13. Jahrgang. Samstag, 26. August 1933 Rr iss. o: der Grenzet il Mit meisterhasler Redekunst. Er kag,e unter NN« derem: Teil dem Krieg leben wir nicht'N einer l Well, in der Reinheit der Lehre die Menschen »er„innere SMneM Wollen die Sudetendeutsdien wieder tmnd ins Verderben rennen? Der Nationalsozialismus sei ein Kampf gegen den inneren Schweinehund im Menschen, sagte der frühere braunschweigische Naziminister Franze n. Er hat inzwischen den Kampf enttäuscht ailsgegeben, der Hitlcrpartei den Rücken gekehrt und unlängst war z» lesen, daß Franzen auch schon als„Feind der nationalen Revolution" mit Hausdurchsuchungen bedacht wird. Begreiflich! Denn i in braunen Reich i st der i n n e r e S ch w e i n e- hunderst richtig losgckcltct wor- den. Folterung und Ennordnug wehrloser Gegner, Diebstahl, Gaunerei, sind an der Tagesordnung, Fcldwcbelgeist und Knechtjelig- keit kennzeichnen das nendcutsche Dasein. Weder treten die Züchter und Entfeßlcr des inneren Schweinehuirdcs mit dem vertvcgencn Anspruch auf, daß ihre Bcrrnchtheit als Ausdruck deutschen Wesens, als Maßstab nationaler Ge- simnmg gelten solle, biestern tvnrde di« Liste derer bekannt, denen die Ehrung zulril wird, von den Hunnen, die heute Deutschland rcgic- ren, nicht mehr als Deutsche anerkannt zu werden. Dichter von Rang wie Heinrich Mann und Ernst Toller, Manner, die den Kriegswahn bekämpften wie i') u ni bei, Hellmuth v. Gerlach und L e h m a n n- R u ß- büldt stehen neben sozialdemokratischen und kommnniskijchen Führern auf der Ehrentafel der Geächteten. Die Geschichte wird daS letzte U r te i l d a rii b er s p re chc n, ob der Morphinist Goe ring, oder der Dichter H e i n r i ch M an n ein besserer Deutscher war. Die Zeitgenossen der ueudeulschcn Schmach können sich aber nicht dairrit begnügen, vor der Geschichte recht zu behalten, sie müssen schon in der Gegenwart dem losgclassenen inneren Schwei>»ehund Kampf auf Leben und Tod ansagen. Wir tven- den uns an die Sudetendeutschen und insbesondere an ihre junge Geiteration, an alle, die geneigt sind, itt dem Ausbruch der braunen Schlammflut einen Aufbruch zu scl-en, denen das Prügeln, Heilen»lNd Marschieren als etwas„grundsätzlich Neues" erscheint. Die Erinnerung ait vergangene Tage der„nationalen Erhebung", welche die politische Geschichte Teutjchböhmcns verdunkeln nnd beflecken, bestimmt uns, mit aller Leidenschaft gegen das Gelichter Front zu mache», welches s e i n e B e r b re ch e n a n der N a t i o n 0 l s D i e n st a m Volke v o r z u t ä u- scheu sich erkühnt. Ist es ettvas„grundsätzlich Neues", den politischen Gegner mit brutaler Faust niederzuschlagen, seine Heime zu demolieren, seine Häuser anzuzünden'? Alles ist schon dagetvesen, wenn auch nicht in neudeulsclzer Vollendttng. Dem Eriunerungsbüchlein eines nordböhmi- fchen Tschechen(F. C a i t h a m l: Obräzkh z „Deutschböhmen") entnehmen wir einige Fakten, aus denen die Sudeiendeirtschen lernen können, daß die Zeche der diversen„nationa- len" Heldentaten immer die unschuldige Mehrheit des eigenen Volkes zu büßen hat. Am SS. November 1897 zogen in Saaz nationale Demonstranten vor das tschechische Ber- einShauS, zerschlugen die Fenster, erbrachen die Türen, zertrümmerten die Einrichtung von drei VereinSzimmern, schleppte» die Neberbleibsel in die Küche und verbrannten fle. In der völkischen Begeisterung wurden auch die Fenster der tschechi» chischen Schule und tschechischer Privatwohnungen eingeschlagen und daS HanS des Kaus- niannes Holy angezündet. Wanz wie im Dritten Reich, nur der Abschluß der Affäre weicht von der neudeutschen Praxis wesentlich ob. Die Anführer der Räuberbande wurden zu Gefängnisstrafe» bis zu vier Monaten verurteilt, ja noch mehr: die Stadt Saaz muhte IN.884 Friede»«, krönen Schadenersatz blechen, weil die städtische Polizei den Angreifern assistiert hotte. E i n G l ü ck, d a ß der Fall nicht vor das Leipziger Aeichsgericht Bildbericht von der Internationalen sozialistischen Konferenz. Rechts oben der Sekretär Friedrich Adler. laut. So»st wäre wohl der tschechische Kauf- >uann Holy wegen„Brandlegung" mit dem Galgen bedroht worden. Völkische Angrisfsaktioiicu aus tschechische Bereiilshäuser, Feste, Privatschulen, selbst aus deutsche Arbciterinstitule(Tcplihcr„Freiheit" und Krankenkasse) waren bis zum Fahre lOOcl auch in anderen deutschböhmischcu Städte» nicht selten a»>f der Tagesordnung. Auch die echt völkische Praxis, den Arbeiter mit der Hungerpeusche zu einer genehmen Gesinnung zu erziehen, ist keinestvegS erst von den Her ren des Dritten Reiches crsnnden worden. Wie der gleiche Autor berichtet, konskribierte eilte bekannte deutschvölkische Scknitzorganisativn im Jahre 1904 in Komvtau 264 tschechische Ge hilfen und 277„sremdvölkische" Dienstmäd chen und verlangte deren Entlassung. Die Rei- nigungsaküon endete mit einem Mißerfolg, weil die volksbcwußten Arbeitgeber aus die billigere tschechische Arbeitskraft nicht verzich ten wollten. Den Nachweis der arischen Groß- mtitler zu verlangen, blieb doch dem über preußischen Fortschrittsgeisl überlassen. Ein ewiger Schandfleck des dcuischböhmi- jchen Nationalismus bleibt die Aktion gegen die tschechische Schule in See stabil. 62 Familien mit 305 Kindern— durchwegs aus Kampfes passiert seien! Das war der entfes- Spltzclorganlsation Alle soztaldcmoKrattsdien Kundgebungen unser Hnnncnauisidil. Bodenbach, 25.'Augnst. Wir e rsastren ans zuverlctfsiger CueKt, vast über alle sozialdemokratischen Bersaniinlnngen im siidetendentschen Gebiet, vor allem jedoch über öffentliche Kundgebungen, genaue Berichte an eine Nazistelle nach Dresden gelangen. Tie nationalsozialistischen'Beobachter melden die.zahl der Teilnehmer, vor allem jedoch senden sic genane'Angaben iiver die Person der Redner nach Dresden. Nicht nur die Namen, sonder» auch genane Personsbeschrcibnngen werden von den Spitzeln nach Dresden gcliesert. Dort besinvet sich schon ein«mfangreiches'Archiv. Fn einem Falle wurde festgestellt, vast die Spistet Reichsdeutsche waren. Sie verrieten sich dadurch, dast sie in einem neben dem Plast einer Kundgebung befindlichen Gast hause die Reden mitstenographierte». Es ist anzunehmen, das; diese Spistellcitigkeit sortgesestt wird. Sie soll offenbar.Handhabe» zur Ve»Haftung der in«uferen Kundgebungen redenden ftk< »assen bieten, für den Fall, vast sie über Vie Grenze gehe« sollten oder aber, wie man von den heimischen Nazis iurmer wieder. hören kann, im Falle einer „(Gleichschaltung" der sudeteudentschen Gebiete die Begründung für das Verfolgen der sozialdemokratischen Vertrauensleute liefern. ■aREsasm Remter und linker Generalredner an! der Pariser Konferenz. Schlußsitzung del Nacht F ü r die Gr» P P c der R e ch t e u sprach Marquet(Frankreich) mit iiieisterhafier Redekunst. Er>agie unter Arbeiterkreisen— hatten im Fahre 1907 eine Schule verlangt. Die Antwort der völkischen Unternehmer und Hausbesitzer war die Emkas» suug der Rädelsführer u. d r e i ß i g g e r i ch t- l i ch e W o h n u n g s k ü n d i g u n g e n. Die gewaltsam delogierten Familien lagerten auf der Straße. Gegen den Widerspruch eines anständige» Arztes wurde sogar eine Familie §ärvkv mit einem siebenjährigen masernkran- kcn Kind auf die Straße gesetzt. Für die geschädigten dcutschuationalcn Hausbesitzer sammel'« der Komotauer deutschradikale Reichs- ratsabgeordnctc K r o h 3000 Fricdenskronen. Wer zu Kreuze kroch und die Unterschrift von der Schuleingabe widerrief, wuxdc begnadigt. Er bekam folgende Bestätigung vom Gemeinde- sekrctär in Seestadl: „Ernst Swoboda kann in Hotlschitz in Wohmittg genommen werden. Stampiglie. Fiedler.* Auch für die Wiederaufnahme in die Arbeit wurden solche Bestätigungen ausgestellt. Eine dreckige Kavilalistengesinnung betrachtete damals schon nicht nur den Leih, sondern aitch die /Seele des Arbeiters als Eigentum des „Brotgcbers". Keine Entschuldigung, daß diese Maßnahmen nur in der Hitze des nationalen Paris, 25. August.(Eigenber.ch'.., In der heutigen Bormitlagsptzung der^nr.'rnanvnalcn Sn pal ist! scheu Konferenz wurde ine Generaldebatte abgeschlossen. Sie brachte noch eine Rede Nonais(ungarische Emigranten), dcr die Konferenz vor der Unterschätzung der ältesten Diktatur, der ungarischen, warnte. Ig&g'hH' aüz'iehst'.st die Ak'tivi^ Die übrig bleibenden Redner hatten sich»usität, die Bewegung, der Wille. 1013 er- Generalredner gecignigl. Ischien der Kapitalismus als eine gut sunktionie« nelMslsSsadüevraneier oenusse nnnenvrdmi m nrnr Berlin, 25. August. tEonti.) Beamte dcs Geheimen Slaatspolizei.amtes nahmen lreute morgens in der Wohnung des ehemaligen Ü7jährlg«n Reichstagsabgeordneten der SPD Karl Hllben- brand in Steglitz eine plötzliche Hansdurchsnchung vor. Hiebei wurden angeblich etwa zwei Zentner illegale Druckschriften beschlagnahmt. Hildenbrand ist sestgenommen tvorden. fflniinninniiiiinninitiimminHininiiimnniuiiiiiiinmiiniiiiimiiiiuiiiiiinininiii»iiiimiiiitiuti rende Maschine; damals von Ordnung zu sprechen, wäre eine Sprache gewesen, die die Arbeiter aus unserem'Munde nicht verstanden bättn. Aber heute funktioniert diese Maschine nicht mehr, sie stockt, sie zerfällt. Heute, wo Unordnung und Krise überall die Menschen bedrucken, von Ordnung zu reden, ist eine revolutionäre Sprache! Als Generalredner der Linken sprach der junge Abgeordnete Spaak(Belgien): Wir Jungen sind in die Bewegung ringc- Iretcn, als die Demokratie in viele» Ländern in Trümmern sag. Was wir heute verlang»», ist darum nicht die Iraditionesie Politik der Demokratie, sondern eine neue Politik, die den neuen Verhältnissen Rechnung trägt! Tie Frage ist die, ob die Demokratie, wie sie heute besteht, ein wirksämeS Mittel gegen den KapitaliiSmns ist! Por dem Krieg konnten sich die sozialistischen Parteien aus den Boden dcr Demokratie stellen, weil auch die Gegner die Spielregeln der Demokratie einhielten. Heute schtvindelt der»Gegner! Währeird wir bereit sind, uns an die Spielregeln der Demokratie zu halten, schickt er sich an, uns nach de» Regeln des Fascismns niedeczuschligen! Wir Linken, wir Jungen, sagen:' Es genügt nicht, recht zu haben— wir wollen siegen! Klara Kalnin Lettland verwies auf die jüngsten Borstöße der Reaktion in Lettland: Die Sozialdemvkratic ist in der Revolution geboren, sie werde nicht kampflos untergehen!