I"" 9t ftofttai tL Dtewalluog: Erscheint mit Ausnahme des Montag täglich früh. Vraa n,«kiiUa»la ta ♦ Lei«»».- 1Ö703. snoa. Jtaan. 31 lUcj i 33a38* DoMttrdomt 1313*4 Nuzelprek 70 Heller. 'Einschließlich S Heller Porta) 13. Jahrgang. Mittwoch, 4. Oktober 1933 Rr 232. Zwei Schü Der Kanzler leicht verletzt/ Der Täter ein Hakenkreuzler Wi en, 3. Oktober. Heute nachmittag» um halb 3 Uhr würbe im Vestibül »e» Parlament» auf ven Bundeskanzler Dr. Dollfuft, ver au» einer Sitzung be» christlichsozialen Klub» kam, von einem fuugen Nationalsozialisten zwei Revolverschitsse abgcseuert, Vie den Bundeskanzler leicht verleftten. Der Attentäter wurde verhaftet. E» handelt sich um den 23j«hrigen im Mai ». F. entlassenen Wehrman» Rudolf Dertil, dessen Zugehörigkeit zur uatio- nalsozialtstlschen Partei troh seinem Leugnen aufter Zweifel steht. Die amtlichen Stellen verbreiteten zunächst mit sichtlichem Behagen die Angabe de» Berhasteten, daft er alS Wehrmann dem sozialdemokratischen Wehrverband an. gehört habe, muhten dann später aber zngieben, daft die Zugehörigkeit des Attentäters und seiner ganzen Familie zur nationalsozialistisckwn Partei aufter Zweifel steht. An den ersten Meldungen nach dem Attentat hieft eS, daft der sofort zu. sammengetretene Ministerrat da» Standrecht iibcr ganz Oesterreich ver- künden werde. Die amtliche Meldung über den Ministerra« berichtet icdoch nur davon, daft beschlossen wurde, dem Bundeskanzler die herzlichsten«Uttckwünsche auSzusprechen und ihn der geschlostenen und unentwegten Gefolgschaft zu ver. sichern. Dr. Dollsuft wurde in seine Wohnung gebracht, von wo er die Leitung de« Regierungsarbeiten fortzusetzen gedenkt. Wie das Attentat geschah Nach einer Sitzung der Christlichsorialen war DollfuK im Begriff sortzugehen und sprach noch im Vestibül des Parlamentes vor der Portierloge mit Handelsminister T t o rk i n g r r und einigen christlichsozialcn Abgeordneten, al» ein Mann auf ihn zutrat/ihm mit der linken Hand ein Schreiben überreichte und zu. gleich die rechte Hand hinter dem Rücken vorholte und zwei Schüsse aus ihn abgab. Der eine Schuss an» dem Revolver, Kaliber 6.K, traf den Bundeskanzler am rechten Oberarm, der qndere gegen die Brust gerichtete Schuh prallte aber ab. Da» Geschoß wurde dann aus dem Boden dr» Vestibül» gesunden. Dr. Dollfuß ließ sich nach einer ersten Untersuchung in der Portierloge in seinem Bezeichnenderweise bemühten sich di« reaktionären Kräfte in Oesterreich zunächst, diese» Attentat gegen die sozialdrmokra. tische Partei ausznspirlrn, und da» christlichsoziale„RruigkeitSwcltblatt" brachte in einer Extraausgabe sogar di« Nachricht, daß Dertil, der dem Bundesheer anarhiirt hat, Mitglied de» sozialdemokratischen Wehrverbandes gewesen sei. ES handelt sich augenblicklich um einen versuch, diese» Attentat zu einer Art von Reichstagsbrand zu verwenden, denn diese Meldung ist«in« ossenbare Lüge. Dertil ist, wie die Erhebungen ergeben haben, Mitglied der nationalsozialistische« Partei und wegen nationalsozialistischer Umtriebe an» dem BundeSheer ausge. schlossen worden. Dertil ist der Stiessohu eine» pensionierten Bundesbeamten namen» Dr. Reinhold" Günther, der ebensall» ein sehr aktives Mitglied der Nationalsozialisten ist. Dr. Giinther wurde erst vor drei Wochen von den Nazi» nach dem Orte Schladmina in Oesterreich geschickt, um dort di« geheim« Organisation der Nazi» auSzubauen. Die ganze Familie des Attentäters steht seit langem im Dienste der Hakenkreuzpartei. Einer seiner Brüder wurde vor kurzer Zeit erst angehalten, alS er über die österreichisch« Grenze nach Deutschland slirhen wollte. Dertil selbst war bi» vor zwei Jahren S e. krrtär des christlichsozialen Hau». befitzerverbandeS und Mitglied der christlichsozialen Partei. AlS strenger Christlich, sozialer wurde,» aus Empfehlung diese» christ- lichsozialeu Berbaude» iu das Bundesheer auf. eigenen Auto auf die erste UnsallSstation fahren, wo eine erste Roentgcnausnahme rrsolgle. Der erste Schuh prellte die linke Brustseite, hat den Rock bereit» durchschlagen, nicht aber da» Hemd und hat nur«Ine leichte Hautverletzung am Brustkorb oberhalb de» Herzens herbeigeführt. D» zweite Schuh hat als Streif« schuh den rechten Oberarm getroffen und durchschossen.'Das Projektil ist aber scheinbar nur unter der Haut verlausen, ohne Nerv oder Gesäße zu verletzen. Der Schnhkanal ist vier Zentimeter lang, der Knochen blieb unverletzt. Wed» Lunge noch Herz sind verletzt. Dem Patienten wurde eine Tetanuü-Jnjektion verabreicht. llm 17 Uhr gaben die behandelnden Aerztc ein Bulletin aus, in dem es heißt, daß dir Ber- letznngen des Bundeskanzlers leichter Natur sind. Tas Allgemeinbefinden des Patienten ist gut. genommen. Dort aber hat er sich sehr bald In einen Nazi verwandelt und auSge- breitete nationalsozialistische Agitation betrieben. Ter Vorstand des christlichsoziaken Hansbesitzer- vcrbande» M o i S l hat den Täter bereits al» seinen ehemaligen Sekretär agnostiziert. Dertil hat sich auch bezeichnenderweise heute zum Zwecke deS Attentate» in da» Parlament dadurch Eintritt verschafft, dah er angab, er habe zwei Briese de» Vorstandes des HanSbesitzerver- bande» dem Bundeskanzler Dollfuß zu übergeben. So gelang es Dertil, sich an Dollfuh her. anznmachen, um sein Attentat auSznführen. Vas Verhör Gleich nach seiner Verhaftung wurde Ter- til unter Beteiligung des Polizeipräsidenten einem Verhör unterzogen. Dertil antwortete sehr vorsichtig und ausweichend. Er stellte aber eine Beteiligung an der nationalsozialistischen Bewegung in Abrede. Er sei überhaupt nicht politisch tätig gewesen. Jin weiteren Verhör machte er verworrene Aussagen. Er sagte, er habe den Bundeskanzler nicht töten, sondern im Gegenteil durch sein Attentat ans eine» Mann aufmerksam machen wollen, der gegenwärtig Oesterreich wertvolle Dienste leisten könnte. Den Namen dieses Mannes wollte er nicht angeben. Wie die Blätter melden, handelt cs sich offenbar um den Stiefvater TertilS Tok- tor Raimund Günther. Er erklärte weiter», keine» Auftrag und keinen Komplizen zu haben. Er selbst hab« den Entschluß zu seiner Tat gesoßt und diese allein du«hge führt. ver stadtbekannte Hakenkreuzler Dertil wohnte int vierten Bezirke, Paulanergasse 4, bei seinem Stiefvater Dr. Günther, der dort eine Vierzimmcrwohnuna inne hat. Im ganzen Hause war der Attentäter als Ratio- n a l s o z i a l i st bekannt. Dertil hat sich im Haus« unbeliebt gemacht, weil er die Wände des Slicgknhauses mit Hakenkreuzen beschmutzte oder mit Zetteln nationalsozialistischen Inhaltes beklebte. Er tvar aktives Mitglied des bekannten nationalsozialistischen Schwimmvereines„Ewask". Er betätigte sich in diesem als Springer und ist wiederholt in diesem Verein vor die Oeffentlich- kcil getreten. Zuletzt war Dertil bei der HauS- bcsitzervcrcinigung angestestt. Rundfunkrede des Bundeskanzlers Um 8 Uhr abends hielt Dollfuß ouS seinem Arbeitszimmer eine improvisierte Rundsnnkan- sprache, in der er erklärte, er sei frisch und munter. Er werde von seinem Arbeitszimmer aus di c Regierungsgeschäfte selb st weiter führen und sein freund, der Vizekanzler Feh, werde, soweit.es notwendig sei, mit den übrigen Ministerkollcgen zu ihm kommen. Rührend! Berlin, 3. Oktober. Reichsministcr Freiherr von Neurath hat dem österreichischen Bundeskanzler Dollfuß anläßlich des ans ihn verübten verbrecherischen Anschlages seine«iitfritC)» tigstcu W ii n s ch e für die glückliche Errettung aus Lebensgefahr ausgesprochen. * Wien, 3. Oktober. Die in der Luft lic- gcirden Pläne gegen die sozialdemokratische Partei und die Gemeinde Wien haben durch das heutige Attentat nocl) mehr dazu beigctra- gcn, die österreichische Arbeiterschaft zu beunruhigen. Zn verschiedenen Orten in Niederösterreich sind, wie man hört, die Arbeiter aus den Fabriken gegangen und haben spontane Versammlungen abgchaltcn. Zu besonders stürmischen Zwischenfällen kam es in dem Ort Kematen. Tort wurden heute früh der sozialdemokratische Bürgermeister und drei andere Parteifunktionäre verhaftet, weil angeblich lvi ihnen verbotene Flugblätter gefunden wurden. Die Arbeiter stellten daraufhin die Arbeit ein und zogen zur Gendarmerie, um die Freilassung der Verhafteten zu erzwingen. Tatsächlich wurden gegen Mittag die Verhafteten freigelassen. Nachmittag aber, kurz nachdem das Attentat auf Dollfuß geschehen war, traf ein lieberfallsauto, besetzt mit Gendarmerie in Kematen ein. Die Gendarmen umstellten die Fabrik mit ausge- pslanztem Bajonett und verhafteten neuerlich vier Arbeiter. Daraufhin legten die Arbeiter die Arbeit nieder und verließen di« Fabrik. Die Stimmung ist außerordentlich erregt. Tie Arbeiter weigern sich, die Arbeit wieder auf- zunchmcn. Auch aus anderen niederösierrcichisckzcn Orten hört man, daß die Stimmung der Arbeiterschaft außerordentlich erregt ist. * Englische Arbeiterführer nadi Oesterreldi abgcrelsl London, 3. Oktober. Ter englische Arbeiterführer und Präsident deS Internationalen Gc- Werkschaftsbundcs Citrone hat sich in Beglci- glcitung des Parlamentsmitgliedes Hicks nach Oesterreich begeben, um mit dem Führer der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und der österreichischen Sozialdemokratie die gegenwärtige Krise zu erörtern. ver Attentäter ein eingefleischter Nazi Nach der Tat stürzten sich sofort die anwesenden Abgeordneten aus den Attentäter und verprügelten ihn heftig. Die Polizei führte ihn dann aus die nächstgelcgenr Wachstube. ES handelt sich um den 22jährigen ehemaligen Wehrmann Rudolf Dertil, zuständig nach Wien. Die Intelligenz, der Senator Kroiher und die asrarisdie Sehnsudit nadi dem Fasclsmas In einem agrarischen Winkelblättchcn hat der tschechisch agrarische Senator K r o j h r c einen reichlich verworrenen, aber aus jeden Fall zielbewußt übel gemeinten Artikel gegen die „Intelligenz" losgelassen. Versteht sich, oaß der „V e e e t", das Boulevardblatt der Reslgiit- baronc und Restguibankrottenre, diesen Artikel mit einem empfehlenden Kommentar und de» entsprechenden thpographischen Hervorhebungen nachdruckt. Tenn wo es Intelligenz gibt, ist der „Beöer" immer auf der andern Seite! Durch die Wiedergabe in dem Blatt der größten und einslnßrcichstcn Partei im Staate, gewinnt der Artikel des Herrn Krojher eine Be- deutnng, die er an sich nicht hätte. Tenn der „Beöer" läßt keinen Zweifels darüber, bestehen, daß er sich mit den Ausführungen Krojhers einverstanden erklärt und die osfiziellcn Repräsentanten der Agrarpartei wiederum lassen zu viel Ztveifel darüber bestehen, ob sic von der Weltanschauung ihres Blattes so weil entfernt sind, wir es das Interesse der Republik erfordern würde. Senator Krojher stellt fest, daß die Intelligenz in einer Reihe von Staaten verfolgt, daß sic in Konzentrationslager gesperrt, des Landes verwiesen wird und daß diese Verfolgung dcr Intelligenz in Rußland, Italien und nunmehr auch in. Deutschland den Beifall der BolkSmof» sen finde. Es zeige sich, daß die Intelligenz eben keinerlei Einfluß aus das Volk habe, daß sic vielmehr im Volke verhaßt sei und er kommt zu dem Schluß, daß alle gegen die Intelligenz gerichteten Bestrebungen nur eine„gesunde Reaktion auf die Fehler dcr Inlellrktnellcn" sind. Gegen das Ende seiner Auslassungen wird Krojher deutlicher. Er spricht dann von den „Söhnchen der Prager Neichen", die kommunistische Verhetzung betreiben, von der verlorengegangenen Autorität in Familie, Staat und Gesellschaft, beklagt den sinkenden Einfluß der Kirche, die antireligiösen Strömungen und meint, daß die„Welt erkenne, daß sie von den Intellektuellen furchtbar bestohlen worden ist". Sie sage den Intellektuellen:„das alles— Ruhe, Glauben, Gluck, Richtung, Ziel— habt ihr mir genommen, dafür gleich ich mich jetzt mit Euch aus". Solcherart sei der Geist in den Nachbarländern, aber er werde auch, wenn die geistigen Führer nicht umlernen, bei uns Einkehr halten. Die Emigranten aus Deiiisch- land, dies dcr agrarischen Weisheit letzter Schluß, fördern das W a ch s I u m des Antisemitismus auch bei uns. In Krojhers Artikel sind gewisse richtige Gedanken mit falschen Schlüssen in naiver oder, was noch eher anzilnehmcn ist, bewußt rasfinicr- tcr Weise miteinander vcrvundcn. Ohne Zweifel hat