Erscheint mit Ausnahme des Mon'ag tüg'ich früh. m daNIvo n. Verwaltung: Draa U,3lelA»anta ia> X»ltPB.i»0795. JUOg, TtatOtrtöon.,adLI U,t)I 5385« ♦ OoHKfttaamt: 575M ftreitag, 3. November tO33 Nr 257. 13. Jahrgang. klvzelvrels 70 Heller. Nkinfchltebltch 6 f et Por-o' »«1Molta' akad.ai« Slrg der Arbeiterpartei bei den Gemelndewahlcn in Endland London, 2. November. An mehr als dreihundert Städte» von England fanden gestern tÖenteindcratS-Ersah Wahlen für ein Drittel der Gr» ineindevertreter statt. Die bis jeht vorliegenden Wahlergebnisse ans den grohen Andnstrie- und Handelszentren lassen eine starke Annahme der Vertreter der Arbeiterpartei ans Kosten der Konservativen, Liberalen und Unabhängigen erkenne». Nach den um 23 Uhr 20 aus 87 Orten, die ungefähr 800 Vertreter zu wähle» haben, vorliegenden Ergebnissen erhielt die Arbeiterpartei 137 neue Titze, während die Konservativen einen weiteren Verlust von 80, die Liberalen von 18 und die Unabhängigen von 30 Litzen zu verzeichnen halten. Vas endgültige Wahlergebnis London, 2. November. Tas Ergebnis der gestrigen Gemcindewahlcii in England und in Wales ist einschließlich der ohne Gegenkandidaten Gewählten folgendes: 970 Arbeitcrpartei- l e r, 644 Konservative, 576 Unabhängige und 831 Liberale. Der Reingewinn d er L a- bour» Party beträgt 176 Mandate; die Konservativen verlieren 106, die Unabhängigen 42 und die Liberalen 28 Mandate. vle iranzüslsdiePrcssc za dem Wahlergebnis In England Paris, 2. November. Die Pariser Presse beurteilt die Ergebnisse der Gemeinde- Ergän- zungswahlcn in England größtenteils vom Standpunkt ihrer politischen Einstellung aus. ^Dic Rechtsblätter sehen in dem Linksruck eine ernste Mahnung und warnen England vor einem neuen sozialistischen Experiment, das nach Ansicht dieser Blätter ein bedenkliches Abenteuer und eine Gefahr bedeuten würde. Die Linksblätter sehen im Gegenteil in den Ergebnissen der gestrigen Wahlen eine gesunde Reaktion auf das unhaltbare System in England.„TempS" sicht in dem Borsprung der Sozialisten hauptsächlich die Unzufriedenheit der breiten englischen Bevölkcrungsschichtcn mit der Finanz- und Wirtschaftspolitik der Regierung. Man nimmt an, daß die RegierungSsormel der„nationalen Einigung" und hauptsächlich die besondere Position, die Macdonald in der Regierung einnimmt, abgebraucht ist. Hnltenltreuz Attentate In Wien Ansdilag anl cm Haus der„Vaterländischen Front“ Wie», 2. November. Gestern um 2V.3V Uhr wurde im Flur eines HanseS in der Wipplinger Hauptstraße,, in welchem sich das Versammlungslokal der Baterlandischen Front befindet, ein Sv re»körper zur Entladung gebracht. Die Explosion war im tveiten Umkreis zu hören. Die Umgebung wurde in Ranch gehüllt. Man sand Bestandteile einer Höllenmaschine. Ter Hausflur und die Mauern wurden leicht beschädigt. Das Lokal der vaterländischen Front blieb unversehrt. Eine Stunde später explodierte in unmittelbarer Nähe der Wipplinger Synagoge«in Papierböller. Es wurde niemand verletzt und auch kein Sachschade angerichtet. Di« Polizei entdeckte eine geheim« nationalsozialistische Organisation in der Hauplanstalt des DorotheumS. Im Zusammenhang« damit wurden fünf Beamte dieser Anstalt verhaftet. Gestern abends wurde an der Tiergartenmauer in Ob«r-St. Beit ein großes Hakenkreuzfeuer zum Entflammen gebracht. ES wurde von der Feuerwehr gelöscht. Die Nachforschungen nach den Tätern blieben erfolglos. Vangoln demissioniert als Obmann der dirlstlkhsozlalen Panel Wien, 2. November. Der Präsident der öster reichischen Bundesbahnen Baugoin ha: in einem Schreiben an den Generalsekretär der christlich sozialen Partei mit Rücksicht darauf, daß das Amt des Bundesbahnpräsidenten es erfordere, sich von politischen Kundgebungen und von Versammlungen sernzuhalten. was im Gegensatz zu den Ausgaben eines ak iven Parteiobmannes stehe, die Parteileitung ersucht- ihn auf die Dauer ieiues Amtes als Präsident der Bundesbahnen als Par teiobmann zu beurlauben. Fey läßt Sozialdemokraten verhallen Wien, 2. November. Gestern und vorgestern s„„.,- r- wurden wiederum einige sozialdemokratische Ber-. verbrechens zu sechs Monaten schnxren Kerker trauenSleute wegen Verbreitung sozialistischer 1 verurteilt. IDruckschriften verhaftet. Derzeit befinden sich be- Ircits 34 sozialdemokratische Funktionäre in Haft. "Gegen drei von ihnen ist ein HochvcrratSver- fahren anhängig, das sich auf die Resolution des kürzlich abgehalteuen sozialdemokratischen Kongresses in Wien gründet. Vernrtellte HahenKreuzler Innsbruck, 2. November. Wie erinnerlich, wurde in der Nacht zum 4. Juli am Bahndurchlaß vor der Triswannrrbrücke am Arlberg von Nationalsozialisten ein Sprcngstoffanschlaa verübt. Wahrend die Täter über die Schweiz nach Deutschland entkommen sind, konnten zwei Mitwisser Josef Bauer und Josef Auer verhaftet werden, die heute von einem Schöffengericht abgeurteilt wurden. Auer wurde wegen Teil- nahnie an: Verbrechen des Sprengstoffgesehcs zu zweieinhalb Jahren, Bauer wegen Unterlassung der Anzeige eines bevorstehenden Sprengsloff- PoMtllf mit Opium Genf, 2. November. In der heutigen Sitzung j des Ständigen Amtes zur Prüfung der Opium- frage hielt der Vertreter des Staatsdepartements für Auslvärtigcs, der Aincrikaner Fuller eine sensationelle Rede über das Opiummonopol in Mandschukuo. Fuller führte im ivesentlichen ans, daß in Mandschukuo das Opiummonopol nach dem Budget der Mukdener Regierung seinen Umsatz von 5 Millionen auf last 10 Millionen Den erhöhen soll. Nach Mandschukuo werden die schwersten betäubenden Gifte eingeführt, u. zw. hauptsächlich aus der Türkei und aus Persien Opium, das den größten Prozentsatz an Morphium enthält. Außerdem wird di« mandschurische Bevölkerung zum Anbau von Mohn aufge- fordcrt. Di« entsprechenden Gesetze und Anordnungen im Staate Mandschukuo sind fast das gerade Gegenteil der Gesetze in China, was den geheimen Opiumhandel, und zwar bisher den lokalen erleichtert hat, aber auch im internationalen Maßstab wird ein solcher Handel bereits vorbereitet. Ter amerikanische Negierungsdelegicrte sprach mit Erbitterung über die Politik Japans in Mandschukuo als einem Regime, das mittels des Opiummonopols daraus abziele, die Bevölkerung in dem durch die japanische Militärokkupation aufrecht erhaltenen Staate systematisch zu vergiften. Schließlich erklärte Fuller, daß er namens der amerikanischen Regierung gegen jede Umgehung der Bestimmungen der,.Haager Konvention protestiere, da die Bercinigjen Staaten in eine außerordentliche Gefahr geraten, wenn im Staate Mantschukuo große Rauschgiftvorräte angehäuft würden. Di« Rede Fullers hat in Genf große Erregung hcrvorgcrufen, insbesondere da der japanische Delegierte die Ausführungen Fullers nickt in Abrede stellt« und sich in der Antwort auf die Erklärung beschränkte, die Ausführungen Fullers seien viel zu lana gewesen, als daß er sofort auf s sie ertvidern könne. Sudetendeutsdie Umgruppierung Eine Loyalitätsinflation ist ausgebrochen in den Reihen des sudetendrutschen Bürgertums. Die staatsbejahende Politik der deut- schen Regiernngsparteien und das völkerver- söhnende Wirken der Sozialdemokraten scheinen urplötzlich kopiert und übertrumpft zu tverden von jenen Kreisen, die bisher solche .Haltung mit tödlichem Haß verfolgten und als schlimmsten Bolksverrat verfhmten. Ist's Täuschung oder Wirklichkeit? Die Bürgermeister der aufgelösten völkischen Parteien feiern in schwungvollen Reden den fünfzehnten Geburtstag der Republik. S aatsflaggen weheit aus den Fenstern der Hakenkrenzler, wo vor kurzer Zeit noch die blechernen Töne von.Hitlers Radio-Deklamationen ausströmten. Völkische Turner, Veteranen und Sänger drängen sich zu Haus bei den Festveranstaltungen des 28. Oktober. Welch eine Wandlung! Boklzieht sich da wirklich ein Umbruch der Gesinnung, eine historische Wendung der Sudetendeutschen zur Realpolitik oder ist das Ganze em taktisches Manöver, um die Folgen des Parteienverbotes abzufchwächen und die demokratische Offensive auf verlassene Schützengräben stoßen zu lassen? Es verlohnt sich, diesen Erscheinungen auf den Grund zu gehen. 