— Auf Vorschlag des Vorsitzenden Bandervelde sprach die Konferenz in einem Telegramm den gegeil das Verbot ihres SchnhbnndeS kämpfenden lelt- ländischen Arbeitern die Anteilnahme der Internationale aus. Da die Beratungen der Kommi'ssion, die eine Resolution ausarbeitct, längere Zeit in Anspruch nahm, trat das Plenum der Konfereitz erst um 9 Uhr abends zu einer N a ch t s i tz u n g zusammen, mst der die Konferenz abgeschlossen werden soll. 141»elegierte aus 30 Landern. Die der Sekretär der S?lF, Friedrich Adler, bekannlgab, sind aus der Konferenz l-lck Delegierte amvesend. Sie vertreten 36 der SAJ angeschlossenen Parteien aus 30 Ländern. Außerdem sind fünf Delegierte befreundeter in- temationaler Organisationen anweisend. felte initere Schweinehnnd, wie er he>»te rudelweise voll denlschen Hitlerkreaturen gegen deutsche sozialistische Arbeiter losgekoppclt wird. Das war nur ein bescheidenes Vorspiel mit unbeholfener provinzieller Regie zu dem heutigen Aushungerungskrieg gegen Marxisten und Jildcn in Dentschland. Wir fragen die hitlerbegeistertc» Sudetendeutschen: Haben sich diese nationalen Heldentaten gelohnt? Hat nicht der unschuldige deutsche Eisenbahner, Postler und Beamte nach dem Kriege die Suppe, die da eingebrockt wurde, anölöffeln müssen? Und, von diesen verkrachten Gewaltpolili- kern, die nur den Nameir gctvechselt habe»«, keinestvegs aber ihre Gesinnung, sollen sich die Sudorendentschen wieder kommandieren lassen? Wird das Unrecht voi» 1933 bessere Früchte tragen, als die auf Unrecht und Gewalt gestellte völkische Borkriegspolitik? Wir stellen uns mit vollem Kraftemsatz gegen eine Wiederholung der nationalistischen Verbrechen anl deutschen Volke. Wer den inneren Schweine- hund im Menschen auSrotten will, muß schonungslos, nnerbitterlich und ohne Unterlaß den Nationalismus bckänlpfcn! Seite 2 Samstag, 28. August 1988 Nr. 199 Sozialdemokratische Arbeit und kommunistische Phrase. Der Kampf um die Arbeitslosenrürsorgc. Die Regierungsverordnung vom 28. Juli über die vorübergehende Regelung des StaatS- zuschlages zur Arbeitslosenunterstützung Ist verlautbart und dantit eine Aktion im Kampfe um die ArbcitSloseiifürsorge beendet. Dadurch soll ausgesprochen werden, daß die öffentliche Fürsorge für die Arbeitslosen Kampfobjekt war und bleibt. ES gibt kein Land auf der ganzen Welt,»i dem die ArbeitSlosensürsorge nicht heiß umstritten ist und als eine unabänderliche, auf ewige Zeiten in Form und Art feststehende Einrichtung gilt. Für die Gestaltung dieser Fürsorge sind matzgebend einerseits die Macht der Arbeitrrllasje und andererseits di« jeweilige wirtschaftliche Lage. Nachdem die ArbeitSlofenfürsorge ausschließlich nur dem erwerbstätigen Teile der Bevölkerung zugute kommt, sollte es die selbstverständlichste und naheliegendste Aufgabe der arbeitenden Klasse sein, die Voraussetzung, die nur sie erfüllen kann, restlos zu schassen. Dies um so mehr, als heute allen Arbeitern und Angestellten bekannt ist, daß die besitzende Klasse aus egoistischen Motiven den Ausbau der sozialpolitischen Gesetzgebung nicht nur mißtrauisch betrachtet, sondern mit ollen ihr zu Gebote stehenden Mitteln, wenn nicht gar uumvglich zu machett, so in weitem Ausmaß zu verhindern sucht. I» demokratische» Ländern brauchte weder die sozialpolitische Gesetzgebung, noch die öffentliche Fürsorge für die Arbeitslosen gefährdet zu sein, wenn alle erwerbstätige» Menschen sich darüber einig wären, daß alles, was in ihrem Interesse liegt, getan werden muß. Sie bilden den größten Teil der Bevölkerung, sie verkörpern das größte Gut der Nation, die lebendige Arbeitskraft, sie sind cs daher, die alle die Werte schaffen, die unerläßlich sind für den Bestand der «Gesellschaft. Wenn die Lohn- und Gehaltsempfänger in jedem Lande einig wären, uich ihr Wollen auch politisch konzentriert zunt Ausdruck brächten, dann müßte ihr Wille respektiert werden. Die zweite Komponente für die Gestaltung der Sozialpolitik ist, wie schon angeführt wurde, die jeweilige wirtschaftliche Lage. Aus der Erfahrung ist bekannt, daß in Zeiten guter Koniunk- Sir, wo Handel und Wandel blüht, Arbeit in nichcm Maße vorhanden ist, die sozialpolitischen Forderungen bei weitem nicht so umstritten sind, als in einer Zeit wirtschaftlicher Krise. In Zeiten guter Koniunktur sind die sozialen Leistungen, privat und össcntltch, viel leichter aufzubrinaen und zu tragen, als in einer Zeit wirtschaftlicher Depression. Wenn eine Unmasse von Betrieben stillgclegt oder nur teilweise in Gang gehalten wird, gehen die privaten Einnahmen aller Be- völkcrungskreise zurück und dadurch bedingt, schrumpfen auch die ösfcntlichen Einnahmen zusammen. Je länger der Niedergang der Konjunktur andauert, desto geringer werden die Einnahmen und desto stärker die Bestrebungen in privater und öffentlicher Hinsicht, alle nicht dringenden Ausgaben zu ermäßigen oder überhattpt zu unterlassen. Je nach dem Machtverhältnis, das zur gegebenen Zeit in ciitem Lande herrscht, wird nun auch die öffentliche Verwaltung bestimmen, was unter nicht dringenden Ausgaben zu verstehen ist. Wer immer von diesen grundsätzlichen Erwägungen ausgeht, wird aufrichtig bedauern, datz di« arbeitende Klass« in di«frm Lande noch nicht vrrstanden hat, sich zur Durchsetzung ihrer wichtigsten Interessen zu einigen. Grade hier wären die Voraussetzungen so über- aus günstig, da der überwiegende Teil der Einwohner in Industrie, Handel und Verkehr beschäftigt ist. Außerdem ist die ArbeitSlosensürsorge seit dem Jahre 1921 nach dem sogenannten Genter System geregelt; jeder Lohnempfänger weiß seit dieser Zeit, daß der Staat nur jenen Arbeitslosen einen Beitrag gibt, die sich selbst für den Fall der Arbeitslosigkeit versichern, das heißt, sich einer gewerkschaftlichen Organisation als Mitglied angeschlossen haben. Wenn der Staat dadnrch jedem Lohn« oder Gehaltsempfänger indirekt sagt, ich werde dir int Falle der Arbeitslosigkeit beistehen, wenn du selbst für den Fall vorsorgst, dann hätte feder, der mit Arbeitslosigkeit rechnen muhte, dem auch Rechnung tragen sollen. DaS eigene Schicksal hätte in dieser Zelt für Millionen arbeitender Menschen bestimmend sein müssen, sich den freien Gewerkschaften anzuschließe» und dadurch waren dies« zu Machtfaktoren im öfsentlichen Leben dieses Staates geworden, denen nichts Gleiches gegenübergestellt werden könnt«. Diele wirtschaftliche Macht der freien Ärivcrk- schaften hätte sich auch politisch int guten Sinne für die Angchörigeit der arbeitende» Klasse a»S- gewirkt. Der Weg zum Ausstieg wäre gangbar geworden. Während in anderen Ländern die öffentliche Arbeitslosenfürsorge schon mehreremaie eingeengt worden ist, gelang eS bei uns im Jahre 1939, die dis dahin unzulänglichen gesetzlichen Bestimmungen noch zu verbessern. Vielleicht ist es zweckmäßig, darauf zu verweisen, daß wir damals schon mitten in der Krise standen. Cs hat seither wahrlich nicht an Angriffen gefehlt, die der Verschlechterung dieser Fürsorge aalten, trotzdcnt aber war eS möglich, alle Angriffe bis zum heurigen Jahre abzuwehren. Seit dem Jahre 1929, in dem die Arife einsetzte, war erkenntlich der weitere Niedergang der Wirtschaft, mußten wir damit rechnen, daß die Angriffe auf die Sozialpolitik sich int gleichen Maße verstärken werden, wie sich die Konjunktur verschlechtert. Roch in dieser Zeit wäre es der arbeitenden Klass« möglich gewesen, dir machtpolitischrn Voraussetzungen zur Abwehr aller Angriffe der Reattion zu schaffen. Die freien Gewerkschaften und die sozialdemokratischen Parteien haben ständig und mit allem Nachdruck aus diese Dinge aufmerksam gemacht uttd aufgerufen zur einheitlichen Sammlung aller Kräfte des Proletariats. Es wurde mit aller Eindringlichkeit durch die Jahre daher unablässig daraus hingewicsen, daß die Angehörigen unserer Klasie sich klar sein müssen, daß die reaktionären Vorstöße nttr dann abgewehrt werden können, wenn die arbeitenden Menschen einig im Wollen und Handeln sind. Bereits im Vorjahre begannen die sichtbaren Angriffe der Reaktion auf die Arbeitslosenfür- sorgc. Monat um Monat gelang eS den sozialistischen Parteien, diese Angriff« abzuwehren und als die Forderungen immer bestimmter wurden, konnten wir die Entscheidung nochmals um viele Monat« hinauSschieben. Inzwischen war die Reaktion erstarkt und die wirtschaftlichen Verhältnisse, der Rückgang der Staatseinnahmen, ermöglichten den Vorstoß. Um was es den bürgerlichen Parteien bei der Neuregelung deS Staatsbeitrages zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung ging, war durchaus nicht wenig und es sei nur daS Wesentlichste angeführt. Man verlangte die Bedürftigkeitsprü- sung durch die Behörden. Gleichsetzung des Staatsbeitrages mit der OrganisatjonSuuter- stützung, Auszahlung des Staatsbeitrages durch die politischen Behörden, Gewährung des Beitrages an nur ein Faniiliciiutitglied und die Verpflichtung der Unterstützungsempfänger zur Zwangsarbeit. In monatelangem, aufreibendem und mühseligem Ringen haben die Vertreter der freien Gewerkschaften und die beiden sozialdemokratischen Parteien die Forderungen der Besitzklasse Stück um Stück abgewchrt, so weit dies möglich war. Daß bei den machtpolitischen und wirtschaftlichen Verhältnissen der Angriff der Reaktion nicht glatt aogewehrt werden konnte, war für Jeden klar, der nicht auf Schlagworte hereinfällt. Wird noch berücksichtigt, daß durch eine ganze Anzahl gegnerischer Verbände die blShert- gen Unterstützungseinrichtungen maßlos mißbraucht und die Unterstützungsempfänger durch Abzüge vom Staatsbeitrag verkürzt worden sind, dann wird der starke Druck verständlich, mit vem schließlich die Neuregelung gegen den Willen der freien Gewerkschaften erzwungen wurde. Uns uz cnn heute die Extremisten, die Anhänger der Diktatur von links und rechtsin altgewohnter Demagogie aufschreien, weil ihnen inZukunft diese Schwindeleien unmöglich sein werden, dann nur deshalb, um ztt verhindern, daß ihre Anhänger und Mitläufer sich nicht der eigenen Schuld bewußt werden. Bevor noch die wichtigsten Acnderungcn, die die Regierungsverordnung vom 29. Juli bringt, in aller Kürze aufgezeigt tvcrdctr, sei doch fest- gestellt: Wäre«in Vertreter irgend einer bürgerlichen Partei in dieser Zeit Minister für soziale Fürsorge gewesen, dann wär« der reaktionäre Angriff auf die Lebenshaltung der Arbeits. losen restlos gelungen. Unser Genosse Dr. Ludwig E z e ch hat als Mini- stcr für soziale Fürsorge alles getan, was in seinen Kräften stand, um für die Opfer der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu retten, was zu retten möglich war. Ohne Ucvcrhebung kann ausgesprochen werden, daß die werktätige Klasse keinen besseren Anwalt finden konnte. Damit fall dem so überaus erfolgreichen Wirken der freigewerkschaftlichen Unterhändler durchaus kein Abbruch getan sein, die ebenfalls das menschcn- Möälichfte geleistet haben. Und noch eine zweite Feststellung ist wichtig: Wäre der Abwrhrkampf in einer anderen Form geführt tvorden, er wäre wahrlich erfolglos geblieben. Und nun seien kurz die wichtigsten Aendc- rungcn angeführt: die größte Aciwerung erfährt der ß 7 des bisherigen Gesetzes. Der StaatS- znschiag wird vom Drei- auf daü Zweifache her- abgesetzt. DaS ist eine Verkürzung um ein Drittel. Bei verheirateten Gewerkschaftsmitgliedern, die bisher nach einjähriger Mitgliedschaft dxn vierfachen Staatsbeitrag erhielten, beträgt dieser nun das zweieinhalbsache. Diese Bestimmung wird gemildert dadurch, daß bei einem verheirateten Mitglied, das außer für den anderen Gattenteil noch für eine Person zu sorgen hat^ der Staatszuschlag das Dreifache beträgt. Ihnen gleichgestellt sind die Ledigen, die für zwei Personen sorgen. Der Staatszuschlag zur Organisations- Unterstützung, der früher den Betrag von 18 lü täglich nicht übersteigen durfte; ist auf 12 Ks ermäßigt, doch darf er bei Mitgliedern, die einen Mitgliedsbeitrag von 8 llr wöchentlich entrichten, 15 lls täglich nicht übersteigen. Nach wie vor darf die gesamte Unterstützung einschließlich des StaatszuschlagcS zwei Drittel des Lohnes nicht übersteigen. Das sind die wichtigsten materiellen Aenderungen, die die Neuregelung des StaaiSzu- fchlagcs gebracht hat. Bei Mitgliedern, die aus irgendwelchen Quellen ein Einkommen haben, das wenigstens dem Lohn gicichkommt, der bei voller Beschäftigung in ihrem regelmäßigen Berufe für die AnSzahlungSperiode dem gtltiaeu Lohntarif oder dem im BefchäftigungSorte üblichen Lohn entspricht, beträgt allerdings der Staatszuschlag mitt soviel, wie die Orgauisationsuutcrstützung. Eine weitere Einschränkung erfahren jene Mitglieder, die einer Familie angehörcn, in der gleichzeitig mehrere Personen Arbeitslosenunterstützung beziehen. Es kann nunmehr nur ein solches Fa- tnilienmitglied den vollen Staatszuschlag beziehen, während die übrigen arbeitslosen Familienmitglieder nur die Hälfte des Staatszuschlages erhalten können, auf den sie sonst, wenn sie nur allein arbeitslos wären, Anspruch hätten. Hcrvorgehoben sei noch, daß der Anspruch auf den Staatszuschlag bei Arbeitslosigkeit erst mit dem achten Tage der Arbeitslosigkeit beginnt. Außer diesen wichtigsten Aenderungen in materieller Hinsicht bringt die Regierungsverordnung eine Anzabl neuer Bestimmungen in administrativer Hinsicht, durch die einmal die Kontrolle verschärft wird und daneben die Bedingungen vermehrt werden, die zu erfüllen sind für den Bezug des Staatszuschlages. Soweit durch diese Bestimmungen dem