1 Skvzelprels 70 Heller. 'Einlchlleßlich S Hkllcr Dorios 13. Jahrgang. Dienstag,; r Oktober 1033 Nr 231. Al»gelinit der„Volksfront" vorbeigelungen ist, nämlich die Sicherheitsmaßnahmen des Staates ge?cn ihre Umtricbe als eine Versolgung des sudetendcntschcn Volkes hinzustellen, ihre voltsschädigcndc Parteitätigkcit zur Volkssache emporzuschwindcln. Wir können uns dieser nüchternen Fesl- stcllttugen nicht culhaltcn, selbst auf die Gefahr hin, den Wvtanszorn des neugebackenen dentschböhmifcheu Hitler zu erregen. Man wird sich scheinheilig beklagen, daß wir der„Hei- matssront" voll vornherein, böse Absich en unterschieben. Mil Nichten! Wir lassen uns gerne eines Besseren belehren. Der P r ü f- stein jeder s n d c t c n d c n t s ch c n Partei- oder G r u p p c n b i l d u n g i st in dieser Situation ihr Verhältnis z ii in H i t l e r f a s c i s in u S. Wenn der nächste Aufruf des Herrn Henlein Front macht gegen die braune Barbarei in Deutschland, wenn er die sudctendcutschc Jugend warnt vor der verblödenden Wircknng des ncu- dcutschen Rundfunks, wenn er den Betrug des Nationalsozialismus am deutschen Volke gci- sclt und proklamiert, daß die wahre Volksgemeinschaft durch Ueberwindung der kapitalistischen Klassengesellschaft hergc stellt werden soll, dann werden wir willig unseren S and- puukt berichtigen. Solange aber die„Heimatsfront" nur durch die Gunst der verängstigten Nazis legitimiert ist, wird auch die turnerische Autorität des Herrn Henlein nicht verhindern, daß sie als g e i a r n t e H i l l c r f r o n t erkannt und darnach cingcjchätzt wird! «.c.tc it DlenStag, 8. Oktober 1983 Nr. 231 Unser« Politik ist««tragen von dem Vertrauen I arbeiten« für die vertrauensvoll» Unterstützung. Zweiter Verhandlungstag bund); Johann Patzelt haben aus den Erfahrungen-er letzien Zeit die notwendige Erkenntnis und die klare Konsequenz unseres Handelns abzulciten. Wir müssen auf der Hut sein und können keine Frage los- lösen von dem G e s a ni 1 g e> ch e h e n i in Staate. Wir inlllse» für die Deniokratie kämpfen und sie verteidigen, den» die Zusammenarbeit mit den tschechischen Sozialdemokraten liegt nicht nur im Interesse der Arbeiterklasse, sondern auch in jenem des Staates. di« weitere Zilsammenarbeit INI Interesse der ! t> chcch v s l ow a k isehen Berga rbei l« rseha ft. lliach den j Grüs;:u und Glückwünschen der Herren P o> s o l t und Waller und einem begeisterten Ausruf des Genossen Weigel, in sozialistischem Geiste und eingedenk der großen Mission für unsere Klasse 'alle Kräfte rinzusctzen, entrollte— von lebl-aftem Beifall empfangen— Vorschläge für zwei Kommissionen wurden ein» mutig zur Kenntnis genommen, woraus der Borsitzende Z v o n a r in seiner Eröffnungsansprache vor allem daraus verwies, daß unser Unionstag ein Fest- und Frcudentag wäre, wenn nicht die Nöte und Sorgen der Bergarbeiterschaft einerseits und das namenlose Unglück durch den Heim- gang unserer Führer andererseits Las dreißig- jährige Jubiläum umschatten würde. Der Alachruf für di« Verstorbenen und die Opfer der Arbeit wurde stehend angchört. Joses Zinner brachte Glückwünsche der Bruderorganisationen des Auslandes und Grüße der Bergarbeiter-Interna tonale zur Kenntnis. Mit starkem Beifall wurde ein Schreiben des Deutschen Bcrgarbeiterverbandcs in Saarbrücken entgcgengenvmnien und eine Svm- pathicerklärung f ü r d i e kämpfende n A r- beiter Oesterreichs und Deutschlands beschlossen. Ten vorgetragenen Begrüßungsansprachen entnehmen wir vor allem«ine Schilderung der (Beifall.) Run gab Gen. L e h n e r. t ein umfassendes Bild über den Stand der Arbeitslosenunterstützung und erläuterte den finanziellen Aufwand des Verbandes in der abgciauseNen Krisenperiode. Diesen« Teil der Ausführungen konnte (ähnlich wie bei den befreundeten Verbänden) vor allein auch di« bedeutungsvoll« Funktion der „Union" in der verheerenden WirtschoftSkata- ftrophr entnommen werden. Gen. Lehnert beschäftigt« sich jedoch auch eingehend mit den gesetzlichen Bestimmungen der ArbcitSlosrnfürsorze überhaupt, deren Wert«vir nach bett politischen und ökonomischen Machtverhältnissen zu beurteilen haben.(Beifall.) Ueber Antrag deS Genossen P i l l in a y e r wurde den mit der Kassa- und Buchführung betrauten Funktionären die Entlastung und An», crkcnnung ausgesprochen. Ueber die Arnderung der Statuten und des Verwaltungsregulativs referierte Genosse S ch a f f a r f ch und iuterpre- tierte die auf diese Frage bezug nehmenden Anträge des Unionsvorstandes, nach denen soivobl die administrativen Gesetze der Organisation, als auch die Arbeitslosenunterstützung bei Berücksichtigung der Regierungsverordnung vom 29. Juli l. I. geregelt erscheinen.— Der Berichterstatter prüft aber auch in ausführlicher Weise die in diesen Rahmen fallende» 98 Anträge der Ortsgruppen und Zahlstellen(inklusive derer, die sich mit der Streikunterstützung, Strrbefallunterstül- zuna und Fachpresse beschäftigen) und macht tnt Hinblick auf ihre materiellen Voraussetzungen und sachlichen Möglichkeiten die entsprechenden Vorschläge. Wenn wir wollen, daß unser Verband in dieser schwere«« Zeit unerschüttert bleibt, dann müsse«: wir ihm geben, was er für seine«« Haushalt braucht.(Beifall.) In der Debatte"sprachen Löstcr-Oberacor- genthal, Atvieselhoser-Nikderleutensdors, Bischof« Obcrlcutensdorf, Hoffmann-Osseg, Lcimcr-Graii- pen, Dvorak- Senscln, Kallup- Neusattel und MikschsiMaria Radschih,«vorauf vor Abschluß der Verhandlungen des zweiten Bcratungstages und nachdcin die Abstimmung über die einzelne«« Anträge erst««ach der Ko>n«nissionSsihi«ng erfolgen kann, Genosse Emil Haase das Referat über die Sozialpolitische Gesetzgebung im Bergbau** erstattete. Die sozialpolitische Enttvicklung in jedem Staate ist ein Spiegelbild der in demselben wirkender« politischen und wirtschaftlichen Kräfte. Seit dem letzte«« Unionstage beobachten wir eine Stagnation der Sozialpoll- t i k und stellen auch hie u««d da Einbrüche in sie fest. Das wiederum betveist, daß der Einfluß jener einen Ausbau der sozialen Rechte wollenden Elemente geschwächt«vurde. Wir erleben es in« Norden und Süden unseres Staates,«vie die sascistische Reaktiv«« mit einen« wahren .Heißhunger nur« an die Zerstörung sozialer Rechtsbastionen herantritt. Unser Werk ist nicht loszulöscn von internationalen Einflüssen, denn die Kräfteverschiebungcn in« internationalen Maßstabc werfen auch ihre dunklen Reflexe ii« die Tschechoslowakische Republik. Redner bespricht dann sehr eingehend jene Forderungen, die ii« der zur Diskussion stehenden Entschließung niedergelcgt sind und bcharrdclt die gewaltige kulturelle und menschliche Bedeutung der Hebung der Sozialrcchte des Grubenproleta- riats, das ii« schwerem und gefahrvollen« Schaffen die Schätze der Erde birgt und sichert. Tie dringendsten Fragen gipfeln!>« der Arbeitszeit, in BcrgbauschiedSgerichtcn und Bcrgtverksinspek- tionen, in der Zwangsarbeitsvermittlung und ir« nen, freigetvcrkschastlichcn Zentralorgani'ation '! Tas ist der Weg, Len wr gegangen sind. Aus der rechtlosen, sozial uucrträg- lichen Lcbe««Ssituation deS Grubenproletariats zur Gestalterin eines würdigeren Daseins.'Aach den Leidensjahren deS BölkermorLens stieg unsere Union auf nal«e;u 40.000 Mitglieder, erfaßten die koalierten BergarbcitervcrbänLe 90 Prozent der Bergarbeilerschast in ihren Organisationen. Diese vereinte Kraft vermochte nun Lohnerhöhungen, Kollektivverträge, Bergbauschiedsgerichte, die Acht- und SechSstunden- sckicht» Erholungsurlaub«, Revier, und Betriebsräte, Bergarbeiterkolonien und Kinder» erholungSheime, Entgelt und Altpensioniften- stätten, Verbesserung«,« der Krankenversicherung und das neu« Bruderladengesetz zu schaffen. Tann, als alle Hoffnungen gespannt, alle Energien gestärkt zu großen Entscheidungen drängten, kam das Unglück der Spaltung und der Beginn des Abstiegs. Gcuosse Zinner schildert« nun die Kämpfe ! nach herzlichen Worten der Begrüßung ein Bild ledcr-!dcr augenblicklichen politischen Situation: Wir Nachin'tlags um 3 Uhr versammelien sich die Delegierten und Gäste zur Ehruttg und Kranz- nicderlegung beim Grabe Anton I a r o l i«n S in Graupe» und zur Urnettbeijetzttng dessen «vas sterblich«var an Adolf Pohl, auf den« Teplitzer Friedhof. Hier sprach nach einem gemischtti« Chor der Arbeitersänaer, geleitet von« Genossen Otto Weichert,„M o r g e n r o t", Zenlralsekretär Einil Haas« Wort« Les Dankes und der Erinnerung an den große«« Führer. Mit «m Liede„Tord Folc son" sand die schlichte und schmerzlich« Ehrenfeier ihren Abschluß.— In Graupen würdigte zur gleichen Zeit Sekretär Franz Schaff«r«ch die gewaltige Lebensarbeit I a r o l i in s. Die Gedenkpause umrahmt« per Arbeiter-Gesangverein Graupen unter Lei- kung des Genossen Kowarsch mit den Chören „An Bebels Grab" und„Trauer- nia r sch", würdevoll und ernst.— Erschüttert mnd bedrückt verließen di« Funktionäre die Stätten d«S Todes, um im Geiste ihrer so früh, unerwartet und plötzlich dahingegangenen Vertrauensmänner dem Leben und der Zukunft des Proletariats ihre Dienste zu weihen. <2* M III* I l(W*\,«nun•») I v l Uliv, l v‘• BerlagSanftalt); Josef Aiörl(Arbeiter-Säuger- wicklungsgeschichte des Verbandes in den letzten bunL); Johann Patzelt(Sozialdemokratische 30 Jahren erfuhr. Von den BildungSvereinen, Organisation von Turn) und der Vertreter der Fachveceinen u««d DistriktSvcrbänden zur moder- Presse. Tagesordnung, Geschäftsordnung und die der Bergarbeiter! Mc Bergarbeiter tagen Erster Verhandlungstag Sonntag vormittag wurde in Turn bei schwere«« Situation des österreichischen Prole- Aulvesenheit von mehr als hundert Delegierten«ariats und der halbfascistischeu Reaktion dieses und Gasten der zehnt« UnionStag der„Union der Landes durch Genossen M e l k e s- W i c n und Bergarbeiter" eröffnet. Die Bühne ist mit leuch-j-as Bekenntnis des Genossen Bro?.ik-Prag für tendeni Grün und rote«« Fahne«« geschmückt; auf beiden Seiten hängen in« Hintergrund die schwarz umflorten Bilder Anton I a r o l i in s und Adolf P o h l S. Links grüßt der Doppelhammer, das Symbol unserer Glaubensproleten, rechts das Freihei:Szcichen der drei Pfeile. An den die Rednertribüne umsäumenden Lorbeerbäumen lehnen zwei Kränze,„Unieren Freunden Pohl und Jarolim" gewidmet. In« bunt«», schlichten,»hrioftrrtn.Plor ClprffrlPd Tanh Bild verkleidet, grüßt die weiße Büste von Karl ADgCOranCICr»ie«inev a, Obcrlcutcnsöors; Joses G r ii» d l, Ehotöschau; Josef Dvokak, Senscln; Johann Köhler, Chodau, und Ferdinand Klein- Wächter, Sobochlcbcn. Bon den befreundeten Organisationen und sonstigen Körpcrichaf eu waren folgende Vertreter anwesend: M e l k c s und S i ch l r a d e r für den österreichischen Bergarbeiterverband; Bergrat Possolt für das Ministerium für öffentliche Arbeiten; Jng. Walter für das Ministerium für sozial« Fürsorge; Brorik und Dvorak vom Svaz horniku; Wilhelm Weigl für den Deutschen Gc>v c rkscha ft Sb u>rd; Siegfried Taub vom Parteivorstanü und unserer parlamenta rischen Vertretung Josef Pretsch für den Internationalen Metallarbeiterverband; Gustav Reumann(Glas, und Keramarbeiter); Karl P a n k r a;(Konsuntgenossenschaften);.Herold B r u m l i k(3. I.); Karl I s e r(Truck, und Turn, an« 2. Oktober. Heute vorn«it:ag wurden die Verhandlungen des zehnten Unionstages fortgesetzt. Wiederum hatten die Delegierten eine traurig« Nachricht en gegenzunehmen,. da den Kongreß die Kunde vom Hinscheiden der Genossin Else Harzer ans OberleutenSdorf, einer langjährigen Angestellten des BerbanScS und des alte«« Pioniers Genossen Adalbert Kaupa auS Kopitz erreichte.