1. Die zerbrochene Illusion In den Monaten nach der Machtergreifung Hitlers ging es in der sudctendeutschen Politik wie in einem Tollhans zu. Wer da konnte, wollte die reaktionäre Konjunk.ur mitmachen. Abgesehen von den Wortführern des Bundes der Landwirte, tvelche notgedrungen ihre Position als Regierungspartei mit demokratischen Argumenten verteidigen mußten, sand sich im ganzen detttschcn Bürgennm, nicht einmal bei den Demokraten oder den Christlichsozialen. ein aufrechter Mann, welcher der sudetenLeutschen Bolksmindcrheit die Gefahren einer politischen und moralischen Gleichschaltung mit dem fascistischen Hitler- deutfchland vor Augen geführt hätte. Auf der Sozialdemokratie lag das Schtvergcwicht des Abwehrkanipfcs gegen den Einbruch haken-! kreuzlerisck)«r Barbarengesinnung. Dadurch§ entstand im Bürgertum erst recht die Mei-, nung, daß die Demokratie beseitigt werden I müsse, um die„Vernichtung des Marxismus" beschleunigt in Angriff nehmen zu können. Unzähligemale wurde unseren Vertrauensmännern die Drohung en gegeiigeschleudcrt: „Na wartet, in einigen Monaten geht es auch euch an den Kragen!" In den Grenzgebieten wurden bereits schwarz« Listen jener„Bolksverräter" und „Negierungsknechte" angelegt, die ins Konzentrationslager kommen sollten. Tie von der fascistischen Agitatton erfaßten Volksschichten glaubten ernsthaft, daß die Vernichtung der Demokratie in diesem Staate nur eine Frage der kürzesten Zeit wäre. Die Mehrzahl hoffte! auf den„Befreier" Hitler, nur eine Minderheit rechnete mit dem Siege eines tschechischdeutschen Faseismus. Uebcr den Weg hiezu machten sich nur wenig« Kopfzerbrechen. Niemand rechnete mit heroischen Konsequenzen. Daß der Faseismus hierzulande nur uni den Preis eines belvaffnetcn Aufstandes, eines Bürgerkrieges, oder eines neuen europäischen Bölkerkrieges zu haben sei, das haben sich die reinen Toren, die Hitler anbeteten und dem Krebs glaubten, gar nicht überlegt. Sie meinten, es werde zugehen, wie bei Jericho: nian müsse nur so laut und so oft als möglich „Heil" brüllen und dann würden die Maliern der tschechoslowakischen Demokratie schon von selber einstürzcn. Diese Illusion ist nun zerbrochen. 2. Nun haben sie den Staat entdeckt Mit der politischen Erziehung des sude- tendeutschcn Durchschnittsbürgers ist es tvahr- lich erbärmlich bestellt. Er nimmt di« Grundtatjacken der Politik erst zur Kenntnis, tvenn :r mit der Nase drauftällt. In dem Hitler- rumntel haben unsere Antiinarxisten vollkommen die Tatsache übersehen, daß der tschechoslowakische Staat in dem Erdbeben der vier Krisenjahre vollkommen intakt geblieben ist, daß er nicht nur innenpolitisch konsolidier! ist, sondern auch— wie Bene« mit Recht her- vorhebcn konnte— über ein Maximum von außenpolitischen Sicherungen verfügt. Di« Auflösung ihrer Parteien und der Zugriff auf einen Teil ihrer Vereine hat den Hakenkreuz» lern und Teutschnativnalen die fehlende Vorstellung von dem Vorhandensein einer demokratischen Staatsgctvalt aufgefrischt. Jeht besinnen sic sich eigentlich erst darauf, wo sie leben. Und ivas entscheidend ist: es kommt hnen langsam zum Bewußtsein, daß Deutsch- > beute ohnmächtiger denn je ist, den deutschen Minderheiten im Ausland« zu helfen und daß sic daher die Tschechoslowakische Republik aus eigener Kraft zertrüinniern müßten, um die Scgnllngcn des Hitlerrcgiincs mit genießen zu können. Nun entdecken sie plötzlich den Staat. Sie stellen sich flink auf seinen Boden. Sie küssen die Rute, mit der sie soeben gezüchtigt wurden. Ja sie gewinnen der Republik auf einmal gute Seiten ab. 3. Am Beginn eines Klärungsprozesses Kindisch wäre es, zu glauben, daß die Welle des-Hasses und des blinden Fanatismus, welche die hakenkrcuzlerischc Agitation in Bewegilng gesetzt hat, plötzlich umkehrcn und in das ruhige Bett einer besonnenen Staatspolitik fließen könnte. Die bedauernswerte Jugend vor allem, aber auch di« nationalistisch verseuchte und in blinder Negation erzogene Intelligenz und leider auch ein Teil des durch die Krise rabiatisicrtcn Kleinbürgerums ändern ihre fascistische Grundgesinnung auch dann nicht, wenn sic äußerlich Loyalität mimen. Es spräche wider jede geschichtliche Erfahrung, tvenn die-Hakenkreuzpartei nicht versuchen würde, ein illegales Dasein weiterzuführen. Krebs ist ja nicht nach Deutschland gegangen, um sich dort etwa einem stillen Wotanskult hinzugeben. Daß in seinem Geist« daheim tvei crgearbeitct wird, beweisen die nächtlichen Schmierereien und Hakcnkreuzmale» reien in den Grenzstädten, die immer wieder auffliegenden Spitzclaffären. Man niag diese armen Opfer der Verhetzung menschlich be- danern— politisch darf ihnen nicht über den Weg getraut werden. Aber die Hakenkreuz- bewegung bestand nur zum geringeren Teil aus Ueberzeugllngsmenschen, zum weit, größeren ans Konjunkturrittern. Diese nun sind keineswegs erbaut davon, daß sie anstatt des erhoff en Postens im vergrößerten Dritten Reiche einen Platz in der Arrestzelle cinnehmcn sollen. Sie sind bereit abzufallcn und nun mit gleicher Leidenschaft in Loyalität zu machen, mit der sic vor kurzer Zeit noch „Heil Hitler" riefen. Ein anderer Teil ist vielleicht sogar einer ernsten Besinnung fähig. Frag' er sich nun einmal kritisch, was von der ganzen Hitlerci für die Sudctendeutschen her- ausschant, so kann dadurch ein heilsamer Klä- rungsprozcß eingeleitet tverden, der auch einen Teil der sudetendeutschen Mittelschichten zu realpvlitischem Denken hinführt. Das Tempo dieses Prozesses soll aber nichi überschätzt werden. 