mißbräuchlichen Bezüge des Staatszuschlages ein Tamm entgegengesetzt wird, läßt sich schwer etwas dagegen sagen. Unsere Gewerkschaften haben sich bisher strikte an die ge- etzltchen Bcstimmungen gehalten und entschieden ibgelchnt, durch unlautere Machinationen sich elbst oder ihren Mitgliedern materielle Vorteile zu sichern. Dem Mißbrauch jedoch, der von einer ganzen Reih« gegnerischer Gewerkschaften mit dem Staatsbeitrag getrieben wurde, mußt« einmal gesteuert werden. Es war auf oi« Dauer unerträglich, daß durch schmutzige Konkurrenzmanöver den freien Gewerkschaften ausgesteuert« Mitglieder abspenstig gemacht wurden dadurch, daß gegnerische Verbände diesen Mitgliedern sofort den Staatsbeitrag ohne Organisationsunterftützung auszahlten und sich von dem Staatsbeitrag für dir eigene Kaffe bald kleinere, bald größere Manipulationsgebühren in Abzug brachten. Ueber solche betrügerische Manipulationen haben wir wiederholt berichtet. Unsere«Gewerkschaften werden sich im Interesse ihrer Mitglieder zwangsläufig den vorgesehenen Aenderungen anpassen. Sie werden nach wie vor die Aufgabe erfüllen, die eigentlich Sache des Staate- ist; sie werden bestrebt sein, nach den in der Regierungsverordnung gegebenen Möglich, leiten die Härten auszumcrzen und zn mildern, die die gesetzliche Neuregelung mit sich gebracht hat; sie werden, trotzdem sie auch weiterhin schwere Opfer bringen und Arbeiten leisten müssen, für die sie keine Entschädigung erhalte», alles veranlassen, was notwendig ist, um weitere Verschlechterungen zu verhindern. Partei und Gewerkschaften sind sich ihrer Verantwortung auch in diesem Falle bewußt. Beide Körperschaften sind erfüllt von schwerer Torge für die Zukunft und rufen die Werktätigen zn organisatorischem Zusammenschluß auf. Nicht mit Phrasen, verlogenen Berichten und falschen Anklagen können wir den Klassengegner zwingen, unseren berechtigten Forderungen Rechnung zu tragen, sondern nur durch unsere organisatorische Macht. Der Richtigkeit dieser Feststellung muß sich die Mass« sehr bald bewußt werden, sollen weiter« unangenehme Ueberraschungen im langsamen Ablauf dieser Krisenperiode unterbleiben. lSS Dresdener SAD-oenossen verhälfet! Dresden, 25. August. sWolss-Bllro.l Eingehende Ermittlung«» der Dresdener Polizei, dir durch SA und SS unterstützt wurde, haben dazu gesührt, die Funktionäre und Mitglieder der Ortsgruppe Dresden der SAP sowie die Verbreiter der von ihr herausgegebenen Druckschrift zu ermitteln. 195 Personen sind sestgrnommen und der Staatsanwaltschaft zugeführt worden. Die Nachforschungen haben auch zur Aufdeckung von Ortsgruppen der SAP in der Umgebung von Dresden geführt, deren weitere Tätigkeit ebenfalls unterbunden worden ist. SMivelrer Bekenntnis Setzen den fnsclsmus. ” Ehaux-de-FondS, 25. August.(SDA.) Der schweizerische Bundesrat Schultheh hielt anläßlich der Eröffnung der ersten Uhrenmesse in Ehaux-de-Fonds, dem Zentrum der schweizerischen Uhrenindustrie eine Rede, die auch außenpolitische Fragen berührte. Er führte dabei u. a. ouS: „Halten wir uns an unser« demokratischen Jnstituionen und lassen wir uns nicht irreführen durch neue politische Theorien, die nicht auf unserem Boden gewachsen sind utw die, selbst wenn sie übertüncht werden, uns immer fremd bleiben nnü nie in das Bewußtsein des Schwcizervolkes übergehe» werden. Je mehr die Idee der Freiheit und der Demokratie angefochten wird, um so energischer werden w!r sie verteidig« n. Weisen wir fremden politischen Einflüssen die Tür! Halten wir uns an unser« guten schlveizerischen Grundsätze und je mehr diese Grundsätze andernorts zurückgesctzt werde», um so mehr wollen wir sie pflegen und verteidigen, überzeugt davon, daß, die Zukunft der Welt gehört." Ber„FranKlnrter Zeitung“ droht Einstellung. Berlin, 25. August.(Eigenbericht.) Tie „Frankfurter Zeitung" hatte ans einer in der Schweiz erscheinenden jüdische» Korrespondenz den Standpunkt des Auslands gegenüber Deutschland in der Judenfrage cntnonlmen. Deswegen wird nun die„Frif. Ztg." von Alfred Rosenberg angegriffen, der erklärt, daß maßgebende Kreise sich bereits mit der Frage der Einstellung der„Frankfurter Zeitung" befassen! Verrat an DOdiern Berlin, 24. August.(Wolfs.) Durch die Aufmerksamkeit eines Transportarbeiters gelang«S den Beamten der Geheimen StaalS- polizei einen größeren Transport kommunistischen(?) Schriftenmaterials abzufangen. ES handelt sich um zwanzig Kisten im Gewichte von etwa vierzig Zentnern, die nach deni Auslande transportiert werden sollten. D«r Inhalt ist eine größere Menge kommunistischen Schrifteumate- rials und marxistischer Literatur. ES handelt sich dabei wohl um die wertvoll st e und vollständigste marxistische Bibliothek, die in der letzten Zeit beschlagnahmt wurde. 0er Knbflnl$(he Kongreß aufgelöst Havanna, 25. August.(Reuter.) Tas Kabinett deS Präsidenten Eespedesa hat sich entschlossen, den Kongreß aufzulösen und zur kubanisch?» Verfassung aus deni Jahre 1900 zurückzukehren. Damit entledigt sich das neue Kabinett aller hohen staatlichen Würdenträger, die auf Grund der VerfassnngSreform im Jahre 1928 ernannt worden sind. Die Regierung hat sich zu diesem Schritt auf Wunsch des studentischen Dirck- toriumS entschlossen, welches an dem Sturze Machados einen hervorragenden Anteil hatte. Hilferuf aus der Ukraine. Unmenschliche Aushungerungspolitik und Terrorismus der Russen. Die ukrainische sozialdemokratische Partei erläßt einen Ausruf an die sozialistischen Parteien aller Länder, in welchem die allgemeine Aufmerk- samkeit auf die letzten Ereignisse in der Sowjet- Ukraine, nämlich den Ausbruch der Hungerkatastrophe, sowie zwei damit zusammenhängende Selbstmorde ukrainischer Kommunisten, des hervorragenden proletarischen Dichters Ehwyl- j v w y j und des Mitgliedes der ukrainischen Regierung S k r y p n i k hingewiesen wtrd. Die Sowjet-Ukraine, so heißt es in dem Aufrufe, durchlebt wieder die gleiche Hungerkatastrophe wie in den Jahren 1921/32. Die Ursache dieser Hungersnot»st die rücksichtslose wirtschaftliche Ausbeutung deS»kraittischen Volkes durch dte russische bolschewistische Diktatur, welche die Ukraine zu ihrer Kolonie erniedrigt hat. Jahraus jahrein exportiert die Sowjetregieruttg Millionen Tonnen Getreide aus der Ukraine nach Rußland, um ihre politischen und wirtschaftlichen Zentren zu versorgen, oder sie führt das ukrainische Getreide nach dem AuSlande zu Schleuderpreisen aus, um fremde Valuten zn erhalten. Gleichzeitig sind wir Zeugen eines unerhörten politischen Terrors in der Sowjet-Ukraine. Heute existiert sogar eine illusorisch unabhängige Sow- jet-Ukraine nicht mehr. Di« letzten Kommissariat« sind aufgehoben worden, die Beamten ukrainischer Abstammung werden durch russische Kommunisten ersetzt, di« ukrainische Kultur und Wissenschaft werden von einem strengen Polizeiregime unterdrückt. Maflenverhastungen, Verbannungen und Erschießungen ukrainischer Kommunisten sind an der Tagesordnung. Der ehemalige ukrainische UnterichtSkommissär Schumsky: wurde verhaftet, der Landwirt- schaftSkommissär Konar wurde erschossen, der Kommissär Skrypnik bat Selbstmord verübt. DaS Land wird infolge der russischen Ausbeutungspolitik in einen Friedhof verwandelt. I» bolschewistischen Kerkern schmachtett tausende ukrainischer Kommunistetr. Die ukrainischen Sozialisten protestieren vor der ganzen zivilisierten Welt gegen die barbarische Ausrottung des ukrainischen Volkes durch die bolschewistische Diktatur und brandmarken die unmenschliche Aushungerungspolitik und den TerroriSmuS des Sowjetstaates. «r. 199 Samstag, 29. Lngust 1988 Stile 3 Masarvk über die DeulsdiM-liiden. „Keine Interne Angelegenheit Deutschlands“! Durch Hunnenhao geehrt. Deutschen Emigranten wird die Staatsbürgerschaft aberkannt. Berlin, 28. August. Auf Grund des 8 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen StaatszugeHör- rigkeit vom 14. Juni 1933, hat der ReichSminister des Inner» im Einvernehmen mit dem Reichsminister de- Auswärtigen durch eine im Reichsanzeige r veröffentlichte Bekanntmachung von 23. August 1933 zunächst folgende im Auslände befindlichen Reichsangehörigen der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt,„weil sie durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Volk und Reich verstöht, die deutschen Belange geschädigt haben." Dr. Alfred Apfel, Georg Bernhard, Dr. Rudolf Br e t t s ch e i d, Eugen Epstein, Alfred Falk, Leon F e n ch t w a n g e r, Dr. Friedrich Wilhelm F o e r st e r, Helmuih von® e r• I i ch, Elfriede Gohlke, genannt Ruth Fischer, Kurl Großmann, Albert G r z e s i„ s k i, Emil v u m b e l, Wilhelm HanSmann, Friedrich Heckert,, Max H ö l z, Dr. Alfred Kerr, Otto Lehmann- Rußbüldt, Heinrich Mann, Theodor Mastowski, Wilhelm M ii n z e n b e r g, Heinz Werner Neumann, Wilhelm Pieck, Berthold Salomon, genannt Jacob, Philipp Scheidemann, Leopold Schwarzfchild, Mar Sievers, Friedrich Stampfer. Ernst Toller, Dr. Kurt Tucholski, Bernhard Weiß, Robert Weißmann, Otto Wels, Dr. Johann Werthauer. Zugleich ist das Vermögen dieser Personen beschlagnahmt worden. * Heinrich Hann denkt an Klage 1m Haag. Die„Bohemia" meldet aus Paris, daß sofort nach Bekanntwerden der Staatsbiiraerschafts- Aberkennungen die großen Pariser Blatter ihre Riviera-Korrespondenten beauftragten, sich mit Heinrich Mann, der znr Zeit in Nizza lebt, in Verbindung zu sehen. Heinrich Mann erfuhr die Nachricht von seiner Ausstoßung aus der Staatsbürgerschaft erst aus dem Munde dieser Journalisten. Er brauchte einige Zeit, um sich zu fassen, war dann aber bereit, über die Angelegenheit zu sprechen. Er betonte von vornherein, daß er auf seine Worte nicht scstgclegt sein wolle, denn die Nachricht erfordere lange und gründliche Ueberlcgung und eine Beratung mit I u r i st e n. Denn ihm scheine eine solche Aberkennung de- Staatsbürger, rechtes als eine juristische Unmöglich- k e i t. Für einen geborenen Deutschen, den Sohn einer uralten Lübecker Familie, sei di« Staatsbürgerschaft doch wohl ein m i t g c b o r c- nes und unverlierbares Recht. Eine Ausstoßung aus der Bürgerschaft sei wohl noch in keinem anderen Lande praktiziert worden. Die vielen Staatenlosen von heute hätten ihre Bürgerschaft durch andere Umstände verloren. Gegner einer Regierung, Revolutionäre aller Zeiten seien wohl eingckerkcrt oder verbannt worden, aber ihre Staatsbürgerschaft konnte man ihnen nicht nehmen. Es scheine ihm sich um eine Angelegenheit des internationalen Rechts zu handeln, die auch die G a st l ä n d c r der Betroffenen berühre, und die man, vielleicht über das Nansen-Komitee in Genf, vor das HaagerGerichtbringen müsse. Unsere mit genauen Angaben belegten Enthüllungen über Petermichel haben in der Schriftleitung des„Tag" einige Aufregung und Verlegenheit hervorgerufcn. So bedeppert sind die Herrschaften, daß sie nicht einmal wagen, ihr übliches, dummes Denunziantcngcschrei anzuheben. Sie begnügen sich damit, fcstzustcllen, daß sie„nicht in der Lage" seien, unsere Angaben zu kontrollieren. Petermichel sei jedenfalls nie ein Redner gewesen, er müsse also das Reden schnell gelernt haben. Unser dummes Geschreibe werde also auch diesmal nichts als die übliche Hch- polemik sein. Wir mußten erst beweisen, daß Hcrbarth und Petermichel identisch seien— obzwar„Der Tag" im Sah vorher meint, dieser Beweis sei vollständig gleichgültig gegenüber der Tatsache, daß Petermichel bereits vor Monaten aus der NSDAP ausgeschlossen worden sei. Und dann läßt„Der Tag", sich ununterbrochen wiederholend, über die„mangelhafte Glaubwürdigkeit" der sozialdemokratischen Presse aus. Das ist also nun genau die Antwort, die wir erwartet haben: Schweigen und Stottern. DummeS Gestotter ist die Aufforderung, nachzuweisen, daß Herbarth und Petermichel ein und dieselbe Person sind. Der Beweis ist ja schon dadurch geliefert, paß Herbarth in der Olbernhauer Versammlung von sudetendeutschcn Sozialdemokraten gesehen wurde! Dummes Gc-, flotter ist auch der Hinweis auf dir„Belanglosigkeit" unserer Enthüllungen.