Nvzelprels 70 Heller. ^Einschließlich 6 Heller Porto' 13. 2adrgana. Dienstag, 31. Oktober 1933 Nr 254. Die Feiern des 28. Oktober Die Staatsfeiern in der Provinz beide und Ne- in den zehn dem Der wir btc stellen neues Bekenntnis abzulegcn, wir hc-b«n unsere seit jeher vertretenen Anschauu»- in ernster Stunde zu bekräftigen. Denn heute zum erstenmal und in so großer der des heutigen Zcti allen Demokratien und auch unseren drohen. Die Demokratie ist keine Tchwä» und darf keine Schwäche sein und eine Der ch e es ist Pflicht der Demokratie, alles zu tun, um sich im Innern und auch nach Außen wehren zu können. Unser Volk hat dies während des Krieges begriffen und in dieser Hinsicht seine Pflicht getan. Auch heute müssen wir bereit sein, die Demokratie zu verteidigen. Wir müssen immer wieder dessen eingedenk sein, daß der Tagen der Wiedererlangung der Selbständigkeit vorhergehenden Jahren zu überwinden. Unsere große Kraft wurzelt auch heute wie- der in jener Einheit der demokratischen Gesinnung, die uns alle während des Weltkrieges im Geiste unserer Geschichte verband. Ter gleiche...demokratische Gedanke kann auch das beste Bindeglied zwischen unserer Nation und den unseren, Staat bewohnenden Minderheiten, insbesondere dsr großen deutschen Minderheit sein, die heuer mit uns den Nationalfeiertag begeht. Die schweren Seiten, die unser Volk in der Vergangenheit im Kampfe, gegen die. nationale, politische und soziale Unterdrückung durchleben Arbeit für ihre Aufrechterhaltung immer noch schwerer sein wird.. Für uns bedeutet dies heute, unsere Innen- und Außenpolitik im Geiste jener Ideen zu führen, in deren Namen wir die Freiheit erlangt haben, bedeutet dies heute, unsere demokratischen Autoritäten, die wir uns selbst gegeben haben, zu achten und Ihnen zu folgen. Nur so werden wir unsere Republik, unsere Demokratie und den Frieden erhalten. Ich glaube, daß trotz allen internationalen Schwierigkeiten der heutigen Zeit, namentlich auch der Friede und die Freiheit durch unsere Generation gewahrt bleibe» werden. ».„.1 und Entschlossenheit wie in den den berühmten Kamps um die Freiheit schwer und daß die k a f fnr tfire» Of f rrrl-itrvh« t Htrnnr ito/h BeneS Ober die DerooWe Aus der Rundiunhrede des Außenministers am 28 Oktober Außenminister Tr. BeneL hielt am 28. Okto- her im Rundfunk eine Rede, aus der auf die Demokratie Bezug habenden iviedcrgebcn: Die Wirtschaftskrise, die Unruhe internationalen Beziehungen und die Acndcrun- gen in den politischen Systemen einiger Staaten fordern uns direkt heraus zu dem Bestreben, die richtige Orientierung in des Tages Getriebe zu finden, um die schweren Zeiten, in welchen wir leben, mit der gleichen Festigkeit, Uebcrzcugung Mimisch« Feier in Präg Prag, 28. Oktober. Heute, am 15. Jahrestage des Entstehens des tschechoslowakischen Staates, fanden in allen Gebieten der Republik Manifestationen statt. Tie Stadt Prag mar mit einer Unzahl von Fahnen geschmückt. Tic Bahnhöfe, die Motor- sahrzcnge und andere Transportmittel, brachten jeden Augenblick immer wieder neue Massen vom Lande in die Hauptstadt. Durch die Straßen zogen in den Morgenstunden Gruppen der einzelnen militärischen Formationen zu ihren Treffpunkten. Tas Signal zum Beginn der Feierlichkeiten waren 28 Kanonenschüsse, die von einer Artillerie-Abteilung am Petölu abgeseuert wurden. Um 8 Uhr 30 Minuten gedachte des Tages der tschechoslowakische Nationalrat durch die traditionelle Manisestationsversammlung im Sme- tana-Saal des RcpräscntationshauseS. Die tschechoslowakische Negierung war bei diesem Akt vom Handelsminister Tr. Matou 8 ck, das Abgeordnetenhaus von dessen Borsitzendenstellvertroler Abg. Ftivin vertreten. Nach einem Chorvor- trag sprach namenS der tschechoslowakischen gierung Minister Dr. Derer. Ter Präsident der Republik traf vor Uhr auf dem Graben ein und bestieg auf Hose deS Restaurant Savarin das Pferd. Präsident wurde freudig vom Publikum mit den Rusen begrüßt:„Es lebe der Präsident. Hoch der Präsident der Republik." Der Präsident ritt sodann an den hier ausgestellten Militärabteilungen vorbei, auf der linken Seite des Wenzclsplatzcs hinaus, umritt das Wenzelsdcnkmal, von wo er die Truppen mit folgenden Worten begrüßte: „Ten anwesenden Truppen„Nazdar!"— Die Regimenter und Abteilungen antworteten mit einem kräftigen„Zdar". Begrüßt vom Militär und Publikum ritt der Präsident vor den auf der rechten Seite des WenzelSplatzes aufgestellten Militärabteilnngen hinunter und sodann in die Straße des 28. Oktober, durch die Nationalstraße, über den Masarykquai vor das Parlament, wo die Truppen vor ihm defilierten. Auf dem ganzen Wege wurde der Präsident von den versammelten Menschenmassen und den Mitgliedern von Korporationen iit Trachten herzlichst akklamiert. Bor dem Parlament war eine Tribüne für die offiziellen Gäste, errichtet. Der Präsident sprang vom Pferde und betrat die Tribüne. Die Truppendefilicr'ung dauerte bis 11.45 Uhr. Der Präsident dankte dem Kömmon- danten, verabschiedete sich von den Mitgliedern deS diplomatischen Korps, den Mitgliedern der Regierung und, der.Natioizgsversammlung und begab sich zurück auf die Burg. den Zeit der schwersten wirtschaftlichen und politischen Erschütterungen. Der Fascismus Hai die Not und die Verzweiflung der Massen zu seinen dunkeln Zielen mißbraucht. In großen Staaten ist die Herrschaft des Volkes durch die Gewalt des FasciSmüs vernichtet, in anderen Ländern sehen wir ein jclhvercs Ringen um die Aufrechterhaltung der Demokratie. Auch in der Tschechoslowakei haben fascistische Bewegungen die demokratischen Grundlagen des Staates zu unterwuhlcn versucht. In den großen geschichtlichen Auseinandersetzungen, deren Zeugen wir heute sind, hat sich die Tfckzechoslowakische Republik als eine der festesten Stützen der Demokratie Europas bewährt. Mit Freude und Genugtuung können wir aussprechen, daß die.Kraft der Arbeiterklasse einen großen Anteil daran hat, daß die Tschechoslowakische Republik in so stürmischen Zeiten, getragen von dem Dillen ihrer Bürger, fest und unerschütterlich auf ihren demokratischen Grundlagen ruht. Offen und entschieden stehl auch die deutsche Arbeiterklasse zum Staate. Wir deutscheu Sozialdemokraten haben von der ersteig Stunde an, seitdem die Fric- densvcrträge über die Neugestaltung Europas entschieden hatten, unseren Dillen erklärt, auf dein Boden dieses Staates für unsere großen sozialen Ziele zu kämpfen. Immer haben wir für das friedliche Zusam- menlebcu und die freuudschaftlickie Berständi- gnng aller Völker, die den Staat bewohnen, unsere besten Kräfie eingesetzt. Wir haben aAo kein nur gen wir Zahl an der offiziellen Feier des Gründungstages der Republik teilnehmen, so g schicht eS, weil wir damit zum Ausdruck bringen wollen, daß wir gerade in Stunden der Gefahr mit um so größerer Entschlossenheit d:c Demokratie gegen jeden Feind und mit allen unseren.Kräften zu verteidigen entschloßen sind. Auf diesem Boden wollen wir unsere Kämpfe führen. Nach wie vor stehen wir unerschütterlich zu unseren Zielen: Einer planvollen Gestaltung der Wirischaft, die von der demokratischen organisierten Gesellschaft geleitet wird und allen Gliedern der Gesellschaft eine sichere und würdige Existenz gewährleistet, der freundschaftlichen Zusammenarbeit aller Völker im Staate und dem Frieden zwischen den Nationen in der Welt. In brüderlicher Gemeinschaft mit den Arbeitern aller Nationen wollen wir die dcniokratischcn Grundlagen der Republik bewahren und schützen und für die Ausgestaltung ihres sozialen Inhalts arbeiten und wirken. Bon diesem Geist erfüllt, senden wir dem Präsidenten der Republik, T. G. Masarhk, dem treuen Sachwalter der Demokratie und dem bewährten Freund der Arbeiter, unsere Grüße. ! mußte, machten aus unserem Volke einen grund- ! sätzlichen Gegner jedweder Unbill politischen, nationalen nnd sozialen Charakters. Das, was beute um uns geschieht, ändert zwar diese unsere Ansichten nicht, macht uns aber dennoch in richtiger Weise aus die Gefahren aufmerksam, die in der der Die Stellung zum Staate Eine Kundsebuns der deutschen Sozialdemokratie In der Tschechoslowakischen Republik zum 28. Oktober 1933 In einer Reihe von Stadien der Tsche- choslowakischeu Republik, so m Aussig, Bo- dcnbach-Tetschen, Teplitz und Karlsbad, har sich unsere Partei an den Feiern des 28. Oktober offiziell und aktiv eteiligt. Unsere Redner gaben dabei überall die nach- ehendr Erklärung gleich!antend ab: Tic Tschcchostowakischc Republik licgeht 15. Jahrestag ihres Bestandes in einer Für unsere Partei sprach Genosse Zimmer- I m a n n. In B r ü x war die ganze Stadl be- flaggt, eS fand eine Militärparade statt. In Oberleutensdors sprach Genosse Zettl. Die K o m o t a u c r.Kundgebung gipfelte in einer großen Manifestation auf dem Marktplatz, deren Teilnehmerzahl aus mehr als 10.000 Personen geschätzt wird. Von deutscher Seite beteiligten sich an der Kundgebung insbesondere Sozialdemokraten. In Karlsbad fand Vormittag ein Festzug der deutschen und tschechischen Vereine statt, im Schützcnhans versammelten sich cllva 2500 Personen zu einer Feier. Deutsch sprach Bürgermeister Jakob, der feststellte, daß die deutsche Bevölkerung von Karlsbad bereit sei restlos und treu an der Wohlfahrt des Staates mitznarbei- ten. In Eger wurde die Feier aus dem histo- rischeu Marktplatz obgehalten, wohin sich vom iNahnhos aus ein großer Umzug bewegte. Deutsch | sprach eine Fachlehrerin. In Podersam wurde am 28. Oktober ein Masayrk-Denkmal enthüllt. Auch in R e i ch e n b c r g wurde der Tag der Republik feierlich begangen. Den ersten Teil des Festzuges bildeten Deittschbürgcrlichc, den zweiten Teil deutsche und tschechische Sozialdemokraten. NamenS des deutschen Stadtbildungsaus- ichusses sprach Genosse Professor Paizl Fürstenau. lTer Obmann dieses Ausschusses ist der Universitätsprofessor Gierach.) Anschließend gab es im Stadlthcater ein Festkonzert. Auch in Gablonz beteiligten sich die deutschen Vereine Korporationen an den Feierlichkeiten. In Pilsen wurde eine Festparade Garnison abgehallen, über die Bedeutung Festtages sprach Bürgermeister Pik. In Brünn nahm der LandeSmilitärkommaudant eine Parade der militärischen Formationen ab, aus der Manisestationskiindgebung der Zivilbevölkerung aus dem FreiheitSplah sprach Bürgermeister TomeS. In Troppa u veranstalteten die deutschen Vereine im Stadttheater eine große Feier. In Ostrau fand vor dem Rathause eine gemeinsame Manifestation aller Bevölkerungs- schickten statt, die vom Stad trat veranstaltet i wurde. In Bratislava hielten n. a. auch * ,! die klerikalen Turner eine Feier ab, bei der teiligten sich an der Feier etwa 5000 Menschen. i Hlinka sprach. fn den Städten mit deutscher Devülke-. rungsmehrheit waren die Feiern des 28. Okto-! ber im heurigen Jahre lveit imposanter als in früheren Jahren dadurch, daß'die deutsche Be- völberuug an ihnen teilnahm. Im deutschen Industriegebiet gab die deutsche sozialdemokratische Arbeiterschaft, die Teilnahme unserer Ord- nerorganisationen, unserer Jugendlichen und der Arbeiterttirner der Feier das Gepräge. In Tetschen- Bodenbach fand die Feier auf dem Tetschener Marktplatz statt, aus dem 15.000 bis 16.000 Menschen versammel! waren. Fünf Hundertschaften unserer RW, eine Hnndertschast Iugcndstaffeln und sechs bis sieben Hundertschaften Turner und Turnerinnen nahmen in Uniform teil nebst vielen tausenden sozialdemokratischer Parteiangehöriger. Im Umzug wurden eine Unmasse roter Fahnen getragen. Es war eil« imposante Kundgebung. Aus dem Marktplatz sprachen der Tetschener Bezirks hauptmaim Pirl und der Bürgermeister-Stellvertreter von Bodenbach, Genosse Keßler," in deutscher und tschechischer Sprache. Auch der Aussiger Marktplatz sah wuchtige und eindimcksvolle.Kundgebung. Zug der sozialdemokratischen Arbeiter kam vom BoÜShauS heranmarschiert, Jugendliche, RW. und Turner in Uniformen, ebenso die uniformierten Straßenbahner gaben dem Zug« das Gepräge. Auf dem Dkarktplah waren etwa 20.000 Menschen versammelt, als die Feier begann. Es sprachen tschechisch Landesausschußbeisitzer Doktor Kubista, deutsch Bürgermeister Genosse P ö l z l, der imjtner wieder von stürmischem Beifall unterbrochen wurde. Die Kundgebungen erreichten ihren Höhepunkt, als der Bürgermeister des Präsidenten Ma sacht gedachte. Auch in Teplitz- Schönau bildeten die Masse der Teilnehmer die deutschen sozialdemokratischen Arbeiter mit ihren uniformierten Formationen, die nicht weniger als 00 Fahnen mit sich führten. Auf dem Marktplatz sprachen vor etwa 16.000 Menschen der tschechische Genosse Dr. Charvat und Abgeordneter Genosse Kremser. In Dux sprach für unsere Partei Genosse Otto Pichl, der mit einer Kundgebung an den Präsidenten der Republik schloß. In B i l i n bc- Seite 2 Dienstag, 81. Oktober 193r». Nr. 251. Gewerkschaftliche Konzentration Zusammenschluß des Zentralverbandes der Ledens» und Genubmlllelardelter in Bodenbach mit dem Verbände der Bedlensteten in Handel, Transport und Verkehr in Aussig Dir am 28. und 29. Oktober in Bodenbach! und Aussig getrennt tagenden 5. Verba ndS.age obgenanter Geiverkschasten baden mit grösster E i n- mütigkeitdi« Fusion beider Verbände beschlossen. Die folgten damit den Anforderungen der Zeu auf Kon-eirlrativn der.Ureifte in Insustriegnip- penverbänden int Sinne der Be'ch'itsse des Dem. iehe.tr Gerverkschafts-bu»des in Reichenbevg. Damit ist wieder ein Schritt dahin getan, die Zahl der vorhanden gewesenen Gevxrk'chaf Sverbände von 19 auf 15 Hera Handrücken.(Erwähnt sei, Lag aus der korrespondierenden tschechische» Seite noch itu- mer 4, Verbände existieren.) Der Berbandslaq der Lebensmittelarbeiter Der VerbandStag der LeBcnßmittel» arb« i t« r tagte unter Vorsitz der Genossen Klinger, Lehnert und Schnster-Eger in Anive'enheit von 54 Delegierten in der VolkS- halle. AIS Gäste nalunerr teil: S ch i s f e r st e i n» Zürich stir die Internat. Union der Lebensmittel- organisationen, Zippe r»Wien für den Zentral, verband der Lebenönnttelarbeiter Oesterreichs, M a e o u n und W e i g e l-Reichenberg für den Deutsch)«» Geivorkichaf sbund, Proksch und Steine r-Prag für den Zentralverband der Le- bensmittelberuse in Prag, Sch w«i ch ha r t-Bo- denbach für die Parteivertretnng der detUschen so»' zialdemokratischM Partei in Prag sowie S ch11- I e r-Bodenbach für die KreiSgewerkschoftSkomims- sion Bodenbach- Böhm.-Leipa. Die Begrü- ßungsansprachen der Genossen Schiffe r st e i n, Zipper, Proksch, Weigl, Schiller und S ch w e i ch h a r t fanden lebhafte Zustimmung. Der gedruckt vorliegende Tätigkeitsbericht für die Zeit von 1929 bis Mitte 1933 enthält eine Anzahl aufschlußreicher Berichte über die allge» meine Wirtschaftslage und die Verhältnisse in der Lebens» und Genu hm rtteliudustri«; er enthält auch einen Bericht des Fachverbandes der Hotel-, Restaurant. und Kaifeehausangestellten und gibt detaillierten Bescheid über die vielseitig« Arbeit deS BerbandeS. In der Zeit von 1929 bis 1932 hat der Verband samt deut Staatsbeitrag an Arbeitslose 1,659.068 Ke Unterstützung anSgezahlt. Obmann Gen. Klinger ergänzte den Bericht in wirksamer Weise, wobei er hervorhob, daß der Verband, dessen Mitgliederzahl ständig wuchs, mit Erfolg den Abivehrkampf gegen kapitalistische Angriffe führte und daS Verhältnis zur sozialdemo- kra«scheu Partei stets das beste war. Ebenso wurde im gemeinsamen Komitee mit dem tschechi- scheu Bruderverband sehr einträchtig zusammengearbeitet. Auch das gemeinsame Verbandsblatt bewährte sich. Ter Kassier Gen. Pohl konnte über eine ak ive Gebarung berichten. Auf Antrag der Kontrolle durch Gen. P u n z m a n n-Bodenbach wurde einstimmig die Entlastung erteilt. In der vorlzergelzenden Debatte sprach Gen. Lehnert» Bodenbach über die erfolgreiche Arbeit in den Kreisen der Gastgowerbeangestellten, die besonders unter dem euttvnrdigenden Entlohnungssystem, der einseitigen Arbettsvermitttnug und der man. gelnden sozialen Fürsorge leiden. Gen. K l e m- m e r-Bodenbach berichtete über die Tätigkeit des Schiedsgerichtes. Ueber die Verschmelzungsfrage ersta tete Gen. Klinger ein instruktives Referat. Die'« Frage wurde seit Jähren erörtert und in eirier Spezialkommission nach allen Seiten hin geprüft. Schließlich erfolgte eine Urabstimmung der Mitglieder, die sich mit großer Mehrheit für den Zusammenschluß aussprachen. Ueber die Aeuderungüer Geschäftsordnung im Sinne der Anpassung referiere Gen. Weigel. An die beiden Referate schloß sich eine sehr ausführliche D e ba t te, an der die Genossen Schis. vervMckslaK «er Transportarbeiter. Vereinigung mit Lebensmittel- Arbeitern beschlossen. Der Verband der Arbeiter und Bediensteten in-Handel, Transport und Verkehr, dem der Verband Deutscher Berufskraftfahrer angeschlossen ist, hielt vom 28. bis 30. Oktober seinen fünften ordentlichen VerbandStag im Aussigen VolkShauS ab. ES war eine historische Tagung, weil sie der Vorbereitung eines gemeinsamen BerbandStagcS mit dem Verbände der Lebensund Genußmittelarbeiter diente. Diese beiden Verbände sollen in Zukunft ein geschlossenes Ganzes sein, eine neue gewerkschaftliche Großmacht. Der VerbandStag trat inmitten einer festlich geschmückten Stadt zusannnen und als draußen bei herrlichem Wetter daS 15jährige Bestehen der Republik durch Demonstvcmonen und Veranstaltungen aller Art gefeiert wurde, begannen die Beratungen im VolkShauS. Sicher nur ein zufälliges Zusammentreffen, dennoch aber symbolisch, weil daS Bestehen dieser Republik derartige Tagungen und Beratungen inmit» ten eines wogenden Meeres von Faseismus erst gewährleistet. Der Vorsitzende des BerbandStageS Genosse Franz Sedlaöek ging in seiner Eröffnungsrede ans die innerpolitische und weltpolitische Situation ein und gab sein lebhaftes Bedauern darüber zum Ausdruck, daß dies der erste VerbandStag sei, auf dem Gäste auS Deutschland nicht vertreten sind. Er versicherte die deutschen Brüder der herzlichsten Sympathie der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft in den sudetendeutschen Ländern. Unsere alten österreichischen Freunde sind vom FaseiSmus ebenfalls bedroht und eS gilt ihnen der brüder-. liche Gniß nicht minder als den Genossen in Deutschland. Der heutige Tag deS StaatSfeier- tageS gibt uns Gelegenheit zu