Erscheint mit Ausnodme ves Montag täglich früh. Sk.SaNIoa a. Brrttaltunfl: Draa tt, OteMiaitfa ia ♦ ZtltpO- a(»703, 31469. TtafttrrOan.(ab 31 U-r) r 33636* DoMQtdaml 13,344 Samstag, 19. August 1933 13. Jahrgang. Nr. 193 Skyelprek 78 Heller. ^Einschließlich 6 Hell« Part») NatfionoBsozialistisdBc Arbeilslosenfürsor^e. Geständnis der sleichgeschalteten Presse. Wir in Nazi-Deutschland für bi« Arbcits losen„gesorgt" wirb, kaqn man jetzt auch aus brr gleichgeschatteten Presse entnehmen. So bringt bie„Bossische Leitung" einen ausschlutz- reichen Bericht, ber allerdings noch immer nicht die volle Wahrheit sagen kann. Der Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit, der in Deutschland während der letzten Wochen eines der Hauptschlagworte geworden ist, führt in vielen Fällen zu dilettantischen Experimenten, die zwar von den vcrant- wortlicheu Faktoren gelegentlich verurteilt wer- den, trotzdem aber immer wieder in veränderter Form austreten.$n Landgemeinden und landwirtschaftlichen Bezirken ist es z. B. derzeit zu einer sehr verbreiteten Gewohnheit geworden, daß von einem bestimmten Tag ab di« Auszahlung von Arbeitslosenunterstützungen einfach ringe» stellt wird. Diese Maßnahme wird damit begründet, daß jeder Arbeitslose während der Erntezeit als Hilfsarbeiter bei den landwirtsch-isilichrn Arbri. tcn Arbeitsgelegenheit finden kann. Die„Bossische Zeitung", die einige konkrete Fälle dieser Art veröffentlicht, macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, die die Arbeitslosen betreffenden Bestimmungen mit Gültigkeit für das ganze Reich Gesetz werden zu lasse».„Es ist nicht möglich"— schreibt daö Blatt—„daß jede einzelne Gemeinde mit den Arbeitslosen so verfahrt, wie sic cs für richtig hält. Die allgemeine Einstellung der Arbeitslosenunterstützung wirkt sich aus den Einzelnen aus, da jeder einzeln: Arbcitsloscnsall anders aussicht." Hitler» Hille Ittr das Handwerk Berlin, 18. August. Tas Deutsche Handwerk weist daraus hin, daß di« von den Hand- werksbcrufcn benötigten Rohstoff« und Halbfabrikate in den letzte» Wochen und Monaten eine Preis st eigcrung erfahren haben, die weit über das erträgliche Ri aß hinausgeht. Der Führer des ReichSstandcs des Deutsche» .Handwerks, Z e l e n y, ist deshalb, wie das BDZ- Büro meldet, dringend ersucht worden, in einer Denkschrift an die zuständigen Reichsministerien und die Reichsleitung der NSDAP hcrauzutreten, um rin energisches Eingreifen gegen unberechtigt« Preissteigerungen durchzufuhren. Internationale Konferenz der S.A.I. Hauptpunkt der Beratunden: Kampi gegen die lasclstlsehe Reaktion. Boni 21. bis 25. August wird in Paris im Maison de la Mutualitä eine Internationale Konferenz der S. A. I. swttfinden. Der Hauptpunkt der Tagesordnung lautet: Die Strategie und Taktik der internationalen Arbeitcrbetvcgnng in der Zeit der so sc i st i scheu Reaktion. Nach den Beschlüssen der Exekutive liegt die Hauptaufgabe der Konferenz nicht in der Formulierung von Beschlüssen in der Form von Resolutionen, sondern in der Einleitung einer umsasienden Dis- kussion, die in weiteren Tagungen sortzusetzen sein wird. Es handelt sich um die Inangriffnahme einer geistigen Klärungsarbeit und cs werden daher di« Redner nicht nur die von den Parteien bereits feslgi'lcgten Meinungen;um Ausdruck bringen, sondern darüber hinaus zu den Problemen unter persönlicher Brrantworrung Stellung nehmen können. Die Oefsenllichkcit der Verhandlungen ist aus die Bcrtrelcr der Partciprcsse beschränkt. Die Verhandlungen werden stenographisch ausgenommen und der Presse durch das Kongreßsekretariat ein täglicher Bcrhandlungsbericht zur Verfügung gestellt. Nach den Statuten der 2. A. I. sind 175 Delegierte der einzelnen Parteien sowie das Präsidium des Internationalen FrcuenkomitccS und das Bureau der Jugend-Internationale zur Teilnahme an der Konferenz' berechtigt. Es ist mit der Teilnahme von mehr als 140 Delegierten zu rechnen. Bisher sind angemcldet: Argentinien 1, Armenien 3, Belgien 0, Dänemark 6, Deutschland 5, Finnland 1, Frank reich 9, Georgien 3, Großbritannien 8, Holland 0, Island 1, Lettland 1, Litauen 3, Luxemburg 1. Oesterreich 9, Palästina 3, Polen 7, Rumänien 1, Rußland 3, Schweden 6, Schtveiz 3, Spanien 3, Tschechoslowakei 8, Ukraine 3, Ungarn 3, Bereinigte Staaten von Amerika 6, Fraucn-Präsi- dium 5, Jugend-Bureau 6. Als Gäste werden an den Beratungen teil- nehinrn 3 Vertreter des Internationalen Gc- werkschaftsbnndes und je ein Vertreter der Ar- bciter-Sport-Inlernaiionalc und der Arbciter- Radio-Intcrnationale. Ten Parteien steht das Recht zu, in beschränkter Zahl Zuhörer als Gäste enizusühren. Ebenso können die Mitglieder des' Internationalen Frauenkomitccs und der Exekutive der Sozialistischen Jugend-Internationale als Zuhörer den Verhandlungen beiwohnen. Es ist mit der Teilnahme von mindestens 60 Zuhörern zu rechnen. Bor der Tagung der Konferenz, am 19. und 20. August, wird die Exekutive der S. A. I. tagen. Ihre Beratungen werden vorbereitet durch das Bureau der 2. A. I., daS am 18. August gleichfalls in Paris zusammentrctcn wird. Im Zusamnienhang mit der Konferenz finden ferner eine Reihe von Kommisiionssitzungen statt. So wird die Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen, die Gemeinsame Abrüstnngskommiffion der S. A. I. und des I. G. B. sowie die Kolonialkommission der S. A. I. lagen. * Aus der Tschechoslowakei nehmen an der Konferenz teil: Für die tschechische Sozialdemokratie die Genossen Dc. Lev Winter und Josef Z t i v i n, für die deutsche Sozialdemokratie Gc- uossc Siegfried Taub. NAdistc Wodie Pakt Rußland-Italien. R o m, 18. August, von amtlicher italienischer Stelle verlautet, daß der italicuisch-rnssische politische Vertrag nächst« Woche in Rom unterzeichnet Verben wird. Wie der Korrespondent ber„Reuen Freien Presse" meldet, wirb er ,^tichtangriffs» und Neutralitätspakt" heißen. Der Pakt besteht aus sieben Artikeln ohne Definition des Angreifers. Dagegen enthält er die ausdrückliche Erklärung Italiens, daß der Viererpakt sich keineswegs gegen Rutzland richte. Mit dem Abschluß des Paktes stellt Italien das Gegengewicht zu den russischen Ostpakten wieder her. Zusammenstöße In Salzburg Heimweh» gegen Nazis. Salzburg, 18. August. In R a u r i S kam es beim Leichenbegängnis des ehemaligen nationalsozialistischen Abgeordneten K o w e i n d i zu De m o nft ra t i one n und zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und politischen Gegnern. Als die Musikkapelle die österreichische Hymne zu spielen begann, sangen die National- sozialisten in provokatorischer Weis« das Deutschlandlied und erhobest die.Hände zum Hitlergrug. Als später ein Nationalsozialist am offenen Grade ein Hoch aus Hitler a>tSbrachte, kam es zu P r ü- gelcicn, die in den angrenzenden Gassen und am Marktplatz ihre Fortsetzung sande»..Zwanzig Gendarmen stellten mit ausgrpslanztem Bajonett die Ruhe wieder her. Gestern gegen 21 Nhr wurden nächst Saal, selben 14 in los«» Gruppen marschierend« Heimwehrleute aus dem Hinterhalt beschossen. Eü sielen sechs bis acht Revolver, jchüjse in. rascher Folg«, Em Heimwehr-OrtSgrup. pensührer wurde schwerverletzt,«in anderer Heimwehrmann erhielt«inen Steckschuß in den rechten Oberschenkel. Unter dem dringenden verdachte der Täterschaft wurde der 26jährige Bauernsohn Josef Schn st er aus Saalfelden' verhaftet und dem Bezirksgericht ringe, liefert. Bei einer in seiner Wohnung vorgenommenen Durchsuchung wurde umfangreiches Pro, vagandamaterial der nationalsozialisti, scheu Partei aus jüngster Zeit vorgesunden. Di« Nachforschungen nach weiteren Tätern sind im Zuge. Drantlng über den Drlel des Oberreldisanwalts. Stockholm, 18. August. Rechtsanwalt Doktor Georg Branting traf gestern nachmittags in Paris ein, wo er au den Beratungen der I n- t c r na t i ona ien I u r i st c n k o m m i s s i o n über den Reichstagsbrand in Berlin tcilnehmcn soll. I» einer Unterredung mit dem Pariser Vertreter von„Tagens Nhhetcr" äußerte sich Branting über das Gesuch des deutschen Österreich San w alteS, von dem B^- weismatcrial der Äomm'ssion Kenntnis zu erhalten. Er erklärte,«S sei sonderbar, daß die deutschen Behörden, nachdem sie eine Anzahl Personen abnorm lange Zeit in Hast gehalten haben, jetzt neues Material vom Auslände verlangen. Es sei selbstverständlich, daß ein einzelnes Mitglied der Kommission die Frage des Österreichs anwaltes nicht bcanttvorten könne. Eine Antwort der Gcsamtkommisi on würde jedoch zu erwarten sein. Hitlers Jnsttz. naten GefänamS. wurden verurteilt: Maus zu dre, Iayreu Berlin mit Hilfe fängniS, M ö u n i g zu drei Monaten Gefängnts, > November und Stockt) zu zweieinhalb Jahren Geföngns, sche Propaganda Brüning zu zweieinhalb Jahren Gefängnis,! Urteil im GOrrcs-naus Prozea. Köln, 18. August. Im Görres-Haus-Pco^tz wurden verurteilt: Maus zu drei Jahre« Ge^ Berlin, 18. August.- Ter Arbeiter Lentholt wurde zu einem Jahr« K« r- nalsozialistische Art zu grüße n. > nisvollen„roten Senders von Berlin", ker verurteilt, weither sich weigerte, aus natio« wie er sich selbst bezeichnete, wurde regelmäßig ----- eingeleitet mit dem Spiel der„Internatio. Der frühere d'e u"t s ch n a t i o n a l c Abge-» a l e" und dann folgten programmatische Reden, ordnete Domänenrat Fromm ist verhaftet und! die für die Ziel« Moskaus warben. Anläßlich des dem Landgerichte in Koburg cingcliescrt worden. WahlsonntogS am 6. November ergittg di« Aus» Er soll bei einer Unterhaltung a,n Biertisch eine sorderuna„mit der Wasse in der Hand" zu gehen ---... ben und dir Liste der KPD zu Wahlen. Sin anderes- j mal konnte der Ausruf ansgesangen werden, daß ,,- ,,, eine„Nacht der langen Messet veranstaltet Mechaniker W er n t r M arx und den Techniker werden müsse. herabsctzen.de.Acußerung über Reichskanzler Hitler gemacht haben. Das Reichsgericht verurteilt« heute den Erwin Kern aus Berlin wegen Vorbe reitung zum Hochverrat zu je drei Jah ren Gefängnis und den Arbeiter Schmidt wegen Beihilfe zu neun Monaten Gefängnis. Die drei Angeklagten hatten in r"", eines Schwarzsenders im November und S t"o ck» Dezember v. I. hochverräterische Propaganda Brüning>u j>uvu-uii;uii> getrieben. We Propagauda-Tätigkeit des geheim-. Conrad wurde sveigesprocheu. SorlaldemokrateH verhaltet Berlin, 18. August. 9latf) einer Mitteilung der Pressestelle des Polizeipräsidiums Glei- witz wurden in Beutheu, wie der„Völkische Beobachter" meldet, vier führende ehemalige Sozialdemokraten, darunter der frühere Stadtrat Trappe, aus Grund der Verordnung zum Schutze von Boll und Staat f e st g« n o m- men. In Gleiwty wurden 139, in Hindenburg 159 und in Beuthrn 70 Wohnungen durchsucht. Brüning dementiert. Berlin, 18. August. Der„Bosiischen Zeitung" zufolge erklärte der ehemalige Reichskanzler Dr. Brüning auf eine Anfrage betreffend das vom„völkischen Beobachter" erwähnte Mar- nungsschreiben an den Vatikan, daß er. einen solchen Brief niemals geschrieben habe. Internationaiität und Klassenkampf. Keine Anklage gegen den Marxismus dünkt den Flachköpsen, die sich Antimarxistcn nennen, wirkungsvoller als die, er zerstöre die Volksgemeinschaft durch den Klassenkamps und verrate die Nation durch seinen internationalen Charakter. Erst in den letzten Tagen hat ein bürgerlicher Journalist mit akademischem Grad bei einer Aussprackze über die sudetendeutscl-e Einheitsfront von der Notwendigkeit gesprochen, dem volküzcrstörenden, volküfremden, klasscnkämpferischen, internationalen MarxiSnnls eine geschlossene Abwehr zur Rettung der Nation entgcgenzusetzcn. Es war kein Nationalsozialist, der ja nicht nnr berechtigt, sondern geradezu verpflichtet ist, dumm und oberflächlich zu sein, sonderit ein Demokrat. Aber seine Redeweise ist allen eigen, die vom Marxismus nicht mehr wissen, als daß man ihn bekämpfen, vernichten muß; möglichst durch Henker und Konzentrationslager. Da ist es wohl wieder einmal an der Zeit— um so mehr, als eine völlig ununtcr- richteie Jugend herangewachsen ist—, sich mit dem Borwurf der„Nationsfeindlichkeit" unserer Grundsätze zu beschäftigen. Es geht da iiiin das politische ABC, das jeder marxistische Proletarier beherrscht, ein richtiger Bürger aber, und gar ein zcitungschreibcnder, anscheinend nie verstehen lersten wird. Die fascistische„Revolution" gab vor, m erster Linie die volkszersehende Tätigkeit deS Marxismus, den Klasscickampf, änsrotten zu wollen. Die Einheit der Nation, sägen die Freunde der fascistisänm