4. Deutsche und Tschechen Sucht ein Teil der völkischen Parteigänger ernsthaft«in neues Verhältnis zum Staate, dann ist die logische Konsequenz dieser Wandlung, daß er auch ein neues, ein positives Verhältnis zum tschechischen Nachbarvolk anstreben muß. Daß diese Erkenntnis bereits aufdämmert, dafür zeugt der Aufsatz des deutfchnationalen Publizisten Ansorge,—. Sette 2 strettaff, S. November 1983 Nr. 2K7 eines EingängerS, der aber schon in der Vor- kriegspolitik eine Rolle spielte— im„Mo,,' tagSblatt", wo er schreibt: „Etwas freklich könnte- der Deutsche dazu. b e i t raff c», um den tschechischen Willen zu fördern: Er' mutzte daS Vertrauen auf der Gegenseite erwecken. Das ist— sagen wir eS doch offen:— auf Grund der schlechten Erfahrungen, die dort gemacht wurden, keine leichte Sache. Wie man steht, geht es mit plötzlichen LovalitälSerklä- ruugcn und Fackelzügcn allein nicht. Bon List- penockenntnissen— und mögen sic äugen- blicklich noch so gut und ehrlich gemeint sei» - hat niemand etwas. Zur Beseitigung des MitztrauenS eines ganzen- Volkes betxirf cs mehr als sonst Zeit und organischer Entwicklung. WaS ein Volk erlebte, kann nicht ungeschehen gemacht werden. Nur neue geschichtliche Erfahrungen können tiesgcwnrzclle Stimmungen ändern. Anfängen mutzten die Sudetrndentlchen damit, den Sinn der tschechischen Geschichte zu begreifen." Ganz richtig ist hier erfaßt, daß das Verhältnis der Sudetendeutschen und Tschechen zueinander wesentlich durch den Grad des gegenseitigen Vertrauens bestimmt wird. Wollen die Deutschen ihre gerechten storde- rungen vertreten indem sie dem tschechischen Volke und seiner Geschick) e Gerechtigkeit werden lassen, dann nnissen sie sich ein neues geistiges Zeitbild erringen. Dann müßte das deutsche Bürgertum auch den bequemen Boden seiner armseligen nationalistischen Schlagworte verlassen, von dem ans es bisher seinen Kampf gegen die internationale Sozialdemokratie geführt hat. Das haben wohl die dentschnationalen Bierbankpoli iker nicht bedacht, daß sie ungewollt die sozialdemokratische Politik der übernationalen Zusammenarbeit und Völkerversöhnttng bekräsligten, als sie am 28. Oktober 1933 den gemischtnationalen S'aat und seinen Lenkern ihre Reverenz erwiesen. Nicht wir, sondern sie m ü s- s e n n u n u m l e r ne n! 5. Henlein und Roßmaniih Um die Gründer der Heimatfront ist es in der letzten Zeit recht stille geworden. Ihre Lebensäußerungen bestanden eigentlich ttnr in den Aussendungen einer Pressestelle, die jeden Tag so ziemlich die gleichen unbestimmten Phrasen wiederholen. Sie'werden von der vor der Einstellung zitternden Schriftleiterpresse in der Provinz zwar freudig nachgedruckt, aber das Echo in der Bevölkerung, ist inehr als mäßig. Vorläufig dürf.e'Hbrr' Henlesn ifilf der.u»,tzt-»mbcscheidcticn Meinung, daß erzürn „Retter" der Sudetendeutschen ausersehen sei, noch ziemlich allein stehen. Dazu kommt noch, daß die bürgerlichen Mittelparteien sich von dent ersten Schreck bereits erholt haben und gar nicht daran denken, sich unter die Turnzöglinge einzttreihen. Was indes dem Herrn Henlein den S'.art am meisten erschwert, ist seine o f fe n k« n d i g e A h n u n g s l o s i g- feit in volkswirtschaftlichen n n d sozialen Dingen. Bisher hat er kein Wort verlauten lassen, wie er sich die Bekämpfung der sudetendeuischcn Arbeiter- und Banernnot vorstellt. Selbst ein Hitler mußte sich scheinsozialistisck)er Verheißungen bedienen, um die Massen zu gewinnen. Henlein hingegen sck>eint nach dem alten Rezept der völkischen l n-LI I■—1-' Agitatoren zu handeln, welche die soziale Frage„lösen"' wollten, indem sie nur nationale Phrasen droschen. Damit kann man aber heutzutage ein von der Krise beispiellos anf- zewühltes Arbeiter- und Kleinbauernvolk nicht mehr begeistern. Was die HeranSarbeitung der 'ozialen und wirtsck)aftlichen LebenSno.tvendig- eitcn der Sudetendeutschen anbelangt, ist der Bescheiden im Hintergründe stehende Landwirt ioßmanith dem selbst ernannten„Führer" Henlein turmhoch überlegen. Roßmanith 'eröfsentlich e zum 28. Oktober die Grund» ' qe eines deutschen aktivistischen Wirtschafts- progrannneS, welches wohltuend von den Phrasen der Heimatfront absticht. Darin wird wesentlich die positive Mitarbeit der Deutschen beim Ausbau der Wirtschaftsdemokratie vorgeschlagen: planwirtschaftliche Organisierung der Industrie und Landwirtschaft, gleichberechtigte Mitbestimmung des Industriearbeiters in der Produktion, Umbau des Senats in ein Wirt- schaftöparlameni, Schaffung von Arbeiterlämmern usw. Das ist Wohl kein Sozialismus, aber vom bürgerlichen Standpunkte ans ein ungeheurer Fortschritt in der Erkenntnis der Zeitaufgaben. Ob in der weiteren Auseinandersetzung der seichte Phrasenschwall Henleins oder das wirtschaftlich-soziale Aufbauprogramm Roßmaniths im Vordergründe In seinem Schlußwort zu der dienstägigen Senaisansschußdebalte reagierte Außenminister Tr. Bene» auf verschiedene Fragen, die in der. Debatte berührt worden tvaren. Dr. Benez erklärte vor allem, er habe volles Verständnis für die Worte jener Senatoren, die angedeutet hatten, wie der ungünstige Verlauf der Dinge in Europa, der Verlust demokratischer Positionen, die erhöhten Spannungen und die eventuelle Bedrohung des Friedens auf sie wirke. Zu dem W i r t s ch a f t s pr ogra m m übergebend, wiederholt« der Minister nochmals, daß unsere ganze Ocfsentlichkeit sich desien bewußt sein müsse,>vi« wichtig die Lösnng unserer «tri8M»N8i»rvvleme im Jahre 19)4 ist. Ich bin wirklich überzeugt, sagte er, daß wir in diesem Jahve-«nt-allen Mitteln, die-ich auch angedentet habe, dahin gelängen müssen, daß eilte a ii f st e i g e n d e Linie unseres Wirtschaftslebens beginne. Durch di« Maßnahme, von welchen ich.sprach, wird man erzielen können, daß das Gesamtvolumen der Ein» und Ausfuhr steigen kann; das wird mehr Arbeit, mehr Steuereinnahmen für den Staat, bessere Budgetbedingungen usw. bedeuten. Die derzeitigen Verhandlungen mit Frankreich dienen dem Zweck, unsere Situation zu verbessern, iveil wir tatsächlich mit unseren Forderungen zurückgedrängt wurden. Be- züglich der Budgetdellallon ist Tr. Benc 8 der Ansicht, daß wir an einem Punkt angelangt sind, den wir nicht unterschreiten können: Gerade damit wir künftighin die !Staaisangestelltenbezuge, die soziale Gesetzgebung nicht berühren steht,, daS wird zugleich eine Reifeprüfung für di« sudetenMntschen Mittelschichten sein. 6. Unser Vorsprung Di« Sozialdemokratie kann dieser Umgruppierung mit verschräicktcn Armen zusehen. Der Traum von der Vernichtung des Marxismus ist auSgeträunit. Das deutsche Bür- gcrlunl hat erfahren müssen, daß es sich mit der Zertrümmerung der Demokratie zuerst selbst vernichten würde. Je mehr die bisher int hakenkrenzlerischcn Fahrtvasser schwimmenden Schichteir gezwungen werden, auS dem Wölkenkuckucksheim ihrer fascistischen Illusionen hcrabzusteigcn, desto zwiiigender werden si« vor die Aufgabe gestellt sein, sich m i t der Ideenwelt des Sozialismus g e i st l g a u s e i n a n d e r z u s c h e n. Diese AilSeinanderschung sehnen wir herbei und wir gehen ihr mit der Ruhe des Starken ent- gegcn. Tenn die deutsche Sozialdemokratie hat, WaS die Möglichkei en realer Gestaltung des sudctendelltschen Schicksals auf diescnt Staatsboden anbelangt, all den Neupatrioten einen gewaltigen Vorsprung voraus: ein bestes Vertrauensverhältnis zur tschechischen Arbeiterklasse als dem verständigunffSbereite- sten, dem demokratischesten, dem kulturell fortschrittlichsten und sozial schöpferischesten Teil des tschechischen Volkes! oder gewisse S t c n c r n nicht erhöhen müssen, ist es notwendig, daß wir unseren Voranschlag nicht mehr herabsehen müssen. Tie Aendernngen in den WirtschaftSbezie- Hungen zu Deutschland hatten insofern günstig« Folgen, als wir jetzt weit weniger abhängig sind und es uns gelungen ist, unser Passivum herabzu drücken. kür Sie /»nerkennunü sowjet- rußiands Was unsere Beziehungen zu S o w j et- ruß l a n d anbelangt, so ist dies eine der Fragen unserer Koalitionspolitik. DaS Außenministerium war schon seit dem Jahre 1920 und besonders seit der Konferenz in Genna im Jahre 1922 dafür, ordentliche ,.