n Oaltlon«. Dtrtsnituna. Srscheln! mll Ausnahme des Montag tügUch früh. Brog n, mM»unta ia ♦ trleoo.: zö7O5.„«0». Ma<6trtoalLe entscheidende Abwendung vom atomlstischen, mechanischen, geist» und gottlosen Belüge der A u s l l S r u u g vollzöge« hat. Wer heute Besicht und ossenr Augen hat, mutz überall da- Empor- quellen dieses„Unsichtbaren" verspüren, das uns Deutschen— nicht zum ersten Mole in der Beschichte, die Sendung gibt, der Plattheit de» Westen« die BeisteStiese de«„Reiche«" gegenüberzustellen, d. h. der au« den Ingen gegangenen Welt die göttliche Ordnung ■ wieder zu geben. Wir Sudelendeutsche sind vom T i e s g a n g e der liberale» Jahrhundert« nicht verschont geblieben. Als eines der ersten Pölker der alten Monarchie haben wir den Beelzebub „W e st e n" in unsere Täler gerufen... Es ist da« Eingreifen einer göttlichen Macht, datz oft nach Zeiten tiefsten Abfinken« Tage kommen, in denen da« ganze Volk von höheren Werten«rfatzt wird... Tann spricht man von Begeisterungswogen, die ei» Volk ruckartig mannbar machen. Begeisterung hat un« Teutsche schon ost von schwerzw Joche erlöst. Auch heule sehen wir jenseits unserer Brenzberge eh« neue« Reich au« solcher innerster Erhebung entstehen. Und wir?— UnS stünde es nicht zu, dir Jahnen solchen Sieges über unseren Häuptern wehen zu lassen— selbst wenn wir daS könnten, ohne in den Kerker zu kommen." Das läßt an Deutlichkeit der geistigen Gleichschaltung der von Henlein geführten deutschen Turnerschaft mit den Banden Hitlers und Goerings nichts zu Wünschen übrig. Ter Henlein redet jetzt von„Gleichberechtigung der Kult urvö'l ke r"? Will er die durch A b- w e n d n n g v 0 n d e r A u f k l ä r u n g erreichen?„Die Wcltcpochc des Westens ist im Versinken", meinen die Henleins— und ihnen soll man glauben, das; sie cs mit der tvest- likljen Demokratie auch nur einen Augenblick ernst meinen? Halb religiös verzückt und halb besoffen haben Henleins Turner den Begeisterungstaumel über die Erstehung des Dritten Reichs initgemachl— und jetzt soll irgendjemand ihrem„Führer" glauben, daß sie mit ihren Herzen und Gehirnen ein« andere Politik \ machen wollen als die fascistische der Tavon- gejaglen, der Knirsch und Jung und Krebs, der Kallina und Hossold? „Deutschland hat heute den Weg zur Freiheit beschritten. Wie Deutschland im großen, können wir im kleinen Bereiche nur frei werden, wenn wir die Reste eines unreligiösen und ungeistigen Zeitalters von uns abschütteln... Auch wir werden nicht mit M i n i st r r s e s s e l n und Kuhhandeln eine autonom« Stellung erringen .... Oberstes Zeichen unserer geschichtlichen Sendiivg ist»nd bleibt der„böhmische" Löwe. ES ist ein deutsche« Zeichen und unsere Sendung ist eine deutsch e." So haben wir uns immer den„friedlichen A u s b a u" vorgestellt(von dem Henlein in seinem Aufruf redet), daß man den böhmischen Löwen einfach als deutsch erklärt.' Doch dies nur nebenbei. Wichtiger»st, daß für die Henlein-Turner Deutschland den Weg zur Freiheit beschritten hat. Nun wissen wir, wie sie sich die Freiheit . vorstellen! Unter blindwütigen Diktatoren, die alles Freiheitliche in Konzentrationslager sperren! Weg mit dem„ungeistigeu Zeitalter" anch in der Tschechoslowakei, heraus mit den Verbrennungen alles wahrhaftig Geistigen, mit der Vertreibung aller m 0 d c r n c n Forsch u n g von den Lehrkanzeln. Und nicht Ministersessel und Kuhhändel, will sagen parlamentarische Demokratie, sondern etwa die„Legalität" des Herrn Hiller, der sehr zur Begeisterung der sudetendeutschen Hculein-Turnerschafi mit Galgen und Folierungen, mit Kanonen und Maschinengewehren regiert ui»d das arbeitende Volk zum Heloten erniedrigt. Nicht minder fesselnd ist ein Aufsatz aus der heurigen„Ostcrmonds"-N>immer der „Turnzeilung". Dort wird der Deutschen Tur uerschaft im Reiche der Kops getoascheu von den sndetendentskhen Turnern, weil— ja, man höre!— „mehrere Wochen nach der nationaten Revolution, nach dem Amtsantritt der nationalen Regierung, WW die Leitung der D. T.»der reichsdrutschen Turner; als solche mit keinem einzigen Wort« zur neuen Lage Stellung nahm, entgegen ihrer fonstigen Bepslogenbeit keinerlei Entfchlietzungen satzte, in denen legend ein klare« nationales Bekenntnis zum Ausdruck kam. Ja, man entrüstete sich „hohenorts" noch vor wenigen Tagen über unsere letzte Stellungnahme zur D. T.< empfand« n f e r e Betchutdigung di« D. T.-J ührung fei jahrzehntelang in den Händen von Männern liberaler demokratischer Besinnung gelegen, die jede völkische Regung unterdrückten, als.überheblich'". Also im April dieses Jahres hat es die „Turnzeitung" des Herrn Henlein gewagt, die Turnerschaft im Reich abzukanzeln, weil sie zu wenig rasch sich Herrn Hitler restlos in die Arme warf, haben die Henleins, die jetzt auf d c ni Boden des demokratischen Staates fechten zu wollen vorgebeu, den Turnern des Herr» Goering einen Krach geschlagen, weil sie sich nicht s ch n c l I g e n u g v o n der liberalen demokratischen Führung befreiten! Doch nicht genug damit— hören wir weiter; was Henleins„Turnzeilung" den Brüdern im Reiche vorzntvcrsen hatte: „Weiß mau sich den» nicht daran zu erinnern,- daß mau all« unsere völkischen Forderungen an die D. T. als„Politisch" getoertet»nd immer wieder abfällig z 11 r ü ck g c wiesen hat? Nnd will man etwa behaupten, daß die nationale Erhebung in Deutschland, der man znschwört, etwas anderes ist, als der lebendigste Ausdruck nuferes jahrzehntelangen Mühens um die Scheidung der Brister? Man mag sich heute von der Führung der D. T. noch so sehr bemühen, Kundgebungen und Fackelzüge von«inst als Beweis der nationalen Besinnung von heule hinzuftellen, das alles ändert nichts an den Tatsachen, daß wir völkischen Turner jahrzehntelang von der D. T., al«„Aussätzige" behandelt Wurden, lediglich deshalb, weil wir der Ausdruck jenes Geistes waren, der heute das ganze deutsche Volk in seinen Tiefen HOchtlingsamt vor der Verwirklichung Bens, 6. Oktober. In der zweiten Kom- inission der Bölkerbundversamniluiig gelangte heute der Bericht des Sonderausschusses für Errichtung eines Amtes zum Schutze der politischen Flüchtlinge aus Deutschland zur Berhandlnng. ES wurde der Grundsatz ausgesprochen, daß das Problem der deutschen Flüchtlinge im Wege der Internationalen Zusammenarbeit gelöst»nd s o- fort erledigt werden müsse. Der Bölkerbundrat ernennt einen Kommissar, den er mit der Verwaltung des Amtes betrauen wird. Die zweite Kommission soll eine Resolution annehmen, mit der die Bölkerbundversammlung den Rat mit der Schaffung dieses Amtes betrauen wird. Das Am« soll vorläufig über einen Betrag von 25.000 Schweizer Franken, den der Völkerbund als Borschuß zur Verfügung gestellt Hal, disponieren. Ein« Abstimmung ist heute noch nicht erfolgt. „Journal des Tebats" verzeichnet die Meldung, daß SirAustin Chamberlain zum Hohen Kommissär des Völkerbundes für die deut- fchen Politischen Flüchtlinge ernennt iverden soll. Dieses Amt sei LordCecil angeboten worden, er habe es jedoch nicht angenommen. In der politischen Kouimissiou sühne namens der Kleinen Enteilte und Polens der jugoslawischen Telegicrtc F o I i c aus, baß bleit Staaitn die Vorschläge, die aus eine Acndcrung der bis- Irrigen Prozedur bei Erledigung von Minder- hcitenbeschwerden abziclen. nicht anuehnien. Solange der Miud>rheitenschutz nicht Gegenstand rechtlicher Verpflichtungen für alle Staaten, die Mitglieder des Völkerbundes sind, sein,wird, wird die Kleine Entente und Polen keine weitere Ausdehnung ihrer eigenen Berpslichtungen anuehnien. Ter zur Prüfung der Anträge auf Aenderiing des Verfahrens bei der Behandlung der Beschwerden der Minderheiten, bzw. ans Aendernng des ganzen bisherigen Systems des Minderheitenschutzes eingesetzt« Soudcräusschüß beschloß nach eiirer schwierigen Debatte, die Beratungen über daS Verfahren vorläufig zu vertagen. Der französische Antrag zur Resolution über die feierliche Bestätigung der Recht« aller Müder beiten ohne Rücksicht darauf, in welchem Staate st« sich beisuden, beraten, wurde im Prinzip an genomureu. erfaßt hat. Mit Stolz also berufen sich Hculeius sudcleudculsche Turner daraus, das; der Fascis- mus in Deutschland und all das Schreckliche, das er über das Reich und über die ganze Well bringt, lebendigster Ausdruck ihres Bemühens ist! Und nun die Krönung dieser Gedanken: „Der geistige Umbruch, der sich jetzt in der D. T. zweifellos vollzieht, wird uns völkische Turner im Grenzlande nur n o ch e n g e r a n d i e T. T. binden. Wir schauen gläubig in die Zukunft." Nun weiß also jedermann, an wen sich der Henlein gebunden fühlt: an jene reichsdeutsche Turncrschast, die im Dienste des dculscheu Fascismus steht; a» jenes Wesen, an dem auch„Sude cndcntsch' land" genese» soll! In der Maiennummer I!t33 leüartikelte Idie„Turuzcitung" unter dem Titel„Zähne Seite 2 Samstag, 7. Oktober 1988 Nr. 235 z u s a m m«n h«i ß c n»» d H a l t u n g ei nn eh Mett!" über die „nationale Rerolutio» in Tentschland", die nichi nur geistig von-er besten Z ch! ch t, sondern mich zaHlemnägig von der Mehrheit deS deutschen Volkes getragen war.. Was da noch weiter über die„beste Schicht" zu lese« war, also über den ans einer Irrenanstalt geborgenen Doering, über den Psychopathen Rust, über den Fememörder Heines und über die SA-Mordba»den— das hat der Zensor nicht durchaelassen. Immerhin aber lieh er Folgendes stehen: „Eins sieht für uns fest: Wir müssen die schwersten Oopser zu ertragen bereit jein." Bereit etwa für daö sudetcndentsche Volk nnd für seine Entwicklung ans dein Boden der Tschechoslowakischen Republik und Demokratie? Ach nein!: „Bereit im Interesse Deutsch, kandS, das wachsen und blühen m tt tz, wenn auch wir kümmerlich dahinleben müssen. Bis dahin aber heißt es Zähne rufammenbeihen und die notwendige innere Haltung annehmen. D i e innere Haltung, die uns nach deutschen Grundsätzen leben läßt, und die unS erhalten wird über alle Stürme der Zeit hinweg, weil man mit Ge, seheübestimmungen dauernd den natürlichen Lebenswillen eines 8.8- Mil« lionenvolkeS nicht umsormen kann." Frech int Namen eines 3.5-Millionen- volkes wollte die„Turnzeitung" im Sinne der Zehntausend, die dem Deutschen Turnverband des Konrad Henlein angehvren, hiemit sagen, so gut«S halt in einer demokratischen Tsche- choslotvakischen Republik gesagt werden konnte: Henleins Turner beitzen Vie Zähne zusannnen unv nehmen mit innerer Hnttnng vte schweren Opfer hin, die s n d e t e n d e n 1 s ch e n Faseiften in ver Tschechoslowakischen Republik ans sich nchnken müssen: sie tun eS im Interesse ves Dritten Reiches von vessen Wachsen nnv Blühen sic sich die (f r l ö f ttit n versprechen„Bis dahin" wollen sie nnS etwas v o r s ch w i n d e l n, wollen sie sich als„SudetenveNische H e t nt a t s r o n i" tarnen nnd Herrn Henlein von dentokrattschen Grnnvsähen schwatze» lassen, an Vie er selber nicht glaubt«nv mit Venen er eö so e«»st meint wie Vie Faseisten aller Länder. Aber selbst„bis d a h i n" haben wirkliche Demokraten dem Herrn Henlein nichis dreinznreden. So wie er in seiner„Turn,Zeitung" im„Heilerts" anläßlich des Saazer Verbandsturnfestes nur Leute vom Schlage der K n i r s ch und Hasjold, HorPYNka und Rosche, Watzlik nnd Satt Nicolo zu Worte kommen ließ, so wird er es auch lveiter halten. Nnd ist dabei naiv genug zu glauben, daß die Demokratie sich das wird gefallen lassen! Nein, die Henleins haben mit der„nötigen inneren Haltung" ihren Blick so Iredt ins Hunnenreich hinübergesendet, daß sie läng st als Fascisten entlarvt waren, ehe das Henlein auf den Mist stieg, der die Jung und Krebs nicht mehr zu tragen vermochte. Bei uns aber muß au s g e- mistet werden, wer immer auch da den Krähwinkel