13. Jahrgang. Donnerstag, 26. Oktober 1033 Nr. 251. den Feinden der Demokratie Wuchtige Anklage des Genossen Nießner gegen den Hitlerfascismus und seine deutschbürgerlichen Helfershelfer HerrNilgenreiner demaskiert sich! Prag, 25. Oktober. Im Senat entspann sich heute im Lause der Debatte über das Parteiengesetz eine scharfe Auseinandersetzung zwischen unseren Genossen, als deren Redner Genosse Niehner wirksam in Erscheinung trat, und den deutschen Klerikalen, deren Parteivorsitzender Hilgenreiner in einer Rede, bei der ihm sein altes deutschnationales Temperament durchging, die vorsichtig lavierende Politik, die diese Partei notgedrungen in den letzten Monaten einschiagen muhte, sehr gründlich und restlos desavouierte. Der gemähigtr Flügel der Klerikalen»m Mayr-Harting wird Wohl alles eher denn eine Freude über diesen Parteivorsitzendrn haben, der sich auch heute noch ebenso unentwegt wie in den ersten Zeiten des HitlersiegeSS, da die Deutschbllrgerlichen den„frischen Wind" au« Deutschland in vollen Atemzügen einsogen, zum Berteidigrr Hitlerdeutschiand« gegen jedwede Angriffe von sozialistischer Sette auswars, die ungezählten Mordtaten de« braunen Regime« al« bloßer„Radikalismus" zu tarnen f uchte und im übrigen alle Schuld auf die Frie» denSverträge und darauf schob, dah man Deutschland nicht die Gleichberechtigung sd. h. wohl di« Möglichkeit zu unbeschrankten Rüstungen!) gewähre. Wozu hat sich die„Deutsche Presse" spät genug zu einer wenigstens etwas objektiveren Betrachtung der reichsdeutschen Verhältnisse a nsaeschwungen, wozu hat die klerikale Partei in der letzten Zeit in Loyalität gemacht und mühselig Kundgebungen nach dieser Richtung für Parlament und Senat züsammengestoppelt, wenn heute dem Herrn Parteivorsitzenden sein Temperament durchgeht und er alle die staat« politische Klugheit und Zurückhaltung neuester Prägung Lügen straft? Die Rede de« Genossen Niehner war allerdings auch darnach angetan, den Herrn Hilgenreiner so zu reizen, dah er seine kühle Besinnung verlor und loslegte wie anno dazumal, al« der Hitlerwahn am höchsten stand und rS noch keinen Gesetzentwurf über Parteienauflösungen gab. Unbarmherzig zupackend, geihelte Niehner das Schandregime in Deutschland und die unselig« Politik unseres deutschen Bürger tnmS, das in gewissen Zeitabständen immer und immerwieder einen völligen Trümmerhaufen zurückläht, dessen mühsame Ausräumung eS dann gern anderen überlassen möchte. Genosse Niehner, der einen ungewöhnlich großen Zuhörerkreis um sich sammelte und allmählich sogar die zwischenrusenden Kommunisten dazu brachte, das Randalieren zu lassen und aufmerksam zuzuhören, führte u. a. auS: Wir werden für den vorliegenden GesetzenNvnrs stinnnen nicht nur aus Koalitlonsdiszi- p l i n, wir werden für ihn stimmen, nichi weil uns Begeisterung erfüllt für irgendwelche polizeiliche Diaßnahmen oder weil uns kleinliche Rachsucht lcnki, sondern deshalb, well wir«ine Situation vor uns sehen, bei der wir erkennen, dah kein anderer Weg essen bleibt, und weil wir der Auffassung sind, dah eine sentimentale Schwäche in diesem entscheidungsvollen Augenblick« ein Fehler wäre, der vielleicht nie wieder gutzumachen ist. Wir werden auch deshalb fn'ir die Vorlage st mimen, weil wir in ihr einen Aki der Notwehr sehen und well wir das Recht des Staates, der der am weitosten nach Osten vorgeschobene Posten der Temokratie ist, in vollem Mähe anerkennen, sich zu wehren. Ich brauch« nicht zn sagen, dah wir uns eine Demokratie noch vollkommener und gerechter vorstellen können, al« e» die geltende ist.?Iber ich zögere nicht anznerlennrn, dah die Demokratie diese« Staates gegenüber den Zuständen, wie sic der FaseiSmuS zeigt, ein Hort der Freiheit ist, ein Bollwerk der Zivilisation, ein Eckpfeiler gegen die Barbarei, und dah tvir diese Demokratie für wert und würdig erachten, sich hinter sie zu stellen, sie auSzubaurn nnd sie auch zu verteidigen. ES ist sicher«in u n g« w ö h n l i ch e s tzie'etz, das zur Verhandlung sieht, da es di« Aberkennung von Mandaten der durch das allgemc'ne Stimmrecht gewählten Volksvertreter ermöglicht Dar ist ein Vorgang, der in einer reinen. Demokratie ausgeschlossen ist. Aber leider sind die Zustände lilcht durch un'ere Schuld und nicht durch die Schuld der Demokratie solche geworden, dah eben die Erhaltung dieser reinen Demokratie leider— wir bedauern das am meisten— unmöglich geworden ist. Wollten wir diese unbedingt« Freiheit ausrecht erhalt«n, so würde das bedeuten, dah der Staat und di« Demokratie die Absicht haben, Selbst, mord zu begehen. Temokratie und Parlamentarismus sind wie ledes Meuschenwerk nicht vollkommen. Aber das RegierungSsyslcm, welch«» dlc Demokratie und den Parlamentarismus ersetzen könnte, das gerechter oder vollkommceier wäre, ist noch nicht gefunden. Der Grundgedanke der Demokrati« ist, dah auch der Stumme r«d«n kann, dah auch der Gedrückteste, Niedrigste und Letzt« seine Stimm« in die Wagschale wersen, dah er seinen Willen zum Ausdruck bringen kann. Unter dem Fascls- muS ist das vollständig ausgeschloffen. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein, er braucht auch die Lust der Freiheit zum Atmen und gerade di« verweigert ihm der FaseiSmuS, während sie ihm di« Demokratie gibt. So ist denn der FaseiSmuS am allerwenigsten ein Ersatz slir Parlamentarismus und Demokratie! Ua, im Versprechen ist der FaseiSmuS ungeheuer, verantwortungslos groh. Er verspricht allen und allem, aber noch nie und nirgends hat er«ine gerechtere Verteilung der Güter durchgeführt, noch nie Hot er jemandem rin gröberes Stück Brot geschaffen, noch nie nnd n i m m«r hat er bessere Erlstenzbedingun- gen geboten anher für die Bonzen, die sich aus Grund ihrer Macht fette Pfründen zugeschanzt haben. . Ich weih, es gibt auch unter der Demokratie in den rerschiedeneu Staaten üble Erscheinungen und Korruption Aber immer isl die öffentliche Kritik ein Re i n i g u ng s i a k t o r; beim Fascismus ist das a n üge Ich l os se n. Es sehli jede Möglichkeit einer Kontrolle cdcr Kritik, sedc Möglichkeit, diesem Krebsgesckpvür der Korruption irgendwie Einhalt zu tun. Vie ielnWh’enden uebcrdcmoKraten Es werden Entwände gegen das Gesetz erhoben, aber von ivelckier Seite? Bon denen, welch« die demokratischen Freiheiten zur zügellosen Der- h c tz u u g und verantwortungslosesten Vergiftung der durch di« Krise erschütterten und verwirrten Pollsmasjeq ausimtzeo. Aber wenn sie ans Grund ihrer verlogenen zügellosen Agitation die Macht gewinnen würden, würden sie keinen Augenblick zögern, kalten Blute« dies« selb« Demokrat.«» aus die sie sich berufen, abzuschkachten! tZnstiminung.) Ander« sprechen davon, daß das Gesetz undemokratisch ist. Das sind jene, die mit dem Fascismu« kokettierten, so lang««S nur möglich war, und die durch ihre zwiespältig« Haltung erst recht dl« Ausbreitung de» Hokenkreuzsascismu« ermöglicht hab«n. Ich will ganz offen sprechen: Ich meine damit gewisse ibiirgerliü;« Parteien, die lange Zell, berauscht von Hitlerdeutschiand,. nicht gewußt haben, ob sie Männchen oder Weibchen sind, und die, begeistert von den sogenannten Großtaten Hitlers, sich über den„frischen Wind" freuten, der von Deutschland zu uns herüber wehe Wir brauchen keine Belehrungen, wir haben et nicht notwendig, unsere Haltung, lsie ganz eindeutig ist» zu verteidigen, am allerwenigsten von jenen Herren, die zwischen Liebedienerei vor dem FaseiSmuS und loyalster Ergebenheit vor den tschechischen Machthabern hin und her schwanken! Diesen-Herren sagen wir: Sie haben immer de» Fascismus als etwas Nachahmenswertes empfunden! Run, da haben sie e i tt Stück Diktatur in diesem Gesetz! Allerdings ist es nicht die Diktatur einer Minderheit, wie sie der Fascismus erstrebt, es ist die Diktatur einer Mehrheit, die sich mit diesem Mittel erwehrt. Wundern Sie sich nicht, daß diese Demokratie nicht wartet, bis ihr d«r Kragen umgedreht wird! Di« Demokrati« kann nur für jenen gelten, der die Grundregeln der Demokratie auch achtet und respek- tirt, die darin besteht, daß er,- wenn sich die Mehrheitsverhältnisse ändern, dann entsprechend dem Bolkswillen wieder abtrltt. Aber das sälll dem Fascismus nicht im entferntesten ein. Er bedient sich der demokratischen Freiheiten, wenn er aber die Macht erlangt hat, ist das erste, was er tut, daß er Parlamentarismus und BolkSrcchtc kassiert, um eine spätere Korrektur des VolkswillcnS au szuschließ«n. Wer die Demokratie so versteht, der hat kein Recht, im Namen der Demokratie zu sprechen! Wenn ich mit jemandem diskutiere und ich weiß, daß er nur daraus lauert, mir daü Messer in den Leib zu stoßen, dann werd« ich mich mit allen Mitteln wehren und ihm gn die Gurgel fahren, aber nicht mit ihm mich auseinander- zusetzen versuchen! Der Drill Dir den Krieg Es kann niemand leugnen, daß die Republik du"ch die inner- und außenpolitischen Verhältnisse in eine Lage gekommen ist, die dieser gleicht. Jenseits tzer Grenzen dieses Staates haben wir einen Nachbarn erhalten, dessen Repräsentanten wohl von Friedensbeteuerungen überfließen. Aber wo ist der Kindskops, der diese Beteuerungen c r n st nimmt? Sic sind eben so glaubhaft, wie die Loyalitätskuiidgebungcn der -Herren Fu n g und K r e b s und sic haben nur den Zweck, Zeit zu gewinnen für Rüstungen. die im vollen Umfange vor sich gehen. Und vor allem wird alles auf den sogenannten Heroismus gedrillt, auf den K r i c g S f a n a- ti Sinus, die K v i eg s be ge i st« r u ng, auf Haßvorbereitungen. Tie Stimmung für den nächsten Krieg wird schon den Kindern cin- geimpft. Man träumt dort v»u einem Großdeutsch- land, daS mit dem Schwert gezimmert werden soll. jSKluh aus Seite 2) Hysteriker und Historiker Hitler Wenn der Ob« rosaf Hitler den Mund auftut,.dann ist er überzeugt, das; jedes seiner Worte zehn Pfund wiegt. Dabei vertragen seine schriftlichen Auslassungen ebenso wenig ernsthafte Kritik wie seine Reden. Wer dazu verurteilt wird, seinen Schniökcr„Mein Kampf" zu lesen, der ist zunächst entsetzt über die greuliche Form, dann aber noch mehr über de>l Unsinn, der da verzapft wird. Die Zahl der bedauernswerten Menschen, die das Pech gehabt haben, eine Red« Hitlers int Radio zu hören, ist natürlich viel gröszcr. als die Zahl seiner freiwilligen und gezwungenen Leser. Run hat man vielfach angenommen, dah dieser Mussolini-Kopist als Redner etwas ganz Unerhörtes, sozusagen muh niemals Dagcwesc- nes ist, dah er es verstehe, ja dah es ihm ein Leichtes sei, seine Zuhörer milzurcihcn nnd in die Stimmung zu versetzen, die er gerade habeil will. Hitler ist aber nicht einmal ein guter Redner, er ist nur ein hysterischer Schmieren» pathctiker. Es fehlt ihm, was geradezu erstaunlich ist bei seiner nunmehr seit 15 Zähren bekundeten Redseligkeit, selbst die primitivste Technik, über die jeder Halbwegs gute Redner verfügt. Er überschreit sich sehr schnell, er versteht nicht mit der Stimme hanszuhalten, so dah er binnen kürzester Frist heiser ist und dann für feiner empfindende und kritischer urteilende Hörer mehr als peinlich wirkt. Was jeder Redner, Sänger und Schauspieler weih, ist Herrn Hitler unbekannt: er bildet den Ton nicht in der Mundhöhle, er gurgelt seine jc- tveiligc Ueberzeugnng in den tiefsten Brusttönen heraus, bis er am Ende seiner hysterischen Pathetik ist. Das dauert niemals lange, wie wir annehmeu dürfe«, denn noch kein Mal haben wir den stirnlockigen Freund des Hauptmanns Röhm am Radio genossen, ohne daß er nach sehr kurzer Zeit ein heiseres Hie- kreisch von sich gegeben hätte. Aber Was er alles herausschreit! 15 Jahre lang hat er gcschriecn, dah Deutschland 1918 durch den„Dolchstoß von hinten" erlegen sei; dah die„Novembcrverbrechcr" das deutsche Volk in Elend und Not gebracht hätten; dah„besoldete Landesverräter" am Werke gctvcsen seien! Ja, er unterstrich diese erlogenen Deklamationen immer mehr, um seine sogenannte Politik überhaupt rechtfertigen zu können. Am 2-1. Oktober hat er nun in Berlin seinen Wahlkampf begonnen— gegen gc- kncbelic, gefesselte, eingespcrrte, schon ermordete oder mit dem Konzentrationslager oder der Ermordung noch bedrohte Wähler. In dieser ersten Wahlrede hat er zu unserer großen Ucbcrraschung gesagt, das deutsche Volk habe damals(nämlich 19l8-l!