^wlMsche uud wirtschaftliche.Beziehungen an-.. zuknlipsen. Das'ist allgemein bekannt. Obwohl auf der einen Seite ein größerer wirtschaftlicher Umsatz erwartet wurde, als er praktisch hätte erreicht werden können, hätte man doch unter den gegebenen Verhältnissen sehr viel erreichen können. Ich kann bestätigen, daß unsere Lieferungen nach Rußland ordentlich bezahlt wurden und werden und daß heute wieder neue Lieferungen für Witkowiv und Ostrau erzielt wurden. Es ist kein Zweifel, daß wir gewünscht hätten, daß dies« Angelegenheit schön längst erledigt worden wäre. Ich habe immer den Standpunkt vertreten, daß wir daraus keine grundsätzliche oder Prestigefrage weder von der einen noch von der andern Seite machen sollen. Bei jeder Frage politischer Natur, die eine Spannung hervorruft, an welche irgend ein Prestige oder eine grundsätzliche.Haltung angehängt wird, wo wir uns die Tür 7—»——■— SdBluföworä Dr. B©ness für de Iure-Anerkennung Rußlands— TsdiediosiowaKel wird dem fidditlingsaiiKonimen beitreten— Keine Dudgeidctialion mehri versperren, gerät der Staat in eine Zwangslage, aus welcher er- nicht heraus kann. Das kann nach meiner Ansicht kein Außen. Minister seinem Staat antun, das wäre ein grundsätzlicher Fehler. So soll man weder in der Innen- noch in der Außenpolitik Vorgehen. Di« Außenpolitik soll sich niemals weder in dieser noch in irgend einer anderen Frage die Tür ver- harrikadieren. ritidiiilngsahkommen wird unterzeichnet werden Auf die Anfrage des Genossen Dr. Heller antwortet Dr. B e it c s zustimmend, daß auch die Tschechoslowakei das Flüchtlingsabkommen unterschreiben wird, weil eS in einem Völkerbundkomitee, in dem auch sie ihre Beteiligung znge- fagt hat, angenommen wurde. Vie krage der Sicherheit Zu der Debatte, ob sich die Tfchechossowakei nur auf die Armee oder nur auf den Völkerbund und internationale Verträge verlassen solle, sagte Dr. Ben«8: Grundsatz unserer Außenpolitik war es stets, daß cs ein Fehler wäre, vollkommen materialistisch zu sein und zu glauben, daß nur die Waffen nnd die materielle Macht alles vermögen; ebenso wie es ein Fehler wäre, rein idealistisch zu sein und zu glauben, daß wir nur auf Unterschriften und ideelle Güter uns verlassen können. In der Politik nnissen immer diese beiden Grundelemente der Staatspolitik ausgewogen werden. Besonders ein kleiner Staat darf auch den kleinsten Faktor nicht vernachlässigen. Es ist notwendig, immer die richtige Synthese der zwei Grundrlemcnte zu finden. Zwei Hitler-Spione In der TsdicdioslowaKci verhaltet Weitere Verhaftungen und Amtsenthebungen stehen bevor. Ter„Prager Mittag" meldet, daß in Oderberg oer reichSdentsche Staatsbürger Tr. Hellnmt Klocke, der sich als Spion verdächtig gemacht hatte, verhaftet wurde nnd daß bei ihm unter anderen Papieren auch ein Inst ruktionsschreibcn der Berliner Spionagczentralc gefunden wurde, aus dem hcrvorgcht, daß Klocke beauftragt war, die Slowakei zu bereisen und dort Material über die i r r c d e n t i st i s ch c n Bestrebungen zugunsten Ungarns zu sammel». Klocke hatte Listen über die so zu verwendenden Vertrauensmänner angelegt. In Klockes Begleitung befand sich eine holländische Staatsbürgerin namens Meiners, die er als seine Braut, aber als unbeteiligt an seiner Spionagetätigkeit ausgab. Sie wurpe deshalb"auf freien Fuß gesetzt, aber die Untersuchung gegen sie wird wektcrgcführt. Wie das zitierte Blatt weiter meldet, wird es auf Grund der Personenverzeichnisse Klockcs in der nächsten Zeit in verschiedenen slowakischen Städten zu Verhaftungen und AmtSenthebiingcu kommen. Ein zweiter Hitlerspion wurde in Reich c n b c rg verhaftet. Dort hatte sich'der reichs- deutsche Staatsbürger Alfred S ch i e r z e als „Emigrant" ausgcgcbcn, der aus Hitlcrdeulsch- land geflohen wäre; tatsächlich unterhielt er aber Berke hr mit Hakenkreuzlern und nunmehr wurde bei einer plötzlichen Haussuchung Material gefunden, das über die Spionentätig- keit des sofort Verhafteten keinen Zweifel lasse. Schierze hatte über eine große Reihe von Emigranten Buch geführt. Er gestand nun, Mitglied der SA zu sein. Auch in Reichenberg dürfte eS im Zusainmenhang damit zu weiteren Verhaftungen kommen. Roman von Felix Fecltenbach Der 1. ,abe. Er war selig.. Im Milchladen wartet die Großmutter schon auf die zwei. „Na, du Herumtreiber, kannst dich wieder nit von deinen Schussern trennen?" „Wo ich doch grad im Gewinnen war! Die Milch kann ich auch noch später zu den Leuien tragen."' „Wenn- bloß wegen der Milch wäre, Hans. Die besorg ich heut selber. Aber der Baller's beut schon gekommen. Der Wagen steht drüben beim Kranen und morgen wird mit dem Aufbauen angesangeu. Sollst gleich rüberkommen mit der Lene, hat er sagen lassen." „Juchhe! Der Vatter! Komm, Lene, ,wir hauen ab!" Und eins, zwei, drei, faßten sich der Bub und das Mädel bei der.Hand und rasten im Galopp davon. Vor lauter Eifer hätten sie fast einen Mann umgerannt, der vorne, als sie um die Ecke bogen, gerade aus dem Zigarrenladen kam. Das störte sie aber gar nickst weiter. Dann waren sie am Kranen, dnn Platz unten am Main, aus dem traditionsgemäß während der Kiliansmesse und bei ähnlichen Gelegenheiten die Karussells und Schaubuden stehen. Ter holperig gepflasterte Platz war noch fast leer. Ueber dem grauen Gemäuer der einstigen Stadtbefestigungstore streckte der aste Kranen seine mit grüner Patina überzogene Hebearme übers Wasser und ließ ein paar verrostete Ketten herunterhängen. Auf dem Platz stand nur ein Wohnwagen, wo ihn die fahrenden Leute zu haben pflegen, die mit ihren Schaustellungen auf Messen und Jahrmärkten herumzieben. Dorthin rannten die beiden Kinder und riefen schon von Weitent: „Vatter! Vatter!" Durch die offene Tür des Wohnwagens kam Peter Cornelius die am Wagen festgehakte vierstufige Treppe herunter und strahlte über das ganze Gesicht, als er seine zwei Kinder in wilder Jagd auf sich znkommn sah. „No, ihr Wildlinge, könntS wohl nit erwarten? Die Luft geht euch ja aus, wenn ihr so rennt!" Und dann hatte er sie schon an sich gezogen und unter Lachen geküßt. Die Arm« um je eines der Kinder geschlungen, setzte er sich auf die Stufen vor dem Wohnwagen. Und nnn ginqs an ein Fragen und Erzählen. „In K'tzingen war nix loS. Ich hab mirs ost verschworen, daß ich»immer hin will. Aber die Mutter meint halt, man dürft keine Gelegenheit auslassen. Jetzt wird sie's wohl eingesehen haben, daß daS kein Platz für uns iS. Für Schiffsschaukel und Karussells. Ja! Aber für unsere Kaspcrlbude is da nit viel zu holen, D'e Mutter komnit morgen erst. Sie is noch einen Tag bei ihrer Schwester in Äihingen geblieben." „Vatter", will jetzt.Hans wissen,„hast schon die neue Kasperlbude bestellt? Ich freu mich fe» arg draus!" „Nein, so weit is es noch nit. Ein Teil Geld hab ich ja schon beisammen dazu. Aber viele solche Pleiten dürfen wir nimmer schieben wie in Kitzingen, sonst wirds nix." Hans zog einen Flunsch. ,^ch bin doch jetzt groß genug, daß ich mitspielen kann, da könntest du schon die neue Bude anschaffen." „Da gibtS garnix zu maulen, Hans! Ich Habs dir ein für allemal gsagt: du bleibst hier in WürHurg bei der Großmutter, bis du aus der Schule kommst. Ta fang ich gar nit erst damit an, daß du alle acht Tage in einem anderen Ort in die Schule gehst. WaS Gescheites käm da nit raus dabei. In den Ferien kannst meinetwegen niithelfen. und daS eine Jahr wirst schon noch bei der Großmutter aushalten