Erscheint mit Ausnahme des Montag täg'.ich früh.* 5» Oattlon o. Otrrooliuno. Droq ti.TteMianta ta ♦ Ztltob.i 16795. 11569.9ta4>lr>6atl. lab 31 Ujc) i 33838 ♦ OolWdamt: 37355 13. Jahrgang. Donnerstag, 7. September 1933 Nr 209. klozelvrek 70 Heller. clktnschlleßllch b Heller Port»' 'M v//3 Die DNS AP in der Falle Organisatorische„Beschränkungen“— ideologische Hemmungslosigkeiten Wir haben schon vor Monaten darauf hin« gewiesen, das; die Bc-ehastungen Hunderter snde« tendeulschcr Jugendlicher nicht von diesen verschuldet ined, sondern von den Parte!,.'n und Presseorgaiun. die sich die Liebedienerei vor Hit« lqr un- seinen Mvrdgcsellcn zur eigentilichen Aufgabe gemacht haben und fein der«chasfung des Tritten Reichs alles, was sich jenseits unserer Grenzen ereignet, in den glühendsten Farben malen. Noch klingt in den Ohre» aller die Gruß- rede nach, die$ n n g en den erst,:«, Febertagen dieses Jahres für den Hunnewlanzler Hitler inr tschechoslowakischen Parlament hielt und keineswegs sind die ununterbrochen im„Tag" und den anderen Nazi- und deutschnationalen Blättern gedruckten Versicherungen vergesse», daß die Huiigpartci ein inniges geistiges Band mit der „Bruderbvwegung" im Reiche verknüpfe. Ja, „Der Tag" ist soweit gegangen, sich als ein Spitzel, und Polizeiorgan Hitlers zu betätige». Hat er doch nach dem 5. März sogar de» Prager Gesandten des Deutschen Reichs unter Druck gestellt und von ihm wiederholt verlangt, er möge gegen die Verbreitung der Wahrheit über die deutschen Zustände bei unserer Regierung cin-- schrecheiL In den Monaten nach dem 5. März hat er ununterbrochen alles, was drüben geschah, nicht nur verteidigt, ohne auch nur einmal den Versuch unternommen zu haben, eine unserer Angaben zu- widerlegen, sondern er hat ganz im Sinne der Griißrcdc Jn-uga Hillier hochlcbcn lassen, Ermordete und Mißhandelte beschimpft, der strammen SA umso eifriger Lobeshymnen gesungen, je grausiger Mordtaten wurden, je mehr sich die Mißhandlungen und Erschießt, nszm „auf der Flucht" j)äuften. Ins Ausland Geflüch- tctc wurden von den Nazis vcrlennrdct, gleichzeitig„nachwerlend", das; drüben ein neuer Morgen anbrach, dessen schein ganz Europa verschöne. Und während die Nazis also vor Hillern aiobclend auf den Knien lagen und eine leichtgläubige, entflammbare Jugend mit tönenden Phrasen fütterten und fanatisierten, beeilten sie sich gleichzeitig, ihre„organisatorische Unablrän- gigkckt" van der Hitlerbewegnng uinso häufiger zu behaupten, je wirkungsloser solche Behauptungen angesichts der gcg.'Meiligcn Beweise wurden. Wohl schon ein halbes Dutzend Mahnungen hat„Der Tag" an JungS Parteigenossen gerichtet, doch ja kein« Verbindung mit drüben aufzunehnren, denn das sei gefährlich. Kein einziges Mal haben ihn grundsätzliche, moralische, demokratische Erwäg t gen zu dir» fern Mahnen bestimmt; kein einziges Mai ist er dem von ihm selbst gezüchteten Fanatismus alner Jugend beschwörend entgegengetreten, die Mord und schrankenlosen Terror sllv erlaubt und erstrebenswert ansieht: Diese widerspruchsvoll« Haltung, diese feige Zweckloyali» töt, sie tragen nun ihr« Früchte! Jeder der jungen Leute, die Hinüberliesen in die SA müßten nach dem Lesen der nationalsozialistischen Parteiblättcr die Ueberzeugung bekonmie», daß ihr Tun edel und der Ration nützlich sei; wenn„Ter Tag" und fccti Jung Hillern dienen, weshalb sollte es, so dachten sic Wohl ihnen verwehrt sein? Tie stillen und lauten Vorbehalte, die„Tenns" der Parteileitung konnten sie nicht ernst nehmen. Cie konnten sie nur werten als Tarmlngsversuche, denen aber doch die Verpflichtungen gegen die Bruderbcweguung übergeordnet bleiben mißten. So sind denn nicht nur hltndcrte junger Leute über die Grenzen gegangen, um drüben mit offetie» Armen aufgenontmen und mit Acm- tern und Würden bedach« zu werden, sondern das Loben des Mordens, das Preisen der Goc- ring und Hitler, das Verteidigen der Kvnzen- trationSlager- und SA-Kellcr-Bcstialität haben nun auch innerl)alb unserer Grenzen unmittelbare Wirkung gezeitigt: die Schüsse von M a r i e n b a d. Es ist auffallend, wie sehr sich„Ter Tag" bentüht die Parteizugehörigkeit des Mörders zu verdtmkeln und wie sich die DNSAP sogar nicht schämt, ihre offenkundigen Beziehungen zur nationalsozialistischen Gewerkschaft zu verleugnen, deren Mitglied Eckert auch nach den Darstellungen der nationalsozialistischen Presse: war. Und cs ist nicht weniger auffallend, in wir plumper Weise die nationalsozialistischen Zeitungen die von ihnen offenbar befürchteten Folg.'» der Maviriebadcr Mordtat mit schönen Reben und neuen Loyalilätslundgebungcn von der DNSAP abwcnden möchten.„Trommelscner gc< gen die DNSAP" ist die vicrspaltigc Ueher- schrist, die„Der Tag' seinem Angstgeslatutnel gibt. Nochmals spricht er davon, daß Eckert nie- inals dor NSDZkP angehört habe, von seiner Mitgliedschaft! bei der Nazigolverkschaft nun überhaupt nicht mehr redend. Eckert gehört!« durch seine Mitgliedschaft bei der Nazigeiverkschast so zur nationalsozialistischen Bewegung, wie die Jungpartei durch ihr« ideologische Gleichschaltung mit der Hit. lcrpcrrtei zu büren organischem Beftant« eil geworden ist. Da Helsen organisatorische Tüfteleien nicht: Eckerts Zugehörigkeit zur na, io. nalsozialistischcn Weltamichauung zu verkeug- nen, ist ein müßiges, erfolgloses Beginn«!.' Unter der Troinnrelfeuer-Ueberschrist niniint aber„Der Tag" auch Stellung zur Talsbche, daß in, den letzten Tagen ein« ganze Reihe von lllathntalsozialislen verhaftet wurde, die der unmittelbaren Berbindimg mit der TA bbfclinldigt werden. Nochmals verkündet das nationalsozialt- slischc Hauptblatt, daß sich jeder, der solche Ber- bindunaen unterhalt^, automatisch außerhalb der DNSAP stelle, nochmals wird zur ,Mlbedi»g- len Disziplin" gemahnt. Die Opfer der nationalsoziakistifchten Erziehung tverdon also von d«n Schuldigen kalt- blutig verleugnet— nicht etwa, well oian mit ihrem Verhalten nicht iibereinstimmte, sondern «veil der Staatsanwalt die DNSAP bedroht. Dies ist ein doppeltes Verbrechen li der vcc- Paris, 6. September. In einem Artikel über die bevorstehenden französisch-englischen Unterredungen über die Abrüstung lagt„Excel- s i o r" u. a.: Di« Ereignisse in Deutschland sind nicht derart, daß man von ihnen ein« Erleichterung twr Genfer Berufungen erwarten könnte. England begiitnt sich bereits dessen bewußt zu iverden, wie unsinnig die These wäre, dir von Frankreich verlangte, auf das zu verzichten, toaS es Ztlr Verteidigung des Staates gegen das fanatisiert« und wiederum militaristische Deutschland für unerläßlich hält. Die ZeitnngSmeldungen über die schnellen Rüstungen in Deutschland und über di« annek- tionistische Propaganda in allen Landern, in denen deutsch gesprochen wird, haben, wie eS scheint, endlich unser» englischen Freunden d i e Augen geösfnet, uud niemand, zweifelt führten Jugend, dies stenipelt die DNSAP aufs neue zu einer Partei ohne Charakter! Jin der„Neuen Zeil", den« nnmiltokbaren Organ Jungs, wird zur gleichen, Zeit, da diese Tarnnngsversuche nnternonunen nnid der Verrat am den Opfern der geistigen Gleichschaltung vollzogen wird, ncnerdings Hillen, ein Loblied gesungen: „... er(der Nürnberger Parteitag) hat Hiller in seiner ganzen Größe als B o l k s f ü h r e r und Volkserzieher gezeigt, von der großen Pro- klaniatio», bis zur inhaltschwercn Schlußrede" Aber Proklamation und Schlußrede haben alle Greuel, alle Morde gutgoheißcn, die von den l«tz g-n Aiachthabern Tenvschllznds begangen werden und wurden. Tic Rede Hitlers diente der Erziehung des Volkes zur Gowalt, zum Terror, zur Uudutdsannlcit, zum Aiord, zu in Kriege. lind die„Neue Zciit" lobt die Rede um lhrcs volkscrzieherischen Inhaltes willen! Sic lehnt es sogar ausdrücklich ab, die von den eigenen'Parteigenossen geforderte Kritik an der reichsdcutfchcn Bewegung vorzumh- >nen, „weil der Fernstehende die seinen Unter- schied« ja nicht sieht". Darum muß noch einmal mit aller Deutlichkeit acsagt werden: für das Mordregimr in Deutschland und seine Ergrbnisfe außerhalb der ReichSgrenzen sind allo mitvercritwortlich, die dieses Regime loben. Glaubhaft würde die Loyalität der Sudetcnn^zis und ihr Bokrnut- nis zur Demokratie nur dann, wenn sie die Hitlerbarbavi bekämpften. Sie zu loben nnd die Opfer dieser Erziehung feige im Stiche lassen, ist weder ehrenvoll, noch nützt es etwas. daran, datz in den französisch.englisch-amerika. Nischen Unterredungen, zu denen es ln Kürze kommen wird, all« drei Regierungen im Bewntztsein ihrer Verantwortlichkeit für den Frieden Europas di« Frag« der Rüstungs- kontrolle, auf deren lebenswichtigen Cha. rakter Minister B o n e o u r am Sonntag in Tröbonrdean hingewiesen hat, gründlich prüfen werden. Amerikas Seerüstungen Philadelphia, 6. September. Der Kreuzer „Minneapolis", der 11 Millionen Dollar kostelc, ist heute vom Stapel gelassen worden. ES ist dies der dreizehnte 10.000-Tonnen-Krcuzcr der durch den Londoner Vertrag für Amerika bewilligten 18 Kreuzer dieser Klosse. Nürnberger Rummel Nicht nur die Nazivlätter, auch unsere freiwillig gleichgeschaltete deutsche Bürgerpresse Hal den Berichten über den Nürnberger braunen Parteitag reichlichen Rann, gewährt. Ehrfurchtschandernd, mit der Hand an der Hosennaht, erstattete sie die Meldungen über den Verlaus dieser init allen Mitteln der gerissenste» Geschüstsreklamc anfgeinachtcn Zu- sanimenkunst des braunen Bonzengesindels, kritiklos druckte sie den geistig armseligen Schwulst der dort von den Partei-Primadonnen gehaltenen Reden ab und gerne ließ sie sich von der Zahl der Teilnehmer, von der Tatsache, daß ein eigener Diploenatenzng den Vertretern ausländischer Mächte zur Verfügung gestellt wurde, von dem ganzen in Szene gesetzten riesigen Blendwerk imponieren. Der Wunsch der nationalsozialistischen Obergaukler nach Verständnis und Beifall in der Welt draußen— bei unserer deutschen Bürgerpresse hat er jedenfalls Erfüllung gefunden. Trotz aller lügenhaften Behauptungen vom Rückgang der Arbeitslosigkeit in Hitler- Deutschland haben bisher doch nur etliche Tausend der Getreuen Hitlers sich aus der allgemeinen Futterkrippe mehr oder minder fette Posten und Pöstchen zu holen vermocht. Millionen»varten nach wie vor auf das ihnen vom Nazi-Faseismus verheißene Brot. Da er ihnen das nicht geben kann, so bietet er dem