SrschLM-lmt Ausnahme des Montag tügttch früh. 9t»am«, n.‘BfftoaHuaoi Brag U, OltMianra t» o Ztlep».> 00795. 31-MW, TtaOtrißoft. tab 31 Uuc)> SMM ♦ 0o!N Pimt,p.M.4Iw30,» 1«r» «t—ffl" Lieber Dr.fohh ▼leien Dank für Ihre flerten• ee vtM eilet richtig besorgt verden.Bevor vir alle Ihre Orüeae erwidern und Ihnen beete Irholung von den eene Überflüssigen Sohnerzen«in» sehen,auee ieh Ihnen noeh Hluhee berichten» hei»kf hrt allmählich ine Leben nrOek und alt ^"55.td/iange»urückgerfrängten.aber nicht unbedenklichen Vitalität. _ X») er erzählte mir beiläufig,dass er nach seiner Gesundung ale aller erstes nach Deutschland fahren nüeee, un die Sachen Nieder hier«hen in Ordnung zu bringen^,. .,. Ä. 2t) ex* klingelte mich aa Heinrich Bann Tage en,Nir sollten doch ua Oo’tteovillon nichts von der Sache her- ?ü habe gerade ein«, H. Brief aus Deutschland erhalten,worin ihn*«r die B.eine neue 8c tonfrlst gegen das Verbot augeoicuert «orden sei,Nenn wir uns Je tat gut vornlelton» L. Seite M Kanver-Briefe». Laa«er die"auptsaahe.Sonst tot fest nichts zu berichten« "ohrllik 1*1 mit einer trockenen Rips enfellentiOndunc zurl'ek-ekoneentdle •ber wohl schnell beseitigt ioIji wlri.Kezel hat sein**«pot erhöht«wegen der ubrißen csutssnen v,relr*neebooWMMdzeaa Nod.^hn«p berlchten.kln Hann In Dortmund bewirb t eloh un dir Alleinvertretung>■ Ruhrgebiet»ein Vcroehleleser In 3r«iivir noch folgendes nach: Bei der Wahl des Sekretärs und der Exekutive kam folgendes Resultat zu- lande: Robert Nielsen, Dänemark, Vorsitzender, K. de Z o il g e, Holland, Sekretär, F. Z u r- g c n S, Holland, Ch. Duke«, Großbritannien, Paul F ä s s i n, Belgien, ZuliuS Weiß, Oesterreich, Exckutivmitgliedcr. AlS Ersatzmänner der letzteren wurden gewählt: Nadvornik für die Tönaustaaten, A. Bratvold für Skandinavien, B. van der Berg, Holland, Lindahl, Schweden, ür Skandinavien und L. Gablet, Belgien. Ter neue Vorsitzende der Znternationalen Vereinigung der Fabrikarbcitcrverbände Nielsen nahm die Wahl mit Tank an. Der Sekretär dankt ebenfalls für das wiederum gcschcizklc Vertrauen. Genosse de Zange nimmt die Gelegenheit wahr, von dem langjährigen Vorsitzenden August Breh, Deutschland, Abschied zu nehmen. Die Fabrik arbeilcr aller Länder sind diesem Manne heißen Dank schuldig. Ter Kongreß beschäftigt sich dann mit den Anträgen. Ein Antrag dcS tschechischen Verbandes, auf Errichtung von Einheitsgewerkschaften wurde dahin erledigt, daß dies den Landeszentralen Vorbehalten bleiben soll. Eine längere Aussprache rief ein Antrag der britischen Sektion hervor, der die Einführung der 40- S t u n- d e n w o ch e mit Lohnausgleich verlangte. Ter Antrag wurde angenommen mit einem Zusatz der Exekutive, daß im Prinzip nicht überall an einem vollen Lohnausgleich srstgchaltcn werden könne. Die Delegierten der verschiedenen Länder lvaren der Meinung, daß es vor allen Dingen notwendig sei, eine wesentliche Verkürzung der Arbeitszeit im internationalen Maßgabe durchzusührcn. Der Kongreß beschäftigte sich in einer Aussprache mit der vorliegenden Resolution über die Abrüstung, den Krieg und die Kriegsgefahr. Ein englischer Delegierter vertrat den Standpunkt, daß die Arbeiterklasse aller Länder nicht mehr wie 1914 überrumpelt werden dürfte. Wir müssen geschlossen gegen jede Kriegsgefahr ankämpsen und bereit sein, mit allen Mitteln den.Krieg zu verhitldern, Demgegenüber vertrat ein belgischer Delegierter den Standpunkt, daß man nicht zu- lasscn könne, daß der H i t l e r f a s c i s m u S mit allen Mitteln zum Kriege rüstet, um gegebenen, falls vorzustoßen. Gegen den Hitlerfasciünnrü sc empsindllcher er ist, desto weniger kann er sdiwerverdaulidieKost vertragen. Bieten Sie ihm deshalb nur ein Fett an, das bekannt ist für seine leichte Verdaulichkeit: DAS AUSGIEBIGE, REINE PFLANZENFETT CT«*aa NUR ECHT MIT NAMENSZUQ müsse aber in einem Kriege mit der Waffe in der Hand gekämpft werden. Von der einstimmig angenommenen Entschließung hebe» wir folgendes hervor: Der V. internationale Kongreß der Fabrik- arbeitcrvcrbände ist besorgt deswegen, daß die Abrüstungskonferenz nicht zu positiven Ergebnisse» geführt hat. Daß andererseits die Ausbreitung dcS FascismuS namentlich infolge der Machlergrci- snng Hitlers die Menschheit wiederum unter drohenden Kriegsgefahren steht. Ter Kongreß tritt der Resolution bei, die der Internationale Gewerkschaftskongreß in Brüssel zu dieser Frage gcsaßt hat. Er fordert die Abrüstungskonferenz des Völkerbundes auf, ihre Arbeiten unverzüglich mit der festen Absicht auszunchmen, zu einer wirksamen Einschränkung der R ü st u n g e n zu gelangen. Der Kongreß spricht sich zugunsten einer ständigen Abrüstungskvmmission beim Völkerbünde an«. Es wurde beschlossen, de» Fond« für die deutschen Flüchtlinge nnd die Opfer deü FasciSmuü Ki 10.000.— zn überweisen. In der Schlußansprache konnte der Sekretär der Fabrikarbeiterinternationale fest- stellen, daß der Kongreß in seltener Einmütigkeit getagt und Beschlüsse gefaßt habe, die für die Arbeiterklasse von außerordentlich großer Wichtigkeit sein können. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung und insbesondere die der Fabrikarbeiter wurde der Kongreß geschlossen. ver zcugcnauimarsdi In London Das Verjähren geschlossen- Mittwoch Verbündung der ziussdiuOresolutlon London, 18. September.(Reuter.) Zn der heutigen Verhandlung vor der llntcrsnchungü- konnnission für den Reichstagsbrand erklärte der ehemalige Sekretär des kommunistischen Klubs im Reichstage Otto Kühne, es sei vollständig ausgeschlossen, daß die Kommunisten den unter- irdischen Gang, der aus der Wohnung Goeringü in den Reichstag führt, benützen konnten, da Goerings Haus von uniformierten SA.-Abteilungen bewacht wurde. Beim weiteren Verhör versicherte Kühne, daß sich Torgler in keiner Weise der Polizei zu entziehen versuchte. Er wurde vom gegenwärtigen Chef der preußischen Geheimpolizei verhört und sodann verhaftet. Torgler erbrachte ein klares Alibi durst Angabe dcS TageS, der Stunde und all dessen, was er damals tat. Der 14jährige Sohn Torglerü beschrieb in deutscher Sprache mit überraschender Ruhe, was sein Vater am Tage dcS Brandes tat, sowie alles, was nachher geschah. Er erklärte, daß er seinem Vater vor vier Monaten im Gefängnis besucht habe. An den Händen des Vaters unterschied er sehr deutliche Spuren von Handfesseln. Ter deutsche dramatische Schriftsteller Ernst Toller sagte als Zeuge aus, daß nach dem Brande des Reichstages die deutsche politische Polizei die Verhaftung einiger deutscher Autoren durchführen wollte. Auch Toller sollte verhaftet werden, doch lvisse er nicht, wessen er beschuldigt werden sollte. Zn den Konzentrationslagern gäbe es gegenwärtig einige tausend Personen, welche nicht die geringste Ahnung haben, warum sie gefangen gehalten sind und wessen sie beschuldigt werden. Hierauf sagte die Kommunistin Schul tz r, jetzt Witwe, aus, die erklärt, ihr Mann sei in Königsberg von SA. gefangen genommen und solange mit Stöcken geprügelt worden, bis er mit zerbrochenen Gliedern tot liegen