13. SobroQnü. Sonntag, 17. September igzz Ne 218. Inlcrrcnind deS Großgrundbesitzes hofften, in Zukunft durch„ständischen Aufbau" des Oberhauses ihren eigenen Einfluß zu verstärken. Aber die Pilsudski-Partei, die ihre Anhänger zum größten Teil in der Staatswirtschast unterge- bracht und versorgt hat, ist dadurch in einen gc- wistrn Gegensatz zu manchen Kreisen deS privaten Unternehmertums geraten. Sie muß fürchten, daß politische Zugeständnisse an den Großbesitz die Stellung der nationalistischen Rechtsopposition verbessern würden. Eingekeilt zwischen die linksstehenden Masten der Arbeiter und Bauern und die rechtsradikalen Gegner aus dem Großbürgertum mit ihrem Anhang von Studenten und Mittelständlern, können sich die Pilsud- ski-Offizicre nur ans die verhältnismäßig schmale Schicht der Mitglieder ihrer Wehrveroande vcr- lckstcn. Diesen allein wollen sic daher das Wahlrecht zu dem neuen, mit vergrößerten Machtvollkommenheiten auSgcstattetcn Senat verleihen. Nur die Inhaber zweier OrdcnSauszcichnnngen sollen als die„nationale Elite" gelten, die für würdig erkannt wird, an den Oberhauswahl-'n tcilzunehmen. Tatsächlich sind da» unter den fast 33 Millionen Einwohnern Polens knapp 80.600 Männer, von denen die meisten im Legionär- Todesurteil fteften zwei Reidisbanncrleutc Lübeck, 16. September. Tas Schwurgericht Lübeck verurteilte heute di« beiden früheren R«ichSbann«r.Angehörigrn Kaehding und Fick zum Tod«. Di« beiden wurden von der Anllag« beschuldigt, in der Nacht zum»1. Juli 1932 den Rationalsozialisten Willy Meinen erstochen zu haben. öl Jahre Zuchthaus gegen Sozialdemokraten Bonn, 15. September. Da» Bonner Schwurgericht verurteilte heute nach fünftägiger Berhanvlung die früheren Mitglieder der SPD K l e 11 und Sattler zu je zwölf Jahren Zuchthaus, Schulz zu elf Jahren Zuchthaus, Dick zu zehn Jahren Zuchthaus, Sem m er und Schröder zu je acht Jahve« Zucht hau». Allen Angerlag« ten werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt. Zehn Angeklagte wurden sreigesprochen. Die Angeklagten hatten in der Rächt zum 15. Feber vom BolkShauS in Siegburg aus auf„vorbeikommend«" Nationalsozialisten geschaffen, wobei der SS-Mann Müller getötet wurde. SdiUsse zwischen Nazlltthrern Die Berichtigung einer Lüge. Köln, 15. September.(Jnpreß): Wir ersah- reu über den Tod der beiden Nazis Mehrling und Muchow, die bei einem„Zwischenfall" umS LÄen gekommen sind, die folgenden Einzelheiten. Mehrling und Muchow hatten, in Gesellschaft des Dr. Ley, des Chefs d«r Arbeiterfront, und des früheren italienischen Ministers Bottai, in einem Kabarett Platz genommen. Im Lause einer Diskussion zog Mehrling seinen Revolver, schoß Muchow nieder und wurde, als er sich den Zeugen des Vorfalls zuwandt«, von einen: der Anwesenden erschossen. Die Unwahrhaftiakeit der offiziell«» Meldung, daß Mehrling seinen Parteigenossen Dtu- chow unvorsichtigerweise erschossen und sich aus Verzweiflung selbst getötet habe, wird dadurch erwicsen, daß Mehrling von zwei Schüsten ge- trosfen wurde. Naziterror an der Saar Saarbrücken, 15. September.(Jnpreß.) Die tu Saarbrücken erscheinende„Deutsche Freiheit" bringt Mitteilungen, die für die polittsche Ent- Wicklung des Saargcbietes von weittragender Bedeutung sind. Sie schreibt:„Seit einiger Zeit erwägt die nationalsozialistische Parteiführung mit Hilfe ihr höriger einflußreicher Zentrumsleute, das saarländische Mitglied der Regierungskommission. Herrn Kohmann, zum Rücktritt zu! bewegen. Man rechnet oamit, daß sich ein Nach- solocr für Koßmann nicht finden würde. Die politische Verwirrung soll durch die Erklärung des Generalstreiks der gesamten Bevölkerung gesteigert werden. Man nimmt an; daß der allgemeine Terror daS Wirtschaftsleben an der Saa: nahezu zum Erliegen bringen würde. Die Aktion werde lange vor der Abstimmung der' ganzen Welt den„einmütigen" Willen der Bevölkerung kund tun und, wie man glaubt, gewaltigen Eindruck in der W-'lt machen. Van der rnvde wlinsdii... Amsterdam. 16. September.(Havas.) Ban Di« Rede Neuraths war, von dem Passus daß das Ma ß d« r G cd u ld ba ld v 0 l l! e i n über Oesterreich abgesehen, eine einzige Friedens- wird. beteueruna, freilich in viel anmaßenderem Ton und geschicktester Weise vorgetragcn als die Sal badereien deS Hitler. WaS über Oesterreich ge sagt wurde, unterschied sich kaum vor den Hev- Washington» 16. September.(Havas.s reden, die.Herr.Habicht und die seinen fast all- Die neu« Verschärfung der Lag« auf Kuba und täglich über den Münchner S«nd«r halten und cs di« neuerliche Bedrohung d«S Lebens amerikani- erschcint geradezu al» absurd, daß der Außen- scher Staatsbürger haben bei de« verantwort, Minister Deutschlands.in der verzweifelten außen 2**‘"**" politischen Situation, in der sich sein Land be- die Möglichkeit einer Intervention findet, solch« di« ganz« Welt herauSfordenide Be-£*-----»-— Wertungen vorträgt, die allein imstande sind, -- r—.._ keine anderen Beteuerungen zu desavouieren. bet Lübbe, der Hauptangeklagte im Prozeß gegen Aber stünde auch di« Behauptung. Deulsch o ,„ w...........—..... wjL» t^^taflöDrajtoftiftcr, gab dcr holländischen land wolle keinen Krieg, sondern nur Sicherheit Schlägereien während de» gestrigen Aufstandes, Advokatenkammer bekannt,-daß er keinen hollän- und Gleichberechtigung nicht neben den an-«gegen bk« gegenwärtig« Regierung viel« Personen! Verband PilsudskiS und in ähnlichen regierungS- dijchen Advokaten als Verteidiger wünsche.- sniaßenden, hochmütigen Ausführungen üüersp«rletzt streuen Bünden organisiert sind. Sicherheitshalber Seite 2 Sonntag, 17. September 1088 Nr. 218 soll aber«in Drittel der Senatoren vom Staatspräsidenten einfach ernannt werden. Die Rechte des Präsidenten werden auch sonst gewaltig erweitert. Er allein kann die Minister berufen und entlassen, Offizier« und Richter anstcllen. Di« Verantwortlichkeit der Minister vor dem Parlament soll aufhorrn. Wie der Präsident künftig gewählt werden soll, ist noch nicht ganz klar. Pnsudfki möchte auch diesem Wahlakt gerne demokratische Formen geben, aber gleichzeitig dafür sorgen, daß nur der Kandidat seiner Partei durchkommen kann. Der erste Entwurf seiner Juristen sah daher die Wahl des Staatsoberhauptes durch das Volk vor, beschränkte aber die Zahl der Bewerber auf zwei, von denen einer vom vorigen Präsidenten vorgrschlagen wird, der andere vom Parlament. Wenn die Zusammensetzung dieses Parlament- vorher so gesiebt wuroc. wie daS jetzt vorgesehen ist, so ist «in Erfolg der Opposition tatsächlich beinahe ausgeschlossen. Dieser ganze Aufbau der Führung eines großen Staate- erinnerte an dir Ideen des BonaPartiSmuS im vorigen Jahrhundert. Die Urteilsbegründung Prag, 16. September. Heut« um halb 11 Uhr vormittags erschien der Gerichtshof nach abgc- schlossener Beratung im BcrhandlungSsaal zur Urtcilsverkündigung und der Senatsvorsitzende OGR. MrLzek sprach das Urteil au-. Wilhelm R o h n e r t wurde sowohl der Vorbereitung feindlicher Anschläge gegen di« Republik, als auch der militärischen Spionage schuldig erkannt und zu drei Jahren schweren Kerker», verschärft durch «ine Fast« jedes Vierteljahr, zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, ferner zu einer Veldstrafe von 1V.VVÜ Ke, oder— im Fall der Nichteindringlichkeit— zu weiteren zwei Monaten Kerker verurteilt. Da- Urteil spricht weiters die Ausweisung des Angeklagten aus dem Staatsgebiet nach verbüßter Strafe au». * In der lehr eingehenden Urteilsbegründung wird ausgesprochen, daß daS Gericht auf Grund der eigenen Aussagen des Angeklagten, wir auch des fchriftlicken Material» und der Iachverständigengut- achten, insbesondere auch durch daS Verhalten des Angeklagten nach seiner Verhaftung(Versuch, die Auszeichnungen zu beseitigen) zu der Ueberzeu- gung der Schuld RohnertS im Sinnen der Anklage gelangt sei. E» wird auf die sorgfältig notierten Bemerkungen über die„Verläßlich- k e i t" einer Reihe von Personen verwiesen, auf di« systematische Verarbeitung gewonnener Informationen über Ort- und ganz« Gebiet«, politische Gesinnung und Tätigkeit einzelner Personen, wie amb großer Vereinigungen Die militärischen Sachverständigen, so fährt di« Urteilsbegründung fort, haben sestgcstellt, daß di« auf den ersten Blick harmlos erscheinenden Notizen zweiefllor einen Berratmilitärischer Geheimnisse darstellen und im Falle eines kriegerischen Konflikte» von Bedeutung sein können, inSbesonder« di« Aufzeichnungen über di« B e q u a r- tierungS- und BerPslegSmöglichkeiten in einzelnen Gemeinden. ES sei deutlich zu erkennen, daß sich di« Tätigkeit RohnertS völlig mit den für die „Hitlerjugend" erlassenen Instruktionen deckt, Dir Brutalität, mit der FasciSmuS und Nationalsozialismus einfach über den Bolkswillcn hin- weagchen, wird hier vorsichtig vermieden. Wohlweislich wird der Masse der Wähler Gelegenheit gegeben, sich von Zeit zu Zeit über di« Regierung auszusprechen. Die öffentliche Meinung erhält weit«öffnet« Ventile. Aber ihr Druck wird nicht bi» an di« Spitze d«S Staate» weiter geleitet, die tatsächlich unabhängig von allen dcmo- kratischcn Einflüssen bleibt. Pilsudski will diesen BcrfassungSentwurf auf legalem Wege durchsetzen. Zur Ztveidrittel- mehrheit de» Parlament», di« er dafür braucht, fehlen ihm aber etwa»0 Stimmen. Dfr weitere Entwicklung der polnischen Politik hangt jetzt davon ab, aiif welchem Wege die Regierung diese Stimmen für sich gewinnen will. Zu einzelnen Zugeständnissen an den einen oder anderen Flügel der Opposition erklärt sich die Pilsndski-Par- tei zwar bereit, aber den Grundcharakter ihre» Plans will sie keinesfalls ändern. Polen geht also einem neuen VerfasfungSkampf entgegen, dessen Ergebnisse auch auf ander« Länder de» Erdteils zurückwirken können. di« unseren Behörden au» anderer Quelle bekannt sind. Wenn auch der Angeklagte bestreitet, Mitglied der Hitlerjugend zu sein oder mit der Hitlerbewe- gung direkt etwas zu tun zu haben, und Legitimation enneutraler Organisationen vorlegt(wie di« der „Pfadsinderschast"), so sei doch— abgesehen von der Möglichkeit einer Tarnung— maßgebend, In welchem Sinne er sich tatsächlich betätigt hab«. In diesem Punkte habe da» Gericht festgestcllt, daß Rohnert sich an die für die„Hitlerjugend" erlassenen Direktiven gehalten hat. Sicher sei, daß Rohnert sich nach seinen eigenen Aussagen nach zu einem Programm bekenne, das durch mehrere Hochverratiprozesse als staatsfeindlich gericht-bekannt sei und sich gegen die Integrität de» tschechoslowakisch«» Staates richte. Da- Gericht seh« in ihm einen Exponenten der Hitkrbewegung. Da» Urteil stützt sich auch auf die eigenen Aussagen des Angeklagten, di« in mancher Hinsicht al» G r st ä n d n i s s« aufzufassen sind. Hierher gehören die Mitteilungen RohnertS über die„Böhm- Akten" und da»„Grenzlandministerinm". Gegenüber der Behauptung deS Angeklagten, er habe diese Taten„ex privata industria"(au» eigenem Antrieb) gesammelt, um sich durch deren Verarbeitung eine Professur zu erwerben, müsse betont werden, die sein« Tätigkeit nicht» mit einer derartigen wissenschostlichen Arbeit gemeinsam habe, und daS Gericht könne diesem Vorbringen RohnertS keinen Glauben schenken. Nicht zuletzt sei in Betracht zu ziehen, daß der Angeklagte in einem kurz nach seiner Verhaftung aufgefangenen Kassiber selb st von einer mindesten- zweijährigen Kerker st ras« spricht, die ihn erwarte. Als erschwerend wurde di« reiflich« Erwägung de» Täter», di« wiederholte und fortgesetzte Verübung de» Delikte» und der verursachte groß« (moralische) Schaden angesehen. AIS mildernde Umstände wurden in Betracht gezogen: das jugendlich« Alter de» Angeklagten, seine Unbescholtenheit und da» teilweise Geständnis. Rohnert nahm da» Urteil ruhig auf. Der Verteidiger meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Ein Referat Stampfers Die SamStagsihung des Internationalen Kongress«» d«r Fabrikarbeiter stand unter dem Eindruck deS Referate» von Friedrich Stampfer, ehemaligen Chefredakteurs des Zentralorgan» der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Der Redner