an dem Rückfall der Menschheit in einen barbarischen Mystizismus und Fetischglaubcn, den der Fascismus bedeutet, die Verzweiflung am Geist und an der intellektuell rationalistischen Hcilslchrc starken Anteil. Gerade Theodor Lessing, den die Fascisten ermordet haben, tvar als Gcschichtsphilosoph Verkünder dcr Lehre vom „Untergang der Welt am Geist". Aber worin besteht das Versagen des„Geistes" in unserer Zeit, was bedingt die Vcrkomnienhrit breiter Schichten dcr„Intelligenz" odcip besser der Halb- Iniclligcnz, was ist die Ursache der Verziveif- lung der Ungebildeten an der Führerschaft dcr Geistigen? Zweierlei Ursachen lassen sich, beide aus einer gemeinsamen Wurzel schießend, leicht sest- stcllen: das Versagen dcr„Vernunft" und dcr libcralen Geistigkeit vor den lebens- wichtigsten, dcn sozialen Proble- m e n, und die Korrumpierung dcr geistigen Arbeit d u r ch die Besitzenden. Es steht einem Sachwalter>ind Wortführer dieser Klasse, die dcn Niedergang des Geistes verschuldet hat und aus dem Ergebnis Nutzen zieht, schlecht an, nun den Ankläger und Richter zu spielen. Tie Steigerung der geistigen Produktion, sei es nun der reinen Gristeswissenscluiften. die nur mittelbar, sei cs dcr technischen Wissenschaf, ten, die unmittelbar die materielle Produktion und die Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums bedingen, hat sich innerhalb der kapitalisti- scheu Wirtschaft einseitig zugunsten der besiben- den Ktajje auögewuckt. Nicht daß die Menschen Seite 2 Mittwoch, 4. Oktober 1088 Nr. 282 nicht gescheit genüg wären, außer Neroplanen, Mähdreschern, komplizierten Ehemikalien, Ekra- sitbomben von grauenhafter Brisanz und Bak- terienkulturen von verheerender TvdeSkraft, auch eine spornt der Güterverteilung und eine Ord- nung des gesellschaftlichen Zusammenleben« zu inden, die der Massenarmut und dem Wider- pruch zwischen technischer Höchstleistung lind ozialer Katastrophe ein Ende setzen würde! Nicht daran liegt cö, daß der Geist da nicht mehr mitkann, wo es die einfachsten Formeln der menschlichen Vergesellschaftung zu lösen gilt! Aber die B e s i tz k l a s s e, die alle anderen, ihrem Profit dienenden Errungenschaften des Geistes bezahlt, gefördert, weiterentwickelt hat. verhindert mit noch größerem Eifer, daß die Erkenntnisse der Soziologen angewandt werden. Sie erzeugt dadurch in den Massen den Eindruck, daß die Wissenschaft versagt habe. Der Arbeitslose pfeift auf eine Wissenschaft, die den Weltraum mit astronomischen Formeln durchdringt und bald durch Raketen beunruhigen wird, aber— scheinbar— nicht imstande ist, ihm aus dem Ueberfluß Brot zu schaffen. Die Massennot, im stärksten Kontrast zu den technisckten Höchstleistungen der Zeit stehend, nährt das Mißtrauen gegen den Intellekt und läßt daS Bolk an der Fähigkeit des Menschengeistes zur Ordnung der Gesellschaft verzweifeln. An die Stelle des Geistes aber tritt der F a s c i s m u«, der absolute Ungeist, und verheißt den Hungernden Rettung durch das Wunder. Wie der Buschneger an den wundertätigen Fetisch, glaubt der Nationalsozialist an die Wunderkraft Hitlers. Tie Besihklasse hat den Geist korrumpiert. Sie hat die Wissenschaft prostituiert. Nicht aus sozialer Berantwortlichkeit, sondern gegen Honorar arbeiten nottvendigerweise Künstler, Ingenieure, Aerzle, Gelehrte. Wer sie bezahlt, dem sind sie feil. Ter Chemiker produziert Waffen für den Massenmord, der Künstler verherrlicht die Barbarei, der Arzt rechtfertigt den Rassenwahn und Propagiert natürliche Zuchtwahl durch Seuchen, wenn die Bourgeoisie für diese Leistungen entsprechend zahlt. Langst ist der Geist zur Ware geworden, längst wird sabrikSmäßig und von mitlelntäßigen Plattköpfen eine Talmiliteratur erzeugt, die den wahren Wert verdrängt. Kein Wunder, daß die Achtuttg vor dem Geist verschwunden ist, Aber der Ausweg, den der FaseiSmuS geht und der dem Senator Krojher ein famose- Hin- tertürl scheint, aus der Verlegenheit des Wirt- schaftschaoS von heute zu entweichen, der führt nicht zu Glück und erhabenen Zielen, der führt in die nackte Barbarei. Faustrecht gilt, Irrsinnige diktieren, Sadisten sprechen Recht, Idioten verwalten Kulturressorts, Diebsbanden wahren die öffentliche Ordnung und Totschläger sichern die Straße— das ist das„Glück", da» uns in einer vom„Geist" gereinigten, faseisti- schen Welt erwartet. Tas ist die„gesunde Reaktion", deren Blüte auch bei uns, der merkwürdige Republikaner Krojher und seine Freunde im„Beöer" nicht erwarten können. Mit einer Hetznotiz gegen linksgerichtete Künstler, Professoren. öffentliche Funktionäre(nur deren Geist ist nämlich gefährlich!! beginnt der„Beöer", init einem Gruß an den Antisemitismus schließt er. Denn im Schutze antisemitischer Banden, in einer vont„Geist" gereinigten Atmosphäre würden die Restgutbarone ihre Schiebergeschäste mit jüdisckien Börsenmaklern doch weit ungestörter und hemmungsloser als heute betreiben können. Mit Zucker und Spiritus witchern, den Brotpreis treiben, am Staate fett verdienen und den ganzen Spaß die armen Teufel bezahlen lassen, Die man von den„Intellektuellen" befreit und mit mystischem Zauber entschädigt hat— daS ist eilt Ideal, dem kein Agrarier in der„Landpost" und im„Penkov" seine heiße Bewunderung versagen kann. Wir stehen nicht an, Herrn Krojher einzu, räumen, daß er in manchem Punkt Recht hat. Ter Geist i st korrumpiert. Aber wer Ihn korrumpiert, das sind die gleichen Leute, die nun an seiner Abschaffung in Konzentrationslagern und an seiner Ausweisung in die Emigration neuerlich profitieren wollen. Der Geist ist in Mißkredit, weil Menschen hungern und er keinen AnSweg zeigt. Aber daß er ihn nicht zeigen darf, da» liegt eben daran, daß die Nutznießer der heutigen Ordnung den Geist gekauft haben. Tie Empörung der hungernden Massen dann gerade auf jene Minderheit von Geistigen abznlenken, die den Mnt hatte, gegen den Strom zu schwimmen, nun das ist ein Gaunertrick, den die Weltgeschichte nicht zum erstenmal gelingen teilt. Gegen Juden, Hexen, Ketzer und Freigei- ter, gegen den Geist und die Wissenschaft hat eine faulende Gesellschaft, seit SokrateS den Turn, 8. Oktober.(Eigenbericht.) Zu Beginn der heutige» Beratungen erstattete Genosse S ö r l- Falkenau den Bericht der Antrags- prüfnngskommtssion, worauf nach längeren AuS- ührnngen des Genossen Zinner die Anträge tut Sinne des Referenten erledigt wurden. Zu Punkt 5 der Tagesordnung über die Bergarbeiterversichernng erstattete Genosse Doktor Piktor HaaS aus Mähr.-Ostrau, von den Delegierten lebhaft begrüßt, das Referat. Er führte ans: Tie Reform der Bergarbeiterversicherung steht nun bereits seit mehr als sieben Jahren aus der Tagesordnung und wurde auch wiederholt in Konferenzen der Bergarbeiterorganisationen, zuletzt bei der gesamtstaatlichen Konferenz der koalierten Berg- arbeiterverbände im Tezember 1932 behandelt. Da ich seither nichts Renes ereignet hat, könnte man annehmen, daß eine neuerliche Erörterung über- lässig ist. Dieser Schluß wäre jedoch falsch, ist doch die Zahl der Feinde der Arbeiterversicherung unter dem Einfluß der a»S Hitlerdeutschland und Dollfußösterreich importierten falschen Heillehren von der Ankurbelung der Wirtschaft durch Abbau der sozialen Lasten erheblich gestiegen. Die Parole vom Abbau der sozialen Lasten stärkte nicht nur die alten Feinde der Arbeiter, sondern ergriff auch den sogenannten Mittelstand, der in seiner AerständniS- und Ratlosigkeit gern bereit ist, jede Begründung der Wirtschaftskrise, die keine Umwälzungen seiner Gedankenwelt erfordert, anzunehmen und jeden AuSlveg, wenn er nur weg vom Proletariat führt, zu gehen. Die Behauptungen, daß die Arbeiterversicherung eine soziale Last ist, ist salsch. Ter Aufwand für die Arbeiterversicherung aller Zweige ist keine soziale Last im Sinne der Belastung der Allgemeinheit zugunsten der Arbeiterschaft, sondern ein Teil des Lohnes, durch ivelchen die Arbeiterleistung und ihr Risiko entgolten wird. Ter Kampf um die Arbeiterversicherung ist daher ein Kampf um den Arbeitsertrag, ein Lohnkampf und gehört sohin zu den wichtigsten Ausgaben der Gewerkschaftsbewegung. Tie Pensionsversicherung der Bergarbeiter befindet sich in einer mißlichen finanziellen Situation und wird das Betriebsdefizit, wenn nicht bald eine Ordnung des Haushaltes her- beigefnhrt wird, den Betrag von 100 Millionen Ks rasch erreichen. Tie Sanierung würde keineswegs die wirtschaftlichen Kräfte deS Staates übersteigen. Schierlingsbecher krank, feit Hu» unter dem Betfall der Menäe in den Flammen starb und die Künder eine« neuen Zeit in den Foltrrkqm- mern des kirchliRen und weltlichen Absoluti». muS verröcheltenRintmer von neuem die unwissende Menge aHvehetzt. Aber keine Fessel war so stark, daß oer Geist sie nicht gesprengt hätte. Den Geist auö den Fesseln des Kapitalismus z» befreien, ihn der Menschheit dienstbar zu machen— das ist eine Aufgabe, der jeder dienen muß, der sie erkannt hat. Den vom Kapitalismus gefesselten Geist für seine Fessel» verantwortlich zu machen und vollends auSzu- rotten, da» ist die Methode deS FaseiSmuS. Wenn die Agrarier sie propagieren, sollten sie ei n e S nicht vergessen. Für Italien und Deutschland war der FaseiSmuS noch ein innerpolitisches Problem. Für einen kleinen Nationalitätenstaat, der weithin offene Grenzen bat, wird er eine Existenzfrage sein. Wer hier den FaseiSmuS propagiert— und Herr Krojher tut es— der rührt an die Fundamente des Staate», den er zu erhalten vorgibt! Daß die versicherungSmathematifche Bilanz zum 80. Juni 1932 mit einem Defizit von 2.4 Millionen yb- schloß, ergibt sich daraus, daß die alten Lasten durch bereits anfällige Renten und erworbene Anwartschaften vorhanden waren. Bei den bisherigen Beiträgen wäre die Bergarbeiterversicherung als neu beginnende Bersicherung hoch aktiv, ja es würde ein großer Teil der alten Lasten gedeckt werden können. Schon vor dem Kriege war die Pensionsversicherung der Bergarbeiter reformbedürftig. Betrug doch im Jahre 1913 in Oesterreich die durchschnittliche Jnvalidenpenston-275 Ks jährlich. Die Geldentwertung, die 1913 begann, hat die Renten ebenfalls entwertet. Alle Bersuche, eine Reform zu erreiche», sind an dem Widerstand der Unternehmer gescheitert. So wurde die Pension der Bruderlode zu einem Almosen. Die Aufwertung der Pension nach dem Kriege ließ sich nicht umgehen. Staat und Unternehmer haben die Verpflichtung, die Sanierung der Bruderladen zu ihren Lasten vorzunehmen, da die Bergarbeiter an der jetzigen Situation unschuldig sind. Die Sanierung auf Kosten der Bergarbeiter, sei es durch die Erhöhung der Beiträge oder durch Kürzung der Pensionen oder durch Verschärfung der Anfallsfristen, ist sachlich nicht gerechtfertigt und sozial unmöglich. Insbesondere müssen die Bergarbeiter darauf beharren, daß die Jnvalidenpenston auch bei Bernfsunsahigkeit bezahlt wird. AuS diesen Forderungen ergibt sich auch die nach Aufrechterhaltung der L e l b st ä n d i g k e i t der Bergarbeiterver- sicherung, die lebensfähig ist. Eine Anlehnung an die Z. A. kann dadurch erfolgen, daß die Zentral- bruderlade eine Rückversicherung bei der Zentralsozialversicherungsanstalt auf die nach dem Sozial- verstckierungSgesetz gebührenden Renten vornimmt, Tie Krankenversicherung der Bergarbeiter Hot die Wirtschaftskrise bisher leidlich überstanden. Daher wurde sie bei der Erörterung der Reform der Berg- arbeiterversicherung arg vernachlässigt. Der Krankenversicherung der Bergarbeiter draht eine wesentliche Verschlechterung, da die Gefahr besteht, daß man sie in die allgemeine Reform der Krankenversicherung einbezieht. Tie Forderungen der Bergarbeiter nach einer Reform ihrer Versicherung dürfen jedoch nicht mit einer Schädigung der Versicherten verbunden sein, das gilt für die Kranken-, wie für die Pensionsversicherung. Ter Ausgang deS Kampfes wird durch die Kraft, Geschlossenheit und Disziplin der Bergarbeiter bestimmt werden.. Referat Dr. BeneSs an den nmisterrat Prag, 8. Oktober. Außenminister Doktor BeneS wird Donnerstag, den 5. d. M. au» Genf in Prag eintreffen, nm der Regierung über die letzten politischen Ereignisse und über die Konferenz der Kleinen Entente in Sinaja Bericht zu erstatten. Am 8. Oktober wird er sich