blieb. Die Kommission beendet heute ihre Arbeiten. Morgen wird sie einen Bericht und die endgültigen Beschlüsse ausarbeitcn, die sie beschleunigt in deutscher Sprache nach Leipzig schicken wird, damit sic am 21. September, an dem Eröffnungstage des Leipziger Prozesses, dort vorhanden sind. Dollfuß bereits iflr die Putsdipianc gewonnen? Durch«in« Montag abends veröfsentlichte Kundgebung tat Heimwehrführung wird die Annahm«, daß in drn nächsten Tagen kritisch« Ereignisse in der österreichisch«« Regierung cintretcn werden, nur noch verstärkt. Die Bunde«, siihrung der Heimwehr unter Starhemberg fordert darin di« Ausschiffung Winklers und des Landbundes aus der Regierung. E» heißt darin: Vizekanzler Winker hat in der letzten Rede in Graz derart scharf« und unverblümt« Angriffe gegen den österreichischen Heimatschutz gerichtet, daß die versammelten LandrSsührer nicht daran vor- übergehen können. Der österreichische Heimatschutz .steht nach wi« vor auf dem Standpunkt eine« saseistisch-stöndischen Staates. Er ist dem Bundeskanzler Dollfuß in der Ueberzeugung gefolgt, daß er diesen Kurs unverändert weitergehen wird. Der Heimatschutz wird in den nächsten Tagen durch BundeSführer Starhemberg mit Dollfuß verhandeln und es besteht kein Zweifel, daß der Bundeskanzler die abwegigen zum politischen Bodenkram gehörenden liberalen Ideen des Herrn Vizekanzlers Winkler durch die Tat widerlegt. ES scheint also, daß Starhemberg bereits b e st i m m t e Zusagen von Dollfuß besitzt, daß dieser unter Preisgabe eine« großen Teils seiner eigenen Partei den faseistischen Kurs der Heimwehr und die totale Gleichschaltung zu seiner eigenen Sache macht. MiBglOMe Giltgasversudie müssen Arbeiter mit dem Leben bttücn Krakau, 18. September. Der Berliner Korrespondent des„Curier Godzicnne" meldet aus Berlin: Gestern wurden in ein Berliner Spital vier Arebrter der chemischen Fabrik Schering- Kahl b a u m mit schweren Bergiftungserschei- nungen eingelicfert. Die Arbeiter sind lvenigc Stunden noch ihrer Einlieferung unter furchtbaren Qualen verschieden. Als Todesursache wurde Vergiftung durch Kohlen gase angegeben. Aus der Fabrik werden in letzter Zeit fast täglich Arbeiter mit BergiflnngSerscheinungen in Berliner Spitäler cingeltcscrt. Die deutschen Zei tungen dürfen über diese Unglücküfällc nicht berichten. Es ist jetzt festgestcllt worden, daß seit Uebernahme der Regierung durch Hitler der ganze Betrieb der Firma Schering-Kahlbaum auf die Herstellung von Giftgasen umgr- stellt wurde. Di« täglichen Vergiftungen sind eine Folge der Umstellung. Man versuchte in diesem Betrieb, ein neues Giftgas zu finden, gegen das eü weder Schutz iwch Heilung gibt. Flax flöii ertrunken Moskau, 16. September.(Daß.) Der bekannte deutsche Kommunist Max Hölz ist gestern bei einer Bootsfahrt auf dem' Oka-Fluß in der Nähe der Stadt Gorki ertrunken. Seite 4 Dienstag. 19. September 1988 Nr. 219 Die Msdien Minderheifen gleidigesdiallet? Findet ihr, daß sich Medinger richtig verhält? Der Minderheitenkongreh Hütte uniner groß» moralische Bedeutung. Er war die Stätte, auf der die Minderheiten ihre Stimme mit besonderer Hoffnung aitf Widerhall in der Welt erheben konnten— er könnte diese Stätte noch heute sein. Die deutschen Minderluile» waren immer führend, was sich aus ihrer zakstenmäßi gen und Politischen Bedeutung in den einzelnen europäischen Ländern ergibt. Ter jetzt in Genf tagende Minderheiienkon-- greß trägt jedoch alle Hoffnungen, die noch irgend jemand an ihn knüpfen konnte, zu Grabe, indem er sich von den offenbar gleichgeschaltetcn Vertretern der deutschen Minderheiten in der Frage der jüdischen Minderheit in Teuischlaud die Meinung der Nazis ausdrängen lägt. Tie Forderung der deutschen Juden, das; man ihre Lage zur Diskussion stelle und in einer Entschließung zu ihr Stellung nehme, wurde algelebni. lind zwar vor allem von den deutschen Vertretern. Die Lage der Minderheiten ist von der Art des Regimes abhängig, dem sie unterstellt sind: für sie ist die Demokratie eine Lebensnotwendig- leit. Wenn nun die Vertreter der dcntschen Minderheiten gegen die Erörterung der Iudenfragc Stellung nehmen, dann stellen sie sich an die Seite der fascifti- schen Machtpolitiker und bringen die Forderungen, die zu vertreten sie vorgeben, in Mißkredit und die Bolksteile, die sie vertreten, bezw. die sich von ihnen vertreten lasten, in eine üble Situation. Kann doch ihre ettvaige Bedrückung durch eine Mehrheitsnation immer damit gerechtfertigt werden, daß die Vertreter der deutschen Minderheiten der barbarischesten Form der Unterdrückung zustimmten. Ist schon Deutschland aus der Reihe der Staaten, die für den Schutz der Minderheiten ehrlich eintreten, durch den Sieg der Hunnen ausgeschieden, so bliebe es Pflicht der deutschen Minderheiten, diese gute Tradition der Weimarer Republik auf den MinderheitSkongrrstrn fortzusehen. Wenn sie ihre Vertreter gewähren lasten, dann sind die Positionen der deutschen Minderheiten nicht nur moralisch bedroht. Erkennen jedoch die deutschen Minderheiten ihre Aufgabe, die einzig und allein Win liegen kann, gegen jegliche Unterdrückung auszutreten, auch gegen die Unterdrückung nationaler Minderheiten in Deutschland, daun müffen sie ihre Vertreter, die in Genf eine so unwürdige und verächtliche Rolle spielen, zur Verantwortung ziehen und z. B. -Herrn Medinger fragen, wie er sich verhalten hat. Sine Stadt ohne Bürgermeister. IoachimSthaler dentschbürgerliche Gemeindevertreter bilden Einheitsfront, um sich vor der Verantwortung ihrer Politik zu drücken. Am 12. September sollte in Ioachimslhal die Bürgermeistcrwahl stattfinden, da der bis herige Bürgermeister Herr Katechet SI n m p s, nachdem er es dem Hallunken Triebe möglich gemacht hatte, die Stadt um mehr als eine halbe Millionen Ke;u betrügen, des MuteS besseren Teil wählte und sich durch die Niedcrlegung des BürgermeistermaudalcS aller Sorgen enthob. Bor dem Wahlakt kam eS zu einer stürmischen Auseinandersetzung zwischen den Sozialdemokraten, und den bürgerlichen Gemeindcvertrctern, bei der der sozialdemokratische Bizebürgermeister B r e n n i ch Herrn Stumpf nachwies, daß dieser ein gefälschtes Sitzungsproiokoll mit seinem Namen unterfertigte, wodurch Triebe mit Leichtigkeit seinen Riesenbetrug an der Stadt Ioachimslhal aussühren konnte. Es wurde also den deutschbürgerlichen Gcmeindevertretern dokumentarisch nachgewiesen, daß ihr Schützling Stumpf für den Betrug in höchstem Maße verantwortlich sei, damit auch den bürgerlichen Gemeindevertretern die volle Verantwortung für die Schädigung der Gemeinde znfällt. Sie hätten deslralb alle Ursache gehabt, die verhängnisvollen Folgen ihrer Politik in der Gemeinde auf sich zu nehmen, statt dessen aber brachten sie den traurigen Mut aus, bei der Bürgcrmcistcrwahl durch de» nationalsozialistischen Stadtrat Rößler für alle nicht- marxistischen Parteien erkläre» zu lasten, daß diese mit Rücksicht ans den Stand der Gemein des! n an z c n und die Triebeaffäre, den Bürgermeister nicht st c l- l e n. Man stelle sich doch