Bluthunde, fei nun hergestellt, also die Vorbedingung geschossen, daß allen Gliedern der Nation Freude und Wohlstand zuteil werde. Doch— siehe da! Die Einheit der Nation besteht darin, daß die Herren Thyssen und Bögler kommandieren und die Proleten Lohnabbau und Konzentrationslager in Kauf nchmett müssen. Die Einheit der Nation besteht, nach außen, darin, daß nnr die Stimme der Herrschenden vernehmbar ist und sich das Proletariat in stummer Sklaverei windet. Sie wollten die Klassen abschaffcn und den Kamps, der zwischen ihnen tobt; sie haben den Kamps fürs erste zum Schweigen gebracht, indem sie den Proletariern die Waffen entwandten. Aber die Herrschenden wissen: die Einheit der Nation ruht nur auf den Gewehren der SA, und sie führen noch gegen den wehrlos gemachten Niesen eincit Kleinkrieg, der ihre Furcht verrät. Jede einzelne Hcnkermaßnahme ist ein Beweis dafür, daß die proletarische Klasse lebt, daß sic nach Atem, daß sie nach Freiheit ringt und daß mit dem bloßen Da- Sciu der Klasse auch die Tatsache. ihres Kanipses gegen Ausbeutung und Unfreiheit gegeben ist. Der Klafsenkampf— das erweist sich jetzt sehr klar— ist eben nicht die Erfindung des Juden Marx, sondern das Ergebnis einer gesellschaftlichen Entwicklung. Er läßt sich tvcdcr durch Phrasen von der Einheit der Nation hinwegdisputiercn, noch dadurch, daß malt diese Phrasen mit Getvehr- salvcn gegen den hungernden und ausgebeu» leien Teil des Volkes untermalt. Solange die Thyssen und Bögler Ausbcutersunktionen ausüben, solange lverdcn sich die Opfer bemühen, ans rechtlosen Dienern Einzelner zu gleichberechtigten Gliedern einer solidarischen Gesamtheit zu werden. Karl Marx hat den Klassenkamps nicht erfunden, sondern entdeckt. Schon vor ihm gab es Männer, denen die Qual der Hungernde» und Rechtlosen ans Herz griff; sie appellierten an die Einsicht der Mächtigen, dieser Qual ein Ende zu machen, sie riefen Könige und Millionäre um Gerechtigkeit und Liebe an. Der Masie trauten sic nicht die Fähigkeit zu, sich selbst zu befreien, Karl Marx, der auch andere Gesetze der gesellschast- etitt 2 Samvtag, 19. August IMS. Nr. 192. lichen Entwicklung entdeckt«, zeigte auf, daß die Befreiung der Arbeiterklasse nur ihr eige- »ics Werk sein karin— und noch mehr: er bewies, daß die Befreiung der Arbeiterklasse auS den Fesseln der Unfreiheit und AuSbeu- tnng zugleich die Umwandlung der menschlichen Gesellschaft in ein solidarisches Gemeinwesen ist, daß eS also das Ergebnis des K l a s s c n k a in p f c s sein muß, sich selbst zu überwinden und durch die Beseitigung der Rangordnung: Ausbeuter— Ausgebeutete d i e Einheit der Nation zu kon sti t u i c re n.„An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt ein« Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist".(Karl Marx.) Wer den Klassenkampf beseitigen will, der muß die Klassengegensätze überwinden: sie können nur überwunden werden durch die Aufhebung der Klassen, also den Kampf der Unterdrückten um ihre Befreiung So wird der Klassenkanrpf zum Mittel, die Einheit des Volkes herzustellen. Wer also zum Kampfe der Unterdrückten für ihre Befreiung aufrust,„der stößt nicht einen die Klassen des Volkes trennenden Schrei aus, sondern einen Schrei, der uni seines Inhalts willen auch dann noch«in Schrei der Liebe und der Versöhnung fein wird, wenn er als Schlachtruf des Volkes ertönt"(Lassalle). Der Klassenkampf erst hat die Proletarier aus Heloten, aus Tieren, die sie in der Zeit des Frühkapitalismus waren, zu Mit- gliedcrn der Nation gemacht. Er hat ihnen Freizeit gebracht, die sic zum Lewen nützten, soziale Errungenschaften, die sie vor der vollkommenen Verelendung bewahrten, höhere Löhne, mit denen sie sich und»hre Kinder ernähren konnten; der Kampf der sozialistischen Parteien und Gewerkschaften hat, indem er der Mehrheit des Volkes, den Proletariern, bessere Daseinsbedingungen erkämpfte, nationale Arbeit im schönsten Sinne des Wortes geleistet. DaS wollen die nicht wahrhabcn, denen das nationale Bekenntnis gleich ist mit dem Bekenntnis zur Ausbeutung und zum Geldsack. Und weil sie über die Mittel verfügen, das Volk politisch zu verdurnmen— darum haben ihre verlogenen nationalen Phrasen zeitweise Konjunktur. Um ihr Gewissen zu beruhigen, das angesichts der beginnenden Empörung der hungerndes Volksgenossen sich zu regen beginnt, reden sie von Volksgemeinschaft, gleichzeitig dem ÄlarxiS- MUS die Verbrechen aufwälzend, die sie selbst an der Nation begingen. So wie der Klassenkampf das Proletariat erst in den Kulturbegriff der Nation einbezogen hat, so wird er auch, indem er bis zum siegreichen Ende geführt wird, die Kluft beseitigen, die jedes Boll in zwei Nationen spaltet: m Satte und Hungerleider, in Ausbeuterund Ausgebeutete. Volksgemeinschaft ohne Aufhebung der Unterdrückung ist ein Schwindel. Er wird dadurch nicht weniger verächtlich, daß man im Zeichen des Antimarxis- muS an ihm politisch und materiell verdient. So ist es auch mit dem proletarischen Internationalismus, von dem man behauptet, er sei istationSverrat. Der deutsche FasciSmus hat dem marxistischen Internatio nalismus das Bekenntnis zur Nation gegen- übergcstellt und schon durch diese Gegenüberstellung den erbärmlichsten Betrug aufgeführt, der überhaupt vorstellbar ist. Denn das Bekenntnis zum proletarischen Internationalismus schließt das Bekenntnis zur Nation i n sich. Allerdings nicht ein nationales Bekenntnis, das sich in der Verächtlichmachung anderer Nationen und in der Vorbereitung eines siegreichen Krieges um der nationalen„Herrlichkeit" und„Größe" willen erschöpft, sondern auf der Tatsache beruht, daß die Proletarier aller Nationen gemeinsanie Wünsche und Ausgaben haben und daß sie den Krieg, an dem die Neichen verdienen und der den Nationalismus zur Voraussetzung hat, hassen und bekämpfen müssen. Die Kapitalisten wandeln auch das Blut, daS die Proletarier in den Kriegen vergießen, in Geld um; und jeder Krieg, auch ein siegreicher, bringt die Nation nicht um einen Schritt vorwärts, sondern namenloses Entsetzen über alle ihre Glieder. DaS Bekenntnis zum Internationalismus bedeutet, daß das Proletariat, ohne die Lebens» rechte der eigenen Nation aufzugeben, die der anderen anerkennt und die Streitfragen der Nationen untereinander durch friedensbereite, Seit einigen Tagen wird von der gleich» geschalteten Presse Deutschlands einheitlich ein Abflauen der gegen Deutschland gerichteten Bewegungen im Ausland« gemeldet. Weshalb diese Beschwichtigung? Wäre cS nicht einfacher gewesen, jegliche Meldung über Boykott-Bewegungen gegen Deutschland in gleicher Weise von der Presse fernzuhalten, wie mau dies seit Monaten aus dem Gebiete der weltweiten Mißerfolge der deutschen Außenpolitik macht? Die nackten Tatsachen spreche» zu deutlich, um dies tun zu können! Die Boykott-Bewegungen in den verschiedensten Ländern lassen sich nicht mehr verheimlichen, weil Export-Zahlen und unscheinbare kleine Meldungen, die man nickt unterdrücken kann, den aufmerksamen Leser eines besseren belehren. Der Verein Deutscher Ma- schinrnbauanstalten teilt beiläufig mit, daß der Rückgang der Auslandsaufträge im letzten Halbjahr mehr al» 40 Prozent ausmachte. Die sächsische Stahlindustrie macht auf einen Rückgang deS Auslandsgeschäfts aufmerksam. Der Verein Hamburger Exporteure weist in einer Entschließung dic Reichsrcgierung auf die Störungen im HaiwelSverkehr mit Südafrika hin, die„durch den systematischen Boykott deutscher Waren eingesetzt haben". Je mehr Deutschland im Innern beschwichtigt, umso kräftiger muß in der übrigen Welt der Ruf ertönen: Boykottiert deutsche Waren! Je schärfer der Terror in Deutschland wird, umso plausibler wird die Ursache des Boykotts in der ganzen Welt. Denn eS ist nicht ein Boykott gegen daS deutsche Volk, sondern— wie die britische Arbeiterbewegung m ihrem kürzlich im ganzen Lande verbreiteten Aufruf sagt— ein von Erwägungen der Menschlichkeit diktierter Protest gegen den Verrat an den Prinzipien der Gesittung und der Zivilisation seitens der deutschen Regierung". schiedsgerichtliche Regelung lösen will. Allerdings ist es sich darüber klar, daß der Krieg nicht üverwunden werden kann ohne die Ueberwindung des Kapitalismus, ohne die Konstituierung aller Nationen zum Bund solidarischer, gleichberechtigter und gleichver- pflichleter Menschen. Aber der proletarische Internationalismus, der sich in diesem Lande zum Wohle gerade des deutschen Volke» bewährt, besser bewährt hat als alle nationalen Einheitsphrasen, er ist die F o r t s c tz u n g deS KlasfcnkanrpfgedankenS, seine Ergänzung; er will die Nationen der Erde zu einer solidarischen Gomeinschaft konstituieren und nicht, wie die nationalistischen Hetzer aller Zungen behaupten, eine Nation an die andere verraten. DieS ist der Sinn deS Liedes, daS Millionen gläubig und kampffroh singen: „Schon jubeln des Sieges Signale, empor, der Tag dringt ein: Die Internationale wird die Menschheit sein!" Die Hetzer, die Mörder, die Reaktionäre haben jetzt Konjunktur. Aber unzerstörbar ist das Proletariat, unzerstörbar sind darum die Aufgaben, die ihm die Geschichte vorschreibt: Baumeister einer schöneren, gerechten Welt zu sein. Wie sehr bei diesem Boykott geistig« Beweggrund« im Vordergrund stehen und stehen müssen, wird z. B. deutlich, wenn der Pressedienst des Schweizerischen GewerksckaftS- bunoe»— cht nachahmenswerte» Beispiel!— im Rahmen der Boykottaktion einen Artikel über deutsche Filme verbreitet, au» dem klar zu ersehen ist, daß mit dem Boykott deutscher Filme nicht nur eine Ware, sondern die Darstellung primitivster Instinkte boykottiert wird, ganz wie mit dem wirtschaftlichen Boykott deutscher Waren im allgemeinen vor allem gegen oaS damit verbundene soziale Dumping protestiert wird, Mit au» diesem Grunde rief der in Brüssel abgehaltene sechste Internationale Gewerkschaftskongreß allen Arbeitern und allen nach Freiheit und Recht strebenden Menschen zu, daß die„außerordentlichen Gefahren, die der deur- sche Nationalsozialismus auslöst, außerordentliche Maßnahmen erfordern". Aus solchen Cr- wagilnaen heraus verhängte der Kongreß, wie eS in der einstimmig angenommenen Resolution heißt,»gegen die deutschen Waren den allgemeinen Boykott". Wenn eS wahr ist, daß nur jene Frecheit und Leben verdienen, die sie täglich neu erobern müssen, so bedeutet dies im jetzigen Augenblick den Kampf aller gegen den FascismuS im allgemeinen und gegen den deutschen FasciSmus im besonderen. Wer deutsche Ware» boykottiert, führt de» Kampf für di« Wahrung der Menschenwürde jedes Werktätigen!- Der Internationale Gewerkschaftsbund ist sich bei der Durchführung des Boykotts bewußt, daß er nicht nur Opfer für die deutsche Arbeiterschaft, sondern— da Gegenmaßnahmen nicht ausgeschlossen sind und bereits anaedroht werden— auch Opfer für die Arbeiter anderer Länder mit sich bringen kann. Opfer dürfen jedoch von keinem gescheut werden. Denn e S geht um die Freiheit aller! MM Mdier Waren an! der ganzen Linie! Wer deutsche Waren bouholflert hümplt für die Würde der Menschheit! i Der Goldfasan oder Die letzte Nacht des Mandarins Wang-Li-Kung Eine Legende von Fritz Rosenleid Copyright 1933 by BOcherillde Gutenberg» Zürich. Hier wird die Geschichte des Knechtes Tschung-King erzählt, der nur der Sohn eines armen Gauklers war, aber den mächtigen Mandarin Wang-Li-Kung überwandte, weil er der Macht des Schwertes die Allmacht der Sehnsucht entgegensetzte. Dem Mandarin Wang-Li-Kung verliehen die Geschichtsschreiber in ihren Büchern die Unsterblichkeit. Den Namen Tschung-King nennen die Chronisten nicht, wenn Ihr erlahrcn wollt, wer Tschung-King war, müßt Ihr die Lastträger in den großen Hälen fragen, die Arbeiter in den Werkstätten und die armen Bauern auf den Reisfeldern. Jeder Kull im Reiche der Mitte kennt Tschung-King. Von Wang-Ll-Kung blieb trotz dem Eller der Geschichtsschreiber nichts als ein Name auf den weißen Blättern der Bücher. Von Tschung- King aber blieb ein gewaltiger Abglanz, der lebt In den Träumen der Kulis, die nach der Fron ihres Tages verbraucht und zerbrochen, doch mit sehnsuchtsvollem Herzen, aut ihr Lager sinken. Den Kulis der Welt ist die Geschichte vom Goldfasan, von Tschung-King, dem Knecht, Wang-Li-Kung, dem Mandarin, und Feng, dem Knaben gewidmet. T. Am Vorabend des Festes der Seelen, tief und grau hing der Himmel über den Feldern. Herbst lag über den Dörfern und Städten der Provinz Tsche-Kiang, von de» Dächern ders Häuser in Tai-Tschai rieselte leiser Regen, stand Wang-Li-Kung, Mandarin der zweiten Rangklasse, einst Berater am Hofe des Kaisers zu Peking, am Fenster seines Palastes und sah auf die Straße hinaus. Auf seiner Brust schimmerte das Zeichen seiner Würde, der dunkelblaue, viereckige seidene Fleck mit dem gestickten, in braunen und roten Farben funkelnden Goldfasan. Die Bewohner von Tai-Tschai entzündeten in den engen Gassen bereits die Fackeln, die, eine Allee flammender Bäume, den Weg säumten vom Ufer des Meeres bis zu den Häusern, in denen die heinlkehrcnden Seelen gehaust, gelacht und gelitten hatten, als noch der Kerker eines sterblichen Leibes sie umfing. Wang-Li-Kung trauerte nicht an diesem Abend, denn er hatte in seinem langen Leben niemanden geliebt. Da aber an den drei Tagen des Festes der Seelen nicht nur die Geister der Abgeschiedenen, um die man Träne» meint, aus der Unendlichkeit des Meeres steigen, sondern auch die Seelen derer, die man verflucht, gehaßt, verfolgt, gemordet, legt die Stirn Wang-Li-Kungs sich in Falten.