— Vvin ruinänt- fchen Bcrgarbciicrv-.'rband ist ein Delegierter r n- ! getroffen, der herzlichst begrüßt«vurde. Rui« erstattete Genosse Josef Zinner Leu Benoit des Unionsvorstandes, 1 ber eilte interessant« Erweiterung durch die Ent- der Union mit den Grubenunternehmern u««L di« Auswirkungen des Bürgerblocks,«in« hierauf noch eingehende Darstellung der Wirtschaftslage über die dreijährig« Arbeitsperiode zu geb«««, S«>n Schlußappell klang in folgende Betrachtung auS: * Auf dem Boden dieses Staates stehend, lebe«« und kämpfen wir um die Er- Haltung der De m o k ra t i e. Weil«vir uns, di« Besserstellung des Proletariats als unfcrc Lebensaufgabe gewählt haben, deshalb dröhnt uns von der Front Les Rationalismus, der«vie das Beispiel Deutschlands und Oesterreichs zeigt — nur eine neue AuSdruckSforn« des Kapitalismus darstcllt, der Schlachtruf ,,Ka«nPf dem Marxismus" entgegen. Wir erklären, daß die„Union" ihre Interessen restlos gewahrt steht in der parlamentarischen Bertretuna unserer Partei und sich mit der Sozialdemokratie innigst verbunden fühlt. Ihr politischer Kampf ist unser Kampf und alle Maßnahmen der Partei, die sie«n der Regierung für die Republik und Demokratie trifft, finden unsere Billigung bis zur letzten Konsequenz. In uns lebt die Ueberzeugung, daß wir nur im Kampfe siegen können und rufen die Bergarbeiterschoft zu Per- ständnis und Treue für di« Aufgaben d«r Zukunft.auf!(Stürmischer Beifall.) Als zweiter Berichterstatter nahm Genosse König das Wort, der den gedruckt vorliegenden Bericht über die Finanzvrrhältnisse ergänzte und vor allem darauf verwies, daß trotz der furchtbaren Krise durchgehalteu-«verden konnte und sogar eine kleine Erhöhung der Bar. bestände sestftrllbar ist. Erfreulich sei vor allem die Erhöhung des Mitgliederstandes in der ersten Klasse von 43.59 Prozent aus 48.96 Prozent Redner fprach nun über die einzelnen Konlis und Fonds und dankt zum Schluß allen Mil der Mitglieder in Partcü und Gewerkschaft und in Liefer Ueberzeugung werden uns auch di« Kämpfe der k o«n>n e n L« n Tag« als«ine geschloffene Phalanx ae rüstet f in Len.(S ürrnischer Beifall.)— Nach einigen herzlichen BegriißungSIvorten des Genossen Patzelt(Turn)«verden di« Berhand- luiigeu unterbrochen. 13 f Lilith und der Komet WWMWWW Ein abenteuerliches, modernes Hl MHrchen von Kurt Doberer Ta begannen«vir, die„Ma«chine" zusammen zu bauen. Die Röhre und der Spiegel wurden aus der Watte genommen und angebau«. Wir hatten Rückendeckung. Aber vor uns lag ein dichter Wald und zur Seite war Man- grovesumpf. Auf diesen Wald hatten«vir die Maschine gerichtet. Kurz vor Sonnenuntergang hatten «vir dann auch unseren ersten und letzten grö- ßeren Zusaininenstoß mit diesen Kerlen. Bor«in« in den Bäuuien begann es überall mißtönig zu kreischen. Wir lagen hinter Baum- stämme». Aber einer von unseren Leuten«var noch drüber« dein« Wasserholen. Er kau« über den Platz gesprungen, und ehe wir ihn« noch ein Wort»«rufen konnten,«var der Sand mit Pfeile«« gespickt, und wo Kugeln einschluge», gab es Spritzer. Er kam iedvch heil hindurch. Tas schier« das Zeichen zum Angriff gewesen zu sein. Ich lag hinter der Maschine und hatte die Linke am Richtrad und die Rechte am Schalter. Polter«« und Trampeln klang von drüben. Dann krachte zerbrechendes Unterholz, Zweige schoben sich auseinander.— ES kam heranaesanst. Jihjiyjihsihji— schwirrte meine Maschine im hohen Tor« Von tauserrd Stechmücken. Ich hatte den Hebel aber sogleich«vieder zurück- geworfen. Uns und denen da drübei««var auf eine kornische Weise Rettung gekommen. Es«var ein« Riesenherde vo» wilden Schweinen aus den« Dickicht gebrochen. Nun lagen sie da auf der freier« Fläche. Sie«varen vom Blitz getroffen und rührten sich nicht mehr. Achtungsvolles Schweigen vor« drüben zeigte nnS, daß sie alles sehr wohl gesehen hatten und nun de«r Zauber ehrfurchtsvoll bestaunten. Um den Effekt noch ii« das richtige Licht zu setzen, ging ich hinaus, die Hände in der« Hosentaschen, und stieß mit den Stiesel«« die Kadaver an. Sie«varen alle tot. Keines rührte sich mehr. Dabei zählte ich sie. Es«varen zwanzig Stück. üb drüben auch«velche von den Bäumen geplumpst«varen, konnten«vir nicht feststellen. Aber sie schtviege«« mausestill. Und«vir schliefen ohne Störuitg von dieser Rach« an. Wir machten nun einen Tag Pause und mästeten uns mit Schweinefleisch. Einige gute Bissen schleppten«vir noch mit. Tie„Maschine" hatten«vir«vieder zerlegen müssen, sie«var so beim Transport viel zu leicht zu beschädigen. Wir kamen jedoch jetzt in das Hochsand. Tort hatten«vir meift bessere Sicht. Die Maschinenflinten und die Pistolen«varen hier Waffe genug. Uns drohte der Feind von einer anderen Seite. Wir hatten sehr«venig Nahrungsmittel und«venig, schlechtes Wasser. Dabei war das Hochland noch wildarm. Wir konnten säst kein Fleisch«nachen. Dazu das Klettern in der Gluthitze. Wenn ein Kamm überstiegen war, dann zeigte sich immer noch eine größere Bergkette. Meine Karte schien jedoch in den wesentliche«« Punkten zu Kimmen. In der Gegend, wo sie die höchsten Bergspitzen vermutete, fanden wir ein Massiv, das sich als ein klobiger Block in den Himmel schob. Mehrere Gebirgsketten stieße«« in seine Weichen. Aber sein stumpfer Gipfel lag weit über den anderen Berggraten. Wir taufte«« ihu mit dein Namen„New Ararat". Sei«« Gipfelplatea«« war unser Ziel. U««« an seine Hänge zu kommen, mußten wir noch einmal in eine«« Talkessel hinabsteigen. Schon von hoch oben sahen wir de«« grünen Streifen. Wir röche«« Wasser! An den letzten Tage«« hatten wir nur mise rables Wasser gefunden. das, auch als„Ter" präpariert,»och sank schmeckte, tlnsere Filtergeräte«varei« schon ganz ruiniert. Alle leistete«« deshalb bei diesen« Abstieg das Doppelte. Wir halten Hoffnung, hier nnte>« doch halbwegs trinkbares Wasser zu finden. Diesmal wurden«vir nicht enttäuscht. Wir hatten in« Gegenteil ganz besonderes Glück. Als «vir uns durch das Randgestrüpp gearbeitet hatte««, sahen«vir vor uns ein Tal im srischesten Grün. Eine mächtige Wasserader kam irgendwo ans dem Gesels und verschwand«veiter«inte«« wieder in einer engen Schlucht. Aber daztvischen lag eine Oase. Es gab Palme«« und andere Baume. Wir«varen l» frob an diesen« Abend, daß «vir lange an den Feuern saßen. Ich beschloß, am nächsten Morgen alle!«« auf deil Gipses zu klettern. Aber Kaue war in dieiem einzige«« Fall ganz unnachgiebig. Sie wollte unbedingt- mit dabei sein. Sie drohte, allein zi« klettern. Wer Jane Nelling kai«i«te, der wußte, daß sie in einem solchen Fall mit dem Kopf durch die Wand ging. Ta ich auch wußte, daß sie es schaffen würde, hatte sie ja ein Recht, in diesen« Augenblick an meiner Seite zu sein. Als wir am Marge«« aufstiegen, hiirgen die Wände gelbfahl und gefährlich Uber uns. Es Müßte eben gehen! Wir hatten ein Seis, Proviant für ztvei Tage und einen leichte«« Schlafsack zu tragen. Wir hatten das Lager kurz vor Sonnenaus- gang verlassen. Aber ehe wir noch recht i««« Ge- scls«varen, brannte die Sonne a««s das Gestein, daß die Luft vor Hitze zitterte. Es«var unser Gluck, daß«vir rasch vorwärts kamen. Wir hatten schräg über eine Wand hochgemußt. Jane hatte sich tapfer gehalten. Aber es«varen ein paar gefährliche Stellen. Mir graute et«vas vor de««« Abstieg. Morgen«vürden wir müde und nicht mehr so frisch ansgeritht sein, wenn wir an diese Wand kämen. Jane Lachte nicht an diese Dinge. Ihre Augen leuchteten und sie griff fest zu. Am Rach- «nit:ag kamen wir soweit über die anderen Gebirgsketten hinaus, daß es merklich kühler wurde. Weit drüben von der See her kam ein angenehmer lauer Wind. Später habe ich entdeckt, daß«vir an diesem Tag den besten Aufstieg am Massiv gefunden hatten. So konnte«« wir in den Stunden vor Tagesende gerade noch die letzte Wand schaffen. Die Sonne hing schon zwischen Bergspitzen, als wir tief atmend am Gipfelrand standen. Jane Nelling blickte nach Westen in den rote«« Ball und sprach kein Wort. Ich dachte daran, daß dieses Gipfelplatea««, das in seiner Gestalt flüchtig an einen erloschenen Krater erinnerte, das herrlichste Fundament für>«nser Werk sein würde. Als die Son ne untergegangen«var, krochen «vir halb in den Schlafsack und füllten uns Tee in die Becher. Dann lagen«vir da und starrten hinaus in die Nacht. Ueber_ uns stand der glitzer««de. Sternhimmel der Südsee. Funkelnd leuchtete Las Kreuz des Südens. Wett drüben über dem Meer stießen nun die sechs roten Scheinwerfer der Achse senkrecht in bei« Himmel. Wie ein Liktorenbündel stand dieses Zeichen über der Union. Jedoch bis hierher reichte der Schein nicht. Wir Ware«« allein, auf u««S selbst angewiesen— keiner«var über uns. Es war fast ein wenig zu einsam. Jane Rellings kleine.Hand«var in die «««eine gekrochen. Sie huschelte sich dort zusammen«vie ein kleiner Bogel. Und doch— jetzt— wir waren nicht allein. Drunten i«n Felskessel sprang ein«vcißer Strahl aus Licht aus. Treue Kameraden gri"«ßten unS ans dem Tal. „Mit einen« einzigen großen Sprung si««d «vir bei ihnen" flüsterte ich Jarre in das Ohr. Aber— sie schlief schon mit einem froher« kleinen Lächeln urn den Muird und u«n die Augen. (Fortsetzung folgt.) f Nr. 231 Dienstag, 3. Oktober 1333 Wie sie die Sudetendeutschen„befreien**! E0BS3 SudetendeindK bewahrt seinen Magen vor schwer verdaulichen Fetten. Gerade bei einem empfindlichen Magen mub man darin besonders vorsichtig sein. Nur ein leicht verdauliches Fett bekommt ihm: 'Wett, Seine Der Plan Mussolinis über die Organisation der Donaustaaten ist Gegenstand lebhafter Erör- die sind, teil» Gens, 2. Oktober. Nach einer Wolff-Büro- Meldung hat die italienische Delegation bei der Völkerbundvcrsamnrlung der deutschen Delegation ein Memorandum überreicht über eine wirtschaftliche Hilfe für die Donauländcr durch Handels politische Massnahmen. Das Memorandum greife erfreulicherweisc(!) eine Reihe von Gedanken- gängen über die Wirtschaftspolitik int Donau- raunt auf, die von Deutschland seit einer Reihe von Jahren vertreten worden scicii, so u. a. den Plan, daß den Staaten des Tonauranmcs durch einseitige s"'_ Möglichkeiten eröffnet werden sollen. NsNenl8M üe»l8Mc vemülmntzen um die wirtsdiafllldie ßeherrsdiond des Donauraumes DAS AUSGIEBIGE, REINE PFLANZENFETT CT 0-33 NUR ECHT MIT NAMENSZUG Der Gegenprozeß wird in Poris iorigesefct Paris, 1. Oktober. Tas Sekretariat der Internationalen Fnristen-liritcrsuchungskommis- sio« über den Reichstagsbrand gab bekannt, daß die Art, tvic der Prozeß in Leipzig geführt werde sowie auch die Nennung neuer Zeugen den Anlaß dazu geben, eine neue Sitzung der Untersuch u n g s l o m m i s s i o n cinzubcrusen. Diese Sitzung wird in Paris stattsinden. Dir Tagung der Kommission soll zwei Tage dauern. Drei läge uhd Nächte wurde van der Lubbe wadigehalten! Berlin, 30. September.