zur Sammlung der sudetendeutschen Nazis und Spießbürger gefunden zu haben glaubt! Ninisterrat proklamiert Notwendigkeit des erhöhten Staatsschatzes Prag, 6. Oktober. Im heutigen Ministerrat wurde der Entwurf einer Regierungsverordnung genehmigt, durch die gemäß dem Gesetze über die Verfolgung der antistaatlichen Tätigkeit der Staatsangestellten die Tauer der Notwendigkeit des erhöhten Staatsschutzes festgesetzt wird. Durchberaten nnd genehmigt wurden eine Reihe von Anträgen, die sich aus die Tätigkeit des Getreidesyndikates sowie des Syndikates für animalische Produkte beziehen. Genehmigt wurde ferner u. a. der Entwurf, betrefesnd die Errichtung eines Ober st en Rates der Verteidigung des Staates und der Enttvurs der Statuten und der Geschäftsordnung desselben zustinnnend zur Kenntnis genommen. Zur Kenntnis genommen wurde der Bericht über den Fortgang der Beratungen in den Komitees der politischen nnd wirtschaftlichen Minister, betreffend dringende Angelegenheiten politischer, wirtschaftlicher und finanzieller Art, namentlich in bezug auf die Vorbereitung des Staatsvoranschlages für das nächste Jahr. Schließlich wurden die auf der Tagesordnung befindlichen Verwaltungs- und Wirt- fchaftsangelegenheiten erledigt. nclcrat Dr ßeness Ferner erstattete der Minister für auswärtige Angelegenheiten ein ausführliches Referat «ver die Ergebnisse der Konferenz des Ständigen Nates der Minister für auswärtige Angelegenheiten der Staaten der Kleinen Konferenz in S i n a j a und über die derzeit beim Völkerbund in Genf geführten internationalen Verhandlungen. Weiter erstattete der Minister für auswärtige Angelegenheiten Bericht über die gegenwärtige ausländische Lage und über alle aktuellen außenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen, welche die Tschechoslowakei betreffen. Der Bericht des Ministers für auswärtige Angelegenheiten wurde nach durchgeführter Debatte mit Zustimmung zur Kenntnis genommen »und die Richtlinien für daS weitere Verhalten Hn den einzelnen Fragen genehmigt. Ist Europa vor einem neuen Weltkrieg noch zn retten? Auf ein« Rundfrage der in Prag erscheinenden„Wahrheit" hat Gen. Dr. Karl Renner dieser Zeitschrift die nachfolgenden AnSführnngen zur Verfügung gestellt: Biel gelvaltiger als im Jahre 1914 sind die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Spannungen, die daS hen^d Europa, ja die Welt von heute in Bergung halten. Die Friedensschlüsse von 1919 haben die Welt nicht befriedet. Zwei Ziele haben sich die Sie« germächte dainals, wenigstens in ihren Erklärungen, gestellt: Erstens die Welt sicherzumachen für die Demokratie und zweitens den Krieg so zu beenden, daß er der letzte Krieg sei. Nun, die Demokratie ist untergraben durch Diktatur und FasciSmuS und kriegerische Rüstungen bedrohen nicht nur Europa, der Krieg ist im Fernen Osten im vollen Gange. Wieder zitier» die Herzen der Mütter um ihre Söhne, mehr als voreinst zittern die Hausväter um Hab und Gut, die Stadtväter um die durch Luft- und Gaskrieg bedrohten Städte, die Nationen mn ihre Freiheit, ja um ihren Bestand. Ein Grauen ohnegleichen geht durch die Welt. Die seelische Zerrissenheit der europäischen Völker offenbart sich in einem schreienden Widerspruch. Die Menschenfreunde, die Volkswirte, die einsichtigen Politiker schreien nach dem Frieden, zugleich aber gibt es Bewegungen, gibt es ganze Staaten, welche das Bekenntnis zum Frieden geradezu als Verbrechen ahnden. Die herrschenden Staatsmänner großer Reiche unterzeichnen einen Pakt, der den Krieg ächtet: Int Inneren solcher Reiche dagegen ist das Bekenntnis zum Frieden geächtet. Dieses Wirrfal ist ganz darnach angetan, auch Starke kleinmütig zu machen und ihnen die Frage aufzuzwingen: Ist der Friede noch zu retten? Es gibt wohl mancherlei Einrichtungen und Machtfaktoren, die dem Frieden dienen. Ein dichtes Netz von Friedens- und Freundschaftsverträgen verknüpft die Staaten und soll wirken wie Seile, welche di« Kriegsbestie binden. Der Völkerbund müht sich um Verständigung, um Abrüstung, um eine dauerhafte Ordnung der Staatenwelt. Internationale Organisationen ohne Zahl bemühen sich um wirtschaftliche und geistige Zusammenarbeit aller Völker und die internationale Sozialdemokratie versucht die Massen selbst für den Frieden zu mobilisieren. Aber, so wendet der besorgte Bürger ein, sind Verträge nicht einfach Papier? Ist di« Propaganda von Organisationen nicht bloßes Wort? Auch diese Einwände haben viel Wahres. Aber sie verkennen doch die Macht der Idee und sie vergessen, daß hinter Vertrag und Wort ja auch lebendige und machwolle Interessen stehen. Wahr ist, daß die Gcmeinschaftsinieressen der Völker im Völkerbund eine Einrichtung besitzen, die mit Machtmitteln nur. allzu kümmerlich ausgerüstet ist, daß die ijitcrnationa- len Organisationen eine direkte Exekutive nicht > besitzen, daß dagegen den nationalen Sonder- ! Interessen, der Selbstsucht der Staaten und von Dr. Karl Renner Nationen, ihren berechtigten und ihren irrtümlichen Bestrebungen das Schivert zu Gebot« steht. Wohl ist das moderne Leben in weitem Umfange, vielleicht schon in seiner Wesenheit international gestaltet. Aber während jedes Zwergvölklein beinahe staatsrechtlich souverän ist, sind die weltumspannenden Interessen in vielen Dutzenden Staaten aufgeteilt und bloß untertan. Wo ist also die reale Macht, die unter solchen Umständen die Friedensgemeinschaft der Völker retten kann? Dennoch wird sich die Menschheit vor ihrer Auflösung in das blutige Chaos bewahren. Dazu tut freilich not, daß alle Einzelnen, alle Parteien, alle Völker, welche Frieden und Freiheit wollen, nun auch zu ihrer Sache entschlossener stehen als bisher, daß sie, die den Kampf der Wvffen verwerfen, den Kampf für den Frieden in jeder Form und mit allen Mitteln aufnchmen. Jenen Mut, jene Heldenhaftigkeit, die voreinst den Soldaten ausgezeichnet haben, muß nun auch der Friedensfreund bewähren. Es ist schon lange nicht mehr wahr, daß im Kriege der Mannesmut entscheide— die eiserne Maschinerie und das heimtückische Gasgift haben langst dem Kriege seine Heroenhaftig- keit genommen und ihn in hinterlistig-grausame Vernichtung aller Kreatur verwandeli. Wahres Heroentum zählt heute nurmehr im Kampfe der Ideen! Das zweite aber, was gefordert werden muß, was nicht laut genug verkündet werden kann, ist«ine taktische Notwendigkeit. Die Menschen und Parteien, welche dem Friede» dienen, haben natürlich selbst mannigfache Interessen zu wahren: Der friedliebende Bürger muß für die bürgerliche Rechtsordnung, der aufwärtsstrebende Arbeiter für eine soziale Gesetzgebung einstehcn und daraus entspringen Gegensätze, die di« Einheitsfront des Friedens stören können. Im Interefsenstreil um Einzelnes erhitzen sich die Gemüter und die Geister verlernen«S leicht, die Hauptsache zu sehen. Heut« aber steht eSso, daßallesandere zurücktreten muß, daßauch Interessen— selbst UeberzeugungS- opfer gebracht werden müssen um der beiden Hauptziele willen, umderFreiheit des Bürgers und d«S Friedens der Völker will« n. Und diese Opfer sind wahrhaft nicht leicht und fordern Selbstüberwindung. Aber es ist, so lehrt uns die Geschichte, kein großer Erfolg zu erringen, außer wenn sich die Kämpfenden immer wieder um das in der geschichtlichen Stunde gegebene eine und einzige Hauptziel sammeln und alles andere zurückstellen. Jede Zeitepoche, ja jeder Tag hat seine bestimmte Signatur. Das Gestern war anders, das Morgen wird anders sein, aber das Heute muß erfaßt werden und das, worum es heute in der Welt geht, das ist Freiheit und Friede. Gelingt es, um diese Losungswort« all« zu sammeln, deren Lebensintcresse durch diese Parolen ansgedrückt ist, dann kann Europa vor dem Untergang in Blut und Flammen gerettet werden. eine Frage von Tagen schien, das rollte viel- gingen durch den Aether. Falschmeldungen zau- leicht iiiorge» schon innerhalb von wenigen berten Ereignisse hervor mtd Ereignisse neu auf- Stunden ab. Wetm sich dies« Grüne Psychose^gebauMe Dlelüungen. Dokumente an die Straßenecken an. Wer sich be-< trogen fühlt, der töte ihn. In wenig Tagen stürzt! der Grüne Tod auf uns. Wir wollen niemand I das Vergnügen nehmen, diesen Mann persönlich umzubringen!" l Es war ein gewagter Vorschlag und der Schritt vom Gesetz zur Anarchie. Aber, als alle ihre Hand erhoben, wußte Douglas, daß er ge-, siegt hatte. Einer nur wagte, laut dafür einzutreten, diesen Matafsani vor ein ordentliches Gericht zu stellen. ES war bezeichnend für daS rapide Wachsen der grünen Psychose, daß diese einst so förmlichen Männer diese» vorlauten Onkel noch beinahe gelyncht hätten. Die beim Betonkammer-. Syndikat Ausgerutschten glaubten, endlich einen der Verschwörer zu haben. Die mit schlechten: Gewissen schrien am lautesten. Sie tvaren froh, daß der Blitzableiter da war. Man erzielte am Ende eine einstimmige Annahme deS Antrages dadurch, daß die Handfesten der Mehrheit die Querulanten die Treppen hin- abwarfen. Dick war bei dem beginnenden Wahnsinn fclbst etwas nervös geworden. Er eilte die Treppe yiniinter statt den Aufzug zu benütze». Ans einer Stufe saß ein Man» und heulte. Dick kannte dieses Gesicht. Darum blieb er einen Augenblick stehen und fragte:„Hat man Sie nicht dagegen stimmen lassen?" „Nein," schluchzte der,„ich war dafür. Aber, wo finde ich ihn nun?" „Waren Sie nicht Lord Webster?" fragte Tick noch. „Iaaa!" schrie der Lord kreischend ans. „Verdammt!" fluchte Dick,„laßt mich nicht verrückt werden, bevor ich am Ziel bin!" Erst dieser Vorfall hatte Dick gezeigt, wie rasch er jetzt handeln mußte. Was jetzt noch! eingenistet hatte drunten in den Betonblocks, dann sprangen die Ereignisse mit den Sekundenzeigern der Normaluhren. Wie eine Lawine würde die Anarchie über di« Metropole hereinbrechen. Ein phantastisches Ungeheuer würde mit giftigem Speichel eine rasende Epidemie des Wahnsinns erzeugen. ES galt also, rasch zu handeln! In der Nachrichtenzentrale spürte Dick schon sogleich die ersten Vorboten dieser Eruption der&elücne. Wohl hielt der gewohnte Rhythmus Rr täglichen Tretniühle die Menschen noch. zusammen. Aber die Lunte glühte schon und lief zum Pulverfaß. Die Stimmung war überreizt, die Erregung war künstlich niedergehalten, die Situation war gefährlich. Als die Regierung das eigentliche Todesurteil über Matafsani durch den Draht gab, zugleich mit der Erklärung, daß für alle noch ausreichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen würden, kam der erste Zwischenfall. Noch war eS ein vereinzelter Ausbruch der Leidenschaft. Tie Telegraphistin, die dieses Bulletin an den Pressefunk weiter zn geben hatte, sprach eS zuerst mit schwankender Stimme in den Apparat. Bei der Wiederholung jedoch wurde ihre Stimme kreischend. Sie brach in ein hysterisches Gelächter aus und versuchte, die Kabel vom Schaltbrett zu reißen. Man hatte sie sofort weggeschafft, aber nyn saßen alle mit bleichen Gesichtern vor den Geräten. Später sah man da nnd dort leere Plätze. Auch von außen kam diese Nervosität jetzt zur zentrale» Funkstelle. Die größte Gefahr für die Ordnung und Sicherheit waren die privaten Sender. Statt Handels- und Sportnachrichten und Unterhaltungsmusik, gaben sie jetzt Ge- ! nichte weiter. Die unmöglichsten Meldungen In der Nacht ging daS Gerücht über den Draht, daß Agitatoren die Arbeiter der Nordstadt zu wilden Streiks aufputschten. Douglas hatte von der Zentrale aus versucht, Verbindung mit deni New Ararat aufzunehmen. Es war einfach unmöglich eine unzerstückelte Antwort zu bekommen. Entweder war das Gerät der Zentrale nicht mehr in Ordnung, oder die Antennen waren zu überlagert oder— es klappte eben nicht. Kostbare Stunden waren rasch verstrichen. Draußen kroch langsam der grüne Polyp durch die Straßen. Die letzten amtlichen Meldungen brachten die Nachricht von der Einstellung aller Arbeit kn der Nordstadt.