1— Silchelnr mH Ausnahme des Montag täglich früh..■ 9t Samoa a.»moolluno: Xtrag n, mtlitanta 18 ♦ ZtlroO-> 20703. Jt«6g. siomtrrtnli ,ad 31 Ujt)>»3333 ♦ Doltltftrtfami 1373** Auzelprels 70 Heller. ^Einschließlich 8 Heller Porto) 13. Äohrgana. Samstag, 14. Oktober 1933 Nr 241. Wie van der Lübbe verband wurde Der Schupo land keine itPD-legltlmatlon bei ihm Relchstagsportlcr bemerkte an Torgier nichts Auffälliges Berlin, 13. Oktober. Bei der heutigen Verhandlung de» Reichstagsbrandprozesses erweckte allgemeine Sensation dir Aussage des Zeugen Wachtmeister Pöschel, der wahrend de» Brandes van der Lubbe im ReichStagSaebände ertappt und verhaftet hat. In den amtlichen Meldungen über den Brand und die Verhastung des Täters, die sofort nach dem Brande auügraeben wurden, wurde nämlich behauptet, daß bei van der Lubbe gleich bei seiner Verhaftung Dokumente gesunden wurden, die seine Zugehörigkeit zur kommunistischen Partei erweisen. Damit wurden auch die Maßnahmen begründet, die amtlich sosort gegen die kommunistische Partei durchgesührt wurden. Zeuge Poschel erllärte jedoch heute ganz apodiktisch, daß er van der Lubbe bei seiner Verhastung sorgfältig durchsucht und bei ihm, außer einem Paß, Geld, einem Federmesser und einem Sacktuch nicht» weiter, insbeso ndere kein« Legitimation seiner Zuge» Hörigkeit zur kommunistischen Partei gesunden habe. Troß nachhaltiger Frage deS Reichs«» walteS Dr. ParrisiuS, ob es etwa nicht au»g«. schlossen sei, daß eine solche Legitimation van der Lubbe denn doch nur bei sich gehabt habe, beharrte Poschel fest aus seiner Aussage. Di« Aussage PöschelS, die sichtlich die Grundlagen erschüttert hat, aus denen die Anklage in dem Prozesse ausgebaut war, ries unter den Beobachtern dr» Prozesses und den ausländischen Berichterstattern große Ansmerksamkrit hervor. Die Ausrottung der Besten Der Angeklagte Dimitrow ist auch zur heutigen Verhandlung noch nicht wieder zngc- lassen. Ter Vorsitzende erklärte nach der Eröss- nung der Verhandlung, die gestrige Augenschein- Ausnahme habe„zur Klärung von Widcrsvrü- chen" zwischen den Zeugenaussagen und auch zu deren Erläuterung bcigeiragen.„Insbesondere," so fuhr der Vorsitzende fort, haben Zeugen zum Teil in Abweichung von ihrer früheren Aussage nicht bekunden können, daß es mehr a l S einer gewesen ist, der ei«gestiegen ist, auch nicht, daß mehr als einer im Erdgeschoß hinter den Glasfenstern entlang gelaufen ist." Ter nächste Zeuge ist der Polizcwberwachtmei- st» Lojigkeil, der zusammen mii.Latcit den Reichstag betreten hat. Auch dieser Zeuge criimert sich daran, daß man sofort Sen Befehl zum Großalarm, und zwar um 9.17 Uhr gegeben hat. Ter Zeuge gibt weiter an: AIS wir zurück-gingen, kamen uns am der Treppe schon Feuerwehrleute entgegen, sie die Vorhänge hrrumerrisjcn. In diesem Augenblick stieß der Hausinspektor Dchranowiy ;u und, Ser mir zurief:„Kommen Sie sosort mit, ich glaube, da unten lausen noch mehr". Zch faßte das io auf, daß er annahm, cs seien noch mehr Brandstifter unien. Ich ging mit ihm herunter, wir fanden aber niemanden. Als nächster Zeuge wird der Wachtmeister Poeschel vernommen, der mit Pulvert zusammen den Streifendienst am Reichstag hatte. Der Angeklagte van der Lubbe hat sich während der Berhondlung so auf seinen Platz zusammengekauert, daß fein Kopf zwischen den Knien ruht. Ole Festnahme des Angeklagten van der Lubbe schildert der Zeuge in folgender Weise: Ich Hane schon vorher die Pistole lchußsertig gemacht. An der Tür zum Umgang stieß ich aus Lubbe. der offenbar von links nach rechts lausen wollte. Als er mich erblickte, stutzte er erschreckt und trat einen Schritt zurück. Zch ries:„Hände hoch!" und dieser Aufforderung gab Lubbe sosort nach. Ich ging an ihn heran, fühlt« ihm dir Hosentaschen nach, fand aber nur ei» gewöhnliches Taschenmesser und«in« Geldtasche. Außer, dem nahm ich ihm anS der rückwärtigen Hosentasch« seine» Paß. Vorsitzender: Hat er dabei irgend ««was gesagt? Zeuge Poeschel: Rein, ich habe ihn auch nicht gefragt, sondern nur durchsucht. Er leistete auch gar keinen Widerstand. Er hatte nur «in« Hose und Schuhe an,»'eiter nichts, auch kein Hemd. Er war schweihüberströmt und vollkommen naß. Die-Haare hingen ihm ganz wirr In- Gesicht. Eharbin, 13. Oktober.(Reuter.) Passa» giere der transsibirischen Eisenbahn berichten, daß all, 43 Minute» russische Trupprnzüg, nach Oste» Pasiiereu und daß di« Truppen von Mandschukuo sich in der Näh« do» Haikar konzentriere». Da» GeschästSleben in Chardin ruht völlig. Bankiers und Kaufleute wart«« aus«ine Entscheidung, T o r g l 11: Haben Sie außer dem Paß irgend etlvaS bei van der Lubbe gesunden, was man al» Mitgliedsbuch oder al» Mitgliedskarte ansehen könnte? Z eng«: Nein, ich habe nur den Paß gc. funden. Ich habe aber nicht in dir Hosentaschen hineingegriffen, sondern hab« sie nur betastet. Landgerichtsdirektor Paris ins: Es kann allo möglich(!) sein, daß er in der Hosentasche irgendein zusammengefalteteS Flnghlall gehabt hat. Vorsiheitdcr: Ten Paß haben Sie nicht aufgemacht. Ist es da nicht möglich(!). daß zwischen irgendeiner Seite noch ein Schriftstück gelegen hat?— Ter Zeuge nickt zustimmend. Hierauf wird die Verhandlung-nrch eine Pause unterbrochen. Nach der Pause sitzt van der Lubbe zunächst aufgcrichtet. nur mit gelenk- tem Kopf auf seinem Platz. Sein Dolmetscher reicht ihm ein Taschentuch, Lubbe nimmt aber keine Notiz. Als der Dolmetscher ihm selbst die Nase putzen will, setzt Lubbe ihm Widerstan- entgegen, indem er seinen Kopf wegzieht nnd ihn, wie schon vor der Panse, wieder zwischen die Reine klemmt. Die Verhandlung wird dann mit der Vernehmung des Zeugen Wendt, des Nachipor- tiers vom Portal V. des Reichstages fortgezetzt. Etwas Auffälliges habe er an dem Abend nicht bemerkt. Ob Torglcr eine Aktentasche bei sich gehabt habe, könne er nicht sagen. Tic Frage des Verteidigers, ob Torglcr, Koehnen und d'e Sekretärin den Reichstag„fluchtartig" verlassen hätten, beantwortet der Zeuge dahin, daß die Abgeordneten genau so wie sonst das Gebäude verkästen hätten. Auf weitere Fragen gibt er an, daß er damals den Rationalsozialt« sten nahe gestanden habe. Ter Hausinspekior des Reichstages Fcrano- Witz hat beim Abendessen das Sirencnsignal der Feuerwehr und aus der Fahrtrichtung geschlossen, daß die Wehr zum Reichstag fuhr. Er habe sofort den Rachtporticr telephonisch äuge- rufen, der ihm antwortete: I m Restaurant Feuer! Er sei dann schnell zum Reichstag ge- lauesn. Er hat dann im Sitzungssaal u. a. in den ersten Bänken etwa 20 bis 2 5 kleine Feuer gesehen. ObereichSanwalt: Sie sollen geäußert haben, daß unten noch weitere Täter seien. Haben Tic etwas gesehen? Zeng« Srranowitz: Ich habe gesagt, dakönne doch nicht einer gemacht haben, da» müßten mindestens sechs bi» acht gewesen sein. Da» war nur eine Vermutung. Gesehen hab« ich nicht». Nach meiner damaligen Ueberzeugung konnte in der kurzen Zeit kein einzelner Mensch da» zustande bringen. die der jetzige» Unsicherheit«in End« und ihnen zeigen wird, in welcher Richtung sich di« Ding« entwickeln werden. Der hiesig« Sowjet- Generalkonsul hat setzt zum sünstenmal vergeblich beim Außenministerium in Tokio die Freilassung der verhafteten sowjetrussische» Eisenbahuangestrllte» verlangt. Von Karl Kautsky „Die Ausrottung der Besten" beutelt sich ein Kapitel im ersten Bairde der großen „Geschichte des Untergangs der antiken Welt", versaßt von dem deutschen Professor Otto S c c ck. Der Verfasser wurde 1860 geboren, starb 1921, der hier zitierte Band erschien plcrst 18ll5. Seine AnSführungen sind also säst vier Jahrzehnte alt. Und die Tatsachen, von denen sie äusgchen, gar rund zivei Jahrtausende. Und dock) sind Scecks Darlegungen gerade augenblicklich von solcher Aktualität, daß es sich lohnt, auf sie hinziNveise». Seeck beschäftigt die Frage, wieso cs kommt, daß wir zuerst in Griechenland, bis ins vierte Jahrhundert vor Christi, und dann in Rom bis zum Beginn unserer Zeitrechnung einen raschen Aufschwung der Oekonomie, der Wissenschaft und Kunst haben, dem dann völliger Stillstand und sogar ein Ausstieg folgt, auf geistigem Gebiet nock) früher und rajck)er als auf ökonomischen!. Die Ursache des geistigen Abstiegs sieht er in der Art der damaligen Politik, dem Streben der jeweilig siegreichen Parteien und namentlich der Tyrannen und Despoten, ihre Herrschaft dadurch zu sichern, daß sic jeden aus dem Wege räumten, von dem sie fürchteten, er könne ihnen gefährlich werden. „Es blieb also nur übrig, wer politisch gor nichts bedeutete." zl. Aufl., T. 277). ,„Neben dem Tyrannengrundsatz, die Vesten u-eg;umäh«n, steht, ein pveiiex, der nicht minder verhängnisvoll geworden ist. Er lautet, man dürse die Kinder nicht lebe» lasse», ivenn man den Vater töte, da man sich sonst in ihnen Feinde zuziehe. Auch dieses Prinzip ist von allen politi- sckten Parteien während der ganzen Tauer des Altertums befolgt worden und hat selbst durch das Christentum nur wenig von seiner Geltung eingebüßt." Als Beweis führt Seeck ein Gesetz des „frommen Kaisers" Arkadius(377—408 n. Ehr.) an, der verfugte, MajcstütSvcrbrecher mußte» hingcrichtet, ihre Güter konfiSzierl tvcrden. Fhre Löhne sollten eigentlich dasselbe Schicksal erfahren, da der verbrecherische Charakter erblich sei. Aber in seiner„kaiserlichen Milde" schenkte ihnen der fromme Christ Arkadius das Leben und verurteilte sic bloß zu immerwährendem Elend. „Ewig seien sic dürftig und arm, immer begleite sic die väterliche Tchmach: nie sollen sic zu irgend welchen Ehren, irgend einem Staatsdienst zugelasscn werden; sie sollen mit einem Worte so dostehen, daß ihnen im Elend ewiger Türstigleit der Tod ein Trost und das Leben eine strafe sei." (S. 278.) Man sieh', der-Hinweis auf die Erblich fett des verbrecherischen Charakters ist nicht neu. Neu ist bloß die Entdeckung der Hitler leute, daß es besondere Rassen geborener Verbrecher gebe. Es ist wirklich eine tinendliche Milde des„Führers", daß er sie nicht alle einfach auSrottct, sondern die unterwürfigeren unter ihnen zu ewiger Dürftigkeit und Schmack) lwgnadigt. Es gelang durch diese Me>hi>dc der Vernichtung aller politisch unbcguemcn Bl en scheu und ihrer Nachkommen den Cäsaren in der Tat, ihren Thron dauernd zu befestigen. Aber das Geistesleben verkümmerte dalwi rapid, viel rascher noch als der ökonomische Wohlstand,»renn immer und immer wieder„alles unterging, was sich über da» Niveau der Mittelmäßigkeit erhob". So argwöhnisch wurden die römischen Kaiser, daß sie nicht einmal eilten in einem großen Kriege siegreichen Feldherr» an der Spitze einer ihrer Armeen duldeten, wenn er nicht zur Familie des Kaisers gehörte. Am liebsten führten sie jeden bedeutenderen Krieg selbst. Sehr srich zeigte sich die verheerende Wirkung der„Ausrottung der Besten" außer in der Politik auch in der Literatur und Philosophie insofern, als diese alle kühnen T-cuker und Neuerer verlor. In ihren Anfängen war die römische Literatur kras voll und orignell, dann aber ging sie dazu über, die allen Griechen nachzuahmcn, um schließlich ganz zu vcrsaudcn. „Es ist kein Zufall, daß dieser Umschwung in der römischen Literatur znsammcnsällt mit dem Beginn der politischen Massenmorde. Tas erst« Beispiel derselben ist die Ausrottung d«r begeisterten Jünglinge, die sich um Tiberiu» Gracchus und seinem größeren Bruder geschart hatten; und noch grimmiger wird das Wüten, seit nicht mehr die Parteien um ideale Ziele, sondern einzelne Ehrgeizig« um die Herrschaft streiten... Wer kühn genug gewesen war, sich politisch zu exponieren, toar fast ausnahmslos zugrunde gegangen; nur die Feiglinge blieben am Leben und ans ihrer Brut gingen die neuen Generationen hervor."(2. 