erklären, daß wir diese Republik zu schützen wissen werden. Rach Erledigung der üblichen Formalitäten und des Gedenkens der in der DerichtSzeit verstorbenen Genossen und Kameraden, wurden die Begrüßungsansprachen entgegengenommen. Als erster sprach der Vorsitzende deS österreichischen Transportarbeiterver- bandeS und Präsident der Wiener Arbeiterkammer, Gen. Karl Weigl, Wien. Er wurde mit ferst ein, Zipper, Proksch. Maeouu, S ch a r i n g und Weigel in hervorragender Weife teilnahmen. Don den Delegierten sprachen Ritz, Fuhrmann, Z i m m e t,‘ Oppl, Pietschmaun, Sopper, Sch reiner, O p p i h und S t i« ngl. Die auSländitchen Delegierten vertraten den Standpunkt, daß vor allem der Zusammenschluß der LebenSntittelarbeiterver- bände(deutsch und tschechisch) erfolgen sollte. Dem. gegenüber wurde beton', daß es eittschieden besser ei, vorher die Bedingungen für einen allgemeinen Zusammenschluß der gesamten Gew/rksckasten durch Reorganisation aus beiden SeitenzoM schaffen. Schließlich wurde mit allen g ea^m zwe t Stimmender Zusammenschluß-«S^LebeitSmit. telarbeiterverbandeS mit dem TranSPor'arbeiter» verband beschlossen. Mit der Erledigung der Anträge hatte der Bodenbacher VerbandStag seine Ausgabe erfüllt. Die iveilereu Verhandlungen wurden in Aussig geführt. Dort hatte inzwischen der TranSportavbeitewerband die Verschmelzung beschlossen. « herzlichem Beifall empfangen. Genosse Weigl sprach in doppelter Eigenschaft: als Vertreter deS österreichischen BruderverbaudeS und als Repräsentant der Internattonalen Transportarbetter- Föderatton. Wenn die österreichische Arbeiterschaft ihre Freiheit verteidigt, so tut sie daS tn dem Bewußtsein, eine Mission zu erfüllen. Begrüßungsansprachen hielten weiter Herr Äewerbeinspektor Jng. Malta vom Ministerium für soziale Fürsorge, als Vertreter des Der- bandes deutscher WirtschaftSgenossenschaften in Prag Genosse H o r a t s ch e k-Aussig, der Genosse Karl Schwob von der KreiSaewerkscbaftSkom- Mission Aussig, der Genosse Ernst Grünz- ner jun. vom Allgemeinen Angestellten-Der- band, Sitz Reichenberg, der Genosse R o k o S, vom tschechischen Transportarbeiterverband, der Bürgermeister von Aussig, Genosse Leopold P ö l z l, die Genossin Irene K i r p a l, die im Auftrage deS Parteivorstandes sprach und der Genosse Ernst G r ü n z n e r sen. als Vertreter deS KstchS der sozialdemokratischen Abgeordneten und Senatoren. Der Genosse, Abgeordneter Franz M a c o u n, sprach als Vertreter der Zentralgewerkschaftskommission, er wieS besonders auf die Bedeutung dieses BerbandStageS hin, der die Vorbereitung zu einer Konzentration der gewerkschaftlichen Kräfte im deutschen Gebiet der Tsche- choslowakei sein soll. ES folgte nunmehr der Bericht des Vorstandes, welcher von Genossen Theodor Dietl erstattet wurde. Er lenkte die Bsicke der Delegierten auf die Lage der Weltwirtschaft, die den Transport, Handel und Verkehr durch die Depression im Weitesten Maße lahmgelegt haben. Dadurch werden naturgemäß die Handels- und Transportarbeiter in ihrer sozialen Stellung stark berührt. Die Tschechoslowakei, als ein Staat, der auf den Export angewiesen ist, hat sich mit dieser Tatsache abzufinden. Genosse Dietl zeigt an Ziffern über den Schiffsverkehr auf den Wasserstraßen der Republik, der Kohlenaus- und-etnfuhr und den Verkehr anderer Massengüter wie die Krise auf den Warenumschlag gewirkt Hai. Die Finanzen der Gemeinden, die schlechte Lage der Straßenbahnen hindern die gelverkschastliche Tätigkeit der Gemeindearbeiter und Straßenbahner. Di: soziale Lage der Badebediensteten wurde beeinflußt besonders durch den Rückkehr der Kurgäste in den deutschen Bädern. Angesichts dieser Verhältnisse muß eß als Erfolg bezeichnet werden, daß die Mitgliederzahl des BerbandeS seit dem letzten VerbandStag um 40 Proz. zugenommen hat. Bei näherer Betrachtung läßt sich sinnfällig nachweisen, daß überall dort, wo zielbewußte und sachliche Arbeit geleistet wurde, der Erfolg am größten war. Die deut scheit Transportarbeiter der Republik tverden weiter bemüht sein in ihrer sachlichen Gewerkschaftsarbeit fortzufahren im Interesse ihrer Berufskollegen und zum Wohle der gesamten Arbeiterschaft. Der Bericht deS Zentralsekretärs löste eine sehr ausführliche Debatte aus. Veranlassung dazu gaben die Ausführungen einiger Reichenberfler Ko m m u n i st e n, die ihre alte, verstaubte Walze abrollen ließen. Dem Zentralsekretär war eS ein leichtes, diese Tiraden ins rechte Licht zu nicken. Im allgemeinen wurde die Tätigkeit des Vorstandes uno der Geschäftsleitung anerkannt. Der Antrag auf Entlastung w u r d e einstimmig angenommen. Der Genosse Dietl begründete den Antrag des Vorstandes bezüglich des Zusammenschlusses mit dem LebenSmittel- arbeiterverband. Der VerbandStag stimmte den getroffenen Vereinbantngen zu. A« die Gewerbetreibenden unv Kaufleute! Die Gewerbetreibenden und Kaufleute stnv zersplittert in allen Parteien des BurgertumS. In diesen Parteien gehen sie auf und können trotz der Gewerbepartei, welche nichts als eine Man- datSvergebungSkorporation ist, keinen Erfolg buchen. Die Gewerbetreibenden und Kaufleute, denen auf Grund ihrer Selbständigkeit immer er- e wurde, sie seien Besitzende und gehören ins „ tbeS Bürgertums, mußten Enttäuschung aus Enttäuschung erleben. Immer wurde ihnen versprochen, nicht- wurde gehalten. Die Gewerbetreibenden und Kaufleute stellen aber in ihrer Gesamtheit eine Masse dar, welche, wenn siegln eine große Bewegung zusammengeschlossen wäre, große Erfolge den heute in schwere Rot geratenen Gewerbetreibenden und Kaufleuten bringen könnte. AlS Masse von Erzeugern, anaelehnt an die Masse der Verbraucher, verbunden durch eine SchicksalSgemeinschast— denn geht eS der Masse der Verbraucher schlecht, verelendet daS Gewerbe uich der Kaufmann— können die Gewerbetreibenden und Kaufleute ihre Geschicke selbst formen. Einstmals hieß es, Handwerk hat einen goldenen Boden, daS ist aber schon lange her, eS gab wohl eine Zeit, wo das Gewerbe in Blüte stand, aber die Entwicklung der Technik hat aus dem goldenen Boden«inen Boden gemacht, auS dem kaum noch da» Stückchen Brot herauSzuholen ist, da- zum Leben gebraucht wird. Unser Verband hat trotz seine» kurzen Bestehen» schon einige Erfolge, welche von einem Geist zeugen, der in den Reihen diese» BerbandeS herrscht und der darauf schließen läßt, daß die Gewerbetreibenden neue Wege gehen. Doch wenn für die Gewerbetreibenden und Kaufleute sichtbare Erfolge erreicht werden sollen, müssen alle Gewerbetreibenden sich in diesem finden. Vollständiger Bruch mit denen, die bi» nun nur versprochen haben und den Blick nah vorwärts gerichtet, einmal Schluß machen mit dem Standesdünkel, di« Wirklichkeit erkennen und ans diesem die Lehren ziehen. Wir rufen deshalb allen Gewerbetreibeiiden und Kaufleuten zu: Wenn Jbr eS ernst meint mit einem erfolgreiche» Kanipf für uns, dann kommt zu uns und helfet ni't. unser LoS zu verbessern. Schimpfen und untätig bleiben nützt nichts. Deshalb auf und erkennet, wo Euer Platz ist. verband der Gewerbetreibenden und Kaufleute in der Tschechoslowakischen Republik, Saaz, Nikolaigasse. Ein abenteuerliches, modernes MUrchen von Kurt Doberer 86 fr Liss' Komet Der hohe Ton der schwingenden Membranen schien Sorge, Angst, Aufregiing zu übertragen. — Tütü— tütütü— wimmerte e8 aus den Hörmuscheln. —„Tonglas— Douglas— Douglas—" stöhnte der Empfänger. Rach Dicks Kehle griffen dünne dürre Finger. —„S—O—S— S—O—S—" z tterten die Membranen. Donglas preßte seine Hände an die braune Erde. Dann kam eS mit ganzer Stärke an:„— Achtung— Achtung— Hier Ararat— Der Komet streift die Erdbahn heute Rächt—;. „Heute Nacht!" raste der Gedanke durch Dicks Hirn. Heute Nacht Tas wachsende Licht um ihn war ein einziges höhnisches grünes Feixen. „Achtung— Achtung—" piepte eS auS den Hörmuscheln.„Komet tangiert Nordamerika— Wir senden die Zeit" Da klang eine ruckende Salve von Auspusf- erplosionen durch die Nacht. Drunten heulte ein Propeller auf. „Die Maschine!" dachte Dick. Nein, er dachte nichts. Er sprang auf— piß den Hörer ab. Dann stand er hinstarrettd einen Augenblick still. Der blanke Spiegel deS Sees strahlte unwirkliches. gespenstisches Licht zurück. Die Hellen Tragflächen der Maschine schienen über dem Wal- icr zu schweben. Dann verschwanden die Konturen deS Aero plans unter einem schwachen Rauch. Die Maschine schob sich rückwärts in den See hinaus. Da begann Dick zu laufen. Er rannte und rannte— die Hänge hinunter, die Lichtltng entlang. Zweige peitschten ihn vorwärts. Tausend glasharte, krumnte Stacheln suchen ihn auszuhalten. Aber Dick lies— lief. Keuchend schob er sich durch die letzten Büsche, war am Strand, am Wasser. Draußen knatterte die Maschine— der Propeller heult«— stcmd— heulte wieder los. Einen Streifen Gischt hinter sich, schoß der Aeroplan vorwärts. Drüben, wo der Stein senkrecht in den See fiel, war das Wasser glatt und dunkel. Dorthin raste der weißleuchtettde Vogel. Der Berg stand ttnd sah unbewegt das silberne Ding anrennen. Der heulende Propeller frag sich schneller und schneller vovtvärts durch die schlafende Luft, hin zur Wand. Dick watete wie toll in den See hinein. Tann verlor er den Grund und begann, mit unregelmäßigen Stößen zu schwimmen. Wüjeud, ohne kalte Ueberlegung, schlug er sich durch das Wasser. ES ging so. langsam! Er mußte schnell hin, zur Maschine, zu Lilith! Dann kam es. wie eS kommen mußte. Dick lag mit dem Gesicht im Wasser, als die Maschine an den Fels rannte. Als er auflah, stand die rechte Tragfläche schräg aus dem Wasser. Der Aeroplan sank, aber er war nicht explodiert. Dick biß die Zähne zusammen.— LoS! Er mußte hin! Mußte Lilith l-erausholen! Mit weit auSholenden langen Zügen begann er, sich vorwärtszuschieben. Bis zu dett Tragflächen war die Maschine rasch abgesackt. Nun schien sie sich etwas zu halten. Sie sank jedenfalls langsamer. Fetzt sah er auch eine Helle Gestalt über die Tragfläche laufen. Sie war eS. Sie lebt! Mit einem Ruck warf sich Dick über das Wasser. Lilith!" brüllte er. „Dick!— Dick!" schrie eS drüben. Gefühle' und Leidenschaften rasten durch diese Stimme. Dann war er dort. Mühsam mußte er sich an der glatten runden Kante der Tragfläche Hochziehen. Die schweren Stiefel hingen ihm wie Bleigewichte an den Beinen. Als er eitdlich oben war, blieo er erschöpft liegen. Doch sie war bei ihm. Sie strich ihm durch die nassen-Haare, hielt mit beiden Händen seinen Kops ganz fest und küßte ihn, auf die Schläfen, auf die Augen, auf die Mnndwinkel. Ihre Hände krochen ineinander. Er fühlte, di« die warme Nässe seiner Kleider sich'n die ihren saugte, wie ihr Körper sich in den seine» drängte. Da schlug die erste Welle über die Tragfläche. Doch nun waren sie voll Gier nach dem Leben. „Schnell, eS sackt ganz!" keuchte er. Wie sie sich von ihm löste, das war ein Versprechen. Wortlos begannen sie, die schweren Kleidungsstücke abzuwerfen. Dann glitten sie ins Wasser. Sie schwammen dicht beieinander. Manchmal faßten sie sich bei den Händen. Einmal blich ten sie zurück. Da war der See weit und leer. Weit waren sie nicht mehr vom Ufer. Aber schaukelndes Schlinggewächs hinderte sie nun am Schwimmen. ' Als Dick das Ufer erreicht hatte, waren auch seine Kräfte zu Ende. Er taumelte leicht. Doch nahm er sich zusammen. Sie sollte eS nicht merken. Sie Ivar die letzten Meter etwas hinter ihm geblieben. Nun stieg sie aus dem Wasser— stand vor ihm.„Da bin ich—" sagte sie. In der Hand hatte sie eine von den blauen Seerosen. Sie saßen im Saud.„Du sollst nicht so finster blicken," meinte sie.„Ist e» wegen der Maschine?" Dick schüttelte etwas müde den Kopf. Er macht« eine unbestimmte Handbewegung zum Himmel hin. „Der Komet?,, fragt« sie. Dick nickte.„Heute Nacht," sagte er. Da legte sie seinen Kopf in ihren Schoß. * Es war Mitternacht. Vielleicht auch später. Lilith schob ganz weich und leise ihren Körper an dem seinen entlang, bis ihr Mund an seinem Ohr lag. »Ich will leben— du," flüsterte sie. Er sah sie lange lächelnd an. Konnte er sich jetzt noch vor irgendettvaS fürchten? Nein, eS gab nichts mehr! Sie standen auf und gingen langsam über den Sand. Als sie durch das Gesträuch zum Hügel hinauf gingen, streiften sie sich manchmal mit der Hand. Einmal blieb Dick unterwegs stehen. Er mußte an die letzt« Meldung vom Ararat denken: „Erdbahn wird gestreift— und tangiert Amerika—", das ging ihm dauernd durch den Kopf. „Du, Lilith," sagte er,„vielleicht müssen wir gar nicht sterben." „Nein, wir müssen gar nicht," behauptete sie fest. Dabei lächelte sie. Sie hatte die blaue Seerose in das-Haar gestickt. Droben hatte Dick mit ruhiger Selbstverständlichkeit die summende Station abgestellt. Dafür bekam er einen Kuß auf die Nase und sie be- kam wieder einen in den Nacken. Dick warf noch einen etwas abfälligen Blick auf die Radioapparate. ,Mi» Mensch kann uns heute Nacht noch helfen, also— braucht auch niemand zu wissen,, wo wir sind," meinte er etwas sehr großzügig. „Wir brauchetl gar keine Storung," versicherte sse jedem, der es hören wollte. (Fortsetzung folgt.) «r. 254. Dienstag, 81. P!h>5tr 19?8. Seite 3 Für den Frieden und für die Verteidigung der Demokratie die Das Referat des Genossen Hampl Der Parteitag hat sich entschiede« für eine: Planwirtschaft««gesprochen, die daS Herr, lchendc DirtschaftschaoS beseitigen kann; er hat ein Dirti'chaf sprogrannn angenommen, dessen GninL- wcrden können, sind was prak Autorität * Genossin Derer Eisenbahnen in der ganzen Welt. Dadurch stieg Zahl der Arbeitslosen inS riesenhafte und wächst Krise in allen Richtungen der Wirtschaft und Finanzen. De Autarkie, die militärischen Ertvä- und der die eine I Bast» und der Arbeitswöchentlich, der ArbeilS- dcr beiden sozial» auf dem Parteitag Nicht nur der un- korruptionSsreien Reorganisierung und des Verkehrs, mit dem Ltrömun. internationalen Fragen ein« Politik der Bölkrr- verständigung und Zusammenarbeit mit den ausländischen sozialdemokratischen Parteien befolgen will, hat sich auf diesem Kongreß die Richtlinien für die Arbeit in der nächsten Periode vorgezeichnet. Wir können die Prinzipien einer demokratischen Politik der proletarischen Solidarität nur begrüßen und auch di« Devil«, unter welcher der Parteilag stand, als unsere annehmen: Selbstbewußtsein und Mut! FasciSmuS mit dem slowakischen vereinigt, er hatie aber nicht die.straft, die Slowaken zu beherrschen. Seine Machicrgreifting in der Tjchechojlowalei würde den Dualismus, die Abtrennung der östlichen Teile vom Staate bedeuten. Daneben haben wir gegen den FasciSwiiL eine politisch« Garantie in der RegicrungSbetedligung. Für nur ist das Schicksal der Sozialdemokratie D e n I s ch. l a n d L eine Warnung: diese hat die Regierung verlassen und dieser Fehler hat sich politisch nicht nur an der Partei, sondern auch an den Gedanken der Demokratie gerächt. In jedem Staat, der so wie unserer znjammkngesctzt ist, ist die.stoalitlonspolilik die beste Gewähr gegen diktatorische Aelllste. Dort, wo die sozialdemokratische Partei mibbrstinunt, wo sie den bürgerlichen Parteien nicht die Allein- regieoung überläßt, kann sich die Demokratie erhalten. Ander» als die Sozialdemokratie in Deutschland gehen die deutschen Sozialdemokraten bei uns vor. Und wir sehen den großen moralischen und politischen Erfolg der Taktik, die unsere Partei befolgt. Die deutsche Sozialdemokratie ist Henle die sefteste Stühe des Staates und der Demokratie unter der deutschen Bevölkerung. Ebenso hat die Sozialdemokratie in der Slowakei oaS Ziel den Gedanken der Einheit zu erhalten, gegen den Hlinka und RasuS airkämpscn.