betrogenen Volke Spiele. Lockende Spiele und blendende Feste. Sic sollen über das ininicr trostloser werdende Elend hiutvcgtäu- schen, die Massen in einem Rauschzustand erhalten. Und tvcnn die braunen Phrascure nichts können, in einem sind sie Meister: in der Arrangicning von Paraden und Festen, die geeignet sind, durch ihren faulen Zauber die Gehirne der Gedankenlosen zu vernebeln. Ter Nazi-Parteitag von Nürnberg war als ein besonders bemerkenswertes Glied in der unendlichen Kette von Volksunterhaltungen chchachl, mit denen die braunen Gefängniswärter des deutschen Volkes dieses über seine eigene und über die wirlschaftlickw Lage des Reiches hinwcgzutäuschcn suchen. Einige Tage lang mochte cs dem oberflächliche«%.lk- trachter scheinen, ganz Nürnberg schwelge in einen, Freudenrausch. Kein Fenster ohne Festschmuck, kein.Hins ohne Fahnen. Kein Wunder, dc>,n in nicht mißznverstehcndcr Weise war angekündigt worden, wessen sich jene zu versehen hätten, die das Schmücken der Wohnungen und Häuser uuterlasscn würden uud so hißten denn auch alle jüdischen Milbürger und sonstigen„Untermenschen" Hakenkreuzfahnen. Um die nölige Masse von Statisten für die Affenkomödie zu stellen, wurden aus allen Teilen des Reiches 340 Souderzüge abgelassen— alles auf Rcichskostcn, denn keiner der Tcilnehtucr brauchte einen Pfennig Fahrkosten zil bezahle»«. Ebenso auf Rcichskostcn erhielt jeder vollständig freie Verpflegung, dazu eine funkelnagelneue Uniform von besonderem Schnitt, ein Paar blitzende neue Schaftstiefel, neues Lcdcrzcug und einen Revolver. Unter dem lächerlichen Bortvand, der Nürnberger Bonzcnpartcitag diene der— das ist kein Scherz!— Arbeitsbeschaffung, wurde das Geld für den ungeheuerlichen Aufwand der Kassa der Reich San st alt für Arbeitslosenversicherung ent- n o m n« e n! Und erst das bengakisckic Feuer- tverk, das„größte, das die Welt je gesehen hat"! 40 pyrotechnische Facharbeiter mit 300 Helfern waren wochenlang tätig, um die 70.000 Explosivkörper, die 1600 Pfund schtvc- ren Bomben, die zun» Abschuß gebracht wur- den und die 4000 Pfund Rotfeucr herzustellen. Alles auf Kosten der Allgemeinheit, in einer Zeit, da der schrecklichste aller Elends- Winter vor der Türe steht, da zehn tau sende Gefangene in den Konzentrationslagern als Zugtiere vertvcndet werden, da in Berlin nnd anderen Städten unter nationalsozialistischer Auch Amerika für Rttstuntfshonirolle Norman Davis: Enderfolg der Abrüstungskonferenz unbedingt notwendig London, 6. September. Ter amerikanische Delegiert« zur Abrüstnngskonserenz, Norman DaviS, der gestern in Plymouth eingetrosfen ist, erllärte, auch die Bereinigten Staaten seien sür eine Kontrolle der Rüstungen, die nach amerikanischer Ansicht notwendig sei und durch«ine ständige Kommission durchgesührt tverden müsse. Bei der grgenwärtigen Lage halten die Bereinigten Staaten den Endersolg dieser Konseren; für unbedingt notwendig. Die amerikanische Delegation werde grundsätzlich den britischen Abrüstnngüplan unterstützen; nur über einige Punkte dieses Planes werde verhandelt werden müssen. Hinsichtlich der Annahme, datz die Bereinigten Staaten einen europäischen Pakt unterzeichnen würden, sagte Norman Davis, die Bereinigten Staaten seien geneigt,«inen europäischen Nichtangriffspakt zu prüfen. Das kontinental« Europa spreche aber von gegenseitigrr Unterstützung, die säst genau das G e g« n t e i l von einem Nichtangriffspakt sei. Norman Davis hatte heute früh eine Unterredung mit Sir John Simon, die Abrüstungsfragen betraf, vor allem die bevorstehenden Vorarbeiten mit der französischen Regierung, von den«,, erwartet wird, datz sie die Verschiedenheit der Ansicht«» der fran. zösischen und d«r englischen Regierung hinsichtlich einiger Punkte des britischen Vorschlags einer Abrüstungskonvention beseitigen werden. Die denlsdien Rüstungen Bernlungsgegenstand in Paris Seite 2 Donnerstag, 7. September 1988 Nr. 209 Neue Spionagc-Aiiäre bei Skoda Ein ehemaliger Beamter and ein Fräser verhaltet iiniiiiiiiiiiiiniiiiiiiinimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiniintniii(niirt{iiiiinmfmniiiiriiiitinuKHfnHniHiNmiHHiiiiHiinniNHiHiiiNnniiiiiiiii»iiiHiiiii»iii»iiiiniiinii>iiiiiHiiii»>iii)iiiii)uiHiHHjiuj»u)jiii)jji)i)jii hierauf Genosse Weigel(Reichenberg) für die Einladung und betonte, daß alle Vertreter der befreundeten Verbände aus den eingehenden Beratungen sehr viel gelernt haben. Damit hatte um 1 Uhr mittags der Der» bandstag seinen Abschluß gesunden. In beinahe fünftägige» Beratungen hat der Kongreß— so führt« Genosse Kaufmann in seinem Schlußwort aus— wichtige und für die zukünftige Arbeit unseres Verbandes bedeutungsvolle Debatten abaefuhrt, Referat« entgegengenommen und die erforderlichen Beschlüsse gefaßt. Unsere Tagung zeigte ein Prächtiges Bild äußerer Disziplin und innerer Geschlossenheit, sie bekundete aber auch, daß unsere Funktionäre befähigt sind, di« schtverstcn Fragen unserer Zeit im Interesse der Mitgliedschaft zu besprechen und zu erledigen. Aber mehr als bisher, so»Bahnen uns die Erscheinungen der Welt, müssen wir vom Obmann bis zum letzten Funktionär ein inniges Kampf- bündnis schließen, damit wir die große vor- bcreitungsarbeit für die notwendig werdenden Kämpfe der Zukunft leisten können. Mit einem Hoch auf den internationalen Metallarbeitcrverband und mit dem„Lied der Arbeit" fand der bedeutungsvolle Kongreß seinen Abschluß. am 21. August d. I. ebenfalls wegen begründeten Verdachtes, Straftaten nach Paragraph 6 dcS Schulgesetzes begangen zu haben verhaftet und in die Haft des KrciSgcrichteS in Pilsen eingcliefert worden. Trnka war mit Joses Hrdlikka» Fräser der tzkodawerk«, in Verbindung getreten, gegen den beim Kreisgerichte in Pilsen bereits ein Stras- vcrsahren wegen Spionage mit der Absicht, das gesammelte Material an einen fremden Staat zu verkaufen, geführt wird. HrdliLka führte m die Wohnung TrnkaS in Pilfrn- Doubravka nach und nach drei Manner und eine Frau ein, die insgesamt über die lieber- nähme der schriftlichen Dokumente und ihren Wert mit Trnka verhandelten. Durch die Verhaftung Josef HrdliökaS wurden die Verhandlungen unterbrochen. Trnka verbarg einige Gegenstände in einer Blechbüchse, die er im Keller seiner Wohnung vergrub. Später brachte er auS Furcht vor Verrat, alles zu seiner Mutter nach Pocinovicr. Das Verhör TrnkaS, der sich in polizeilicher SichcrungShaft befindet, wird fortgesetzt. Herrschaft Erziehungsheim« gesperrt, bar Siechen die ärztliche Behandlung verjagt und den Arbeitslosen die Unterstützung gekürzt oder gar ganz eingestellt wird! Neben den Nazi-Plebejern, die man als Staffage brauchte und für deren Herbeiholung und Unterhaltung die öffentlichen Mittel in millionenfacher Weise vergeudet wurden, war auch eine Anzahl nobler„Ehrengäste" gekoin- inen. Es wimmelte von diversen Grafen und „vons", von nationalsozialistischen Bonzen, die durch das„erwachende Deutschland" zu fetten Pfründen und Staatsanstellungen gekommen sind, darunter ein Prinz Ascnburg. der bei den hohen Herrschaften für diese famose „Arbeiterpartei" die Honneurs machte. Diese Elite war in mehr als 3000 kostbaren Luxusautos zur Tagung dieser angeblichen Arbeiter- Partei herbeigeeilt und in einem luxuriös aus- gestatteten Sonderzug kamen auch di« Diplo« «taten auswärtiger Mächte. Nur leider, daß die wichtigsten Staaten, Frankreich, England, Amerika, Japan, Rußland, Spanien, Tschechoslowakei, Oesterreich, Jugoslawien, Polen, Belgien und Holland abgelehnt hatten, der Einladung der Hitlcrbanditcn Folge zu leisten. Bon den Berliner Botschaften hatten nur Italien und die Türkei Vertreter entsendet, was zweifellos einer wuchtigen Ohrfeige von internationalem Ausmaß« für Hitler gleichkommt. Der Rummel wurde Parteitag genannt, aber selbst die gleichgeschalrete„Frankfurter Zeitung" mußte die Feststellung«rachen, man könne von einem Parteitag nicht reden, es sei nur ein B o l k s f e st gewesen. Und die „Bossische Zeitung" äußerte sich dahin, eS seien, wie eben auf früheren Parteitagen der NSDAP. nicht die vielen Funktionäre zum Worte gekommen, sondern„die Partei nahm die Erklärungen und Weisungen etngegcn, die der Führer ihr abgab." Der„Führer" ließ seine profunden Weisheiten auf die stramn« stehenden„Unterführer" nicderströmen, diese hatten zu kuschen, im übrigen durften sie sich und mit ihnen die Masse der Naziproleten am bengalischen Feuerwerk, der Hauptattraktion dieses„Parteitages", ergötzen. Zweimal hat der GottSöbcrste der Nazis in Nilrnberg mit großem Getue fein« geistigen Nichtigkeiten den mit einem Hakenkreuz vor dem Kops behafteten und pflichtgemäß jubelnden Parteitagsteilnehmern vorgetragen. ES war das alte abgedroschene Geschwafel von den „14 Jahren Slot, Elend und Schmach", die jetzt„hinter uns liegen", jetzt da das Reich der allgemeinen Glückseligkeit angebrochen sei. Selbstverständlich vernichtete er abermals aufs gründlichste den Marxismus, sagte ihn endgültig tot, schien ihn aber doch nicht für ganz tot zu hallen, denn in einem Atemzuge sagte er ihm und allen Gegnern des Nationalsozia» lianiuS unerbittlichen Kampf bis zur völligen Bernichtung und Unterwerfung an. Der große Führer leiert eben nach Papageienart noch immer feine Lügen und Haßreden, mit denen er seine Agitation betrieben hat, herunter. Er erklärte, überzeugt zu sein, die große Mehrheit des deutschen Volkes stehe hinter ihm, aber hinter den Krastphrasen, mit denen er paradierte, zeigte sich deutlich die Fnrcht, denn «indringlich warnte er vor der Gefahr der „Zersetzung". Welches Zutrauen er selber zu seiner„Sendung" hat, geht daraus hervor, daß er erklärte, auch in Hinkunft nicht die leiseste Kritik zu dulden, denn:„Es sei jederzeit möglich, daß sich die eine oder attdere Maßnahme, die wir heute treffen, als nicht Der Goldfasan oder Die letzte Nacht des Mandarins Wang-Li-Kung Eine Legende von Fritz Roienfeld Copyright 1953 by BOchergllde Outenberg ZOrich. Da vxrkrampft er seine Zähne in di« Brust des Bären, der Bär schreit.auf, sei» Schrei ist wie daS Lachen.Hang-Liens, Blut tropft aus daS Gesicht Wang-Li-KungS, ein Tropfen leuchtet wie ein rotes Mal auf der Stirn des Goldfasans, der daS Kleid des Mandarins ziert. Dem Bären aber wachsen hundert Pranken, immer fester umklammert er den Mandarin, der Traum hat Tatzen, die man nicht zerbrechen kann, di« Sehnsucht, di« aufstand wider Wang-Li- Kung, hat Millionen Arme, die er nicht abzuschlagen vermag. Der Bär sieht ihn an mit den Augen FengS, und cS ist, als hielte er eine Blume ztvischen den Zähnen. Diese Blume fällt auf die Brust Wang-Li-Kung» und durchbohrt sie wie ein Dolch. Blut quillt hervor, die Augen Wang-Li-KungS fallen zu. Am Morgen, als der.Haushofmeister erwacht, der neben Wang-Li-Kung in seinem Stuhl gesessen, das schlafende Antlitz sctnem Herrn zugewandt, liegt Wang-Li-Kung, Mandarin der zweiten RangSklasse, Herr über Tai-Tschai in der Provinz Tsche-Klang, tot in seinem Blut. e r w e i st". Bon irgendeinem Progrqman war in des Massenmörders Reden nicht die Spur. Blendwerk, Mumpitz, FesteSlärm, Blech- ntttsik— daS war Inhalt und Wesen dieses „Parteitages", der berufen war, die Größe ttnd Tiefe der in Deutschland zur Herrschaft gekommenen Bewegung der Welt vor Augen zu führen. Feuerwerk, wehende Fahnen, bunte Girlanden und dröhnende Heilrufe können Teplitz-Schönau, 6. September. Heut« vormittags wurde die sehr ausgiebige Debatte über das Referat des Genossen Abg. Kaufmann fortgesetzt und beendet. ES sprachen die Genossen Günther(Neudek), Sander(Aussig), Herold(Karlsbad), G ö r n c r(Warnsdorf), P r e t s ch(Komotau, M o o S(Pilsen), Anderer(Eger), Schmucker(GraSlitz), M c l ch a» r e k(Komotau), D e t a l a(Brüx), Herbert (Teplitz), Breuer(Ausiig), Puls(Bodeubach), Lutz(Böhm.