einmal vor: die gleichen deutschbürgerlichen Gemcindevertrcter sind für den gegenwärtigen Stand der Gemeindefinanzen verantwortlich, einer der ihren hat die Triebe-Afsäre mitverschuldet und sic erklären kühn: jetzt mag Bürgermeister sei» wer will, wir lehnen es ab, den von uns in den Dreck gefahrenen Karren herauszuziehcn. Daß cs bei einer solchen Sachlage die Sozialdemokraten ab- kchnten, den Bürgermeister zu stellen, ist mehr als verständlich und wenn jetzi Ioachimslhal einen Kommifsär bekommt, weil doch jemand die Geschäfte der Stadt leiten muß, dann wird cS den Dcntschbürgerlichcn sehr schwer fallen, bi? Beseitigung der Autonomie der Stadt Foachims- thal aus das Konto der Sozialdemokraten zu buchen, denn jedes Kind weiß, daß hier der Ruin der Gemeinde und der Verfall der Selbstverwaltung durch die deutschbürqerlichen Gemcinever- tretcr verschuldet wurde. Sollte es aber einmal vergessen werden, dann werden wir gerne daran erinnern. Der Lod Schwere Unfälle beim Masarylrlng-Renuen. Bei dem am vergangenen Sonntag ans dem Masarpkring bei Bruun stattgesundenen Autorennen kam es infolge der durch den strömenden Regen sehr schlecht geworbenen Rennstraße außer einigen leichteren Unfällen auch zu einigen schweren Stürzen der Rennfahrer. Der Fahrer Gu» M o I l, der in der starken Gruppe fuhr, geriet in Reu-Leskau mit sciiicm Wagen in einen Zaun, riß einen Randstein um und snhr dann gegen eine hölzerne llebcrgangSbrücke. Moll wurde glücklicherweise nur leichter verletzt und von der Retluugsableilung in die LandcSkrankenanstalt gebracht. In Schebctein geriet der Rennfahrer Land i, einer der Favorits der kleinen Gnippe mit seine», Wagen ins Schleudern und fuhr in den Straßengraben, wo der Wagen zcrtrümnrcrt liege» blieb. Land! wurde mit schweren Verletzungen ins Arbeiter--llnsallspital gebracht. Er erlitt einen komplizierten Beinbruch und eine, bis aus den Knochen gehende Hiebtvunde. Knapp nach diesem Ilnfall fuhr der Rennfahrer Bagni e z an der Unfallstelle vorbei, sah sich nach dem zcrlrüinmerten Wagen um und ein neues Unglück war geschehen. Ter Wagen überschlug sich, der Fahrer kam glücklicherweise mit leichteren Verletzungen davon und wurde gleichfalls ins Unfallspital gebracht. Den schwersten Unfall erlitt der Rennfahrer Hamilton in den Kurven von Schwarzlirchen. Sein Wagen geriet ins Schleudern und überschlug sich, kam aber wieder auf die Räder zu stehen. Der Fahrer, der am Sitz angebunden war, erlitt sehr schwere Verletzungen, und ztvar Rippenbrüche und eine Verletzung der Niere. Auch er wurde von der Rettungsabteilung ins Arbeiter- Unfallspital gebracht. Auf der Fahrt zum Masarylring- Bennen tödlich verunglückt. Der 37jährige Fachlehrer Johann Fei aus Lettowitz fuhr mit seinem Personenauto zum Autorennen gegen Brün». In dem Auto saßen außerdeni seine 24jährige Gattin, sein siebenjähriger Sohn und der Kaplan Josef Klio aus Lettowitz. Hinter Zinsendorf wollte Je- mit seinem Wagen einem anderen Wagen vorfahren, llllllllllllllllllltllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllUlMlllllllllllllllllllllllllllllllWl T agesneuigkeiten Der Wirbelsturm in Amerika N e w?)o r k, 18. September. Der katastrophale Wirbelsturin, der den Golf vpn Mexiko heimsuchte, hat seinen Weg nach der Atlantischen Küste der Vereinigten Staaten genommen und fluch hier große Verheerungen angerichtet. Allenthalben wurden die Wassermasten der Flüste über die Dämme getrieben und überschwemmten das angrenzende Land, Straßen und Eisenbahnen. In Wnkenbarre(Pennsylvania) war der Schaden am allerschlimmsten. Hier entkamen mehr als 8000 Bergleute mit knapper Rot den Wassermassen, die in das Bergwerk rasant eingedrungen waren. Ein Bergmann wurde jedoch von den Fluten überrascht und konnte sich nicht mehr in Sicherheit begeben. Er fand den Ertrinkungstod. Hunderte Spfer. Mexiko City, 18. September.(Reuter.) Laui Meldungen aus dem Bezirke Tampico sind dort bei dem letzten Hurrikan wenigstens 60 bis 70 Personen ums Leben gekommen. 100 Personen wurde» verletzt. Viele tausend Leute sind obdachlos. Ter Sachschaden wird aus viele Millionen Dollars geschätzt. An der mexikanischen Küste sind l>0 Personen geiölct worden. In San Luis Pc- siosi. wo der Fluß Sanliago die Dämme durchbrochen hot, sind 80 bis 100 Menschen ertrunken. 24 Scheunen brennen. Kronach(in Obersranken), 18. September. Ein rjesiger Brand hat in der Nacht zum Sonntag den Ort Wallenfels bei Kronach in Oberfranken heimgesuchl. Tein rasende» Element sielen insgesamt 24 Scheunen zum Opfer. Der Schade» ist, da die Scheunen bereits Erntcgut bargen, außerordentlich groß. Es steht außer Zweifel, daß das Feuer durch Brandstiftung entstanden ist, da die Flammen zu gleicher Zeit an drei verschiedenen Stellen aufloderten. Die Brandstiftung wird von den Nazis sclbswerständ- lich den Kommnnisten zugeschrieben. Nachtschmetterling entzündet Schießpulver. Paris, 18. September. In Chalon-sur-Saone ereignete sich, dem„Petit Paristen" zufolge, gestern folgender Vorfall: Ein Schütze bereitere bei einer Petroleumlampe Explosivstoffe für Patronen vor. Ein Nacktschmeltcrling verbrannte sich die Flügel bei der Lampe, fiel in das Schießpulver und verursachte eine sofortige Explosion. Tas beim Tische stehende zweijährige Kind des Schüben trug schwere Brandwunden davon. Auch der Schütze erlitt erhebliche Brandwunden. Gasexplofiou tu Prag. Am 17. September um 19 Uhr entstand in der Wohnung der 58jährigen Privaten Frau Olga Freudenfels>n Pankräc Nr, 884 eine im Auto bemerkte jedoch im letzten Augenblick, daß der Wagen vor ihm nach rechts einbiegen wollte. Je-, breinste seinen Wagen sck-arf ab, was ihm auf der nassen Straße zum Verhängnis wurde. Tas Auto überschlug sich und wurde vollkommen zertrümmert. Aus den Trümmern wurde Iez schwerverletzt herauSgezogen, wo er bald nach seiner Einlieferung starb. Er blieb bis zum letz ten Augenblick bei Bewußtsein, Die drei anderen Insassen des Autos lzatten verhältnismäßig leichte Verletzungen erlitten, so daß sic in häusliche Pflege euilasse» werde» konnten. Unglüüsferie beim Schleizer Rennen Schleiz, 18. September. Das diesjährige Schleizer Dreieck-Rennen, das vor über 100.000 Zuschauern durchgeführt wurde, stand unter einem unglücklichen Stern. Nach mehreren Trai- ningsunfällen am Vortage kam es in verschiedenen Läufen zu zahlreichen Stürzen. Hart- mann-HildeSheim fuhr in der gefürchteten-Haarnadelkurve gegen einen Baum und war sofort tot. Pfister-Ulm verlor in einer Kurve die Gewalt über seine Maschine und flog in die Zusck)auermcngc. Der Fahrer wurde bedenklich, ein Zuschauer leichter verletzt. Schwer verletzt wurden bei ihren Stürzen Lohmann-Ha ni- burg, Roese-Düsseldorf und B r n- des-Breslau. Ter Wogensahrer Gras Maltzan-Berlin überschlug sich, kam aber mit -Hautabschürfungen davon. Das elfte Spfer in Bochum. Bochum, 18. September. Im städtischen Krankenhaus ist der SA-Rcservemann Fritz Kann aus Bochum als elftes Todesopfer des schweren Autounglücks, das sich am vergangenen Sonntag bei Kohlscheidt ereignete, heute morgens gestorben. Ein zwölftes Opfer befindet sich nach in Lebensgefahr. Ueberfahren? Kladno. 