t 1 Nvzelvreis 70 Heller. ckrinschlietzlich S Heller Porto) 13. Jahrgang. Donnerstag, io. August 1933 Nr. 185. Norddrohungen gegen deutsche Emigranten. Berlin, S. August.(Jmpreß): Der„Völkische Beobachter" widmet säst seine volle erste Seite den Öligen" der deutschen Emigranten, um von den Schritten abzulenken, di« wegen der deutschen Rüstungen unternommen werden könnten. Bei dieser Gelegenheit wiederholt daS Hauptorgan der nationalsozialistischen Partei die ost ausgesprochenen Drohungen gegen«ine Reihe deutscher Publizisten und Politiker. So nennt eS beispielsweise die Pazifisten Helmut von verlach, Professor G u m b e l und den RechtS- anwalt Oskar Cohn„diese Leut«, für die kein Galgen hoch genug ist" und unterstreicht diese Satz« auch noch. DaS Organ d«S Herrn Alfred Rosenberg, dieser zweideutigsten Gestalt auS dem Haufen zweideutiger Abenteurer, die Hitler umgeben, druckt mit selten Buchstaben: „Bergessen wir niemals die Dunkelmänner". Nachdem in Paris bereits wiederholt feig« Nebrrsälle ans Verkäufer antihitlerischer deutscher Zeitungen unternommen worden sind, nachdem die französische Polizei einen Hakenkreuzspitzel verhaftet hat, der mit MordaustrSaen ans französisches Gebiet gekommen war, darf man annehmen, daß die Drohungen des„Völkischen Beobachters" nur Vorspiel« zu organisierten Mörderpeditionen berufsmäßiger Banditen vorstenen. „NH nie gekannter RfidtsiehisiosigKeir 1. Berlin, 8. August. Di« zuständig«» Stellen der württembergischen Regierung vrrössent- tichen der„Bosflschen Zeitung" zufolge ein« Bekanntmachung, in der unter der Ueberschrist „Gegen offene»nd geheime StaatSseinde" besonders„liberalistischen" Kreisen rücksichtSlose- st e r und brutalster Kampf angesagt wird. Die Beobachtungen hatten ergeben, daß die ernsthaftesten Widerstande gegen die nationalsozialistische Regierung gegenwärtig weniger auS dem marxistischen und kommunistischen Lager, sondern vielmehr von liberalistischer, früher demokratischer bis sogenannt nationaler Seite Herkommen. Dies« Angriff« verdiene»«in» um so strengere Verurteilung, als ihr« Trager entgegen den auS marxistischer Richtung stammenden über eine Bildung verfügen, die sie sehr Wohl in die Lage versetzt, daS Verbrecherische ihrer Handlungsweise einzusehen. Gegen diese Kreise werd« von jetzt ab mit einer Rücksichtslosigkeit vorge- gangen werden, die gegen ander« StaatSseinde bisher nicht angewendet worden ist. * Wenn die Kerle eine Rücksichtslosigkeit gegen die„liberalen StaatSseinde" ankundigen, die bis-' her gegen andere StaatSseinde nicht angewandt. worden sei, dann kann sich di« Kulturwelt darausj gefasst machen, von Bestialitäten zu hören, deren i Ausmaß noch von keinem Stamm« der Wilden! erreicht wurde. BiS jetzt wurde gemordet, grau-' fam gemordet.■ Die Phantasie der jetzigen Herrscher Deutschlands wird Mittel finden, die Grausamkeit deS Tötens noch zu steigern. Aber sie löschen alle Gesetze menschlichen Zusammenlebens auS. Auch sie stehen außerhalb deS Rechts. Gegen sie muh den Gemarterten jedes Mittel erlaubt sein. Generalleutnant vom Dienste enthoben. Stuttgart, 9. August. Wie der„NS-Kurier"! berichtet, ist Generalleutnant a. D. von Teich- 1 Tyrann, der Vorsitzende des wurttembergischcn' OssizierSbundes, seines Amtes enthoben worden, weil er sich geweigert hat, eine Ortsgruppe des OssizierSbundes in Oberndorf- Neckar, die eine feindselige Einstellung gegen den nationalsozialistischen Staat erkennen ließ, aufzulösen. 55 Jahre Gefängnis ihr Kommunisten. Das- Landespolizeiamt verhaftet« mit Unterstützung der Luftpolizei im'LaNfe der zweitägigen Aktion im ganze» Lande Braunschweig rund 280 Marxisten, darunter auch einig« Frauen. Sie wurden im Gebäude der Ortskrankenkasse in Braunschweig untergebrächt. Am Dienstag wurden bereits siebzig Marxisten dem Schnellrichter vorgesührt und sechzig von ihnen zu insgesamt rund 65 Jahren Gefängnis verurteilt.-DieMindestftrasc betrug einen Monat/ die Höchststrafe sechseinhalb-Jahre.>. Der deutsche Gesandte beschwert sich. Diesmal aber eine Hede Bethunes. Prag, 9. August. Der deutsche Chargö d'afsaireS legt« heut« im Außenministerium gegen einig« Aussprüche des Stellvertreters des Ministerpräsidenten, Minister Bechynö, ans dem Prager Kongreß der Union der Eisenbahnangestellten Protest ein. O Dem Vertreter des Deutschen Reiches in Prag, desien Beschäftigung in nichts anderem zu bestehen scheint, als jede Woche einigemal mit dem Auto auf den Hraüschin zu fahren und sich im Ministerium deS Auswärtigen über irgend- cttvaS zu beschweren, mutz mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß ihn di« Rede deS sozialdemokratischen Ministers nicht das geringste angeht. Minister Bechynö ist feiner Pflicht als sozial« demokratischer Abgeordneter und sozialdemokratischer Minister nachgckommen und hat vor seinen Gesinnungsgenossen eine Rede über die Bedeutung des FasciSmuS und über die lyefahren des Fascismu» für den proletarischen Befreiungskampf gehalten. ES ist dies auch die Pflicht deS Ministers und wir halten eS für nottvendig, auf die Gefahren hinzuweisen, di« aus der fasciftischrn Bewegung nicht nur für die Arbeiterbewegung allein, sorcdern fürden Frieden Europas entstehen. Die sozialdemokratischen Minister stehen in engster Verbindung mit den Vertrauensmän nern ihrer Partei und werden eS sich nicht nehmen lassen, ihre Anhänger auch weiterhin politisch zu informieren. Bei dieser Gelegenheit mutz auch darauf hingewiesen werden, datz Hitler-Deutschland nur empfindlich ist gegenüber kritischen Betrachtungen, die an den deu.jilien Zuständen im Ausland geübt werden, nicht aber so empfindlich, datz seine Funktionäre nicht selbst auswärtige Verhältnisse ihrerseits kritisieren. Di« Art, wie man in Deutschland etwa von den österreichischen Ministern spricht, ist wohl um viele Grade sck)ärfcr, als die, in der aktive Funkionär« der Tschccho- slowalischen Republik über die braunen Helden Deutschlands sprechen. Im übrigen: was der deutsch)« Gesandte in Prag kann, wird wohl auch der tschcchoslotvakisch« Gesandte in Berlin treffen, und rS wäre Psiicht unseres AuheimtinisteriumS, in Berlin in ähnlicher Weis« vorzugchen, wie cS der Prager deutschen Gesandtschaft beliebt. Wenn der Prager deutsche Gesandt« etwa nicht viel zu tun hat und sich seine Zeit mit Beschwerden nn Außenministerium verkürzen will, schlagen wir ihm eine ander« Beschäftigung vor: sich etwa mit der Widerlegung jener Berichte zu befasien, die wir über Deutschland Tag fiir Tag bringen. Wien, 9. August.(Eiacumeldung.) Trotz dem feierlichen Versprechen, oaS Bülow auf Grund des Einschreitens der fremden Mächte abgegeben hat und nach welchem Deutschland eine strenge Zensur der Rundfunkreden vorzunehmen gedenke, wurde Dienstag, den 8. August die Propaganda gegen Oesterreich im bayrischen Sender durch Habicht fortgesetzt. Die Rede, die-Habicht offenbar im Auftrage der deutschen Regierung hielt, stellt die bisher geführte Hetze gegen Oesterreich 'n Schatten. Er sagte u. a., datz in Oesterreich eine Gruppe von Terroristen die Machtmittel des Staates mißbrauche. Im Namen der Demokratie muffe gefordert werden, datz den Nationalsozialisten ein ihrer Stärke entsprechender Anteil an der Regierung in Oesterreich eingeräumt werde. Die Wiener„Arbeiterzeitung" schreibt in ihrer heutigen Ausgabe, datz es»war nicht ihre Aufgabe sei die RcgierungSmethovcn Dollfuß zu verteidigen, aber angesichts der Rede.Habichts muffe dennoch die ganze gesittete Welt zum Proteste gegen den Wortbruch der deutschen Regierung und die Fortsctzuicg ihrer Agitation gegen Oesterreich aufgerufen werden. Datz Deutschland keineswegs daran denkt, die Propaganda gegen Oesterreich einzustcllen, geht schon daraus hervor, datz im bayrischen Sender gestern ein weiterer Vortrag gegen Oesterreich für Freitag abend angckündigt wurde, den der ans Oesterreich auSaewiefene Hönig über feine Erfahrungen in Oesterreich und di« österreichischen Gefängnisse halten wird. Kriegszustand und Generalstreik in Kuba. 2m Mtttetpurrkr oec Unruhen t« Havanna steht der Präsidentenpalast in der Hairptstadt Kubas, von dem auS mit Maschinengewehren ohne jede Warnung in die Volksmenge geschossen wurde. •* Er steht im Mittelpunkt der blutigen Ereignisse - auf Kuba. Wir zeige» hier den P r 2- tidenten von Kuba, Kerardo Machado h M o r a l«». um dessen Person die blutlften Unruhen in Havanna, der Hauptstadt der mittelamerikanischen Republik Kuba, außgebroitien sind. Kuba in Erregung, Havanna, 9. August.(Reuter.) Die Ausschreitungen aus der Insel Cuba nehmen ihren Fortgang..Während: der-Zusammenstöße wurden tveiters zwei Polizisten getötet• und zwei-verletzt. Die Militärabteilunacn wurden' in di« Kasernen zurückbeordert. Man nimmt an, daß Präsident M a ch a d o bereits heut« seinen- Beschluß darüber faffen mutz, ob er den Bermitt« -lungSvorschlag des amerikanischen' Botschafters Wells an nehmen und Cuba vcrlasseu wird oder ob er der Anarchie und Revolution entgegentreten will, di« sicherlich eine Intervention der Bereinigten Staaten zur Folg« haben würden. Auch aus dem Landesinizern wurden Zusammenstöße zwischen Eiwvohnern und Polizei gemeldet, die einig« Menschenleben forderten.- Nadiado tritt nicht znrhdt. Havanna, 8. August. M a ch a d o hat di« Erklärung abgegeben, daß er entschlossen sei, an feinem Präsideutenawte festzuhalteu. Kreditausweitung. Seit einiger Zeit bildet die Frage der sogenannten Kreditausweitung den Gegenstand öffentlicher Erörterungen in der Tschechoslowakei. Worum handelt es sich dabei? Die Wirtschaftskrise hat ganz allgemein in den Blutkreislauf des Kreditvcrkchrs Stok« kungcn gebracht. Wenn z. B. ein Fabrikant oder Kaufmann die Vorräte, die sich bei ihm aitfhäufen, belehnt, so zahlt er den betreffenden Betrag zurück, wenn die Lager geräumt, die Waren verkairft sind. Die Krise hat es aber mit sich gebracht, daß die Vorräte nicht abge- stoßcn tvcrden und so kann der Schuldner nicht bezahlen, der Kreislauf des Geldes ist unterbrochen. Weiters gibt es, wieder hervorgerufen durch die Krise, eine Menge schwach gewordener Schuldner, welche ihren Gläubigern das ausgcborgte Geld nicht znrückzahlen können. Dadurch werden Kredite immobilisiert und die Kreditanstalten verfugen nicht über die Gelder, welche für den Gang des Wirt- schaftsapparates notwendig sind. Vielfach sind Banken infolge dessen nicht in der Lage, auch Industriellen, die noch gut sind, den notwen- digeil Kredit berertzustellcn und so ist es nicht möglich Fabriken in Gang zu setzen, die Aufträge haben, aber keilten Kredit. Man hat nun der Tschechoslowakischen Nationalbaitk den Vorwurf gemacht, datz«S in ihrer Macht läge, diese.lkreditnot wenigstens zum Teil zu beseitigen und zwar dadurch, daß sie nicht nur Handel-wechsel sottdern auch Finanzwechsel eskontiert. Die Nationalbank izinmit nämlich Handelswechsel, d. h. Wechsel, die auf realen Werten, Waren, beruhen, entgegen und gibt dafür nach Abzug eines gewissen Eskonts Banknoten her. Wenn die Waren verkauft sind, zahlt der Verkäufer seiner Bank das Geld zurück, diese der Natw- nalbank und so strömen die Noten wieder zur Nationalbaick zurück. Es wird nun das Verlangen gestellt, datz die Nationalbank auch Finanzwechsel eskontiert, d. h., Wechsel, die nicht auf Warenwerten basieren, sondern einfach voll Finanzinstituien, die mobil sind, eingereicht werden. Um diese Finanzwechsel sicherzustellen, sollte eine Akzeptbank gegründet werden, hinter der vermutlich die Gesamtheit der tsrhechoslotvakischcn Banken stunde und die sich für diese Wechsel verbürgen würde. WcitcrS wird der Meinung Ausdruck gegeben, datz die Tschechoslowakische Nationalbank eine grötzere Banknoten- »r enge miSgeben sollte und dies wird damit begründet, datz etwa eine halbe bis eine Milliarde Banknoten thesauriert, d. h. von der Bevölkerung gehamstert werden. Dieser Plan hat viele Gegner, tvelche behaupten, datz bei einer solchen Vorgangsweise auf Grundlage eines bestimmten Goldvorrates zweimal Banknoten ausgcgeben wurden und daß dies eine Inflation wäre. Bon anderer Seite wieder wird der Vorschlag gemacht, solche Zu- satznoten nur auf b e st i m m t e Z e i 1 hinauszugebe» bis zi« dem Zeitpunkt, da die gehamsterten Noten wieder zilr Nationalbank zurückströmen. In diesem Augenblick müßten die zusätzlichen Noten eingezogcn werden. Das Resultat all dieser Bestrebungen soll nun sein, daß bei der Landesbank eine eigene Abteilung gegründet wird, wo vermutlich Wechsel sichergestellt werden, die dann von der Nationalbank eskontiert wurden, wodurch also eine größere Gcldflüssigkcit entstünde. Sicherlich würde das für die tschechoslowakische Wirtschaft nicht ohne Bedeutung sein, aber viel darf man sich von einer derartigen Maßnahme nicht versprechen. Nicht ein« Kreditausweitung, sondern nur eine wirkliche Belebung der Produktion aftein könnte zur Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse beitragen, nicht aus der Sphäre des Kredits, sondern aus der wirklichen Produktion und Konsumtion durch vermehrte Beschäftigung und dadurch gehobenen Konsum allein kann eine Erleichterung der wirtschaftlichen Lage kommen. Seite L Donnerstag. 