2Pß, 287.) Was die Bürgerkriege begonnen, setzten die Diktatoren, die Cäsaren, svstcmatisch fort. Dos Ergebnis: „Angcerble Feigheit ist, wenn uns nicht alles täuscht, die beherrschende Eigenschaft, aus der olle Erschennuigen ltervoroehen, die für das sinkende Altertum charakteristisch sind."<2. Akt.) Am lättgsten waren es die Jude n, die sich ihre Krast ungebrochen erhielten. Darunr wurden sic auch der Abscheu aller servilen Bedientcnseclen des Kaiserreiches. Außer bei deu Juden behauptete auch in Aegvp en das Volk einen großen Teil seiner alte» Frische. Das schreibt Seeck wieder der„st a r k e n jüdischen Be i in i schnng zu, die das Volk schon seit der Ploleuiäerzeii erfahren hatte"(S. 381). Dieser Hinweis aus die Vorzüge des Indcnlnms und die Vorteile der Rassenmischung mit ihnen ist nm so bemerkenswerter, als Seeck dem Fak or der Vererbung einen ungemein großen, nach meinem Dafürhalten übertriebenen Einfluß aus die Psyche der Völker zuschrcibt. Er sollte dadurch den Rationaljozialistcu besonders smnpalhisch sein. Die ans der Ausrottung der Besten hcr- vorgehende Zunahme allgemeiner Feigheit und Knechtscligkeil äußerte sich»ich! bloß in lvach- seiidcr Nnwilligkcu, freiwillig Kriegsdienst zu tun, sowie in dem Anfhören jeder politischen Tätigkeit, sondern auch im Niedergang des geistige» Lebens: „Tenn auch aus künstlerischem und wissen- schasllichem Gebiet ist jede große Tat ebenso sthr eine Leistung de» Charakters wie 5fi Ta'eals. Wer einen wirklich neuen Gedanken in die Töelt hinanSgehen läßt, der muß wissen, daß er verketzert wird, er muß den Mut haben, es zn ertragen." Fn der systematischen Ausrottung der Besten sieht Seeck mit Recht eine der wichtigsten Ursachen des unaufhaltsamen Vrrkem- mens von Staat und Gesellschaft, der die römische Kaiserzeit kennzeichnet. Mussolini, der seinem Anhang keine nüchternen Erfolge zu bieten hat, jucht ihn zu berausche» durch Heraufbcschwörmtg dr» Glanzes der römischen Wcl Herrschaft im Altertum. Er vergißt dabei eine Kleinigkeit. Es war die römische R c P n b l i k, die jene Kräfte produzierte, denen cs möglich wurde, die Herrschaft über die ganze alte Kultnnvclt um das Mittel- meer herum zu erringen. Die Zeiten der Diktatur, des Cäsar! m n s, das sind die des Niedergangs zu s o l ch c r Er« b ä r ni l i ch k c i l, daß der Staat sich s ch l i e ß l i ch st i ch t einmal einiger recht kleiner B a r b a r e n st ä m m c; n erwehren vermochte, und daß diese schließlich trotz ihrer Roheit von einem großen Teil des römisck-en Kulturvolkes als Befreier begrüßt wurden. Und Hitler will heute das deutsche Volt zu neuem Heldentum emporführen. Aber er will es dazu erziehen durch Methoden, die bisher nie etwas anderes erzielen, als seile Bcdi-entenhaftigkeit und zaghaftes Sklaventum. Russische Truppentransporte nach dem Osten Seite S TamStag, 14. Oktober 1983 Nr. 241 Die„Gleichschaltung", das l> e i ft t d i e E i n f ö r m i g k e i t des Denkens, bedeutet die Allgemeinheit völliger G e d an k e nl os i g k c i t im Volke. Gewift wiederholt sich keine geschichtliche Situation in allen ihren Einzelheiten. Heute liegen die Dinge, anders als vor zwei Jahr-! tausenden. Damals war schlieftlich die ganze antike Kultunvelt in einem einzigen Staa:e- wesen vereinigt. Mit diesem verkam die ganze Kultur. Heute gibt es neben den Staaten dec Diktatur nicht wenige freie Staaten. Sollte die Diktatur nicht bloß eine vorübergehend: Erscheinung sein, sondern ein Dauerzustand, dann müßte sie eine dauernde Rückständigkeit der diktatorisch regierten Staaten gegenüber den demokratischen herbciführen Das würde am auffallendsten int Deutschen Reich zu Tage treten, tveil dieses seit dem 1* Jahrhundert seine größten und glänzendsten Errungenschaften der gewaltigen Regsamkeit seines geistigen Lebens zu verdanken har. Zum Glück haben wir bei den modernen Diktaturen, und besonders der deutschen, nicht mit einem dauernden Zustand zu rechnen. Das antike römische Kaiserreich zog seine Stabilität aus einem sozialen Zustand, der den Staat fortschreitend ruinierte. Der freie Bauer verschwand, er wurde ersetzt durch Sklaven, und als diese selten wurden, durch Kolonen, an die Schotte gefesselter Pächter, Vorläufer der Leibeigenen des Mittelalters. In der Stadt wieder verlumpten die freien Handwerker immer mehr infolge der Sklavcnkonkurrenz. Sie sanken in steigendem Maße zu Lumpenproletariern herab. Das waren die sozialen Grundlagen, die den römischen Kaisern ihre unbeschränkte Macht im Staat« gaben und ihnen erlaubten, die Ausrottung der Besten systematisch zu betreiben. Heute herrscht in allen^kulturstaaten die Freiheit der Arbeit; sic' läßt ein kraftvolles Lohnprvletariat erstehen, das seit einem Jahrhundert die wichtigste Stütze der Demokratie ist und das mit den Kämpfen um sic und in ihr ökonomisch, politisch, intcllck.ucll immer mehr erstarkt. Der Aufstieg von Diktaturen in einigen Staaten ist ein« lokale, vorübergehende Unterbrechung eines seit mehr als einem Jahrhundert in der ganzen Kulturwelt vorwärtsgehenden Prozesses, eine Nachwirkung des Wcl kricgs. Wir haben nicht zu fürchten, daß sie allgemein und andauernd genug ist, um jenen „Untergang des Abendlandes" hcrbeizuführen, den einer der Wegbereiter des Nationalsozialismus prophezeit hat. Wohl haben aber alle deutschen Patrioten die triftig st««Gründ e, fürihrBatcr- l a n d b e s o r g r; u s e i n. Die Ausrottung der Besten wird dort jo gründlich durch fanatische Banden der Schlechtesten besorgt, denen die Konkurrenz der Besten unerträglich geworden ist, daß dein Deutschen Reiche die Gefahr droht, binnen kurzem in jeder Beziehung in die letzte Linie der Böller moderner Kultur hcrabzugleiten, cs sei denn, daft es der deutschen Entigration und den Deutschen in den Nachbargebicten des Reichs gelingt, durch verdoppelte Tätigkeit die großen Sünden gut zu machen, deren sich die Hitlerdiktatur am deutschen Volke schuldig macht. Der Berfrüger iohnsen- Geldgeber Hillers? Ter Prozeß gegen den Betrüger Lohusen in Bremen b rächte am Donnerstag eine uner- ivartete politische Sensation. Bisher hat die NSDAP geleugnet, Gelder von den» Nordwollc- .ttonzern der Brüder L a h u s e n erhalten zu haben, doch wurden die Vermutungen, daß Lahusen sein« Sympa:hien für die Hitlerbewegung auch durch finanziell« Unterstützung bewiesen hat, schon vor Beginn des Prozesses dadurch verstärkt, daft kein anderer als der Hitleranwalt L u«t g e- biunne die Verteidigung der angeklagten Bankrotteur« und Betrüger übernommen hatte und— unzweifelhaft mit Unterstützuttg der Hit- lcrpartci— die Gerichtsverhandlung immer wieder hinauSzuschieben vermochte. Erst als der Skandal, den das Eintrc en der nationalsozialistischen Partei für einen Menschen hervorries, der tausend« Existenzen vernichtet und die Ocssentlich. leit um hundert« M i l l i o u c n betrogen hat, nicht mehr zu vertuschen war, mußt« Luetge- brunuc die B e r t« i d i g u n g n i e ü e r l e g e n. In der Gerichtsverhandlung am Donnerstag kam nun heraus, daft di« Nordwolle hohe Beträge an die Brüder Karl und»Hein; Lahusen ausgezahlt hat, welck>e diese für politische Zwecke verwendet baben sollen. Die Anklage spricht von 50.000 Mark jährlich, doch behauptet Karl Lahusen, die Summen seien bedeutend höher gewesen. Anfangs wollte der Angeklagte nichts darüber sagen, wem di« Gelder zugesiihrt wurden. Später jedoch"ab er zu, daß die dentschnationale Partei m Oldenburg 50.000 Mark von ihm er halten Hai und daft auch nach München Gelder gegangen sind. In diesem Augenblicke griff der erste Staatsanwalt mit der Frage ein:„Aber doch nicht au die NSDAP?" Zur größten Bestürzung antwortete Karl Lahusen:„Doch, gerade an diese!" Dieses Bekenntnis kann nicht als Manöver eines Angeklagten umgedeutet werden, denn gar zu lange hat Hitler versucht, den Prozeß zu vereiteln. Der Grund dafür ist jetzt vor Gericht festgestellt worden. Die NSDAP hat mit Recht befürchtet, daft im Prozeß die Roll« des ^Nordwolle-Konzerns als Geldgeber der national, „sozialistischen Arbeiter"-Partei aufgedeckt und Hitler als bezahlter Agent der Kapitalisten entlarvt werden würde. Ihre Bemühungen haben nichts genützt. Wieder ist ein Stück von ocr Maske der Hitlcrlcute beseitigt, das Bild des gedungenen Arbeiterverräters wird auch für die Vertrauensseligsten immer klarer. Prinz Sixtus im sterben Wien, 13. Oktober. Römische Meldungen aus Pianore besagen, daß Prinz Sixtus von Parma sck)tv«r krank darnieder liegt und von den Aerzten bereits aufgegebcn ist. Die Familie des Sterbenden ist in Pianore eingetrofsen. Man erlvariet auch Exkaiserin Zita, die sich augenblicklich in Rom aufhält. Lilith und der Komet ■nm Bin abenteuerliches, modernes Miirchen von Kurt Doberer „Und das Spezialfnnkgerät, das ist doch hier!" meinte Tick. „Tormann hat es schon im Schtvung. Er sitzt drinnen und sängt schon ganz« Roman« aus d«r Luft!" versicherte Harley. Diese netten Meldungen interessierten Dick in erster Linie. Deshalb eilte er auch gleich zu Tormann an die Funkgeräte. Tormann war so mit wichtigen Nachrichten geladen, daß er gar nicht an Begrüftungsformalt- täten dachte. Kaum, daft er Douglas iah, langte er schon hinter sich nach einem ma'chinengeschrie- benen Stretsen und reicht« ihn wortlos herüber. Dafür war aber seine Alien« allein schon ein Begleittext. „Sie stammt woher?" fragte Dick, ehe er zu lesen begann. „Wir haben bereits einen Apparat aus di« Well« des Betonkammcrnsndikals eingestellt", gab Tormann etwas indirekt zur Anttvort. Detonkammernsyndikat.— War da etwas besottderes jetzt noch? Dick begann interefsiert zu lesen. Mit jedem Sah wurden sein« Mienen gespannter. Die kleine ichräge Falte über Dicks Nasenwurzel wttrde tief und senkrecht. Nüchtern und korrekt stand«S da:„Die Auftenleitung des Belonsyndikats an die Verlval- tnnö„Gibson" der Betonkammern— Achtung— Pöbel greift die Gasmunitionslager der Polizeitruppen an— die Stcherlteitsmaftnahmen' erweisen sich in diesem aufterordentlichen Fall als unwirksam.— Flatterminen haben nur unwesent- siche Lücken in di« rasend anstürmenden Massen gerissen.— Wir können keinen Halt mehr bieten. — Die V-Strahlenapparate sind durch Sabotage in der Truppe selbst, zerstört— Achtung— Wir stoppen!—" Dick wußte, was dies nun bedeutet.' Es lag so viel System im Wüten, trotz allem.„ Erst die Munitionskammeru, dann— dann würden ine Betouburgen für die Emgeschlossenen zu nichts anders, als zu besonders raffinierten Mausefallen. „Ah!" meinte Tormann,„das feiste Gesindel in den Betonklötzen wird bald an seiner Gier und Feigheit ersticken. Sie werden ja wissen, warum das so schnell—?" fragte er zu Douglas hin. „Ich weift nichts!" meinte Dick kurz. „Na", brttmmte Tormann,„wir haben da die letzten Tage ain Ararat allerhand aus dem Aetl)«r geangelt. In seinen letzten geheinien Sitzungen halte dteses saubere Bekasyndikai beschlossen, die Arbeit an den großen Kammern ein- zustellen. Sie wollten einfach alle Kräfte ans den-Hatlsbait der besonders stark konstruierten Kammern, die da draußen im Westen liegen, konzentrieren. Die wachsend« Gefahr utrd das grün« Licht aus der Nacht, hatte jeden Funken lleber- legttng in dielen quakenden Fröschen erstickt. Feder dachte nur noch an sein ganz persönliches bißchen Leben und an seine Sicherheit. Damit die int Westett, di« Auserwählten, zehitsach sicher laßen, muhten di« Arbeiten an den Kammern tm Nordsüdkomplex, die noch viele hätten retten köunen, eingestellt werden. Diesen verzerrten Hampelmännern war jede Tünche vom Gesicht gefallen. Begonnene wurden durch hysterisch« Mehrheiten an die Wand gedrückt. Diesen Bestien galt nur noch«in Wort— Gewalt!" „Je, nun— öcloalt!" fuhr Tormann achselzuckend fort.