(Stürmischer Beifall.) den Men- wic möglich Arbeit zu geben und die ' beiläverhältniS Ausgeschlossenen Entschlossenheit cntgcacnzusehcn vermag. Tie Einbuße, die der tschechischen Sozialdemokratie die Spaltung gebracht hat, ist iiberwniidcn und heute kann die Partei mit Recht daraus Hinweisen, Saft die tschechische Arbeiterschaft ihre Politik, einen Einklang zwischen den Inetressen der arbeitenden Menschen und jenen des Staate? anstrebt, in ihrer überwältigenden Mehrheit als richtig anerkennt und daß die Sozialdemokratie die Partei des tschechischen Proletariats schlechtweg geworden ist. Der Parteitag hat denn auch einhellig die bisherige Politik in der Regierung «ich im Parlament gebilligt und sich für ihre Fortsetzung ausgesprochen. Es ist bemerkenswert, daß nicht ein einziger der zahlreichen Anträge und nicht eine einzige Rede m der Debatte den Austritt aus der Negieritng gefordert oder grundsätzliche Kritik an der Taktik der Partei geübt hat. Der demonstrative Beifall, mit welchem die führetiden Genossen empfangen wurden, zeigte das voll« Bertratlen der Parteimitgliedschaft z>l ihrer Lei Ning. Di« beiden Problcnie, die im Bordergrund« der Beratungen standen, sind di« gleichen, welcl-en heute das Interesse der gesamten internationalen sozialistischen Oeffoutlichkcit gilt: Die Wirtschafts- krise uiid di« Gefahr des FcssciSmus. So wie di« beiden politischen-Hauptrefcrat« der Genossen Dr. Meißner und Hampl an diese Fragen ruhig, sachlich, ohne Illusionen, aber mit Klarheit und Entschirdenheit herangingen, so bat mich die Debatte und die angenommenen Resolutionen gezeigt, daß die Parte! alle Möglichkeiten benicksich» tigt und gctvillt ist, alle Kräfte einzusehen, um die Entwicklung in Bahnen zu leiten, die den Interessen der arbeitenden Meirschen entsprechen. zügc itr dem Referat d«S Geiiossen Hampl ent« Hilten waren und welches alle Wege in Betracht zieht, die unter den tatsächlichen Dcvhäl-tnissen geeignet sind, eitle wirtschaftliche Entlastung und Milderung der lllot der Arbeiterschaft herbeizu« sühven. In einer Form, di« in den andern Parteilagern nicht überhört werden kann, hat sich die Partei für die uiibedingtc Erhaltung der Demokratie und gegen all« Dik'aturgelüste des Fascis. nlus erklärt. Ter Ruf nach verschärftem Bovgchen mich gegen den tschechischen Fasoismus har ans dem Kongreß lebhaften Widerhall gefunden unvollstes Verständnis fand die Feststellung, daß der -stampf gegen den FasciSnuis in erster Linie Ausgabe der Sozialdemokratie ist, die sich dabei»ruf die eigene Kraft verlassen muß. Die Partei w'll nicht auf die Zuiamenmarbeft mit den staatstreuen und demokransche» Elementen rechts von ihr vcrzich. len, sie will keine dieser Grupepn etwa aus der Regierung verdrängen, aber sie w.rd, wie G-'noisc Dr. Meißner sagte, mich sich und iilSh.'sond:re die teut'chen Sozialdemokraten Nicht von der Miiem- schciüung verdrängen lassen. Die Kampfgemeinschaft demokratischen Parteien fand mehrfach lebhaften Ausdruck, gcwhnlich herzlich Empfang, welchen der Kongreß dem Genossen Dr. Czech bereitete, auch dir ungeteilte Zustimmung, die die Worte der Redner sanden, tvelchc mit herzlichen Worten die Solidarität der beiden Arbeiterparteien bekundeten, zeigte, daß das Gefühl der Zusammengehörigkeit auch in der tschechischen Arbeiterschaft lebendig ist. Fe deutlicher sich im Bürgertum die Geister schci- den, desto mehr auch in der Arbeiterschaft da? Die Beratungen am Samstag begannen mit einer Debatte über daS Referat des Genossin Dr. Meißner, in welcher die Rede des Genossen Dr. besonders bemerkenswert war. Genosse Dürer beschäftigte sich eigentümtichen Charakter der safeistsschcu gen in der Tschechoslowakei und wi«S daraus hin, daß der FasciSmuS bei uns im Gegensatz zu den Bewegungen in den anderen Staaten nicht die Mögk:keil Hal, die Bevölkerung und den Staat zu vereinheitlichen. In Nitra hat sich der tschechische Gemse Winter über die Internationale DaS Referat über Vie Tätigkeit in der I n- ternativnale erstattet« Genosse Dr. L. Winter, der berichten konnte, daß die Stellung der Partei in der Internationale gefestigt ist >lnd daß infolge der politischen Entwicklung in Europa für ihre Politik Verständnis und Aner- kennung besteht. Genosse Winter befaßte sich dann mit der Frage, welche Ailfgabcn der Internationale heute gestellt werden können. Von der Politik der sozialistischen Parteien wird heute mehr verlangt als in früheren Zeiten. An der Spitze steht die Forderung, daß die Partei durch Der Parteitag Her lIMilta Mteo billigt die Politik der Partei Der Parteitag der tschechischen Sozialdemokratie wurde am Sonntag nach dreitägigen Beratungen geschlossen. Der Kongreß zeigte die Partei in schwerer Zeit als geschlossene, ihrer Macht und Bedeutung bewußte Einheit, die auch gefährlichen Situationen mit Ruhe und schlossenhoit cntgcacnzusehcn vcrniag. Int Laufe der NachmittagSsihung erstattet» der Parteivorsitzende Genosse Hampl sein Referat über„Die internationalen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problcnie und die Taktik der Sozialdemokratie". Genosse H a m p l, der mit lang anhaltendem Beifall begrüßt wurde, sagte u. a.: Der schnelle und überraschende Verlauf der Ereignisse in der internationalen Politik hat die Well mit Unsicherhoit erfüllt und auch in unserem Lager kommen da und dort Zwessel auf, ob die Partei mit allen Eventualitäten rechnet, ob sie bereit und ihre Politik richtig ist. Der Kongreß tagt in einer Zeit, die aus altes gefaßt ist und mit besondere:! Usberrajchungen nicht mehr rechnet. Genosse Hampl analysiert die Entwicklung und die Situation der kapitalistischen Wirtschaft vor und nach dem Weltkriege und stellt fest, daß in der internationalen Politik trotz aller Widerstände sozialistische Ideen durchdringen, und daß die Mächtigen dieser Erde, unfähig einen AttÄveg aus der komplizierten Situation zu finden, notgedrungen sozialistisch« Gedanken entlehnen, wenn sie auch den Sozialisntus bekämpfen. Ebenso kracht die kapitalistische Wirtschaft zusammen. Das System zeigt sich vollkommen außer- stando, die durch Planlosigkeit uttd extreme Gewinnsucht aus dein Gleichgewicht gebrachten Kräfte selbst tätig den Bcrhältnisjen anzupassen, den Menjcknm Arbeit zu vcrsckafsen und ihr Lebensniveau zu heben. Ter schnelle Bcrsall der kapitalistischen Wirtschaft auf den zähen Widerstand der Kapitalist'n und ihrer Diener, die noch sestc politische Positionen haben. Tas andere große Hindernis der Ersetzung der kapitalistischen durch die sozialistisch« Wirtschaft ist die ungeklärte össentiiche Meinung breiter VolkS- mafsen in wirtfchastlichen Fragen, die die Unwissenden in die Netze der dentagogischen, saseistischen Abenteurer ireidt. Rot und Utrwissenheit macht manche Leute leichtgläubig. Ter leidende Menzch wird leicht apachtsch und Beute von Verführern. Heute sst dringender als jemals eine klarer« össentliche Metnung vor allem in WrtschaftSsragen notwendig. Gegenwärtig beobachten wir, daß der Kapitalismus sein Prinzip der liberalislischen Freiheit bewußt selbst verläßt, daß er sich zu Kartellen und Konzernen vereinigt, Zollerhöhungcn, Einfuhr- beschränkungen, BennlligungS- und Teviscitverfah- ren u. ä. verlangt.-Vir müssen konstatieren, daß es unumgänglich notweiwig sst, di« Funktion der Wirtschaft durch wissenschaftliche Analyse eines großzügigen Planes zu sichern, der diese Funktion unter den GcsichrSwinkel des gesellschaftlichen Vorteiles sicherstellen würde. In seiner weiteren Rede erwähnte Genosse Hampl einige Mängel der sozialistische» Taktik und konstatierte: Alle Etngrissc. die aus deut Wege tniernattona ler Konserenzen und Vereinbarungen erfolgten, nm die bisherigen Wirtschaftssysteme wieder zu bete ben, versagten. Es war dies besonders die ZoUsrie- denskonferenz und die heurige Konferenz in London. Die großen politischen Spannungen, mit welcknn Hand in Hand die Kriegsgefahren gehen, haben da'- wirtschaftliche Chaos vergrößert. Die AbvüstuugS konserenzen waren all« negativ und die letzte endet« mit dem Austritt Tcutschlands aus dem Völker- bund Im Zusammenhang damit müssen wir unS mit einigen Schlagtvorten beschäftigen, von den«'» Gefühl für die natürliche'BuÄesgenossenschaft!*>'« wichtigsten Demokratie und Tiktoiur. Welthandel erstarken.>»ud Autarkie, llebcrschiildung, Tevalvation und nv„x x-t*.«• h..• I Inflation sind. Wir müssen ganz objektiv anerken , Dte tschechische Sozialdemokratie. die auch ttt| mannn Bjc lozialistiichen und demokratisch«« Bewegungen, die in ihren Programmen neue wtrt- schaftliche Mekh-'drn hatten, jetzt in der Defensive find. In diese Situation kamen sic durch ihre mangelnde Vorbereitung für positive Arbeit, durch unzureichende Möglichkeiten und vielleicht auch durch Mangel an gutem Willen, sich international zu verständigen. Sie tollten eine neu« Welt unter den zerrütteiea wirtschaftlichen, politischen und moralischen Verhältnissen baue» mit Menschen, die der Krieg vernichtet ** . hatte. Zu den Gründen gehören auch dir übertric- benen Hoffnungen und die Euttäuschitng derOesscni- lichkcit, daß di« neu« Ordnung nicht über Nacht verwirklicht werden kann, aber auch die Tassach«, daß manch: Personen enttäuscht haben, und daß inan gegen die neuen Demokratien in manchen Positioiten den Vorwurf gegen korrupte Element« ins Tressen sichren koivn-te. Diese Momente haben die reaktionären Strönmngen sehr geschickt auSge- nützt. Die Schwlcrigkeitrn der Demokratie wurden als Unsähigkeit ausgclegt und haben in vielen Ländern den Boden siir ritte moderne Diktatur unter dem Namen des FasciSmuS bereitet. Bei der Besprechung der Wirtschaftsfragcn erinnerte Genosse Hampl daran, daß die Kris« bereits im Jahre 1829 einsrtzte. Alle Staaten begannen ihr« Krise aus dieselbe Weise zu löse»: Einseitig, egoistisch, kurzsichtig ohne Einvernehmen mit den anderen durch Zollgrenzen und Kontingent«. Diese Taktik wurde zur Katastrophe. Jetzt nach Ablauf von zwei bis drei Jahren sst eine Reihe von Staaten mehr oder weniger autark. Daher komntt di« Kris: der‘• die die der gungen und den Interessen einzelner Produktionszweige, bei uns besonders der Agrarier, en-tspringi, hat eine wahr« wirtschaftliche Revolution verursacht. Agrarstaaten bauen ihre eigene Industrie, dem gegenüber ertwhen Industriestaaten ihre land- wirtschaftliche Produktion. TaS muß zur Einstellung des Exportes überhaupt und zur Verschärfung der Krsse führen. Im dritten Teil feiner Rede fagte Genast: Hamp l, daß die Sozialdemokratie trotz der Schwierigkeiten und vielleicht auch der Kriegsgefahren einen Aut- weg durch Verständigung sowohl Innerhalb des Staates alo auch zwischen den Staaten suchen muß. Unter den konkreten Forderungen, die int Rahmen des Staates geltend gemacht am dringendsten: Der Aufbau einer festen, kritischen Demokratie, die öffentlichen Verwaltung Herabsetzung der Steuern und die Entschuldung, liberalere Politik der Nationalbank, Organisiernng und Kontrolle der HanptproduktionSzweige, ein Plan für Produktion und Distribution in der Landwirtschaft und den wichtigsten Industrien, von Zeit zu Zeit Festsetzung der Preise aus fester unter Strafbestimmungen, Herabsetzung zeit vorläufig aus vierzig Stunden innere Kolonisation und Ncbersiihrung losen in neue Arbeitsgebiete. Iu internatioittaen Fragen ist notwendig der Ausbau der politischen und nnrtschaftlichen Kleinen Entente mit schrittweiser Zuziehung neuer Mitglieder, Ausgleich der innerpolitischen Kräfte, damit das bisherige Ucbergewicht der Agrarpartei besonders in Zollfragen ausgewogen werde, zeitweise Bewilligung von Erporiprämien, Zusammenarbeit mit Sowjetrußland, eine Politik der Verständigung und Zusammenarbeit mit dem Ausland«, tisch die Unterstützung und Rcuausrlchtung der der kl. Internationale und des Völkerbundes bedeuiet. Wir werden oll« Kräfte«insetzen, um schen sowi au» dem Arbeiisverhältnis Ausgcschlosicnen zu schützen. Wir sind uns der Tragweite unseres großen Kampfes bewußt, wir glauben an den Soziales mu, dessen Berechtigung ewig ist. Es geht darum, daß unsere Tak.ik nickn nur den Bedürfnissen de* arbeitenden Volkes und»en politischen und wirtschaftlichen Kräsicverhälinissen entspricht, sondern, daß sie auch verständlich ist und das danernd« Vcr- trauen des arbeitenden Volkes gewinnt. Wenn das die Parte: vermag, so wird sic ihren verantwortungsvollen Kamps siegreich bestehen. * ihre Taktik und Politik so viel wie möglich zur Erhaltung des Friedens und zur Verhinderung des Krieges wirke. Es wird von ihr verlangt, daß sie die wirtschaftliche nnd politische Krise löse, besonders jetzt, wo alle anderen Hosf- nnngkii zu nichte geworden sind. Heute, wo eine Reihe von Problemen zwischen den Staaten ist, gibt es auch genug Anlässe, bei welchen Differenzen zwischen den einzelnen Parteien, ja sogar im Schoße einzelner Parteien entstehen können. Sicher ist, daß jebe sozialistische Partei im Interesse der internationalen Solidarität des Sozialismus zn wirken hat. Tie Lösung solcher Probleme wird utn so leichter sein, je stärker die Die Schondllaggc wird nicht dchlDl. Amsterdam, 28. Oktober.(Insa.) Nachdem die TchiffSarbeitcr von Zaandain regelmäßig sich weigerte»,.Schisse, die die.Hakenkreuzsahne gehißt haben, zu löschen, hatten sich die deutschen Kapitäne daran gewöhnt, di« Hitler-Flagge bei der Ankunft z» streichen. AIS letzter Tage die„Helga Bövc" in Zaan- dan> vinfuhr verlangte der erst« Offizier, ein Nazifunktionär, vom Kapitän, daß die Haken- kreuzflagae sofort wieder gehißt werde. Das deutsche Konsulat unterstützte die Forderung des Offiziers und die Hakenkrenzfahne wurde gehißt. Tie Hafenarbeiter traten in den Streik und setzten nach 2-t Stunden durch, daß das Schandban- ncr erneut eingezvgrn wurde. Mit dem gleichen Erfolg streikten sie gegen die„Botilla Ruß". Auch Hollands rasdsten bewallnen sich Amsterdam, 28. Oktober.(Insa.) 2lach dem erst vor kurzem bei einem Vorstandsmitglied der Vaars-Fascisten in Broda t20 Revolver beschlagnahmt worden sind, sind jetzt gleichfalls in Breda eittigc hundert Gcwchrpatrvnen in einem von den Fascistcn angelegten Versteck gefunden worden. Kräfte der einzelnen Parteien nnd je größer ihr Einfluß im Staate sein wird. Die öffentliche Meinung muß vorbereitet werden, damit die Lösung der strittigen Probleme im internationalen Maßstab durchgcsiihrt werden kann. Heute ist die Demokratie bedroht und die Aufgabe der Parteien in der Sozialistischen Internationale besonders wichtig. Die Arbeiterschaft hat die Bedeutung der Demokratie begriffen und die Sozialistische Internationale hat sich offen zu ihrer Verteidigung bekannt. Es ist unzweifelhaft, daß die Demokratie dem Sozialismus einen geeigneten Boden für die Geltendmachung seiner Endziele bietet. Darum muß sie von uns verteidigt werden. Wenn die Parteien stark sein und die Aufgaben, die ihnen die Internationale stellt, durchführen werden, so kann die Internationale nicht enttäuschen. Die von zahlreichen Rednern beschickte Debatte nahm den Rest des Samstagnachmiltaq und die ersten Stunden der Beratungen am Sonntag in Anspruch. Dann erstatteten die Referenten der Kommissionen ihre Berichte, und legten dem Parteitag eine Reihe von Anträgen und Resolutionen vor, die alle rinstimmig ange »ininntcn wurden. In der politischen Resolution wird daraus verwiesen, daß in der Zeit der durch de« Zerfall des Kapitalismus verursachten Rot das einzige ernste Programm für die Wiederherstellung des öffentlichen Lebens der Sozialismus ist. Mit Rücksicht aus die Kriegsgefahr, die durch den Sieg des FasciSmuS in Deutschland und Oesterreich erhöht wurde, wird di« Partei ihre Friedensbestrebungen steigern nnd alle Bestrebungen zur Ansrrchterhaltnng deS Friedens nnterstühen. Sie wird eine aus Stcher- helt und Kontrolle sich stützende Abrüstung anstreben, gleichzeitig aber wird die Partei beim Ausbau der Wehrhaftigkeit der Tschechoslowakischen Republik mit allen erforderlichen materiellen und moralischen Mittel Mitarbeiten, damit sich die Republik für die Stunde der Gefahr vor allem aus sich selbst verlassen kann, da wir, die wir die Freiheit und Unantastbarkeit der anderen achten, auch unsere Unantastbarkeit und Freiheit durch niemanden anrühren lassen. Weiter verweist die Resolution aus dir Notwendigkeit des aktiven Schutzes der Demokratie und verlangt ein scharfes Vorgehen gegen die Irredenta, gegen die Spekulation mit der Diktatur von rechts und links, besonders aber gegen die saseistischen Umsturzbestrebungen, welcher Färbung und MaSke immer, di« heute die akuteste Gefahr darstrllen. Zu den bisherigen außerordentlichen Maßnahmen wird die Zustimmung ausgesprochen. CS wird der Kamps für die B e l« b u n g der Produktion und die Zusammenarbeit mit der tschechoslowakischen nationalsozialischen Partei Vera langt. TaS politische Borgehen der Parteileitung wird gebilligt und aus der Zusammenarbeit mit allen bestanden, die den Gedanken der republika-' Nischen nnd demokratischen Staates annahmen nnd die in der arbeitenden Klasse einen gleichwertigen Faktor der Politik nnd Wirtschaft erblicken. Tein ZentralexekntivanSschutz, den Abgeordneten und Senatoren nnd den Vertretern der Partei in der Negierung wird daS Vertrauen ausgesprochen. Die weiteren Resolutionen beschäftigen sich mit deut Wirtschaftsprogramm der Partei und mit der Selbstverwaltung. In einer besonderen Resolution spricht sich der Kongreß für die l n- ternationale Solidarität und für eine Aktion d e r A r b e i t e r k l a s s e im Rahmen der S o z t a l i st i s ch c n Arbeiter- Internationale aus. Es folgte hierauf die einstimmige Wahl deS ExekntlvattSschnsscs, an dessen Spitze wiederum Genosse H a m p l steht, uns der anderen Parteiinstanzen. Rach einem kurzen Schlußwort des Genossen H a m p l wurde der Parteitag mit dem Lied der „Roten Fahne" geschlossen. Gelle 4 Iknstflfl, 81. Okwv«r 193b. Nr. 264. ten dann mit den muffen." Resigniert fügte er hinzu: verhindern. I * OB Tann in der durch- Arbki- Lohn kann man die die Dolkswlrt- gegangen. Tafür haben dann die Kommunisten den Vertrauensmann der Keramarbeiter niedergeschlagen. Tie Kämpfe in der Keramindustrie leiden darunter, daß nur 30 Prozent der Arbeiterinnen organisiert sind. Genosse B e ck, Hosiomih, hätte eS gern gesehen, ivenn der Kampf gegen die Verschlechterung deS Genter Systems mehr in der Oessentlichkeit geführt worden wäre. Die Redner ans dem Riesengebirge klagten über das maßlose Elend der dortigen Heimarbeiter. Obwohl die Löhne sehr schlecht sind, gibt eS auch noch Lohnrückstände. Ähr scharf gegen die kommunistischen Organisationsspalter wandte sich auch der Genosse Andörfer, Kleinaugezd. Niemals mehr wollen die Glasarbeiter mit diesen Leuten etwas zu tun haben. Tie Einheitsfront besteht in unserem Verband, der mit den tschechischen Genossen zusammenarbeitet. Abg. Genosse Schäfer wandte sich gegen die Meinung des Genossen Beck in der Frage des Genter Systems. Genosse Schäfer hob hervor, daß nur das einige Zusammenwirken aller sozialistischen Faktoren in der Koalition und in der Regierung vermocht hat, eine weitere Verschlechterung 550 Millionen Lohnverinst Im Jahre 1029 betrug die Lohnsumme Glasindustrie 455.5 Millionen Kronen, der verdienst einer Arbeiters 149.49 Ak. In der Keramindustrie betrug der Lohnaufwand im Jahre 1929 119.8 Millionen, der durchschnittliche Wochenverdienst eines Arbeiters 150.45 Ke. Im Jahre 1932 betrug der Lohnaufwand 45.5 Millionen, der durchfchnitt- liche Wochenverdienst einer Arbeiters 122.70 Ke. Jeder Glasarbeiter mußte 74, jeder Keramarbeiter 95 Ke wöchentlich an Werten schaffen für Amortisation und Verzinsung des in der Industrie investierten Bankkapitales. Im Jahre 1930 betrug der Lohnverlust in der GlaS- und Keramindustrie 92.5 Millionen, 1931 173 Millionen, 1932 319 Millionen KS. In den eltzten drei Jahren erreicht der Lohnverlust in der GlaS- und Keramindustrie die Riesensumme von 585,550.000 Ke. Menn man bedenkt, daß jeder Lohnverdienst die Krise verschärft, Wirkungen dieses Rückschlages ans schäft ermessen Gengsse Neumann befaßte sich planwirtschatflichen Versuchen in der Welt, um dann den Versuch einer planmäßigen Produktion in der Glasindustrie zu betrachten, wie er nach einer Anregung des Jng. Dr. Heller gemacht werden soll. Man wisse sehr wohl, daß die Unternehmer sich unter Planwirtschaft ihre eigenen Vorstellungen machen und daß sie nur unter den gegebenen Umständen die Organisation der Glasarbeiter zur Verwirklichung ihres Gedankens heranziehen. Die Vertreter der Glasarbeiter werden bei allen Verhandlungen in dieser Frage die Interessen der Arbeitenschaft vertreten. Die Ausführungen des Genossen Neumann wurden mit größter Aufmerksamkeit angehört und mit viel Beifall quicriert. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden Genosse Neumann als Vorsitzender und Gon. R o 1> als sein Stellvertreter einstimmig wiedengewählr. Genosse Detter hat eine Wiederwahl als Kassier abgelehnt, an seine Stelle wurde Genosse Tauer Karl gewählt. Dem Genossen Dotter brachte der Der- bandStag den herzlichsten Tank für seine vieljährige Arbeit zum Ausdruck. Als Redakteur wurde wieder Genosse Reckziegel gewählt. Nach einer sehr eindrucksvollen Schlußrede bei Genossen Neumann wurde der Derbanbsdag gegen halb 6 Uhr abends geschlossen. Palnlcve gestorben Paris, 29. Oktober.(HavaS.) Der französische Gelehrte und Staatsmann Paul Pa in» levü, ehemaliger französischer Ministerpräsident und vielfacher Minister, ist Henle früh In Paris im Alter von siebzig Jahren gestorben. Straßenkämpfe und Streiks Theodor Slaunlng sechzig Jahre alt Eine der markantesten Persönlichkeiten der internationalen Sozialdemokvatie, der dänische Mimsterpräsident Theodor Stauning feierte am Haifa, 28. Oktober.(Reuter.) Die Araber veranstalteten gestern eine große stürmische Versammlung in der größten Stadtmoschee. Die gesamte Polizei war anSgerückt und umlagerte den Platz vor der Moschee. Unter den in Jaffa verhafteten Personen besind-ru sich sich hervorragende Führer deS arabischen ExekutivauSschusseS. Einige führende arabische Politiker wurden bei Zufam» menstößen verletzt. AlS die arabischen Demonstranten versuchten, durchfahrende Automobile anzuhalten und zu beschädigen, machte die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch und verwundete mehrere Auf» ständische. Der von den Arabern verkündete Generalstreik nimmt an Umsang zu. T'e Trupven befinden sich am allen strategisch wichtigen Punkten in Bereitschaft. Auch die Städ'« Nazareth und das Nordgebiet vom See Gene- zareth und Safed, da» den Juden als heilige Stadt gilt, stehen unter verstärktem Schutz. In den Straßen der ganz vorwiegend von Arabern bewohnten Staat Nablus, dem Sichem der Bibel, sind Tankpairouillen eingesetzt. Gruppen von Demonstranten überfielen das Orts- qefängnlS, öffneten die Tore deS Gefängnisses und fetzten feine Insassen in Freiheit. vle Loge der Industrien Sonntag nachmittags sprach Genosse Neu- mann über die Situation in der Glas- und Keramindustrie und über die nächsten Aufgaben. Ter Redner gab ein Bild der Wirtschaftskrise im allgemeinen und wandte sich dann den Verhältnissen in der Gla«» und Keramindustrie zu. Durch Lohnabbau kann heute die Industrie nicht mehr lebensfähig gemacht werden. Tie Rationalisierung hat den Lohnkostenantreil auf ein Minimum eingeschränkt. Die Kapitalsinvestition durch die Rationalisierung belastet heure die Industrien ungeheuer. Die Glasindustrie ist mit 500 Millionen Kronen Bankkapitel, die Keramindn- strie mit 210 Millionen Bankkapital belastet. Man kommt zu einer jährlichen Gesamtbelastung der Glasindustrie durch Zinsen und Amortisation von 115 Millionen Kronen. Für die Porzellanindustrie ergibt sich eine jährliche Belastung für Zinsen und Amortisation Von 69.5 Millionen Kronen. Jerusalem, 30. Oktober. In der Altstadt, in der Nähe des Judenviertels, versuchten die Massen» die Polizei zu entwaffnen. Diese machte von der Schußwaffe Gebrauch. Drei Aufständische wurden getötet und 15 verwundet. In der Mittagsstunde versuchten die Araber, die von auf den Dächern stehenden verschleierten moham- medanischen Frauen durch schrille Schreie ange- feuert wurden, die Polizeikette am Jasfa-Tor zu durchbrechen. Die Polizei schoß. Zu Zusam- menstößen kam eS auch auf der Hauptstraße in. der Altstadt, als die Araber jüdische Geschäftsinhaber zwangen, ihre Läden zu schließen Tie Polizei zerstreute die Menge, konnte aber nicht verhindern, daß ein Laden zerstört wurde. In den übrigen Teilen Palästina» soll vollkommene Ruhe herrschen mit Ausnahme von Haifa, wo sich eine gewisse unruhige Stimmung bemerkbar macht. Bereits Ruhe? Jerusalem, 30. Oktober.(Reuter.) In Palästina herrscht bereits Ruhe. Der Generalstreik wird fortgesetzt. Auch in TranSiordanieu 'st die Ruhe wieder hergestellt. Die Kt«nd"eb'i»- gen in Damaskus in Syrien verliefen ohne Ausschreitungen. lind Keramarbeiter. WWWWW ;rn Arbeiter in Lessau haben den Kampf gegen die! sch«i 1 t'Uche WocherwerdeiyeS be Lohnverschlechterung ausgenommen, aber die Jndif- ler- 186.40 Ka. screnten und die Kommunisten sind in die Arbeit summe 210.5 Mi _tr.t-t v v» e>...m horhifint CnICÄ Paul Painlevü wurde am 5. Dezember 1863 in Paris geboren. Er durchlebte eine dürftige Kindheit. In der Volksschule zeigte sich bei ihm bereits eine ungewöhnliche mathematische Begabung. An der Universität überraschte er seine Professoren durch das Tempo seiner Wissenschaft- lichen Entwicklung. Mit 23 Jahren verließ er als Professor der Mathematik die Ecole Normale Snprrieure. Im Jahre 1890 wurde er an die Sorbonne berufen, später lehrte er an der Pariser Technik. Im Jähere 1900 wurde er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften gewählt und erlangte bald auch außerhalb Frankreichs einen glänzenden Namen. Frühzeitig wandte sich Painlevü der Politik zu. Erstand in der ersten Reihe der Intellektuellen, die sich während der Drehfus-Affäre hinter Zola und Anatol Fra nee stellten. Im Jahre 1910 wurde er zum erstenmal für die republikanisch-radikale Fraktion in das Parlament gewählt. Er>var dann einer von Frank- rvichs Aufrüstern vor dem Weltkrieg. Im Oktober 1916 wurde er zum ersten Male Minister im Kabinett Briand. Im März 1917 übernahm er im Kabinett Ribot das K r i e g s m i n i st e r i um. 1917 war er eine Zeitlang Ministerpräsident. Nach dem Kriege konzentrierte er die Reste der ehemaligen bürgerlichen Linken und gründete die sogenannte Republik-Liga. Aus ihr erwuchs später das Linkskartell, das im Jahre 1924 hei den Mahlen die Mehr errang. Painlevü wurde zum Kammervorsitzenden gewählt und nach dem Sturz Herriots Ministerpräsident. Er war sodann mehrmals hintereinander K r i e g S in i n i st e r in den einzelnen Regierungen Briands und Poincarös und war zuletzt Lnstsahrtsminister im Kabinett Paul- Boneonr vom Dezember 1932 bis Jänner 1933. * Die franzsische Regierung beschloß, Painlevü ein Nationalbegräbnis zu veranstalten, daS Samstag vom Pantheon stattfindet. Ab Dienstag wird der Sarg mit den sterblichen Ueberresten in der Kunstgewerbeschule, an der Painlevü viele Jahre lehrte, ausgestellt. C wird er int Pantheon beigesetzt werden. Unruhenzentren Haifa und Jerusalem Arbeitsteilung der österreichischen Reaktion Dollluß will sidi mit Hitler versonnen. Wien, 30. Oktober. Bundeskanzler Dr. D o l l- f u ß sprach gestern in Großmugl bei Stockerau im Rahmen einer großen Dauernversammlung u. a. über die Spannung zwischen Oesterreich und Deutschland. Er stellte fest, daß Oesterreich jederzeit bereit sei, Mißverständnisse zu beseitigen Vertatta der Glas- Samstag, den 28. und Sonntag, den 29. Oktober fand in den Turner Stadtsälen in Turn: der Verbandstag unserer Glas- und Keramarbei-| ter statt. Den Vorsitz führten die Genossen Neu-, mann und Roll. Ter Verlauf des Verbandstages gab neuerlich einen Betveis, von dem hohen i sittlichen Ernst und der großen Sachkenntnis der i Vertrauensleute unserer freien Gewerkschaften. i Genosse N c u m a n n widmete den verstör-| betten Genossen und Genossinnen und den Opfern I der faseistischen Barbarei einen tiefetnpfnndenen| Nachruf, der von den Delegierten stehend äuge-| hört wurde. AnS England lag ein Begrüßungsschreiben, vor.._ I Sodatm wurde eine Solidaritäts- i knndgebung für d i e Opfer des deutschen F a s c i S m u s angenommen.< Als Vertreter des französischen GlaS- und Kerantarbeiterverbandes waren die Genossen F.> Dery und M. Forgerou t anwesend. Genosse Dery überbrachte die Grüße der französischen Ar»' beiterschakt. Für die österreichischen Glas- und .Keramarbeiter sprach Genosse P i p e I k a, Wien. Für die tschechischen Glasarbeiter sprach Genosse Viktor«. Er betonte die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit, damit die Errungenschaften erhalten bleiben. Genosse Viktoria übte dann scharfe Kritik an den Unternehmern der Glasindustrie. Tie Krise hätte in dieser Industrie keinen so großen Umfang angenommen, wenn die Unternehmer nicht so kopflos geworden wären. Man hat Preise festgesetzt, die ost niedriger waren, als di« Gestehungskosten. Für die Zentralaewerkschaftskommission, die Union der Bergarbeiter, dem Internationalen Metallarbeiterverband und di« KreiSgewerkschaftS- kommifsion Teplih-Schönau begrüßte Abgeordneter Anton Schäfer den Verbandstag. Er wies daraufhin, daß heute der Aufgabenkreis der Gewerkschaften weit größer geworden ist. Immer mehr müssen heute die Gewerkschaften auch zu den politischen Problemen Stellung nehmen. Wir müssen für die Demokratie eintreten, denn die Arbeiterklasse braucht BeweguiigSfreiheit. Auch der sudetendentschc FaseiSmns ist noch nicht erledigt und nicht alle Teutsch-Bürgerlichen, die am 28. Oktober die Republik gefeiert haben, find mit ihrem-Herzen dabei. Jetzt gelte es, alles zu tun, um zu verhindern, daß in Oesterreich die Ar- beiterschaft der faseistischen Barbarei unterliegt. Wir werden helfen und eingreifen, damit die österreichische Arbeiter, schäft nicht dass Schicksal der deutschen Arbeiterklasse erlebt. 714 Prozent Arbeitslose! Genosse Neumann erstattete den Bericht über den Stand des Verbandes. In der Mitgliederbewegung ist ei» Fortschritt zu verzeichnen. In einer Zeit, da die Gewerkschaft mehr gibt, als sie von de» Mitgliedern nimmt, ist das aber nicht entscheidend. Wichtig ist die Verbundenheit jedes einzelnen Mitgliedes mit seiner Organisation. Die Zahl der Lohnbewegungen war beträchtlich. Der alte WiderstandS- geist ist bei den Glasarbeitern anch durch die Krise nicht gebrochen worden. An diesen Lohnbewegungen ist vielfach der bornierte Geist der Unternehmer schuld, unter denen es sehr wenig wahre Volkswirte gibt. ES wird immer unsere Sorge sein, daraus zu achten, daß Mittel sür Kämpse vorhanden sind. Wenn nicht immer alle« nach Wunsch ging, so lag daS nicht an der Organisation, sondern an einem Mangel von Widerstandskraft der betroffenen Arbeiter. Die Wirkungen der Krise in der Keram- und Glasindustrie sind surchtbar. Im Juli 1980 betrug der Stand der Arbeitslosen 1176 oder 8 Prozent der Mitgliedschaft, tm September 1983 10.270 oder 71.4 Prozent der Mitgliedschaft. Genosse Neumann besprach dann die Maßnah« men de? Verbandes zur Erhaltung der finanziellen' Gleichgewichtes und die Auswirkungen der Neurege- lung deS Genter Systems auf das Unterstützungswesen des Verbandes. Tann wand'e Nck d-" Redner gegen die zerfetzenden Bestrebungen der Kommunisten, wie sie in Anträgen der Ortsgruppen Antoni- wald und Johannisberg zum Ausdruck komm'». Die Organisation brauche heute Tis'iplin und Gemein- sibaktsgesübl. Eiaenbrödelei darf im Interesse der E'uiakeit nicht aeduldet werden. 9Kerat-'ät d-^»W alS Schwäche anSaelegt werden. Eß>»'"'9-<>!>, k^-e» Bekenntnis zum Verband gefordert werden. Ter Ver- bandstag hat dem Antrag des Schiedsgerichtes betreffend der Ortsgruppe Antoniwald einmütig Folge gegeben. Turch diesen Beschluß wird der Ausschluß der Ortsgruppe Antoniwald aus dem Verband bekräftigt. Ten Bericht für die Kassa erstattete Genosse Detter, für die Redaktion Genosse R e ck z i e g e l. lieber die Tätigkeit der Gebieissekrelariate berichteten die einzelnen Sekretäre. An die Berichte schloß sich eine sachlich« Diskussion, die sich durchwegs aus sehr hohem Niveau bewegte. In scharfen Worten wendeten sich viele Diskussionsredner— es haben mehr als 20 Genossen gesprochen— gegen die organisationS'chädigende Arbeit der Kommunisten. Interessant waren die Feststellungen deS Genossen Radler-Meierhöken über seine Ersahrungen mit den Kommunisten Bemerkenswert war seine Mitteilung, daß ihm von einem kommunistischen Glasarbeiter gesagt worden ist, daß der seinerzeitige Streik in Bleistadt und Unterreichenau nur von den koummuistischen Sekretären beschlossen worden ist. Wie eS die Kommunisten bei Lohnbewegungen treiben, davon erzählte der Genosse Hüttl. Die srelgewerkschastlich organlsier- „Aber leider ist daS nun" vorbei:" Ich bekomme soviel« Bri«fe, daß ich eS nicht ntehr schaffen kann." Theodor Stanmng wurde als Sohn eines Arbeiters im finstersten Stadtteil Kopenhagens geboren. Nach seiner Schulentlassung wurde er Zi- Sarrenarbeiter, da sein« Kräfte einer schweren Är- ert nicht gewachsen waren. Mit sechzehn Jahren wurde er Mitglied der sozialdemokratischen Par- tei, 1895 wählte man ihn zum Haupworstands- Mitglied seiner Gewerkschaft. Im Jahr« 1910 wurde er Porteivorsitzender. 1916 übernahm er erstmalig ein Minifteromt, das er bis zum Jahre 1920 innehattr. 1924 bildete er das erste sozialdemokratische Ministerium, dessen Leitung er übernahm. 1926 wurde sein Kabinett von den Konservativen abgelöst. Aber schon im Jahre 1929 wurde er erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Nach dem Sieg deS Nationalsozialismus in Deutschland übernahm er auch daS Wehrministerium. Seme verschiedenen Aussprüche nach dieser Amtsübernahme ließen über seine Haltung gegenüber dem FasciSmnS keinen Zweifel: DaS dänisch« Reich rit «m Bollwerk gegen fafeistische Diktatur und Unterdrückung. Unter StauningS Leitung ging die dänilchr Arbeiterbewegztng ununterbrochen vorwärts. 1898 hatte di« Sozialdemokratie 20.000 Mitglieder, beute zählt sie 200.000 bei 3.5 Millionen Einwohnern. 1898 nnvsterte die Partei knapp 32.000 Stimmen, bei der letzten Wahl im Jahre 1932 aber 660.839! Das letzte Ergebnis ist um so interessanter, wenn man bedenkt, daß die Partei nach dreietnhalbjöhriger Ministerpräsidentschaft Stau- ningS 70.000 neue Stimmen gewinnen konnte. Man fragte Stauning kürzlich um seine Meinung über den Parlamentarismus. Er antwortet«: „Der Parlamentarismus ist die einzig« Regierungsform, die MeimtngSfreiheit und Redefreiheit sichert für alle, di« sich«t ihm bekennen. Wo die Diktatur«ingeführt wurde, ist es mit der Freiheit vorbei. Ich glaube, daß die Demokratie trotz aller Schwierigkeiten dazu kommen wird, ganz Europa zu beherrschen. Vorläufig stehen die nordischen Länder Schwede». Norwegen, Finnland, Island und Dänemark, dazu Belgien, Holland, England, Frankreich und Spanien fest aus deni sicheren Grunde der Demokratie, und das ist eine Bürgschaft dafür, daß Europa nicht in eine allgenieine Diktatur gestürzt tverden wird." Wir gratulieren dem alten Kämpfer und wünschen ihm Glück für sein« Arbeit, denn sein Erfolg ist der unser«. 26. Oktober seinen sechzigsten Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit ist wieder einmal sest- zustellen, welch überaus großer Popularität und Sympathie sich dieser Sohn der Arbeiterklasse im ganzen Volke erfreut. Die Zeitungen fast aller Parteirichtungen bringen große Geburtstag», e.rtikel und Interviews. lieber seine Gewohnheit, die an chn gerich- teten Briefe handschriftlich zu beantworten, äußert« sich der Juvrlar in diesen Tagen wie folgt: „Jeder, der an mich schreibt, soll in der Regel auch«in« Antwort Haven. Ich habe Tausende von Briefen erhalten, di« gerade zeigen, daß das Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen meinen alten Klassengenossen und mir nicht ver- lorengegangen ist. Da nun die Briefe oft von solch persönlicher Art sind, meine ich, daß sie nach Möglich^» auch persönlich beantwortet werden und Spannungen aus der Welt zu schaffen, soweit dr dazu führende Weg mit der Ehre Oesterreichs vereinbar ist. Ueber die Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit Oesterreichs gebe es kein Verhandeln. reu'.vermaltet" den Manismus. Vizekanzler Fey sprach in Traiskirchen bei einer Heimwehrkundgebung und erllärte u. a., Oesterreich werde erst dann vom Bolschewismus befreit sein, wenn der Marxismus vollkommen vernichtet sein wird. Es ist selbstverständlich, daß in der Zwangslage, einen Zweifrontenkrieg führen zu müssen, di« große Offensive gegen den Marxismus sich etwas verlangsamt habe. Hätten die Nationalsozialisten erkannt, daß sie von allem Anlng an gegen den Bolschewismus mitkämpfen müssen, dann würde es heute in Oesterreich keinen Marxismus mehr geben. Wir wrden jedoch den Kampf gegen die Roten bis zu ihrer vollständigen Vernichtung fortsetzen. *% Wien, 30. Oktober. An der Wiener Technik legten heute vormittags nationalsozialistische Stndenten ans den Gängen und Treppen Stink- ttnd TränengaSbomben nieder. Die Gase erfüllten alle Räume der Technik, so daß die Vor- lesnngen eingestellt werden mußten. Im ganzen wurden die Ueberreste von sieben derartigen Bomben gefunden. Die Täter konnten nicht auSgeforscht werden. Anch im anatomischen Institut wurden zwei Tränengasbomben gefunden. «WWWWWWWWWWWWMWWMWlW» im— . Im Jahre 1982 betrug di« bie Arbeit I summe 210.5 Millionen, der durchschnittlich« Wochen- Nr. 254. Dienstag, 81. Oktober 1988. Seite 5 Lubbe wollte verhaftet werden! Meineide werden verschieden beurteilt. Berlin, 80. Oktober. Auch in der Samstag- und Montagverhandlung siel die absolute „Sicherheit" auf, mit der die als Zeugen vernommenen nationalsozialistischen Funktionär« über die Begegnungen TorglerS mit den übrigen Angeklagten aussagten. Der Belastungszeuge Weberstedt hat erst am 20. Marz, als das Bild Tanews veröfsentlicht worden war, entdeckt, das« er ihn im Reichstag gesehen habe. Er und die drei anderen nationalsozialistischen Funktionäre behaupteten, für die Wahrten ihrer Bekundungen könne eS auch nicht den Schatte» eines Beweises gebe».