wieder nach Genf zurückbegeben. Anschließend an da» Referat deS Genossen Dr. Haas wird eine Entschließung angenommen, die die Forderungen an die Berg- arbeiterversicherung zum Ausdruck bringt. Der Antrag deS Delegierten Schlegel, die Ausführungen deS Genossen Dr. Haas ohne Debatte zur Kenntnis zu nehmen, wird angenommen. Die dem UiuonStag vorgelegten Anträge zur Bergarbeiterversichernng werden nach den Wünschen des Referenten erledigt. Hieranf sprach Genosse Zinner über das Gesetz über die Berufskrankheiten. Er führte aus, daß der Unionstag darüber sprechen muß, was aus dem Gebiete der Sozialgesetzgebung für die Bergarbeiter bisher erreicht wurde und was noch zu fordern ist. Tie Berufskrankheiten find den Unfällen gleichgestellt worden, womit einer alten Forderung der Bergarbeiter Rechnung getragen wurde. Aber leider sind mit diesem Gesetz nicht alle Hoffnungen erfüll t, die wir hegten. Die Gefahren sind mit der Vergrößerung der Industrie gewachsen und es gibt noch genug Industriezweige, die den Unsallgesetzen nicht unterliegen. Tie Tschechoslowakei hat den Beschluß von Genf ratifiziert und die Liste der Berufs- krankheiten von 18 auf 23 erhöht. Tas Gesetz sieht eine Entschädigung für akute Krankheiten und für Invalidität vor. Ter Referent besprach die Korenzfrist, nach deren Ablauf der erkrankte Arbeiter in den Genuß der Entschädigung kommen kann. Er behandelte iveiter die P flickten der Bruderladen bei der Meldung und die Verluste, die ein Erkrankter bei Nichterhebung deS Anspruches erleiden kann. Wir müßten trachten, daß das Gesetz e r In/’'• v t werde. E» kann ungünstig ausgelegt werden. Bei uns müssen Kurse zur Heranbildung vonAerzten eingeführt werden, die Gutachten über die Erkrankung und damit über den EntschädigungSgenuß abgeben müssen. Ter Referent zeigt an dem JoachimSIhaler Beispiel, wie schwer eS war. die Grubenverwaltung zu einer Besserung der Arbeitsverbältnisse zu bewegen. Die von Genossen Zinner vorgelegte Entschließung, die das Gesetz über die Berufskrankheiten behandelt, wurde c instimmiga n- genomme n. Neuwahl des Vorstände» Hierauf wurde der Unionsvorstand neu gewählt. Zum Obmann wählte der UnionStag den Genossen Josef Zinner, zum ersten Stellvertreter Josef Z v o n a b, zum zwei- ten Stellvertreter Franz S ch a s a r s ch,»um Zentralsekretär Emil Haase. Aktive Bor- standSmitglieder sind weiter: Johann K l o i b e r, Karl W i l d n e r, Wilhelm Sendelhofer, Richard Wir kn er, Franz Demel, Johann Sippl, Denzel Lutz, Jakob Roch, Josef Hübner. Zu Revisoren wurden gewählt: Anton W ö I f l i ck, Franz H n i l i r k a, Johann 8 k o l n i k. Nach der Wahl des Unionsvorstandes wurden einige Anträge erledigt, worauf die Verhandlungen bis Mittwoch vertagt wurden. Der Unlonstag der Bergarbeiter Dritter Verhandlungstag gn daß war ab.. Sie hatten die Tragmatte mitgebracht und wollten Jane gleich hineindacken. Aber unsere Jane wollte absolut auch das letzte Stück noch allein gehen. Ein wenig hielt sie es auch noch auS. Dann wurde sie so schwach, daß sie unS direkt in die Matte hineinfiel. Wir hatten in den nächsten Wochen vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß wir noch am Leben waren, wenn daS erste Radio-Telegramm des Transportdampfers aus der Dawsonbah zu unS kam. Auf einer Felszunge am Abhang des New' Ararat errichteten wir daS„Fort". ES bekam Schlaf- und Wohnzimmer kür den„Kri^Sfall". Dort war auch unsere Radio-Station. Auf der vorderen Felsenplattform hatten wir die„Maschine" zusammengesetzt und aufgestellt. Es waren unnötige Rüstungen, wie unS die nächsten Wochen zeigten. Von den„Wilden" verirrte sich keine Seel« hierher. Zwar lag noch ständig ein Posten und der Telegraphist im Fort. Wir wohnten jedoch lieber in.den Zelten unter den Bäumen am Bach. Diesem Wafferstrom hatten wir schon in der ersten Woche unsere Zügel angelegt. Oben in der Schlucht hatten wir eine Staumauer gebaut. Da wir noch keine Turbine hatten, so nagelten wir ein Wasserrad für unseren kleine Dynamo zusammen. Nur mit der Räderübersetzung klappte , es nicht gleich. Wir mußten erst zwei Maschinenflinten demolieren, um uns ein Pqar Zahnräder zu verschaffen. Aber dann ging eS prachtvoll. Wir brauchten unsere Elektrizityt nicht mehr unter mühsamem Fußgetrampel erzeugen. Wen» wir wollten, dann gab eS im„Fort" den ganzes Tag Strom. Wir hatten eine nette blanke Leitung gelegts und unser Spaßmacher Jack hatte mit roter, Farbe auf der ganzen Weglänge an die Felr-1 mittag/ Die lebten 15 Meier ließ ich Jane am'brocken„Achtung, Hochspannung!" gemalt. ~"""(Fortsetzung folgte erste rote Schein der Sonne schüchtern an die Bergspitze stieß Es war empfindlich kühl, als wir loskletter- ten. Aber wärmer würde es bald genug werden. Dabei hatte ich aber Tags zuvor den Stand der Sonne nicht richtig eingeschätzt. Ich sah,' wir diesen Morgen den schwierigste» Teil des Weges noch im Schatten klettern konnten. Ich erfreut, als ich diesen Umstand erkannte. Wir kamen sehr rasch vorwärts. Ueber einige schwierigere Stellen konnten wir uns einfach mit dem Seil hinablassen. Aber trotz aller Eile sahen wir dann, daß wir die große Dand doch würden tm Sonnenbrand nehmen müssen. Etwa hundert Meter vor dem Einstieg sanden wir aber eine seitivärts lausende Rinne. Sie schien allmählich in einen Kamin überzugehen und endete sick>er auf dem FelsensimS vor der breiten Geröllhalde. Wir waren froh, der Wand ausweichen zu können und kletterten in dieser Richtung abwärts. Nur einen flüchtigen Augenblick dachte ich daran, daß wir diese Spalte beim Ausstieg noch nicht bemerkt hatten. De Rinne lief nun auch sehr schnell zu einem Spalt zusammen. Wir waren im Schatten und kamen prachtvoll abwärts, bis... Plötzlich war es zu Ende. Der Fel» wurde glatt wie Porzellan und ohne Griffe. Wir hatten geglaubt, wir müßten es noch erzwingen können. Sin kleines Stück war es noch abwärts gegangen. Jetzt hingen wir zu zweien auf einer Felsntaffe.■ Unter uns war vielleicht dreißig Meter rückspringende Wand. E» war einfach au».— Ich hielt Jane fest an den Armen und sah sie an.„Jane" sagte ich„wir werden es doch zwingen, den Weg da wieder hinauf und den Weg hinunter über die große Wand." Sie sah mich an und nickte tapfer. Aber sie wußte so gut wie ich, wa» uns jetzt bevorstand. Wie wir die nächsten Stunden um unser Leben kämpften, das vermag ich kaum zu schil dern. Unsäglich langsam kamen wir Meter um Meter hoch. Die Fingernagel brachen uns ab. Unsere Knie, unsere Ellenbogen, waren blutig und aufgerissen. Einmal war ich ein Stück abgeglitten, als ich Jane stützen wollte, Als ich mich im letzten Moment quer stemmte, war mein Kopf an die Wand geschlagen. Nun mußte ich mir dazwischen das herablaufende Blut aus den Augen wischen. WaS an Tapferkeit in Jane steckte, das hatte ich in jenen Stunden gesehen. Sie versuchte noch zu lächeln, als ich sie da» letzte Stückchen emporzog. Es war bereits Nacht, als ich unseren Schlaf- sack hinter einem Felsblock sestmachte. Jane war wie tot auf dem schmalen Felsenabsatz liegen ge blieben. Sie halte sich aber mit Fuß und Hand so gut sestgestemmt, daß sie dort sicher lag. Als ich sie herüberhob, schien sie mir so leicht. Ich wollte sie in den Schlafsack gleiten lassen, aber sie hielt mich fest. Lange sah sie mich an. Tann sagte sie lang sam:„Ich bin ein Stück von Dir geworden diesen Weg hier herauf. Wenn Du mich setzt nicht küssen magst, dann werde ich heute Nacht m die sen Spalt hinunter springen müssen..." Da küßte ich sie, meine tapfere flein« Kame Ararat, da war mein Traunllicht noch um dass Seil direkt in die Arme unserer Kameraden hin-j Bild Lilith Marions getanzt. Diese Nacht schlief ich ohne Traum. Noch im Einschlafen war JaneS kleine.Hand wieder in die meine gekrochen und ihren Wu- schelkopf hatte sie unter meinen Arm gesteckt. Wir hatten unS den Rest von Tee, Büchsenmilch und Zwieback für den Morgen ausgehoben. Wir waren lieber hungrig schlafen gegangen. Früh bei Sonnenaufgang schmeckte das bißchen Zeug nnS doppelt. Jane sah noch ein wenig blaß aus. Sie ging jedoch mit neuem Mut an das letzte Stück unseres Abstiegs. Sie hatte auch dte ganze Nacht durchgeschlafen. Dasselbe konnte ich von mir nicht behaupten. Lange war ich noch gelegen, um auf Signal« vom Tal zu warten. Ein paar Stunden nach Sonnenuntergang hatte ich auch die Schüsse krachen hören. Ich hielt es jedoch für zwecklos, jetzt zn antworten. Janes Schlaf war mir wichtiger. Die Lichtsignale konnte ich diese Nacht nicht sehen, weil der Felsblock vor uns lag. Nm Jane nicht zu wecken, dachte ich auch gar nicht daran, heranszukriechen. Nun rechnete ich damit, daß man uns bis zur großen Wand entgegenkommen würde. Jane sagte ich aber nichts, um sie nicht vielleicht zu enttäuschen. Meine Signale, die gestern nachmittag zwecklos gewesen wären, würde ich nun ahgeben müssen. Mit einem Blick auf Jane dachte ich aber, mir damit noch etwas Zeit lassen zu können. Wir waren kaum eine halbe Stunde abge- stiegeii, da waren wir schon an der großen Wand. Ich sah dunkle Pünktchen drunten über die Geröllhalde wandern. Nun zog ich meine Pistole und gab Signalschüsse. Freudig blickte Jane hinunter, als wir sofort Antwort bekamen. Unser Weg quer hinab über di« Wand war eine Spielerei gegen die Sache von gestern Nach- Nr. 282 Mittwoch, 4. Oktober 1933 Seite 8 Sdiredtenstelns Vorsteher resigniert Wir wir erfahren, hat gestern der»ativnal- sozialistische Vorsteher von Schrcckenstoin Fort- bildungSschuldirektor S i in in i ch auf sämtliche Funktionen innerhalb der Gcincindc Schreckenstein Verzicht geleistet nnd die Führung der Ge- meindcgeschäfte seinen, Stellvertreter übertragen. Simmich ist gleichzeitig ans der Nazipartci ausgetreten. Mit diesen« Schritt ist Herr Simmich, der seit 1926 die Gemeindegeschäfte führte, der drohenden Nichtbcstätignng in seinen Funktionen durch die Landesbchördc zuvorgekommen. D e n i k" wurde Monaten ciuge- kommunistischen und„H ü v i r" kannst du wieder über dir Grenze in die Tsche» choslolvakei gehen", einen kräftigen Tritt. Dieser SA-Maim kann trotzdem weiter Dienst tun, obwohl bereits bekannt ist, daß er schon öfter so gegen Grenzgeher vorgegangen ist. So repräsentiert sich daü„Dritte Reich"! mit LoyalitälsevUärungeil goinacht hat, tst die Zeit vorbei, in der man sich mit Worten froikansen konnte... Es ist bedauerlich, daß man Zeit nnd Raum in der heutigen Not solchen vergeblichen Versuchen widmen muß, Versuchen einer klaren Stellungnahme an einer Zeitweise von goschichtlichcr Bedeutung eiilgegenziltrrten, Versuchen, unter Ausnützung der demokratischen Freiheit einen gangen Bollrteil dorthin hinüberguspielen, wo man schon selbst mit halbem oder gangem Herzen ist: in das Lager der maskierten Reaktion. Und daß man nicht zwei fuiÄanlentale Prinzipien erkennen und bekennen will: daß die Grundlage dioses Staates di« Demokratie ist, die Demokratie sanS Phrase und daß diese Demokratie die einzige Möglichkeit ist, auch der deutschen Minorität alle BolkSrcchle zu garantieren... Die dentschbürgerllche Politik ist wirklich bei eitlem„entweder— oder" angelangt und sie sollte sich, frei von Allusionen und ohne schon fast kindisch aimiiitende TarinlngSvevsnche entschließen. Es ist weder zu früh, noch zu spät; ein solcher Ent- schloß wird immer zeitgerecht sein. Landesvertreter Gebauer parteilos Fug. Gebauer, tHablonz, eines, der führen» dcn AHtglicder der DNSAP, hat ebenfalls den Austritt aus sciuer Partei vollzogen und will das Mandat als Landesvertreter als Parteiloser ausiibeu. die deutschen Parteien in der Hakenkreuzpartei auf gehen. Der Hintergrund ist sehr einfach: di« Haken- krenzpartei wurde soeben durch das Oberst« Gericht als cnw antistaatlich« irrrdcntislische Partei erklärt. Sie sieht nun, daß sic berechtigte Bcsüecht»»gen nm ihren Bestand haben muß. Diele Hakenkrruzler kommen vor Gericht und ihre Führer haben Angst, daß die Partei aufgelöst werden wird. Deswegen tvolle» sie schnell eine andere Partei errichten, sich wenigstens mit den Deutschnativnalen vereinigen, welche ilm nichts besser sind als die Hakenkreuzlev nnd möglichst viel« deutsche Parteien mit sich reißen. Unter denr Titel„Verwirrung u>r t e r unseren Deutschen" schreibt das