„Diese saubere Parole atts der 'ehr geheimen Sitzung ging wie ein Lauffeuer '"twfi di« Stadt und— nun wächst'chou der Salat!" „Tormann, haben wir dir Pläne dieser Eine HvMMWKItliNMvMg Ittr die ArlfcttcrMdssc Oesterreichs Gegen tue nuieritarbarei— für den Boykott relffisdeuntaMVaren Eine Vollsitzung der.ZentralgewerkschaflS- kommijsiou, die am 13. Oktober in Prag statt, sand, beriet über die Durchführung d«r Beschlüsse d«- Internationalen Gewerkschaflsbuudes für den Kampf der Arbeiter in Oesterreich und über die Boykottmaßnahmen gegen das saseistisehe Deutsch- land. Genosse Macoun erstattete über di« Beratungen Ser aufterordentlichen Ausschuftsitzung des JGB vom 6. und 7. Oktober in Wien einen ausführlichen Bericht und besprach die dort zur Unterstützuttg der-Arbeiter- und Angestelltenklasse Oesterreichs in Aussicht genommenen Maßnahmen. Di« österreichischen Gewerkschaften und mit ihnen di« gesamte Arbeiterbewegung Oesterreichs, sind in ihrem Bestand« bedroht.. Die Er. rungettschaften vieler Jahre stehen in Gefahr. Unter Benützung eines kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes wurden bereits lcbenSwtch- tlge sozialpolitische Einrichtungen empfindlich verschlechtert und viel«, mit großen Opiern erwor- bene Rechte der Arbeiter und Angestellten ver kümmert oder ganz aufgehoben. Unter dem E-u- fluß der fascistifchen Hetmtvehr kündigt die Regierung Dollfuß die dauernd« Ausschaltung des Parlamentes, die Beseitigung der Arbeiter, und Angestelltenkammern und die Unterdrückung der Gewerkschaften an. In dieser Schicksalsstunde muft und wird die ganze gewerkschaftliche Internationale mit allen ihr verfügbaren Kräften und Mitteln der österreichischen Arbeiterklasse Beistand und Hilfe leisten und ihr treue Solidarität bekunden. Die Vollsitzung der ZentralgetverkschaftSkommission beschloß nach kurzer Aussprache, alles zu tun, was die Wiener Befchlüsie des Internationalen v«. werkschaftsbnndes vorsehen. Die erforderlichen Weisungen erhalten die Verbände durch die Zen- tralgewerkschaftSkommisfion. Di« Vollsitzung beschäftigte sich ferner mit der von den beiden Arbeiterinternationalen eingeleiteten Boykot tbewegung gegen das fascistisck;« Deutschland und faßte di« dazu notwendigen Beschlüsse. KamDientsdilossßR zum Sdmize der Demokratie liadilvolle sozialdemokratische Kundgebung in Aussig Aussig, 13. Oktober. Im überfüllten Volks- haus sprach heute abends Abgeordneter Genosse Jak sch über das Thema: Wohin steuert die sudetendeutsche Politik? Bürgermeister Genosse P ö l z l appelliert« in feiner Eröffnungsrede an die tschechische Arbeiter- schäft und erklärt« unter großem Beifall, daß die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft dieses Staates bereit sei, die Republik gegen jedc n sasc i st i sch«n A ngr i s f zu v«r. leidigen; Voraussetzung ist, daft dem deutschcm Arbeiter jene Freiheit erhalten bleibt, die er braucht, ttm seine Existenz verteidigen zu können. Mit starkem Beifall wurde der Referent Genosse Falsch begrüßt. Er setzte sich mit dem Bankrott der völkischen Politik auseinander. Herr Krebs hat den gleichen Scherbenhaufen hinterlassen wie K. H. Wolf im Jahre 1018. Was unterscheidet die Heimatfront von den alten deutschbüraerlichen Parteien? Vorläufig nur die größere Einbildung ihrer Führer, lltoch hat di« Heimatsront die Gretchenfrage nicht beantwortet, ob sie für oder gegen den Kapitalismus ist. In ihren Aufrufen steht kein sozialistisches Wort. Ter Schwindel mit oetit nationalen Sozialismus ist soniit erledigt. Die Sozialdemokratie ist mit ihrer Verstän, digungsarbeit heute die Schicksalötragerin der Arbeiterklasse und der Ration. Sie bekennt sich zur kraftvollen Verteidigung der Demokratie mit oem Ziel sozialistischer Gestaltung. Die Sudetendeutschcu dürfen in den außenpolitischen Bankrott der Hitler nicht hineingcrissen werden. Unsere Exportindustrie kann nur in einem befriedeten Europa leben. Wir müssen daher an der Front der europäischen Demokratie kämpfen, die Ehre des deulfchen Volkes retten und an feiner Befreiung mithelsen. Der FaseiSmuS ist die letzte Karte des Kapitalismus; wenn die nicht sticht, dann ist dos Spiel für ihn verloren! Genoss« Jäksch appellierte dann unter großem Beifall der Versammlung an die kommunistischen Arbeiter, sich zur Verteidigung der Demokratie zu melden und die Spaltungspolitik ihrer Führer nicht länger mitznmachen. Ein kommunlstischcr Diskussionsredner sand in der Versammlung keinen Widerhall. Ein geheimer NazknaMtor verübte-. Rach langen Bemühungen gelang e» der Gendarmerie, den Raziorganifator Arno R a b i — ein wahrhaftig seltsamer arischer Name— sestznnehmen, welcher In der Nähe von Josef« stadt in einer ärztlichen Prtvatklinik krank darniederlag. Der Verhaftete stand im Dienste der Hakenkrenzlerischen Nachrichtenstelle und arbeitete mit Hilfe eines genau festgesetzten und durch Decknamen schwer erkennbaren NachrichtenpkoneS. Die Aufmerksamkeit der Politischen Polizei lenkte er durch den Verkauf der Zimmerschen Broschüre auf sich. Bei Rabl wurden ausgearbeitete Organifationdpläne und die Skizze eines öffentlichen Gebäudes in Pistyan gefunden. Der Verhaftete wurde in das Polizei» fpital eingeliefert. nirislcicr wieder frei Essen, 13. Otkober. Ter frühere preußische Wohlfahrlsminister H i r t s i e f e r ist aus dem Konzentrationslager wieder entlassen worden. Kammern?" fragte Dick.„Wir müssen" Dicks Satz wurde durch deit emsig hackenden Schreiber eines Apparates unterbrochen. „ES ist di« Welle vom Bekasyndikat!" be- nterkle Tormann noch bedeutsam. Dick stand vornübergebeugt, die.Hände am Rahmen des Typschreibers und hörte auf das knatternde Geräusch des Telegraphen: „— Die Auftenleitung des Bckasyttdikats an die Verwaltung„Gibson" der Betonkammern— Achtung— Even ist die letzte Vorkammer zum Lager der Sterttkrenzgranaten gebrochen.— Diese Bestände sind deshalb als in der Hand des Pöbels zu betrachten.— Da die Menge bereits im Besitz eines umfangreichen ArtilleriegcräteS ist, nehmen wir an, daft Sterttkrenzgranaten bereits in kürzester Zeit gegen Euch eingesetzt werden.— Wir bitten deshalb,, als Schutzgerät die Abwehrpatrone„Ehlorkombination F" zu verwenden.— Diese sogenannte Kometschntzmaske ist also, entgegen früherer Mrldttng. bereits jetzt einzusetzen— Achtung— Wir stoppen." „Verdammt", knirschte Dick. „Uebermorgen sind sie tot ooer hcrausgeräu- chert tind die schönen Kammern sind alle futsch!" meinte Tormann unberührt. „Aber ich muß jemand aus dielen verfluchten Löchern heranSbolen!" knurrte Dick. .„Also da müssen wir jemand heraus- hplen-r~". wiederholte Tormann langsam. tzn kürzester Zeit hatte Tick Douglas alle- organisiert. Maschinen knatterten loS zu Erkun- dungSflügen. Dr. Ming halt« bereits alle Plan« auS den Tresors gestöbert, als ihn Dick darum fragt«. Auch»Harry war, wieder vollkommen normal, auf der Terrasse«rlchieneu uud hatte leine kleine gelbe Maschine in Schwung gebracht. Er brachte auch die besten Meldungen, denn er betrieb seine gefährlichen Ausflüge mit einer Art sportlicher Begeisterung. Und dann— wufttc er auch, daft es für Dick ums Ganze ging. *. Vor zivei Stunden batte es huttderte in Fetzen gerissen, als die Verteidiger der B«ton- kammcrn ihre lehtctt Flatterminen springen ließen. Vor einer Stunde hatten di« Betonmänner Gas abgeblasen. ES gab Berg« von znckenden Mettscheitkörpertt. Zeriressen, lagen sic jetzt im Bannkreis der GaSncbel. Nirgends war Trauer oder Mitgefühl. Nngstverkrampfte sah man bei den Lebenden nicht. Di« Mienen sprachen nur von kaltem Haß und heißer Wut und von der Gier, zu töten. Man tvar eifrig bei der grausamen Arbeit.' Gemeinsam war nur daS Freudengeheul, wenn ein« Gruppe einen bciotiderett Erfolg hatte. Sonst übertönten die dumpfen Detonationen der Gasbomben uno der Wursmincn die Todesschreic und das Stöhnen. lieber allem Mord lag nur ein dumpfer Gedanke:„ES müssen die Betonkammern in Fetze» gehen, bis der EhlorgaSnebel tut Erdkreis steht." Wer noch ganz war, der dachte beim Mordhand- werk nicht an Tod und Sterben. DaS war etwas io Unabänderliches, daß davon kein Kopf mehr zerbrach. Die Erde stirbt nun eben. ?lber da war noch etwas, das war es, was Hirne in Wailitng, Hände in Bewegung s«tzt«. Die dreckigen Betrüger in den Kammern wollen jetzt das Schicksal auch betrügen, so wie sie uns betrogen haben. Leben wollen sie! Mer wir werden ft« schon!—-Schuftet! Arbeitet! Sprengt, schießt, zerstört! Zehntausend von uns kür«inen--— * Tornson hatte heute Marge» di« Organisation der Aktion gegen den Beton übernommen. Wex war Tornson? Alle kannten ihn! Vor vier Monaten waren hundert Arbeiter in ihrem Bltit gelegen; vor Maschinengewehren, die den Befehlen Tornkons unterstanden. (Fortsetzung fylgt.) Rr. 341 Samstag. 14. Oktober 193h sene s PLAGE DIE RASENBLEICHE IM WASCHKESSEL Vom Hitler zum Henlein T urnvcrband-TarnYcrbond dcr von dcr Radion reinigt die Wäsche nicht nur gründlich— es bleicht sie auch gleich beim Kochen, so schonend, wie auf der Rasenbleiche. Denn Millionen feinster Sauerstoffbläschen durchdringen das Gewebe genau wie bei der Rasenbleiche. So erspart Radion der Hausfrau die mühevolle Arbeit der Rasenbleichei heule bei Zugtrast wurde Der Nuntius wird bereits in de» Prag verlassen und gleichzeitig »Mer Mr Hemeln Daß die Gründung der sudetcndeutschen Heimatsront Henleins eine mit den Hakenkreuz» lern abgekartete Sache ist und nur der Tarnung dient, beweist auch die Stellungnahme des„Böl- kischen Beobachters" zu dieser neuen Bewegung. TaS Blatt Hitlers teilt mit, daß die sudeten» deutsche nationalsozialistisch« Partei sich„zum Schuh gegen den tschechischen Terror" selbst ausgelöst hat. Im Anschluss daran wird über die Aktion Henleins in freundlichem Sinn« berichtet. Wär« Henleins Front nicht eine der Hakenkreuzpartei dienende Bewegung, dann würde Hitlers Blatt energisch und laut gegen Henlein Stellung nehmen. mongoli- Dtc Nachkommenschaft wie geistig, dcr . Geselliger oder gar I nur mH Rassen- Ihn» dagegen halte man die demo- l r a> i s ch e.» A e n sz c r n» g e n, die von Herrn Henlein jetzt zu höre» sind, Möge sein Antichambrieren bei der tschechischen Demokratie ab gegen die Anssiille, die da» L'chrbnch des Dentschen Tnrnverbandes gegen die Tschechen als Nasse unternimmt, vergleiche die liebenswürdige Erklärung des.Henlein, das; auch Inden in die„Sn» detendentfels« Heimatsront" dürfen, mit dem hemmungslosen Rassenhass, der einem aus dem Tnrncr-Leitfaden entgegenweht, prüfe die republikanischen Worte .Henleins an Hand dcr Berachtnng seines Tnrnverbandes gegen die sranzösische und deutsche Revolution durch Gegenüberstellung mit dcr monarchistischen tstesiu» ttung, die sein Tnrnverband zum Gesetz erhoben hat! Prclsscnhungsaktlon der Regierung Untcrsudiung der Elsen-, Zudier- und Pupierprelsc ungeordnet mit an- be- auS frequentierten Fortbil- Clriact verlaßt Prag Noch vor dem 28. Oktober. Der päpstliche Nuntius C i r i a c i oom Vatikan nach Rom berufen, um di bekannte Affäre des Briefes an H l i n k a auf- zuklärcn. nächsten Tagen wird als sein Vertreter Mons. Ritter seiire Stelle solange übernehmen, bis über den Nachfolger CiriaciS entschieden sein wird. Wie„B. C. 2(." bemerkt, wird mit dcr Abberufung nicht nur dcr Forderung dcr ischccho- slowakischen Regierung entsprochen, dass der Vatikan den Nuntius zur Vcrichterstalinug nach Rom berufen solle, sondern auch dem Wunsche, daß ein anderer Diplomat als C i r i a c i am 28. Oktober daS diplomatische Korps in Prag vertreten möge. FRÜHER DIE ENDLOSE Mute AhAütet RADION ßihtäef Genehmigt wurden die endgültigen Maßnahmen. die mit dcr Aushebung des Ministeriums sür Vollsverpflegung verbunden sind. Zur Kenntnis genommen wurden die Berichte des politische« und des wirlschastlichcu Ministerkviuiiccs über den Fortgang dcr Durch, beratung dringlicher Angelegenheiten politischer, finanzieller und tvirisclzaftlicher Art, insbesondere tvas die mit dem Entwurf des künftigen Staatsbudgets zusammenhängenden abschließenden Arbeiten beirisst. Weiters wurde beschlossen, die Kartellkommission mit dcr Einleitung eines Ber- fahrens nach dem Kartellgefch Uber die Preise der Produkte der Eisen«, Zucker» und Papierindustrie zu betrauen. Schließlich wurden die auf der Tagesort nung stehenden Verwaltung», Wirlschafts- und Pcrsonalangclegenheiten erledigt. Vie völkischen, hakcnkreurlcrischen, antisemitischen, tnoimrcliistischen und chauvinistischen„Hochziele“ des Deutschen Turnverbands Herr Konrad Henlein, dcr Verbandsturn- wart dcr fudctendeutschen„Heil!"