18. September. Auf der Straße bei Kisuty bei Slany wurde heute früh die Leiche eines etiva 5jährigen Mannes gefunden. Die Gendarmerie aus Kladno untersucht, ob es sich um einen Mord oder um einen tödlichen Auto- niobilunfall handelt. iiHiHiinniiiiniiiuHiiininiiniiiniiniiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiniiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiii Gasexplosion. Dabei wurde die Frau so schwer verbrannt, daß sic nach kurzer Zeit verschied. Wahrscheinlich hat sich beim Kartoffelkochen, während die Frau im diebenraum weilte, der GaS- schlauch gelockert, so daß die Flamme erlöschte und das Gas frei herausströmen konnte. Als dann die Frau das Gas wieder anzünden wollte, dürfte sich die Explosion ereignet haben. Dabei ivurdc die Wohnung demoliert. Der Vorfall wird untersucht. Bekämpfung der Kriminalität. Auf der 50. Jahrestagung des Preußischen Medizi- nasbeamien-Vereins in Bad Pyrmont hielten die Medizinalräte Dr. Schnett(Wuppertal) und Dr. Biernstein(Nürnberg)— man muß sich die Namen dieser braunen„Wissenschaftler" allmählich notieren für die spätere Abrechnung— Referate über neue Methoden zur Bekämpfung der K r i m i n a l i- t ä t vom bevölkerungspolitischen, erbbiologischen und rassenhygienischen Standpunkt. Die Vortragenden forderten vom Staat die Einführung neuer Abschreckungsmittel: Diffamierung, Pranger, B e r in ö- g e n S e i n z i e h u n g, P r ii ge l st r a f e. Durch Sicherungsverfahren und Sterilisierung solle verhindert werden, daß Rechtsbrecher aus Erbanlage ihr minderwertiges Erbgut zum Schaden des Volksganzen Weitergaben. Nicht einfacher, aber wirksamer iväre es freilich, ivenn man nicht die unglücklichen Opfer des kapitalistischen S y st e m s, die sich am„heiligen Eigentnin" vergriffen haben^ peinigte, sondern an die Wurzeln des Sy st e in s ginge. Die deutschen Sozialdemokraten haben in den von ihnen beeinflußten„Shstem"-Rcgierilngen durch den Bau von Volkswohnungen, Verbesserung von Schulen, Ausbau der Sozialversicherung und der Jugeirdfürsorge, Sicherung der Lebenshaltung des arbeitenden Volkes durch Stärkung der Gewerkschaften, Schaffung eines modernen Arbeitsrechts und vor allem durch die systematische Erziehung der Massen in den großen Organisationen der modernen Arbeiterbewegung gezeigt, wie man auch in der kapitalistischen Gesellschaft den Weg zu gesünderen Zuständen suchen kann. Sie haben, man mag noch so viel an ihrer politischen Taktik im Ganzen anssehcn, viel für das Volk erreicht. Die Weltwirtschaftskrise hat gezeigt, daß innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft die Erfolge der Arbeiterbewegung nicht zu halten sind, daß nur durch Z e r b r e- chung dieses„Systems" der Weg inS Freie gefunden werden kann. Wie wäre es, wenn die Nationalsozialisten statt fauler Deklamationen über Abschreckungsmoßnahmen gegen„Rechtsbrecher" daran gehen würden, die sozialistischen Teile ihres„unabänderlichen" Programms zu verwirklichen? Einst, lang lang ists her, nämlich noch keine zlvei Upton Sinclair, der berühmte amerikanische Romanschriftsteller, dessen Bücher zahlreiche gesellschaftliche Mißstände schonungslos enthüllten und dabei öfter vor kommunistischen Forderungen nicht zurückschrcckien, will sich jetzt um das Amt des Gouverneurs von Kalifornien bewerben. Merkwürdigerweise kandidiert der Dichter für die Demokraten. Jahre, sprach der damals noch vergötterte Führer der Nationalsozialisten, die„menschgewordene Eiche" Gregor Strasser im Reichstage von der„a n t i k a p i t a l i st i- s ch e n Sehnsucht von über 05 Prozent des deutschen Volkes", die seine Partei erfüllen wolle. Aber wer glaubt heute in den eigenen Reihen der Brannen noch an solche Absichten? Herr Abg. Dr. Franz Bacher stell, in der „Bohemra" fest, daß er nicht, wie wir unlängst behaupteten, getaufter Jude sei, sondern der isracMschen KuLusepnneinda in Prag angehört. Damit glaubt.Herr Dr. Bocher, unsere„offeusichi- lrch tendenziöse" Mitteilung zerstreut zu haben. Wir überlasten es unseren und den Lesern der „Bohemia", zu beurteilen, ob die Teilnahme am fascistischen Kura der„Bohemia" durch die auch konscstioircll« Zugehörigkeit zum Judentum als politych und moralisch höherwertig ersck-eim... Wahrscheinliches Wetter heut«: Veränderliche Bewölkung, stellenweise noch Neigung;» Schauern, und zwar insbesondere im Karpathengebiete des Staates, Temperatur ohne größere Aendcrungen, mäßiger bis frischer, gegen Nordost drehender Wind. Selbstmord in Brünn. Am Sams ag abend stürzte sich in selbstmörderischer Absicht die 26jäh- vige Beamtin Marie Pfikva ans dem Fenster des dritten Stockwerkes eines Hauses m der Jesuitengaffe. Die' Selbstmörderin wurde durch den Sturz auf das Pflaster auf der Stelle getötet. Die Ursache des Selbstmordes ist unbekann. Großer Einbruch bei einem Brünner Uhrmacher. Unbekannte Täter drangen an das Geschäft des Uhrmachers Alois HubäSek in der Preßburgerstraße Nr. 44 uns brachen die Kassa auf, aus der sic Goto- und Sikberwaren im Gesamtwert von 60.000 b'r cnNvendeien. In das Geschäft kanien sic durch die nebenan liegende Kanzlei des Geschäftsmannes B. Filip, wo sie eine Schreibtiichladc anfbracbcn und 600 Ke entwendeten. LindberghS Schwedenreise. Oberst Liudberah und seine Gattin landeten am Soimtag gegen 1.30 Uhr im Marineflughasen Karlskron«. Bon hier aus setzte das Paar die Fahrt im Auto fort und traf gegen 6.30 Uhr abends in dem Dors Smed- torp in der Nähe von?)swd ein, wo Lindbergh den-Hof seines Großvaters besuche. Zwei Dampfer stoßen zusammen. Ter Dampfer„Malmö", der den Verkehr zivischcn Malmö und.kkopenhagen aufrecht erhält, stieß Sonntag abends gegen halb 12 Uhr beim Einlaufen in den hiesigen Hafen mit einem mn- wcgischcn Dampfer zusammen. Die beiden Schiffe wurden infolge des wuchtigen Zusammenstoßes tark beschädigt. Etwa 50' Passagiere wurden verletzt. Nähere Einzelheiten liegen noch nicht vor. Segelflug in den Tod. Am Sonntag nachmittags stürzte auf dem PIa»e»-r Flugplätze ein Segelflugzeug ab. Es ging vollständig in Trüm- nier und begrub den Piloten Oskar.Heinze unter ich, der dabei tödlich verletzt tvurde. Der Flieger befand sich erst wenige Minuten in der Lust. Nachdem er eine Rechtskurve geflogen hatte, konnte er sein Segelflugzeug nicht mehr in Gleichgewicht bringen, so daß dieses senkrecht abstürzie. Stadttheater Barcelona abgebrannt. Sonntags brannte dos Stadttl)cater infolge Kurz- chlusses nieder. ES ist dies in den letzten 15 Jahren bereits der vierte Brand dieses Theaters Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Mittwoch: Prag: 11.00 schallplatten. 14.50 Nachmittagkonzert. 17.20 Kindcrstunde. 18.30 Deutsche Sendung: Arbeilerfuuk: Dr. Robert Baumgärtcl: Die Bedeutung der modernen SträslingSsürsorg: Bericht vom Arbcitsmarkt. 21.45 SoUstenkonzert. Kaschau: 12.80 Militärkonzert. 17.30 Marionette', thcater.— Wien: 15.20 Bedeutung der Röntgen strahlen fiir Wissenschaft und Technik. 22.00 AbeiU konzcrt.