„Der Tag" vidcr- legt sich ja selbst, indem er trotzdem von'ins Beweise für die Identität Hcrbarths m>t Pecer- michel fordert. Dieser polemische Fehler des„Tag" ist be. grciflich, wenn man bedenkt, daß die Behauptung vom Ausschluß des Petermichel aus der NSDAP eine glatte L ü g e ist. Jedenfalls ist di- Behauptung nicht bewiesen— die Götz-Ein- ladung kann man ja kaum als Beweis gelten Der Sprecher der paWineMchen Arbeiter auf dem Zionistenkongretz. Auf dem Prager Zioniftenkongreß hatten sich am Freitag vormittag die Wogen der Erregung einigermaßen geglättet, als die Generaldebatte begann. B e n G u r i o n, der Führer der palästi- ncnsischcn Arbeiterschaft, legte unter gespannter Aufmerksamkeit des Kongresse« Weg und Ziel der sozialistischen Zionisten dar. Tie Arbeit, so betonte Ben Gurion, ist die Grundlage dcS jüdischen Palästina. In der Tatsache der jüdischen Arbeit sehen wir die Zentrale Aufgabe in Palästina. Wir kämpfen nicht nur für die jüdische Arbeit an sich, sondern unser Kampf geht auch um die Rechte und die Würde des arbeitenden Menschen überhaupt. Es ist kein Zufall, daß die palästinensische Arbeiterbewegung die stärkste und geschlossenste jüdische Arbeitergruppc darslcllt, die es cS ans der ganzen Welt gibt. Die Frage: Sozialismus oder Kapitalismus wird nicht auf diesem Kongreß entschieden, aber wir wissen, daß es in einer Welt des siegreichen Sozialismus keine kapitalistische Insel Palästina geben kann. Der Redner wurde häufig von stürmischen Bei- falls kn ndgcbu ngen u n tc rbroche». Nach einem Vertreter der Allgemeinen Zionisten und der orthodoxen Misracki sprach in der Nachmittagssitzung der Radikale G r ü n b a u in tVolen), der mit den fascistischen Revisionisten, die ihn in lärmenden Unterbrechungen als„Demagogen" bezeichneten, heftig aneinandcrgeriet. Einen gewissen Humor brachte der„dcnwkra- tische" Revisionist Groß m a n n in die Verhandlungen, der— genau so wie bei uns die NaziS der Linken und dem Zentrum Verrat— an den Grundsätzen der Demokratie zum Vorwurf machte. Selbstverständlich löste dieses Bonmot allgemeinste Heiterkeit aus. Nächste Sitzung des Kongresses: Samstag abends halb 9 llhr. Der weiße Emigrant Trotz!! und der rote Revolutionär Reimann. Man mag zu Leo Trotzki stehen wie immer man will: daß er der militärische Führer der russischen Revolution in ihrer entscheidensten Phase war, steht für jeden objektive» Menschen fest. Vielleicht gäbe es ohne Trotzki, der aus den betrogenen Elementen einer zerfallenden Armee eine revolutionäre Truppe zu schaffen wußte, kein Sowjetnißland. Aber Objektivität ist eine Tugend, die zu fordern man von den im Solde der jeweils in Moskau herrschenden Klique stehenden kommunistischen Redakteure schon längst nicht mehr gewohnt ist. Daß der Reimann die So- ziallreinokratie bespuckt und beschimpft, sind wir gewohnt; was er nun aber Trotzki gegenüber ausführt, verdient doch niedriger gehängt zu werden. In einer in Fortsetzungen erscheinenden Epistel „An den Schandpfahl der Geschichte", die sich in einer Weise, die er anscheinend für„wissenschaftlich" hält, mit der Sozialdemokratie beschäftigt, bekleckert der Reimann den militärischen Führer der nissischen Revolution in nachstehender Weise: „Otto Bauers in jedök Bczichung gelehriger Schüler ist kein anderer als der weiße Emigrant Lev Davidovie Trotzki." Da kann man nur sagen: Pfui Teufel! Und die Antwort auf die Frage, wer ani Schandpfahl steht, Trotzki oder Reimann, tvird unseren Lesern nicht schwer fallen. lassen— und sie wird nicht dadurch glaubhafter, daß man sic bis zum llcbcrdruß wiederholt. Es ist auch eine Unwahrheit, daß„Der Tag" die Glaubwürdigkeit unserer Angaben über Peter- michel nicht kontrollieren könne. Die Jungsaseisten haben doch, wie aus der Erklärung der Verteidiger schlüssig hervorgeht, ausgezeichnete Verbindungen hinüber. Diese Verbindungen reichen sogar so weit, daß sie die Einflußnahme auf den Verbleib sudelendeutscher Nationalsozialisten in der Hillerbewegung ermögliche». Im vorliegenden Falle hat die Einflußnahme das Gegenteil dessen erreicht, was die Verteidiger versprachen. Es entzieht sich nicht unserer Kenntnis, durch wessen Schuld. Hätte„Der Tag" fein Stottern nicht durch das Schweigen über das W e s e n t l' ch e ergänzt: nämlich über die Erklärung der Verteidiger und das, was sie beweist und über die nähere» Umstände, die zum„Ausschluß" Pctcr- michcls führte», so wäre ihm seine Polemik zuträglicher. So aber beweist sie, daß wir recht haben! 1. Dr. Herbarth ist Dr. Peterm>che>, auch wenn„Der Tag" vorgibt, ihn nicht zu kennen. 2. Petermichel wurde aus der Fung- Partei nicht ausgeschlossen und bekleidet deshalb in der Hillerpartei Amt und Würden. 3. Zwischen den Jungsaseisten und den Hitlersascisten bestehen organisatorische Verbindungen. All dies ist von uns bewiesen:„Ter Tag" hat das Gegenteil noch nicht einmal behauptet. Prag, 25. August. Der Direktor der Jüdischen Telegraphen-Agentur Jacob Landau wurde Mittwoch, den 23. d. M., vom Präsidenten Masarhk aus dessen Sommersitz in Topolöianky empfangen. Präsident Masarhk erklärt«: Ich verfolg« di« Vorgang« aus dem Zionistenkongreß in Prag mit größiem Jnieresj«. Di« Bemühungen zur Schaffung eines jüdischen Naiionalheims in Palästina haben mein« voll« Sympathie. Auf die Frage, ob der Völkerbund die Frage der in ihren Rechten beeinträchtigten deutschen Juden aufgreisen soll, erklärt« Präsident Ma- saryk: Ich nehme an, daß der Völkerbund tatsächlich diese Angelegenheit behandeln wird. Das jüdische Problem in Deutschland kann nicht als rein interne Angelegenheit betrachtet werden. Tausend« von Inden, die man in ihren Rechten geschmälert hat und denen die Möglichkeit, I» einem bombastischen Wortschivall,_ den Herr Reimann im Reichcnbergcr„Vorwärts" der Pariser Tagung der Internationale widmet, leistet er sich auch einen Angriff auf die deutsche sozialdemokratische Emigratio», der nicht»»gesühnt bleiben soll. Er schreibt: Es ist noch kaum ein halbes Jahr her, seit di« Herren Wels und Stampser kurz nach dem Reichstagsbrand« znm ersten Male in Prag ausgetaucht sind. Das war noch in jener Zeit, wo sie gemeinsam mit Hitler den Arbeitern einreden wollten, daß der Himmel kastanienbraun sei. Denn damals hatten sie dir hohe Mission, in der Redaktion des„Sozialdemokrat" zu intervenieren, um ihre tschechostokvakischen Vundeobrlider von der Verbreitung von Areuelnachrichten— selbstverständlich„im Interesse der deutschen Arbeiterklasse"— abzuhalten." Dazu ist bündig zu sagen: Niemals ist bei unserer Parteipresse, auch nicht beim„Sozialdemokrat" interveniert worden, um uns von der Derbrritung von„Greuelnochrichtcn" abzuhalten. Im Gegenteil: den größten Teil des Angriffsmaterial» gegen das Hunnenreich verdanken wir todesmutige« reichsdeutschen Genosse», di« ihr Leben aufs Bürgermeisterwaül in Teilchen. Bodenbach, 25. August. Bei der heut« in Anwesenheit des RegierungsvcrtreterS Dr. Brab- lcc erfolgten Neuwahl des Bürgermeisters und seiner Stellvertreter wurde Genosse Franz M a r f ch n e r, bisher ztvoiter Bizebürgermeisker, zum ersten Bizebürgerineister getvählt. Zu seiner Wahl hat:en tinsere Genossen mit den Vertretern der tschcchisel)«» Minderheit gekoppelt. Zum Bürgermeister Wurde an Stelle des nichtbestätigten bisherigen Bürgermeisters Friedrich Leiwveber, Herr Rechtsanwalt Dr. Lösel(Deutsche Nationalpartei) gewählt. Zweiter Bizebürgermeistersteil- Vertreter tvnrde der deutsche Nationalsozialist He ld t. Da mit der Nichtbestotiguilg Leinwebers dieser auch aus dein Stadtrat auSaeschiedeu tvurde, wurde an seiner Stelle Herr Winter(Deutsche Nationalpartei) in den Stadtrat getvählt. Wenn Denunzianten Wmvlen, blamieren sie sich. Kaum ist die Einladung des„Tag" aus dem Götz von Berlichingen ergangen und schon ist die Enttäuschung da, daß wir cs dennoch nicht tun. Diese Enttäuschung, die bei Freunden des Röhm und der Frau Reichskanzler doppelt begreiflich sein mag, verleitet freilich den„Tag" zu einigen Unvorsichtigkeiten. Bor allen« dazu, sein blödes Denunziantcngcschrei selbst zu widerlegen. In ungelenke«« Sätzen, die die Holprigkeit der Retourkutsche erweisen, nimmt„Ter Tag" Stellung zu unserer Veröffentlichung aus dem Bilderbuch deutscher Helden.«Ihr kennt nur ein Verfahre««: die Denunziation!" entgegnet er. Es ist nicht hübsch, aber falsch. Tc««n sie bringe«« uns„Sozialdcnunzianten" zunächst einmal um den vollen Genuß unserer Sensation. So nämlich: „Tas bewußte Büchlein bcsiudct sich ichon seit vielen Monaten in unzählige«« E r c n« p l a r e n im Besitz der Staatsan- waltschafl... Trotz all«» Bciuiihuilg«n ist es also den Sozialdemokraten nicht gelungen, den Herrn T:aalsawvältcn eine neue Sensation vorzusetzen. Sie sind,«vas die„Führer in« Bilde" anbelangt, bereits fei« langem im.„Bilde". Wozu also das Geschrei, wir seien Denunzianten? Ei««c Denunziation liegt doch wohl nur daun vor, iveni« man durch das Mitteilen unbekannter Dinge jemanden« llngelegrnhcitcn bereitet. Im vorliegenden Falle ist aber den«„Tag" direkt ein Dienst erwiese» wordri«: kann er sich doch einmal dessen freuen, daß die Sozialdemokraten mit ihrer Enthüllung so h«ir c i n geflogen sind! lind er gibt dieser Freude dem« auch„fetten" Ausdruck: auf drei Spalten b c> schimpft er uns m der unglaublichsten Weise ihr Lebe» zu frist««, genommen wurde«, find in immer wachsender Zagt im Begriff, Deutschland zu verlassen. Sie bilden naturgemäß ei« Problem für alle Länder, di« ihnen«in Asyl angeboten haben. Man kann nicht erwarten, daß diese Staaten L a st e« auf sich nehme««, di« der Politik eines einzelnen Landes zu« z u f ch r e i b e n find. Trotz alldem glaub« ich, daß sich di« Situation zum Bessern wenden wird. Der Antisemitismus ist nicht ne». lieber die Wirtschaftskrise befragt, erklär!« Präsident Masarhk: Viel« Bericht« unserer Derlr«l«r zeigen tatsächlich«in« Besserung der Weltlage an. Natürlich ist schiver zu sagen, wann dir Krise völlig beendet fein wird. Di«>veii«r« Besserung wird ganz langsam und schritNveis« vor sich gehen. Dabei wird er Fortschritt« und Rückschläge geben. Doch«venu die ganz« Welt«in« friedlich« und konstruktive Politik betreiben wird, lverden wir ans dieser Krise erfolgreich her- Vorgehen. Spiel setzen, um die««««deutsche Schande in der Welt bekanntzumachen. Dieser feige Angriff aus Wels und Slanipscr ging also daneben. Stampfer ist, nachdem er den Häschern zum erstenmal glücklich entronnen>var, nach Deutschland zurückgckchrt, um gegen die Fraktionsmehrheit zu kämpfen, obivohl er sein« Wohnung von SA.-Le>rtcn belagert wußte, Von Wels ist übrigens bekannt, daß er im Jahre 1918 als erster in die Kaserne» ging, uin die Soldaten zur Revolution aufzurusen, und daß er bei dein seinerzeitige«« feigen Ueberfall der Ley-Banditen in Köln einen zweiten BewerS seines persönlichen Mutes geliefert hat. Bevor also Herr Reimann gegen emigrierte Sozialdemokraten solche Märchen verbreitet, möge er lieber erzählen, ob er schon anderswo als hinter den« Schreibtisch— notabene„unter den schützen- dcn Fittichen drr tschechossolvakischen Demokratie", wie der Demokrat Reimann so schön sagt— Revolution gemacht Hal. Er weise aus, ob er außer den Schwielen vom Federhalter eine ciirzigr Narbe von der AuSeinarwersetzung mit dem FasciSmus davongetragen. Di« deutsche« sozialdemokratischen Emigranten können ihm Hunderte von Männern entgegenstellen, deren kaum verheilte Wunden von revolutionärem Heldentum zeugen! — man zweifelt fast daran, daß die Schimpfereien bloße Frcudcnausbrüche sind. Und findet diesen Zweifel bestätigt, Iven» mau gleich hinter dem Hinweis auf den schon«nterrichteten Staatsanwalt die Bemerkung findet, wir hätten„v e r- giftete Pfeile" abgcsandt,„feige im Hinterhalte lauernd". Obzwar sie doch, nicht Ivahr, den Staatsanwalt als Schuhschild Vorhalten konnten! Ganz offensichtlich ihm und nicht uns zuliebe erzählt„Der Tag" einiges über die Entstehungsgeschichte des Büchlein, also Dinge, die oer Staatsanwalt ohnehin fdjon kennen muß.