können. Dann bist du mit der Schule fertig und ziehst zu uns in den Wohnwagen. Bis dahin tntS unsere kleine Bude. Wenn du erst mal dabei bist, dann wird die große angeschafft mit langen Bänken und mit einem richtigen Zeltdach drüber. Früher kommt das darnit arlfS Programm. und damit basta!" Wenn Vater Cornelius sagt„Damit basta!", dann ist das«in unabänderliches Votuni. das wußte Hans. Aber wenn er auch nicht alles erreichen konnte, so wollte er wenigstens einen Teilerfolg. Beharrlich verfolgte er sein Ziel: „Aber hier darf ich doch diesmal wieder m>;- spielen? Mittwoch und Samstag nachmittag ist keine Schule und an den anderen Tagen ist sie schon um vier Uhr aus. Ta hab ich Zeit* genug; und Sonntag sowieso." ^Hängst denn so arg am Kaspcrlspielen? No, tvär ja grad kein Wunder. Steckt halt im Blut. Der Großvatter und der Urgroßvatter waren schon Kasperlspieler. So tvas vererbt sich... No, ja, wenn dir gar so viel dran liegt, dann kommst lialt, wenn schulfrei is." „Lene, ich darf mitspielen!" jubelt Hans und zerrt Lene, die bis jetzt still zugehört hatte, vom Vater weg und wirbelt mit ihr ausgelassen, wie in einem tollen Hexentanz, im Kreis, daß dem Mädel fast der Atem ausgeht. „Lene," sagt jetzt Vater Cornelius, ,chu redst ja kein Wort. Is dir tvas über die Leber gelaufen?" „Nä, Vater." Lene hot sich inzwischen von HanS losgemacht.„Ich wart auf was. Du hast mir das letztemal was versprochen." „Ach, die Puppe! Freilich, die hält ich fast vergessen." Und damit sprang er aus und holte aus dem Magen eine schöne, große Puppe mit geschnitztem.Holzkopf.„Die hab ich selbst geschnitzt. und die Kleider bat Mutter gemacht." „Och. ich hab gemeint, du kausst mir«ine richtige Puppe. Weißt, so eine mit echtem Haar und Schlasaugen." Lene war enttäusch. „Natürlich, dem feinen Ding ist's wieder nit nobel genug." höhnt.Hans.„Die halt aber besser wie eine Schlasaugenpuppe. Und tvas di« Mutter für feine Kleider gemacht hat! Das is ja alles reine Seide!" Vater Cornelius merkte wohl, daß er, in der Absicht, Lene eine große Freude s« machen, doch nicht das Rechte getroflen hakte. Es schmerzte ihn. Mer er sagte nichts. Dann holt« er aus dem Wagen ein paar Stücke gutes Schnitzholz Schnibmes» ser, Farbe nnd alles, was sonst nir Herstellung von Kglperlköpfen nötig ist nnd brach«« es Hans, der ganz aus dem Häuschen war vor Freude, «r. 257 Freitag, S. November 103S Seite 9 FRANZ MEHRING: Karl Kan, Geschichte seines Lebens Zur Literaturgeschichte. Bd. f. Von Cafdcron bis Heine. Bd. 2. Von Hebbel bis Gorki. Zur preußischen Geschichte. 2 Bde. Zur deutschen Geschichte. Zur Geschichte der Philosophie. Unsere Orgnnisalionsaiisgabc In Leinengebunden, erskt- klnssig ausgestattet. Jeder Band nur Kl 29.— Alle 7 Binde Kt 179.— Ursprünglicher Ladenpreis ledes Bandes K2 80.—, er« mAOIgter Preis des Buchhandels Kd 40.—, unser Preis K6 25.—. Zu bestehen durch die: Zentralstelle für das fliidunaswesen, Prag II., NeMianka II. ■Oi y, int Ge- Fahne nicht fürchterliche- mit die unbedeutenden hat sich di« gestrige Abstintmuty Ordnung abgewickelt. Schlußbetrachtung. Führung des DolkSkanzlerS Adolf Vas Brester Schandurteil bestallet Warschau, 2. November. Das Oberste richt hat heute mittags die Akten des Brester Prozesses dem Appellationsgerichte übermittelt. Um 14 Uhr hat das Appellationsgericht die Akten der Staatsanwaltschaft zur Vollstreckung des Urteils überlasten. Der Staatsanwalt kann somit ab heute die sofortige Verhaftung der Verurteilten und ihre Einkerkerung anordnen. Jedenfalls wird in der morgigen ersten Plenarsitzung des Sejms auf Grund des Umstandes, daß das Brester Urteil nunmehr Rechtskraft erlangt hat, die Ungültigkeitserklärung der Abgeordnetenmandate der im Brester Prozeß verurteilten Politiker verkündet werden. Unter der Hitller hat das deutsche Volk gestern eine glätt- zeude Schlach: geschlagen. Gestutzt atis ihr Ergebnis, dir jetzt nicht mebr zu bezweifelnd« Einmütigkeit des ganzen dentick-en Volkes, wird Deutschland sich durch nichts mehr davon abl;al- len lasten, den ihn vom Schicksal vorgezeichtteten Weg writerzugehen. TaS Ausland wird im cigetten In rreste gut damit tun, hiervon Kennt- is zu nehmen. Int Inneren des Reiches liegen die Feinde deS NalionalsozialismuS jetzt auf dem Boden; sie haben all« kapituliert. Aber auch außer, halb der ReichSgrenzen wird den Feinden Hitlers über kurz oder lag nichts anderes übrig bieiben, als sich zu übergeben. - 1 Die Volksabstimmung in Dciitsoiland Nicht zu tiberbietender Sied Hitlers Zwischenfälle. Auch am gestrigen Wahltag ließen sich kleine Zwischenfälle nicht ganz vermeiden. 15.439 Wähler, frühere Marxisten, deren Begeisterung zu hoch ging, wurden ins Konzentrationslager gebracht. Ein paar Hundert von ihnen hatten größere Uncmnehmlichkeiten. Die Aerzi« stellten in allen diesen Fällen als Todesursache Herzschlag infolge Aufregung fest. Den Angehörigen wurden rücksichtsvoll di« Leichen in verlöteten Rtc:all- särgen übergeben. Mit BöSIvilligcn wurde kurzer Prozeß gemacht. So berichtet mir«in Augenzeuge: Im Verlier Wahlbüro 9ir. 41 verkündete der Wahlvorsteher als Ergebnis der Malst Prüfung, daß sämtliche abgegebeiten, soundsoviel« Stinttn- ze icl, bejahend gelautet hätten. Ein Arbeiter rief tvütend dazwischen, aes tväve Schtvindel; mehr als die Hälfte aller abgcgebeiten Stimmzettel seien leer getvcsen. Zahlreiche anwesend« Wähler stimm- ten zu. Aber int nächsten Augenblick schon stürzten sich die SA-Leute auf den Rufer uitd seine Freunde. Ein riesiger Tumult folgt«. Er eude:« Minit, daß di« Protestierenden, blutig geschlagen utid gefesselt, abtmnsportiert wurden. Niemand weiß, tvaS mit ihnen geschehen ist. Aber wie gesag', attßer den berichteten unbedeutrttden Zwiickzettfällen in der größten der sozialdemokratischen, der komtnunistischen und auch der Zen.rums-Partei wurden vorsorglich in ihren Wohnungen persönlich anfgesucht. Ter sehr eiudriuglichen, meist s ch la g e n d e n Bcweis- sührung der Besucher konnte sich uicman- entziehen. TaS größte Verständnis fanden die Agitatoren sofort bei den Staatsbürgern jüdischer Art. Ihnen bratichte man nicht erst mit den besonderen Argumenten zu kommen; sie kanulcn sie alle schon. Sogar über die Konzen» trationslager und die UntersuchungSgesängnisse ging eine Welle der großartigen nationalen Erhebung. ES blieb der Regierung nichts anderes übrig, als auch in den Konzen'rationslagern und Untersuchungsgefängnissen Wahlbüros zu errichten. In Kürze darf man sagen, daß das ganze deutsche Volk den herrlichen Erfolg von gestern ntitgeschaffen hat. Der verlauf der Wahl. Tie Wahl spielte sich im ganzen Reiche in der größten Ordnung ab. Es bestand die stille Parole der Wahlpflicht. To blieb weder Gesunder, noch Kranker, weder juttg nock; alt, weder Christ noch Jud zu.Haute. Ter Nationalsozialismus vrr. stand es, seinen Geist auch dem Aeußer» des Ab- st t m mungsvorgangcs aufzuprägen..Häuserblock- weise zogen gestern die Wähler in mächtigen Marschkolonnen vor die Wahllokale. Im Gänsemarsch ging es ins Wahllokal. Jeder Wähler hielt seine beiden ausgefüllten Stimmzettel demonstrativ offen in der-Hand. Um keinen Preis ließ er sich bewegen, sie einzttstecken. Jedermann sollte wissen, wie er stimmen würde. Im Sturmschritt tvurde di« vom Gesetze vorgcschriebeue Wahlzelle genommen. Um Gotteswillen nur keinen Ausen!