(Fnprcß.) Wir erhalten eine Nachricht, die in Kreisen der ausländischen Diplomatie als absolut sicher bezeichnet wird: Vor Beginn des Leipziger Prozesses wurde van der Lubbe die letzten drei Tage mid Nächte verhindert, auch nur einen einzigen Augenblick zu schlafen. Seine Zelle war beleuchtet, und SA- Leute befanden sich in seiner Gegenwart, die ihn ununterbrochen wachhielten. Verhaftungen in üuftstiiln Ausgehoben« Mittelschulverbindung in Troppau. Mähr.-Ostrau, 2. Oktober. Wege» Verdachtes des Verbrechens der Vorbereitung eines Anschlages gegen die Republik hat dir hiesige Polizeidirektion im Hultschiner Gebiet den Prager Hochschüler Josef Folta, die reichsdeutsche Maturantin Agathe Weyrauch und den Arbeitslosen Josef H o n u s, der längere Zeit in Westfalen arbeitete, verhaftet. Bei den Verhafteten wurde ein umfangreiches schriftliches Material über ihre Beziehungen zum„Reichsverband hcimatliebender Hultschiner" und zum„Verein für daS Deutschtum im AuSlande" gefunden. Im Zusammenhang damit kam man auch auf die illegale Tätigkeit eiuer Miltelschulblasc am deutschen Staatsghmnasium in Troppau, die sich den Namen„dentschnatiouale Mittelschulverbindung GermanitaS Sudetia" gegeben hatte. Die beiden Führer dieser Blase, die Studenten Gerhard Wencelides und Walter Straube, wurden wegen Vergehens nach 8 17 des Schlitzgesetzes verhaftet. die gesamten Berteidigungsakten aus dem Bolks- sportprozeß der Beschlagnahme verfielen. Sie seien der Verteidigung bis heute nicht zurückerstattet worden. Ferner sei gegen Dr. Tembitzki, der sich gegenwärtig in Wien aufhalte, ein Hast-- bcfehl ergangen. Infolgedessen könne Dr. Tcm- bitzki die Verteidigung Palieges nicht führen. Der Vorsitzende stellte daraufhin fest, daß von feiten des Obersten Gerichtes alles geschehen sei, um die ordnungsgemäße Verteidigung der Angeklagten sicherzustellen und daß auch der Verteidigung Palieges nichts im Wege stehe, weil alle Verteidiger einander zu Beginn des Prozesses delegiert hätten. Darauf begann der Referent mit seinem ausführlichen Berichte über die Verhandlung vor dem Brünner Krcisgcricht und nahm einige Feststellungen aus den Akten vor. Während der Verlesung jener Teile des Berichtes, die sich mit Dr. Petermichl befassen, verließen die Verteidiger demonstrativ den Verhandlungssaal. In der morgigen Verhandlung wird der Bericht ab- geschlosscn und den Verteidigern das Wort zur Begründung ihrer Beschwerde erteilt werden. Auf diesem Bilde aus der„Leipziger Illustrierten", Nr. 1605, ist der— mit einem Kreuz Bezeichnete— in Brünn verhaftet gewesene Redakteur der„Sudeiendeutschcn Volkszeitung" Karl Hanü Baier zu sehen. DaS Bild trägt in der„L. I." folgenden Text: „Ein machtvolles Bekenntnis zum Auslandsdeutschtum. Ban der großen Psingsttagung des Vereines für dos Deutschtum im Ausland(VDA) in Pasiou: Gruppen deutscher Abordnungen- aus deut Ausland im Festzug." uiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiitniBiiiiiiiiiiiniiiiuiiiiiiuiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiitiiiiiiiii[iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiNiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii(iiiiiiiiiiifiiiiüiiiiniiii)ii(niiiiiiiiii[iiii[iiiiitii Volkssport-Prozeß vor dem Obersten(fterficbd ternngen in der Pariser Presse. Trotzdem Einzelheiten desselben noch nicht bekannt wird er in Paris sehr zurückhaltend und weise sogar ablehnend aufgenonimen. Pertinax kritisiert im„Echo de Paris" in scharfer Weise den Plan Mussolinis, der, wie er weiter ausführt, Deutschland und Italien Vor- e Präferenzen erhöhte Export-! teile bringen würde, namentlich aber di« Tsche- f choslowakei schädige. Sehnet« Absage der Chrlstllchsozlalen Die ,,Deutskbc Presse" vom Sonntag uimmi zu Henleins Aufruf sofort Stellung und lehnt St die deutsche Chrrstlichsozialc Partei mit Ent- losscichcit die Beteiligung an der„HcimatS- front" ab. Sie kommentiert den Aufruf folgen» dermaßen: Konrad Henlein, der Verfasser de« Aufrufes, der auch del den Derharrdlungen um di«— mmmehr gescheiterte—„Volksfront" als Führer einer sudetendrutschen Einheitspartei im Hintergrund« sdand, tritt nun mit seinen Bester- düngen off«» hervor. Da di«^Volksfront" aas dem Weg« über die Parteiführungen nicht verwirklicht werden konnte, versucht man min, das Parteiwesen von unten her aufznrollen und in» Rahmen einer„Heimat«front" da« Volk gegen die Parteien zu mobiilsie«». Indem man den Totalitätsanspruch erhebt, sagt man alle» Parteien den Kamps an.■ Uns scheint, daß die Herren vom„Deutschen Turnverband" und vom„Kameradschaftsbund" ihren Einfluß und ihre Bedeutung überschätzen. Sie werden jedenfalls unten aus die gleichen Widerstände stoßen, wie oben. Unserer Meinung nach ist die Zeit für eilt« Einheitspartei noch nicht reif. Al««in« wichtigere Aufgabe betrachten wir, die vorhandene» sudeten- dentschen Parteien zu volkspolitischer Besinnung und volkspolitischem Denken zu erziehen. Wichtige Ansätze dafür sind fast überall da. Wenn sich diese volkspolitische Orientierung durchgesetzt hätte, würde das Sudrtrndeurjchtunl von selbst er«« Autorität erhalten, die das ganze Volk uurfassen würde. Wir verweisen daraus, daß im„katholischen Lager" sich der Gedanke der Volksgemeinschaft kräftig durchzusetzen beginnt.(Siehe die Artikel der„Deutschen Poesie). Wäre daS auch bei anderen Richtungen so, dann braucht« es keine Auflösung der Parteien, sondern«S genügte, daß di« Besten, di« Führenden, zusammen treten, war ohne Miß trauen, Eifersucht und Gehässigkeit am Aufbau des Sudetendeutschtum« zu wirken. Heulei» wird sehr bald erfahren, daß der Anspruch auf Totalität nicht genügt, um dies« Totalität zu verwirllichen. Au« der Erkenntnis der tatsächlichen Lag« heran» können wir Henlein prophezeien, daß es böse Verwicklungen gebe« wird. Die deutschen Ehristlichsozialen, die als erste Partei die Einheitsfront gefordert hatten, um dann nach einigem Schwanken der„Volksfront" eine Absage zu erteilen, sind diesmal die ersten, die gegen den neuen Vorschlag Sturnr laufen. Daß sie damit in die Rolle ,ches Verätcrü" an der dcutschböhmischen Volksgemeinschaft geraten, ist ihre eigene Schuld, cs bestätigt aber auch unsere Ansicht, daß man mit Zweideutigkeiten nicht weit kommt^ Als di« Christlichsozialen mit ihrem Vorschlag kamen, hofften sie, ohne großes Risiko, einen Gewinn für ihre Partei davontragen zu könne»». Erst als die Hakenkreuzler»vir der Ertrinkeitdc nach dein Strohhalm zugrifscn, bekamen sie«ü mit dem Schreck zu tun und retirierten. Dicsnial haben sie sich mit der Absage beeilt. Der wahre Grund war in beiden Fältur die Angst, ii» allzugrohe Nähr der vereinigten völkischen Parteien zu kommen uitd in ihre Katastrophe mitgerisscn zu»vcrdrn. Daraus könnte man. schließen, daß in der christlichsozialeit Partei noch nicht alle die Besinnung verloren haben. Vielleicht komint man dort auch darauf, daß cs nicht genügt, Distanz nur von den völkischen Parteien und ihren Tcckorganrsationen zu halten, sondern daß cS auch notwendig ist, mit aller Deutlichkeit ihre faseistische Gedankenwelt abzulehnerr. Der Hakenkreuz-Gesichtspunkt der „Sudetcndcutfchen Hetmatsfronl" und ihre» Hen- leiitS wird da durch den verschämten„christlichen" Hinweis einfach getarnt! Das weiß die „Äohcmia" so gut wie wir— nur sagt sie cS natürlich»tickst. Aber die Freude an der„Hei- ntatofront" ist damit denen, die zwar Mlch Faskiste»! sind, aber sich als solche aus Rastegründe»» Innerhalb der neuen„Front" nicht betätigen dürsten, schon im Vorhinein vergällt. DaS aber wi«den»m hindert di«„Bohemia" nicht, dem Aufruf Henlein« die genaue Adresse bcizufügcn, an die sich die Rekruten der„Sude- tendeutschcn Heimatssront" wenden sollen! Und damit ist die scheinbare Doppelpolitik, mit der die„Bohemia" weiterhin durch Tarnung ihrer sudetensaseistischerr Politik ihr Auskommen fin- den möchte, nettcrdings nachgrwicsen. Neber den Charakter von Leuten, di.' in einer„christlichen" Front nichts z»t suchen haben und dte diese„Christlichkeit" bedauern, aber für sic Reklame machen und sich für sie sogar so weit einsetzen, daß sie ihr das Publikationsorgan sogar für die Adressen abgeben, brauchen wir unseren vielen Kommentaren keinen neuen hinzuzusilgcn... Wiens Entrechtung unmittelbar bevorstehend? Wien, 2. Oktober. Der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei hat in anbetracht der kritischen politischen Lage einen außerordentlichen Parteitag für den> l. Oktober nach Wien einberufen. Aus Dränge» der Heiinwehr scheint die Regierung wieder einen anßcrordentlich scharfen Kurs cinlciten zu wollen, der daraus abzielt, mit der Verdrängung der gewählten Gemeindevertretung vo»» Wien Ernst zu machen. Die heutige„Reichspost" schreibt, daß der Rus nach dem RegiernngSkommifsar in Wien schon in den nächsten Tagen erfüllt werden wird und daß mau bereits alle Vorbereitungen getroffen habe, nm Wien Rang und Vorrechte eines Bundeslandes zu nehmen und dadurch die Grnteindcverwalluug unter die Kontrolle eines StaalSkommistarü zu stellen. Morgen wird ei» Parteitlub der christlichsozialen Partei zusammentrcten, der über diese Forderungen sowie auch über die Forderung nach Auslösung der christlichsozialen«nd aller andcrcn Parteien berate» wird. Vorzeitig losgestiiiagen In Locoben, Donawitz und an anderen Orlen des Alpine-Gebietes wurden gestern Gerüchte über einen Bauernaufstand in Kärnten verbreitet. Auf Grund dieser Gerücht« wurde die Ortsgruppe des aufgelösten, unter national- sozialistischem Einfluß stehenden Heimalschntzes alarmiert. Die Gendarmerie schritt ein und unterdrückt« den Aufstand. I-l Personen wurden verhaftet, davon sind vier Angestellte-er Alpine- Montan-Äesellschast. Unter-en Verhafteten befindet' sich auch der Betriebsleiter Fug. Ren« zcnberg. Die„ihristllilie“ Wellansdiauiing der„Bohemia“ Die„Bohcmi a" druckt h» ihrer Sonn- tagsnummcr„Henleins Aufruf" wörtlich ab und schickt ihn» eine Einleitung voraus', in der Henlein und seine Absichten m i t größter Liebe behandelt werden; nur eines bedauert die„Bohemia", nämlich ,^>aß.Henlein auf opferwillige Deutsche verzichtet, deren Bekenntnis sich zum Deutschtum sich so ost bewahr» hat." Nu»» steht zwar im Aufruf.Henleins kein Wort von irgendwelchem Verzicht und von irgendwelche»» opferwillige»» Deutschen, die er m der.HeimatSfront nicht brauche»» könne. Wohl aber stt dort zu lesen, daß die neu-„Front" unter anderen aus den» Boden der„christliche»» Weltanschauung" stehe»» müsft! Und dieses Wort„christlich" hat iit diesem Zusammenhang natürlich keinerlei k.rchliche oder -religiöse, sondern rein rassische Bedeuttuig. Kollektivverträgen, in den Durchführungsvorschriften zum Urlaubsgesetz und den LohnauS- zahlnngSbkstimmungen, da die Entwicklung in» Bergbau erneu erhöhte»» Schutz der wirtschaftlichen schtvachc»» Bergarbeiter gebieterisch fordert. Wir haben die Ausgabe alle Kräfte bereilzustcl- le»», Auftlärung zu schassen, Agitation zu leisten, denn nur dann werden diese Forderungen Blut und Leb«»» bekommen, tvenn daS.Heer derjenigen gewaltig wird, z>» derer» Nutz rind Wohl sie bestimmt sind.