu— tanzen. Dabekam dem armen Freudetrunkenen nicht gut: Er stürzte ins Wasser und kam nicht mehr an die Oberfläche. Ein Herzschlag hatte ihn mitten aus der Freude gerissen. Proportionen werden nicht verschoben. Der Berliner Magistrat beschloß, ein« Gedenktafel für Horst Wessel anzubringen. Die Gedenktafeln, für Karl Marx und Ferdinand Lassalle wurden"entfernt. Horst Wessel war im Nebenberuf Student, im Hauptberuf Sturmführer und Zuhälter, Karl Marx hat das„Kapital" geschrieben und Ferdinand Lassalle war der erste große Agitator der deutschen Arbeiterklasse. Die Gedenktafeln werden die Proportionen kaum verschieben. Aus Rom wird uns geschrieben: Der italienische Erfinder Senator Guglielmo Marroni hat mit feiner Gattin— seiner eifrigsten Mitarbeiterin— auf seiner Expcrimentier-Hacht „Elektra", die sich zur Zeit in der Näh« von Ostia befindet, Pressevertreter» einige Mitteilungen über seine jetzt im Gang« befindlichen Versuche mit Ultra-Kurzwellen gemacht. Die derzeitigen Versuche, sagte Marroni, welche die Versuche im Vorjahre auf dem gleichen Gebiete ergänzen sollen, und mit ganz neuen Instrumenten vorgenommen werden, dürften die Entscheidung darüber bringen, ob die Radiophonie auf gewissen Ultra-Kurzwellen die Telephonie mit Draht ersehen kann. Mit den neuen Apparaten werden Der Gauner bei der Wallfahrt. Aus U u g a r i s ch- H r a d i s ch wird unS geschrieben: A uf der Wallfahrt nach Velehrad ereignete sich dieser Tage ein ungewöhnlicher Vorfall. Ein Liebespaar geriet in Streit und forderte einen daneben gehenden Mann aus, ihnen in ihrem Streit als Zeuge zu gehen. Ter Mann erklärte sich einverstanden. Bei der Gendarmeriestation wies er Dokumente vor, die auf Namen Bohuslav Trneöka ans Hartmanice teten..Dem Wachtmeister kam der Mann dächtig vor, er unterzog ihn einem Verhör und fand bei ihm in der Hose Dokumente auf den Namen des gefährlichen Diebes Rudolf Kubes aus Kojetin. Kubes wurde verhaftet und vom Kreis- aericht in Ungarisch-Hradisch zu acht Monaten schweren Kerkers und zur Unterbringung in einer Zwangsarbeitsanstalt verurteilt. Nr. 18«. Freitag, 4. August 1988. Seite 5 An den Deutschen Luslsport.Verband, Ortsgruppe Olbernhau u. Umg., Frerbergerstraße 37. Hierdurch bitte Ich um Aufnahme in den D L V als aktive-/ fördernde» Mitglied. . den....... « t,.., Nam«..... Adresse......> Das Flugblatt zeigt allerdings in einem Deutsch, da» mehr mit dem Jargon des neuen Dichterfürsten Ewers als den Nachkommen Gocthens aus gemeinsamen Nenner zu bringen wäre, wie friedlich unsere Nachbarn im Norden auf unsere Grenzen zu schielen belieben. Noch klarer wird der ganze Geist durch den frommen Wunsch, ein jeder Hitlerjunoe Quer möge sofort ein Boelke werden! Boelke ist nicht etwa mit dem Kunstflieaer Udet zu verwechseln, der sein Leben für die Verbesserung der Flugmethoden eingesetzt hat, sviidern der Kampfflieger Boelke, der nach dem Freiherrn von. Richthoven im„Groben Krieg" die meisten Feinde abgeschossen hat. DaS sind natürlich die geschichtlichen und kulturellen Aufgaben des neuen Staates: das ist der Aufbruch der'Nation und ihr Ziel. Nach der Bücherverbrennung-kann daS junge Deutschland nur bestrebt fein, auch in der Luft wieder voranzukommen: so wie in seine« Landerfolgen, die alles, was man den naiven Hunnen in die Schuhe geschoben hat, wert hinter sich lassen. wl.— Der»ieroerbrauch als KoajunNmbaromrter. Roch immer'63$ ßiter vier pro Kopf und Jahr. Da» Balb0'Sefchwader im Hafen vom Sturm bedroht. Shoalharbour, 8. August.(Reuter.) DaS Meer bei Neufundland ist stürmisch. Ein Wirbelsturm peitscht die Wogen auf. Im Hafen ist die Wasserfläche so unruhig, dah man für die Sicherheit des BalboacschwaderS Befürchtungen hegt. Ta» Wetter scheint sich noch zu verschlechtern. ES besteht keine Aussicht, dah der Abflug vor Samstag früh erfolgen kann. DcutsdiloiHb Friedens liebe und Lnlllreuden. Die Kulturwelt, die bekanntlich auherhalb der Hitlcrgemarke liegt, hat sich über die„rote Flicgcrpest" eine dem Herrn Göring nicht ganz genehme Meinung aehiwet; das Scheinmanover war für alle Menschen bis auf di« naiven Gemüter der modernen blonden Hünen gar zu durchsichtig und sollte nur den Dorwand zu neuen Rüstungen bieten. Immerhin hatten auch di« Gegner