- Die Toten können in ihrem unsterblichen Herze» das unerlöste Verlangen nach Rache tragen, eS könnte geschehen, daß Schatten den Mandarin nächtlich überfallen, das Lied einsamer Klage kann durch di« Hallen seine» Palastes geistern und das Schwert der Gepeinigten sich erhebe» über dem .Haupt des Peinigers. Da ist es nicht ratsam, allein in seinem Palast zu weilen; da ist es ratsam, unterwegs zu sein oder Freunde um sich m scharen, fröhlich« Menschen, di« trinken und lachen, bis die drei Tage und Nächte der Wiederkehr allen erloschenen Leben» vorübergcgangen und die Seelen der Toten auf winzigen Kähnen, von einem winzigen Licht geleitet, in ihre elvige Heimat hinübergleiten, ins Meer. Wang-Li-Kung schlägt einen kleinen Gong; der Haushofmeister erscheint, verneigt sich, nimmt einen Befehl entgegen, verschwindet. Di« Träger bringen Wang-Li-Kung» purpurne, mit goldenen Drachen verzierte Sänfte. Der Mandarin läßt sich durch die Straßen Tai-Tschai» tragen, von einem Freund zum andren, und lädt sie«in, anr Abend seinem Haufe die hohe Ehre ihres Besuche» zu erweisen. Die Sänfte Wang-Li-Kungs schwebt diesmal au den Läden vorüber, vor denen sie stets halt macht. Ter Mandarin ist diesmal nicht auf der Suche nach seltenen Edelsteinen, kostbaren Elfenbcin- Kitzereien, Räucherwerk aus Indien, Seide aus ; Süden, die wie gesponnenes Mondlicht durch die Finger rinnt; Wang-Li-Kung ist auf der Suche nach Menschen, nach einem Lachen, nach einer Faust, die mutig genug ist, das erhobene Schwert der Angst nieocrzuschlagen, wenn--S ihn bedroht. Mit Worten und Winken treibt Wang-Li- Kung di« Träger znr Eile an. Unablässig bewegt er seine« Fächer; der Abend ist kühl, aber sein Blut glüht wie Feuer in den Adern. Al» er alle Freunde zu Gast gebeten, sinkt seine.Hand. Sie ist fett und müde, sie kann den Fächer führen, doch kein Schwert schwingen. Ta» Schwert, daS Wang-Li-Kung geführt als Berater des Kaisers in Peking und als Richter in Tai- Tschai, saß immer in der Faust der Knechte. Wenn eines Abends, im letzten Wehen der Fackeln, im letzten Rauschen eines sterbenden Winde»— di« Chrysanthemen tverden im Gatten blühen und die Wipfel tverden ein großes Schweige» anhebcn— der Schatten des Schwertes über ihn konimt, mit ausgebreiteten Flügeln, ein Riesenvogel aus Gespensterland... Nein, Wang-Li-Kung hat nicht mehr die Kraft, an diesen drei Tagen, in diesen drei Nächten allein zu sein in dem großen Palast, in dessen Gängen feder Schritt wioerhallt, in dessen Gemächern nur ein dumpfrollendes Echo lebt, in dessen Winkeln unsichtbare Feind« lauern. Er muß Freunde um Kämpfl gegen Hitler I Boykottiert deutsche Waren 1 lIIIIllIUMIIlIlIllIIIIIIIIlMlIlIIIIIIlIIIlIIlNlll>lMIMllIllIlIlIIIIlIIIlIlIlIlI»lIIlINMIIMl»>IW>A Konzentrationslager Dadtau bekommt Detonmauern. München, 18. August.(Jnpreß.) Eine amtlich« Mitteilung besagt:„Den verschiedrnen Fluchtversuchen der letzten Zeit all» dem Lager Dachau wird jetzt durch neu« SicherungSmaß. nahmen die Möglichkeit einer Wiederholung genommen. Dreifacher Stacheldraht, welcher nachts mit Strom geladen ist, kugelsichere Betonschießtürme, mit Maschinengewehren versehen, werden unüberwindliche"Hindernisse Hilden?/ Die Lagerverwaltung nimmt offenbar an, daß di« immer wieder„auf der Flucht" erschossenen Gefangenen mit Maschinengewehren versehen sind, um die armen,' unbewaffneten SS- Leute hinterrücks massakrieren zu können. Begrüßenswerte Offenheit Berlin, 18. Aimust. Der Führer des nationalsozialistischen Studentenverbandes hat die Verfügung erlassen, daß sämtliche Studenten, die da» nächste Semester an einer ausländischen Universität studieren wollen, der Zentrale des StudentenverbandeS ihre Adresse niitzuteilcn haben. Zweck dieser Verfügung ist der Ausbau der nationalsozialistischen Propagandatätigkeit im Äu»lande. sich haben, Licht und Musik, Wein in den Schalen, junge Frauen im Arm... Hätte«r Freunde! Zittern sie vor dem Anblick des Goldfasans auf seiner Brust? Bangen sie vor dem funkelnden Zeichen seiner Macht? Sein Wort ist gewaltig, es kann die Armen erhöhen, di« Reichen in den Abgrund stürzen, cs gebietet über das Beil des Henkers und bildet die Grenze zwischen Leben und Tod. Heute aber muß Wang-Li-Kung die Einsamkeit töten, Musik muß sein Haus erfüllen, das Singen einer Flöte, daS Zittern silberner Saiten. Er muß sich ein wenig Lachen kaufen, mag dahinter auch das große Dunkel liegen, in dem der tausendhändige, toten* singrige Dämon des Schreckens wohnt. Der«infame Gesang einer Flöte, das dumpfe Rollen eines Gongs... Dumpf rollt ein Gong. Wang-Li-Kung blickt auf. Er gibt den Trägern ein Zeichen. Sie sehen die Sänfte am Rand der Straße auf einen feuchten, blanken Stein. Auf dicken, duukelbraunen Beinen tappt ein Bär an der Kette Ve» Gauklers aufrecht in dem engen Menschenkreis umher» der ihn umschließt. Ein Knabe in zerfetztem Kleid, mit großen, blicklosen dunklen Augen schlägt den Gong. Kinder kreischen vor Freude. Nur die Kinder lachen in dieser Stunde, da unaufhörlich herbstlicher Regen niederrieselt und die Toten wiederkehren aus dem Schweigen der Meere, über das plumpe Tappen eines Tanzbären. Ein kleines Mädchen, im lackschwarzen Haar ein« weiße Blüte mit großem, gelbem Stern und langen, zarten Blättern, geht mit einem hölzernen Tellcrchen umher. Aber nur ivenige Kupfermünzen tropfen zaghaft in die mit goldenen Drachen und seltsamen Blumen bemalte grellrote Tasse. Die Kinder sind arm, di« wenigen Männer und Frauen, die den Gaukler bestaunen, einsam; sonst hätte» sie ihre Kupfermünzen für Fackeln geopfert, um den Ihren den Weg vom Meere in das Haus ihres Lebens zu bezeichnen. fflojHiem Ar. ISS. Samstag, 19. August 19W. T agesneuigkeiten Verhaudlung kommen werden. Bor om alten F rrankrddi meldet Rüdtgang der Arbelisioslgiteli. Paris, 18. August. Nach einer vom französischen Arbeitsamt veröffentlichten Statistik betrug die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in ganz Frankreich am 12. August 238.271 gegenüber 831.816 im Monat März. Die Arbeitslosigkeit ist also im Laufe von fünf Monaten um rund 28 Prozent zu r n ckgega n g e n. Gegen«b.r dem entsprechenden Zeitpunkt des Vorjahrs beträgt der Rückgang 11 Prozent. Pilsen zu 4 Fahren schweren verurteilt, welche Strafe später dos Militärgericht ans 7 Fahre schweren erhöhte. Kurt Wilscrt sollte zur Verdi rser Strafe nach Theresienstadt gebracht Unter Verwendung fremder Gelder Kinder durch explodierende Granate verletzt. Unglück ans dem Schießplatz del Mnnkaes. U f ljo r ob, 18. August. Während der Scharst schicsziibungen der Artillerie-Abteilungen der 12. Fnsantrrie-Division im Bezirk« Mukaöcvo gelang, trn gestern nachmittags f« ch» Knabe» bei drr Gemeinde Barbovä unbemerkt in den verbotenen Raum, wo sie«inen n i ch t explodierten Granatenkops anSgruben. St« trugen ihn ans«ine Weide, wo sie ihn mit der Hacke bearbeiteten, Er explodiert«, wobei zwei Knaben schwer verletzt wurden. Dir Verletzungen des einen sind lebenügesiihrlich. Vier weitere Knaben wurden leichter verletzt. Di« Knaben gelangten in den verbotenen Ranm trotz ausdrücklicher Warnung. Sie umgingen sowohl die Gendarmerie- als auch di« Militärposten. Englands Bedingungen itir Gandhis Freilassung. Simla. 18. August.(Reuter.) Ein von der indischen Regierung ausgcgebcner amiiicher Bericht besagt, daß die Regierung bereit l^i, Gandhi sofort i n Freiheit zu setzen/ wenn (Äandhi auf jede politische Tätigkeit v e r. z i ch t e t und di« Kampagne des bürgerlichen Ungehorsams ausgibt. Gandhi wurde von diesem Beschlug verständigt. ^st diese Vereinbarung eine bloße Niederschrift der der fol- er» die Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag: Prag: 6.30 Gymnastik. 8.30 Zchallplatten. 12,15 Bunte Stunde. 18.00 Deutsche Sendung: Janetschck: Vorschau auf das Musikprogramm. 19.05 Konzert des Mandolincnorcheslers 19.35 Radio» seuilleton. 20.10 Schauspiel aus dem Atelier.— Brünn: 9.25 Arien und Lieder. 17.30 Tcutiche Sendung: Klavierkonzert.— Wien: 11.00 Sin» soniekonzeri. 15.35 Kammermusik. 18.35 Fm Herzen der Tiroler Gleiicherwell. 20.30 Orchesterkonzcrl. 22.15 Abendkonzert.— Frankfurt: 9.30 Chorgesang. — Heilsberg: 18.30 Licdersluudc Dreimal Musketiere. 20.00 Glückliche greise, Operette. Festkonzert. zu behaupten versuchte, er führ« ein mehr als bescheidenes Leben, mit dem vielen Geld«, das.r erschwindelte, gemacht bat. Fu seiner Villa soll unglaublicher Luxus geherrscht haben, ein Auto gefiel ihm nnr solange, als es den modernsten Dip darstellle, dann verschleuderte er cS, um sich den nenesten Wagen ohne Rücksicht aus den Preis anzilschaffen. Die„.Heimatscholle", deren Direktor er war, läßt nun durch ihren Obmann Dr. Schürer erklären, daß Triebe alle diese unsauberen Geschäfte auf eigenes Risiko gemacht habe, daß also die„.Heimatscholle" nicht das geringste mit den Dingen zu tun habe!? Am liebsten möchte man offenbar von dieser Seite jetzt sagen, daß Triebe überhaupt mit der ,^Heimatschollc" keine Verbindung hatte. ES ist deshalb«in großes Verdienst de» Vizebürgermeisters in FoachimSthal, des Genossen Brennich, daß er nach Wahrnehmung der ersten Verdachtsmomente Triebe nach Vom fiebenten®tnrf des Prager MeffepalafteS gesprungen. Gestirn vormittags verübte der 29jährige Beamte des Zentralverbandes der Landwirtschaftlichen Genossenschaften in Prag. Tr. Karl Schars, Selbstmord, indem er sich von der Terrasse des Gebäudes der Prager Mustermesse stürzte. Dr. Schars, ein gebürtiger Leitme- r i tz e r, litt leit einiger Zeit an hochgradiger Nervosität. Tas dürfte auch der einzige Grund gewesen sein, der ihn zu seinem Schritt trieb. Man sand bei ihm«inen Zettel, der darauf schließen läßt, daß er sein« Tat vorher überlegt hatte. Gegen 11 Uhr vormittags kam er in das Kasfeehans ans dem Dach des Messepakostes, bestellte einen Kasse nnd sprang dann, als er sich »nbeobachtet glaubte, in die Ties«. Einige Frauen, welche feinen Sturz sahen, erlitten Nervenerschütterungen nnd Schrrikrämpse. j FoachimSthal bestellte nnd ihn dort selbst verhörte, bis«r die Gewißheit hatte, daß Triebe ein blanner sei, den man dem GesängniS überweis«« müsse. Genoss« Brennich hat, Triebe nicht mehr weggelassen, sondern festgehalten bis die Gendarmerie zur Stelle war, di« ihn verhaftet«. Ohne den Vizebürgermeister von JoachilnSihal liefe Triebe wahrscheinlich immer noch alS Grandseigneur in Komotau und ander.» Städten herum. Schwabs Staatsprüfung in Panlrah annulliert. Der Minister sür Schulwesen hat di« erst« Staatsprüfung ans dem Gebiete des chcmi. schen Fnestnieurwrsens, welche der Hörer der deutschen Technischen Hochschule In Prag Richard Schwab am 27. Fnni 1933 im Gebäude des Gesängnlsses in Pankratz in Prag ablegte, annuliert. Mo für die Abrechnung, rum norde. Berlin, 18. August.