— DaS war der Anfang vom Ende. Der Bau weiterer Betoukammern war damit überhaupt unmöglich gemacht. Man mußte jetzt auf das Schlimmste gefaßt sein. Die Regierung ließ deshalb sofort alle öffentlichen Verkehrsmittel stillegen. Die öffentliche Nachrichtenübermittlung wurde gesperrt. Nur die amtlichen Verlautbarungen durften noch verbreitet werden. Gegen die privaten Sender entschloß sich die Regierung radikal, mit Zerstörung de« Apparaturen vorzugehen. Alle diese Maßnahmen schoben nun daS her- einbrechende Unheil nur um wenige Tage hinaus. Alle würden Alle erschlagen, ehe noch ver Grüne Polyp selber sie ausfressen konnte. Schon kam Meldung, daß die Arbeiter der Nordstadt in Lastwagen durch di« Parkgürtel heranzukommen suchten. Noch in der Morgendämmerung stand der blaßgrüne Schein deS Kometen am Firmament. Nun galt eS zuzugreifen. Die meiste Zeit hatte DougloS damit verbracht, noch zuverlässige Polizeibeamte auf die Spur MafassaniS zu sitzen, Aber auch dieser Dienst wurde von Stunde zu , Stunde schlapper. (Fortsetzung folgte und der Komet K Ein abenteuerliches, modernes Märchen von Kurt D ob er er Er hatte feine Ncde sorgfältig vorbereitet. Nun mußte er diese Männer noch einmal in ihrer Schwäche zu packen versuchen, denn er wußte noch immer nicht, wer die Hände am Syndikat der Betoukammern hatte. Im Augenblick der Spannung hob Douglas seine Stinime wie eine Waffe: '„Es ist wahr, ich hasse diesen Mann. Nach dem Gesetz soll die öffentliche Klage von keiner Leidenschaft getragen sein. Ich hasse ihn— aber Du und Du— Ihr alle haßt ihn auch. Und sollte einer von seinem Stuhl ausstehen und und sagen, daß fein Herz frei von jeder Regung gegen diesen Matassani sei— wir hätten eine Frage an diesen Sprecher. Wir tviirden fragen, wo seine Hand ist, daß er sie nicht gegen diese» Matassani heben kann. Dann würden wir sehen, daß sie über diesem Syndikat liegt, das diese Beionkam- mern für andere gebaut hat. Aber cS ift feiner hier, der ausstehl. Wir alle hassen diesen Matassani." „Ihr kennt die Dokumente, die fein Schicksal sprechen. Ihr kennt die Paragraphen, die alle seinen Tod verlangen. Wir sind in eine Zeit geraten, die rasch die alten Formeln brechen kann. Wtnn wir an jeder Straßenecke einen elektrischen Stuhl hätten, vielleicht könnte uns auch das dann nichts mehr nützen. Wir wissen nicht, wann die starke Macht des Staates bricht, die ihn noch packen kann. Gut, sprecht ihn frei! Sprecht ihir freier iwch als frei— sprecht ihn vogelfrei! Schlagt diese Nr. 288 SamStag, 7. Oktober 1988 Lette 8 cs kkv«kk abhängig vom wetter lucijl barnuf hin, daß aus VIE K^5K^8l.kie»k IM WASCHKESSEL I r-*«*......—" Ti*" wh„V*..- v viyiLin V«., luiiunQvuUfiiraj I' seien an einen Bc>inf:mgien der bulgaMscheu Koni- J wich, gelegt wird. Venn sn Stelle der Sonne treibt jetzt Radion gleich beim Kochen, ohne die Wäschefaser anzugreifen, Millionen feinster Sauerstoffbläschen durch das Gewebe. Mag es ruhig regnen — Radion bleicht die Wäsche bequemer und sicherer als die Sonne I bandle sich um S»m- «ii-z Paris für die vu<« und genau abgerechnet daß dem von auch am /teufe qomvc RADION geht hervor, dich sich Deutschland bemüht, aus die in der nächsten Woche zusammenlommenden Delegierten die Last der vollen Verantwortung für das scheitern der Abrüstnngükonserenz zu wälzen, die die britische Negierung mit allen Kräften retten will. Wenn der Hauptauöschuß der AbrüstungS- konserenz am 17. d. M. Zusammentritt, ohne daß vorher der Konflikt abgcschwächt würde, der durch die Forderung Deutschlands nach den sogenann« ten Prototypen der Waffengattungen entstanden ist.- eine Forderung, gegen welche sich Frankreich stellt dann würde sich die Abrüstungs- lonserenz in einer Krise bcjindr». munisten bezahlt wurde»;'! man, die von Emigranten garische Partei nberiendel worden seien. Ter Oberreichsanwa lr noch den Ouiliungcn von„Peter" auch einmal ein P h o t o g r a p h e n- A p parat beschisst worden ist, Popow annvorte», er wollte dieien Apparat Liebhaberei kau len. Der Vorsitzende stellt aus den Akten jest, säst alle Quitt.lngen von„Prior" kurz vor ReichStagSbronde liegen, ebenso die Quittungen „Bruno". Popow erklär», dasz an„Peter" l. März 1iM noch einmal ein Betrag von 89 Dollar bezahlt worden sei. Popow sagt weiter, dasz er bei den Vernehm» n» gen nicht die Wahrheit gesagt habe, weil er nicht zngebcn wollte, and Rußland nach Teutschlanö gekommen zu sein. Er habe befürcht et, dass man ihn den bulgarischen Behörden auslieser» werde. Später habe er doch dem Untersuchungsrichter die Wahrheit gesagt. Lage, in die sie durch die erheblichen Teiles ihrer allein ihrer fugend gc» müssen. Gerade während ihnen die Selbst-, bezw. der Hakcnkrcnzlcr und Deutschnationalcn;n-Hilfe, so dasz sic jetzt in AnLnühung dieser Tatsache nicht nur damit rechnen können, die Unznsriedcnhcit in den eigenen Reihe» niederzuhalten, soirdcrn vielleicht sogar aus dem Reservoir der Anhänger der anfgelösten Parteien neuen Zuzug erhoffen dürfen. Offenbar»m diesen— ini übrigen sehr unzuverlässigen!-- Elementen den Ucbergang in gemäßigtere Bahnen zu erleichtern und zu versüßen, proklamieren die Landbündler in einem Aufruf„An das sndciendeulsche Boll", der heute im Rahmen der deutschen Rundfunksendung vom Abgeordneten Zier h n t zur Verlesung gebracht wurde, nach auswärtigen Vorbildern einen„S n- d e t c n d c n t s ch e n Land st and", also so etwas wir ein ständisches Gebilde, in dem nach bewährtem Muster auch das„F ü h r e r p r i n» z i p" in der Form zur Geltung kommen soll, daß Minister Dr. 2 p i» a mit außerordentlichen Vollmachten an die Spitze gestellt ivird. Auch der Jugend wird darin eine entsprechende Vertretung zugesagt und der Wunsch ausgesprochen, daß sich auch die anderen BolkSteile aus gleicher ständischer Grundlage sammeln. Wie sich eigentlich in Hinkunft das Verhältnis zwischen dem Bund der Landwirte und dem neuen„Land st and" gestalten soll, geht auS dem Aufruf nicht hervor. Man wird wohl erst eine Art Durchführungsverordnung des Führers Dr. Spina abwartcn müssen, bevor man zu beurteilen in der Lage sein wird, wir dieses neue Gebilde eigentlich in der Praxis funktionieren soll. Böse Zungen könnten velleicht nicht mit Unrecht behaupten, daß auch die Agrarier selbst dies noch nicht wissen und vorläufig froh sind, wenigstens schon einen schönen Namen für das neue Kind gefunden zu haben.' ..Sudetendeulsdier Landsland“ vom Bund der Landwirte aus der faule gehoben Prag, G. Oktober. Zn zweitägigen Beratungen haben die deutschen Landbündler sich mit der wenig beneidenswerten Radikalisicrung eines Mitgliedschaft und vor raten sind, beschäftigen dieser Beratungen kam behördliche Auslösung Henleins„private“ Gönner Unsere Anfrage betreffend die Geldquellen der sogenannten„Hcimatfront" wird mit einer Erklärung ihrer Pressestelle beantwortet, worin der Idealismus Henleins und seiner Mannen in wenig geschmackvoller Weise hcrausgestrichcn wird. Man gestatte uns, daß wir diesen ansdringlichen Selbstanpreisungen mit begründeter Skepsis gegenüberstrhen. Ties um so mehr, als die Erklärung nicht umhin kann, zu betonen, daß die Geldmittel der Hcimatfront lediglich aus„privaten Spenden" stammen. Nun hat aber der Aufruf Henleins gar keine Spenden verlangt und die Leute, die ihm nnaufgrfordert als Antwort eine Geldspende schicken, müssen dazu wohl Griind und Ursache haben. Jedenfalls kann man unter dem harmlos erscheinenden Begriff„private Spenden" auch sed« großkapitalistische Sub. dentioniernng dieser Frontbildnng zart umschreiben. Der Herr.Henlein wird seine Geldgeber uitd Geldquellen der Oeffcntlichkcit noch zu nennen haben, wenn er sein Beginnen mit einiger Glaub- Würdigkeit als eine idealistische Angelegenheit hin pellen will. Ole umgekehrten Telephonnummern Bei der Erörterung des Notizbuches D i• mitrows, ni dem Zahlungen in der Gesamchöhe von 15.000 Mark verzeichnet sind, erklärt Dimitrow, das seien Zahlungen an bulgarische Emigranten in Paris gewesen. Tann werden verschiedene T e l e p h o n n u m m e r n erörtert, die Tiiiritrow in seinem Rvliglbuch eingetragen hat. Wenn man die Nummern um kehrte, so kam u. a. die Telephonnummer Münzeubergs heva-u-s. Dimitrow erklärt, daß sich bet der Aufklärung dieser Nummern eine„kolosiale Unfähigkeit und Unverständigkeit der Polizei" gezeigt habe. Der Vorsitzende springt auf und erklärt, jetzt sei das Matz voll. Der Senat zieht sich zurück und erklärt nach kurzer Beratung, daß Dimitrow wegen sei. neS Penehinrns aus dem Saal entfernt werden fall. Dimitrow packt seine Sachen zusammen und ruft: Unerhört! Er wird dann von dem Polizeibeamten ins Gefängnis zurückgeführt. Tie folgende Einvernahme des Angeklagten Popow wird mit Hilfe eines Dolmetschers durch geführt. Bei Popow wurden fünf Quittungen über 800 Mark gefunden, die in der Zeit von» lt. bis 26. Feber ausgestellt wurden. Die sind deutsch geschrieben uud mit„Peter" unterzeichnet. Popotv erklärt, dieser Peter habe in jeinrni Auftrage russische Zeitungen und Bücher gelaust und nach Bulgariru geschickt. Wie Peter wirklich heiße, wisse er nicht. Weitere Beträge über 500 und 300 Dollar, die Popow laut Ouittungr» an„B r u n o" gezahlt hat, Deutschland lehnt Rüstungskontrolle ah Mttndlidie Antwort in London London, 6. Oktober.(Reuter.) In der Antwort, die dir deutsche Rcichsregicrung der britische» Regierung mündlich erteilen ließ, wer den die französischen Anträge, siir einen gewissen Zeitraum eine internationale Rüstungskontrolle cinzusührcn, a b g e l c h» t. Die deutsche Regierung fordert, daß gleich nach Beginn der internationalen Rüstungskontrolle der deutschen For» dernng entsprochen werden solle, daß nämlich Deutschland jene Wassengattungen besitzen düse, die ihm bis jetzt durch den Friedensvertrag ver boten sind, nämlich Militärflugzeuge, Tanks, lchio-ro Artin-'-ii- und'''erweboote. Aus dieser Antwort der deutschen Regierung Haussuchung bei Krebs Die’ Oehelmdrudferei aut dem Boden Aussig, 6. Oktober. Zn der Wohnung de« gewesenen Abgeordneten Hans Krebs wurde Donnerstag eine Hausdurchsuchung vorgenommen. Die P'ohuiing mußte gewaltsam geöffnet ivcrden, weil niemand zu Hause war. Unter dem Wust der beschlagnahmten Korrespondenz und Literatur wurde in einem Versteck aus dem Boden eine Handdruckerei mit dem gesamten Zubehör beschlagnahmt. Man nimmt an, daß auch Frau Krebs mit ihrem Mann geflüchtet ist, da bisher keine sichere Spur von ihr vorhanden ist. 2.