-Leipa), Cve 5 eny(Rcicheuberg), M a r k r l(Trautenau), P i s ch e l(Mährisch- Ostrau), Loscrt(Mähr.-Ostrau), Neumann (Reichenberg) uno Heeaer(Iägerndorf). Letzterer verdolmetschte gleichzeitig die Beschlüsse der AntragSprüfungSkommifsion, die zum Ausdruck gebracht hab«, daß eS zwar schwer sei, im gegenwärtigen Zeitpunkt von der Mitgliedschaft Sonderleiftungen zu verlangen, es aber di« Existenz des Verbandes unbedingt verlange. Hierauf beantragte Genosse P r e t s ch (Komotau)«in« Resolution, die sich mit dem A r b e i t s l o s« n p r o b l« m beschäftigt und auf die Auswirkungen der UnterstützungSrege- lung durch die Maßnahmen der Regierung ver- Iveist. Nach den Schlußworten der Genossen May und Kaufmann wurden die Anträge deS Ber- bandsvorstandes auf Erhöhung der Mit- gliedSbeiträgc, Einhcbungder Son- derabgab« und Erteilung der Generalvollmacht, sowie di« zwei vorgelegten Entschließungen einstimmig angenommen. Im weiteren Berkaus der Verhandlungen referierte der Genosie Abg. Seeger über die Erledigung der«inacbrachten Antrag«, welche im Sinne des KommisfionSbeschlusseS verabschiedet wurden. fHiittiiiniittiiuniiHniiuuuiiniiiiiniiimiHiiiiuiiiiiiuiiiiHiMiiiiuiiiHMiiJutiiiiJuiiiiuuiiiiiiiiiiiiiii Lessing-Verleumder kommen vor Gericht Am 1. September nahm die gleichgeschaltete „Rumburger Zeitung", mit deren Rolle wir uns schon einigemal« beschäftigten, aus ihre Weise zur Ermordung Lessing« Stellung. Es wurde in den Bemerkungen, die sie der Todesnachricht ansügte» behauptet, Lessing habe eigentlich Lazarus geheißen und sei einer der übelsten Deutschen-Heher dieser Zeit gewesen. Lessing habe in schamloser Weise über den Haarmann-Prozeß berichtet und Hindenburg mit Haarmann verglichen. Schließlich wurde Lessing von der„Rumburger Zeitung" auch eine« Plagiat« beschuldigt. Nunmehr hat die W i t w e Lessing«, um der weiteren Verbreitung dieser und ähnlicher Verleumdungen einen Riegel vorzuschieben, ihren Anwalt Dr. Schwelb beauftragt, gegen den verantwortlichen Redakteur der„Rumburger Zeitung", einem Herrn Otto Ritschel, nach den .Bestimmungen de« neuen Gesetzes zum Schutze der Ehre die Klage wegen übler Nachrede, Verleumdung und llorenbeleidigung zu überreichen. t Der Prozeß wird vor dem KreiSgericht Böhmisch- j Lcipa stattsinden. Auch alle übrigen Zeitungen, die Lessing ver- ' leumdete«, werden geklagt werden. In derselben Stunde aber zieht Feng mit seinem Koffer über die Landstraße an« Meer. Er bittet die Kapitän« der großen Schiffe, ihn mitzunehmen in die Stadt Wen-Tis. Di« Kapitäne aber lachen ihn aus und fragen, ob er auch ein« Fahrkarte lösen und nrit klingender Münze bezahlen könnte. Da geht Feng lange zwischen den Schiffen umher; di« Last seines Traums in dem kleinen, zerschlissenen Koffer ist so groß, daß er einen winzigen Nachen besteigt, obgleich er weder segeln noch die Ruder führen kann und mit ungelenken Schlägen daS winzige Schiff ins Meer hinaus lenkt. Er weiß den Weg zu Wen-Ti nicht, daher fährt er den Weg, den wir all« einmal fahren werden, den Weg, den im Mittag von den Usern des Landes die winzigen Kähne mit den winzigen Lichtern nehmen, in denen die Seelen der Toten heimkehren in das große Schweigen. Als die Fischer am nächsten Tag in ihr« Boote steigen— sie haben die ganze Nacht erregt und bestürzt über den Tod de» Mandarins Wang- Li-Kung gesprochen— finden sie einen kleinen, zerschlissenen Kokser, den die Brandung ans Land geworfelt hat. Sie öffnen ihn, sie hoffen gute Beute zu finden, aber sie schleudern ihn enttäuscht zwischen di« Uferfelsen. In dem Koffer liegt, wie eine kleine, ausgebrannte Sonn«, eine Chrysantheme. Ende. denkfaule Massen eine Zeitlang berauschen und betäuben, am Ende steht ein riesiger grauer Kater. In dms gegenwärtigen Atmosphäre kann hinter äverflachlickwn Redensarten und klingenden Phrasen der Gegensatz zwischen der Theorie und wer Wirklichkeit im Reiche Hitlers! verhüllt werden, der kommende und unauö! (leibliche Katzenjammer nach dem wüsten Rausch wird früher oder später dem Nazi- Spuk ein Ende bereiten.- f Für die Wahlvorschlagskommission übermittelt« Genosse Josef Ladig deren Anträge, worauf unter dem Beifall des Kongresses Genosse Fran; Kaufmann wiederum ein» stimmig zum Vorsitzenden des Verbandes gewählt wurde. Seine Stellvertreter sind di« Genossen Josef La2aA und Josef Keitzl, Komotau. Ebenso einmütig wurden alle vorgeschlagenen Beisitzer, Ersatzmänner und Mitglieder der sonstigen Derbandskörperschaften gewählt. Im Auftrage der ausländischen Delegierten und des deutschen Gewerkschaftsbundes oankte Pilsen, 6. September. Gestern abend» wurde in Pilsen der 39jährige Johann Trnka verhaftet. Trnka, ein ehemaliger Beamte der 8koda- werkc, ist tschechischer Nationalität, verheiratet und Vater dreier Kinder. Er wohnte zuletzt in Pilsen-Doubravka. Trnka war an dem gleichen Tage mit dem Nachmittagsschnellzug au« Oesterreich z u r ü ck g c k e h r t, wo. er sich seit dem 80. Juli d. I. aufgehalten hatte. In der Zeit seiner Abwesenheit wurden in seiner Wohnung und bei seiner Mutter in Pocinoviee, Haussuchungen voraenommrn, deren Ergebnis gegen Trnka den Verdacht von Straftaten im Sinne des Paragraph K, Punkt 2 de» Schuhge- setze» begründete. Entgegen strengen Vorschriften und entgegen dem Wortlaut des Kollektivver- trage» entwendet« Trnka in der Zeit feiner Beschäftigung in den Skodawerken verschiedene» Material und setzte diese Tätigkeit auch nach seiner Entlassung fort, die am 81. Marz 1932 erfolgte. Nach dieser Zeit war sein Komplize Wenzel Hradeckh bereit» Oer mitvcrdäditige Donner Seit zwei Jahren Pllltflied der nahenkreuzportel in radiau Neber die Person Josef Dobner», der unter dem Verdacht der Mittäterschaft an der Ermordung Professor Lessings gesucht wird, erhalten wir auS Tachau folgende Beschreibung: Josef Dobner war zuletzt Holzunternehmer und srüher Gelegenheitsarbeiter. Während de« letzten Marienvader Bauarbeiterstreiks machte er Streikbrecherdienste. Seit zwei Jahren ist er Angehöriger der nationalsozialistischen Partei. In letzter Zeit war er wiederholt in Deutschland. Dobner ist Übel beleumundet und vorbestrast. Her Zlvno-Belrlob Dorak fördert die HaRenkreuzbewenung. In dem zum Konzern der„Livnostenska banka" gehörige» Betrieb Brüder P o r a k in Kienberg haben Heuer zum erstenmal die Hakenkreuzler bei der Betriebsausschußwahl kandidiert und ein Mandat erreicht. Schon vor der Wahl war ersichtlich, daß die Organe der Firma, besonders der Betriebsleiter Kuhn, die Hakenkreuzler in feder Weis« protegierten und unterstützten. Seither ist eS nicht besser geworden. Die Hakenkreuzler können auf dem Boden der Fabrik ungestört Flugblätter verteilen, ohne daß sie von den Organen der Firma daran gehindert würden. Dieselbe Firma aber ist sehr streng gegen jede Flugblattverteilung der freien Gewerkschaft. Ihre besondere Liebe für die Hakenkreuzler hat sie schließlich noch dadurch bewiesen, daß sie für sie eine Kundmachungstafcl anbringen ließ; die Firma gab dazu sogar einen Fabriksmaurer her. Es ist sehr auffällig, daß in diesem 2ivno-Betricb di« als Staatssrinde bekannten Hakenkreuzler soviel Unterstützung finden. WaS sagen die„staatScrbaltenocn" Herren von der„Livnostensta banka" dazu? Begrüßung Br. Soukups bei seiner Rückkehr nach Prag. Prag, 6. September..Heute abend ist der Vorsitzende des Senate» der Nationalversammlung Genosse Soukup von einer mehrmonatigen Propagandareis« durch die Bereinigten Staaten von Nordamerika nach Prag zurückgekehrt, Er wurde anf dem Bahnhof u. a. namens des Vorstandes der tschechoslowakischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei vor» Abgeordneten Tomabek begrüßt. Für die deutsche Sozialdemokrati« hatte sich Genosse Taub zur Begrüßung eingefunden. Auch Minister Genosse Bechhnö und zahlreiche Parlamentarier der tschechisch?» Sozialdemokraten waren anwesend. Dr. Soukup wurde während der Fahrt auch in Pilsen herzlich begrüßt. Hier war von deut- scher sozialdemokratischer Seite Abgeordneter Genosse Müller anwesend. Das böhmische Landerbuhget. Der Haushalt im Gleichgewicht. In dcr gestrigen Sitzung de» LandeSauS- schusse« wurde nach längerer Verhandlung das Lundesbudgct angenommen. Jin ordentlichen Haushalt betragen die Ausgaben und Einnahmen gleichmäßig 571 Millionen, so daß sich daS Budget im Gleichgewichte befindet. Tic Einnahme» sind gegenüber dem Vorjahr um 53 Millionen gesunlen, dementsprechend inußten auch die Ausgaben herabgesetzt werden. Von den Ausgaben erhalten die Gemeinden und Bezirke 64 Millionen, für die Lehrergchalte ist eine Summe von 74 Millionen eingesetzt. Die Zuschläge wurden bei der HauSzinssteuer mit 8u Prozent, bei allen übrigen Steuer» mit 160 Prozent festgesetzt; da» Ertragnis der Zuschläge wird auf 246 Millionen geschätzt. WaS das außerordentliche Budget betrifft, betragen die Ausgaben(Investitionen) 69 Millionen. Da hiefür keine Bedeckung vorhanden ist, wird daS Land auf den Krcditwcg verwiesen.