(Lebhafter Beifall.) Nach der einstimnrigen Annahme der vorgelegten Resolution, die wir morgen auszugsweise wiedergeben werden, erfolgt die Vertagung der Verhandlungen auf Dienstag. Brünn, 2. Oktober.(Eigenbericht.) Heute begann vor einen» Senat des Obersten Gerichts unter dem Vorsitze des Senatspräsidenten Doktor Prochäzka die Verhandlung über die von der Verteidigung im Dolkssportprozeß erhobene Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde. Wie noch erinnerlich, endete die Hauptver- handlung in der Volkssport-Sache in» September des Vorjahres mit einer Verurteilung sämtlicher Angeklagter, die vom Brünner Kreisstrasgericht im Simre des Paragraphen 2 des Schuhgcsctzcs chnldig erkannt worden»varen, sich zu Änschlä- gen gegen die Republik vereinigt, zu diese»« Zwecke mit ausländischen Faktoren Berbindrrrrgcn ausgenommen»md bewaffnete Hilfskräfte gesammelt, organisiert und ausgebildet zu haben. Gegen das Urteil brachte die Verteidigung ofvrt die Berufung und die Nichtigkeitsbeschwerde ein, über derer» formelle»» Teil der Gerichtshof in nichtöffentlicher Sihung am 1. Juli d. I. bereits entschied, indem er den größte>r Teil der f v r m a l c»r E i>r w ä n d e a l s unberechtigt zurückwies. Die restlichen Bcschwerdepunkte werden nun öffentlich verhandelt. Ans dem Verfahren ausgeschieden wurde die Sache des Angeklagten Peter Tannhäuser, der einige Woche»» nach seiirer Entlassung aus der Hast wegen Fluchtverdachtes wieder verhaftet worden war und in der Zelle Selbstmord verübte. Dein Angeklagte»» Dr. Pctermichel hingegen gelangen die F l»»ch t i»r das Dritte R c i ch. Sein Verteidiger Dr. Britanni legte hierauf die Verteidigung zurück. Tie übrigen Angeklagten werden von ihren Verteidigern aus der Verhandlung vor dem Kreisgericht vertreten. Zu Beginn der Derharrdlung gab Doktor Stark eine Erklärung über das Fernbleiben Dr. TeinbitzkiS ab, der ursprünglich de»r Angeklagter» Paliege verteidigen sollte. Auf Grund einer anonym«»» Anzeige sei bei Dr. Dembitzti eine Hausdurchsuchung vorgenotnmen worden, wobei Seite 4 Dienstag, 3. Oktober 1938 Nr. 231 Hakenkreuzierisdie Ridiler werden aus dem Staatsdienst entlassen Brünn, 2. Oktober. Tos Oberste Gericht a>S Disziplinarberufungsgericht Hot in der Tiiziptt- narangelegenheit des Bezirksrichters Viktor Jelina er in Weidenau, der in erster Instanz wegen Mitgliedschaft in der üeulschcn nationalsozialistischen Arbeiterpartei(Hakcnkrenzler) und wegen Beziehungen zu staatsfeindlichen Ewinenten zur Be r i e tz u ug an einen anderen Tienstposten ohne Anspruch aus ilebersiedliingslosten verurteilt worden war, das Urteil aufgehoben und aus V e r s e P u n g i n d e n Ruhe st a n d uiit Min- Leruug der iiormalmäßigen Ruhestaudsgenusje um ein Drittel erkannt. Bei der Erlenntnissitzung erklärte der Vorsitzende Tr. Fajnor, der Erste Präsident des Obersten Gerichtes, daß die Mitgliedschaft einiger Richter bei den Hakenkrenzlcrn prinzipiell mit der Entlassung aus dem Staatsdienst bestraft werben müsse, daß aber im gegebenen«rolle die mildere Strafe der Pensionierung nur ausnahmsweise und mit Rücksicht aus gewichtige Milderungsumstände ausgesprochen tvurde. Dampfer Katastrophe 22 Lote, Hundert Vermieter Tokio, 2. Oktober.(Reuter.) Lin japanischer Dergnügungsdampser ist gestern auf dem Meer in der Nähe der Küste von Kumamoto gekentert. 22 Personen fanden den Tod, mehr als 10 0 werden der mihi. Bloß 40 konnten gerettet werden. DaS Unglück ist ans Sturm und U e b e r l a st u n g des Schisses zurückznsiihren. Bisher wurden 33 Leichen ans dem Meere aufgesischt. 40 Personen werden noch vermißt, man befürchtet, daß sie sämtlich ertrunken sind. uiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiinmiiiiiitiiiiitiiiiiiiiniiiiittiittiiiitiHiiniiiiiiimiiiHuitiiiiitiiiimiiiiHiiHniiHtiiHiniintiiiiHHiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiHiiiiiHiiiimiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiHiiHniiniiiHiimiHimininniHHiirit T agesneuigkeiten der Lokomotivführer aus seinem Stand geschlendert und schwer verletzt. Unter den-Fahrgästen, die den Zusammenstoß kommen sahen, entstand eine Panik. Rach dem Zusammenstoß sing der Benzintank des Triebwagens. Feuer. Von den 25 Insassen des Triebwagens erlitten neun P e r- so iic n schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletz un g e». Der Triebwagen brannte bts aus die Räder nieder. Algier, 2. Oktober. Ein aus Algier fahrender Schnellzug stieß vor der Einfahrt nach Constantine mit einem Lastzüge zusammen. Drei Personen wurden getötet, viele, darunter einige schwer, verletz«. Mann, Kinder und sich selber getötet. Ludwigshafen, 2. Oktober. In der Vorgänge- neu Rächt hat die 43 Jahre alle Ehefrau des Wafsenhändlers Heinrich Mann ihren Ehemann, ihre beiden Töchter im Alter von> 1 und iß Iah. r.'n und sich dann selbst durch Kopfschüsse getötet Ein freches Röuberstückchen- Im Torfe Belika Borka im Kreise Umka (Serbien) verübten die berüchtigten Räuber Tusiü und Mitoviö einen neuen verwegenen Raubiiberfall. Sie drangen mit ihrer Ban.de in das-Haus des reichen Ortsvorstehers StojLeviu ein, der sich gerade mit Gästen beim Abendessen besand, ließen sich von ihm bewirten und blieben bis Mitternacht mit dem Hausherrn und den Gästen in freundschaftlicher Unterhaltung. Obwohl der Hausherr die Räuber sofort erlannte, durfte er sich aus dem-Hause nicht wegbegeben, da die Bande das Hans umstellt hatte. Nach Mitternacht-standen die zwei Führer der Bande plötzlich auf und forderten vom Örtsvorsteher unter Drohungen die Herausgabe des im Hause befindlichen Bargeldes. Nach anfänglicher Weigerung mußte der Örtsvorsteher die Schlüssel zum Geldschrank den Banditen übergeben, die aus der Kassa 100.000 Dinar teilt* in Tulaten und teils in Tausenddinaruoten raubteu. Hieraus verliehen die Räuber unter Mitnahme des Sohnes des Ortsvorsteher» das gastliche Hans. Dieser mußte die Banditen bis zum nahen Walde begleiten. Erst nach der Rückkehr des Sohnes konnte die Torkbevölkerung und die Gendarmerie verständigt werden. Eine Kündigung. „Sozialdemokrat und aller anderen erscheinenden sozialdemokratischen T Reue Zeitungen der tschechischen Sozialdemokratie. Wie das„Pruvo Lid»" meldet, wird die tschechische Sozialdemokratie in der nächsten Zeit eine Reihe neuer Zeitungen Herausgebern Früh werden täglich die„Ranni novinh"(Mor- genblatt) erscheinen, die am Montag den Titel „Pvnddlni novinh"(Montagsblatt) führen werden. Mittag wird ein„Polednik"(Miltagsblattj und Abend werden die„Beäerni novinh"(Abendblatt) erscheinen. Staatliche Hochschulstipendien. Tas Ministerium für Schulwesen vergibt an Hörer der inländischen Hochschulen Studiennnterstützungen und Stipendienplätze. Tie Gesuche der Hörer der deutschen Hochschulen in Prag um staatliche Stipendienplätze sind in der Kanzlei des deutschen Studentenheimes, Prag l f., Krakovska 16, bis spätestens den 8. Oktober d. I. gbzugeben. Nähere Ansknuste sind daselbst einzuholen. 17jähriger erschlägt seine Arbeitgeberin. In Nenargeninqlen bei Tjlsil wurde die Wirtscl>afts- ! Aktualitäten Watten wir ab... Unerschütterliches Vertrauen Masaryls in die Zukunft der Demokratie. Ter Pariser„Onotidien" verössentlicht den zweiten Teil der Unterredung seines Berichterstatters niit dem Präsidenten Masaryk über das Problem„Demokratie und Diktatur". Masaryk drückte seinen unerschütterlichen Glauben an die Zukunft der Demokratie in folgenden Worten auS: Ich glaube an die Prinzipien der Demokratie, doch diese ist noch eine junge Institution, welche erst mit der französischen Revolution beginnt, wäh- rend die autoritären Regierungen so alt sind, wie die Welt selbst. Tie Temokratie, die aus der Revolution von 1789 hervorgegangen ist, entwickelt sich langsam. Sie ist nicht vollkommen. Sie leidet an Schwächen. Es ist aber nicht richtig, wenn man behauptet, daß die Temotratie wegen ihrer Schwäche dem autoritären Regime weichen mutz. Tie Demokratie hat ihre Mängel, ober die moderne Diktatur hat auch ihre Schwächen. Ter Krieg Hai bei vielen Leuten einen Geist geschasfen, welcher Gewalilösungen begünstigt, die Wntschasts lrile hat sie in Schrecken versetzt und imii versucht man das Heil in der Tiltainr. Für mich bedeute! aber Politik IZteduld zu haben und abwarien zu können. Tie Temokratie ist auch nicht so schwach, wie man behanpiel. Ich sehe die Schweiz, die älteste Temokratie, welche sich wohl bejindei, ich sehe Frankreich, England,'Belgien, Spanien, Holland und die ikandinaviichen Länder. Ruch bei uns in der Tschechoslowakei ist das demokratische Regime Gott sei Tank genügend stark. Toch selbst die Tiklatoren sind genötigt, die Zustimmung dc» Bolkes zu suchen. Sie richten ihre politische Herrschaft ans und versuchen nachher deren Bildung durch da» Volk zu erhalten, so daß selbst die Diktatoren nicht als Argumeul gegen die Temokratie dienen können. Aas die Frage der Autorität aubelangl, so bedarf auch die Temokratie der Autorität, doch die politische Autorität allein genügt nicht, sondern es ist auch eine moralische, religiöse und inlelleltnellc Autoriiät notwendig. Wir warten ab, ob die direk- toriotcn Regierungen in der Lage sein werden, die Probleme zu lösen, vor denen sie stehen. Lderst§vec' Heimkehr. Eindrucksvolle Trauerfeier im Pantheon. Sonntag vormittags fand unter groß.'ii Feierlichkeiten die Ueberführniig der stervl'chen Ueberreste des Obersten Joses Svec und des Oberstleutnants Karl Baßn rko in das Ehrenmal der Befreiung des Aiiikaberges in Prag statt, wo sie bis zur Beendigung des Mausoleums am Gipfel Les Bergers veröl»: den werden. Schon in den srühen Morgeustuudeu waren der Wenzelsplatz uns die Hauptstraßen der Stadl von einer großen Menschenmenge erfüllt. Zu der Feier im P a n t h e o n hatten sich außer den Familien- angehörigen der beiden Legionäre Verirrter der Hauptstadt Prag, der beiden Kammern der Rationalversammlung, Vertreter der Regierung uns zahlreicher Gcjandlichasten, Kanzler Tr Kamal und General Blnha für die Kanzlei des Präsidenten der Republik eingesundcii. Weilers waren erichieucn eie Generalität und viele Vertreter von Behörrm, Korporationen usw. Rach einer musikalischen Einleitung hielt im Namen Ser Regierung und der Armee Minister für Nationalverteidigung VradüL eine kurze Rede, in der er die Verdienile der beiden Toten nm die Freiheit ihres Volkes feierte Hierauf wurden Die Särge von der Generalität aus dem Pantheon getragen und auf Geschützlafetten gestellt, mährend eine Batterie 21 K a n o n e ii j dj 1 n fl c nisten en r und das Trompcterkorps der franzöiischen Legionäre einen Festchoral vorlrug. Dann sormievie sidi der Zug durch die Straßen der Stadt zum Ehrenmal der Befreiung. Int Zuge mitgefiihri wurden>-. a. auch 32 historische Fahnen der Logio'ärrogi- menter. , Rach Eiulrejsen der beiden Särge im Ehrenmal der Befreiung übergab Armeegenerol Ty rov.