- Ausiiger Polizei letzt die-Hausdurchsuchungen bei den Funktionären und Repräfen- tanken der dcut'tl)cn nationalsozialistischen Partei, die bekanntlich in Ansiig ihr Zentrum hatte, fort. Jin Lause des heutigen Tages wurden u. a. .Haussuchungen beim Verwalter des Bezirks- Partcivcrlages Zappe vorgcnoinmen. Fiiiiktion in der Partei versah, ferner bei dem Eisenbahn Pensionisten Galle, einem Partcivcr- traucnsmann, bei dem Arbeiter einer chemischen Fabrik Opitz, einem Vertrauensmann des ölb- gcordneten Krebs, und bei den Beamten des Zarteiverlages Zappe vorgcnoinmen. Am Donnerstag wurde ferner der im Brünner Bolkssportprowß verurteilte und bis zur Erledigung der Nichtigkeitsbeschwerde in Freiheit gelassene Anton Schwab in Aussig verhaftet und dem Gericht eingelicfert, llehertrlttc zur Henleln-rront Di« führenden Mitglieder-er deutschen Nationalpartei legten ihr« Mandate nieder, io auch der gewesene Bürgermeister und Obmann der Fraktion der Trutfchnationalen in der B r ü x e r Gemeindevertretung A. W. Naaf, der Stadtrat und Chefredakteur deS„Nordböhmikchen Tagblatl", Anton.Hausmann in Tetschen, der Bürgermeister-Stellvertreter Friedrich Leinweber in Tetschen, der Leiter-er Organisation „Grenzlandjugend" Fritz Leinweber i» Teilchen u. a. All« haocn sich zur„Tudetendeutschen-Hei. matsront" angemeldei. Zn dem erwähnten Aufruf wir- konstatiert,-atz „unveranNvorltiche Politiker und Parteien" es zuwege gebracht hätten, dem gesannen Deutschtum den Mantel der Sraatsgesährlichkeit iiiuznhäiigen und es in rin unsagbar schioeres Berl-äugnis hineinzurei- ben, woraus sie daun einlach von ihren Plätzen desertierten. Die- so hervorgrrnsene Katastrophen- stiinmuug drohe die mühevolle positive Arbeit des deutschen Aliivismns zu zerschlagen und das deutsch Volk in-eu Zustand nach-em Umsturz von 1018 zurückzuwersen. Ter Bund der Landwirt« trete in dieser Stunde in di« Bresche, um dem gro- tzeu Nationalunglnck Einhalt zu tun und die Zerstreuten und mnilos Genwrdeii«» wieder zu sammeln und wieder Ruhe und Vertrauen ins deutsche Lager zu bringen. All dies soll-er proklamierte„S u- d«t c n-« u»s ch e L a n d st a n d" besorgen. Ter zweite Tei ldieses Aufrufes ist einem ehrlichen Bekeutnis zur Teniokratie und zum Staate older gemeinsamen Heimat aller Völker gewidmet, wobei allerdings auf die Notwendigkeit einer„natürlichen ständischen Gliederung" im Rahmen-er ver- ! fassungsrechtlich festgelcgten Demokratie großes Ge- rede stellt. Ter Vorsitzende erwägt di« Möglichkeit, daß van der Lubbe das Buch gehabt und die Bezeichnungen darinnen durchgeführt habe, falls »:aii annirnnit, daß Dimitrow und van der Lubbe sich schon vorher kannten. Dimitrow stellt diese s Bekanntschaft erneut in Abrede; ebenso verneint ! v a n der Lubbe die Frage, ob er diese -Kreuze gemacht habe, bzw. Pb er das Buch überhaupt kenne. Der Obcrreichsanwakt fragt Timi- I trow, ob das Buch ihm gehör«, worauf Dimitrow antwortet: Ich hab« so ein Buch gehabt, aber ob eS dieses Buch ist, iveiß ich nicht. Dieses Buch ist mir von der Polizei vorgrlegt vorgelegt worden und für die Polizei übernehme ich keine Garantie. DaS trägt ihm eine neue scharfe Verwarnung durch den Vorsitzenden ein. Als Dimitrow später ein angeblich bei ihm vor- grsundencr Zettel vorgelegt wird, in deni von' irgend welchen 20 Mark die Rede ist, die versehentlich„an Schmidt" gesandt worden seien und zurückgeschickt tverden sollen, ruft Dimitrow erregt:„Diese» Zettel habe ich zum erstenmal beim Untersuchungsrichter gesehen. Tas ist polizeiliche Mache."— Vorsitzender: Ihre Aufregung ist der beste Beine iS, daß da«tnmS nicht in Ordnung ist.— Dimitrow: Ich bin entrüstet, weil die Anklage in dieser Weise konstruiert ist! Einberufnnn zur Herhstiasung Prag, 6. Oktober. Durch die üblichen-Handschreiben hat heute der Präsident der Republik die FrühfahrSIagung der Nationalversammlung geschlossen und di« beiden Häuser zur ordentlichen Herbsttagung für den 17. Oktober nach Prag einberufen. Wie der„D e n k o v" meldet, Hai der Ministerpräsident Malypetr gestern dem Präsidenten in Topoltschan einen Bericht über die politische Situation und über die vorbereiteten wichtigen Vorlagen erstattet. Rach dem ,,6 eskä SI o v o" sollen die vorbereiteten Gesetzentwürfe zum Schuh der demokratischen Einrichtungen, die der ersten Parlamentssihung vorgelegt werten sollen, der Regierung die Möglichkeit geben, jene politischen Parteien anfznköfen, die ein ausgesprochen antistaatliches Programm haben und sich auch dementsprechend betatigen, bzw. das republikanisch-demokratische Regime im Staat zu untergraben suchen. Ferner soll ans geseh. lichem Wege die Aufhebung der Mandate der aufgelösten Parteien in der Nationalversammlung sowie in den Landes-, Bezirks« und Gemeindevertretungen, die Einstellung ihrer Presse usw. durchgeführt iverden. DaS Budget wird in der letzten Oktoberwoche, etwa um den 24., vorgelegt werden. Bis morgen sollen die Budgetbcratuugen im Finanzministerium abgeschlossen sei», so das; die kommende Wock)e bereits dazu verwendet werden kann, das Budget«och einmal mit dem Präsidium der SparkomMission und mit den einzelnen Ressorts durchzuarbeiten. In einer der ersten Sitzungen des Parlaments wird die Regieruilg nach den Informativ- nen des„Bettkov" einen klaren Standpunkt zu den verschiedenen politischen und wirtschaftlichen Fragen einnehmeit. Dimitrow zum Schweigen gebracht ADlührung aus dem Gerichtssaal, well er Fälschungen der llniersudiungsprotoltolle feststem Leipzig. G. Oktober. Der heutige Prozeß-i tag brachte wieder eine Reih« von ziemlich un-l tauglichen Versuchen der Prozeßleituna, doch irgendwie durch obskure Zugcuausagen eine Be ziehung Torglero u»d namentlich Dimitrows zur Brandstiftung herzustellen. Dimitrow setzte sich entschieden zur Wehr und beschuldigte einigemale die Polizr» der Fäl- chuna von Protokollen und Beweisstücken, bis der Senat dadurch die erwünschte Gelegenheit gegeben sah, den unbequemen Bulgaren durch, Gerichtsbeschluß aus dem Verhandlungssaal zu entfernen. * Torgler wird vom Vorsitzenden nach seinem Aufenthalt in der Rocht de» Reichstagsbrandes befragt. Er erklärt, daß er von dem Lokal in der Tirckienftraßc mit einer Autodroschkc zusammen mit K ü h n c nach Pankow gefahren sei und dort ge> l chlafen habe. Am nächsten Morgen hättenKriminal- beanit« Kühne seslgenommen, ihn selber hab« nian in Frieden gelassen. Er sei dann gegen 8 Uhr in die Stadt gefahren und habe getojen, daß er (Torgler) heimlich den Reichstag verlassen habe. Er sei daraufhin ins Polizeipräsidium gefahren u>nd dort vernominen worden. Anklagevertreter Dr. Parifius erklärt, daß es niit der freiwilligen Stellung Torglers auf der Polizei angeblich nicht sehr weit her sei; schon wenige Stun-en nach dem Brand hätte die Kriminalpolizei den Auftrag zu seiner Verhaftung erhalten. Ter Vorsitzende schvoitet nun zum Verhör Dimitrows Er hält ihm zunächst einen Ausruf der Komintern vom 3. März 1983 vor, der bei ihm gefn-nden wurde, und zieht darans den Schluß, daß seine nahe Verbindung mit der kommunistischen„Jnprekor"(Inter, nationale Presse-Korrespondenz) als Beweis dafür anzusehcn sei, daß er selbst in Teutschland Hochverrat treiben wollt«. Dimitrow: Ich war bulgarischer Korrespondent für die„Inprekor" und habe nur über bulgarische Fragen geschrieben. Ter Vorsitzende zitiert ein weiteres Schriftstück:„Neichs- tag-brandstistung als nationalsozialistisches Provokateurstück entlarvt". Cs stammt von der Berliner Pressestelle des Zentralkomitees der KPD. Dimitrow erklärt, daß er dieses Schriftstück nie gesehen und b o s e s s r n habe und bis Ende März bei den Peniebmungeu darüber auch nie befragt worden sei. Er epsucht um Verlesung seines Protokolls vom 9. März, woraus der Vorsitzende daraus zitiert, daß Timitrow, nachdem er vorher von der„Inprekor" gesprochen hatte, über dieses zweite Schriftstück ausgesagt habe, daß eS a n S d c r g l e i ch c n Quell« st a m m«. Dimitrow ruft erregt: Ausgeschloffen. Das vorgelesene Protokoll ist nicht dooselbe, das ich damals gehört habe! Dimitroiv wird vom Vorsitzenden unterbrochen, spricht aber trotzdem weiter und bezeichnet die Aussage des Kommissärs Heisig als Lüg«, woraus der Vorsitzende sich jede Belcidignng von Beamten verbietet uich ihm das Wort abschneidet. Dlmltrotv wiederholt dann nochmals, daß er sich bei seiner ganzen Tätigkeit im Ausland« nur auf die Arbeit für die Pnlgaren beschränkt h 4:; er verlange von den Anklägern unbestreitbare Beweise dafür, daß er eine ander« Arbeit g-Nan hab«. Der Vorsitzende schließt daraus, daß bei ihm io viele Schriftstücke gesundcn wurden, die die gesamie konimnnistische Politik betressen, daß Dimitrow doch nicht bloß ftir Bulgarien gearbeitet habe, hie Kreuze aut dem Stadlplan Fn einem Reiseführer durch Berlin, der bei Dimitrow gesunden worden ist, sollen Schloß und ReichStagsgebäude aus einem Plan, der durch ein eingelegte- grünes Heftchen leicht aufzublättern war, mit einem Kreuz augezeichnet gewesen sein. Dimitrow behauptet, daß dies« Zeichen«rst bei der Kriminalpolizei gemacht worden seien, was-er Kriminalassistent Ktznast als Zeuge in Ab- Seite 4 SamStag. 7. Oktober 1088 Nr. 288 Ranfanktnrvelte In England Um 648.000 Personen mehr beschäftigt als im August 1SS2. London, 6. Oktober.(AR.) AuS den Jndu- striebezirken und-Handelszentren Großbritanniens geben sich fortgesetzt Anzeichen kund, daß die Wirtschaftsverhältnisse sich je weiter desto mehr bessern und daß diese hoffnungsvolle Tendenz, wie es scheint, von Toner sein wird. So wurde z. B. im Hafen von Blyth in der Grafschaft Northumberland in letzter Zeit eine so große Menge Kohle verschifft, daß die in diesem Johre verschiffte Kohlenmenge die Rekvrdziffer vom Jahre 1929 noch übersteigen wird. Auch auf den Liverpooler Docks macht sich eine Belebung des .Handels bemerkbar. Landwirtschaftsminister E l l i o t führte gestern in einer Kundgebung als Beweis der schnellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit den Umstand an, daß gegenwärtig um 648.090 Personen mehr beschäftigt sind, als im August dieses Jahres. Internationaler GewerksHialts- Dnnd taÄ In Wien Wien, 6. Oktober. Der Internationale Ge. Werkschaftsbund ist heute in Wien zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengetreten. Ten Borsitz führt Citrin« von den britisck)en Gewerkschaftsvertreter Iouhaur; anwesend waren 25 Vertreter der lfiewerkschostSverbände aus 13 Ländern, darunter aus der Tsechoslvwakei Täyerle und Maeoun. Außerdem sind 29 Vertreter von den der Gewerkschastsinteruationake angeschlossenen Sekretaria en anwesend. Vorsitzender Citrin« wies in seiner Eröss» nungsrede ans die außerordentliche Bedeutung der AuSschußtagnng in Wien hin und besprach die Lage in Oesterreicki. Nach ihm sprach der Vertreter der österreichischen Gewerkschaften Schor sch, sodann der Generalsekretär der Ge» wekschaftsintenationale I o u h a n x, der einen Ueberblick über die ins Auge gefaßten Hilfs, maßnahmen sür Oe st erreich gab. Die Beratungen werden morgen fortgesetzt. Zur sozialpolitischen Gesetz SednnS im vergdan nahm der UnionStag in Teplitz-Schönau folgende Entschließung an: 1. Ratifizierung dcS internationalen Uebereln- kommenS über die Arbeitszeit im Bergbau, wobei die Forderung auf Einführung der 40-Ttunden» Woche aufrecht erhalten wird. 2. Beseitigung des heutigen rechtlosen Zustande« der Bergarbeiter durch Ergänzung des Gesetzes über die Bergbaufchiedsgerichte im Sinne des Antrages der Union der Bergarbeiter vom 23. November 1931. 3. Erweiterung der BergwerlSlnsPektion durch Anstellung von Bergwerksinspekiore», welche von de» Bergarbeitern zu wählen und vom Staate zu bezahlen sind. 4. Unverzügliche Errichtung von ZwangSarbeitS- vermittlunge» für den Bergbau, in welchen den Bergarbeitern der Einsluß aus den Arbeitsmarkt gesichert wird. 5. Schaffung eines Gesetzes über die Berbind» lichleit der Kollektivvertrage. 6. Gesetzliches Verbot der Auflösung des Dienst- verhättnisieS bei Antritt der militärischen Präsenz» dienstlelstung. 7. Beseitigung jener Bestimmungen der Durch» sührungsvorschrist zum Gesetze über die Betrlebü- und Revierräte, welche die Kompetenz derselben einschränken und deren Ersetzung durch neue geänderte Durchführungsbestimmungen, welche dem Geiste des Gesetzes Rechnung tragen. 8. Herausgabe einer Durchführungsverordnung zum UrlaubSgesetze im Bergbau, damit die Um« gehung desselben durch die Bergboubesitzer beseitigt werde. v. Novellierung deS LohnzahlungSgesetzes, damit dessen Sinn und Zweck nicht durch willkürliche Auslegungen durch die Gerichte und Behörden im Sinne der Wünsche der Bergwerksbesitzer ins Gegenteil verkehrt werde. 10. Ausgestaltung der Vorkehrungen zur Unterstützung der Vollarbeitslosen und Kurzarbeiter und Heranziehung der Unternehmer, daher auch der Bergwerksbesitzer zur Tragung der Kosten sür die Opfer ihrer Wirtschaftspolitik. 