-Schreier, hat sich über Nacht zum politischen„Führer" aufge worfen und nach kurzem Anlauf einen Weit sprung getan, dcr ihn— so will er glauben machen— direkt aus demokratischen Boden führte. Und demokratisch, loyal gegen die Tsche choslowakische Republik, putzt er jetzt bereits die Klinken dcr Vorzimmertürcn zum tschechischen demokratischen Lager, das absolut dessen v.r- sichert werden soll, daß Henlein und seine „Tudetendcutschc Heimatsront" durchaus nichts mit den eben verschiedenen Hakcnkrenzpartcien und deren Geiste zu tun hätten. Nun haben wir schon in der Bonvochc etliche Zitate aus dcr„Deutschen Turnzeitung" des Henlein-Verbands gebracht, um die Ocsscnt- lichkeit aufmerksam zu machen,>vic cs um die— durchaus faseistische— Gedankenwelt dieses Per- baiides bestellt ist, aus dessen Mitte Henlein hervorgegangen ist und dessen Alaunen zweifel los die Kerntruppen der„Sudetendeutschen Hei» matfront" bilden sollen. Schon nach diesen Pro- den erschien es jedem Tcmokralcn als unwahr- chcinlich, daß jemand die über Nacht erstandene demokratische Gesinnung Henleins auch nur zu einem Bruchteil ernst nehmen könnte, und daß cs mehr als einiger Lippenkenntnissc bedürfte, ehe man dem.Henlein auch nur persönlich die Ab sicht zutrauen dürfte, sich ans schtvarz in weiß zu venvandeln. Heute nun wollen wir unserem Bcweismaterial noch etliches andere hinzusügcn, vor allem UM den ersten Stützpunkt des Herrn Henlein, nämlich eben seinen „Deutschen Turnverband" als absolut haken» kreuzlerisch, chauvinistisch, rassenhetzerisch und monarchistisch zu entlarven. Bor uns liegt die„Deutsche Volkskunde", ein„Leitfaden sür völkische Erziehung, her- ausgcgeben vom Deutschen Turn ver bände". Dieser Leitfaden aus dem Jahre 1921 ist als heute noch geltender Katechis mus des Deutschen Tnrnverbandes anzuschcn, dcr eben jetzt in den sudctcndcutschcn Gebieten eine erhöhte Werbetätigkeit entfallet und in nicht mißzuverstehender Weise fust in dem Augenblick, da die nationalsoziali- stilchc und die oeutschnationale Partei z» be stehen aushörten, alle„wirklichen" Deutschen aussordert, in seine Reihen zu treten! In diesem Leitfaden werden gleich eingangs „die reindeutschen und alldeut sche» Hochziele des Turnver ba n d e S" proklamiert und als deren erstes die- „Rnssenrclnheli“ propagiert. Wir zitieren aus den Erläuterungen dazu nur eine einzige Stelle, die aber wohl ge nügen wird, um nachznwcisen, daß die Raiic Richtlinien des Deutschen Turnveroandcs sich vollkommen mit denen des Dritten Reiches decken: „Eheschließungen nur mit Angehöri gen der germanische» Rasse, keinesfalls aber nr.t Angehörigen einer kroarde» tjüdifchcn, ichcn ustv.) Raste, weit 11 immer, iowohl körperlich niedrigen Raste ioigt. freundichaftlichcr Umgang genossen..." Eine andere Stelle dieser sudetendeutschen Hirlcrbibcl für Turner(und jetzt sür Tarncrf predigt den judenboukott vollkommen tm Sinne des Goebbels: „Mit Juden und Judensl8m.m11n• gen teilte Ehe eingehen. Die Kinder nur Deutsche« anvertrauen, kein« jüdischen Er« Die Staatsaniiesteliten zur Situation Der Vorstand der Sektion der öffentlichen Angestellten bei dcr Gewerkschafiszentralc— dir Gcnosscn Crch, Hlavaöek, Kkianda, Ntzmcc, Icidl und dcr Generalsekretär der GcwcrkschastSzeniralc Genoste Tayerlc— berieten am 13, d. M. mit dem Minister Genossen Dr. Meißner über die Regierungsanträgc auf Personalsparmaßnahmen. Di« Sitzung hatte den Charakter einer Information. Die Gewerkschaktsorganifa- tionen der Staatsangestellten werden zu diesen Anträgen nach ihren Beratungen den entsprechenden Standpunkt einnehmen. Prag, 13. Oktober.(Amtlich.) In dcr am Freitag, den 13. Oktober, Nachmittag stattgesun- dencn Sitzung des Ministcrrates wurde der Regie, rungscntwurf über die Verlängerung der bis hcrigen Zuschläge zur Umsahstcucr und zur Luxussteuer sür die ivciiere Zeit vom 1. Jänner 1931 bis Ende des Jahres 1935 genehmigt. Genehmigt wurde im Prinzip der Regie- rungsvcrordnungScnItvurs über die Regelung der Au§;e. hlungsIagc der Dienst« und B c r s o r g u n g s b c z ü g e der Ttaatsangestcll- ten und ihr-r Hinterbliebenen. Tie Einzelheiten technischen Charakters wurden zur beschleunigten Fertigstellung den zuständigen Rcsiort zugewiescn. Mit Zustimmung zur Kenntnis genommen wurde das Programm dcr Begehung des diesjährigen StaatsfciertagcS am 28. Oktober als dem 18. Jahrestage dcS Bestandes dcr Tschecho slowakischen Republik. der eckige Schädel, die starken Backenknochen und die auswärts gebogene Rase zurück; von den seelischen Eigenschaften die R o h e i t, der Hang zur Lüge, die Kriecherei vor Mächtigen, der Al angel an Rechts« g e s ü h l." Das Hakenkreuz als Abzeidien des Deulsdien Turnverbandes! Ein Abschnitt des Leitfadens ist dem Hakenkreuz gewidmet, ihm ist übrigens auch eine A b- bilduug dcS Zeichens vorangcstellt. Tann heißt cs dort: „Wie andere Berbände und Bereine, die . daS Deutschtum pflegen, das Hakenkreuz als Wahrzeichen und Sinnbild der siegenden Sonne wählten, so hat es auch der deutsche Turnverband als sein Abzeichen gewählt..." Es fügt sich in dieses Bild, das der Deutsche Turnvcrband so von sich selbst entworfen hat, I harmonisch, daß er seinen Anhängern auch eine monarchistische, w i l h c l m inischc Gesinnung predigt. In einem Abschnitt über Wilhelm I. ist dessen„weltgeschichtliche Bedeutung" und seine„vornehme Gesinnung", gepriesen und er als„Werkzeug der Vorsehung" gefeiert. Dann folgt Weihrauch für Bismarck und Wilhelm ll. für die„einzig dastehenden Heldentaten" des deutschen Heeres im Weltkrieg, teuto- ! nischc Entladung gegen die„Bolksvcrräwr", die den Zusammenbruch verschuldet haben sollen, eine Schilderung des Umsturzes als eines„ruchlosen Wahuivitzes":„Tnrch die Entfernung les Kaisers wurde dem Volke jeder Glaube und jede Achtung vor dem Gesetz genommen." Gegen diclicnsdiheMsrcdite! Urbfx die französische Revolution - äußert sich dieser Diktatur-Führer sclbstverstäud- I lich auch abfällig und über den Ruf nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlich« k c i t!" läßt er sich also vernehmen: „Diese Losungsworte haben noch dcr gedankenlosen Menge ihre nicht eingebüßt." Sehr zum Unterschied natürlich Menge dcr Teulschcn Turnverbands-Mitgliedcr, dic weit davon cntscrnt sind, Gleichheit, Freiheit - und Brüderlichkeit durchsetz» zu»vollen, sondern i die vielmehr vor Wilhelm, vor Hiller, vor dem ■ Gollesgnaöenlum und vor den Pogromisten ■ strammstohrn und nur aus ein Henlein ge- . warlet haben, das sic besser als die Jung und , Krebs zu Glan; und Wonne jührcn sollte. zichcr und Lehrer nehmen. Rur bei! Deutschen einkausen und alle Geschäst»- verdindnngen mit Juden meiden. Richt zu jüdischen Aerzten und Rechtsanwälten gehen, überhaupt nur Bolksgenosten zu Beratern wählen. Dich und die Deinen vom Verkehr mit Juden sernhalten. In deinem Hause leine von Juden geschriebene oder geleitete oder mit Geld unterstützte Zeitung, kein, von Judengei st durchsetztes Buch dul»' den. Dein Geld nicht in Judenbanken tragen. Deinen Besitz weder an Juden verkaufen noch verpachten, auch keine jüdischen Winter» und 2om- merparteien nehmen. In deinem Geschäfte oder Unternehmen keine Juden anstelle n." Judcnhetzc Für den w ü st esten A n t i s e m i t i s- m u s, in dessen Dienst dcr Deutsche Tunivcr» band sich gestellt hat, zeugen auch folgende Auslassungen des Leitfaden über die Juden: „... sic sind die schlechteste Ausprägung der femitifchrii Rasse und ihre Geschuht ist ausgcfülU mit Schlechtigkeit aller Art,... gech.chtl'ch beglaubigte Abneigung ,zc- gen körperliche Arbeit... begrenzte Gewissenhaftigkeit.. bedenkenlos... von einem kaum nichr zu unterbieionden Zoten geist... stetlg wachscirde sittliche Gefahr für unser Vo.l... verführt auch die anderen Völker... cingrsrcsjen in die Völker, die Rassen durchsctzl, v e r s ch ä n d e t, die Kraft durchbrochen, alles nrüvbc n-ird morsch gemacht... Ehreichaftc Völker erringen ihre Siege durch Männer, die Juden durch Btthlüiruen." llie Tsdiedien sind „liionerisdT..krieffierisdT... In dem Leitfaden des Deutschen Durnvcr- bands, besten Turmvarl jetzl vor den Tschechen Männchen machl, heißt cs: „Die Tschechen sind ei» Gemisch auS drei Rassen. Ein Teil stellt daS echt slawische, nordische Blut dar, daS start mit deutschem vermischt ist, weshalb(!) auch viele Tschechen von Deutschen körperlich, ost auch geistig, gar nicht zu unterscheiden sind. Ein zweiter Teil stellt die nordisch-alpinische Mischung dar. Außerdem wurde vom 8. biü 9. Jahrhundert der tschechische BolkSkörper stark mit asiatisch- hunnisch« awa« r i l ch e in Blute durchsetzt. Aus diesen Ein« sluß gehen von den körperlichen Eigenschasten Henlein, der„Heiland!“ Tas christlichsozialc„Volk" in Jägcrndorf zitiert ablehnend tind als Kuriosum folgenden blödsinnig-hymnischen E^zeß der„F r i c d e k c r B o l k s w c h r" über K o n r a d H c n l e i n. „Run lebt im sudetendeutschen Bolle ein Rann mit der Kraft und dem Idealismus der Jagend im Heilandsalter, der schon dem besten Teil unsere» Bolle», den Jüngern John», unserem Turnverband, bewährter Führer war, daß dieser Turnverband, vom Jn- und Ausland anerkannt, solch herrliche Leistungen aus seinem großen BerbandSturnsest-zu Saaz im heurige« Sommer vollbringen konnte,— Konrad Henlein! Er, dem hunderttausende junger deutscher Turner in der Sturm« und Drangzeit und viele tausende der älteren Generationen treue Gefolgschaft leisteten und den Marschall st ab de» Führers zuerkannten, konnte den Untergang seines und unsere» geliebten sudetendeutschen Bolle» nicht mit ans^hen und eine heilige Berufung in seiner Brust entflammte ihn, da» führerlose Steuer unsere» Bolle» mit Wucht zu packen und den im Chaos Herumirrenden BolkSgenosien entgegen zu donner»: Ich bin Euer Führer!" Dem kann man nur mit Wucht entgegendonnern, daß bei gewissen Leute» anscheinend infolge des Chaos im sudetendeutschen Bürgerlager eine Art religiösen Wahnsinns ausgebrochen zu sein scheint. WaS Henlein mit diesen seinen Hysterikern aufangen kann und wird, wird sich ja bäldlich zeigen. Planwirtschaft audi In der Agrarproduktion nötig 1 Die böhmische Landeüvcrtretung erledigte gestern in der Svezioldcbotte über das Budget Sie Kapitel ,LanoeSeiacntu m" und„Lande S v e r w a l t u n g" und begann mit dcr Beratung des Kapitels„L a n d w i r t s ch a s t". Dazu sprach Genosse Halo: DaS Kapitel Landeskultur wurde im heurigen Jahr um fast 10 Millionen Kronen, also um rund 18 Prozent gekürzt und cS ist noch fraglich, ob bei den sinkenden Einnahmen im Laufe vcs Vermal tnnaSjahreS nicht noch Abstriche gemacht werden müssen. Wiederholt wurde aufgezeigt, daß die Hauptursache dcr landwirtschaftlichen Krise die anarchische Produktion ist, wozu noch kommt, daß in manchen Produktionsländcru eine Revolution dcr Agrartechnik sich vollzogen hat. Seit zwei Jahren sind 12 Millionen Tonnen Weizen unverkäuflich und drucken ans die Preise. Die ungünstige Entwicklung zeigt sich auch in dcr Bich- und Fleischwirtschast, schon infolge der heurigen Not an Futtermitteln Tie bisherigen Maßnahmen zur Sicherung eine« den Gestehungskosten entsprechenden Preise» haben versagt. Dem armen Bauer hat man seine Produkte tief unter dem GcstehungspreiS abgeknöpst, dem Konsumenten dagegen