>)„die Waffen gesteckt im Vertrauen auf die von den Gegnern gegebenen Zusicherungen und in einem Augenblick, wo außerdem die Gefahr bestand, dah ganz Europa unter die Herrschaft des Bolschewismus komme." Za, wir fassen»ns an den Kopf—! Das Volk hat im B c r l r a u c u die Waffen gestreckt? N i ch t gefällt von Verrat? Und der Bolschewismus hätte gedroht? Nun, so weit dieser sein Haupt bedrohlich erhob, haben ihn die„besoldeten Landesverräter" niedergehaltcn, niemand anders. Gälte cs ernstlich, den Bolschewismus nicdcrzuhalten, dann wäre nichts überflüssiger und nichts gefährlicher getvesen, als die ganze Hitler-Bewegung. Gelingt es nicht, den Nazirummel innerhalb absehbarer Zeit zu erledigen und einen zeitgemäßen wirklichen Sozialismus auf demokratischer Basis cinzufuhren, läßt man diesen Rummel sich entwickeln, bis das verzweifelte Volt ihn von innen her nicderschlägt, dann ist der Bolschewismus gewiß. Wir wollen hier den viel angewandten Vergleich mit dem Uhrpendel nicht wiederholen. Noch ein Glanzslück hat Hitler sich geleistet; er beschwerte sich über den Sadismus Sette S Donnerstag, 26. Oktober 1988 Nr. 281 28. Oktober lZtsstskeiertsg) erscheint unser Blatt in erweitertem Umlang. Diese Nummer wird, da die Ausgabe der Zeitungen am Sonntag, den 29. entfällt drei Tage ■ aulliegen. W Anzeigen für das Hauplblatt El der Feiertagsnummer werden bis »3 Freitag, den 27., vormittags «W angenommen. der ehemaligen Feinde, die Deutjchland besiegt haben; diese Feinde hätten einen Frieden erzwungen ohne Rücksicht auf die primitivst« Vernunft:„Wie kaitn man den Geschlagenen unterdrücken nnd quälen, wie kann man ihn um jede Ehre bringen, wie kann nian ihn sest- nageln für alle Zeiten als den Schuldigen?" Jedes Wort, das dieser Demagoge den ehemaligen Ententestaaten als eine Anklage entgcgenschleudert trifft mit der verzehnfachten Kraft ihn selb st. Nehmen wir an, daß das deutsche Volk nicht verraten»rnd verkauft wor- dcn wäre wegen dem Gute Neudeck, wegen der Osthilse, tvegcn der Jndustriemillionen— nehmen wir au, daß es i m p. o l i t i s ch e u Kampfe besiegt worden wäre. Quält, martert tind mordet eS der Wabusiun und die Angst der„Sieger" nicht Tag für Tag? Sucht er, der Hitler, den Vertrauensmännern des verratenen Volkes nicht immer wieder die Ehre abzuschnciden, sie fcstzunagcln als die Schuldigen an Deutschlands Elend? Was er dann in der gleichen Rede an positivem historischem Wissen produzierte, wird die Gegner jenseits der hakenkreuzlerischen Grenzen teils heiter, teils zornig stimmen: „1870 konnte nicnrand an der Schuld zweifeln tind auch nicht, wer der Sieger tvar." Schuld war der Sieger am Ausbruch des Krieges. Kein anderer als Bismarck selbst hat erklärt, daß es ohne ihn drei Kriege nicht gegeben hätte! Weder 1864, noch 1866, noch 1870! Bismarck, der nach Ansicht der Nazi zwar nur ein Stümper war im Vergleich mit Hitler, hatte es verstanden, die Franzosen zur Kriegserklärung zu zwingen, waren deshalb die Franzosen die Schuldigen? Herr Hitler schloß seine Rede mit dem feierlichen Schwur, daß er lieber sterben werde, als einen Vertrag der Ehrlosigkeit zu unterschreiben. Wir kennen Beispiele dafür, daß solche Versicherungen e r n st genommen worden sind. Wir wissen aber auch, daß Hitler 1923 sein Ehrenwort feierlich verpfändete und daß er es b r a ch. Wir wissen auch, daß er einige Tage später erklärte: wir werden morgen eine nationale Regierung haben oder ich bin tot! Wir bekamen glücklichertveise eine nationale Regierung im Sinne Hitlers tt i ch t i«nd Herr Hitler lebt heute noch! Er wird auch jetzt— weiterleben! Robert Böhmer. Lind unsere Deutsch bürgerlichen 1 gleichgeschaltet? (Schluß von Seite 1) Und wie ist eS im Innern bestellt? Mau gehr In di« Grenzgebiet« hinan». Man hat dort den Eindruck gewonnen, al» wären diese deutschen Gebiete schon völlig gleichgeschaltet. Dort hat da» Hnnnentum der Brannen in einer Art und Weise sich breit gemacht, daß man deutlich sehen tonnte, daß«» Morgenlust witterte und den Augenblick herbeisehnt«, wo eü zur lat übergehen kann. Alle« die» hat eine bedrohliche Lage geschaffen für die Demokratie, in der wir leben, und e« ist ein einfache» Gebot der Teibsterhaltung, in diese» Wespennest hineiuzugreisen!(Starker Beifall.) Es ist für die dculscltbürgcrlichc Seele sicher etwa» Berlockenve», wenn sie sieht, wie dort drüben in Deutschland heut« unter dem Fas. eiSinuS die Arbeiter geknebelt, mundtot, wehr- l o s gemacht werden, wie über die Sozialpolitik und die Wirtschaft die sperren Thyssen, die großen Stahl- und Grubrnmagnaten als Diktatoren eiugesetzt werde», und daß alle» dies sich dort ziemlich risikolos für die besitzenden Klassen vollzogen hat. Aber dennoch sollte unser deutsches Bürgertum und auch das Bürgertum der a»dc- ren Rationen darüber etwas Nachdenken und i n die Zukunft schauen. Man sollte abwarten, wie dieses Experiment einmal ablausen, welche» Ende der FaseiSmus finden wird! Wer die friedlich« Entwicklung des Stimmzettels mißachtet, der sollte sich nicht wundern, wen» einmal di« Explosion«intritt. Wohin Ist denn Deutschland in diesen wenigen Monaten der Hltlerherrsihalt gekommen? Seine wirtschaftliche Lage hat sich nicht gehoben; dafür herrscht dort heute eine Clique, die ein Regime aufgebaut hat, das nur noch mit einer asiatischen Des Poti« verglichen werden kann. An Stelle der Rcchtszustände ist ein« Willkür getreten, die nicht nur an da» Mittelalter erinnert, die zurückrcicht bis in den Teutoburger Wald. Deutschland war nahe daran, noch der Katastrophe des Krieges als vollwertiges, gleichberechtigtes Mitglied in die Völkerfamilie auf- genommen zu werden. Das alles hat mit einem Schlage der HitleriSmus zerstört. Und es ist nicht zu viel gesagt, wenn man behauptet, daß Deutschland durch die Errichtung der Hitlerherrschaft den Krieg zum z w e i t e n m a l verloren hat. Die wird die Zukunft sein? Wehe Deutschland und seinen Henkern, wenn sich wieder einmal das Blatt wendet, wenn die Weltgeschichte wiederum einen Schritt weitergchen und wenn die Vergeltung für die Taten von Hitlers loSgelossencn Satanen kommen wird! All die» zusammengefaßt: Sind diese Zustände wirklich so anziehend, daß st« jemand«», der stch al» Kulturmensch bezeichnen läßt, zur Begeisterung stimmen könnrn? An die Adresse der• Klerikalen: lieber Deutschland kann man heule ein Wort Wilhelms II. variieren: Ich kenne kein« Parteien, ich kenne nur Sklaven. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb finden wir bei unserem Bürgertum eine besondere Vorliebe für das Hakenkreuz. Sie spricht auch bis zu«inem Teile aus der ErtlärW^, welche die deutschbürger- lichc Opposition inAÄbgeordnetenhausc abgegeben hat. Wohl wird v^rin versichert, daß die Herren überzeugte Demokraduz^stntz...Iber das ist billig. Da» sagten auch Jungukid"KrebS, da» sagen alle, Insbesondere seitdem e» brenzlich geworden ist. Heut« genügen nicht Worte; in der Situation, in: der wir uns befinden, muß dieser demokratische Geist durch die Tat bewiesen werden. Und die Erklärung, di« Herr K r u m p e im Abgeorduelcnhause abgegeben hat, beweist nicht diese Tal. Es heißt darin, daß das Gesetz angeblich angewandter FaseiSmus ist, und es wird darin von einer„Nichtachtung des BolkSwillcnS" gesprochen. Wie besorgt man ist. Ja, wir fragen: Seit wann haben denn die Herren deutschen Christlichsozialen einen solchen Abscheu vor der Mißachtung de» Volkswillens? Wir wissen, das kirchliche höchst« Oberhaupt hat seinen Frieden mit dem Fascis- muS geschlossen, die katholische Partei in Deutschland hat sich freiwillig gleichgeschaltet mit dem FaseiSmus. Wohl stammt zeitweilig bei unseren! deutschen Christlichsozialen di« Entrüstung über> gewisse Taten drüben im Hitlcrrcich ans, aber immer nur dann, tvenn es sich um Mißhandlungen von Katholiken handelt. Wen» nur Arbeiter und Juden die Opsrr wären, dann würde der Mantel der christlichen Nächstenliebe darüber gebreitet werden!(Zustimmung.) Nnd wie ist eS dort, wo die Christlichsozialen an der Macht sind, wie in Oesterreich? Dort hat die christlichsogiale Partei kaum 20 Prozent der Bevölkerung hinter sich und doch herrscht sie absolut. Sie konfisziert und unterdrückt Zeitungen, erlaßt Notverordnnnngen, si« hat das Parlament seit einem Jahr ansgeschaltet und spielt mit dem Gedanken das Staats st reiches. Einer Partei, die solches übt und solches gutheißt, der steht keine Legitimation zu, zu Aeücht zu sitzen darüber, wenn sich die Demokratie ihrer Haut wehrt! Der TrOmmeriianfcD deutsdiblirgerllclicr Politik Die Herren Sudetc»deutschen— darunter verstehe ich die deudschbürgerlichen Parteien— stehen jetzt ratlos und verzweifelt da ob der K a t a st r o p h e, di« über sie herelngcibrochen ist. Merkwürdigerweise ist eS nicht nur eine Katastrophe des Hakenkrcuzfascismus bei uns, sondern auch daS deutsche Bürgertum fühlt sich schiver betroffen und ist verrvirrt. Nicht ohne Schuld. Warum hat die deutschbürgrrliche Politik Schiffbruch erlitten und warum hat sie im Laufe der Jahrzehnte immer wieder mit einer Katastrophe wie der gegenwärtige» enden müsien? Deshalb, weil das dentsch« Bürgertum nieniass verstanden Hot, wirklich« Politik zu mache», weil e» immer beschränkt, verstiegen, kurzsichtig war. (Zwischenrufe deS LandbündlerS Stöhr.) Einen sehr treffenden Spiegel der deutschbürgerlichen Politik hat unser gewesener Kollege-besser vorgehalte», der gesagt hat, daß die Deutschen immer zu spät mit der Entwicklung kommen, daß sie niemals die Wirklichkeit sehen, daß sic immer in irgendwelchen(Illusionen schwelgen Denken Sie doch darüber nach: von Schönerer über Franko St«In zu Karl Hermann Wolf und bis zu llung und Schollich. So viele Namen, so viele Katastrophe», so viel« Mißerfolge. Immer ist d e drulschbiirgerliche Politik verdutzt vor einem Trümmerhaufen gestanden wie jetzt und eigentlich müßten die Herren dankbar dafür sein, daß ihnen ftlelegenheit geboten ist» jetzt ein neues und bestere» Leben zu beginnen! ES fehlt nicht an freundlichen Verwarnungen an uns, littem man sagt, da» Gesetz könnte sich auch einmal gegen uns kehren. Kommt einmal der FaseiSmus oder ein« Abart desselben, dann braucht er nicht erst dieses. Gesetz, um gegen die Arbeiterklasse vorzugehen! Vorläufig ist aber dir Lag« derarl, daß wir In einem Notzustand sind, daß nicht länger zugesehen und geduldig abgetvartet werden kann, wie die deutsche Bevölkerung mit dem Lügengist de» Nationalsozialismus verseucht und vergiftet wird! Die Tschechoslowakei feiert Heuer die- Feier ihres 15jährigen Bestandes. Daß dieser Staat voc Erschütterungen bewahrt geblieben ist, hat er nicht zum unwesentlichsten Teile dem Umstande zu verdanken, daß dieser Staat gerade den Weg der gehaßten und beschimpsten westlichen Demokratie gegangen ist und daß dieser Staat das große Glück gehabt hat, daß an seine Spitze ein Mann wie M a s a r y k gestellt wurde. Wir sind un» besten bewußt, daß in diesem Staate noch manche» unvollständig und beste- rungSbcdiirstig ist, daß heute noch nicht alle sagen können, daß dieser Staat«in gastliches Dach für alle ist. Aber daran zu bauen, liegt im Jntereste aller, und c» kann dir» nur geschehen, wenn der Staat die Wege der Demokratie weiter wandert und nicht abgeht davon!(Starker, langanhallen- Beisall.) Och* AlS einer der ersten Tcbattercdncr hatte S I o!