- halt dort! Niemand könnte ihn dann vor dem Verdacht schützcit, den schon ausgefüllten Stimm, zettel korrigiert zu haben! In und vor allen Wahllokalen waren größer« SA-Ab!«ilungen zur Sicherung der Wahlhandlung eingesetzt. Ter Wahlakt vollzog sich so schnell, daß er um 3 Uhr nachmittag fast im ganzen Reiche beendet war. Schon um 10 Uhr abends konnte das endgültige Wahlergebis vcrküttdet werden. Tie Begeisterung der Mx,,ge mar ungeheuer. Auf allen Plätzen der Großstädte erklang, wie antw 1914, das Rieder- ländischc Tankgebct. Ta aber„Go't der Gerechte", der gleich am Anfang des Gebetes vorkommt, eine echt jüdische Erfindung ist, so sang man einen von einem nationalsozialistischen Dichter geschaffenen Ersatztext. In Palästina nahe Aber in Transjordanien neue Kundgebungen. Jerusalem, 2. November. Ter Generalstreik Araber dauert tveiterhin au, doch herrscht in «anz Palästina Ruhe. Gestern in den Abend- stttndeu wurde die telegraphische und Telephon- h'rbindttng zwischen Jerusalem und Beth- 1 r h e m durchschnitten. Gegen drei in K a i r o erscheinende Blätter wurde für ganz Palästina ein Verbot erlasicn, da diese Zeitungen übertriebene Nachrichten über die Unruhen in Palästina veröffentlicht hatten. * Wie der„M a t i n" aus Jerusalem meldet, haben sich die antisemitischen Kundgebungen der Araber in Palästina auch aus Transjordanien ausgedehnt. Gestern erschienen große Mengen von Arabern vor dem Palast« des Emir Abduhlah in Amman. Sie forderten, daß er bei den britischen Behörden gegen das weitere Zuströmen jüdischer Einwanderer einschrritet. Berlin, am 13. Noveniber 1933. Teutschland hat gestern seine große Stuitde erlebt. Fünfzehn Jahre' nach deut Tage von Compiögne hat das deutsche Volk sich einmütig, laut, klar und hart zu s«iucm Recht aus Wehr ! und Waffen bekannt. Die Tat der Novcmberver- brecher ist ausgelöscht: Tas Gesäusel von— meist artfremden— Friedcnsschwärmcrn, Versöhnungsaposteln und ähnlichen Hochverrätern findet neuen Deutschen Reiche keine Ohren mehr. Die amtliche Meldung. Tas Conti-Büro veröffentlicht amtlich: „Tie gestrige Reichstagswahl und di« ihr verbunden« Volksabstimmung über Frage, ob das deutsche Volk der Gesamtpolitik seiner derzeitigen Regierung zustimme und bereit sei, für sie mit Ehre, Gut und Blut ein- zustehen, l-aben mit einem nicht zu überbieteu- Sen Sieg« der nationalen Regierung geendet. Bon 40 Millionen Wahlberechtigten Haven 42.7 Millionen der nationalsozialistt!i« Millionen Sozialisten ttnd Kommunisten" hat völlig fehlgetchlagen. Es gibt heute in Deutschland weder Sozialisten, noch Koni- munisten,»och sonst eine Par ei mehr. Es gibt nur noch das im'Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk, das sich mit seinem Führer Ildolf Hitler untrennbar verbunden fühlt." Wie der gewaltige Sieg erfochten wurde. Di« Wahlarbeit war geradezu ungeheuer. Aber dank der seit Monaten in Deutschland l;err- schenden Hochstimmung gab es in keinem Augenblick Schwicrigkei en. Mehr als sechs Millionen Arbeitslose hatten sich in ihrer großen, durch nichts zu erschütternden Begeisterung für das Hitler-Regime sofort freiwillig und unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Obwohl sie nner jam- ntervollen wirtschaftlichen Berlchlmissen leben müssen, haben sie unter der Leitung von TA- und SS-Leuten mit Hingebung völlig kostenlos gearbeitet. Tas gu e Leben der SA- und— vor allein — der SS-Lent« machte sie keinen Augenblick irre. Sie faitden ihren Lohn in dem Gedanken, Volk und Vaterland zu dienen. In tausenden Betriebsvcrsammsttngen wurde den Arbeitern nnd Angestellten di« Bedeutung von Wahl ttnd Volksabstimmung energisch klargemacht. Ueberal frenetischer Beifall und das größte Verständnis! Alle Kleinlichkeit war weggeblasen. Man sprach nicht mehr von Lohnkürzung, von den dauernden außerordentlichen Lohnabzügen, von der imnier mehr wachsenden Teuerung und der trotz allem und allem steigenden Arbeitslosigkeit. Alles, alles trat in den Hintergrund. Di« ehemaligen Mitglieder gelernt und verbluteten !:m Weltkriege vor Verdun, beim Fort Donaumon t, an der Höhe 404 und beim „Toten Mann!" Tas war von Juli bis September 1917. Ein sächsisches Bataillon, 808 Mann mit Tffizicrcn wurde vollständig vernichtet. Darunter befanden sich viele Marxisten, die im heutigen Deutschland, dem sogenannten Dritten Reich, gehetzt, verfolgt und in Konzetrtrationslager geworfen werden. Viele dieser deutschen Marxisten haben im Weltkriege ihre volle Pflicht und Schul- oigkeit getan, als die heutigen Machthaber des fascistischen Barbarenreiches, wie G o r b b e 18 und viele andere noch Hosenklappen trugen. Menetekel! Es kommt die Kest, das Strafgericht fegt über di« Diktaturen hinweg!— Menetekel! Das„Dritte Rcldi“ Im Auftrnstungslicbcr Aus einer Provinzhauplstadt Deutschlands erhalten wir folgenden Bericht: Es ist Sonntag nach dem Austritt Deutsch- lands aus dem Völkerbund. Große Aufregung. Großer Tamtam— künstlich erzeugte, überschwengliche Begeisterung. Ter Rundfunk trommelt auf allen Straßen und Ecken. SS und SA fahren mit Aittos durch die Stadt, verteilen Telegramme, viele Druck- fehler darin, so eilig haben sie es mit der Stimmungsmache. Tausende von Fahnen an den Häusern, Gnirlanden, Blumen, Hakenkreuze auf den Straßen. Jubelndes Volk wälzt sich auf den Straßen dahin; Geschrei ttnd wilde Musik! Der Schrei nach Krieg liegt im Innern der fanatisierten Menschheit! Militär neu ausgerüstet, den Stahlhelm auf dem Kops, durchzieht die Stadt. Angeschlossen folge» SS.» und TA.-Formationen, Polizei, Ko- lontalkrieger, Kriegervereine usw. und der Stahlhelm mit allen Kriegsabzeichen! Tausende von Autos attf den Straßen— So'dalen auf nachgcahmlen römischen KriegS- tvagen, statt Pferden Motorräder vorgespannt. Es folgen Kürassiere, Husaren ttnd andere altertümliche Soldatenröcke. Erinnerung! Ausbruch deS Weltkrieges 1914 unter Wilhelm II. Alles hier in unserer Stadt ist wahnsinnig geworden! Die Menschen sind fanatisiert, befinden sich in wildem Taumel, vom aufregenden Fieber erfaßt. Feiern— Musik— Umzüge! Ter Winter naht, es gilt de» Hunger zu bannen. Daher Massenaufpeitschung, Blumen, Gnirlanden, Fahnen!— Volk im Rausch! Wer die grüßt, kriegt Schläge. Gleichgeschaltct« Begeisterung. Dem allen folgt bestimmt ein Erwachen. TaS deutsche Volk hat nichts ' alles vergessen! 