— Heilsberg: 16.20 NachmittagSkonzcrt.— Breslau: 17.00 Mit Zither und Laute.— Leipzig: 21.00 Nordische Musik.— Berlin: 21.00 Volkslied singen.— München: 18,25 Der große Strom. ■’ll>Ii>" Stile 5 Dienstag, 19. September 1988 Volkswirtschaft nnd Sozialpolitik ad klingend« Leer«. Und er rannte den gewohnten Weg seiner großen Enttäuschungen; rannte Zur Anna, um wieder sein Herz auSzuschütten. In der farbigen Abenddämmerung, saß Anna in der kleinen Parkanlage vor der Backerei und in ihrem erhitzten Gesicht leuchtete, wie immer, wenn sie ihn kommen sah, eine finstere Freundlichkeit auf.„Es ist wieder einmal alles aus", sagte Walter nnd das-Haar siel wirr über sein hübsche» AnS-gnterHamilie Besicht.„ES ist immer dasselbe. Ein Arbeitsloser wird nie ein Mädel kriegen. Di« Mädeln wollen einen Kavalier, einen flotten, der ihnen waS bieten kann. Ich hab kein Glück bei den Mädeln, da kann man nichts machen." Anna hörte angestrengt zu, zog angestrengt die starken Brauen zusaminen. In ihrem(Besicht begann es zu arbeiten, finster und schwerfällig uno heiß vor Begeisterung.„Da» ist nicht so, sagte sie langsam, ,Haß der Bursch«in Kavalier sein muß und dem Mädel einen Likör zahlen oder sonst was. Ich mein halt, das sind Herrcnmanie- re» und ich wöcht eS.mir überhaupt.nicht.gefallen. lassen, daß sich jemand bei mir al» der noble .Hm und Gebieter aufspielt. Und warum glaubst du, daß du kein Glück bei den Mädeln hast? Ich kann dir nur daS Eine sagen, mir gefällst du sehr sehr gut, schon die ganze Zeit, ich bin schon oft an» der Haut gefahren vor Eifersucht über deine Mädelgeschichten und tvenn du mit mir befreundet warst—" Die Anna suchte grübelnd nach Worten, die Selbstüberwindung fiel ihr kchiver, aber heiß und begeistert stand über ihren starken Brauen daS Bewußtsein, daß, sic etwa« Neue», gänzlich Ungewohnte» zustandegebracht hatte. „Mit dir befreundet sein?" sagte Walter rind starrte sie an wie ein« Figur au» dein Raritätenkabinett.„Mit dir? Und nock, dazu jetzt, wo du e» mir selber angetragen hast?" Durch den Abend lief Walter und wußte nicht wohin. Also sie wollte keinen Kavalier, keinen Herrn uiid Gebieter, am Eirde gar sich selber d>« Zeche zahlen, wie gräßlich. Und w>c sie an ein«» anrenut mit ihrer Offenheit, daß man für» Leben genug hat. Und geliebt wollen sic auch iiod) werden, diese lebensgefährliche» gescheiten MädclS, ihr könnt warten, ihr könnt lange warten. Ein Wirbel war in ihm, Erstaunen, Entrüstung, geschmeichelt« Eitelkeit und vor allem Furcht, heftig abwehrende Furcht vor einer seltsam neuartigen, seltiam hinreißenden Gefahr. Die Gefahr umoraust« ihn, empört« und berauscht« ihn, nie noch gab e» Ihresgleichen. Er hätte taufeird Frauen haben mögen, tausend« uniarmen, am liebsten vor den Augen der Anna, geschieht ihr schon recht, warum hat sie sich auch in dieser ausgefallenen Weis« benehmen müssen. Spät abend» noch flanierten di« beiden Freunde auf der Straße herum. Sie hatten die Hüt« schick auf den Köpfen und führten als Graf Bobby unv Graf Rudi zynisch naseliide Clcspräch« über„Damen und Pupperlu". Bon Zeit zu Zeit nur sagte Walter:„.Hast recht gehabt, Bobby, hast recht gehabt. Ich bin nun doch, ich bin nun wirklich ein Weiberfeind geworden." Weiße Zähne: Chlorodont.: fr. 919 ah er ein Paar vnrübertanzen, c»>var die Greil mit chr«m Chef. Ein ganz neue» Kle'd hatte sie an und ungewvbnt elegant«.Schuhe und ihre kurzen Weichen Schritte ihre fröhliche Nachgiebigkeit, da» allcS war nun doppelt, dreifach so schön und U«b wie vorgestern abe»chS bei ihm. Am nächsten Tag rannt« Walter— nicht zum Bobby, dem erzählte er nur seine Triumph«—, et rannt« schleunigst zur Anna in di« Backerei. Wieder SdiHlcrstrclK in rranKrcldi Feucrwchrmannschastcn, die eingesetzt wurden, um die Streikenden durch Wasserstrahlen zur Räumung der Wasserstraße zu bewegen...— Der Schiffcrstrcik, der erst vor kurzem den größten Teil der nordfranzöstschen Kanal- und Flußschifsahrt lahmgelcgt hat, ist wieder aufgelebt und hat zur Bildung der ersten Sperrketten auf de: Oise geführt. iiniitiiiiiitiiiiiiiiiiiitiiiii[iiiiiiiiiiinitiniitiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiii!itiiiiiiiiiiiiniitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiitiii.iiiiiiiiiiiiiiiiiiinini Da stand sie hinter einem riesigen Mehlbcrg mit ihren breiten Hüften und ihren starken dunklen Augenbrauen, erhitzt wie immer, finster und sreundlich zugleich und sich: stolz aus ihren männ lichen Beruf. Walter sah sie selten, sie gehört« nicht zu seinen Kreisen und aiißerdem zerfielen di« Mädchen für ihn ganz automatisch in zwei Gruppen: in solche, di« geschert waren und in solche, in die man sich verliebte. Anna tvar ge scheit, sie war es auf eine schwerfällige Art, die mit ihrem unbeholfen langsamen Denken und Sprechen schließlich doch immer da» Richtige traf, jeder Wirrnis eine Erklärung, jedem Kummer einen Ausweg gab. Walter kam nur dann zu ihr, wenn er irgendeine Enttäuschung erleb: hatte und ihr« wohltuend gründliche Aussprache brauchte. So stand sie auch heute da, ernst und erhitzt, di« starken Brauen grübelnd zujam:nrn- gezogen, di« schönen kräftigen Arm« bi» zur Hälft« mit Mehl bedeckt und setzte ihm di« ganze Sache mit der falschen Erziehung der kleinbürgerlichen Mädchen und ihrer sozialen Abhängigkeit ausein ander, Gedankengäng«, die ihm fremd bl'eben, aber doch sein persönliches Pech tröstend und cr- l«ich!crnd ins Allgemein« verschoben. Ain Abend traf er Bobby, der die Gvetl gestern leider auch gesehen hatte, er grinste höhnisch und fragt«:„Bist du ichon«in Weiber feind geworden?"—„Nein", sagte Walter trotzig, „ich bin noch immer kein Weiberfeind." * „WaS beginnen wir mit dem angebrock)«li«n Abeiid?" fragte Ria in ihrem zwitschernden Hoch deutsch. Walter fühlt« unklar, daß si« recht hatte: mit solchen Mädeln, di« platinblond.tvaren und Aussicht hatten, beim Film untcrzukommen, nut l. ldjcn Mädeln mußte man cttvaü unternehmen, man wollte doch selbst mit ihnen gesehen werden und beneidet werden, besonders vom Bobby. Walter hatte zwei Schilling und vierzehn Groschen im Vermögen, sie gingen also inS Cafä. Es war ein fades CafS ohne Musik und Stimmung, aber RiaS klingendes Sprechen, chr funkellldeS Koker tieren, ihr« kleinen verwöhnten Redensarten ver wandelten da» stille Lokal in«inen rauschenden Tanzpalast.„Du. Bobby, wa» lagst du zu ihr?" flüstert« Walter stolz und atemlos. Aber Bobby erwidert« trocken:„Ich sage dir, daß sie sehr ironisch gelächelt hat, weil du ihr auf keinen Fall einen Likör bestellen wolltest. Ich hält vir ja gerne anSgoholfen. aber dann wär di« Blamage noch größer gewesen." Walter glaubt««s nicht. Er wollte«S nicht glauben. Er glaubte eS erst, al» er Bobby und Ria miteinander im Flamingo beim Nachtmahl erwischte. Ria läck)elte strahlend: „Ja schau mein kleiner Walter,>v«nn ein Mann sich sclwn gar nicht» leisten kann, dann soll er sich wenigsten» einen Hausfreund leisten." lind Bobby grinste eingebildet wie noch nie:„Also bist du jetzt endlich ein Weiberfeind?"