begann mit Worten des Danke» an die Arbeiter und da» Volk sowie an den Staatspräsidenten der Tschechoslowakischen Repu blik, die diesetl Staat als eine Insel der Demokratie in einer Sturmflut der politischen Barbarei erholten hatten. In Deutschland ist nicht nur«in« demokratische Verfassung umgestürzt worden, sondern auch der Glaube an die Demokratie ist auft schwerste erschüttert. Die Arbeiter, di« Unter den heutigen Zuständen namenlos zu leiden haben, niachen oft für ihr« Leiden da- Versagen der Führer verantwortlich, der sozialdemokratischen, sowohl wie der kommunistischen. In Wirklichkeit war aber die massen- mähige Grundlage für einen gewaltsamen Gegenstoß gegen den fascistischrn Angriff nicht vorhanden, weil die Aroeiterbeweauna gespalten war und dl« Klarheit der sozialistischen Zielge- bung fehlte. Die DlSkussion über Diktatur und Demokratie betrifft nur Vorfragen oder Verfahrensfragen. Hauptfrage ist, wie bas arbeitende Volk durch konkrete Maßnahmen eines sozialistischen WirtschastSumbauS au» seinen! Elend herauSgcführt werden kann. Der Kampf der deutschen Arbeiterbewegung blieb zu lange in den sozialpolitischen Schützengräben stecken. Er wurde nicht rechtzeitig in e»ne sozialistische Offensive auf daS wirtschaftSpolitiche Gebiet überfährt. Die deutsch« Demokratie war nicht bloß formal«, sondern auch soziale Dr m o- kratie, sie kucheutete Koalition-recht, staatlich anerkannt« Machtstellung der Getverkschaften und«inen durch Tarife und Arbeitslosenversicherung doppelt geschützten Arbeitslohn. Aber der stolze Bau der deutschen Sozialpolitik stand auf dem wankenden Boden der kapitalistischen Wirtschaft. Der phantastisch schnell« Aufstieg deS Hitler- FaseiSmuS entspricht d«r gleichlaufenden Weltwirtschaftskrise. Nicht zum erstenmal haben Oberschichten, die wieder zur Macht gelangen wollten, die untersten und politisch rückständigsten Volksschichten zu ihren Zwecken in die Bewegung gesetzt und mißbraucht. Nur durch sein« unvorstellbare Brutalität und die Skrupellosigkeit der Sieger hat dieser Vorgang überrascht. Die theoretischen Aufsehenerregende Haussuchungen in Äöhmisch-Leipa Mittwoch, den 13. September wurden von einer Fcchndungsabteilung der Gendarmerie bei dem Fleischer Ebenrittcr in der Frauenstraße, weiter im Gasthausc„Zum grünen Ochsen^ in der Schmrykalstraßc, im RadiohauS Vetter in der Schmeykalstraße und bei H e e- z i n g e r in der Schloßstratze, Haussuchungen vorgenommen. lieber da» Ergebnis und den Grund der Haussuchungen vertveigeri die Fahndungsabteilung jede Auskunft. Im Zuge dieser Angelegenheit tvnrdc der 33 Jahre alte Großselcher Karl Ebcnritter au» der unteren Frauenstraße in Untersuchungshaft abge- Gegner der Lehre vom Älassenkampf haben da praktisch gezeigt, was Klassen kämpf von oben ist. Wir wollen nun liebe, nicht fragen, wie lange e» dauern wird, sondern alle» dazu beitragen, damit r» nicht zu lang« dauert. Die Sehnsucht nach Freiheit nmß eine» Tage» revolutionäre Kraft gewinnen, into nur ein von Grund au» freiheitlicher Sozialismus wird chr genügen können. Nicht nur die Form geht es, sondern um den Geist. An der Größe unserer Niederlage messen wir die Größe deS Sieges, um den wir jetzt kämpfen müssen. Das Referat des Gen. Stanrvfer wurde vom Kongreß mit großem Beifall entgegengenommen. In längerer Aussprache beschäftigte sich der Kongreß mit organisatorischen Fragen. Ein Antrag, einen internationalen Kampffonds für die Getvährung von Unterstützungen im Falle von großen, da- Maß der Leistungsfähigkeit derOrganlsationen übersteigenden Streikoder Aussperrung«« zu schaffen, wurde der Exekutive überwiesen, die sich damit beschäftigen und dem nächsten Kongreß Bericht erstatten soll. Von dem nortvegischen Papierindustricorbeiterverband war der Antrag gestellt worden, daß im Falle größerer Arbeitskonflikte der internationale Sekretär die Initiative zur Durchführung wirksamer Blockaden der in Frage kommenden Länder, zwecks Berhindening der Einfuhr von Papier und Papiertvaren ergreifen soll. Dieser Antrag halte eine längere Aussprache zur Folge. Es wurde darauf hingewiesen, daß der Durchführung desselben große Schwierigkeiten ent- gcgcnstehen. Schließlich wurde entschieden, daß eine spater stattfindende internationale Fach- arnppenkonferenz der Papierarbciter sich mit dieser Frage beschäftigen wird. Ferner tvurde einem Anträge zugestimmt, daß bis zum nächsten internationalen Kongreß ein Platz in der Exekutive für Deutschland frcibleibcn wird. Der Kongreß beschäftigte sich weiter mit der Finanzlage der Internationalen Bereinigung. Infolge deS Ausscheidens des deutschen DervandrS mußten di« Beiträge der einzelnen Landesorganifationen an die Internationale neu geregelt werden. ES wurde beschlossen, d»e bisherigen Beiträge zu erhöhen. Ter Kongreß spricht den Funktionären des Internationalen Sekretariates Dank und Anerkennung an». Die Delegierten folgten dann einer Eilila düng der drei tschechoslowakischen MitgliedSver- bände zu einer Fahrt durch Prag. führt. Im Gaschausc„Zum grünen Ochsen" wurden angeblich einige nationalsozialistische Abzeichen und Schriften beschlagnahint. Ob diese Beschlagnahme aber darauf schließen läßt, daß die ganze Angelegenheit einen politischen Hintergrund hat, ist sehr-weifelhast. Vielfach wurde auch die Meinung ausgesprochen, daß cs fick um die Großschönauer Bankräubersache handeln könnte. Dies sind aber alles nur Kombinationen, weil die Gendarmerie nicht einmal darüber Auskunft gibt, ob es sich nm ein gewöhnliches oder politisches Verbrechen handelt. Wie wir eben erfahren, wurde der Gastwiri Schwab vom„Grünen Ochsen", als er an» Rcichenberg zurückkehrte, ebenfalls verhaftet und dem Kreisgerichte cingeliefert. MM Rohnert- drei Jahre Staren Kerkers mniiiiiiiuiiuuiiniiiiiuiiiiDiniiiimniiiiiiiiiiiiniiiuiiiiiiiiiiiiiiiuiHiiiiiiiiiiiiiiiiiuiuiiiiiiniiiiiunuiniiiiiiiiinnniiiiiiinniniiiniiiiniiiniiiHiinniiniiniiHninniiiiiiiiiiimiiiniiinitniiitiiiiHiiiiiniiiiini Lilith bi■ und der Komet Ein abenteuerliches, modernes Hfl Märchen von Kurt Doberer Ter«in klein wenig herabgezogen« Mundwinkel macht« da- leichte Läck-eln ironisch, mit d«m Dick Douglas das Schreiben der„Union" überflogen hatte:„Tas Flugzeug LL88 hat au? 'Antwort zu tvarten" hieß es da.„Es liegen wichtige Entscheidungen an Ihrer sicheren Fest- ftellung." Nun, weim sich die phantastischen Behauptungen bewahrheiwn sollten, die ihm da der Klein« Rat der Union so„vertrauensvoll" zur Untersuchung übergab, dann hatte er allerdings Grund genug, di« Eckpfeiler des Weltgebäudes überprüfen zu lassen. - Aber es war ja alle- lächerlich! Ein Chlor- gaSkomet— und ausgerechnet in die Erdbahn— schon die Angaben über die wahnsinnige Geschwindigkeit würden sich bei exakter Untersuchung nicht aufrecht erhalten lassen! Jmnierhin, so etwas wünschte er ihnen schon lange. Etwas höhnisch blickte Dick DouglaS auf den roten Briefkopf. Klobig, klotzig, starrten aus ihm wie Augen di« drei schtvarzen Buchstaben: K— R— U. „Kleiner Rat der Union". DaS tvar der neue Herrgott, seitdem mau den alten„lieben Gott" und dazu auch di« neuen Ideale begraben hatte. In Babel saßen sie in ihren Ledersesseln wie Götter und dirigierten Marionetten mit Titeln und Geld, nnd Sklaven mit dem Gummiknüttel, mit GaS und dem elektrischen Stuhl. Nicht- war sicherer auf dem Erdball, als in den oberen Zimmern der„Achse" zu sitzen. Dieser Turm war Zhklopenarbeit und man konnte darin über Naturkatastrophen lächeln. Die dort oben saßen wurden alt wie dir Urväter der Menschheit. Sie saßen da, aßen abgetvogen« Vitamingruppen und hatten die Drusen ihrer Opfer im Leib. Gegen Geld gab e- alle» m diesem Jahrhundert, Totes und Lebendes, Blut, Drüsen, ganze Menschen. Zwei Dina« hielten di«„Götter der Achse" in ihren Händen: Macht und lange» Leben. AllcS das sollte nun zu Ende sein! Bald, in wenigen Worben, an einem Tag, in einer Stunde! Nun in ihrer Angst, kamen sie zu ihm, zum „Wolf auf der New Ararat-Sternwarte". Viel« Millionen menschlicher Hände und Hirne unter einem Befehl! Aber nichts war diese Macht vor den Gewalten des Universums. Lebende Zellen gegen Moleküle und Atom«. Milliarden Gebilde aus Milliarden Zellen würden wieder werden, was sie waren: toter Stoff. All« Vergangenheit wurde anSgelöscht von einem .Hauch aus dem All. Es tvar Dick DouglaS, als begännen die Buchstaben auf dem Briefkopf zu zittern, leise zu schtvankcn. Sie fingen an zu pulsieren und zu atmen. Während er sich die Katastrophe wollüstig auSmalte, nahmen die Zeichen di« Gestalt von RatSactvaltigen an. Da war Lord Webster, der machte sein wichtigstes Gesicht. Dabei sah er so unendlich bedeutungslos wie immer au». Dort Sir Birmingham verkroch sich hinter seinen hohen Stehkragen nnd schloß die Augen wie eine erschreckte Ratte. Sir Wedd, der große Wcdd, der klemmte sich da» Monokel immer wieder ein. daS ihm aus der verzerrten Visage rutschte. Durch farbensprühenden Nebel sah DouglaS, wie di« übrigen Schriftzeichcn herbei eilten, sich als verboaene Gliedmaßen zu formier««. Unter Deitstanzzuckungen und mit angstver- zerrten Gesichtern tanzten die Kerle um ihn. Allen voraus war Lord Webster! Oh, wie er nur versuchte, seinen Mund verbindsich, süß schleimig zu verziehen. Dabei verdreht« er die Augen nach dem grüngelben Licht des Kometen, der als Heller und Heller strahlende Kugel über den Köpfen hng. Wie eine Seifenblase war dir Kugel aufgebläht. Wenn sie platzt, sind wir alle erledigt und tot, dachte Tick DouglaS.„.Hab ich Euch!" Daß er sie töten konnte, das machte ihn vergnügt. Oh, ich bin großmütig, ich lasse Euch ir'cht leiden! lächelte Dick. Tabe: nickte er den Herren zu und griff mit der ausgcstreckten rechten.Hand in die grellgrün strahlende Kugel. Schrumm!— mit einem rollenden Knall fprang sie ausenandcr. Köpfe und'Glieder flogen in rote und schwarz« Fetzen. Nur daS Monokel von Sir Wedd stand einsam und verlassen in der Lufl. Es tvar aber nur ein Lamvcnsockcl, was Dick DouglaS da sah. Erstaunt blickte er auf seine blutige Hand und auf die zerbrochene grüne Signallampe am Schvobtisch. Schade, wäre mir zuviel Vergnügen gewesen, brummt« er. Da fiel sein Blick wieder auf das Schreiben der Union.„K— R— 11", klotzig, nnverschäim und sicher standen die drei Buchstaben wieder da, „Hoffentlich, hoslcntlch. nieine Herren, werden mir Eure Befürchtungen erfüllt. Es wäre so nett, Euren Veitstanz zu sel>cn!" Während DouglaS die Glassplitter vom Schreibtisch strich, drückte er auf den Klingelknopf. Die grün ausseuchtcndc Lanipc hatte ihm einen Mitarbeiter migemeldet und er hatte die Lichterscheinung einfach in sein niedliches Traumgebilde praktiziert. Nun drehte sich die Türe ohne Laut in ihren Lagern. Ein blonder junger Mann mit schmalem Gesicht trat ein. Während er sich leicht verbeugte, hielt«r seine Schriftrolle mit beiden Händen fest. Als er dann mit tvenig Schritten an den Schreibtisch des Dick DoualaS trat, hatte er bereits die erste Seite keines Schriftsatzes aufgeschlagen. „Nun.>vas gibt eS,-Herr Braunes?" Braunes war etwas erregt. Er kprach'chnell und in«behackten Lätzen, ließ nach jedem Satz ein« Pause, um Atem zu holen. „Herr Douglas. Sie haben mich beauftragt, den neuen Kometen mit der grüne» Farbe zu bcobacksten." „Nun", sagte Dick Douglas ettvas gedehnt nnd lächelte dabei. ES schienen ihm interessante Dinge zu kommen. „Zuerst sollte ich Bewegungkrichtung. Br- wegungSkurve und Entfernung feststellen", fuhr Braunes weiter.„Da ist der erste brmerkenSwenc Punkt:' der Kamt bewegt sich nicht auf cincc Kurve, sondern ans einer Geraden. Diese Gerade führi nicht etwa dahin oder dorthin, sondern unter Einrechnung vom Sonnenweg drirch die Erdbahn!" Den letzten Worten hatte.Herr Braunes auch rethorisch einen gewissen Nachdruck zu geben versucht. Aber Dick Douglas lachte:„Nur immer weiter!" sagte er. „Dann ist da die Entfernung", doziert- der unterbrochene Braunes weiter.