18. August XPS3 Nr. 188 Die HQäiKii ges Dritten Reims. Erpressung und Korruption der„sechs Zonale' Zu allen Sicgcsrede» der nationalsojialisti« sch«« tst»zjiatorcn hörte man Immer wieder dg» schließlich znni geflügeltkil Wort gewordene Mär- chen von den„vierzeyn Johreil". vierzehn Jahre Schmach, vierzehn Jahre Betrug, vierjeyn Jahr« Korruption-sumpf usw. ns>v. Und hoch und heilig schwor man, daß NUN wieder Reinheit in Deutschland cinkehr«, daß Kine Bettern- und Protektionswirtschaft in Deutschland cintrctcn würde! Ja, man hat die„Korruptionisten der vier- zehn Jahre"— zum Teile—- entfernt, Hat sie und viel« andere, denen man Korruption andichtete, in Konzentrationslager gesteckt, aber die Bestechung und Erpressung feiert« im selben Moment fröhliche Urständ.' Ein« nirgeahnte Hochkonjunktur der Korruption brach herein und der Unterschied dieser»ende ul scheu von jener berühmten drr„vierzehn Jahre" ist nur der, daß di« jetzige Reservatrrcht der Führer des erneuerten Deutschland ist. Der erste, drr die günstige Gelegenheit, über Nacht reich zu werden, beim Schopfe saßle, war des neuen Reich«- ProMaandamliiiiicr Br. Josef GMMit. Er machte schon vor dem„Erwachen Deutschsands"«in gutes Geschäft, indem er sich mit der (B a t t i n de« Großindustriellen Quandt verband. Di« Beziehung zu Quandt, wenn auch in dieser undeutschen Art angeknüpft, schuf nicht nur sofort gewaltige Vorteile, sondern versprach auch für di« Zukunft ungeahnte Ber- dienstmoglichreiten, Herr Quandt selbst»rkauste sich hcj der Scheidung von seiner Galtin Maada, drr verflossenen Modeministerin, das Recht, den einzigen Sohn aus seiner Ehe für sich zu br- halten, Und Frau Magda, grschäftlich beraten pon ihrem Bräutigam Joseph GöhbelK, gab ihr Kind für eine Mission Mark jn har mit Freuden hi». Das heißt, sie prrsektionierte zwar de» Vertrag, der hei der Scheidung gerichtlich besiegelt wurde, ste steckte auch die Million ein, aber dann lab sie das Kind doch nicht heraus. Lange zog ich der Streit hin, Inzwischen kam dir Rovo- ntwn. Dr. Goebbels wurde Minister und erledigt nun den Familienstreit auf kurze Art und Weise. Er ließ sich von seiner klugen Fran kleine diskret« Dinge über geschäftliche Transaktionen des Herrn Quandt erzählen und ließ daraufhin den Industriellen, der nur eine Million geblecht halt« und Unannehmlichkeiten machte, verhaft«!,, Gegen Stellung der höchsten Kaution, die jemals in Deutschland verlangt und erlegt tvnrden— vier Millionen Mark•— wurde Herr Qnandt wieder auf freien Fuß gesetzt, Und nun kam«rst da- Glanzstück des mit alle» Wasser», gewaschen«» Propogandonlinisters. Er erzwang w seinem ehelichen Vorgänger die Kautionssumme für d«n minderjährigen Sohn nnd di« Verwaltung und Nutznießung des Betrage? für die Mutter, Frau Magdo Goebbels. Selbstverständlich mußte sich Herr Quandt verpflichten, keinerlei Ansprüche aus den ihm vom Gericht Mesprochenen Sohn geltend zu mache», Dafür wurde daß Verfahre» gegen Quandt, das auf einem„Irrtum" beruhte, wieder eingestellt. Daß diese hervorragende Transaktion im Führerkreis nicht lang« gchcinigchalien iverdiN konnte, ist klar, Kaum kannte man ste, so»ahm man sich an Herrn Goebbels ein Beispiel.«Her Preußische Niniffcrprdsiaent ooertntf besaß schon lau« gut« Verbindung ZN der Luft« fayrtindilstric, Er legte sich tüchtig für sie i»S Zeug, nahm dafür von den B. M. W.(Baycri- sck» Motorenwerkej wie inzwischen allgemein bekannt wurde, zweieinhalb Millionen Mark, von anderen Firmen entsprechend niedrigere Beträge,! „kaufte" Aktien der B M, W, sowie di« Majorität von Junkers lind schanzte den Firme» kurz da« »ach Reichssubvcntianrn von M Millionen Mark zu, Da sich Professor Junker- das Eindringen in sein LcbenSwerk nicht gefallen lassen wölkte, setzte man ihn in seiner Billa gefangen bi- er klein beigab. Gleichzeitig nahm drr Luftfahrtminister Interesse an den Beuzwerfen, die ihn „baten", ihnen seit« fachmännischen Kenntnisse zur Verfügung zu stellen. Natürlich bekomm die Daimler,Molare dadurch einen Vorzug vor den Produkten der Mahbgch-Werk« bei den Lieferungen für die nationalsozialistisch« Luftflotte, Der Perbrauch dieser riesige» BestechungSbeträge »wchte hem Verschwender Gotting keinerlei Schwierigkeiten. Getreu diese» Borbildern bandelten die übri. gen Führer. Bor ollem bemühten sich die hgyri« Pg's, cs den Kollegen in Preußen gleich zu tun- Dor erst« war der.Her» Nlnlrttr HVagner der sich die bedeutendste und wertvollste Jndu- striesirina Bayern-, di« M- A- R.(Maschinen, sabrik Angsburg-Niirnbergl,.st» M'lkobjekt ans- erkor. De».Hauvtakfiotigr, d«n Fo.'iberrn pon Eramrr-Klett, steckte man in Schutzheft und er« zwang dadurch in kürzester Zeit nicht nur die kinsetzung«ine- Kommissärs»» Werf, sondern auch eine Aktienherausaaor im Nominalwert von 1300,0Q0 Mark. Für dieses Geschenk versprach Magner der M- A. N, bedeutende städtische und staatliche Lieferungen, dir auch bald eintrase», Der erste Auftrag erstreckt« sich auf Lieferung von landwirtschaftliche» Maschinen im Betrage von drei Millionen Mark, Lastkraftwagen und Post« antobusse für eineinhalb Millionen Mark sowie Straßenbahnwagen und SchnelliUgSlokomotiVen für sieben Million»« Mark- Herr Wagner hat damit zwei Fliegen mit einer Klappe«schlag«». Er wurde GiußaanSaktionär und sorgte für den guten Gang seine, Firma. Zwo, wurde di« Sach« nicht sehr verschwiegen behandelt, di« Transaktion kam durch die benachteiligte Konkurrent>»ie Masst« und chiemon- in eine allerdings de« schränkte Qesfentljchkeit und schließlich auch Hit« ». der de. di« die„Helden der Ravakvtion-- zu eigenem Ruh und Frommen angewandt habe», Bei dieser Gelegenheit muß ej» Gkslichi vcr. zeichnet werden, dessen Bestätigung zwar noch nicht zu erreichen war, das ab», durchaus nicht unmöglich erscheint. Nach ihm soll d«, h,konnte rheinische GroWdustricllo Otto Wolff i» Köln, h«, auch al- Schriftsteller mit seinem Roman „Die Geschäfte de» Herrn vuvrard" an die Qeffeutlichköit getreten ist und als der stärkste Konkurrent Thyss-I'S gilt, den Dr«u0iili-I»ng«»rn> Fohneneid ovi do- Hqf«„ts«uzbom'er und aus Tchwarz-Miß-Aoi obgelegl, das kahl Sie in Ihrem Leben nicht Mr los, wenn sie nicht zum Penäier an Pot-dqm loerde» wollen- Nnd wer«In 4-wrrqier an PoiMm wirt, glauben Kit mir, drr wird vom Bokk dasiir gerichtet. Di« Art der Durchführung diese» Richter- spruch«S liberlasse» Sie rnh'o der Brutalität der Rattonaksoztalist««" S. Ein Mitglied brr NSDAP in Berlin bai gewagt. entgegen den Auffassungen M Herrn Alfred Rosenberg dir Kunstwerk« von Barlach und Nolde als revolutionär zu bejahen, Her, Rosenberg hat sich nicht begnügt, darauf mit einem äußerst agrcfsivcn Artikel ZU antworten- Bi-lniebr hat aus einer von Rafrnbtttz eröfsnrwn Kund- S' mg des Kampsbundes für ventsch« Kultur der »er schärfste M a ß n a b m e n ange,kündigt argen jede D'skussion nationalsozialistisch«, Künstlerschaft a«ä«neinander. Alle viejenigr» würden unschädlich gemacht werden, di« vpal« tunaSveriuch«'n di« Fron! für die wahr« neue deuische Kunst biil«inimsrn wollten, So wird von B«rvr«chern und Psychopate» ler zu Ohr««, ES gab eine» mächtigen Zu- sammenstoß, in d«M jedoch der„Führer" am Schluß klein beigrben mußte, wollt« er nicht den ganzen Dr«ck, de» sein« Paladine am Klecken hatten, dreittr»t«n, Wa« Herr Wagner könnt«, dachte de, NinliiQrprMlOM euer auch zu Wege zu bringen. Er nahm sich die Rolle seines og, kremier »um Vorbild, der dir seinerzeitige Enteignung der größten deutschen Provinzzeituna, d«s„Dort« munber Generalanzeiger" angeregt und durch führen hatte lassen, nnd macht« nun dieselbe Ge schichte mit dem großen Münchener Verlag Knörr Hifth nach, Sämtlich« Chcsredaktcnre waren eingefperrt, der Besitzer, Professor Eoßman» wurde ebenfalls interniert und ntin übernahm Herr Es er die Ä«fchäftsleitung und Berwaltung als vorlänstger Bermogensvenvaltcr. Wobei noch »u erwähnen ist. daß nur di» Aktiven d«S Unter nehmens„verlvaltet" wurden, während sämtliche Passiva auf Professor Eoßmaim entfiele», dessen privat« Vermögenswerte für di« Begleichung der laufenden Schulden stchergc stellt wurden. Und genau denselben Trick tvandt« nerr HllllnOcr in Sachsen mit den„Dresdner Neuesten Nach richten" an. di« Eigentum des Judenstämmling» Professor Wolff waren. Nimmt«» da noch wunder, wenn der Jusilzminisier franh II. feine» Vater, der weg«» Betrugs vorbestraft und au« b«r Anwalt«liste gestrichen war,„rehabili tieren" ließ? Oder wenn der berüchtigte Radau antisemit imioi Streuner in Nürnberg die jüdische» Firmen Keim& Em, dessen Inhaber man zur Flucht zwang, und die bekannte Fahrrad- und Schreibmaschiuen-Fabrik „Trlniupf" einfach annektiert«? Was dir großen Führer der einzige» dellt« che» Partei i»i Großen betreiben, da- ahm«» die unteren Führe, im Kleinen nach. Streichers Vorbild gab d«n Auftakt zur„Eroberung* pon >u he üben kleinen Firme» im Namen nnd für llrchnuna drr Gauleiter, der Sturmbann' und Sturmsüorer, Tie ließen sich ihr Enteianung-- «recht" entweder in Betröge» po»]O.öop bis Oo.ooo Mark ahlöfe« oder nahmen alle- weg, Teilweise boten sie auch den Firmen ihre still« Teilhaberschaft an gegen das versprechen, do» Geschäft zu schützen. In verschiedenen Fällen ließen sie sich das Geschäft pro forma üh«,schrei. den oder verkaufen, um aus eine* jüdischen«ine rein arische Firma zu machen und änderten dann den pro forma'Vertrag in ein«» tatsächlichen, rechtsgültigen um, Da« sind Fäll«, wie sie sich zu Hundert«» in all«» Teilen Deutschland- znge, trag«» haben. Wo- man bisher von»rpttssung, Korrup, rein)„„„ t'»n, Betrug und Naud t» der Welt«Hirt hat. die deutsch« Kultur reritSrt und die Ranbarbaret wird ast»- weit überbot«» pon jenen Methoden, 1 verbreitet. M warst ein Nanni Dem ermordeten Freund, Felig Fechenhqch. Er war ein fröhlicher, sonniger Mensch, alle- Dunk-i'Bkki'chwäwrilch« Ivar ihm fremd und zu» wider, e, hat!« auch noch nach den schweren Zuchlhau-jahreu ciiva« Kimbeuhast.Frische-, und helles, erquickend?« Lachen würzte sein Geplauder- dem di« leicht mundartliche Färbung der Rede des Sprechenden, tzaS Fränkisch«,«inen bewvdere» Reiz gab. So lcb, Fechenbach in mein«, Erinnerung So tvgr er, aj- ich ihn ganz zufällig in Zwickau in Sachsen traf, In der Stadt l-atte ich Plakaie gesehen, die Focheubach als Redner ankünoigten, ES war wieder einmal W.'chenhach stiller«worden war, ruhebedsirf' tig, daß er nicht mehr so dost nberäMendem Tatendrang>var« daß er fast ganz zurückgezogen lebt« o,«S schützt« ibn nicht vor dem stumpfen -Haß, vor der rqstgrausam-n Rach« der Hakeu- kreujkr. Rach« wofür? Rache für k»in« Art. für sein Wesen, Rache dafür, daß er unschuldig im Gefängnis saß, Rache dafür, daß er«in anständiger. daß er ein bochgesittcter, tmß er ei» wahr- haft iozialistischer, haß, er ein menfchheitSglöubiger Mansch war,-- Rache dafür, daß«r war.