(Znpreß.) Fm Konzentrationslager Erfurt sind, wie hier aus sicherer Quelle bekannt wurde, fünf Antifascistcn, R i c 8, 2en k h o f, Scha pi ro, Bartels und Marschall, auf Anweisung des Polizeipräsidenten von Fichte nach schweren Mißhandlungen ermordet worden. AM der Flucht erschossen. Wanne-Eickel, 18. August. Der Kommunist Wilhelm T a l a r e ch, der in dringendem Verdacht stand, an der Ermordung des SA-Schar, sührers Wilhelm Kozorek aus Wanne-Eickel beteiligt zu sein, versuchte, sich seiner Festnahme in der vergangenen Nacht durch die Flucht zu entziehen. Dabei wurde er erschossen. Der als Mittäter überführte Kommunist Albert Bohn unternahm bei seiner Festnahme ebenfalls einen Fluchtversuch. Er wurde von Zwei Schüssen » Fahne, Ist di« erst« sudctcnbeutschc Fahne in Deutschland. Kreispropagandaleiter A. Lenk weihte den Hakenkrrnzwinrpel, mit einer Ansprache in der er erklärte, daß die Nationalsozialisten die Dciitjchen jenseits der Grenze als ihre Brüder betrachten. Trotz großer Dicnstansordcrung sei er zur Weihe gekommen, um die Verbundenheit mit den Sudetendeutschen zu zeigen. Unser F ü h r e r trifft Maßnahmen zur Behebung der wirtschaftlichen Not. B e i a l l e m denkt man auch an die Sudetendeutschen nnd die Oe st erreiche r, denn der National» kozialismuS kämpft auch für ein G r o ß d o u t j ch l a N d." Tie in Chemnitz wohnenden Andetendent- schen stehen also treu zu Adolf Hitler und um das auch äußerlich zu zeigen, hat die Chemnitzer sudetendcutsche Fraucnschaft extra einen Hakenkren zwimpcl gestiftet. Hitler wiederum denkt ständig an die Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei und in Oesterreich, die er seinem„Großdeutschland" cinverleiben will. Und wenn der Kampf hiefür entbrennt, werden die Chemnitzer Sudetendeutschen mit ihrer vom Herrn Krebs geweihten Fahne stramm in die Tschechoslowakei einmarschicren. um die„Brüder" zu befreien. Der Krebs aber wird brav abseits stehen und verwundert fragen:„Was wollen die bloß da'? Die kenne ich ja gar nicht!" der päpstliche Nuntius Ciriaci dann wörtlich fort: sondern politische Rache hat entschieden! selbe Rache, die«8 gewagt hat, den ersten Volks- Primas Erzbischof Kordaö, einen musterhaften Geistlichen, abzusetzen! Es gibt keinen Staat, mit dem der Vatikan sich erlaubt hätte, so zu handeln, wie mit unserem Staat! Statt Kordaö zum Kardinal zu ernenne», hat er nach Prag einen jungen unerfahrenen Nuntius gesandt, um den beliebten 80jährigcn Erzhirtcn abzu- sehen." Es wird daun weiter ansgeführt, daß der Vatikan auch den Prälaten Hlinka zur Verantwortung ziehen müßte. Die Tschechoslowakei habe doch mit dem Vatikait einen moduS vivendi geschlossen und da muß man an den Minister des Auswärtigen die Anfrage stellen: „I,""'~"■ unserer Pflichten ans der einen und bloß Rechte und Ansprüche des Vatikans aus andern Seite?" Der Artikel schließt dann gcndermaßen:„Neutra hat unsere Geduld schöpft, man kann nicht schweigen und größte Partei erhebt ihre Stimme, um alle Faktoren zur Umkehr zu bewegen! Mit Absicht sind wir durch Jahre hindurch dielen Dingen ausgewichen in der Erwartung, daß der Vatikan klüger wird und unser auswärtiges Amt Ordnung schafft. Aber nichts geschah. Neutra hat gezeigt, daß wir in der bisherigen Politik gegenüber dem Vatikan nicht fortschrciten können. Nach traurigen, ja schändlichen Geschehnissen dürfen wir, wollen wir und werden wir nicht schweigen!" Die Stadtvertreluny von Neutra über die Hlinka-Demonstrationen. Neutra, 18. August. Die 2 t a d t v e r- tretung von Neutra hielt heute eine Sitzung ab, in der mit allen Stimmen der anwesenden Mitglieder der Stadtvcrtrctung ein Beschluß angenommen wurde in dem es heißt: „Die S adlvrrtreiung von Neutra ist über die Ereignisse erbittert, die die Würde der Pribina-Feiern verletzt haben. Es geschah dies durch das Eingreifen unüberlegter Einzelpersonen, die zu den Feiern in Neutra eingeiroffen waren, geleitet von ihrer Abneigung und ihrem Haß gegen unsere weltlichen und kirchlichen Würdenträger, Repräsen anten der Nation, wodurch das Andenken unseres Nationalhelden, des Fürsten Pribina entehrt und die Regierung in ihrer Oberhoheit sowie auch die kirchlichen Würdenträger, auch jene des Auslandes, beleidigt wurden. Wir als Vertreter der gesantten Bevölkerung der Stadt Neutra bedauern dies tief lind erklären mit den Stimmen aller anwesenden Slad'vcrtrctungsmitglirder feierlich, daß die Bcvot- leriiiig der Stadt Neutra an diesen Ereignissen keine Schuld trag:, wir geben der unerschütterlichen Ergebenheit der Regierung gegenüber Ausdruck und geben unserem Staate das Versprechen der Treue." Die Gaunereien Triebes erstrecken sich über weit mehr Gemeinden als man ursprünglich angenommen hat. Außer den beiden am meisten geschädigten Städten Wciper: und Foachimsthal standen auch die Gemeinden B ö h in.- H a in m e r u nd Petschau in Gc- schäfisvcrbindung mit dem Schwindler, die eben, falls um Hunderttausend« gekommen sein sollen. Tie Stadt Karlsbad, die sich durch diesen Ehrenmann Darlehen in der Höhe von 42'Millionen KS vertun eln ließ, läßt durch ihr Rentamt mitteilen, daß das Geschäft ohne jede Schädigung für die Stadt durchgesührt wurde. Wieviel Triebe bei dieser Darlehensaufnahme an Provision erhielt, wäre für die Oesfentlichkeit wissenswert, um die ganze Niedertracht des Mannes, der an Provisionen ungeheuer verdiente und durch seine Schwindeleien noch arme Gemeinden um Millta- nen betrog, aufzuzeigen. Allmählich wird auch ruchbar, was der Mann, von dem man anfangs Unter Anklage des militärischen Verrats. Prozeß vor dem Pilsner DivisionSgericht. Pilsen, 18. August. Der Senat des Division S g c r i ch 1 e s in Pilsen unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Major B a-.il hat den Soldaten des ArtillericregiineiiteS Nr. 2 Karl Polzer Wege» Verbrechens der Vorschub- l e i st u n g und de» Vergehens der Wache- b c l c i d i g u u g zu f ch tv c r e m Kerker von 3 Jahren verurteilt. Karl Polzcr wurde beschuldigt, daß er im vergangene« Jahre den Betrag von 5(100 Ke beschosst«, der zur eventuellen Bcsreiung des Artillcricgcsrriteu Kurt W i l s e r t, der wegen militärischen Verrates verurteilt wurde, dienen sollte. Bekanntlich wurde Kurt Wilfcrt vom Divi- sionSgcricht in Kerkers Oberste Kerkers büßnng werden. waren Bestrebungen im Gange, W ilfer l zu befreien, nnd Zwar am 3. Oktober v. F„ als W i 1 s r r I als Zeuge in einer anderen Strafsache zum Kreisgericht in Eger transportiert werden sollte. In diese Angelegenheit war der Soldat Wilhelm H a in m e r der Sanitälskom- pagnie in Pilsen eingrweiht, der von seiner Truppe desertiert war, sich an der böhnii'ch- sächsischen Grenze hernmtricb und eine Art Mittelsmann in dieser Angelegenheit darstellle. Er wurde jedoch verhaftet und nach feiner Verhaftung kam die ganze Sache ans Licht, so daß die gewaltsame Befreiung Wil- f c r t s unmöglich gemacht wurde. Tas Gericht befreite P o l z e r von der Anklage des militärischen Verrates, da es nicht die genügende Ueberzeugnng von der Schuld des Angeklagten in diesem Punkte gewinnen konnte. Der Verteidiger nicldete gegen das Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, die vor dem Obersten Militärgericht Zur~ Metzelei im Irak. Der assyrische Patriarch deportiert. Bagdad, 18. August.(Reuter.) Fn den Gemeindrn des nördlichen Irak wurden einige hundert Leichen gefunden. Cs handelt sich vermutlich um Personen, dir bei dem Einfall kurdischer Stämme getötet wurden. Man nimmt an, daß diese Personen nicht ermordet wurden, sond«rn in Kämpsen sielen. Der Ministerrat des Irak beschloß, den assyrischen Patriarchen Marschimun owie dessen Vater und Bruder zn deportie ren. Alle drei wurden heute früh an Bord eines britischen Flugzeuges gebracht, das nach Cypern absloa. Dir Jrak-Regierung ist überzeug«, daß der Patriarch sür die letzten assyrischen Unruhen verantwortlich sei. Auf energische Vorstellungen des britischen Geschäftsträgers hat Feisal, der König des Irak, j der heute in die Schweiz reisen wollte, sein« Abreise verschoben. Vor den Völkerbund? London, 18. August.(Reuter.) Der Gesandte des Irak in London Jaffa Pascha Elas» kart erklärte, der assyrische Zwischenfall werde Gegenstand einer wahrscheinlich vom Völker bund veranstalteten E n q u«t e sein. Hiebei, sagte der Gesandte, sei cs notwendig, namentlich zwei Dinge m Erwägung zu ziehen: die Rolle, die bei diesen Ereignissen der assyrische Patri arch Marschimun spiele, und jene, die die französischen Behörden spielten, die zu erst die assyrischen Stämme entwaffneten und später ihnen die Waffen Zurückgaben. Gestern Nachmittag hatte der britische Prc- Fiug Austratte« London ohne Begleiter. London, 18. August. sAR.) Ter Flieger a m e 8 Woods, der ohne Begleiter eine» Flug von Australien nach Landon unternahm, wobei er auf dem ganzen Wege die schwierigsten atmosphärischen Widerstände zn überwinden hatte sowie durch anderes llnaemach anfgehalten wurde, ist gestern in der Nacht n a ch sLondon zurückgekehrt. Schreckensfahrt eines-Hamburger Dampfers. Der erst« Offizier über Bord gespült. Hamburg, 18. August. Der.Hamburger Dampfer„Kurland", der sich von England nach Riga unterwegs befand, hat bei Terschelling den c r st e n O f f i,^i e r verloren. Er wurde bei starker Dünung n b c r B o r d g e s p ü 1 t. Die Leiche konnte noch nich: geborgen werden. AlS der K a P i t ä n des Dampfers die Nachricht von dem Unglück erhielt, erlitt er einen Schlaganfall und wußte in Kiel in ein Krankenhaus gebracht werden. Tschechische Agrarpartei gegen Vatikan. Der„Venkov", das Blatt des Ministerprä» scheuten, nimmt an leitender Stelle im Zusammenhang mit den Vorfällen in Neutra in so scharfer Weise gegen den Vatikan Stellung, daß dieser Aufsatz sicher Beachtung finden wird. Da» Blatt beklagt sich zunächst darüber, daß an den Feierlichkeiten in Neutra kein tschechoslowakischer Kardinal teilgenominen hat, weil rS einen solchen— abgesehen von den auS der Seelsorge seit vielen Jahren vollkommen attsgcschicdcncn Kardinal Skrbensky— nicht gibt. Fünfzehn Jahre bestehe die Republik und noch immer habe eS Rom nicht sür notwendig gehalten, einen tschechoslowakischen Kardinal zu ernennen. Auch ’ i habe sich In Neutra' nicht blicken lassen. Das Blatt fährt Nicht christlicher Geist, Die« mit dem er über die durch den assyrischen Ausstand im Nordirak gcschasscnr Lage verhandelte. Nach den Sir FranriS zngekommenen genauen Informationen hat eine Abteilung der aufständischen Assyrier die Grenz« nach Syrien überschritten, wo sie sich formierte, woraus sie neuerlich den Tigris überschritt und ein«« Angriff ans einige Abteilungen der Irak-Arme« unternahm. Sofort nach Ausnahme dieses Kampses nützten zum Unglück kurdisch« irregu- läre Kämpfer und nomadisierende Beduinenstämme di« Lag« zn einem Angriff aus asiyrisch« Dörfer ans. Nach den bisherigen Nachrichten wurden hiebei 7 00 Assyrier hingcmordet. Tic umliegenden Dörfer sind überfüllt mit flüchtigen Frauen und Kindern, deren Lage äußerst vcr- zweifelt ist. Sir FranriS Humphry wird sofort im Flugzeug nach Bagdad znrückkehceu, um seine freundschaftliche Vermittlung in dieser Krise anzubieten. Der Irak wurde bekanntlich im Oktober vorige» FahrcS als Mitglied in den Völkerbund ausgenommen. Zur gleichen Zeit erlosch auch das britische Mandat nnd damit auch die britische Verantwortlichkeit sür Idie Ereignisse im Irak. Zwischen Großbritannien nnd dem Irak besteht ober ein _._., Bündnisvertrag. ni{iHiiiiiiiiiiiutiiitiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiii)iiiiiiiifuiiiiiJiwjiniiiu)iinjiiiniiiiiiiiiiiiniiniiiitniiiiiiiiniiiifiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiniiiiiiiiinniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiniiiiiitiiiiiiiiiii Krebs weiht in Chemnitz einen Wimpel Die„Chemnitzer Neuesten Nachrichten" brachten in ihrer Nummer vom 21. Juli fol gende Notiz: „Air stehen treu zu Adolf Hitler. Wimpelweihe der Sudetendeutschen in Chem nitz. Der Verein der Sudetendeutschen und Oester- reicher in Chemnitz veranstaltete im Saale des Handwerkervcreinshauses einen Ehrenabend, für jein Mitglied Wöschereibesitzer Kinzl, das Gautag in Leipzig das Ehrenzeichen der Kämpfer der N. S. D. A. P. erhalten hat. Studiendirektor Worm, der rührige sitzend« des Vereines, begrüßte bi« Teilnehmer an der Feierstunde, in der auch ein von der Frauen- schast des Vereines gestifteter.Hakenkreuzwimpel geweiht wurde. Er sagte noch, daß di« Vereins fahne der Chemnitzer Sudetendeutschen vielleicht einmal di« gleiche Ehrung erfahren werde, wir die ölte st e Sturmsahne d e r R. 2. D A. P. Die Chemnitzer VrreinSfahn« hat der Sudetendeutsch« Abgeordnete Krebs ge weiht. Der Fahnenschaft ist vom Schmiede» berger Militärverein gerettet wor den, als sämtlich« Militärvereinsfahnen in der Tschechoslowake: vernichtet werden ntußten. Di« einst daran flatternde Militärvereinsfahne Ivar ein Geschenk des österreichischen Kronprinzen Rudolf. Und die nun an diesem Schaft befestigte niiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiii)iiiiniiuiiiiinjiiHiiiniuiuiiiiiniitiiii)iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiittiiiiiiiiiiiiiiiiniifiiiiiiiiii(fiiiniii((iiiiniii((fiif - Mühlacker: 19 Leipzig: 19 Klaviermusik. J, — Berlin: 11.00 getroffen. Bohn hat bereits ein Geständnis {abgelegt. 