- berg(Christlichsoz.) eine vorsichtige Erklärung abgegeben, in der er das Recht des Staates, in anßer- ordentlichen Zeiten außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen, anerkennt, wenn auch unter alten möglichen Bedenken und Einschränkungen. Für den Bund dcr Landwirte gab L u l j ch eine Erklärung ab, in dcr er di« Schwierigkeiten der Draalsführung in dcr gegenwärtigen Situation anerkannte und dcr llcbcrzcugung Ausdruck gab, daß das fudctendcntfchc Volk in seiner Gesamtheit keinen Augenblick gewillt sei, gewissenlosen Elementen za folgen und dem Staat, den es als seine Heimat anerkenne, in den Rücken zu fallen. Seine Partei stimmt f ü r das Gesetz, weil sie zeigen will, daß ne für den Schutz dcr Demokratie ist. Rach einigen kommunistischen Rednern lam Genoss« Nießner zu Wort, durch dessen Ans sührnngcn sich merkwürdigerweise auch der Land- bündler Stöhr so getroffen suhlte, daß er seine zunächst vereinzelten Aeußerungcn des llnmnts bis zu direkten Exzessen flcigcrkc. Kurz nach Nießner meldete sich Hilgenreiner zu Wort, um diesem zu entgegnen. J-n den schärfsten Worten greift er Nießner an, weil er.Beschimpfungen" gegen das Deutsch« Reich«de».Herrn-Httler!) und des sude:o» gesagt!« Hilgenreiner will sich dann an di« tschechischen Parteien, sogar an di« lsch»chischen Genossen, anbiedern, indem er sie versichert, daß sic in dieser Beziehung„viel taktvoller" seien,' stößt dabe» aber auf eine scharfe Abfuhr, namcnklich als er k.» Mordtaten dcr Hitlerpnischislrn, auf di« ihn der j tschechi-sche Genosse Tr. Will in erregte» Zwischen- 83 Lilith und der Komet B Ein abenteuerliches, modernes Märchen von Kurt D ob er er Als er ganz bequem lag, befahl er seinein Körper, einzttschlasen. Befehl ist Befehl.— Aber sein Hirn war heute noch zu besonderen Spaziergängen geneigt. Immer wieder ertappte er sich, wie er die Radio-Anlage Schraube um Schraube überprüfte. Du sollst fetzt schlafen! sagte er sich. Dabei dachte er aber: War dcr-Hebel drei wirklich nach rechts eingelegt? Hatte er zuvor nicht au? Kurzschluß geschaltet? War er so stehen ge. blieben? Warum war der Stromspeicher so schnell z>l Ende? Er versucht«, sich den kleinen blauen Hebel plastisch vorzustellen:— Ta war die dicke grüne Spule— und über der rot-schwarzen Skala rechts, da war der Hebel. War er vielleicht nach links gestanden? Rechts tvar die Wellenikala. Da hinüber war er nicht gelegen. Also mußte er doch nach links— Dick war nun fast sicher, daß der blaue Hebel nach links eingelegt war. Dadurch bekam di« Antenne ntir den Bruchteil der Energie. Ta konnte freilich nicht— da lag einfach der Feßler. Der kleine blau« Hebel war nach links eingestellt. «I» war sehr zufrieden mit sich, daß er den Störungsknack gefunden hatte. Beruhigt drehte er sich auf die Seite nnd schlief ein. Es war hcst in der Kabine. Draußen tanzten schon die Sonnenlichter in den spiegelnden Wellen. Dick, der eben noch ganz fest geschlafen hatte, fuhr erschrocken aus. WaS war los? War Lilith da? Mit einigen Schritten konnte er sich überzeugen: Sie lag nicht aus ihrem Polster. Aber es war ja schon lange Tag Der Chronometer zeigte bereits acht Uhr. Sie machte sicher ihren Morgenspaziergang. Er war die letzten Tage so merkwürdig ncr» nös. Gestern diese lächerliche Angst am Hügel. Und dann war gar nichts geschehen! Jetzt war er wieder mit diesem dummen Alpdruck anfgefah- icn. Vielleicht lag ihm der Komet in den Gliedern. Tick dachte gar nicht an den kleinen blauen Hebel. Er stand am Fenster und starrte den Strand entlang. Als er Lilith endlich bei der Palmengruppe aus dem Gesträuch treten sah. atmete er erleichtert auf. Dick war mit sich unzufrieden. So konnte es nicht weitergehen. Er hatte es sich doch anders ausgemalt. wen» er mit Lilith allein in diesem Talkessel sei» würde. Aber es war auch seine eigene Schuld. Dies« romantische Idee mit der Landung tut Talkessel.— Oder war es doch das richtige aewete»? Hatte er nun Angst vor dem Kometen? Eigentlich wußte er nicht recht, was er wollte und WaS er nicht wollte. Oder war er ihr hörig, daß er nur ihre exzentrischen Einfälle durchführt«? Dick fühlte jeden Tag seiner Kraft unsicherer. So konnte er sic nur verlieren niemals gewinnen. Er mußte mit ihr zurück zum Ararat.— Mußte er cs? Nun gab er sich aber«tuen Psychischen Tritt »i den Hintern. Entschlossen wandte er sich dem Sendegerät zu. Sein erster Blick galt dem blauen Hebel. Der lag»ach rechts, lag allo doch richtig. Eigentlich hatte er das auch verdient. Aber vorläukig wollte er sich den lieben Schicksalsnor- nen noch n'cht mit Haut und Haar überlasten. Ein.Hebelgriff— und das Relais fiel schnappend ein. Ter Anlasser zog an und der Motor setzte Puffend ein. Dick gab ihm Gas. bis er heulden aus Touren ging. Nun legte Tick den Schalthebel ein. Summend und funkenknisternü gab der Dynamo seinen Strom in die Batterie. Die Zeiger an den Meßgeräten kletterten, bis sie wieder über dem roten Griff standeic. Der Sender hatte wieder die volle BetriebSstromstärke. Dick schaltete den Motor ab. Hinter ihm klirrte Kaffeegeschirr. Erstaunt dreht««r sich um. Lilith lächelte. Sie war zu- rückgekchrt. ohne daß er es durch den Motorlärm gehört hatte. Sie benahm sich, als hätte sie von irgendwoher sehr gute Nachrichten erhalten. Zum ersten Male tat si« so, als wäre sie hier im Flugzeuge auch zu Hause. Tampf zog in lustigen Schleifen aus dcr Teekanne. In dcr kleinen Base auf dem Ttahltisch standen ein paar von den großen roten Blüten aus den Hecken. Dick ivar zwar vorerst noch nicht geneigt, ihr« gute Laune ganz unvoreingenommen zu genießen, aber sie schien das gar nicht zu beinerkcu. Ihre Stimmung war im Gegenteil so glänzend, daß sic begann, vorsichtig bemessene Dosen gutmütigen Spottes über ihn auszugießeu. „Guten Morgen,-Herr Funker!" nickte sie ihm zu. Als sic den Zweifel aller Schattierungen nock) nicht aus Dicks Gesicht gewichen sah, lächelte sie etwas geheimnisvoll.„Tee gefällig? — Herr Tag- und Nachtfunker" meinte sie dann. Leise glaubte Dick sie zu verstehen. Sic hatte heute'Nacht seine vergeblichen Sendevcrsuchc mit angehört. Und nun kam wieder ihre Lieblingsidee. Aber Dick hatte verdammt wenig Lust, dieses LiebeSvabanque-Spiel mitzumachen. Ob er Angst vor ihrer Unberechenbarkeit oder Furcht vor dem Konieten hatte, das glaubte er in diesem Augenblick selber nicht entscheiden zu können. In der Stunde der Gefahr ihr und dem Kometen zugleich ausgeliefert zu sein, dazu glaubte er jetzt jedenfalls die Kraft nicht zu haben. Dabei war sie heute so— so nett. Sehr gerne hätte er ihr die-Hände geküßt. Sie gab ihm sogar ganz eigenniächtig ein Stück Zucker zu viel in den Tee. Es fiel ihm sehr schwer, aber er beschloß, ihre Hände jetzt nicht zu berühren. Er fürchtete, jetzt sehr leicht einen Schachzug zu verlieren. Zwischen ihm und ihr stand die Base mit den roten Blüten. Wenn sie diese Blüten in ihrem schwarzen-Haar hätte, dachte er sich, dann würde sie schöner sein als all« Mädchen in dcr Siidsce. Lilith schien feine Augen verstanden zu haben. Mit ihren feinen Fingerspitzen strich|tc über eine rote Blüte. „Diese hier sind sehr schön"— sagte sie—, „aber ich möchte lieber Seerosen. Die blauen Seerosen mit den leuchtend gelben Staubgefäßen. Du hast mich aus Babel geholt und blau« Seerosen gibt es nur hier in Neuguinea. Und ich möchte über den See hinüber fahren." Ob es die blauen Seerosen drüben über dem Inselchen gibt? dacht« er. Es wäre schön gewesen, zu träume». Aber er wollte, er durfte nicht hier sterben. Sie sollten beide leben! Vielleicht erriet sie seine Gedanken. Ihre Augen>vareu voll Angst.„Dick, auch du...!" Sie sagt« es resigniert. Ihre Hände jedoch schoben sich ihm über den Ttfch entgegen. „Nein!" sagte Dick mehr zu sich selbst.„Nein, ich muß den Fehler finden.— Ich kann nicht— du versteht doch— der Sender muß gehen." Lilith sprach sehr leise und sah Dick dabei nicht an.„Ich verstehe nun, aber Dick, ich wünsche es sehr, daß dein Sender nie mehr in Ordnung kommt." Nach einer kleinen Weile sagte sie es noch einmal?„Dick, ich möchte mit dir über den See fahren." Dick preßte die Häitde an di« Tischplatte. „Ich hoffe, das; ich bald den Fehler finde", sagte er. Langsam fügte er dann noch hinzu:„Schließlich. wenn wir kein Hilfsflugzeug vom Ararat bekommen, kann ich immer noch versuchen, diese schiver« Maschine auch wieder aus dem Teufelskessel zu bringen. Ich tvar ja auch toll genug, hercinzufliegen," (Fortsetzung jolgl.) Nr. 251 Donnerstag, 26. Oktober 1SS3 Zeit« 3 Ein Renegat Mästet Torgier zensuriertes Zwiegespräch zwischen Torgier und dem nauptzcugen Lokaltermin im Reichstag l J 1 i rufen fortwährend oitstnerkfam macht, als harmlosen f „RadikalisnntS" zu beschönigen versucht. Dr. Mtt ruft ihm zu: DaS sind kein« Radikale», das sind Mörder. Schämen Sie sich, so zu reden! Der Herr Parieivvrsitzende der Klerikalen verhaspelt dann immer mehr und stellt als Hauptgrund alle« Hebels hi», daß man Deutsch- laud nicht die Gleichberechtigung gewährt habe. (Gen. Dr. Witt: Dürfen die Leute dar- rum auch morden?) Als der Redner zu direkten Angriffen aus Nießner übergeht und seiner Rede„Uebertrcibnng, Berlcuntdung und Denunziantentum" vorwirft, ruft i hm Nießner zu: Sie sind ein g e m e i n e r Hitler- knccht! Unsere Genossen lassen sich die Tonart dieses klerikalen Kampshahnes nicht länger gefallen und so kommt cs des öfteren zu scharfen Wortgefechte» mit seinen Anhängern. Auch tschechische Genossen machen ihrer Empörung in lauten Zwischenrufen Luft. Inzwischen, weiß Hilgenreiner zum 15.! Jahrestag der Republik nichts anderes! zu sagen, als daß noch nie so viele politische| Häftlinge und Verbrecher im Kerker gesessen seien als jetzt.' Er en tvnkclt dann ein Maximal- Programm der deutschen Forderungen, zu dessen auch nur spurenhafter Verwirklichung di« Herrschaften selber, als sic noch in der Burgerblock rcgierung saßen,, keiire Krise kannten und sich nicht um Defizite int Budget kümmern mußten, solcher» im Uebcrsluß schwammen, kurz durch wirt, schriftliche Sorgen nicht im mindesten gehemmt waren, nicht dÄs geringste beigetragen haben. Jetzt aber mochte er alle Schuld den heutigen deutschen Regierungsparteien zu schieben! Unter großer Erregung dcü ganzen-Hauses beendet endlich Hilgenreiner seine Angriffe. Sonst wäre anL der Debatte nur noch das demütige Znkrcuzekriechen der Hlinkalcute her- vorzuhebeu, die durch ihren Sprecher H lt c f o den Vorfällen in R:tra sogar einen„positiven Ausklang für den Staat" geben tvollten und— ohne ein Wort von der Anionomic fallen zu' la>- sen— nun auf einmal für die tschechoslowakische Staatseinhrit schwärmten. Die Antwort, d'e ihnen S t o d o l a erteilte, war ziemlich ablehnend. Tic Vorlage wurde schließlich in beiden Lesungen angenommen. Die nächste Sitzung wirv erst schriftlich einbcrnfcn wcrven. Einstellung der„Bohemia" möglich.. Wie die„Prager Presse" meldet, hat das Obergericht in Prag der.Herausgcberschast der„Bohemia" Samstag seine Entscheidung über die letzten Kon- siSkationcn des Blattes zur Kenntnis gebracht, die Konfiskationen bestätigt und die Möglichkeit einer Einstellung des Blattes auf ein halbes Jahr ausgesprochen. Der böhmische LandeSausschuß bat in seiner Sitzung vom 25. Oktober u a. ii!l Gemeinde budgels erledigt nnd 187 Gemeinden.die Einhebung verschiedener Abgaben und Gebühren bewilligt. Er Hal dem Beschluss« der Zcntralvertrclung der Hauptstadt Prag, betreffend den Bau eines Schulgebäudes für eine Volksschule in Siarö Straö- uicc zugcstimmt. Er hat weiter dem Beschluß derselben Zcnlralvcrtrctitng, betreffend den Ankauf von lk.8.Hektar Grund vom Orden der Bencd'ktlner in Brevnov für Zwecke der elektrischen lliileriiehmim- gen zugestimmt, und nachträglich L a n d e s u n 1 c t« stütz» ngan an Provinz th«a te r in Böhmen tm Gesamtbeträge von 225.006 Ke angewiesen. Berlin, 25. Oktober. Der Oberreicköanwalt hat in der heutigen Sitzung die Hauptbelastungs- ! zeugen gegen Torglcr ausmarschieren lassen, deren ' Ausgabe cs ist, die von den Sachverständigen sestgestelltc Mittäterschaft anderer auf Torgler und Genossen abznwälzen. Für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Zeugen