— Das Budget kommt in die Finanzkommission des Landes, die am 19. September zusammentrilr. Die Landesvertretung selbst dürfte am 10. Oktober zu einer zwei- bis dreiwöchentlichen Tagung zusammentreten. Der kommunistische Abgeordnete Dr. Stern wurde kürzlich in letzter Instanz vom Oberste» Gerichtshof wegen Aufwiegelung zu fünf Monaten Kerker, Verlust des Wahlrechtes und des Doktorgrades verurteilt. Der Verlust des Wahlrechtes zieht auch den Verlust de« Abgeordnetenmandats nach sich. Dem Parlamentspräsidium wurden vom Obersten Gerichtshof bereits die diesbezüglichen Akten übermittelt. Die Aberkennung des Mandates kann jedoch nur vom Wahlgericht vorgenommen werden, dem die Akten nunmehr abgetreten werden. Zwischenfall in Danzig Danzig, 6. September. Da» Tontibüro meldet: Die Danziger Regierung hat, wie amtlich mitgeteilt wird, wegen des gestrigen Zusammen« stoßcs zwischen Danziger SA-Männern und zwei Polen sofort eine strenge Untersuchung eingelei- ! tet. Der Angreifer ist festgenommen worden. Im Laufe des heutigen Vormittags hat die Danziger Regierung den Vertreter der polnischen Regie- rung in Danzig durch den Polizeipräsidenten ihr Bedauern über den Vorfall zum Ausdruck bringe» lasse». 15 Absdiluß des Verhandslaoes der Metallarbeiter. gr. 209 Seite 8 Was satft Dollfuß dazu? Mussolini verhandelt mit Starhemberd Rom, 6. September. Ter Bundeskommon- hast der österreichischen Hcbmwehren Star- hemberg, der seit einigen Tauen in Rom Meili, wurde gestern vom Ministerpräsidenten Mussolini j u m z w e i t c tt Male in einer längeren Audienz empfangen, die de« Plättern zufolge nicht ohne politische Beden- tmig ist und Einfluß ans die weitere Taktik der Ssterrcickpschen Hetmwehren haben kann. Heute wurde Starhemberg vom Papste empfangen. Morgen wird er im Flugzeug wieder nach Wien zurückkehren. 1.216.327 Ocstcrrckhcr fordern Parlamentselnberniunft Wien, 8. September.(Eigenbericht.) Die Unterschriftensammlung der sozialdemokratischen Partei siir das Volksbegehren, das die Ein» derusung des Nationalrates fordert, hat in ganz Lefterreich 1,210.327 Unterschriften ergeben. Der sozialdemokratische Parteivorstand hat zum Abschluß dieser Aktion einen Aufruf erlassen, in dem es heiszt: 1,216.327 Männer und Frauen haben nun gesordert, daß über unsere Freiheitsrechte, über die sozialen Rechte der'Arbeiter und über daS Recht des Roten Wien nicht weiterhin die Negierung allein entscheide, sonoern die frei gewählte Vertretung des Volkes. Die Männer und Frauen, die das Volksbegehren unterschrieben haben, erklären auch mit ihrer Unterschrift: Wir sind bereit, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit unseres Landes gegen die Drohungen durch den deutschen Nationalsozialismus zn verteidigen und dem Staat die Mittel und Massen, die er dazu braucht, zu bewilligen. Aber die Verteidigung unserer Freiheit gegen außen kann nur erfolgen, wenn das Volk im Inner» frei ist. Wer fick) in einer Zeit, in der das Land von außen bedroht ist, über diese Willenskundgebung eine- gewaltigen Teiles dcS Volkes leichtscrtig hinwcgzusetzen versuchte, nähnie die allcrschwerste Verantwortung aus sich. Steidlß verlangt Konzentrationslager Wien, 6. September. Heute mittags erschienen zahlreiche Vertreter von Tiroler Gemeinden, darunter auch jene von Innsbruck, unter Führung des Tiroler Sicherheitsministers Doktor 2teidle im Bundeskanzleramt, um dein Bundeskanzler die Forderung nach Errichtung vonKonzentrationsiagern für die Nalional- sozialisten Tirol« sowie andere den Heimatschutz betreffende Forderungen zu unterbreiten. Die Tiroler verlangten u. a. die bessere.Sicherung der Gefängnisse und schlugen, falls die Sicherung nicht in anderer Weise möglich ist, die Errichtung von Konzentrationslagern, bezw. von Arbeitslagern vor. Mit diesen Forderungen wird sich der heutige Ministerrat beschäftigen. Probealarm der innsbrudter Garnison In Salzburg ist heute zur Verstärkung der dortigeu Mililiirgarnison ein Bataillon des In« santerleregimentes Nr. 3 aus Wien eingetrossen. Te MlULrgarnison in I n n s b r u rf, die bekanntlich in den letzten Tagen beträchtlich ver- stärkt wurde, wurde heute probelveise alarmiert, um einen„Augriss des Feindes abzuschlagen, der bei Scharpitz von bahrischer Seile aus österreichisches Neblet einsiel". Ter Antritt zur Uedung und das Manöver riefen begreiflicherweise bei der Bevölkerung Aufregung hervor. Die Hebung nahm einen glätten Berkans. Ole GroOdcutsdien werden„vaterländisch“? Wie das„Wcllblatt" meldet, verhandeln die Großdeutschen, die sich vor einigen Monate» der Führung Adolf Hitlers unterstellten, mit der„nationalständischcn Front" des Vizekanzlers Winkler wegen Ausnahme in diese politische Gruppe. Sie verlangen gleichzeitig einen Mini- sterposten sür Dr. Schürft. nerrlot—russischer Oberst Neuer FreundschastSbeweiS für Frankreich. Paris, 6. September. Eine Privalagcntur dringt aus Moskau folgende Nachricht: der Bolks- komnnssär für Kriegswesen Woroschilow verlieh dem ehemaligen französischen Mmistcrpräsiden- ten Herriot anläßlich seines Besuches in Rußland die Würde eines Obersten der sowjelrusst- schen Armee. Herriot hat diese ehrenvolle Würde als neuen Freundschaftsbeweis der Sowjetunion gegenüber Frankreich angenommen. 23.000 spanische Bergarbeiter hn streut. Oviedo, 6. September. Der Borsihcnde der Gewerkschastsvereinigung der spanischen Bergarbeiter, von denen 23.000 in der Gegend von Asturien in den Streik getreten sind, hat Schritte unlernonnnen, damit sich die Bergarbeiter in Wj Spanien zum Zeichen der Solidarität den «treckenden anschließen. Deutschlands weg in die Inflation Eine amtliche englische Stimme Tas britische Regier«ngSaml sür Uebersee- handel hat soeben einen umfangreichen Bericht des .Handelsbeirats der Botschaft in Berlin, F. W. F. T h e l l w a l l, veröffentlicht, der die kriegswirtschaftliche Bedeutung der deutschen Autarkiepläne dartut. Rach diescin Bericht lvird nicht nur aus die Bevorzugung deutscher Erzeugnisse im Lande bei allen öffentlichen und privaten Einkäufen, sondern auch darauf hingearbeitct, daß das Land organisiert werde, vvti jeder ausländischen Zufuhr unabhängig zu sein. Einer der Leiter des„Auswärtigen Amtes" der.Hitlerpartei, ein gewisser Da i tz, hat das so auSgedrückt, daß jedes Volk das Recht habe, seine Wirtichast zu einer Feslitug zu gestalte», in der das Volk nicht ausgehungert werden könne im Fall irgendwelcher wirtschaftlichen, Politischen oder militärischen Verwicklungen. In dieser Richtung liegt die Ausgabe allen Welthandels, ausgenommen mit solchen Auslandserzeugnissen, auf die man nötigenfalls noch verzichten kann. Solche Produkte sollen aber nach dem Naziplan auch nur von solchen Ländern bezogen werden, mit denen Deutschland Handelsverträge hat und mit denen es auch im Falle jedweder Verwicklungen in Verbindung bleiben kann. Mr. Thellwall führt den Nachweis, daß diele Grundsätze der Hitlcrregieruug, trotz aller Ab- streitung zur Inflation führen m ü s s e n. Ungehindert durch alle gesetzgeberischen Maßnahmen hat das Reichsdcsizit selbst in dem schönsärbe- rischen Etat die Höhe von 118 Millionen RM erreicht- und dabei besteht die. Aussicht aus ein wirkliches Defizit, daS noch größer ist als in den letzten süns Jahren. Die Länder weisen einen Fehlbetrag von 338 Millionen und die Gemeinden ein Defizit vott 637 Millionen RM aus. Die wirtschaftliche Depression wird durch die autarkische Außen- Handelspolitik nur noch gesteigert, die Lebenshaltung deS Volkes steht unter schwerem Druck. In den letzten drei Jahren habe» die Löhne der Industriearbeiter eine Herabsetzung um durchschnittlich 30, die Gehälter der Beamten uttü Angestellten eine solche um 25 Prozent erfahrens lvelche Ziffern durch die Erhöhung der Steuern nnd andere Abgaben— sagt der amtliche Bericht, der natürlich nicht die Ausraubung der Lohnempfänger durch die erpreßten„Spende»" für die braune Terrorarmee ete. und für die RSBO nennt— auf 31 Prozent bei dett Arbeiter» und auf 27 Prozent bei den Angestellten gesteigert werden. Wie eine solche Einkommensvermin, derung, aus die Kaufkraft, das Geschäftsleben, die Stenereingänge und das Kulturleben wirkt, braucht nicht mehr dargelegt zu werden. Es ist gewiß sehr bezeichnend, daß die britische Regierung einen solchen Bericht nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern ihn dem ganzen Lande durch die Verössentlichuug übermittelt. Vollwertiges Geld zur Bestreitung ihres Rüstung». und ArbeitSbeschasfungSauswandeo kann die Regierung Hitler nicht austreiben, sie tnuß also das Geld vermehren, zur Inflation greifen. Wen» sie selbst den Außenhandel ausrotten will, kann ihr der AuSlandsbohkott nur recht sein. Bei dieser reichsdeutschen Wirtschaftslage kann ein umfassender Auslandsboykott sehr wesentlich dazu beitragen, daß-dieses Regime von Irrsinnigen und Verbrechern zusainmenbricht. 