de» Dritten Reich» erwartet, dah sich Herr Göring wenigstens auf kurze Zeit Beschränkungen auserlegen würde, um den offiziellen Freundschaft»- und Friedensgeist seiner beiober übergeordneten Apostel einer neuen Welt nicht zu sehr zu blamieren. Weit gefehlt: über Initiative besagter, nur von Hakenkreuzler- nicht von Menschenaugen gesehenen roten Flie- gerpest über Berlin wurde der Deutsche Luftsportverband gegründet, der seine Lolksgenosien mit folgendem Aufruf überschwemmt: Deutsch« Volksgenossen! Der Abschnitt 42 im Schandvertrag von Brr> saille» lautet u. an .Land, und Marineluftstreitkräfte darf Deutschland nicht besitzen. Apparat« und Material wird ausgeliefert und zerstört." Der Aufbruch der Nation unter unserem all- verehrten Bolkskanzler Adolf Hitler hat bewiesen, daß Deutschland leben will und seine großen ge- fchichtlichen und kulturellen Ausgaben weiter erfüll«» wird. Ein« der Hauptaufgaben ist nun: Deutschland braucht Flieger! Laut di« Luftfahrt auf, denn Luftfahrt ist Not! Die Regierung und mit ihr dat Nationalsozialistische Fliegerkorps haben fetzt alle nationalen Verbände der Luftfahrt zusammengrschlossen- und die Gründung de- Deutschen Lustsport-Ver- bander vollzogen. Gerade da» tm Grenzgebiet liegende Erzg«- birg« begrübt mir Begeisterung diesen Zusammenschluß. Dir Wichtigkeit der Ausgabe wird erhärtet in Aubetrqcht der schwer gerüsteteu Nach- I n barftaaten. Bombenflugzeuge können in weniger al» einer halben Stunde unser» Stadt und da» gesamte Erzgebirge in Trümmer legen. Noch sind nnt durch den Versailler Vertrag Fesfoln ouferligk, aber dar junge Deutschland will auch in rer Luft wieder voran kommen. Ich will ein Boellke werden, so heißt der Leitstern unter dem das junge Deutschland durch Bau-, Segel, und Motorstuggruppen in eigener Schulung herangcbildet werden soll zu tüchtigen Fliegern zum-Kitzen der Nation. Ti« Jugend ist unseres Volkes Zukunft. Tie- neu wir ihr, so dienen wir unserem Volk, nützen wir ihr, so nützen wir dem Volk-ganzen. Bei diesem großen Werk, welches der Deutsche Luflfporwrrband durchführen will, dürfen Sie nicht abseits stehen. Auch Sie müssen mithelfen. Sie wissen ja, zu so einer gewaltigen Aufgabe gchört in erster Linie Geld. Maschinen und Ausbildung erfordern große Diittel. Besuche» Sie das Segelfliegerlager auf dem Schwartenberg und unterstützen Sie uns, indem TI« das nachstehende Formular auSgofüllt an uns einsenden. Mit deutschem Fliegergruß! Heil— Hitler! Deutscher Luftsport- Verband, Ortsgruppe Olbernhau u. Umg Freibergerstraß« 37. DaS Statistische StaatSamt veröffentlicht in Nr. 101—102, Jahrgang 1033 seiner„Mitteilungen" eine Statistik der Bierbrauereien sowie der versteuerten Wein-, Most-, Limonaden-, Mineralwasser- und Sodawassermenge im Jahre 1982. Aus der darin enthaltenen Uebersicht für das vergangene Jahrzehnt läßt sich seststellen, wie sich namentlich tm Bicrverbrauch der Konjunkturstand der Wirtschaft spiegelt. Bi» zum Jahre 1920 steigt der BierauSstoß ständig. In diesem Jahre betrug der BierauSstoß der Brauereien in der Tschechoslowakei 11,610.677 Hektoliter Bier, im Jahre 1030 11,»16.909 Hektoliter, im Jahre 1931 10,376.783 Hektoliter und im Jahre 1932 0,558.687 Hektoliter Bier. Der durchschnittliche Bierverbrauch auf einen Einwohner stieg bei uns von 52.1 Liter im Jahre 1932 auf 77.8 Liter Im Jahre 1920. In den folgenden drei Jahren sank dieser Durchschnitt-Verbrauch auf 76.2, 69.2 und im Jahre 1932 auf 63.5 Liter Bier. In der Brauindustrie macht sich eine ständige Konzentration bemerkbar Don 583 tätigen Brauereien im Jahre 1923 waren im Jahre 1932 etwa 430 in Betrieb. Ter Weinverbrauch folgt— wohl infolge besonderer Gründe in der Preisgestaltung— dieser regelmäßigen Konjunkturbewegung nicht in dem Maße wie der Biervcrbrauch. Im Jahre 19321 wurden 480.987 Hl. Traubenwein und Trauben-1 Dom St. Bürokratius. Das Kissen. Einer stammt au» Oesterreich, lebt jetzt in Deutschland und ist arbeitslos. Seine Mutter will ihm etwa» Guter antun, strickt ihm ein Kissen, sendet cS ihm per Päckchen. Tas Päckchen wird überbracht von einem Zollbeamten:„An Zoll sind zu entrichten vier Mark!" Worauf der Empfänger die Annahme verweigert. DaS Päckchen geht zurück nach Oesterreich, wo die Absenderin die