ö mir einer-kurzen Rede die sterblichen Uebcrresle in i;e Obhut des Primators der Stadt Prag mir der Bitt«, dies« in allen Ehren in ihre» Mauern «uMnehmeu. Wieder ein Eendarmenmord. Pilse n, 2. Oktober. Am Sonntag, den 1. Oktober gegen 1 Uhr patrouilliert« im Waldrevier„Barta", welches etwa 5 Kilometer von der Stadt Rormitnl Pod Tremüinem entfernt ist, eine aus zwei Gendarmen bestehende Wache und zwar der Kommandant der Gendarmerieftatioti in Ro^mitül Ober wacht meister Joses Mike« und der Stabswachtmeister Karl Häö. Tie Gendarmen, welche von dem Waldheaer Bar« toü begleitet waren, fahndeten nach Wilderern. Oberwachtmeister Mike« verborg sich hinter einem Banmstnmps. Ter zweite Gendarm stand unweit, der Heger verbarg sich int Gebüsch. Plötzlich tauch, ten aus dem Walde zwei jungt Leute auf, welche der Oberwachtmeister Mikeg anhalten wollte..In diesem Momente gab der eine der jungen Leute Schüsse gegen Mike« ab, welcher mit einem Aufschrei zu Boden stürzte. Er war tödlich verletzt worden. Die beiden Täter ergriffen hierauf die Flucht. Sie hinterließen am Orte der Tat ein modernes Gewehr. Oberwacht« meister Mike« erwiderte sterbend ans die Frage seiner Gefährten, ob er die Täter kenne:„Zwei junge Leute". Der Verletzte starb nach fünf Minuten. Rach dem Morde wurde die Gendarmerie der ganzen Gegend sofort alarmiert. ES langte Gendarmerie aus Pbibram ein, ferner wurde die Gendarmerie von Böhm.-Budweis und Böeznice verständigt. Dir Gendarmeriewachcn im großen Umkreis schlosirn die Umgebung der Stelle, an der der Mord geschah, ab und rucken geschlossen gegen das Zentrum desselben vor, wobei sie alle verdächtigen Personen verhören. Bis Montag abends waren alle Anstrengungen der Gendarmerie der ganzen Gegend, der Täter des Mordanschlages lwbhasl zu tverden, ergebnislos. Mikeö tvar Vater ziveier unversorgter Kinder. Durch die bisherige Untersuchung wurde festgestellt, daß MikeS in dem Augenblick, als er bedroht war, auch aus seinem Tic» st- larabiner einen C ch» ß ans den A ngrei- f e r abgegeben hatte; auch der Heger Barto? l-atte ans seinem Schroigewehr einen Schuß ab- gegeben. Es gelang aber nicht festznstellen, ob einer der Angreifer getroffen wurde. Die Gendarmerie wird die Nachforschungen besonders auch auf Grund der Zeugenaussage eines Chauffeurs fortsetzen, der milteitle, daß er an der Grenze des staatlichen und des erzbischöflichen Waldreviers bald nach de» Schüssen einen Mann gesehen habe, der stöhnte und abgehetzt schien. Diese AnSsage würde darauf hin- deuteu, daß eiuer der Täter getroffen wurde. „Goldener Sturzhelm".- Schlüffelbelnbrsiche. Pardubitz, 2. Oktober. Ter holländische Teilnehmer beim Wettreline» um den Goldenen Sturzhelm der Tschechoslowakei van der Pluyeu erlitt beim Zwischenrennen der Kategorie der 600 ccm einen Schlüsselbonibrnch. Er stieß niit dem englischen Rennfahrer Pollock zusammen, der ebenfalls einen Bruch des Schlüsselbeins davon trug. Tie Rennfahrer wurden ins Krankenhaus überführt. Die Verletzungen sind leichterer Natur. Flugzeug-Katastrophen. London, 1. Oktober. Ein Privatflngzeug, das von der„R 101"-Gedenkfeier in Allonne nach London zurückkehren wollte, stürzte bei Hawkhurst j,i Kent ab. Dabei wurden drei Insassen ge- tötet, darunter der Vorsitzende der British Air Navigation Company, Gilchrist. Paris, 2. Oktober. Unweit von Boulvgne-sur- Mer stürzte gesteril abends ein aus London zu- rückkehrendes französisches B e r k e h rS f l» g- z e ii g ab. Hiebei tvurde der Pilot getötet. Im Flugzeuge besandcn sich keine Passagiere. Riga, 2. Oktober.(Wolfs.) Im nördlichen Lcilgallen ist Sonntag nachmittag das sowjct- russisckx Postflngzeug„6421'»otgelaudet. Die Tragflächen wurden dabei erheblich beschädigt, der Pilot leicht verwundet. Er erklärte den Grenzsoldabon-, er habe' die G r e u z c absichtlich übersiogeu, nm in Lettland bleibe» zu können. Nur Beuzmmaiigel habe ihn verhindert, bis Riga durchzufliegen. 3uy und Auto. Regensburg, 2. Oktober. Au der mit Schranken versehe neu Straßenüberführung zwischen den Bahnhöfen Steinrain und Neufahrn wurde heule ein Auto von der Lokomotive eines Personeu- zuges seitlich ersaßt und beiseite geschleudert. Vier Insassen des Autos fanden den T o d. Panik im Eisenbahnzug. Darmstadt, 2. Oktober. Sonntag früh gegen 10 Uhr stieß auf der Nebenbahnstreckc Reinheim- Reichelsheim(Odenwald) ein Triebwagen mit I einer Lokomotive zusammen. Während der Füh- i rcr des Triebwagens abfpringen konilte, wurde bcsitzerin Zahlla in ihrer Küche von dem I7iah- vigen bei ihr beschäftigten Arbeiter Balzer in bestialischer Weise erschlagen, beraubt und im Hansgarlen vergraben. Der Mörder ist geständig. Wieder Erdbeben in Italien. Samstag wurde die Gemeinde Chicti neuerlich von einem heiligen Erdbeben heimgesucht. Unweit des Berges Majella, der sich in der Nähe der Gemeinde Chieti erhebt, schlugen während des Bebens F l a m m e ii auf. In der Nacht wiederholte sich das Erdbeben in der ganzen Provinz. Tie Erdstöße ivarcn ziemlich stark. Nähere Nachrichten fehlen noch. Havanna, 2. Oktober. Heute um 8 Uhr früh begann ein heftiger Kampf zwischen den im Hotel „National" in Havanna eingeschlossenen Offizieren und den Soldaten,- die das Hotel umzingelt und die Offiziere gesangen hallen. Die Kämpfe breiteten sich auch ans andere Stadtteile aus. Amerikanische Matrosen sind in kleinen Booten in der Nähe der Küste ih Bereitschaft, mit nötigenfalls an Land zu gehen. Als der erste Angriff ntißglückie, ließ der Kommandant der Belagerer das Gebäude unter A r t i l l e r i e s e u e r nehmen. Sehr bald klafften in den Manern große Breschen. Der Dachstuhl ging in Flammen auf. An der Belagerung beteiligte sich auch ein Kanonenboot, sowie zwei Tanks mit Maschinengewehren. Arbeitersport oom Sonntag. Die Futzballferie im Gange. Bon den 18 erstklassigen Fußballvereinen Westböhmen s liegen die sonntägigen Spielergebnissc bereits vor. Es spielten in jedem Fußballbezirk je sechs Mannschaften in der ersten Klasse. Eger gegen H a S l a u 6:8, F l e i ß e n gegen T i r s ch »i tz 6:2, Asch gegen Franzensbad 5:1, FFK. Falkenau gegen' R e i z e n a u 4:2, Turner Falkenau gegen Chodau 7:1, Graslitz gegen Braunsdorf 7:0, Meierhöfen gegen N endet 5:1, Drahowitz gegen A l t-R o h l o ii 6:4, Fischern gegen Elbenberg 0:4, Tic neuen Erstklassigen, T! r s ch n i tz und Franzensbad im Egerer Spielbezirk, gingen geschlagen Vom Platze. Im Falkenauer Spielbezirk verlor das neu eingereihte. Braunsdorf gegen den Bundesmeister GraSlitz das erste Serienspiel sehr hoch. Die Falkenauer Turner jedoch führten sich als Neue mit einem schönen Spiel ein. Im Karlsbader Spielbezirk bewies Eibenberg bei Ncudek, daß es sich die Einreihung in die erste Klasse verdient habe. Handball: Fischern gegen D o n i tz 1:3, H r o d z e n gegen DTF. Holeischen 0:2, Zwug gegen Atus Holeischen 1:0, Cho- I e s ch a ii gegen TTI. Holeischen 5:1, Zwug gegen DTI. Holeischen 2:0. Obwohl die Genossen des TTI. noch ihre alte Spielweise(Hazena) gewohnt sind, gewaiinen sie zwei Spiele durch ihre typisch kurzen Kombinationen. Durch die Einführung des Handballspieles beim TTI. wird eine raschere Entwicklung gewährleistet. niiiiiiiiiiininniiinimiinnminiiniiiiniinini)iiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiii»iiiiiiiiiiiiiii Die HerauSgeberschast des in Prag ag» und Nochen blätter hal mit l. Oktober den Druckvertrag mit der Rota-A.-G.(in deren Verlag bekanntlich auch die ,,B oh« m i a" erscheint) gekündigt. Unsere Blätter werden ab 1. Jänner nicht mehr dort gedruckt werden. Drei bewaffnete Räuber verfolgten Montag früh in Krakau einen Briefträger, der Geld- anlveisungen auslrug, und schlichen ihm in die Wohnung des Geschäftsführers Süßkind nach, wo sie den Briefträger töteten und dann seine Akleu- tasche niit 18.000 Zloty raubten. Die Räuber verletzten ferner Süßkind und seine Frau sowie deren Tochter schtvcr. Tie Tochter starb bei der Ueberführniig ins Krankenhaus. Die Räuber sind nach ihrer Tat unerkannt entkommen. Boxer slribbling schwer verunglückt. Der bekannte internationale Boxchampiou 2)onng Slribbling, ein Liebling der Amerikaner, wurde bei einem Aulouusall in Georgia derart schwer verletzt: daß ihm der linke Fuß amputiert werden- mußte. Poung Slribbling wird demnach nicht mehr in den Ring steige». Ncbcrschwemmung in Südsronkrcich. In Snd- frankreich herrscht ständig regnerisches Wetter. Es lausen Meldungen über durch Ueberjchmemniuuge.il verursachte neue Schäden ein. Am meisten sind die TepartomcittS Gard und Hctranlt betroffen, wo die Straßen nnsahrbar sind. Zahlreiche Törser sind überschwemmt und isoliert. Eine große Zahl von Häusern wurde beschädig! oder stürzte ein. Auch in Westsraukreich ist die Loire im Unterlaufe aus den Ufern getreten, wodnrdi große Schäden vcrursgdit wurden...'' Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Mittwoch:. Prag 12.10: Schallplatte», 16.50: Marionellen- Ihealrr, 18.30: Deutsche Send» n g: Arbeiterfunk: Ak. Ullmann: Arbeitersport, Bericht>.om A rbci t S mo rk te, 20.00: Mandolinen--,nd Gitarrenkonzcrt, 20.30: Konzen der tschechischen Philharmonie.— Brünn: 15.10: Jugendfunk,'8.00: der Woche, 18.25: D e u:ch e Sendung: Arbcitcrsunk: Redaktenr Fritz Arrlsee: Moderne Arbeiterdichtung.