19. August 1988. Rr. 198. Opfer ver Verge. Äaylreteye«vsMrre In veu Wen. Di« letzten Taff« haben in den Birgen wieder e»ne Reih« von Menschenleben gefordert. Der bekannte Münchener UniversitatSproses- sor Dr. Georg Bergsträffer ist an der Südspitz« des Watzmann abgestürzt. Da der Körper des Verunglückten keine nennenswerten Verletzungen aufwies, dürfte ein Herzschlag die eigentliche Todesursache sein. Die Alpine Rettungsstelle Berchtesgaden fand den Toten, der eine nicht besonders steile Felswand hinuntergestürzt war, bald auf. In Gotische« stürzte di« fünfzrhnjährige Grazer Studentin Renate Luhn von einem Felsvorsprung ab, da rin Ast, an dem sie sich festhielt, brach. Sir fiel fünfzig Meter tief und blieb tot liegen. Die Tochter d«S in Reumarkt auf Sommerfrische weilend«» Preßburgrr Ingenieurs Herrmann, di« siebzehnjährig« Inge, stürzt« in den Triglav-Bergrn ab, als sich«in Feldstück unter ihr Este. Auch st« wurde getötet. Wie erst jetzt bekannt wird, brachen vor einigen Tagen zwei italienische Touristen, die ohne Führer auf di« GeiSlrrspitze wollten, durch di« dünn« Schneedecke in«ine Gletscherspalte«in. Während der eine mit schweren Verlegungen geborgen werden konnte, wurde der ztveite nunmehr als Leiche gesunden. BrchHM in Deutschland unerwünscht. Anläßlich des 80. Geburtstags d«S Dichter» Jaroslav B r ch l i c f y erschien h«u«r im Mer rn Dresden di« deutsch« Ueber- setzung deS Werk«»„Damoklesschwert" in der deutschen Gesamtausgabe der VrchlickL-Werk«, an welcher der in Pardubitz lebeiche Oberst i. R. Weinberger arbeitet. Weinberger erhielt dieser Tag« di« Verständigung, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen an eine Weiter- ouSgabe deS Drchlick^-WcrkeS in Deutschland nicht z u d« n k e n sei. Auch die Wiener Ver- lagSanstalten, di« für Drchlicky-Wcrke sonst immer ein Ingresse hatten, können dies« Uebersctzungcn heut« nicht mehr herauSgeben, da ihr A b s a tz i n Deutschland unmöglich geworden ist. Die deutsche Gesamtausgabe de» dichterischen Werk«» VrchlickyS ist also vorläufig nicht möglich. Verschollener Afien-Forscher zuräckgekehtt. Stockholm, 18. August. Da» schwedische Mit- glicd der S v« n Hedi n-Expeditivn Dr. Nil» Ambolt, der lang« Zeit verschollen war, ist jetzt in Leh in Kaschmir auf britischem Boden eingetroffen. Er begann seinen Marsch in Khotan in Ost-Turkestan am 14. Juni 1983. In einem Telegramm an Stockholm» Tidningen" erzählt Dr. Nil» Amboldt von einem furchtbaren Bürgerkrieg in Turkestan. Chinesen und Ausländer werden mit Gewalt zum Mohammedoniömus bekehrt. Eine Menge Inder und Chinesen wurden kurzerhand getötet. Jetzt herrsche jedoch wieder Ruhe in Turkestan. Todesopfer der Manöver. Warschau, 18. August. Bei S u w a l k i sind während der dortigen Manöver fünf Soldaten eine» Reiterregimentes in der Memel e r- trunken. Beim Uebersetzen des Regimentes über den Fluß riß da» Tau der Fähre. Infolge der plötzlichen Erschütterung stürzte die Besatzung ins Wasier. Es gelang, die mit den Wellen Kämpfenden bis auf fünf Mann zu retten. 18 Jahre«ach dem Kriege. Unterirdisches Gasbombenlager durch Feuer bedroht. Paris, 17. August.(Wolff.) Rach einer.HavaS. Meldung brach auf d«n Feldern des WeilerS „Ave Maria" im Departement PaS-de-CalaiS an einer Stell«, wo die Engländer im letzten Weltkriege ein Munitionslager angelegt hatten, ein Brand aus. DaS Feurr vernichtet« rin« Anzahl Hafergarbcn und frißt sich»nter der Erde weiter fort. Rach Angaben deS Eigentümers der Felder soll das Munitionslager der Engländer ein« größere Anzahl scharfer Granate», Schrap- nells nnd anderer Munition enthalten, linier diesen Umständen wurde eines Artillerieabteilung benachrichtigt. Es werden Gröben aufgeworfen, um dem noch andauernden Feuer Ein- ball zu tun. Rach Aussagen ein«» Sachverständigen des oben erlvähnte» Unternehmens soll sich an der Brandstelle kein Munitionslager befinden, da»«ine für di« Bevölkerung in der Nachbarsckwst gefährliche Explosion verursachen könnte. ES handle sich bloß um dort lagernd« Leuchtraketen und Gasbomben. Halenlreur-Krieg in Kanada. Juden gegen Hakenkreuzfahnen.— Schlacht in Toronto. Toronto(Kanadas, 18. August.(Reuter.) Gestern abends überfielen mehrere Tausend junger Juden einen Umzug von Personen, die Fahnen mit einem Hakenkreuz trugen. ES kam zu einem heftigen Zusammenstoß, aus dem sich eine regelrechte Schlacht entwickelte, die erst mit dem ErWinen von Polizeivcrftär- Auf merkwürdige Weise verunglückte der 23jährige Student Mario Quastalla aus T r i«st. Er stieß sich im Fallen den E i S p i ck e l in das rechte Auge; die Verletzung hatte den Tod zur Folge. Wie die„Pr. Abendztg." meldet, stürzte auch vom Predigt st uhl bei Bad Reichenhall ein Tourist tödlich ab. In Vorarlberg wurde ein zwanzigjähriges Mädchen aus Deutschland bei einer Tour auf die Hammerspitze vom Blitz erschlagen. Schwere Stunden durchlebten zwei Nürnberger Alpinisten auf dem Einserkofel in den Dolomiten. Paul Franz und Lothar Wiener unternahmen ein«n außerordentlich schwierigen Aufstieg, wobei Franz auf der steilen Wand durch Steinschlag betäubt wurde und stürzte. Wiener gelang es, ihn zu halten und zu sichern. Obwohl die gefährliche Situation der beiden von anderen Touristen bemerkt wurde, war eS unmöglich, den Verunglückten Hilfe zu bringen, da zuerst niemand den schwierigen Aufstieg wagte. Franz und Wiener muhten über Nacht in der Wand bleiben, obwohl sie unter.Hagelschlag und Frost stark zu leiden hatten. Erst am nächsten Tag konnte nach stundenlanger Mühe eine Expedition die zwei Nürnberger retten. kungen ein Ende nahm. Eine Reihe von Personen wurde ve r l e tz t- vier Personen mußten in dar Krankenhaus gebrockt werden. Der Bürgermeister der Sradt hat«ine Anordnung erlassen, in der da- Tragen einer S w a st i k als Abzeichen unter Strafe verboten wirb. Dom Augenblick, da das Gesetz über den Achtstundentag in Kraft trat, haben in den Kreisen der Unternehmer die G« g« n st r ö m u n» gen eingesetzt, die dahin gingen, mehr oder iveniger offen— j« nach-er augenblicklichen Situation— die sozialen Errungenschaften dieses Gesetzes zu sabotieren. Diese Bestrebungen haben besotk-ers heftig im Bäckergewcrbe eingegriffen. Die gesetzlich« Verfügung der unbedingten Arbeitsruhe in der Zeit von 10 Uhr nacht- bis 5 Uhr früh waren-er Unternehmerschaft ein Dorn im Auge. In der Praxis versucht« man dir gesetzlichen Vorschriften dadurch zn umgehen,-aß man ntlt-em Begriff der„Vorarbeite n" zu manipulieren begann nnd ans diese Weise den Arbeiter unter Umgehung-es Gesetzes Nachtarbeit aufzwang, die inan nach anßsnhin als„Vorarbeiten" maskierte. Der Einfluß d«r Arbeitnehmer vermochte sogar, im Fahre einen Ministerialerlass zu erwirk««, der in gewissem Ausmaß den Wünschen der Arbeitgeber nach Ausdehnung der Nachtarbei: Rechnung trug. TaS Oberste Verwaltung Sa er ich t hat allerdings später diesen Erlgß' als ungesetzlich kassiert. Der Hauptporstoß der Arbeitgeber erfolgte aber im Jahr« 1927 unter dem Regime der bürgerlichen Koalitionsregierung unseligen Angedenkens. Unter der Ministerschaft deS damaligen klerikalen Fürsorgeministers, Monsignore Sramek erging der oe- rüchtigte Erlaß vom 7. Mai 1927, der die Arbeit schon von 4 Uhr früh ab sreigab. Di« Ge w e rk scha f i sze n tra l e nahm sofort den schärfsten Kampf gegen diese mit dem Gesetz über di« Arbeitszeit in schroffem Wider- DaS Biwak. AuS Deutschland kommt eine rührende Kunde. Hitler, der große Osaf, hat beschlossen, anläßlich des Nürnberger Parteitags seiner Bewegung ins schlichte Volk herniederzusteigen und inmitten seiner Prügelgarden zu biwakieren. Welch' männliche Geste und— tvclch' verlogener Hohn! Drei Tag« Propagandaschlichtheit sollen den perversen Luxus auslöschcn, mit dem sich der Reklamehäuptling und seine Spießgesellen sonst zu umgeben pflegen. Wie naiv, aber auch wie gerissen zugleich sind diese Biwakmanöver! AlS ob die Welt nicht Bescheid wüßte! Als ob sie nicht wüßte, daß der„Führer", der Biwakbeschcidenc, nur im Sonderflugzeug durch daS versklavte Land zu kutschieren pflegt, daß er in Berchtesgaden in einer Millionärsvilla ausgedehnt zu sommerfrischen pflegt, daß er viele Hunderttausend« aus dem Absatz seiner unerträglich kitschigen Bücher zu beziehen pflegt; Bücher, di« zu erwerben der ge- mißhandelte Staatsbürger einfach gezwungen wird. Und wie ist es mit dc-m Zweitprominen- testen, dem Ritter Göring, dessen knalliges Protzentum selbst das Entsetzen des wohllebenden engeren Hitlerkreifes erregt?! Hat er sich nicht ein kleines Palais im unterworfenen Berlin eingerichtet, gibt er nicht manchmal an einem Abend mehr Geld für Sekt aus, als garrze Familien in Monaten' für Brot auszugeben haben? Der Führer biwakiert mit seinen abgerissenen SA.-Proleten. Ein schändliches, ein unwürdiges Spiel wiü» hier getrieben, mit Menschen, die bei all dem Abstoßenden ihrer tierischen Brutalität immerhin gläubig sind. spruch stehende Verfügung auf. Da das Ministerium jede Korrektur dieser»lngesetzlichen Anordnung ablehute, mußte abermals der langwierige Weg der Beschwerde an das ObersteVerwaltungSgcricht beschritten werden. Nun hat diese oberste Instanz in dieser Sache eine prinzipiell« Entscheidung gefällt. In der Entscheidung vom 9. Juni 1933, Zahl 10.831/33 erklär! das Oberste Verwaltungsgericht, daß der angefochten« Erlaß des Ministeriums keine Zulässigkeit der erweitert«« Nachtarbeit begründen konnte»lud daß di« B e st i m m u n- gen deS Gesetzes über den Achtstundentag im Backcreigcwerbe restlos zur Anwendung zu koininen haben. Dadurch sind auch die Manöver mit den sogeimnnten„Hilfs, und V o r b e r e i t u u g S a r b e i t« n", die ost ein« tatsächliche Umgehung deS Gesetzes bedeuten, unmöglich gemacht. Ausnahmen gelten bloß für ununterbrochen arbeitend« Be- triebe, bei denen eine entsprechende Organisierung der Arbeit vorgesehen ist, und für den Fall vorübergehender Siötungen des nor- malen Betriebe», welche Reparqturarbeiten uvd dal. notwendig Machen. In der Begründung seiner Entscheidung hebt daS Berwaltnngsgericht hervor, dqß di« angefochtene ministeriell« Verfügung als unrichtige Auslegung des Gesetzes über die Arbeitszeit zit gel:en habe, die natürlich an dem von den Gesetzticbern gewollten Zustand nichts ändern könne. Nach diesem grundsätzlichen Erfolg hat die GewerkschastSzentrale bereits di« nöligen Schritte eingeleite!, um dieser Entscheidung in der PraxiSderAnfsichtsbehördendie«nt- sprechenüe Beachtung zu sichern. Bg. Reu« Direktion der„Centralbank der deut, scheu Sparkassen". Wir haben bereit» berichtet, daß die Regierung einen neuen VerwaltunaSaus- schuß der Dentralvank der deutschen SparkaAn in der Tschechoslowakischen Republik«rnanM hat.' Dieser Verwaltungsausschuß hat sich am 11. August konstituiert und«in fünfgliedrige« Direktorium gewählt, da» ans folgendenHerr«!» besteht: dem Oberdirektor der böhmischen Sparkasse in Prag, Dr. Karl Peterka, dem Ober- direktor der Landesbank in Prag, Felix Goller, dem Fachlehrer Genossen Heinrich Heraet in Teplitz-Schönau, dem Direktor der Sparkassa in Jägerndorf, Rudolf Horn und dem Direktor der Centralbank, Franz Nowotny. Im Aufsichtsausschuß befindet sich u. a. der Bürgermeister von Aussig, Genosse Leopold P ö l z l. Der Bürgermeister von Trauteuau gestorben. Freitag, den 18. August, starb nach langer Krankbit, 68 Jahre alt, der Bürgermeister der Stadt Trautenau,-Herr HieronymuSSiegel. Der Verstorbene, welcher der NanoiralPartei angehörte, war vom Iah« 1920 bis 1927 und vom Jahre 1931 bis zu seinem Tode Bürgermeister in Trou- tenau und galt in bürgerlichen Kreisen als bedeutende politische Persönlichkeit. In der Periode 1925 bis 1929 gehört« er als Vertreter der Natio- nalpartei dem Abgeordnetenhaus« an. Trotz allen seinen Bemühungen, sich mit der sozialbemokra- tischen Partei auf guten Fuß zu stellen, kam eS doch immer wieder zu großen AuSeinandersetznn- gen zwischen chm und den sozialdemokratischen Gemerndevertretern, doch darf ihm, der sich auS harter Not herauSgearbeitet hatte, sozial« Einsicht iricht abgesprochen werden. Hieronymus Siegel, von Beruf Schmied, hat sich auch als Schriftsteller versucht, ohne dabei Erfolg zu verzeichnen. Jedenfalls war er ein weit über di« Grenzen seiner Heimatstadt bekannter Mensch, der eS verstand, seine Popularität bis zu seinem Tod« zu be- Haupte n. Wahrscheinliches Wetter SamStag, den 19. August: Unbeständig, stellenweise Schauer, mäßig warm, Wind aus westlichen Richtungen. Di« Leich« von BlaSeo Ibanez wird nach Spante« überführt.