entstandenen Kosten bezahlen soll. Sie weigert sich, das Kissen wird versteigert. Es bringt— ein« Mark und 20 Pfennige! Der Manschettenmann. In München tragen die VerkehrSfchutzleute blauweiße Manschetten. Mein Vetter, der fremd in München ist, hatte in der Lindwurmstraße zu tun, und da er den Weg nicht dahin kannte, ging er am Äendlinger Tor-Platz zu einem Verkehrsschutzmann, most verbraucht gegenüber 464.815 Hektoliter im Jahrt 1920 uüd 451.632 Hektoliter im Jahre 1923. Ter sonstige Obstwein, Most und Obstsasl solgt aber bereits der gleichen Tendenz wie das Bier. Die versteuerte Menge dieser Getränke stieg vom Jahre 1932 von 35.426 ständig bis auf 76.648 Hektoliter»m Jahre 1929 und sank dann wieder stetig bis auf 56.702 Hektoliter tm Jahre 1932. Auch die Limonaden und die Mineralwässer folgen im ganzen einer ähnlichen Tendenz. Im Jahre 1923 wurden 137.739 Hektoliter Limonaden und 87.706 Hektoliter Mineralwasser versteuert. Die versteuerte Menge dieser beiden Getränke stieg bis zum Jahre 1929, in dem 285.164 Hektoliter Limonaden und 266.108.Hektoliter Mineralwasser versteuert wurden..Dann sank der Verbrauch dieser beiden Getränke wiederum stetig bis zum Jahre 1932, in dem 238.710 Hektoliter Limonaden und 217.095 Hektoliter Mineralwasser versteuert wurden. Eine bemerkenswert» Entwicklung nahm der Sodawasstrverbrauch. Dies«» Getränk, das billigst« aller versteuert«» Getränk«, zeigt auch in dar Zeit der Krise einen ständig steigenden Verbrauch. Im Jahre 1923 wurden 143.514.Hektoliter, im Jahre 1929 309.130 Hektoliter und im Jahre 1933 343.720 Hektoliter Sodawasser versteuert. genannt„Slaumanderl", und fragte:„Verzeihen Sie, wie komme ich am besten zur Lindwuruistraße?" —„Da müssen Sie einen Herrn ohne Manschetten fragen," war die verblüffende Antwort. D»r Sekretär. Großes Festessen in einer französischen Pro- vinzstadt zu Ehren des Ministers. Man Ißt und trinkt ganz vorzüglich. Die Stimmung ist gehoben. Ta nähert sich der Sekretär des Fcstpräsidcnten dem Minister und fragt ihn leise:„Wollen der Herr Minister jetzt sprechen oder wünschen der Herr Minister, daß die Leute sich noch etwas amüsieren?" Frirdhofsordnung. In Deutschland wird im allgemeinen keiner begraben, bevor er tot ist. In der Friedhossord- nung von Gießen aber heißt cs im 8 68 wörtlich: „Die Beerdigung ist erst nach«ingrtretenem Tod« gestattet. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung des Bürgermeister»." Diese» imposante Bild stammt ouS dem englischen Hafen Southampton. Vorne wird daS Motorschiff„Alcantara" von kleinen Schleppdampfern nach dem Verlassen des Trockendocks ins freie Waffer bugsiert. Hinten sieht man den Riefendampfer„Berengaria" in einem gewaltigen Schwinimdock, wo er eine gründliche Ueberholung erfährt* aiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiuiiuiiiiitiiinnininiiiHiiiiiiiiiiiiiiniiiuiiiiiniiiiiiiiininiiiniiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiininiiuiiiiiiiiiiniuiiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiininiiiiiiiiiniiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiD Dluei aller Wett D«r Frack al» Badeanzug. Auch der Frack als Badeanzug ist schon da- gcwcscii. Im Jahre 1817 kreierte di« Herzogin von Berry in Calais eine serrsationelle Mode, nämlich ein öffentliche» Bad im Meer. Darüber berichtet«in Zeitgenosse:„Tie.Herzogin war angezogcii wie zu einem Ball. Da sie nicht ohne Begleitung in das Wasser steigen durste,, mußt« sich der Bürgermeister von Calais zu einem Seebad entschließen. Er folgte vorschriftsmäßig auf zehn Schritte Distanz der.Herzogin im Frack, Zylinder und weißen Handschuhen in- Weisser. Eine riesige-Zulchauermeng« hatte sich am Strand versammelt. Der Bürgermeister ging so weit, bis ihm das Wasser zum Halse reichte. Tann blieb er stehen und wartet«, bis die hohe Tamc >hr Bad beendet hatte." Japanische Reklame. Merkwürdige Reklameausschriften sind in japanischen Geschäften üblich. Da heißt cs;. B.: „Unsere Teppiche sind so weich wie die Haut eines »eugeborenen Kindes!" Ein Warenhaus rühmt sich, seine Waren mit der Geschwindigkeit eines Geschosses abzuliefern. Ein Papierfabrikeni lobt lein Packpapier,„das nicht schneller reißt, als die Haut eine- Elefanten". Was die Anpreisung des Kundendienstes angeht, so schießt ein Wareniwus wohl den Vogel ab, das seinen Katalog be-nnnt, iiidcm es versichert, daß die Kundschaft mit ausgesuchtester Höflichkeit empfangen wird:„Unsere Angestellten iverden so liebenswürdig sein, wie ein Vater, der seiner Tochter zwar keine Mitgift geben kann, aber doch eine» Mann für sie sucht. Wir werden Sie begrüßen ivie eitlen Sonnenstrahl, der den Himmel nach einem trüben Regentag erhellt." Wie man sieht, versprechen die Kaufleute in Japan ihrer Kundschaft sehr viel; wenn sie aueb inistande sind, alles zu halten, dann marschieren sie.