„Es ist noch ettvas schtvierig, hier Kahlen anzugeben. Ich gedenke mich aber nicht viel zu irren— Mr. Withe und Heinez haben kontrolliert— wenn ich dafür noch einen Abstand von siebenhundert Milliarden Kilometer anqebe. DaS tvären also nur etwa hundertvierzig Sonnenabstände deS Planeten Neptun." „Ganz hübsche Nähe das!" meinte Douglas „und da draußen ist nirgends ein Sck)uhmann der Union!" Aber Douglas sah, daß Braunes krampfhaft in sein Manuskript starrte, um den Anschluß nicht zu verlieren. Deshalb ermunterte er ihn zum Weiterlescn:„Lassen Sie sich durch meine unpassenden Bemerkungen nicht stören, Herr Brqzines. Wir kommen nun zur Geschwindigkeit." „Da ist nun das Erstaunliche" suchte Braunes seinen Faden wieder aufzunehnien— aber Dick Douglas hatte nun einmal beschlossen, den Kometen als eine Sache zu nehmen, die in der komischsten Weise alle Macht der Gewalthaber der Union illusorisch machte. Sie kamen ihm nun einfach lächerlich vor, di« aufgeblasene» Hohlköpfe.(Fortjetzung,olgl.j -lr.§18 Tonntag, 17. September 1W8 Seite 8 fV„g 8»Lt die Deutsclideniokratische Partei dazu? Sie stellt seiber Unzufriedenheit in Ihren Leserkreisen lest Eine neue Unterschlagung zugunsten des llltlerfasclsmus! Tic„Bohemia" ist unter dem Druck ihrer eigenen Missetaten, der steigenden Unzufrieden-- hcit ihrer Leser und unter der Wucht unserer Anklagen wahrhaftig in die Knie gesunken! In ihrer gestrigen Nummer ist sie nicht mehr draufgängerisch, sondern will unter An- rnsniig des lieben„Gotts", des„Gewisseuskamp- fcS", des„Gerechtigkeitskampfes", des„Mensch- heitskampfeü"— Begriffe, die entweiht werden durch die Jedem der„Bohemia"— „Standpunkte kläre n". Ja, warum denn ans einmal? Wir dachtcit, die Führung der „Bohemia" sei sich vollkommen klar über die Richtigkeit ihres HitlerdiensteS?! Nun denn, das Blatt bekommt es immer deutlicher zu spüren, daß immer größere Teile der ihr noch„sreund- lich" gesinnten Oeffentlichkeit von ihr abrücken, die„Bohemia" muß gestern selber feststellen, daß„Freunde und Leser" ihre Haltung „verübeln". lind deshalb, weil sie auf den erfreulicherweise doch noch existierenden Rest dentschbürger- licher Demokraten als Leser und Abonnenten nicht verzichten will, stammelt sie seht Entschuldigungen: '„Unsere Freunde und Leser wissen, daß nur die Lüge uns bezichtigen kann, s e in a l S saseistische und terroristische Metho- den gebilligt zu haben. Wir haben sie stets bekämpft." Diesem VerteidigungSversiich wird die ganze Oeffentlichkeit mit donnerndem Hobngel achter antworten! Denn die „Bohemia" ist ja seit Monaten nichts anderes als eine einzige Billigung der faseistischen Methoden; nur ein Trottel kann seht ihren Bersiche- mngen Glauben schenken, daß sie den-LntleriS- mus bekämpft habe! Und ihre Billigung des AascismuS vollzog und vollzieht die„Bohemia" nicht zuletzt durch Verschweigen! Durch Verschweigen nicht nur von Vorgängen im Reiche, sondern auch durch Totschweigen von Tatsachen in der Tschechoslowakei! Hiefür als frischester Beweis Folgendes: Dieser Tage fand in Prag eine Sitzung der Kreisparteileitung der Deutsch- demokratischen Freiheitspartei statt. Die„Bohemia" berichtete darüber in einer ifünszeilen-Notiz, die feststellte, daß in der Sitzung ein Nachruf für Professor Theodor Lessing gehalten wurde. Sonst n i dj t s. lind bis h c ic t e nichts. Am selben Tage aber, da diese Meldung in der„Bohemia" erschien, veröffentlichte das„Prager Tagblatt" einen ausführlichen AuSzua aus diesem Nachruf. Warum nicht die„Bohemia"? Die Antwort auf diese Frage gibt der Inhalt dieses Nachrufs, aus dem wir Folgendes zitieren: „Daß Lelslng als Verfechter der Humanität und Völkerversöhnung die Ideen und Methoden der Nationalsozialisten zu bekämpfen sich verpflichtet fühlte, müsse man ihm um so höher anrechnen, als viele andere Hervorragende des deutschen Geisteslebens diesen Mut nicht ausgebracht und bestenfalls sich in Schweigen gehüllt habe», wenn sie nicht direkt inS andere Lager übergelaufen sind. Daß das„neue Deutschland" zu dem wenigstens in Mittel» und Westeuropa läng st verpönten mittelalterlich-barbarischen Kampfmittel des politischen Meuchelmords zurückgreift und nicht nur im eigenen Staat, sondern auch Über die ReichSgrenze hinaus sein Opfer verfolgt und durch die Schüsse gedungener oder verhetzter Meuchler niederstrecken läßt, von solcher Verwilderung des politischen Kampfes wenden wir uns, erklärt Professor Schmid, mit Entsetzen und Ab scheu ab und protestieren insbesondere auchalSdeutsche Bürger des tschechoslowakischen Staates dagegen, daß solche Methoden auch zu uns herübergreisen. Selbst wenn nicht erwiesen werden könnte, ob eine mehr oder weniger verantwortliche reichsdeutsche nationalsozialistische bezw. was dort gleichbedeutend ist, staatliche Stelle für den feigen Meuchelmord die Tater in der Tschechoslowakei gedungen hat, so unterliege eS doch keinem Zweifel, daß zum mindesten die Nationalsozialisten im Reich seit Jahren auch bei uns Köpfe und Herzen unserer Deutschen zu - umnebeln und für das Dogma empfänglich zu machen gesucht haben,' daß der p o l i- tische Mord erlaubt, ja geboten sei, so daß wenigstens die moralische Schuld Hit diese Verbreche» von.ihnen sii'r keinen Fall abgewälzt werden kann." Das alles verschwieg, unterschlug die„Bohemia"! Unterschlug es, obwohl die Sitzung(laut„Prager Tagblatt") den B c- schloß faßte, diese „einmütige Kundgebung, der Kreisleitung Prag der Deutschdemokratischen Freih^tspartei dem Protokoll einzuverleiben und zu v e r ö f f e n t- I i ch e n". Die„B o h e m i a" hat, obwohl sie das eigentliche Publikationsorgan der de u t s chd e m o k r a t i s ch e n Partei ist, diesen Beschluß nicht dnrchgesührt, hat kein Wort aus dem Inhalt des Nachrufs publiziert, ja nicht einmal mit einer Silbe die Tendenz dieses Nachrufes bckanntgcgeben! Und die« alles, obzwar der führende unter den zwei dentschdemokratischen Abgeordneten eben jener Herr Dr. Fr a tl z B a ch e r ist, der gleichzeitig, wie>vir vorgestern feststellten, im B e r>» a l t n n g S r a t der Rota- A. G.(des„Boheinia".Verlags) sitzt und einer der ersten politischen R e b n f t e u r t der „B ohe in i a" selber ist! Herr Dr. Franz Bacher und die gesamte Kreisleitung der Teutschdemokraten bringen also in ihrem Blatt einen solchen Beschluß nicht zur Kenntnis der Parteimitgliedschaft und der Oeffentlichkeit, weil eben die scharfe antifaseistische, antihltleristischc Tendenz dieses Nachrufs in schreiendem W i d e r s p r u d) zu der-Haltung der „Bohemia" steht, weil sie sich oamii selber abur- teilte, weil sie nicht daran denken kann, den von ihnen faseisierten Lesern eine solche Abnrteilung des Dritten Reiches und) nur als fremde, geschweige denn als Stimme der eigenen Partei vorzusetzen, für die die„Bohemia" zu anderen Zeiten mit der Stimmkraft eines Parteiorgans wirbt, und weil schließlich die jetzt in Deutschland mit Recht beliebte und zn ihrer „Ehre" geduldete„Bohemia" von den deutschen Faseisten,n ich t mehr über die Grenze gelassen würde, wenn dieser Nachruf für Lessing von ihr publiziert worden wäre. Und angesichts dieser Tatsache, die sich Hunderten andere», ähnlichen würdig anreiht, wagt es die„Bohemia" zu behaupten, daß sie nie „saseistische und terroristische Methoden gebilligt" habe? Spricht von„Ge- wissenskam pf", von„Gerechtigkeitskamp f", von-,,Meuschlichkeitskampf"? Wagt sich ihren Lesern unter die Augen mit dem angeblich von ihr befolgten Prinzip:„Die Moral verträgt keineKomPrämisse"? Jawohl, die saseistische Moral, deren Trägerin die „Bohemia" ist, die verträgt solche Kompromisse nicht! Eben diese„Moral" aber fördert anderseits da« tägliche Kompromiß der„Bohemia" zwischen f a s c i st i s ch e r Grundgesinnung, borge» spiegelter demokratischer GesinnungI London, 16. September. Im Aegenprozeß der Untersuchungskommission zur Untersuchung des Reichstagsbrandes, die ihre Beratungen am Donnerstag aufnahm, erhielt nach der(von uns bereits wiedergegebenen) Eröffnungsrede des ehemaligen Oberreichsanwaltes der Labour-Regie- rung Cripps der englische Advokat Lawson das Wort. Er verlas einleitend sämtliche amtlichen Berichte des preußischen Pressedienstes über den Reichstagsbrand sowie zahlreiche Pressestimmen ausländischer Blätter. AnS dieser Verlesung ergab sich, daß samt- (idje amtlichen Berichte davon sprechen, der Reichstagsbrand sei von mindestens acht bis zehn Tätern gelegt worden. Es seien gleichzeitig etwa SOBrandherde in den verschiedenen Teilen deS Reichstages zur Entzündung gebracht worden. Als erster Zeuge wurde der ehemalige sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Paul Hertz aufgerufen, der seit 1922 Sekretär der Reichstagsfraktion der SPD. gewesen ist. .Hertz schilderte die allgemeinen Sicherheitsvorschriften deS Reichstages, die Zahl der Portale und die genaue Kontrolle an den Eingängen. Während der Nicht-Tagung de« Reichstages im Jänner und Feber sei ein außerordentlich geringer Verkehr im Gebäude gewesen. Fremde Personen haben nur auf Anmeldung und in Begleitung eines Beamten des Reichstages das Recht, das Innere des Gebäudes zu betreten. Hertz schildert, daß östlich der Friedrich Ebertstraße sich das HaiiS des ReichStagS- präsidenten und das Maschinenhaus befindet, die beide einen einheitlichen Komplex innerhalb einer hohen Umfassungsmauer darstellen. Ter unterirdische Gang verbinde das ReichStagSgebäude, daS Präsidentenhaus und das DlaschinenhauS, hat also drei Ein- oder AuSgänge. Der Gang enthält die.Heizungsröhren des Reichstages, soll aber so hoch sein, daß Personen ihn bequem passieren können. Hertz hatte int Monat März eine Unterredung mit dem OberreichSanwalt und seinen zwei Gehilfen. Auch bei diesem Gespräd; hatte Hertz den Eindruck, daß diese Herren keinesfalls an eine Mitschuld der SPD. oder Torglers glaubten. Dann machte Hertz sensationelle Aussagen über die kurze Zeitspanne, die den Reichstagsbrand- stiftern zur Bevfiigung gestanden habe. Am Portal II befindet sich ein Postbriefkasten, der täglich um etwa 8150 Uhr geleert wird. Nach zuverlässigen Mitteilungen, die Hertz besitzt, wurde dieser Briefkasten auch am 27. Feber um 8.50 Uhr geleert. Da um diese Zeit Portal 1/ bereits im Innern ans OpportunitätSgriinden nutz g e- s d) östlichen Rücksichten, die sie gleichzeitig auf die sudetendeutsche».Hakenkrcnzler und auf den Rest jener der„Bohemia" und) nicht davouaelaufeneii Demokraten auSdehnen mödne! Run kann die„Bohemia" wiederum, so wie gestern in bezug auf die Klarstellungen, die wir über ihre g r o ß i n d u st r i e l l e n und s i n a n z k a p i t a l i st i s ch e n Hinter- in ä n n e r wie über ihre int Dienste deS FostiS- mna stehenden Inden brack)te, d a v o n; n l a u- fen versuchen, indem sie in tragikomischer Weise behauptet:„uns geht es nichts an, weil es uns nicht berührt". Richtig ist, daß es n i d> t n u r die„Bohemia" angeht, sondern and) alle anständigen Demokraten, die dieses Blatt lesen, ferner die Deutschdemokratische Partei und schließlich alle Deutschen in der Tsck)ed;oslowakei, die, dem FasciSmiiS nicht verfallen, reinen Tisch ;wisck)en sich und diesem gar nicht einmal mehr getarnten Blatt Hitlers»nd^GoeringS wünschen! *»* Wie wir in letzter Stund«' erfahren, druckt der„NedSlni List", also ein Stkibrnh-Blatt, in seiner SonntagsauSgabe teilweise Im Faksimile«inen vom 27. August d. I. datierten Brief deS von unS schon öfter erwähn-!