teuer angehängt. Den Schmetten hat dcr Zwischenhandel abacschöpft. Ten Methoden der Spekulanie» und Makler muß man mit andern Mitteln an den Leib rücken. Wir erheben unsere Forderung nach Planmäßiger Regelung und Kontrolle dcr Wirtskhaft. Tie vielgepriesene Freiheit in wirtschaftlichen Dingen besteht ja heute nicht mehr, auch dcr Landwirt wird in stärkstem Maße von der ausländischen Konkurrenz beeinflußt und ist letzten Endes von Kaufkraft der breiten Masten abhängig. In eingehender Weise besaßt er sich scdann dem landwirtschaftlichen Schnliocscn, wobei er Hand von Ziffern dic Bevorzugung dcr schwach fnchtcn landwirtschaftlichen Schulen vor den Klcinbauernkreisen stark s dnngsschnlcn Nachweis! und Abhilfe verlangt." * Die nächste Sitzung dcr Landcsvcrtrctung findet Dienstag statt. Seite 4 SamStag, 14. Oktober ISS» Nr. 241 Das Braunbuch ist ab Montag lieferbar durch die Zentralstelle für das BildnngSwesen, Prag kl., Rekazanka 18. Giftmörder in Aiiippöyiitte »esitzgier tretvt jmn Brudermord/ 2Iuc$ den»ater bergifteil Das Sechssachs des Weltmarktpreises Znckerverbrauch und ZnckerpreiS. Im Monat September ist der Zuckerverbrauch der tschechoslowakischen Bevölkerung gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um rund 35VV Tonnen zurückgegangen. Seit Kain- Pagnebegiun ist im Vergleich zum Vorjahre ein Rückgang von rund 20.000 Tonnen zu verzeichnen. Das ist ein bedenkliches Symptom. In diesem Zusammenhang erhält der inländische Zuckerpreis eine besondere Bedeutung. In der Mitgliederversammlung des Verbandes tschechischer Kaufleute, die aur 12. Oktober staltsand, wurde das Problem Inlandsabsatz und Zucker. preis eingehend besprochen. Man erfuhr dort, daß sich der Schwerpunkt der Z u ck e r i n d n- st r i e immer mehr auf d e it Inlands- konsuin verschiebt. Wurden im Jahre 1028 mehr als zwei Drittel ausgesührt und nur ein Drittel hierzulande verzehrt, so$at sich das Verhältnis zwischen Inlandskonsum und Ausfuhr sehr verschoben. Jetzt dürfte der Inlandskonsum drei Fünftel nno der Export zwei fünftel betragen. Ter Inlandspreis loko Zuckerfabrik beträgt Henle 555 llr für 100 Kilogramm. Im Crport wird nur ein Erlös von 0l für die gleiche Menge erzielt. Der tschechoslowakische Zuckerverbraucher zahlt mithin das Sechsfache des Weltmarktpreises. Von dem Inlandspreise erhält allerdings der Staat 105 Ke. Aber selbst wenn man diese indirekte Steuer abzieht, bleibt noch ein wesentlich überhöhter Preis. Die Bemühungen des Staates, bei Kohle, Eisen und Zucker zu einer Preisherabsetzung zu kommen, sind gerade in Anbetracht des sinkenden Inlandsabsatzes bei Zucker sehr aktuell. Der'Rückgang des Verbrauchs eines so lebenswichtigen Nah- rungsniittels ist nicht zufällig, sondern liegt an der Schrumpfung der Massenkatt f- kraft. Was könnte an Zucker und Zuckerwaren, z. B. Schokolade, Bonbons, Pralinen usw. mehr verbraucht werden, wenn die Bevölkerung nicht den allergrößten Teil des Einkommens für die zum Leben unmittelbar notwendigen Lebensmittel, Mietzins, Heilung, Licht usw. zu verausgaben hätte? Wir wissen, daß Preisherabsetzungen ihre Grenze haben. Beim Inlandspreis für Zucker scheint uns eine solche aber am Platze zu sein. Schon mit Rücksicht darauf, den Rückgang des Verbrauchs aufzuhalten. Strumpffabrik in Rosenthal stillgelegt Die Strumpffabrik I. 8 v a r d a in Rosenthal mußte den Betrieb einstellen, da die Firma, welche sich beerits einmal mit ihren Gläubigern ausgleickzen mußte, sich neuerdings in Schwierigkeiten befindet. Zn den-Hauptgläubigern gehört die Maschinenfabrik Schubert& Salzer in Kamintz, welche, da sie eine Forderung von ungefähr 7 Millionen Kronen nicht anders eintreiben kann, wichtige Bestandteile der Maschinen abmontieren ließ, fo daß das Werk stilliegt. Ter Zusammenbruch trifft eine- große Anzahl von Arbeitern. K v a r d a war früher gut beschäftigt, da er Strümpfe für Bala lieferte. Seitdem"Bala eine eigene Fabrik errichtet hat, ging es mit 8 v a r d a abwärts. Vermlndernns des Arbeiter-Lohnes um mehr als die Wl,e Berlin, 12. Oktober.(DG.) In immer stär- kerent Maße werden die nur noch auf dem Papier stehenden Tariflöhne der Arbeiter gesenkt. Die Kaliberdreher der Spi.albohrersabrik Stock, Berlin-Marienfelde, die vor einigen Monaten bei 48 Stunden Arbeitszeit noch 72 Mark in der Woche verdienten, verdienen jetzt bei 40stnn- diger Wochenzeit nur noch 01 Mark. Tas Wocheneinkommen oieser Arbeiter hat sich unter der Herrschaft Hitlers in wenigen Wochen nm mehr als die Hälfte vermindert. In der Bekleidnngsindnstrie, in der wegen deS fortwährenden Bedarfs an neuen Uniformen Konjunktur ist, verdienen die Zuschneider bei LOstündiger Wochenarbeitszeit heute im Akkord höchstens noch 26 Mark pro Woche, die Näherinnen bei gleicher Arbeitszeit 15 Mark pro Woche. Ein Hundelohn. Die Unternehmer sind mit dieser Entwicklung unter Hillers Regierung recht zufrieden. Judenfelncillciie Anschläge in Warschau Warschau, 13. Oktober. In den Redaktionsräumen des jüdischen Blattes„Nasz Przeglod" hinterließen heute zwei Männer, welckx sich unter einem Porwand dort zu tun machten, einen kleinen.Handkoffer, aus welchem eine Zündschnur heraushing. Der Koffer wurde rechtzeitig entdeckt. Rach dem Gutachten des Militärexperten hätte die Höllenmaschine im Falle der Explosion zwar keine größere Katastrophe, jedoch einen Brand verursacht. In der Mittagsstunde wurde in einem jüdischen Restaurant in der Marszalkowska-Gasse von bisher unbekannten Tätern eine Petarde geschleudert, welche explodierte. Die Explosion rief unter den Gästen eine Panik lxrvor, richtete jedoch keinen größeren Schaden an. Am Dienstag wurde in A u ß e r g e f i l d der Arbeiter-Ausgedinger Emil Gruber ans F i l i p p s h ü t t e begraben. Ter 45jährige Man» war ganz plötzlich verschiede», tveShalb kurz nach seiner Beerdigung das Gerücht herumging, daß er nicht eine« natürlichen Todes gestorben, sondern von einem der nächste» Verwandten beseitigt worden sei. Oes senil ich wurde der Bruder des Verstorbene«, R u d o l f Gruber, des Mordes beschuldigt, der von seinem Vater eine Hütte und Grundstücke geerbt halte und nun seinem Bruder Emil ein ganz beträchtliches Ausgedinge auszahlen sollte. Als zufällig die Gendarmerie aus Rehberg den Ort passierte, sam- melien sich Plötzlich die Leute um sie, neugierig fragend, ob sie schon Erhebungen wegen des Mordes an Emil Gruber anstelle, der vergiftet worden sei. Die Gendarmerie ging der Sache nun näher nach und erstattete hierauf die Anzeige beim Bezirksgericht-Harlmanitz, welches noch am Tagesneuigkeiten 26 Seeleute ertrunken. Philadelphia, 13. Oktober. Der italieuifck)« „Dampfer„Montrello" hatte fünf gerettete Mit, glieder der Besatzung des griechischen Dampfers „A ii tt u I a" an Bord, der, wie seinerzeit gemeldet wurde, gesunken ist. Man befürchtet, daß die übrigen 26 Mann der Besatzung ertrunken sind. Proletariers beim Ko'rlen- llauden. Recklinghausen, 12. Oktober. Ein furchtbares Unglück ereignete sich Dvnuerstvg abends auf der Steinhalde der Zeche„Nordstern", wo vier Personen„unberechtigter Weise" Kohlen suchten. Plötzlich lösten sich oben am Rande der.Halde Sch lacken ni assen ab und begruben zwei von den Kohlensuchern unter sich. Die beiden konnten sich, einer mit einer Verletzung, in letzter Se- künde in Sicherheit bringen. Die beiten Verschütteten, di« 45jährige Ehefrau W i tz o w s k i und der 14jährige Matter I ö h m a n n konnten nur als Leichen geborgen werden. Eine amerikanische„Teusekslnsel". Washington, 13. Okwber.(Reuter.) Einer Erklärung des Generalstaatsanwaltes Cunnninge zufolge werden die Vereinigten Staaten nach französischem Muster auch ihre„Teufelsinsel" haben. Die Gerichtsverwaltuna der Vereinigten Staaten denkt nämlich daran, besondere gefährliche Verbrecher, wie Gangster, Entführer u. a., ans der verlassenen Insel A l c a t r a s bei San Franeiseo einzukerkern. 3ug und Auto- Santander, 12. Oktober. Ein Eisenbahnzng hat bei einer Wegüberführung bei Ilnquera ein mit sechs Personen besetztes Automobil erfaßt und mitgeschleist. Sämtliche sechs Insassen kamen ums Leben. Der Bahnübergang war nicht überwacht. Millionendiebstahl im Mu'eum. London, 13, Oktober. Im Londoner Kiinstmuseum des Fernen Ostens wurden von unbekannten Räubern altertümliche Juwelen und Edelsteine im Werte von mehr als vier Millionen Ks entwendet. Ein neues Glltgas. Paris, 13. Oktober. Wie die Blätter ans Clermont-Ferrand berichten, hat der dortige Mittelschulprofessor für Chemie Bert bei seinen Versuchen, ein neues Parfum zu erzeugen, ein neues Gas entdeckt, das außerordentlich giftig ist. Professor Bert erklärte, das neue Gift sei dem Uperit und denk Lewisit, die ein amerikanischer Leutnakt nach dem Weltkrieg entdeckt bat, sehr ähnlich. Die mit dem neuen Gift an Hunden voraeiionlnienen Versuche führten deren Tod herbei. Keine Gasmaske reiche zitni Schutze gegen dieses neue Giftgas aus. Man müßte den ganzen menschlichen Organismus vor den Wirkungen des Giftes schützen. Tas Giftgas lasse sich auch in flüsiigem Zustand ailfbewahren. Ziehung der Kkallenkotterie 70.000 K(: 33.195. 20.000 Ke: 49.211, 61.030, 65.454, 72.258, 99.635 10.000 Ki: 13.641, 18.153, 39.883, 75.531. 5000 Ki: 2780, 5774, 7183, 14.891, 28.244, 34.835, 42.579, 52.305, 58.074, 60.715, 62.087, 67.208. 68.466, 68.847. 68.932, 69.981, 79.485, 90.135, 93.013, 99.773. 2000 Ke: 2033, 2969, 11.408, 12.560, 13.369 13.499, 13.967, 15.949, 17.482, 24.203, 26.373, 28.124, 29.159, 31.904, 35.566, 36.083, 37.894, 40.085, 40.780, 42.459, 42.906, 46.415, 46.600, 54.482, 54.993, 56.043, 56.565, 57.225, 58.960, 59.767, 63.061, 63.399, 64.521 67.674, 69.513, 71.110, 71.429, 71.639, 73.030, 75.197, 76.072, 76.237, 78.207, 79.324, 80.383, 80.385, 83.840 84.544, 85.013, 88.524, 92.867, 93.955, 94.619, 95.452, 97.903, 98.537, 104.113. 1200 Kfi: 2224, 10.952, 10.967, 11.451, 17.927, 19.018, 21.295, 21.870, 23.709, 24.226, 24.549, 27.689 31.703, 36.991, 44.869, 46.424, 46.525, 49.261, 58.442, 70.975, 71.626, 72.120, 75.096, 76.077, 78.185, 78.658 99.122, 100.325, 102.501. gleichen Tage die Oeffnung des Grabes und die gerichlsärztliche Un.eriuchung deS Leichnams von Emil Gruber anordnete. Dieser Auftrag wurde am Mittwoch durchgeführt mit dem Ergebnis, daß eine Vergiftung Emil Grubers mit Arsen festgeslellt wurde. Rudolf Gruber, der Bruder des Ermordeten, wurde nach gründlicher.Hausdurchsuchung und einem Kreuzverhör verhaftet; das gleiche Schicksal ereilte auch seine Frau. Nackfdem die Bevölkerung schon von allem Anbeginn daraus verwiesen Halle, daß auch der Pater der beiden Brüder Gruber unter den gleichen verdächtigen Umständen wie Emil Gruber gestorben sei, wurde auch die Exhumierung seines Leichnams augeordnet. Diese wird in wenigen Tagen erfolgen, und hoffentlich auch darüber Klarheit schaffen, ob Rudolf Gruber anS Besitzgier auch seinen Ba er durch Gift beseitigte. Sin Dorf verbrannt. Warschau, 13. Oktober. Das galizische Dors Nieborow ist niedergebrannt. 