>vas den„Service" angeht, an erster Stelle in der Welt. Ein Dors taucht au» dem Meer auf. Im Jahr« 1895 wurde rin Fischerdorf in der Näh« von Tellicherry(North Malabar) bei einer Sturmflut vom Meere verschlungen. Jetzt erst ist das Dors bei einer neuen Sturnrslut wieder aus dem Meer« aufgetaucht. Als der Sturm loSbrach, wurde da» Gewässer zwischen den beiden Felsen Neeloth Point und Balikallu außerordentlich ruhig, während ringsherum das Meer von Sturm und Regen wild gepeitscht wurde. Plötzlich kam ein« Sandbank zum Borichein, die von Minute zu Minute breiter und höher wurde und in ivemgcn Stunden den Balikallufelsen mit einem dritten Felsen, den» Chappakallil, verbaich. Das aus dem Meer« neugewonnene Land weist noch die Spuren des alten Fischerdorfes und die Ueberroste eines alten Tempels äyf. Auf die Kund« von dem Naturereignis sind auS der nahen und ferneren Umgebung viele Neugierige herbeigekommen, um oaS zurückgcivannenc Land zu sehen. Außergewöhnliche Atmung. Tin« seltene Physiologische Abnormität wurde bei der kürzlich abgehalteuen Jahresversammlung de» Carnegie-Institutes in Washington vorgeführt. Ein« 30jährig« Dani«, übrigen- selbst Wissenschafterin, mußt« sich allen möglichen Untersuchungen durch die anwesenden Gelehrten unterziehen, tveil sie nur drei-, höchstens viermal in der Minute atmet, während di« Zahl norinaler- wcisc etwa das Fünffache betragen sollte. Vor« einem ähnlichen Fall ist bislwr nie etwas bekannt geworden, so daß da» Interesse der Fachleute begreiflich ist. Uebrigen» wurden Puleschlag und Herzbelvegungeii bei der Untersuchten für vollkommen dem Durchschnitt entsprechend befunden. nur ist die Luftinenge, die sie bei jeder Ausweitung dcS Brustkorbes in die Lungen atmet, außergewöhnlich groß. Ein Herz ans Messing. Der«nalische Professor Dr. Gibbs führte in der Universität zu Stanford zum erstenmal ein künstliches Herz vor, das in Bau und Arbeitsweise dein echten vollkommen entspricht. Ter Apparat ist aus Messing hergestellt und wird durch Wasserdruck iu Bewegung gesetzt. Hunde. Katzen und sogar ein Maultier wurden nach Enl- fernung des.Herzens dnrch die Erfindung des Hielehrten stundenlang am Leben erhalten, wobei daS Blut in ganz normaler Weise durch den Körper dcS Versuchstieres strömte. Uebvigcns wurde' m Verlauf der Untersuchungen sestgestollt. das; der Blutsirom eines gesunden Menschen rund hunderltansend Kilometer im Jahr« zurücklcgl. Der August im Bolksmund. Da der Juli recht feucht war, haben die Felder tüchtig aufgeholt. Nun setzt vorschriftsmäßig die große, trockene Hitze für die Ernte ein. DaS freut besonders die Weinbauern: Ist im August viel Sonnenschein, so bringt er sicher guten Wein, sagen sie, Der 10. August ist ein besonderer Merktag: Findel man um Laurentius schon reise Trauben, Io ist Hoffnung auf guten Wein. Des Morgen» zieht der Landmann auf die Wiese: Wenn'S im August stark tauen tut, so bleibt daS Wetter gut, lautet eine alte Regel, wenn er.jetzt den Tau sieht, weiß also der Bauer, daß er diesmal seine Ernte trocken herein bekommt. Aber jetzt schon entscheidet für den Winter. Je mehr der heilige TomInikuS schürt, desto ärger im Winter man sriert. Die alten Frauen i» den Dörfern erzählen indessen flüsternd von den Korndämoncn, die zur Zeit der Ernte umgehen. Wenn das Korn wogt, sagen sie nicht:„Heute geht ein Wind, der ist gut für die Ernte!, sondern sic sagen:„Das Korn« Männchen geht um!", oder„Der wilde Jäger fährt übers Korn!" Manchmal ist der Wind ,m Korn„der Teufel, der seine Großmutter peitscht": wo der christliche Einschlag in den alten Sagen stärker ist, sagt m.an:„Der Herr Jesus hütet die Lämmer." Die