'Donnerstag, 7. September 1933 1 Wiederum nevolutlon In Kuba. JlvMugausnahme der Hauptstadt Havanna. Unten recht» der erst vor kurzem eiugesetzte, jetzt schon wieder gestürzte Präsident Carlos de Cespedes. Ans Kuba, das erst von wenigen Wochen so blutige Wirren erlebte, ist eine neue Revolution ausgcbrochcn, die anscheinend„kommunistischen" Charakter hat. Bisher scheint es den Revolntio- nären gelungen zu sein, sich fast unumschränkt in den Besitz aller Machtmittel innerhalb der .Hauptstadt gesetzt z» habe» Zwölf Todesurteil« gefordert! Düsseldorf, 6. September. Im Hilmer« rdprozeß beantragte der Staatsanwalt gegen angeklagten zwölf Kommunisten der GerreS- ner und Erkrather„Rotsron^-Trnppe di« Im Dritten keim idcnbczahlund mehr! USA-Flotte vor Havanna Marineminister Swanson an Bord New?) ork, 6. September. Da» kürzlich modernisierte Schlachtschiss„M i s s! s s i p p i", das gestern von Hampionroads(Virginia) aus eine Probefahrt angetreten hat, wurde auf hoher See drahtlos angewiesen, sich sofort nach Kuba zu begeben. Ter Marineminister Swanson begibt sich nach einer Konferenz mit Roosevelt an Bord des Kreuzers„Indianopoliö" sofort nach Havanna. Er erklärte, er habe in Angelegenheit dieser seiner Mission keinerlei besondere Befehle erhalten. Sein Bestich aus Kuba werde knrz sein, außer wenn sich die Lage ungewöhnlich verschlimmern sollte. Der Minister erklärte weiter, daß sich am 7. September mittag» sechs bis acht amerikanische Linienschisfe in den kubanischen Wässern besin- den werden. Präsident Roosevelt hat besohlen, daß 1200 Mann amerikanische Marinetruppen al» Expeditionskorps zusammengezogen werden und sich bereit halten sollen, um, wenn e» sich al» notwendig erweist, unverzüglich nach Kuba abgehen zu können. Anerkennung der neuen Regierung durdi Washington? Havanna, 6. September. Die neue Regierung der süns Kommissäre(ein Prosessor der juristischen Fakultät, ein Prosessor der medizinischen Fakultät, ein Journalist, ein Advokat und ein Bankier) erllärte, daß sämtliche Mitglieder gleiche Machtbefugnisse besitzen, nur der Profnssor de» Strafrechtes Guillelmo Portolo habe im Berkehr mit den Mitgliedern de» diplomatischen Korps den persönliche» Titel„Präsident". Zum Generalstabsches wurde der aufständische Unteroffizier B a t t i st a ernannt. Ein anderer Unterossizler wurde zum Polizeikommandanten, ein dritter zum Ches des Kriegsstabes ernannt. Sämtliche alten Offiziere der Armee, der Flotte und der Polizei wurden verhaftet. I» der Stadt herrscht verhältnismäßig Ruhe. Auch am Abend kam es z» keinen Unruhen. Mel dungen aus Santiago zufolge kam e» dort zu Zu. sammenstößen zwischen Streikenden nnd Streikbrechern. Die Regierung der Bereinigten Staaten hat bisher die neue kubanische Regierung nicht formal anerkannt, doch besteht nach einer Havas-Nleldung die Hoffnung, daß dieser Regierung von Washing- ton die Anerkennung erteilt werd«» wird, wenn nicht neue Unruhen ausbrechen. Washington wird eine Intervention der amerikanischen Armee bloß im änßerste» Falle anordnen, da man im Weißen Hause berechtigte Gründe zu der Befürchtung hat, daß eine solche energische Mtti- täraktion eine» ungünstigen Einfluß aus die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu den übrigen Länder» Latein-Amerikas hätte, mit denen Präsident Roosevelt möglichst enge diplomatische nnd Handelsbeziehungen unterhalte» will. Wie an» Berlin gemeldet wird, soll jetzt ein Reichsrahmenvertrag in Kraft treten, der den Arbeitern statt de« bisherigen Stundenlöhner, einen Mindestwochenlohn garantiert. Dazu wird von der„Braunen WirtschastSpost" bemerkt, daß e» sich hier um eine der wichtigsten Fragen künftiger Sozial, und Tarispolink handelt. Der Ar. ~ klein- und der der beitnehmer werd« in Zukunft aus die„l liche Arbeitüzeitberechnuna" Ueberstundenberechnung verzichten müssen, Arbeitgeber aus Lohnabzüge und den Abzug AuSfalistunden. Da» heißt in gutem Deutsch, daß durch den neuen Rahmenvertrag der Arbeiter in Deutschland kein Anrecht aus die Bezahlung der Ueberstunden mehr hat, also vollständig der Raubgier der Unternehmer, die bei der Festlegung der Dkindestlöhne genügend geschützt werden, auSgeliesert ist. Ueberstunden sind eben im Lande Hitler« lleinliche Dinge, mit denen man sich erst gar nicht beschäftigt. Biel wichtiger ist im Dritten Reich der Profit der Unternehmer, denn in Deutschland gibt e«„keine Klassenunterschiede" mehrt Finsterstes Mitteialter... Hamburg, 6. September.(Wolff.) Al« Ver- geltung dafür, daß Angehörige einer kommunistischen Kolonne in der Nacht zum Sonntag einen SS-Mann durch Obcrschenkelschuß verwundet habe, hat der Polizeiherr von Hamburg angcorduet, daß 80 Funktionäre der KPD im.Hamburger Konzentrationslager für drei Tage in verschärfte Haft zu nehmen und ihnen in der gleichen Zeit die Mittagmahlzeiten zu entziehen sind. Widerlegte RazilSgen. Di« Neue deutsche Bestattiingskasse(Erd- nnü Feuerbestattung), Sitz Berlin(der frühere sozialdemokratische Freidenkerbund) hat in Dresden eine BezirkSgeschästsstelle. Diese gab vor einigen Tagen ein Rundschreiben(Nr. 15) heraus, worin die Mitglieder aufmerksam gemacht iuer- den, daß die Bestattungseinrichtung voll nnd ganz aufrecht erhalten wird. Die restierenden Mitglieder werden anfgefovdert, ihre 21 1420. Der Wagen müßte.danach aus dem Bezirk Mähr.-Trübau stammen) Auf einem Blatt Papier, welches an die Nummerscheibe angebunden war, stand ein zweites Signum: L 3320. Diese Markierung tragen Wagen des Bezirkes Budweis. Polizei und Gendarmerie machte sich sofort auf die Suche nach diesem Motorrad, dessen Spuren bis 5 Uhr nachmittags verfolgt werden konnten. Weitere Mitteilungen über die Suche sind bis zur Stunde noch nicht bekannt. Rr. 209 Donnerstag, 7. September 1933 Seit« ft Braune„BoiksgemerMast"! „Vielfach beschweren sich einzelne Volksgenossen über angeblich« Ausschreitungen von EA.-Llännern, ob mit Recht over Unrecht, bleibt dahingestellt. Auch In diesem Fall ist vorerst di« nächste Ml.-Tielle zuständig. Wenn die Oberst« SA.-Fi'chrnntz jeder einzelnen Be- fchwcrdr nachgehen würde, dann müh'« der Stab mindrsteiiS verzehnfacht und über dem Braunen Hau-«in Wolkenkratzer errichtet werden." Notiz in Hitlers„Völkischem Beobachter'. Da« Stuhlbein raucht, die Backenzähne fliegen, Parole lautet: Rett« sich, wer kann! Wenn sie sich gegenseitig in die Haar« kriegen, Fängt di« Erneuerung erst richtig an! Der braune Landsknecht kann cs nicht mehr Iahen, Wer so mit Lust geprügelt und gesengt. Muh schlirhlich auch die„Volksgenossen" fassen. Weil ihn der BicepS zur Betätigung drängt! Wie wahrhast innig sich die Braunen lieben. Kann uion aus obiger Notiz ersehn, Pom Geist der„DolkSgemeinschast" angrrrieben, Lind sie dabei, den HalS sich umzudrehn! 0 v o o r. Nazissshrers Braut. Mordverdacht tragisch aufgeklärt. Wie eS neben dem Ncichsaufsenministerium ei« Außenpickitifches Amt der Hitlerei gib«, das diel mehr zu reden hat als das Reichsamt, so gibt cS dort, wo man das erlaubt, ncbeir dem Sieichsgcsandten auch noch einen NazigeschäftS» trägcr. Der baltische Baron Bertram von Die» scnhausen in Reval»vor als Vertreter des Aazi-Anhenamtes bei den baltischen Regierungen „beglaubigt". Dieser Tage fuhr er mit seinem Auto an einen Danin, lvuroe verwundet, im Lagen aber lag tot seine 17jährige Brant, die euffallcnd schöne Jüdin Marga Wenzel. Der 86jährige Nazibaron wurde unter Mordverdacht verhaftet, jedoch hat die Untersuchung der Toten eine Bcronalvergiftnng als Todesursache ergeben. Sie hatte einen Zettel bei sich: ,Hch kann« nicht ertraaen." Unter ihren kochen zu Hause hat man nun Aufzeichnungen darüber gefunden, daß ihr Bräutiganl durch eine heirat mit ihr ruiniert würde, da er sie nicht heiraten dürfe. DaS aber könite sie nicht crtragett, um so weniger als sie... ein Kind erlvartc! Der sreihcrrlich« Vertreter der„Arbeiterpartei" Hitlers ist aus der-Haft entlassen worden. Aus der Gesellschaft ehrenhafter Menschen wohl auch. Dürr« in England. Infolge der. anhaltenden Dürre sind-in vielen Teilen Englands anSgc. dehnte Heide- und Walb.brande atisge- brochen. Hundert« von Marge»«.Heideland und Tausend« von Banmen fielen den Flammen zum Opfer, Tausende von Fasanen und Rebhühnern finden den Tod in den Flammen. Biel« Telephon, und Telegraphcnleitunge» zwischen London und küdengland sind zerstört. Wegen der Dürre lzat dat Arbeitsministerium die Behörden und daS Publikum zu sparsamem Wasserverbrauch ermahnt., Wiener Schutzbauten gegen Hochwasser. In dm nächsten Togen werden im Gebiete der Stadt Lien die Bauten zunr Zweck« des erhöhten Schutzes der Stadt gegen Hochwasser in Angriff zmommen werden. Die Arbeiten werden«inen Aufwand von 8.4 Millionen Schilling erfordern und zwei Jahre dauern. Zechpreller Hitler. Das Leipziger Son- dcrgcricht verurteilte einen Kellner zu 5 Monaten Gefängnis, der angegeben l-alte, daß er den Kanzler des Deutschen Reiche- noch aus Wien kenn«. Er hab« damals Hitler in einer Ätcklwirtschaft ständig bedient, bis der heutige Reichskanzler unter Zurücklassung einer Zech, schuld»veggeblieben sei. Feuergesecht mit Piraten. Nach einem Telegramm aus Manila auf den Philippinen kam cs auf der Insel Jolo zu einem Zusammenstoß zwischen Polizisten und einer Bande mohammcdani- scher Piraten des Morosstainmes, wobei 19 Personen getötet wurden. Taifun üb«r Hag«nb«ck. Nach einer Kabclmel- timg, di« der gegenwärtig mit seinem Zirkus aus (inet Gastspielreise in Japan befindliche Lorenz Hagenbeck an das Hamburger Stammhaus richtete, sind durch«inen Taifun die gesamten Zeltanlagen und Einrichtung«» des Zirkus vernichtet worden Dal Gastspiel soll aber trotzdem unter Benutzung der Reservematerials fortgesetzt werden. Rausih-ift. Die Polizei hat auf einem Aut« unweit von Jstambul«in Laboratorium zur Erzeugung von Rauschgiften entdeckt und 856 Kilogramm Haschisch beschlagnahnn. Zehn. Per- finen wurden verhaftet. Der Grashalm als Mörder. Sine seltsame Blutvergiftung hat sich ein Junge zugezogen, der in Bruck an der Mur barfüßig über eine Wiese lies. Er ritzte sich mit einem Grashalm am Fuhr und zog sich dadurch ein« Verletzung zu, die sich als sehr heimtückisch erwies. Es stellte sich starkes Fieber«in und man mußte ibn« schließlich das Bein abnehnren. Trotz der Operation konnte man kn Dreizehnjährigen nicht retten. Die Vergiftung hatte bereits den ganzen Körper verseucht. Man konnte bisher noch nicht scststellen, durch welche GraSarl die tödliche Verletzung er- »lgt war. Das grötzte der Wett. Eine wahre Hospitalftadt erhebt sich im New fhorker Stadtviertel East-Niver. Artanc und Tornados. 