11. Zum Schluffe protestiert der UnionStag gegen das unerträgliche, völlig unsoziale und schikanöse Vorgehen der UnsallversicherungSanstalt gegen Unfall geschädigte Bergarbeiter und Rentner und fordert rascheste Abhilfe. Dienstenthebung Dr. WohryzekS. Das Präsidium des Abgeordnetenhauses hat, wie die„Prager Presse" meldet, ini Zusammenhang mit der Strafuntersuchung gegen Rcdakicpre nird Funktionäre der„Deutschen Zeitung Bohemia" zu dem Fall Dr. Wohryzek Stellung genommen, da durch diese Untersuchung auch der Oberkommissar des Innenministeriums Dr. Wohryzek betroffen ist, der dem parlamentarische» Stonographen- lmreou zugeteilt und nebenbei Mitarbeiter der „Bohemia" ist. Das Hauspräsidium faßte den Beschluß, Dr. Wohryzek bis auf weiteres von seinenl Dienst int Abgeordnetenhanse zu entheben und wird von ihm Aufklärringen über sein Dienstverhältnis zur„Bohemia" verlangen. Mit dem Fall Wohryzek werden sich außerdem die Präsidien des Abgeordnetenhauses und Senates in ihrer nächsten gemeinsamen Sitzung befassen. Kinderfreunde. Arbeltereltern! Genossen und Genossinnen! Eure Kinder wollen Licht, Freude und Gemeinschaft! Kommt zu uns! Sie letzte Fahrt Kyvliks. Unter außerordentlich großer Beteiligung wurde am Donnerstag nachmittags Genosse Cydlik inProbitz zu Grave getragen. Zahlreiche Korporationen auS Probitz tvaren erschienen und auch aus der weiten Umgebung waren Delegationen anwesend. So hatten delegiert der Zentralverband der Kleinbauern und-Hausler in Prag die Genossen L e i b l und Schmidt, die NcichSpartei und Kreisorganisation Brünn den Genossen Urbanek aus Znaim, die Bezirksorganisation Znaim den Genossen L u st i g, die Bezirksorganifation Nikolsburg den Genossen Landfried. Ebenso hatten zahlreiche wirtschaftliche Korporationen Vertreter zum Begräbnis entsandt und auch aus allen mährischen Klein- banernorganisationen kamen zahlreiche Vertreter zürn Begräbnis. In Probitz selbst war die ganze Einwohnerschaft zum Begräbnis erschienen, selbst den Schulkinder» wurde der Tag freigegeben, damit sie korporativ am Begräbnis teilnehmen konnten. Am Grabe sprachen die Genossen Leibl, Urbanek und Schmidt ergreifend« Worte de« Abschieds. Genosse Leibl würdigte die große Arbeit deS Genossen Cydlik, die er Zeit seines Lebens für die Unterdrückten geleistet hatte. Er würdigte ganz besonders die Verdienst«, di« er sich um di« Kleinbauernbewegung erworben hatte. Genosse Cydlik, sagte er, müsse unS allen für die Zukunft als leuchtendes Beispiel restlosen Arbeitsgeistes diene». Genosse Urbanek hob die Verdienste des Verstorbenen um die südmährische Parteibewegung hervor und schilderte, wie Genosse Cydlik schon im alten Oesterreich, wenn auch nur im geheimen, Anhänger unserer Idee war und !wie er sich nach dem Zusammenbruch offen in jden Dienst der Bewegung stellte und überall > jederzeit seinen Mann gestellt hat. Genosse Schmidt sagte dann zum Schluß seinem Freunde noch einige Worte des Abschieds. Die große Beteiligung am Begräbnis zeigte die großen Sympathien, welche Genosse Cydlik in allen Kreisen oct Bevölkerung genossen harte. Dom Lastzug gedrungen. Aus P o d e r s a m wird uns geschrieben: Am Mittwoch abend sprang bei der Station Kriegern aus einem gegen Pilsen fahrenden Lastzug der 22jährige beschäftigungslose Arbeiter Karl Wettengel aus Podersam ab, der mit diesem Zuge von Podersam„schwarz" nach Ru- dig zu seiner Geliebten fuhr. Wettengel hatte angenommen, daß der Lastzug in Rudig hallen wird, und sprang, als dies nicht der Fall war. bei Kriegern auS dem fahrenden Zuge. Er siel und erlitt eine schwere Verletzung am Fuße und an der rechten Hand. Er wurde ins BezirkS- krankenhauS in Podersam überführt, wo ihm b c Hand sofort amputiert werden mußte. Außerdem erlitt er eine schwere Gehirnerschütterung, welcher Verletzung er am Donnerstag nachmittag erlag. Riesenbrand in Karpathoruhland. Mhorod, 6. Oktober. In der Nacht auf heute wurden in der Gemeinde Horany bei ULhorod sechs Wohngebäude und fünf mit Ernte angefüllte Scheuern sowie auch zahlreiche Wirtschaftsgebäude und Vorräte von.Heu, Stroh und ausgemahlenem Getreide eingeäfchert. Der Schaden, welcher auf Grund von Schätzungen in die Millionen geht, ist nicht durch Versicherung gedeckt, da die vom Brande betroffenen Personen die-Versicherung vor zwei Jahren wegen Geldmangels annulliert hatten. Ter Brand entstand gestern vor Mitternacht kn der Scheune der Elisabeth Holin- kovä, wo gerade die Hochzeit ihres Sohnes gefeiert wurde. Es ist wahrscheinlich, daß irgendem Tänzer in der Scheut«« einen Ziaarettenstumpf wegwarf, wodurch der Brand entfacht wurde. Die Löschung deS Brandes wurde durch Wassermangel sehr erschwert. krdbeben in Griechenland. Saloniki, 6. Oktober. Am Donnerstag wurde die Gegend bei HierissoS auf der Halbinsel Chal« kidike von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, daS großen Schaden verursachte. Sämtliche Verbindungen sind unterbrochen. Die Behörden konnten den Umfang des Schadens noch nicht feststellen, noch auch, ob das Erdbeben Menschenopfer gefordert hat, da die televhonische Verbindung noch nicht wieder hergestellt werden konnte. Weil die Frau eine Jüdin ist! Danzig, 6. Oktober.(Pat.) E» kursieren Gerüchte, daß der Führer des Danziger Heimat- diensteS Rudolph deshalb Selbstmord begangen hat, weil die Nationalsozialisten auf ihn drängten, sich von feiner Frau, die nichtarischen Ursprunges ist, scheiden zu lassen. Ferner wird ein weiterer Selbstmord deS SchiilinspektorS Wilmich gemeldet, dessen Beweggründe gleichfalls politischen Charakters sind. Große wMnichattliche Ausbeute des StratofphSrenfluges. Moskau, 6. Oktober. Di« ersten Daten über di« Arbeit der wissensck)aftlichen Jnslruinente, mit denen der russische Stratosphärenballon ausge- stattet war, zeigen, daß di« meteorologischen Auf- zeichnnngen sehr klar sind, so daß di« Lusttempera, tiir während des Fluges und in gleicher Weise auch di« Luftfenchtigkert und der Luftdruck sehr genau bestimmt Wewen können. Auch die Analyse des Kolbenirihalts ergibt äußerst tvertvolle Angaben: du« Jnstrunrent zur Untersuchung kos- misclser Strahlen ermöglicht deren Untersuchung in den verschiedenen Schichten. Di« bereits bisher durchgeführte Untersuchung des ForschunySmate- rials beweist den übcrauSgroßen wissenschaftlichen Wert des Stvatofphärenslnges. lechr Kommunisten werde« hiugerichtet Leipzig, 6. Oktober. DaS Reichsgericht verwarf heute die Revision der vom Kölner Schwur^ gericht am 22. Juli wegen gemeinsamen Mörder zum Tode verurteilten sechs Kommunisten Hamacher, Waeser, WillmS, Moritz und Engel. Die verurteilten Kommunisten haben, wie die Behörden der Dritten Reichs mitteilen, in der Nacht zi«m 24. Feber d. I. di« SA-Männer Winterberg und Spannenberg hinterrücks ermckrdet und einen Polizeibeamtrn sowie einen SA-Mann erheblich verletzt. Don schwerer Beschuldigung befrist. Aus Aussig wird uns geschrieben: Wie seinerzeit genieloet, war am 9. September auf dem Wege ms Aussiger Krankenhaus Margarete.Heigel aus Salestl gestorben und im Zusammenhang mit ihrem Tod die Untersuchungshaft gegen ihren Mann, den Oberpostkafsier.Heigel, verhängt worden, weil bei der Obduktion der Toten em Bluterguß inS Gehirn festgestellt worden war. Nunmehr wurde Heigel aus der Haft entlassen und das Verfahren gegen ihn eingestellt, da festgestellt wurde, daß er zur kritischen Zeit nicht zu Hause war und sein Alibi nachweisen konnte. Die-Heigel hat sich die erwähnte Verletzung wahrscheinlich durch einen Sturz zugezogen. Zwei Streckenarbeiter überfahre». Freitag früh kurz vor 8 Uhr wurden auf der Schienenstreck«.Hannover—Linden von einer Lokomotive zwei Streckenarbeiter überfahren, wobei einer getötet und der andere mit tödlichen Verletzungen ins Krankenhaus geschafft wurde. Zweifacher Mord und Selbstmord. Der 84jährige Bonner Kaufmann Johann Lad da hat Donnerstag in einer Nervenheilanstalt seinen nervenkranken 34jährigen alten Sohn, das 10 Jahre alte Fräulein Maria Krahwinkel aus Bonn und sich selbst erschossen. Ladda hatte seinen Sohn besucht und vollbrachte die Tat in einem einsamen Teil des Anstaltsgartens. Deutsche Mnsikstaatsprüsungen sür den Privatunterricht. Die Staatsprüfungen finden vom 17. November an im Gebäude der Deutschen Musikakadenii«, Prag IT., Vladislavova 23, statt, Anmeldeformular« gegen Einsendung der Einschreibegebühr von lls 20.— erhältlich. Ende der Einreichnngssrist 28. Oktober 1933. Diese Prüfung berechtigt zum Privatunterricht und zur Errichtung einer privaten Musikschule. Einstein-Kundgebung in London. Unter stärkstem Polizeischutz gegen Mordgesandte deS Dritten Reiches tagte in der riesigen Londoner Albert-Hall, die nach den Zeitungsberichten so voll war wie niemals vorher, eine Massenversammlung. Zuerst sprach der anglikanische Bischof von Exeter, der Sohn des berühmten konservativen Führers und Premierministers Lord Salisbury, gegen die neue Barbarei in Deutschland. Dann hielt Albert E i n st e i n, von hunderten Studenten zu seinem Schuh umgeben, eine große Rede für Freiheit und Menschlichkeit. Dann sprach der ehemaiige Staatssekretär des Foreign Office, Sir Austin Chamberlain. Er sagte u. a., daß man vor noch nicht allznlan- ger Zeit diese Riesenhalle nicht mit einer Sym- pathlekundgebung für Deutsche hätte füllen können. Allerdings feien cs diesmal nicht Sympathisierende für die deutsch« Regierung, sondern für ihre Opfer. Feuergesecht in einer Jagdhütte. Donnerstag nachts gegen halb 11 Uhr überrascht««in städtischer Förster der Stadt Fischers« im EdelSgrüner Revier in der Jagdhütte de» Großindustriellen Weber«irren Einbrecher. Es kam zu einem Feuergefecht zwischen dem Einbrecher, der di« Schießerei eröffnete, und dem Förster, der vier Schußverletzungen davon trug. Der Dieb, in dem später der arbeitsscheue und urehrmals vorbestraft« arbeitslos« Sandner aus BoitSgrün fdstgeftdllt wurde, erhielt ein« Schußver- lehung in der Hand. Die von dem Förster verständigte Gendarmerie in Lichtenstadt stick den Einbrecher. In der Jagdhütte ohnniächtig vor mck führt« ihn dem Karlsbader Krankenhaus zur Behaicklimg vor. Paris fast Dreimillionenstadt. Nach dem eben veröffentlichten Ergebnis der BolkSMlung vmn März d. I. zählt Junerparis 2,891.000 Einwohner. Pari« mit Umgebung zählt insgesamt 1,933.885 Einwohner. Ans der Arbclfcr-Turn- und Sportbewegung. Probespiel der Ländermannschaft am Sonntag, de» 8. Oktober 1933, in Znckmautel. Für die am 28. Oktober(Staatsfeiertag) In Aussig und am 29. Oktober in Karlsbad oder Komata» stattfindenden Europaspiele hat der Bufa ein Probespiel der Länderelf gegen„Viktoria" Z u ck m a n t e l festgesetzt, welche« am Sonntag, den 8. Oktober 1988, in Zuckmantel stattfindet.— Für die Länderelf wurden nominiert: Strobel(Eichwald); Seemann O.