„Der Tag" tut cs sogar in Fettdruck>«nd mit besondere«« Auszeichnungen. Aber cs kommt nichts Neues heraus dabei: haben wir doch zugegebei«, daß die Anordnung der Bilder nur cm Zufall ist u««d daß I u i« g statt neben dem Suskc ebensogut neben den« G o e r i n g gruppiert fein könnte. Jung ist doch gci«a«« so ehrenwert, wem« er auch der„sprichlvdrtlichen Verständnislosigkeit tlnd Unkenntnis der Reichsdeutschen für die Lage der Ausländsdeutschen" nicht die Klugheit entgegensetzte, die Anordnung der Bilder z«l über toachei« oder die Erlaubnis zum Vertriebe des ihm unangenehme«« Buches zurückzuziehcn. Yin schlechter Rat. Unter dem Schlagtvort„Der Fluch der bösen Tai" plaidiert derHauptgeschäftssührcr.Hermann der Deutsckxn Nationalpartei in einem Zirkular dafür, daß nian gegen di«„Enthauptung" der anti- den«okratisck«en Bürgermeister den Kampf anf- uelnuen soll«. Und ztvar durch di« neuerliche Wahl des„Mannes ihres Vertrauens". Großmäulig erklärt Hermann, di« Deutsche National- partri tverdc nicht freiwillig die an und für sich oescheidcnen Rest« der Selbstverwaltung prcis- a«ben.(Er sagt freilich nicht, daß es Deutsch- oürgerlichc waren, di« durch di« VcrwaltunaS- rrforn« di« Selbstvertvaltuug d«r Bezirke preiS- aaben!) Nach.Hermann stellt sich die Deutsch« Nationalpartei in direkten Gegensah zu den H a k e n k r e u z l c r n, die bekanntlich ihr« Positionen kampflos räumen. Di« altersschwache Nationalpartei will wieder einmal die Nazis an nationalen«„Radikalismus" übertrumpfen! Wenn sie diesen Versuch wirklich unternehmen will, wird der„Erfolg" freilich nicht ausbleiben. Dann kommen zuni Schlüsse Auslösungen der Gcmeindc- verivaltiiugen und Einsetzung von staat.'chen Kommissären. Damit wäre der Rest der Selbstverwaltung dahin. Der von.Hermann rr- I teilte Rat ist also schleck«. Im übrigen ist sein Klagelied über die Drosselung der SclbstvcNual- tung solange heuchlerisch, als er nicht die völlige Beseirignug j-dweder Selbstverwaltung in Deutschland verdammt. Schwelgen und Stottern. verleumden Sic nicht, Herr Reimann! Erzählen Sie lieber von Ihren revolutionären Toten! Seit« 4 Ctaaftafr 20. Sognst 1938 fc. 199 ßgklMel SsWWl M MökUkl ÜklSM Sdre Frau mtt zettrLmmerlem Schade! tot Lllfgefuudeu. E g e r, 25. August. Am 24. August wurde in die Hast des Eger« Kreisgerichtes der Guts- Pächter Johann Hammer unter dem verdacht«inaeliefert, em« gewiss« Theresia Götz aus Hoheustolleu bei N endet ermordet zu habe». Die Götz wurde am dergaugene» Freitag in ihrem Haus« mit zertrümmerte« Schädel tot aufgesunden. Di«Beweis« gegen Hammer haben sich verdichtet und di« Gendarmerie fahndet nach seinen Mitschuldigen. Das Motiv der geheimnisvollen Mordtat konnte jedoch bisher nicht aufgeklärt werden. MWWWWMMIIIIIIIIMMIIIIIUIMIIIIIIIIIlllWMMMIMWWMWWWIIIMMMMMWIMMIMIWMWlIMIMIUMIWIIIIIIIIWIMIII 30.00« Menschen oerlaffen eine überschwemmte Stadt. London, 25. August.„News Chronicle" meldet aus New Dort, daß gestern spät abend» die Licht« der berühmten Freiheitsstatue und des Leuchtturmes von SandH Hock auf d» Höhe von New Dort, wahrscheinlich infolge Zerstörung der Kabel durch den Sturm,»«löschten. Tas Blatt meldet weit«, daß 36.000 Menschen im Begriff find, Oeean-City, den Sommerkurort von Maryland, der, wie zahlreich« ander« Städte, infolge des letzten Orkans überschwemmt worden ist, zu v e r l a s s e u. Di« Brück« von Ocean-Cith nach dem Festland, über di« die Flüchtling« fliehen, droht«inzu stürzen. Mindestens fünfzig Menschen find durch das Unwett« getötet worden. Sämtlich« Verbindungen find unterbrochen, so daß di« genauen D«luste au Leben und Eigentum noch nicht festgestellt werden konnten. Die Hahenhrenz-Pest in Oesfcrreidi Klagenfurt, 25. August. Auf dem Bismarck. lflmg und im Schillerpark explodierten gestern in der Nacht kurz nacheinander zwei Bomben. Schaden und Unfälle wurden nicht verursacht. Die Täter verschwanden unt« Zurücklassung einer Menge nationalsozialistischer Druckschriften mit dem Hakenkreuz an der Explosionlstelle. Innsbruck, 25. August Der Massen- über lauf junger Nationalsozialisten nach Bayern nimmt immer bedenklichere Ausmaße an. Alle bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus und müssen verschärft werden. Besonders sind es Mitglieder der ehemaligen österreichischen SA- und SS-Abteilungen, die über die Grenze flüchten. Ts heiß:, daß die nationalsozialistische Leitung in München allen beschäftigungslosen Mitgliedern dieser Formationen die streng« Anweisung gegeben hot, fich der österreichischen Legion in Lechfeld in Daher» zur Verfügung zu stellen. Bregenz, 25. August. Anfangs dieses Monates wurde in HittiSau das dortige Waffenlager der Hennwehr ausgeraubt. Di« Gendarmen forschten in kurzer Zeit das versteck der gestohlenen Waffen aus und brachten sie in das Heimwchr- loger zurück. In der vergangenen Nacht entstand eine Störung der elektrischen Leitung und in der entstandenen Verwirrung wurden diese Waffen neuerlich gestohlen. Am Orte des Diebstahls liehen die Töter eine Menge Hakenkreuz« zurück. * Wie», 25. August. Im sechsten Wiener Bezirk überraschte die Polizei gestern abend«ine geheime Versammlung der verboten«» nationalsozialistischen Partei, lieber zwanzig Personen wurden verhaftet und eine Menge kompromittierenden Materials, wie Mitgli«derl«gitimatio- nen, Sammellisten usw. beschlagnahmt. All« Ber- bafteten wurden zu fühlbaren Polizeistreifen v«r- urteilt und dem Gasthausbesitzer wurde die Konzession entzogen. neue mmanmll rreamellen Wie», 25. August. kEigenbericht.) Heute abends wurden von den Sender» München und Stuttgart neuerlich Dorträge über Oesterreich gesendet. Ein Mitglied der nationalsozialistischen M»rtei Oesterreichs, dessen Namen nicht genannt wurde, griff vor allem den Vizekanzler Wink- l e r an, auch wegen feiner Red« auf der Tagung der deutschen Landwirte in der Tschechoslowakei; von dieser Organisation wurde gesagt, daß sie sich zwar auch deutsch nenne, aber trotzdem in der„Regierung des Volks- sportprozesseS" sitze. Der Redner llagt« dann über di« Strafen, zu denen Nazis in Oester- reich wegen ihrer Betätigung verurteilt werden und sprach in diesem Zusammenhang sogar von ,S)eutschenverfolgungen" in Oesterreich! Der Fall Oesterreidi muß vor den Vöiherbundsrat! Paris, 25. August. Leon Blum behandelt in einem Leitartikel im„Populaire" daS österrei- chische Problem und Mussolini und dringt in di« französische Regierung, di« österreichisch-deutschen Msfcrenzen unbedingt dem Dölkerbundrat zu unterbreit«».„Oe st erreich muß gerettet werden", schreibt Blum,„vom Rassismus Hit. lerS, darf jedoch dem FafciSmuS nicht PreiSge- gebcn werdrn." Danneberg bei Dnresdi. Wien, 25. August. Bundesministcr Doktor Buresch konferierte heute längere Zeit mit dem Finanzreferenten der Stabt Wien, Dr. Danneberg über die letzte N o t ni a ß n a h m e der Negierung Dollfuß, durch die der G e m«i n d e Wien«in weiterer Jahresbeitrag von 36 Milli o n e n Schilling zugunsten der StaatSkass« auferlegt wird. Dr. Danneberg strebte die M i l- d e r u n g einiger Schärfen dieser Maßnahme besonders die Aufhebung der festgesetzten Rückwirkung vom 1. Jänner v. I. an. Bor seiner Beratung mit Dr. Danneberg hatte Dr. Bilresch mit deni Bundeskanzler Dr. Dollfuß verhandelt. » Wir haben bereits darüber berichtet, daß di« österreichische Bundesregierung auf Grund der kriegstvirtfchastlichen Verordnung die Gemeinde Wien insofern schwer finanziell benachteiligt hat, als di« Gemeinde jährlich dem Bund«inen Lastenbeitrag von 86 Millionen Schilling pl bezahlen bat. Wie nun bekannt wird, wird die Verordnung mit Rückwirkung vom 1. Jänner 1983 in Kraft treten, so daß die auf de bereits aufgcsatlfenen Monat« entfallenden Teilbeträge mit Wirksamkeilsbeginn der Verordnung fällig werden. Die Gemeinde muß also sofort sür die ersten acht Monate des heurigen Jahres 24 Millioneir Schilling, das sind säst 100 Mil- lionen K, nachzahlen. Tagesneutgkeiten Ler fficnöatmenmötöet haHk erschollen. Er tötete vorher»och eine» Gendarmen und verletzte ei««» Polizelmaim. Brünn, 25. August. sE i g e u b e r i ch t.) Heut« nachmittag nach 2 Uhr traf«in« Gendarmerie- und Polizeistreife, die eine» Strohschober bei Gaya durchsuchte, auf den Mörder des Gen- darmeriewachtmrister» 6 i d o v s k j-, Karl H a s i k. H a s i k sprang aus dem Schober heraus und auf der Flucht erschoß er noch eine« Gendarmeriewachtmeister, Johann siimek. Außerdem verletzte« durch einen Schuß den Bolizeimann Adolf Fischer aus Gaya. Der Mörder tvarde hierauf von der Gendarmerie erschossen. Brünn, 25. August. Zur Erschießung des Mörders Hasik erfahren wir folgende Einzelheiten: Nach den Feststellurwen der Gendarmerie wurde der Mörder des Wachtmeisters öudovsk^ Karl Hasik gestern bei Milotic« in der Nähe von ,Kyjov gesehen. Die Gendarmerie nahm daher heute in dieser Gegend umfangreiche Nochsor- chungen auf. Nachmittags gegen 14 Uhr gelangte die Patrouille der Khjover Gendarmerie- tation zu den Heuschobern, m denen Hasik einer verläßlichen Meümng nach versteckt war. Mit der Patrouille ging der Polizist Adolf Fißer aus Kyjov. Kaum hatte sich oi« Patrouille einem Heuschober genähert, ertönte ein Schuß und der Gcndarmeriewachtmeistrr Johann 8 i m« k aus Kyjov sank, tödlich in den Bauch getroffen, zu Boden. Ein zweiter Schuß traf den Polizisten F i ö e r in die beiden Fuße und verletzt« ihn sehr ernst. Nach dem dritten Schuß, der ein Ziel verfehlte, blieb den Gendarmen nichts anderes übrig, als Verstärkung herbeizurufen, weil auch den Getroffenen Hilfe gewährt werden mußte. Wachtmeister simek gab aber bereits kein Lebenszeichen von sich und Fiäer war bewußtlos. Unterdessen traf eine weitere Gcndar- meriepatrouille aus Hodonin ein. Hasik, sorgfältig gedeckt, jedoch so, daß er alles beobachten konnte, begann neuerlich zu schießen. Die Gendarmen entschlossen sich dann in der notwendigen Selbstwchr ein« Salve aus ihren Karabinern obzugebrn. Nach der Salve war im Schober alles ruhig geworden. Hasik wurde aus i dem Versteck t o t hcrvorgezogcn. BrManlenhalsband gestohlen. Brünn, 25. August. Unbekannt« Tater«nt- tvendcten Donnerstag nachmittag aus demSchau- senster der Firma Gebrüder Klein ein Halsband, etwa 42 Zentimeter lang, mit in Platin gefaßten 114 Brillant«». DaS Halsband hat einen Wert von 35.000 Ke. D«S Diebstahls verdächtig ist «in unbekannter, ungesähr 40jähriger Mann mit schwarzem-Haar und dunflen Augen. Er trug einen dunklen Anzug, sprach mangelhaft tsche- chisch und deutsch und machte den Eindruck eines Russen oder Pol«n. Diesen Mann begleitete eine ettva 36jährigen Frau von stärkerer Statur, die einen lichtbraunen Mantel und einen einfachen Hut mit gebogener Krempe trug. Sie sprach deutsch mit hartem Akzent, wie ein« Polin. Der DeutWand'Flug. Berlin, 24. Augyst. Nach dem vorläufigen Ergebnis des am Donnerstag im Rahmen des Deutschland-Fluges ausgetvagenen Geschwindigkeitswettbewerbes werden in der schnellsten.Klasse 6 nur etwa 15 Teilnehmer starten, während daS GroS der Flieger in der mittleren L-Klasse eingereiht wuÄe. Nnr etwa zehn Maschinen sind in der kleinsten Klasse A vertreten. Die Bewertung des Schnelligkeitswettbewerbs erfolgte nicht nach der reinen Höchstgeschwindigkeit, sondern maßgebend war die über di««»gesetzte Leistungsfähigkeit des Flugzeuges erzielte Geschwindigkeit. Da- durch kam eS, daß di« weitaus schnellsten Flieger verhältnismäßig nur aevinge Punktzahlen erhielten. Die absolut höchste DnrchschniltSgeschivindig- kett erzielt« der junge Darmstädter.Student E u j e n auf Aka flieg Darmstadt mit 228 Stun denkilometern. Di« Höchstzahl von 100 Punkten erreichten nur vier Teilnehmer. .Heute erfolgt« der Storr zur ersten Etappe. In Reihen von sechs Flugzeugen wurden die Teilnehmer aus die Reis« geschickt. Gleich nach dem Start zogen die Flugzeuge ein« Rechts- oder Linkskurve und flogen dann in Richtung Stettin ab. Berlin, 25. August. Als erster der Deutsch- landfiieger hat Oberleutnant Seidemann mit seiner Heinckel„8a 64" mit stundenlangem Vorsprung das Zielband um 13 Uhr 52 überflogen. Nach Seidemann, der um 13 Uhr 55 beim Deutschlandflua mit nahezu zwei Stunden Bor. sprung gegenüber seinem nächsten Konkurrenten gelandet war, traf um 15 Uhr 35 L a u tv-Qlden- burg auf dem Tempelhofer Flughafen ein. Um 15 Uhr 48 kam als dritter Chefpilot Jung auf Neckel Le 72 an. Im Mont Blanc-Neblet verirrt. Siebe« Tourist«« umgekommen. Chamouix, 25. August. Sieben italienisch« Touristen hatten sich bei dem Versuch, den Mont Blom zu besteigen, verirrt. Nach dreitägigem Umherirren mußten fünf Teilnehmer in völlig erschöpftem Zustande von ihren Kameraden zuruckgelassen werden. Eine Rettungsexpedition, die aus 21 Teilnehmern bestand, fand die fünf Zurückgelassenen tot auf. Aber auch die beiden Alpinisten, die zunächst noch soviel Kraft besaßen, daß sie von der nächstgelegenen Schutzhutte Ballot Proviant und Seile herbeiholen konnten, um ihre völlig erschöpften Kameraden zu retten, sind auf dem Rückweg vor Schwäch« und Kälte umgekommen. Der Ruhm Dalbos läßt ihn nicht Wasen. Paris, 25. August.