Legionärsorgan„Närodnl Osvobozenl": Der Versuch der Organisation der Volksfront nnd der HeimatSfront zeigt, wie die Ereignisse in Deutschland und Oesterreich ans unsere Deutschen geistig eingewirkt haben. Unsere innere Situation kann dadurch kompliziert werden, wenn ans deutscher Seite nicht genug Verständnis dafür ist, daß der tschechische Kampf nm die Erhaltung der Demokrait« und der deutsche Kampf um di« Freiheit unn in eine Linie fallen und wenn ans tschechischer Seite nicht genug Verständnis für die Erkenntnis sein wird, wem der Rus nach Ausschluß ans der Regierung dient nnd wer davon den Vorteil hätte. Die deutschen Denwkraten, die deutschen Aktivisten, mässen sich setzt noch klarer sein über ihre politische Linie, damit wir so genieinsam dem Anstnrni des Hrtlerismns standhalten, in den schwersten Zeiten die schöpferische Kraft der tschechischsdeutschen Zu- samnumarbvit erweisen nnd nach dem Dovülbergehen des Sturmes über Europa unseren weiteren Zielen eirtgege»schreit«!, kömicn im Interesse des Staates Henleins„Loyalitätserklärung“ Das„Rudä Prävo“ eingestellt Prag, 3. Oktober. Tas Landcsamt hat die kommunistischen Blätter:„Rudö Prüvo", „I i h v 5 e s k y D c n i k", AP r a w d a" und „S v o b o d a", die sämtlich in Prag erscheinen, auf drei Monate eingestellt. Anch das Ostrauer Hauplorgan der koniinu- nistischen Partei„D 5 l n i c k y gestern für die Taner von drei stellt. Desgleichen Wnrdcn die Wochenblätter„B i t k o v n k" für sechs Monate eingestellt. An der Grenze Del Asch wird geprügelt! Ein junger Arbeitsloser, der öfter über der Grenz« Beeren pflückte und Hagebutten sammelte, wurde dieser Tag« iin W« l d e n a u e r Grenzabschnitt von dem SA-Mann E i b e l, der Grenzdienst versieht, angehalten, weil er vergessen hatte, seinen Grenzausweis mitzunehmen. Der SA-Mann beschimpfte den Arbeitslosen, durchsuchte feilte Taschen, faßte i h u beim Genick und hieß ihn mit znm Zollamt zu kommen. Dort beschimpfte der SA-Mann neuerlich mit den vulgärsten Ausdrücken den armen Arbeitslosen,— oct weder„Marxist" ist noch sonst irgend etwas verbrochen hat, als daß er einige.Hagebutten sammelte, schlug ihn schließlich mehrmals über den Kops und gab ihm mit der Bemerkung„So, jetzt Dleinuug, daß«s sich hier um oi««n Versuch handelt, ein Obdach für di« von der Auflösung bedrohte nationalsozialistisch« Partei zu finde». So schrerb-t das„Prüvo Lidu":' Ein junger hakcukrcuzlerrscher Turner mit Namen Konrad Henlein hat socken«inen Ausruf an all« doutschen Parteien hevaudgogeben, in dein er sie-ufforderl, gemeinsam ein«„Sudetendeulsche Heimatäfront" zu gvünden. Wie zu sehen, steht unter unseren Deutschen«in Führeriund des Volles, des tschechoslowakischen und des nach dem anderen aus und all« wollen, daß Ideutschen." iffl(MiummiiniimnnmiinmnnmnmnmnnnnniniuiminDinnjuiiminnnnniuniu)inmaiiniii)miiinmminmingiiiiHiiiinnniiiiiniuiiiiinniiiiiiiiinimininiiiiiiniiiiniiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiinin Volkssnori-Prozefi vor dem Obersten Gericht DNSAP staatsfeindlich/ Zusammenarbeit mit den reichsdeutschen Hakenkreuzlern die vom Gericht als verbrecherisch erkannt worden sei. Im weiteren Verlauf des Plädohcra br schivcrtc sich der Prokurator auch darüber, daß die Verteidigung den reichsdcutfchcn Rundfunk falsch informiert habe, der heute morgen von einer Fälschung des Haupt- verhandlungsprotokolls berichtete. Die Verteidigung hat versucht, mittels eines nicht definitiven und nicht unterzeichneten Protolollkonzeptv das Vertrauen in die tschechoslowakische Justiz zu erschüttern. Der Prvkurator beantragte schließlich die Abweisung aller Nichtigkeitsbeschwerden uild kritisierte das Urteil des Kreisgerichtes bloß in dem Simw, daß man den Angeklagten zu Unrecht das S t a a t s g e- ängnis zugebilligt hat. Er forderte das Gericht auf, nach den gesetzlichen Bestimmungen zu urteilen, die sich das tschechoslowakische Volk zum Schuhe seines Staates geschaffen hat. Nach kurzen Repliken der Verteidiger wurde die Verhandlung geschlossen. Das Urteil wird Samstag um 9 Uhr verkündet werden. Lin sudelendentsdier Nazi heizt in Dentsdiland gegen die ÜSR Der Hakenkrcuzler Otto aus KatHari n a b c r g ist vor einigen Monaten nach Deutschland geflüchtet, weil ihm auö mannigfachen Gründen der Boden in der Tschechoflo- wakei zu heiß geworden war. Der Mann wurde drüben auf Grund seiner mitgcbrachten Empfehlungen sehr gut ausgenommen nnd von den braunen Hunnen bald als Agitator verwendet. Otto bereist jetzt die sächsischen Grcnzorlc und hält dort- Vorträge über den„Kampf der Sude- tcndeutschen". Dabei schimpft er in der ordinärsten Weise ans die Tschechoslowakische Republik. Vor kurzen« erst sprach er in Jöhstadt, in Satzung nnd in Schcllcnberg. Die sächsische Nazipresse ist voll des Lobes für den.Hetzredner und berichtet, daß Ottos Schilderungen über die Verhältnisse in der Tschechoslowake« überall großes Interesse finden. ES wird gut fein, den Herrn Otto im Ange zu behalten, damit er, wenn er wieder einmal„zufällig" hcrnbcrkonimcn sollte, erfährt, daß man sich auch hier für ihn„interessiert". Auflösung von Ortsgruppen der DNSAP Die Meldungen über die Auflösung vor Ortsgruppen der Nationalsozialisten und die MandatSniederlcgungcu in den Geincinden über-> stürzcn sich. Sv hat sich die Ortsparlei der Hakenkreuzlcr in Prag, Karlsbad Fischern und viele«««««deren Orte«« Westböhmens.freiwillig aufgelöst. In Mähren nnd Schlesien' ist der gleiche Vorgang zu beobachten. Ein Teil der nationalsozialistischen Gemcindevertreter behält die Mandate bei, ein anderer legt sie nieder. Jedenfalls ist diese Bewegung der Auslösung der DNSAP zentral vorbereitet worden. Die Brü««ner Naziorganisation hat sich ebenfalls ausgelöst, nachdem schon am Vortag einer der führenden Funktionäre der Brünner Naziorganisation, Ctadtrat Judex, seinen An-- tritt aus der Partei gemeldet hatte. Sein Mandat will Index aber vorläufig beibehalten. Chaos in Havanna 75 Tote bei dem Kampf um das Hotel Eingreifen Amerikas 1 Die„Prager Presse" schreibt In ihrem gestrigen Leitartikel zur„Hemiatfront" des -Herrn Henlein u. a.: Di« Tarnungen sind diesmal stänker. Aber die Ideologie verrät sich doch in und Misch««« den' Zei- lcn. Zunächst einmal die Ueberwindung des Parteien- und KlasscnkainpseS. Das ist der FasciSmns, Ivie er im Buche steht, dein« die Demokratie kann und muß folgerichtig auf den Parteien aufgebaut sein, Ohne Parteien, mögen sie nun gut oder ichlecht fein, gibt eü doch keine Domokralle... Die Tarnungen basteihcn diesmal darin, daß Herr Henlein in dem Äiabenisahe„unter Anerkennung des Staates" die heute als so brauchbar anerkannte LoyalttätSeMaruiig aibgoben zu«nüssen glaubt. Einem nnscrn innerdeutsche«« Part«iverhält«rissen fcrnerfteheuder Beobachter muß diese ganze.Loyali- lätSevklärerci" grotesk anmuten. Ein« Partei hat nicht dei« Staat anzuerkenncn, höchsten- ist das unv gekehrte der Fall. Äst aber eine Part«! nicht loyal, so hat der Staat einfach das Recht und die Pflicht, sie mit Stiunpf und Stiel anSzurotten. Nacht den trüben Erfahrungen, die man hüben und drüben> Das Henlein spielt den Diktator Er betont Gegensatz auch zu den Nazis, veren Mandatare nvr als„Privatpersonen" bei Henlein ausgenommen werden. Der gesposfige ueusubetendeutsche Messias Konrad Henlein spielt sich bereits als Diktator auf, obwohl ihm die noch fehle», di« sich von ihm diktieren lassen. Heut« tritt«r schon wieder mit einer Erklärung au die Oefsentlichkeit, die man vorweg nur als eine Mischung voi« Diktatur-Absichten innerhalb einer ganz neuen Partei und von Mithilfe für die Tarnungsversuche der Nazis ansehe«« kann. Henlein betont nämlich, daß die von ihm ver- ösfentlichten Grundlinien angeblich vielfach im Gegensatz zu den von den Parteien bisher vertretenen Anschauungen und anch jener Partei stehe««, der er angeblich Unterschlupf schassen soll. Aus dem Ucbcrtritt von Nazis zu Henlein dürfe kein Schluß aus di« politische Führung der„Sndetendeutschen Heimatssront" gezogen werden, die allein in den Hände« Konrad Henleins liege. Der Neber» tritt von DNSAP-Mandataren zu Heulein sei lediglich als Akt von Privalper» sonen zu betrachten; die Macht halte Henlein in der Hand. Dazu la«» man zunächst, im Vergleich etwa des grotesk«»« Konrad Henlein mit dem tapferen Konrad Winkelried nur das Motto empfehlen: „Der Blädheit«ine Gasse!" Mel Hann in einem Klub Kasper, Simm und Köhler mache» sich - selbstständig! Tic drei-nationalsozialistischen Parlamentarier, die gestern ihren Austritt aus der DNSAP erklärten, haben a>« das Präsidium des Abgeordnetenhauses folgendes Schreiben gerichtet: Ergebenst Gefertigte teilen mit, daß sie an» 2. Oktober ans der DNSAP ausgetreten sind und damit aus dem parlamentarischen Klub dieser Partei allsschcideu Zwecks weiterer Ausübung ihrer Mandate habe«« sie sich zu einem eigenen Klub„Sudelendeutsche Parlamentarische Vereinigung" zusammenge. schlossen. Zum vorläusigen Geschäftsführer wurde der Abgeordnete Simm bestellt. Ergebenst Kasper, Köhler, Simm. Krebs legi sein Mandat nieder! Wie das„Russiger Tagblatt" erfährt, hat Abg. Hans Krebs jein Abgeordncte>»ma««dat nie* dergelegt. Krebs wurde im Wahlkreis Böhmisch- Lcipa ins Abgeordnetenhaus gewählt. besser beantwortet SclbsfäflKösHEg der DNSAP mit seinem Austritt Senator Dr. Franz Jcsscr ist auö der DNSAP. n«it solgendcr schriftlicher Begründung ausgetreten: Die Selbstauslösung der nationalsozialistischen Parte! stehl im Widersprach zu der von mir vorgcschlageuen Methode des Nrubaues der Politischen Vertretung ans ständischer Grund lage. Obwoht ich oft gei«ug in Opposition zu«nanchen politische«« Zielen der Partei und;u vielen taktischen und organisatorischen Methoden der Parteileitungen stand und meinen Verzicht aus das Mandat nur. ausgeschoben hatte, nm a cht als fahnenflüchtig angesehen zu werden, io würde ich trotzdem«ine behördliche Auslösung der Partei eine» Selb st auflös ung vorgezogen habe». Uu« diesen Gegensatz der Aussassungei« deutlich zum Ausdrucke . zu bringen, warte ich die Selbstauslösung nicht ab, sondern erkläre meinen Austritt aus der Partei. isebeemsenes Echo Einig« tschechisch« Blätter befassen sich mit dem flufruf zur Gründung ein«r„Sudetendeutschen cheimatssront" und sind der übereinftimm««ide>» Brünu, 3. Oktober. lEigenbericht.) In der heutigen Verhandlung des Volkssportprozesses vor den« Obersten Gericht w»«rde nach Beenoianng des Refercktes nnd einigen unweseiltlichen Kon- statierungen den Verteidiger«« das Wort zur Begründung jenes Telles ihrer Nichtigkeits- beschtverde ertellt, über die noch nicht«n nichl- öffentlichen Sitzungen des Senates entschieden wurde. Das erste Plädoyer hielt der Harrp«Verteidiger Dr. Stark, welcher neuerlich den Versuch unternahm. den Volkssport als ideelle Bewegung und die Angeklagten als urischllldige Opfer ihrer politischen ueberzeugung hinzustellen. In demselben Sinne plädoyierte Dr. Haller aus Freispruch des Angeklagten Illing, Dr. B r i t t a n n« für Schwab und Dr. David für Mehner, während P a l i e g e infolge der Abwesenheit der Verteidiger Dr. D e m b i tz k i und Dr. P r o ch e ohne Verlei- dignng blieb. Hierauf ergriff der Geueralprolu- rator Dr. Lorch das Wort, der iin Sinne einer extensiven A»«slrgnng des Gesetzes zum Schutze der Republik d«e Nichtigkeitsbeschwerde einer juristischen Kritik unterzog. Auf Grund des bereits vorliegenden oberst- gerichtliche«« Judikates nahm der Prokurator einer« vierfachen Tatbestand als er- «viesen an: 1. daß das Ziel der reichsdeut- schen NSDAP die Errichtung eines großdeutschen Staates fei, 2. daß die fudetendeutsche na- tiorralsozialistlsche Arbeiterpartei mit der« reichsdeutschen National- sozialisten in engem Zusammenhang arbeitet und dieselben Tendenzen verfolgt, 3. daß der Volkssport und Stüde ntenbuild organisierte Bestand- teile der NSDAP seien und 4. daß die Angeklagten innerhalb dieser Organisationen erne politische Tätigkeit in« Sinne des nationalsozial« st ischenProgram ms entwickelt haben. Das juristische Problem, um das es in diesen« Prozeß geht, besteht darin, festzustellen, ob der Tatbestand dem Sinn deS 8 2 des Schutzgesetzes entspricht. Der Prokurator bejahte diese Frage, indem er nach einer eingehenden Analyse der Bestinnnungei« des Schutzgesetzes darauf verwies, daß auch innerhalb der Demokratie der Begriff der politischen Freiheit nicht so weit gefaßt werden könne, daß darin auch eine gegendieExistenzdeSStaatesselbst gerichtete Tätigkeit in begriffe n wird. Die von der Verteidigung wiederholt beklagte»«angelnde Konkretisierung der strafbaren Handlungen bezeichnete Dr. Lorch al» nicht genügend zur Begründung der Nichtigkeit. Wenn jedoch«n diesem Zusammenhang die Frage gestellt wird, warum aus der Reihe der Nationalsozialisten sieben Persoiten herausgegriffen und angeklagt ivurde««, so sei jetzt durch die Entscheidung des Obersten Gerichtes festgestellt worden, daß die ganze nat ionalsozialistisch« Partei und die ihr angeschlosseuen Organisationen schuldig seien. Deshalb muß man sich auch der aus der Entscheidung entstehenden Konsequenzen bewußt werden, denn eS sei in einem Rechtsstaat undenkbar, daß eine politische Betätigung geduldet werden könne. Havanna, 3. Oktober. Die im Hotel „National"«ingeschlossenen Offiziere habe,« sich, wie bereits gestern kurz gemeldet wurde, ergeben. Die Truppen deS Obersten B a t t i st a drangen in das Hotel ein, bemächtigten sich der Waffen nnd führten die Offiziere ab. In dein eroberten.Hotel erklärte B a t t i st a, den sich dort aufhaltenden Offizieren, daß sie waffenlos dasselbe verlassen dürfen, u. zw. in Gruppen zu je fü««f Ma«»n.?lls dann die Offiziere daS Hotel verließen, wurde«« sie nach- einm«der verhaftet. Sie tverden bis zur endgültigen Entscheidung über ihr Schicksal iir-Haft belassen werden. Bei de« Kämpfen um das Hotel hat es schätzungsweise 75 Tot« und Hunderte von Ver- wuirdete« gegeben. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Unter den Toten befinden sich 85 bis 40 Soldaten, zehn Offiziere und einige zwanzig Studenten und Vrivatpersonen. Rach den letzten Meldungen soll der Rest der entwaffneten Offiziere nach ihrer Kapitulation niedergemetzelt worden sein. Rach Anbruch der Dunkelheit kam es überall in der Stadt zu Schießereien. Alle es heißt, stehen Soldaten im Kampf geaen Koininunisten und Studenten. Wo sich der Präsident Grau Sa« Martin befindet, weiß kein Mensch. Rach Gerüchten soll er gesangengenommen worden sein, al» er verwundeten Soldaten«inen Besuch abstattete. Die fremden Staatsangehörigen haben sich in die Gesandtschaften ihrer Staaten geflüchtet. Das Marinemlnisterlum der Bereinigte» Staaten ist auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das amerikanische Kriegsschiff„R e w M« x i e o" nähert sich Kuba. Das gesamte in Havanna akkreditiert« diplomatisch« Korps hat den Beschluß gefaßt, zu einer Geheimsitzung zusammeuzukommeu, um Beschlüsse zu fasse«», die sich auf solche Maßnahmen zu beziehen haben werden, die„namens der Menschlichkeit notwendig erscheinen. Tcitr 4 Mittwoch, 4. Oktober 1033 Nr. 232 T agesneuigkeiten seine ausgezeichnete Tätigkeit, des Genossen Eydlik gedenke», dir Bolksheim in !It> I Drechsler die Beziehungen zu ihm abbrelhcn wollte. Mord und Selbstmord. Mähr.-Oftrau, 3. Oktober. Heute oft der Chausseur Erwin Ulrich au In. fielt, erschoß heute ein Kommunist einen Bergwerksbeamten, wahrscheinlich deshalb, um sich wegen der Entlassung ans der Arbeit an ihm zu rächen. Ueber den Vorfall erfahren wir folgendes: Der 4Ljiihrigr Karl K l i m S a aus Szum- bark, ehemaliges kommunistisches Mitglied des Betriebsrates, welcher im Jänner d. I. von der Verwaltung der Grube„Pokrol" in PeterSwald aus der Arbeit entlassen wurde, drang heute etwa gegen acht Uhr früh in daS Büro des ", des 47jährigen j I o s r s G r y g a r, rin und erschoß ihn durch fünf Revolverschllsse. Klimiia wollte nach dieser Tat noch in die benachbarten Büros der WrrkSingenieure eindringcm Dies gelang ihm aber nicht, da di« Türen verschlossen waren. KlimSa flüchtet« hieraus zu der Fördergrube und stieg aus Leitern in die Grube. Der Mörder würde bisher noch nicht ergriffen. Es wurde die Gendarmerie und Polizei der Mähr.- Ostrauer Polizeidirektion berufen, welche nach dem Mörder im Schachte fahnden und di« Ursache des Mordangrisses untersuchen. Joses Grygar war B ü r g e r m e i st e r der Gemeinde PeterSwald, Vorsitzender der Lokalorganisation der nationaldemakratischen Partei und im Sokol und in der schlesischen Malier für Bolksknltur hervorragend tätig. Der Mord hat im Orte und in der Umgebung große Erregung hervorgcruscn. Morde begab sich der Mörder wieder ins Gasthaus, wo er Kegel spielte. Die KegelgescU- schäft bemerkte an ihm gar keine Erregung. Der Mord selbst wurde am Sonntag um 20 Uhr entdeckt. Montag früh traf der Mörder auf dem Wege zur M o r d st e l l e, wohin cs ihn unbezwingbar h i n z og, mit den: t^cndarmcricsähurich Taniöek zusamnien, der nach dem Mörder fahndete Als Gcndarmericsähn- rich Daniöek Teichmann von dem Morde an Adamik Mitteilung machte, sagte der Mörder, er könnte diese Meldung nicht glauben, Nachdem der" Gendarm erklärt hatte, daß Teichmann selbst bei dem Ermordeten am Sonntag um halb 5 Uhr noch gewesen sei, wurde der Mörder von dem Gendarmen ans das Gcnieindeam: gebracht und dort verhört. Im.Verlaufe des Verhörs stellte der Mörder plötzlich das Aniuchen, ihm zu gestatten, irgendetwas auf der Schreibmaschine zu schreiben. Als dieser Bitte willfahrt wurde, schrieb Teichmann: Ich habe den Adamik erschlagen. Tcichmann, der ei» intelligenter Mensch ist und früher, öffentlich tätig war, gestand den Mord vollauf ein. Tic Geschworenen beantworteten alle drei Fragen mit Ja, worauf das Gericht unter Vorsitz des Krcisgerichtsprästdcnteu Dr. Souöck den Mörder zum Tode durch den Strang verurteilte. Nach Verlesung des Urteilsspruches brach Revolverschsiffe gegen Vie Geliebte und deren Schwester. Koste«, 3. Oktober. DicnStag nachmittags begleitete der 20jährige Malergehilfe Adalbert Marion seine 18jähriac Geliebte Helena Kara- lovü und deren 23jäyrige Schwester Elisabeth. Martan geriet mit den beiden Mädchen in Streit, in dessen Verlauf er mehrere Rcvolvcrschüsse auf sic abgab. Beide stürzten schwer verletzt zu Boden. Marton ergriff die Flucht, wurde aber von der Polizei augebalten. Die beiden Mädchen wurden in daS staatliche Krankenhaus gebracht, wo sie operiert wurden. Ihre Verletzungen sind tödlich. Mähr.-Ostrau, 3. Oktober. Heute mittags erschoß der Chausseur Erwin Ulrich aus Mähr.- Ostrau in einem Hotel in Slezskä Ostrava seine Geliebte, die Kellnerin Marie Drechsler aus Slczskü Ostrava, und tötete sich dann durch einen gut gezielten Schuß in die rechte Schläfe. Beide waren sofort tot. Nach der ärztlichen Beschau wurden ihre Leichen in dir Leichcnkammer gebracht. Durch die Untersuchung wurde festgestellr, daß Ulrich sich zu dem Morde entschloß, well die Bergwerksbeamter von einem Arbeiter erichoflen. Der Töter flüchtet flch in die Fördergrube. Mähr.- O st r a u, 3. Oktober. s(!.P^>B) der Berggemeinde PeterSwald in Schle. und tschechischen Sozialdemokraten Tagesordnung„Lessingmvrd und Als Referent waren Genosse Militörilugzeug abgestürzt, zwei Tote. Prag, 3. Oktober.(TRO.) Am 2. Oktober havarierte daS Flugzeug s 1631 vom Fliegerregiment Nr. 3 im Abschnitt drS Schießplatzes in Hlbok» unweit M a l a e k y. Hiebet fanden Oberleutnant Feldpilot Karl K o u b a und Korporal Frldpilot Jaroslav B u r S i l, die sich an Bord de» Apparates befanden, den Tod. Die Ursache deS Unglücks untersucht eine Militärkommission. Ein französisches Flugzeug verunglückt. Pari», 3. Oktober. Unweit von Dijon ist ein französisches Passagierflugzeug abgestürzt. Der Pilot und der Mechaniker send tot. Probitz. Er hat 41 Ticnstjahrc als Lehrer hinter sich und war nebenberuflich 25 Jahre als Wanderlehrer für die Bienenzucht tätig. Verschiedene Ehrendiplomc von Bienenzuchtvcr- cinen, von den landwirtschaftlichen Genossen- schasten und anderen Körperschaften zeugen für Wir werden stets W. w, wie eS auch alle tun werden, für die er sich Zeit feines Lebens geopfert hat. Ermittlungsverfahren gegen den Brünner deutschen Konsul. Wie der„Prager Mittag" er- fährt, soll der Staatsanwalt in Brünn gegen den,, reichsdeutschen Konsul Gras B c t h u s i- H u c das Ermittlungsverfahren eingeleitct haben, weil' er versucht haben soll, in einer Weise, die unter das Terrorgesetz fällt, einen Brünner Buchhändler zu veranlassen, die Zeitschrift„T er Ausruf" aus dem Schaufenster zu entfernen. Das spanische Kahlnett gestürzt Madrid, 3. Oktober. Ministerpräsident 2er- roux eröffnete nachmittag feine Rede im Parlamente mit den tlassischen Worten:«Die dem Tod Geweihten grüßen Euch!" 'Aach der Rede des Ministerpräsidenten wurde die Regierung bei der Abstimmnng über die Vertrauensfrage mit 180 gegen 01 Stimmen geschlagen. Ter Ministerpräsident gab noch im Laufe des Abends deut Präsidenten der Republik die Gcsanitdemifsion der Regierung. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Donnerstag. Prag: 10.10 Schallplatlen. 12.35 Konzert. Iki.l Schallplatten. 17.35 Französischer Sprachkurs. 13.30 Deutsche Sendung: Zehn Minuten Aktuelles 20.5Z Virtuose Klaviermusik. 22.15 Schrammelkon zert.— Brünn: 16.00 Nachmittagskonzert. 1F.25 De u tsche Sendung: Unser Geheimnis, aus Leirhardts Buch„Leuchtrakelen". 2s. 15 Erinnerungen an die Sommernächte.— Preßburg: 17 30 Russische Lieder. 18.00 Violinkonzert.— Wien: 15.35 Kinderstunde. 17 00 Kulturaufgaben der Frau. 19.25„Die Oildin", Oper von Halövy. 22.30 Abendkonzert.— Heilsberg: 17.50 Zigenncrticdcr.— Berlin: 20.00 Mozart und Hapdn in Tanz und Spiel. die in dircklctn Widerspruch zu den Minder- heitenverträgcn stehen. Ter_0iat mußte sich schließlich nicht bloß mit dem Schutz der Minderheiten in einem bestimmten Gebiet, sondern direkt mit den in ganz Deutschland gültigen Gesetzen befassen. Mit Rücksicht auf dies« Tatsache forderte Verenger die Erklärung, wie Deutschland seine Gesetze mit den Prinzipien des Minderheitenschutzes iuS Einvernehmen bringen wolle. Verengers Rede-wurde sehr günstig und mit langandauerndem Beifall aufgcnommen. Der schwedische Delegierte Sandler befaßte sich ebenfalls mit der Petition Bernheim und erklärte, daß der Bölkerbundsrat nicht bloß im gegebenen Falle, sondern auch gegenüber dem ganzen jüdischen Problem in Te»t;chland seine Pflicht erfüllt hat. Ter Völkekbund darf das Interesse an der über die ganze Welt verstrculcit Raffe nicht verlieren. Ter polnische Delegierte Raczynjki machte in einer kurzen Darlegung über das Min- derheitenproblem darauf aufmerksam, daß alljährlich gerade jene Staaten, die durch dir Minder- heiienverträgc nicht gebunden sind, fordern, daß Acit-ertingen int System-cs Minderheitenschutzes vorgcnommcn lverdcn, hauptsächlich Acndcrungen in der Prozedur der Minderheiletibeschwerden. Tic polnische Delegation unterbreitete so- daiiit der 6. Kommission einen ResolutionS- cnlwurf, in lvctchcm kur; die Unrichtigkeiten des gegenwärtigen Systems des Miuderl-eitenschuhes, hauptsächlich das ungleick-e Rcck)t der Minder- heilen in den verschiedenen Staaten fcstgestcllt werden. Schließlich soll die Bölkerbundsverjamm- lttng die Anschauung aussprechen, daß cs notwendig ist, die gegenwärtige Lage durch Ausbreitung einer nenen allgemeinen Konvention zu ändern, die für alle Mitglieder des Völkerbundes in'Angelegenheit des Schutzes aller Rassen-, ReligionS- und sprachlichen Miuder- hcitcn die gleick^cu Verpflichtungen bringen wird. Auto-Katastrophen. Rom. 3. Oktober. Auf der Straße zwischen Padua und Genua fuhr rin Auto in cinr Meu- schcnntengü hinein; hiebei wurden vier Pcrfotien getötet und 17 verletzt.. Bologna, 3. Oktober. Boi Bologna wurde zwischen den Vororten Sampietro und Sangio- hanni bei einem Bahnübergang ein Auto von einem Lokalzug ersaßt und zertrümmert. Aus den Trümmerit wurden fünf Leichen hervorgezogen, drei weitere Insassen sind tödlich verletzt. Maron(Georgien),(Renier.) Der bekannte amerikanische Boxer?)onng S1 r i b b l i n g, dem nach einem Unfall auf dem Motocykl ein Bein ampitticrt werden mußte, ist gestorben. Nazidrohungen Legen Genossen neeser Freitag abends sand im Troppau etne ntasscnhaft besuchte Versammlung der deutschen statt mit der braune Pest". H e c g e r und für dir tschechischen Genossen Genosse K i d a aus Mähn-Ostrau erschienen. Zur Verfammfung hatten sich 100 bis 150 meist jugendliche Nanonalsozialisten eingesnnden. Sie sammelten sich vor dem Volkshoim und zogen dann korporativ in den Saal. Ein Teil postierte sich rückwärts, ein Teil aus der Galerie. Tre ersten Slörungsversnche wurden sofort, unterdrückt. Rach dem Reserat entfernten sie sich wieder geschlossen. Ein auf der Galerie postierter Ordner Hörle, wie einer der Rationalsoztalistcn zn einem anderen sagte:„Mach den Hahn frei!" Tic Polizei wurde sofort verständigt, gr-ff aber nicht ein. Auch als die'NationalsoZia- listen abzogrn, machte der Ordner die Polizei auf diese Gruppe der'Nationalsozialisten ausmerk- fam und sah, wie,sie c'.ne Waffe, allem Anschein nach einen Revolver, Weitergaben. Nach dein Perlasicn des Saales zogen die'Nationalsozialisten nicht ab, sondern poftierien sich vor dem Eingang zu»! Volkshcim. Ein in der Nähe stehender Ordner hörte ans der Menge der Na- tionalfozialistcn den Aiisspruch: auf den Heeger, wehe, ivenii wir den erwischen!" Die Polizei zerstrenie daun die Nationalsozialist!