—„Rein", sagte Walter leise und wütend,„justament nicht." Und^as tvar die Wahrheit. Keinen Zorn fühlte er, keinen Absch«u, er fühlte eine lchmerzhast sehn- süchtige Bewmtderung fiir dies« schwebend leichte Rücksichtslosigkeit, diese strahlende Untreue, diele ®er Streik bei der Alpiue-Mv»ta»geseUschast und seine Hinlmkgritttd«. Bei dem größten Industrieunternehmen Oesterreich«, der AlpineMontangesellschast in Steiermark, ist ein Streik ausgebrochen, der zu einer hochpolitischen Angelegenheit zu werden droht. Es dürften schlüssige Beweis« dafür vor- Händen sein, daß die deutschen Nazi« ihre schmutzige« Hände hierbei im Spiele haben. Um dies zu kHrciftn, muß man folgende» wisien: Die Alpine betreibt große Anlagen für die Eisen- und Stahlerzeugung. Sie ist im Besitze der großen Erzgruben in Steiermark. Ferner kontrolliert sie den steirischett Kohlenbergbau, Bahngesellschaften usw.>Ae ist also ein wirtschaftlich.-« Mackstfaktor in Oesterreich, die» um so mehr, wc-l die Eisenhütten und der Kohlenbergbau an die Tschechoslowakei fielen und Steiermark somit zum lcbcirswichtigrn Industriezentrum wurde. Di« Alpine wurde in der Inflation von dem bekannten Austro-Ztalirner Castiglioni ausgeloust, von diesem ging si« in den Besitz des deutschen Jnflationskönigs S t i n n c s über. Als der Stinnetzkonzcrn aufgeteilt wurde, gelangt« di« Alpine in den Bereich der Bereinigten Stahlwerke A.-G. Düsieldorf, jene» größten Eiscnuntcr- nebmens de» Kontinent«, besten Austichtsrat»- vorsihendc der bekannte Nazihäuptling Fritz Thyssen ist. Der deutsche Stahlverein kontrolliert die Mehrheit de» Aktienkapital», hat den Borsitz des Aufsichtsrats inne und eine Leitung eingesetzt, die ganz nach der Pfeife der deutschen Scharfmacher tanzt. AIS der Kampf gegen di« ösierreickstschen Gc- wcrkschasten einsetzte, waren e» die Betriebe der Alpine, wo zuerst gelb« Gewerkschaften ins Leben gerufen nnd die Vertrauensleute der freien Ylewerkfchaften terrorisiert wurden. Je mehr die deutsche Nazibewegung anwuchs und di« deutsche Schwcrindustti« als deren wichtigster Ex- E oncnt hcrvorwa«, je mehr wurde die Alpine eine ««mGesicht!Auslandsfiliale der Nazis. Dort haben sie eine - J- Position, die weit über die politische Kräftegrup- Pierung hinaus geht. Die Alpine wurde zum Pfahl im Fleische de» nazifeindlichen Oesterreich. Mit dem Streik selbst Hot e» folgende Bewandtnis: Die österreichischen Uttternehmerorga- nisationen beschlossen bereits vor scch» Monaten einen erneuten Lohnabbau in Höhe von lä bis 20 Prozent durchzuführen. Sie preßten die Regierung, Verordnungen für den Bergbau zu erlassen, di« diesen Gehalts- und Lohnabbau sank- tioniertc. Zugleich ließ sich di« Regierung bin» dendc Zusagen geben, daß weite« Lohnabzüge nickst mehr gemacht werden sollten. Die Dollfuß- Regierung war nicht wenig überrascht, als die von ihr auf Drängen der Unternehmer«rlassrnen Notverordnungen von der Belegschaft der Alpine mit einem Streik beantwortet wurde. Tie Direktion dieses Werks hatte nämlich die Lohnkürzung der Belegschaften in einer Weise bekannt gegeben, die erkennen ließ, daß nicht die Unternehmer, sondern die Regierung den Lohnabzug gewünscht hatte. Der Anschlag begann mit den Worten:„Laut Verordnung der Bundesregierung..." Merke wohl: die Unternehmer selbst hatten vor Monaten den Lohnabbau in dieser Höhe beschlossen und der Regierung ststauge zugesetzt, bis sie sich breitschlagen ließ, dir Vrrord- nung zu erlassen. Nach Bekanntgabe der Lohnrcduzierung trat die Belegschaft der Alpine in den Streit, Vermittlungen feiten» der Christlich-Sozialen ooct der Sozialdemokraten wurden'chross ahgr- lehnt. Eigentümlicherweise hat dir Leitung eer Alpine nichts getan, nm den Streik zu vermeiden oder ihn zu beenden. An dem Beginn nnd dem bisherigen Verlauf de» Streiks ist deutlich zu ersehen, daß er in erster Lin ie politische H f u t e r gr ü n d e hat. Jetzt will die österreichische Regierung, wie wir bereit» in der Sonn- tagSnummer mltgetcilt haben, in die zentrale Leining der Alpine«inen S ta a t»k o m m i s- sa r cnfteuden. Man kann der weiteren Angvle- Nützeit mit großem Interesse entgegcngcsehrit. Jedenfalls zeigen die Vorkommnisse in Stcirr- mark, daß die deutschen WirtschastSftihrer, dir mit den Nationalsozialisten durch dick und dünn gelten, alles versuchen, um international Unfrieden zu stiften. 1 £ettc S „GozfaNwmokrat* Was brauchen die Füsse? Vor allem: richtige Schuhe und gute Socken und fachmännische Pflege in unserer » Fusspflege- Abteilung« Baumwollsocken ab KL 1Garnsocken KL 4.«, Florsocken mit Seide KL „NORMALSCHUHE"- för Männer, die auf Bequemlichkeit des Schuhwerks besonderen Wert legen. ABENDS Halbschuhe aus schwarzem Mattbox, mit Lack kombiniert. 69.- BEQUEMLICHKEIT DlmStag, 1V. September iss8 N«. NEUHEIT Elegante Fa;on. Ausgezeichnete Passform- vollkommen bequem. Das erstklassige Material und die tadellose Ausführung garantieren angenehmes Tragen. Mit Schuhstrecker.— PRAGER Sonderbares Verhalten der Firma Schenker nnd Co. Wie man mit Angestellten verfährt, dafür liefert einen Beweis die bekannte Spedi- lionSfirma Schenker und Co., die ihren bishcri- oen Hamburger Leiter, Herrn Robert Adeles, {ebenfalls aus Rücksicht auf die in Deutschland herrschenden Berhältnisse nach Prag verseht hat. Herr AbeleS bekommt einen JahrcSgrhalt von 280.000 Ki den er sich dadurch verdienen will, daß er der Abbaudirektor der Firma wird. Die nz«„ErsparungSaktion" der Firma Schenker steht darin, daß man einer ganzen Menge nie- a bezahlter Angestellter, die schwer nnt dem ein zu ringen haben, 10 Prozent ihres Ge haltes wegnimmt und eS einem Herrn AbeleS, der kür den Praper Betrieb durchaus unnötig ist, gibt. Sympathien wird sich die Firma Schenker in bei Oeffentlichkeit dadurch Nicht erwerben. Geriditssaal Falsche Hunvertttouennaten Die erste Schwurgerichtsverhandlung in Pankraz. Prag, 18. September. Heut« wurde die bettle Schwurgerichtsperiode dieses Jahre- er- öffnet und mit chr auch der neu« Schwur» gerichtssaal, de sie n Adaptierung sich etwa- ver- fpäre» hatte,«ingeweiht. Trotz der weiicn Entfernung des KreiSgerichte- und obwohl kein großer Fall zur Verhandlung stand, hatten sich verhältnismäßig zihl- reiche Besucher elngejundsii. Der neue DchwurgerichtSsaak, der mit der Galerie an SV0 Personen zu fassen vermag, ist ein hoher, gewölbter Betonbau. Ueberflüssigr Lrnamen- ick ist vermieden. Bis zur halben Höh« ist er mit dunkler Holztäfelung versehen. Bon gleicher Farbe find di« Richterestrade, die Bänke der Geschworene», di« Tische d«S Staatsanwalts des LerteidigerS und der Sachverständigen. Gegenüber der für den Ge- richtdhoj bestimmten Estrade, zu der zwei Stufen führen, sind di« Tische der Journalisten, hinter aenen die Barriere den Zuschauerraum abgrenzl. Der einzige Schmuck d«S Saale- ist ein großer Bronzeww« nnt dem Staatswappen über dem Sitz des Präsidenten. Di« Nebenräumr, wie Garderobe, Akvokaten- und Journalistenzimmer, der Warterauin der Zeugen und das Beratuugtzimmer der Geschworenen sind zweckmäßig eingerichtet. Ein wuirder