«» Chefvedak- teur-StellvertroterS der„Bohemia" Kauder an den BerlaaSdirektor-er„Bohemia" Dr. Pohl ob, auS sein liervorgeht,.daß der eigentliche Urheber des faseistischen.Kurses iir der„Bohemia" der derzeit erkrankt« Chefredakteur Wesselski ist, der durch Freunde ans dem Reick, für die„Bohemia"„e i n e n e u e S ch o n- krist gegen das Verbot"( d. b. gegen ein Verbot der„Bohemia" in Deutschland) znae- sichert erhalten haben soll, wenn sich die„Bvye- mia"„jetzt gut verhielte". Durch dies« Veröffentlichungen, über deren Authentizität kaum großen Zweifel gehegt Iverden müsse, ist die „Bohemia" und ihr Chefredakteur, abcw auch .Herr Dr. PeterS, von dem weiter gesagt wird, daß er sich jetzt schon um jeden Preis mit den Nazis auSsöhnen möchte, arg bloßgestellt. Man kann begierig sein, was die„Bohemia" zu dieser höchst peinlichen Affäre zu sagen l)aben wird. Für unS bedarf es allerdings keines weiteren Beweises mehr, welche geschäftlichen und sonstigen.Hintergründe die offen saseistische.Haltung der„Bohemia" in der letzten Zeit hat. Die les .Demokratische" Blatt, daS— nebenbei gesagt, als viarziges n icht klerikales Blatt in der Ciriaei- Assäre durch die ganze Aufmachung des Berich- teS den illnntinS gegen die fortschrittliche Oefsont-lichkeit in Schutz nimmt— hat sich durch seine Halkrng schon längst selbst gerichtet! geschlossen ist, mußte der Postbote— und er hat es auch am 27. Feber getan— ins Hauptgeschoß zurückgehen, am Sitzungssaal entlang und dann wieder ins Erdgeschoß zurück seinen Weg zum Portal V nehmen. Das ist ein Weg von etwa 160 bis 200 Metern. ES ist nicht bekannt geworden, daß der Postbote kurz vor 9 Uhr etwas vom Feuer oder Brandgeruch bemerkt hat. Die Mitteilungen des amtlichen preußischen Pressedienstes sprechen aber von 20 bis 25 Brandherden vom Erdgeschoß bis zur Pressetribüne Im Hauptgeschoß. Hertz wirft vor der Oeffentlichkeit die Frage auf: Kan» von 8,50 bis 0,15 Uhr, als der Brand entdeckt vmrde, ein einzelner Man» in diesem Riesengeböude 20 bis 25 Brandherde legen? Kan» in einem Steingebäude, wo es nur eine Holzausstattung im Inner» gibt, ein solch zerstörender Brand gelegt werden ohne eine große Menge von Braudmaterial? Kann eine der Ortskenntnis ermangelnde Person einen derartigen Brand in allen Teilen deS Reichstags legen, ohne vom Personal gesehen zu werden? Hertz verweist auf die Tatsache, daß der Hauptbrandherd auffälligerweise auf der Pressetribüne und im Pressezimmer lag, die an sitzungsfreien Tagen abgeschlossen sind. Er hält es für völlig ausgeschlossen, daß ein einzelner Mensch, der Räumlichkeiten unkundig, noch dazu in wenigen Minuten,'eine solche Aktion der Brandstiftung an 20 Stellen vollbringen kann. Die Rolle des Inspektors Skranewitz. H u i d t fragt, ob ein Fremder durch den unterirdischen Gang in das Maschinenhaus gelangen könne. Hertz: Ein Eindringen ohne Kenninia des dortigen Personals ist unmöglich. Der Zugang zum unterirdischen Gang inS Maschinenhaus führt von Norden her durch das Wohnhaus des Herrn Skranewitz oder durch das Haus des Reichstags- Präsidenten Goering, wo sich noch eine Garage befindet. Im Hause GoeringS befindet sich mindestens ein Portier sowie die SA-Leute, die dort auS- und eingingen. Huidt resümiert. Huidt stellt fest, daß also Kommunisten nicht durch daS Präsidentenhaus, nicht durch das Maschinenhaus, nicht durch die Portale des Reichstages, nicht über das Glasdach eine größere Menge Brandmaterial in den Reichstag bringen konnten. Das Genier System. Nach den Bestimmnngeii des§ 7 der Regierungsverordnung vom 29. Juli 1983, Zahl 161, kann der Staatszuschnß zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung betragen: das Ein-, Zwei-, Zweieinhalb- und Dreifache. Den einfachen Staatszuschuß erhalten jene gewerkschaftlich organisierten arbeitslosen Familienmitglieder, die einer Familie angehören,(Absatz 4) in der bereits ein Familienmitglied den drei- oder zweieinhalbfachen Staatszuschuß bezieht. Den zweifachen Staat Szu schuß (Absatz 1) erhalten alle arbeitslosen Gewerk- schaft'smitglieder, in deren Familie kein anderes Familienmitglied den StaatSznschnß bezieht. Den zweieinhalbfachen Staatszuschuß erhalten: 1. verheiratete Mitglieder, und Ledige, die für eine Person(Kind oder Elternteil) sorgen. 2. Im Sinne der Bestimmungen des 8 7, Absatz 4 and) verheiratete männliche oder weibliche Mitglieder, wenn sie mit dem anderen Ehegatten im gemeinsamen Haushalt leben od e r tatsächlich an- ihren Einnahmen im überwiegenden Maße zum Unterhalte des anderen Ehegatten beitragen. Dafür folgende Erwägungen: Grundsätzlich (8 7, Absatz 1) beträgt der StaatSznschnß daS Doppelte der gewerksd;aftlichen Arbeitslosenunterstützung. Das höhere Ausmaß des StaatSzuschus- ses ist die nächste Stufe, also daS Zweieinhalbfache. Wenn nun der Absatz 4 verheirateien Mitgliedern, die, wie sd)on angeführt,„mit dem anderen Ehegatten im gemeinsamen Haushalte leben oder tatsächlich ans ihren Einnahmen im überwiegenden Maße znm Unterhalte deS anderen Ehegatten beitragen" den Anspruch ans ein höheres Ausmaß des StaatsznschnsseS zuspricht, dann kann man unten den Worten„ein höheres Ausmaß" doch nur den zweieinhalbsachen Staats Zuschuß verstehen. Den dreifachen StaatSznschnß (Absatz 2) erhalten jene Mitglieder, die wenigstens für zwei Personen, Kinder oder Eltern, sorgen. Maulaufreihen und Handeln Die Kommunisten haben entdeckt, daß dte Sozialdemokraten den Kampf gegen den Fascis- mns nur durch Maiilaufreißen sühren. Aber auch daS sei nur ei» Manöver, das die Tatsach-' verdecken solle, daß wir den faseistischen Mördern Opfer auslieferten. Tas Perbot einer kommunistischen Versammlung in Reichenbera wird natürlich der Sozialdemokratie zur Last gelegt. Es muß dock; einmal gefragt werden, worin der Kampf der Kommunisten gegen den Foscis mus besteht. Die Antivort: im Mauiausreis'eu! Nur sind die„Opfer" dieses MaulanEewenS nicht etwa die Faseisten, sondern ausschließlich die Sozialdemokraten. Wer die kommunistische Presse m den letzten Monaten aufmerksam verfolgt hat, wird gefunden haben, daß alle Taten, die die Regierung gegen die FaseistenUmtriebe setzte, von den Bolschewiken mit ätzendem Hohn übergossen und diffamiert wurden. Tie Nicht- bestätiguna saseistilcher Bizrgermeister haben die kommunistischcn Schreiberlinge zum Anlaß genommen, die Sozialdemokratie anzuklagen. DaS seinerzeitige Verbot des„Tag" war ihnen eine Gelegenheit, über die Sozialdemokratie zu mäkeln, kurz, sie sind uns nock) jederzeit inanl- aufreißerisch in den Rücken gefallen'. Nicht der Kampf gegen den FasciSmns ist ihre Hauptaufgabe, sondern der Kamps gegen die Sozialdemo- kratie. Selbst eine so wichtige Veröfsentlid)niig wie das Braunbnck) konnte einer der ihren nicht vorübergehen lassen, ohne der Socialdeuiokratie eins anszuwische». Der Erfolg dieser kommunrslischen Gütigkeit besteht nun allerdings darin, daß die Kommunisten als antifascistischer Faktor überhaupt nichts mehr gelten, was besagen will, daß sie bei dem geschulten, bei dem wirklich ktassenbewnßten Teil des Proletariats ausgespielt haben. Ihre Presse läuft nur quietschend und quakend weiter, ihre Organisation ist im Zerfall. Das ist ein er- frauliches Ergebnis des antifasristisdieii Ko»"» fes der Kommunisten. Phantasien«m Dr. Czech. Im Zeiitral- organ der tschechischklerikalen Partei,„Lidovö Listy", veröffentlicht deren Redakteur Sadecst) einen Artikel, der sich u. a. mit Genossen Doktor C;ed) beschäftigt. ES wird da erzählt, daß di-' Position des Dr. Czech erschüttert war, um so mehr, als er von seinen eigenen Anhängern nicht ernstlick) verteidigt wurde. Solange der Angriff nur dem Dr. Czech aalt, wäre eS möglich gewesen, ihn aus dem Ministerium für soziale Fürsorge zu entfernen. Die Agrarier aber begingen die Ungeschicklichkeit daraus eine politische Angelegenheit zu machen und die Position des Doktor Czech im Zusammenhang mit der Zerschlagung der sozialdemokratischen Partei Deutschlands zu bringen. In diesem Augenblick wurden angeblich die tschechischen Sozialdemokraten auf die Sache aufmerksam und nun hatten die Agrarier die ganze sozialistische Front gegen sich. So wurde der Angriff auf Dr. Czech abgeschlagen und ans der Kabinettsrekonstruktion wurde nichts.— Dazu können wir nur sagen, daß wir uns wirklich Wundern, tvas alles in der tschechisch-klerikalen Presse zusammengeschrieben wird. Wahrscheinlich ist Herr Sadecst) nicht informiert, was vorgegangen ist und er hilft, um seinen Lesern etwas Interessantes mitzuteilen, mit dichterischer Phantasie nach. Zwischen der deutschen und tschechischen Sozialdemokratie hat in bezug auf die Angriffe, die seit Jahren gegen Genossen Dr. Czech unternommen werden, stets vollkommene Uebcreinstimmung geherrscht und es mußten nicht erst die deutschen Ereignisse kommen, nm diese Uebereinstimmung zu erzielen. vcr Londoner Gcgcnprozcß zur Brandstiftung waren mindestens acht bis zehn Leute notwendig r Seilt 4 Sonst«-, 17. September 1938 Nr. 218 Sie vollen die Sodetendeuisdien „erlösen“. Bor uns liegt der„Falkensteiner Anzeiger" vom 1. September, der in einem Artikel„Der grogdeutsche Gedanke" schreibt: „Denn da- natlonalsojialistische Deutschland umschließt nicht nur den Teil de- Deutschen Bolle-, der ionrrhalb der ost willkürlich gezogenen Reich-greuzcu wohnt, nein, es umsaßt vielmehr alle deutschen Bolk-gruppeu jen- seit» der Grenze. Dies sind die deutsch besiedelten Teile der Tschechoslowakei, Westungaro nsw. Tudetendeutschland, früher«in Teil Oesterreichs, ist 1919 zu einem Teil der Tschechoslowakei gemacht worden. Hört es damit aus, ein Teil des deutschen Bolle« zu sein'? Gerade die unmittelbare Nachbarschaft mit Deutschland wird 2 u d e t e n d e u t s ch» land nie dahin kommen lassen, daß es so zur Tschechoslowakei gehört, wie es friiber zur Donaumonarchie gehörte. Daß die Deutschen im angrenzenden Ausland, gerade weil sie zu Gros-,deutschtan d gehören, einen besonder- schweren Stand habe», ist genügend belannt. Daß wir Deutschen im Reich sie in ihrem.Vamps unterstützen, ist unsere Ehrenpflicht und kein besondere» Berdienst." Nicht unenvähnt soll bleiben, daß im gesamten Deutschen Reiche die Nazijugend an der Hand von Faustskizzen, in welchen die„uncr- lösten" Gebiete besonders markiert sind, aufgefordert wird, immer alle Kräfte anzuspannen, um einstens diese nach„Erlösung" lechzenden Volksgenossen hcimzuholcn ins„Tritte Reich". Die„demokratischeste« Elemente" In der„R e i che n bc rg e r Zeitung" und im„Te p l i tz- S ch ö n a u c r Anzeiger" war dieser Tage ein Artikel veröffentlicht, der sich im Anschluß an die Rede des Genossen Honrpl mit der sozialdemokratischen Politik im allgemeinen und mit der deutschen Sozialdemokratie im besonderen befaßt. Die genannten Blätter beklagen sich bei dieser Gelegenheit darüber, daß>n den Versammlungen unserer Partei„ganze Fluten von Beschimpfungen und Berlcumdnngcn... gegen die deutschen dcinotratischcn Parteien in diesem Staate losgelassen" werden. Auf Grund dieser Kampfesweiic wollen angeblich„selbst die demokratischesten Elcmcutd im Sudetendeutschtum" mit uns nichts zu tun haben. Wir möchten gern wissen, wer die„demokratischesten Elemente" sind? Ter Herr Tr. Rosche oder Herr Dr. Peters oder Herr Tr. Franz Bacher? Allerdings mit derartigen Demokraten wollen wir nichts zu tun haben. Das deutsche Volk tväre auch zu bedauern, wenn diese Herrschaften seine„demokratischesten Eleinentc" darstcllen würden. Die sreigewerkschastlich organisierte Arbeiterschaft von Horoviee dankt dem Genossen Czech. Freitag, den 15. September, fand in Ho ovice eine von der Kreisgewerkschaftskommission cinbcru- fcnc Plenarversammlung aller frcigewcrkschaft- lich organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen des dortigen Bezirkes statt, die sehr zahlreich besucht war. Rach einem Referat des Gen. B ö l i n a wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in welcher dankend die gctvaltigcn Anstrengungen der sozialdemokratischen und freigewcrk- schaftlichcn Unterhändler verzeichnet werden, die sie beim Kampfe um die Erhaltung der Arbeits- loscnuuterstützungen auf sich nahmen. Tic frei- gewerkschaftlich. organisierte Arbeiterschaft von Horoviee verspricht, anch weiterhin der Partei und den Gewerkschaften die Treue zu halten und sic in ihrem Kantpfe zu unterstützen. Besonderen Dank sprachen dir Versammelten den Genossen H a m p l nitd Czech nuS und versicherten sic ihrer unverbrüchlichen Anhänglichkeit.— Die Kreisgewerkschaftskoimnission Horoviee vertritt 4000 frcigewcrkschakllich organisierte Mitglieder. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Montag: Prag: 8.80 Gynmastik. 11.00 Lchaktplaticn. 11.50 Konzert. 18.80 Deutsche Lenkung: Professor Haerpfer: Lparmaßnahmcn im deutschen Hochschulwesen. 21.25 Konzert im Zyklus: Entwicklung der Älaviersonalc.— Brünn: 17.45 Schallplatte». 