- schrn Trupps, wobei drei Vcrhaftniigcn vorgc- nonimcn wurden. General weijgand bei Hasaruh Topolöianky, 3. Oktober.(6PB.) Ter Präsident der Republik empfing heute den Generalinspektor der französischen Armee General Wcy- gand gemeinsam mit dem Minister, für nationale Verteidigung Brad n>'- und dem Kanzler Dr. 8Lmal. Rach der Audienz speisten Gäste mit dem Präsidenten zu Mittag. Ueberprsisung des Ergebnisses des Slratoph'lirenfluges. Moskau, 2. Oktober.(Daß.) Eine Sonderkom- Mission unter deut Vorsitz des Leiters der Haupt- vcrtvaltung des einheitlichen hydrometcorolvgi- fchcn Dienstes in der Sowictuition, Prof. W a n- g c n h e i ut', studiert gegenwärtig unter Mitarbeit des Professors Moltschanow und anderer wissenschaftlicher Persönlichkeiten dir WissenschasllichGi Ergebnisse des Stratosphären fluges. Die Kommillion wird auf Grund der Aufzeichnungen der Jnstrumeiltc und auf Grund der durch Beobachtung von verschiedenen Stellen auf der Erde erhaltenen'Angaben die Flughöhe des Stratosphärenballons„sSSR" genau bestimmen. Die Ergebnisse der Arbeiten dieser Kommission gelangen in den iiächsten Tage» zur Veröffentlichung. Es besteht Grund für die Au- iiahme, daß die tatsächlich erreichte Höhe größer ist, als dies die Apparate anzeigtcn, d. h. mehr als 19.000 Meter. I ,Wir warten I GrubenmcsserS dieser Grube, W'" VW Gestern hatte sich vor den Geichworcnen in Ung.-Hradisch der 27jährige gegenwärtig be schäftigungslos« Typograph Alots T« ichma n n wegen Ermordung des 7 l jährigen Landwirtes Mctodöj Jdamnik aus Starä Mösto zu verantworten. Der Mör-er gestand vor Gericht den Mord«in und beschrieb eingehend seine Schreckenstat. Teich mann brauchte Geld, ttm Gesellschafter einer Buchdruckerei zu werden, die er im-Hause des ermordeten Adamik zusammen mit seinen Gesellschaftern errichten toollte. Adamnik versprach dcni Teichtnaun das Geld, bis er den Hintertrakl d^S Hauses verkaust (zaben werde. Dies dauerte jedoch dem Tcichmann zulangc, und er faßte deshalb den Entschluß, sich das Geld auf eine andere Art zu beschaffen. Er besuchte am Freitag, den 10. Juli Adamiks.Haus, wobei er sich alles ganz genau besah. Samstag und Sonntag vormittag besuche er zahlreiche Gasthäuser, um sich Mut für seine furcht bare Tat a n z u t r i n k« n. Sonntag nach- iniltag statte!« er Adamik neuerdings einen Besuch ab: Rack)dem er die.Hauswirtschaft in Augen- >ch«in genommew fyatte, stürzte er plötzlich aus Adamik und begann ihn zu würgen. Als Adamik in Bewußtlosigkeit fiel, warf der Mörder Kleidungsstücke über sein Opfer und ging daran, Geld im-Hause zu suchen. Im Beti fand er 200 Kf. Ass Mamik zu röcheln begann, schlug , e r i h n'M it einer Hacke tot. Dann fand.„.. . er int Bett« noch 6700 sie.-'Nach, vollsührtem-d« r Angeklagte zusammen. Genosse Eydlik gestorben. Gestern ereilte uns die Nachricht, daß Genosse Eydlik, der treue Fachwaltcr der nt ä h r i s ch e n Klein- b a u e r n be w c g u ng, im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Mit ihm verliert die gesamte sozialdemokratische Bewegung in Möhren einen tapferen Kämpfer und-braven Menschen. Sein Wirken für die Kleinbauern und Häusler hat ihn in die vordersten Reihen gestellt. So sahen wir ihn bis zur Zeit seines Ablebens als Landes- Vertrauensmann für Mähren und Schle sien, als Obmann des Bezirksvercines Znaim und Nikolsburg, als Delegierten des Kleinbauern verbandes, im mährischen Landeskulturrat und als Vorstandsmitglied im Kleinbancrnverband lvirkcn. Die mährischen Kleinbauern und Häus ler haben seiner aufopferungsvollen Tätigkeit ganz besonders viel zu verdanken. Auch in der Partei bekleidete er mehrere Funktionen. Er war als Vertreter in der BczirksverWal lung in Znaim tätig, ebenso vorher als Ge nt e i n d e v e r t r e t c r in seiner Heimatgemeinde Probitz. Trotz seines hohen Alters ftfycnte er in den letzten Jahren keine Mühe, kein Opfer und keinen Weg, wenn es galt, die Interessen der Aermsten im Lande zu vertreten und diese zu schützen. Auch aus anderen Gebieten hat Ge nosse Eydlik fruchtbringende Arbeit geleistet. So war er schon in jungen Jahren in der Ge lt o s s e n s ch a s t s b e w e g u n g tätig und war auch später der Gründer der Raifseiscnkassa in aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit(iiiuiiiiiuiiiii(iii(iiiuiiiitumii»tiimiiuiuuimiimuitiiiiHiu Todesurteil in llng.Hradisch. Einen 71 jährigen Landwirt erschlagen. Tagung der Miernattonalen UntersuduingsKommlsslon Paris, 3. Oktober. Die internationale Nntersüchungskommission der Juristen, welche in London ihre Sitzungen abgehalteu hatte, wird Mittwoch zu einer nenen Tagung unter dem Vorsitze des Pariser Advokaten Moro G i r a s- feri zusammentreten, um einige neue bulgarische, deutsche und holländische Zeugen einzuver- nehmen und ihren Standpunkt zunt Leipziger Prozeß zu präzisieren. Debatte Ober das Minderheiten Problem in Genf Genf» 3. Oktober. In der 6. Kommissiou der Bötkerbundsrerjammtung(für politische Fragen) wurde heute ein« sehr lebhaft« und zeit weise spannende Debatte über das'Minder- heitcnproblem abgesührt. Im übrigen hat sich die gesamte Aufmerksamkeit der Völkerbunds. Versammlung der Frage des Minderheitenschutzes zugcweuüct. Bormittags hielt der deutsche Delegierte v. Keller eine längere Rede, in der er den deutschen Standpunkt zu dem Minderhelien- problcm darlegtc. Bezüglich der jüdischen Frage, führte Keller aus, daß die Juden in Dcutschlaiid wrdcr eine nationale,, noch eine sprachlich« Minderheit sind und daß das ganze jüdische Problem als ein demographisches und soziales, durch die allzu starke Zuwanderung der Jude» nach dem'löestcn entstandenes Problem gelöst werden muß. Ter ungarische Delegierte B a r a n y i be faßte sich namentlich mit dem Miiiderhciten- prvblem Mitteleuropas. Baranyi erhob in seinen Ausführungen einige indirekte Bclchuldigungen gegen Staaten, die er nicht nannte, in denen, wie er darlcgte. die ungarische Minderheit nicht so' behandelt würde, wie es die internationalen Verträge vorschreiben. Der Völkerbund, insbe- sondere der Bölkerbundsrat sei für eine wirksame Durchführung derMinderheitcnverträgc verant wortlich. Ungarn schlägt vor, daß eine Sonder kommission von Erperten, d. i. Ethnographen, Theologen, Rechtögrlehrte u. ä. eine Kontrolle des Riinderheitenschntzes durchsührc. Ter Vertreter Frankreichs, Verenger, erklärte, daß ans den Ausführungen des deut- scheu Delegierten auf eine neue Entwicklung in Deutschland geschlossen werden könnte, die zur Kenntnis genommen iverden müsse. Verenger sprach sodann über den bekannten Vorfall der Schädigung der Minderheiten, über den VorsatI Bern he im. Ter Rat wurde vor den Fall einer direkten Verletzung der Minderhcitenvcrträge und vor eine Durchführung von Prinzipien gestellt, Nr. 282 Mittwoch. 4. Oktober!!)??> /eilt 5 Bekenntnis der«elfte». Ich bl» proteifchen Geschlecht» Und wechllt meint Meinung Je nach dem Stande de» Gefechts. Mal bin ich link», mal bi» ich rechts, Bejahung und Verneinung. Ich halt' es mit der Konjunktur Und heule mit den Wölfen. Nur wer labil ist von Natur, Bleibt immer auf der rechten Spur Und kann sich wetterhelfe». Wer noch an Ueberzeugung glaubt. Der ist ei« dummes Luder. Ich hab' mich nirgends festgefchraubt Und gehe stet» und überhaupt Mit denen, die am Ruder. Liberator. Wirbelsturm über Jamaika. Kingston, 3. Oktober.(Reuter.) Die Insel Jamaika wurde von einem Wirbelsturm heimgesucht. Nähere Einzelheiten liegen vorderhand noch nicht vor, da die Verbindung unterbrochen ist. Sudetendeutsche„Führer"-Journalistik. Der „T« P l i tz- J ch ö n o n r r Anzeiger", dessen dreiviertclfascislischc„Geistigkeit" wir wiederholt kennzeichneten, zeigt selbstverständlich größte Lust, sich dem Fähnlein de» Henlein zurugesrllcn. Eine Anspielung der„Narodni Politika" genügt dem „T.-Sch. A." schon, um in fetten Zeilen zu ver- künden:„Henlein— der sudetrnoeut- sche Hitler". Die unfreiwillige Komik solcher Beleuchtung, um die e» aber dem„T.-Sch. A." bestimmt ziemlich ernst ist,>v-rd aber noch ergötzlicher, wenn nian gleich weiter in dem genannten Blatt eine Meldung unter folgender Ueberschrift liest: Henlein lädt Masaryk ein. Da legst dich nieder! Ei» aufmerksamer Mensch, dieser Henlein! Masarpk wird sich die Ehre gr- büyrcnd zu schätzen wissen... Doch rin Erfolg der Welt-WirtschaftS-Kon- serenz? Daß die Mitglieder von Konferenzen und Kongressen sich» auf Kosten der Steuerträger ihrer Länder gut gehen lassen, ist eine bekannte Tatsache. Doch die im Juli d. I. in London so kläglich verlaufene Wclt-Wirtschaftskonscrenz scheint sich nach dieser Richtung besonder» her- vorgetan zu haben. Ein Lonoonervlatt schrieb: Aus einem fünfunddreißig Me:er langen Büfett waren die auserlesensten Dinge aus aller Welt ausgestapelt. Ter beste Wein aus aller Herren Lander floß in strömen. Wenn die Delegierten auch sonst nicht viel.nach Hause bringen, ein ruinierte- B e r d a u u n g s sy- st c m bringen sie sicher mit. Schon gibt es Delc- giertc, die keinen Kaviar mehr sehen und das Wort„Champagner"»>cht mehr hören können und, wenn sie allein sind, nur noch Mineralwasser trinken. Diplomaten, die schon viele Konserenzen durchgemachl haben, erklären, daß A« hnIiche» noch nie dagewesen sei. Da sich die.Herren Delegierten in dieser internationalen WhiSkn-, Wein und Liköratmosphäre so vergnüglich fühlten, mochte der französische Minister Sarraui, der auch Mitglied deS internationalen Weinamies ist, den Vorschlag, die Welt müsse wieder sausen lernen. Wenn einer sür dos Glück und doS Wohl der Menschheit kämpse, müsse er für den Weinkonsum eintreten. Tie Krise sei zum größten Teil darauf zurück zusühren, daß die Leute zu wenig trinken. Asso Prost»' Reichsdeutscher Postdiebstahl. Tie deutsche Reichsdiebpost rühmt sich offen ihrer Verbrechen gegen den internationalen Weltpostvcrtrag. Der als Polizeipräsident von Aachen eingesetzte Hit- lerist teilt öffentlich mit, daß dort d>e Sendungen des„Zentralkomitees" der„Antifascisten- Bereinigung Europas" nach Skandinavien erbrochen und gestohlen tverdcn. Ter Pakctumschlag einer Sendung von mehreren hundert Exemplaren der Zeitung: Antifaseistische Front nach Kopenhagen ist seines Inhalts beraubt und, mit Nazizeitungen gefüsit weiter geschickt worden. In Berlin wurde die dänische Zeitung„Politiken", die per Flugpost von Kopenhagen nach Frankreich und weiter abqesandt war, beschlagnahmt worden. Auch die Durchfuhr der Saarbrückener „Deutschen Freiheit" nach der Tschechoslowakei wird in Deutschland beschnüffelt und oft-gehindert. Ein einzigartige» Radioerpcriment hat die Sternwarte von Areetri bei Floren; für gestern, dem Mareon-tag der Chieagoer Weltausstellung, vorgesehen. Sie wist ein R a d i o s i g n a l über- Mitteln, welches durch das Licht des Pla- neten Saturnus hervorgcrufen werden und in Amerika sichtbar sein soll. Da» Licht des Saturn wird von einem kleinen Teleskop gesammelt, dann durch den empfindlichen Kern eines photoelektrischen Ventils konzentrier« und von dort aus mit einem Amplisikationtstroni zum Kabel übergehen, dos an eine K u r z- wellen st ation. angeschlossen ist. Diese soll dgs Signal in Richtung Amerika weiterverbreiten. Ei» Relais