3ur ZBfcOeifturmfataftrovOe in 9nittelamer4a. Bon Professor Dr. Leo Lautenschläg«r. Der Orkan, der aus dem traditionellen Wir- bclsturnigcbiet in Mlttclamcrika, auf Kuba, Haiti und Puertoriko furchtbare Zerstörungen angcrich tct hatte, ist in den letzten Tagen über den Golf voll Mexiko hinweg nach der Küste. Von Florida hinübergerollt und hat dort das ganze Küstengebiet von Miami bis Melbourne henngesucht. Da zum erstenmal die meteorologische Abwehr des nordanicrikanischcn Küstcndicnstcs sehr gut funk tionierte, ist nach den augenblicklichen Meldungen ein großer Sachschaden ongcrichtct worden, ohne daß, wie früher, Zehntansenüc von Menschenleben dem Orkan zum Opfer gefallen wäre««. Tie meteorologischen Stationen in Mittel- und Nord' amerika haben diesmal den Lauf des Sturmzen- trums, das sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 120 Stundenkilometern fortbcwegte, genau verfolgt. lieber dem Golf von Mexiko hat sich rin zweites Sturmzentrum losgelöst und über die Mississippi-Mündung hinweg das Gebiet von Texas erreicht. Die längste Orkankatastrophe Mit- talamcrikas hat also in den letzten Tagen außer Kuba und den Bahamainseln das gesamte Inselgebiet Mittelamerikas zwischen dem Atlantischen Ozcan, dem Karibischen Meer und dem Golf-von Mexiko verwüstet und ist damit einer alten Tradition gefolgt, der zufolge seit Jahrzehnten immer wieder dieselbe Wirbelsturmkatastrophe jene Landstriche Heimsucht. Der Kuba-Orkan. Das Zentrum dieser tropischen Stürm« in Mittelamcrika ist die Insel Kuba, die jrncm immerwiederkchrenden Orkan Zehntausendc von Menschenleben zum Opfer gebracht hat. Der erste Europäer, der dort einen dlcser Wirbelstürme durchmachte, ist Christoph Columbus gewesen, der auf Sanoomingo ein derartiges Sturmwettcr erlebte, das ganze Wälder umwarf, Häuser und Hütten zum Einstürzen brachte und mehrere Schiffe in der Sturmflut versenkte. Die Eingeborenen der kleinen Antillen nannten das Wetter„Hurakan", eine Bezeichnung, die später als„Hurrikan" und als„Orkan" in dem Sprachenschatz der Kulturvölker überging. Besoitders in den letzten Jayrcn hat dieser Kuba-Orkan die Welt immer wieder in Erstaunen und Schrecken versetzt. Im Oktober 1926 warf der Wirbelsturm hunderte von Häusern in Havana zusammen und überflutete über die Hafenmauern hinweg die Eznaeborencnviertel, so daß etwa zweitausend Menschenleben zu beklagen waren. Am 8. August 1928 fegte ein neuer Orkan über die Insel Haiti hinweg, zerstörte die Kaffee- und Banancncrnte vollkommen, legte ganze Wälder nm und sprang danr« nach der nordamerikanischen Halbinsel Florida hinüber. A>n b. September 1930 brach der Wirbelsturm über die Stadt S a n d o m i n g o auf Haiti herein und vernichtete Tausende von Häusern und etwa fünftausend Menschenleben. Im Feber 1932 hatte die Hafenstadt Santiago de Kuba im Südosten der Insel Kuba unter dem Orkan zu leiden, der ganze Stadtteile vernichtete und 2800 Tote verschlang. Orkane. Dieser mittelanterikanischc„Hurrikan" wird von den Meteorologen unter die Kategorie der tropischen Orkane gerechnet. Der moderne Wetterdienst unterscheidet nämlich zwischen bei« tropischen Orkanen, den nicht tropischen Orkanen und den Tornados oder Taifunen. Der tropische Orkan hat einen Durchmesser von etwa 100 Kilonictern, während der außcrtropische Orkan eiir bedeutend größeres Gebiet heimsucht und sich zu gleicher Zeit aus einem Gebiet von etwa 2000 Kilometern Breite auszutoben pflegt. Der Tornado dagegen beschränkt sich«neist auf einen ganz e«>gen Raun«. Er hat dadurch eilte noch viel größere, vernichtendere Wirkung und Pflegt vor allem dtlrch seine Saugkraft Schiffe zu vernichten und Städte wie Dörfer durch seine„Windhose" in die Luft zi« reiße». Die Richtung des außertropischeu Orkans ist auch ganz verschieden. Er setzt aus der nördlichcit Erdkugel, mal von Osten, mal von Westen, ein und wird besonders gefährlich, so bald er an irgendeiner Meeresküste eine größere Sturmflut zu erregen vcrmag, die oft viele hundert Kilometer weit zu spüren ist. Meist gesellt sich ein Wolkenbruch zu Sturmflut und Wirbelsturm, um die Katastrophe besonders wirksam zu machen. Europa hat verhältnismäßig wellig unter diesen Orkancil zu leiden, da sich die aus dem Atlantischen Ozcan kommenden Orkan« an. der schottischen oder französischen Küste zu brechen pslegen. Dagegen nimmt der Kuba-Orkan meist denselben Verlaus. Im Karibischen Meer oder im Golf von Mexiko bildet sich ein schweres Orkanzentrum, als Folge der Spannung zwischen dein Hochdruckgebiet nördlich der Tropen im Atlantischen Ozean und dem„Tics", das sich an dessen Rändern an den Antillen oder den Baharnainscln bildet. Gewöhnlich wandert dann dieses Sturmgebiet in Kurven über di« mittelamerikanischen Inseln, um dann entweder über Kuba, über Haiti oder über Florida oder Äjucatan zu explodieren. Die Stürme folgen sich mit einer seltsamen Regel- mäßigkeit. So rechnet man" in den Bereinigten Staaten mit jährlich 3 LIS 4 mittelstarken Stürmen. Alle 3 bis 4 Jahre erwartet man einen käta- stropheilartigcn Orkan. Die Wetterstationen in Kansas, Illinois, Missouri, Indiana und Alabama sind ständig für die Abwehr der Orkane vorbereitet. Tornados. Erheblich gefährlicher als der Orkan ist der Tornado, der in den Gewässern des fernen Ostenü „Taifun" genannt wird. Dieser Tornado tritt in der Form eines furchtbaren Lnftwirbels auf, der oft nur wenige Meter Durchmesser besitzt. Diese sogenannte„Windhose" saugt sich wie ein riesiger Rüssel ailf der Erde oder am Meer entlang, reißt Hällser, Wagen, ja selbst Lokomotiven in die Lust, entwurzelt Bäume und Alleen und pflegt vor allen« m den Gewässer»« des fernen Ostens die Schiffahrt heimzusnchcn. Im Spätsonnncr und im Herbst kehren diese Taifune an den chinesischen und japanische«« Küsten wieder. Meist bilde»« sie sich, als Folge meteorologischer Spannungen in den Meerestcilen beiderseits der Philippinen u»,d rolle»« da»«»« auf irgendein Küste»«gebiet zu. Auch hier sind die Spannungen zwischen Hoch- und Tiefdruckgebiet maßgebend für die Bildung dieser Luftwirbel und Stürme, die einen Durchmesser haben, der oft nur wenige hundert Meter, gelegentlich aber auch 50 bis 100 Kilometer beträgt. Sie bewegen sich verhältnisitiäßig langsam, mit einer Stundengeschwindigkcit von etwa 40 bis 50 Kiloinetern fort, so daß der Wetterdienst sehr wohl vor ihnen zu»varne«« vermag. Die Saugkraft dieser Tornados ist so groß, daß die Häuser nicht zusammenstnizen, sondern förmlich nach außen auseinandcrplatze»«. Die Dächer werden in die Höhe gerissen, die Bäu»ne cniwurzrlt und weit fortgcschlcudert. Meteorologische Abwehr. Die meteorologische Wissenschaft ist seit Jahren dabei, eine»« wirksamen Warn- und Meldedienst sowohl in den gefährdeten Gebieten von Mittelamerika als int Fernen Osten einzurichtcn. Bor allein der Funk ist eines der wirksalnstcn Jrrstrumente, die von Orkanen u»«d Tornados bedrohten Gebiete zn benachrichtigen«md die Menschen zu veranlassen^Kellrr und sturmsichere Gebäude aufzusuche»«. So ist kürzlich ein Observatorium auf der kleinen Insel Swan im Karibischen Meer eingerichtet worden, das lediglich die Aufgabe hat, entstehende Wirbelstürme zu beobachten und die an bett gefährdeten Küsten eingerichteten Warnstationen durch Telegraf, Telefon und Funk zu benachrichtigen. Auch in China nnd Japan sowie auf den Philippinen ist in den letzte»» Jahren ci»t»neteorologischer Dienst eingerichtet worden, der vor allem die Schiffahrt vor den Tornados schütze»! und warnen soll. Selbstverständlich haben sowohl die Orkane als die Tornados, die Zyklone oder Taifune ihre unberechenbaren Tücken, denen der Mensch saint seiner Wissenschaft und Technik ohnmächtig gcgcnübersteht. Prager Zeitung. Wieviel Wüjler gibt es in Prag? Nach dem letzten Amtsblatt der Hauptstadt Prag sind nach Abschluß des Rcklamationsvcr- fahrcns in Groß-Prag insgesamt 546.320 Pcrso- nen wahlberechtigt. Davon sind 246.758 Männer und 299.562 Frauen. Dem Alter nach gibt cS 514.773 Wähler über 24 Jahre(233.477 Männer und 281.296 Frauen) und 483.872 Wähler über 26 Jahre(218.900 Männer nnd 264.972 Frauen). Prag 1 bis VII hat 118.697 Wähler, Prag VIII(Lieben) 36.225, Prag IX (Wyfotschan) 17.627, Prag X(Karolinenthal) 14.207, Prag XI(Liikow) 60.455, Prag XII (Weinberge) 60.624, Prag XIII(Wrschowitz) 47.828, Prag XIV(Rnfle) 50.811, Prag XV (Podol) 13.035, Prag XVI(Smichow) 51.718, Prag XVII(Kosib) 14.959, Prag XVIII (Bkewnow) 20.127, Prag XIX(Dejwltz) 40.008. Die Traurrkundgebung für Pros. Th. Lessing, welche Dienstag, den 5. September, von der Liga für Menschenrechte in« Mozarteun« veranstalte« wurde, nahm einen äußerst würdigen Berlauf und der gute Besuch legte Zeugnis dafür ab, welcher Liebe und Achtung sich der ermordete Gelehrte erfreute. Tic Redner Jng. P f ik r i I, Vorsitzender der Liga für Menschenrechte in der Tschcchostowa- kci, Milos B a n a k, und Kurt Großmann als Vertreter der Deutsche»« Liga, würdigten in forin- vollendeten große»« Reden die große»« geistigen u»«d menschlichen Verdienste des ermordeten Gelehrten, seinen Kampf nm die Wahrung der Menschen- rechte und der GcistcSsrcihcit, erginge»« sich itt chwere» Anklage»» gegen das fascistische Mordliste»»« und forderten aus zur Abwehr aller Bc- trcbungcik, die darauf auüachen, die tschechoslowakische Rcptiblik um die Kardinalerrungen» schäften der Demokratie, das sind die Geistesfreiheit und die Menschenrechte, z«r bringen. Den Abend beschloß eine kurze Rezitativ»« aus Prof. Th. Lessings Schriften, d«c Genosse HanS Licht» w i tz eindrucksvoll zur Geltung bracht«. Der Vorlesung ging rii« kurzer Borspr»«ch des Genossen voranS, in dem der Vortragende daran? hinwieS, daß es irrig ist, die Ereignisse in Deutschland als spezifisch deutsch z»« bezeichnen, sondern daß es»»irr das Organisationstalent der Deutschen und der ihnen als Charaktereigenschaft mitgegebcne Sinn für Methodik sie a'ichicbt- lich eben dazu bestimme, der Welt das sasei- st i s ch e A n t litz in un verhüllter Weife zeigen zu können. Seine Ausftibrungrn wurden durch Knndgebugcn lebhafter Zustimmuna unterbrochen. Mit einem Schlußwort des Vorsitzenden der Liga schloß der Abend. Geriditssaal Ein„WolMter" entlassener Sträflinge Skrupellose Gaunereien eines allen Betrüger». Prag, ü. September. Es ist schon ös:«r borge» komme»«, daß« n t l a s s e n« Sträflinge di« Angehörigen ihrer Zellengenossen aufgcsuch» und ihnen niiter dem Borwand, sie kämen in» Auftrage dieses Kameraden, unter verschiedenen Borwänden G«ld herauSgelockt haben. Aber der 33jährige ehemalige Privatbeamle Karl Petdik, der heute ein mehrfach vorbestrafter B e r u f s b e l r i» fl 11 Ist, gab sich mit solche« Kleinigkeiten nicht ad. Er spekuliert« zwar auch ans die Opserwiltigkeit der Angehörigen von Häill»igen. aber er saßt« die Sache auf„noblere" Weise au. Ob der heut« verhandelte Fall sein einziger dieser Arl ist, mag dahingestellt sein. Er erschien in» M a i d. I. bei den Ellern eine» gewissen Josef Bor cs, der gegenwärtig in einer Strafanstalt eine Strafe verbüß» und dessen pcrsön- Iid>c und Familienverhältnisse Petlük auf unbekannte Weise gut ausbaldowert hatte, Di« Ellern des BorcS sind brave, a'le Häuslersleute in einem Dorfe der Prager Umgebung, die es sehr schwer tragen, daß ihr Jung« auf Abivege gekommen ist und sich um seine weitere Existenz schwere Sorgen machen. Auch das scheint Petrik genau geivußt zu haben. Er suchte also dir alten Leute auf und stellt« sich als M ö b e l f a b r i t n»t t vor Er erzählte, !er habe von ihrem Sohn gehört und auch in Erfahrung gebracht, daß er in» Grunde genonnnen ein braver Bursch sei, dem man einen leichtsiimlgen Streich nicht etvig Nachträgen dürfe.'Er Iverde nun bald entlassen»verdcn und es handle sich jetzt darum, ihn auf den rechten Weg zurücklzubringen. Dazu sei in erster Linie eine entsprechend« Stellung uotivcildia und da habe er, der„Fabrikant Petkik", sich entschlossen, den Entlassenen in seinen« Unternehmen zu beschäftigen. Er sei eben ein Menschen- freund und ein»vahrei Wohlläler entlassener Sträi- l'nge. Die allen Leute iveinlen vor Gluck und fast häl- tcn sie dem großmütigen„Fabrikanten" und Men- icheilsreuiid di« Hände geküßt. In dieser Stimmung »var«s dem Gauner ein l«ich:es, ihnen plausibel g» machen, daß es ohne eine„kleine Sicherstel- l u»i g" nicht abgehe» iverde. Er wolle glanbei«, daß Ser junge M« gebessert sei— er nehme keine» Anstoß an der verbüßte» Strasc— aber er»volle doch sicher gehen und sich gegen«vcntuelle Schäden decken. Ob also die Ellern 3000 lls Kaution er- legen wollte»'? Ta» Geld bleibe natürlich ihr Eigentum und werde sicher angelegt werde««.