18.25 Deutsche Sendung: Landwirtschaft. 20.00 Soldalcnlcbcn, Potpourri«.— Men: 15.55 Anton Tvokak: V. Sinfonie. 20.30 Musik von Granich- städtcn. 22.15 Tanzmusik.— Heilsberg: 20.10 Solistenkonzcrt.— Breslau: 20.10 Chorkonzert.— Mühlacker: 12.20 Löwe-Balladen.— Leipzig: 18.25 Opern- iiitb Operctienmelodicn.— Berlin: 20.00 Altweibersommer. Dienstag: Prag: 10.10 Deutscher Schulfunk. 14.50 NachmittagSkouzcrt. 18.30 Deutsche Sendung: Nebertragung aus dem akademischen Sportplatzban- Arbeitslager. 20.05 Die Eifersüchtigen von Novak. 80.50 Orchesterkouzert.— Brünn: 12.80 Mittags- konzcrt. 18.25 Deutsche Sendung: Mähren zur Eiszeit.— Wien: 15.30 Aus Operetten. 17.05 Harmoninmkammermusik. 20.80 Konzert der Wiener Philharmoniker.— HeilSberg: 18.30 Nachmittagskonzert.— Breslau: 20.10 Beethoven-Konzert.— Mühlacker: 22.55 Nachtkonzert.— Leipzig: 20.00 Kanzcri.— Berlin: 17.40 Mozart.— München: tO.OO Orcheslcrkonzert. Die Arbcltsloslgkd August-Rtidfgong 4*7 Prozent Zn den 47 Bezirksanstalten für allgemeine unentgeltliche Dienst- und Arbeitsvermittlung in Nordböhmen wurden zu den vom Juli übrig- gebliebenen 2158 Arbeit-- und Dienststellen und 136.055 Bewerbern und Belverberinncn neu 10.177 Stellen und 37.791 Stellensuchende gemeldet. wobei 10.309 Vermittlungen erzielt wurden. Von diesen erzielten dir Anstalten: Brüx 1429, Aussig a. E. 886, Bodenbach 863, Reichenberg 612, Komotau 542, Teplitz-Schönau 531, Gablonz a. N. 515 und Dur 407. Den Berufsgruppen nach haudelie e« sich um 2321 Bauarbeiter, 1844 landwirtschaftliche Arbeiter und Dicnstkräfie, 1573 Taglöhuer, 887 Personen des Haushaltes, 845 Metallarbeiter, 820 Hilfsarbeiter, 421 Textil- und 420 Glasarbeiter. Eine beträchtliche Erleichterung der ungünstigen Lage brachte die Hopsenpftücke mit sich, teils für das Hopfcnbaugebiet selbst, teils aber auch für die Gegenden, aus denen viele Leute auf dir Pflücke gebe«. Obwohl cs sich nur um eine kurzfristige Beschäftigung handelt, meldeten sich doch viele'Arbeitslose. Aus dem nordböhmischen Bereiche wurden auf diese'Arbeit über 25.000 Personen abgefcrtigt, hauptsächlich aus der Gegend von Aussig a. E. bis Komotau und besonder» ans dem Brürcr Bezirk.— Sonst blieb die Lage fast unverändert. Dir geringe Besserung im Bergbau bringt keine Neuaufnahmen von Arbeitskräften mit sich, sondern nur eine bestimmte Besserung für die Arbeitenden, denn im besten Falle handelt es sich nur um Dermehrung der Schichten. In der Glasindustrie konnte nur in einem Bezirke eine bedeutendere Besserung fest- gestellt werden, sonst blieb jedoch die Lage unverändert, in der Metallindustrie waren zwar einige Besserungen zu verzeichnen, aber leider auch Der- schlcchterungen in anderen Betrieben und ähnlich war die Lage auch in der Textilindustrie. Für die Bauarbeiter hat sich die Läge nur zufolge der Durchführung einiger öffentlichen Arbeiten gebessert, bei denen zum Teil auch Tag- und Hilfsarbeiter Beschäftigung fanden. ES kommen lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllMlllllllllllllllllllllllltllllllllllllllM T agesneuigkeiten Hurrikan über Mexiko. 32 Tote.— Riesiger Schaden. Tampico, 16. September. Die Ostküftk Mexiko» wurde gestern von einem heftigen Hurrikan heimgesucht, welcher die Stadt Tampico niit einer Geschwindigkeit von sechzig Meilen in der Stund« überflog und aus seinem Wege Tod und Verderben säte. Bisher wird die Zahl der Toteu auf 32 Personen geschäht. Am Laufe von zwei Stundtn sielen neun Zoll Regen. Der Gesamt, verkehr in der Provinz Tampico wurde unmöglich gemacht und die Verbindungen wurden derart beschädigt, daß ihre Wiederherstellung längere Zeit in Anspruch nehmen wird. E« wurde auch ein Erdbeben verspürt. WasierWeier aeqen Mgaie. Vorführung in Prag. Prag, 16. September. Auf dem Ausstellungsplatze vor dem Maschiuenpavillon führte heute vormittags die Pumpen- und künstliche Bewässc- rungSanlagenfabrik Sigmund-Pumpen dem Offizierskorps sowie den Delegationen der Mannschaften aller Formationen der Prager Garnison ihren Gegengas-Masserschlcicr vor. Diesem Versuche, dem ersten seiner Art, da bei demselben ein Gas in Amvendnng gebracht wurde, das die Eigenschaften der Kampfgase besitzt, wohnten auch Major Ang. Patek, der Vorstand der GaSgruppc im Ministerium für nationale Verteidigung sowie die Vertreter der Prager Mustermessen bei. Den Wasscrschleier oder besser gesagt di« Wassernebe- lung bilden besonders AuSmündungen, die an den Wasierschlauch anmontiert sind. Dies« Wasser- nebelung erreicht eine Höhe von einigen Metern. De hebt die Wirksamkeit der Kampfansage der Chlorgrnppe dadurch auf, daß sie sehr rasch den Chlorgehalt absorbiert. Zu diesem Versuch wurde das Tetrachlor deS Zinn verwendet, das ebenso stickig und reizbildcnd ist, wie die Kampfgase. Die Bedeutung dieses von der Fabrik zur Verteidigung gegen Gasangriffe vnrgcführten Mittels besteht auch darin, daß man gewöhnliche Pumpen, die man bei der Bewässerung verwendet, durch einfache Aufmonticrung einer besonderen Drüse zu einem Apparat umwandcln kann, der diesen Wasscrschleier.erzeugt. Die geglückten Versuche werden dem Prager Publikum bei dem Feuerwehr-Flugabwehrtag Donnerstag, den'21. September vorgeführt werden. Pulvermagazin bei Mostar ln die Luft geflogen. Drei Tote und drei Verletzte. Belgrad, 16. September.(Avala.) Nach einem heute veröffentlichten amtlichen Kommunique« ist a» der Peripherie der Stadt Mostar ein militärisches Pulver- und Mincnloger in die Luft geflogen. Zwei Soldaten, die dort den Wachdienst versahen, wurden getötet. Eine Bäuerin, die!m Augenblicke der Explosion an deni Objekt vorüberging, wurde gleichfalls getötet, drei tveitere Frauen erlitten Verletzungen. An der Umgebung der Explosionsstcllc wurden die Fensterscheiben zertrümmert. Es scheint, daß die Explosion durch die Unvorsichtigkeit derWochsol- d a t« n hervorgerufen wurde. IN Nordbölunai jedoch noch immer nur wenig solche Arbeiten In Betracht, in manchen Bezirken wurden noch überhaupt keine solche Arbeiten durchgeführt. Die Anzahl der in Nordböhmrn angemeldc- ten Arbeitslosen ist im Lause des Monates August von 136.055 aus 129,649 gesunken, also um 6406, d. i. um 4.7 Prozent. Vorläufig kann nicht gesagt werden, daß dieser Rückgang der Besserung der Lage zugcschrieben werden kann, da einen besonderen Einfluß auch die genauere Einschreibung der Arbeitslosen im Zu- sammenhangc mit der staatlichen Ernährungs- akliou gehabt hat. Die meisten Arbeitslosen werden wiederholt in folgenden Bezirken ausgewie- scn: Gablonz a. N. 12.919, Rcicheuberg 12.819, Tcplitz-Schönau 10.980, B.-Leipa 9975, Teilchen 9844, Brüx 8709, Dux 7946 und Komotau 7909, den BerusSgrupPen nach handelte rS sich um 26.424 Textil-, S0.275 GlaS-, 20.057 Hilfs-, 12.315, Metall-, 9782 Tag- und 8879 Bauarbeiter, 5051 landwirtschaftliche Arbeitskräfte. 4784 Holzarbeiter, 4044 Handels, und Jndustrieange- stclltc usw. Dabei zeigt sich bei de» landwirtschaftlichen Arbeitskräften und bei den Textilarbeitern eine Steigerung um je 2 Prozent, bei den letzteren jedoch nur zufolge der Unvöllkom- mcnheit der Taten für Juli in einem Bezirke. Sonst wäre hier ein Rückgang nm etwa 1.5 Prozeit zu verzeichnen gewesen. Der größte Rückgang, um 11.5 Prozent, zeigt sich bei ocn Bauarbeitern, 8.5 Prozent bei Taglöynrrn, 7.2 Prozeit bei Hilf-, und 7 Prozent bei den Glasarbeitern, bei denen jedoch nur ein kleiner Bruchteil auf die Besserung der Lage zurückzuführen ist; bei den Metallarbeitern beträgt der Rückgang 3.3 Prozent, bei Holzarbeitern 2.7 Prozent und bei den.Handels- und Industricangestellten nur 1.5 Prozent. Die gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung mit ocm Staatsbcitraae erhielten 37.219 gänzlich und 21.038 zeitweise Arbeitslose, zusammen also 58.257. iiinniiiiniiiniHiiiiiiiiiiniiinniniiiiiiiiinmiiiiiiuiiiiiiiiniiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiimnmiiiniiuiiuiu 257 neue Städte in Rußland. Ein Märchen der Wirklichkeit. AuS Moskau wird unS geschrieben:. Die Stadlbevölkerung der Sowjetunion hat während der letzten fünf Jahre um 7.5 Millionen Einwohner zugenommen. Von Murmansk nach Baku, von.Kiew nach Irkutsk sind während dieser fünf Jahre 257 neue Städte mit zwei MillionenEinwohnern emporgewachsen. Wo früher keine Alenschcn lebten, im Urwald, in der Tundra, in der Wüste sind neue Siedlungen entstanden. Inmitten der Halbinsel Kola, 68 Grad n. B. ist Ohibinogorsk entstanden. Im Jahre 1930 lebten in dieser Stadt nur insgesamt 206 Personen: heute zählt die Stadt bereits 37.000 Einwohner. Auch Stalinsk, die.Hauptstadt der sibirischen Industrie, ist eine Neugründung. Der Ural, bei Altai, Wcstsibiricn, der Orst-Orenburgcr Gau und Varaganda bilden heute ein einheitliches Jndustrickombinat, daü von innen Städten umgeben ist. Auch an der astatischen Grenz«, im Zentrum der kasakstanischen Steppen und auf dem Nraler Bergrücken sind neue Städte entstanden, mit bedeutenden Bcvöl- kerungsziffcrn und modernen technischen und kulturellen Errungenschaften. Dee Frauenmord in Prag. Seit einigen Tagen hat die Polizei die Berichterstattung an die Zeitungen eingestellt und beschränkt sich daraus, die wenigen vorhandenen Spuren allein weiter zu verfolgen. Die dakch- loskopischc Untersuchung der Koffer und ihres Inhalts führte zur Entdeckung von Fingerab- drnck cn, die dazu geeignet sind, verdächtige Personen zu überführen. Auch die Ausstellung in der Prager Pvlizeidircktion wurde aufgelassen, da die Detektive die Gegenstände bei der Einvernahme von GesckwftSleuten, die ähnliche Waren führen, verwenden. Trotz dieser unablässigen Be- mühungeu schwindet von Tag zu Tag die Wahr- scheinlichkeit, daß der Täter entdeckt werden wird. Großfeuer bei Prag- Prag, 16. September. Gestern nachts brach in einem Getreideschober des Radliccr Meierhofcs, der von der Radliccr Molkerei pachtweise bewirtschaftet wird, ein Sck)adcnfeucr aus. Der Brand griff auch auf das nahegelegene Wetterdach über, mtter welchem sich laichwirtschaftliche Maschinen befanden. Heute gegen 7 Uhr gelang cs den Feuerwehren, den Braud zu löschen. Den Flammen fiel der erwähnte Schober mit etwa 15 bis 16 Waggons Stroh und außerdem das Wetterdach mit zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten zum Opfer. Unter anderem verbrannte auch ein Motorpflug. Draiflne gegen 8ng. Ein Arbeiter getötet, fünf verwundet. Pretzburg, 16. Scpteniber. Am 14. September um 16 Uhr 40 Minuten stieß eine Motordraisine im Tunnel zwischen Bartokova Lehotka und Stara Kremniöka von rückwärts gegen den langsam fahreirden Zug Nr. 514. Bon siebe» auf der Draisine fahrenden Arbeitern wurden drei schwer und zwei leicht verwundet. Nach der ersten ärztlichen Hilfeleistung in Kvemnica wurden die Verletzten ins Krankenhaus imch Turii, Sv. Martin gebracht. Der schwerverletzte Josef Mb Hal ist seinen Verletzungen in der Nacht erlegen. 7000 Tonnen Rohpetroleum täglich aus einer einzigen neu entdeckte« Quelle. Baku, 16. September.