>vi« im Barbarenland, zu den« ein halbes Jahr Echrsk« kensherrschast das Land Goethes gemacht hat, kein Mensch ungestraft sein darf! Menschlichkeit wird mit dem Tode bestraft! Ein Mensch voll innerer Heiterkeit! Im Hitlerlande nicht geduldet! In seinem erschütternden, durch di« Einfach« heil der Darstellung lo ungemein stark Wirkenden Berichte aus dem Zuchthaus!„Im Han» der Freudlosen" sagte Fechenbach i »Vch wicht«, ich bi«»u Unrecht in dem grauen Hous mit den dicken Mauern, mW das Unrecht muß und wird eines Taaes gutgs'nacht werde», Dos ließ m'ch den Kops aufrecht tragen, und e- blieb auch in«infamsten und tristesten Stunden stet» ein Rest-er inneren H-itsrkeit Miner S«le lebendig,' Inner« Heiterkeit in einem Lande, in dem man nur noch«ine national-zuverlässige Freude kennti die laute, sehr laut«„Heiterkeit", in die di« SA-Hold«» a„äbr«h«n. w«nn sie«in«n Mae- risteu gemartert haben und der nun Weit? Innere Heiterkeit d«r tzeel«? Außlöscheu! Kisten! Fekik Fechenhach wurde rr- mvrdel! Si« sind ja so crbärnilich feig-, di« neuen .Herren Deutschlands, so scheußlich fcig, daß sie nicht einmal zu ihren Taten zu sieben wagen! Neben diesen Erscheinungen, dl« di« Schstunm- wogen-er„nationalen Revolution" in die Höh« getragen haben, sind hach hi« schlichten Raubmörder, die bloß um Geld«- weäeu töte» und 0 verbrechen nicht national vttkkäreiz, die ab«r nicht alle Schuld ihren Hpferii ausbürden, wahrhaft odlo Gestaltens Aber dies« braun«» Held«» von b«»t«t Ei»«u Zuhälter, der van einem anderen Auhökter abgemurkft ivnrda, machen sie I» einem Nationalh«ld«n-- j«d«r iveiß, nrer Horst Wossel war, feder macht doch bi« widerlich« Komödie d«r horallckieu Verklärung eines unter Hur«»gönu«rn schließlich^nicht sp seltenen Betriebsunfalls- mit! Einen Schlaget«r, der sticht au- nationalen Bozveggründsn. sau- dern Geld«» wogen während de- Ruhrkrieg«» Sabotageakte dtnWhrte, der all« lein« Kameraden verraten hat. um sich zu rettsn, mach«« sie zu ihrem zweiten NatwnaldoldenI Und Ivan« «s irarndwo«inen anständig«», aufrechten Elan» gibt, morden sie hinterrücks« und sind zu sei«, zum Mord«, aus den sie doch stolz sind, weil sie in ihm ein« nationale Tat sehen, sich zu bekennen N" sie machen au- einem Verbreche», da- doch einem jeden richtigen Hitlerjnnge» schon an der Wieg« vorautzgesagt wird,«ine„Nostvahr" gegen »inen wehrlose» G«fange»«n! M der Nucht.ttlchossen? Fechenbach erzählte in feinem Zuchthausbuche über die Instruktionen»ach^der Eimiefe- rung:„Ich ersah«, daß bei Fluchtversuchen»ach Anruf scharf geschaffen wird und daß di« Beamten ausgezeichnete Schutzen sind. Das beunruhigt mich nicht, weil ich keink'Jntentionrn i» di«s«r Richtung hab«. Fechenbach hatte sie auch jetzt nicht, ganz gewiß nicht. Er war ein zu genauer Keim« nicht nur bayrischer, sondern allgemeiu-d«utsch«r Justiz- und JusttsizierungSmethoden. Nur w einem Falle hätte Fechenbach einen Fluchtversuch gemacht: wen» er sebeusinüde gewesen wär«. Daß wg,«r nicht. Er war noch nicht äehrocho». und war noch jung genug, um an Erlösung auch an--weiter, wevMeich schlimmerer Gefangen- ichast«aube» zu könne», Nächestbqch wurde feig« ernlordei! _ Für. sein« letzten Tage und Wochen galt, wie für so viele, die noch nicht ermord« sind, dem» der landesüblich gewordene Marxisteutod im Hitlerlande noch Drohung ist,— für sein Dulderund Karnpferleven galt, Watz der DichKr-PMikrr Kurt EiSner einmal in Versen sagt«, in Versen, di« Fechenbach seinem ZuchthauSbuch Vera»stellte: Schritt für Schritt D»r Tod seht mit, De« Haupt Trag hoch! Lieg« nichts dran: D» warst ein Mann! Mer glaubt, Äi«gt dftchi ttchej Hafbae^ des die ■ der mit, auf< am der Xitel einen und von zver- Massen zugunsten der Agrarier. Alle mmnden rar SA Berlin, 8. August. Um eine einheitliche den Zeltverhaltnissen entsprechende Besetzung Deamtenstellen innerhalb der Rcichssinan, Wallung zu ermöglichen, hat, Ivie der„Preußische Pressedienst der NSDAP" meldet, der Reich-finanzministcr di« Präsidenten der Landesfinanzämter angewiesen, die Pcrsonalrescrate in Zukunft nur mit bewahrten Nationalsozialisten zu besetzen. I Donnerstag, 10* August 188d Die Pläne der irischen rnscisien. Dublin, 8. August. General O'Dusjy, Führer der„Nationale Garde" genannten Blau- l-einden-Organisotioii, gab gestern eine Erklärung über seine politischen Pläne ab. Er sei davon überzeugt, daß die Zahl der Miiglieder seine, Organilatiou sich bis Ende des Jahres verzehn sacht haben werde. Es stehe den neuen Mitgliedern frei, jeder politischen Partei anzugehören, wen«! sie sich verpflichten, innerhalb dieser politischer Parteien für die„Nationale Warte" einzutreten AIS Ziele der„Nationalen Garte" bezeichnete O'Diisfy die nationale Sammlung, Beseitig»», der Parieipolitik und entschlossenen.stampf gege, den Kommunismus. Eine derartige Politik würdl »ach seiner Ansicht auch am besten geeignet sein die schließlich» Vereinigung von Süd- und Wart irland herbeizusühren. * Antliascisttedie KundHebunC in Dublin. Dublin» 8. August. Gestern abends kam e im Zentrum der Stadl anläßlich einer Ballfest lichkeit der„Blauhemden" zu schlveren Ruhe störungen. Vor dem Gebäude, in dem die Fest lichkeit staltfand, hatten stch schätzungsweise 50V Mensä)en eingefunden, die Schmährufc gegen di eintreffenden Blauhemden ausstießen. Die Meng warf auch mit Steinen gegen das Hau». Zahl reiche Personen wurden verletzt. Die Polizei untei nahm einen Augriss mit dem GummiknÜpv, und drängte die Menge zurück. Als der vormalig Präsiden, Eosgrave eintras, zeigte sich, daß sei Wagen durch Steinwürfe beschädigt war. -JT" 1 Seite IT Beleidigt die Hunnen nicht'. Die Saazer^Heimat", ein Organ KruLchteruug in Deutschland. Die„Bohemia" bringt unter dem „DochenerrtauSflug in- Dritte Reich" Bericht eines ihrer Leser aus Warnsdorf, dem wir nachfolgende» entnehmen: Trifft man alte Bekannte, io sind sie sehr wortkarg. Höchsten- unter vier Augen kann man eine Meinung hören. Aber auch dann wie im Flüsterton, denn die Wände haben Ohren' ES wimmelt von Angebern, Gutstehern und Spiseln Der Bater kann dem Sohn«, der Bruder dem Bruder und der Schwester nicht trauen. Am besten konunt man mit Galgenhumor lind im Chorus der Lobsänger weiter. Alle- ist schön, gii», ideal, denn mie-machen ist Hochverrat, Taher der ein« imd einzige Chorus, wohin vian kommt. Wer aber vor Wochen schon zuhörte und heute, der findet, daß der Hubelhvnwu» drch le'ser geworden ist. Wenn das schon ein Leser d«r„Bohemia" feststellt, kann man«hm da» glauben. s i d i u m, worauf e» alsbald zu einem Angriff der„Ordner" auf die Opposition kam. Die Anklage betont das brutale Borgehen dieser „OrdnungSoraaue", die statt in anständiger Weise für Ruhe zu sorgen, sofort mit Stühlen in der Hand auf Ander-gesinnte loSgingen. Hiebei erlitt der Student Mosteckh, der namen« der Opposition aukrtreten war, schwere Perle tz u n g e n. Später wurde, schon nach erfolgter Auslösung, noch ein gewisser B r a ch a öe k schwer mißhandelt. Diese letztere Brutalität geschah „n ur versehen tli ch", weil ihn die fasci- i stischen Totschläger mit dem schon vorher„erledigten" Mosteckh verwechselten. Natürlich saßen, ihrer Verteidigung nach, lauter Unschuldige auf der Anklagebank. Keiner dieser nationalistischen Helden will irgend eine Schuld haben. Sie geben zwar zu, Sessel durch die Lust fliegen gesehen zu haben, aber feder bestreitet, einen solchen selbst geworfen zu haben. Die Diebstahlsanklage gegen Kolin hat mit der Hauptsache direkt nichts zu tun, sondern betrisst Diebstähle, die er an Zim» merkameraden begangen hat. Außerdem soll er noch andere Personen geschädigt haben. Natürlich erklärte er, auch in dieser Richtung vollkommen unschuldig zu sein. Die Verhandlung zog sich sehr in die Länge, doch war von vornherein klar, daß sie vertagt werden müsse, da sich pon den geladenen 51 Zeuge» nur etwa die Hälfte eingefunden halte. Bon den verschiedenen Zeugenan»- sagen wäre die deS Polizeikommissär» Dr. B a- zika hervorzuheben, der al» Regierung-Vertreter der Verhandlung beiwohnte, vor Gericht sich aber an die wesentliche«« Vorgänge absolut nicht zu erinnern vermochte. Weniger schlecht war da» Gedächtnis der Poli ' zisten, die in wichtigen Punkten die Anklage br- \ stätigen konnten. Gerade die wichtigsten Zeugen waren aber wegen der Ferienzeit nicht zur Stelle, unter ibnen in-besondcr- der mißhandelte Stu« : deut M o st e ck h. Schließlich vertagte der We. I richt-hos erwartungsgemäß die Verhandlung au - unbestimmte Zeit. Triumph der Nazis: Die Gelreldeprelse steigen. (TG) Die nationalsozialistische Pressekorre- svondenz teilt kürzlich triumphierend mit daß die Großhandelspreise für Weizen um 8 RM pro Tonne gestiegen sind und die Preise für Roggen um 3 RM. Tie nationalsozialistische Pressekorre- spondenz gibt der Hofsnung Ausdruck, daß die Ge- ireidepreise noch»veiler steigen werden und fügt dem hinzu: „Diese Entwicklung ist weitgehend al« ein B11» traucn-deweis zur neuen, durch unseren RelchStogsbauernsUhrer Pg. Torrs nunmehr als Ernährung-Minister geführten Agrarpolitik anzusehen." Die NDK gibt damit assen zu. daß die Ausgabe de» nationalsozialistischen Ernährung-Ministers nicht die Besckwffung billiger Lebensmittel für die hungernden Bolksmassen ist, sondern die Hoch- treibnng der Leben-mittelpreise aus Kosten der Innsbruck, 9. August. Die von der auf Innsbruck nach Kufstein entsandten Gericht-« kommission vorgenommenen Erhebungen wegen der Erschießung de» Hilfspolizisten Schwäninger haben ergeben, daß der tödliche Schuß von rückwärts abgegeben worden ist. Die Patrouille, die aus den beiden Hilfspolizisten Schwauinger und Killinger bestand, befand sich auf dem Rückweg zum Gasthaus„Zur Klause", in dem da» Detowement oe» Grenzschutzes untergebracht ist. Nach den Angaben Killinger» müllen die Aiigrci-. er m einer Stärke von zwölf bi» fünfzehn Mann' stwcscn sein. Sie lagen!m Hinterhalte und tvarteten, bis die Patrouille vorbeigekommen war. Dann schosien sie ihr auf kurze Entfernung nach. Di« beiden Hilfspolizisten machten sofort kehrt, aber Schwaninger scheint in diesem Augenblick von einem Projektil getroffen worden zu ein, denn er brach zusammen, wahrend sich Killinger auf den Boden warf und nach den Angreifern schoß. Ob jemand getroffen oder verletzt wurde, ist unbekannt. Er konnte aber mit Be- timmtheit die Angabe machen, daß die Angreifer Stahlhelme trugen. In dem Gebiite, in welchem geschossen wurde, sind fünf auSgeschossene Patronenhülsen, die au- deutschen Mauserpistolen abgegeben wurden, gesunden worden. „Das braune Regiment ITO.