soll e» dann sichtbar machen. Italienische Bevölkerungszissern. Tas Statistische Amt m Rom verlautbart, dqß die Bevölkerung Italiens bis zum 81. August d. I. seit der im April 1831 vorgenommenen Volks« zähluna um zwei Millionen angewcrch? sen ist und gegenwärtig 42,554.000 Einwohner zählt. Rom hat 1,072.514, Mailand 1,030.264, Neapel 862.311 und Genua 625.362 Einwohner. ELIDA SEIFE S oder ne Wissenschaft lehrt - SCHÖNHEIT Modern und richtig ist cs, auch Schönheit nach ärztlichen Ratschlägen zu pflegen. Berühmte Hautspezialisten haben über die neue Eflida 7 Blumen-Seife hervorragend geurteilt, ihre kosmetische Wirksamkeit restlos bestätigt: Ihr Teint wird klarer, zarter, schöner! Ein(Mberfcl» ms der Zeit Adr«»««. Archäologische Forschungen in Nordostpersien. Die schwedische archäologische Expedition, di« im September de» Jahre» 1832 nach Nordostpersien zwecks Ausgrabungen ausgerüstet wurde, kehrte nun nach Schtveden zurück. Ihre Hauptaufgabe bildete die Durchstudierung der Kultur au» der Kupferzeit in Nordostpersien, die ollem Anscheine nach das Bindeglied zwischen den heutigen Kulturen im Fernen Osten(Nordchina) und den Kulturen im Westen(Irak, Kleinasien, Südrußland und Balkan) bildete. Tie Expedition begann ihre Ausgrabungen in der großen Mrkmenischen Steppe(östlich vom Kaspischen Meer), etwa 16 Kilometer nördlich von Asterabad, im großen„T e p»", d. s. durch Erde bedeckte Ruinen einer alten Stadt. Diese Ruinen werden von den Eingeborenen S ch a h- t e p» genannt(Grabhügel des König-) und messen 180 Meter der Länge und 150 Meter der Breit« nach und sind 8 Meter hoch. Einhundert persische und turkmenische Arbeiter wurden für die AuSgrabungsarbeitcn angeworben und ip drei Monaten wurde die Oberfläche de» Grabhügel» in einer Ausdehnung von 800 Quadratmetern auSeinandcrgeworfen. In einer Tief« von 1—lMeter wurde eine Schicht mit einer gan^n Reihe von muselmanischen Gräbern au» der Zeit 800 bi» 1000 nach Christi gesunden. Inmitten der Gräber wurden Grundmauern eines BestattungSturmcS aus Ziegeln und eine zeitgenössische, da» Datuni ihre- Baues, da» Jahr 007 n. Chr. enthaltende Jnsibrist ausgefunden. Gleich unterhalb dieser Schicht wurden andere Gräber an» der Periode aefundcn, die, nach allem zu urteilen, dem A n- sang der Bronzezeit, entsprechen. In diesen Gräbern wurden schwarze und graue Ge- säk« in den Prächtigsten AnSführunaen und in rablreichen Formen sowie eine Reihe von Zockern gefunden. Diese 2W bi» 3 Meter hohe Schicht war voll von schwarzen Gesäßschrrben mit geometrischen, gleichfalls schwarzen, Zcich» nungen auf rotem Grunde. Die Epoche, au» der diese Funde stammen, kann nach den vorhandenen verzierten Karneolen de» in der chaldäischen Stadt Ur gefundenen Typ» 4500 bis 5000 Iah" zurück verlegt werden. Außerdem entdeckte man Mauerwerk aus luftgetrockneten Ziegeln, Brunnen und Feuer, stätten. Eine Opferslättc brachte nach der Au»- grabung fünf deformierte Skelette, die im Kreise angeordnet waren, eine ganze Anzahl von Opfer- lämmcrn und Opfergcfäßen zum Vorschein. Bis jetzt wurden zirka 260 Skelette gesunden; der ganze Grabhügel wird mindesten» 5000 bi» 6000 Skelette enthalten. Auch fand man unbeschädigte Andenken, so z. B. Skulpturen, zirka 400 tönerne Töpse, Instrumente aus Knochen und Ouarz, zirka 10 Gefäße aus Alabaster, einige Speerspitzen, Armbänder, Fingerringe, Ohrgehänge aus Kupfer, einige Broschen und Ringe aus Silber und Gold sowie Perlen. Die Hälfte dieser gefundenen Gegenstände wird der persi.' schen Regierung abgegeben, die andere Hälfte wird nach Schweden gebracht werden. Durch diese Forschungen>var c» möglich, aus sicherer Grundlage die vorhistorische Chronologie der turkmenischen Steppe feftzustellen. Die Funde stammen wahrscheinlich aus dem vierten Jahrtausend v, Chr. und keine derselben haben ein geringeres Alter als 3500 Jahre, anSgenon»- men die muselmanischen Geaenstände. Zwischen diesen und den prähistorischen Funden besteht eine Z e i t l ü ck e von 2500 Jahren. Diese Lücke existiert aller Wahrscheinlichkeit nach auch an den anderen in Trümmer gegangenen Stätten in der turkmenischen Ttevpe, deren e» noch mehr al» 300 gibt. Alle diese Trümmerstätten wurden kartographisch von der Ervedition ans- genommen, die mit sehr reicher wissenschaftsich.r Bente nach Schweden zurückkehrte. London beginnt zu wirken. Die„Leipziger Neuesten Nachrichten", daS gleichgesckxiltetc Hitler blatt, macht folgendes interessante Eingeständnis: „.... Da» Gift de» verleumderischen Braunbuches und die Hohlheiten dc§ sogenannten Londoner Spruche» beginnen zu wirken und das so notwendige Vertrauen zwischen dem neuen Deutschland und der Welt zu untergraben..." Im Troppauer KrciSgericht wurde Sonntag in den Abendstunden ein verwegener Einbruch verübt. Tie Täter, die mit den örtlichen Brrhällnissen genau bekannt gewesen sein müsjen— cs dürfte sich um entlassene Sträfling« handeln—, drangen zuerst in die Wohnung des GerichtSportierS Johann Gavor ein, wo sic 18 Baulol« im Werte von 3000 Ki und jiüci Uhren und Münzen im Werte von 60 K» erbeuteten. Amtsgelder in der Höhe von 80.000 d», di« an einem anderen Orte aufbcwahrt worden waren, entdeckten die Täter nicht. Hierauf drangen die Diebe in die Räume der Staatsanwaltschaft ei», wo sie einige Tchrcibtischc ausbrachen und verschiedene kleinere Wertgegenstände, u. a. eine Zigarcttendosc des Staatsanwaltes Bill, raubten. Tie Einbrrchcr konnten unerkannt entkommen. Tie Polizei hat die Untersuchung eingeleitet. Unglückbringer Motorrad. Aus M i»k o l c z wird gemeldet: Ein Artillerie-Unteroffizier fuhr mit feinem Motorrad in voller Geschwindigkeit in ein« vor der Kaserne stehend« Grupp« von Artilleriesoldaten. Ein Unteroffizier wurde tödlich verletzt. Ter unvorsichtig« Fehler erlitt gleichfalls schwere Aerletzungcn, denen er bald darauf erlag. s verrollen, leset und verbreitet die Arbeitervresie. Die Rach? der Cobra. Novellette von H a n S Arnold. Eine der Attraktionsnummern deS Robbt«- Wanderzirkus, der seine Erfolge hauptsächlich in mittleren und kleineren Städten erzielte, war die Fat'.rnunlmer deS Mr. Naitomi. Dieser war «in Eurasier und vereinigte in seiner Person Ivie die meisten MischblutS die unangenehmen Eigenschaften seiner beiden Stamnirsrasscn. Einerseits herrisch und brutal, verstand er es aber ebenso gut, den lauernden und unterwürfigen Charakter des Asiaten vorzukchrcn. Seine beiden Partner waren eine noch jtinge Frau von uiizweifelhaft weißer Herkunft, auf deren noch immer schönen Zügen aber das unstcie und nervenaufreibende Zirkuslcbcn bereits seine deutlich sichtbaren Spuren hinterlassen hatte und ein etwa zwölfjähriger Hinduknabr, den er weiß Gott irgcndtvo in Indien aufgelcsen haben mochte. Tic Nummer des Air. Naitomi bestand in Vorführungen sogenannter indischer Fakir- Wunder und. war infolge der sehr geschickt gehandhabten Tricks beliebt. Weniger beliebt aber w.ar Naitomi selbst bei seinen Kollegen und speziell bei seinen Partnern wegen seines an sich schon störrischen und jähzornigen Wesens, Am Vorabend der nachfolgenden Begebenheit war er wieder einmal wegen eines geringfügigen Versehens von seinem Herrn und Meister schwer mißhandelt worden. Da hatte sich die Frau schützend vor ihn gestellt, wobei sic selbst einen heftigen Peitschenschlag abbekam. Der Junge konnte sich indes in Sicherheit bringen. Außerhalb des Wohnwagens konnte er aber noch di« heftigen und'sinnlosen Vorwürfe des Mannes wegen ihres Eintretens sür ihn mit anhoren. Als sic kur; daraus hcrauskam und ihm mitleidig das Haar streichelte, wobei sie eine bitter« Bemerkung über ihr trauriges Los machte, leuchteten seine dunklen Augen dankbar, aber zugleich rätselvoll drohend aus. Dann So steht ein„moderner" Matrose ans! Diese eigenartige Aufnahme wurde bei den großen englischen Flottenmanövern an der Ostküste Schottlands gemacht, bei denen groß« Bombcngcschwadcr eingesetzt wurden, von denen di« Kriegsschiffe auch mit Gasbomben bedroht werden sollten. Der Matrose sucht mit ausgesetzter Gasmaske durch ein Teleskop den Horizont nach dem Feinde ab. begab er sich zu seinen Schlangen. Zu seinen Obliegenheiten gehörte nämlich auch dir Pflege der gesamten Cobras, mit denen Naitomi seine gefährlichen und verblüffenden Tricks auSführle. Zwar Warrn den Tieren die todbringenden Gifi- zähnc auSgcbrochcn; da aber diese in gewissen Abständen immer wieder nachivuchsen, mußten die Schlangen daraufhin genau beobachtet und behandelt werden. Der Knabe verstand sich außerordentlich gut mit diesen gefährlichen und unoerechenbarcn Tieren, dir ihm gegenüber eine gewisse wohlwollende Gleichgültigkeit an den Tag legten. Er kannte genau jede einzelne und hatte ihnrn sogar Nanren. gegeben.-—Bei der Fütterung cm diesem Abend»kille er fest, daß „Nima", einem alten, ausgewachsenen Tier, die Zähne so weit nachgewachsen waren, daß ein weiteres Arbeiten mit ihm gefährlich werden konnte. Am nächsten Morgen öffnete Naitomi wie immer die Körbe der Schlangen und untersuchte flüchtig die bei seinem Anblick gereizt die Schilder aufrichtcnden Tiere, ohne den dabcistehcnden Knaben eines Wortes oder Blickes zu würdigen. Auch dieser schwieg und teilte feineni Herrn nichts von seiner Entdeckung mit.— Der Abend kam und brachte wie gewöhnlich rin gut- bcsnchteS Hans. Naitomi>nar vorzüglich in Form und erzielte großen ApvlanS. Bei dec monotonen Musik seiner Hindnflöte richteten>"ch die Tiere ans ihren Körben ans und vollfükr>en ihre sonderbar tanzenden Bewegungen. Aber damit begnügte sich Naitomi nicht; er lockte sie heran», und sie folgten ihm wie zahme Hunde. Den Abschluß seiner Darbietung machte dann eine Art Sketch:„Die Rache der Cobra". Im Programmheft war dazu ein Kommentar verzeichnet und auf die Tatsache einer Art Ehe- lebens dieser Tiere hingewirsrn, woran» sich die in Indien häufig beobachteten Fälle erklären ließen, daß die Anwesenheit bzw. Tötung einer Schlange in einem Gehöft unweigerlich bald darauf den Besuch einer zweiten nach sich zöge. Dadurch war das Interesse der Zuschauer ans das höchste gesteigert, und sic folgten in a!cm- loscr Spannung dieser pantomimischen Sckilnß- darbietnng. Zuerst erschien die Partnerin Nai- tomis und legte sich ans einen Divan. Plötzlich schrie sic entsetzt ans, denn vor ihr hatte sich die Cobra aufgcrichtrt. Naitomi sprang hinzn: ein sicherer Griff, und die Schlange lag am Boden, scheinbar leblos. Während er die Fra» zu beruhigen versucht, ertönt ihr neuer Aufschrei, denn vor dem Diwan hat sich eine zweite Schlange ansgerichtet. Nun folgte der Kampf Naitomis mit dem Reptil, in dessen Verlauf er programmweise gebissen wurde, während der nunmehr austretende Knabe mit seiner Flöte das wütende Tier beruhigte, in seinen Korb lockte und mit diesem und der vorher scheinbar getöteten Schlange verschwand. Inzwischen bemühte sich die Frau um den scheinbar getöteten Naitomi. Die Nummer erntete Ivie immer rauschenden Beifall. Aber während sich Naitomi noch verbeugte, bemerkte er an einem plötzlichen Tchwin- delansall, daß er diesmal nicht wie sonst von einer ihrer Gistzähne beraubten Schlange gebissen war, sondern das tödliche Gift in seinen Adern hatte. Er alarmierte sofort einen Arzt und wandte inzwischen alle ihm bekannten und zur Hand befindlichen Gegenmittel an. Der Arzt war bald zur Stelle, aber alle seine Kunst, selbst eine Insektion mit Schlangengift-Scrium vermochte nicht Naitomi zu retten sondern verlängerte nur seinen Todrskampf. Am nächsten Morgen war er tot. Der Hinduknabr aber war und blieb spurlos verschwunden. Seite 8 Mttwoch. 4. VNoder 1888 Nr. S82 Die Allnr-Opere 1v nid Ottartur^nm für Ktinst er Vroleßorter Herr Kicpura, sich viele ein Frauen lei Gerichtssaal dem engen Kunst und Wissen spüren. 3 u r o. Sporl• Spiel' MmollM zn verhallen, del. Mitteilungen an» dem Publikum 19.77 Mark bleiben nach geht noch 1.20 Mark für nm das kostbare Murren da un« keine rechte Be- iiber 28 Kilometer wurde Prater durchgeführt und Tausende von Menschen Männer in schleppenden er an dem worden sei. ün- führen, bin. die am schlagen, ni a Und den mit sank die staatliche Unterstützung, seine versagte mir Gott und bot gratis bloß Parlluftbenützung. Mensch, der denkt, doch ein Höhere» steuert au- am festgesetzten Termin. hab'— zwei Silvester erwerbslos gefeiert, trat eine Ver- neuerliche ärztliche „Ein Lieb für DieH!" Aufnahme der Schüler in die Kurse tschechischer und deutscher Stenographie— System Babelsberger (Abteilungen für Anfänger und Fortgeschrittene) findet täglich von 18 bis 18.80 Uhr im Stadt. Mädchen-Real-Gymnasium, Praha I., Duänr 19, statt. 