— Obwohl ihnen die Angeklagten Unrichtigkeiten so schlüssig nachwiesrn, daß über den Meineid, den diese Beauftragten GoeringS geschworen haben, wohl auch beim Oberreichsanwalt kaum noch rin Zweifel vorhanden sein kann. Der begnügt sich aber damit, einen nebensächliche» Zeugen wegen Meineid- verhaste» zu lassen, der, ganz offenbar anS Furcht vor der SA und dem Konzentrationslager, in recht naiver Weise bemüht war,„»«»verdächtig" auszusagen. Da- wichtigste Ergebnis der montägigen Verhandlung ist die Tatsache, daß Lubbe im Reichstag unter allen Umstände«« verhastet werden wollte. Damals hat er noch gewußt warum? heute bars er sich— mittels AislS— daran nicht mehr 1 erinnern können. * Zeit dein sensationellen Gutachten der sachverständigen Schah, ans dem eindeutig hervorgch', daß die Brandstiftung im Reichstag das Werk der Nazi war, ist im Reichstagsbrandprozeß das Gericht krampfhaft bemüht, Torgler zu belasten. Samstag wurde wicd.r eine Reihe oon Zeugen über TorglerS Aufenthalt im Vorraum des Sitzungssaales des Hanptausschnsscs bcscagt. EtwoS stnlercssantcs ist' dabei nicht herinSgekommcn. Schließlich fragte Dimitrow: Wir kommt rS, daß Karwahne nur Lubbe mit vestimmtheit gesehen Hot, und Popow nicht, daß greh nur Popow, aber Lubbe nicht genau gesehen hat, bah Kroyer nur Lubbe gesehen hat und Popow nicht? Wie kommt daS? Mir ist diese ganze Zeugengeschichte auffallend verdächtig. K a r w a h n c spielte den Gekränkten und sagte: Dimitrow hat Zweifel»oegrn unserer Glaubwürdigkeit durchblicken lasten und geglaubt, daraus Hinweisen z» müssen, bah hier leicht eine Verabredung vorliege. Ich möchte mich entschieden da- qrgrn verwahren, mich länger vor Gericht von diesem Angeklagten beleidigen zu losten. Der Vorsitzende schnappte sofort ein: Dimitrow müsse besser gezügelt werden, imnrerhin müsse man ihm die Möglichkeit geben, sich zu verteidigen. AlS Timilrow noch sprechen«wollte, entzog ihm drr Vorsitzende daS Wort, und als sich Timilrow damit nicht zufrieden geben wollte, drchtc er ihm mit neuerlichem?l n S f ch lu ß. er vereng- altes Tann wurde der Preffelciter der Reichstags- sraktion der NSDAP, Major a. D. Hans Weberstedt, cinvernommen. Er schüttelt di« Bco'mch- iimgrn nur so aus dem Aermel. Erstens hat er am Nachmittag gegenüber dem kommunistischen Frak- tiviiSzimmcr einen starken B e n z i n g c r u ch gespürt. Zweitens ist er an diesem Tage oder früher an derselben Stelle zwei Männern begegne«: rinrm ausfallend großen, breitschultrigen mit«'"er Ballonmütze, der eine K i st c aus der Schulter trug, und einem verhältnismäßig kleinen mit anfsalleiid langem Mantel, den Hut stark inS Gesicht gezogen. TamalS ha« Weberstedt gelacht, als er dis merkwürdige Paar sah, und auch der Mann mit der Ballonmütze grinste. Aber später hat er in dem Mann mit dem verdeckten Gesicht sofort Tanelv erk.mii«, in dem Riesen van der Lubbe. Trittcns hat der Nazi» presselcitcr, der, wie man nebenbei erfährt, lcwchl am Abend des Brandes als auch nachher allein im Rcichstagsgebäude umhcrgehen konnte, im Glasdach des kommunistischen Fraklionszimmers ein Lach und daneben eine lange Leiter bemerkt.(Wie man später vom Hausinspektor S c r a n o w i tz erfährt, liegt die Leiter i m ni e r an der Stelle.) Vierten; Hal er. als er am nächsten Tage— diesmal ziijam- mcn mit dem Raziredaktcur Tr. Tröscher— dis k'innnuilistischc Fraktionszimmer besichtigte, entdeckt, daß aller daraus entfernt war, was nicht Eigentum des Reichstages ist. Tie Kommunisten hätten offenbar gewußt, daß sie nicht mehr zurückkehren würden (Wie man sieht, sagt dieser Zeuge alles«us, was allenfalls dazu dienen könnte, die Lücken und Wider- spräche in den früheren, weniger gut präparierten Aussagen zu verdecken. Red.) Das machen deutsche Offiziere I Nun wurde Tanew vor den Richtertisch geführt. Weberstedt erkannte ihn natürlich mit Bestimmtheit wieder. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er damals einen so langen Mantel getragen habe, antwortete Tanew durch seinen Tol'actsch: Entweder irrt sich der Zeuge oder er sagt nicht dir Wahrheit. Ich hab? nur einen einzigen Mantel, den ich auch Letzt noch ttage— Tanew mußte nun seinen Mantel anziehen und seinen Hur aufsctzcn. Weberstedt: Er ist eSi Hierauf wurde von der Lubbe neben Taneff gestellt und mit Mühe dazu gebracht, den Kops zu heben und— am Stell« der Kiste— ein dickes Akienbündel auf die Schuller zu nehmen. Thcertra- lisch rief Weberstedt: Da» gleiche Bild! T a ii e f f: Ich muß wiederholen, daß sich de, Zeuge Weberstedt entweder irrt oder absichtlich die Unwahrheit sogt.— Bors.: Sie können Fragen stellen, aber nicht solch« Ausführungen machen.— Web« rstedt: Ich möchte dazu erklären, daß m« alter deutscher Offizier nicht liigi Taness: Ich habe keim« Fragen weiter zu stellen. Ich sage noch wie vor, daß ich niemals im Reichstag war, daß ich am« Brandtag nach Berlin kam und niemals mit deutschen Kommunisten irgendwie in Verbindung gestanden hab« D i m i 1 r o ff fvagte dann, ob Weberstedt mit seinem Kollegen Tröscher über sein« Wahrnehmungen bezüglich TanoffS und LubbeS gesprochen habe. — Weberstedt: Ganz eingehend.— Dimitroff! Hat auch Tröscher über sein« Wahrnehmung gesprochen, daß er Timirrofs im Reichstag gesehen ha«?— Zenge: Ta» hat er mir natürlich erzählt. D i m i t r o f f: Beide haben sich also sehr gut über dies« Frage unterhalten. Es handelt sich um Zeugen, die hier mit verteilten Rollen kommen, von denen der eine behauptet, daß er Taneff und Lubbe, der andere- daß er Dimitroff gesehen hat. Bors.: Er meint. Sie hätten sich verabrcdet, der eine wolle den, und der andre jenen gesehen hoben. Dimitroff: DaS machen deutsch« Offiziere. Taneff ließ Weberstedt durch den Dolmetsch fragen, warum er erst am 20. März von der angeblichen Begegnung mit ihm erzählt habe.— Weber- stedt antworlet«, er habe sich erst daran erinnert, als er die Bilder der Bulgaren an den Anschlag, sänken sah.(Er hat also immer denjenigen enkannr, der der Brandlegung beschuldigt war: erst van der "Lubbe, dann Tonefs. Red.) Verhaltens wegen Meineids In der Montagsihung wird als erster Zeuge der früher« Wirt des Angeklagten Tanew, Sönke, vernommen, der behauptet, Tanelv tvenige Tage vor dem Reichstagsbrand in Berlin auf der Straße getroffei« zu haben. Er habe ihn bereits 19.19 oder 1920 in der riimänischcu Kriegsgefangenschaft kennenaelernt gehabt. Tanew habe in Berlin keine Wohnung gehabt und darum habe er ihm, der keinerlei Gepäck gehabt habe, bei sich Unterschlupf gewährt. Es stellt sich dann heraus, daß diese Angaben«richt stimmen. Popow hatte den« Tanelv die Wohnung bei Sönke verschafft und dieser hat Tanew» Gepäck vom Bahnhof abgeholt. Der Vorsitzende macht Sönke darauf aufmerksam, daß er also, da er di« Tinge früher anders darstcÜte, einen Meineid geschworen habe. Der Zeuge verantwortet sich damit, daß er nicht in die Sache habe verwickelt werden wollen. Der Zeuge Sönke wird sodann auf Antrag de» OebcrreichsanwalteS tvegen Meineids verhaftet. Lubbe wollte verhaftet werden! Als nächster Zeuge wird Kriminalkommissar Bunge vernonrnren, der gleich in der Brandnacht zum Reichstag kommandiert worden«st. Der Zeuge etllärt: Meine Obliegenheit war in erster Lin«« di« kriminaltechrrische Seit« der Sache, vor allem di« Sicherung der Spuren. An den Quadern de» Reich-tagSgebäudcS sind in großen« Mmfangc vier Fingerspuren gewesen. Ich habe sie genai« untersucht, und daraus ergab sich dent- bich, daß nur ein« Person hinaufgeklettert sein kann. Ban der Lubbe Ist von unten an der Fassade hochgcklcttcrt, obwohl er an dieselbe Stelle aus dem Weg« über dir Haupttrett« und auf dem Sims entlang leichter dorthin gelangen konnte. Der Zeuge erklärt weiter, daß dn Aufstieg nicht leicht war und daß van der Lubbe dabei Gefahr lief, acht Meter tief nach unten in den Kellerfchacht zu stürzen. Vorsitzender: Sie haben sich durch van der Lubbe auch den Rundgang vorsühren lassen, den er bei der Brandlegung gemacht hat. Hat t; Ihnen damals über den Grund und Zweck der Brandstiftung etwa» gesagt? Zeuge: Ich habe ihn gefragt, und er antwortete, die Verhältlrisfe in Deutschland wären für eil« solches Unternehmen günstiger gewesen, als anderswo. Di« allgemeine politisch« Lage sei In Deutschland so, daß hier eine solche Tat bei der Bevölkerung mehr Anklang linden würde als anderswo. Auf meine Frage, ob er Kommunist sei, sagte er: Kommunist wohl, aber doch mit einem gewisse»« Unterschied. Vorsitzender: Hat Lubbe Ihnen den Brandweg ohne Stockung genau gezeigt? Zeuge: Er hat sich nach«««einer lieber- -rugling bemüht, uns seinen Weg genau zu zeigen. An der Saaltür aber wußte er nicht mehr weiter, da verließ ihn daS Gedächtnis. Vorsitzender: Sie haben den Eindruck gehabt, daß er den Weg nicht so aut hätte finden können, wem« er nicht tatsächlich diese«« Weg in der Brandnacht selbst gemacht hätte? Zeug c: Ja. Vorsitzender: Hat er sich auch über seine Festnahme im Reichstage geäußert? Zeuge: Er sagte, er hatte sich unter allen Umständen sestnehmen lassen wolle». Auch wenn ein Fluchtweg offen gewesen wäre, würde er sich hingestellt»nd gewartet haben, bis jemand kam. Ich sagte darauf, er habe also wahrscheinlich als Märtyrer für seine Sache gelten wollen. Er sagte, daü käme nicht in Frage. Die freunde aus Hennigsdorf Der Angeklagte Dimitrow legt sodann einen Beweisantrag vor, die Hennigsdorfer Po- lizcibcamlen und sic Angestellten des Asyls in Hennigsdorf als Zeugen darüber zu vernehmen, mit welchen Personen van der Lubbe dort in Berbindung gekommen ist und was van der Lubbe überhaupt in Hennigsdorf am Abend des 26. Feber, in der Nacht zum 27. und am Morgen diese- TageS getrieben hat. Oberreichsanwalt: Wenn- der Angeklagte behauptet, daß dort inHemrigSdors van der Lubbe Mittäter gefunden hat, so habe ich keine Bedenken dagegen, daß daS festgestellt und den« Anträge entsprochen wird. Nach der Pause verkündet der Vorsitzende, daß dem Beweisantrag des Angeklagten Dinii- trow stattgegeben wird. Als nächster Zeuge wird der bisherige nationalsozialistische ReichStaasabgeördnete Dr. Ruv- pin vernommen, dessen Aussagen unwesentlich sind. »einen vulgaren gesellen Die nächste Zeugin, Fräulein Olga Derr, war als Stenotypistin deS kommunistischer« Frak- lionssekrrtärs Kühne tätig.— Vorsitzender: Ein Zeuge hat gesagt, an« Dienstag morgen seien aus dem Zimmer S3a alle nicht dein Reichstag gehörigenden Sachen entfernt gewesen. Zengin: Davon weiß ich nichts. Auf weitere Fragen des RechtSanwalteS Dr. Sack erklärt sie nrit Bestimmtheit, daß sie nur mit einer Schreibmaschine iin Zimmer 58a gearbeitet hat. DaS Bild van drr Lübbes ist der Zeugin vorgelegt worden, sie hat ihn nicht als eine Person erkannt, di« schon einmal im Reichstag gewesen ist. Reichsanwalt P a r«s i u S: Sie Haden gesagt, daß eigentlich Torgler Montag nach Chemnitz sollte. Zeugin: DaS hatte ich so gehört. Parisius: Warum ist die Reise unterblieben? Zeugin: Ich nahm an, weil er hier zu tun hatte wegen der Freigabe des Materials. Auf Fragen deS RcchtSanwaltrs Dr. Teichert erklärt die Zeugin, daß sie keinen der bulgarischen Angeklagten jemals vor dem Brande gesehen hat. Der Angeklagte Torgler«nacht dann gegen verschiedene Zeugenaussagen der vorhergehenden Tage Einwendungen und erklärt, er könne versichern, daß er am 27. Feber in der Zeit von il.50 bis 20.20 llbr den Reichstag nicht eine Sekunde kang verlassen habe. Alle anderen Be- kn««dünge n müßten auf einem Irrtum beruhen. Ter Zeuge Fahrstuhlführer Alder gibt an, daß er etwa 8 bis 1-1 Tage vor dem Reichstagsbrand eine Kiste, die von einem Spediteur gebracht worden«var, im Fahrstuhl nach oben transportierte. Die Ze««gin Hartmann, eine Angestellte des preußischen Landtages, bekundet, daß sie am 27. Februar vormittags gegen 11 Uhr in einem Fahrstuhl des preußischen Landtages den Land- tagsabgcordnctrn Koehnen mit einem Begleiter getroffen habe. Als der Zeugin auf der Polizei die Photographie van der LubbeS vorgeleHi wurde, hat sic eine ausfallende Aehnlichkeit«nit dem damaligen Begleiter Koehnens fcstgestellt. Als nunmehr van der Lubbe der Zengin gcgenübergcstcllt wird, erklärt diese, sie könne nicht bestirnmt angeben, daß van der Lubbe der Begleiter Koehnens gewesen sei. Tiniltrow spottet über die„Gefühle", di« auch bei dieser Zeugin für die Beurteilung des Tatbestandes eine Rolle spielen und bezeichnet die Zeugin als einen wclblichen Bogun. Tas trägt ihm einen Verweis durch den Vorsitzenden ein. Mn Reglelchler Ter Zeuge Tr. Tröscher, ein Mitarbeiter deS Weberstedt, bestätigt im wesentlichen dessen Aussagen. Er behauptet, daß ihm bei der Vernehmung durch den Untersuchungsrichter, alS er di« oerhnj- teten Vulgaren dort sah,„eine bestimmte Erinnerung" kam. Er habe dem Untersuchungsrichter ans freien Stücken gesagt, daß dies doch Dimitrow sei, den er von Abbildungen her kenne und schon im Hause gesehen habe. Er habe ihn auch aus den Abbildungen gesehen, die die Attentäter von Sofia zeigten. Hier wird vom Vorsitzenden sestgestcllt, daß der Dimitrow, der tvegen des Anschlages auf die Kathedrale in Sofia zum Tode verurteilt wurde, niit dem hier angeklagten Dimitrow nicht Identisch ist, den«« dieser heißt Georg und jener Stephan. Diesen Regie, fehler versucht der Zeuge dadurch gntzninachrn, daß er von einer„starken Aehnlichkeit" dieser beide« Dimitrow spricht. DaS Stichwort zu dieser erbitrm» lichen AuSrede gab ihm der Vorsitzende. Der Zeuge erklärt in Dimitrow b«ftimint den Mann iviederzncrkennen, den er mit Torgler zusammen im Reichstag gefchen habe. Darüber l a ch t Diniitrow, der deswegen neuerlich vermahnt wirb. Torgler bemerkt zu den„Feststellungen" Dreschers, daß ein Mann von der Jmprckorr, mit dem einmal Halle oder Tr. Neubauer zu tun gehabt habe, Dimitrow einigermaßen ähnelt. Dimitrow jagt, der Zeuge sei einer Täuschung unterleg m; er müsse sagen, daß alle nationalsozialistischen Augen in diesem Prozeß durch eine-dunkle Brille sehen. Dafür wird Timilrow daS Wort entzogen. Nachdem Torgler»ochinals erklärt hatte, niemals»ul Dimitrow im Reichstag gewesen zu sein, wird die Verhandlung auf DienSIag vertagt. o Alte Wege Möhren zu Goering Es ist allgemein bekannt, daß der Weg durch den unterirdischen Gang des Reichstags, in das Gebäude des ReichSlagspräsidenIcu Gocring führt. Aber nicht nur dieser Weg, durch den allein die wirklichen Brandstifter entkommen sein können, führt zn Gocring, sondern auch wie die Verhandlung in Leipzig bewiesen bat, der Weg der Belastungszeugen. Es ist kein Zufall, daß der Amtsgehilf« Kohl vor Gericht zngab, daß er am Abend des Brandes, in dessen eigenen Auto zur Vernehmung gebracht«vurde. ES ist kein Zufall, daß der als Zeng« vernommene „Brandsachverstandige" Dr. Lepsins von« Lustfahrtininistcriunl stotternd vor Gericht zugc- ben mußte, noch vor der Polizeilichen Bernch- mung van der LubbeS mit diesem im direkten Auftrage GoeringS zu sprechen. Und jetzt wird anläßlich der Bernchmnng von Karwah n e und Frey durch einen etwas übereilt gc- schriebe«»« Artikel des österreichischen Nationalsozialisten Stefan K r o y e r in der„Deutsch- österreichischen Tageszeitung" vom 14. Mär; bekannt, daß er am Abend des Reichstagsbrandes zusammen mit Karwahne und Frei) rum Kommissar des Reichsministers Goerinq, D a l n e g e aefahren sei und erst von dort ans mit den bei« den anderen zur Vernehmung ins Polizeipräsidium geschickt«vurde. Das alles ist schon kein Znfall mehr. Alle Fäden lausen zu Goering. Der Brandsachvcrständige Lep'ius, der als erster van der Lubbe sicht, und ihm GoeringS Instniktionen überbringt. Die Belastungszeugen Kohl, Karwahne und Frey— hier wer- den ihre Meineid« fabriziert. Zn deutlich ist das infame Spiel— all« Wege führen zu Goering! Unterdrückte Verschwörung in Mexiko Skew?)ork, 30. Oktober. Nach Meldungen aus Mexiko ist dort eine gegen die Regierung g-- richtctc Bcrschlvöning aufgcdecki worden, die von mexikanischen Offizieren angezctlclt wurde. M--H- rcrc Offiziere wurden verhaftet. Den Zeilungs- berichterstattern wurde unterlagt, Nachrichten über die Angelegenheit zu verbreiten. Das Kriegs- Ministerium hat cs abgelchnt, den Vorfall zu bestätigen oder in Abrede zu stellen. lettische Kommnnlsten- ahgeordnete nicht Immun Riga, 30. Oktober.(Leta.) Der Parlamentsausschuß für Angelegenheiten der Abgeordneten hat mit vier gegen eine Stimme den Regicrunge- entwurf angenommen, dem zufolge alle Mitglieder der kommunistischen Fraktion dem Gericht ansgelicfert lverden und augenblicklich in-Hast gesetzt«verdcn können. Das Plenum des Parlaments wird dies« Entschließung der Regierung wahrscheinlich am 3. November genehmigen. «eine Gehaltskürzung in Frankreich Paris, 30. Oktober. Das Kabinett Sarrau« beabsichtigt, am Freitag, an welchem Tage cs sich dem Parlamente vorstellen wird, die Finanzvvr- lage einzubringcn. Die Regierung wird aber nur 3.5 Milliarden neuer unaufschiebbarer Einnahmequellen ldie Fehlbeträge des heurigen Jahres belaufen sich auf 0 Milliarden) fordern. An eine Herabsetzung der Gehälter der Staat»- nnck Privatangcstellten sowie an neue Abgaben aus ständigen Renten wird nicht gedacht. Panter In lelpzlö Berlin, 30. Oktober. Zu der Verhaftung dcS Vertreters des„Daily Telegraf" in München, Pantc r, hört das Eonti-Nachrichtenbüro von unterrichteter Seite, daß Panter erklärt habe, er werde nur vor dem Untersuchungsrichter guSsogen. Da Panter der Spionage beschuldigt wird, befin- det er sich auf dem Wege nach Leipzig, wo er tvegen Landesverrats dem Untersuchnngsricht-'r vorgesührt werden wird. nie österreichische Trefiteranleihe Wien, 28. Oktober.(AN.) Bis zum heutigen Tage sind Zeichnungen für die österreichische Trefferanleihc von über 205,278.500 Schilling eingegangen. Die vorläufig erhobene Anzahl der Zeichner dieses Betrages ist 80.491, so daß sich eine durchschnittlich« Zeichnung von Schilling 3.088 ergibt. >^WWWWWWWWWWWW»W»WE»WWW«WMWWWWWW»M»M»^»»WW DK«Rag, 81. CTtobfr 1935. Nr. 254. Grit« 8 Ans der Arbclter-Turn* ond Sportbewegung. Tschechoslowakei siegt gegen Ungarn 2:0 und 1:01 Am vergangenen Sonntag wurde« in der Europakonknrrenz die Fußballwettspiele T s ch e. choslowakei- Ungarn ausgetragen. Da» erste Spiel, das am StaatSseiertag im Ausslger Stadion stattsand, endet« 2:8 für di« Tschechoslowakei, das zweite Spiel wurde in Oberdorf abgeführt und endet« 1:0 für die Tschechoslowakei. Damit hat die Tschechoslowakei im Kampfe nm dir Enropa-Meistrrschost sieben Punkte erreicht, denen nenn Punkte Oesterreichs und je «in Punkt für Polen nnd Ungarn gegenüberstehen. Einen Bericht über den Spielverlans ver- ösfentlichen wir morgen. Dor dem Schluß der Herbstferie. Die westböhmischen Fußballbczirke stehen vor Abschluß der Herbstserie. Es gab einige Ueberraschungen. Im er st en Spielbezirk steht E i b e n b c r g bei N e u d e k und zwar trat es an die Spitze mit nenn Punkten von sechs Spielen. Obwohl alle anderen Erstklassigen»och je ein Spiel vor sich haben, kann Elbenberg nicht mehr überholt werden, auch nicht von« Alt- BezirkSmcister Meierhöscii, welches mit fünf Spielen sechs Punkte erringen konnte. Im zweiten Spiel bezirk ist die Serie abgeschlossen. Es führte ASK-Eger mit acht Punkten aus fünf Spielen. Eger konnte gegen H a s l a n mit 6: 3, gegen A s ch mit 1: tt, gegen F l e i s; r n mit 6: 2 und gegen Tirschnrtz gewinnen. Nur in Franzcns- b a d holte sich der Alt-Bundesmeister eine 2: 1» Niederlage. Auch im fünften S p i c l b e z i r k fanden vergangenen Sonntag die letzten Serienspiele in der ersten Klasse statt. Nach je fünf Spielen führte FFK-F a l k e n a n. Es folgten Bundesmeister Grasli tz und Turner Falke- n a u mit sechs Punkten, weiters C h o d a n mit vier,, Unterreichenau mit drei und Braunsdors mit einem Punkt. Spielresultate vom Sonntag: ADR-Fischern gegen ASB-Alt-Rohlau 4: 3, ASRI gegen ASB Altrohlan 0: 3, ASB-Meierhöfen gegen Sportbrüder Eibenberg 2: 3, SR Schlackenwerth gegen TR Ioachimsthal 0: 3, ASK Eger gegen ATR Flcißen 6: 2, Rapid Karlsbad gegen ATB-Neudek 3: 4, Rote Elf-Chodau gegen FFK-Falkcnau 3: 7, Bundcsmeistcr Graslitz gegen ASB Pirkenhainmer 10: 0, Bundesmeister Graslih gegen SR-Unterreichenan 4:1, Turner Falkenau gegen SR Braunsdorf 3: 0. Wir mach«» ein«» Eltern-Abend! Nach«inen, Entwurf des Genossen Hoitzer gibt nun der Bundes- erziehungsbeirat des Atus unter Mitarbeit der Genossen Hudl und Grasse eine neue Programmfolge zu den bereits erschienenen beiden Malerial- sammlungen heraus. Es ist das fertig« Programm für einen neuzeitlichen Elternabend, der besonders jetzt zur Einführung unserer K'nderstraßentleidung aktuell ist. Tas Haft ist sofort gegen Einsendung von Kf 5.