“ Freiburg i. Br., S. August. sJmpreß): Di« Nationalsozialisten streiten immer wieder ab» daß sie ihre SA-Formationen ganz und gar parallel der Organisation der BorkriegSarmee ausgebaut habe«. Nur selten gelingt e», eine« offiziellen Beweis für diese allgemein bekannten Tatsachen zu finde«. Ein solcher Beweis liegt wieder einmal vor. Bom 8. bi» 7. August fand in Offenburg in Baden der RegimentStag des ehemaligen Infanterieregiment» 170, da» in Offenburg in Garnison lag, statt. Gleichzeitig aber feierte die amtliche Presse Baden»„da» braune Regiment 170" sowie auch die Ersatzbataillone, die„178ger von der Hitlerjugend". Dabei wurde festgestelkt, daß Offenburg feine eigene Standarte l-170 besitzt und daß Überhaupt die SA dieser Gegend unter Nr. 170, genau wie die alte Regimentsformation, organisiert sind. 17 Fliegerschulen ittr die Hitlerjugend. (DG) Der„Völkische Beobachter" teilt daß in Deutschland 17 neue Fliegerschulen gemacht werden. Leiter dieser Fliegerschulen wird der frühere Kampfflieger Lör; i^r. Ausgebildet in diesen Fliegerschulen werten junge Menschen, deren Vorbildung im Alter von 16—16 Fahren erfolgt. Tie Jugendlichen durchlaufen zunächst einen Borbildungslehrgang von drei Monaten auf der Vorschule ihres Heimatgebiete» und bei Eignung einen Fortbildungskurs»« von nochmals drei Monaten. Danach werden die jungen Menschen einer der Flugübungsstellen des deutschen Lnftsportverbandes zugeteilt. Zur Ausbildung zugelassen werden nur zuverlässige Nationalsozialisten, die durch die Schule der Hitler- Jugend gegangen sind. Die Einrichtung der Fliegerschulen und die massenhaste Ausbildung junger Menschen zu Fliegern ist ein wichtiger Teil in dem Auf- rüstnngsprogramm der Hitler-Regierung. Der geheimnisvolle rod des Oherlenmant Wendt PID. München, 8. August. Oberleutnant Wendt, der Mitglied der Otto-Strasser-Gruppe und ein Kamerad de» bekannten kommunistischen Leutnant Scheringer war, wurde Ende März von der Polizeidirektion München in Schutzhaft genommen. Wendt schrieb aus dem Gefängnis einen Brief an Hitler mit der Anschrift„An meisten Führer" und bat um seine Freilassung. Daraus bekam die Polizcidircktion ein Telegramm de» Stellvertreter Hitlers, Heß mit dem Befehl, Wendt freizulassen. Bon diesem Tage an war Wendt verschollen. Kurz Zeit nach dem Eintreffen des Telegramms wurde seinen Eltern von eineni Kriminalkommissär mitgeteilt, daß ihr Sohn in der Nähe der Festung Landsberg a. d. Lesch„auf der Flucht" erschossen wurde. Unsere Ermittlungen haben ergeben, daß in der Nähe von Landsberg eine unbekannte Leiche auf freien: Felde gesunden wurde, die erst später, als nie Leiche Wendt identifiziert wurde. Nach den Schußverletzungen zu urteilen, ist Wendt ermordet wordem Bundes der Landwirte, will anscheinend sogar der,,Rumburger Zeitung" in der Berherr- lichung Hitler den Rang ablausen. Auch für sie St das, was in Deutschland mit den Insassen der onzentratiouslager geschieht, ganz selbstverständlich und nicht deS Aufheben» wert: .... aber wenn im Deutschen Reiche die überwiegende Mehrheit deS deutschen Volkes sogar auf demokratischem und legalem Weg ein« neue Rechts- und Staatsordnung beschließt, wobei einem Teil der Einwohner, der bisher in schier schrankenloser Weise nachweisbar sich schwerste Verfehlungen gegen dar Reich und da» Deutschtum zuschulden komme» ließ, etwa- derb die Knebel angezogen wurden, da- Deutsche Reich mit den H u n n r n in einen Rang zu setzen, ist eine Unverschämtheit und muß nicht bloß von jedrm fühlenden Deutschen jeder Partei, sondern auch von de« ehrlich denkende» Tschechen mit Entrüstung zurückgewiesen werten. Wir sind der gleichen Ansicht. Erst vor kurzem haben wir darauf hingewiesen, daß eS eine Schändung der Hunnen ist, sic mit den jetzigen Beherrschern Deutschlands in einem Atem zu nennen. Dr. Holowetz Vorsitzender der Kartell-Kommission. Die Regierung hat in ihrer letzten Sitzung vom 5. August nach-en Bestimmungen de» Paragraph 19 des Gesetzes vom 12. Juli 1988, Zahl 1-1. S. d. G. V., von den Kartellen und privaten Monopolen zum Vorsitzenden der Kartellkommission Dr. Rudolf H o t o w e tz, Regierungskommissär der Allgemeinen Pensionsanstalt und ehemaligen Minister für Außenhandel und zu dessen Stellvertreter. Jng. Wenzel Roubik, Sektionschef und ehemaligen Minister für öffentliche Arbeiten ernannt. Was die Gewerkschaften leisten. In der am 15. v. M. in Prag stattgefundenen Vorständekonferenz der in der gememsamen Landeszentrale vereinigten freigewerkschaftlichen Verbände, berichtete Gen. Abg. T a y e r l e u. a. über die von den freien Gewerkschaften au-bezahlten Beträgen an Arbeitslosenunterstützung. Im Jahre 1928 zahlren die der gemeinsamen Gewerkschaft-zentrale angeschlossenen Verbände nur an Organisation-unter ft üt- zung ohne StaatSbc'itrag mehr als 8.85 Millionen Kronen, im Jahre 1928 über 8.5 Millionen Kronen, im Jahre 1930, als sich die Folgen der Krise schon etwas schärfer zeigten, berert» über 23.5 Millionen Kronen, im Jahre 1931 erreichte die Auszahlung des Organi- sation»beitrageS bereits 38.5 Millionen Kronen und im letzten Jahre 1932 zahlte» die Verbände rund 71 Millionen Kronen aus. Daraus ist ersichtlich, wie groß die Arbeitslosigkeit ist und welche außerordentliche Pflichten und Verantwortungen den Gewerkschafisorganifationen aufcrlegt sind. Beseitigung der Arbeite oslg- Keif- rar die SA. (DG) Der Berliner TA-Gruppensührer Ernst hat mitgeteilt, daß gegenwärtig noch 20.000 Mitglieder der Berliner SA arbeitslos sind. Für alle diese 20.000 soll bis zum September Arbeit beschafft werten. Zu diesem Zweck ist eine besondere ArbeitSbefchaffungSzentrale für die SA in Berlin gegründet worden, die von Unter- nehnwrn, besonders aber von den städtischen Behörden die Unterbringung der arbeitslosen Ml- Männer verlangt. Man geht da sehr energisch vor und wirft alle„marxistischen" Elemente aus den Betrieben heraus, um Platz für die SA zu schaffen. Mit dieser rabiaten Arbeitsbeschaffung aus Kosten anderer Arbeiter hofft man auch Unzufriedenheit in der SA zu überwinden. Nur arlsdie Naditwäditer! Berlin, 9. August. Wie ein Nachrichtenbüro meldet, weist der preußische Innenminister in einem Erlaß daraus hin, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen als Gcmcindcbeamler nicht berufen werden darf, wer nichtarischer Abstammung oder mit einer Person nichtarischcr Ab» stamiming verheiratet ist. Bor der Entscheidung über die Bestätigung von Gemeindebeamten sei danach außer der arischen Abstammung de« Gewählten auch die der Ehefrau festzustellen. Auch bezüglich der Ehefrau seien Angaben über Eltern und Großeltern zu machen. Zum Schluß heißt e» in dem Erlaß, daß in ZwciselSfällen zur Vorbereitung der Entscheidung der BestätigungSbe- härde ein Gutachten des beim ReichSinnenmini- stcrimn bestellten Sachverständigen für Rassenforschung angcsorderi werden kann. Straßenkehrer werden gieidigesdialtet Remscheid, 9. August. Sämtliche Arbeiter der Straßenbahn, der Müllabfuhr und der Tlra- ßenreinigilng, die früher Mitglieder der RGO (Revolutionären Gewerkschafts-Organisation) der KPD und SPD waren und nicht die Gewähr für eine einwandfreie Arbeit im nationalen Staat bieten, sind heute gekündigt worden. Die freigewordenen Stellen werden mit geeigneten Arbeitern anö den nationalen Verbänden ersetzt werden. i SA amtehandell In der Schweiz. Genf, 9. August. Gestern früh überschritten Mitglieder der reichsdeutschen nationalsozialistischen Sturmabteilungen in braunen Uniformen ; die schweizerische Grenze bei Augst-Whhlen nn- ' weit von Basel. Die SA-Leute betraten in unberechtigter Weise schweizerischen Boden, um in I dem Wächterhause des Elektrizitätswerkes eine Durchsuchung vorzunehmen, worin sich eben als , Wächter ein badischer Angehöriger befand, der : verdächtigt wird, mit dem Kommunismus zu s sympathisieren. Man erlnartei, daß das Berner ! Politische Departement in Berlin einschreiten i wird. Tie schweizerische Presse protestiert ein- , mütig gegen diese Verletzung der Grundsätze deS internationalen Rechtes, „Elnhcltscssen“ Der neueste nossenbeirug im Dritten Deich In der„gleichgeschalteten" Metallarbeiter- zeitnng finden wir die folgende Notiz: „Wie verloiiiel, soll die Regierung planen, im Winter ein großzügige- Htlstwerk In die Wege zu leiten. Um dem Grtanken der Volksgemeinschaft sinnfällig Ausdruck zu verleihen, wird voraussichtlich a» jedem ersten Son ntag eine- jeden Monaten« Einheii-esjen dnrchgesühri werden, so daß vom Kanzler bi- zum letzten Arbeit-losen jeder Deutsche an diesem Tage die gleiche Nahrung zu sich nimmt. Da- Geld, do» dabei erspart wirt, soll zur Speisung der bedürftigen Volksgenossen verwandt werden. Im nächsten Winter soll kein Volksgenosse auch nur einen Tag hungern." To» könnte In einem anlifascistischen Witzblatt stehen— aber e- steht tatsächlich in einer fmcifti- schen GetverkschastSzeitung. Tie deutsche Regierung kennt die deutschen Arbeiter sehr wenig, wenn sie meint, sie wären dumm genug, sich mit solchen Albernheiten obspeifen zu lassen. Die immer häusigeren Revolten in den eigenen Reihen betveisen, daß„EinheitSessen" den Bruch aller Versprechungen nicht wen machen können. Das Sdildfsa) nabrauns. W. Wie wir erfahren, leidet Arthur Mah- raun», der Führer deS ausgelösten Jnngdeul-' scheu Orden», noch immer schwer unter den Folgen der furchtbare» Mißhandlungen, die er nach seiner Verhastuug in der SA-Hölle Aeneral- Pape-Straße durchmachen mußte. Zur Zeit befindet sich Mahraun im Strasgesängnis Plötzensee, doch ist mit seiner unmittelbar bevorstehenden Verschickung in ein Konzentrationslager zu rechnen. Auch nörslng muß gehen. Magdeburg. 9. August. Der preußische Innenminister hat den früheren joziatdemokra- tischen Oberpräsidenten der Provinz Sachsen, Otto H ö r s i n g, auf Grund de« Gesetze- für die Wiederherstellung de- Beruf-beamtentum- mit sofortiger Wirkung au« dem Slaa'Sdienst enllasse». Bon der Auszahlung de- Wartegeldes . wurde Abstand genommen, so daß Hörsing 11. August d. I. keiiicrlei Bezüge mehr von , Staatskasse crl)äH. Stiwntjs Knoppclgardc rar Gericht.| D“ Nachklange zur blutigen Fasclstenversammlung am r April. Prag, 8. August. Anfang- April d. I.! veranstaltete die„Innge Generation" der i vonStkibrnygeführten„Rationalen Liga"' eine Reihe van Propagandaversammlungen, die,, dank dem einmütigen und spontanen Abwehr-' willen der Arbeiterschaft ein höchst klägliche» il Resultat hatten. Leider ist den fastistlschen Pro vokationen ein wertvolle- junges Proletarier leben zum Opfer gefallen. Der Prerauer Ge- nosse Zahraduiöek, Student der Philosophie, wurde bei der Versammlung auf der Slawischen Insel vom 3. April durch einen Hieb mit e i n e m S t n h l so schwer an» Schädel verletzt, daß er einige Tage später dieser Verletzung erlag. Der Tod de» Genossen Zahradnitzek blieb ungesühut, da es der Polizei nicht gelingen wollte, den Täter zu eruieren. Einige andere Raufbolde dieser sascistischen Juaenv wurden aber sestge- nommen und standen yeute vor dem Senat des OGR. Trost. Insgesamt sind siebenMann angeklogt, von denen zwei«n Untersu chungshaft sind. Die Anklage lautet auf da- Verbrechen der öffentlichen Gewalt tätigkeit und der schweren Körper. Verletzung. Wie so oft bei diesen„natio- nalen Vorkämpfern" ist einer der An geklagten auch noch de« gemeinen Verbrechens des Diebstahls und d-er Veruntreuung angeklogt. Dies ist der 20jährige Bäckergchilse Josef Kolin aus Wrschowrtz, den man übrigen- ans freiem Fuß belassen hat, ebenso wie seine vier Kumpane, den 25jährigen Geschäftsdiener Johann Brhnda, den 2Ijäh- eigen Vertreter HieronhmuS Frank, den 22- jährigen Typographen Johann Ulis und den 20jährigen Vertreter Fran; Kafka. In Haft sind nur der 22jährige Beamte Wenzel Mora- v e e und der 18sährige Monteur Franz Jedliäka. Die Anklage schildert eingehend den be kannten Hergang. Die a n t i s a s e i st i s ch e Opposition verlangte bei der Versammlung eine entsprechende Vertretung im Prä- Seite« Lr»m«rSt<»a. 10. August 1988 Nr. 185 T agesneuigkeiten barbarischer Befrtedj die Nachdem die ablehnten, ver- sich MMMMMMMAMMMWMMMMMMMMWWWWWWWWWWWWWV Kolos und Rossi gewannen 1 Million Francs wieder zum erste» • . Die flieget haben die Nacht im französischen Militärlager in der kleinen Oase Kra in der Wüste zutzebracht, wo sie Instruktionen aus Paris abwartxten. Bisher hat das französische Luftsahrtministerium— wie die Berichterstatter melden— in Paris bekanntgegeben, daß die Rekordfliegcr den vom Luftfahrtministerium ausgeschriebenen Preis von einer Million Franken für französische Flieger erhalten,■ die mit einem Landslugzeug den Fernflugrekord schlagend Sr zerreibt Schilllngvoten. Wien, 9. August. Aus dem Schnellzug Prag —Wien wurden während der Fahrt durch die Station Dürnkrut aus einem Abteil 1. Klaffe zerrissene Hundert-Schillingnoten in großer Anzahl herqusgcworfen. Die Stucke wurden vom Bohnversonal gesammelt und eü stellte sich heraus, daß die zerrissenen Banknoten echt waren. Wer der Fahrgast war, der sich der Banknoten auf diese Weise entledigt hatte, ist noch unbekannt. Saldo unterwegs. Ein Flugzeug verunglückt. Horta(Azoren), 9. August. Die neun Flugzeug« d«s Balbo-GeschwodcrS, die gestern hier niedergiygen, sliegen heute früh 5 Uhr 25 Min. wieder auf, um sich mit den 15 anderen Flugzeugen des Geschwaders, die bis Ponta Telgada aus den Azoren tveitcrgcslogen waren, wieder zn vereinigen und den Flug in Richtung Lissabon fortzuschcn. Nach dem Start des Balbo- Geschwaders ist ein Flugzeug ins Meer gestürzt. Ein Mann der Besatzung ist ertrunken, drei weitere wurden verletzt. Geräteturnen. Mittelstufe der Turner: ta. Peißig(Atus Kam»!