„Matin" erfährt aus Madrid, daß die spanische Regierung die Uebersührung der sterblichen Ueberreste des berühmte» Schriftstellers Blasco Ibanez von Meuton nach Valencia gestattet habe. Di« Gebeine des Dichters werden im Oktober an Bord eine- Kriegsschiffes nach Spanien geschafft und dort zur letzten Ruhe beigesetzt werden. Zwei Autobusse zusammengtstoßen. In einer Straßenkrümmung zwischen Diekirch nnd Fels (Luxemburg) stießen zwei vollbesetzte belgiscl-e Autobusse zusammen. Fünfzehn Insassen wurden verletzt, vier davon schwer. Zwei der Verunglückten starben im Laufe des Tages. Pragerin in der Schweiz tödlich verunglückt. AuS dem Schnellzug Luzern--Zürich fiel währender Fahrt in der Nähe der Station Roth-Kreuz eine Reisende und blieb aus der Strecke tot liegen. ES wurde festgestcllt, daß die Tote Fanny E i t i n g« n heißt und eine geboren« L i f s ch i tz auS Prag ist, di« in Paris ihren Wohnsitz batte. Sie war 59 Jahre alt. Man nimmt an. daß sie ans der Waggontür siel, als sic die Toilette benutzen wollt«. Mehrfacher Mörder ausgebrochen. Der bekannte Verbrecher M i l i t o in Potenza, der auS Rache die beiden Eltern seiner Frau, die Frau selbst und seinen Schwager ermordet hatte, ist auS dem Gefängnis entflohen. Frei« Plätze in Prosr-nic und Luhatschowitz. Im Sanatovium sür Heilung von Lungen» krankheiten in ProseSnic; welches in der schönen Sazava-Gcgcnd liegt, find mehrere Bcucn frei, so daß sofort Patienten untergebracht werden können. Es werden Mitglieder aller Träger der Sozialversicherung, auch private Personen, wie Männer so auch Frauen in Behandlung ausgenommen. Die Verpflegst«!« beträgt K 40.— täglich, inklusive Einquartierung, ärztlicher Behandlung, Arzneien, Kost usw. Besondere ärztliche Leistungen, wie röntgenologische Untersuchungen, Gewährung von Pneumothorax«! Füllungen, Bäder, Inhalationen, werden nicht besonders honoriert und sind schon in der Berpflegstaxe inbegriffen. Anmeldungen sind an die Direktion des Sanatoriums, oder an da» Kuratorium des Vereines„Humanita", Prag II., Havliskovo näm. 22 zu richten.— Die Allgemein« Pensionsanstalt macht die Versicherten, die bisher ihren heurigen Urlaub noch nicht absolviert haben, darauf aufmerksam, daß in dem A n st a l t S- crh olungsh ci m„Arco" in Luhatschowitz noch mehrere Plätze für September frei sind. Die Tagestaxe für Versicherte beträgt K 24.—, für Begleitpersonen(Gattin oder Kind über 14 Jahre) X 80.—. Prospekte und Gesuchsformulare übersenden auf Verlangen die Allgemeine Pensionsanstalt in Prag, RaSinovo nübk. 60 oder di« Amtsstellen In Prag, Brünn und Preßburg. Der Terror in Braunichweig. Di« Kommission zur Untersuchung der Lage der politischen Gefangenen hat eine Broschüre hcrauSgegeben, die ein außerordentlich eindrucksvolles Schlaglicht auf die Wahnsinn-Herrschaft Hitlers wirst. Die Broschüre behandelt bloß da», was in Braunschweig on Terrpr verübt wurde. Dieses Ländchen zählt an Einwohnern und Bodenfläch« nicht einmalein Hundertstel Deutschland» und doch ist das, wa» diese mit aller Nüchternheit und Kritik gearbeitete Monographie zur Darstellung bringt, eine en>. setzliche Häufung schlimmster Gewalttaten und Verbrechen. Jeder, der sich einen Begriff machen will, was in Hitler-Deutschland wirklich vorgeht, wird diese Broschüre lesen müssen, die durch all« Buch- Handlungen zum Preise von 0.60 Schweizer Franken oder direkt vom Verlag Sozialistisch, Arbeiter- International« in Zürich zü beziehen ist. WWWIll!MN«M«WIlIWlIIMWW>Ml!IlIIIIWMlWM«IIIWIlMIlIll>lI!IlIIlIIIIllIlMWlIIWI!!IMiMWIlIIIIMIIlIlIIMlIIIWMl»WMiWIIW 1000 Güterwagen----1 Maschine. Von der deutschen Industrie ist kürzlich die größte Elektrodenpresse der Welt hergestellt und nach Rußland geliefert worden. Mit dieser Riesenmaschine, die einschließlich aller HilsSein- richkungcn ein Gesamtgewicht von etwa 1,000.000 Kilogramm erreicht, kann ein Prcßdruck von 10.000 Tonnen erzeugt iverden, der dazu dient, Elektroden für elektrische Oefen usw. , herzustellen. WWlllMllMMllMMlMWWMMWWIMMWWWWWWMMMMMMMWMMMIMMMMMMMWWWWWWl! Der Kamps gegen die««gesetzliche Nachtarbeit in BiiSereivetrieben ersolgreich entschieden! Oberstes Derwaltungsgerlcht vereitelt reaktionäre BorstStze. -K. 198. SamSiag, 19. August 1988. Seite 5 Braune Geschichte. Herr Goebbels hat di« erstaunlich« Feststellung gemacht, daß dec fascistischc R S m« r g r u h, d«n die Hitterleule über- nommen haben, Beretta bet Marlin Luther, ja sogar bei Hermann, dem Cherusker Sitte warl Richt nur der Dr. Martin Luther» Ruch Adam, wie wir seht ersah««. Und llva, att der Menschheit Mutter, Sie waren Hakenkreuz-Barbaren! Und in drr Arche jene« Noah, Der durch dl« Sündflut durchgesegelt, Hat«tu« artbewuht« Boa Den Herru des Hauses angeslegelt! Di« Höhlenmenschen, sehr verständlich, Die Ihresgleichen gern verspeisten, Betätigten sich hitlrrhändlich, Wenn sie um ihre Opfer(reiften! Sin» aber ist uns sehr erklärlich, Da», sagen wir, die Menschenassen, Di« ja fetzt drüben sehr entbehrlich, Rach braunem Ebenbild erschassen! Sioe Schweizer Stadt im Gravatfeuer. Man melltet der„Berner Tagwacht" au» Builly am Murtense«: Ein unerhörter Borfall passierte Dienstag vormittag in der Gegend von Builly. Gegen halb 11 Uhr wurden die Anwohner plötzlich durch Kochende Granaten aufgcschreckt. Deutlich hört« man sie durch die Luft Pfeifen und zum Entsetzen der Bewobner platzten sie mitten im bewohnte» Gebiet. Sie kamen über den Mont Builly, di« eine platzte etwa 18 bis 20 Meter vom Ufer entfernt bei Malier(bei der Brücke) im See. Zwei andere schlugen unmittelbar Beim Hotel Richard ein, di« eine im Garten diese» Hotel», wo sie einen Kirschbaum zerstörte, die andere hinten bei den Stallungen. Zwei weitere Granaten explodierten im Feld bei Nant. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, niemand getötet. Es gab lediglich Sachschaden. Die Granaten müssen vom Artilleriercgiment 6 stammen, da» augenblicklich in drr Gegend von Witzwil in den Manöver» liegt. Welche. Batterie und welcher Schießosfizier da» Unheil auf dem Gewissen hat, weist man noch nicht. Offiziell ist weder durch die Prcstagcnturen noch durch direkt« Mitteilungen etwa» bekannt geworden. Ganz offenbar will man die Sache vrrwschen. Wir verlangen aber Im Namen der Bevölkerung restlose Aufklärung und Bestrafung der Verantwortlichen. E» ist noch immer Zeit genug, die Bevölkerung de» Lande» der Vernichtung auszusetzen, wenn wirNich Krieg geführt wird. Propagaudaslug Urhorod—Prag. Am 28. August findet quer durch die Republik ein Propagandaflug al» Werbeaktion für den Besuch der Prager Rodiomesse, für den Rundfuitk und für das Flugwesen statt. Da» Flugzeug startet in ULHoroo und wird in der Richtung Kaschau, Bratislava, Brünn, Prag fliegen. Bon den ein- relnen Flughäfen werden Reportagen durchge- sührt. Während des Fluges werden rund 30.000 Propaganda-Fallschirme abaeworfcn werden, von welchen einige den Findern Anspruch auf Preise(Rundfunkapparate, Bestandteile, Eintrittskarten auf die Messe etc.) geben. Spionage-Asfäre in Pari». In einer kleinen Wohnung im 6. Stockwerk eine» Pariser-Hauses war vor einigen Tagen infolge Explosion eines Spirituskochers. ein Brand auSgrbrochen. In, Laufe der Lösch- und RettungSarbciten fand man in der Wohnung eine Menge Waffen und Munition sowie zahlreiche Flugschriften und B r o s ch u r e n. Bei einer näheren Prüfung de» Schriftenmaterials entdeckt« die Polizei eine Reih« von Dokumenten militärischer Natur. Die Untersuchung ergab, dah der Inhaber der Wohnung,«in gewisser Lucian Duquesnoy, der bei dem Brande schwer verwundet wurde, viel« Jahr« hindurch Mitglied der k o m m u n i» st i sch en Partei war. Dre militärischen Dokument« schemt sich Duquesnoy schon vor Jahren beschafft zu haben, als er bei seiner militärischen Dienstleistung di« Funktionen eines EeneralstabSsekretär» versah. Gegen DuqueSnoy wurde da» Strafverfahren eingeleitet. Gocring begnadigt Mörder. Der preußische Ministerpräsident Goering, der die Begnadigung verurteilter Kommunisten ablehnt«, hat zwei gemeine Kriminalverbrecher, die zum Tode verurteilt waren, einen schlesischen Gelidarmen, der sein« Geliebte vergiftet hatte und einen Mörder in Koblenz zu 18 Jahren Zuchthaus begnadigt. Sozialismus— ein Mißverständnis. Die deutsche„BergtverkS-Zeitung", das direkte Sprachorgan der Schwerindustrie im Ruhrgebiet und Leworgan des Großkapitalisten Nan-Staatsrat Thyssen, schreibt in einem Leitartikel:„Cs war da» Wort Sozialismus, das weite Kreise des Bürgertums, namentlich auch der llnternehmcr- Aaft und der Intellektuellen, vcraulastte, der Bewegung Adolf Hitlers gegenüber längere Zeit ein« abwartende und zögernde Haltung einzunehmen.-Heute hat sich langst herauSgestellt, dah hier«in große» Mißverständnis obwaltete. Mehr als die nationalsozialistische Werbung haben di« Taten der neuen Regierung die Einsicht geweckt, daß der Sozialismus des Dritten Reiches da» gerade Gegenteil von dein ist,>vas der Marxismus cl» Sozialismus bezeichnet." Sin-historisches Schloß niedergebrannt. Paris, 17. August. Im Departement Jndrö vrannte das auS dem 16. Jahrhundert stam» Gendc Schloß de la Barr« bis auf die Grundmauern nieder. Da» Schloß enthielt außerordentlich werwolle Sammlungen und Möbel, die ein Raub der Flammen wurden. Neu« deutsche Blätter, Monatsschrift für Literatur und Kritik, nennt sich die ob 15. September er« schcin«irde Zeitschrift, die O. M. Graf, Anna Seg- Hers und W. Hcrzfebdr hrransgeben. Ihr« Mitarbeit sagten u. a. zu: Bert Brecht, Ilja Ehrenburg, A. M. Frey, Arthur Höllischer, Egon Erwin Kisch, D. Kraeaner, Klau- Mann, Hcrmynia zur Mühlen, Rudolf Olden, E r n st O t t w a l t, Alfred Polgar, Joseph Roth, Bruno von Salomon, Kurt Tucholsky, Ernst Toller, Jakob Opfer. Sßon Gorga. Es war eine winzige Zeitungsnotiz, nicht größer, im Grunde nicht ander» al» so viele, all die vielen, die Anklagen in sich bargen, wie sie selten je in gleicher Schwere erhoben werden mußten. Wie sie zu lesen waren und zu lesen sind außerhalb der Manern eines Reiches, das seine heiligsten Guter zugleich mit den heiligsten Gütern der Menschheit überhaupt mit Fußen tritt. Winzig, war diese Notiz, denn allzu viele» müßt« nian schreiben, wollt« man nur ein annäherndes Bild von dem geben, wa» ein Bolk erdulden milß, das einmal in Dingen der Kultur eine weithin leuchtende Stelle einnahm. Tas diese Kultur durch einige iyrnige, di« es zu Führern machte, zertrümmern läßt. Mit ihr-die Menschenrechte, die heiligsten Rechte einer jeden Nation, Einem aber, der einmal mit Stolz, mit leuchtenden Auge» sich deutsch nannte, bohrte sich diese winzige Notiz wie glühendes Eisen in oie Seele. Mit starrem Blick mußte er immer und immer wieder darauf blicken, lauge, qualvoll lange für«inen, der per Hölle eben entronnen zu sein glaubt und jetzt die Tore wieder weit geöffnet sieht. Für ih». Was in der Seele dieses jungen, blutjungen Bert Heim in diesen Minuten vor sich ging, mögen nur wenige ermessen. Daß die Martern ungleich größer noch gewesen sind als die Qualen, die er noch einige Wochen zuvor iin Konzentrationslager erdulden mußt«, mag gewiß sein. Wassermann. Di« Zeitschrift soll«in Sammelbecken für all« Repräsentanten d«s literarischen Deutschland» sein und der Weltöffentlichkeit den Nachweis liefern, daß bas deutsche Schrifttum von wirklichem Rang«» entschieden ablehnt, sich vom Dritten Reich gleichschall«» zu lassen. Dir„N«uon Deutschen Blätter" veröffentlichen nicht nur Beiträge von«migrierten und auslandsdeutschen Schriftstellern, sondern auch von den in Deutschland verbliebenen, die den Nationalsozialismus ablehnen. Es existiert eine anonyme Redaktion in Deutschland, di« Beiträge dieser Schriftsteller sammelt. Zuschrif. ten werden erbeten an den Faust-Berlag, Prag I, Betlömskü 8. Die Wort« hatten sich in sein Denken«ingesressen, immer wieder kreisten sie in seinem Bewußtsein, mochte er Zerstreuung suchen, mochte er hinaus» laufen in die frei« Natur— es half nichts. Die Worte brannten, Hunderte von Malen mußte er sic sich auswendig anfsagen, als wollte er ihreit Sinn nicht fassen. Aber es blieb. „Als Repressalie gegen den flüchtigen Toppen, burger Reichsbannerführer Bert-Helm w»rde gestern dessen sechzigjährige Mutter in Toppcnburg verhaftet und dem Konzentrationslager Dachan zu- geführt.", DI« Tage, die zur Beschaffung des falschen Passes nölig waren, bedeuteten für Bert Heim ein« Ewigkeit. Mit jeder Stunde aber wurde das Bewußtsein, nur so handeln zu können, stärker und fester. Er wollte auf jeden Fall der SA sich ausliefern, vorher aber noch einmal mit seiner Mutter sprechen. Mit dem falschen Paß mußte es ihm gelingen, zu ihr zu gelangen, zumal er selbst in einem norddcntschen Lager untergebracht war und so die Gefahr des Erkanntwcrdens geringer war.