KarwahneS ist seine Zugehörigkeit zur NSDAP von Wichtigkeit, die das Mittel der Lüge und des Meineides als erlaubt betrachtet und die Tatsache, daß Karwahne früher der Kommunistischen Partei angehörte, also ein Renegat übelster Sorte ist. Es ist bemerkenswert, daß daü Wolss-Büro über die entscheidenden Fragen Torglers au Karwahne nicht berichtet, zondcrn die Oesfentlichkeit mit einem Torso der interessanten Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagte» und dem Zeugen abspeist. Dieser Karwahne weigert sich mit einer verdächtigen Beharrlichkeit, unangenehme Fragen zu beantworten und erst nach langem Komps entringt sich seinen Lippen ein„Nein" aus die Frage, ob er nach seinem Weggang ans der Kommunistischen Partei die bürgerlichen Blätter mit Material über die KPD versorgt habe. KarivahneS Verhallen rechtfertigt die Annahme, daß er vom Reichstagsbrand mehr weiß, als er im eigenen Jntresse und im Interesse seiner Auftraggeber zugestehen darf und deshalb Trcglcr an den Galgen bringen will. Es wäre nicht unwichtig, daß ihn das Gericht nach seinem Alibi für den Abend des 27. Feber fragt, denn noch immer ist der Name des geheimnisvollen Abgeordneten nicht bekannt, der den Reichstag nach Torgler verlassen hat. Es muß schließlich anerkannt werden, daß sich in der heutigen Sitzung Dr. Sack seines Klienten in nicht uugoschickter Weise annahm. Man wird nicht sehlgchen, wenn man annlmmt, daß er der Vertreter jener Interessengruppe innerhalb der NSDAP ist, die an der Belastung AoeringS interessiert ist, wahrend Karwahne zum Goering-KreiS gehört. Der andere Kronzeuge gibt an, sich des Zusammenseins Torglers mit Poposf mit Bestimmtheit zu erinnern, doch ist seine Aussage Uber Lnbbe durchaus unbestimmt. Durch die Aussage KarwahneS kann der Prozeß eine entscheidende Wendung gegen Torgler nehmen, er muß eS aber nicht. Es hängt ganz davon ab, welche der rivalisierenden Gruppen in der NSDAP in dieser Prozeßkomödie die Oberhand gewinnt. * Die heutig« Zeugcnvernehmuttg beginnt mit der Aussage des nationalsozialistischen ReichStagsabgc- ordneten Karwahne, der zusammen mit dem Reichst agSabgeordneten Frey-München und den: Landesbetriebszellenobmann K r o y e r aus Linz am Nachmittag des Brandtages im Reichstag eine Begegnung mit dem Abgeordneten Torgler hat«, der sich in Begleitung des Angeklagten van der Lübbe befunden habe. Ter Name van der Lubbe sei ihnen damals natürlich noch nicht bekannt gewesen. Torgler hätte, so bekundet der Zeuge, einen völlig anderen Eindruck als sonst gemacht. Er sah bleich aus und schreckte auch sofort zusammen, als er uns sah. Seine sonst zur Schau getragene Ruhe war vollkommen dahin. Später seien sie dem Abgeordneten Torgler, der mit einer anderen Person auf einer Lcderbank vor dem Hauahallsausschuß- saal faß, noch einmal begegnet. Um I oder halb 5 Uhr hätten sic, Karwahne, Frey und Kroycr de» Reichstag wieder verlassen. Karwahne hat Gefühle Der Zeuge Karwahne gibt weiter an, er und seine Begleiter wären beim Verlassen des Reichstags das Gefühl nicht losgeworden, daß irgetrd etwas nicht stimmte. Int kommunistischen Fraktionszimmer gingen viele Personen itmher, die eine gewisse Aufgeregtheit zur Schau trugen. Ban der Lubbe habe er nach dem Bilde, hauptsächlich am Gesicht, tviedercrkaunt. Den Typus Lübbes könne er nicht Vertvechseln, ob er ihn einmal oder zehnmal sehe. Angeklagter Van der Lubbe wird vor den Richtcrtisch gesührt. Der Zeuge erklärt auch heute, haß er mit aller Bestimmtheit Lubbx als denjenigen wieder- erkenne, den er damals ntit Torgler zusammen im Reichstag traf. Van der Lubbe wird gefragt, ob er den Zeugen kenne oder einmal gesehen habe. Litbbc verneint dies. Als nunmehr auch Angeklagter Torgler vor den Richtcrtisch geführt uitd neben Van der Lubbe accstllt wird, erklärt der Zeuge Karwahne mit aller Bestimuitheit, an der Richtigkeit seiner Aussagen bestehe gar kein Zweifel. Tic Frage des OdcrreichSanwaltcS, ob cs vielleicht Dr. Neubauer gewesen sei, der bei der zweiten Begegnung mit Torglcr auf dem Sofa saß, verneint der Zeuge. Er hätte Dr. Neubauer, der ihm seit Jahren gut bekannt sei, erkennen müssen. [In Renegat will nicht antworten Der Angeklagte Torglcr stellt an den Zeugen einige Fragen über etwa sieben Jahr« lang zurückliegende Vorgänge, die mit der frühcren Zug«Hörigkeit des Zeugen Karwahne zur k o m m u n i st i s ch e n Partei im Zusammenhang stehen. Ter Zeug« erklärt, er denke nicht daran, diese Frage zu beantworten. Auch der Oberrcichsanwalt erklärt di« Frag« als nicht zur Sach« gehörig. Zu Beginn der Nachmittogssitzuug teilte der Vorsitzende mit, der Senat habe aus Antrag Dr. Sacks beschloßen, die Fragen Torglers zuzulassen. Ter Angeklagt« Torgler wiederholt seine Fragen. (Ueber di« das Wolss-Büro nicht berichtet. Das Folgende iü deshalb nicht klar verständlich. D. R«d.) Karwahne bestätigt, daß er in Hannover zu der Umgebung von Katz gehörte; der Zeuge weigert sich aber, die anderen Fragen zu beantworten. Erst als der Vorsitzende diese Fragen aufnimmt, erklärt er: Wenn von Links- oder Ultra- linksgruppeu gesprochen wird, so handelt es sich um«in« Darstellung, die nur in den Köpfen einzelner kommunistischer Führer gespukt hat. Die politische Auseinandersetzung der kommunistischen Partei um 1925 ging nur darum, ob der deutsche Arbeiter länger in einer Bewegung bleiben solle, di« von der Jntentationale in Moskau bevormundet wurde.- Ob links oder rechts, das war nur ein dialektisches Ausweichen vor dieser Frage seitens der Leute, die unter dem direkten Befehl von Moskau standen. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob di« Gruppe Katz besonders radikal gewesen sei, verneint der Ztzuge. Daß Leute wir Kay an der Spitze der Gruppe standen, erkläre sich daraus, daß Kay als derjenige galt, der seit langem di« Beeinflussung durch Rußland ablehnte; als sich herausstelll«, daß Katz andere Absichten hatte, habe er das Feld räumen müssen. Zum Rus„LoS von Moskau" habe sich als zweiter Ruf gesellt:„LoS vom internationalen Jude n!" rin Renegat»eiert Material Aus die Frage TorglcrS, ob Karwahne 192» an den Sturm auf das kommunistisch« Parteihaus an führender Stelle beteiligt gewesen sei, erwiderte Kartvahne, er denke nicht daran, dies« Frag« zu beantworten, denn er wolle nicht deutsch« Menschen an die dritte Internationale ausliescrn. Tas müßte aber geschehen, wenn er wahrheitsgemäß unter seinem Eid aussagcn würde. Kartvahne weigert sich ferner, di« Frage Torglers zu beantworten» ob er 1025 nach seinem Ausschluß aus der kommunistischen Partei Material an bürgerliche Zeitungen geliefert hab«. Auch nach einem Hinweis des Vorsitzenden auf den Scnatübeschluß bleibt der Zeuge bei seiner Weigerung und protestiert energisch gegen seine„Vernehmung durch de« Angeklagten Torgler". Als ein Beisitzer bemerkt, er brauch« doch nur ja oder nein zn sagen, erklärt Kartvahne, er habe niemals für bürgerliche Zeitungen Artikel geschrieben; auch Material habe er nicht geliefert. r Der Angeklagte Torgler behauptet dann, daß cr bei der ersten Begegnung mit Karwahne im Reichstag am 27. Februar auf dem Sofa gesessen habe. Der Zeuge Karwahne erklärt diese Behauptung für absolut falsch. Erst bei der zweiten Begegnung habe Torgler aus dem Sofa geseffcn. »er zweite Kronzeuge der Anklage Als nächster Zeuge schildert der nationalsozia-' listische RrichStagSabgcordncte Frey-München die Begegnung mit Torgler im RcichStagSgebäude. Auch ihm sei die Verstörtheit TorglcrS ausgefallen. Seinen ersten Begleiter habe er nicht genau betrachtet, cv könne deshalb nicht mit Gewißheit behaupten, daß van der Lubbe der Mann war, der mit Torglcr vorbciging. Er habe aber den Eindruck eines Menschen gemacht, der nicht in den Reichstag hincingehörtc. Deshalb sei ihm auch der zweite ans dem Sofa sitzende Begleiter TorglerS ausgefallen, der ein glattes Gesicht und einen außcrordcnt- l i ch st c ch c n d c n Blick gehabt habe. Bei der Gegenüberstellung habe er ihn als P o p o f f wie- ! dcrerkannt. Der Vorsitzende hielt dem Zeugen vor, daß er bei seiner Vernehmung in der Nacht zum 28. Feber auf dem Polizeipräsidium van der Lubbe mit aller Bestimmtheit als den ersten Begleiter TorglcrS wieder erkannt habe. Der Zeuge gibt daS zu, erklärt aber, daß van der Lubbe bei einer späteren Gegenüberstellung aus ihn den Eindruck eines größeren Menschen als dem damaligen Begleiter von Torgler machte. ES war möglich, daß van der Lubbe bei der Begegnung mit Torgler mehr zusammengeduckt gegangen war, aber mit Bestimmtheit könne er nicht sagen, daß van der Lubbe der Begleiter Torglers gewesen sei. „Dies war Oer Mann“ Nunmehr wird der Angeklagte Popofs vor den Richtcrtisch gerufen. Ter Zeuge Frey beobachtet ihn scharf und sagt dann:„Das ist der Mann, der neben Torgler gesessen Hal!" Eine Berwechslungs- Möglichkeit hält der Zeuge sür ausgeschlossen, cs sei denn, daß Popoff einen Doppelgänger habe. Das Gericht beschließt, im Borraum des Haus- haltssaaleS einen Lokaltermin zur Rckoilstriiktion der von dem Zeugen bcobachtetcit wiederholten Begegnung abzuhaltcn. Lokaltermin Zu dem Lokaltermin aut Schluß der heutigen «itzung erfährt WTB noch, daß sowohl der Zeuge .Karwahne wie der Zeuge Frey ihre Aussage ans- rcchlerhalten. Kartvahne bleibt dabei, daß van der Litbbc derjenige war, der mit Torgler durch den Raum ging. Frey erkennt auch diesmal Popoff wieder und glaubt nicht an die Möglichkeit einer Verwcchslnng mit Dr. Neubauer. Nach dem Lokaltermin, der über eine Stunde in Anspruch nahm, wird die Sitzung geschlossen. Ilelldorls Alibi erschüttert Paris, 25. Oktober. lZnprcß.) Vor deut Untersuchungsausschuß;ur Aufklärung des Reichstagsbrandes ist, wie wir erfahren, ein Zeuge erschienen, der durch eidesstattliche Erklärung be- kuichct hat, daß Graf Holldorf in der Nähe des Reichstages wahrend des Brandes zu einem Zeitpunkt Meldungen entgegennahm und Befehle cr- teite, als.Helldors latit seiner eigenen Aussage sich in seiner Wohnung befand. Tie Aussagen dieses Zeugen werden in der bevorstehenden Sitzung des Nntcrsnchnngsans- schusseS der Oesfentlichkeit übergeben werden. Die Anhlageschrlit im Reichstagsbrandprozeß Paris, 25. Oktober.(Inpreß.) Wir erfahren, daß die in diesen Tagen ans Deutschland herausgeschmuggelte, 250 Seiten lange Anklageschrift des ReichstagSbraildprozesses in Berlin unter Lebensgefahr photographiert worden ist. Nicht ntinder groß tvar die Gefahr, die 250 Photos aus Deutschland hcrausziischaffen. Der Untersuchungsausschuß zur Aufklärung des Reichstagsbrandes, in dessen Händen sich die Photos nunmehr befinden, hat eine internationale Zuristcnkoinmission zum Studium des Dokumentes eingesetzt und tvird die Weltöffentlichkeit baldigst mit der politischen nnd kriminalistischen Absurdität dieses Naziprodukts bekannlmacye». Deutsche Regierung entschuldigt sich In Floshau Pari s, 25. Oktober. Nach Meldungen einer Privatagentnr aus Moskau langte bei der sowjetrussischen Regierung«ine Entschuldigung der deutschen Regierung für die Fälle«in, die sich bei der Verhaftung nnd Ausweisung der sowjetrussischen Journalisten, die dem Leipziger Prozeß beigewohnt haben, ereignet haben. Die deutsche Regierung habe der russischen Regierung gegeniiber versichert, daß sich in Zukunft drrartige Vorfälle nicht wehr ereignen werden. Schatz des Personals hei Zeilunoseinslellunoen Haltung Mir den Lohn bis zu drei Monaten Prag, 25. Oktober. Im Senat wurde heute eine Regierungsvorlage aufgelegt, die wirksame Schutzmaßnahmen sür daS Personal eingestellter Zeitungsbetriebe vorsieht. Die Vorlage setzt zitnächst fest, daß die Ein- stellung einer Zeitung nicht zur Aufhebung des Dietist- oder Arbcitsvcrhältnisses des Personals ohne Kündigung führen darf. Unter Personal werden die in Redaktion, Adniiitistration und Expedition einer periodischen Zeitschrift an- gcstelltrn Personen verstanden, ferner das beim Druck beschäftigte t e ch u i s ch e Personal. 