■ Seite 6 Donnerstag, 7. September 1M8 Nr. M Der Las der Gähne wird kommen? Die Rettung der europäischen Kultur: Niederwerfung de« Fascismus. Mit einer eindrucksvollen Kundgebung schlossen sich gestern die deutschen und tschechischen Sozialdemokraten Prag« den antisascittischen Manisestationen an, welche in der letzten Zeit überall den entschlossenen Willen der Arbeiterschaft gezeigt haben, mit allen Mitteln die fascistische Barbarei niderzuschlagen. Auch die gestrige Versammlung stand in diesem Zeichen und»nter den vielen Hunderten wird eS nicht«inen einzigen gegeben haben, der während der Minute de« Schweigen«, die den Todesopfern de« braunen Mordes gewidmet war, nicht auch an die Stunde der Rache gedacht Me, dl« den Fascismus für alle Zeit hinweg, fegen wird. Tat Ende vom Liede war, daß d!« armen Ellern, die so viel Geld gar nicht daliegen halten, di« gesordert« Summ« bei Verwandle» und Bekannten zusammenborgten und dem„Fabrikanten', mit vielen Daicke-worien dazu, übergaben. Perkik verschwand mit se'ner Beut« und da« einzige Ergebnis ist, daß das Häuschen der alten L«»l« MOV Ks Hypothek mehr zu tragen har. Vor Gericht versucht««r sich ans all« möglich« Art hcrau-szureden. Er habe wirkbich geglaubt, dem BoreZ«inen Posten vcrschassen zu können». dgl. Bei ihm wurden 970 Ke gesunden, bi« zur teil** weis« n SchadenSguimachung verwendet wurden. Dies war der einzige mildernd« Umstand, der d«m Angeklagten zugute kam. Er wurde zu sieben Monaten lchwerrn und verschärften KerterS verurteilt. rb. Mitteilungen uns Dem Publikum. Wenn hundert srcmde Augen prüfen— z. B. beim Tanz und im Theater, dann muh die Frisur auch kritische Blicke bestehen. Deshalb denken Sie vorher an die Haarwäsche mit Schwarzkopf-Schaumpon. 2019 Kunst und Wissen Opern»Werbe»Ab«nd des Deutschen Theaters, Montag, den 11. d. Ter Borverkaus für diese Veranstaltung, bei der di« Damen Eisinger, d'Amara, Pauly, Waller und di« Herren Bender, Fischer, Ccheldl Mitwirken, beginnt für Abonnenten heute Donnerstag. Allgemeiner Borverkaus ab Freitag. Preis« nur von 1 bis 1V llr. Sport• Spiel- MmvllM Der Ruf nach Gleichschaltung. Di«„Turnzcitung des Deutschen Turuverban- des" In der Tschcchostoivakei kann die Gleichschaltung mit Hitler-Deutschland nicht erwarten. Wir greisen aus der Folg« 161908 als Bclveis der Gesinnung und der gesteckten Ziel« de» Deutschen Turn- vrrbandes einig« Stellen heraus. Da heihl cs in dem Artikel„Und wir Sudelendeuischen?": „Was setzt in Deutschland geschieht, ist nichts andres, denn das Staanvevden dieses neueil Geistes, der nunmehr schon überall— in unserem rel'» gipsen Empsitrden, in unserer Wissenschaft, Stunsr. Wirtschaft— die entscheidende Abwendung vom atomistischen, mechanischen, geist- und gottlosen Gesüac der Aufklärung vollzogen hat... Auch heut« sehen wir jenseits unserer Grenzberge«In neues Reich aus solcher. innerster. Erhebung entstehen.— Und wir?" Ta» ist der Schrei nach dem Fascismus, der in Deutschland herrscht, ter die Arbeiter'chaft rechtlos macht, sie zu einem Sklavcudasein zwingt, der die Thyssen zu DirischaftSdiktatoren mW Ausplünderern des deutschen Volkes unter dem Schuhe Hitlers u>ch seiner DA.-Bandiien gemacht hat. ES ist der Schrei nach deni Fascismus, der die ganze Knlturwelt zum Feinde Deutschlands gemacht hat. Und dieser Schrei ist nur möglich, weil di« hiesigen Auchgcrnsascisten di« Demokratie niihbrauchen dürsen und unter ihrer Duldung nach chrem Henker ruirn können. Und wie stellt sich die„Deutsch« Turnzeitung' zur Krise? Sie macht«S sich sehr einfach, indem sie sagt: „Wir stehen in keiner Krise, wir stehen Im Umbruch zweier Zeitalter. Dir« völlig«iuzusehen, dazu sollen uns Sudetendontschen di« letzten Ereignisse i» Deutschland deutlich« Zeichen fein." Und diese traurigen Helden haben noch den Mut, sich bei uns aus die Temokratie zu berufen! Arbeitersport im Rundfunk. Am Freitag, den 8. d. M., spricht um 18.10 Uhr im Wiener Sender Genoss«.Hans G a st g c b, Sekretär des Askö. über da« Thema„Sinn der Leibesübungen". Der 1. Schweizerisch« Berbandsstasettenlag de« Satu« wurde in Basel unter starker Beteiligung aus der idealen eigenen Dportaniag«„SaiuS-Grund" mit vorzüglichen Ergebnissen, die In der Erzielung von-sechs neuen Bestleistungen zum Ausdruck kommen, durchgcführt. Di« Ergebnisse: 4X100 Meter(Männer): 1 Bümpliz 46.3 Sek., 2. Basel- Ost 45.4 Sek.(im Borlauf erzielt« Basel-Ost mit 45.2 Sek. ein« neue Bestleistung). 4X100 Meter (Frauen): 1. Bcrn-Länggasse 55.4 Sek.(neue Best- leistungi, 2. Basel-Ost 56.4 Sek. 8X200 Meter (Männer): 1. Basel Ost 1:12.1 Min.(neu« Bestleistung), 2. Bümpli; 1:12.8 Min. 10X100 Meter (Männer): 1. Bümpli; 1:56 2 Min.(neue Bestie!- swng), 2. Basel-Ost 1:58.4 Alin., 3. Zürich 2:03 Min. Olympische Stasclte iFrauen): Bern-Länggasse 50.4 Sek.(neue Bestleistung», 2. Basel-Ost 59.2 Sek. Scknvedc»sla?eiie(Männer): 1. Bümpliz 2:09.8 Min., 2. Basel-Ost 2:10 Mn., 8. Bern- Nord 2:10.1 Min. Olympiickt« Stafette(Männer): 1. Bern-Nord 3:53.2 Min.(neue Bestleistung), 2. Zürich-Wiedikon 3:53.4 Min. Einigung im österreichischen Handballsport. Di« außerordentliche Hauptversammlung des Arbciter- handballvcrbandes hat e i n st i m m i g seineA u f- 1 ö s u n g und den Z u s a m m« n s ch l u ß mit den Turnerhandballern beschlossen. Damit ist nun die schon seit einigen Jahren erstrebte Bereinigung zustande gekommen.'Alle Redner erkannten dir Bedeutung de» Zusammenschlusses für den gesamten Arbeiterhandballsport an Ter Arbeiterhandballverband könnte seht seinen siebenjährigen Bestand feiern. Aus der Trennung von den Bürgerlichen entstanden, hat er es in kurzer Zeit verstan- Ü*- ik Nach der Eröffnung durch die Genossen Schönselüer(deutsch) und Kraus(tschechisch) erhielt da« Wort: Genosse JaKsdi: Ter Mord an Prof. Lessing Hal eine tiefernst« politisch« Tatsache enthüllt. Bisher wußten wir, daß di« Spitzelorganisation des Dritten Reiche! in die Tschechoslotvakei herübergreift, nun ist ossen- tundig, daß di« Welle der braunen M o r d p e st über die Grenzen schlägt. Di« Antwort der sozialdemokratischen Arbeiterschaft kann nicht zweifelhaft sein. Sie mutz auch mit diesen Kampsmethoden des Fascismus rechnen und auf alle Eventualitäten gerüstet sei«. 0» der Gefahr, das Schicksal Lessings zu teilen, schwebt künstg jeder, der hickAUllande gegen den HakenkrcuzfasciSmns Front macht. Die Auftraggeber Eckeris werden auf das politische Echo dieser Mordtat lauschen. Ter tlasscnbewußi« Kern der deutschen Arbeiterschaft hat aus dem Schicksal der deutschen Brüder gelernt und ist bereit. Schütter an Schuller mit den tschechischen Kampsesdrüdcrn den Bernich- Utngskanrpf gegen i>'e fascistische Mordpest aufzunehmen. Ucber die Methoden dieses Kampfes richtet Redner«iniqe ernste Wort« an di« fortrchrittliche tschechische Oeffeinlichteit. Wir warnen davor, in der Abwehr des HitleriSmuS nur eine Polizeiangelegenheit zu selben. Die gesährl chsten Feinde d«r Demokratie sind der Hunger der Arbeitslosen und di« HosfnungS- losigkrit der jungen Generation. Der Zustand in den Grenzbezirken, wo di« Krise schon seit vier Hahr«,, wütet, ist wahrhaft tragisch. Auf di« hungernden Menschen wirken di« fortwährenden Migrisse auf die Füvsorgcpolitik wie Faustschläge auf den leeren Magen. Wir wollen kein nationales Dizitieren mit der Not der Krisenopfer, richten aber unseren Appell an di« fortschrittliche tsck>echi-sche Journalistik, der.Hiulgertragödle TeutschböhmenS(Herechtigkcit werdet« zu lassen. Di« besten Waffen der Demokratie sind Brot nnd Arbeit. Wir brauchen als Schutzwall gegen innen- und außenpolitische Bedrohung«In kühnes wirtschaftliches Aufbauwerk, welches auch der deutschen Bevölkerung das Gefichl gibt, daß si« in diesem Staate eine wirt- Ichaftliche Zukunft hat. Ein« zweite Gefahr sehen wir: daß der berechtigte Abscheu gegen di« Provokationen und Terrorakte des Hitlerregimes im tschechischen Boll« um- chlägt in Deutsch« nhaß schlechthin. DaS väre der Stoß in den Rücken uusever demokratisch- lozialistischen?kbwehrfront. Darum halten wir fest an dem erprobten Bündnis mit der tschechischen Arbeiterschaft. Der nationalistisch« Ansturm von beiden Seiten mutz mit einer Vertiefung der sozialdemokratischen Zusammenarbeit beantwortet werden. Wir brauchen einen nationalen Burgfrieden Mischen den anständigen Elementen des tschechischen und des deutschen Bolle«. Redner wendet sich dann entschieden gegen di« freche Ausrede der.Hakenkreuzpressch daß Lessing seinen Tod durch„Provokationen" selbst verschuldet hab«. Einige tschechische Blätter sind aus diesen Schwindel leider hineingefallen und nehmen gegen die deutsch« Emigration Stellung. Man muß diese Frag« vom Standpunkt« der politischen Zweckmäßigkeit stellen. Da» tschechische Volk verdankt di« staatliche Selbständigkeit der Tatsache, daß seine besten Mäimer di« Leiden und Bitternisse der Emigration auf sich genommen haben. Der HitleriSmuS hat Angst vor dem ungebrochene« Trotz und hem Friedenswillen der sozialistischen Millionenmasten in Deutschland. Wenn es die tschechische Temokratie eriitöglicht, daß hierzulande ein bescheidenes Wochenblatt die Stimme der geknechteten deutschen Arbeiterklasse erheben kann, dann