(Weis» kirchlih), Sch leger(Kkeinaugezd); Günther (Kleinaugezd), Fiedler(Krochtvitz), Hampel (Kleischa); Bartel(Lerchenfeld), Schwab(Pi- Hanken), Smetana(Kleischa), Otta(Kleischa), Kowarsch(WeiSkirchlttz). Austauschspieler: Hirsch(Weiskirchlih), Bechert(Teplitz), Schlosser(Setten;). Die endgültige Aufstellung erfolgt auf Grund diese« Probespieles. Er besteht auch die Absicht, Vertreter des 6. Kreise- in die Länderelf zu entsenden. Anstoß um 3 Uhr. Fußballspiele mit Ungar«. Im Rohmen der Europa-Fußballmeisterschaften in Fußball werden die Ungarn am 28. Oktober in Aussig gegen unseren Verband starten. Das zweite Spiel wird ani 29. Oktober durchgeführt. Der Ort steht noch nicht fest. Die ungarischen Fußballer gehören zu den spielstärksten der Sozialistischen Ar- beiter-Sport-Jnternotiönole. Kokain beschlagnahmt. Pariser Zollbeamte beschlagnahmten gestern abend«ine über zehn Kilogramm Kostin enthaltende Sendung, di« au« Holland gekominen und unter Seekravben eingeschmuggelt worden war. Wahrscheinliche- Wetter heut«: Abnahme der Bewölkung, Abflauen de« Windes, erneuter Rückgang der Nachttemperatur, untertags ziemlich milde. Die»S. W. 3-", die rasch populär gewordene Illustrierte der ^Republik, erscheint in ihrer neuen Nummer in verbessertem, überaus vorteilhaftem Gewand. Ein kleineres, ländlicheres Format gibt die Möglichkeit, das lebendig und unterhaltsam gestaltete Blatt rechn!ich erheblich zu vervollkommnen. Spannend« Romane, zeitsatlrifche Glossen, eine akttrell«, vorzüglich arrangierte Bildschau, kurzum, Gesinnung, die nie langweilig wirkt, sind die hervorstechendsten Merkmale auch der neuen „I. W. Z", die jetzt den Kopftitel„Illustriert« Zeitung" führt. Die neue Aufmachung, di« dem Blatt sicherlich neue Freunde zuführen wird, soll dazu beitragen, der Zeitschrift in den weitesten Kreisen de« entschieden republikanischen Deutsch- tums der Tschechoslowakei Geltung zu verschaffen. Bon erheblicher Bedeutung für den iverk- tätigen L«ler ist auch die Unfallversicherung, die di«„I. W. Z." jetzt für ihre Abonnenten eingeführt hat. Jedenfalls ist daS Blatt auf dem besten Weg«, di« illustrierte Zeitschrift der breiten Massen der Republik zu werden! Vom Rundfunk Wettbewerb int deutschen Schulfunk. Der deutsche Schulfunk ladet die gefaulte deutsche Jugend, welche eine deutsche Bürg»r- schule der Republik besucht, zu einem Wettstreit ein. Die besten Lehrspiele, welche von einzelnen Schülern, Schülergruppen, ganzen Schulklassen oder Schulen unter Führung der Lehrerschaft dis Eicke April 1934 an die Kanzlei des deutschen Schulfunks im Radiojournal, Prag XIl., Fv- chova 12, eingesandt werden, erhalten einen Preis. Als Preise stehen vor allem zwei schöne Empfänger zur Verfügung. Ein Beg»!.'^tnngS- ansschuß wird di« besten Lehrspiele ini Mai kom- menden Jahres feststellen, diese werden sodann im Herbst-934 anSgesendet und die gesamte Hörerschaft(iede Hörerschule hat eine Stimme) soll die Reihenfolge, in welcher die ten mit Preisen ui bedenken sind, festlegen. Der Wettbewerb soll m einer wirkungsvollen Propaganda des Schulfunk? beitragen. Auskünfte erteilt die Kanzlei des deutschen Schulfunks beim Radiojonrnal in Prag. Wcllentanfch in Holland. Ain 1. Oktober d. I. tauschten die holländischen Sendegrnppen Huizen und Hilversum wiederum die Welle. Dir Gruppe Hilversum(TARA und AVRO) sendet auf Well« 296 Meter, die Gruppe Hüften (KRO und NCRV) auf Welle 1875 Meter über die 50 Kilowatt-Sendestess« Kootwijk, die deur Rundfunk kürzlich zur Verfügung gestellt wurde. Empfehlenswertes aus den Programme». Sonntag. Prag 6.30: Gymnastik, g 35:. Konzert des Orchesters der Prager Lstndestqtion, 12.15: Mittqgs- kvnzert. 17.80: Reisevortrag, 18: Deutsch« Sen» düng: Dr. Steinhyrd: Vorschau auf das Mysik- programm der Woche.— Brünn 11: Konzert, 18: Deutsche Sendung: Schrammelkonzert.— Men 12: Orchesterkonzert, 16: Kammermusik, 17: Bei den Korallenfischern an der Adria, 20: Bunter Abend, LL.lv: Tanzmusik.— Heilsberg 15.30: Volks- tümliche Chorliedcr.— Mühlacker 15.30; Bon musikalischen Menschen, Tieren und Dingen.— Leipzig 19: Weinlese in Mitteldeutschland.— Frankfurt 20: Verdi-Abend.— Berlin 1835: Chöre von Brqhms — München 15.45: Für die Kinder, Märchen. Nr. 235 CnmUnft, 7. CHoher 1933 Hilt S Das billigste Buch! unter E. Einfuhr 'st, so- sein 240 Selten Teil Hund 100 Illustrationen anstaltung ha* bereit« in großen Umrissen vorliegend« turnerische und sonstige seslliche Programm. DaS turnerisch« und sportliche Programm werden u. a. bilden daS gemeinsame Austreten aller Abteilungen, Borfühningen dcS„Zweiten Aufgebots"(d. f. die älteren Turner), der ver- kchiodenen Kreise sowie der als Gäste teilnehmenden in- und ausländischen Verbände im Stad'on und auf der großen Festakademie, Austreten der Skaut- Abteilungen, ferner Wettkämpfe der Geräteturner, international« leichtachletisch«>md schwerathletische Kämpfe, Ballspiele, weiter Veranstaltungen der Wasser-, Rad- und Wlntersportler. Die Kinder werden auch diesmal, wie das schon bei den früheren Festen der Fall, ihren eigenen Sonntag vor den Hauptfasttagen haben. Als Einleitung zum Hauptfast Im Sommer werden tm Jänner oder Ansang Feber die Wintersport-Wettkämpfe in Groß- Hammer bei Tamnoald zur Durchführung gelangen. Den Abschluß der Veranstaltungen im Stadion an den einzelnen Haupttagen wird wiederum ein großes Festspiel bilden. Der Fest zu g durch Prag ist für den letzten Festtag vorgesehen. Ferner wird die Durchführung eines Fackolzuges e>- Der Verband der tschechischen Arbeiterturner (DTM.) rüstet schon eifrig für sein im Juli 193t i» Prag stattfindendes großes VerbandSturns.-st, das in seinen Ausmaßen beide vorangegangenen Feste noch übertreffen wird. Wenn wir bei der Beurteilung der Größe der 111. Tschechoslowakischen Arbeiter- Olympiade absehen von den 33.900 ausübenden Teil nehmern, mit denen man bei den gemeinsamen Hebungen rechnet, und d.'m Ausgaben-Borairichlag in der Höhe von 8 Millionen Ke, so genügt zur richtigen Vorstellung des Umfanges der ganzen den Namen befindet sich der Priesters, der anstelle der Ho mogen, welcher am Abend des ersten oder zweiten HauptlageS stattfinden wurde. An sonstigen Festveranstaltung»« bereitet man u. a. vor: Ein Schachturnier um die Me'sterschaft des Verbandes der DTJ6., einen Marion:tten-Wettb«vevb verbunden mit einer Ausstellung sowie eine Schau über die kulturelle Tätigkeit der Bevbandsvereine. Ter Der- band der Arbeiter-Gesangverein« ver. anstalt«! anläßlch der Olyntpiade ein Festival Mitwirkung andertnattonaler in- und ausländischer Arbeiter Gesangschöre. Der Zentral- veUbaird der Arbeiler-Dilettantenverein« will zu den Festtagen«in Trossen veranstalten. Unser Bild zeigt«inen kleinen Ausschnitt aus einer Vorführung der Männer, di« mit Rozitation und untermalender Musik«inen besonders starken Eindrmk ans die Zuschauer auSlösen wird.„Durch die weite Welt dröhnt unser« Stimme...' lautet der Anfang dieses turnerischen LprechchorS, dessen Worte von I. Sei- fcrt flammen, während di« Musik K. Kramntek schrieb. Aus dem Ausland« sind schon von vier Ländern bestimmte Zusagen der Teilnahme ringe- troffen, und zwar von Amerika, Ungarn, L e i I l a n d und Jugoslawien. Di« Verbände in England, Frankre'ch und Belgien sind mit den Vorbereitungen hiezu beschäftigt und gilt ihr Kom- nten ebenfalls als sicher. Aus all dein vorstehenden ist heute schon zu ersehen, daß die kommende 111. Tschechoslowakische Avbeiter-Olympiade nicht nur«'ne große Veranstaltung der Turn- und Sportbotvegung, sondern auch ein gewaltiges Kulturfest der zialistischen Arbeiterbewegung wird, an dem teikzunehmen, wir uns bereits setzt vorbereiten wollen. 1933 Aussuhr Senleins Panoptikum. Immer'reinspaziert! Nur 2 Kronen Entree— Dir zeigen Ihnen vom Schönsten do» Beste, Jung» hakenentsleckt« HeimatSsrontwestel Patentschutz erbeten. Der neueste Dreh! Immer'reinspaziert! Di« Garderobe ist frei! Wir wechseln di« Hemden vor unsere» Gästen, Wir fitze» auf allen zersägten Arsten, Wir find, auch als Schiebung, der letzte Schrei! Immer'reinspaziert! Die Schau ist famo»! verwandlungSkünstler auS ersten Kreisen verlausen Programme zu Schleuderpreisen! Immer'reinspaziert! Bei uns ist was los! XI« trizität an Juden Rechnungen in doppelter Höhe der normalen Tarife geschickt werden. tzitlergruß im Theater. Der Intendant des TtaatStheaterS in Braunschweig hat«IS !erster befohlen, daß die Schauspieler bei ... r dem Betfallsdank»ach den Aktschlüssen mit dem Samstagabend das Mädchen erwürgt^Hitlergruß abzutreten haben. DaS^Ministerium daS volle fünf Sekunden anhtelt und dauernd von deftigstem unterirdischen Getöie begleitet war. Dl« aufgelchreck'« Bevölkerung der Stadt tvar auf die Straße gestürzt. Auch in den umliegenden Orten Stroneone, Ceri, San Gemini, Rieti und Spoloto wurden drei Erdstöße wahrgenommen. Juden ohne Autos. In einigen Provinz städten, vor allem in Ostpreußen geht man dazu.., über, Juden den Besitz von Autos behördlicher- Oberkommissärs den König von England um wem wir Krebse erwache».... Der nach Deutschland geflüchtete Naziheld Krebs soll in der Berliner Funkstunde die nachfolgende Rundfunk- a n s P r a ch e an die deutschen Hörer gehalten haben: „Deutsche Männer und Frauen! Nachdem ich mit Todesverachtung Leben, Vermögen und Gesundheit aufs Spiel gesetzt und einer Welt von Feinden tollkühn getrotzt habe, bin ich zu Euch gekommen! Ihr reichsdeutschen Volksgenossen könnt stolz auf Eure Gesinnungsfreunde in Böhmen sein. Besonders die Führer haben Opfer über Opfer gebracht! Nm unseren tschechoflowakischen Todfeinden zu zeigen, daß wir uns nicht nntcrkriegen lassen, haben wir uns selbst aufgelöst. Um ihnen zu beweisen, daß wir vor nichts zurückschrccken, wenn cs um uitsere heilige Sache geht, haben wir unser unverrückbares Programm verraten und uns mit dem Munde zur Demokratie bekannt. Unsere einfachen Parteigenossen sitzen zu vielen Dutzenden im Gefängnis; selbst diesen bescheidenen Luxus kann sich unsereiner nicht leisten! Ja, Führer sein, heißt Leid und Sorgen für alle tragen! Selbst im Kerker ist für mich kein Platz! Kein Opfer war mir zu groß, um in Eure brüderliche Mitte zu gelangen. Selbst meine hohe Kaution ließ ich ohne Zögern gern verfallen! Tas ist wahrer Idealismus, das ist ein Ausfluß jener erhabenen Gesinnung, die sich nur in die Worte fassen läßt:„Wir Nazis fürchten daS Gericht und sonst nichts in der W e l t!" So aber soll es bieiben. Und darum rufe ich mit erhobener Grußhand Euch zu: j„Allzeit getreu! Heil Hitler!" Xi» Mur Kc 80.— zu beziehen durch alle Kolporteur« und Bezirktsekretariate.— Verlag Zentralstelle für das Bildungswesen: Praha II., Rekäzanka 18. Hl. Tschechoslowakische Arbeiter-fllvniDiade Prag- Juli 1934. Die Hitlersahne des Priesters. Tie„Bay rische Ostwacht", Organ des bayrischeit Unter- richtSministerS Schemm, verösfenliicht eine Liste der Personen, die anläßlich des„Erntefestes" nicht flaggten und damit ihre„Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal des deutschen Volkes be kundeten". Unter eines katholischen kenkreuzsahne ein schmutziges Hemd ins Fenster gehängt Halle. Jugendlicher Verbrecher. Seit dem vergan genen Samstag lvurde in W ü l f i i n g e n in der Schweiz di« Spinnereiarbeiterin Gertrud Kuser, 17 Jahre alt, vermißt. Vorgestern wurde »un die Leiche des Mädchens im Kemptweiher ausgesunden. Nach den Umständen zu schließen mußte ein Verbrechett vorliegen, das rasch auf geklärt wurde. Ter Freund des Mädchens, der erst 17jährige Schlosserlehrling R. Vueß, der am Samstag nachmittag eine Radreise mit der jun gen Arbeiterin unternommen batte, legte bei sei ner Einvernahme ein umfassendes Geständnis ab. Seine Freundin hatte ilnn eröffnet, sie sei in andern Umständen. Aus Furcht faßte Buch den Entschluß, sich des Mädchens zu entledigen. In einem beim Kemptweiher geleaenen Wäldchen bat er am C1...J........ und die Leiche dann ins Wasser geworfen. Ihr; hat der Verordnung zugeftimmt. Offenbar aber Fahrrad warf er auf die Leiche, um diese im'nicht auS der sicher dock) richtigen Annahme, daß Wasser zurück;,thalten.!dadurch der Hitlergruß zum erstenmal do« gezeigt Entlassen... Zu der Reihe hervorragender wit*' wohin«r gehört- im Theater! deutscher Gelehrter, die seit dem Bestände Rothschild- nehmen«in« kleinere Wohnung. Wie die„Stunde" erfährt, wird AlfonS Rothschild sein Palais in der Theresianum-Gasse in Wien verlassen und in ein nahe gelegenes kieines -Haus übersiedeln, in dem er sich ein«„bescheide- nere" Wohnung adaptieren ließ. DaS Palais in der Theresianum-Gasse wird geschlossen und das Personal entlassen werden. All dies geschieht aus Erspar,ingsgründen. Auch Lonis Rothschild will ans den gleichen Gründen einen größeren Teil seines Palais in der Prinz Eugen-Straße sperren. AuS dem Betschuanrnland. Der amtierend« .Häuptling des Samines Bamangwato T s ch e- k e i> i, welcher vom englischen Obcrkvmmissär Admiral Evans seines Postens enthoben wurde, weil er einen englische» StaatSange- 7'-»?!