— Wien 15.50: Aus Tonfilmen. 17.20: Oeslcrreichis.che Komponisten»er Ge„enwart, 18.00: Für. b'c mooerne Frau, 21.25: Heilerer Einaktcrabend.- Frankfurt 2>>!O; Bunt ist die Welt.— HellSbcrg 17.10: Cciubalokonzert. — Hamburg 18.00: Italienische Mandolinenmiisik. — Berlin 17.45: Beethoven. Prager Arbelterfendung Mittwoch, den 4. Oktober, 18.30 Uhr: „A r b e i t« r s pv r t und D c m o k r a t ic. Es spricht Genösse Ullmann vom ATUS. Die Kämpfe um daS Hotel wurden schließlich für eine Stunde unterbrochen, dantit die amerikanischen und britischen Staatsangehörigen die Gefahrenzone verlassen können. Rach Ablauf des einstündigen Waffenstillstandes eröffnete» die Geschütze neuerlich ein heftiges Bombardement mit Granaten. Nach kaum fünf Minuten wurde auf dem Hotel von den belagerten Offizieren die weiße Fahne gehißt zum Zeichen, daß sie sich bedingungslos ergeben. Die Belagerungstruppen drangen daraufhin in das Hotel ein, entwaffneten di« Offiziere und führten sie als Gefangene ab. uiiiutuiiuuitiiiii(uiiiiit((iiiitttiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiniiimiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiHiiiiiiiii»iiiiHiiiinmiiniiiniiin)iiiiiiiniiininniiiniiinii)))iiii)iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Artillcrlcfcncr In den Straßen Havannas Die belauerten Offiziere ergeben sich nach blutigen Mampfen? Nr. 281 Dienstag, S. Oktober 1MM Sitte Ein betrunkener Lhanffenr eines Privat« au tos fuhr Sonntag bei Kon igsberg i. Pr. von hinten in eine marschierende SA-Kolonne hinein. Sieben S A« M ä n»e r wurden schwer verlebt. Eine Anzahl erlitt leichtere Verletzungen. Auto und Ttraßcnbahn. TaS Militäraulomobil Nr. 1017 mit dem Anhängcwagcn Nr. V—11 stieß gestern um 10.20 Uhr beim Elnbiegen aus. der Palackäho tf. In die Tyrsova in Wrschowiy inmitten der Kreuzung gegen einen Wagen der elektrischen Straßenbahn-Linie 20. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt, vcrlcht wurde niemand. Ter Motorwagen wurde bei dem Zusammenstoß aus dem Geleise gehoben. Nach einvlertclslündigrr Unterbrechung wurde der Verkehr wieder ausgenommen. Feuertod. Von einem schweren Schadensener ist das an der Straße nach dem Großen St. Bernhard gelegene Torf B o v o r n i r r heimgesucht worden. 15 Häuser und sieben Scheunen des kleinen, nur 800 Häuser zählenden Ortes wurden eingeäschert. Zwei Menschen kamen in den Flammen ums Leben. Die Bautätigkeit Im ersten Halbiahr 1933. Nach den von 06 größeren Städte» an das Statistische StaatSamt erstatteten Berichten wurden im ersten Halbjahr d. I. in den betrcsscnden Gemeinden 1060 UmänderungSbanien(int ersten Ha'bjahr 1932: 980) dnrchgesührt, 1167(1608) Neubauten kollaudicrt nnd 63(159) Ablragungsbcwilligungen erteilt. Tnrch diese Bauten sind 5057 Wohnungen binzugckommcu und 299 wcggefallen, so daß der Reinzugang an Wohnungen 5353 betragt(i. I. 1932: 8-161, i. I. 1931: 5703). Obwohl sich ans den Angaben für das erste Halbjahr dir Ergebnisse der ganzen Bausaison noch nicht genau schätzen lasten, ist vurch sic der heurige Rückgang der Baittätigkeit bereits unzweifelhaft erwiesen. Zwar wurden Heuer mehr UmändernngSbaulen dnrihgcsnhrt als im ersten Halbjahr 1932 bzw. 1931, doch wurden an Neubauten u 27.4 Prozent weniger f e r t I g g e st e l l t als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, d. h. sogar etwas weniger al» im Fahre 1931, als nach der Krise der beiden Vorjahre die Bautätigkeit sich zu bessern begann. Tic Erstellung von Wohnungen weist einen noch größeren Rückgang auf, da sich die Zunahme an ihnen gegenüber dem Fahre 1932 um mehr als ein Dri t> tel(36.6 Prozent) verringert hat und um 6 Prozent niedriger Ist als Im erltcn Halbjahr 1931. Tie Zahl der Bauten an der Stelle abgetragener Häuser hat sich um mehr als die Hälfte verringert. (Siche„Vorläufige Mitteilungen des Statistischen SlaatSamteS, Fahrg. IIl, Nr. 9.) Zwölf Meter tief vom Dach gestürzt. Am Montag nachmittags arbeitete auf dem Tach eines Hauses in der Martinskä in Pilsen der 19jährige Tach- deckergchilfe Jaroslav P u n L o ch a k, der Sohn eines Pilsner Tachdeskermeisters. Bei der Arbeit wurde er von Unwohlsein besallen und wollte sich am Gerüstgeländer srslhaltcn. Tiefes.riß aber infolge des Anpralls ab und Puni-ochaf stürzte vom Tach des zweiten Stockwerkes aus einer Höhe von 12 Meter in den Hof, wo er auf einen Hanken Dachziegel ausfiel. Nach Gewährung der ersten Hilfe wurde der Unglückliche in das Krankenhaus gebracht. Es wurde fcstgcstcllt, daß ibm das Gesicht zerristen wurde und daß er eine schwere Gehirnerschütterung erlitt. zur krhallung und Verbesserung der Auge». Man/ hat sieh leider daran gewöhnt, zu sagen: Ach was! Wenn ich schlechter sollen werde, setze ich mir eine Brille ans! Außerdem gibt cs Leute, die, ohne es nötig zu haben, Brillen tragen, wenn auch nur Marke Fensterglas. Es „sieht gut aus".(?) Manche tragen Brillen als Staubschuh, bedenken aber nicht, daß das Ange ko viel als möglich„Luftbäder" erhalten soll. Mit dieser Art von Brillen sind natürlich jene nicht genlcint, die gegen Arbeitsschädeu,'Sonnen und Schnee- oder Glctscherblendung schützen sollen.— Prof. Dr. Cohn(Breslau), der„Augen- Cckhn", erzählte einmal, daß ihm seine Frau einen sogenannten Federwischer aus grellbunten Scidenstöffrestchen gemacht habe. So oft er vom Schreiben aufblickte, siel sein Blick, angezogen von der Buntheit, aus diesen Wischer. Als Forscher an Selbstbeobachtung gewöhnt, merkte er, daß einiges Verweilen der Blicke aus den bunten Fleckchen in ganz besonderer Weise stärkend aus die Augen wirkte, so sehr, daß er mit der einfachen EÄlärung, daß die Augen überhaupt ans ruhten, nicht.auskam. Wirklich war die Buntheit deS beschauten Gegenstandes die Ursache der Kräftigung deS Sehens: die verschieden gestuften Farben üblen auf die Aitgcnncrven einen Wechselreiz auch den man als„optische Massage" be- zeichneii könnte. Vergleichbar wäre diese Wirkung den kalb-l-eißen Wechsel-Tuschen des Bades, wie sie Schleich als„Arterien-Gyinnaslik" empfiehlt. Arterien wie Venen werden von der Wärme und. Kälte wechselnd ausgedehnt und zu> sammengezogcn und lo elastisch erhalten: das beste Mittel gegen Verkalkung bezw. Erschlasfnng dieser Lebensgesäße, die an die Körpcrzellen den Lebenstrank hcrausührcn, den verbrauchten sort- schaffen.— Prof. Cohn übertrug den Gedanke» von der Augennervenkräftigung auf die Wirkung wechselnder Beleuchtung. Farben sind sozusagen irgendwie mehr oder weniger beschattete Lichter, Schatten des Lichtes. Arbeitet man int grellen Licht, so kann nach der Arbeit ein mildes Licht nur wohltuend wirken. Also» wechselte er die Lichtquellen in der Leuchtstärkc überhaupt. Unser elektrisches Glühlichi ist wegen seiner Grellheit auch im besten Falle kein Mittel der Einer der größtem Slaudämme Amerikas vor der Vollendung Der Riesendamm bei Aznsa, Kalifornien, im Bau. Ter jetzt seiner Fertigstellung cnlgegengehcndc Staudamm von Azusa ist dazu bestimmt, die Stadt Pasadena mit seiner gewaltigen Wassermenge zu versorgen und der EleklrizitätScrzcu- gting zu dienen. Ter Damm, der einer der größten Amerikas sein wird, zeigt eine ganz neue'Bauart, die ihn gegen Erdbeben sichern soll. Tic Höhe deS Dammes beträgt 110 Meter von der Sohle bis zur Krone. Fn der Länge mißt die Krone 270 Meter, nnd die Stärke an der Sohle beträgt 90 Meter. Erhaltung guten Sehens bis ins späte Aller. Außerdem bewiesen Forschungen und Experimente. daß es kurzwellige Strahlen auSscndet,— unsichtbare,„schwarze" Strahlen, die schwächend ja, zersetzend, zerfasernd auf di« Angeuuerveu,— wohl auf Nerven überhaupt, einwirken.— Solange wir uns dagegen nicht durch Glühbirnengläser schützen können— und auch dann!—, wäre es gut, wenn mau. zum mindesten zu .Hause, die Lichtquellen wech'eln würde. K. B. Humor. Nicht mutig— geistesgegenwärtig. Ein Redakteur hat in einer Notiz eine Gruppe von Leuten angegriffen, die ihm dafür Rache schwören und ihn zu verprügeln beabsichtigen. Schgzi am anderen Morgen erscheint solch ein Individuum mit dickem Knüppel:„Sind Tie der Redakteur?" Ticscr, nichts Gutes ahnend verneint und bittet den.Herrn", einsttveilen aus einem Sessel Platz zu nchtncn, er wolle den Redakteur herbcirusen. Im Vorzimmer stößt er auf einen baumlangen Kerl, einen Totschläger in der wuchtigen Faust:„Sind Sie der Redakteur?" schnauzt ihn dieser an.„Rein, der sitzt drinnen!" antwortet er gemütlich nnd hat nichts Eiligeres zu tun, als zu verschwinden und einen Schutzmaim herbeiznholcn. Gerade als er mit der gesetzlichen Stütze ankommt, kollern die beiden Rächer, innig verschlungen, die Treppe herunter, in die Arme des Gesetzes. »er imMkamtfc Terror Daß Dcu'fchland einem in seinen Methoden terroristischen Regime unterworfen ist. wird außerhalb seiner Grenzen nur von der gesin- nungsverwandten Presse Italiens oder den Blättern des gleick)gescl)e>iteten AnslandSdeutschlums totgeschwiegen, gelegen lieh sogar bestritten. Ansonsten ist bekannt, und-Herr Alax Barthels, der vom kommunistischen Rcvo'utionsdichier zum Hofpoet des braunen Imz>erialismuS avancierte Kon- junkturschreiber hat ja unlängst mit biedcr-leu- wnischem Augenausschlag.bestätigt: natürlich gibt eS Konzentrationslager. Ja, cS gibt Konzentrationslager; und eS gibt leider noch manches andere. ES gibt vor allem viel, viel Schießprügel, Revolver und Lederpeitschen in Deutschland. Dafür gibt es keinerlei Rechtsnorm und Rechtsschutz für denjenigen, der unversehens jene» in die-Hände fäll!, die mit diesen Insignien des ertvachten NationalgefnhlS ausgerüstet und bereit sind, unter Ausschluß persönlicher Gefahren für sich selbst, deit Marxismus nttd was es sonst noch verderbliches geben mag, auszttrotten. Mancl)es ist bekannt geworden, doch beileibe nicht alles. Unvorstellbar ist das Ausmaß des Terrors i it der Provin z, von dem inan nichts, gar nichts vernimmt, von dem man weiß, und doch»ich s sagen kann, nichts sagen darf. Könnet ein Freund aus Teutichland, jo ist es in den meisten Fällen unmöglich zu berichten, was er erzählt, was es für Willkür auf Polizei und Paßämlern gibt, welche Schleichwege sich als uuverineidlick)e Begleiterscheinung der Willkür eingebürgert haben. Der Freund berichtet, stundenlang, tagelang; von diesem, von jenem, von .Haussuchungen, von Festnahmen, oou Folterungen. Aber ste s nur mit dein Vorsatz:„Darüber därsst du nichts lagen, nichts veröffentlichen, denn die Verwandten sind noch in Deutschland, das Opfer irgendwo in Steilung oder unter strengster Aufsicht." Er erzählt uns, wie ein arisches Mädchen, dessen angeblich jüdilve.»n nicht alle Tage neite Mcidun- gen in der Zeilmtg stehen, wenn scl^eiichar die Welle der Greuellalen abzucbbcn scheint, vergeßt nicht den u u b c k