„Excelsior" teilt mit, daß Luftfahrtminlster Pierre Cot in Begleitung einiger hoher Beamten seines Ministeriums mit einigen Flugzeugen Ende September, spätestens anfangs Oktober, einen Flug durch einige europäische Staaten unternehmen werde. Nach den bisherigen Dispositionen werde der Flug von Paris nach Amsterdam, Malmö, Stockholm, Reval und über Leningrad, Moskau, Kiew, Budapest nach Prag und von hier aus nach Paris zurückführcn. kin Dampfer rettet ein Flugboot. Göteborg, 24. August. Der deutsche Dampfer „H a l m st a d" hatte heute auf der Reise von Helsingborg nach Falkenberg an der schwedische» Westküste etwa sechs Seemeilen vom Lande entfernt das Flugbot D 1647 der Deutschen Lufthansa auf hoher See treibend aufgcfun- dcn. Das Flugboot batt« wegen«in«S Motordefektes zu Wasser gehen und schwer gegen di« Wellen ankämpfen müssen. Die fünf Passagiere und dl« aus drei Mann bestehende Besatzung des Flugbootes wurden gerettet und das stark beschädigte Flugboot im Schlepptau nach Falkenberg gebracht. Lin italienischer Faselst über Deutschland. Ein italienisches Buch, das vom Verfasser Giova- nucci dem italienischen Duce Mussolini gewidmet wurde und das den Titel„Tas Deutschland Hillers und Italien" trägt, erklärt, daß Deutschland Italien und den Italienern nichts gegeben habe, daß es egoistisch sei und die Italiener nicht ernst nehme. Wenn das Hitlersche Programm mit seinen berühmten 25 Punkten erfüllt werden würde, sagt der Autor, würde ein moralischer und materieller Block ganz Europas gegen dar Hiller, Regime aufstehen. Das Buch erregt gerade im gegenwärtigen Moment großes Ausleben. Ei« Ehrengrab für Adolf Loos. Auf Anregung des Wiener Bürgermeisters wird di« Gemeinde Wien für Adolf LooS in Würdigung der Bedeutung des Künstlers ehrenhalber eine Grabstelle in bevorzugter Lage widmen. Die Beisetzung Adolf Loos' findet ehrenhalber auf Kosten der Gemeinde Wien statt. Beim Brand des Tankschiffes„Haarlam" 'n» Preßbiirgcr Hafen, NvlcheS der holländischen Kontinentalgesellschaft gehört, ver brannte» 175.550 Kilogramm rusfi-s scheS Naphtha. Das Tankschiff wurde vernichtet., Der durch die Verbrennung der Naphtha verursachte Schaden beträgt 55.000'H^ der durch die Vernichtung des Tankschiffes ange- richtrte Schaden beläuft sich auf 85.000 GoD- schilling, ist aber durch Versicherung gedeckt. Das Schiff war seinerzeit nur für den Getreidetransport bestimmt und erst vor kurzer Zeit ließ es die! Gesellschaft für den Transport von Mineralöle»! adaptieren. Die Nachforschungen nach den Hw fachen des Brandes sind noch nicht abgeschlossene! Das Wetter bessert sich wieder. Bai frische«! Zufluß kalter Luft aus dem Westen bis Nord-1 westen an der Rückseite einer tiefen noch Lettland abgezogenen Druckdepression herrschte bei uns' Mittwoch im ganzen Staatsgebiet sehr veränder--! liches Wetter. Die Höchsttemperaturen stiegen:' auch in den Niederungen meist nur auf 16 mS 18 Grad Celsius an. Nahezu überall wurden Regenschauer verzeichnet, stellenweise m Gewitterbegleitung; di« Ritterschläge waren jedoch bereit- im ganzen geringer als am Vorlage. Aus höheren Lagen in der Tatra wurde Schneefall gemeldet. Ein-Hochdruckgebiet» das sich über Frankreich ausgebildet hat, veranlaßte in Westeuropa«ine Beruhigung und weitere Detterbesserung, die sich allmählich gegen das Binnenland ausbreitet.— Wahrscheinliches Detter heute: Dom Westen her DewölkungSabnahme, auch im Osten des Staates bereits meist niederschlagsfrei, untertags wärmer, Beruhigung. Ein schwerer Bursche in Brünn verhaftet. Heute vormittags wurde in Brünn der gefährliche Räuber Johann Schwarz, ein 30jahrioer Arbeiter aus Lundenburg, verhaftet, der zu Beginn des Monats April d. I. aus der Z w a ng s- arbeitSan stakt in Znaim entwichen war und eine Reihe von Einbrüchen und Diebstählen begangen hatte. AIS er sah, daß:hm die Sicherheitsorgane auf den Fersen seien, flüchtete er nach Oesterreich, wo er sich einige Monate lang aufhielt. Er kam erst vor einigen Tagen nach Brünn, wo er verhaftet wurde. Bei dem Verhör auf der Hauptwachstube gestand er, daß er zu Beginn des Monats Juni d. I. einige Einbrüche verübt Hobe. Bei der Taschendurch- suchung wurden Nachschlüssel bei Schwarz gefunden, mit Hilfe deren er die Einbrüche verübt hatte. T« Streik der französischen Schiffer hat sich von der Seine hauptsächlich auf das Flußgebiet der One ausgebreitet, wo die Streikenden unwe-t von Erogny Donnerstag abends mittels 200 Kähnen den gesamten Verkehr am Flusse lahmgelegt haben. Die Regierung hat Gendarmen und Marinesoldaten an Ort und Stelle entsandt, die die Fahrtrinne freimachen sollen. Bier der streikenden Seineschiffer wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Di« Einschreibung«» in di« Staatlich« Schuir für Kanzlei- und Kammer-Stenographie für daS Schuljahr 1983/34 finden in den Tagen vom 11. bis 18. September täglich von 5 bis 7 Uhr abends im Staatsinstitut für Stenographie, Prag I., Dudni 7, statt. Für Hörer der Prager Hochschulen wird eine nachträgliche Einschreibungsfrist bis znm 4. Oktober gewährt. ES finden drei Kurse statt. 1. für Anfänger, 2. Kanzleistenographie, 3. Kammerstcnographie. Teilnehmer, die nicht die vorgeschriebene Ausbildung besitzen, können, soweit Plätze frei sind, als Hospitanten ausgenommen werden. Der Unterricht beginnt am 2. Oktober und dauert bis Ende Juni 1984. Neu« Straße in Ostböhmen. Minister sür öffentlich« Arbeiten, Jng. DostLlek besichtigte dieser Tage den Straßenbau zur Masarykbaudc und die Straße durch dar Antonionatal im Adlergebirge. Beide Straßen, die sür den Touristenverkehr in diesem schönen Teil« der AdlergebirgrS große Bedeutung haben, werden noch heuer beendet werden. „Jüdische Rundschau" wieder erlaubt. AuS Berlin wird gemeldet: DaS am 17. August l. I. ausgesprochene Verbot der„Jüdischen Rundschau" ist mit sofortiger Wirkung gestern aufgehoben worden. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Samstag. Prag. 10.00: Schallplatt«», 14.50: Nachmittagskonzert, 17.45: Schallplatten, 18.80: Deutsch« Sendung: Europäische Hauptstädte, 19.40: Populär, ärztlicher Vortrag, 21: Konzert, 22.15: Blasmusik.— Brünn. 18.25: Deutsche Sendung, 19.19: Klavierkonzert, 19.55: Ferien, Ferien, wo seid ihr verschwunden?—- Wie«. 12: Mittag-konzert, 15.50: Zitherkonzert, 18.30: Unterhaltungskonzert, 2030: Andrea Thenier, Musikalisches Drama.— Breslau. 20.20:„Di« Fledermaus", Operett« von Strauß.— Mühlacker. 17.45: Im japanischen Theater.— Berlin. 16: Masorchesterkonzert. Sonntag. Prag 6.80: Gymnastik, 9.15: Kinderfunk, 11: Konzert, 1730: Schallplatten, 18: Deutsch« .Sendung: Dr. Netll: Vorschau auf d»S Musikprogramm der tschechoslowakischen Sender, 20: Konzert.— Brün» 9.85: Literarische Stunde, 1730: Russisch« Lieder, 19.55: Tschechische Humoreske.— Wie« 12: Sinfonrekonzert, 15: Kammermusik, 18.55: Klaviervorträgr, 22.15: Abendkonzert.— Frankfurt 9.80: Ehorgesmig— Mühlacker 18.50: Mundharmonika-Konzert.— Hamburg 15: Löns: Der klein« Rosengarten.— Leipzig 11.80: Bach-Kantate, 19: Hugo Wolf: Goeche-Lieder.— München 16.30; Zither-Konzert. Ht. ISS SmnStag. 26. tfngttft 1983 S«it« 8 Goldene Äugend. Gtne fenfationaUe DtrOafiuno Frager QluioOttOt. Seit einigen Monaten häuften sich in Prag -ie Diebstähle von Au.omobiken in ungewöhnlicher Weise. Das Besonder« an all diesen Fällen Ivar, daß man die gestohlenen Wagen nicht mehr sand, während sonst Autodiebe in kurzer Zeit eruiert oder die Auto gesunden werden konnten. Durch einen Zufall wurde am Mittwoch ein Praga-Alfa-Wagei«, Eigentum eines hohen Offiziers in Prag, von einem Polizisten in Brünn gesich:«t. Der Lenker des Wagens, Gottlieb Lack«, ein fünfundzwanzigjähriger Nichtstuer, wurde angehalten und nach Prag überführt. L a. Di« Sitzung aalt den Ereignissen auf den Getrelve- märkten nach allen Richtungen hin. Es wurden all« Tatsachen behandel«,' die Ursachen des Preisrückganges hervorgehoben und eine Reih« von Anträgen durchberaten, di« auch von den Organi- 'ationen«ingelangt waren. Einige Anrrgge, de den kompetenten Stellen werden voraelegt werden, wurden genehmigt. Neber ander« Anträge wird in den nächsten Tagen«ingehender verhandelt werden»«n welchen das Präsidium in Permanenz und in ununterbrochener Verbindung mit den GenossenschasiS« und anderen Organen bleiben wird. Hierauf fand eine gemeinsame Sit» zung mit den Vertretern der deutschen Landwirt« statt, in welcher daS gemein- s a m e Vorgehen in den Fragen der G.e- lreidcprcise vereinbart wurde. Der erste Balloii» Don Professor Dr. Leo Lautenschlager. Bor 160 Jahren, am 27. August 1783, stieg der erst« mir Wasjerstosf gesüllte Ballon in di« Höhe. Flug als Lebensretter. Di« verheerenden Wirkungen, di« von einem Luftkrieg ausgehen, werden uns gerade in diesen Tagen eindringlich vor Augen geführt. Die Aenast- lichen weisen auf di« vielen Unglücke hin, di« der Flugschon verursacht hat. Aber dem stehen alle Sie Falle gegenüber, in denen daS Fliegen-können lebcnSrcttend wurde. Erst dieser Tage hat die Lufthansa einem Schwerkranke» in kritischer Stunde innerhalb kürzester Zeit das schwer be- chasfbare heilend« Serum ans Krankenbett gebracht, die ,^talia"-Mannschaft wurde bei ihrer verunglückten Nordpol-Expedition durch Fliegen gerettet und viele ander« verdanken dem Flug ihr Leben. Schon einer der Pioniere der Fliegerei wurde durch die'Fliegerei vor dem sicheren Tode bewahrt. Allerdings in einem recht unmittelbaren und kuriosen Zusammenhang. Als während der französischen Revolution 1789 auch die Tuilerien gestürmt wurden, da bemächtigte sich di« Menge eines Gelehrten, der in dem Schloß seine Wohnung hatte. DaS* allein genügte als Anlaß, ihn ,zu lynchen.