Korndäilronen treten als„Hafermann" auf, mit schwarzem Hut und gewaltigem Krückstock— vielleicht ist einmal eine Bauernfrau vor ihrer eigenen Vogelscheuche erschrocken. Man spricht von Rudeln von Wölfen öder von Wild-! ins Korn zu laufen, nennt nian die Kornfrau eine böse Rogaemnilhmc, die Kinder entfuhrt. „Der Kornhansli schneidet Hände und Ohren ab", sagt man an anderen Orten. Aber die Erwachsenen haben wohl selbst Angst und Scheu vor dem großen, wogenden Feld! DaS verraten all diese Sagen. Haben Angst bis zum letzten Moment, ob sic die Ernte sicher hcimbringcn. Da kann immer noch ein gefährliches Gewitter kommen! Die Korndä- nlonkn und Crntcgcspenster kann man als Blitzableiter leibhaftig fürchten und respektieren... Tas geht, bis die Wartezeit vorcbi ist. Bis der Mensch mit seiner Arbeit einschen kann, vorn am Wegrai», aber bald ist er mitten ins Feld vorgcdrungcn.. Da hängt wieder alles von seiner eigenen Kraft, von seinem eigenen Fleiß ab: Wer im Heunt nicht gabelt, in der Ernt' nicht zabelt, im Herbst nicht früh aufsteht, der schau, wie's im Winter geht! H.J. schwemen, die sich im Korn wälzen. In vielen: Märchen spielt die„Kornfrau" oder die„Korn-' , mutter" eine Rolle: sie entkibeidet. wer eine gute 1 sich das Wetter! Ernte verdient hat, und wer nicht. Für den 4. August heißt eö:| Wenn man die Kinder davon abhalten will, j Sette b Freitag, 4. August 1KS8. Nr. 180. Lin Sonderousflugszug in di, Hohe Tatra wirb in den Tagen vom 19. bis 28. August von-er StaaiSbahndivektion Prag abgcfcrtigi. Preis pro Pevson 836 Ke, in dem iirbegrnfen sind: ftzabrvr-eis, Unfallversicherung, Wohnung, Verpflegung. Anmeldungen m'l Angabe von IM b'r bei Kasscnickalier Nr. 13 deL Masarykkahirhose» bis ipäieslens 10.-S. Snorl' Spiel> Kfirnerpllene Ein„ausgezeichnet" informiertes Zportblatt ist oder will di«„S p o r I w o ch e", das im Saazer Wolf-Borlag erscheint, sein. Bor einiger Zen berichteten wir, daß der STAK. Verband(Verband tschechischer Amaienrfußballvereine) der SAS-J. bei- zutrotcn gewillt ist und daß diesretügliche V«»chand- lnngcn im Gange sind. Wir berichteten ferner, daß der offiziell« Spielvevkehr mit Vereinen und Mannschaften der SASÄ. durch ein Spiel einer niederösterreichischen Bafö-AuSivahlmanw'chasr in Prag und Tabor eingeleitet und vor kurzem durch den Gegenbesuch der Prager Vereines in Berndorf und Wiener-Neustadt fortgesetzt wurde. Di« Saazer „Sportwoche", di« sich rühmt«— gleich vorweg gesagt: ein trauriger Ruhm—, d!«„bestnrsormieriesl«" zu sein, bringt nun in ihrer Ausgabe vom 1. August unter dem schon an uitb für sich falschen Titel „Gründung des ArdeiterfußballverbaudeS der Ö291." einen Auszug aus einen Artikel, der bei uns erschien, aber so zugostutzt und teilweise entstellt, daß der Anhalt zu dem Titel in kein rechtes Verhältnis kommen will.?l!ber damit»richt genug, wird berichtet, daß„vergangenen Samstag und Sonntag in Berndorf und Wiener-Neustadt Spiele mit Vereinen des Tschechoslowakischen Amateurfutzballverban- des durchgosührt werden" sollten,»doch machte das Wetter diesen Plan zuiricht«". Zum Leidwesen dieer so gntinformierten Sportzeitung, die di«„Gründung" eines schon bestehend«» Verbandes melden will, sei ihr offiziell mitgeteilt, daß die Spiel« in Oesterreich„nicht vom Welter zunichte' gemacht wurden,> sondern zur vollsten Zufriedenheit beider Teile stattgefunden haben. An derselben Nummer wird auch über ein„Arbeiterfußballspiel" berichtet, das zwischen„Bettsedern" und„Hühneraugen"«in- pflaistert wurde. Das ist doch sehr bezcichnerch und unsere Arbeitersportlcr werden sich wohl bestens bedanken, von einem solchen„Sportblatt" genannt zu weiden! Die niederösterreichischen Arbeilersußballer hielten Sonnlag ein« Sitzung ab, in der ein« neu« Klassen«»'nteilung genehmigt und die geplante Einführung einer L i g a m«i st e r s ch a s t beschlossen wurde. An den ersten Klassen, die für eine Beteiligung an der' Llgmntislerschaft in Betracht komnrrn, also in den ersten Klassen Süd, Südost, West, Nord und Ost, wird di« kommende Meisterschaft als Qualifikation Swett bewerb auSgetvagen weiden. Aus den beiden erstgenannten Klassen werden di« ersten dr«i und aus den andern Küssen die ersten zwei in die Liga aussteigen. Dir