(AR. Nach den im Pctroleumgebict von Molotow bis zur Tiefe von über 1000 Metern durchgeführten Bohrungen wurde eine neue mächtige Petroleumquclle entdeckt, die eine Ergiebigkeit von über 7000 Tonnen täglich besitzt. Gleichschaltung des deutsche« BüchereiweseuS. Wir werden um Veröffentlichung nachstehender Mitteilung ersilcht: In der Nr. 210 des Tag. blattcS„Nordböhmischer VolkSbote" vom 8. Sep- teinber 1933 wurde auf Seite 2 unter der Uebcr- fchvift„Gleichschaltung des fudetendeutschen Bü- chcveiwcsenS" behauptet, daß in der Stadtbücherei Bodenbach„im öffentlichen Lesezimmer di« Hetz. Zeitschrift.Bttnncsfel' aufliegt." ES ist mcht rich. tig, daß die Zeitschrift„Brennesfel" im Lesisoal der Stadtbücherei ausliegt, Richtig ist, daß diese Zeitschrift seit Ende Juni d. I. nicht mehr auf- lregt. Für den Büchereirat der Stadtbücherei Bodenbach, Paul Schaschek, Vorsitzender. vor den Augen der Frau von Einbrecher« erdrosselt. In der Nacht auf Freitag brachen drei unbekannte Täter in das-Häuschen des Johann Dilek in Prusenovicc bei Holleschau(Mähren) ein. Sie drangen in die Stube ein, wo das alte Ehepaar schlief, und begannen dieses zu drosseln. Einer der Einbrecher untersuchte inzwischen die Wohnung. Bilek hatte vor einiger Zelt eine Kuh verkauft lind das Geld in der Wohnung verborgen, wovon die Tater offenbar. Kenntnis hatten. Da Bilek nicht verraten wollte, wo das Geld aufbewahrt ist, wurde er von den Einbrechern erdrosselt. Seine Ehefrau händigte hierauf den Einbrechern dos Geld aus. Die Gendarmerie verfolgt bereits eine bestimmte Spur. Ein Ausgedinger zu Tod« geprügelt. In der Gemeinde Zodl bei Tisch im Böhmerwald wurde am Freitag die Gendarmeriefahndungsstelle der Budweiser Gendarmerie berufen, um den plötzlichen Tod des 50jährigen Ausgedingers Franz Matschini zu untersuchen. Soweit sich feststellen ließ, entfernte sich Matschini vor zwei Tagen, um Arbeiten auf deni Felde zu verrichten. Abends wurde er auf einer Wiese krank auf dem Boden liegend gefunden und vom OrtSvorstehcr in seine Wohnung gebracht. In der Nacht, als er aus seiner Ohnmacht erwachte, klagte er über große Schmerzen und erklärte vor Zeugen, daß -er von dem neuen Besitzer der Wirtschaft Jordan Lustig und von dessen 22jährigem Sohn Heinrich übersallen und verprügelt worden sei. Am nächsten Tag« verschied der Ausgedinger. Durch die Vorgenom mene Obduktion wurde fcstgestellt, daß der Tod wahrscheinlich durch Schläge mit einem Stock auf den Kopf, wodurch das Gehirn verletzt wurde, herbeigcführt wurde. Die Gendarmerie verhaftete Heinrich und Jordan Lustig, die im Verdachte stehen, Matschini erschlagen zu haben, Schneefall auf dem Riesengebirgskamm. In der Nacht zum Sanrstag ging auf dem Kamm des Riesengebirges bei böigem Nordlvestwind der erste Schnee und Graupelschauer nieder. Am SamStag früh bedeckt« ein« einige Zentimeter hohe Schneedecke den Ricsengbirgslamm. Wahrscheinliche- Wetter heute. Wechselnd bewölkt, mäßig kühl, untertags jedoch bereits etwas wärnrer, auch in der Slowakei vorwiegend trocken, schwacher Wind. Verlegung der Garnison aus Podcrsam«ach Brüx. Mittwoch, den 20. d. M., verläßt in den frühen Morgenstunden das 2. Bataillon des Inf.» Reg. Nr. 9 KHB. aus Brüx die Stadt Podcrsam, iim dauernd nach Brüx zu übersiedeln. Im Laufe eines Monates wird an die Stelle dieses Bataillons das Ersatzbataillon des Jnf.-Reg. Nr. 48 aus Ko- motau treten. Die bisherigen Militärubikationen in Podcrsam werden nach den Plänen der Militärbau- kommission in Militärmagazine umgcwandelt werden. Der Effcktivbesland der Garnison, deS Offiziers, und RottmcisterkorPS wird infolge dieses Umtausche« bedeutend herabgesetzt. Zum Tode verurteilt. Der Lagerverwaltcr Albert Heinz, wurde in Arnberg wegen Giftmordes an seiner Ehefrau zum Tode verurteilt. Der Trieb der kalten Rach«. Zu den in< Düsseldorf gefällten neun Todesurteilen schreibt* der nationalsozialistisch«„FveihcitSkampf":„Es ist nicht der Trieb der kalten Rache allein", den neun Verurteilten di« Köpfe abzuschlagen. Der Staat ist aus„Grülwen der Svlbstcrhaltung gezwungen, dies« Pestträger der inneren Zerstmmng aus seinem Flerschv zu reißen und sie der Erde Schoß, aus dem sie zu unserem Unglück entsprossen, zurückzugebcn, daß auf ihrem Moder ein edlerer Same zum Heil« des Volke- gedeihe." ES ist ein Wettbewerb der Bestialität: neun Todesurteile au einem einzigen Tag und dieser „Blutrausch der kalten Rache." Verringerte Auslage de»„Völkischen Beob- achter»" und deS„Angriffs". In der vergangenen Woche ist sämtlichen ZcttungSfahrern die Zahl der von ihnen zur Verteilung gelangenden„Völkischen Beobachter",„Angviff" und„Illustrierten Beobachter" unr 30—40 Prozent gekürzt worden. Die Druckauslag« der Zeitungen wuroe entsprechend vermindert. Die Zeitungsfohver erküren, daß die Zahl der unverkauft zuruckgchenden Exemplare sich immer mehr gesteigert habe; deshalb hätte zu dieser Maßnahme gegriffen wewen müssen. 'Jfe tffl Sonntag, TT. September ms kett» 5 Llndbergh In Schweden. Oberst Charles Lind, fctglj wurde Freitag abend» vom schwedischen Misterprasideuten Albin Hanssou empfangen; später verbracht« Oberst Liudbergh den Abend in ßnmdfchastlichcm Gesprää-e mit führenden schw«. bischen Flugsachverständigen. Hiebei wurde das Problem des schwedischen FlugweseilL in der Zu« kiinft erörtert. Vom Prager Rundfunk 8chr schön war diese Woche unser« Arbeitersendung. Martha Kohn(Wien), ein« kluge Frau und fein«, sympathisch« Sprecherin, sagt« Gc- dichte von jungen Ardeilerdichlern, von Walter jlorb, Walter Bauer n-ttd Bruno Schönlank. Au dm kurzen, ober inhaltsreichen Vorwort wies sie derauf hm, wi« schwer dem arbeitenden Menschen dcr Ausstieg in di« Sphäre schassender Kunst geliecht sei, wie man deshalb die formellen Unvoll- lonlmeicheitcn dieser echten Proletarierkunst richtig «nschähcn und durch sie hindurch di« Wahrheit-cö Inhalts erfühlen muffe. Zweierlei zeigen unS auch diche Bedicht«(deren einig« auch in der Form ganz «in und makellos schön sind): wir erkennen, welch »«erschöpfliche Kraft, pxrlcher Reichtum an Gefühl, »eich heißer LuSdreickSwill« im Volk« der Enterbten liben und ans Licht ringen. Wie albern ist dir schcistische Theorie von der Maff«, dir stumpf und tinnps, nur geführt werden müsse,— laßt nur das Licht des Geister ins Boll,— gebt ihm bessere Schult«, hell«, sorglose Wohnungen, wirkliche Gleich» ienchtigung in allen AuSdiDungSmöglichkeitrn,— daun werdet ihr sehen, wo der Geist der Nationen in Wahrheit wohnt. Aber von den Machthabern deS Kapitalismus ist daS nicht zu erwarten. Dies ist ja ein Teil ihrer Macht, daß sie ihr BAdungsprlvi- I«, behaupten und nur gnadenweise einzeln« Pro- läenkinder zu sich aussteigen lassen mit Stipendien, Kaitischen und and«««„Wohltaten", so daß die bMirsügten für ihr gute» Recht noch dankbar sein »ässen und der Klaffe ihrer Herkurrst sür immer oitsrembet werden. Daß die Not der mittellos Emporströbendrn in titln Krisenzeit noch unendlich verr'äw'.ii ist, davon zab«in lebhafter Bild Äng. cand. Al. M« d l i tz k y ii seinem Bericht über daS Leben unserer tratsch en Studenten in Prag. Ohne .Monatswechsel" zu studieren, war immer'bitter mA gehungert und gefroren hoben wir»ritunter «ich schon lange vor dem Kriege alt.Hörer an den Prager Hochschulen,— um wieviel schlimmer äst dir jetzt, wo die Lebensbedingungen um so viel särter und die Berdi«nstmögIIchk«iten so jämmerlich -rring sind! Gnll beleuchtet wird dieses Studenten- elead durch di« Untersuchungen, die Univ.-Prof. Tr. Dalko über den Gesundheitszustand einer grost« Zahl rum Prager Hochschülern angestellt hat: «ar öS Prozent dieser Menschen, die in der„Wüte ihrer Jugend' stehen, sind ganz gesund; 28 Prozent pid schwächlich, unierernähn, blutarm, lungenkrank; iS Prozent tragen Herzleiden und and«« Schädiguv» M mit sich herum. Man mag anerkennens und initbar der Hilfeleistung einiger Körperschaften ge- tnken, wie der deutschen Studentenfürsorge und der Lt«-entenhei«ngvsellschoft; wertvoll sind auch die Ldsichten der Hochschulamts für Leibesübungen, di« ktudcntcn sür regelmäßig« Körperpflege zu gewin- m>: bewundernswert die Zähigkeit der jungen Men- kf»n selbst, die sich in einem Arbeitslager turnus- »:äe zusammenfinden, um sich selbst«inen Hochschul- Hortplatz zu bauen, bestehen bleibt die unver- «ihl!che Schuld der Gesellschaft die ihr köstlichster llut, ihre geistige Zukunft, bei Bettelsuppen ver« lommen läßt. Erstaunlich ist bei alledem, wi« wenige Hoch- schäker sich über ihr« tatsächlich« Klaffenlag« als Proletarier klar werden; wie der Ertrinkende an te« Strohhalm klammern sie sich an die Fiktion ihrer mittelstätchischen Bürgerlichkeit, und wenn dar praktische Leben ihnen mit der ganzen Brutalität der virilchoftlichen Tatsachen di« Wahrheit demonstriert, denn flüchten sie sich in di« Romantik der HitleriS- mui. DaS macht«S dem klassenbewußten Proletariat so schwer, ein gutes, brüderliches Hilfs- und llameradfchaftsvcrhältnis zu den studierten Proletariern zu gewinnen; berechtigt«» Mißtrauen lauert in der Kluft pvifchrn beiden, di« vereint so vi«l eher mb leichter di« neu«, beffer« Ordnung der Ding« ausbauen könnten. Di« unfähig der mchtmartistische Akademiker ist, gesellschaftlich« Probleme konsequent zu durch, denken, das b«wi«S Dr. Michael Rosenbaum lPritg) mit sein«n Darlegungen über di« Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. An sich war der Bortrag ausgezeichnet, und sehr dankenS- ire«. Mit wissentchaftlich^achlichcr Offenheit ward di« schreckliche Beibreitung dieser BokkSsenchen dar- gelegt, wurden die Kampfmittel gegen sie gezeat: »ttsönlich« Verhütung der Ansteckung durch Vorsicht Im außerehelichen Geschlechtsverkehr, planmäßige Aufklärung(sexuelle Biologie durch Eltern und Lehrer, sexuelle Hygiene durch d«n Arzt). Tann recht- keitige ärztlich« Behandlung dcr Erkrankten und end- lich Kontrolle der Prostitution. Hier nun könnt« oder wollte'der Vortragende die wesentlich soziale Wurzel des Nebels nicht bloßlegen,— von der schwächlich«» Feststellung, di« Prostitution sei„mit dem sozialen Organismus verflochten" und ohne »schwerst« soz'ale Erschütterungen" nicht zu verbieten, kam«r zu der» traurigen Schluß, sie sei«in „notwendiges Urtel". Derlei„Notwendigkeit" werden wir niemals anerkennen; unsere Gesellschaft Muß eben di« angcdeuteten„schwersten Erschütterrin- gen" erfahren,— d. h. sie muß einer vollständig rieuen Gesellschaftsform we'chen, in der gssunde unrechtzeitig« Befriedigung normaler Naturtriebe möglich ist,—dann wird mit oll den anderen Uebcln dieser„besten aller Ordnungen', auch dies« Schande unserer„Kultur" getilgt werden. Fürstenau Lin Hitlerfest i Elsaß Die Tradition will, daß am AuöganA deS Sommer» in den elsässischen Städten und Dörfern eine Reihe von„Meßti" stattfinden. Trotz den schweren wirtschaftlichen Umständen und dem Ernste dcr heutigen Zeit, wofür man hier eben- sovie Verständnis als anderswo zeigt, haben dieses Jahr die Elsässer auf dies« Volksfeste, bei welchen sich die Fröhlichkeit und Munterkeit der Menge wie auch der Schwung dcr Künstler freie Bahn deshalb waren die Substriptionen zahlreicher als je, und dies trotz der Krise. Der Schiltighcimer Meßti sollte sich zu einem vollen Erfolg entwickeln. In der Tat war dieser Erfolg ohne gleichen. Als am festgesetzten Tage eine unzählige, au» dcr ganzen Umgegend hergcströmte Menge, in dichten Reihen versammelt war, da machte unter ihvem begeisterten Beifall ein Kanzler Hitler aus Pappe seinen feierlichen Einzug auf einem reichlich mit Hitler als Redner(allegorischer Wagen) brechen, nicht verzichten können. Wo heute jenseits des Rhein- alle» geregelt und laut höheren Beschtüffcn angeordnet ist, liegt es dem Elsässer mehr denn je am-Herzen, seinen Sinn sür Freiheit zu zeigen und sein Anrecht auf friedliche, ungestörte Unterhaltung zu bekräftigen. Auf die Veranlassung ihres Bürgermeisters und ihre» echt bodenständigen Genieinderales hi», Hakenkreuzen„geschmückten" Wagen und umgeben von seiner in braunen Hemden und Fantasie-Uni« formen gekleideten Ehrcngarde. In schönster Ordnung folgte, von lautem Beifallklatschen und den witzigen Benwrkungen der McnAc begleitet,«ine Reihe sinnbildlicher Wagen. Zunächst kam dcr „Friedenswagen" mit der Aufschrift:„Friede mit Euchi". Ein Engel, mit einem Hakenkreuz um« Die Braunhemden beschloß die Gemeinde Schiltigheim, die bekanntlich an den Toren Straßburgs liegt, ihrem jährlichen Meßt: einen besonderen Glanz zu verleihen. Unter welchem Zeichen sollte die diesjährige traditionelle Feier stattfinden? Kurz waren die Beratungen. Man beschloß einstimmig, daß da» ganze Fest„unter die Schutzherrschaft des«großen gürtet, hielt einen Oclzweig in der Hand. Dann kam der„abbrcnnendc Reichstag" und dicht hinter demselben ein„Feindliche» Flugzeug über Berlin", betitelter Wagen, auf ivelchcm ein Flugzeug dargestellt war. geschmückt mit den Wappen von „S. M. Hitler" und„S. M. Gocring". Und nun folgte der ,MaiuMbaum Adolf Hitlers": ein Der letite Wagen des Zuges Markstein mit dem Wappen der französischen Republik, darüber eine Inschrift: „Hier beginnt daS Land der Freiheit". Kanzlers" gestellt werden sollte, als