a n n t e n Terror, vergeßt nicht die u n b e k a n u t e n O p f e r d e S F a s c i s m u s! Volkswirtschaft und Sozialpolitik Kartelle als Rettungsanker. Tie Welt erlebt jetzt ein GründungSficber von Kartellen und Syndikaten. Man sollte meinen, wir befänden nnS in der günstigsten Kvn- junktnrperiode. Kartelle sind aber nach einer bekannten Definition als Kinder der Not zu betrachten. Rach Tcnlschland, Frankreich, Italien, die Tschechoslowakei, beginnt jetzt auch Oesterreich das Problem der Kartelle mit und ohne Zwang zn diskutieren. Ta die österreichische Handelspolitik stark mit Präferenzen und Kontingenten zn rechnen hat, ist die Bildung von Znjam- menschlüssen sehr günstig. Nun sind aber die österreichischen Unlcruchmer sehr individualistisch eingestellt, so daß die Kartellbildung schwierig ist. Die karlellsrenndlichcn Elemente unter ihnen- das sind meistens die schivachen— rufen nun nach Slaalshilfe. Man versucht vor allem die Regierung dazu zu betvegen, der freiwilligen Kartellbildung den Weg zu ebnen. Sollte das nicht genügen, soll zu Zwangsmitteln gegriffen werden. Maßnahmen zur Bvrbereititng von Kar- I teilen sind z. B. Verbot der Wicderingangsctzung stillgelegtcr Fabriken oder Teilen von solchen. Ta Oesterreich keine Rohstossindustricn hat, könnten sich Kartelle nur in der Ferligindustrie bilden. Daß hier eine Kartellbildung besonders schwer ist, haben>vir tut eigenen Lande zn beobachten Gelegenheit(Porzcllaniudustric). Kartelle in heutiger Zeil sind krampshafle Versuche über die Krise hinwegzukommeu. Der Erfolg ist meistens sehr gering. Für die Verbraucher können Kar teile zu einer Gefahr werden. Die Versuche in Oesterreich sind mit großem Interesse zu verfolgen. Die WeResr. Von O. Hübner. ES war mir schon seit einigen Tagen ausgefallen, daß der alte Max Müller den Stamm- tisch wieder häufiger aiifsuchtc, als das seit Jahren der Fall war. Er saß immer slnnim in einer Ecke und trank vor sich Yin. DaS Redeir hatte ihm seine Fra» offenbar abgewohnt. Gestern abend nahm ich ihn vor.„Tn bist wohl Strohwitwer, lieber Max?"—„Steine Spur!" —„Teinc Fran läßt dich jeden Abend auS- aehen?" Er trank sein Glas leer.„Jawohl. Meine Fran läßt mich jeden Abend ansgchen." —„Merkwürdig,— sic Ivar doch sonst nicht so!" —„Nein. Sic war sonst nicht so."—„Ist sie krank?"—„Nein. Sie ist nicht krank."—„Na — weißt dn; sehr mitteilsam bist d» gerade nicht!" Max hatte sein Glas wieder gefüllt bekommen nnd trank cs in einem Zug ans.„Nein. Ich bin nicht sehr mitteilsaut. Aber dir will ich cS sagen, ivas mich jeden Abend hierher treibt. Tic Wellen!" Ich begann, leise aii Müller» Verstand;tt zweifeln. Er mnß cs mir wohl angesehen haben. Er sagte bissig:„Du brauchst nicht zu glauben, daß ich verrückt bin. Jawohl: die Welle» haben mich hierher getrieben." „DeS Meeres nnd der Liebe Wellen!" „Tchasskopf! WaS hab' ich schoii mit dem Meer und der Liebe zn tun! Nein. Tic Nund- sunkwcllcn treiben mich aus dem Hause." „Nanu?" „Jawohl! Also weil du schon ein so dämliches Gesicht machst, will ich eS dir et klären. Weißt dn, waS Nundfunk ist?" „Ich denke." „Ja, du denkst, Aber dn weißt cS nicht. Rundfunk ist nämlich eine Erfindung deS Teufels. Vor drei Wochen ist diese Erfindung des Teufels in mein Haus gckommeii. Robert, iveißt du, mein Aeltcstcr, gab keine Ruhe. Na— und nun hab' ich die Bescherung." „Aber Rundfunk ist doch wnndcrschön!" „Mag sein, bei anderen Leuten. Aber bei uns nicht. Also Paß auf: wir find', wenn ich mich dazuzählen darf, fünf Köpfe. Meine Fran, die drei Kinder und ich. Aus diesem Grunde habe ich einen Fünfröhrenappar-i angcichasn, für jedes eine Röbre. Ich verstand nämlich nichts von der Sache. Und nun ereignet sich folgendes. ES ist Nachmittag. Ich mochte das Münchener Konzert hören. Meine Frau will die Opcrettenmusik ans Frankfurt hören. Robert, der älteste, die Tccmnsik aus dem Hotel Adloii in Berlin. Martha, die zweite, daS Schubert- konzert in Wien. Und Lncie, die jüngste, die Märchenstunde in Stuttgart. Robert vckomml eine Backpfeife. Martha wird angeblasen, Lucie ans dem Zimmer geschickt, aber bann bekommt meine Frau recht. Natürlich. Und ich nntß Operetten aiihören, die ich schon vor vierzig Jahren gepfiffen habe. Ich habe erst versucht, das Parlamentarische System rinznführeu nnd darüber abzustimmcn, was gehört tverdcn soll, aber das geht nicht, weil meine Fran sofort Protestiert, wenn sie in der Minderheit bleibt. Co streiten wir jeden Tag bis halb ein Uhr nachts. Es geht nicht mit dem Lautsprecher, denn wenn meine Fran andächtig einer Oprrniibertragnng zuhört, niachen die Fratzen einen lästerlichen Krawall, wenn moderne Tanzmusik gespielt wird, oder die Mississippi-Jazzers jazzrrn, keift die Alte. Sitzt aber eins am Kopfhörer, so gebeit die andern keilte Ruhe und cs hört auch nichts. Dazu knorkst der Robert fortgesetzt am Apparat herum. Wir ivaren früher eine leidlich ruhige Familie, aber vor einer Woche hat mir der Hauswirt gesagt, wenn das so weiter ginge mit dem ruhestörcitdcn Lärm, würde er sich ans Wohnungsamt wenden. Mit MaicrS im ersten Stock haben wir einen Ricsenskandal gehabt, und Schnitzes im dritten Stock haben in der ganzen Straße ansgcsprengt,>vir lväreii alle fünf wahnsinnig geworden. Drei Stühle habe ich zusam- mcngcschlagcn, die Lampe zerbrochen, und von unseren schönen Tellern ist mehr als dir Hälfte bereits kaputt gegangen, nicht ohne lebhaften Eindruck auf meine Glatze gemacht zu haben. Meine Frau versalzt regelmäßig die Suppe, weil ste das Mittagskonzert hören muß. Kaffee gibt es nachmittags nicht mehr, weil keine Zeit ist, ihn zu kochen. Bon Roberts Schule erhielt ich die Bc- nachrichtignug, daß der Bengel keinen Tag vorbereitet ist. Lncie ist von einer unglaublichen Frechheit, nnd Martha hat das„Abendkonzcrt" benutzt, sich mit einem jungen Burschen aus der Nachbarschaft auf der Treppe hernmzutreiben. Kurz: alles ist ans dem Leim, und ich kann mich vor den Wellen nur dadurch retten, daß ich die Flucht ergreife. Es ist einfach nicht außzuhalten ini trauten Familienkreise. Ich weiche schon wahnsinnia, tvenn ich höre:„Achtung! Achtung! Hier kvrichl..." nsw. Der Rundfunk ist eine ganz schöne Erfindung, aber für Familien wenig geeignet." Er goß ein neues GlaS Bier hinunter nnd zog sich grollend in seiiie Ecke zurück. Ich dachte: es wird eben auf die Familie ankommeii, aber ich habe mich gehütet cs zu sagen. Mar Müller ist nämlich ein Cliolerikcr. Seine Familie scheint daS von ihm angeuommen zu haben. Solche Leute müßten sed-.ü seine eigene Welle haben. Oder wenigstens jedes einen eigenen Empfänger. oenoffeni Xraoet Ori irfter AelrpenOeltv«r» den können. FrSulei» Hoffmanns Erzählungen. Tas Interessanteste an diesen Erzählungen ist, daß sie etwas verschweigen: ihren UrsprungSort. Kein Plakat nennt ihn der Leinwand Warum haben sich so bclanglaS wechslungs- und schlechtes Gewissen? Weil sie überzeugt{in' bei Bekanntgabe der rcichsdeu Ischen k u n f t dieses Filmes das Publikum auf den Genuß der neckischen Unterhaltung verzichten würde und daß auch die drollige Beweglichkeit der Anny O n d r a, das nobel verhaltene Dpiel deS Herrn Wiemann und die Fingerfertigkeit des Regisseurs Lamaü keinen verlocken könnte, das Gesetz deS .Handelns zu durchbrechen, das gegenüber deutschen Erzeugnissen heute der Kultur und Recht und Freiheit liebenden Menschheit vorgcschriebcn ist. lieber die Firma Ondra-Lamaö wird wieder zu reden sein, wenn sie Deutschland lassen hat. Im übrigen dürfen wir verlangen, Leute, die ihren Prosit im Antiboykottgeschäst suchen, den Mut aufbringcn, cs zu bekennen. Es gibt ja hierzulande weder Pranger noch Prügelstrafe. —eis— Ta» Abonnement 1933/34 im Deutschen healer bietet eine Preisermäßigung 6 9 Prozent gegenüber den normalen Jugendbewegung. 3. I. I. Monatsversammlnng^ TicnStag, den Oktober, 8 Uhr abends im D. I. U.-Heim. Heron*»«d«i: Slegtrled Land.— lldetrrdaklenr: Wilhelm R i e* n 11.■|. Pro*.— Die Aeliunotmorkentranrolur würbe von her Poft- n. Deleorophenbirekuon mil itrloft 91«. 13.800/VII1930 bemiUigt.—-, ,—---■—- tzolbjötzrig U 96,—, ganzjährig üi lÄ>—,— Jnstrau werben üiu lauf biUigp berechnet, Bei»litten EinlchoUun*cn Preibnochla*.— jtückftclluu* von Monullripie»*r|ol*r nur bet ttuqcnbung bet»teiourmorlen, Arbeiter-rurii- and Sportverein Prad Ausschußfitzung, Mittwoch, 4. Oktober, um 7 Uhr abends, im Restaurant„U kupcu", ötöpanska. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen oller Funktionäre Pflicht, da letzte Ditzung vor der Generalversammlung. DTJ. Libeü siegt im Feldek-Memorial. In Prag trugen Donntag die DTJ.-Leichtathleten die Wettkämpfe um das Feldek-Memorial aus. Bei schönem Wetter und zahlreicher Beteiligung wurden die Kämpfe abgewickelt, die gegenüber dem Vorjahre bessere Ergebnisse brachten. Lehr gute Kräfte besitzt derzeit der Lieger der Konkurrenz DTJ. Libeü. Eine neue D TI.- Br st le i st u n g erzielte in der Olympischen Staffel DTJ. K o l i n mit 3:57.9 Min. Eine Urberraschung bildete der Ausgang des 800-Metcr-Lanfrs, wo Hally den Favoriten Karasiat sicher schlug. Die wichtigsten Ergebnisse: 199 Meter: Hally(Prag VII) 11.4 Del.; 899 Meter: Hally 2:99.4 Min.; 3999 Meter: Stanek(Prag VII) 19:18.9 Min.; Hochsprung: 1. und 2. Tvorsky(Prag VII) und Pavlovsky(Kolin) 1.61 Meter; Weilsprung: Brzicky(Libeü) 6.27 Meter: Dreisprung: RuAöka(Libeü) 12.21 Meter; Kugelstoßen: Schöps(Rcratowitz) 11.51 Meter; Dis- luswcrscn: Schöps 33.33 Meter; Speerwerfen: Cerny (Prag) 13.89 Meter; Olympische Stafette: 1. DTJ. Kolin 8:57.9, 2. DTJ. LiLkov 8:58.9, 3. DTJ. Libeü 4:92.7 Min.— Im M a n n s ch a f t S- kampf siegle DTJ. Libeü mit 219 Punkten vor Kolin 294, Prag VII 193, AiLkov 178, Kladno 121.5, 'Rcratowitz 19t und Prag I—V 89.5 Punkten. Hohe Niederlagen im ostböhmischen Arbeiterfußball. Bei den sonntägigen Spielen gab cs reichliche Kost für die Torhungrigen. Hart« gewann das letzte MeisterschastSspicl gegen Niedcralt» st a d t mit 5:9(3:91 und A r n a u überfuhr mit 14:9(19:91 die Parschnitzer, bei denen der Ersatztormann versagte. Trotz der Niederlagen befleißigten sich die Unterlegenen im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen einer fairen Spielweise. IDrgtrfldrar Sport, Die Obcrklasse des DFB. ließ wieder etwas von sich hören. In Saaz gewann der TSV. mit 6:1(8:1) gegen 2 P B g. Bodenbach.— B 2 K. Gablonz, der in der letzten Zeit wahrlich keine „Großtaten" vollbrachte, schlug aus eigenem Platz den Karlsbader F K. mit 6:2(3:1).— Troppau siegte der TSV. wenn auch nicht Technik, so doch mit Begeisterung verdient über DFB.