°'^In77^Ihörige>. peitschen ließ, wurde von dem- gegeben. Geld oder Pranger, ist die-evise deS f c iß cll amtierenden Obcrkomnrissär wieder in „Wmterhtlfswerks. seine Funktionen eingesetzt. Nach der Dl« italienische« Erdbeben. I» der Stad: Rehabilitierungserklärung verlas Admiral Evans Terni bei Rom wurde gestern nachts kurz vor h n Versammlung der Angehörigen des Stant- 8 Uhr^ein überaus heftiges Erdbeben verspürt,! meS Bamangwato di« am 28. September an das «......«„»< Kommissaria samt gesandte Botschaft TschekediS. Die Wiederinstallierung TschekediS erfolgte ohne :jed« Zeremonie. Der Stammeshäuptling Tsche- kedi beriet hierauf mit dem Admiral Evans die , Möglichkeit seiner Reise nach London, um dort dem Staatssekretär für die Dominions I. H. Thomas einen Besuch abzustatten. Bekanntlich hatte die Mutter TschekediS durch Vermittlung des Sdirampmng Deutschlands Einfuhr und Ausfuhr Im zweiten Vierteljahr April—Juni deutscher Gelehrter, die seit dem Bestände.- nationalsozialistischen Regimes von den deutschen Un'versitäten entfernt wurden, ist jetzt auch der bekannt« Soziolog Professor Ferdinand Toen- nies hinzuge kommen, der bisher an der Universität in Kiel wirkt«. Professor Toennies wurde auf Weisung des preußischen Kultusministers entlassen. Pranger für die, die nicht spenden. Ter Nazi-Gauleiter Sprenger erläßt einen Aufruf, in dem befohlen wird, daß die gesantte Organisation der NSDAP, mit allen Neben- und Untergliederungen sich unter Einsatz aller Kräfte in! den Dienst des Winterhilfswerks stellt. W>'r zahlt, stellt sich zu Hitler.„Wer abseits steht, richtet sich selbst und wird dem Volke bekannt-i Mutter Torgier. „In einem Krankenwagen wurde Fran Torgler nach Leipzig gebracht, um dem Prozeß gegen ihren Sohn beizuwohnen." Die Nachricht wurde ergänzt durch ein Bekenntnis, mit dem Ernst Torgler, der Sohn eines Berliner GaSarbeiterö, die Erzählung seines WerdegcuPeS beendigte:„Vielleicht bin ich in meinen, Leben unter dem Einfluß nieiner Mutter gestanden, denn sie ist feit fünfzig Jahren Sozialistin." Seit fünfzig Jahren. Torgler, der zu ar», war, um, wie seine Lehrer wollten, zu studieren, Torgler ist heute gegen vierzig Jahre alt. Seine Mutter muß heute an die siebzig sein. Und läßt sich in, Krankenwagen nach Leipzig bringen, um mit eigenen Ohren die Verteidigung des Sohnes anzuhören und ihm, wenn er auf die Anklagebank zurücksinkt, den geraden Blick eines lauschenden Ange- zuzuse,ü>en, den stärkenden Blick einer mutigen Mutter. Torgler hat sich in der Verhandlung vorbildlich, wie da- Muster des deutschen Arbeiters, benommen, nicht deklamierend, doch»nännlich, nicht wehleidig, doch rechisbewußt. Fünf Monate Fesselung an Händen u,ü> Füßen in der Untcr- suchungSzelle, dos hat ihn nicht aufgeregt gemacht, sondern daraus hat er erst recht den Willen zur stärksten Selibstbeherrschtheit, die Zuversicht und Ruhe seiner ganzen Klasse hervorgeholt. Und diese große, nicht zn erschütternde Zuversicht befähigte eine siebzigjährige kränkliche Arbeiterfrau, dem Ringen ihre- Jungen nm Tod n,u> Leben oi-ne Aufschrei beizuwohnen. Man hat kein Schluchzen, wie es in Sensationsprozessen von wirkungsbcsoraten Advokaten bei mitgebrachten Müttern bestellt wird, von dieser Arbeitersran vernommen. Sie saß bloß da und ihre Augen stärkten den Cohn und trafen die Richter. Die illustrierten Blätter, an denen sich Herr Hitler labt— er sieht sich selbst in hundert Pose» mtb kein Kotzen geht ihn an—, diese dienstbeflissenen Linsenlakaien werden sich hüten, die greise Frau Torgler vor ihre Kamera zu zerren. Die Frau Kronprinzessin und Frau Magda Goebbei- decken den Bedarf an Frauenbildern der erwachten Unisormnation. Und doch kennen wir das Bild der greise» Fran Torgler, weil wir Hunderttansende solcher Mütter kennen, die seit einem Menschenalter und länger Sozialistinnen sind. Tie Last ihrer Jahre und ihrer überstandenen Nöte liegt auf ihrem schmalen Rücken, die Schwere der Sorge, Kinder aufzuziehen, um sie, reis geworden, in Gefahr zu wissen, hat diese Gesichter abgezehrt und doch belebt. Cie sind Franen und Haden sich doch nie mit ntodischem Trödel anfgepntzt, aber es war ihr Stolz, inimer schlicht nnd sauber aus» zuselen, Frauen, die in ihrer Cchiichtheit nie ohne Würde waren. So steht das Bild dieser einfachen, über- zeugungsfestrn Mutter vor uns. Eine alte, kranke nnd dabei eine stolze Fran. Ich weiß nicht, wie und ob Herr Bünger, der Herr ReichsgerichtSvorsihende, sie sieht. Vielleicht hat er nicht.Lust und Mut genitg, der Mutter TorglerS offen ins Auge zu sehen. sciis zu verbieten, während für Gas und Elek-iGnade für ihren Sohn gebeten. Der König von trizität an Juden Rechnungen in doppelter Höhe England hat nunmehr diesem Ansuck)«,, ent- sprachen. (in Millionen Ml.) Europa 1933 egg r 1932 598,8 1938 935,1 1932 1.123,9 Saargabict 37,0 29,7 20,9 21.8 Belgien-Luxemburg 83,11 34,6 68,9 72,2 Dänemark 23,9 27,1 30,6 39.9 Polen 10,1 11,8 13,8 16,5 Frankreich 43,6 43,0 101,3 129,5 Großbritannien 57,3 58,8 94,4 78,3 Italien 37,8 38,6 56,3 55.8 Niederlande 56,9 75,4 112,9 154,1 Oesterreich 14,0 14,6 31,8 38.3 Schwaden 23,8 19,5 43,4 53,9 Schweiz 20,5 20,5 87,7 93.1 Spanien 21,5 23,1 19,9 21,1 Tschechoslowakei 26,2 31,7 40,1 63.3 Rußlands UdSSR., 42,7 81,0 ■ 8t,6 175,2 Afrika 60,3 65,6 25,7 24,0 Assen 133,6 186,8 85,8 97.0 Britisch-Jndien 36,3 37,4 20,0 ' SSL China 43,9 39,7 19,1 19,9 Japan 8.5 3,9 18,8 19,2 Niederländ.- Indien 27,8 29,2 8,2 10.0 Amerika 251,4 300,5 181,6 131,5 Bereinigte Staaten von Amerika 116,1 166,0 58,1 65,5 Kanada 183 10,4 6,4 8.6 Argentinien 38,2 58,4 21,1 20,1 Brasilien 17,4 21,0 20,4 12,6 Australien ‘ 39,2 81,2 5,8 5,1 Reiner Aarenverkthr 1.010,9 1.142,6 1.138,1 1,382,3 Seite 6 „Bojtartemohd* QfatttCtaft, 7. Oktober 1983 Nr. 235 Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag LL, Prlkopy, Palais Koruna Höhensonne gebraucht, aber noch inlalt, privat zu kauten gesmlu. Angebote unter:„12V Bolt" an die Berw. d. BI. r 8 8 G S S r r - - - - - 8 n I LllOUMÄA Versicherung»- Aktien-! gesell schäft in Wien Direktion für die C. 8. R. In Pra«.] General-A'-entschatt Rolchenbeig i empfiehlt eich zum Abseh luB von Feuer-.■ Unfall-, Haftpflicht«, Kinbruch-, Auto-, Trans port-, Pferde- and Vieh Versicherungen zu. kulanten Preisen.»r« Bargar an llemittel in der Ö.S. R. 58 Millionen. BUros: Prag« Narodni tb 17. Reichenberg, Schützen«. Nr. 21. Brünn, Theaterkasse Nr. 8. MHatMNNMWHi BEI REGEN UND PLANSCHWETTER TRAGEN SIE UNSERE ÜBERSCHUHE. Schwarz lackierte Überschuhe. Warm Ganzgummi gefüttert.— Leichte Sommer-Ganzgummi' Überschuhe.— leichte, warm gefütter te, Gabardine-Uber' schuhe.— PBAfiB« IEWUIÜG. Weitere Einschränkung drS Prager Stratzen» bahnverkehrs. Tic Entwidiung des Straßen- bnhnvcrkchrs in Prag zeigt in den ersten acht Monaten feinen erjrcuiichc» Verlauf. Der Verkehr nimmt immer mehr ab. gegenüber dein Vorjahr sind die Einnahmen um rnnd 15 Millionen Ke geringer geworden, und man muß allen Ernstes damit rechnen, daß die Situation in nächster"Zeit glcichbleiben wird, so daß als Endresultat ein wahrscheinlicher Eingang gegen- über 11)32 von zirka 20 Millionen Ke bevorsteht. Aus diesem Grunde werden weitere Er- sparungsmaßnohmcn in Erwägung gezogen, bzw. die teilweise Reorganisierung des Betriebes, wobei vor allem aus die Frcqucnzzisjcr der einzelnen Linien, die Beschleunigung des Fahrplans usw. Rücksicht genommen wird. So steht zu erwarten, daß oie weniger stark srcqnentier- ten(mit anderen gleichlausenden) Linien, und zwar die 17er und die 23er, ganz ausgelassen werden. Andere Strecken werden nicht zur bisherigen Endstation geführt, sondern nur jeder zweite Wagen, so die 12er Linie, die nur bis zur Urania gesnhrt werden soll, und die 22er, die nach 8 Uhr abends nur bis zur Station nach Malovanee geht. Aber auch dir Strecken, bzw. die Fahrpläne der 1er, 3er, 5cr und 11er sollen neu ausgcarbcitct und nmgcsialtet werden. Die Projekte zur Ueberbriickung des Rnsker Tale-. Jin Ciam-Gallas Palais trat gestern zum erstenmal die aus technischen Sachverständigen bestehende Kommission zur Begutachtung der Projekte sür die Neberbrückung des Nüster Tales zusammen. Tic Kommissionsarbciten werden bis ungesähr Mitte des nächsten Monats anüauern. Gerichtssaal Der Girtmorvprozeß Svoboda. VewelSversahrrn abgeschlosien.— Morgen Urteil. Prag, 6.£ iktobcr. Das Zcugeiiverhör wurde mit der Einvernahme der Mutter und den Schwestern der vergisteten Agnes Svoboda sort- gesetzt. Umter Bewegung der Zuhörer schildert die Schwester Stephanie jenen„entsetzlichen und schwarzen T a g", als die drei Frauen von dem vergifteten Kaffee tranken. Sie weiß von Klagen ihrer verstorbenen Tchivestcr zu berichten, di« über di« Brutalität ihres Gatten Beschwerde führte. Tie Mutter, di« sidi zuerst der Aussage ensichlagen, aber tut weiteren Verlauf doch entschlossen hatte auszusagen, erklärte, si« sei gegen die Heirat gewesen. Einmof hab« ihr Enke! erzählt, daß der Vaterder Mutterden HalS ebfchneiden wolle. Tie zweit« Schwester Barbara 81« h o f c r, die in der Nackt nach der Kafseevergiftung bei ihrer Schwester geblieben war, berichtet« über den bereits geschilderten nächtlichen Zwischenfall, bei dem Svoboda seiner Fra» mit dem Revolver gedroht habe. Des weiteren traten 24 Zeugen auf, die die familiären Verhältnisse Svobodas ganz im Sinne der Anklage bestätigten. Helene P r o» sek, mit der Svoboda vin Verhältnis anluüpsen wollte und ihr vrviprach, sie nach dem zu erwartenden Tode seiner Frau zu heiraten, erzählte von seinen Liebcsanträgcn, die der Angeklagte aber als harmlose Scherze hinstellte, wie sie bei Verkäufern der Ladenkundschast gegenüber üblich leien. Ter Trogiift Kostal erinnert sich, daß Svoboda ichon im Dezember v. F. von ihm Gist haben wollte. Unter den Leuutundzeugen nahm sich ein gewisser Kui-era des Angeklagten lehr warm an. so daß der Vorsitzende ihm androht«, ihn unter dem Verdacht falscher Zeugenaussage in Untersuchung nehmen zu lassen. Die stundenlangen Zeugenverhörc und Protokollverlesungen ergaben, wie gesagt im ganzen das von der Anklage entworfene Bild, wie wir eS gestern ausführlich dar- gestellt haben. Nach Abschluß der Zeugenverhöre gelangten zunächst di« chemischen Sachverständigen zu Wort«. Prof. Tr. 8 vag r, der Leiter des chemischen Institut« der tschechischen Technik«rklärt« den Geschworenen eingehend den Vorgang bei Durch- lührung derartiger Analtzsen und erläntcrl« den Befund der untersuchten Gegenstände. J-m Magen der Toten konnte kein Gift scstgcstellt werden, was erklärlich ist, weil Agnes Svoboda vor Ihrem Tode heftig erbrochen hatte. Wohl aber wurde in der Leber Arsen nachgewiesen und in dem von den Gendarmen konfiszierten K a s f r e r e st wurde ein«„wahrhaft e r st a u n l i ch e Menge" des Giftes gesunden. Prof, ävagr zeigte den Geschworenen ein GlaSsläschchcn mit den gewonttenen Arfcnrücksiänden— cs sind fiinfbiü sechs f a st Haselnußgroße Stücke. Pros, ävagr erklärt«, sich das gewonnen« Gift als Schulbeispiel für seine Hörer a-usbcwahrt zn haben, wieviel Arsen in einem kleinen Kassvetopf aufgelöst werden könne. Auch ein Fleck Im Leintuch, der vom Erbrechen der Sterbenden herrührt, ergab deutliche Arscnspuren. Nach der quantitativen Analyse hätte der Kaffeetopf auf 