österreichischen Arbeiterturner-Meisterschas- ten in Handball und Faustball sollten ursprünglich erst im September stattftnden, nunmehr wurden sic «ichgültig für den 25. August in Wien angcseht. Im Handball stehen sich Stadlau, der Wiener Meister, und Linz-Stamm, Meister des 18. Das täte SoldarSberdorl. Die Beschicht« von Gopher vulch. (Schluß.) Der blaue Teufel soll eS holen, ober ich schwör' eS Ihnen, der Alte, da drinnen, war ein zehnfacher Millionär. Und trotzdem ein Bettler, eben deshalb, weil er so gerne lachte und so viel au die Menschen glaubte. Sehen Sie, so ost er einen Claim gesunden hatte, kam er nach Gopher Gulch und trompetete er auS. Natürlich setzte sich eine Völkerwanderung von Ratten in Bewegung und als der gute Floyd wicderkam, um zu graben anzufangen, war der Claim schon abgcstcckt und gehörte einem andern. „Macht nichts," sagte er und lachte.„Werd' einen anderen finden!" Und er fand ihn. Gopher Gulch war damals ein Asyl für Abenteurer, Lumpen und Gesindel und einer Handvoll unbrauchbarer Menschen, unbrauchbar, weil sie ehrlich und anständig waren. So oft Floyd mit seinem neuen Claim zum Lauher kam, zu diesem niederträchtigen Notar, erklärte ihm dieser, der Claim sei schon für diesen und jenen angemeldet. Und zwischendurch bekam er regelmäßig seine Liebesbriefe; sic hieß Betti, wohnte irgendwo in Kalifornien, war schön, jung und blond. Himmlisch blond. „Wenn ich Millionär bin, werde ich- Dich holen, Betti," schrieb er. Auf dem Briefpapier meines großen Hotels schrieb er cs, mit meinen Federn, und ich gab ihm die Briese zur Post^ einen nach dem andern, zehn, zwanzig.. Da hockte diese Bande in meinem Hotel und ließ Floyd mühsam in die Hills gehen und Goldfelder suchen, um sie ihm wcgzuschnappcn. Diese Lammsgeduld, wissen Sie, von diesem Flovd! ES War schandbar, unter einem solchen Gesindel! Wenn er dann am.nächsten Morgen zeitig aufbrach, um mit Schaufel, Spaten und Konservenbüchsen in die Hills zu gehen, da waren die ZEITUNG. andern schon regelmäßig da. Und so gut meinte eS das Schicksal mit ihm, so gut! Aber Sic haben nicht die Geduld, wenn ich Ihnen alle diese Einzelheiten genau erzählen wurde, sehen Sie, einmal wurde ihm die Sache ungemütlich. Ich hatte ihm ins Gewissen geredet, hatte ihm die AnstandSregeln für einen Goldsucher bcigebracht, was glauben Sie, was geschah? Flol-d fand am nächsten Tag einen wundervollen Fleck, aus dem daS Gold buchstäblich wie Kartoffeln im Kartoffelacker lag. Floyd saß bei mir, in der Office, und ich erinnere mich genau daran, alS wäre eS heute gewesen. Er erzählte eS mir leise. Er war so komisch dabei, mit seinem Willen das Geheimnis für sich zu bewahren. Er schrieb seiner blonden Betti nach Kalifornien:„Ich bin reich, ich komme in einigen Monaten." Und sehen Sie, mein Herr: da drehte sich diese Seite im menschlichen Leben: die untere -Hälfte, die schlechte, die bisher im Dunkel lag, kam nach ohcn... und diesen Augenblick werde ich nie vergessen, diesen Augenblick, der ans dem braven, immer freundlichen, lachenden Floyd einen vom Teufel gejuckten Goldsucher machte. Drei Leute waren wir in der Office. Einer hieß Rex Morgan. Ein Mensch, der sich mit den Leuten seinen Spaß erlaubte, das war seine ganze Beschäftigung, eS gibt so viele Beschäftigung» und so viele Jobs, die sich hierzulande bezahlt machen. Ich hielt Floyd am Rockzipfel und ging mit ihm am nächsten Morgen. AIS wir in die Hügel kamen, war es schon bald Mittag. Wir waren allein, aber weiter unten, im gelben Sand der Prärie sahen wir graue Schatten.„Da kommen sie," sagte ich,„sie haben Lunte gerochen!" „Diesmal bin ich der Erste!" erwiderte Floyd.„Ganz allein hier und alles gehört mir, alles Gold! Will einmal gleich absteckcn!" Dabei lachte er, daß man es schier über die ganze Prärie hören konnte. Aber in diesem Augenblick tauchte vor uns Rex Morgan auf. Wie ein Gespenst aus der Versenkung, genau so. „Halloh, Floyd!" rief er laut. Verdi zahlt Luhe. Aus dem Italienischen von Adolf Peter Paul. Floyd erschrak... das war der merkwürdige Augenblick, von dem ich sprach, von den zwei .Hälften in uns... Floyd wurde blaß, er begann an den Händen zu zittern. „Du kommst wohl, Rex, um dir meinen neuen Claim anzusehen, he?" fragte er langsam, vorsichtig, mißtrauisch. Es war schon etwas außer der Bahn in mir. „Dein Claim?" fragte Rex gutgefpielt staunend. „Droh!" kam eS zögernd von Floyd. „No," sagte Rex und zeigte auf eine Location notice, mit derber Schrift auf einem Zucker- vavier geschrieben.