-Meister DFC. Prag mit 5:3(2:2). Viktoria xirkov siegle im Pokal-Endspiel über Sparta verdient mit 2:1(1:9). Eine ausgiebige Niederlage holte sich der Profi- Meister S l a v i a in Kolin vom Amateurmcister A F K. K o l i n, und zwar wurden die Profis glatt mit 1:4(1:9) geschlagen. Dir 2. Profi-Liga absolvierte folgende Spiele: 2K. Rakonitz gegen Meteor VIII 4:9(2:9), SK. Pilsen gegen Olympia Pilsen 2 SK. gegen öechie VIII 4:8(2 gegen SK. Libeü 6:9(1:9). Sonstige Fußballergebnisie. gegen Slovan Wien 5:2(2:9).— Tcpli tz: TFK. Profi gegen BohemianS Prag 4:1(2:1).— Oktober, 12 bis 8 Uhr. Stuben- der Deutschen Technischen eingerichtete Tagcsbüfctt Der Gerichtshof verurteilte hierauf den Angeklagten zu vier Jahren schweren und verschärften Kerkers und sprach weiter»die Internierung des Angeklagten Z w a n g s a r b c i t s a n st a l t nach Strafe aus. Und gerade das vollkommen« Zu- sammenbrechcn dieses alten Kriminalbruder», für den der Kerker ja keine Schrecken mehr hat, angesichts einer doch nicht übermäßig langen Strafzeit und noch dazu zu einem Zeitpunkt, wo kein Jammern auch nur das geringste mehr helfen konnte, gibt zu denken! rb. Brüx: TSK. gegen TFK. Komatau 6:4(5:2)!t — B.-Leipa: Lcchi'e Karlin gegen DSB. 8:2 (1:1).— Reichen berg: DSB. gegen Warn»- dorscr FK. 3:8(1:3).— Trautenau: DSB. gegen Reichcnberger FK. 2:2(2:1)!— Brünn: Lidcnice gegen Hakoah Wien 4 1(1:1).— Preß bürg: Westungarischer Gau gegen westslowakischer Gau 5:1(9:1).— Wien: Oesterreich gegen Ungarn 2:2(2:9). Das Spiel war Marke„Wunderteam" zum Abgewöhnen.— Bukarest: Tschechoslowakei gegen Polen'4:3(2:1). Turnier der Militärmannschaftcn der Kleinen Entente. Die tschechoslowakisch« Zehnkampf-Meisterschast wurde am Sonntag in Pilsen beendet und bei sehr schwacher Konkurrenz von K nünicky(Hochschüler-SB. Prag) mit 5944.60 Punkten gewonnen. Interessant ist, daß sich der Sieger erst dieses Jahr für diesen Mehrkampf anSbildclc! Nene tschechoslowakisch« Rekord«. Bei einem leichtathletischen Meeting in B. Budweis erzielte K r a I k y(Slavia Prag) im H o ch s p r u n g mit 1.90 Meter einen neuen Rekord.— Bei dem Gehen ü b e r 5 Kilometer, das bei-Böhmisch Brod durchgeführt wurde, siegte B a l s a n(AC. Prag) in neuer Rekordzeit von 21:3k Min. Leichtathletik-Länderkämpse. In Budapest siegle Schweden über Ungarn mit 76:63 Punkten. — Italien gewann in Wien über Oesterreich mit 73:58 Punkten. Daniel Prenn, der bekannte und ehemalige deutsch-jüdisch« Tennisspieler, gewann die Meisterschaft van Paris. in Die Eröffnung der Deutschen Studentenlüche. Tic im Deutschen Studentenheim, Prag II., Lützow- gasse 38, untcrgcbrachtc Deutsche Studentenküche des Vereins Deutsche Stuben tensürsorgc, in welcher ein Großteil der Hörer der Prager deutschen Hochschulen verköstigt wird, eröffnete am Montag, den 2." den Betrieb. Mittagessen zu 3.50 Ks von 2 Uhr, Abendessen ab 2.50 Kß von 6 bi» Ebenso ist bereits ab Montag das durch die tenküche im Hauptgebäude Hochschule, I., Husova 5, geöffnet. Die 1988 der in Prag bis 12 und von 16 bis 18 Uhr in der Prag I.. Ovocny trh Nr. 3, statt. Beginn her träge am 9. Oktober. Ziagele«/—_ ’— Olympic:„Armer kleiner Held." „Ter Schuß im Panzergewölbc."— Die Nacht der großcn Liebe."— Skaut: Svl-to- — Alma:„Die Rächt der „... und wer küßt mich?' — Favorit:„Tai- Kon- „Geheimnisse „Geheimnisse ."— Maceska:„Di« Blume Hawai."— Roxy:„Di« Blum« von Hawai." Baldek:„Das Teufolsmädel."— Belvedere: „Niemandsland."— Befeda:„Was Frauen träumen.'— Carlton:„Taifun."— Illusion:„Tie Nacht der großen Liebe."— Sport-Smichov:„Der Wolfsmann."— U Vejvodu:„Tas letzt« Li«d." Einschreibungen sür das Herbst Trimester Freien Schule sür politische Wissenschaften finden«inschlicßl ch bis 6. Oktober von 9 chulkanzlei Por- von Kassenprciscn. GalcricabonnemcntS pro Vorstellung von lls 5.90, ParkellabonnementS von sie 14.20 an. Roch einige gute Plätze aller Kategorien vorhanden. Bicrtclabonncmcnts zu 61, AchtelabonncmentS zu 32 Vorstellungen in der Spielzeit erhältlich. Bereits gespielte Vorstellungen können nur noch bi» Sonn- tag, den 8. Oktober, in Form von Gutscheinen voll ersetzt werden. Bei später angcmeldctcn Abonue ments werden die bereits gespielten Vorstellung«» nur mehr teilweise in Abzug gebracht. Eheste An- mcldnugen arider Abonnementskasse de» Deutschen Theaters täglich von 9—1 Uhr im eigenen Interesse erbeten. Wochenspielplan d«S Neuen deutsch«» Theaters. Tienstag, halb 8 Uhr:„Ball im Savoy"(Al). — Mittwoch, halb 8 Uhr:„Mantel, Hut und Handschuh c", Erstanfsührung(B 1).— Donnerstag, halb 8 Uhr:„Sa Bohcmt"(C2).— Freitag, 8 Uhr:„M a m s c l l N i I o u ch c"(D 1).— Samstag, halb 8 Uhr:„Mantel, Hut und Handschuh e". Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, 8 Uhr:„Pension Schölle r".— Mittwoch, 8 Uhr:„SR am[eile Rito» ch e".— Donnerstag, 8 Uhr:„Pension Schöller".— Freitag, 8 Uhr:„Tie Trafik Ihrer Exzellenz".— Samstag, halb 8 Uhr:„Bezauberndes Fräu- l c i n". v di» Seim des Nafieubewvblev Meilers gehört d- Zenlraiorgan. r ratschen loztatdemokr.«rdelterpartet »Sozialdemokral-— Siratzenriiuber oder Nikoloteufei? Eine schwarz« Maske als zweischlächtigcs Indiz. (Schwurgericht.) l Prag, 2. Oktober. Wieder eine Anklage wegen* Raubes vor den Geschworenen. Dieses Verbrechen 1 stell! überhaupt neben schwercn Sittlichkcitsver- 1 brechen das H a u p I k o n t i n g e n l der gcgcnwär-! tigcn Schwurgerichlssäll«. Angcklagt war der 29jäh- rige Joses H o r ü k aus 9! o v ü äibfina bei 1 Auwal, nach der Gendarmericrelation Berufs- Verbrecher, vielfach vorbestraft und schlechtesten- Leumunds. Gleich zu Beginn der Verhandlung er-■ kannte der Vorsitzende LGR. H r a b a in ihm einen•' alten Bekannten, denn er hat ihm im Jahre 1939 j einige Monate schweren Kerkers zudikticrt. Objekt des räuberischen Angriffes war in die-! sem Fall ein 18jährigcr Schüler, Joses Knobloch,' der am 5. Dezember v. I., also ant N i k o l o-( abend, was in dieser Sache eine Rolle spielt, aus' seinem Fahrrad aus der Schule in Tu kla Iy' heimkchrle. Es war gegen sechs Uhr und schon finster. Wie der Junge vor Gericht erläuterte, 1 hatte der Lehrer die Kinder st r a s w c i s r nach der S ch u le gelassen, so daß sich seine Heimkehr auf verhängnisvolle Weise verzögerte. Für Landlehrer sollte dieser Vorfall eine Warnung sein, auswärtige Kinder nicht bis nach Einbruch der Dunkelheit in der Schule zurückzuhaltcn und sie den Gefahren eines einsamen nächtlichen Heimweges auszusetzen. Als der Junge aus dem Rade zum Stcinbrnch„HlyKankova Skala" gekommen war, sprang plötzlich ein Mann mit einer schwarzen Maske vor dem Gesicht aus ihn los und schrie.ihn an:„Halt oder ich schieße!" Gleichzeitig Packte er ihn am Arm, riß ihn vom Rad, versetzte ihm einen F a u st h i c b gegen die Brust und einen Fußtritt in den Bauch, so daß der entsetzte Kleine das Rad loslasscn mußte. Tann schwang sich der Räuber ans da» Rad und fuhr davon. ES hatte einen Wert von 709 Ke. Ter Verdacht der Gendarmerie lenkte sich gegen den bekannten Josef Horük, dem außerdem noch mehrfacher EinbruchSdicbstahl zur Last gelegt wird. Er wird beschuldigt, int Torfe 2 l u 5- t i c c ein Fahrrad, ein Grammophon und über drei Kilo Bcttfcdcrn gestohlen und an verschiedene Käufer verschleudert zu haben, waS er auch cingesteht. Dagegen bestritt er den Raub überfall aufs nachdrücklichste, obwohl ihn der überfallene Junge bei der Gendarmerie, wie auch vor Gericht au seinem Schnurrbart, seiner Stimme und der Mütze, die er auf dem Kopse getragen hatte, als Täter zu erkennen behauptete. Ter Angeklagte bot ein originelles Alibi an, indem er behauptete, an dem kritischen Nachmittag— es war, wie erwähnt, N i k o l o a b e n d -- als Teufel verkleidet, die Nachbarskindcr geschreckt zu haben. Zwei Zeuginnen, die Frauen Karla M a t ö j k a und Anna V o j ü v r k bestätigten aber vor dem Untersuchungsrichter das Alibi deS Beschuldigten nur bis halb sechs Uhr, während sie bei der heutigen Hauptvcrhandlung ihre Aussage entschieden z u g u u st c n des Angeklagten änderten. Staatsanwalt Dr. Ncureiter erklärte, sich ihre Verfolgung wegen dringenden V e r- dachtes der falschen Zcuaenaussage vorzubchalten. Er benützte auch in seinem Plädoyer als Beweis sür die große Raffiniertheit HorükS eben das Argument, daß dieser die ganze-^ache so geschickt cingekädclt habe, um der bei den« Ucbcr- sall verwendeten schwarzen M a S k e die harmlose Deutung geben zu könucn, sic habe nur als Kindcrschrcck gedient. Tic Geschworenen bejahten die Schuldfrage auf den eingcstandcncu Diebstahl mit alle« zwölf Stimme n, die Frage auf Raub mit a ch t Stimmen. Ter Angeklagte brach bei der Vernehmung des Wahrspruchcs in fassungsloses Weinen aus und verschwor seine Unschuld in einer Weise, die schlechthin glaubwürdig wirkte. Auch im Publikum machte der Schuldspruch starken Eindruck, denn der 2 ch u l d b c w e i s in der Sache der«Raubes basiert schließlich ans der Aussage «Ines 13jährigcn Kindes und letztere betraf ja doch eine Situation, di« an das klare Denk- und Urteilsvermögen selbst einer erwachsenen Person höchste Anforderungen stellt. Aber wie dem auch sei— die Geschworenen- erachteten den«Beweis für erbracht. •) Das Photometer llt •In Instrument höchster Genauigkeit Nr die vergleichende Untersuchung zweier beliebiger lampen auf Stromverbrauch und Lichtabgabe- SCHONEN DIE AUGEN UND SPAREN STROM Filme in Proper UditsplelhPaserD bis einschließlich Donnerstag, den 5. Oktober. Adria:„Der Revisor.'— Alfa:„King Kong."— Bcranek:„Tie Blum« von Hawai."— Fönix:„12 Stühle."— Flora:„Das Tcuselsmädel." — Gaumont:„Fräulein Hoffmanns Erzählungen." — Hollywood:„Fräulein Hoffmanns Erzählungen.' — Hvkzda:„Der Revisor."— Julili:„Walzer rausch."— Kincma, B.-Th.: Halb 2 bis halb 8 Uhr: Journale,'Reportagen, Grotesken.— Koruna:„Ter Schuß im Panzergcwölbe."— Kotva:„Das Mädel aus der Ziegelei."— Lurerna:„Das Mädel aus der Ziegelei."— Metro:„DaS Mädel aus der Zie- gelei.MI'~ — Praha: Radio:„Die Nacht der großen Liebe." „Geheimnisse der fraitgösischen Polizei." zor:„Ein Lied für Dich." großen Liebe."— Avion: — Bajkal:„Das TeufclSmädcl."— Favorit sun."— Kapitol:„Irrlichter von Paris."- vikt:„Das Teufelsmädel."— Lido: der französischen Polizei.'— Louvre' der französischen Polini. von In ieder„billigen" Lampe versteckt sich ein Lichtdieb. HU*«n Sie Ihr Haus vor Ihml Er nähert sich Ihnen unter der Maske der Sparsamkeit, well seine lampen so wenig kosten. Aber glauben Sie ihm nicht— er verschleudert Ihren Strom, indem er Ihnen das halbe Licht stiehlt. Dem’Photometer*), dem einzigen Instrument zur vergleichenden Messung der Lichtausbeute, darf er sich nicht stellens es würde den Betrug ja aufdecken. Aber jede Philips-Lampe ist photometrisch geprüft, die beste Gewähr für größte Lichtleistung bei dem aufgestem pelten Stromverbrauch, die beste Gewähr für das volle Licht, Sie bezahlen.