350.000 Menschen I im Weltkriege vor Berd« n, 1WA—in die nandc des Drlvatkapltals. Roosevelts Fahrt ins Ungewisse Washington, 2. November. Am Mittwoch be gann sich in klarer Art und Weise das Bild einer ortschreitenden Aenderung der Rvos«v«l>sck)en llRA-Aklion in eine große private Organ«. ation mit vollkommener autonomen Macht über all« Industriezweige zn entfallen. Die her vorragenden amerikainschen Finanziers und Jitdustriellen Gerard Swopo tntd Henry I. Harriman, sowie der Präsident der RRA- Aktion General Hugh Johnson unlerstützen I «ifrig dieses Projekt. General Johnson er-! klärte, daß eine derartige Entwicklung des RRA-| GedankeitS«S ermöglichen würde, Lett sich ständig wiederholenden zyklischen Depressionen vorzu beugen. Ter Eisetrbahnrat Harriman warnte| davor, daß die NRA-Aktiön eine vollständige. Niederlage erleiden könnte, wenn es erlaubt sein würde, aitS ihr„eben wiederum ein« Regicrungs- bürokra.ie zu machen", Harriman fügte nock) hin zu, daß die zunehmende Unzufriedenheit der Ge- tchästSleute mit Roosevelt» Rekrea.ionS- programm aus dem Grunde besteh«, weil die Preise der Erzeugnisse in den Bereinigten Staaten rascher ansticgen atü die Kaufkraft der Bevöl kerung. Wie Reuter meldet, ist jetzt di« Unterordnung des Fabrikanten Henry Ford unter den Auto- mobilkode sozusagen eilt« vollkommene. „Bedingte Ncuvie zwei c t w a fünfzigjährige M ä n n c r gewissermaßen unter de» Angen oer Polizei ein Päckchen mit T a n s e n d k r o n e n- N o t e n untereinander a n f t c i l t c n. Der Pförtner beobachtete ganz genau, ohne selber bemerkt zu werden, den Vorgang nnd erzählt, daß der kleinere von den beiden Männern seinem auffallend großen Partner nach längerem Feilschen 40.000 Ivs aushändigte niid den Rest für sich behielt. Ta der kleine Gauner allein Anschein nach seinem Spießgesellen überhaupt nur ein Päckchen n M——■ daß der Staat bei Anlagen, di« dem Luftkrieg dienen, 75 Prozent der Gesamtkosten übernimmt. Deutschland rüstet also aus allen Gebieten der modernen Kriegtzsührung. Der Mnterflilgverlehr Prag—Paris, Prag—Warschau u"d Prag—Bukarest wird durch die Gesellschaft Air Franc(früher Cidtta) die ganze Wintcrsaison hindurch ab 1.No- vcmber 1933 bis 28. Feber 1934 abgcwickelt werden. Ter Verkehr Prag—Paris ist ein alltäglicher mit Ausnahme von Sonntag. Abflug ab Prag 11.15, Ankunft in Paris 16.00. Auch der Verkehr Prag—Wien ist ein alltäglicher, und zwar: A b j l ü g e a b P r a g 14.35, A n- kunft in Wien 16.10. Eine Fortsetzung dc8 Flugverkehrs von Wien aus über Budapest und Belgrad nach B u k a r e st findet in dem angeführten Winterabschnitt dreimal in der Woche statt. Ter Verkehr auf der Strecke P r a g— Warschau findet ebenfalls dreimal wöchentlich statt, u. zw. in Richtung Prag—Warschau: Jeden Mont a g. M i t t w o ch und Freitag, in Flugrichtnng Warschau—Prag: Jeden Tiens- t a g, Donnerstag und Samstag. Abflug ab Prag nach Warschau 11.20 Uhr, Ankunft in Warschau um 14.50 Uhr. Geschichte einer SntMrurg kharlie khaplins- Paris, 2. November. Aus LoS Angeles wird berichtet, daß bei der Verhaftung eines Gangsters fcstgcstcllt worden sei, daß der berühmte Film- sckMspieler Charly Chaplin im August d. I. von Banditen entführt worden ist, wobei er eine ganze N a ch t hindurch von der Bande gc- s a n g e n g e h a l t e n wurde. Charly Chaplin wurde erst daun vou dcu Banditen in Freiheit gesetzt, als ein L ösegeld von 20.000 Dollar hinterlegt lvorden sei. Die üntw'üiung des Autobus. London, 2. November.(AR.) Heute wird in den Olympia Sälen in London eine Ausslrllnng neuer Autobus- und Laslkcaslwagen-DyPen eröffnet. Ten Hauptanziehungspunkt der Ausstellung bildet die Abteilung für die»todernste» Typen. der Per- brennnngstnoiore, der sogenannten Dicselniotore, oder Atotor« nir Kvmpressionszündung. Es lind dies Rohöl Molare, denen hcnie die Motoren indnstri« ihre größte Ausmcr.kfamkelt zuwendet. Ten Besucher fesselt insbesondere ein Luxus-Autobus ni i t 8 0 Sitzen, bei dein Naphtha alc Trietzstofs verwendet wi»d Der Brennstoffverbrauch pro Meile beträgt ein Farthing(Farthing— di« kleinste englische Münz«, J4 Penny, etwa 2-4 Heller). Die Mehrzahl der ausgestellten schweren Kraftwagen besitzt autonianiche Gcschwindigkeilsschaltiing und einig« dar Autobusse besitzen insgesamt acht. In beliebiger Weile schal-bare Geschwindigkeiten. Der größt« Wagen ist mit OS Sitzplätzen anSqeslatiel,«ign«i sich auch kür d«u Verkehr aus Schienenslrccken und besitzt einen Rohölmolor neuesten Typs Bei einer Probefahrt ans de.r Brockland-Bahn erzielt« dieser Motor kürzlich b«i voller Belastung cne Atundengeschwliidigkeit von 106 Meilen(etwa 10 0 T i» nd e n k> l o in« l« r). Sine 1800 ffa'ire n’te Mar'tballe- Roms modernste Mar t^alle. Gelegentlich der am 28. Oktober l. I. erfolgten Eröffnung der erst«» drei ausgestellten Säulen des Tempels der Betrns Genetrix sow^c der Fertigstellung eines wesentlichen Teiles der JsolicrnngS arbelten in der Umgebung des römischen Kapitols machte der ehemalige Generaldirektor für antike Kunst und Entdeck«« der vor vier Jahren"olierten großen Markthallen Trajans, Senator Ricci, der Presse überaus interessant« Mitteilungen über sein« Absichten, demnächst die Hallen und Läden In den wichtigsten römischen Aentralniarki sür Nahrungsmittel nmzuwandeln. Nach Ansicht des Senators Ricci seien die Trafansinärkl« gleich dem Pantheon Roms überaus leicht verwendbar nnd lassen sich durch entsprechende ReslanrierungSarbeilen gut ans- nützen Bloß das iogenanme attische Stockwerk nnd di« mir Fenstern versehene.tzemizyklusinauer, die in der Nationalbank. 'vorzeigte, ist die Annahme berechtigt, daß er seinem Kumpan überhaupt die Tatsache verschwiegen hatte, daß er 200.000 Ke gestohlen hatte. Ter Pförtner unterhielt sich über den Vorfall noch mit einem dazukominendcn, ihm bekannten Prager Architekten. All das spielte sich einen Meter lveit von der benachbarten Polizeistation ab. Ter Pförtner sah dann noch, wie der große von den beiden Männern eine Geldtasche hervorzog, die Banknoten hincinlcgtc und wie dann beide seelenruhig in der Richtung zum Hcinrichtslnrm abschobrn. Es ist also anznnchme», daß die beiden Kerle sodann zum M a s arykba h n h o f gingen nnd dort entkamen. Die„Narodni Lifty" bemerke» mit Recht, daß das Borgehen der beiden Gauner entweder von einer ganz unglaublichen Ticbsfrechheit oder aber dafür zeuge, daß die beiden Männer die Prager Lokalverhältnisse nicht kannten, was wiederum den Schluß möglich macht, daß cs sich um et»« internationale Tiebsgcscllschaft handelt. Jedenfalls hat di« Polizei bisher von den beiden Männern kein« andere Spur. nicht besonders kunstvoll seien, müßten mit Rücksicht auf die bei modernen Maickthallen geübt« Prax s restauriert werden. Senator Ricci will demnächst «ine n«ll« Zentralmarkthalle RomS für Gemiik«, Früchte, Lebensmittel, Blumen usw. an derselben Stell« nnd in der gleichen Art der Oefsentlichkeit übergeben, wie sie bereits vor 1800 Jahren bestanden halt«. Wegen Krankheit in den Tod. Karlsbad, 2. November. Am Dienstag verließ di« im Schlackciuverther Altersheim untergebrachte ehemalige Krankenpflegerin Maria Müller, ein« 60jährige Fran, die früher Mo» phinistin war, das Heim nnd verübte im Wolde Selbstmord. Si« konnte von den Folgen des Morphinismus nicht geheilt werden nnd verübt« deshalb Selbstntord. ^Schweres Strahenbahnunfall in Wien Wien, 2. November. Im Wiener XH. Bezirk fuhr in der Endstation der Linie 62 der elektrischen Straßenbahn rin Motorwagen mit voller Wucht in einen leeren Wagen. Sämtliche Fenster beider Wägen wurden zertrümmert. Siebzehn Personen wnrden verletzt, hievon acht schwer. Nach dem Ergebnis der durchgeführten Untersuchung ist der Zusammenstoß auf ein Bersagcn oer Bremsen zurückzuführen. Tod ans den Schienen. Donnerstag mittags nm halb 2 Uhr stürzte sich der bekannte Buch- druckercibesitzcr Wenzel Nowak aus Fischen« in einem Anfall von Geistesgestörtheit unter die Lokomotive eines in voller Fahrt befindlichen Eisenbahnzuges und Ivnrde ans der Stelle getötet. Das LeichenbegänigniS Professor CalmetteS fand nach dem Wunsche des Tierstorbenen in aller Stille statt. Bei dem Begräbnis waren weder Blnmen noch Krän;e und auch keine militärischen Ehren und A n s p r a ch c n, sondern nur eine große Beteiligung von Trauergästen. Bei einem Motorradrennen in Sofia fuhr einer der Rennfahrer mit voller Geschwindigkeit in ein« Gruppe von Zuschauern. Ein K> n d wurde getötet; f«chS Personen erlitten schwere, drei weitere leichtere Berlctzungen. Diebstahl der ganzen Auslage einer anti- faseistischen Wochenschrift. Seit einiger Zeit erschien in Barcelona eine in deutscher Sprache gedruckte Wochenschrift unter dein Titel „Der Ant ifasci fr. Gestern standen zchn- tausend Exemplare dieser Zeitschrift vc» sandtbcreit. In der Nacht drangen Unbekannte in die Druckerei ein und stahlen sämtliche zehntausend Exemplare, die weggeschafft wurden. Die Tircktion der Zeitschrift„Der Antifascist" hat eine Klage gegen unbekannte Täter eingereicht. Bergarbeiter-Risiko. Auf dem Bitzthnm- Schacht dcr Mansscldschen Kupferschiefer Bergbau A.