Zeichen der allgemeinen Bewunderung und Dankbarkeit für daS besonders stark« und wohlwollende Interesse, daS er im Laufe dieser letzten Monate die große Güt« gehabt hatte, dem Elsaß zu widmen". AIS nun der Plan entworfen war, tvandic man sich an alle Kaufleute sowie an die Privatleute,«m die zur Organisation eines großen Auszuges notwendigen Geldmittel zusammenzubringen. Dieser Aufzug sollte die Krone des volkstümlichen Festes-- bilden. Schon dcr Titel, mit welchem man. dasselbe bezeichnet hatte, enthielt ein ganzes Progra»»»; großer Baum, auf dessen Kron« man den Namen „Adolf Hitler" las. Die verschiedenen Aeste trugen dann, abwärts gehend, je den Namen eines der Borfahren des Kanzlers, so:„LuceoS und Gottfried Hitler, Ulrich und Wanzlaus Hitler" usw. bis hinunter zur Wurzel, die mit den Namen David, Isaak und Moses Hitler prangte. Dieser Anblick erregte bei der Menge, wie nicht anders zu ertvarten, die hellste Begeisterung. Der nächste Wagen erweckte gleichfalls auf dem ganzen Durchwcge ein herzliches Gelächter. Auf demselben ragte ein Dutzend Galgen, se zwei aneinandcrgcluppelt. Sie waren mit Galgen- Bel rhknmalischell Schmerreu nur Htt, u. utngtftrantyelten hat stch Legal becvotTaMftb btwäfcrt. Dße 1 Btt» luna tritt un-dtt'lbar(In, leine IchLallchON MtRBMtlMl Mr Versuch tbensMftt! Vt» Obreavrit! In allen APOchEm. (»eneraldepot:«roaner» MpO* IW» ,,S>« Wf* WWW,", I I D I I tl I n Ura> U, PMvpH 11 stricken versehen. Darüber laS man aus einem Plakate die Aufschrift:„Luftkurort Dachau (Bayern)— Erholungsheim für politische Gefangene." Zahlreiche ander« Wagen folgten in musterhafter Ordnung. Der ganze Aufzug endete mit einer Säule, die mit dem Wappen der französischen Republik aeschnrückt war, und worrrntcr man das bekannte, stolze Wort lesen konnte:„Hier beginnt daS Land dcr Freiheit." Wir möchten wetten, daß die unzähligen deutschen illustrierten Zeitungen, welche sonst mit einer solch fleißigen Kunst aktuelle Bilder au» der ganzen Welt veröffentlichen, es werden unterlassen haben, die sehr intercffantcn Photographien vom Pappe-Kanzler-Aufzug des Schiltighcimer Meßti wiederzugeben. Diese Bilder werden übrigen» al» Postkarten verkauft und die Nachfrage noch ihnen nimmt jeden Tag zu. Ein guter Beweis dafiir, daß sie die wahren Gefühl« anS- drücken, welche dir„unterdrückten Brüder im Elsaß" für die Hitlerlrutr de» Reiches hegen. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die geplanten SnNafsungen in den Stodawerten. Einige bürgerliche Blätter brachten die Nachricht, daß die Pilsner Lkodawcrke in größerem Umfange Arbciterentlassungcn planen. Zu dieser Nachricht können wir Mitteilen, daß die Generaldirektion der Lkodawerke tatsächlich solche Absichten äußerte und ursprünglich von 200t) zu entlassenden Arbeitern sprach. Der gegenwärtig- Bclegschaftsstand deS Pilsner Werkes umsaßt einschließlich der nahezu 600 Lehrlinge rund 8700 Mann, so daß man also mit ettva 8000 beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen rechnen kann, von denen in der letzten Woche etwa 1300 ausgesetzt waren. Schon daraus ist ersichtlich, daß die Firma überhaupt nicht in der Lage ist, 2000 Mann zu entlassen, da sic dann zu wenig Arbeiter zur Verfügung hätte. Die Generaldirek- tion hat auch im Laufe der Verhandlungen von ihrer ursprünglichen Forderung Abstand genommen und die Zahl der zu Entlassenden auf 1400 reduziert. ES ist festzustellen, daß sich die Beschäftigung bei 8koda seit Jänner diese» Jahres gebessert bat. Während damals bei' einem ähnlich großen Belegschaftsstand noch rund 8000 Arbeiter periodisch auSgesetzt wurden, ist diese Zahl seitdem sukzessive bis auf 1300 heruntergrgangen. ES mutet daher sehr merkwürdig an und wird in der Oeffentlichkcit kaum verstanden werden, daß ausgerechnet jetzt so weitgehende Entlassunaen vorgenommen werden müßten, wenn sich die Be- schäftigungsmöglichkriten verbessern. Man mied wohl auch die Kkodawerke daran erinnern müssen, daß ein Betrieb, der in so weitgehendem Maße staatliche Bestellungen erhält und geradezu auf sic angewiesen ist, auch gewisse soziale Verpflichtungen gegenüber der Gesamtheit und dem Staate hat und nicht einfach rücksichtslos viele Hunderte von Arbeitern anfs Pflaster werfen darf. Wie wir erfahren, finden diese Wache noch über diese Sache Verhandlungen zwischen dcr Generaldirektion und den Vertretern de» Be- tricbSauSschusseS statt, von denen man hoffen möchte, daß sic zu einem günstigen Ergebnis führen. Daß die Geduld dcr 8kodaarbcitcr schon allmählich erschöpft ist, beweist dcr vierstündige Proteststreik dcr Belegschaft deS Smichowcr Werke», der am vergangenen Mittwoch stattfand und nur dadurch bcigelegt werden konnte, daß die Werksdirektion versprach, über die angefochtenen weitgehenden Akkordreduktionen, die bi» zu 30 und mehr Prozent gingen, zu verhandeln. Fanal! Flammenscheln am dunklen Febcrhiinmel glomm aus. Und schwarzer ward die Stacht. Schmerzschreie der Gefolterten, der letzte Hauch der Sterbenden, Angstschauer der Gepeinigten verkrallten sich in'» Ohr der Welt. Der Flammenschein der dunklen Febernacht aber starb nicht» sank nicht zusammen mit dem letzten Funken; floß Über in da« Blut der Geächteten, der Gerechten. Und zündet«. Hell ward die Rächt. Au» der Finsternis sprang der Weg hervor, den die Gefolterten wankte«, den die Hingemordeten mit ihrem letzten Röcheln wiesen, der wiederhallen wird vom Schritt der Rächer: Der Weg zur Freiheit! Und Blut und Tränen, Qual und Schmerz künden au» der Febernacht den neuen März! V- V- Cettt« Sonntag, 17. September IVSt. Rr. 218 Der Film PRAGER ZEITUNG Sei Sport* Spiel• Mmvlim Kunst und Wissen Mitteilungen au» dem Publttum. 6chutzmartre Aus der Partei MM« Bor. reine wir, Zuwachs hunderlc mitunter M Die gesperrt gedruckten Filme können empfohlen werden. Bür- von von nicht Di« Ausstellung„Kunst deS Mittelalters" im Kunstverein für Böhmen(II., PSiroßovä 12) tfeibt nur noch bis zum 24. d. geöffnet. MilNvixi). den 20. d., um 7 Uhr abends, spricht vor den Bildern Dr. V. Hrudka in tschechischer Sprache. Sozialdemokratisch« Frauenorganisation Prag. Montag, den 18. September Versantmiitn, mit Vortrag der Genossin Abgeordn. Fanny Uhr:„Salome"(Bl Uhr:„Ball Im Sav Uhr:„DiSrael!"(D „Tannhäui« r"(A1) den, kann aber bestenfalls bei der Berechnung tei Steuersatzes berücksichtigt werden. Fußballvereine- eiwerüssteuerpflichtig Bor kurzeni wurde vom Obersten VesvaltungS- gerlcht eine Entscheidung gefällt, die für den r«i- neu Amateursport von überaus einschneiden- oer Wirkung ist. Es handelt sich um die Frage, ob Fugballvereine der allgemeinen Erwerbssteuer unterliegen oder nicht. Ein Prager bürgerlicher FuHballverein hatte In seinem Steuer- bokenntnIS erklärt, der allgemeinen Enverbsslcuer nicht zu uirterliegen,'da er ein Verein nach dem Bereinsgesetz sei und keine auf Getvinn atiSgehende Gesellschaft. Dessen ungeachtet wurde dem Verein die Steuer vorgeschrieben, gegen die er mit folgenden Gründen rekurrierte: Ter Verein ist keine auf Gewinn ausgehende Körperschaft, die VereinSisunttio- närv versehen ihre Funktionen ehrenamtlich, die Spiele werden nicht aus Gowinngründen autgetra- gen, die Erträgnisse der Deranslaltuitgen werden nur zur Deckung der Regie verwendet, der Verein ist passiv. Nachdem auch dieser Rekurs abguviesen wurde, wandte sich der Verein an das Oberste Ver- waltungsgerlcht. das aber di« Entscheidung des Finanzamtes bestätigte und di« Beschwerde verwarf Zur Begründung wird angeführt, daß die Veranstaltungen des Vereines nicht nur seine Mitglieder, sondern auch andere Zuschauer besuchen, di« für das Geboten« Eintrittsgeld zahlen. Daraus ergebe sich schon klar, daß es prinzipiell um eine nach Getvinn strebende Betätigung-gehe, und daß die Möglichkeit eines Erwerbes oder Gewinnes nicht ausgeschlossen sei. Ob sich nun dieser Gewinn wirklich einstellt und tvelchen Zwecken er dient, sei nicht ausschlaggebend. Auch daß der Verein passiv sei, kann für Li« Stenerbemessung nicht in Betracht gezogen wer- SS dem Treu» Thomas Theodor Heine-Ausstellung. Ist es nötig, über den Maler und Graphiker Heine, den Begründer und geistigen Führer d«S „2 i m p l i z i s s i m u S", Anerkennendes zu sagen? Sein Name, sein Litt, sein Witz und seine Angriffslust sind seit drei Jahrzehnten weltbekannt. Jede Woche erschienen seine bildgewordcncn Randbemerkungen zur Zeitgeschichte, die daS Unmoralisch« der Bürgermoral, dos Unsoziale der sozialen Zustände, die Dummheit des Standes- und StammeSdünkelS und daS Lächerliche im lauten Getriebe der Politik, der Wirtschaft und der Kunst in einen immer fertigen, gültigen, angenehm unpathetischen Umriß brachten. Jede Woche erschienen sie.„Erst In dem wunderschönen Frühling IMS wurde dieser Tätigkeit ein gewaltsames End« gesetzl, weil ich mich nicht glrichschalten ließ." Heine schreibt es im Vorwort zum Katalog der Ausstellung, die jetzt di« Galerie Dr. Feig! in Prag veranstaltet, und er er- klärt dort auch, warum er, der jetzt in Prag als Vertriebener lebt, nur einen kleinen Teil seines Werkes hier zeigen kann. Weil ihm nämlich die braunen Banditen den größten Teil seiner Arbeiten geraubt haben. Heine drückt daS viel vornehmer aus. Kein Wort fällt über den schmählichen Verrat, den seine Mitarbeiter vom„SimplizissimuS" an ihm begangen haben. Dieser vom Schicksal hart getroffene Altmeister der Karikatur ist von einer Noblesse, die sternenhoch über der tierischen Wut seiner braunen Verfolger steht. Und>ver seine Werke betrachtet, der wird erkennen, daß diese geistige Feinheit, gepaart mit Könnerschast, Witz, Mut und Menschenkenntnis, der WesenSkern seines Schaffens ist, von dem die Ausstellung trotz ihrer Unvollständigkeil einen anschaulichen Eindruck vermittelt. E. G. Bei Menschen, die niedergeschlagen, abgespannt, zur Arbeit unfähig sind, bewirkt das natürliche „Franz-J»ses"-Bill«nvasscr freies Kreisen des Blutes und erhöbt daS Denk- und Arbeitsvermögen. 2106 Hirsch“, Prag, 3108 Zeleznd 14. Der letzte Mohikaner. Eine Ueberraschung kommt selten allein, gestern glaubten wir noch, daß«S in Prag amerikanischen Filme geb«. Gestern erlebten daß es hier doch einen gibt: di« verfilmte Schauergeschichte von der Zarentochter Anastasia, aus die wir herzlich gern verzichtet hätten. Und heut« sehen wir schon wieder etwas Amerikanisches: einen ge- filmten Jndianerschmöker, und dieses Erzeugnis soll sogar in serienweiser Fortsetzung auf uns hernieder regnen. Wenn wir hier nur minderwertigen Rum- niel über den Ozean beziehen können, dann verzichten wir lieber weiter... WaS in Coopers alter Erzählung aus den Krie- gen der Franzosen und Engländer um Nordamerika einer bürgerlichen VorkriegSjugend noch abenteuerlich und hinreißend heldisch erscheinen konnte, mutel uns heute entweder roh oder sinnlos an. Und wenn— wie in■ diesem Film— die spannenden Abenteuer der europäischen Offiziere und die edle Verbissenheit der sich selbst auSrottcnden Indianer in einer endlosen Folge von Totschlägereien, Galopprittrn, Feuerüberfällen, von unartikuliertem Geschrei und geschwollenen Reden untergehcn, wenn zwei LadicS im Schlachtengetümmel immer wieder zierlich ihre Schleppen raffen, dann wisien wir beim besten Willen nicht, warum wir unS zwei Stunden lang damit aufhalten sollen. Die Sache soll, wie gesagt, fortgesetzt tverden. Man erspare es uns. E. G. Das Entscheidungsspiel tun den AtuS.Fnßball- melster findet heute in Zuckmantel bei Tcpliy zwischen ASK. Guarlitz, dem Meister des sechsten Kreises, und Lassalle Kroch Witz. Meister«r fünften Kreises, statt. Beide standen sich schon ter vier Wochen in Falkenau zum Endkamps gegenük^r. doch bracht« dieser keine Entscheidung;«r endete un entschieden 2:2. Die spielerisch« und lech»'ch.- Gleichwertigkeit beider Mannschaften läßt auch hier mal keine Voraussage zu. wem der Meistertitel zu fallen wivd. Eines ist gewiß: es wird ein sporil' hochstehender, und hoffentlich auch diesmal, fai- Kampf sein. B l a t n y-Karlsbad, über das Thema:„W a s bringtder FasciomuSden Frauen?" 