8 2 bestimmt: Wenn jemand von diesen Angestellten seinen Arbeitsplatz verliert, weil der Arbeitgeber für ihn mit Rücksicht aus die Einstellung des BlattcS keine Arbeit hat, so kann der betreffende ohne Beeinträchtignng der Ansprüche, di« ihm nach den geltende» Bestimmungen gegenüber dem Arbeitgeber zu, stehe«, gegen den Eigentümer und dem Herausgeber der Druckschrift oder gegen jene Personen, bezw. Bereinigungen, von denen die Zeitung abhängig ist oder die ihre Wirtschaftsge- barung decken, den Anspruch anf Scha- denrrsatz zn ungeteilter Hand erheben. Der Anspruch ans Schadenersatz gleicht dem Ge« halt, de, dem Angestellten vertragsmäßig gebühren würde, und zwar von der Beendigung des ArbeitS»(Dienst-) Verhältnisses angesangeu für die Zeit der Einstellung des Blattes, läng st ens aber für drei Monate. Abzurechnen sind lediglich di« Ersparnis dadurch, daß der Angestellte keine Arbeit leistet, ferner ein etwaiger Verdienst aus einer anderen Beschäftigung oder das, waS zu verdienen er absichtlich verabsäumt hat. Redakteur« eines politischen Blattes können sich auf diese Schutzbestimmungen dann nicht berufen, wenn sie ditrch ihre dem ausdrücklichen Geheiß der Arbeitgeber zuwiderlau- sende Tätigkeit die Einstellung des Blattes verschuldet haben. Um eine Umgehung dieser Schutzbestimmun- gcn unmöglich zu machen, verfügt der 8 2, daß der Schutz auch Angestellten gebührt, die der Herausgeber gekündigt und durch einen anderen der in 8 1 genannten Angestellten ersetzt hat. Tas ist besonders für das technische Personal in Drill- kereicn wichtig, die neben dem Zeitungsdrnck auch noch andere Arbeiten besorgen. Der, Schutz gilt ferner ailch rückwirkend sür das Personal, dessen Arbeitsverhält- nis in den letzten drei Monaten vor dem In- krasttreten des Gesetzes eitdete, also praktisch sür das Personal aller in den letzten drei Monate» eingrstellten Zeitungen, und ebenso für alle Angestellte, di« nicht erst nach d c r E i n st c l l» n g gekündigt werden, sondern die ein vorsichtiger Herausgeber sür alle Fälle schott entlassen wolile, nachdem daS Gericht erst nach§ 34 dcS Schutz- gesehcS die Möglichkeit der Einstellung des betreffenden Blattes ausgesprochen hat. Endlich wird noch festgesetzt, daß die Rechte der Angestellten nach diesem Gesetz zwingendes Recht sind, das heißt durch Verträge weder verkürzt noch ausgehoben werden können. * Die Schntzbcstlmmungen für daS Personal sind so ziemlich weitgehend: Boller L o h n für die Zeit der Einstellung bis zu drei Monaten. Der Motivcnbericht betont ausdrücklich, daß ditrch die Zcitungseinstesliingen bisher nicht die Herausgeber, sondern das Personal betroffen witrdc, das mit seinen Arbeitsplatz kam. Dem soll iliin ein Riegel vorgeschoben lvcrdcn, damit nicht die eigentlichen Schuldigen den Nachteilen entgehen, die sie durch ihr Verhalten selbst herbeigefiihrt haben, lind an ihrer Stelle ganz unschuldige Personen betroffen werden. Um die Borschiebung von Strohmännern zu erschweren, ist der Kreis der Schadenersatzpflichtigen sehr weit gezogen und namentlich auch auf diejenige» ausgedehnt, die in den letzten drei letzten Monaten vor der Einstelluitg Herausgeber oder Eigentümer lvaren. Eetlt I Ss. r-? 5f 2*nranzts:3UBriu£»t*Ä>en €4)«tzrr oft Täamu-vlr ccxrx r4 r ä^'.r r''Z'i'2 r«crir 1.7 s^müt?>:' r; 7 Sarraut übernimmt Kabinettsbildung 5 t: 1 t XL" lai«? ffi.wir?!.rrjcr-. Ziiri t ifTi frv;’’t-6itw.i v.zz l*tu ijcdte M4r.>r4'.'.rr.Mx.-.'.T i.T.t t-tr rt—rittrr taue irt"'. Scri’7!? ttr ÄnttTiriinr I«?’• u-rrc rrJ 5rr v.'.rr K i t:» c 11! r i■;.r r.i. srrtn: WtLit'i 1« 5. tre.wxtn i.tA CJJ.’ ut iic’üri- 1 u lt'i'^xün ua St-« j<•*•'■4« tr-rrtijrxt s r::p'ty»r cr:t:j i *i*4c i f j" j»***’7 r*••■y*5»»«jji y r.j L-ai>' rr?(fSre- ti,! w: t•.'«■?. k: ifciptr 1« t j’/4 T f U’i'Tt. X 7 fjiff J 5 i ••fr?'!>c-. r«r»•£ r.,<• i t/ r*: n( t» t* i 1• rr f it t t 7' 5 xi> IT.t" 4 l! n 1!:( JT•4trf/ 1*1’T K’tt’tl! t tr! T! 17 7 WT *•|rj^ j j| lt<71» E*4 t T* 7T T 71! J(* tTTt | j J! T.' f t'' J T S< y* 17• l t»j 7 4 7 jifj X*CT /*. f 1 i i; t‘ r t i H. r ♦« 11:<’ n t j;t 1, ts i t? trnts•’,’.;•(*• c£ t C*$ t t J 1' t V’ l!» T» x‘* Vffl f *'* I 7X7*<4 S 7’7'T l*'T 5 71 ff’ 4? i VT 77 7 ff"* J r;4 r 4.' y r»•<'.7• 7': x(if:»»•, ♦.7 7 t f!!5; 5*x;.r•. r7*4-»*■ t'. 41 r?mk"S V j;i*: 7 1 n■(>>:- J-tt-tit l;rw Mr*, (ftdlci SMTX4 s i<: ies s« Isniin Tri' term Zntr'uÄ'Tßt intffit Ti' T4 I rs r-1 !41 K rare Kl fttkij n-tac ff! rrrtiT' 1 -jlMt, Tn: y-trihrrtfarrr Txrxta. -zn terra:«titttt Lrintii! mi Stnj/Sß^ r üljmnn 0X0®. 5'öüssüi, iwjen rar C-.-5 h n t?a* effitL j t?t»ich, st tar it I: i«« ,:itl :iTt Rsii« h< rcArta^tta in» Zxrfüt Zzt.r* rsier Hrn-r-t•mtlMs erlöstee«- JCTr Oti cxrirrrrs*ra Sirrtel *» rtt BCMX iqaet n-uvEin’t 5.trftefacti - I®» ins iSünnthnnr, ur.-tif« t-r* J-crSrtrre itriie? wm mn x’4 CT 35 Ts-ttss^er i®5'rrrx. 7 r“’'r**4i*T.^7 3-' 1 Ziehung der Alalienlotterie V«r-1, LÄ E'"--" 1... L-. zvz'-'c..".■’TSx,'*•.«'(/•*?>:■»>i 5.1-1 i>«r 7v.'.ch«r! v,\ 4]** t n 7k w|*^7• cjs 1• c f?*»I ,:ti!&tr Ärdti-k,;nr-.r-ror:ena!t xtyiäftiukxt,| cur tz« schlossen:,u wtrKn. Mullöer ttsmpi mH Nazis an der Warshauer Universität| Warschau!/1. Cftobn. ,7n drr Mittag*, stund« kam er im<>>rbauL« d«r Warschauer Uni. Vers!löl zu bkuligen Tchiägcrcicn zwrschr» ien nationolsonalistischen und drn rtzzikrnngrsrrund- lichrn Hochschülrrn. T«n Mnlak>, zu den htuligrn! Cchlagtreien-ob die in den Varmittagsstnnden trsolgir Temolitrun- des Lokals des nalianal- drmakraiischrn Siudrnkenhilisvrreincs. Als dir Lchliigcrri ihren Höhtpnnkt ertrichie. sielen auch Nevolverschiisse.^n-gesoml wurden schk Hoch- schülrr verletz k, darunirr einer überaus schwer. Tie Verletzten wurden in einem Wagen der Neitttngsgesellschaft in das Rochusspilol gebracht. Ter schwer vrrlrtztr Hochschüler kümpst im T Pi t a t mit dem Tode. Er Vorn Rundfunk Empfehlenswerter aus drn Programmen 2 r r i t 0 g. Pro« biitt: 2it, 10,55: Tchallplaiiru, 1210: ZrfjnUplattcrt, 17 45: 2ttirn, Deu,> chr 2: ndun 19.10; Smetana: Tiche- chijche« tzieo, Vt.Ib: Urlttonzrrt der Prager 2en»r. ftation, 82.15: Puifiicht PtTichterstutwng.- vrvnn 12 85: Mittagtzlonzert, 18.25; T e u t s ch e Len- düng: Dportbrritht.- ttaschau 16 80: Lrchrsier' lonzeri, I-»0: Lpoet un) Touristit.— Wir» 18.10: Berschm« Künstler, Lch^chilattrn, 16 10: Wandern In Sturm uns Leit, 17 20: Lieder und Arien, 19: 1’t Cptit»en von Johann Ltrauh- Lrip,tg 16: tztichmittaq«k»nt«rt.— Vertin 21: Leim Gcigcn bauer, Hörjotge. kl-enosse Franz Porsche gestorben. Nach kur- Kra:'ki;'.'t starb T'tnstag. den 24. d., l^-enosse Franz P o r's ch e, Korrektor der Rota-A.-K. in Prag, im Alter von erst 57 Fahren. kAcnoss: Porsche, rin Buchdrucker von altem Lchrot und Korn, war lange Fahre h:ndurch der Metteur unserer Prager Zentralorganrs, da- er mit un- trmüdlichrm Arbeitreiscr und peinlicher Ge- nautgket, betreute.'Nach, sür Nacht stand Porsche durch Fahr« hindurch bi4 in die zweite Morgen- imndr an seinem Arbeitsplatz, bis der Umbruch des„Tozialdrmokrat" vollendet und d:e letzt« rette tm Bürstenabzug vor ihm lag. Es war ein schtverer Abschied, als Porsche, gezwungen durch ein tückisches Lhrcnleiden, das fast bis zur Taubheit führte, vor einigen Fahren, seinen Arbeitsplatz beim Umbruch mit der ruhigen'Ar- beitsslubc des Korrektors vertauschen mußte. Auch in dieser Eigenschast hat er noch an unseren Blättern treu mitgearbeitet. Wir werden Porsche, der stets auch ein Irenes Parteimitglied war, stets in ehrendem'Andenken behalten! Ter Kamps gegen drn Krrbs? Fn Madrid trafen hervorragende Gelehrte auf dem Gebiete der Medizin aus 42 Ländern zur Eröffnung des F n t e r n a t i o n o l c n Kongresses sür den wissenschaftlichen und sozialen Kampf gegen drn Krebs ein. Ter Kongreß wird die Fortschritte, welche in der Heilung des Krebs erzielt wurden, in Beratung ziehen. AuS dem Kriegsgebiet d«S Gran Chaco wird gemeldet, daß es dort Tienstag zu neuen K ä ni p s e n gekommen sei. cxjtcxta 5Ir:Tj«r!'ttrVärt— K-chr vo- Leicheufa nb. 2 \ i gcruncen. 0 oksk. be I M! I Mordopfers Kurt EiSner dem Grab geworsen, 170.0M ■r. N: letzter werden. Machet kannten ger der Heimo tluhen Ergänzungsdeziriskommando irre Belassung suchen: die Gesuche sind unter Beischlutz des Mrli» kärbucheS bis zum 1. November l. F. einzwenden. Tie?« Bestimmungen gelten auch St Gagisten in der Reserve. Wildwest in Laorbrücken. Ter Geschäftsführer eines Taorbrückener Cafss wurde in der Nacht zum Montag, als er die Geldkasieti« mit der Tageseinnahme nach seinem Büro bringen wollte, von zwei hinter dem Büfett hervorspringenden maskierten Männern überfallen, zu Boden geschlagen und geknebelt. Ten unerkannt entkommenden Räubern ist«in Betrag in der Höhe von 12.0 0 0 Francs in die Hände gefallen. Hitlers Halunhenreäe and die tittferK«tien fi'»»nn,»»n taten Aw der AiWter-Tnm- ff' Spo rWewegs^ Hagarn Se-en(«ns| rera-ir-rtjal■j r.vi Srtta wollt«. ng»r: v Krarckenh zerr des C 2: r a f v ces emgr.« Präsideta Rookevekr Sm-xs der Aünizixjährige Männer, meldet euch! Tie 1S33 geborenen Per:orten mänlichen ir-:ictaech:- t«r^:gen ' sofenti sie Lnoedör-ge der Wehrmacht waren— dem Erw« de- Fahrer tffü ibr« Wehrp'lich: urch e- mzä ihnen der»Entlassungsich«:n" zugentellt werden, mir we.chem ihnen bekanntgeg-^en w:rv, baß sie aus-er Wehrmacht enriasses sind. T:e Mrli- »rverwarrung fordert von drn üver 40 Fahre alten Soldaten nicht, daß sie Aendrrungen ihres Wohnortes jeweiitg brianntgeken und eS besteht iom-.t nicht die Gewähr, daß&:« aus früheren Fahre Vormerkung bei'ndliche Adresse noch richtig ist Bcrmeidunz von übert-üfsigen KorreivonL-cnzv Erhebungen bezüglich des richtigen A empftehlt es sich, daß die 50jährigne leis einer Korrefponc-enzkarte chrem digen Ergänzungsbezirkskommando I der ersten 2citt des Mi-litärbuches) Adresir bckanmqeben, falls nid weiters noch ihren G r k r Gründe zu ö t i g r Reue' and an«rechnet weiterer Pen'uch. Auslandes in Dedl> bisbcr mit allen Be- mcht c r ha Mas ferne idar n umgrwandel der die Am Abend des 24. Oktober 19?3 hat Adoli Hitler in keiner Berliner Cportpalottred« zvm erstenmal zugegeben, daß durch diese Revolution snnszrg Menschen ihr Leben verlort.: haben! Wenn Hiller das eingtstcht, so muß die Fahl der Todesopfer seiner braunen Armer— nm gar nicht von denen der bronuen Justiz zu sprechen!— in Wahrheit ein Viekkache- davon betragen. Denn der cständntt mackt der Anttaümr Lab ibm als wichtige: würde— oder e die Abweisung de wollen zu verv tcuerungcn ein Für sei Icr das dem Ai geständnis . Telegramms mit den Morde di« Ermordeten zweimal a k r n bezeichnete. Tiefer Bursche seiner Hetze und seiner Ban—ten noch im roh beschimpft, nennt sich selbst einen— Ebren> mann. Man wird bald ausbören muffen, dieses Dort ander» als zur Bezeichnung Hitlers und seiner Komplizen zu verwendrn! Unter den Todesopfern der braunen Mörder sind ein FobanneS Stelling, ein frrlir F e ch e n b a ch, ein Professor Lessing, sind nicht Tutzende, sind bereits Hundert« Ber- lraucnsmänner so^alist-.scher Arbeiter. Ten bc> stialischen Mördern, die den ReichSaußenminister Walter Rathrnau von hinten mit Mascht- nenpistolen abschosscn, setzten die Hitlers Tenk- mÄer: Fememörder haben sie pl Polizeipräsidenten gemacht, Zehntausend«— wenn nickt schon Hunderttausrnde— ihrer und ihrer Familien Eristenz beraubtt den 2arg mit den Gebeinen des edlen!