72 Gebäude wurden ein Raub der Flammen. Tie Böhmische Sparkasse für die Arbeitslosen. Tie Direktion der Böhmischen Sparkasse in Prag l, Närodni tr. Nr. 7, hat beschlossen, zur Linderung der Folgen der Arbeitslosigkeit 5 0.00 0 tte zu Widmen. Von diesem Betrag entfallen auf den Prager Bezirk 35.000 llr. Ter Rest wurde nach dem Umfange der Arbeitslosigkeit aus die Bezirke der Zahlstellen der Böhmischen Sparkasse aufgeteilt. Von Äohlenmasien verschüttet. Freitag vor. mittags wurde im„IuliuS"-Schacht bei Konto- tau der 33jährige Bergarbeiter Friedrich Nitsch von niedergehenden Kohlenmassen verschüttet. Mit einem Schädelbasisbrnch und schweren innere» Verletzungen wurde er ins Komotouer Krankenhaus überführt. An seincni Aufkommen wird gezweifelt. Selbstmord des mörderischen Advokaten. AuS Innsbruck wird gemeldet: Der Rechtsantvali Dr. Leonard!, der Donnerstag den Rechtranlvalt Dr. Nieder Wieser erschossen und den Arzt Dr. Kröll schwer verletzte und dann noch einen weiteren Mordversuch begangen hat, hat sich gestern nachts auf dem Wiltwener Fried- Hofe erschossen. Dort wurde er schwer verletzt auf» gesttnden und ins Spital gebracht, wo er seinen schweren Kopfverlctzitngen erlag. Dr. Leonard! soll in der Kanzlei des Dr. Niederwieser von Dr. Kröll, einem seiner Gläubiger, dessen Depot er nicht zurückzahlen konnte, gefordert haben, daß er die Strafanzeige zurückziehe und daß dieser einem Zwangsansgleich znstimme. Nach A b l e h n ii n g dieses Begehrens beging Doktor Leonard! die erste Bluttat, wobei er nach Verletzung des Tr. Kröll, dem flüchtenden Dr. Nie» derwieser im Stiegenhaus nachschoß, Ueber einen Mordversuch an dem Geschäftsmann Redlich in Patsch wird bckannt, daß es dem Schwiegervater des Redlich, Wienck, gelang, Leonard! nack» den ersten zwei Schüssen die Maske aus der Hand zu schlagen. Dabei kam es zu einem Hand- grmenge, bei dem Wienck an den Händen, Leonard! im Gesicht verletzt wurde. Leonard! zog dann einen Zweiten Revolver, doch konnten ihn die Angegriffenen ans der Wohnung drängen. Erst nach einer Stunde Wartens wollte Redlich 'UM Postamte gehen, um die Vehördcn zu verständigen. Ta fiel aus deut Dunkel wieder ein Schuß, offenbar von Leonard!. Auch dieser Schuß ging fehl. Der Chauffeur, der das flüchtende Auto gelenkt hatte, wurde verhaftet. Bei einer Explosion in der Pyrotechnischen Fabrik in der Umgebung von M a d r a s wurden sechs Arbeiter getötet undacht schwer verletzt. Das Gebäude ist eingestürzt. Verschiedenen Schät'unoen zufolge sind in den Trümmern etwa 10 Personen begraben. Zeitungssterben im Dritten Reich. Das Abendblatt der„Vossischen Zeitung" wird ab 1. November nicht mehr erscheinen. Der Ullstein- Verlag wird künftighin keine Abendzeitung mehr auSgeben. Roosevelt und die Stargagen. Wie der „Matin" gzis Washing on meldet, hat Präsident Roosevelt eine Unlcrsuchmtg bezüglich der Honorar« der Filmstars in Hollywood, welch« er für zu hoch erachtet, augeordnet. Er hat namentlich einen besonderen Kommissär daniil belraul. die Honorare der für den Film arbeiien- den„W u nd e r k i n d e r" zu untersuchen. Wahrscheinlich wird ein« Neuregelung der Gagen, welche viel niedriger sein werden, als die bisherigen, erfolgen. Hohe Strafen für Tierquälerei in Oesterreich. Vom österreichischen BunoeSkanzleramte wurde der Entwurf einer Verordnung gegen Tierquälerei den Wirtschastskorporationen zur Stellungnahme vorgelegt. Außer der Festsetzung von hohen Strafen für Tierquälerei sollen nach dieser Verordnung künftighin Tierversuche am lebenden Körper nur in wissenschaftlichen Instituten und unter der Leitung einer wissenschaftlichen Aufsichtsperson gestattet sein. Auch soll die Verwendung von Geräten für den T i e r s a n g und die Verwendung tierischer Arbeitskraft besonders kontrolliert werden. Tödlich verunglückte.Deicharbeiter. Bei den Arbeiten am Deich eines BergseeS in der llm- jgebung von Bergamo sind sechs Arbeiter aus Kwnnii Zu neuer Südpolar-ExpedMon gestartet. Adiniral Richard E. Byrd, der kühn« amerikanische Fliegerforscher, ist von Boston an der Ostküste der Bereinigten Staaten zu einer zweiten Süüpolar-Expedition gestartet. Unser Bild zeigt ihn an Bord des Expeditionsschiffes„Jacob Ruppert" mit einem speziell für arktische Gebiete geeigneten Kreisel-Kompaß. Dieser Kompaß läßt sich weder durch starke Schifssschivankungen, noch durch die Nähe des ntagne.ifchen Pole- beeinflussen. großer Höhe in daS Wasser gestürzt. Zwei von ihnen konnten durch Kameraden gerettet werden, während die vier anderen ertranken. Zu der Spionage-Affäre in Metz und im Saargebiet meldet„Echo de Paris", die deutsche» ?lgenten hätten Hobe Äeldbelohnungen für di« Beschaffttug von Waffen, die bei den heurigen französischen Manövern verwendet wurden, in Aussicht gestellt. So wurde z. B. für die Liese, rnng eines Maschinengewehrs letzter Type die Summe von 100.000' Franken anaebvtcn. Ei» Maschinengewehr ist auch tatsächlich aus der Kaserne verschwunden. Hinrichtung eines dreifachen JranenmörderS. Freitag um 6 Uhr früh wurde im Sportstadion von Sarzana bei Spezia der Meuchelmörder Cesare 2 e r v i a 11 i, der drei Frauen getötet und die Leichenreste der einen gelöteten Frau als Reisegepäck von Genua nach Rom verschickt hat, von einer Abteilung Soldaten in Ausführung des über ihn verhängten Todesurteils erschossen. Dir Brennerstraße verschneit. Freitag, morgens ist in Innsbruck der erste Schnee gefallen, nachdem der gestern nachmittag eiusetzende starke biegen eine außerordentliche Abkühlung gebracht hatte. Während der Schnee in der inneren Stadl nicht liegen blieb, liegt er beispielsweise auf der Brennerstraße im Abschnitt Gries-Brenner 25 Zentimeter hoch, so daß Krastwagen nur mt Schneekette fahren tüiitte«. Gegen die deutsche Gesandtschaft in Bukarest wurde Freitag mittags von Kommunisten ein Anschlag verübt.'Sechs junge Burschen, die sich vor der Gesandtschaft aufgestellt hatten, warfen in rote Tücher gewickelte Steine gegen die Fenster der Gesandtschaft. Weiter warfen die Burschen mit Flaschen, in denen sich eine rote Flüssigkeit befand, gegen das Gesandschaftswappen. Zwei der Demonstranken konnten festgenommen werden. Der deutsche Geschäftsträger Dr. Kirch- holtes wurde unmittelbar nach dem Attentat im rumänischen Außenministerium vorstellig. Auf dem leichte» amerikanischen Kreuzer „Cincinnatti", der sich zur Zeit in den kalifornischen Gewässern befindet, ist durch explodierende Munition ein Matrose getötet worden, während eine Reihe anderer verletzt wurde.. Vom Rundfunk Empfehlenswertes ans den Programmen. SamStag: Prag: 11.00 Schallplalten. 15.40 Äugend In der Literatur. 16.50 Jugendfunk. 18.30 Deutsche 2 c n d u n g: Jugendstunde mit Musik. 19.25 3!eperläge. 19.55 Populäres Programm.— Brünn: 10.10 Bormittagskonzert. 18 25 Deutsch« Se ttdun g: Lieder aus dem Osten.— Wien: 15 40„Ter verzauberte Hof" von Lagerlös 16.00 Mandolinen- tonzert 17.00 Berühmte Künstler, Schallplattcn 18.45 Unterhaltungskonzert. 22.00 AbeMonzert.— Frankfurt: 20.00 Heiterer Abend.— Breslau: 20.30 Wiener Abend.— Leipzig: 18.30 Balalaikamusik.— Berlin: 21.00 Orchesteäonzerl. Spnntag. Prag 6.30: Gymnastik, 7.30: Frühkonzert, 11: Konzertmatins, 17.80: Theater- u. Lebenserinnerun- gen, 18: Deutsche Sendung: Musikvorschau, 21.30: Saxvphonkonzeri.— Brünn 12.15: Blasmusik, 16: Volkslieder, 18: Deutsche Sendung: Kouzertslunde.— Preßburg 19.40: Populäres Konzert/ 21.30: Bcutdoniumvorträge.— Wie» 12.30: Orchesterkonzert, 15.30: Nachmittagstonzeu 17.55: Kammermusik, 19.10: Berufserlebnisse, 20.30; Das ist die Liebe— Breslau 16: Ünlerhallnngs lonzert.— Berlin 18.30: Künstler aus Italien. Schallplatten.— Münchijs 21: Richard Wagner. Nr. 241 SamSIag, 14. Okiober 1283 Der Igel. Volkswirtschaft and Sozialpolitik des sprechend, werden die Lpser der mexikanischen Sturmkalastrov-e. Obdachlose, die in elende» Baracken uotcrgebracht sind und hier auf di« erst« Hilfe warten. Der getvaltig« Orkan, der in Mexiko in Verbindung niit Neberschwemmungen ungeheure Verwüstungen a»gerichtet hat, beraubte viele Lausende von Menschen ihrer Behausung und nahm ihnen ihre gesamte-Habe. tvciSPaPicve und dergleichen mehr hcrauszube- koinme». Alle Versuche scheiterten! Tie Polizei erklärt, unser Eigentum sei beschlagnahmt und unser Hab und Gut verfällt dem Staate. Nicht einmal die Sachen der vier Kinder bekommen wir heraus. Da hängen Mäntel und Kleider im Schrank, da stehen Schuhe, da liegt Wäsche und wir müssen hier von den wenigen Kronen, die wir zum Leben nötig brauchen, Sachen kaufen.— Das ist die Regierung Hitler, die den Menschen Freiheit und Brot bringen wollte, ungeheures, bitteres Leid hat sic in Tausend« von Familien hincingetragen. Eine lange Schilderung müßte folgen, wollte ich all die Scheußlichkeiten aufzählcn, di« wir selber crlebteic und die noch heute Tausende von Menschen drüben erdulden müssen. Kein Fünkchen von Menschlichkeit ist da noch zu spüren. In tausenden Versammlungen haben wir, vor allen Dingen den Frauen, die Grausamkeiten des Fascismns geschildert und versucht, ihnen die Augen zu öffnen, damit sie die Freiheiten der Demokratie erkennen sollten. Leider haben sich gerade die Frauen verblenden lassen durch die grinsende Maske dc's Fasciömus und haben am 5 März ausschlaggebend dem Hitler rcgime zur Macht verhalfen. Nun werden sie mit Enlseheir erwachen und zu spät begreifen lernen, was diese Herrschaft für sic und ihre Kinder bedeutet. Tic sozialdemokratisch und gewcrkscl-afllich organisierten Frauen und Männer, die mit unendlicher Hingabe und Leidenschaft für di« Befreiung der Arbeiterschaft gearbeitet haben, wer den schlecht belohnt. In Gefängnissen und Konzentrationslagern müssen sie büßen, daß sic der Menschheit Freiheit und Sonne bringen wollten. Heimatlos such sie geworden; gejagt von einem Orte zum anderen! Ihre Idee aber und ihr Kampfgeist wird wurzeln und tvird neue Fruchte tragen in allen Ländern, in denen sich Menschen frei entscheiden dürfen. Darum, du Frau, sorg« mit dafür, daß dein Mann, deine Kinder frei bleiben, kämpf«» mit für die Erhaltung der Demokratie, für Menschlichkeit und Freiheit! Elge. Aus den Schreckenskammern der Geheimen bin Treuhänder des Geistes. „Das neue Tagebuch" gibt der Zuschrift eines Augen» und Ohrcnzeugen statt, der in Aachen bei einer vor ausgewählten Bürgern stattgesun- dcucn Versammlung den Treuhänder der Arbeit Prof. Börger folgende rrbaulichc Worte verkünden hörte:„In deine Augenblick, in dem«in französisch«« Soldat deutschen Boden betritt, wer, den sämtliche Inden in di« Synagogen gesperrt und an die Wand gestellt." Damit hat sich der Herr Professor, Mann der gebildeten Klass e, auch als ein Treuhänder des Geistes erwiesen, der in Deutschland gegenwärtig drauf und dran ist, das Land bis ins fernste Winkelchen zu barbarisicren. Mail muß mir staune», was alles dieses Drille Reich in der Lage ist ans Licht ui bringen, wenn es sich der Mühe unterzieht, das bißchen Kuliurlack ganz abznkratzen, mit dem angetan sich der Tr. Goebbels versuchsweise nach Gens begeben halte. Die innere Charakterlosigkeit des Regier,,ngsssystemS wird täglich a»ss neue bciviesen und seine ständige Ausflucht, daß cs sich hier um Taten und Meinungsäußerungen untergeordneter Organe handelt, straft sich selbst Lüge durch die Behauptung seiner allcS beherrschenden Totalität. Daß diese keine leere Phrase ist, zum Gegensatz aller sonstigen Reden inner- l>alb ihrer selbst, z. B. beim Problem der Ar- beitsbeschaffuiig, geht klar hervor aus einer Meinungsäußerung auf eitlem Gebiet daö vom totalen Gedanken volllnnunen ersaßt ist, dein der Zcit- schristen und der Presse. Wenn also die„Deutsche Iurislcnzeitung" vom 1. Juni 1988 durch den Landgerichtspräsidenten Tr. Tietrich verkündet, daß schon heute der mutige Richter den Angeklagten freisprechen müsse, d e r a u S nationalen Grün de«Totschlag oder Körperverletzung begangen habe, weil er den« Chirurgen vergleichbar dem Patienten die.Haut verletzt hat, dann liegt darin die verlogen wissen Ischaftliche Begründung für jede Variante des I nationalen Zweckgcdankens, der dadurch zu allen Lahoscns„Drittes Reich“! Im Bremer Lahusenprozeß ist ein Malheur passiert. Karl Lahusen hat, zum größten Entsetzen des Gerichts auSaeiagt, daß riesige Korruptionssummen inS Münchener Braune Haus gcslosscn sind. Er hatte lange ia gezaudert Und barg cs still In seinem Busen, Doch jetzt hat er eS auSgeplaudert, Der braune Ehrenmann Lahusen! Der Herr, der so mit Lust-geschwindelt Und der den Staat betrog um Stenern, Er gab sein Sündengeld gebündelt InS braune Haus zum BolkSerneuern! Die Luderei, die