Punkt scheint leider wieder di« A k u st i k zu sein, über die auch im alten Gebäude Klage geführt werden mußt«. Die Aussagen der Zeugen sind insbesondere aus einigen Journalistensitzen, namentlich der rechten Saalseii«, schiech! zu vernehmen. * Der ersten Verhandlung präsidierte KreisgerichtS- prästdent Linhart, die Anklage vertrat der Chef der Prager SiaaiSanwaltschasi, Prokuraior Tr. P r o k e S. Angeklagi war der 25jährige HandlungS- gehils« und späterer Dchristenmaler Jaroslav Peer auS Prag, u. zw. des Verbrechens der G e! d- fälsch u n g, begangen durch Erzeugung und Verbreitung s a l s cher H u n d e r I k r o n e n n o t e n. Am 23. Juni l. I. kaust« Peer in einem W:,n> brrger Geschäft drei Paar Socken für 17 Kronen und zahlte mit einem Hunderter. Der Kansniann wollte di« Not« schon ohne näher« Prüfung in dir Kasir legen, alS Pper etn« Frage an ihn richtet«. Während der Ladeninhaber Burian antwortete, rieb er automatisch Die Banknote zwilchen den Fingern und nur durch dies« halb nirbe- wußte Handlung kam ihm zum Bewußtsein, daß sich das Papier allzu glatt antühlte. AIS er den Schein näher besah, bemerkt« er freilich sotort, daß «S sich um ein nicht befondrrs gelungenes Fallt- fikat handlet« Er verständigte di« Polizei Beim Verhör behauptet« Peer zunächst, er hab« d'e Banknote in einem Gasthaus in der Schart a betont- men. da man aber bei ihm verichieaene Farben fand, ließ man ihn in Untersuchungshaft und nahm ein« gründlickte Haussuchung vor. sie ein« Menge belastenden Materials zutage förderte Man fand alle Arten von Tempera, und Pa fielt- färben, verschieden präpariertes Papier, photographische Negativs des Banknote nausdrucke S ufw. Nun legt« Peer ein vollständiges Geständnis ab. Er hatte sich tatsächlich auf die. allerdings sehr primitive. Fabrikation von Hunderter verlegt Mit einem auSgkborgten Photoapparat machte er Ausnahmen des Bankuoteute^trS, di« er dann in primitiver Art auf Sa» l.-kbst präpa- ZEITUNG. ttert« Papier übertrug. Dann kolorierte er mit Pastell- und Wasserfarben und Tusch das Erzeugnis. Nach eigener Angabe hat er fünfzehn Falschnoten hergestellt, aber nur drei davon in Umlauf gesetzt, bzw. zu setzen versucht. Die andern hat er als mißlungen verbrannt. Tatsächlich meldeten sich zwei Geschädigte: et.tr T t o f i k a n t! n und ein Kaufmann, die dem Angeklagten Heroin» gefallen waren. A.s M j t i o der Tat erklär: Peer sein« große No: Er ist seit längerer Zit arbeitslos und hat für«in« alte Mutter zu sorgen. Zu den Fälschungen habe er sich einmal entschlossen, als er kein« Möglichkeit sah, den fälligen Zins zu bezahlen. Man fand bei ihm-250&, die er als Wechselgeld aus seine falschen Hunderter herausbekommen hat und die zur Entschädigung der Geschädigten verwendet wurden. Di« Prüfung-stille für Falsch» g«l b, die der Nationalbank angegliedrrl ist, erklärt« die Falsifikate für zwar nicht sehr gelungen, aber immerhin für geeignet, unter entsprechenden Umständen di« Empfänger in Irrtum zu führen. Di« Geschworenen bejahten einstimmig dir Schuldsragr, verneinten dagegen mit neun gegen drei Stimmen dt« Zusatzfrage ans Niedrigkeit und Ehrlosigkeit der Beweggründe. Der Gerichtshof verurteilte aus Grund dieses Verdikte- den Angeklagten ztt zwei Jahren schweren nnd verschärft«» Kerker- Bon der Aberkennung des Wahlrechtes wurde im Sinn« der verneinten Zusatzfrage abgesehen. rb. Kunst und Wissen Disraell. DiSraeli, der große englische Staatsmann des vorigen Jahrhundert-, ist. von Louise Marie Mayer und Arthur R u n d t in den Mittelpunkt einer Komödie gestellt worden, die wir wegen ihrer Hohlheit und Flachheit jederzeit abzulehnen uns bemüßigt sähen. Daß aber das Prager Deutsche Theater just jetzt diesem Kitsch sich erschloß, muß bedauert und verurteilt werden. Denn nicht nur berührt«S gerade derzeit peinlich, Entwicklung und Wirken Di-raeli- künstlerisch durch eine Mache entstellt zn sehen, die sich ungefähr al- dramatisierter Aufsatz„Wie der klein« Judcnjungc Lord wurde" au- dem„Neuen Wiener Journal" ansprechen läßt, sondern auch nach der politischen und geistigen Führung kann die dumme und seichte Art, mit der in dieser Komödie über da- Judenproblem hinweggetändelt, geschmust und gegeistreichclt wird, nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Wenn man von zwei Stellen absieht, in denen di« Phrasenhastigkeit doch ein wenig gedanklich und mit echterer Leidenschaft durchblutet ist(und die übrigen- bei einem schlechteren Sprecher, als Ernst Deutsch einer ist, auch noch zum großen Teile verloren gingen), stellt sich einem diese Komödie einerseits al- ein einziger Kitsch dar, den alle Menschen von Geschmack sich alü sozusagen ernstes Theater nicht gerne bieten laffen, anderseits— als eine so ztvicschlächtigc und nnsym- pathische„Beleuchtung" de- Konfessionellen und Rassischen, daß diese- Stück— und das sagt wohl genug— auch von einem Parkett von Hakcnkrenzlcrn mit schmunzelnder Toleranz ausgenommen werden könnte. Dazu kommt noch, daß die Autoren nicht mit lächerlicher Unkenntnis parlamentarischen Lebens spielen, sondern auch über Parlamentarismus und Parlamentarier die banalsten Witze zur Freude der größten Hohlköpfe unter den Zuschauern reißen lassen, daß sie sich um alle Motivierung(oft selbst um äußerliche) einen blauen Teufel scheren und daß zuweilen, bei läppischesten Redewendungen, nur die gute Erziehung den Ausbruch ungewollter Heiterkeit unterdrückt. Am bedenklichsten erscheint mir aber zu sein, daß dir Theaterlritung vielleicht gar noch der Meinung sein könnte, sie habe mit der Aufnahme dieses Stük- k«S in den Spielplan sich ein Berdienst um da- „Zeittheater" erworben! Da- Publikum war vorweg dieser Ansicht und füllte da- Hau- fast bi- zum letzten Plätzchen. Nachher wird cs wohl zum großen Teile eine- anderen belehrt gewesen sein! Und wenn ntan heute liest, daß In demselben Haus« für die nächste Zeit die Erstaufführung jenes Schauspiels ge- plant sein soll. desien Autor Mussolini ist— wir hoffen aus ein Dementi—, dann wird man vollend- an den Vorstellungen irre, die die Direktion de« Prager Deutschen Theaters von jener Sprech. Graslitz Bundesmeister. Krochwitz unterliegt 2:1. Durch den verdienten Sieg der Graslitzcr ist die Serie 1933 beendet und der neu« Bunde-mcisirr ermittelt. Nach Bcendiguttg der normalen Spielzeit stand da- Resultat 1:1, so daß wiederum eine Verlängerung von zweimal 10 Minuten vorgenom- men werden mußte. In der 105. Minute fiel die Entscheidung. Es wurde beiderseits hartnäckig im MrlsterschaftSstil gekämpft. Unser Kreiimcister Krochwitz hatte einen sehr schwachen Tag und enttäuschte seine Anhänger, während GraSlitz einen Großteil des Publikums aus seiner Seite hatte. Trotz großer Konkurrenz 1000 Zuschauer. Bor dem Spiel fanden Stafetten- und Langläufe statt, die eine vorzügliche Bereicherung des Sportprogramm- bildeten. Im Vorspiel der Änabett behielt Sctteaz über Fischmannhütte mit 3:1 die Oberhand. Ausführlicher Bericht morgen. Arbeiierfußball vom Sonntag. In O st b ö h m e n wurden u. a. folgende