—(in Briefmarke») vom Bund beziehbar. Arbeiter und Bauer. Eine Aeutzerung kivehlas. Im„Bcnkov" veröffentlicht Senator Vran^ Aeußcrungcn ävehlas, die sich insbesondere aus die Bedeutung des Bodens für die Gesellschaft nnd des Bauern für den Staat beziehen. Pan Interesse ist der Schlußsatz: „Reben dem gleichberechtigten und gleichwertigen Bauer« der gleichberechtigte und gleichwertige Arbeiter!" Soll dies ein warnendes Wort 8vchla§ an jenen Flügel der Agrarpartei sein, der am liebsten die Diktatnr der Agrarpartei über den Staat aufrichten möchte? Pcrcinsauflösnngen. In Klostergrab wurde s die Tätigkeit des Schützenvercmes, ferner die Ortsgruppe des Bundes der Deutschen und des Vereines ehemaliger Mittelschüler„Normania" behördlich eingestellt. AuS dem Senat. Ter Anßenausschuß des Senats hält Dienstag, den 31. Oktober, nm halb 12 Uhr vormittags eine Sitzung ab. Aus der Abgeordnetenkammer. Sitzungen halten ab: Ter Außenausschuß, Dienstag, den 31. Oktober, um halb 10 Uhr vormittags und der sozialpolitische Ausschuß um 10 Uhr vormittags. Tschechische Polkspartri bekennt sich zur Demokratie. Ter sechste Landcskongreß der tschechischen Polkspartri für das Land Mährcn-Schlesien wurde Sonntag nach zweitägiger Tauer mit einer Plenarsitzung abgeschlossen. Der Kongreß beschäf- Z tigte sich vorwiegend mit der politischen Lage, sprach seine Zustimmung zu den Maßnahmen der Regierung aus und betonte neuerlich, daß die Demokratie das einzig richtige RegicrungSsystem in der Tschechoslowakischen Republik sei. Die grö/lte illustrierte ITocftenscftriO CiMftaini Jeden Jonnlag Aftmdl«fftdUUdb Das neue französische Kabinen. In der ersten Reihe von links nach rechts: Georges Bonnet, Mistlcr, de M o n z i c, Albert Sarraut, Dalimicr.— In der zweiten Reihe: MM. Laurent Et)nac, Qucuill«, Paul. B o n c o u r, Pierre Cot.— In der dritten Reihe: Andrö Marie, Abel Gardcy, LiSbonne, Stern, D a l a d i e r, Auguste Bruget, de Tessa n.— In der vierten Reihe: Marcombcs, Pagano», Guy La Chambre, Maxence Bibie, Le Gorgeu. Zwei deutsche Ausreißer in Prag auf. gegriffen. In der vorigen Woche meldeten sich auf einem der Prager Flüchtlingskomitees zwei junge Bursch«». Beide gaben an, 14 Jahre alt zu sein und aus politischen Gründen geflohen zu sein. Eine private Anfrage bei den Verwandten der Kinder ergab, daß beide auS Abenteuerlust auS Schönau bei Chemnitz in Sachsen ausgeruckt waren. Die Mütter der beiden, beide Väter sind im Felde gefallen, waren in schwerer Sorge um die Buben. Söndevbar mutet das Verhalten der deutschen Gesandtschaft in Prag an. Bun Sach, verhalt telephonisch verständigt, sehn'« sie es ab, die beiden Jungen zu übernehmen, um sie nach Deutschland zu transportieren, sondern verwies den Airrufer an die hi«sigc Polizei. Die Polizei, direkt!on halt« mehr Verslätllmis, sie übernahm die Kinder in ein hiesiges Kinderheim. Der fünfte Allslawische Kongreß für Kinder, forschnna wurde Sonntag vormittags auf dem Sokolstodion in B r ü n n in Anweienheit von 1100 Teilnehmern eröffnet. Während sich die früheren Kongresse nur mit der tschechoilowa. kischeu Arbeit auf den, Gebiete der Kindererziehung beschäftigt hatten, wurde auf diesem Kongresse zum ersten Male der Gedanke der wissenschaftlichen Zusammenarbeit aller slawischen Völker betont. Raubmord an einem Ehepaar Soniuag früh wurde das Ehepaar Georg und Lina Anker in seiner Wohnung in Winkel(Tirol) erschlagen aufgesunden. Es liegt kein Zweifel vor, daß ein Raubmord vorliegt, denn di« 1000 Schilling ent- haltende Brieftasche fehlt. Es dürfte zu einem Kampf zwischen deut unbekannten Tä er und dem Ehepaar gekommen"sein, da beide Hautabschürfungen auswciscn. T agesneuigkeiten Professor Calmette gestorben. Paris, 28. Oktober.(HavaS.) Der franzö- lschc Forscher auf dem Gebiete der Tuberkulose Löon Charles Albert C a l m e t t e. Prosesior am Pastenr-Jnstitut, dessen Name im Lübecker Kinderprozeß eine große Rolle spielte, ist heute früh nach kurzer Krankheit im Alter von ie^ig Jahren gestorben. * Ealncettc wurde 1863 in Nizza geboren. Er kubierte Medizin und war dann lange Zeit als .Kolonial- und Marinearzt im Auslande tätig. Später wurde er Prosesior der Hygiene und Bakteriologie an der Medizinischen Fakultät in Lille, wo er ein Institut für Tuberkuloseforschung ins Leben ries. Im Jähre 1899 wurde er vom Pasteurinstitnt in Paris zum Studium der P e st nach Oporto geschickt. Er hat sich auf dem Gebiete der Bakteriologie und der Tuberkulosefor- chung besondere Verdienste erworben. Nach lang- jährigem Studium befaßte er sich damit, einen Impfstoff ausfindig zu machen. Seit Anfang der zwanziger Jahre hatte er in der Wisienschaft auf- ehenerrcgendc Ergebnisse durch dcu Impfstoff gegen die Tuberkulose, den sogenannten Ccrl- mctte-Guörin-Bazillus erzicli, der gegenwärtig vielfache Anwendung findet. Schnee im Erzgebirge. Brüx, 30. Oktober. Den schönen.Herbsttagen ist im Erzgebirge fast ohne Uebergang der Winter gefolgt. Wahrend cs gestern im Tal regnete, ging im Gebirge ein heftiger Schneefall nieder, der die Nacht über andauert«. Aus manchen Teile» des Erzgebirges wird eine Schneehöhe von 20 Zentimeter gemeldet. Stellenweise verurfachte der Plötz- lichc Schneefall sogar Verkehrsstörungen. Der AutobnSverkehr mußte auf einzelnen Strecken bis auf weiteres eingestellt werden. Winlerstiirme über Snqland London, 30. Oktober.(AR.) Ende der Woche herrschte auf dem britisck)en Jnselreich Winter- »vetter. Die Stürm«, die sich ursprünglich nur aus das Gebie: der Nordsee beschränkt hatten, breiteten sich allncählich über ganz Nordengland aus. In Schottland ist an manchen Stellen viel Schnee gefallen. Zahlreich« Schiffe in der Nähe der Küste gerieten in Seenot. Der japanische Tompsrr „Kisuku", der auf einer Strecke von 100 Meilen mit einem Nord'ee-Dturm kämpfen mußte, ist Samstag verspä et in Norkh Shields gelandet. Während des Sturmes explodierte auf dem Dampfer das Dampf-HauptzuleitungSrohr, wobei zwei.Heizer schwere Verbrennungen erlitten. Sic wurden laut den Instruktionen, die im Fnnkwege vom Fcstlandc gegeben wurden, ärztlich behan- del: und nach der Landung sofort ins Krankenhaus gebracht. Bei der Explosion des Zuleitungsrohrs hört« ei» Dynamo auf zu arbeiten nnd das Schilf war ohne Licht. Auch di« Nlaschnen wurden zum Stehen gebracht. Sin Urteil des Lemberger Standgerichtes Leniberg, 30. Oktober. Vor dem Standgericht in Lemberg sand heule die Verhandlung gegen den ukrainischen Hochschülcr NikolanS LcinYk, der vor einer Woche den sowjetrnssischen Konsul in Lemberg ermorden wollte, nnd dabei den KonsulatSstkretär Majlow erschoss:» und zwei Konsularbcanite verletzt l-atte, statt. Lomyk wurde zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Als mildernder Umstand wnrde die Jugend des Angeklagten angenommen. In Angelegenheit der Verletzung der zwei Konsularbean"«» wurde das Verfahren einem gewöhnlicl-en Gerichte überwiesen. Generalstreik aus Kuba. Havanna. In einer großen Rohrzuckermühl« auf den kubanischen Camaguey-Inseln sind schwere Arbeiterunruhen auügebrochen. Bei den Zusammenstößen wurden 18 Arbeiter getötet, etwa 28 verwundet und etwa 368 verhaftet. Die Aufständischen sind sämtlich Kommunisten. Die Mühl« befindet sich in amerikanischem Besitz. In ganz Kuba wurde an« Sonntag der General st reik der Verkehrsangestellten, der Angestellten der Elektrizitätswerke und der Angestellten der Wasicrwerk« auSgerufen. Die Petrolenmgcsellschaften, unter ihnen di« British Shell Standard und die Sinclair-Gesellschaft, haben die Ausschließung der Arbeiter angckün- digt und cs abgclehnt, die Forderungen der Angestellten zu erfüllen. Die Regierung ist, wie eS scheint, nicht imstande, die Situation zu beherrschen und wird der Situation nach zu urteilen, fallen. Streikende stürmen Detroit. Detroit, 88. Oktober.(Reuter.) Di« Polizei mutzte alle Reserven heranziehen, um die 2888 Manifestanten zerstreuen zu können, die die Stadt in 388 Automobilen überfielen, von denen sie in voller Fahrt die Fenster der Hauser mit Ziegel. Keinen bewarfen. Die Manifestanten stießen auf ihrer Fahrt aus PrivatautoS und stürzt,« sie u«t. Die Manifestation wurde zum Protest gegen die Streikbrecher veranstaltet, die, obwohl der Streik noch andanert, die Arbeit in den Gerätefabriken wieder anfnahmen. Siebung der Klastenlotterle 20.000 Ke: 12.950. 10.000 K{: 20.795, 27.188, 57.948, 102.147. 5.000 K6: 022, 5.714, 8.095, 14.030, 20.190, 32.599, 32.083, 30.772, 44.850, 45.019, 40.548, 48.234, 50.893, 50.954, 51.300, 01.094, 03.284, 04.207, 07.705, 71.019, 73.022, 75.959, 82.805, 89.139, 93.292, 93.332, 98.096, 99.707, 100.692. 2.000 Ke: 3.028, 4.866, 5.052, 5.873, 7.364, 7.385, 7.975, 8.657, 8.818, 12.962, 14.211, 18.708, 19.963, 21.418, 23.342, 26.778, 29.431, 31.062, 81.265, 31.551, 31.648, 33.157, 34.287, 86.430, 36.635, 87.585, 38.677, 41.516, 41.529, 42.802, 42.858, 50.404, 51.885, 52.404. 52.856, 53.033, 58.181, 56.179, 56.475, 56.949, 56.978, 57.856, 60.679, 61.170, 61.180, 61.841, 68.228, 64.460, 64.703, 65.572, 66.347 66.363, 67.786, 76.932, 81.969, 82.593, 86.683, 87.889, 92.811, 94.211, 95.080, 96.862, 100.512, 101.046, 102.676, 103.651, 104.61t!. 1.200 Ke: 3.167, 8.637, 19.405, 20.679, 24.810, 39.349, 42.614, 50.778, 69.535, 70.475, 70.831, 71.872, 75.152, 84.50C 85.957, 93.880, 96.060, 96.085, 102.450 nsw. Schneetreiben und arger Frost im Riesengebirge. Im Riestmgebirge herrschte, wie von der reichsdeutfchen Seile berichtet wird, bis in die Gcbirgsdörser hinab Schneetreiben. Ter Schnee blieb allerdings infolge des starken Windes im allgenieinen nicht liegen. Auf der Schneekopp« sank die Temperatur Samsag bis auf 8 Grad unter Null. Auch im Zittauer Gebirge setzte am Sonntag abends Schneefall mit starkem Schneesturm bei 0 Grad ein. Di« Schneehöhe betrug 4 bis 5 Zentimeter. Matuschka geisteskrank? Wie die„Neue Freie Presse" aus Budapest meldet, legte im Prozeß gegen Matuschka der psychiatrische Fachmann Dr. Donath sein Gutachten dem Untersuchungsrichter vor, das im Widerspruch mit den anderen Gutachten der Psychiater steht; er bezeichnet Matuschka als einen gefährlichen Irren. Bei Matuschka machen sich Anzeichen einer Paranoia halucinatoria bemerkbar, die sich besonders im Größenwahn, im Verfolgungswahn, in einer krankhaften Verlogenheit und in einer sadistischen Neigung bemerkbar machen. Dr. Donath schlug die Inkerveniernng Matuschka« in einem Institut für Geisteskranke vor. DaS internationale Schachturnier in Paris wurde SamStag beendet. Sieger wurde Aljechin mit 8 Punkten. An zweiter Steile steh: Tartakowcr mit 6 Punkten. Wicnthal und Baratz erreichten Punkte, Snosko-Bo> rovsky 5, Zuckcrmann 4, Reihmann 814, Frcntz 3, Gramer 2% und Lazard 2 Punkte. Amerika und Sowjetrußland. Aus New Bork wird berichtet:- Ter'Ausschuß für die Pflegung der Beziehungen mit Sowjetrußland veranstaltete unter den Zeitungen eine Enquete bezüglich der Frage, ob di« Sowjetunion diplomatisch von den Vereinigten Ttaa en anerkannt werden soll oder nicht. Bon der Gesamtzahl von 1189 Blättern sprachen sich 718 anieri- kauische Tagesblätter, somit 63 Prozent, für die Anerkennung Rußlands aus. 2.6 Pro- zcirt der Blätter sprachen sich für die Anerkennung unter gewissen Vorbehalten ans. 26.9 Prozent sprachen sich gegen die Anerkennung aus. 1 Prozent der Blät.er gab auf die gestellte Frage direkt kein« Antwort. Ueberfällige Dampfer. Ztvci auf dem W i n- nipeg-See regelmäßig verkehrende Tanipscr». die bereits vor fünf Tagen in Winnipeg eintrcs- sen sollten, sind bisher überfällig. Man b c s ü r ch- t e t das A c r g ste, da auf dem See ein schweres Unwetter tobt. Musiolini gegen die Junggesellen. Amerikanische Blätter melden, daß Ministerpräsident Musiolini heute sehr l-arte Verfügungen gegen die Ledigen vorbereitet. Musiolini erklärte in einer Ansprache an die fascistischen Kon»na»dan- ten, daß er Heuer mit allen Mitteln den Eintritt in den Ehestand und die Begründung großer Fa- milien zu fördern beabsichtige. Es verlauten daß Mussolini im großen Ausmaße ledige Männer aus dem Staatsdicsiste entlassen und an ihrer Stelle Familienväter anzustcllen Plane, wobei den Vätern kinderreicher Familien der Vorzug gegeben werden wird. Ferner wird gemeldet, daß an eine Erhöhung der Junggesellen steuer gedacht wird. Kulturgeschichtlicher Fund in Rußland. Aus Moskau wird uns geschrieben: In Psko.v (Leningrader Gebiet) sind bei dem Bau einer neuen Wasserlcitungsanlage die Ilcbcrveste einer alten Stadt entdeckt worden, die in das 10. Jahrhundert zurückrcichen. Es wurden die lleberblcib- sel einer heidnischen Lcichenverbrcnnungsstättc, verschiedener Zierat und Kulturgcgenstände gefunden. Bei den weiteren Ausgrabungen wurde eine Schmiede mit guterhaltenem Zubehör frei« gelegt.— Die Funde sind von großer wissen« schastlicher Bedeutung, sie werden jetzt von den einschlägigen wisienschaftlichen Organisationen der Sowjetunion eingehend erforscht. Verbrecher vor dem Standgericht. Vor dem S andgericht Rzeszow(Polen) sand Akontag di« Verhandlung gegen siinf Banditen statt, welche vor einigen Tagen eine Postambulanz in der Näde von Rzeszow ausgeplündert und einen Polizisten während des Neoerfalles getötet hatten. Zlvei Angeklagte, di« Arbeiter Jaza und Kielbiewski, ivurdcn zuni Tode durch den Strang verurteilt. Etwas Heiteres. Wie das BDZ-Büro meldet, ist außer dem Re.ichswahlvorschlag der NSDAP beim Reichswahlleiter keine Weitere Reichsliste mehr eingcreicht worden und, da die Frist zur Einreichung solcher Vorschläge am Sonntag obgelaufen ist, la steht nunmehr fest(!), daß der deutsche Wähler auf seinem S'immzettel zur ReickiStagswahl am 12. November nur den einen Wahlvorschlag finden wird: Theoretisch hätte die Möglichkeit zur Einreichung weiterer Wahlvorschläge bestanden, denn nach dem Willen des Reichskanzlers finden die Wahlen am 12. November auf Grund deS bestehenden Wahlrechtes statt, daS in keiner Weise geändert worden ist. Tob in der Lrnkgrnbe. Freitag naclnulltagS fiel di« dreijährige Georgine Trukovü in Tolavskn bei Kuttenberg ans dem Hose ihrer Elicrn in die Lenl- grnbe, wo sie ertrank. «r. 254. Dienstag, 81. Oktober 1883. Seite 7 Vom Profieir Rundfunk Volkswirtschaft und Sozialpolitik I Ein VegrüvniS im Dritten MsiW ant- Ichric eine» erreicht hatte, der gesamten Welt 90 Milder durch die k» Wolkenbruch. Heber Podgorica(Montenegro) und Umgebung entlud sich«in heftiger Wolkenbruch, welcher d!e ganze Stadt überschwemmt«. Der Schaden wird aus ein« Million Dinar geschätzt. Ein Bauer wurde vom Blitz getötet. Ehrend« Anerkennung. Der Minister für Schulwesen und DolkSkultur, Dr. Dürer, hat den Genossen Katschinka, Brünn>ind Dr. Alois Mühlberger, Troutenau, für di« Mitarbeit bei der Zusammenstellung der neuen Lehrpläne für Bürgerschulen und einjährigen Lehrkurse den Dank und di« Anerkennung ausgesprochen. 1930. 1931. 1932. 1933. Der LiilkerbundSkommissar für di« deutsch«« Emigranten. Professor JameS MacDonald, der Dorsitzendc der amerikanischen Gesellschaft für auswärtige Politik, wurde zum Kommisiar deS Völkerbundes für die Flüch linge aus Deutschland ernannt. D 9 Ul IV Wohtinski bemerkt hierzu, daß Di« Traucrhalle sagte alle di« Menschen nicht. Nichts störte die Disziplin der Schweigenden. Dann, standen sie vor der Grube, Hand aus Hand schüttete Erde aus den Sarg und rote Nelke um rote Nelke folgte. ES war kein Totengräber nötig, der hier Arbeit zu verrichten hatte. Vorher aber war ein älterer Arbeiter an dar Grab getreten und sagte ruhig: „Wir alle wisse», das; du nicht umsonst gestorben bist. Eines Tages werden wir für den toten Alexander Nechenschaft fordern!" So geschehen int September 1933 int Tritten Reich deS Herrn Hitler. AuS Deutschland erreicht»nS auf großen Umwegen nachstehender erschütternder Bericht: Der Breslauer Sozialdemokrat Alexander war im Kriege Soldat. Er erhielt die höchsten militärischen Auszeichnungen. Angst vor dem Feinde hatte Alexander nie gekannt. Auch vor dem deutschen Feinde seiner Klass« nicht!- Zur Zeit der Weimarer Republik war er Führer deS Reichsbanners. Er war ein militärischer Führer ersten Rang«S, wenn er auch nie„General gelernt" hatte. Er verstand aus seiner Ueberzeugung, aus seiner Menschlichkeit, auS seiner Ehrlichkeit heraus Genossen mit« znreißen, zu begeistern. Er war ein Revolutionär, ein Sozialist. Im Feber kmn er ins Kon Zentra, tionslagerbci Breslau. Herr Polizeipräsident und Fememörder HeineS ließ es sich nicht nehmen, Alexander im Konzentrationslager sich vorsühren zu lassen und ihn also zu begrüßen: „Heil Hitler, Alexander!" „Guten Tag. Herr Polizeipräsident!" wortete Alexander ruhig, „Ich hab« dich Heil Hitler! gegrüßt." .Heines.