-) 120.5 Punkte. 16. Spssar(DTÄ.) 120.5, 2a. Fiedler(Atus Politz) 119.5, 2b. Gottfried(Atu» ilntcr-Hold,iart) 110.5, 8. UOritfi Fal-enhain) 119, 4. Förster(Aws Pölitz) 118.5, 5a. Brech(Alus Bodenbach) 118, 5b. Porsch(DTÄ.) 118, 6. Wagner tAtus Altrohlau) 117.5, 7a. Köhn«(Atu- Politz) 177, 76. Ott Hans lAtuS Eger) 117, 7c. Domaschek Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Freitag: ■ Prag: 10.10 Schallplatte«. 12.80 Mittagslonzerl. 13.40 Schallplatte». 18.80 Deutsche Sendung: Beck-UtiS: Sonnentag« im Elbetal. 20.35 Spazier- päi'ge durch Mt-Prag. 21.28 Janakck: AuI.dem Tagebuch eines Vermißten. 22.15 Russischer Bericht — Brütm: 17.55 Frauenfunk. 18.25 Deutsch« Sendung.— Wien; 12.00 MittagSkon-ert. 17.15 Klaviervorträg«. 21.00 Arien. 22.15 Äbendkmrzerr. — Frankfurt: 20.20 Sinfomekongert. 22.45' Nacht- musik..— Heilsberg: 18.25 Lieder und Arien..—• Breslau: 17.50 Kammermusik.— Leipzig: 20.40 Italienisches Konzert.— Berlin: 15,85 Robert Schuhmann. 17.10 Wafferwandern. 21.40 Zeit- genössischc Musik.— München: 16.00 Für die Ii» gend. 21.20 Sinsoniekonzert. Leichtathletik. Noch ein« AtuS-Bestleistung.'(dm l.W'fef■ Lauf,, der zum Fünfkampf der Sportler gehört«, lief Breite(Atutz Älnssig) mit 1:31.8 Min. ein« neu« Bestzeit. Dreikamps für Sportler: 1. Chlipck iZchönpric sen) 208.26 Punkt«, 2. Unger lllnterrothau) 204.26, 3. Scherzer(Krochwitz) 202.44, 4 Ott Wenzel(Eger) 201.44, 5. Wirkner(Turn) 200.19, 6. Piltroff Franz lTischau) 199.76, 7 Novy(Teilchen) 19694, 8 Winkler lLerchenfeld) 196.69, 9 Garels(Unlerrothau) 193 38, 10. Dietl(Klostergrab) 192.13 Punkte. Monnschastslamps im Kugelstoßen: 1. Biela (Durchschnitt 8.14) 50.25 Punkte, 2. Krochwitz(7.75) 48.44 Punkte. Mannschaftskamps im Weitspringen: 1. Pfaffendorf(Titrchschnitt 4 76) 59 50 Punkt«, 2. Krochwitz (4.25) 53.13 Punkt«. Turnspiele. Das Endspiel im F a u st b a l l gewann O l- mütz-Paulowitz gegen Lerchenseld mit 39:57 und wurde damit Bunhesmeisler. -W' Bundetme-ster int R a k fb a l l wurde Oberroth a u, das im Schlußspiel Bilin mit 10:4 schlug. Festtneister im F a u st b a 11 wurde Dessen- dor f Lindberg- in Grönland. Vadthaab(Grönland), 9. August. Oberst Lind'bergh ist hier gelandet. Er hatte ursprünglich die.Absicht, bis nach Juliane Haab zu fliegen, entschloß sich' jedoch wahrscheinlich infolge der ungünstigen Witterung in Godthaab zu landen. Der Blitz inS Fuhrwerk. Bei einem heftigen Gewitter wurde ein Zweispänner-Fuhrwerk oct Gramzow(Uckermark), das sich auf der Heimfahrt vom Acker befand und mit fünf Personen besetzt war, durch einen Blitzschlag getroffen. Eine Person und di« beiden Pferde wurden sofort, gelötet, wahrend drei wettere Personen schwere Verletzungen erlitten. Eine Grcuelmcldung. Die„Hessische Landeszeitung" schreibt folgendes unter der Ueberschrrft „Juden und„deutsche" Mädchen": ,,Mit Erstaunen kann man feststellen, daß rS immer noch Deutsche" Mädchen gibt, die sich nicht scheuen, mit Juden über die Straße oder in Kaffees zu gehen. Anscheinend fehlt ihnen jedes Gefühl für das Beschämende ihres Tuns. Schließlich müßten sie sich aber wenigstens darüber klar sein, daß ihr Verhalten in höchstem Maße dazu angetan ist, Aergernis zu erregen und sic dürfen sich gar nicht wundern, wenn sic eines TageS eine Tracht Prügel beziehen. Zumindest wäre cS aber angebracht, die Namen derartiger„Frauen"-festzUstellen und durch die nationalsozialistische Presse- zu ver- öffentlichen.". Am Rhein wird wieder geköpft. Die„Kol- nischc Zeitung", die einmal eine hochstehende Zeitung der deutschen Bourgeoisie wär, teilt unter der Ucberschrift„Die Guillotine- am Rhein" mit, daß diese welsche Einrichtung des Köpfens mit dem Fallbeil, die im Jahre 1811 durch Order eingeführt wurde, von"nun an wieder verschwindet., In Köln sind sechs Männer verurteilt worden, di« angeblich zwei 2Ä.-MäN- ner bei einem politischen Zusammenstoß getütet haben. Wenn„die Ablehnung einer Begnadigung, die Erfüllung der ganzen Strenge"des Gesetzes verlangt, dann wird hier wieder zum ersten Male im Rheinland das Henkerbeil sein Werk tun" stellt das Blatt mit gtmg fest. Ein Ehepaar fährt in den Tod. Unweit, von Neubrandenburg. fuhr Mittwoch vorntitlag' der Kaufmann Böttcher mit seinem Motorrad gegen einen Lastwagen, der„im Augenblick des Uehe?- holons von der Landstraße obbiegen wollte. Der Motorradfahrer und seine Ehefrau kamen uttier den. Lostivagen und wurden überfahren'.. Das schwerverletzte Ehepaar wurde nach N^ubrand.eu bürg:nS Krankenhaus gebracht. Beide starb-n hier in den NachmsttagSstunden. Bom Zuge überfahren. Aus Aussig mirö’ uns geschrieben: Am 7. August wurde um-, 29 Uhr 45 Minuten in Nestomitz ein. etwa 60- bis-38jähriger unbekannter Monn vom Zuge überfahren. Ter' Uebersahrene war'170>Zcnti- meter groß, hatte dunkle Haare, graue Augen, trug ernen grüne» Rock, dunkle Hosen.- ein weißes Hemd, eine blaue Krawatte und einen grauen Hut mit dem Monogramm B. S: Der Tote hatte eine» Betrog von 50 Ke, vier Schlüssel und eine Uhr in den Taschen.- Zweckdienliche Mitteilungen über diesen Unbekannten. sind entweder beim Polizeikommissoriat in Aussig oder beim nächsten Polizeiäntt zu machen.., Die polnischen Ozeanslieger verunglückt.-D-a^ Flugzeug der.polnischen Flieger hat sich'bei der Landung in-Harbour Grace infolge eines WiyL- stoßes überschlagen. Die beiden.Flieger erlitten jedoch nur leichte Verletzungen? . Reue Männer— neue Autos. Hugcnbergs Nachfolger, der neu« Wirtschafts- und E.nährungS- minister Walter Tarrv hat sich ein neues Auto angcschafst im Werte von nicht weniger als 35.000 RM. Dies« Summ« ist aitf daS Osthilfekonto gebucht. Ferner tverden uns von zuver- lässiger Seite über Autoanschaffungen df.r „Murer der Arbeitsfront" folgende Einzelheiten berichtet: Herr Ullmann vom Deutschen Baugc- wcrkSbund hat sich einen neuen Wagen für 9500 Reichsmark auf gleichgeschaltetem Gewerkschasts- konto genehmigt, Herr Walter Schuman, und der Kassierer der Arbeitsfront Herr Brinkmann haben sich gleichfalls schwere neue Wagen zugclegt, der „Arbeiterführer" Dr. Ley desgleichen. Daß aus diese Weis« die Autoindustrie über Auftragsmangel nicht zu klagen hat, ist zu verstehen, weniger, zu verstehen ist schon, daß diese Dorkämpfer gegen «ine angebliche ,Korruption der roten Bonzen" die Kosten für ihre Privatfahrten an den Getverk- schaftSkaffen haben beheben laffen. wie wir von Augcnzettgcn wissen. VoMvatfe aefuthtl Bon einem kinderlosen Ehepaar, das^in einer nordböhmischen Industriestadt lebt, wird ein Mädchen im Alter von 3 bis 4 Jahren (Vollwaise) an Kindes Statt angenommen und später adoptiert. Zuschriften sind zu richten an: Verband „Arbeitcrfürsorge", Prag II., Fügnorovo Häm. 4. Weitere Ergebnisse vom Arbeitersporttag Funball.| 5. Kreis gegen 6. Kreis 5:4(1:3). 0m fetzten j Moment gelangt ci noch, dieses Spiel der Auswahl-s Mannschaften der zwei. stärksten Kreis« anzu-setzen.( Der 5, Kreis hatte mit Rücksicht aus die kurzfristige Annahm« di« Vertretung dem 1. Bezirk, verstärkt durch A. Fiedler(Krochtvitz). übertragen. Die Elf fand sich in der ersten Halbzeit nicht zusamnten und. erst nach dr.» Pause, als eitrige Umstellungen vorgc-- nommten worden waren, klappt« ci. Die erst« Halb zeit gehörte dem 6. Kreis, dessen Team rin flottes und technisch schönes Kombinationsspiel zeigt« mtd sein« leichte Ueberlegenheit bis zur Panse mit drei< Toren festigte, dem der 5. Kreis nur«ins gegenüber- WDD,._ u fetzen könnt«. Nach der Pau'« kam'n die Matm-! ,?ltus Brüx) 117. 8. Lehnert(Atus Eger) 116.5, schäft des 5. Kreises etwas System und ein« kurze 9. Demel /Slrus Böhm.-Kamnitz) 116, 10. Fischer Schwächeperiode der Halfrelhe des 6. Kreises ermög- j(Aws Königsberg) 114.5 Punkt«, licht den Ausgleich und das Führungstor zu erzielen.:. Die Egerländer drängen auf Ausgleich, bas Spiel f hat-seinen Höhepunkt erreicht, scharf und schnell wogt der Kamps hin und her— der 5. Kreis ist glücklicher! und stellt das Ergebnis auf 5:3 und knapp vor Ab-( lauf der Spielzeit gelingt es den Egerländern, ein viertes Tor zu erzielen und damit di« Niederlage ehrenvoller zu gestalten. Das Spiel hat die Zu»! schauer vom Beginn bis zum Ende in Spannung! War gehalten und vollauf befriedigt...... Tatsache, daß der 6. Kreis in technischer Hinsicht einen so schönen Aufschwung genommen hat. Das Blitzturnier. In ollen Spielen herrschte mustergültig« Disziplin und Pünktlichkeit. Bis auf die Verein« Nestcrsitz(1. Klasse) und Herbitz, Tscho- chau und AuMg-Nordost(2. Klaffe) waren olle ge meldeten Mannschaften etfchienen. Für die nicht erschienenen vier Mannschaften traten ander« zu Fr«rndschaftsfpielen ein, so daß«ine glatt« Abwick- ltt-ng möglich War. Im nachfolgenden di« Ergebnisse: E r st e Klass«: Attsiig-Ost—Türmitz 0:0. Pred- litz—Karbitz 0:1, Kkeitchc—Aussjg-Snd 1.1, Aussig- Nord—Ladoivitz 3:0, Eichwald—Hohenstein 0:1, Weis- kirchlitz—Niederlieblich 1:0, Graupen—Sobküfan'1:1, Zuckniantcl—Schöivpric sen 3:0, KrochwiK—Seticnj 1:3,-Komotau—Kriichnntz 1.0.— 2 i«g« r tu r- n ier: Kleische—Glashütte 1:0,. Prcdlitz—Hohenstein 1:0, Weiskirchliy—Predlitz 0:0, Aitssig-9lord—Zuck- inanlel 2:0, Kleische—Tobru-au 2:0, Komotau—Tet- tenz 0:3, Türmitz—Prcdlitz 0:1, Settci»;—Weiskirch- litz 0:0, Kleische—Äuffig Nord 0:0, Kleische—Weis- kirchlitz 0:0(Schlußspicl). Sieger: Kleisckc-- Un terlege n'e n- Gruppe: 5darbitz—Aussig-Ost 2:1, KedeMetzig—Karli tz 0:0,' Ladowitz—Schönpriosen 1:0(Punkte Schöupri«sen), Krischwitz-7-Krochwitz 0:0, Karbitz—Eichwald 0:0, Aussig-Süd—Graupen 0:2, Krochwitz—Karbitz 0:0, Schönpriesen—Graupen 4:0, Krochwitz—Schönpriesen 1:0(Schluststnrl). Sieger: I Krochwitz. Zweit« Klass«: Bokau2—Schönfeld2 0:1, Gaptätz 1—Stöben 1 1:0, Hottowies:—Schönfeld 1 0:0, Schönstld—Stöben 1• 2:0, Aussig:Ost—Schreckenstein 0:0,;. Türmitz 2—Roudnig 1 1:0,• Bosau 1—Koste«'! 0:0, Sobrusan 2—Tischau 1 0:1.— Sieger.» gruppe: Schönfeld 2—-Hottowies 0:1, Schreckcnstein —Raudnig 0:2, Schönfeld 1—Garlitz 1:0, Wannow— Bokau 1:0, Schönfeld 1—Hottowies 0:0. Wannow— Rapdnig 1:0, Schönfeld 1—Wannow 0:1. Wannow— Tischau 2:0(Schlußspiel). Sieger: Wamtow..— 11.»t«rlegen«»--Gruppe: AuissigOst2^-Tür« Witz 2 0:0, Bokau2—Stöben 1. 0:2,, Türmitz 2-Stö ben 1.1:0, Kosten—Türmitz 2 0:0, Türtnitz 2—Spbru- san 2 1:0(Schlußspicl). Sieger: Türmitz 2. Schüler' An.ssig-Nord—Bokau 0:0, Glashütte —Schönfeld 0:0, Schönprieicn—-Wannow 8:0.' Bokau —Türmitz 0:1.— Siegergruppe: Schönprie- scü-7-GIaShütt« 0:0, Glashütte—Kleische- 0:1, Kleische —Türmitz 0:0(Schlußspiel). Sieger: Kleische.— U n tevl ege neng r» p p e: Anssi^Rord- Schön- feld 2:0, Aussig-Nord--Wannow 2:0(Schlußspiel). Sieger:- Au-ssig-No'rd. s Altersturner: 1. Brech(Bodenbach) 119 Punkte, s 2. Richter(Birkigt) 1(0.5, 3. Türmer(Haida) 113.5, 4, Eise!!