8 Uhr abends,„Monopol". Sozialistische Jugend, Kreis Prag. SIS. und ArbeitSstafseln. Montag, den 18. September, Vortrag des Genossen Ernst Paul über„M o d e r n e Propaganda". Pflichtveranstaltung für alle Arbeit-- und Ordnergruppen. Die Gruppenführer müsien sämtlich« Mitglieder verständigen! s endenden" Untersuchungen öffentlich zu rühmen und die den Gefangene» verursachten Quälereien als„volkätümlickze Untersuchung" hinzustellen. tonl ermordete Antllasclsten Bis zur Auslassung des Konzentrationslagers Leschwitz sind uns fünf Anlifaseisten al» von der LA ermordet gemeldet tvorden.“ handelt sich um solche Gefangene, die StaatsamvaltschaftSrat die Leistung des EideS auf Adolf Hitler und seine Bewegung ver- tveigert baden. Die Opfer sind nach tagelangen fürchterlichste» Mißhandlungen erschossen worden. Tie Leichen der Ermordeten wurden eingescharrt, ohne daß die Angehörigen verständigt oder zum Begräbnis zugelassen wurden. Di« Namen der Wislermäntel flir die Jugend. RatlnklDdermäntel....v. Ri 180.- KDflbenwinlerfli&ntel... v. KC180- IQnolinoswinlermlntil..v. Ri 280.- Nur Qualitätsware erstklassig, offeriert: Filme la Prager LttisplilMnsui bis einschließlich Donnerstag, den 21. September. Adria:„Geheimnisse der französischen Polizei." — Alsa:„Der Fall des Tyrannen".— Bertnek: „Barud— die Wüstenrachc."— Feuix:„Morgeti- dämmerung."— Flora:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Gaumont:„Unter Ausschluß der Oessent- lichkeit."— Hollywood:„Sonnenstrahlen."— Hvkzda:„Geheimnisse der französischen Polizei."— Juli»:„Walzerrausch."— Kiuema: Journale, Reportage, Groteske.— Koruna:„Der letzte Mohikaner."— Kotva:„Amor an der Leine."— Lueerna: „Amor an der Leine."— Metro:„Saison in Kairo." — Olymple:„Niemandsland."— Passage: „Sonnenstrahlen."— Praha:„Der letzte Mohikaner." — Radio:„Barud— di« Wüstenracbe."— Skaut: „Karneval."— Svdtozor: Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit."— Alma:„Armer kleiner Held."— Avion:„... und wer küßt mich?"— Bajkal:„Ter Adjutant Seiner Hoheit."— Favorit: „Bezwinger der Nacht."— Kapitol:„Die Gräfin von Monte Christo."— Konvikt: Neue ausgez. Lustspiele mit Szöke Szakall.— Lido:„Milady."— Louvre: „Gipfelstürmer."— Maee»ka:„Taifun."— Roxy: „Die blonde Christel."— Baldek:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Arademia:„Ich und die Kaiserin."— Belvedere: Der Adjutant Seiner Hoheit." — Besrda:„Irrlichter von Paris."— Illusion: „Der Adjutant Seiner Hoheit."— Sport:„Drei Musketiere."— U Vejvodu:„Die Nacht der Entscheidung." Mütterberatungsstelle der Leutsehen Hauptstell« für Kiuderschutz und Hugeudfürsorge. Wegen Hautumbaues mußte die Deutsche Mniteiberatungsstell« übersiedeln. Sie tagt Mittwoch von 2 bis S Uhr im Kleinseitncr Kindergarten, Prag III., Malost rauste näm 262, utto Donnerstag von 2 bis 3 Uhr im Reustädter.Kindergarten, Prag II., Mala ktö- pansk» 6». Elternabend Prag VII, Montag, 18. d. M., 20 Uhr, Messepalais. Neuwahl des Elternansschusses, Vortrag Oberlehrer. Scholz:„Des Kindes Verhältnis zu seinen Eltern und Lehrern." IVIil VMlKUllIIIV VIVIMIIf VUg< auf daS furchtbarste mißhandelt wurden, einige an den Folgen der brutalen Behandlung gestorben sind. Die- Erregung der umveit des : Lagert wohnenden proletarischen Bevölkerung I steigerte sich zur Siedehitze und es ist bezeichnend I für die faseistische Bewegung, daß die Empörung ! über die Greuel bis weit in die Kreise des germms gedrungen war. Jeder neuen Schutzhäftiingen brachte Menschen aus die Beine, die gerade allzu freundliche.Haltung gegenüber den Wachmannschaften des Lagers einzunehmen pflegte. So hielt man es denn für klüger, das Lager aufzulasien und die-Häftlinge in eine ander« Marterhöhle vorwiegend landwirtschaftlichen Gebietes zu bringen. Mit Rücksicht aus die in Deutschland lebenden Angehörigen der Gemarterten und mit Rücksicht auf di« Häftlinge selbst, ist von einer Veröffentlichung der uns vorliegenden grauenhaften Berichte aus dem aufgelassenen Lager Görlitz bisher Abstand genommen worden, aber der Gedanke, daß Tausende unserer Genosien täglich und stündlich auf ähnliche grauenhafte Weise gepeinigt und umgebrachl werden, gebietet uns, alle Bedenken zurückzustellen und der Weltöffentlichkeit Mitteilung zu machen, wo Deutschlands aufrechteste Menschen dahinsiechen. Staatsanwaltsihaitsrat Breisig Seitens der Justizbehörde Görlitz wurde dem Konzentrationslager Leschwitz bald nach seiner Errichtung der SlaarsanwaltschasiStat Breisig als untersuchender und erkennender Richter beigegeben. Dieser-Herr StaatsanwaltschastSrat und indirekter Urheber vieler Morde an wehrlosen Arbeitern, ist der Bevölkening Niederschle- siens nicht erst seit heute bekannt. To wie er sich vor Jahren durch sein herausforderndes Benehmen oei Gerichtsverhandlungen gegen Angehörige von Linksparteien und Republikanern ausgezeichnet hat, so läßt er heute wehrlose Antisafei- ften quälen, um auf diese Weise die für die Ur- teilsfälluna erforderlichen Geständnisie zu cr- presien. Dir versichern dem Herrn StaatSanwalt- tchastsrat schon heute, daß wir unser« zerschlagenen und gemordeten Brüder blutig rächen werden. NaaitlK&e ferne Wir veröffentlichen nachstehend eine Zuschrift von Gefangenen aus dem Lager Leschwitz, die wohl am drastischesten das schurkische Zusammenspiel von Justiz und TA zum Zwecke der Erpressung von Geständnisien offenbart. „'Nachts um 12 oder 1 Uhr, so heißt es m dem Bericht,„werden regelmäßig 10 oder 12 Häftlinge aus dem Schlafe geprügelt und zur Vernehmung zum SlaatsamvaitschajtSral Breisig geführt. Ter sitzt, umgeben von zwei als Beisitzer fungierenden SA-Leuten, im schwarzen Talar am Richtertisch und führt die Untersn- chttng. Die Gefangenen werden eittzeln vorge- sührt.'Nachdem die Personalien des jeweils Borgesührten festgestellt und zu Protokoll gegeben worden sind, legt man dein Gefangenen irgend ein politisches Vergehen(das er nie begangen hat) zur Last und fragt, ob er ein Geständnis-...egen wolle. Verneint der Häftling die ihm vorgelegte Frage in Bezug auf das Geständnis, jo erhält er aus Anordnung des Staatsanwalt- schastsrateS in einem besonders hiefür hergerich- teten Raum durch die Schlägerkolonne der SA 40 oder 50 Stockschläge aus den nackten Körper. Danach wird er abermals vorgeführt und gefragt, ob er ntlnmehr zu seiner Tat stehen wolle. Wird auch jetzt noch kein Geständnis abgelegt, so erhält der Häftling, wiederum auf Anordnung dcS StaatSamvaltschaftsraies, eine noch höhere Anzahl Doppelschläge. Das wird so lange fortgesetzt, bis der Gefangene ennveder ein volles Geständnis ablegt oder aber verhandlungsunfähig, d. h. ohnmächtig wird und forlgelragen werde» muß. Erklärt der Gefangene sich nach endlosen Quälereien endlich bereu, ein Geständnis abzulegen, jo wird dasselbe sofort von einem der beisttzendeu TA-Leute protokolliert und muß durch den Häftling unierschriftlich vollzogen werden, ivvrauf der Siaatsanwallsck-aftsrat Breisig dem Geständnis das Urteil aus dem Fuße folgen läßt, das in der Regel auf 4 oder 5, mitunter aber auch auf 10 Jahre Konzentrationslager lautet". Jetzt wissen wir, was es heißt, wenn die faseistische Presse schreibt:„Der Täter hat bereits ein volles Geständnis abgelegt." Der Herr StaatsanwaltschastSrat aber besitzt die Schuftigkeit, sich seiner„stets mit Erfolg Getöteten werden von der Lagerleitung streng geheimgehalten. Die Angehörigen haben von den Vorfällen noch hettte keine Ahnung und wisien nicht, daß die Ermordeten nicht mehr leben. „rrelheii!*... nodi im Sterben Unter den int Lager Leschwitz Ermordeten befindet sich auch ein sozialdemokratischer Jungarbeiter. den die SA zwingen wollte, auf die Knie zu fallen uiid ein Bekenntnis für Adolf Hitler abzulegen. Trotz vvrangegangener furchtbarer Mißhandlungen verweigerte dieser tapfere junge Mensch die Abgabe einer solchen Erklärung unter dem Hinweis, daß er seiner sozialistischen ileberzeugnug treu bleiben wolle. Er wurde ohne Unterbrechung furchtbar geschlagen, wobei er immerwährend„Freiheit!" rief. Noch iin Angesicht de« Todes hauchte der Revolutionär unter Aufbietung letzter Kräfte„Freist e i t!" Am anderen Tag ist er verscharrt worden. Seine Leiche wies zwei Kopfschüsse auf. tzekaaeaife«,-. Lnoinefe laufe j d« t, I fe a t I c u r: SJiUtelm J11 tknet.- v-katuworiUchir Redakteur! Dr. Omtl Straub, Pra,.— Druck:.Stola' A.-S. für tzettuua- und'Buchdruck,' Praa.— Für deu Druck verauttuortli»: Oll»«>°IU Prag.— Die Netiunaamarie-ilantatul wurde van»er vast- u. reiearapdendireltt»»«11 Drtaß Rr. 13.800/v 11■ 1030 dewltUai.— Bezu-tbedtuauui«». Bet gultllluita ine Haus oder del Bezug durch dl« Post monatlich äi IS.—, vlcrieltädruck u» tu' staldiästrtg k.4 IM».—, gauztohrtg tüi 11)2.—.— guter»» weihen taut kary stilltest berechnet. Bei öltarru«iulchalttmgeu Preiduachlag,— Rückstellung von Manuslripte» rrsotgt nur bei itinjendung der stteivurmarkeu.','' Aus einer Konzentruflonshöllc Ein deutscher Genosse schreibt uns: , Die Polizeibehörde Görlitz beschäftigte' sich fest geraumer Zeit mit dem Plan, die tn'Görlitz untergebrachten Schutzhasilinge in ein anderes Konzentrationslager zu überführe». Die Ver legung des Lagers erschien der Behörde aus ver schiedenen Gründen notwendig. Zunächst war«Sj -der Umstand, daß sich das Lager in unmittelbarer! iRähe der Stadl Görlitz befand, der die amtliche Entscheidung veranlaßte, denn das Lager blieb gewissermaßen der ständigen Kontrolle der Bevöl-j kerung auSgesetzu In der Stadt Görlitz war man stets ausfallend gut über alles unterrichtet, mass -im Lager vorging. So konnte«S schließlich auch kein Geheimnis bleiben, daß zahlreiche Häftlinge: aus daS furchtbarste mißhandelt wurden, ja, daß Wettbewerb um das künstlerische Plakat: 15.000 Ke für das künstlerisch« Plakat„Bata" Nikolo- und Strumpf-Plakat. Das modertte Geschäft kämpft be- täiivig um die tvirkutigSvollst« Ausdrucksweise, durch welche es Millionen von seiner Arbeit und seinem Dienste insorntiercn möchte. In den Ländern mit hoher Zivilisation, wo die Bevölkerung eine hohe Stufe deü Wohlstandes erreicht«, gelang es dem modernen Geschäft, die wirkungsvollste Ausdruck», weise in dem Bilde— dem Plakate zu finden. ES ist daS daS Plakat, das durch die einfachst« Art und Mittel einerseits das Produkt versinnbildlicht, andererseits daS Milieu und die Lebensfreude widergibt, die unlösbar mit diesem verbunden ist. Diese Plakate halfen ganz neue und nützliche Gewohiiheiten schassen, sie änderten durch ihre suggestive Kraft die Wesensart, indent sie neue, bessere Produkte und Dienste verlangen und auf diese Weise halfen sie mit beim Ausbau großer moderner Industrie- Betriebe. Di« Künstler, die diese Plakate schulen, erhielten die höchsten Honorare und das mit Recht, denn dank der Dynamik ihres schaffenden Genius arbeiteten sie mit an jenem schöpferischen Prozeß, den das große, modern« Geschäft vorstellt, daS mehr als alles andere auf die Lebensweise deS heutigen Menschen Einfluß hat. In dem Bestrebe», di« Entwicklung deS guten Plakates in unserer Republik zu unterstützen, schreibt di« Firma Baka Preise für einen genehmigten Plakat-Entwurf zu Nikolo und für Strümpfe au«. DaS erste Plakat(Ausmaß 85X115 em) soll Schuhe und die Atmosphäre, die die Nikolobescherung schafft, vorstcllen. DaS zweite Plakat(Ausmaß 41 X 56 cm) soll Strümpfe propa- gieren und sowohl deren Qualität Material und Farbe, als auch Fa«on ausdrückcn. Die Entwürfe sind bis spätestens 1. Oktober d. I. einzusenden. Nähere Informationen erteilt die Reklame-Abteilung 1H80, Zlin, der Baka-Werke. 2101 Wochenspielplan de« Reuen Deutschen Theaters. Sonntag, X8 Uhr:„Ball im Savoh"(DI).-- Montag, 8K Uhr:„Höchste Eisenbahn"(AA). — DienStag.%8 Uhr:„D Israeli"(A l)^- Mittwoch, 8 uerStag,’A8 Freitag, Jf8 tag. 7 Uhr: Wochenfpielplan der Kleinen Bühn«. Sonntag 8 Uhr:„Di« TrafikÄhrer Exzellenz". - Montag: Geschlossen.— Dienstag.'A8 Uhr, neu inszeniert:„M am seile Ni ton ihr".— Mlt- tvoch, 8 Uhr:„Höchste Eisenbahn".— Don- i.crstag, 8 Uhr:„Tie Trafik Ihrer Exzellenz".— Freitag, 8 Uhr:„Mamsell« Nita u ch«".— Samstag, 8 Uhr: bahn"- „Höchste Eisen