„Du hast zürückzugrüßen!" „Guten Tag, Herr Polizeipräsident!" „Alexander, cS gibt heute nur mehr deutschen Gruß: Heil Hitler!" „I ch habe keinen andern deutschen Gruß gelernt alS: Guten Tag, Herr Polizeipräsident!" „Schwein, du hast Heil Hitler! m grüßen!" Da sah Alexander den wut'chnaubendcn Da sah Alexander den wut'chnaunen-cn ,i r Polizeipräsidenten von Hitlers Gnaden an und|' sagte ruhig: „Verlangen Sie nicht von mir, daß ich meine Ueberzeugung wechsle, wie mein verlaustes Hemd im Schützengraben!" Da trat Heiner auf den Ge'angenen zu, klopfte ihm auf die Schulter und sagte:„Tas wollen wir uns merken, Alexander." Monate später wird das Lager in Breslau aufgelöst. Die Ofefangenen werden nach Osnabrück befördert. Alexander vertraut Freunden an: „Ich schwöre euch, daß ich nicht fliehen werde, daß ich das Lager nur auf ausdrücklichen Befehl der Gewalthaber verlass.'» werde." Alexander wurde im September„auf der Flucht erschossen". Bestimmt kann Herr Polizeipräsident.Heines für feine Person sein Alibi Nachweise». Das ist so Sitte im Dritten Reich, daß hohe Bcanite stets in der Lage sind, ein Alibi nachzutveisen. Alexanders Leichnam kant im verlöteten Sarg in Breslau an. Keine Zeitung des Dritten Reiches durfte darüber berichte». Aber di« Genoffen des Zweiten Reiches wußten es trotzdem. Von Mund zu Mund ging die Nachricht. Das Leichenbegängnis, das in aller Stille stattsindrn sollte, fand in aller Stille statt. Aber war cS jene Stille, die beabsichtigt war'? Plötzlich ivaren aus dem Friedhof an tausend schweigende Menschen versammelt. Im Arbcits- anzng mit schwarzer Krawatte und weißem Vor- hentd. Manche batten keine Krainatte fehl weißes Vorhemd— aber alle trugen sie plötzlich rote l elfen int Knopfloch. Zauberei? Nein, Solidarität ist keine Zauberei! Was lostet die Wellwirtschatstrise? In vier Krisenfahren 200 Milliarden Dollar. Im„Neuen Tagebuch" unternimmt der be- stnnte Statistiker Wohtinski den Versuch, die Ilosten der Weltwirtschaftskrise zu«rrechnen. köohtinski geht aus dem Wert, den di« industrielle Warenproduktion im Jahre 1929 Damals betrug der Nettotvert industriellen Warenproduktion der Ijardeit Dollar, der Bruttowert, Einbeziehung der industriellen Roh- und Brcnn- Hfe und der Dienstleistungen des Zwischenhandels gesunden wird, etwa 180 bis 200 Milliarden Dollar. Nach Wohtinski muß nun frstgestrllt wtrden a) der Aussa ll an Produktion von materiellen Gütern, d) der durch die Schrumpfung der Produktion bedingte Ausfall von Dienstleistungen aller Art. D«r absolut« Ausfall am Sozialprodukt infolge Produktionsschrumpfung in der Krise stellt sich auf Grund der Bewegung des vom Berliner Institut für Konsunkturforschng errechneten Indexes der industriellen Warenproduktion in den Krisenjahren so dar: Reichlich viel Lyrik hat uns dies« Woch« beschert. Da gab cs Slowakisch« Lieder von Hans Redlich, d. h. Vertonungen eines Modert«« auf Texte aus Paul EiSnrrL slowakischer Anthologie, di« üblich« Fraktur, bei der vom wesenshast„Slowakischen" nichts mehr zu spüren ist. Sehr schön zeigte sich das„Lyrische Intermezzo", von Jirük auf Text« von Heine, gesungen von Lisa Frank; in kräftigen Rhythmen schwingen sich di« groß endogen der Melodien über farbensatt«r Begleitung. Weniger bedeutend erschienen einige L i e- der s u d e t e n d e u t s ch« r Komponisten (Stuiber, MraLek, Eich, am erfreulichsten di« heiter launigen Kindcrlieder von Reifner). Frl. Wally Horner, Trtschcn, sang sie sehr hübsch. Aber gerade diese Borführungen sind Beweis« für unser« Behauptung, daß unsere Sendung sich nicht auf dir provinzialpatriotisch« Pflege„heimischer" Kunst beschrän- k«n darf,— wie verlangen Teilnahme am Kunstleben und streben der Welt, wir wollen nicht rsttken bleib«« in der Ende eines mißverständlich abgr-. grenzten Sudetcndeutschtuml. In der Landwirtesendung zeigte Tr. Fritz Koberg drtt Bauern im dcutsch en Volkslied. TaS gibt«in sehr charakteristisches Bild,— fast ausschließlich revolutionär klingt daS Banrrnlird; die ritterlichen Herren um 1200 machen sich lustig über den groben Körper; int schärfer und heller ertönt der Ruf nach Freiheit, nach menfchcnwürdiger Behandlung aus allen deutschen Gauen, bis der Absolutismus auch die letzten Regungen der Empörung niederschlägt. Immer w!«v«r muß man sich wundern, wir gründlich die Vattern ihre revolutionär« Vergangenheit vergessen haben, wie vollkommen sie sich dir Ideologie der besitzenden Klasse zu eigen gemacht haben, sobald sie nur die ärgsten Bedrückungen loSgeworden sind. Es ist ersichtlich, daß ihnen hierin vo Seit« der Bourgeoisie lebhafteste Anregunq und Unterstützung zuteil wird, damit diese stärkste Stütze des Kapitalismus erhalten bleibe. Wenig aufregend war die Belehrung des Pros. Dr. Egon Weiß über die E n I st« h u n g d e S neuen bürgerlichen Gesetzbuches, zu viel Einzelheiten für den Laien, der viel mehr über die Gesinnung, den Geist und di«(Grundsätze erfahren möchte. Und sehr zu wiinscl'en wäre, dost das Tempo der Reform sich etwas beschleunige, besonders Ehc- recht, Familicnrecht, Stellung des unrhelitben Kindes usw. bedürfen dringend der Erneuerung. Gerade aut diesen Gebieten sind freilich auch die Widerstände d«i. kirchlich geleiteten Parteien besonders zähe. Das Jubiläum der Nikolaudrrrcal- schule in Prag, drssen auch in einem Vortrag gedacht wurde, würde uns viel mehr Freud« bereiten, wenn diese Anstalt den humanistischen Geist ihrer GrüudungSzcit in einer vorbildlichen, vorwärtsreißenden Reform dcs Betriebes bewähren würde, lieber die technischen R e u e r u n g en i m K ü ch c n b r t r I c b berichtete Prof. Olly Hendrich. Ja, da gibt es wundervolle Sachen und das Wirtschaften wird mit all den Hilksmitteln zum Vergnügen,— aber wer hat heute schon das Geld, sich so einzurichten? Wieder ein Beispiel dafür, daß alle Künste dieser technischen Kultur eben nur für di« dünne Oberschicht der Bemittelten da sind,— das „Bolk„ ist nur mit ihrer Herstellung befaßt. Nur genossenschaftlicher Zusammenschluß(Häuser mit Gc- mrinschaftskück»« usw. könnte da helfen, aber dazu fehlen selbst in unserem Proletariat noch die geistigen BorauSsetzunge». Zu der A r b e i t e r s e n d u n g sprach Rcdak» teur Genosse Josef BSlina zum Parteitag der t s ch e ch o s l o w a k i' ch e n Sozialdemokratie. Er erinnerte au den Bndtveiser Parteitag vor 10 Jahren: die Auszählung der Gegenstände, um di« damals gekämpft wurde(Achtstundentag, allgemeines Wahlrecht) läßt uns die Fortschritt« dieser Jahrzehnte ermcsicn. Scharf stellt« der Redner die Notwendigkeit der demokratischen Ttaatssorm in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Demokratie bedeutet ihm soziale und wirtschaftlich« Gerechtigkeit und Freiheit, ohne die kein Fortschritt möglich ist. Diese Grundgedanken werde auch der Parteitag festhalten,—: wie wir das seither ja schon erlebt haben. Ten 2 8. Oktober beging unsere Sendung sehr hübsch: Abschnitte a»Z Masaryks Moralzholo- sophie, Gedichte» on Vrchliekr'-. Be'e«?- und Erika Spauureinsch wurden rezitiert, der I. Satz von Tvorüks Amerikanischem?tr-'ch-'-,arte't(Op. 00) von einer Schallplatte des böhmischen Streichguar- tetts witrde gespielt. Vermissen durste man etwas ausdrücklicher Programmatisches, eNvas, worin das demokratische Wesen unserer Republik und die fest« Absicht auch eines Großteils der deutschen Republikaner, sie darin zu schützen und weiter zu entwickeln, sich unverhohlen ausgesprochen hätte. Aber dazu wird dieser Scndcleitung, die S« mit niemandem verderben und sich allerhand Eisen warm halten will, immer der Mut gebrechen.— bringt sie doch nicht einntak den Mut aiuf. meine deutliche Anfrage im 1 letzten Rnndsunkbrricht ebenso deutlich zu beantworten. Warum wohl? F ü r st« n a u. Ausfall gegenüber 1929 Brutto Netto in Milliarden Dollar 12 22 34 27—32 der' Nettowert diel zu niedrig sei, da er den Ausfall der gesamten Produktion an Rohstoffen(Kohle, Erze, Brennstoffes nicht berücksichtige. Diesen Ausfall gibt er mit mindestens 80—40 Milliarden Dollar für die Krisenjahre an. Auch die Verluste beim Handel seien enorm. Nach Woytinsti unterhält der Einzel- und Großhandel«inen Apparat, der dem Produktionsapparat gieichzustcllcn ist. Infolge d«S Leerlaufs durch die Arlfeitsl'sigkcit und Konkurse fei ein Ausfall entstanden, den er auf 30 Prozent des Wertes der vott der Produkttonswirtschaft zu liefernden Daren schätzt. Tas sind etwa 40—50 Milliarden Mollar. Nach dieser int ganzen vorsichtigen Berechnung sind alle Kosten der Weltkrise mit rund 200 Milliarden sestzustel- len. 200 Milliarden Dollar, die in den vfer Krisensahren von 1929 bis 1933 zu Lasten der Wirtschaft gegangen siitd. Angenommen. die Weltwirtschaft nehme einen so günstiaen Aufschwung, baß sie Ende 1935 wieder den Stand von 1930 erreicht— eine Annahme, für die zur Zeit freilich beinahe alle Voraussetzungen fehlen müßten für die Jahre>1934 und 1935 weiter 65 Millionen Kosten hin'Ugerechnet werden. Aber schon die 200 Milliarden Dollar, die die Krise bisher der Wirtschaft gekostet Haden, sind eine so phantastische Summe, daß die meisten nicht viel damit anzufangen wissen. Dabei ist zu bedenken, daß nicht berechnet sind die Schäden, die die jahrelange Arbeitslosigkeit und die durch sie hervorgerufen« steigende Verelendung dr Ar- beitrklassc zuqsügt hat. Und d'efes System, das Menscheti ttnd wirtschaftliche Werte in einem so unaebenerlichen umfang verwüstet, soll sich die Gesellschaft weiter «ufzwingen lassen, nur weil es einer kleinen Kchicht die wirtschaftliche und politische Herrschaft tzchert. Die Zähne wollte ich ihin in den Rachen schlagen, er spie mir rökelnd eine breit« Suppe Blutes ins Gesicht. Das fuhr mir in den offenen Mund, ich quetschte die Zunge an den Gaumen und. schmeckte, indes der Ekel mich jach überfiel, den rinnenden Schleim, dick, süß, unerträglich warm. Tann sackte Wcigelt zusammen. Erschöpft, ge-, schüttelt taumelte ich zurück. Schon war Weigelt wieder hoch. Kern hieb thn augenblicklich wieder zu Boden. Ich glaubte, daß ich etwas sagen mülle und keuchte:„Verdammt zäh!" Kern stieß Weigclt mit dem Fuße an. Der war plötzlich aus den Knien und hob bettelnd die Arme.„Kamps!" schrie Kern... Weigclt rannte plötzlich dahin, wo Licht war, an das Geländer des Sees... Ich warf mich an ihn, umpreßte ihn mit beiden Armen; er sprudelte mir wieder Blut an meinen Mund... Weigrlt schrie, lind jeder seiner Schreie sta- chelte die rote Wut. Wir stürzten vor; er zappelte, er schlug,«r traf. Kern packte fein zum Stotz erhobenes Bein und riß es hoch, und zerrte, und plötzlich glitt der ganze Körper Weigelt) über das Geländer, stürzte— rauschend fuhr der Schatten ins Wasser, die Spritzer sprangen netzend un» in die Gesichter. Ich hing über das Geländer gebeugt. Ta» Dosier warf"Blasen. Doch etwas uf'rab tauchte da» Gesicht WeigeltS auf. Der Mund hob sich«nt- setzlich verzerrt ans dem Wasier, die Arme schlugen durch die Luft... Und dann brach auS dem Wasier das Geschrei der letzten Angst, Gott beschwörend. Panik in die Herzen jagend, Flut, Himmel, Erde, Wald und Menschen anrusenü zu Zeugen namenloser Qual. Und Kern zerschoß den Schrei; er knallt« über» Wasser... Wcigelt ruderte mit langcin Arm seitlich dem Ufer zu. Ich wand Kern die Pistole aus der.Hand und rannte auf der steilen Böschung... fiebernd unterm Zwange des Töten» an jene seichte Stelle, an die sich Weigelt retten wollte. Er ragte halben Leibe» an» dem Wasier. Bei meinem Kommen hob er beide Arme. Ich packte seinen Rock, weit vorgebeugt, und setzte ihm langsam di« Pistole an die Schläfe. Er entgegen, gleichsam ergeben sich an die kalte Mündung schmiegend. Er murmelte leise; schwer formten sich die Worte in seinem zerschlagenen Mund. Er hob mühsam dir Augen, blickte mir völlig leer ins Gesicht uitd hielt die.Hände zitternd hoch. Er wimmerte; ich hatte Mühe, ihn zu verstehen. Er sagte:„Bitte, bitte, bitte, bitte!" Er holte gequält Atem und sagte:„Gnade, Er- barmen..." Er murmelte:„Leben, leben!" Ich spuckte ihm die Worte gleichsam inS Gesicht.„Du Hund, du Schwein, du Verräter!" Er klagte leise, mit pfeifendem Ton: ,^sch will nicht» verraten... Ich will alle» tun, was Ihr wollt. Laßt mich leben, leben..." Ich nahnt langsam Druckpunkt.„Du Erbärmlicher," sagte ich.„Du hast verraten! Tu sollst..." Aber dann wurde ich unendlich müde. Ich sah ihm stumpf in daS verzerrte Gesicht unsagte:„Lauf!" Er stammelte leise etwa», das ich nicht verstand. Ich drehte mich um und ging langsam zurück." Soweit der Bericht der Bestie v. Salomon über den mißglückten Mord an dem Oberleutnant Weigelt. Jede eigene Bemerkung zu diesen Bestialitäten hieße, ihre Wirkung abschwächcn. Darum wollen wir uns auf eine einzige Mitteilung beschränken. Der von Salomon erwähnte Kern ist einer der Rathenanmördcr, denen da» offizielle Deutschland unlängst an der Burg Saaleck eine Ehrentafel weihte. Nein, nein, es gibt keine Mißverständnisie in bezug aus das Dritte Reich. Alle», was dort geschieht, ist so gemeint, wie e» geschieht, tk. N. BlaudrrWndchrn einer Fememörders. Es ist für di« nichtdeutsche wie auch für die s Tann war ich an ihm, schlug ihm die Fin- deutsche Umwelt deS Dritten Reiches immer wie- s gcr um den Hals, griff ihm die Augen, krachte der gut, sich klar zu machen, wes Geistes Kind Ihm die Fausten die Zahne, erstickte den Schrei. murrte er, die» fei in der Tat ein Gedanke, der I stöhnte schwer. Er hob mir sein blutendes Gesicht Erwägung wert. Weigelt aber... sang und n-r.»-h- johlte... hüpfte munter... Wissend um die Gefahr, betrog er sich um Ihre Nähe. Ich verspürte einen Augenblick Mitleid mit ihm... Kern schnellte die Faust in den Himmel und ließ sie mit der Wucht eines Hammers auf Wei« gelt» Schädel nirdersaufrn. Weigelt knickte zu sammen und rührte sich nicht. Der Hut rollt« den Abhang hinunter und die Brille klirrte zersplitternd gegen einen Stein... Ich beugte mich über Wcigelt. Der hob den Kops, gurgelte dumpf, versucht«, sich aufznrichlen. Ich kniete an ihm nieder. In seinen weitaufgeris« senen Augen stand das Unbcgreisen. Er erkannte mich, bäumte sich plötzlich hoch und stand tau melnd, ehe Kern sich wenden konnte... Wetgelt befreite sich mit einem Ruck von meinem klam mernden Griff, sein Arm, wegschnellend, pfiff hoch; dann traf mit voller Wucht der federnde Knüppel mein Gesicht. Ich fühlte, wie der Na senknorpel knirschend brach. Heiß nnd rot strömte der Saft in Augen ttnd Mund. Blind tastete ich vor, griff einen Körper, verbiß mich in harte Knochen, durch den dicken Stofs dcs Mantels den Ellenbogen spürend.„Du AaS," keuchte ich,„du AaS..." Weigelt schrie gellend um Hilfe. Alles vergebens, dachte ich, er wehrt sich, der Schweinehund.... Ich raffte mich mühsam, r nb Kern stolpern, sah Wetgelt über ihm. Nun trat tch ihm den Stiefel in den Bauch. Er brüllte: „Hilfe, Mörder!" Er stieß schrill das i—i—i—i in die Nacht.... eigentlich jene Herren sind, denen gegenwärtig auf Gedeih und Verderb ein Sechzigmiltionenvolk ausgeliefert ist. Zwar kann man diese Herren an ihren heutigen Taten klar und eindeutig beurteilen. Aber da gibt es in jedem Lande maßgebende Teile der Bevölkerung, die in ihrer geradezu phantastischen Objektivität, d. h. Gutgläubigkeit anzunehmcn bereit sind, alle diese Meldungen auS Deutschland seien sicher tendenziös übertrieben oder aber, wenn die Herren des Dritten Reiches wieder einmal der Unmenschlichkeit überführt wurden, glauben die Objektiven gerne an Miß» Verständnisse, die sich hoffentlich nie mehr Wiederhofen würden und so fort. Nichis ist übertrieben. Die Grausamkeit der heutigen deutschen Machthaber beruht nicht auf Mißverständnissen, sondern auf Veranlagung. Zum Beweise dieser Behauptung wollen wir heute das Bnch GesinnungS- und Kampfgenosien der Hitler und Göring, der Röhm und Heines zitieren. Das Buch heißt:„Die Geächteten". Soin Verfasser ist der am Mord auf Walter Rathenau beteiligte Ernst v. Salomon. In dem nachstehend zitterten Kapitel schildert der Verfasser den mißglückten Fememord an einem Kameraden, dem Oberleutnant Weigelt. „ES war nicht schwer, Wetgelt zu einem Ausflug ins Gebirge zu bereden... Wir gingen durch den Kurpark... Weigelt In die Mitte nehmend und auf die entscheidende Sekunde wartend... Wetgelt schob fröstelnd seinen Arm unter den meinen und strebt« ununterbrochen schwatzend vorwärts... Er stolperte und hing schwer in meinem Arm. Ich riß mich rüde los. Schluß mit der Komödie! An einer Stelle, da der Weg durch Busch und Park sich dicht an einen See heranschob, blieb Wetgelt stehen und horchte auf das Klickern, mir dem das Wasier an das Ufer schlug. Er brachte plötzlich seine Augen nah an Kern« Gesicht nnd fragte zögernd, kläglich fast, ob wir ihn wohl in diesen See zu werfen die Absicht hätten? Dann fing er an zu lachen. Kern fuhr zurück, dann Ticnstag, 31. Oktober 1333. Seit» 8 PRAGER ZEITUNG Gmc ■■■UBHRV13K?] den Besuch n Kunst und Wissen Tonu« Gerichtssaal Vor Jane und Veraaslallungen 1:8(2:1). Sport* Solei- KöroenUlene iit« öcr I •>u t umfangreiche 1000 Fragen Für Interessenten Mtglidder um acht Uhr, Vortragsbeginn Uhr abends Die tag der SonderausslngSzug mit Verpflegung nach 42.1— fertigt die Itaatcbahndircklion im Grund« auch nur die ganz vulgäre Aus- Vermittlerdienstes zwischen privaten Inter- zu erfüllen haben, doch damit in einem Zinne der Allgemeinheit. A—. lieber„Sinn und Wesen der musikalischen Resormbrstrebungen unserer Zeit" spricht am Loms- taq. den 5. November snach ver Vollversamml-unz der deutsch/« musikpädagogischen Vereines) in der deutschen Prusik Akadeniic, Dladislavova 23, Mini- sterialra-t Prof. Kestenbcrg zugänglich um neun 1 grgen 2K. 5iF.it g-sk« Spardbrüder Ta meldet sich die wirkliche Diebin- -ft eine der äileslen Angestellten. Und sie schmct- : die Begründung ihrer Taren der Inhaberin in4 Ich sah sie täglich in Ihrer Ruhe, wie sie »er Arbeit... )ch mußte protestieren, Ihr« ar nicht Ich Sin Wien für sie in Prag vom 7. bis 10. Tczcmber ab. Ter Zug wird in Kolin, Pardubitz. Choren, Dildenichwert, Böhm.- Trübau, Zwittau, Brünn und Lundenburg halten. Bon diestn Stationen sind die Fahrvreise entt'vre- chend ermäßigt. Ter Zug kann auch für die Hin- und Rückfahrt ohne Verpflegung zu einem herabgesetzten Preis benützt werden. Anmeldungen gegen Angabe von Kf 100.