(Steiitschvirau) 104,5 Punkt«. Äugendturner: 1. Lei>bn«r(Atus Obcrleutens- darf) 121 Punkt«, 2. Stolz(Atus Biela) 115, 3. Ranftner(Atus Poliy 114.5, 4. Slalieky(TTI.) 112 .Punkte; 8b. Wolfig(Atus Steinschönau) 104.5, 10- Weipevt«Atus Birkigt) 102 Punkte. Unterstufe der Turnerinnen: 1. Becher(Atus Teplitz) 88 Punkte, 2. Rasper(Atus Teplitz) 85.5, 3. Plazkova(DTÄ.) 84.5, 4. Krasna(DTI.) 8t, 5a. Bernt(AtuS Teplitz) 83, 5b. Knv(Atus Pölitz) 83, 5e. Panovo(DTÄ.) 88, 6a. Richter(Atus Lobosih) 82.5, 6b. Sander(Atus Datschen) 82.5 Punkte. Iugcndturnerinnen: 1. Prokop(Atus Telsche») 84.5 Punkt«, la. Wiedemann(Atus Sobnifon) 84.5, 2: Pöfchel(Atus Bergesgrün) 82.5, 2a. Graf(Atus Haida) 82.5, 3 iltejedla(DTÄ.) 82, 4. Kempe(Atus Oberleutensdorf) 81.5, 5 RieSner(AtuS Teplitz 78.5, 6. Bürgermeister(AtuS Ha-ida) 78 Punkte. Ravack(Syrien), 9. August. Die Berichi- epstatter. der amerikanischen Blätter bringen die Meldung, daß die französischen Fliegeroffiziere, die hier in Garnison sind, inoffiziell die Meßapparate der beiden hier gelandeten französischen Rekordfliegcr Codos und Rossi plombierten. Die Flicgerosfiziere stellten fest, daß die beiden Flieger-noch Betriebsstoff für einen Flug, von etwa 109 Meilen in den Reservoiren hatten. Vach den bisherigen Berechnungen haben die Flieger' im Non-Stöpflug 5700.Meilen, seit Ihrem, Start in New Jork zurückgelegt. Wer wundert sich? Die bürgerlich« Presse höhnt über den Internationalen Spiel- und Sporttag in Aussig, daß er ein völliger Versager gewesen sei. Das gehe schon daraus hervor, daß in Aussig„kein Privathaus" geflaggt Hotte. Diese Behauptung ist zwar eine Lüge, denn in den Vorstädten, wo die Arbeiter wohnen, lvar reich geflaggt. Die Annahme aber, daß das Bürgertum früher den Arbeiterfesten freundlicher gegenüberstand, ist falsch.. Dutzende von Arbeiterfesten waren schon in Aussig, u. a. der Bundcsturntag und der Reichsjugendtag; aber die Anssiger Bürger haben die Anwesenheit der Arbeiter immer nur als Belästigung empfunden. Die Proleten haben jetzt noch weniger Grund als früher, um die Freundschaft eines Bürgertums zu buhlen, das sich in seiner überwiegenden Mehrheit mit den Hitlerschen Mörderbanden gleichgeschaltet hat. Aus der Feindschaft, die cs der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung schon immer ganz offen entgegengebracht hat, könnten die Bolksgemeinschaftlcr— z. B. aus der ,;Neuen-Morgenpost"— höchstens schließen, daß ihre-Tiraden keinen Sinn haben und nicht einmal bei ihren Geldgebern verfangen. Daß unseren-Gegnern aber kein anderes Argument zur Schmähung des Sporttagcs bleibt, als die schon.seit Jahren bekannte Tatsache, daß das Bürgertum- Aussigs bei Arbeiterfesten nicht flaggt, ist nur ein Beweis für die Wucht unse- -ret Kundgebung. Die„Kühle", die die seichten -Bol-ksgcmcinschaftler„bedauern", beruht bekanntlich aus G e g e n s e i 1 i g k e i t und die Feindschaft, die unS das Bürgertum entgegenbringt, wird weit ausgewogen durch die. Freundschaft, die die Proletarier einander erweisen.-. Lohnstreik der Foudfpritztr bei der Firma Viktoria A.-G. in Alt-Rohlau. Bei der Firma Viktoria A.-G. in M-Rohlau, einer Porzellan- fahrik, hoben die Fondspritzrr infolge eines dikta- wrischen Lohnabbaues, der den Arbeitern von fetten der Firma außertourlich ausoktroyiert wurde, di« Arbeit nicdcrgclegt. Die Firma bemühte sich, Arbeiterinnen dazu zu bewegen, diese äußerst gesundheitsschädliche Arbeit auszuführen. Die Arbeiterinnen erklärten, daß sie nicht gewillt seien sich eine Bleicrkrankung zuzuziehen und daß sie.sich nicht dazu hcrgcben, gegen ihre Berufskollegen-, die um gerechten Lohn kämpfen, Sireikbrechcrdicnstc zu leisten. Arbeiterinnen diese ArbeitSleistuikg wurden sie über Auftrag der Direktion nach Hause geschickt. Bei dieser gesundheitsschädlichen Arbeit würden die Akkordsätze im Verlaufe der Zeit mehrmals von der Direktion gekürzt, so daß di« Löhne heute einen solchen Tiefstand erreicht haben, daß eine weitere Senkung der Akkordsätze für di« Arbeit in dieser Abteilung unerträglich ist. Uebcr das Kapitel„Bleierkratrkungen", von welchen eine Reihe von Arbeitern hcimgesucht wurden, wird noch-er Ocffentlichkcit berichtet werden. Fondspritzer und Fondspritzerinnen werden, solange diese Differenzen nicht bereinigt sind, vor Arbeitsaufnahme bei dieser Firma gewarnt. Ein Prager in den Alpen verunglückt. Der 28jährige Dr. Armin G ü n z c l aus Prag,-er in Leutasch zur Sommcrsrische weilte, ist Freitag allein zur Besteigung d«r Gchreit-Spitze im Wettcrsteingebirge aufgcbrochen. Als er Samstag nicht zurückkehrtc, wurde eine Rettungsmannschaft entsandt, die Dr. Günzel Montag nachmittags unterhalb der Nordwand-er Gehren-Spitze alS Leiche wüffand. Die Nordwand ist wegen des lockeren Gesteins sehr gefährlich. Dr. Günzel dürfte duich Abbruch eines Trittes abgcstürzt sein. Frankreichs afrikanische Sorgen. Bei den letzten Kämpfen, bei denen die fraitzösischen Posten die Stellung zu befestigen suchten, erlitten sie bedeutende Verluste. Im Lauf« der letzten Ge- mhte bei Meknes wurden ein Offizier und acht Legionäre getötet, während siebzehn Legionäre verwundet wurden. Bei der Gruppe von Marrakesch wurden, zwei Offiziere und zwei marokkanische.Soldaten getötet. Die 29. Hitlereiche vernichtet. In Schleswig ist die im dortigen Tiergarten angepflonzte Hitlereiche adaeschnitten worden. Wie vorher in Lauban und dann in FriedrichSrich, wurde auch hier keiner der Täter gefunden. Das ist bisher die 29."gefällte Hitlereiche. Wahrscheinliches Wetter heute, Donnerstag, den 10. dS. Schön, sehr warm, ruhig oder nur schwacher. Wind.'• Fabrlksbrand in Brünn. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch .... Brünn der Schauplatz einer Brandkata« Erfreulich^ ist di«! strophc, die aber zum Glück viel glimpflicher ab- ! lief, als cS im ersten Moment den Anschein hatte. In den späten Abendstunden, gegen 20 Uhr wurden die Brünner Feuenvehren in die Spi- tölwiesc gerufen, wo das Fabrikgebäude der Firma„Piscarmola", Erzeugung von Fisch- und Fleischmehl, Inhaber MeltuS und Co. in Hellen Flammen stand. Der Brand war aus unbekannter Ursache entstanden und fand an dem in der Fabrik lagernden Rohmaterial gute Nahrung. Nach zweistündiger Arbeit konnte das Feuer von den Brünner Feuerwehren gelöscht werden. Das Fabriksgebäudc ist ungefähr 60 Meter lang und 20 Meter breit und liegt im Hofe. Eigentümerin des Gebäudes ist die Mährische Bank, die Firma Melkus u. Co. ist imr die Pächterin. Gegen Mitternacht konnte die Feuerwehr wieder abrücken. 2luch die RcttuNgSgesellschaft mußte in zwei Fällen eingreisen und ließ zwei Feuerwehrleuten, die Brand- und Schnittwtinden erlitten, erste Hilfe zuteil werden. Der Schaden, den die Firma Melkus u. Co. erleidet,, betrögt ungefähr 500.000. Ke und ist zur Gänze durch Versicherung gedeckt? Der Sohn erschlügt den Baler. Die Mutter al» Anstifterin. UShorod, 9. August. Die Gedarmerie hat Ehefrau-^ des cnnordclcn 62jährigen M. Salaj auS Tcrrcbla, der in einer Einschicht in der Nähe von Tcrrcbla mit einer Hacke getötet wurde,, verhaftet und in die Gericht-häst- nach Chust gebracht. Weiters wurde der Sohn des Ermordeten verhaftet, der über Anstiftung seiner Mutter die Mörder"gedungen hatte. Mutter und Sohn-hoben^gestanden, daß-'sie- schon vor fünf Jahren'die Mordkömplizen gedungen hotten, um sich des'Salaj, der gewalttätiger Natur war und vor dem sich die Familie und alle Nachbarn fürchteten, zu entledigen. Schließlich ober übte' der' Sohn dtzn- Mord' und verschaffte dann.zwei Zeugen, um«in Alibi zu haben. ■ Belte S I«. 188 Donnerstag. ffr. August IlM b rennen HM« Augen, Schweigsam, in sich gekehrt Ire"«« sie im Kreis. All« hoben den Hof schon anSgeinesseu. Wie ost! Sie wissen, daß sie hundert Schritt« zu jeher Runde brauchen. Wenn sie auf her Sonnenseite sind,«den sie sich, hehnen die Brust Ivels«ich otwen tief. Würziger Hendnft kommt von draußen über die Mauer. Mitte« im Hof,«ns einer Grasflische, stehen zwei Büsche Mohn. Roter Garteinuohn. Die Gesänge»«» wissen vom Vorjahr, wie schön er blüht, Sie warten seit Tagen, daß die schwellende» Knospen Platzen und die rot« Pracht herausqnllit.„ Heut« ist bas Wunde« geschehen. Keder Nacht. trotze, flammend rot« Blumen glühen in der Sanne, Venn ein linder Lufthauch drüber streicht, ist'» wie züngelndes Feuer, Und dw VesangeiM gehen!m.Kreis und haben im-Haus der Freudlosen gesunden, woran sie sich freuen.-. Hest ausleuchtet der Mahn im Strahl der Hanne, Schars ist d°r Kontrast zum Ara» der Mau«r, Deutlich wird» setzt! Da» Ara», ist da» lote. Di« rot« Mut ist di« Farbe de« Leben»,«in jubelnde» Fanal de» veben-l Hoch aufstreben die schlanken Giengel des Mohn»,-al» wollten-Ye da» Leben hinau»beb«n über da» tot« Ara», da» ringsum lastet. Eintönig klinge» die Schritte tm ftteil. Wie leere Augen glotzen vergitterte Fenster stl» Weite, Pier tote Mauer» eiiaen den Raum u»iv roter Mohn glüht in der Sonne. Ein jubelndes Fanal de« Leben»! Wolkenloser Himmel blaut über dem Spa. zserhof. In die laue Stille schallen rnndgehende Schritte der Gefangenen. Hohle Augen schauen mit leerem Blick zu Boden oder deut Vordermann auf den Rücken. Einer hebt die Augen in« Blaue. Hoch oben sieht er ein Paar Busiarde lchiveben. Die kreisen majestätisch umeinander. Unten im Hof iverdcn die ander«» durch da» Schauen de»«inen aufmerksam, bl« sie alle die schwebenden Vögel sehen. Jin Ruudgehen verfolge» sic da» Spiel der Busiarde, den Kopf weit zurückgeneigt, Pie Augen hekchnmeu Glanz, der leere Blick belebt sich. Gedunsen werden wach und husehen unsichi, har von einem zum ander». Gedanken voll Sehn« lucht, frei zii werden von der druckenden Enge, So frei wie die schwebenden Vögel da oben... Dio Busiarde sind nicht mehr zu leb»», S>e haben sich irgendwo niedergelassen, Und im gran nmmanerten Hof schauen hohl» Auge» wieder mit feerem Blick zu Boden oder dem Vordermann ans dem Rücken. Aber die Sehnsucht bleibt, Pi« brennende Sehnsucht, frei zu worden ua» der drückenden 'Enge,.’••••»• Ha frei, wie die schwebenden Vögel,,, (flut dem Suche:.Am Haus dcr Freudlosen/) gk einem flaMenvulsch in Irland? VolkswIrtCThatt und SozialpoHtlk NU' Ministerpräsident de Valero, der einst Irlands Unabhängigkeit von England erkämpfte. somirrtiSnoe. Von Felh Fcche»b«ch. enger Hof. Der düstere Zellenbau.... Gitterfenstern und dwi lot«, graue schließe,, ihn ein. General O'Pufsh, Führer der immer stärker anwachsenden Bewegung brr„Blauhemden". iM- x.«.»,. Fellen au ihre Arbeit, Und morgen mache» sie wieder di« Rund« iw enge» Hof zwischen grauen Mauern.., Wrr»..■■■ jj 9■ r'“ wa■ 1 r^^ w Eli» warmer Somwertag, Der Spazierhai liegt z>tr-Hälfte in goldigem Sonnenschein, Die ein« Mauer wirf! kühlen Schalten. Sträflinge mache» ihren Rutiögang tm Gänsemarsch. Au» p»rgam«nt«Mn Gesichtern Tie Natioualregieruna in Nanking plant, d|e chinesischen Kronjnwrlen zu ver- tanfeii, Tee Schatz hat einen Wert von egoa zwei Mihi,irden Gulden. Als die Revolution über China hereinbrach, loh der„Sohn des Himmels" außer Lande», Das Bolt drang in seinen Palast, Man fand außer« ordentliche Kostbarkeiten— aber man suchte per« geblich den eigentliche» Krönung-ststmvck per MondschU'Dunastie, der au« dem Ist. Jahrhundert tammt»nd von»»ärchenhastex Pracht sein soll. Man meinte znerst, der Kaiser>wbe diesen Schmuck mitgenommen, Aber der Verlangte ihn Jäter von der neuen Regierung ausgehändigt, weil er persönliche« Eigentum sei, Jetzt erhebt auch der neue Herrscher der Mandschurei, Pu 7)1, Anspruch auf den Schmuck. Aber er kann nur me Jmvelen verlangt», dir jetzt verkauft werde» lallen. Ter Krönungelihmuck ist nicht dabei. Nach Taschkent verbannt, In den Wirren der Revolution verschwunden ist auch da« berühmte Smgragdbalsdond der Großfürstin Alexandra von Rußland, Es batte aber schon vorher sein« Geschichte und war von der Großfürstin als Utiglückshalsband in einer Kirche geopfert worden. Per älteste Golm der Großfürstin Ivar ein eleganter Gardeoffizier und Lebemann.»nd eine« Tage» stahl er de» Schmuck und schenkte ihn sei' ter Freundin, der Tänzerin Fanny. Di« Sach« am heraus, als die Tän^rln den Schmuck an« egte, der Sohu wurde nach Taschkent verbannt, kort blieb er trotz den Bitten seine» Mutier aus Beseht pes Zarcubofe» bis Nir Revolution, er heiratet? di, Tochter de« Postmeister» und schien recht glücklich, zu lein. ' Dir Zarensuwelen, Di« weltbekannten Juwelen der Zaren« fainllte stich nicht verlort,,gigangen, wie da» Sma« ragdbalsbanp, sonder» sind, wie so vieler Schmuck rusiischer Aristokraten nach Amerika gelangt. Der Käufer w»rd? kürzlich in New Aork ermordet aufgefundo», Es nmr der bembmte Juwelier llmille Mirne» aus der Firma Berion«Mirne», die lange Jahr- auch ein« Filiale in Leningrad un- terhielt, Dee Schmuck sn per Hal,Aste, Eine Geschichte Hal auch ein spanischer Schmuck, der