Spiele auögetrogcn: Jungbuch schlug Niederaltstadt 3:1(1:1); Par schnitz erzielte überraschend gegen Hart« einen Sieg voit 2:0(0:0); A r n a u siegte gegen S ch a h l a r knapp 1:0(0:0). bühn« hat, die allein heut« in Prag frommen könnte! Den Di-rarli spielt E r n st Deutsch, immer voll Kraft und Bewegung, intereffant in Hunderten Einzelheiten, packend an den'Höhepunkten, mit bedeutender Wirkung, ohne freilich innerlich zu ergreifen. Die Seichtheit des Stücke- unterstreicht noch das rein Theatermäßige der Leistung. Fräulein Behrens verschwendet ihr große- darstellerisches Talent an eine„problematische" Figur, Herr V a l k tut alles, was er kann, um über die Peittlichkeii diese- Baron Rothschild hittwegzuhelfen, der als innerlich jüdisch geblieben diesem irrlichternden DiS» raeli gegenübergestellt ist. Eine lange Reihe anderer Damen und Herren stellen, unter Li« bl- Regie, mehr oder weniger glaubhaft gemachte Gestalten, Herr Renner zeigt sich in einer Episode neuerdings al- großer Darsteller kleiner Charakter«. Muster einer Fehlbesetzung: Herr Harprecht; sein großer Tragöde Kenn trägt ungewollt die Züge StriescS! Das Publikum spendete nach den zwei großen rhetorischen Entladungen DiSraeliS-Teutsch starken Beifall, ließ sich auch vom letzten Bild imponieren, in dem Deutsch den alten DiSraeli mit dem Tonfall deS alten Moor und mit einer Holzscheit-Episode spielt, di« gspaßig an Hamlet mit dem Totenschädel erinnert, sah sich aber im übrigen fühlbar zu einer Reserve gezwungen, ans der herauSzutreten Berdienst um da- Theater wär«. L. 0. Mussolini auch am Aussiger Stadttheater? Aus Aussig wird uns berichtet: Das deutsche Theater in Aussig beginnt die neue Saison unter dem neuen Direktor Alfred H u t t i g am 28. Oktober. Ter Direktor hat ein neue- Ensemble von 10 Solisten und 88 Chormitgliedern engagiert. Dir Preise der Plätze wurden um 20 Prozent herabgesetzt.'In der Oper wird u. a..Smetana-„Dalibor" ausgeführt werben. Im Schauspiel wevden u. a. Langer-' „Engel unter uns", Mussolini-„Napoleon" und Pagnolt„Malaischrr Pfeil"«inftubiert werden. — Wir wollen hoffen, daß es der Sozialdemokratie in Ausiig gelingen wird, die Ausführung des Musso- lini-Siücke» zu verhindern. Es muß, In4brsondcrc in dieser Zeit, al- eine Provokation der Arbeiterschaft und aller Antifascisten in diesem Staate angesrhen werden, wenn das Machwerk deS italienischen Dikta- lor- auf di« Bretter in unserem demokratischen Staat« gebracht werden soll. Wie weit rväre denn dann noch bis zu den Stücken des Herrn G o c b■ del-? Wochenspielplan d«S Neuen Deutschen Theaters. Dienstag,. K8 Uhr:„DiSraeli"(A 1).— Mittwoch, 8 Uhr:„Salome"(Bl).— Donnerstag, Uhr:„Ball I ni Savoy"(C 2).— Freitag,%8 Uhr:„DiSraeli"(T 1).— SamS- tag, 7 Uhr:„Tannhä n i e r"(Al) Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, >38 Uhr, neu inszeniert:„Mamsell« Nt- t o u ch e".— Mittwoch, 8 Uhr:„Höchst« Eisenbahn".— Donnerstag, 8 Uhr:„Die Trafik Ihrer Exzellenz".— Freitag,8Uhr:„Mam- seit« N i t o n ch e".— Samstag, 8 Uhr:„H ö ch si e Eisenbahn". Sport• Spiel* Körperplleae (Ben offen!(Benofffnnen! Sn leber Betriebsversammlung, jeOcr Gewerkschaftsversammlung, leber Genossenschaft-Versammlung S etter Wählerversammlung, etter Frauenversammlung, fetter volitischen Versammlung, fetter Versammlung oder Sitzung«Mr. proletarischen Organisation sollt Ihr für di. WMMMe WchM intensivste Werbearbeit leisten BDrgerllclMr Sport» Oesterreich gegen Tschechoslowakei 3:3(2:1). Da- sonntägige Länderspiel, da- in Prag stattfand, endet« mit einem gerechten Unentschieden. In der ersten Halbzeit dominierten die Oesterreicher, die ein sehr schönes und ideenreiche- Spiel vor- führten, während die Heimischen ein Jammerbild boten Ruch der Pau r veränderte sich die Lage zu- gunsten der Heimischen, die«ine Umstellung im Angriff vorgenommen hatten und nun den Oesterreichern hart zusetzten; es war x aber nicht Können, sondert, nur robuste Kraft, so daß gegen Schluß das Spiel tchl unschöne Formen annahm Bei Oesttr- rcich waren Sindelar und der Teamneuling Müller (WAC.) die treibenden Kräfte und die Autoren der Tore. Ter Rapid-Tauk Binder(ein ehemaliger Aibeitcrsportler) scheint mehr„gemach:" zu werde», denn außer einem scharfen Schuß besitzt er nichts, was seine„Berühmtheit" gerechtfertigt hätte. In der Verteidigung versagte der Neuling Pawliischek, so daß Seszta. für zwei arbeiten mnßtc und gegen Ende über dir Stränge haute. Das Team der Tschechoslowakei— es Ist schwer, da- Gute oder auch nur Nützliche herau-zustellen; cs gefielen nur die alten Teamhasen Silny, PuS(die auch die Tor« erzielten) und Burger, während PlaniäkaS Zeit langsam, aber sicher zu Ende geht— so ungeschickt benahm er sich diesmal. Schiedsrichter war der Belgier Langenus, der zwar sehr korrekt pfiff, aber dennoch der Schärfe nicht die Spitz« brechen wollie. — Eine nicht erwartete U e b c r r a s ch n n g für die Kassa der LsAF. bot aber doch das Spiel: der Spartaplatz war nicht auSverkaust!, Wien schlägt'Prag 4:0(2:0). TaS Stödtospiel in Wien brachte de» Pragern eine glatte Niederlage. Die Wiener waren technisch und taktisch überlegen, während bei den Pragern besonders der Sturm, trotz Braine, ein« klägliche Rolle spielte. Die Spiele nm die Amatrnrstaatsmristerschast haben begonnen und brachten im ersten Gang folgende Ergebnisse: Der 5J2.il. Gablonz wurde auf e'grnem Platze vom Ö2M. Bndweis mit 3:1(2:0) gee'chlaaen and hat demnach im Rückspiel so gut wie keine Chancen— Die Ueberra'chnui kam in Kol in znstand«, wo der Amateurmeistrr A FK. Kol in von Rapid Prag mit 1:2(1:2) geschlagen wurde Nach dem Spiel kam es zu Krawallen, die erst durch Polizei beendet werden konnten.— In Pardubitz spielte SK. mit Basa Zli'n 2:2(1:1).— TFC. Prag gegen SK. Rusj Nrhorod 4:1. Sonstige Fußballergebnifse. Pilsen: SK. gegen SK. Proßnitz 3:3(3:2).— Saaz: SK Na- chod gegen DSB. 8:2(0:1).— Karlsbad: KFK. gegen öechoslovan Ko-ik 5:1(4:0).— TcpliY: TFK. Profi gegen DFC. Prag 4:1(2:0).— Turn: DFK. Äomotaii gegen SK. 6:0(3:0).— Bodenbach: Lichte Karlin gegen DpBg. 5:4(2:2».— B- Leipa: Rrichcnberger SK gegen DSB 5:2<3:0). — Warnsdorf: WFK gegen TSK Gablonz 4:1(1:0).— Oderberg: Hakoah Wien gegen SK. 6:2(4:1).— Lundcnburg: Slovan Wien gegen SK. 3:2(2:0)— Preßburg: Städteteam gegen?ldmira—-Austria Wien komb. 2:0>0:0).- Budapest: Ungarn gegen Schweiz 3:0(1:0t. Europa-Cup.— Gla-gow: Irland gegen Schot: land 2:1. für MeftböhmischeS Tagblalt wir» pe z 1. Oktober ausgenommen. AuSführ-» licheS Offert unter„Dauernd 11)88" 3 an die Verwaltung deS Blattes. 8 2lIU" 9OQQQQQOQ9QOQQQQQQQQOeQQQOeaeC*J getollt«btt: eiealtl'b Zoub-Kbefrelottcsr- Silbtlm ft t ebnet.— SJetannootllt^et Rebakitnt: De. Smtl St ton-, Prag.— Druck:..Rota' tüt ZrNuua- unb Buchdruck, Prag.— Für den Druck Uerantwortttch: Otto duM. Bros.— Die Aeltunosatartcutrantatur wurde uou der Bott- u Itleitat>b(nbiteltie* Bit Celal Sir. 18.800/V 11/1030 belullligt.— tBeiUfllfcbintungen: Bei Zustellung Ins Hous oder bet Bezug durch die Poft, monatlich Ui IS.—, vtertetjöhrlich K