“' haben sie auS Menschen quälen und martern sie in ihren Konzentrationslagern. Fn einem uns bekannten Fall« haben die 2A- oder DJ»Beamten der„G c- st a p a"(Geheimen Staatspolizei) in der Pap«' straßr zu Berlin-Scköncberg einen frisch Eingr- liefertcn lächelnd gefragt, ob er wisse, daß d i e Gestapa schon 5000 Menschen umgebracht habe. ES ist gut, daß.Hitler in dieser Rede zwei- mal seine toten und lebenden Gegn«r Halunken genannt hat. E r ist und bleibt der— , Ehrenmann! Zur und lusrnthattsortes Loldaten mit- heimatszuflän- , vermerkt auf ihr« derzettige sie sich seit dem Jahre 1026 geändert hat und weiters noch ihren Grund, buchskörper. die Gemeinde und den politischen Bezirk:hr«r Heimatszuftändigkeit und das genaue Geburtsdatum auführcn. Bereitet euch auch alle miti- tärischen Belege vor, da dieleiben abzujühren sein sobald ihr den Entiasiungsichein bekommt! auch euere im selben Alter befindlichen Be- aufmerkiam! Der auch weiterhin Angehört» Wehrmacht bleiben möchte, muß bei seinem um wei- in der Rrservr(Erfatzrejerve) an- •••,; V•*'>" ,»»»• JttMl Donnerstag, 26. Oktober 1938 Seite 5 HALT Deutschtum- schlechthin aus, Köpfen,.'witflen,(xrkcnntni M e n. ausge- damit wollen H'.^ö^^e ilnd vermuffter Romantik dte Herr-1>hgben. Alle ab»r sind durch ibrcn Beruf Mcn- schaft über ein KV-MMtouen-Bolk an sich gertsien, ,chenkcnnrr geworden, sie sind St::d":t:n d-. DIE PUTZFRAU IN DER DOSE blöden Auftrag wörtlich nahmen! aller Welt find wir blamiert, mag der gute Goering schwitzen— Wahrheit, großer Mott, marschiert, da» Megaphondeutschtum, die Karikatur und Per- pöbelung alles Tcutsck)cn, wirst sich zum Symbol deS Bor Wie Die Heil, wie wir in der Tinte fitzen! B i m. Ter Arbeiter im Frack. Es gibt Berufe, die im Frack ausgeübt werden: der Opcrettcntenor, der Confereneier, der Jazztänzer, der Zirkusreiter, der Musiker, der Totengräber— und der Kellner. Eines baben diese Berussgruppen gemeinsam, den Dienst an vielen. Henle sind es diese »nd mo>rgen jene Unbekannten, die den Arbeiter im Frack zu ihrem dienenden Geist machen. An den Augen dieser Bcrufsfrackträgrr fliegt täglich und stündlich em immer wechselnder Strom vott Menschen vorüber; beim Kellner gehl er jedoch mitten durch die Persönlichkeit, mitten durch dessen Ich. Wie der Diener die Gewohnheiten seines Herrn kennt, so lernt der Kellner die Gcwohnhci« teit aller Gäste kennen. Menschentypen und Menschenrassen erscheinen vor der Seele des Kellners. Wenn sie wieder verschwunden sind, haben sie mit unsichtbarem Grisfel dem dienenden Individuum ihr Zeichen ausgeprägt. So gestaltet sich der Arbeiter im Frack. Es gibt Kellner, die mehr als vierzig Jahre von Ort zu Ort gewandert sind; e-s gibt Kellner, die nie ihren Heimatort verlassen zerkratzen Sie nicht Ihre Wannel Nur keine scharfen Putzmittel I Sie ruinieren das empfindliche Email durch Kratzer oderlhre Hände durch Säure I Wozu gibt es denn jetzt VIM? Das stark seifenhaltige VIM entfernt spielend jeden Belag und verhindert die näßlichen, braunenWatserfleeke. statt in dir Go» erst die Menschen Autos. Und wenn Aufzuckerung des Kladderadatsch! Zu den sensationellen Sachverstän- digengutachten im ReichSiagsbrond- vrozeh. Der Führer zu Herrn Goebbels spricht: Wie kann der Bürger so was machen. Sieht denn der plumpe Tölpel nicht, Die unsre Kartenhäuser Irach«»?! Zum Himmel stinkt schon der Skandal— Wie fürchterlich kann so waS enden, Bedenken Sie doch bitte mal. Wenn sie die wahren Schnld'gcn fänden—k Es ging soweit sa alles schön, Bis diese Sachverständ'gen kamen, Tie, weil sie uns nicht gut verstehn. Den Kraltcufrag, Nachte der langen Messer, sie sind„.a ßkndit des seit Monaten auf der Tages- und Nachtordnung:»bcrt’ des Tritte» Reiches und alle schaudervollen Er-• ni cr'f Dn Wartungen vervielfachend sind die blutigen'**•'_ Schandtaten der„seelenvollen Bewegung", die DerK" anderen Orlen verübten dies A b sch ie jj< n aus de: u. dieses Eindringen in Stunde, Der Ltahlanlrieb wurde im Laufe der Jahre mehr und mehr verbessert. Als Ansauger' maschine verwendete man statt Kolbenpuinpen die Kreiselpumpe. Tas Wasser wurde dann mit gesteigerter Geschwindigkeit durch zlvei an den Schiffsseilen liegende Ausstoßrohre ausgeworfcn. Diese Ausstoßrohre waren beweglich. Durch Schwenken des einen Rohres von rücklväris nach vorne konnte also das Schiff gedreht werden. Tiefes Tteuervcrmögen wollte man noch ver- lvcnden, als man schön erkannt hatte, daß der Wasserstrahl für den Schiffsantrieb selbst, durch hohe Ansaugevcrlustc, Rohrleitungsrcibnng und Krümniervcrlnste, unwirtschaftlich war. Erst Ende des Jahrhunderts gelang es Zenner durch Verwendung von Erfahrungen aus dem Turbinenbau, wichtige Verbesserungen zu bringen. Sem Wasser st rahlan trieb hatte für kleine Flußschiffe g ü n st i g e Resultate. Mehrere Schleppschiffe aus der Elbe und aus dem Mai» wurden daraushin mit Stahlantrieb ausgerüstet. Aber selbst die Be- schränkung auf stichle Flüsse konnte dem Strahlantrieb gegenüber dem dort immer noch herrschenden Naddampfer keinen entscheidenden Borteil sichern. Ob die neuen Verbesserungen, zusammen mit der Einschränkung aus noch seichtere Flüsse und noch kleinere Schisse, sich durchsetzen werden/ muß der Zukunst überlassen bleiben. Vielleicht liegt auch der eudaültige Erfolg der Wasserrakete tiichl aus dem Gebiet des Frachtentrans- Ports, sondern aus dem des kleinen Personenverkehrs und des Sportes. Erst die Hungernden, dann der Schnaps und die Motore. Mit größter Sorg« blicken die Gemeinden, die Bczirksiugendfürsorge, die Wohl» sahnsvereine dem dritten Krilcnwiiitcr entgegen, der an di« Fürsorgcarbeit ungeheure Ansprüche stellen wird. Darum erschciitt cs wohl als das wichtigste, den Bedarf der Bevölkerung an Kartoffeln, Mehl und auch Zucker, der als wertvolles Nahrungsmittel allerdings sehr verbilligt werden müßte, sicherznstcllen, ehe große Mengen dieser unentbehrlichen Lebensmittel zu Spiritus verbrannt werden. So sehr cs zu begrüßen ist, daß der Spiritus in dir Motoren, Hirne kommt, so müssen doch versorgt werden und dann die steuerfreier Zucker zur Deine? freigegcben werden soll, wie cs die Weinbauer verlangen,-so ist di« Forderung nach billigem, steuerfreiem Zucker für hungernde Kinder gewiß berechtig:. Hier beizeiten Vorsorge zu treffen ist dringend nölig. G. F. Studenten des Instinkt. Tas Auge sicht den Gast, dic Ersahnmg schätzt ihn ein. Tas Ohr hört feine Sprache, dic is registriert den Gast. Handbcwcgung s Kellners bleiben jedoch nnver- cr Kellner ist vollkommene Demokratie Dom Sttahl.ürisf zum Raketen' vost. Von Kurt Toberer. Jede Erfindung ist das Glied einer Kette, die von der Vergangenheit in dic Zukunst führt.. Sehr oft vergessen ivir diese Pscnniglveishcii und sind leicht bereit, nur das Kettenglied, das mit der Gegenwart vor uns liegt, zu selten. Uns blendet osl ein neuer, unerhört moderner Ne,nie. Später stehen ivir erstaunt, wenn dieses Kind unseres Jahrzehnts schließlich doch auch Papa und Mama hat. „W a s s c r r a k c t e" nennt sich ein Bootsantrieb, der sich als timwälzende Erfindung der Ocsscntltchkcii vorstellt. Dieses Rakctenbooi verwendet den Druck, den ein aitsströnicttder Was scrflrahl entgegengesetzt seiner Strömrichtung ausübt. Es ist im allgenteinen völlig unbekannt, daß diese Antriebsart genau ebenso alt wie die bewährte Schiffsschraube ist. Der Wasserstrahlantrieb verbirgt sich allerdings in der Geschichte der Technik unter den verschiedensten veralteten Bezeichnungen, die für den yiodcrnen Menschen ost direkt irreführend sind. Unter Propeller verstehen wir henke alle das was uns ein zu Hilfe genommenes Lexikon auch brav.vorsagt:„Propeller, zwei- oder mehr- slügeliges Aniriebsorgan mir Schranbenslächcn für Luftfahrzeuge; insbesoiiderc auch die Schifss- schraube." Unsere Alten dagegen kannten die tvörtliche Ucbersttzung und sagten, Propeller kamt unchristlicher und undeutscher sein, als dl« Feigheit all dieser in der ostpreußischen Hauptstadt und an vielen Taten, al terha kl s ch e n h«i m c, diese Bubenstreiche, führt von Anhängern einer Partei, die prahlt, di« deutschen Sitten reinigen zu jcdesmal in ein Gezeter ausbricht, wenn einer der (ihren bei provozierten Schlägereien zu Schaden kommt, und die Seiten ihrer Presse mit selbst- gevcch:«» Geschrei gegen die„roten Mordbestirn' füllt,— d!ai«r Partei, di« heute dic Stirn Hai, ihre Söldner in die regulären Fonnationen der Polizei zu ichiebcn, die doch in so vielen Fällen berufen wäre, gegen sic vorzugehen!... Tas Teuoschiand, das diesen Namen verdient, hat es satt, endgültig satt, sich tagaus, tageln durch Prahlereien und Drohungen der nationalsozialistischen Presse und durch das halbnärrische Geisern sogenannter Führer, die nach Köpsen, Hangen, Krähcnfratz und Nächten der langen Messer schreien und all da-, mit Recht, wenn es nach ihnen ginge, als unm'btelbar bevorstehend ver- künden, die Lebenslust im Vaterland vergiften zu lassen." Das sind wahrlich klare und tapfere Worte gewesen. Aber inzwischen hat der Mischmasch aus“ Auöi Sie, Herr ThsmusMann..?! Wir haben unseren Lesern bereits mitgetcilt, baß sich Herr Thomas Mann aus der antifascistt- schcn Front davongeschlichen hat. In dem Augenblicke, als dic braune„RcichSstellc zur Förderung des deutschen SchristtumS" ihn aus deit Jitter setzte, weil sein Name auf der Mitarbcitcrliste einer in Amsterdam von seinem Sohn Klaus hcrausgcgebcnen literarischen Emigrantenzcit- schrist ausschien, hat cs Thomas Mann, der, io viel wir wissen, außerhalb Deutschlands lebt und daher für seine körperliche Sicherheit nichts zu fürchten hat, mit der Angst um die Autorenhonorare zu tun bekomme» und Hai nach Berlin telegraphiert: „Kann nur bestätigen, daß Charakter erster Nummer Sammlung ihrem ursprünglichen Programm nicht entsprich! Thomas Mann." In schriftlicher Ergänzung dieses T.le- gromms schrieb Thomas Mann: „Ergänzen Sic meine Erklärung logischer- wer« dahin, daß mein Nam« von«er Liste getilgt wird— denn darauf läuft sie hinaus. T M." Die schon erwähnte Rcichsstellc fügt zu diesem Telegramm und den Erklärungen zwei anderer Autoren hinzu, daß sich diese mehrfach geäußert hätten, „daß sie sich jeder politischen Aeiixerung im Auslände enthalten werden" Es ist nun ziemlich belanglos, ob Mann über den aniisascistislhcn Charakter der„Sammlung" rechtzeitig unterrichtet wurde oder nicht. Wesentlich ist nur, daß er im Gegensatz zu seinem Bruder Heinrich cs ablehnt, sich im Auslände über Deutschland zu äußern und sich in der Gesellschaft entigricrter dcnlschcr Schriftsteller nicht blicken lassen will. Was für einen anderen Grund könnte er dafür haben, als dic Besorgnis, seine Bücher könnte» auf de» Jndc^ und er um sein Verdienst aus Deutschland konnnen? Gewiß, Herr Thomas Mann war nicht immer ein links stehender Mann und schon gar nicht ein Revolutionär. Wir erinnern unS noch, daß er dem scchzigjährigcn Gerhart Hauptmann ün Jahre 1922 in seiner Festrede„Bon deutscher Republik" dessen schändliche Haltung im Kriege noch nachrühmte. Wörtlich sagte er: „Er bcmchm sich nicht litcratenhaft, ging nicht nach Zürich, um dort sein Land und Volk pazifistisch zu begeifern." Aber so zwischen 1922 und 1933 Hai sich manches ereignet und auch Thomas Mann schien eines Besseren belehrt worden zu sein. Er rückte immer weiter nach links, machte der Arbeiterbewegung immer mehr Reverenzen, bekannte sich vor einem Jahre in einem Bortrage in Wien geradezu zu ihr und verstummte erst nach Anbruch veS Dritten Reiches. Aber wenn sich Thomas Mann zu dem jctzt- gen Deutschland im Auslande nicht äußern will und dafür lieber von seinem eigenen Sohne abrückt, um bei Hitlers nicht in Ungnade zu fallen, was sagt er eigentlich tu seiner Eigenproduktion aus dem Vorjahre? Bor uns liegt Lin Aufsatz von Thomas Mann, der im August 1932 als Leitartikel in dem damals linksdemokratischen»^Berliner Tageblatt" erschienen ist und den Titel führte:„Was wir verlangen müssen." Ter Artikel wurde zur Zeit der na- tionalsozialistischen Terrorwelle geschrieben, die den Wahlen vom 31. Juli folgte. Ta lesen wir: „Werden d'« blutigen Schandtaten von Königsberg den Bewundern der see- len v o l l e n„Bewegung", die sich National- sozialismus nennt, sogar den Pastoren, Professoren, Studienräten und Literaten, dic ihr ichwätzcud nachlaufcn, endlich dic Augen öfftten über di« wahre Natur dieser Bolkskrankheit, dieses M i s ch m a s ch e s aus Hysterie und ve r- muffter Romantik, dessen Megaphon- d e u tf ch t u m die Karikatur und Ber- pöbelung alles Deutschen ist. Wird eine Regierung(Papen), die das Unwesen sieht und sich von ihm„tolerieren" läßt, ihr« Fiktion von den„aufbauenden Kräften", die hier wider den drohenden Kulturbolschewismus zu hegen und zu pflegen seien, nicht endlich angesichts d'efer Geschehnisse opfern müsien? Das kann, wenn man «s schon so nennen will,„bolschewistischer", waS Eine Slraiinsel Ihr amerikanische Schwerverbrecher Luftaufnahme der Aleatraz-Jnsel Die inmitten des„Goldenen TorcS" bei San Franzisko gelegene Aleatraz-Jnsel ist jetzt alS Strafinsel für 600 amerikanische Schwerverbrecher bestimmt worden. Tort sotten mir solche Verbrecher untergebracht werden, bei denen' man jeden Besserungsversuch für umsonst hält, und die sogar eine Gefahr für ihre Mitgefangenen bedeuten —.,...