schmuck der Infantin Eulalia. Er ging vor vierzehn Jahren verloren, weil man ihn In«ine Kiste gepackt hatte, die keinerlei Kennzei« chr» trug, und die Kist« nicht wieder finden konnte, Die Infantin, Tante de« Exkönig» Alfons, (hielte die Juwelenkiste als diplomatisches Gepäck lm Jahr, 1018 nach Madrid, Dort wurde sie aufgestellt, ohne daß man das Eintreffen irgendwo vermerkte. AIS dann noch ein Beamtenwechsel eintrat, war das Schicksal der Juwelen besiegelt, sic bliebe» verschwunden. Jetzt endlich Hai man -evtschk veltte,-röbe mit sechs Buchstaben. Im Lesezimmer einer Tiroler Sommer« Pension sitze» an einem küble» Regentag;ive> etwa vierzehnjährige Mädrhtzu, eifrig mit der Lösung«in«» Kreuzworträtsels beschäftigt, Das blasse Gesicht des eine» ist von einem Paar herrlich rotblonden, zn beiden Seiten der Wangen heWbbauntelnden Zöpfen umrahmt, über den Lstren ihrer Gefährtin türmen sich kchnecksnhaus- artig« Gebilde an» geflochtenem Flachshaar, Wer Idi« Leihen Jungfräulein steht und gehört hat, »aß der' Baier der«men mit„.Herr Professor", der der andern iM ,^Herr.. GerichtSrai" aiige- lproche» wurde, kann Nicht im unklaren darüber sein, daß es iinn gegönnt ist, hossnugaspokle Knospen am Baume deutschen, durch Bilduna Sin sozialer blüchchrilt >«r sich für tausende Eisenbahner ungemein bart auswirkt und auch wirtschaftlich ungünstig fühlbar wird, ist, wie in einem Artikel des„Eisen- bqhner" durch eine Reihe Beispiele belegt wird, Imrch die Verschlechterung der Altersversorgung >ki heu tschechoslowakischen Staat«bahnen zu verzeichnen, Roch vor wenigen Jahren wurde elbst der minder bezahlte Bohnarbeiter von den Arbeitern der privaten Unternehmen, für die da« mal» noch keine Asteröversoranng bestand,'um hr Recht aus de» Pensionoansprnch stark beneidet. Selcher hat sich aber--> leider znnngunste» der im Bahndienst Beschäftigten— vieles geändert. Seitdem die Alter«, und I»valid,nverstche- rung in der Tschechoslowakei wirksam geworden ist, haben zwar die Arbeiter der Privgiindustri« »r ihr Alter und ihre Invalidität etwas Hilf« »ekommen, aber gleichzeitig sind auch tausende Eisenbahner, die ehedem dem Pensionssvnd« an- U'hörten, seht als Vertragsarbeiter der tschecho« lowakischen Bahn bei der Alters-»nd Invalidenversicherung Mitglieder geworden, weit sie dem Lensionsfond« nicht mehr angeschiossen werden ännen. Sie, die früher eine wenn auch bescheidene so doch erträgliche Rente erreichten, müssen sich nunmehr mit dem gleichen Anspruch auf die Sozialrente begnügen, wie die Arbeiter der Pri- vatindnstrie. Dazu kommt noch, daß viele durch zwanzig und dreißig Jahre bei der Bah« beschiss, tigt gewesene Arbeiter au« irgend einem Grunde ans dem definitiven Arbeitsverbältnia abgebaut, später al« Vertragsarbeiter bei der Bahn Wieder eingestellt wurden und infolgedessen au« dem Pensionssoud« ausgeschieden Worden sind, UM jetzt die kümmerlichen Rechte eine« Honalver» sicherten in Anspruch zu nehmen. Auch bet der Bewilligung der sogenannten Gnadengaden, die früher in liberaler Weise jenen Vabnbedienste« ten zuerkannt wurden, die ohne ihr Berschtttdeu den Dienst hei der Bahn ausgeben mußten, ohne den gesetzlichen Anspruch änf eine Pension zu besitzen, ist man setzt sehr knauserig, weil die Be> laftnng her für diesen Zweck zur Verfügung' siebenden Fonds infolge de« ost ans nationalen' Gründen erfolgten Masstnabbane« von Eisenbahnern, zn stark ist. Mit Recht sagt da« oben zitierte Organ her deutschen Eisenbahner am Schlüsse der. Darstellung über d-.e.Verminderung, der sozialen Recht« der Balmbedienstetrn: - Bei dieser Gelegenheit soll iiitbt umerlassen' werde», daß In der Oelftntllchkeit Immer miedrr a»st die hohe» Belastungen tiingewieleu wird, die der Staatabahiwerwaltung durch kl« Auizahluug der'sleusioueu entsteben. Auch hier wird überleben,' daß d|« l zenslouStasten dadurch rin« Lteigrrung erfahren haben, well In der ütersouatbehaudtung sticht aNetu sachlich«, sonder» vielfach uatlaualstoN» tisch« Gründe euilcheikeud waren. Auch di« Masten» pestsiostiermigkN. die gegenwärtig wieder erlolgen und die nach sachlich«» Gfslchisviiiikteu beurteilt, nicht immer gerechtfertigt sind, werden dazu beitrog«», daß dl« strgg« der Deckung der Ruegaben für Pensionen in Zukunft Immer schwieriger wirt. Diesen Umstand sollten vor aNem ten« stchechischeg Kollegen nicht vergelten, die dl« Penstputerung van Kollegen deshalb farder», well diese angeblich M« Tieustsprache nicht beherrschen, Maßgebend müßt« lein, ob die betreffenden Bediensteten imstande sint, ihre» Dienst etuwandtrel zu verrichte». Ist diese» der Fast, dann ist bi« Eutseruuug solcher Bedien» stete» auch vom Geiichtipnnkt« der Staatebghstver- maltung al, schädlich zu betrachte», ganz abgesehen i davon, daß solch« Maßnahmen nicht dazu beitragen, - den inneren Frieden im 2taate zu fördern." Prozeß um«sn Tintinfatz. Den Inhalt eine« interessanten Pariser Prozesses bildet Chi goldene« Tintenfaß a»S tz«r Zeit drö Dreißigjähriaen Krieges. Ein reicher Pariser Bürger ließ sich damals das Faß von einem Kunsthandwerker Herstellen, verlor es ober bald hei einem Brande. Die Nachkommen des ehemaligen Besitzer« baden nun schriftlich ihre Ansprüche begründet, Vor einige» Jahre» wurde das wertvolle Gesäß nämlich wahrend Ausschachtungaarbeiten zutage ge ürdert, und zwar in allernächster Nähe de« heute immer noch tm Besitze der Familie befindlichen Wohnhauses in der Paris«» Altstadt. Pas Hau« brannte damals bis auf den ersten Block herunter ab und wurde nach dem Tove des reiche» Kansnta«»« van besten Erbe» wieder gnsgebaut.— Das Tintenfaß befindet sich zur Zeit m einem Museum. Jetzt auch gläserne Automobile. Das unzerbrechliche Gla« scheint ei» Werkstoss zu werden, dir allerlei Möglichkeiten aus dem Gebiete der Technik in sich schließt, von denen wir uns bll jetzt noch nichts trimmen ließen. So beschäftigen sich Berliner Techniker nut der Konstruktion des ersten brauchbaren Glasvergasers. Dieser Erfindung liegt die Idee de«„Gläsernen Motors" zugrunde, di« bisher natürlich nur theoretisch gedacht war. Jetzt soll der gläserne Motor— teilweise wenigstens— Wirklichkeit werbe». Der neue Vergaser wird weitestgehend aus Glas bestehen, während für den Schwimmer eist besondere- Leichtmetall Verwendung findet. Das verwendete GlaS soll sich durch eine besondere Härte auszeichnen, so daß die Erschütlernn- gen des Motors Ihm nichts anhaben können. Außer der Verbilligung der Herstellung-weise sind die verschiedenen Möglichkeiten der Beobachtung der Vorgänge im Bergasor, wie die Zerstäubung des BenzinS etc. weitere Vorteile dieser Konstruktion. Ei» gelehriger Papagei, Eine Telephonistin aus London hörte mW dem Apparat eines Teilnehmers eine verdächtige Stimme, die immerzu I„Feuer" zu rufen schien. Sie alarmierte die ! Feuerwehr, die in die leere Wohnung eindrang und einen Papagei vorsand, der neben dem heruntergesgllenen Apparat hockte»nd tatsächlich „Feuer" ries, Die Beamten konnten sich dies nicht erklären. ES brannte auch nirgend-. Endlich löst« der heimkehrende Besitzer die Spannung» «r war Unteroffizier und der Papagei hatte die Kommandos von ihm gelerntl gen hatten^ Dieser Schah wird nun vom Glöu» bigergntzschuß Ivar Kreimers beansprucht. J»z Museum fstr Völkerkunde UI Berlin Ist ein ganz alter Sckzah zu sehen. Hier liegt der S ch a tz p a n T r a i 0, der von Heinrich tBchlie- t»a»n ausgegraben»nirde. Heinz Junker in g n n. Go« wie aber weiser? lind nun.zählt man q» tzeu Fingerst! Goebhes-— ist es auch ganz gewiß. dost er sich mit zwei h schreibt? r?h, darauf kann di« Flachsblonde Gift nehmen, Übrigen- hftebe» auch nach dem einen b»och immer drei Puchfte sollten denn sie, die herangelpachso» sind lm Kult urdeutschen Schrifttums und deiitschvöskjschen Rechtsbewnßtseins, wie sollt«» st« sich eines„hervorragenden' Repräsentanten deutsche» Geistesgröße" entsinnen, dessen Nam« mit G^o^-e beginnt und nur sechs Buchstaben zählt? N«in, Ein kleine» Manern Ein Weg schlingt sich oval um eine Rasenfläche. Auf schmalem Streifen sind Bluinen angepslanzt,., An der Südwand steht«in Aufseher. An der Nordwand ein zweiter. Zuchthausgesangene in SträflingSkseidung gehen mit schwerem Schritt im Kress«. Einer hinter dem andern gehen st«. Drei Schritt Abstand. Sprechen ist verboten. Wenn cs warm ist, gehe» sie langsam, Pas Tempo wird rascher, wie das Thermometer säst!- Uetzer die Muer weg können sie«in paar Bäume sehe«, di« auf nai)rr Höhe wachs««, Daist alle». Wieviel Jammer»nd Elend tragen st« mit herum? Eine Stund« täglich sind die Gefangenen Hof. Dau» gehen sie zurück In vergittert« bei Arbeiten im königlichen Schloß den Schatz In I der Holzsiste enideckt. Die spanische Regierung' «stickt« den Schmuck an di« JutoNtin. die I» einem Pariser Kloster lebt. Eulassa hat erklärt, daß sie mit einem Teil der Brillanten die spanisch«« Ex- »rinzesiinuen. die Ihre Großnichte» sind, ausstaften wird, Scheidung 0-st,re«ick,—Ungarn. Ein vierzehnjährig,r Rechtsstreit entstand nach dein Jahre 1918 NM die Schätze der Habsburger. Jahrhundertelang hotte» Oesterreich NNd Ungarn züsgmm«ng>'hürt und ihren Schmuck ae- meinsgm aufbensahrt. Jetzt stellt« Ungarn Ansprüche auf Auslieferung nach Budapest. Do war das Brillantkollier. das Maria Theresia keineswegs als Deutsche Kaiserin, sondern als Königin von Ungarn trug. Da waren di« herrlichen Mn- seumschgtze in Wien, Ungarn fühlte sich als M l eigentümer, Ende des vorigen Jahr«- schloß man Friede» in diesem Ehescheidungs-Auseinandersetzungs- Prozeß, Stück für Stück wurde neu als Eigentum Ikstgclegt, manches al« ungarisches. Dafür verlangte auch Oesterreich einige also Stück«, die in Budapest waren,»nd zuletzt mischte sich nackt Rumänien«in mit dem Verlangen auf Heraus- gab« der Goidlron« des alten König« Stefan Vorskay. Dieser ungarische König, sagt« Bukarest, sej gar kein ungarischer, sondern ein rumänischer König gewesen. Das Ergebnis diel«, Einmischung war, daß d>e Kron, in Wien bleibt. Die Maharadscha» verkaufen. Wenig Anhänglichkeit an ihre bernhniten Schätze bastln in letzter Zeit di« Indischen Mha< radschas bewiesen. Sie haben freilich unschätzbare Reserven und können es sich leisten, Teste davon z» verkaufe», ohne daß ei» merkliches Verblassen ihrer Schatzkammern zu verspüren ist. Der Schmuck. und Goldbesih des Gockwars von Ba- roda zum Beispiel wird von« Britischen Kolonialamt anf etwa acht bis zehn Millionen Pfund Sterling veranschlagt. Die Maharadschas wissen heule nützlichere und dem Land« zweckdienlichere Pinge als einen reichen Schmuck des Herrschers, ebenso wie die EhlnareaiervNg. Aber sie hoben sich einen ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. Die Aufnahmefähigkeit de« Marktes Ist bei diesen Zeiten recht beschränkt. KreugerS Schreibtischfoch. Einen interessanten Juwelenschatz hat inan bei einem moder»,« abgesetzten und verstorbenen König gefunden: in Ivar KreugerS Schreibtisch in Stockholm. Z» viel«» andere» kostspieligen Gewohnheiten hatte Kreuger auch eine Juwelen- manie. Man fand Stücke, die de, Pompadour und Rapowan l- gehörten, Man fand«ine Kette der Kaiserin Ebarlotte von Mexiko und Smaragde», die Katharina II, und die letzte Zarin getra» und völkische- Selbstbewusstsein geadelten Bür, gertitM? pvs sich zu habe». Pie beiden Junasraiikn sind mit ganz«, Seele und germanischer t^ewifsenhaftiafeit bei ihrer Arbeit. ES ist so nicht leicht, ohne Lexikon alle die Festungen in der Mongolei und daS 'panische Gegenteil deS Regrisses„gütig" heraus- ,»finde,, utw was da asses»och qp gu-geMktion Ditigen so«inown" gewesen zu sein, daß sie weit von jener absoluten„physiologischen Anschnriegiamkeit" des Körpers entsernl waren, di« auf Gruitd früherer Himalayri-Expaditionen als Voraussetzung dcS Arbeitens in höchster Hölze verlangt werd«» muß. In diesem Zu'ammenhang darf erinnert werdcrr. daß der Everest nicht nur unerstiegen, sondern— höchstwahrscheinlich— auch noch unerflogen ist. Tenn di« in vielen