2119 laufenden T i ch" als Erlebnisse. Stimmen be j a h t. so daß der Angeklagte tatsächlich nur dieser Uvbcrtretung schuldig erkannt und zu zwei Menaren Arrest unbedingt verurteilt wurde. ob. krümmen sich vor Untcrleibsschmer- ..." Ta fällt die erste Lanitätcr kommen. Ein z. Ab ins Krankenhaus. - Probe! Achtung— zor:„Ein Lied für Dich." großen Liebe."— Avion: - Bajkal: fun." vikt: der französischen Polizei.'— Louvre der franMsthcn Polizei. von Die illustrierte WocAeu«cftri/l tiMAetni fetten foimlog ttfteroll«MUIM Vereinsnadiriditen ^WWWMWWM»WWMWMWWMWWWWMW»«»W>^rW ArbcHcr-Tarn- and Sportverein Ural Ausschußsitzung, heute Mittwoch, um 7 Uhr abends, im Restaurant„U kupeu", Stöpanska. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller Funktionäre Pflicht, da letzte Sitzung vor der Generalversammlung. blenden ab. Tie Lust ist Gesellschaft" prungbrelt steht 3 c o tt Tenor, nnd singt— im Lied, das nach dem un Ratschluß der Filmkonseklionäre werden soll. Und es dreht.... Frauen zen.„Mir ist so schlecht. um.„Oh, mein Leib!" Z Arzt ist nicht da. Blutstur Weiler:„Achtung- Aufnahme!" Eine Fra» wird im Wasser ohnmächtig. Raus! Weiter! Eine halbe Stunde Mittagspause. Wieder ins Wasser. Was kümmert es den Regisseur, daß sechs Komparsinnen, sechs arme Proletenmädel, nacheinander hinausgetraaen werden müssen? Nichts. Er dreht sich kanm danach um. Jede Minute kostet Geld, die„Allianz" muß mit ihrem Film sertig werden... und der, Song des SA'Proleten (Aus der antifaseistischen Feier:„Wir klagen an.") Einst hatte ich Arbeit.&a. hieß eS bald: Tie Kürzung ist der Lohnes Würzung. Tie Krise kam aus dem Hinterhalt, Und Kurs um Kurs geriet in Bestürzung. Ist flog aus- Pflaster. ES stieg die Not Und Die Mir Ter Ihn Ich. Tann wußte ich, daß ich ein Bettler bin. Ein Bettler— Heil und Hurra! Mein Magen, der pfiff aus dem letzten Loch Ter Riemen-, den ich enger schnürte. Kerlt, die auS dem Lokal wir jüngst noch Geschmissen hallen, war'n wieder die Wirte. Pon Politik, da wußt' ich nicht viel, Hörte nur immer: Zahl du die Zeche. Im dreckigen Stempelkarienspiel War ich der Einsatz für Schwindler, für freche. Ta habe ich plötzlich um mich geschlagen. Tie Kerls zu treffen, war leicht, wie's schien. Doch traf ich den Roten. Stolz ließ ich mir faxen lind wußte bald, daß ich ein Nazi bin. SA.-Mann— Heil und Hurra! Und dann wurde Hitler Kanzler und sprach: Angelreten! Angetreten, Angespieu hab' Ich den roten Hund Und schoß Raketen ab und Proleten, s Tie Schieber sitzen noch immer im Speck. • Vielleicht verjagt er sie nach dem Winter? ! Ich aber sitze noch immer im Treck. I Steht was bevor? Steckt was dahinter? ! Bei uns hier ist nichts von Arbeit zu Ich weiß nicht: ist'» so nur in Berlin? I Ich weiß nicht. Ich weiß nicht, wohin sie 1 Eins weiß ich nur: daß ich ein Henker I Ein Henker—-Heil und Hurra! Ein Dreistundenrennen»ach SechStogeart ver- ! anstalteten Sonntag aus der Wiener Stadion-Babn die Arbeiter-Radfahrer als Abschluß der dessährigen Bahnrenmaifon. E» war eine äußerst gesungene Veranstaltung und hob sich wohltuend von den Ge- pflogenllwiten der bürgerlichen Rennfahrer ab. Siegreich blieib die Straßenibahner-Mamrscha-1 Schma- derer-Ziegler mit 68 Puirkien vor Brüder Mobr (ebenfalls Straßenibahn) mit.M Punkten und ein- Runde zurück. Die Sieger Vevbesierten die Bestleistungen über 1 Stunde und über 2 Stunden sow'e auch die Gesamtleistung als neue Bestlerstuna g'lt. Tie neuen Bastleistungen sind: lieber 1 Stunde: 40 Kilometer, über 2 Stunden. 78.8 Kilometer, über 8 Stunden 115.6 Kilometer. Hlm ii Praiier UiMspiilUuin bis einschließlich Donnerstag, den 5. Oktober. Adria:„Der Revisor.'— Also: ,„King Kong."— Beranek:„Die Blume von Hawal."— Fenir.:„12 Stühle."— Flora:„Das Teufelsanädel." — Gaumont:„Fräulein HoffmaimS Erzählungen." — Hollywood:„Fräulein Hoffmanns Erzählungen.' — Hvszda:„Der Revisor."— Julis:„Walzerrausch."— Kinema, B.-Th.: Halb 2 bis halb 8'Ihr: Journale, Reportagen, Grotesken.— Koruna:„Der Schuß im Panzergewölbe."— Kotva:„Das Mädel aus der Ziege'ei."— Lueerna:„Da» Mädel aus der Ziegelei."— Metro:„Tas Mädel au» der Ziegelei."— Olympir:„Armer kleiner Held." — Praha:„Ter Schuß im Panzergewölk:."— Radio:„Dix Nacht der großen Liebe."— Skaut: -- Svsto- — Alma:„Die Nacht der |.. und wer küßt mich?' „Das TeufelSmädel."— Favorit:.T,i- — Kapitol:„Irrlichter von Par'»"— Kon- „DaS TeufelSmädel."— Lido:, Geheimnisse „Geheimnisse ."— Maeerka:„Die Blume Hawai."— Roxy:„Die Blume von Hawai." Baldek:„Das Teufelsmädel."— Belvedere: „Niemandsland."— Brseda:„Was Frauen träumen."— Earlton:„Taifun."— Illusion:„Die Nacht der großen Liebe."— Sport-Smichov:„Der Wolfsmann."— U Bejvodu:„Das letzte Lied." eec•*«o«fc«Xi eitgftta r«» b.- lib e t SilWm«iei■ e t.-»-r°«iwsnUcher Redakteur! Dl.«mll s,ra,z. Pra,.- Druck:-Rat«' 1.4. Ht«eltuu» nnb»uchdeuck, Br«,—»ür den Druck uerannuarMck,- Qu. taiii* W- DU 2-l>un-»m°rtentian,an>t wurde»,n der«»ft.». retearaodenairelUun«u«rla» Rr ,S.S00/vn,mo dewtMar.-«i,u,«dr»>n,un,e»;«et gufielluna tu, Hau«-der dis«e,u, durch die Hak wnnaIlich rr lä-,«^ruUidrNch Ui L- paUiatzr:, Ki M>—,«aneiadu, M Ix..—,— Jaseraia werde» laut Zatif biOigft berrchoel. Bei allere» ai»lchaUu»«e» Vrei«»achta»,— Rücklteo««, do» Kauuskriple» ersalgt»ur sei ikuljeudu», der Relaurwarle»,^*' Tie Ausstellung jugoslawischer Studien von Helmuth Krommer im Kunswerein für Böhmen (Prag 11., Pslroiora 12) ist tägl'ch von 0 bi» ä Uhr geöffnet. Wochenspielplon de» Neuen deutschen Theater». Mittwoch, Im 1b 8 Uhr:„(Dia nie I, H u t und Handschuh e", Erstausführung(B 1).— Donnerstag, halb 8 Uhr:„La Boheme" tC2).— Freitag, 8 Uhr:„M o m s c l l N i I o u ch e"(D 1).— Sam», tag, halb 8 Uhr:„Mantel, Hui und Hand- schuh c". Wochenspielplon der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:..Mamsell« Ni tauche".— Donnerstag, 8 Uyr:„P e n s i o n S ch ö l l e t*.— Freitag, 8 Uhr:„Die Trasik Ihrer Exzellenz".— Santitag, halb 8 Uhr:„Bezaubernde» Frau- l e i n". der worden! Ihnen werden vier Mark abgezogen, und morgen sind Sie nicht mehr hier— das sage ich Ihnen!" wird weiter geprobt, weiter ge Film— die große Sehnsucht vieler junger Menschen. Bon Glanz träumen sic, von Ruhm und von Phantasie-Gagen. Und wenn sie schon nicht der„berühmte Star" werden können, nun, dann möchten sie doch wenigstens als Tarsteller kleiner Rollen mitmachen oder, wenn'» garnichl anders geht, als Komparsen. Sei es auch nur, um einmal inmitten des interessanten, glänzenden Kulissenlebens, um einmal im grellen Licht der Scheinwerfer zn stehen... Im Folgenden wollen wir versuchen, ein ungeschminktes Bild vom Lebet? nnd der Arbeit in einem Berliner Filmatelier zu geben. Eine Schauspielerin, die bei der jetzt in Prag nnd auch in sudelendentschen Städten k— Film-Operette„E i n Lied für Komparsin milmachie, schildert ihre der das meiste Geld kostet, schwitzt und singt. Singt mit halber Stimme, Organ zu schonen. Erst al» das len im Wasser sanier wird nnd geisterung beim Klatschen mehr auskommen will, da fragt Herr Ian Kiepnra menschenfreundlich... nun, was? O nein, nicht etwa, ob mau die Aufnahme unter diesen Umständen abbre- chen könne: nein,-Herr Kiepnra sragt, ob er Nach 32 Bieren! Trama am Lohntag: ein Zwanzigjähriger als Totschläger. -ktober. Im Kamps um die Emanzi- eiici'l.isje spielt die planmäßige Be- des A l l o h o l m i ß b r a u ch e s tu ü eine red' t'ende Ralle Viele» ist in :e)chon erzielt worden, vieles bleibt Bor dem heutigen Schwurgericht Ankl.ige wegen Totschlag t-i Serge vadezu exemplarische Bedeutung zu- Beide Preßburger Arbeiter-Fußballmannschaften, Sonntag in Wien spielten, wurden ge- AlusPreßbuvg verlor gegen Ger. ui a-A nk cr br o t f ab r i4 nrät 2:5(1:0) TFC. Preßburg(Engerau) hatte gegen DporMub Weißgärber nicht» zu bestellen; 1:9(1:5) zog er den Kürzeren. DTI.-Gerätewettkamps Brünn- Pilsen- Mähr.» Ostrau. Am Samstag wurde im Volkshau» In P r ü n n-Hustawitz eine- Geräteiweltkampf der DTI.- Kreise Pilsen, M-Ostrau und Brünn durchgosiihrt. Jeder Kreis stellte eine Finrser-Mamvschaft. Sieger blieb die Brünner Mannschaft mit 891 Punkten vor Pilsen mit 858.5 und M.-Lstrau mit 8065 Punkten. Ter beste E'nzelwettkämpfer war Smola(Pilsen) mit 10t Punkten vor 2ak(Brünn) 102.5, Prokeö (Brünn) 100.5 und Vefelka(M.-Ostrau) 91.5 Punk ten. Wiener Arbeiterfußball. Die Meistevichaftsspiele wurden Sonntag durch d'e zweite Cuprunde abgelöst. Die Ligaklul's hatten nrit den Unterklassigen schwere Mühe, um ihre Spiele zu gewinnen. Die wicht'Men Ergebnisse: Phönix Schwechat gegen Rekord-Kicker r>: 1(1:1), Zentralverein gegen Praleioportvereini« gung 2:1(1:1), Red Star gegen Austria 10 4:2 (1:2), Gaswerk gegen Remnveg 2:0(1:0), Neu- Kettenhof gegen Donauseld 0:0, Nord-Wen gegen Inzersdorf 4:3(3:1), E-Werk ge,zen Niederöster reichische Molkerei 0:0, WAF.'Vakuum gegen Eo- lunnbia 3:1(3:1), Altona gegen Landstraßer Sportfreunde 5:2(0:2), Phönizia gegen Simme ring 3:2(1:1), Dianabad gegen International 6:1 <3:1), FloridSdorfer Sportklub gegen FloridSdorser Rasenspieler 2:1.— Frenndschaftsspielc: Fav. AC. gegen RndolfShügel 3:2(1:1), Straßenbahn gegen Feuerwehr 4:1(2:0). Zwei internationale Höchstleistungen der Kraft sportler wurden am Sonntag in Wien bei den Mei sterschaften des Bezirkes Süd aufgestellt Im Feder-, gewicht erzielte Richter im beidarmig Stoßen mit j„Geheimnisse der französischen Polizei/ 120 Kg. eine neue international« Höchstleistung u>iv Beider(Haupttvevkstätte) erreichte im Bonrbenjong- lieren mst 117 Punkten ebenfalls ein« neue inter nationale HöchstleisMng. Die Dafö-Meisterschaft am Sonntag im Wiener war ein ganzer Erfolg; verfolgten diese gut gelungene Veranstaltung. Sieger wurde Penfl(Steyr) in der neuen Askö-Best« zeit von 1:35: 53.8 vor Treuschitz(An;) in 1:38: 00 und Schober(Wien-Simmering). Die Wiener Arbeiterhandballer haben die erste Hälfte ihrer Me'sterschastskämpf« in der Herbstsaison bereits erledigt. Wer Heobstnieister wird, ist noch ungewiß; Stadlau und Nord-Wien sind derzeit Grup penführer, aber die nächste Runde kann darin schon d'e Entscheidung bringen. Die Ergebnisse: Florids dorf g->gen Alpern 10: l, Margareten gegen Feuer wehr 6:6, Red Star gegen Gaswerk Simmering 7:5, Zentralverein gegen Jünfhaufer SC. 8:1, Ottakring gegen Füiifhaus 7:7(3:2), Stadlau gegen ASK. Liesing 10:8(4:6), Mariahils gegen Favoriten 7:0, Alsergrund gegen Stndenten 5:5, Wieden gegen BdB. 8:8, Brigittenau gegen Lehrer 14:3.— Frauen: Zentralverein gegen Gaswerk 5:1, Dpaii/,bahn gegen Washington 3:1, Maria- Hilf gegen Schwimmverein 2 5-: 1. Um acht Uhr morgens steht vor Einlaß zum Filmgelände eine Menschenschlange. Komparserie für den Film„Ein Lied für Tich". Einige Hundert Menschen. Tic sog'- nannten„Hundemarken" können ans irgend einem nncrklärlichen Grunde noch nicht ausge- geben werden. So wartet man eben nnd friert. 10 Minuten, 15 Minuten, eine halbe Stund: nnd länger... endlich, nach einer Stunde, sind die Herren drinnen so weit. Tic Garderoben- marken werden verteilt, man darf das Gelände betreten. In die Garderoben. Schminken. Umkleiden Jetzt hat man'» plötzlich sehr los. Alles in dir Tckoration!" Ein buntes Bild: Frauen und Badeirikots, Frauen in langen, Gesellschaftskleidern, Männer im Frack. Im Atelier: ein Wasserbassin, etwa 20 bi» 25 Dieter lang. An beiden Seiten aufsleigcnd Sitzreihen für Znschauer.„Konzert im Wellenbad" erklärt der Regisseur.„Also rein, meine Herrschaften!" Im Wasser stehen S I ü h l e, reihenweise, und ans diese haben sich nun diejenigen zu setzen, die für die Ausnahme im Wasser engagiert worden sind. Bis zum Hals miisien sie in das eiskalte Wasser tauchen, sich an Seilen seslhallen, so daß von oben der Eindruck entsteht, als ob sich hier eine Menge jchwiniincnd an den Seilen hält, nm faszinier! rineni großen Kunstgenuß zu lansckien, denn— — oben ans dem D