„seelenvollen Bewegung", die nun Teutschland in ihre» Mörderhändcn bäli. Herr Thomas Mann, der int Vorjahre so mutige Worte über den Vorgeschmack der braunen Pest gefunden hat, schweigt heute zu dem Unsägliche», was sich in Deutschland begibt. Sei's darum! Bei den Fascistcn, die ohnehin keine Bücher lesen und Mann überdies für einen Juden halten, wird cs ihm nichts nütze» und bet den Antifaskisten wird er jeden Kredit verlieren. Aber er sage uns wenigstens, ob er noch zu der glänzenden Eharaktcristik der Nationalsozialisten steht, die er selbst ennvorfen hat, ehe er das Grauen in seinen ganzen Ausmaßen kennen lernte, damals, als er den Nationalsozialisinns eine Bolkskrankheit nannte, ein Mischmasch aus Hysterie und vermufsicr Romantik, Karikatur und Bcrpöbelung alles Deutschen, als er das Treiben der Goering und Goebbels als„halbnärrtschcs Geifern sogenannter Führer" bezeichnete. Thomas Mann, stehen Tie noch zu Ihren eigenen Worten? Wir warten auf Ihre Antwort! —k— heißt„Fortstoßer". Deshalb hieß der Wasserstrahlantrieb nicht„Äasserrakete", sondern „R ea k t i o n s pro p cll c r". Tie mit Wasserstrahlen fortbcwegten Schiffe nannten sich „Reaktionsdampfer". Darunter würden wir uns heut« etwa einen Panzerkreuzer, Vorsteilen. Daß sic auch S I r a h l s ch i f f c oder P ra l l s ch i f s e hießen, können wir schon besser verstehen. Es war Daniel B e r n o u l l i, der in seinem 1738 zu Straßburg erschienenen Buch „Hydrodynanttca" als erster dic mathematische Behandlung der Betvegung der Flüssigkeiten darstellte. Bcrnoulli legte 1752 der sranzösischen Akademie der Wissenschaften eine Tenkschrist vor, in der er den Gedanken, Schisse durch Schrauben zu bewegen, entwickelte. Daniel Beruoulli tvar cs schließlich auch, der darauf hingcwtesen hat, daß man ein Schiss durch einen rückwärts ausgeschleuderten Wasicrstrahl vorwärtstreiben könne. Es ist beim Wasserstrahlantrieb wie bei der Schisssschranb«. Unverbürgte Ucberlicfcrungcn von ausgcführtcn Versuchen füllen Jahrzehnt-' zwischen dem Datum der wissenschaftlichen Tar- leguug und der wirklichen Durchführung. So soll der Amerikaner Rumsey bereits im Jahre 1787 aus dem Potomac Fahrten mit einem durch Wasserstrahl getriebenen Boot gemacht haben. Den ersten verbürgten Versuch macht Sey- d'l im Jahre 1855. Er baut das Strahlschiss „Albert",.das einige Jahre auf der Oder fuhr. Tie Engländer bauten das Kanonenboot„Water- wich" mit Strahlantrieb. Dieses erreichte eine Geschwindigkeit von rund 17 Kilometern die Der Kellner ist von der Konjunktur des Gc- schäfts, von dem Magen der Gäste und deren Portemonnaie in seiner gesamten Lolmböbe abhängig. Irgendeinen festen Lohn oder eine Unt« ätzpvovision von dem Gastwirt erhalten die Kellner nicht. Im Gegenteil haben Kellner noch mit erheblichen Mankogeldern, die durch eventuelle Unachtsamkeit oder durch Zellprellerci entstehen, zu rechnen. Ter Gastwirt, der an einem fehr hohen Umsatz interessiert ist, wird daher immer so viel Kellner bei sich beschäftigen, daß jeder einzelne noch in der Lage ist, eventuellen Geschäftsandrang reibungslos zu bewältigen. Dadurch bleibt der Verdienst des Kellners immer auf ein Mindestmaß beschränkt. Tas dauernde Sichbcugcn, Gehorchen müssen und Licbenswürdigsein kann nur der vollkommen durchführen, welcher alle inneren Kräfte mit ganzer Energie zu meistern versteht. Ter Kellnerberus gehört daher zu den Berufen, die'Meister der Beherrschung sind. Darum, weil der Arbeiter im Frack fast jeden Augenblick gezwungen wird, seine Energiequellen zu verausgaben, gehört er auch zu den Berufen, die noch in den besten Mannesjahren zu den jugendlichen Greisen zu zählen sind. Wenn andere Berufe mit dem vierzigsten Lebensjahr auf der Höhe ihrer Spannkräfte stehen, ist die Blütezeit des Kellners längst vorüber. Der Kellner muß nicht nur den Gast hören und sehen, er muß ihn fühlen. Er muß seine Gedanken-lesen, seine Gesten als Befehle betrachten. Ter Gast ist ein Gott des Hauses. Ein Murren von ihm genügt, um den Kellner brotlos zu machen. Es gibt unter den Gästen wgcnanntc Kcllnerfchrecken, das sind jene Gäste, die den Kellner wegen eines Zahnstochers, eines Glases Wasser, wegen der salschgebrachten politischen Zeitung zehnmal durch das Lokal jagen, die fünfmal eine Verbeugung wünschen, dic verlangen, daß der Kellner wie ein Lakai sic zur Tür geleitet und nicht dic Zähne zum Gruß ans- ciuauderbringcn. Das sind jene Gäste, die überall das Beschwerdebuch vollschmicren, und solche Gäste, dic bis zum Morgengrauen skaten, ungeachtet dessen, daß der Kellner todmüde durch da« Lokal schleicht. Zur Kehrseite des eleganten Frackanzuges gehört auch, daß der Kellner an Sonn-, Fest- und Feiertagen abseits vom Kreise seiner Familie das Fest für andere verschönern muß. Für diese Opfer erhält der Kellner keine Gegenleistung. Ter Lohn ist der gleiche, ob cs sich um Tag- oder Nachtarbeit, um Werk- oder Fcicrtagsarbcit handelt. Immer nur hat der Kellner seine zehn Prozent zu erwarten, immer' nur ist er von den Launen seiner Gäste abhängig. Seite 6 Donnerstag, 28. Oktober 1938 At. SSI PHaatB Mime. So« MtlUMMOI OtSSoBSllmuslBltS UtOlliO IM Am 31. Oktober eröffnet die Urania ihr Arbeitsjahr 1933/34 im neuen, im eigenen Haus. tragsvernttttluwg. Kulturfilm-Verleih, Lichtbild- zentrale, Schallplattenarchiv. Anläßlich der Eröffnung das Hauses erscheint ein« über 80 Zeiten starke Sondernummer„B o n deutscher Kultur in der Tschechoslowakei', de allen Mitgliedern kostenlos bei der Anmeldung der Mitgliedschaft im Monat November überreicht wird. Las Programm der ersten Woche: Dienstag, den 3t- Oktober, 546 Uhr: Feierliche Eröffnung des neuen Heimes. Dieser Nachmittag und Abend gehör! mit Fest» k o» z e r t, F e st v o r f ü h r n» g und Empfang unseren Freunden und Mitavbeitern. Mitttvoch, den 1. November, 9— 6 Uhr: Urania-AuS st ellung„Aus unserer Arlwit". — 9—5 Uhr: Photo-AuS st ellung, gemeinsam veranstaltet mit dem„Klub deutscher Amateur- Photographen".— 5411 Uhr: Tugend feier der Professor Oskar Frankl, der Direktor der „Urania", übermittelt uns zur Eröffnung des neuen Hauses ausführliche Mitteilungen über das Arbe.ts- programm, denen wir folgendes entnehmen: Die Arbeitsgemeinschaften, Kurse, Seminare und Reihen unserer M a s a ry k- B o l k S- H o ch- schule, die diesen Namen mit Bewilligung des Präsidenten der Republik von diesem Jahre an, nach löjähriger Tätigkeit führt, werden in erhöhtem Umfang allgruwin badend«, musikalische sowie«in« Reihe z. T. neuer praktischer und Sprachkurse br:u- gcn und der Jugendpflege in wciiejiem Ausmaße diensloa' sein. In den weiteren Abteilungen'inü vorläufig solgerde Borträge, Zyklen und Veranstaltungen in Aussicht genommen: Literatur, Kunstgeschichte und Natur» Wissenschaft. Dichters! u«den mit Schalom Asch, Bruno Brehm, Lion Feuchlwaugcr, Thomas Mann, Karin Michaeliä, Franz Werfel.— Rezitationsabende: Ludwig-Hardt.— Diskussionsmatineen.— Ständige K l c i n k u n si Abende mit besonderem Rahmeuprogrannn.— Querschnitte.— Vortragsreihen:„Kultur- und Geistesgeschichte der Nationen."—„Osten und Westen.'— Borträge: Univ-Pros. Aster Adolph Donath, Univ.-Prof. Dr. Laute, Univ.-Prof. Messer, Dr. K. Wollf. Medizin für all«, Hygiene. Dorträge von: Univ.-Pros. Dr. Aschaffenburg, Univ.-Prof. Dr. v. Roordcn, Geheimrat Univ.-Prof. Dr. Sauerbruch, Univ.-Prof Tandler, Univ.-Prof. Dr. Wagner»Jaurepp, Univ. Pros. Dr. Weisbach.— Vortragszyklen:„Vorbeugung gegen Jusck- tionskranikheitcn" u. a. Philosophie, Erziehungslehre, Psychographologie. Vorträge von: Geheimrat Univ.-Prof. Dr. Driesch(Leipzigs,.Hans Jaeoby(Berlins, Dr. Max Pulver(Zürich), Univ.-Prof. Dr Johannes Verwehen(Bonn), Dr. Hans Zbinden(Zürich).— Philosophie-Vorträge gemeinsani mit der„K ont- g c s e l 1 s ch o s t". Volkswirtschaftliche, staats» und rrchtswissen» fchastlich« Abteilung. Vorfrage von: Fin.-Rej. Hugo Breitner Wien), Univ.-Prof. Dr. Mieses(Wien), Dr. Otto Müller Wien), Hoirat Jng. Dr. Seliger(Wen), Nationalökonom Dr. Sternberg(Zürich).— Zyklen:„lieber termini techniri der Handelspolitik",„Wesen und Entwicklung der Demokratie", „Steuerfvagen für jedermann',„Tic Konjunktur" Musik-Abteilung. Ausführungen: 3 Dkmuten-Opern von Darius Mihaud,„Ter.Held", Kammeroper von Mossolov, „Saul", Melodramoper von Reuter-Lernet Holenia, „Tavitri" von Gustav Holst(gemeinsam mit der „Concordia"), I. S. Bach„Tie Kunst der Fuge' in der Bearbeitung von Graeser als Prager Erstausführung.— Schönbergs„Pierrot lunaire" soll wieder zur Diskussion gestellt werden.— Konzert«: Rosü-Quartelt, Prof. Moritz Rosenthal, Dchülcrabende der„Deutschen Musikakadcmie", Schallplattenabcndc, Konzerte gemeinsam mit dem „Bund deutscher Gitarre- und Lautensp'eler in der Tschechoslowakischen Republik".— Tanz- und Rhythmik-Abende:.Harald Kreuhberg, Sascha Leontjew und unser« Rhychmik-Tchnlen, Opernaus- sührungen des Marionettentheaters. Ermäßigt« Karten zu bedeutenden Solisten Konzerten. Original-Urania-Pcranstaltungcn. „Das golden« Prag',„Paris",„Rokoko".„Rai- mund-Abcivd",„Quer durch Oesterreich",„Wanderfahrt durch die Tschechoslowakei",„Ungarland", Gastspiel« der„Wiener Urania'. Jugendpflege. Urania Klassiker-Vorstellungen im Deutschen Theater, künstlerische Marionelientheateraufsührun- gen, Kindervorstelluilgen der Jiigcndbühnc, Jugendkonzerte z. T- mit Kinderorchcstcr,„Offene Singstunden", Kindernachmittag« mit Märchenfilmen und-Vorlesungen, Jugendtvevkslälie mit ständ'gen Bastelstundcn, Ping-Pong, Deutsche Jugcndstrand- kolonie Grado"(genieinsam mit dem„Verband der deutschen Vereine für Groß Pmg"), SchuUino-Bor- stellungen(mit dem„Pädagogischen Verein"). Wissenschaftlich« Führungen und Kunst» Wanderungen. Zum Teil wieder im Rahmen der Sektion „Alt-Prag". Kulturfilme. „Urwaldsymphonie".„Dolomit«»".