illustrierten Zeitungen veröffentlichten Bilder der angeblich von oben photographierten„Göttin Mutter der Erde" stellten sich bei näherer Prüfung durch Eeverestiack-w-rständiae als Anlnabmen des unt volle 400 Meter niedrigen Makalu und eines namenlosen Gipfels nahe dem Pethanglse heraus. Die Piloten der Lady Houston haben allo offenbar nicht einmal den Trost auf die nun schon zum vierlenmal den Gipfel der Welt vergeblich bestürmenden Mitglieder des Alpin« Elubs „herabfeheu" zu können. Sie sind möglicherweise nur am Everest vorbeigeflogen, wenn mau auch in England vielfach der Ansicht ist, der Berg sei tatsächlich überflogen worden. Lache» im Dritten Reich. „Lieber Gott mach mich stumm, Daß ich nicht nach Dachau kumm. Lieber Gott mach mich taub, Daß ich Nazis Phrasen glaub. Lieber Gott mach mich bltnd. Daß ich die Nazis herrlich find. Tenn ein stummer, tauber, blinder Knecht, Ist fürs Dritte Reich grad' recht." * „Goebbels, du siehst aus wie Apoll..." „Ich fühl« mich sehr geschmeichelt dttrch die» ies Kompliment." ,D>u hast mich nicht auSredcn lassen, du siehst aus wie a polnisch Jndel." ch Goebbels fuhr mit der Straßenbahn und gab, da er kein Kleingeld bei sich hatte, dein Schaffner einen Zehnmarkschein. Alster sah, daß der Schafftier das Abzeichen der N2BO. trug, ließ er sich mit generöser Oteste nicht herausgeben. Sah ihn der Schaffner lange an, und sprach: „Wenn ich gewußt lwtt', daß die Jude» so nobel sind, wär' ich nicht zu den Nazis gegangen." * Was ist ein deutscher Mann? Eiurr, der in Oesterreich geboren ist, einen englischen Schnurrbart trägt,«ine sranzösischc Haarlocke trägt und römisch grüßt. Sehr gute Branchenbeschickung der Prager Herbstmesse. Di« eittzelnen tschechoslowakischen Er« zcuginigsgebiete werden nach dom Stande der Anmeldungen aus der Prager Herbstmesse sehr gut ver- treten sein. Die sich in letzter Zeit neu zur Messe- betelliginig»leidenden Finnen repräsentieren namentlich folgende ProduktwnSzweigc. Klein Metallindustrie uird Metallgalanterte, Elektrotechnik, Ledergalanterie und Lrderwaren, Porzellan, Glas, Schuh- tvarcn und Zubehör, Handschuhe, Photoapparate, tztemüfe- und Obstkonscrvcu, Spezialmaschinen, Spieüvarcn, Textil usw. Nachdem die 17 Gruppen umfassende allgemeine Meße, von der einige Gruv- pen In Spezialabteilungen zufamnterrgesatzt sind, sehr gut besetzt ist und das Programm durch zahlreiche Spezialmesfen ergänzt wird, so bedeutet die diesjährig« Prager Messe nicht nur für das Ausland, ! sondern auch für den Binnenmarkt in ihrer Maning- , saltlgkelt des Angebotes den zeitgemäßen Einkaufsplatz. Kunst und Wissen Präger Philharmonie-Orchester veranstaltet am J2. September um 8 Uhr abends tm Smetanasaal ein Konzert unter Leiwng B B. öak. Am Programm: v. Mahler: I. Symphmn«. H. Berlioz: Fantastisch« Bytnphoirie. Der Film Auf der Fährte. Dieser Film(für Jugendlich« geeignet) nach einer Tiergeschichte a la Jack London, ist so< Wie wir durch das deutsch« Kmnitee erfahren, wird in Deutschland demnächst ein tr«uer nationaler Feiertag gclchasfeit.^ Der Tag, an detil sich die StaatSangehörig- k« i t Hitlers jährt. * Ein sozialdemokratischer Arbeiter, dem es „trotzdem" noch nicht gut ging, beklagt« sich deshalb bei dem Betriebsführer.„Was sind Sie denn eigentlich?" fragt« dieser.„Zinkschmied", gab der Befragt« zur Antwort. meinte der Nazi,„bei uns geht alles schön nach der Reihe. Ta müssen Sie sich schon noch gedulden. Wir sind jetzt erst beim F. Fahnen heraushängen, Feste feiern." * Was tut Herr Röhm, wenn er mit Hitlern zusammeukommt? Er spielt Dam« mit ihm. * Wie uns milgeteilt wurde, ist.Hauptmann Röhm Kommissar für sexuelle Gleich- i ch a l l u n g geworden. * Paulchcn Hindenburg hat große Freude an den jetzt so zahlreich arrangierten Fackelzügen. Warum nur?— Weil er da eine halbe Stunde länger aufbleiben darf. * Zuerst schickte der-Herr seinen Erzengel Michael ans, um Erkundigungen über Deutschland eiuzuholeu. Der-Herr wartete und wartete, ober Michael kam nicht. Er saß im Konzentrationslager. Schickte Gott-er Herr Veit Gabriel attS. Aber auch der kehrte nicht mehr zurück. Da setzte der-Herr alles auf eine Karte und sandte den klugen Moses auf die Erde. Aar bald telegraphiert der zurück: Michael und ölahriel befreit, stop. Moser, Standartenführer. wohl-cm kleinen Produzenten Z e i d m a n n als auch dem Regisseur R a y m a k c r außerordentlich gelungen. In ihm wird znm erstenmal in der Ge- 'chichte des Tonfilms im Rahmen einer spannenden Spielhandlung Leben gezeigt, das echt ist und wie realstes Geschehen des Alltags wirkt. ES spielt«in herrlicher Hund, der alle Rin-Tin-TinS weil int Schatten läßt: UIÜ> dieses Tier, dvssen Augen und Klugheit von allem Anfang unser« Sympathien erobert haben, dieses Tier ist Freund aller Menschen und kämpft gegen den Puma. Ter ist von allem Anfang an utefer Feind; und mit atemberanbetwer Technik des Schnitts zeigt uns der Regisieur, wie der Hund feilten Herrn an dem Puma rächt, der ihn lotgebissen hat. Wi« er ingrimmig kämpft, wie er den Zorn seiner metsschlichen Fremrde ertragen muß, um sich zu rechtseulgent>»as ist'außerordent« lich und im Film kaum dagewescn. Ein Stück un- heimlich packenden Lebens aus den amerikanischen Reservationsgebieten wird uns hier gezeigt; bis ins letzte Detail vollkommen sehen wir das Leben einer WolfSfamilii« erstehen, lachen herzlich über di« tolpatschigen Kleinen und dl« Tücke des Objekts, die hier in eiltet großen Kröte verkörpert ist. Aber das wunderbarst« an diesem Film ist doch der Hnnd und sein Kamps um di« Ehre. Wie er den Puma umschleicht, wie er ihn zur Strecke bringt, wi« er ihn haßt, wie er mutig ist oder veqogt, man staunt über ein iolches Uebevmaß an Dressier, und Regie- knust. Denn selbst das letzte Detail dieses Films ist natürlich gestellt und nicht«inen Moment lang hat man das Gefühl einer gekünstelten Situation. Tonlich ist das Werk deshalb bedeutend, weil so wenig gesprochen wird; uttb musikalisch gefällt es wegen der Besche'denheit der Untermalung. Die Photographie ist recht gitt, die Natur hat den groß- ten Erfolg aller Stars. Recht schwach rst im Bei- ivrogramm ein Kulturfilm„Die Krabbc". I W. Lg- Mit 33% Fahrpreisermäßigung sonstigem Einkäufe führt der Industrielle, Kaufmann n. Gewerbetreibende zur AI. ReiMew Messe 12.—18, August 1933 mH Ihren verschiedenen Sondtrgruppu Allgemeine Muster-Messe r 21 Warangruppen 1 TexlUtnesse: Technische Messe: Technik im Gewerbe: Rationelle Hauswirtschaft: Elektrotechnik: Radio: Bürobedarf: Erllndnngen und Neuheiten: ScbOnheits- und Körperpflege: Hotel- und Gastgewerbe-Fachmesse r Markenartikel: Möbelmesse Fremdenverkehrs-Werbung Große Ausstellung:„DIE FRAU UND DAS KIND“ Legitimationen erhältlich: im Messeamt Reichenberg sowie bei den Verschleißstellen tn allen größeren Stedten Aul der Messe ßchouit, Ist dut deitaultl Schottische Geschichten. Der Hummer. Ein Schotte spazierte mit seinem Hund durch die Straßen Glasgows. Vor emcr Fischhandlung kam der Hund au eineu Korb, der lebende Hummer enthielt. Ein Hummer kniff sich mit seinen Scheren in den Schwanz des Hundes fest, der nun laut heulend die Flucht ergriff. „He," rief der Ftschhäudfcr,„pfeifen Tic doch Ihren Hund zurück!" „Fällt mir nicht euin," sagte der Schotte, „rufen Sie doch ihren Hummer!" Di« Schuh«. „Diese Schuhe halten garantiert acht Mo nate, sagte der Verkäufer. Nach vier Wochen koinmt der Schotte mit den Schulzen, sie sind v llkomiuen zerrissen. „Mir ganz unverständlich," sagte der Verkäufer.„sind dcnu di« Schuhe zu cng?" „Das nicht, nur meinem Bruder, der sie zur Nachtschicht trägt, passen sic nicht ganz." In Aberdeen wurde ciu Mann gesucht, ein Schwerverbrecher. Alle Polizisten hatten seine Der Schwerverbrecher. Ppotographie. Jan Mackintosh, der tüchtige Detektiv der Stadt, hatte die Wache aus dem Bahichof. Und von dort rief er das Präsidium äit! „Eben ist der Kerl in den Schvellzug nach London gestiegen. Soll ist den Zug überwackten oder soll ich mcht doch lieber den nächsten Personenzug nach London nehmen? Wir sparen dabei vier Mark Fahrgeld!" DaS Abonnement. Ein Schotte hatte am Sonntag ans Ver» scheu statt einem Penny ein Zwei-Schillingstück in die Kollekte der Kirchr geworfen. Aus feine Vorstellungen erklärte der Küster, zurückgebcn könne er kein Geld aus der Kollekte. Traurig schlich der Schotte von dannen. Aber für die nächsten sechs Monate, wenn der Küster mit dem Klingelbeutel sich ihm näherte, rief er diesem zu: „Abonnement!" DaS Automobil. In London gibt es Fonr-Pence-Worenhäu- (er, die unseren 25- und öO-Pfettnig-Basareit entsprechen. Ein Schotte betritt einen dieser Läden und wendet sich an einen Angestellten: „Wo ist, bitte, Ihre Abteilung für Auto- mobile?" UMMMMMMMAMMtMMMMHMIWWWWWWWWWWWMMWWWW PRAGER ZEITBWO. Wen er mtsrdt. Bon Gorga. Kennt ihr den Fritz Schmidt? Nein, vielleicht nicht ihn gerade. Vielleicht ist euch der Nam« ein wenig nngeläusig. ihr würdet statt dessen Karl Müller oder' Willi Ambreit oder Gottweißwas lagen. Irgeneinen Nanien findet ihr all«, einen Namen irgettdeineS unter euch, zwischen euch. Ranken eines Mannes, der wie |o viele, all die vielen Tausend« und Abertausende — nun, ihr wißt schon. Euch gehl«S natürlich auch nicht viel belfer, aber ihr habt— und das ist unendlich wichtig— wenigstens noch etwas zu tun, ihr dürst euch noch beschäftigen in irgeitd- einem Betriebe, einer Organisation, einem Büro oder einer Fabrik, einem Laboratorinm meinetwegen. Ihr klagt natürlich zu Hails« und im Eafs, ans der Straße, ihr klagt Überall ttnd jedem der eS hören oder auch nicht hören will, daß«S euch sehr schlecht acht: die niedrigen Löhne nicht wahr, der ewige GelwliSabba», die viel zu hohen Stenern, ArbeltSlolenabgaben, alles nicht zu ertragen, di« furchtbare Krise, die dock; einmal aufhören muß— das sind alles Sorge», die euch bedrücken, schwer bedrücken, und deshalb klagt ihr eS jedem und überall. Das ist natürlich richtig und wahr. Wir Wollen euch dieses Recht gern einräumen, denn eS ist ja schwer heut«— auch für euch, euch alle. ES ist traurig, entsetzlich traurig, daß ihr lo klagen dürst und daß ihr glaubt, ihr muhtet eS. Aber wenn ihr euch abend« zur Ruhe legt, m irgendein sauberes Bett, wetin ihr eure Tages arbeit erledigt habt und einigen Planschen euer Leid geklagt habt, tvenn ihr euch also schlafen legt, daun ist doch tteben all diesen Sorgen noch c t n Gefühl in euch— morgen um fünf, oder unt sieben mutz ich aufstehett. um rechtzeitig zur Arbeit zu komitteu, morgen um sechs, oder um acht, muß uttd kann ich meinen Platz wieder einnehmen. -Habt ihr einmal darüber nachgedacht, was dieses Gefühl bedeutet? Hobt ihr einmal in diesem Gefühl«was anderes gesehen, was nicht nur ständiges Erinnern an eintöniges Gleichmaß, an Mlichte» und ewiges Muß bedeutet? Ihr fcnnt alle den Fritz Schmidt. Wenn nicht, setzt allo irgendeinen euch bekannten Namen in die Lgeitimation der„Großen Armee", die man ihnen vor fünf Monaten, oder einem Jahr, oder gar vor noch längerer Zeit gab. auf der viel« behördliche Stempel oder Marken zu sehen sind, neben dem Vermerk„arbeitslos seit...". Es ist übrigens— ihr wißt das selbst natürlich auch— gar nicht ausgeschlossen, daß auch bet ettch einmal ein solcher Vermerk auf einer solchen Legitimation prangen wird. Um io mehr dürst ihr mir einmal ein wenig folgen, wenn ich euch zu diesem Fritz Schmidt führe. Ich will uttd brauck)« euch nicht erzählen, wie schwer eS ist, mit den paar Kronen Unterstützung. die man ihm gibt, auSzukommen. Ich will und brauche euch nicht erzählen, wie«nt- 'etzlich«S auf di« Datier ist. von Tür zu Tür, von Büro zu Büro, von Fabrik zu Fabrik zu laufen und immer nur auf die Bitte„gebt mir Arbeit"— ein ,^8 geht mäst" zu hören. Oder gar Wimmer, häßliche Worte, die er sich sagen lassen muß, wenn vor ihm zufällig schon ein paar andere dieselbe„Bitte" geäußert haben. Ick) will auch nicht behaupten, daß gerade ihr, oder einer von euch, schon einmal gesagt hat:„