leistet sie damit dem europäischen Frieden«inen historischen Dienst. Der Stoß des neudeutschen Imperialismus muß sich zwangsläufig gegen die Tschechoslowakei r'chten, weil si« seiner Expansion nach Südosteuropa im Wege steht. Di« LegalitätSerklärungcn des.Herrn Jung sind genau so viel wert, wie der Treuschwur, den Hitler und Hugenberg in die Hände Hlndenlnirgs ablcgten. Mit dem FascisnmS kam« man weder innen- noch außenpolitisch paktieren. Man muß entweder kapitulieren oder kämpfen. Es ist kein Zufall, daß«In Wilderer den Mord verübt hat, denn der Fascismus ist der Einfall von Wilderern in das Gehege dcr Zivilisation. Lernen wir auS dem Fall der deutschen Demokratie! Lieber mit d«r Masse in der Hand kämpsen, anstatt wie ein Hund in den sascistischen Folterkammern oder Konzentrationslagern erschlagen zu werden! DaS ist der Appell des OpfertodeS Lessings an die Arbeiterschaft, an alle demokratischen und fortschrittlichen Menschen dieses Landes. Für die tschechische Sozialdemokratie sprach Genosse Johanls: Gleich zu Beginn möchte ich mich mit unserer tschechischen Rechtspresse auseinandersetzen, die den Mord in Maricnbad zwar verurteilt hat, gleichzeitig aber von den Emigranten verlangte, daß sie sich dcr Propagierung ihrer Ideen enthalten. DaS ist eine Schande für dies« Journalistik, aber auch eine Schande für unser Volk, welches so oft in seiner Geschichte mit dcr Arbeit der Emigranten rechnen niußte. Nach der Schlacht am Weißen Berge war es Kamensky, d'er auswandern mußte und auch nicht geschwiegen hat, während des Krieges war es M a j a r y k. Auch er war ein Emigrant, er ging seiner Idee nach und ließ sich nicht abhalten, für si« zu käippfen. Falsch ist«S also, von den Emigranten zu verlangen, daß st« aushören, gegen die Gewalt und Barbarei zu kämpfen. Trügerisch ist es, von ihnen zu fordern, daß sie zu Haus« kämpfen sollen. Im Gegenteil: daS Richtigste wäre, wenn alle zivilisierten Menschen heute IDeutschland verlassen könnten. Die Arbeiterschaft muh auf der Wacht stehen. ES geht nicht nur um rein politische Dinge. Man geht vielmehr darauf aus| alle sozialen Errungenschaften zu beseitigen, und cS ist bezeichnend für diesen Geist, daß man erklärt, der MarziSmuS habe durch sein« Erfolge in der soziale« Gesetzgebung da- Volk verdorben. AuS vielen Dokumenten geht hervor, daß alle-, waS bisher in Deutschland geschah, nur«in Glied eines größeren Planes ist, dcr zum Kriege führen muß, wenn man die Herren in Deuschland sich vorbereiten läßt. Wenn jemand Anlaß hat, sich gegen diese Reaktion in Deutschland zu wenden, so ist es da« tschechische Volk, denn die Tschechoflowakei basiert auf dem Frieden in Europa. Den FasciSmuS müsten wir unter den Deutschen und den Tschechen bekämpfen. Glauben die Herren Jung und KrcbS, daß wir ihre Lammfrommheit für ehrlich halten, die sie jetzt bekunden, da sie das Gefühl haben, daß der Aufseher in Pankratz die Tür hinter ihnen absperren könnte? Unserem Bürgertum sagen wir, daß wir ihm dir demokratischen Grundsätze nur solange glauben, solange e- nicht die Macht hat, ander» zu handeln. ES wäre allerdings bei uns nicht so leicht, sadistische Methoden einzusühren, aber Tatsache ist, daß der Mord in Maricnbad un- gezeigt hat, daß wir nicht gleichgültig bleiben dürfen und daß der Staat allen Grund hat, die Manieren Hitlerdcutschlanbs bei unS nicht zu dulden. Wir haben den Kampf unserer nordböhmischen Genossen in den letzten Wochen mit angespanntem Interest« verfolgt. Wir wollen unser« Solidarität nicht nur mit Worten auSdrücken, sondern überall mithelsen, weil wir wisten, daß die nordböhmischen Genosten die ersten an der Front find und große persönlich« Opfer bringen. Wir wollen ohne Rücksicht auf di« Nationalität alle- im Kampfe gegen den Fascismus tun und wir wollen auch, daß der Staat und die üldministrativc diesen Kampf unterstützen und überall für die Wahrung der Demokratie eintreten. Als letzter Redner sprach Gen. Dr. Emil Strauß: Seit mehr als einem halben Jahre sind wir Zeugen erschütternder Tatsachen. Was war'Deutschland doch«inst umS, die wir zum deutschen Kul- t urkreiS gehören? DaS Land hoher Kultur, klassischer Dichtkunst, der Philosophie Kants, d«S So zia-liSmuS von Karl Marx, das Land der Organisation, Industrie und Technik. ES ist ein Zeichen für die schlvachen Grundlagen der kapitalistischen Kultur, daß sich daS alles so rasch geändert Hai. Dort, wo Fichte di« Gleichheit alle» dessen gelehrt hat, wa- Menschenantlitz trägt, spricht man vom marxistischen und jüdischen Untermenschen, dort wo Herder sein« Ideale der-Humanität geprc digt hat, werden hunderte hochgeistiger Menschen int Dunkel der Ml.-Kasernen und in der Hölle dcr Konzentrationslager geniarlert, moralisch gebrochen und dann physisch vernichtet. WaS unS aber seit einigen Tagen so austvühli, ist die Tatsache, daß die Mörderhand des dritten Reiche- zu uns herübr»gegriffen hat. Die ganz« Bardarei des dritten Reiches zeigt sich darin, daß ein edler Geist, der dem Sim« der menschlichen Entwicklung nachspürte, ein Mensch, dcr-i« Tiere uns das All mit seiner Liede umfing, von einem Wildschützen getötet wurde. Die Männer des dritten Reiche« haben sich eines Wildschützen im Kampse wider den Geist bedient, glicht einmäi im AüSiand sollen Jen« Ruhe finden, di« sich nicht blenden lassen von 40 Zentnern bengalischen PuIverS und nicht im Sumpf eines vertier- ton RastenfanatikmuS untergohen wollen. Für uns har aber di« Ermordung Lessings no.r, ein« zweite Sette. Ich will mich nicht viel mit jene» befassen, die dem-HakewkreuzsasciSmus innerlich vollkommen ergeben sind und äußerlich von Loyalität überfließen, sondern mit den Halbe« und Lauen,. die im deutschen Prag noch immer di« erste Gc.gc spielen wollen. Sie haben uns bei den Wahlen der letzten Jahre den Herrn Rosche als Alessias des Sudetendeulschl-umS vorgeführt, einen Mann, oer die Hitterei als„nationale Erhebung" begrüßt hat — der Mord au Lessing gehört wohl zu dieser natio- naleu Erhebung— und die Brutalitäten des drillen Reiches als„Ausschreitungen" entschuldigt hat. Es Ist noch nicht lauge her, daß der Herr K o st k a von einer„machtvollen deutschen Einigkeit" gesprochen hat, welch«„die sicherste Stütze" des„Auslandr- deutsch tum» werden wird. Unvergesten wirb eS dem Hauptblatt dcr Deutfch„deniokratrn" bleiben, daß sein Chefredakteur den deutschen Rundfunk als daS einzige Mittel bezeichnet hat,„den Zusammenhang mit dem nicht zu verlieren, waS ihnen das Heiligste ist, mit dcr deutschen Kulturgemeiuschaft". Wollen wir nicht daS gleich« Schicksal erleiden wie unsere Brüder in Deutschland, dann müsten wir unS die Demokratie erhalten. Dann aber muß die Demokratie die fascistische Bewegung nie- derschlagen. Die demokratischen Freiheiten, di« wir uns in fahr- zehntelangen Kämpfen erworben Haden, werden wir nicht den Todfeinden der Demokratie geben. Den» wir an diese»! politischen Grundsatz festha-lteu, dann werden uns di« Ereignisse helfen. Die kapitalistische Ordnung»ruß zusaunmnbrechen. I« vollkommener in ihr die Technik, desto nnchr Menschen werden arbeitslos. Je mehr Waren erzeugt werden, desto mehr Hungernde gibt es. Aber wir werden den Kaptta-liSniuS nur stürzen, wenn wir aus dem DlarxiSmuS kein« Philosophie des Fatalismus »rachen, sondern seine revolutionäre Lehr« beleben. Mögen in den schweren Känrpfen um ein« neu« Welt auch viel« Opfer fallen, eS gilt das Wort det römischen Dichters, daß au- ihren Gebeine« ihr« Rächer erstehen werden, tvelche ein« In Schmutz und Schande uutci- gchendc Welt der Barbarei beseitige» werden und in denen auserstehen wird die Welt schöpferischer Genteinwlrlschast und geistiger Freiheit! Der immer wieder einsetzende stürmisch. Betfall während dcr Reden war der überzeugendste Beweis, daß die Versammlung einmütig zustimmte. Nach kurzen Schlußworten der Vorsitzenden wurde die Kundgebung mit dem Gesang > der„Internationale" beendet. I— Für bei Dio« Oll- nein. I.y- 1*— u MC-» de», trotz der neben ihm bestehenden Handballbcwc- gung der Arbeiterturner den bürgerlichen Mutterverband in jeder Hinsicht zu übertreffen. In den letzten Jahren traten bereits einige Vereine des Arbeitcrhandballverbandes den Turnern bei. Sie sahen in der engen Verbindung mit den Turnerhandballern einen sportlichen Borteil Der guten Zusammenarbeit haben diese Einzelübcrtritte freilich nicht Intiner genützt. Darum ist cs nun um so mehr zu begrüßen, wenn dcr Zusammenschluß aus der ganzen Lwie erfolgte ■■rgarilckar Sport, Holland bricht deu Sportverkehr mit Hitler- Deutschland ab! Anläßlich des am Sonntag in Groningen(.Holland) abgehalicnen Frauen-Leicht- athletlkländerkäampf Hallaich—Deutschland wurde zu»! ersteninal offiziell di« Hakenkreuzslagge aufge- zogen Dieser Umstand hat in der Bevölkerung und auch in der bürgerlichen Press« kein« Billigung gc- funden. Auf Grund der scharfen Ablehnung hat nun der holländische Gymnaslkk-Verband beschlossen, jeden Sportverkehr mit Hitler-Deutschland abzubrechen. Ein Länderkamps der Schwer- alhleten beider Länder, der am kommenden Sonn tag in Holland stattfiichen sollte, wurde von den Holländern abgesagt. Profi-Ligaspirle unter dem Schutz der Staatspolizei oder Gendarmerie! Di« erste Profi-Fußball- liga hot in ihrer letzten Sitzung beschlossen, daß In Städten ohne Staatspolizei Gendarmerie zum Schutz der Ligaspiele herangezogen tverden soll.— Wirklich ,^roße" Sorgen, die diese-Hcrrschasten derzeit haben! Ms ob das Niveau ihrer„Spiele" dadurch ein« Besserung erführe... Ser Film. Harry Piel ist jetzt ein echter SA-Mann geworden: aus seinem Film„Spuren int Schnee" spricht die offiziell« Verdummung Deutschlands nur insoweit, als di«?lelpl«r in Lederhose« skilaufen, innner jodeln und das Gesäß beklatschen und im übrigen ohne Handschuh Inr Schneesturm stundenlang geklettert wird. Sonst geht es um einen Versicherungsbetrug, den Harry aufklärt und um di« hübsche Elga Brink, di« heimzubringen auch ein Zweck dieses Films scheint. Photographisch gefällt 'daS Alpenmilieu. Gespielt wird nur vou Herrmann Blaß, di« andern Posieren.- W. L. ,««.— SerraiwirtNchee Rcbaftar Dr tatl CIII• k. Dr,,— Druck:.Solo' l.-O. fit Rellin» rat«uchtruck, Um tlra Mit Hak Nr IMOU/Vn/tMO ttMOlM.— SeinglMtinanngu: Bü Luticllun, M Aaut oder tri BtiH turch tt, fli • Im ui Mahl Itnrn M Hmm tHkirai M»«1äi»»*tn«, tärini rat ki