„Ter Weg ins Leben",„Die Erd« oürstet"„Kämpfe uni- Loben",„Mit der Kamera über der Erde und unter dein Wasser',„Stürme im Tairagebirge",„Fliehende Schatten",„Ti« befreit« Frau". Für di« deutschen Organisation«» des Staates: Aus dem Gebiete des LchrfilmS und Schulfunks „Dilddienst und Schulfunk"»Mitteilungsblätter für Schul« und Volksbildung mit der Vellage„Die Schallplatte als Bildungsmittel") und„Monatsschrift für moderne B'ldungspilege Urania" Bor- Soldaten Adolf Hitlers an der Prager Universität. Wir erhalten folgende Zuschrift, die wir im Wortlaut wledergeben: „Auf die Schlußsrage des Artikels„Soldaten Adolf Hitlers an der Prager Universität" in der Folge Nr, 2-19 vom 2-1. Oktober 1933 des„Sozial- demokval', wie die beiden Prager Corps Frankonia und Sucvia auf das„Bekenntnis" des Köscner Seniorenkonventsverbandas reagiert haben, gestatten sich die Unterfertigten, im Namen der beiden Corps mitzuteilen, daß beide Corps Frankonia und Turvia sogleich nach dein Einsetzen der GleichschaltungSbestre- bungen des CorpSstudentenlumS in Deutschland den Verkehr mit dem Köscner Senioreickonventsverbiinde eingestellt haben und seitdem wie 80 Jahre lang vor 1918 als selbständige Verbände ohne Beziehungen zu den deutschen Corpsstudenteuverbänden un.er Wahrtiitg des traditionellen unpolitischen Charakters fori bestehen. Die Unterfertigten stellen vs Ihnen anheim, diese Mitteilung zu veröffentlichen oder nicht. Hochachtungsvoll: E. Plöckinger, Edwin F. M. Rled«I." Geriditssaal Urteil über die Prager Gangster- Initiatoren. Zusammen tl Jahre schweren Kerkers. Prag, 28. Oktober. Vor dem heutigen Schwurgericht kam der zu Beginn dieser Schwurgerichts- perlodc vertagte Progeß gegen Anton Vesely und Jaroslav Paäek zur Verhandlung. Seinerzeit mußte dieser Fall deshalb vertagt werden, weil der Angeklagte Vesely einen hystcrijchen Anfall erlitt u>ch von den Gerichtsärzten als verhandlungsunfähig erklärt wurde. Der Sachverhalt ist schon anläßlich der ersten Verhandlung eingehend beschrieben worden. Wenn wir kurz zusammrnfasscn, so handelt cS sich um zwei verwegene Raubübcrfälle au Prager Geschäfte, wobei die Täter in schwarzer Maste auftraten und das Büropersonal der heimgesuchten Firmen mit vorgchal.tenem Revolver zwangen, den Weg zum Kassaschrank srei- zngeben, den sic dann erbrachen und größer« Geldsummen erbeuteten. Die Bande bestand ursprünglich ans drei Komplicen. Ter dritte im Bund« hat sich aber, al« er keinen Austveg vor den verfolgenden Polizciorganen mehr. sah, aus dem Belvedere erschossen. Dies war ein gewisser Georg Gale, der seinerzeit bei einer der beraubten Finnen angcstcllt war. Er hatte bereits vielfach« Borstrasen und auch Vesely genießt den Rus eine« gcsährlichcn Berusseindrechers. Die Festnahme der Verbrecher geschah erst nach verschiedenen gefährlichen Zwischensällen. Tie Detektivs hatten sich im.Hausflur der von Vesely und PaSck gemeinsam bewohnten Wohnung in den Hinterhalt gelegt. Bei Heimlchr der beiden Angeklagten wurden diese von den Polizisten gestellt. Während stck PaSek sofort ergab, feuerte Vesely mehrere Schüsse auf di« Verfolger ab und konnte erst nach wilder Jagd in einem K oh l« n ke l l e r, wo er sich verkrochen hatte, gestellt und unkchädlich gemacht merden. Demgemäß lautet für Vesely di« Anklage auch noch ans daS Verbrechen des versuchten M o r d c S und der öffentlichen Gewalttätigkeit. Tie Einvernahme dieser Gangster-Imitatoren bot ein widerliches Bild. Einer schob di« Schuld ans den anderen und beide Angeklagten bemühten sich nach Ktäfien den toten Gale als Hauptanstiiler zu belasten. Ter Harneloser« ist offenbar Jaroslav P a be I, der durchaus glaubwürdig beteuert, große A n g st vor den beiden ausgcsotteneu Kumpanen gehabt zu haben und eben dadurch zur Beteiligung an den Verbrechen"genötigt worden zu sein. Anton Bösels war sehr beredt, um seine Schuld als möglichst gering erscheinen zu lassen. Da aber all« Beredsamkeit nicht über di« verfang. deutschen Volks-, Bürger- und Mittelschulen i-n sämtlichen Sälen.,— X6 Uhr: Festlich« Eröffnung der Masaryk-Bolkshochschule.— 7 Uhr:„Zum Werke, daS wir ernst bereiten..." Ein Spiel mit Musik, Rezitationen und dramatischen Szenen. Donnerstag, den 2., 5-411 Uhr: Schulkino- Vorstellung.— 8 Uhr: Richard Katz, AScona:„DaS Weltleid der Zivilisation(Lärm— Maschine— Geschäft)".— 8 Uhr: Erster Klubabend des Wände r b u n d e S„Kosmos" der Urania im neuen Haus. Freitag, den 3., 1411 Uhr: S ch u l k i n o-Vor- stellung.— 8 Uhr: Rolf Omar Ehrenfels, Lichtenau:„Indien heute.' TamStag, den S-, 5411 Uhr: S ch u l k i n o-Vor- stcllung.— 3 Uhr:„Tie Urwa ldfymphonie", Erstausführung des neuesten Urania-Kulturionfilms. Sonntag, den 5., 5411 Uhr:„Urwaldsymphonie". Kulturtonfilm.— 3 Uhr: Jugendver- anstaltung. Marionettentheater:„Da-S gol- deue Ei" u. a.(Leitung: Dr..8. Adle r.) !48 Uhr: GoldonI:„Tas Kaffeehaus." Vor. stellung des„Prager Vereinsthcaters". Montag, den 6„ 8 Uhr:„M odcrne tschechische Kunst.'— 8 Uhr: Konzert d«S Rosü- Quartetts. Dienstag, den 7., 8 Uhr: Robert K r o n f e l d, Wien:„Meine Segelflngrekardc."— 8 Uhr: U ra n l a R a d i ob u nd. Klubabend. lichen Moment« Hinweghelsen konnte, hals er sich an kritischen Stellen dadurch, daß er in h y st c r> s ch« s Gliedcrzucken verfiel. Tie zehn einvernommei nen Zeugen bestätigten voll di« Angaben der Anklageschrift. Die Verhandlung dauerte bis gegen 8 Uhr abends. Tie den Geschworenen vorgclegtcn Schuldragen wurden fast in allen Punkten einstimmig oder mit großer Stimmenmehrheit bejaht Das Urteil lautete folgendermaßen: Anton Pesel> fünfzehn Jahre, Paroslov PaKek echs Jahre schweren und vrrfchärsten Kerkers, rb- Kunst und Wissen „Aquarelle zeitgenössischer Prager Künstler" stellt in einer kleinen, ober sachgemäßen und hübschen Auswahl d!e Galerie Dr. Feig!(Jung- mannova 38) lauS. Das farbenfrohe Landschaftsaquarell älteren-Stils repräsentiert am- besten Fritz K a u s«k mit zwei sehr gejälligen Bildern„Sorrent". Auch Blastimil R a d a erreicht, ohne vom Herkömmlichen weit abzuweichen, hübsche Wirkungen mit seinen ostböhmischen Landschaften. Friedrich Fe igl und Miloslav■'? o I y lösen sich stärker vom Objekt und lassen Licht und Farbe um ihrer selbst willen spielen, Feigl mit starker Pinselführung sowohl in' seinen Moldaulawdschasten al« auch in der„Straße>n Jaffa", wo das Kolorit der Natur dem Tenrpcrament des Künstlers entgegenkommt. Moderner noch als di« genannten ist Büclav Kpüla, dessen Aquarelle Jarbenorgien sind und der di« Technik der Oelmalerei aus die Wasserfarbe überträgt. Aber von seinen Landschaften scheint Mir doch nur ein« wirklich Gestalt zu haben, daS klein« Bildchen„Ans Dalmatien". Tie übrigen verniögen nicht zu überzeugen, sie bleiben flach und einfach kolorierte Fläche. Tas gilt auch von manchem anderen Aquarell der Ausstellung. Starken Eindruck machen mid hinterlassen die Landschaften von Willy Nowak, weniger seine anderen Arbeiten. Diese Landschaften beivciscn, daß es keineswegs auf strengen Realismus oder Naturalismus in der Wiedergabe c'nes Stückes Natur ankommt. Nowak arbeitet mit Farben, di««S in der Natur i o nicht gibt, er legt ein Blau auf, das durchaus eigenwillig eine Landschaft aus der Phantasie heraus baut, aber diese In Farbe und Stimmung phantastischen Landschaften sind trotzdem wirklich und wahr, wie dir heroischen Landschaften des 18. Jahrhunderts— an die sie in der Ttinrnrung leise erinnern— wirklich, obschon nicht nachgezcichn-ct« Natur waren! Aehtilich plastisch und stimm»ugsreich ohne Vlatten Naturalismus sind die Bilder von Bojtvch SedlüSek. Emil Filla und Franta Muzika dagegen sind mit einigen an den-Hochglanz des Dadaismus und Infantilismus erinnernden Sachen vertreten, die vor zahn Jahren noch dar Entzücken der Snobs gebildet hätten, heut« aber, trotz der hohen Preise, di« für diese Nichtigkeiten und dunrmcn Scherze gefordert werden, nur noch als störende Unterbrechung einer ernsten Saminlung wirken können. Dasselbe gilt auch für einige der Bilder von Frantiiiek Tichy. Das lst übelster Expressionismus, der heut« nicht einmal mehr den Reiz der N«nheit oder Extravaganz hat. Gerade am Vergleich dieser Anstreicher-Arbeit mit den w-vklich erlebten, aber auch wirklich gestalteten „inneren' Landschaften, die cttva Nowak malt, läßt sich die Grenze zwischen Kniest und snobistischem Unfug geradezu lehrhaft aufzeigrn.—cl. Einmaliges Gastspiel Hedwig Bleibtreu vom Bnrgtheater in Wien, Dienstag in„Olympia" von Molnar. Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theater». DoniwrSiag 8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein"(a. A.).— Freitag 8 Uhr: Festkonzert anläßlich dcS.SlaatSfeiert-rgcs der Republik(D2). - Samstag 754 Uhr:„ToSca"(CI). Spielplau der Kleinen Bühne. Donnerstag. 8 Uhr:„Sohn Gabriel Borkman"(Kultur- verbandsfrennde).— Freitag 8 Uhr:„Sextett.' -- Samstag 8 Uhr:„Bezauberndes Frauke i n." UM' Spiel• Köroernllani» Der österreichische Arbeiter-Tmu« und Tportbund gegründet. Sonntag fand in Wien dir Gründmtgslagmw des neuen österreichischen Arbeiter-Turn- und Spor:- Kunde- statt. Die Gründung des neuen Bundes war bekanntlich durch die polnischen Verhältnisse!» Deutschland bedingt worden. Zu der Tagung halten sämtlich« Bezirke der früheren Kreis:(17. u,d 1k.) ihr« Vertreter entsendet. Nach einer eingehenden-Drbatte wurden die Statuten des nerm Bund z genehmigt- Zu BunbeSobmännern wnrb-n die Hy. nassen Körner(Wien), Püchler Wiener-Neustadl) und Bernaschek(Ling) gewählt. Die Techniker des neuen Bundes beschlossen m ihrer Sitzung u. a. neben den Kursen, daß am II. Feber ein großes Wintersporttrefscn, verbunden mit den österreichischen Meisterschaften für Skiläufen und Skispringen, in Ajipang abgehallen werden soll; ferner sollen im kommenden Jahr ein großes Spornest, in dessen Rahmen dl« Dieisierschaftcn im Turnen, Handball, Leichtathletik und Schwimmen stattsindcn, und«i-n BuudeSkindertreffen im Salzkammergut durchgeführt tverden. Weiler wurde angeregt, die Veranstaltungen der Tschechoslowakischen Arbeiter-Olympiade Im Feber und!m Juli zu bcich'ckcn. Außerdem erörtert« man die Möglichkeit, eine Reis« nach Lettland und Finnland durch- znführen. Vom ungarischen Arbeitersport. Di« Leicht- athlcilksafton geht zu Ende und die wenigen letzten Wettkämpfe bringen aber immerhin noch gut« Ergebnisse. Im Wcitsprung stellt« Sott vor kurzem mit 6.87 Metern«!uc neue Bestleistung auf und Nemeth lief die 5000-Meter-Streck« in 1»: öl Mn. — Unter dem Titel„23 Jahre im Dienste des Arbeitersports' veranstaltet der AiAE- Budapest am 28. und 26. November eine Ausstellung. Außerdem sührt derzeit dieser Verein einen Kurs für künftige Turnwart« durch.— Die Fußball Auswahlmannschaft spielt am 28. und 29. Oktober in ö 1“- Tschechoslowakei um den Europacup. Aus der Partei Jugendbewegung. SI. n— FBSA. Prag. Heut«(Tonners- ta'g) spricht Genosse Dr. E. Strauß über: „Geschichte der sudetendeutschen Arbeiterbewegung". — Beginn 8 Uhr abends im Heim. Der Film Das Geheimnis der Lebamms. Auch Edgar Wallace hat sein« Unsterblichkeit. Das Assenungcheucr King Kong trottet als Denkmal seiner schaurigen Phantasie über die Leiinvan-d— und aus den ungezählten Tciektivgeschichten, die der groß« Bücherfabrikant auf den Markt geworfen hat, werden mit der Zeit ebensoviel« Filme werden. ES wäre vergeblich, dagegen anzukämpfen. Tenn was einmal Erfolg gehabt hat, das lassen die Filmlöwen »richt aus ihren Klauen. Man mutet uns Filmbesuchern also zu, uns .zwei Stunden lang für die Aufklärung der zwei Morde zu Interessieren, di« der irrsinnige Lord Lobauou in seinem Schlosse begangen hat und die seine Muller ans Angst vor dem Aussterben des stolzen Geschlechts verheimlichen will. Eine lies« Psychologie, die der Herr mit der langen Zigarettenspitze da geliefert hat! Sein Landsmann, der sonst o verschrobene G. K. Chesterton, hat mit seinen Erzählungen vom Pater Brown bewiesen, wie geistreich Detekiivgeschichtcn fein können. Uber Wallace hat bewiesen, wie erfolgreich si« sein können, auch wenn sie geistlos sind. Der englisch« Film des Regisseurs HaycS Hunter spickt die Angelegenheit nrlt viel Geplauder, Geflüster und Gerede, er hilft ihr imi wirksamen schauspielerischen Mitteln nach— aber die Sach« bleibt so leer w e sie ist, und es ist durchaus möglich, nicht von ihr gefesselt zu sein.—cis— Adituno! Boykott gegen Den Wand! — anm beim nun! Vereinsnadiriditen Naturfreunde, Achtung! Die deutsche und tschechische Arbeiterschaft demonstriert am 28. Oktober für die Freiheit, für di« Demokratie und gegen den Fase iS««». Daher ist es Pflicht aller Mitglieder, sich a den stattsindenden. Kundgebungen zu beteiligen Nähere Informationen hol« man bei den Ortsvei bänden ein. Touristrnvereln„Die Naturfreunde" I Sitz Aussig a. E-, Reichsausschuß. ttiaigtbic eteaftta Zink.—lN,u mit Urlaft Rr i8.Süu;vn l'.BO dewtu.zt.- v«,u,«bt»tn|iuu,en:«ei ßujtefluna In« hau, oder d«< Bi,u« durch tl« Pa« manatlich Ke 16.-,»lerteltiftrNch K« 48.—, daldjitzri« Kt sta.—. ganjiäftct, U tu,—._ guserut, werde» laut Zan| UiQigP drrechurr. VU a(ute« Etulchultuui« PraUnachu».— Bückltellun,»au Kuuultrlpt«» cifolgt uu, bei«tujeuduu, der HUtaurMueke»,