-Hatte er die Mutter gesehen, dann konnten die bräunen Henker ihr Werk an ihm vollenden. Bei dem Führer des Konzentrationslagers meldete sich wenige Tage spater ein gewisser Willi Bergen mit dem Ersuchen, die Gefangene Anna Heim, mit der er geschäftlich in Berbindung gestanden hätte, kurz sprechen zu können. Dem Ersuchen wurde stattgegeben. Geführt von einem SA-Mann trat die alte Fray in den kleinen Raum, in dem der Junge auf sie wartete. Nur mühsam konnte sie ihr Entsetzen verbergen. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Streiks und Aussperrungen im Juli 1883 Wie das Statistische Staatsamt mitteilt, gab es int Juli 1933 28 Streiks(im Juni 25), hievon ivaren 21(20) Einzel-- und 7(8) GruppenstreitS in 67(73) Betrieben. Die betroffenen Betriebe beschäftigten 6817(13.463) Arbeitnehmer, von denen-1857(3965) streikten und 246(134) infolge Streiks feierten. Tie Streikenden versäumten 24.928(14.19-1) Arbeitstage und verloren an Lohn 567.102(444.004) X. Die infolge Streik» Feiernden versänitcn 1867(1066) Arbeitstage ilnd verloren an Löhn 40.836 (39.875) K. Im ganzen also betrug der Verlust an Arbeitszeit bei Streik» 26.790(15.260) Arbeitstage und an Loh» 607.938(483.879) K. In bezug auf die Gcwerbellaffen entjal» leit 17 Streiks auf das Baugewerbe(5932 von den Streikenden versäumten Arbeitstage), vier Streiks auf die Stein» und Erdenindustrie(4337), je zwei Streiks aus die Glasindustrie(1101) und auf die Metallindustrie(5592), je ein Sire k aus die Holzindustrie(393), Textilindustrie(6790) und Bekleidungsindustrie(378). Forderungen der Streitenden waren folgende: Bei 6 Streiks Nichtkürzung der Löhne(12.657 versäumte Arbeitstage), bei 13 Streiks eine Lohn» erhöhung(8054), bei 2 Streik» eine sonstige Lohnforderung(2901), in einem Fall wurde die Nichtentlastung von Arbeitnehmern(393), bei einem Streik Nichtaufnahme von Arbeitnehmern verlangt(444), bei einem Streik betraf die-Forderung den Kollektivvertrag(408), ein Streik ivar Dcmonstrationsstreik(682) und bei 3 Streik» sind die Forderungen noch unbekannt. Das Ergebnis der Streiks für die Arbeitnehmer war in 3 Fällen voller Ersnla(908). in 12 Fälle» Teilerfolg(10.386), in 3 Fällen Mißerfolg(541) und in 10 Fällen ist der Erfolg noch unbekannt(13.008). Nach Ändern gegliedert entfallen auf Böhmen 13 Streiks(16.000), auf Mähren-Schlesien 5 Streik»(1083) und auf die Slowakei 10 Streik» (7240). Aussperrung«» gab cs im Juli zwei Einzelaussperrungen. und zwar in Mähren: die betroffenen Betriebe beschäftigten 198 Arbeitnehmer^ von denen 155 ausgefperrt wurden. Diese versäumten 1960 Arbeitstage und verloren an Lohn 50.160 X. Eine Aussperrung betraf die Stein- und Erdenindustrir(1800 versäumte Arbeitstage) und ein« die Textilindustrie(160). Bei einer Aussperrung betraf die Forderung Nichkkürzung der Löhne(160) und lei der stvei- ten Nichtverlegunq des Vorsitzenden de» Be- triebSausschuffes. Da» Ergebnis war bei einer Aussperrung Teilerfolg(160) und flir di« zweite ist da» Ergebnis noch nicht bekannt. Bert Heim war aufgestaudcn und ging ruhig und sicher ans die Mutter zu, Aber bevor er nocy ein Wort hervorbringen konnte, fuhr die Frau ihn scharf an: „Ich meine, wir brauchten un» nicht lange zu unterhalten, mein Herr. Was Sir von nur wollen, kann ich mir schon denken. Sic sehen, ich lebe. Na also, nnd ich glaube, Sie haben andere Pflichten/ nie!» Herr, als sich hier um eine alt« Frau zu kümmern!" Zu dem begleitenden SA-Mann, der der Szene verständnislos gefolgt war, sagte sie dann kur; nnd schneidend: „Neugieriges Volk da». Führen Sie mich zurück." Nur mühsam konnte Bert Heim seine Ge« danken wieder in die Gewalt bekommen. Die ganze Größe des Opfers, das die Mutter ihm und der Sache bracht«, der sie den jungen Ge- noffcn erhielt, die Entsagung, die in ihren wenigen Worten zum Ausdruck gekommen war — das alles jagte in seinem Kopf hcnim. Er wußte nicht, wie er wieder über die Grenze gekommen tvar, er wußte nicht, tver ihm den geheime» Pfad geführt hatte— er sah nyr immer den entsetzten Blick der Mutter auf sich gerichtet Als die Genossen, die von seiner Rückkehr gehört hatte», ihn in seinem alten Quartier besuchten, fand«» sie einen jungen, stolzen Menschen fassungslos schluchzend, den Kopf in den Händen vergraben. Von den Worten, die er hcrvorsticß, vernahmen sie nur immer das«tue: „Mutter— Mutter" 3mBombenfl«gzr«g über dem nächtlichen Prag Die Einladung de» VerteidigungSmlniste- r'.uins an Prager Journalisten, einen Nachtflug über Prag mitzumachcn und einige» üher die Aufgaben der Luftwaffe zu hören, mußte gerade Sozialisten, Kriegsgegner locken; bot doch die Einladung Gelegenheit, sich einen Begriff über die Möglichkeiten und wenig tröstlichen Aussichten eines Luftangriffe- auf Prag und über oie „Zweckmäßigkeit" der Luftwaffe überhaupt zu bilden. Nicht weniger lockte aber da- Erlebnis eines FlngcS über da» nächtliche Prag, da» Erlebnis eines wundersamen Märchen- der Wirklichkeit. * Man hörte angesichts der Flugmaschinen, die zum Start bereit standen und der Offiziere und Mannschaften, die dazu ausgebildet werden, int Ernstfall dem„Feind" den Tod zu bringen und ihn von drr Heimat obzuwehren, angesichts der großen Zahl der Zeitungsschreiber, deren aller Ausgabe cs sein sollte, der nationalen Verständigung und so der Verhinderung eine» Kriege» zu dienen, man hörte sich angesichts all dieser Dinge die Darleg,ingeu de» Berteidigunas» niinistcr» doppelt aufmerksam und kritisch an, die darin gipfelten, daß die Luftwaffe au-gebaut werden müste, und daß die Mittel, die für sie zur Verfügung stehn, viel zu wenig seien. Man hörte die Darlegungen mit gemischten Gefühlen; dort standen, neben einigen Jagdfliegern zwei mächtige Bombrnwerfer, nicht zivei Schützer, sondern zwei Todbringer. Tort donnerten ihre Maschinen, bereit, diesmal lebende Fracht gegen den dunklen Abendhimmel zu tragen. Bald sind wir alle mit Fallschirmen versehn, merkwürdigen Dingern, die, zmammengefaltct an den Körper gehängt» einer Kreuzung von Tornister und RettungSavparat ähneln. Schon siild einige Jagdflieger yochgestiegen, schon ist der erste Bombcnwerser, ein mächtige» Fokker- slugzeug, zum Start bereit, da laufen wir, im Dunkel einander kaum sehend und fast taub vom Lärm der Maschine», zu unserem Apparat. Die drei Motore sind schon in Bewegung, lange Feuerzungen schlage» au» den Auspuffen und wie wir uns, dumme Anfänger, die wir sind, von der Seite her der Kabinentür nähern, schleudert un» ein heftiger Windstoß zur Seite. Der Luftzug, den die mächtigen Propeller verursachen, gleicht einem Orkan. Er streicht an dem schlanken Körper de» Flugzeug» entlang, da» wir nun von hinten angehn, in der Nähe der Wand ziemlich geschützt vor dem Luststrom. Ein kurze» Kommando und der Koloß setzt sich in Bewegung. * So ähnlich war» auch im Auto. Noch sitzt da» Flugzeug auf der Erde, noch stößt c», holpert es. Unmerklich aber vcrwaichelt sich oaS Stoßen in sanftes©leiten und ehe man sichs versieht, glänzen die Lichter von Dysoöan tief unter uns, winzige Pünktchen, die sich langsam entfernen. Und immer hoher schraubt sich die Maschine, immer märchenhafter wird der Ausblick. An den Rändern der Tragfläche sitzen des öftcrn Sterne, die versinken oder sich loslösen; unten aber sind unzählige Perlenketten weißen und gelben Lichte», unten fahren di« winzigen Wagen der Straßenbahn. Sie scheinen sich nicht von der Stelle zu rühren und entschwinden mit den Lichterketten bald dem spähenden Blick. Bald ist Dunkel unter un», wir fliegen irgendtvo über dem Geläiche vor Prag; hie und da sehn wir unten ein paar matte Lichter, die Nachtlampen eine» schlafenden Dörfchen». Das eigentliche Prag aber— wo ist e»? * Schon fliegen wir e» an, von Süden her. Dort unten ist Spokilov, dort ist die Kaserne von Vröovicc, dort zieht sich die Tübork» gegen die Stadt hin und dort, der große, spärlich erleuchtete Block, ist wohl die Strafamtalt Pan krac. Dort unten, irgeiwwo, schlagen vie-Herzen der Lieben, der Ahnungslosen. Run fliegt ein Gruß hinunter zu ihnen; später werden e» einmal Bomben fein, Bomben auf Ahnung»- und Wehrlos«. Noch höher steigt da» donnernde Ungetüm. Prag, da» leuchtende, dunkle, Prag, die schöne, geliebte Stadt, liegt, ein Meer von Licht und unsichtbarem Leben, Lieben und Leiden unter un». Dort ist der WenzrlSplatz mit wohl Hunderten Menschen, die wir nicht sehn, dort zieht sich der Graben hin und dort ist die Nationalstrahe und jene» dunkle Band', da» da» Lichtermeer in zwei Hälften teilt, ist die Moldau. Tief unter un» «st die hohe Spitze des VeitSdom», ist der majestätische Bau des Hradschin, von vorn grüßt der Siegesplatz von Dejwitz. Er bleibt links liegen, wir fliegen über Hvllrschowitz zurück nach Goell. Bald verstummt der Lärm ve» Motor»,' in« Gleitflug geht es zur Erde und in wenigen Minuten stößt das Flugzeug auf dem Boden auf. Jetzt, da e» über den Platz saust, können wir uns erlt«in« Vorstellung von der Schnelligkeit de» Fluges machen; oben schien ei, alt fliege der Koloß, uns zu Gefallen, recht langsam über die Stadt. E» war die Entfernung, di« un» täuschte. Bald haben wir un» des, schon während de» Fluge» lästig gewordenen Fallschirm» entledigt; er hätte im Ernstfall jo ohnehin nichts genützt, da wir kaum aus dem geschloffenen Flugzeug hinauSgekonnt hätten. Wer«in Nervenberuh^ gung-mittel geraucht hatte, dem war cs dienlich. Aber es gab wohl niemanden, der nicht, einmal im Flugzeug, da» Gefühl vollkommenster Sicherheit hatte. * Unheimlich ist die Vorstellung, daß Bomben Hinunterflicgen auf Prag, Berlin, Paris; schnell «st die Gewißheit da, daß jeder Versuch, sich vor ihnen zu retten, lächerlich ist. Drei, vier Flugzeuge dieser Art verwandeln die Stadt in einen Trümmerhaufen und töten mit den Bomben, die sie Nlitzusühren imstande sind, alle» Leben in ihr. Die Luftwaffe ist wirksam nur im Angriff, wirksam nur al» Todbringer für die wehrlose Bevölkerung einer Stadt. Dos ist, neben dem Genuß, den er vermittelte, die Lehr« dieses nächtlichen Fluges im Bombcnwerfer. Der Wille, Krieg und Vernichtung fernzuhalten von den schlafenden, Wachen, blinden Menschen ist nach dieser näheren Bekanntschaft mit den Bombenwcrfern stärker denn je. K. K. Samstag, 19. August 1938. Nr. 133. Aus der Partei PRAGER ZEITUNG Gerichtssaal Vereinsnadiriditen < bis Zurückgekehrt vom Grabe unseres teueren Toten Senator Franz Beutel Nach eines ich lich Antonia Beutel, v-m-, in Namen der trauernden Hinterbliebenen. toamauUn. Ona uulu, »tarKltttzltich U«ch-. WHMHWMMMMMWmWWVW Unentgeltliche Beratung S> stunven Der Arbeiterfürsorge finden feden Lamstag von 5—7 Uh» iw Berein deutscher Arbeiter, Smeökagafse Nr. 27, statt. WMNHMMMMWMMMAMMMM Die tfrö/Me illustrierte WocAenscAri/i tracheint Jeden fonntot lifrerall etAdltHdt Jugendbewegung. T. A 1. Sonntag Wanderung nach Bra»z (Badegelegenheit) Zusammentreffen um 7 Uhr früh an der Endstation der 17- oder 21-er-Linie in H»d> koviöky. Pünktlich jein! Rund um die Frau. Cousine. Cousin:„Du willst also wirklich diesen Profis, sor heiraten'? Du, das Ziel von nahezu lausend L». trägen! Wie bist du nur zu diesem Entschluß getom- men?" Cousine lstud. phil):„Er machte mir seine« Antrag in griechischer Sprache und bei meiner Ab. lehnung verwickelte ich mich dermaßen in meineh 'Negativismus, daß eine Zustimmung daraus wurde und jetzt bin ich zu stolz, meinen, Fehler zu;«, gestehen." Maharadscha aus Brautschau. Ter Maharadscha von Travankor hat in diesen.Tagen seine Blautschau-Reise durch Europa beendet— ohne allerdings eine europäische Fran au seiner Gemahlin erkoren zu haben. Der Maharadscha traf mit seiner klugen Mutier, die den Sohn als Manager und künftige Braulmntier begleitete, im Frühjahr zunächst in Oesterreich ein. Er besuchte neben der Stadt Wien sämtliche vornehmen österreichischen Bäder, nm sich dort seine künftige Ehegattin anSzusnchen. Tie richtige Partie hat er allerdings dort nicht gesunden. In Oesterreich gibt es nun einmal nur sehr wenig junge Damen, die sich im Frühjahr monatelang in„vornehmen Bädern" aufhaltcn können. Kein Wliudir, daß der Maharadsha unter den wenigen Fräuleins, die sich das leisten können, keine Gemahlin herausgcfunden hat. Ter Maharadscha wandte hierauf feilte Schrine nach Deutschland, zunächst nach Berlin, wo er sich vor dem Hotel Adlon von einer Hundertschaft von Reportern photographiere« und interviewen ließ. Tas hat aber leider auch nichts genützt; denn der indische Fürst wandte sich nach einem Besuch von Wiesbaden, Baden-Baden und anderen Lnrnsbädern nach Frankreich und schließlich nach England, nm dort sein Glück zu probieren. Ter Prinz wird als eine indische Schönheit mit herrlichem braunen Teint geschildert. Sein Reichtum soll sagenhaft sein. Jährlich eine Million Sterling wirft das Land Travankor mit seinen 4 Millionen Einwohnern ab. Sogar Eisenbahnen und Kanäle soll es dort geben. Tie Ans- erwählte hätte sogar Chef einer Armee von 1500 Soldaten werden können, die mit den modernsten Waffen ausgerüstet seien. Schade, daß sich nicht einer der Filmregisseure um die Sache angenommen hat. Tann wäre der Maharadsck)a sicher unirr die Haube gekommen. SmBtaaiili^n fttbahe«.D» CaU'® t»•■|, Stag , Etta» w 13.800/VIj. 1980»«willige- vegagtbkdmgange»«ei AufteBuai M4 MM MteML M ANW» DaWteuus MWtoOlsd.