—„Mitbürger, Pariser," schrie der Gelehrte in seiner Todesangst, „kennt Ihr mich denn nicht? Ich bin Charles, JacqueS Alexandre Cäsar Charles. Laßt mich leben! Pariser, ich bin Euer Charles. Erinnert Ihr Euch nicht mehr, wie ich vor sechs Jahren von dem Dache diese- selben Hauses gen Himmel geflogen bin? Mitbürger, wollt Ihr mich töten, der ich die Menschen fliegen gelehrt habe? Laßt ab von mir!" Und die Pariser erinnerten sich dieses Manne- Tat, der al- Erster einen sicheren Flug in di« Lüste vollbracht hatt« und statt ihn zu töten feierten sie ihn als einen Wohltäter der Menschheit. Ter Traum der Menschheit. Mit dem Attribut, daS die Franzosen ihrem Landsmann zulegten, sind wir heute sparsamer geworden. Wir können uns nicht entschließen, jede Erfindung als eine Wohltat ohne weiteres zu bezeichnen und wir fragen, ob di« Menschheit durch die Technik glücklicher wurde. Man mag dies« Frage beantworten wie man will, jede bedeutende Erfindung stellt, sei sie glückbringend oder nicht, «in« Großtat menschlichen Geiste» dar. TaS Flic« Sit ist aber außerdem die Erfüllung«ineS uralten unfcheS der Menschheit. All« Ueberlieferungen au» alten Kulturstufen gaben in mündlichen Erzählungen oder schriftlichen Auszeichnungen den Traum vom Fliegen weiter. All« Völker und Nassen der Erde, jeder Mensch hat schon in irgendeiner Nacht geträumt, er flieg«. Vielleicht ist dieser Flugtraum«ine archaische Erinnerung an jene Zeit, da unsere urzeitlichen StammeSvorläuscr noch Flügel hatten oder asfenähnlich sich von Baum zu Baum schwangen, im Sprung daS Fluggefühl auskostrnd. Uralt und mächtig muß die Sehnsucht nach dem Fliegen sein, wenn sic sich immer wieder unbewußt in den Träumen, bewußt in den Literaturen der Menschheit äußerte. Möge man in erfüllten Wünschen Glück erblicken oder nicht, wer einem so großen Traum aller Menschen zur Bertvirklichung verhilft, verdient gefeiert zu werden. Mn Unterrock al- Fluglehrer. - Di« ersten Lehrer unserer heutigen Kunst, zu fliegen, waren die Brüder Montgolfier, die diese Kunst ihrerseits einem Unterrock abgeguckt haben sollen. So will es wenigstens di« Legende. Frau Montgolfier soll«ine- Tages ihren Unterrock über einen Ösen gelegt haben, nm ihn zu trocknen. Die erwärmte Lust soll den Rock in die Höhe getragen haben und die Brüder sollen von diesem Anblick auf den Gedanken gekommen sein, Papier oder Leinwand durch erwärmte Luft aufsteigen zu lassen. Di« Legende stimmt ztvar nicht. Aber wirk lich waren rS die B r üde r Mo n ta ol si« r, welche als Erste Ballon- in die Höhe steigen ließen, indem sie di« Luft darin erwärmte n. Wiese Luftballon- konnten jedoch nicht lange flie- oen; denn die Warme verlor sich bald und der Ballon sank wieder nieder. Der Physiker Charles, der ehemalige Schreiber der Pariser Finanzverwaltung, hör»« von diesen Versuchen. Seit er auü seinem Amte entlassen war, hotte er sich mit viel Geschick verschiedenen physikalischen Versuchen gewidmet, so griff er auch die Flugexperimente auf. Er verband oabci zwei Ideen miteinander. Ein Engländer hatte anderthalb Jahrzehnt« vorher den Wasserstoff entdeckt und festgestellt, daß e- leichter sei als Luft. Doch vermochte man damit lediglich Seifenblasen hochflicgen zu lassen. Charles, von dem Benjamin Franklin sagte, eS scheine, daß seiner Geschicklichkeit selbst der Himmel gehorche, kombinierte die kurzatmigen BallonS MontgolficrS mit den Seifenblasen des Engländers und schns das Wunder des sicheren HochflugeS aus große Distanz. Wieland'- Reportage vom ersten Flug. Die mit Wasserstoff gefüllten BallonS wurden nach ihrem Erfinder„C h a r l i ö r e" genannt. Die erste Charliör« stieg am 27. August 1783— vor 150 Jahren— in Pari- auf. Wieland hat darüber in einer Abhandlung wie folgt berichtet: „Sagt mir nichts von Unmöglichkeit!" rüst von Anblick der Zeichen, die vor seinen Augen geschehen, begeistert ein poetischer Acadömicien au-, ,^>cm hartnäckigen Fleiß ist nicht» unmöglich. Cook gehl am Grunde de« Meere«, Montgolfier fliegt gen Himmel: cröjsne uns di« Hölle, und ich nehm' cs aus mich, ihr Feuer an-zulöschcn...Herr Montgolfier ist zwar selbst noch so wenig gen Himmel geflogen, al« der tvellumsegelnde Cook jemals(meines Wissens) aus dem Meeresgrund lustwandeln gegangen ist: aber wenigstens hat er doch schon einen-Hammel, einen Hahn(das alt« Sinnbild seiner Nation) und eine Ente, mit Hilfe eines frischen Westwindes, eine Lnstrcise von einer französischen Biertelineilc machen lassen.— Der 27. August diese- Jahres war der große Tag ... Unter den Zuschauern befanden sich nicht wenige Ungläubig«, und unter diesen auch einige .Herren von der physikalischen Gilde, die mit Schmerzen auf die Verunglückung zu fyorrrit schienen... Ein Stückschuß kündigte den Augenblick an, wo der Anfang mit der Ladung der Maschine ... gemacht wurde;«in anderer.. den Moment, wo man damit fertig tvar; und ein dritter denjenigen, wo die Strick«... abgehaue» wurden. Ter Ballon erhob sich sogleich zu allgemeinem Erstaunen der Zuschauer und stieg den: Ansehn nach ungefähr zweihundert Klafter....Herr Pilatr«, der die Ehre hatte, unter den»»turne••uriosln, wclche ihrem Lauf folgten, der erste zu sein, der an Ort und Stelle kam, fand den Ballon oder das Zelt... von dem Korb abgerrennt. Ter.Hahn und die Ente schienen sich nicht übel zu befinden, der-Hammel fraß in seinen» Käsig... aber der Ballon hatte... ziemlich große Risse bekommen. — Was die Zuschauer nicht wenig befremdete, war, daß der eine von den Gebrüdern Montaol- fier,... in den inneren Kreis, wo der Professor Charles sich die alleinige Direktion anmaßte, nicht eingelassen wurde." Soweit Wieland. Worüber er sich wunderte, das verstand Goethe sehr wohl: Daß die Leistung Charles eine» große» Fortschritt bed-u- tete, indem er den zuverlässigen Dafserstosf benutzte, mit dem viel längere Flüge möglich wnr- den. Tenn Goethe halte sich mit den Problemen des Wasserstoffes befaßt und war, Ivie er schrieb, nah« daran, selber daS Fliegen mit Wasserstoff zu erfinden. Bei der Nieder- schrift konnte er eine leise Enttäuschung darüber, daß ihm die Tat gewissermaßen vor der Olafe fortgeschnappt wurde, nicht ganz unterdrücken. Mussolini mit dem McdenssSdel Der ilndibeladene Fascismus— eine„neilsbotsdiatt Mr alle Kulturvölker“ Cuneo, 25. August. Bei seiner Rückkehr aus dem Manöver richtete Ministerpräsident Mussolini eine Ansprache an die Menge, in der er unter anderem sagte: Auf diesem Platze, im Herzen Eurer prächtigen Stadt zu den Füßen dieses AlpcngürtelS, der niemals an irgendeiner Stelle von Feinden oder Fremden verletzt werden darf, möchte ich durch Euch dem italienischen Volke sag«» lassen, daß 6000 Jahre Weltgeschichte, die wir überschauen, uns eine klare Lehre geben, nämlich die, daß ein Volk im Frieden»nd im Kriege stark sein muß. Starke Völker haben in der Nachbarschaft und in der Ferne Freunde. Starke Völker sind i m Kriege gefürchtet. Schwache Völker sind in Frieden allein und im Kriege laufen sie Gefahr, unterdrückt»nd vernichtet zu werden. Wir müsscn stark sein vor allen« in der Zahl, denn, wenn die Wiegen leer sind, wird die Nation alt und neigt sich ihrem Ende zu. Wir muffen stark sein im Mut, niemals rückwärts blicken, wenn eine Entscheidung getroffen ist, son» dern stets vorwärts gehen. Wir müssen stark sein im Charakter. Unser Gleichmut darf weder aufhören, wenn di« Nation von der Sonne des Ruhmes beglänz^ ist, noch wenn sic von unverdienten SchicksalSschlägen getroffen wird. Ich darf so sprechen, denn niemand lanu in Abrede stellen, daß die italienische Negierung und das italienische Volk den Frieden aufrichtig wünscht und daß wir Beweise dafür gegeben haben. Das sascisti- s ch e 11 a l i e n, wie es sich jetzt in der Mitte d.»s zwanzigsten Jahrhunderts darstellt, ist die einzige Nation, die allen Kulturvölkern der Welt eine Heil»- und LebenSbot- s ch a s t zu geben hat. AenderuiiQen im italiwilsdien Kabinett. Paris, 25. August. Nach Informationen drs römischen Berichterstatters des„Matin" wird Mussolini einige Aenderungen in seinem Kabinett vornehmen. Man glaubt, daß der Tuce den derzeitigen Botschafter in London. G r a n d i, nach Rom berufen und ihn neuerlich mit der Leitung des Außenministeriums betrauen werde. Auerdcm werde Mussolini, wie es in dem Blatte weiter heißt, die Ministerien für Krieg. Marine und Flugwesen in einem Ministerium für nationale Verteidigung vereinigen, das Mussolini selbst übernehmen werde. Marschall B a l b o, der bisherige Luflfahrttnini- stcr, würde zunt obersten G e n e ra l st a b s ch r s sämtlicher Land-, See- und Luftstreitkrästc rr- lnannt werden. Seit« 6 etarnfttag, 26. August 1233 Nr. IW PBAGEB ItlTIWft Jüdisch-sozialistisches Meeting. Im Bolls- Haus Prag II., Hyberujka, sprechen heute um 8 Uhr abends im Rahmen eines Meetings führende Genossen der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Poole Zion. Bon Rednern, die Referate übernommen haben, nennen wir das Mitglied des internationalen Büros ftng. 2. Kaplanffy, ferner die Genossen Bcrl Lok er aus London. S. Ruba schoss ans P a lä st i n a. Dr. W a ch in a n n ans Lemberg, M. Singer aus Wien und andere. Das Meeting, das allgemeines Interesse erweckt, gibt unseren Genossen Gelegenheit, durch starke Beteiligung ihre Solidarität mit dem jüdischen Proletariat, las gegenwärtig in einem scharfen Abwehrkampf gegen die schwarze Reaktion steht, zu bekunden. Die Moderne Galerie. Tie Moderne Galerie ist von Freitag bis Sonntag stets von IN bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt I Kg SamStag Eintritt frei. Errichtung eines zeitweiligen Postamtes anläß» tlch der Herbstmuilermesie in Prag. Anlätzt'ch der dieslälirigeii Hert'stmicitcriiccstc in Prag wird für die Zeit vom 2. bis 1>. September l. ft. auf»em AuS- jleiluugsplahe in Prag VII ei» Postamt mit der Bezeichnung„Praha 83" für die Aicigabe und Zustellung sämtlicher Postsendungen, sonne für den Telegraphen- und Tclrphondicusl errichtet. Tie Aiiltsstniidon dieses'Amtes wccodcn von 8 bis 19 Uhr festgesetzt. Geriditssaal Die Äe.chnivigungen einer Schwachsinnigen. Angeblich Notzucht im Auto. Prag, i~>.'August. Bor dem Senat Praink erschien heute die 2kljährigc Marie 2 v ü i c k uuicr Anklage der Berte u m düng und Erpressung. Tic Vorgeschichte dieses Faltes ist recht abenteuerlich. Eines Tages kam die Angeklagte, die übrigens den Eindruck eines kaum erwachsenen Mädchens macht, zu der Ehausfcursgatlin Ulbricht und brachte eine ganz ungeheuerliche Beschuldigung gegen deren Mairn vor. Sie erzählte, daß der Ehausjeur sie beim.Naroliuenthaler Viadukt in seinen Wagen gelockt habe und dann mit ihr nach Prosek gefahren sei. Unterwegs habe er sie ve r- gewaltig! und sic sei von ihm schwanger geworden. Seinen Namen habe sie nur dadurch eruieren können, daß sic sich die:'l u t o n u m m c r lso heißt cs wirklich im Protokoll)„in ihrem zu diesem Z w c ck>n i t g c b r a ch t c n Notizbuch" auffchricb. Tie gab eine eingehende Personenbeschrei- bung des angeblichen Täters, wobei sic insbesondere dcjjeu Goldplomben erwähnte. Außerdem behauptete sic, sie habe dem Wüstling in ihrer ver- zweifelten Gegenwehr einen Knopf seiner Lederjacke mitsamt eirrem Stück Stoff ausgcrisscn. Tie ganze Erzählung gipfelte darin, daß sie von der Frau des beschuldigten Ehausseurs 700 Kc verlangte, um ihrer angeblichen Schwangcrichast durch eine A b- t r e i b u u g ein Ende zu machen. Wenn man ihr das Geld Vercveigcrn wollte, würde sie einen großen Skandal machen. Als der Ehaufscur nach Hause kam und die Beschuldigung vernahm, ging er sogleich ans die Polizei, die alsbald seststcllte, daß an der ganzen Sache kein wahres Wort sei. Ter Bcschnldiglc erklärte, die Svücck vom Sehen zu kennen. Wenn er sich recht crinuere, so habe er sic einmal in einer gewissen Restauration niederen Grades ans den Tischen Rackttänze aussühren sehen. Sonst habe er nicht das gcringstc mit ihr zu tu» gehabt, wie mit ihr gesprochen oder verkehrt, geschweige denn sic ins Auto gelockt und geuolzüchtigt. Die Beschreibung, die die Svncck von dem angeblichen Täter gab, paßte auch gar nicht aus den Chansscur. Ulbricht. Er hat weder Goldplomben, noch wurden an seiner Lederjacke irgendwelche Kampsspuren scst- gestellt. Als sich die vollständige Nichtigkeit der Bezichtigung horausgeslcllt hatte, wurde die Svätck wegen Verleumdung und Erpressung unter Anklage gestellt. Bei der heutigen Hauptverhandlung beharrte sie trotz allem Zureden aus ihrer ursprüngliche» Darstellung. Sie kam indessen gut davon. Tie ärzlllchcn Sachverständigen bekräsligten nämlich die von der Verteidigung geltend gemachte weitgehende g c i• stige Minderwertigkeit und schwere erbliche B c l a sl u n g der Angeklagten. Tas Gericht kam zu dem Schluß, daß die sälschlichc Beschuldigung nicht als die bewußte böswillige Tat eines vollsinnigen Menschen zu werten sei und der' strasbarc Tatbestand also nicht als gegeben angesehen werden könne. Was die Erpressung anlangt, jo halte die Frau des Ehausseurs als Hauptzeugin ausgesagt, sie habe keinerlei Furcht vor der Drohung empfunden. Ta aber die„begründete Furcht" ein wesentliches Tatbestandsmerkmal des Erpressungsparagraphen ist, wurde die Angeklagte, die übrigens bereits mehrere derartige Affären gehabt haben fön. in allen Punltcn der Anklage f r e i g e s p r o ch e n. eb. Kunst und Wissen Die ersten Svern-Neuinszenierungen am Prager Deutschen Theater. Als erste Opcrnvorstestnng gelangt am 3. September„Tannhäuser" ncuiuszeniert zur Ausführung. Tie musikalische Leitung hat S z 6 l l. Regie Dr. Herbert Graf als Gast. GesaintauS- staitung: Pirchan. Tic Titclpartie singt Fischer, Etisabcih-Konctzni, Venus Rose Pauly, Wolfram- Hagen. M o r d o inszeniert dann„T! e s l a n d" mit Max Rudolf als Dirigenten. Die Hauptparticn sind mit Ros« Pauly, Iren« Eisinger, Majak und Theodor Schcidl besetzt.