er getrieben. War Ablaßdicnst an Idealen, Er finanzierte durch sein Schieben, Des großen Hitler Terrorwahlcn! Nett, was der Gauner uns verkündet. Wird der SA»Prol«t wohl sagen, Mit diesem Lumpenpack verbündet Hat man den alten Staat zerschlagen—! Ais. Staatspolizei geführt. Tie beiden Beamten, die offenbar nicht wußten, daß während ihrer Abwesenheit hier „amtiert" worden war, schalteten im Treppenhaus da- Licht ein. Im bemerkte auf den Stufen zwei große Blutlachen. Bei ihrem Anblick beeilten sich meine Begleiter, das verräterische Licht wieder ansznschalten, und man ließ mich den Rest dcS Weges im Dunkeln gehen. Im BcrnehmungS,zimmer saßen mehrere Leute in Uniform. Einer begann mich nach den mir unbekannten Adressen von_ geflüchteten Ttaalsfeinden zu fragen. Er erklärte mir. ich werde nicht eher srcigclassen werden, bis ich die gewünschten Antworten gegeben habe. Als ich daraus hinwicS, daß ich vor kurzer Zeil operiert .oorden sc! und einem Arzt vorgesührt zu wer- den wünsche, sagte er wörtlich:„Gut, aber dann schicke ich Sie in eine Abteilung, in der sie ans alle Fälle den Arzt in Anspruch nehmen werden."' In dem Hastraum der Geheimen Staats- Polizei sand ich Gefangene, die offenbar sämtlich in scner Abteilung gewesen waren. Da ich nicht mißhandelt worden war, behandelten mich die übrigen Häftlinge mit dem größten Mißtrauen. Sie schienen mich für einen Spitzel zu halten. Nach stundenlangen ergebnislosen Verhören— die Haussuchungen in meiner Wohnung wurden inzwischen fortgesetzt— entließ man mich nach einiger Zeit, nicht etwa nach HauS, sondern inS Gefängnis, wo ich vier Wochen in Einzelhaft blieb, ehe man mich endlich freiließ." legitimiert wird, da ja als anderwärts&Ä 9lc} d> n’ c(,t vrorcntiaeii” c«?"iur zum hundert- ffÄ"lMg gemacht wird. Auf diese M l t C t t Obcn vorbereite,, der fit ,«ruct)te zcner Art zu trage» bestimmt ist, wie sie "ns«ns der zitierten Rede dcS Prof Bröaei als Nation, präsentiert werden. Es cst deshalb recht und billig, sie auch als solche« -ntgegeilznnehinen trotz aNer^Dementi« der sich SÄ^Dritten Reick)««, und es allein lerc? Abw-hrmaßnahme», di« kultivier- m-t.«»r"grnfen, als es die Anhänger des Mn’Än! u•*" m sich vor drn^geisti- sciner angewand en W i«. Ä ichl'tzen. Ja, sie habe,, sogar das Nahmen der ihnen verbliebene» Mög- jene zu schützen, die innerhalb Teutsch- land» diesen poliiizchen und verbrecherischen Hirn- risfigkeiten zum Opfer zu fallen drohen. Die einseitigen Forderungen des Handels. r r NcickfSvcrband der Äausmannschaf, hielt !?Vfuch st,ne dleSzahrige Haupwcrsamnilung-n . k derselben wurde die grgcuwärtigc kur deu Handel in den düstersten irarben geichildert. In einer Entschließung vurocn alte ,rorderungen»och einmal unlcr- trichcn. Wir ertvähnen: Einsührung des allge- mcinen BefahigungsnachtveiscS, Pauschal isierm.g der Umsatzsteuer, gesetzliches Verbot der Zugabe», vorübergehende Gctvcrbcsperrc, Verbot der Er- richtnng von Einheitsprisgesck)äftcn und Waren» Hauser. Der Handel hat sich, wie diese^orderun- >! C t m VS 1•!?’ d'^er Forderung nicht so lange h:nae^khkppt-- gewaltige Entwicklung der Produkuvkrasie. d.e Rationalisierung und die Mechanisierung bas*-» die Voraussetzungen für ihr« Durchführung langst geschafft:». Ein« in Berlin auf Grund einer Denunziation und einer völlig ergebnislos verlaufenen Haussuchung verhaftet gewesene. Ausländerin, die nur durch Bemühungen ausländischer Slel- lcn die Freiheit wieder erlangte, erzählt über ihre Erfahrungen mit GoeringS geheimer Staatspolizei, die heute Deutschlands mächtigste Behörde ist: „Man holte mich int Auto aus meiner Wohnung ab, nachdem' man meine Schreibmaschine beschlagnahmt hatte. Auch das Auto war sichtlich ein bcschlagnabmlcr Gegenstand, einer jener vielen hübschen Privatwagen, die seit einiger Zeit der SA, der SS und den diversen Nazi Partci- stcllcn„Zpnr Verfügung stehen". Ans der Fahrt zum Gebäude der Geheimen Staatspolizei, dem ehemaligen Arbeitsgericht in der Prinz Albrecht- Straße, unterhielten sich die beiden Beamten, die mich verhaftet hatten, angeregt über Rendezvous und LicbcSabcnIener. Auf meine Fragc, waS mir bcvorstchc, erwiderten sie mit zynischem Lächeln:„Sie werden wegen Hochverrats bestraft, darauf steht ein halbes Jahr Zuchthaus oder zwei Jahre Konzentrationslager. Wenn Sie Glück haben, kommen Sie ins Zuchthaus." Als ich darauf aufmerksam machte, oaß ich Ausländerin sei, erklärten mir die beiden, Vie Geheime Staatspolizei fei mächtiger als alle Regierungen der Welt.„Wer in unserer Hand ist, dem kann nicinand helfen." Im Gebäude der Staatspolizei angrkommen, wurde ich di« Treppe hinauf zur Vernehmung hejmatios! Wagen, hochbepackt mit Möbeln, Betten und anderen Dingen, daneben Männer, Frauen und Kinder, schwer tragend an großen Büudcln, solche Bilder konnten wir während des Weltkrieges des öfter« sehen. Flüchtlinge Ivarcn cs! Da der „Feind"«inzog ins Land, nahmen sie Abschied von ihrer Scholle, auf der sie jal)rzchntelang gc. wohnt, gearbeitet und sich mit vieler Mühe eine Heimat aufgebaut hatten. Biele sorgenvolle Stunden und manche schlaflos« Nacht hatte ihnen das Erhalten ihres Grund und Bodens bereitet. Nun war Krieg! In tvenigen Stunden mußte alles verlassen werden, was ihnen lieb und teuer geworden war, aber immerhin ließ man ihnen Zeit, sich das Nötigste mitzunehmen. DaS war im Kriege! Wir leben nach der Meinung aller Welt int tiefsten Frieden und doch spielen sich in Deutschland in den letzten Monaten ähnlich« Bilder ab. Menschen müssen flüchten, rverde» heiinatloS, tvcil sie wenigstens ihr nacktes Leben retten oder den abscheulichen Quälereien und Folterungen cnt- gchcn wollen. Diesmal sind es keine„Feinde", die nachts in die Wohnungen cinbrechcn, rauben und morden. Deutsche sind es, die gegen ihre deutschen Schwestern und Brüder mit solcher Brutalität Vorgehen. Die rücksichtslos die Mutter von den Kindern wrgverhaften, weil sie den Pater nicht finden. Die Familienangehörig« als Geiseln festhalten und verschleppen, utn von ihnen ein Geständnis zu erpressen. Menschen werden gehetzt, Tag und Nacht, daß ihnen bald der Verstand verlorengeht. Jede Nacht in einer anderen Wohnung fchfasen und doch seines Lebens nicht sicher zu sein, das ist so zermürbend, daß die oller» mcisteit bald seelisch zusammenbrechcn. Schließlich muß jeder froh sein, wenn cr die deutschen Grenzpfahle hinter sich wußte, und atmete befreit auf, endlich den entsetzlichen Truck und das Ge- hctzlsein hinter sich zu lassen. Nur sehr langsam aber mit großem Glücksgefühl begreift man. der entschlichen Gefahr entronnen zn sein und sich aus sicherem Boden zu befinden. Nun taucht aber sofort die bange Frage auf, was nun? Vollkommen mittellos dastehend, im Rücken eine zerbrochene Existenz und daS Asylland heimgesucht von ungeheurer Not und Arbeitslosigkeit, so daß cs sich ein Schntz- gesch sür die Arbeitslosen geschafft'« hat, wonach die Beschäftigung anderer Staatsangehöriger so gut wie ausgeschlossen ist. Fast will einem lähmender Schrecken vor der Zukunft erfassen. Das Leben ist zwar gerettet, wie ober soll der Mann einen Erwerb finden, wo soll Brgt, Kleidung und Wohnung für die Familie Herkommen? Langsani erst, nachdem der seelische Druck der furchtbaren monatclangen.Hetze entfällt, kontmt klar zum Bewußtsein:„Ihr seid heimatlos!..." Hätten tvir nickt Freunde— wahrhaft sozialistisch empfindende Mensche»— gefunden, die mit Wort und Tal halfen, sähe es trübe um uns auS. Es drängt mich, in wenigen Worten unseren Leidensweg zn schildern, iveil ich glaube, daß hieraus so manche Genossin für die Zukunft vieles lernen kann. Ich bin eine sogenanntc „Bonzenfran" In diesem Jahre tvcrden eS 25 Jahre, daß wir uns gesunden haben. Vier Kinder imAlter von 21—18 Jahren, unversorgt. Mein Mann führend seit Jahrzehnten in angestrengtester Arbeit für das Proletariat tätig. Ein Familienleben gab es nicht, da jeder von uns, auch die Kinder, innerhalb dcr Partei- und Sport- betvegung Funktionen ansübten. Unzähligen Menschen hat mein Mann durch seine Arbeit geholfen! Jnlnver schwerer wurde der Kampf gegen die Heranwachsende Bcwegitng der Nationalsozialisten. Immer frecher und dreister deren Bcnch- >nen. Schon lange vor dcr Wahl wurden wir mit Drohungen aller Art belästigt. Mitten in dcr Nacht schrillt« das Telephon! Nationalsozialisten teilen mit, daß sie uns die Bude über dem Kopf niederbrcnnen werden oder sie fragen an, ob der„Lump", damit ivar mein Alaun gemcinl, schon zu Hause ist. Reichsbanncrkameradcn, die meinen Alaun von den Versammlungen heimbe- gleiteten, wurden vor unserem Hanse überfallen und blutig geschlagen. Das war vor dcr Wahl! Nach dem Siege am 8. März sing die kochende „Volks-Seel" an zu rasen, aufgepeischt durch die blntrünstigen Reden ihrer„Führer", toben sich die SS» und SA-Leute ans... Nun kam die Flucht. Alles in den 25 Jahren unserer Ehe gemeinschaftlich Erworbene mußte vcrlasiei» werden. Der Inhalt einiger Rucksäcke blieb uns, als wir über die Grenze gingen. Gute Freunde drüben versuchten später fiuc uns Kleider, Wäsche, Aus- Stift(I „SfljlaTbtttttfftrf* eatnftteft, 11 DHoBer 198« Nr. 24t Für die Herbst-Spaziergänge elegante Halbschuhe. Sehr beliebte Schuhe für den Herbst sind diese Mode-Halb- schuhe, mit festem Lederabsatz. In der Verkaufsstelle legen wir Ihnen noch eine Reihe anderer Modelle vor. Zu jedem Paar Schuh den passenden Strumpf. „Eva”« Strümpfe aus Kundstseide Kc 7.- B.-142 PBAOIB ZEWIIIWi. Di« Blutriche einer Bainbundeniinve. Aus den Tiefen der Gesellschaft.— Prag, 13. Oktober. Heute wurde vor dein hiesigen Schwurgericht unter Botzitz des OGR. 8 v a m- b e r a ein aus zwei Tage berechneter Mordprozeß eröffnet, der in die aller-untersten Schichten der Gesellschast führt, die, abgeschlossen von der sozialen Gemeinschaft nach ihren eigenen Gesetzen ihr Sondcrldben führen. Sechs Angeklagte sitzen vor den Ge'chwo- renen. Die Brüder Hynek und Wenzel R y 8- I a v v, deren Konkubinen, di« 20jährige Ann« I r 1 o I und Johanna IancLek, und Agnes Ryslavv, die Schwester der beiden Erstgenannten. Die Hauptperson aber, der direkte Täter, der Haupta«geklagte, der von der Anklage der unmittelbaren Mordtat beschuldigt wird, darf nach dem neuen Gesetz über die Jugendgerichtsbarkeit weder genannt, noch irgendwie bezeichnet werden, weder in seinem verwandtichaftlichen Ber- hältnis zu den Mitangeklagten, noch durch sonstige Lharakierist t. Auch sein Anteil an der Tat darf nicht näher bezeichnet werden. Tenn dieser Täter ist erst sechzehn Jahre alt' Dieser Jugendliche ist angeklagt des„Verschuldens" des Mordes, denn bei Iugendlick^n wird der Ausdruck„Verbrechen" nicht gebrauch!. Hynek RyZlav)- und sein« Konkubine Anna Ick.ck stehen unter der Anklage des vollendeten Mard«S, Wenzel und Agnes Ryslaox und die Geliebte des ersteren, Johanna Jane Lek. der Mitschuld am Verbrechen des Moides. Am 21. Mai wurde der Landstreicher Wenzel Rohlik, der mit seiner Konkubine Juli« RyölavF ln einem Zelt auf einem Beryhang bei Podbaba hauste, e> st o ch e n. Ti« Anklage erblick! darin«inen Akl der Blutrache. Die Sippe der Rnslavz-s soll gegen Rohlik tödliche Feindschaft gehegt haben. Sein« spätere Konkubine war ursprünglich die Frau eines inzwischen verstorbenen vierten Bruders Alois, dem sie Rohlik abspenstig macht«. Alois selbst starb kurz nachher ein«s mysteriösen Todes. Er stürzt« eine steile Felswand bei Podbaba hera-b und erschlug sich dabei Die Ry>iavz's waren überzeugt, daß Rohlik ihn den Felsen hcrabg«stürzt und auf diele Weile ermordet habe. Seither hätten sie nach der Anklage auf Rach« gesonnen uni» als Werkzeug sollte der Jugendliche dienen, der eben erst aus elner Erziehungsan st alt zurückgekommcn war, weil er mit einer leichten Strafe rechnen leimte. DaS Zelt, ln welchem Rohlik mir der Julie RySlavF hauste, liegt an einem schwor zugänglichen hoch auf dem Hang gelegenen Ort. Am Abend des 21. Mar stiegen di« drei des dircktcnMar- des Angeklagten zu dem Lagerplatz aus. die anderen drei, die der Mitschuld bezichtigt sind, hielten unten Wach«. Hynek RySlav>- laS unterwegs Steine aus. Dann kam es zu deni Zusammenstoß, wobei Rahlik erstochen wurde, Anna Jciek soll dem Jugendlichen zugerusen haben: »Core, nrohnl h o!" „Cor" bedeutet in der Zigeunersprache so viel wie„D i e b" und ist die Titulatur der „Zunsdbrüder' untereinander.