„Dieser Claim gehört doch längst dem Goodluckman! Du kennst ihn, he?" Aber da zuckte eS plötzlich in den Händen Floyds. Er riß einen Revolver auS dem Sack. Ein Schuß, ein zweiter, ein dritter. Und Rex Morgan verschwand hinter einem Felsblock. Man hörte ihn in die Tiefe fallen... Was geschah weiter? Der Sheriff verhaftete ihn, man sperrte ihn ein, aber viel sonderbarer war eS mitanzuschen, wie etwas in Floyd zerbrach. Ich kann eS nicht beim richtigen Namen nennen. Sie verstehen mich doch sicher. ES zerbrach ettvas in diesem sröhlichen Menschen. Und daS ist furchtbar. Sehen Sie, und da kommt das Schicksal und setzt einen Ton in die Melodie. Rex Morgan hatte einen Spaß gemacht. Er war uns vorauS- geeilt,'um Floyd zu erschrecken, damit er sich hinterher doppelt- freuen würde über seinen Claim..." Der Mann schwieg. Es war finster geworden. Die Prärie war versunken. ES war eine sonderbare scharfe Luft da. Oben, im verstaubten Zimmer, war eS mir, als würde ich Schritte hören. Vielleicht wanderte Floyd durch da« alte Hotel.. Es kam mir alles wie ein« gespensterhaste Sache vor und dennoch, es war Wirklichkeit. Am nächsten Tage würde ich den.einzigen Zug nehmen, der hier hielt, wenn man dem StatianSchef zehn Dollars gibt; daS ist so Taxe in der Prärie, JDte firö/Me illustrierte Wocftenscftfifi IrrnfteM feden formta« flAeroI) orftdUHdk zichtet er hiermit feierlichst auf di« Erstattung irgendwelcher Spesen, die durch den THeat«. besuch entstehen könnten, gleichgültig, wie sein Urteil über daS Stück aussallcn sollte. Bertani Prospero." Frau am Nordpol. Aus keinem Gebiet« sticht heut« die Frau in d«r Forschcrwclt dem Manne nach. Zumindest ist sic überall als erfolgreiche Konkurrentin ausgetreten. Ob man nun di« Lehrerschaft, die Mcdizinerschaft oder die Theologie betrachtet, überall machen sich Frauen einen Namen. 8t. wiß, das Berufsideal der Frau ist nicht die M. senschaft, vielmehr ist ihr in unfcrm Volk die un. endlich wichtige Erziehungsarbeit unserer Jugend anvertraut und der Aufbau der Familie. Aber mit der Feststellung, daß die Frau auch in wissen, schaftlichen Dingen ebenbürtig sein kann, soll jo nicht ein beruflicher Stellungswechsel der Frau propagiert werden. Vielmehr soll damit bävie- sen werden, wie wertvoll die Frau dem Manne auf allen Gebieten des Lebens als Mitarbeiterin seines eigenen Berufs, als gute Kanieradin ist. — ES ist bewundernswert, wie beispiclsweilt eine Amerikanerin, Luise Bohd ans San Francisco, mit großem Geschick und kühner Voraussicht nun die vierte Polarexpedition milmacht, Di« neueste Expedition steht unter ihrer eigenen Leitung. Sic hat sich der Mitarbeit einer Reihe bedeutender amerikanischer und englischer Geo- graphen versichert, die sie nun bald ailf ihrem nur 200 Tonnen-Expeditionsschiff, daS in Aast, sund liegt, in di« Antarktis und noch höher hin. auf begleiten werden. Man will Tieseimiestun- gen vornehmen und Meeresströmungen erforschen. Wran-Uranla-Kino tlulte* deatMhe« Nino»ratfs. l'ei-a«s> Geschlossen. Wo verkehren wir? |Ca!e„CQnflnenlar, Prag, firaben~j Oaiiwilr<*« Hand Die Spieler mußten während der vierzehn Tage auf Stroh schlafen und schließlich zahlte Beran nicht einmal den vollen Betrag für die Heimreise, so daß in Neudorf em Spiel improvisiert wurde, für das der Klub 65 Ke(!) erhielt. Da dieser Betrag zur Heimreise noch nickt lamgt«, mußtet» di« Spieler 20 Kilometer zu Fuß gehen(!), u-m auf diese Weil« den Fahrpreis zu verbilligen und allen di«-Heimreise zu ernröglicken.— Nun will der Verein gegen den „ehrlichen' Manager gerichtlich vorgehen. Aus der Partei Jugendbewegung. S. I. L Sonntag, den 6. August, Wanderung nach Zbraslav(Badegelegenheit). Zusommcp- treffen um 7 Uhr an der Endstation der 21er- oder I7«r-Linic in Hodkoviüky. Püirkllich sein! Vereinsnadiriditen Arbeiter-Törn- und Sportverein Prag Aussig.Fahrer, Achtung! Di« L«i ch t a t h l e- t e n müssen SamStag früh um 6.22 Uhr unbedingt di« Abfahrt antrelen, da um 2 Uhr uachnrittagS in Aussig die Wettkämpfe beginnen.