— nehmen bis 1. Tczembcr die Kasse Rr. 13, Prag, Masarykbabnhof, und sämtliche Verkaufsstellen der kedok-Gesellschast entgegen. abrgerfldMr Sport» Aus der Häuslichkeit des DFB. Teil einigen Tagen befassen sich die bürgerlichen Blätter mit der («vorstehenden T e m i s l i o u dos Vorsitzenden des Verbandes. Heller(Tcplitz), di« aber von der Oleschästsstcll«>n Abrede gestellt wird. Aber die Tatsache kann wohl schtverlich auS der Welt geschafft werden, daß die politischen Gruppen im DFB. die,„Aiacht' an sich zu reißen versuchen. Als Nach- iolger Hellers wurde schon der Nordgau-Führer F i ch t l genannt und«S genügt wohl der kleine Himveis, daß dieser Herr mit dem Karlsbader „2 p o r l a"-Machcr, dem N a>> o n a lsozial l- sten Tr. Langhans— dessen Verein wegett hakenfrruzlerischer Umtriebe aufg« löst wurde-, Leu VsrmunMaNsrichler m l Vitriol «nd Messer betao'H. Sie wollt» ihre Kinder zurück. Prag. 80. Oktober. Tie ärztlichen Lachvei- ständigen erklären die Angellagre Emilie Karnet. U Hahr« alt und lechzehnmal vorbestraft— meist wegen Vagabundage— für eine Hysteriker i n und jedem Laien, der sas Gehaben dieser Frau ein« Weile beobachtet, muß sich der gleiche Eindruck ausdräirgen Grellblond gesärbl«, in Löckchen gedrehte Haar«, fahrige Bewegungen und ültr- stürzt« Sprache: dazu, nach'hren Lel'ensumsländen zu schließen.>n jeder Hinsicht hemmungslos, - ist sie eine Repräsentantln jener Typen, mit denen sich diese heutig« Ge-ellfchaftSorditung keinen Rat weiß. Dl« Angellagie hat zwei unehelich« Kinder, mit denen Ile, da ihr Verns(sie ist Kolporwurtn) ihr nicht genug zu-hrcm Lebensunterhalt eintrug, betteln ging. Daß solck)« Kinder, dre di« Aufgabe haben, datz Dl l ile id der Der Prozeß gegen die R8nberbande Urban. Krahulec und 80. Heute Plädoyer-- morgen Urteil. Prag. 30. Oktober. Verchandlungstag war vollstäridig von doyers ausgefüllt, von denen di« d«s Staatsanwaltes allein zwei dauerte Tann kamen hi« Verteid-ger Nach Abschluß der Vcri«idgungsr->den Verhandlung nachmittags vertagt wird mit. dem Resüme« des Vorsitzenden be gönnen, das bis Mittag dauern dürfte. Dann ziehen sich dir Geschworenen zur Beratung über die 70 Schuldsragen zurück. W>« lang« dies« dauern wird, steht allerdings dahin. Die soziale BersShnuug im StSnde- theater. „Wir leben in einer komischen Zeit" schriebe« die englischen Dramatiker A i m ä e und P h i l i p 2 r u a r t als Schlußsatz des im Stöndclhealer aufgeführten Stückes„Bon neun zu sechs" Ticser Titel soll das Schich'al au«drücken, die«ine„komische" Zeil allen Ehrlichen und Soliden bereitet, das Schicksal der allmählichen Deklasfieru-ng, das Los der langsamen, aber um so sicheren Verarmuilg. Ta»-st die Zukunft, di« uns alle erwartet, Männer ebemo wie Frauen. Auch Frau P c m b r o k c, die Inhaberin eines großen Modesalons bleibt davor nicht bewahrt. Tiefe nahezu ideale und deshalb mehr als Traumfigur wirkende, als der Wirklichkeit cirlnommcn« Arocitgeberin bemüht sich, ihr Gejchast zu erhalten, um den Kunden weiter gute Ware ge ben zu können und di« hundcrtundsünszig Angestellten nicht zu Arbeitslosen machen zu müssen. Aber das große'Warenhaus der Brüder Anlhonp, das durch'chleckte und billige Warr und durch AuSnützung der Angestellten einen immer wachsen- dcu Kundenkreis gewinnt, will, so wie schon ander« Konkurrrnzuuternehmeit, auch das Haus Pembroke kaufen. Es wirr veranlaßt, daß die Bank chrrn Kredit künd'gr. Fra» Pembroke will weiter kämpfen. Auch wenn die Brüder Anthony ihr soviel Geld an- Kinderfreunde Heute Elternabend. Eröffnung des nruenHrimej lHolcbovice, KomenicU, Ecke Letnapartr Ti« Falken erzählen von Ihren Lagern uni Wanderungen! Beginn schon um>/„8 Uhr. Gäste willkommen! -r heutige— fünft«— den P l ä» Anklage red« T l u n d e n zu Worte, wurde die Margen irüh Nr. 251. Tosca Nach„Boheme" rmd„Cavalleria", nach„Aida" und„Troubadour" nun also„Tosca"— Originalitätshascherei kann,man dem Maestro Votro jeden- sallS n'cht vorwersen... Dagegen möchte man hoffen, daß die Beliebchert, die er sich in Prag erwarb und di« auch dieser„Tosca"»Ausführung zu einer sehr freundlichen Ausnahme verhalf, nun bald— vielleicht mit dem„Barbier"— neu« künstlerische Nahrung erhalt«. Denn diesmal trübten erliche Unebenheiten das Bild; orchestrale Bedeutung kann man dieser Puccim-Musik nicht verleihen uild ihre Veredelung kann entscheideud dock) nur von der Bühne her Wirkung erhalten, durch, blühend« Stimmen, durch di« Kunst des Legato-GesairgS— und da hapcrt's. Wir wollen vorweg festftellen, daß das Publikum sich nach dem zweiten Akt sehr erwärmt zeigt« und mit Beifall nicht sparte. Mir voller Berechti- gnng wurde er aber unseres Erachtens nur Herrn Scheid! zuteil. Sein Searpia überragt alles, nicht nur figürltch, um Haupteslänge; immer wieder bewundernswert wie Kultur und Noblesse dieses Sängers, der nicht zuletzt dort, wo sein«r Stinnn« Grenzen gesetzt sind, zeigt, was er kann; sehr interessant sein« Tarstcllung: kein äußerlich brutaler, sondern ein beherrschter, eleganter, zynischer Tcarpia, ein Rom'-, der zu leben und zu sterben weiß. Daß dieser Tcarpia nicht einmal als hasjcnswcrt erscheint, liegt an der ToSca«Frau Paul n), der man Frommheit des Wesens und Reinheit einer großen Liebe nicht recht glaubt, weil ihre Tarstcllung äußerliche Effekte sucht; die Linien einer Tosca müssen eben doch vor allem gesanglich und schauspielerisch da sein. Auch Herr Fischer blieb mit seinem Cavaradofst im Hintertreffen; die dramatischen Stellen gerieten daneben, beim„Viktoria" gab cs unüberbrückt« Meinungsverschiedenheiten mit dem Tirigeuikn und auf schöne Andeutungen richtiger Purctui-Kantilene mußte man bis zum letzten Akt warten. In den kleinen Partien sirllten Hey, Fuchs, Hatlemer und Frau Schilp mehr oder weniger zufrieden. Nicht verständlich war, warum der Hirt sein Lied in italienischer Sprach« singt, warum weiter die Regie lRudolf) nicht für notwendige Tosca-Glockcn gesorgt harte lder Eisenbahnschienenklang macht« das Finale des ersten Aktes noch dürj- tiger) und warum schließlich die Kantate nicht anders disponiert wurde. Dennoch hätten diese und andere Kleinigkeiten überhort oder übersehen wer- den können, wenn die Partien wirklich durckgc- i ungen worden wären,„Italienisch" war dies« „Tosca" keinesfalls. L. G. Der..Nachjragernenrl". wirtschaftlich nützliche Einrichtung der Prager Mustermesse. Prager Mustermesse gab am Mon- hicsigen Presse Einblick« in die Tätigkeit ihres Nachjragedienstes. der vor 2U, Fahren zur Intensivierung des tschechoslowakischen Erports gegründet worden ist. Ter Nachfragedicust, zuerst eine mehr private Informationsabteilung für die aus den Messen verrrrienrn Firmen und Kunden ent- wickcllc sich später zu einem zentrale» Ticnst, dessen Aufgabenkreis den gesamten Export der Republik umspannt. Er betreibt eine gut organisierte syst:- matischc Werbearbeit im Ausland, um die dortigen Käufer allgemein für die heimisch« Industrie zu interessieren. Denn sich die Interessenten einfinden, so weist der Nachsragediensl di« in Frage kommenden Kunden nach; die Infonnationen sind individuell, geben auch Auskunft über die Güte der einzelnen Unternehmen und sind so ein korreltcr Mittler zwischen dem inländischen Erzeuger und dem ausländischen Käufer. Tie Aufgaben des Nachsragedienstrs sind, aus zuerst rein lokalen Anfängen, sehr universell und vielseitig geworden: er intensiviert nicht nur den tschechoslowakischen Export, er informiert nicht nur die kauflustigen Auslandsfirmen über die kür sie in Frage kommenden Lieferanten, er wirbt auch in wirksamer, schlagkräftiger Form für der Tschechoslowakei. Zahlen illustrieren am ehesten die Tätigkeit des Nachsragedienstrs. Rund werden im Monat beantwortet, mindestens 90 Pro- zent davon stammen aus dem Ausland. Mehr als 27 Prozent der Interessenten stellt Amerika; ein Beweis dafür, welch bedeutsames Absatzgebiet die neue Welt schon heute für die tschechoslowakische Industrie darstellt. Ein weiterer Ausbau des Nachsragedicnstes ist geplant. Jo sollen Auslandsvertreter des Dienstes in den ihnen zugcwieseneir Bezirken die dortigen Großkäuser aus di« tichechoflowakiich« Industrie aufmerksam machen, Offerten und Muster vermitteln und u. a. der heimischen Industrie bei der Eintreibung ihrer ausländischen Forderungen behilflich sein. Jedenfalls ist dieser Nachsragedienst ein zweckmäßig und mit psychologischem Geschick aukgebauier Anknrbelnngsdienst an der Wirtschaft. Wenn^r ein wenig dabei mithilst, den Opfern der kapitalistischen WirrschafiSkatastrophe, die unser« Welt durckwütet, wieder Arbeit und Brot zu verschaffen, so dient er, möge er gäbe des ellenten höheren ;: BSK. gegen Darus- kV Traulena» gegen Reichenberg: RFK gegen Budapest: Ferencva'-os gcg. Hungario gegen Bocskay 3-1 — Wien: Vienna gegen Austr-a 4:1>1 1), pori-klnb 1:1(1:1k Wacker gegen verweigerten, durch dem Paz.fismns zum in Arisophancs' Spiel. In der Wirklichkeit der Krieg, in dem tausende Bürger der Städte um ihr Leben kamen, tisch« Wirkung wird das vielleicht Werk der Swarts haben. Tie Inhaber und' bilden, wissen, auch der Appla anfängk. Ta» zweite Konzert der Mozartgem«ind«, welches zugunsten der Bcrtramka veranstaltet wird, findet am 16. November im Smctanasaal statt. Dirigent Gustav Brecher, Solistin Anna KrLmükovä- Kremar. Die Poltdsinggemrinde und der A l u S veranstalten am 18. November im Hcinesaa-l« einen ababwechslungsreichen N n r e r h a l t u n g S a b e n d. Karren im Bsrvcrkanf« bei allen Mitgliedern der berden Vereine!— Heute erste Hauptprobe. Losabrechnung! AbonnementS-Ausgabr für das Neue Theater nur noch diese Woche. Heute, einmaliger Gastspiel Hedwig Bleibtreu vom Burgtheater in Wien als Fürstin in Molnars hOlvmPia". Kein« Preiserhöhung. Am Nachmittag zu ganz kleinen Preisen von 1.— bis 20.— Kf. Carola Sicher beginnt ihre Tätigkeit am Teut- schon Theater MitNvoch als Eliza in Vernarb Shaws „B y g m a l i o u". Ten Pros. Higgins spielt Ball, Frau Higgins—Annie Reiter, Oberst Pickering— Hölziin, Toolittle—Nenner. Regie: Harprecht.(81). Erstaufführung der Holländer< Revue„Alle; hopp". Donnerstag, bald 8 Uhr. Wocheuspielplan drS Neuen Deutschen Theaters: TienStag 8:„O l y m p i a", Gastspiel Hedwig Bleibtreu, Al.— Mittwoch 2:„Bezauberndes Fräulein", 716:„Pygmalion", B 1, neneinswdirrt.— Donnerstag 71s:„Troubadour", C 2.— Freitag 71s: ,,'T»sc a", 01.— Samstag 715:„Pygmalio n", C 2. Wocheuspielplan der Kleinen Bühne. TienStag 8:„D r a f i k ihrer Exzellenz", vollsiümlicke Vorstellung.— Mittwoch 8:„Sextett".— Donnerstag 7'-:„Allez hopp". Erstaufführung.— Freitag 8:„Allez hopp".— Samstag 8:„A llez hop p". geboten haben, daß sie mit ihrer Tochter— ohne arbeiten zu müssen— gut leben könnte. Ta werden die kostbarsten Modelle— eins nach dem anderen— entwendet. Der Dieb kann nicht ermittelt werden, .’lid dein ganzen Personal liegt der Verdacht. Endlich erwischt di: Leiterin ein junge» Mädchen, das ein Kleid onrchschmuggeln will. T:e Betroffene schwört, daß sie nickt stehlen, sondern sich das Kleid ausborge» woll:e. nm mit reicheren Freundinnen tanzen gehen zu lönncn. Kein anderes Kleid hat st« genommen. Ta meldet sich die wirkliche Diebin- es ter Gesicht:... Ihre Gewinn« häufen... ans in ans unserer Plage!?' Zufriedenheit zcrrütleln... zeigen, daß sicher sind, daß Sie auf einem Vickkan sitzen, rpiirie, daß ich etwas nehme, was mir gehören sollte. Ick habe hier zehn lange Jahre gearbeitet, ha-be Ihnen tansende verdient, hundertausendc... Und jeder Diebstahl war für mich rin« in dar feindlich« Lager geworfene Bombe!" Das feindliche Lager zeig:«— leider nur auf der Bühne— Verständnis. Auch eine Angestellte hak Anspruch auf ihr Glück, aus einen Mann, auf Fami-Iie. Und das Spiel endet in sozialer Versöhnung. Die:« Lösung der von fünfzehn Frauen oft echt dnrgestcllren Ereignisse wirkt nnwahrscheiiriich. unnatürlich, unwirklich. Man muß an das berühmt« alte„Es kommt nur in Romanen vor.. denken. Vühnenautore haben es sich inimer leicht gemacht. Schon die alten Griechen. A r i st o p h a n r s Hai das Problem de» Krieges gelöst. Er Hal— im Theater— den Krieg zwischen Sparta uno Atben verhindert. Er ließ all« Frauen in den Generalstreik treten— und die Frauen, die Krieger-Mörder zu hebt», halsen da- eg. Allerdings nur siegte beiden Ebenso wenig prak- gut gemeint« uart» haben. Tie vielen Geschäfts- Direktoren, die jedes Premicrcpublikum , daß mit dem Verlassen de- Theaters S verschwindet und die Kalkusation h—b. t ausreicht, ihnen Tränen sie ProsessionSl-ettler tdi« ^borgten K'ndern arbeiten» aulamc Art nachznhelsen. die Karret sich derartiger ;u falls aber sah sich das tzcr'cki Prag-Süd als Vorinnrdschasts. genötigt, die Kinder dem Gewahrsam - Mutter zu entziehen und bei einer Familie unterznbringen, wo si«, Vergleichs- sich glücklich fühlen können. e Angeklagte wollt« aber di« Kinder um jeden Preis zurückhabcn und sicherlich war zu- mindest ein Teil ehrlichen Mnttcrgefühls an diesem Wuidsche beteiligt. Als man ihr ihren Wuu'ch atz- schlug, entführte sic die Kinder von ihrer Pslegc-stellr. Sie wnrdcn ihr abermals abgenommen und anderswo untergcbrachr, wobei man der Karnet diesmal den Aufenthaltsort verschwieg. Als alle Blttcn um Herausgabe der Kinder vcrgeblck blieben, schrieb si« an das Bezirksgericht zwei Briese, in denen sie„zu Gott schwor", daß sie den OGR Prochazka mit Vitriol begießen oder, wenn das nicht gelingen soll:«, mit„einem M e>- ser oder einem Säbel von hinten ermorden werde". Tas Faiit war«in« Anklage wegen gefährlicher Drohung. „Eine H y st e r i k c r i n' sagten di« Gerichts- - aber na:ürl!ch strafge-etzl'ch verantwortlich, ras« war schwer: acht Monaie schwer« Kerkers. rb. btuvlQtHt:! aud—«.petreftaltti Ciao. Lei unuömarkrufrankltrak wurde van der Post- u. v Ul lUl..■■■«hfl« IiM— ein« politische Linie vetzbindet! Und die Rück- iritiSa-bsicht— vorderhand so zu nennen— e«z DFB.--Vorsitzenden stehen mit digsen„Machigels,. sren">n wahrscheinlichem Zusammenhang.— Ter Deutsche Hauptverband sür Leibesübungen(T-HVL.j wnüdc auch vom DFB. vorgeschiikt, um wegen-den d'versen Vereinsauflösungen bei der Behörde zu intervenieren! Es ist oben sehr schtver sür einen Verband, dessen größter Teil der Amtswalter ihn als Deckmantel sür ihr« politischen Aktionen de- nötigen, noch von„Neutralität" zu reden und dies gar— den Behörden plausibel zu machen! Wir haben ja schon sehr, sehr lange nicht an dieies Märchen geglaubt.— Ter bekannt« Prager DFE.-Mann »nd auch T-FV-Borstandsmitglild H i r sch se ld hat seine Stelle im DFB. wegen der Affäre DFC. Prag—TSV Troppau sowie damit verbundener Angriff« gegen seine Person zurückgelegt und ein« Untennchung gegen sich beantragt... Das Turnier der Prager Sparta aus Anlaß ihres 10jährigen Bestandes brockte eine ganz interessante Besetzung. B e o g r a d s k i DK. lBclgrad) leigte sich der Sparta wie der Slavia nicht mir ebenbürtig, sondern teilweise überlegen und kam nm den einen oder anderen Sieg durch die Schiedsrichter, die auch das ganze Turnier verhauten. Ter zweit« Gast. All Pacific aus Südamerika, bot ebenfalls«ine Uoberraschuttg, da man darüber belehrt wurde, daß auch in dieser Zone schon vollendeter Fußball gespielt wird. Am Samstag bewiesen sie eine Lammsgeduld gegenüber den Foult der Sparta-Leut«— unter denen der Belgier Brain« an erster Stell« stand—, und erst als si« sahen, daß der Schieds-richier teure Augen dafür hatte, griffen si« zur SelWhllse.— Samstag spielte Slavia mit dem B« o g r a d s k i 8 K. 8:8 ,3:2). Es war ein schönes und ruhiges Spiel, in dem Belgrader nach der Pauise di« Besseren waren Im zweiten Spiel standen sich Sparta und Alk Pacific gegenüber und gingen Sparta unter Patronanz des Pfeifers als 2:1(2:1)-Sieger hervor. Di« Prager fielen dem schnellen Spiel zum Ovscr und griffen nach der Panse zu den unsauberslen Mitteln, um eirren Erfolg des Gegners zu vereiteln. Ti« Eroten kombinierten ausgezeichnet, dock der Angriff ließ sich in keinen Kumps«in.— l a g regnete es gehörig: trotzdem fanden die angc- 'etzten Spiele statt. Slavia spielt« All Pa- elfte 2:2(2:1). De Südamerikaner Siglen d esmal, daß sie auch känrpfen können. Sparta gegen Beogradski SK. 0:0. In der 28. Minurc der vveiten Halbzeit unter dem Protest der Gästc abgebrochen, die das Spiel in der Hand hallen.— Sparta braucht sich auf dieses Turnier nickt viel c'nzubilden;«S war auf keinen Fall— an den zitier-en Vorfällen geinesscn— jnbiläumsmäß'o. Ilm di« Fußball-Weltmeist«rschast. In Bern sand das Ausscheidungsspiel zwilchen R u in ä n i c u und der Schweiz statt, das überraschend 2:2 endete, nachdcnt die 9!un>äiicn vor der Pau'e nnl 1:0 führten. Das einzige Prosi-Ligajpiel iand am Samstag in Kladno zwischen dem SK. und dem SK. Nachod statt das die Kladuoer verdient mit 8'1 (0:1) gervannen. Die wichtigsten Fußball«rg«bnisse. K o l i n: AFK. gegen Viktoria LiLkov 8:1 kll:1)- und ge-icn SK. Pilsen 8:1(2:0).— Kladno 7:2-(2:2)— jl 6echi« Karlin ö:ü(8:0) Prag 1:2(3:0).- T«, den in Brünn von Lidrnic« mit 0:1(0:0) ges.--Ia- 1 gen und siegten In Bodenback über die TvVg. mit 3:1(2:1).— Gablon i dorfer FK 2:0(1:0), D! DSK'""" ;| DSD. 4:2(1:1).— Nemzeti 5:1(4:0), 1(0:1). ' Flor. AC. gegen i Liberias 3:1(1:1). Eishockey. In Paris trug b«r Wiener E>s- l lanfverein gegen ein« kombiniert« Mannlckasi«in Spiel au-, das 7:1 für die Wiener cl.del«. Landhockry. Die Prager DE-HG. veranstaliel« SamStag und Sonntag«'n Turnier, das vom AHC. Budapest gewonnen wurde Di« Ungarn icklngcn di« TEHG. 3:1 und den DWB. Aussig 5:0 Weitere Ergebnisse: TWV. Aussig gegen TSV Pilsen il:l, TEHG. gcgcn DSV. Pilsen 7:1; TEHG Frauen gegen AHE Budapest Frauen 5:6 und gegen 22K. Prag 0:0. Di« Antwort auf die Angriffe der Reaktion mutz sein: Htnetn tn dre WaidemokMche ffarlei. Genoffen! Genossinnen! Werbet für Euere p-artet eitattie» I««b.— vllhetm 911 e h n«i— vera»na»«Uchtr Redakteur: Dr UmU o i i« n h. Via-.— Druck:„Rota A.-o. sür ZeUuno» und Buchdruck, tzraa.— Für de« Druck»erunlworitich: Lu» Holtt, --..->—--»—- teiruraodeodireiaiiu mit tfriafi”91t U>.»ou-Vls NB"-dewill-di— Beiuo»di»-nounlleu: Bet Auftelluuu tu» Haut»der dkl Be>u» durch die Bob mouatlich Ke 16.—. vlerieliährlich K4 td.—, Inserate werdeu laui taril dillilft- derechntt. Bei oiiete» äiulchatluui«» ptetsuachtat,— Rücklletluig tn Manulltchteu(tftlgt uur bei Cinfcnbung der Retourmatleu. yatdtätzng lud US.—, gautlätztig U IM,—,