(Kammersänger Scheidl von der Berliner StaatSoper wird in den Monaten, in denen Prochaska beurlaubt ist, am Deutschen Theater tätig sein.) Hierauf folgen„Za u be rfl 8 tc", Dirigent: Szäll, und„Wildschütz", Dirigent: Rndokf, Regte beider Opern: Mord». Antonia B o I t o beginnt im Oktober seine Prager Tätigkeit mit„Tose a". Als erste Neuheit ist Zcmlinskli-KlabundS „K r c i d e k r e i S" in Aussicht gcnonlmen. Selbstmord des Bassisten Greve? Von privater Seil« wird uns mitgeteilt, daß vor kurzem Herr Greve Selbstmord beging. Herr Greve war der Gali« der belannicn Sängerin Maria Huss a, mit der zusammen er vor mehreren Jähren im Prager Ten Ischen Theater engagiert war. Maria Hussa, zuletzt am Stadlthcater in Ha tu- bürg, sollte mit Saijvnbcginn ein Engagement am Nürnberger Ttadtihcaier antreicn, aber dabei aus Schwicrigkeileu gestoßen sein, weil ihr Gatte,-Herr Greve, ft n d c war. Tein Selbstmord soll mit dieser Tatsackx im Zusaininenhang stehen.— Wir veröffent- lidH'ii diese Mitteilung über den angeblichen, im Hinblick ans die Zustände in Deutschland leider wahr- scheinlichen Selbstmord Greves, ohne freilich im Besitz eines authentischen Berichtes darüber zu fein. Sport ♦ Spiel• KärperpIlenB 1 Der Schrei nach dem StaalslommWr. In der letzten Zeit gingen durch einen Teil der bürgerlichen Presse geheimnisvolle Andeutungen über bevorstehende große Veränderungen im österreichischen Sport. Ter bürgerliche Sport in Oesterreich macht gegenwärtig pveisellos stark« Erschütterungen durch. Er beweist jetzt deutlich, was von den Bürgerlichen immer abgeleuguet wurde, wie sehr auch er von polilisck)«n Ereignissen beeinflußt und von seinen Beziehungen zu den politischen Parteien in seinen Handlungen bestimmt wird. Abgesehen vom Deutschen Turnerbnnü 1919, dessen enge Beziehungen zu den Nazi allgemein bekannt sind, stehen auch einige ander« Sportverbände unter starkem Haken kreuze!ii< s l u ß. Diese Verbände, zu denen als erster der SchwimmverbanL gehört, rveigern sich, di« sportlichen Beziehungen zu Deutschland abzubrrchen. Ter Leicht- Der Sdiclde-Tunnel iertlggcstcllt. Blick in einen Stollen des Riesenbnnnels»tltrr der Schelde bei Antwerpen, der jetzt in einer Tiefe von 35 Metern fcrtiggcstrllt wurde. Durch de« Tunnel erhält die durch die Schelde beengte-Hafenstadt neue AusdchnungSuiöglichkeitcn. athl«trnv«rband wieder, gebärdet sich gegenwärtig jchr vaterländisch. Das hat einige seiner bekanntesten Mit, glieder jedoch nicht daran gehindert, entweder in Tenischland an Wettkämpfen teilzunehmen oder als Oesterreicher im Ausland für den deutschen Nazivcr. band zu starten. Dies führt« zu Disqualifikationen, Startverboten und— aufgeregten Pressemeldungen' di« verlangten, daß im Interesse de« gesähcinnn österreichischen Sports„etwas geschehen müsse". Ti, Auseinandersetzungen mit den Nazi haben sich auch aus den bürgerlichen Sport übertragen. Nun, da ci in einigen bürgerlichen Sportverbände» zum Zerfall zu kommen droht, taucht plötzlich der Wunsch nach „autoritärer" Führung auf. Erst vor wenigen Tagen wurde heftig geklagt, wie ohnmächtig d-r Prä- sideni des bürgerlichen HauplverbandeS für Körpersport gegenüber den einzelnen Unterverbänden kl. Und damit Herr Dr. Schmidt oder sein Nachsolger d, störrischen Verbände hübsch im Zaun halte, soll cr nun, wie»tauche„gute Ocslerreicher" meinen, mit ho londeren Vollmachten ausgeslaltei»»erden. Mögen sich die bürgerlichen Sportler wohin cinglicdern m>i> wem unterwerscn, wohin und wem immer sic inolle», die Arbeiicrsportler haben— so schreib: di« Aieiccr „Arb.-Zig."— kein« Sehnsucht nach einer loniniijjari- jchen Führung. Eine Buße von 10.000 Franken. Ter bürgerlich! französische Fußballverband hat neunzehn Mitglieder des F. C. Antibes wegen s a l s ch c r K a s s c n f ii h r u n g aus Lebenszeit ausgeschlossen. Ter Verein muß seinen Namen ändern, den Schaden ersetzen und obendrein eine Buße von l0.00 0 Franken bezahlen. Aus der Partei Jugendbewegung. S. I. 1, Achtung! Alle Genossen, die sich für die Teilnahme am Bodenbacher Jugendtreffen gemeldet haben, müssen heute, den 26. August, um 3 Uhr nachmittags aus dem Havlicekplätz lvor der Produktenbörse) gestellt sein. Alle Roten Falken treffen einander am Sonntag um 7 Uhr früh Endstation der 5cr in Hlubo- iepy. Filme tu Prager UditsplemttuserD bis einschließlich Donnerstag, den 31. August. Adria:„Namenlose Helden."— Beränck:„Tie Dam« vom Maxim."— Fönix:„Au fder S p u r." — Flora:„Die Dame vom Maxim."— Gaumont: „Madame wünscht kein« Kinder."— Hollywood: „Madame wünscht keine Kinder."— Hvszda:„Namenlose-Helden."— ftulijt:„Die Blume von-Haivai." — Koruna:„Stan Laurcl und Tliver Hardy."— .tkotva:„Tas TeufelSmädcl."- Lueerna:„Tas Teuselsmädel."— Passage:„Tie Blume von Hcnvai." — Praha:„König der Prärie."„Liebe mit Bewährungsfrist."— Radio:„Gloria."— Skaut:„N i e- ma nd sla nd."— Alma:„Es>var einmal ein Walzer."— Avion: ,Frach in der Tpcr."— Baskal: Ausgezeichnete Lustspiel« mit Szöke Szakall.— Favorit:„M«nschen hinter Gittern."- Ka> pitol:„Der Onkel aus Amerika."— Lido: ,T>i« nackt« Frau."— Louvre:„Das Lied der Nacht."— Roxyr„Die Sklavenkönigin."— Valdck:„Eint Nacht im Grand-Hotel."— Belvedere:„Die unsichtbar« Front."— Beseda:„Wie sag ich's meinem Mann?" — Earlton:„Die Dam« voni Maxinr."— ftllusion: „Der Li«dersäng«r."— Sport:„Lumpen-Kavaliere." Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag U., Prikopy, Palais Koruna Dee Xraamteller. (Schluß.) Schein e Labo— Kann nichts als sonder baren Geschmack finden. Und das merkt jedes Baby, wenn cs davon lutscht. Was sagt denn Dawen?" Tawen— der sogt, es wäre ein nettes Schlas- mittci. Es hcls« nicht zum Schlaf, sondern im Schlaf." Der Doktor nickte etwas geistesabwesend. Ter Kommissar begann wieder mit dem Bleistift in seiner Hand zu bohren. Wider alles Erwarten drang die Spitze durch die-Ham. „Ich werde diesen Da»»'» mürbe kriegen!" schrie der Kommissar wütend. Ter Doktor fragte ihn vorsichtig:„Haben Sie sonst noch etwas ge- fiiiidcn?' Der Kommissar hielt seinen blutenden Finger.„Gesunden-r ein Zettel war noch. Stand Karrenstraße darauf." Der Doktor lächelte leicht.„Wir werden schließlich auch diesmal alles sinden. Vielleicht wird cs etwas sonderbares sein—" h> Der grüne Wagen des Uebcrfallkommandos flitzt« heran— stopple. Ueberraichend''rang die . Polizei in die Keller von Karrenstraße 16V ein. In seuchnvarmen Räumen lagen da über hundert Männer eng aneinandcracpsercht. Ihre Gesichter waren weiß. In blauounklen Höhlen lagen ihr« geschlossenen Augen. Die Männer lagen! lächelnd und atmeten kaum. Schliefen sie? Der Führer des Kommandos gab mit flüsternder Stimme Befehle. Die Br mlen wurden bis auf ein Paar Doppelposten zurückgezogen. Nach einigen Minuten kam das Auto des richtsarzies. Dokto..Helm untersuchte inigc der lächelnd Träumenden. Ihr Herz schlug kaum. Ihr Atem war fast unmerkbar. Sie lagen da in Gruppen. Jede Gruppe halt« über sich eine Tafel mit besonderer Bezeichnung. So stand aus einer: Montag acht bis zehn— Frei- lag zehn bis vicrundzwanzig. „Freitag zehn bis vicrundzlvanzig—" loder Kommissar. Triumphierend blickte cr'.'en Gc- richtsarzt an.„Freitag bis vicrundzwanzig— um dreiundzwanzig Uhr verließ Taivcn regelmäßig Eva Jost." Der Doktor nickte.„Für einige Stunden leben diese Menschen. Sonst liegen sic da und träumen." Der Kommissar überlegte einen Moment. „Sie glauben, daß dies« Männer hier hypnotisiert sind?" Helm zuckt« die Achseln.„Lassen Sic am besten sosort Tawen herbeischasscn." In einem kleinen Nebenraum fanden sie noch Retorten und Phiolen. An langen, dünnen Reagenzgläsern klebten Reste einer braunroten Masse. Ein Glasballon war zur Hälfte mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. * Dian bracht« Dawen. Der Kommissar lächelte vielsagend.„Alsa hier zahlten Sie zwei Mark in der Woche für Kost und Logis." Tawen gab keine Antwort.„Do ist Dok?" fragte er statt dessen. „Dok?" meinte der GcrichtSarzt fragend. Tawen nickte zerstreut und sah sich im Raum« um.„Wo ist er— ist cr nicht hier?" In seiner Stimme zitterte Plötzlich Angst. Der Kominissar schüttelte den Küps.„Als wir eindrangen, war sonst niemand hier." Dawen lvar bleich geworden.„Ja— und wir— was machen wir. Wie sollen wir leben. Sechs Mark sünfz.hn!" In Dawcns Gesicht stieg Röte.„Sechs Mark und fünfzehn—" Seine Stimme wurde schreiend.„Sechs Mark fünf- zohn! Hätte ich doch eingebrochen bei Grünstern!" Doktor.Helm hatte ihn am Arm gepackt. „Schweigen Sic doch jetzt! Was ist mit den Männern hier?" Dawen l>atte ein trauriges Lächeln.„.Haben Sie keine Sorge, die.hier träumen noch. Der Dok gab ihnen eine süße rote Tablette, dann schli«. feir sie ein." „Waren cs die Tabletten, die auch st« cinstek- keir hatten?" Dawen schüttelte den Kopf.„Rote Tabletten gab Dok nicht ans der Hand. Die wir da hatten, die war nur für das Träumen. Ich nahm sic, wenn ich bei Eva war. Hier träumte ich dann die ganz« Woche nur von ihr—" „Und— wie wache» sie aus?" Helnt urrd der Kommissar warteten gespannt. „Wie wir— Dok gab uns Arrak." Der Gerichlsarzt machte eine ungläubige Miene.„Nun vielleicht gibt der Glosballon Auskunft." Sic kippten eine Probe aus dem Ueberlaus. Doktor Helm roch, dann kostete cr vorsichtig.„Hm, wenn es tatsächlich mir Arrak ist— Tas Geheimnis scheint bei den Tabletten zu liegen. Bon ihnen hat uns dieser Doktor sicher keine dagelosscn. AnS den Resten hier?" Er sah zweifelnd nach dem braunroten Rückstand an den Reagenzgläsern. Doktor Helm nahm das Glas und flößte einem der am Boden liegenden Männer ein bißchen von der klaren Flüssigkeit ein. Der Mann wurde unruhig und begann tief zu atmen. Seine-Hände machten eine leichte Bewegung zum-Herz hin. Dann schlug er langsam die Augen auf. Neber sein Gesicht huschte ein Schalten. Plötzlich richtete er sich halb auf und sah verstört von einem zum anderen.„Wo ist Dok?" murntcltc er. „Wir sind die Polizei." sagte der Kommissar. Da begriff der Mann.„Do ist fort!" stöhnte er auf. Sein Gesicht vergrub er in den Händen. Grauen vor der Zukunft würgt« ihn. „Dawen" fragte der Kommissar,„wie sah dieser Dok aus?" .Hektische Röt« tanzte über Dawcns Gesicht. „Nie werden Sie das von mir erfahren— Nie!" Seine Stimme war erregt rauh. In feinen Augen flackte di« Hoffnung, daß er Dok wiederfinden -würde. Suchen würde er— suchen. Kurt Dobercr. Otttafitket:*«■*.— SIIMat*<«*■««.- Jhbofrenr Dr CaU Strckatz,-■ Druck:.Mot«* B.-q lir Beltnap.««b«uäbnd. Hw— aa, ■Mfc— WU ArNuaaemarlrairanlan» wurde»»» bet v»t- a. l«lea(apbw.bttetitn aut ckrtutz Üi 13.8U0/VH lRSO btmilliat.- Bkiui»d»b,n,»u,ku: Bei äuftclluna lab Ha ul aber bet Btiua burch blr Laß mauatND E« tfi L," toAWM u«Muikm U ucu-.- sEöm mMc Um Mu» twUL M«MM MMÜmm»uiM°chu».- autzL». m«Mt Ml»8