„Z a r o h n i h o" heißt im Jargon der Vagabunden etwa so viel wie „Kragle Ihn ab!" Einem arbeitslosen Blume n v« r k ä u s c r, der in der Näh« kanipicri«. zweilagiger Mordprozeb in Prag, drohten di« Mörder den Tod an, als er dem Sterbenden zu Hilfe eilen wollte. Nach vollbrachter Tat kamen auch die drei anderen nach, um den Toten zu betrachte». Dabei wiid von Zeugen behauptet, daß die Anna Jeick angesichts des Toten ausgerufen habe:„Wir sch.... ihm in den M u n d!" Alle Angeklagten leugnen die Moidabsicht und erklären, es handle sich um Notwehr. Sic seien„zufällig" an den Lagerplatz des Ermordeten gokomimen(der, wie gesagt, an schwer zugänglicher Stelle hoch auf dem Berge liegt) und dieser ha'be sie angefallen, wobei er den tödlichen Messerstich erhalten habe. Bon Anstiftung oder auch nur Derabredimg fei- kein« Rede. Sie seien auf dem Wege in di« Slowakei gewesen und hätten in einer Ziegelei bei Podbaba übernachten wolle». Da sie aber an dem krit'- schen Tage von Unhoscht kamen, ist dl« Anklage d«r Ansicht, sic seien e'gens zu dem Zweck nach Podbaba gekommen, uni Rbhlik zu ermorden. Es sind abenteuerliche Gestalten, meist wenig über zwanzig Jahr« alt. Die Männer typ< sch« Vagabunden typen, die Weiber fast hübsch brutal und ungobändigt, aber schlau berechnend in Ihren Aussagen. Gleichwohl ergaben sich schwere j Widersprüche nicht nur zwilchen den einzelnen Aussagen, sondern auch zu den irühcren eigenen Bckun- düngen. Einmütig waren sie nur In der Bestreitung irgendeines MordplaneS. ES handle sich um ein« Rauferei, einen nnvorher- ocfehcucn Zusammenstoß. Ti« Einvernahme der Äoschuldigtcn dauert« bis in di« späten Nach- m i t t a g s st u n d« n. Das Zeugenverhör begann mit der Ein- rerinrhme des erwähnten Bl»men Verkäufers Bo den ko, der gleichfalls i» e'nem Zelt in der Nähe hauste und dem Mord untätig Zusehen nnd anhören mußte, weil er selbst von den llieival'.lälcrn am Leben bedroht wurde. Er schilderte den Hergang genau in der Art, wie ihn di« Anklage darstellt. Bon Notwehr sei keine Red« gewesen, es war ein grausamer, kaltblüt'ger Ucberiall mit Steinen nnd Messer. Auch die folgenden Zengen bestätigten die Anklage. ÄbentzS wurde di« Verhandlung aus morgen vertagt. rb. Aus der Partei Jugendbewegung. S. I. T. Sonmtag, den 13. Oktober, Wanderung nach den Suchdoler Felsen. Zusammentrcssen 8 Uhr Endstation der 7er in Podbaba. Vereinsnadiriditen Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 15. Oktober, Zusammenkunft um 9 Uhr bei der öer-Endslalion in Hlubokepy. Führer: Platz. Deutsch« Bolksflnggrmeindr Prag. Tic nächst« Uobungsstundc wird ansuahmsive se Dienstag(am 17. Oktober) statt Freitag abgehalten. Kunst und Wissen Mnlonino Lotto als Konzertdlrlgeuv. Die Prager Mozart-Gemeinde,«ine wirklich Internationale Knnstvereinignng, die sich die Erhaltung Mozart'schcr Kunststatien ln Prag zur Aufgabe gemacht hat, veranstaltet lzeuer mehrere A b o n n« me n I S k o n z e r t«, um materielle Mit- >el zu sauzmeln. Tas erste dieser Konzert« sand Donnerstag abends im großen Luzer-na-Taal« jlati; und zwar als-2 i n s o n i e- K o n z e r I, dessen instrumentaler Mittler das Orchester der Tschechischen Philharmonie und desien musikalischer Letter der Italienische Operndirigent des Prager Teutischen Theaters A n t o n i n o B o t I o war. Letzterer Umstand stempelte'das Konzert von Hans aus zu einer künstlerischen Sensation im Prager Musikleben. Tenn das Interesse, diesen genialen Opernkapellmeisier auch als K o u Z e r I d i r i g e n- ! e n kennen zu lernen, war liegreisllch bei einem Publikum, da; sich für Botlo bisher im Opern tl^aier so sehr begeisterte. Antonino Botin hat die großen Envartungcn, die sich an sein erstes'Auftreten als Konzertd'r.igent geknüpft hatten, vollauf erfüllt. Auch In seiner Eigenschaft als Interpret sinfonischer Musik hat er sich als treuer Jünger feine» großen Lehrmeisters T o S c a n i n i erwiese», der an sein« Aufgaben mit pr'estcrlichcr Hingabe heran! ritt und in ihnen restlos aufgehl. Ebenso wie ToScanini ist auch Porto ein Feind jedes b'lligcn. aus Aeußerlichkeilen beruhenden PullvirtnosentumS. Dein schlichtes Auftreten, seine gezügelt« Art der Stabführung berühren cl-en!» sympathisch wie sein sieundlicher Kontakt mit dem Orchester. Ebenso wie ToScanini tritt Potto mit einem völlig abgeklärten und niit seinen Jnreni onen vollkommen vertranten Orchester vor die Oefsentlichkeit; denn n»aS er zu sagen und zu fordern hatte, wurde>n den Proben abgemacht, so daß Tcmpcramentsaus- brückt« bei der Aufsührung überflüssig sind. Orchester- technisch Imponiert Potto durch die vorbildliche Sauberkeit ber Figuration, d'e das Klangbild klar nnd übersichtlich macht, durch die ausgezcichnet« klanglich« Abstimmung der Jnstrumcntcngruppen nnd durch die daS rhythmische Bild außerordentlich sasligende Gleichmäßigke't und Einheitlichkeit der Intonation. Daß Botto vor allem als Meister der Dynamik zu gelten hat, zeigte er auch als Konzertdirigent; seine Kunft abgetönter P'aniS, denen dra- mati'ch wirkend« glutvolle Fortes gegenüberstehen und die zu wundervoller Steigerung vereinigt werden, kam auch in der S'nsonicmnsik Überzügen- znr Geltung.?lber daß man diesen Dynamtker gerade im Konzeri-aal auch als eminenten und blendenden Rhythmiker kennen lernte, war di« besonder« lieber- raschung dieses Konzertes. Daß Potto das mehr umfangreich vielse'tige als stilvolle Programm des Abends— es enthielt die(etwas zu farblos gespielte)„Ton Inan'Ouvertüre W.?I. Mozarts, ein Concerto grosso von Corel!i, TvobökS lärmendcn„Karneval". Richard Strauß' sinfonl- sche D'chtnng„Ton Juan" und Tucas sinfonisches Gedicht„Ter Zauberlehrling"— frei aus dem Gdiächlnis dirigierte, sei weniger als besondere Lei- stuirg deS Dirigenten festgestellt als zum Beweise feiner Griindichieit und'«Ines ungeheuren Fleißes. Ti« Slilverschicdenheit des KonzertprogrammcS bewies übrigens, daß Botto ein in allen Stilrichtun- gen sattelfester Musiker's! Der Dirigent und die passioniert spielende, ihm sichtl'ch mit Fveude folgende Tschechische Philharmonie wurden von dem leider nur spärlich erschienenen Publikum stürmisch gefeiert. E. J. Hanussen als Biihnenfigur. Leben und Tod des Hellsehers' Erik Jan Hanussen bilden das Thema c-neS Zeitstückes„Der groß« Magier", dar Frank Warschauer und Stefan Hcym soeben vollend«! haben. Philharmon'sches Erira-Abonnrment. Preise für all« sechs Konzert.': Galerie von 50 bi; 85 sis. Balkon und Parkett von Illg bis IW) Ke. Für Abonnenten bei Bezug ber Karten für alle sechs Konzerte Ermäßigungen bis zu 20 Prozent. Vorverkauf ab Sonntag, den 15. ds. Wochenfp'ekplan des Reuen Deutschen Theaters. SamStag, VA Uhr:„TiSra«l i".— Sonntag, 3'A Uhr:„Höchfte Eisenbahn"; 7V, Uhr: „A i d a"(D. 1).— Montag, VA Uhr:„2 piel lm Schloß", Gast'piel Leopold Kramer(21. A). — Dienstag. VA Uhr:„D i« Zaubers löte" (A l).— Miltivoch, VA Uhr:„Ball im Savoy" iB 1).— Donnerstag. VA Uhr:„Cavalleria rusticana",„B a s a, z o"(C 2).— Freitag, VA Uhr:„Ei n Mantel, ein Hut, ein Handschuh" tD 1).— Samstag, Uhr: „D rei m äd c r lh a u s", neuiikszcnicrt(P 1). Wochenlpiclplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein".— Sonntag, 8 Uhr:„Tie Trafik ihrer Erzel- f l r n z"; 8 Uhr:„Bezauberndes F r ä» l e i n". — Montag, 8 Uhr:„Höchste Eisenbahn", Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag, 8 Uhr: „Bezauberndes Fräulein".— Mittwoch, 8 Uhr:„Pension Schöller", voltstüml. Vorstellung.— Donnerstag, V4 Uhr:„John Gabriel B o r k m a n n", neuiirszcniert.— Freitag, 8 Uhr:„Baza uborn des Fräulei n".— Samstag, VA Uhr:„SexIct t', Evstoufführung. Soori• spiel* KörnemHene Die Arbetterturner Sesterreichs machen sich selbständig Ti« österreichischen Arbeiterlurncr waren bekanntlich dem reichSbeutschen Anbeiler-Tnrn- und Sporibnnd angcischlossen, in dem sie zwei Kreis«, 17. und 18., bildeten. Rach der Vernichtung des deutschen Arl-eitersports standen die Oasterrei- chcr wiederum. ohne Tachorganisat on da. So entschlossen sich nun die Vertreter der beiden Kreis«, einen selbständigen Arbeiter-Turn- und Sportbund zu schassen..Ter 17. Turnkreis hat seine Zustim- mnng bereits gegctben und der 18. Kreis trifft am Sonntag, den 15. d., seine Entscheidung. Acht Tage -pater findet bereits der erste Bundestag des neuen Arbeiter Turn- und SporbbundeS in Oesterreich statt. Die Statuten sind bereits genehmigt. Als Delegierte zum Buirdcslag fungieren die Vertreter der beiden Kreise. Vorher findet noch«Ine Tagung der Techniker statt. Dem neucn Verband tvevden rund 15.000 Turner und Turnerinnen angehören. Der Frauenausschutz der TAD3 dessen Führung nunmehr k-Zenossin Marie Jechovs (Prag), Turmvarttn des tschechischen Arbciterturn- verbandcS(TTJ6.), ül>«r>w>nmcn hat, hat an all« Perbäitde einen 2l u f r u f zu intensiver Arbeit geschickt. indem vor allem auch dankbar der früheren reichSdcutschcn M tavboiterinnen gedacht wird. Ti« sportliche und turnerlsch«'Arbeit für die Frauen soll in der nächsten Zeit in allen Verbänden stark aus« grbaut und ein dichtes Netz internationaler Verbindungen hergestcllt werden. Große Angst vor den so« A-beitersPorl» lern in Deutschland. Die Nazis gehen jetzt daran, die vielen Tausenden Avbcilersportlcr wieder dem Sport zuzuführen. Sie tun cS ans ihr« Art und knüp'cn an die dlufnahm« ichinerc Bedingungen. Ta wird enstenS d'e 2bbgabe einer eidesstattlichen Erklärung verlangt, daß kein« Beziehungen zu„marxistischen" Organisationen vorhanden sind: zweiten; fordert man die Beibringung eines polizeilichen F ü h r u n g ü;« u g n i kse s und dritten! drittens müssen zwei Bürgen gestellt werden, die aber nicht aus einem„marr'ftischen" Vereine stammen dürfen. BiSber anfgenommene Arbeiter- sportler haben die'« Bedingungen sogar noch nachträglich zu erfüllen. Mit der großen deutschen Botks- ge-ncinschaft scheint cs also nicht wett her zu sein, deShalib werden die'e schweren Bedingungen gestellt. In Sachsen entscheidet außerdem der Nazikreisleiter, ob die Ilusnahme erfolgen kann oder nicht. Der„Borturner", der früher vom relchsdeuischrn Arbeiter.Turn- und Dportbnnd heransgegeben wurde, wird ab Jänner 1981 ini Auftrag der Schweizer, k'chechoslowaki-chen und öslervcichischen Turner wieder erscheinen. Verbot der Schntzformationen in Lettland. Ti« Regierung Lettlands hat nun«in Gesetz erlassen, wonach bei politischen Organisationen in Zukunft keine Spart- nnd T ch u tz s o r m a t i o» neu bestehen dürfen. Mitgliedern politischer Or- aan'sationen ist das Tagen von Uniformen verboten nnd das von Abzeichen ist nur mit be-ondc« rer ErliubniS des JtincnmiuifteriumS gestattet.— DaS Verbot rsth'tek sich in erster Linie gegen den Hirbeiier-Spor». und Schutzbund. Literatur Die neu« Weltbühne(Prag 1), Nummer 11, ist iocben erschienen nnd bringt u. a. folgende'33«'- lräg«: Willi Schlamm: Die Heldischen und der He.ld.— Ein Berliner Bakteriologe: Organisierte Bazillenprodukt'on.— Stanley Baldwin: Vor der Aufrüstung Europas.— Franz Nauendorf f: Deutsche geheim« Staatspolizei.— Heinz Pol. Tas kapitalistische Manifest.— Fritz Dewitz: Zoologische Geschichtsauffassting. Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag 11., Prikopy, Palais Koruna. 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