35 Kubikzentimeter 1.22 Gramm Arsen enthalten. Als zweiter Lachverstöndiger ans dem ciirmifchcn Fach erstattete Prof. Tr. Kfepelka ein selbständiges Gutachten, das zu den gleichen Ergebnissen gelangte. DaS ärztliche Gutachtes hatte Prof. Tr. H ü j e k, der nach Zufammensastung oller Einzelheiten zu dem Resultat gelangt, daß zweifellos Tod durch akut« Arleiiver- g i s t n n g anzunckn en fei, nicht ein« 6 tonische, also längere Zeit durch kleinere Tosen hcrlieigeführte allmähliche Vergiftung. Tamit ist daS Veweismaterial dieses F n d i- z i e»Prozesses erschöpft. Tie Verlesung der Leu- mundSnote ergab, daß Svoboda nur wegen Ehrenbeleidigung vorbestraft ist und sonst einen guten Ruf hatte. Hierauf wurde das BrwciSver- fahr«» fürgefchlosfen erklärt und die Ber- handlung vertagt. Morgen früh tritt der Pier ihtS- Hof zur Beratung über die Schuldfragen zusammen. TaS Urteil wird für den Nachmittag erwartet. rb. Kunst und Wissen „Boheme." Mit der Wiederaufnahme dieser Oper in den Spielplan des Prager Deutschen Theaters hätte man lieber znwartcn sollen, bis Antonino V o 11 o sein Gastspielamt als Dirigent italienischer Opern angetrrten hat. Denn Botto war es, der gerade Puccinis Oper„Boheme" vor Jahres, frist in einer wunderbar stimmungsvollen Aufführung zur Publikumsattraktion gemacht hatte. Wir wollen die Verdienste Max Rudolfs, der die vorgestrige Ausführung des Werkes musikalisch betreut hatte, keineswegs schmälern. Aber fachlich müssen wir doch feststellen, daß seine„Bohkme"« Znterpretation weder besonders intcrcsiant noch besonders reizvoll ist. Das weiß auch das Publikum, das sich zum vorgestrigen Operuabend nicht eben zahlreich eingefunden hatte. Besonders unangenehm machten sich diesmal die dynamischen Nebertrcibnn- gen Kapellmeister Rudolfs bemerkbar, die sogar in lyrisch-kanlablen Stellen die den Sängern so gesähr- licken Streicher ungezügelt sich auslcben läßt. Auch mit der musikalische» Sauberkeit und Genauigkeit stand es nicht immer gut an diescnt Opernabend. Und die Solisten der Oper vermochten nicht unge- tiübte Freude zu bereiten. Frl. Rohn e, die Wiedergenesene, entzückt durch schöne Pianokopstöne und klangvolles Parlando, wird aber oft unerträglich scharf im Ton, wenn stärkere Akzente notweiidig sind. Herr R i a v c e müßte endlich den Regisseur finden, der ihn zum glaubwürdigen Darsteller wandelt; auch stimmlich schien er diesmal gehemmt. Alles in allem: ein recht mittelmäßiger Operuabend und ohne Werbckraft für das Theater. kl. J. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag 8 Uhr:„M a n t c I, Hut und Handschuhe."— Sonntag 11 Uhr: K a m m c r m n s i k; Hß Uhr: Arbeitervorstellung:„Mantel, Hut und Handschuhe"; 1-7 Uhr:„L o h e n g r i n"(B 2).— Montag 148 Uhr:„Ba11 im Savoy", volkstüml. Vorstellung.— Dienstag 8 Uhr:„M a m s e 11 e N i t o u ch e"(A Ls.- Mittwoch«8 Uhr:'„H o s s- mannS Erzählungen" kB 2).— Donnerstag ISS Uhr:„Mantel, Hut und Handschuhe" IC 11.— Freitag 1S8 Uhr:„Die Zauberflöte" ID 21.— Samstag J£8 Uhr:„D Israeli"(a. A.1. Wochcnspielplon der Kleinen Bühne. SamStag 1-8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein."— Sonntag Uhr:„Die Trafik ihrer ExzeI- I e u z"; 8 Uhr:„Bezaubernde» F r ä n I e i n." — Montag 8 Uhr:„Pension S d> ö 11 e r"(Bankbeamten).— Dienstag 8 Uhr:„Tie Trafik ihrer Exzellenz."— Mittwoch 8 Uhr:„Bezaubernde» Fräulci»."—- Donnerstag 8 Uhr:„Bezaubernde» Frä« Iei n."— Freitag 8 Uhr:„Pension Schüller" iKultnrverbauds- sreundel.— SamStag 8 Uhr:„Bezaubernde» Fräulci n." Der Film Das Haus in der Vorstadt. Ob es witzig«ud anständig ist, die Bewohner der weniger vornehmen Stadtteile von Prag als eine schivatzhastc, schlampige und analphabetische Menschenrasse hiiiziistellen, mögen die Hersteller die sc» öffentlich noch nicht ansgcsnhrtcn Films sich selbst beantworten. Für de» Kritiker besteht kein Anlaß zur Diskussion. Den» das Produkt, das ihm hier gezeigt wurde, ist so schlecht gemacht, so unzn sammcnhängend und dürftig in seiner Handlung, so verblüffend stümperhaft in Bild und Regie, daß es überflüssig ist, sich mit seiner Tendenz und Gesinnung auseinandcrzusetzen. Wenn noch immer die Meinnng verbreitet ist, daß die tschechische Filmproduktion lies unter dem TurchschnittSstandard sicht, dann geht das ans das Schnldkonto von Leuten, die sich so leichtfertig und instinktlos an den Film heranwagcn wie diese Bor- stadthaus-Dilettantcn. Glauben sie im Ernst, daß wir über Witze lachen sollen, die älter sind als die Karlsbrücke, über Typen, die selbst im Hintcrtrcppcn- Adilung! Boyftoll gegen Deulsdiland! — auch beim nimi roman schon auSzusterbcn beginnen, über den Junggesellen mit dem Kochbuch, über die spießige Idylle einer keifenden Hausbesitzerin und ihrer lächerlich feigen Mieterschaft? Ein Mann wie Mac Friö hat mit seinem i „Revisor" bewiesen, daß der künstlerisch zulängliche! Tschechenfilm kein unerfüllbarer Wuuschtraum blei-\ Ich muß. Ter Regisseur dieser BorstadthauSgcschichtc möge zn ihm in die Schule gehen. Wer mit' drei Photographen keine ordentlichen Bilder zustandc- bringen kann, wer mit Schauspieler» wie Hugo Haas, Antonie R e d o 8 i n s k:i und der entwick InngSjähigcn, wenn auch etwas temperameutlosen Hanka B11ovä nichts anzufangen weiß, wer langweilige Wiederholungen und uumotivierte Grvßauf- oahnicn sür wirkungsvoll hält, der muß sich einen solchen Rat schon gefallen lassen.—cis— Filme io Praoer UdHsplemauserD bi» einschließlich Donnerstag, den 12. Oktober Adria:„Ter Rcvis.or."— Alsa:„King Kong."— Beränek:„Sonnenstrahlen."— Fünix: „12 Stühle."— Flora:„Spuren im Schnee."— Gaumont:„Fräulein Hoffmanns Erzählungen."— Hollywood:„Fräulein Hoffmanns Erzählungen."— Hvkzda:„Der Revisor."— Julis:„Walzer- rausch."— Ab halb 2 bis halb 8 Kinrma, B.-Th.: Journale, Reportagen, Grotesken.— Koruna:„Ter Schuß im Panzergcwötb«."— Metro:„Tas Mädel aus der Ziegelei."— Olymple:„Ter Schuß im Morgengrauen."— Passage:„Ein Lied für Dich."— Praha:„Ter Schuß im Panzergcwölbc."— Radio: „Sonnenstrahlen."— Skaut:„Ter Paradiesvogel." — Svktozor:„Ein Lied sür Dich."— Alma:„Tic alte Sünde."— Avion:„Das Aschenbrödel von Pari»."— Bajkal:„Sonnenstrahlen."— Favorit: „Sonnenstrahlen."— Kapitol:„B czwinger der Nacht."— Konvikt:„Das Teufclsinädek."— Lido: „Spuren!»> Schnee."— Louvre:„Tas Lorchcnlicd." — Maeeska:„TaS Lerchcnlicd."— Roxy:„Tie Nacht der großen Liebe"— Baldek:„Die Tragödie des Captai» Colbcc."— Aeademia:„F. P. 1 antwortet nicht."— Belvedere:.. und wer küßt »tick?"— Beseda:„Der träumende Mund." — Earlton:„TaS Lercheulied."— Illusion:„Das Lerchenlied."— Sport Smichov:„Tic Nacht der großen Liebe."— 11 Bejvodu:„Der unbekannte Sänger."— Kotva:„Das Mädel aus der Ziegelei." — Lueerna:„Da» Mädel aus der Ziegelei." Aus der Partei Jttgettvbewegung. S. I. II. Wanderung: Sonntag, halb 9 Uhr, Endstation der 17«r und 21er in Branik. S. I. I. Sonntag, den 8. Oktober Wanderung nach Sv. Jüu pod Skülou. Treffpunkt halb 8 Uhr am Smichowcr Bahnhof. Rote Falken. Matteotti-Kamm. SamStag, 4 Uhr uachm. im Verein deutscher Arbeiter Pflichtheim. Vereinsnadtriditen 9 Uhr vormittags. Ortsgruppe Prag. Sonntag, den Zusammenkunft bei M. Oktober 1983, der Endstation der ler Elektrischen in y 31 e t n uni halb Führer Zechner. Echt»; ou5 dem Wrtta'i. Unter günstigen EmPfangSverhältuisscn ist cz möglich, mit Hilfe eines icncr großen Empfänger, wie ihn die kommerziellen Stationen für den Wcitslrcckencmpsang verwenden, die ankommenden Telegraphiezeichcn doppelt auszunchmcn. Zwischen dem ersten uns zweiten Zeichen besteht dann ein Zeitunterschied-von weniger als eine Achtel Sekunde. Das zweite Zeichen ist dann weit schwächer als das erste. Diese sonderbare Erscheinung findet ober leicht ihre Erklärung. Das elektromagnetische Held, das der Sender erzeugt, breitet sich ebep nut der großen Geschwindigkeit von 300.000 Kilvmeler in der Sekunde so lange aus, bis es durch die verschiedenen Dümpfuugsurfachcn völlig vernichtet ist. Unter Untständeit wird cs daher mehrmals die Erde umkreisen und bei jeder derartigen llinkrcisnng im Empfänger ein Zeichen verursachen. Mit empfindlichen Geräten kann man sogar noch mehrere„Nachzeichen" nach- lveisen. Reben diesen„Nachzeichen" gibt es aber auch solche, die in ganz unregelmäßigen Zeiträumen dem Hauptsigualc folgen. Aus zahlreichen Messungen— besonders aus inten, die Galle und Talon in Zndochina durchgesnhrt haben—- wissen lvir, daß solche„Echos" oft dreißig Sekunden nach dem Hauptzeichen einlangc». Tn solche Signale itt der Zwischenzeit eine Strecke durchzumessen haben, die nicht iveniger als neun Millionen Kilo- metcr beträgt, so muß man zur Erklärung dieser Erscheinung schon die Verhältnisse weit draußen im Weltall betrachten. Vielfach hat man die Ansicht vertreten, daß solche Wellen an einem Weltkörper— etwa dem Monde— reflektiert worden seien, doch hält diese Annahme kaum einer ernsthaften Ucbcrprüfnng stand. Gegenüber dem großen Raumwiukel sclvst einer scharf gerichteten Strahlung ist jener des Mondes— oder gar anderer Weltkörper— viel zu unbedeutend, al» daß er eine Reflexion auch nur eines geringen Teiles der Strahlung bedingen könnte. Unter diesen Umständen gewinnt da nun eine Hypothese des bekannten Physikers Störmers Beachtung, die eher eine Deutung dieses Problcmes zuließe. Störmer untersucht, in welcher Weise der von der Sonne ausgehende Eicktronenstrom durch das erdmagnrtischc Feld abgelenkt wird und kommt nach bekannten Erwägungen zu dem Schlüsse, daß die Ableukuug aiif der Oberfläche eines KuaelwulsteS erfolgen müsse, dessen äußerer Durchmesser von der Geschwindigkeit der ausgc- strahltcn Elektronen abhängig sei. Ta die Gc. schwindigkcit nun verschieden ist, so wird man auch verschiedene solche Wulstflachen sich denken können, an denen die Elektronendichtc höher ist, als in deine Raume innerhalb dieser Fläche. Nun behauptet Störmer, daß an diesen Flächen eine Reflexion der elektromagnetischen Wellen erfolge. Es gelingt dann tatsächlich Laufzeiten zu berechnen, die mit den wirklich beobachteten übereinstim- nicn. Allerdings bedingt die Ansicht Störmers einen gewissen Widerspruch mit der heutigen Theorie. Dieser zufolge nimmt nian doch an, daß über der Erdoberfläche infolge des ionisierende» Einflusses der Sonnenstrahlen in der Atmosphäre eine leitende Schichte vorhanden sei, die sogen. Hiavcsidcschichte. Pflichtet man nun der Ansicht Störmers bet, so muß mau hmcn, daß diele Schichte von den betreffend.«..esten durchdrungen werden kann, was Anlaß zu vielen Unklarheiten bieten kann. Eine wichtige Stühe hat aber diese Theorie sich aus den Beobachtungen bei Sonnenfinsternissen geschaffen. Während'dieser konnten tatsächlich Veränderungen in der Lausdauer beobachtet werden, wenngleich man auch nicht übersehen darf, daß selbst bei einer totale» Finsternis doch nur innerhalb eines verhältnismäßig kleinen Raumes keine Elektronenemission statlfindet. Jedenfalls zeigt diese Frage deutlich, wie interessant die Wechselbeziehungen zwischen Radiotechnik und Astronomie sowie ähnlichen Äissenschaftcit sind. &st«algebtt: SiegUtrt Z«*k.— S b«I t e» a 11e■ t: jgUdelm Jlitknct.— Verantwortlicher üiedofteue: St Emil 0 1111 ft. Prag.— Statt?.Sota' Jt.-CS für Geltung. un» Buchdruck, Vraa. ftür»en Druck Beraniiuorili* Ctn>«,»>» Viag.—- Die gehunglmarltnltanlatui mutöe von ver Poll- v. lelegeoodeadtrelllon ein l£tla(l Rt 13.800/VII 1930 betr li-gi— StiugSh.Singungrn Bei Zustellung tns oder bei Bring durch bie Bolt monatlich Kt 16.— Bletiellobtlidi Kt la* galbiaitig IU M.—, gannahrig u vei.—,— gnirrale»erben laue Xatif»tlligst berechnet. Bei olleren lttnlchaliungen Preisnachlug,— Rückstellung von Manu|lripte» erjolgt nut bet Igmfenbuag btt ÜMUtnatlea.’ w’