— Alle übrigen Teilnehmer fahren mit dem um 1.28 Uhr abgehenden Zuge, in dem ein Waggon reserviert wird. Treffpunkt eine halbe Stunde vor?lb fahrt au idem Perron. Reueleite: ist Genoss« Titze.— Wem es nicht möglich sein sollt«, um diese Zeit zu fahren, der wolle den um 16.46 Uhr abgehenden Zug benützen. Alle hier angeführten Züge gehen ab Masa rykbahuhof. Nicht vergessen: Fahrtlogi timotion beim Schalter otbsternpeln lassen! e Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 6. August, Treffpunkt am Smich o w e r Bahnhof um K7 Uhr früh. Führt P l o tz. ■■■■■«■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ Eeuosien, leset und verbreitet die Arbeiterpresse. Ein gewisser Signor Bertani aus der kleinen Provinzstadt Reggio Emalia hatte einer der ersten Ausführungen von Berd iS„Aida" bcigc- wohnt, war aber nicht auf seine Kosten gekommen. Er nahm Feder und Papier und schrieb dem großen Meister folgenden Brief: Reggio, Emalia, 7. Mai 1872. Verehrter Herr Berdi! Am zweiten dieses Monats fuhr ich nach Parma, um mir ihre Oper„Aida" anzuhören; «ine halbe Stunde vor Beginn saß ich■ schon vor dein Vorhang Ich muß gestehen, daß ich nicht viel erwartete. Dennoch bavunderte ich di« Inszenierung und di« großen Küi»stler. Ans der Rückreis« nach Reggio Höri« ich zu, tvaS andre Theaterbesucher über di«„Aida" urteilten: fast all« waren im Gegensatz zu mir der Meinung, daß«S ein ganz bedeutendes Werk sei. Und so beschloß ich, mir die Oper noch einmal anzuhören, nnd fuhr vier Tag« später wieder nach Parma. Ich mußte wegen der Uebertüllung acht Lire bezahlen, hatte aber dasür einen bequenien Platz. Und dann mußt« ich mir leider sagen: was iit dal für«in« Oper, in der sich kein« Stell« findet, di« zur Begeisterung fortveißt, die elektrisiert, di« man sich, wenn der große Apparat nicht wäre, nicht bis zu Ende anhören kann! Und dir, wenn zwei oder drei Theater sie gespielt haben, in die Versenkung Verschwindet> Also lieber Verdi, ich leb«»m Hans« meines Vaters und die hinausgeworfenen 82 Lire stören wie ein Gespenst meine Ruhe! Unb ich wende mich daher vertrauensvoll an Sie mit der Bitt-, nnr die Auslagen, und zwar möglichst umgehend, zu ersetzen. Hi«r ist die Austtellung: Eisenbahn hin L. 2.60; Eisenbahn zurück L. 8.80; Theater L. 8.—. Abscheuliches Esten L. 2.—: macht zusammen ' L. 18.90; das ganz« zweimal: Summ« Lire 81.80. Ich denke, Sie werden mich von meinem Kummer befreien, und in dieser Hoffnung grüße ich Sie herzlichst Bertani, Bia S. Domenico Nr. ö. Man kann sich die UcberrasHung des Meisters vorstellen, als er diesen rührenden Brief las. Aber er nahm die Sache von der heiteren Seite und beauftragte feinen Verleger Ricordi, diesen scharfen Kritiker seiner„Aida" zusricden- zustellen.„Ich bin nicht abgeneigt", so schrieb Verdi an Ricordi, um diesen Jüngling von seinen schrecklichen Gespenstern zu befreien, die seinen Seelenfrieden bedrohen, diese kleine Rechnung zu bezahlen. Ich bitte Sie also, durch Ihre Bank auf mein Konto diesem-Herrn Bertani Lire 27.80 zurückzuerstattcn._ Sein Esten allerdings bezahle ich nicht. Er hätte ja gut zu Haus essen können. Er muß aber eine Quittung auS- stellen und eine Erklärung, daß er verspricht, niemals wieder ein« Oper von mir zu besuchen." Die Unterhandlungen gingen rasch von statten und die von Verdi angewiesene Summe wurde bezahlt gegen folgende Quittung:„Der Unterzeichnete erklärt, von Herrn Guiseppe Berdi die Summe von 27 italienischen Lire und 80 Cente- simi erhalten zu haben auf Spescnkonto für zwei Reisen nach Parma, um die„Aida" zu hören, dellen?lutor diese Entschädigung für berechtigt hält, da ihm die Oper nicht gefallen hat. Zugleich erklärt er, niemals wieder eine Verdioper besuchen zu wollen; sollte er cs doch tun, so ver- ttiuliiktr. Cteahie* tot.—(htiiHlitic Mltztlm Rlitm— VeraruvorMcher Wttatim: Lr. CmU Sittik. vr»,- reu«: ,«-»»'* 4. fta grituit»»»chdrxck.— Mx ko tmt MmaMMttU*; Ott« Pol», ■ul Dich Athunalmarftntantetm aartr»»■ Nt Voft. U. ZfltatapbtnareenUa■» Erlaß Nr lE.oao/VllNAo drwiüial..»«> A-oellu-ii--r Pa»».der d-1 durch dir Vor«orariich Ne iE.—,»Urirltibwch U H.-« K* M.—. aMiiikita U uv-.— a«fau« lui Im4 ferataM. M Mm»~—--— Udtiuu« m« kMm hi M-TUntwii Mr«itwiir-