- HWÄ sage ich vor allem der Partei, den Gewerkschaften, den Genossenschaften sowie den Sport- und Kulturorganisationen, beziehungsweise ihren Vertretern, den zahlreichen Blumen- und Kranzspendern sowie allen Freunden und Bekannten für die bewiesene Anteilnahme den herzlichsten und tiefgefühlten Dank. Aussig, am 18. August 1933. S"—. Ortsgruppe Prag. Sonntag, 20. August, »iTresspunkt 7 Uhr am Smichower Bahn- Ahof, Wanderung inS Berauntal.- Führer W i n t e r n l tz. Kundgebung für Oesterreich. Im Rahmen des internationalen Arbeitcrschwimm- festes, das Sonntag In Antwerpen stattfand, veranstalteten die belgischen Arbeitersportler eine eindrucksvolle Kundgebung für O c st e r r e! ch. Der nächste Start der Wiener ist für den nächsten Sonntag in Amsterdam angcsetzt, doch werden sic vielleicht noch an einem Wochentag in einer kleineren Stadt anlrcten.— Bei dem Antwerpener Schwimmsest, an dem sich die besten Arbciterschwim- mcr von Oesterreich, Belgien, Frankreich und Holland beteiligten, holten sich die Oesterreichcr große Erfolge. Hölzl(Wien) siegte im lüll-Metec-Rückcu« schwimmen in l:2l,2 vor Kratzer!(Frankreich) 1:26; lOÜ-Mctrr-Freistilschwiiiiuien: Pinkas(Wien) 1:013, Hawlik(Wien) 1:05.1. 100-Metcr-Brustschwimmen: Hölzl 1:21.1. 200- Meter- Brustschwimmen: 3:01.4. Lagenstaffel: Oesterreich 1:02.3, Belgien 4:17.2. Tie Stasscl über ümal33 Meter gewannen ebenfalls die Ocslcrrcichcr. Wasserball Oesterreich gegen Belgien 12:4. Wiener Fußballer nach England'? Es gibt nur noch wenige Länder Europas, in oenen nicht schon ö sie r r eich i sch e Arbcitersportler angetrctcn wären. Gegenwärtig beschäftigt sich die Leitung eines W i e- ner Ligavcrcines mit dem Plan einer Wett- spiekreise nach England. Es wäre, dies das erste Auftreten von österreichischen Arbcitcrsportlcrn in England. Die Spiele sollen gegen Gewerk- s ch a s t s m a n n s ch a s l r n ansgctragen werden. Rund um Belgien. Fn Belgien hat soeben die sechste Rundfahrt um Belgien der belgi- chcn Zlrbciterradfahrer begonnen. Das Rennen wird an sechs Tagen in sechs Etappen gefahren. Für die Durchführung der Veranstaltung wurden durch eine Sammlung 35.000 Franken aufgebracht. 331 Teilnehmer am Meeresschwimmen. Am iebcntcn Meeresschwimmen, das der Osloer Ar- bciterschwimmverein B i k a auf einer 1300 Meter lange« Strecke veranstaltete, beteiligten sich 831 Sportler. Sieger wurde wieder Finn Eriksen in 24:21 vor Lehmann 25:17 und Gulbrandson 26:22. Die Zeit Erichsens ist um 50 Sekunden bester als die im vorigen Jahre erzielte. In der Altersklasse schwamm der sechzigjährige Bige die Zeit von 34:41, Sieger wurde hier Andersen in 29:48. Unser Blatt der„Sozialdemokrat“ ist irr Prrrs i« folgende« Berfchleitzstelle« zu habe«: Babnhofsbnehbandlung, Wllsonbahnhol. MaurrV bahnhof, DenUbahnhot. Bartik, Trafik, Prag. IL, Tyinov L. Bnrok Hugo, Trafik, Prag I, fitaromtataki o4* mSstl 32. Hodrova, Trafik, Smlebov, Bfbf. teati IX Jolinkova, Trafik, finale IL, Mostnö domy..Re- fortny". Kotyaa Jan, Trafik, Smlebov, ZborovakA tf. IJ, Kransova A„ Trafik, Karlin, Krilovaki 14. KrejSik A., knlbkupcctvi, Prag-Lieben. KrAlov- skd 1511. Kronpa Jlnill, Trafik, Prag II., Raiinovo nibf, atänek 114. UJwenaohn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka 8. Marek. Josef, knihknpectvi, Prar-Bubcnf, ul. Dr. Brdfa 24. Afonik, Trafik, Prag I., Parlament. Mr Aiko va, Trafik, Prac I., JosofskA tf_ stanck 127. Mrit Jan, Smlebov, Hadlleki tf, 43. Orbis A.-G., ZeItons»verschleiß. Praha XIL Po- chova tf. 62. „Praita“, Zeitung» verschleiß, Prag PU Havliekovo nAm. 23. Sedläk Väelav, Trafik, Dajvlce, Sveeova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejviee, Hennerovy nfednlckd domy 280. Strouhal Artnr, Trafik, Prag III., Mosteckd 18. Tansslg EU ZeltungsversehlelB. Prag II. Vdelav. ■ki ndm. 45. Ungermann Rudolf. Prag IL. Paukt bei Palast- botel. Üstfcdnf dein, knlhkupeetvi. SvSceny, Prag II, Hybernskä 7. Zetnann. Trafik. Prag I„ Perlten. Fanal, Zeltungaveraohlelß, Prag II., Smefky 8-18. Und bei StraBenverklnfern: Wenzelgplatt— Mdstek— Masarykbahnhof— Wllsonbahohof. Salon. Jones lder mit seiner Gattin gekommen ist, die Nachbarn zu besuchen):„Ob sic wohl schon lauge verheiratet sind?" Mrs. Jones:„Nein, augenscheinlich erst kurze Zeit." Jones:„Woraus schließt du das?" Mrs. Jones:„Merkst du nicht, wies hier im Salon nach Tabak riecht?" Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag 1L, Prikopy, Palais Koruna. Rlms la Prager UffitsplelMtiseni einschließlich Donnerstag, den 24. August 1933. Adria:„Namenlose Helden."— Alfa:„DaS Lerchenlied."— Ftnix:„Auf der SPur."— Flora:„Studenien-Hotel."— Gaumont:„Madame wünscht keine Kinder."— Hollywood:„Madame wünscht keine Kinder."— HvLzda:„Nanienlose Helden."— JuttS: Weitere neue ausgezeichnete Lust- spiele mit Szöke Dzakall.— Tcutsch.— Koruna: „Die unsichtbare Front."— Kotva:„Don Quichotte."— Lueerna:„Don Quichotte."— Metro:„Tie Nacht der großen Liebe."— Pastage: .Weitere neue ausgezeichnete Lustspiele mit Szöke “":„Voruntersuchung." — Skant:„N i e- „Die Nacht der gro- Lied der Arbeit."— — Favorit:„D. Phan- Kapitol:„Weekend im „Anton Spelce— der Scharf- „Brennendes Geheimnis/ ."— Belvedere: Beseda: Skrupellose krvressung am eigenen Bruder. Schlechter Dank. Prag, 18. August. Einer der widerlichsten Fälle seit langer Zeit wurde vor dem Senat Toman verhandelt. Angeklagl war der Schlosser Wenzel Scamck der M i t l ä l e r s ch a s t.am Verbrechen des Diebstahles, begangen durch Verbergen gestohlener Gegenstände. Tic Anzeige ging vom leiblichen Bruder des Angeklagten aus, und zwar war dieser Kronzeuge selbst der Berüber des Diebstahls gewesen, an dem nach seinen Behauptungen sein Bruder sich als Heiser beteiligt haben soll. Diese Sache liegt nun an die zehn Jahre zurück. Der heute als B c l a- st u n g s z c n g e fungierende Franz 8 r o m r k, der damals von einer W a f s e n n b n n g heinigekommen war, verriet zu dieser Zeit plötzlich einen W o h l st a u d, der alle seine Freunde, die ihn als armen Teufel kannten, in Erstaunen setzte. Er schaffte sich ein Paar Pferde an, kaufte nerschie- dcne kostspielige Tinge und benahm sich überhaupt als tvohlsimierter Mann, obtvohl er vorher keinen Heller bescstrn hatte. Nun war gerade in der Zeit, als Franz Ära- mek seine Wasfcnübung absolvierte, die Regime ntskasje seines Truppenkörpers erbrochen und an die 48.000 Xe entwendet worden. Der Täter konnte nicht sofort ausgefovscht werden. Erst die kost- spielige Lebenshaltung des heutigen Kronzeugen lenkte den Verdacht auf ihn. Er wurde tatsächlich überführt und vom TivisionSgericht zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt, welche Strafe er auch verbüßte. Als er aus dem Gefängnis entlassen wurde, logierte er sich bei seinem Bruder ein, den er heute auf die Anklagebank gebracht hat. Dieses Zm'ammenleben gestaltete sich aber sehr unglücklich. Einmal mußt« der gastfreundliche Bruder bereits die Hilfe der Gendarmerie in Anspruch nehmen, weil Franz unaufhörlich Geld von ihm erpreßte, und zwar in solchem Ausmaß, daß die Existenz der Familie bedroht wurde. Das erpreßte Geld brachte er sogleich durch. Die Erpressungen verübte er auf die Art, daß er seinen Bruder als M i t- wisser und Helfer bei dem Einbruch hinslelltr und ihm drohte, ihn anzuzeigen, wenn er nicht Geld hergobe. Aus Angst vor der Schande zeigte sich Wenzel Krame! immer wieder gefügig, wodurch der Erpresser aber nur immer dreister wurde, einer scharfen Auseinandersetzung ging er Tages tatsächlich hin und zeigte seinen Bruder an, daß dieser ihm bei dem Einbruch behilflich gewesen sei. So kam es zu der haute verhandelten Anklage. Die Borerhcbungen hatten durchaus kein Material gegen den Angeklagten erbracht. Als einziges Beweismittel blieb die Aussage des alleinigen brüderlichen Belastungszeugen, die dieser in gehässigster Art ablegte. Bei seiner Aussage kam es zu widerwärtigen Auseinandersetzungen zwischen den feindlichen Brüdern, wobei einer den anderen durch allerlei Anwürfe herabzusetzen suchte. Schließlich sprach der Gerichtshof den Angeklagten frei, mit ' der Begründung, daß der einzige Belastungszeuge : nach seinem Lebenswandel und Leumund keinerlei , Glaubwürdigkeit in Anspruch nehmen könne. rb. Eitel. Tante:„Wie unermeßlich eitel du doch bist, Es sie.— Fast immer finde ich dich vor dem Spiegel." Effie:„Eitel?— O, Tante! Ich eitel?- Ä» mich nicht halb so hübsch finde, als ich eigen!- bin." Hollywood radelt. Aus Amerika kommt die sclrsamc Knude; In der Filmstadt Hollywood gilt es als vornehm und chic— zu radeln! Während sich also in New?)ork, Chicago und Tciroit die Automobile zu Bergen häufen, Autostraßen angelegt werden und die Autobusse immcrmehr die Eisenbahn verdrängen, schwingt sich der Filmstar in Hollywood auf ein simples Fahrrad, um sein„Morgeutraining" auf der Landstraße zu absolvieren. Tie neueste Rad- fahrmodc in Hollywood hat nämlich einen sehr realen Hintergrund. Der Filmstar sowohl als die Komparsin dursen ein gewisses„Höchstgewicht" nicht überschreiten. Tas ist sogar kontraktlich festgelegt. Nun ist das„Morgentraining" mit allerlei quälerischen Apparaten kein reines Vergnügen. Die Filmleute haben deshalb den einfachen Ausweg gewählt, sich nach dem Frühstück aufs Fahrrad zu schwingen und durch Gottes freie Natur „ins Grüne" zu radeln. Die erste Radlerin von Hollywood war die schöne Joan Crawsord, die jeden Morgen Beverly Hills niit ihrem Rad unsicher macht. Schnell interessierten sich andere Filmgrößcit für den neuen Sport: Magde Evans und Mhrna Loy, die Partnerinnen Ramon Novarros bei Metro-Goldwyn-Mayer. Es hat sich sogar eine eigene Radsahrmode'n Hollywood entwickelt. Die Frauen mit den tadellosen Filmbcincn tragen den„Shorts", einen Sportanzug mit ganz kurzen Hosen. Wer nicht so ganz sick>er ans seinen Beinen steht, nimmt den„Stacks" mit einer pyjamaariigcn Hose. Auch die„Boys- Scoout"»An;ügc in ,^khaki" sind recht beliebt. Nach der Radtour geh» man an die Waage und stellt fest, daß man das vorschriftsmäßige Gewicht mnegehaltcn hat. AM* Solei ♦ Köinemnene Internationales Mannschaftsfahren. Ter neunte Gau der tschechischen Arbeiterradsahrcr veranstaltet am 27. d. aus der Staatsstraße Preßburg— Jene c—P reßburg, 40 Kilometer, ein Mannschaftsrennen für Mannschaften von drei bis fünf Fahrern. Für jeden Berein ist eine Mannschaft startbereit. Di« Startgcbühr beträgt 50 Kronen für die Mannschaft. Nennungen mit Angabe der Farben der Bereinsdressen sind an A. P i s k a, Preßburg, U starej pracharny c. 3, zu richten. Szakall.— Tcutsch.— Praha: — Radio:„Die weiße Welt." mandSland."— SvStozor: ßen Liebe"— Alma:„DaS! Baikal:„Die nackte Frau." tom der Rennbahn."— Paradies."— Lido: schütze."— Louvre: J Aaldek:„Siudenten Hotel."— Belvedere:„Das Aocnteuer einer schönen Frau."— Beseda:„Ter weiße Dämon."— Illusion:„Wenn die Liebe Mode macht."— Sport, Smichow:„Melodie der Liebe." — U Bejvodü:„Der Millionendieb."