-G. bei Eislcbcn(Sachsen) ist in einem Streckenbetrieb starker GasauSbrnch von Stick- stosfgasen erfolgt. Bon der Belegschaft find zwölf Mann verletzt worden. Marktprels« für dir Verrechnung des Getreides der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Böhmens im November 1033. Bom Landesarbeitsamt in Prag wird amtlich verlautbart: Tic Tnrchschnillsgetreidc- prcisc aus dcr Prager Produktenbörse im Monate Oktober 1933 betrugen beim Weizen 137 lls, beim Korn 88 lü, bei dcr Gerste 92 Xe sür 100 Kilogramm. Im Sinne des 8 7, III., 2. Absatz dcr„Richtlinien" sind dies« Preise niaßgcbend für den Monat November 1933 sür die Berrechnung des VcrlragsgetrcideS beim Abverkäufe oder Rclniercn desselben zu betrachten, sofern dcr Marktpreis als Grundlage dient. Reichsbahn-Flugstrecke Berlin—Königsberg. Auf dein Zentralflnghafcn Tcnipclhos startete Mittwoch abends das erste Fracht- und Postflugzcng der Reichsbahn-Flugstreck« Berlin-Königsberg. Es führt 1300 Kilogrannn Frachtgut und 273 Kilogramm Bricf- und Kartcnpost mit. Ucberfallen. Ter königliche Kommissär und Mitglied des Kriegsrates Oberst C a n d i a n o in Bukarest wurde gestern von einem Manne überfallen und erlitt lcbensgetährlich« Stichwunden. Nach allem handelt es sich uni einen persönliche» Racheakt. Aus der Arbelter-Turn* unß Sportbewegung. Sport am Sonntag den 8. November lm V. Kreis Kamnitz g. Hirschberg, Anstoß J44 Uhr nachln. in Kamnitz.— Warnsdorf g. Haida in Warnsdorf, Anstoß>44 Uhr.— Rninburg g. Schönlind« in Ruutburg, Anstoß 10 Uhr vorm.— II. Gruppe: Krochwitz spickst«!.— Glashütte g. Ladowitz in Ladow-stz, Anstoß!43 Uhr.— Teplitz g. Ziickmanlel in Teplitz, Anstoß-43 Uhr.— III. Gruppe: Wcisk'rchlitz g. Neuhof In Weiskirchlitz, Anstoß -43 Uhr.— Sobrusan g. Prcdlitz in Sobrnsan, Anstoß-43 Uhr(Freundschaftsspiel).— Aussig Nord p. Kleische In K-lcisch«, Anstoß J411 Uhr vorm.— IV. Grupp«: Eichwal- g. Türmitz in Türmitz, Anstoß-43 Uhr— W»Hönisch g. Langngest in Lang- ngest, Anstoß-43 Uhr.— Hohenstein spielfrei.— V. Grupp«: Schönpricsen g. Ullgersdovf in Ull- gerSdorf, Anstoß--43 Uhr.— Aussig Ost g. Pihan- ken in PIHanken, Anstoß 148 Uhr.— Settcnz g. Kleiirangezd in Setten;, Anstoß 1411 Uhr vorm.— VI. Krupp«: Komotau 1 g. S-aaz in Saaz, Anstoß 143 Uhr.— Komotau II g. Tschern in Tscher», Anstoß 143 Uhr.— Trupschitz g. Nicderlculciiedorf in N'ederlentensdorf, Anstoß 148 Uhr.— Sporitz g. Brüx in Brux, Anstoß>43 Uhr nachm. Futzdall-Ergebniffe I. Gruppe: Halda g. Niederllebich 3:2.— Kamnitz g. Schönlinde 6:2.— Steinschönou g. Georgenthal 6:2.— Warnsdorf g. Hirschberg 6:0. — Ruinburg g. Pre'chkan 7:0.— Preschkau g. Acorgen'.hal 3:3.— Steiitschönau g. Kamnitz 2:1. — Georgenthal g. aKinnitz 5:3.— Schönl'nde g. Steinschönau 2:4.— HIrschbcrg g Haida 2:1.— Preschkau g. Warnsdorf 1:2.— II. Gruppe: Glashütte g. Znckmantcl 1:4.— Teplitz g. Krochwitz 3:2.— III. Gruppe: Sobrnsan g. Aussig Nord 1:1.— Neuhof g. Kleische 1:6.— IV. Grupp«: Wohonlsch g. Hohenstein 2:2.— Türmitz g Lang- ugest 4:7.— V. Gruppe: Schönpriesen q. Pi- Hanken 2:8.— Aussig Ost g. Klelnangezd 1:8.— Setten; g. UllgerSdorf 4:1.— VI. Ar»Vde: Komotau k g Sporitz 3:2— Komotau IT g Triip- sch h 2:8.— Saaz g. Brüx 2:1.— Tschern g. Niederleute» sdorf 2:1. * Den Vereins- und Bezirksleitungen zur Kenntnis: Tas M e i st« r s ch a f I s- Wiederholungsspiel K l e i n a n g e; d—P i h a n k« n findet am 11. November, nachm.>43 Uhr in Piharcken statt. Bauender Verein P.hankrn. Platz- «innahmen je 50 Prozent beider Vereine DaS Meisterschaftsspiel Hatda gegen Hirsch berg wnröc in der 50. Mimit« wegen schlechten Wetters abgebrochen und sind dl« 40 Mi- nnten Spielzeit nachzuholen. Der Verein Prcdlitz gibt bekannt, daß«r aus der Serie austritt. Der Bere'n verpflichtet sich jedoch, die fälligen Spiel« als Freundschasisst'ieli auSzutragen.- Dem Protest Tschern wurde statlgcgcben, o,e Punkte wurde» Saaz abgesprochcn nnd Tschern i<- gesprochrn. Ten Bcrcinen Kosten bei Türmitz und Schönfeld wurde der Protest stattgrgcben. SanrStag, den 4. November 1933 nachmittags halb l Uhr in A u s s i g, Bolkshans, Sitzung des Kreisspiclanöschuß. Tic Genossen werden ersucht, vünktlich zu erscheinen, da dringende Proteste und Einläufe zu behandeln find. Besondere Einladungen ergehen nicht. DI« Kreisleitung. Vom Rundfunk Unn wo bleibt der deutsche Sender in der Tschechoslowakei? Eine italienisch« Sendcstation in der Schweiz. Dieser Tage wurde offiziell die radiotclepho- nische Sendestatiou auf dem Monte Ceneri in der Schweiz in Betrieb gesetzt. Damit erhält die Schweiz eine Station mit italienischer Sendesprache, so daß a l l e d r e i a in t l i ch e n Sp ra- ch e n, die französische, die italienische und die deutsche, im Schweizer Funk vertreten sind. Die Eröffnung des Betriebes dcr italienischen Sendestation erfolgte in Anwesenheit von zahlreichen offiziellen Persönlichkeiten und Vertretern von Fachorganisationcn. Die Station wurde vom Staat errichtet. Durch ein Kabel wird die Verbindung der Station, die auf dem Monte Eener! steht, mit dem Sendcatelier in Lugano hcrgcstcllt. Die nichtmodulierte Stärke der Sendestation beträgt 1 Kw., die Länge der Welle ändert sich von 250 bis 1200 Meter. Die Station ist mit zwei Antennen versehen, die 125 Meter hoch sind. Tie Sendemaschinen lieferte die Firma Marroni in London, die Motoren und Transformatoren sind Schweizer Fabrikat. Zahlreiche Sendeversuche sind bereits erfolgreich durchgeführt worden. Erst im Jänner 1933 wird die Station ihren regelmäßigen Betrieb auf dcr Welle aufnehmen, die ihr auf der Konferenz in Luzern zugcwicsen wurde. Empfehlenswertes ans den Programmen. Samstag: Prag: 13.45: Schallplatte». 16 45: Rundfunl für erwachsene Jugend. 17.80: Tschechischer Koitver- salionSkurs. 18.30: Trutsche Sendung: Lc» Fall: AnS dem Musiksahr 1033. 19.10: Blasmusik — Wien: 15 40: E1)orvortragc. 19.25: Unterhaltung skoidzerl. 20.30: Europäisches Konzert.— Heilsberg: 16: Nachmittag-Konzert.— Mühlacker: 15.30: Balalaikakonzert.— Leipzig: 18.30: Feier- abendslnnde— Berlin: 17.55: Max Reger: Drei Lieder.— München: 20: Bunter Abend. Nk. 257 Freitag, 9. November 1988 Seit» 5 Der letzte Tag in Deutschland vom Antiscmitis- iniiv vvi-paueiuajunfl eingcurann■ ivi)umv iu;iviiii—, miu uvi|iunv u hab«, fragte er tchlicßlich Die Vernehmung auk. Beinerkung ganz richtig dahin, daß er entlassen d«m Polizei-Präsidium werde schon alles erklären,! lei— aber er wußte, daß er jederzeit wieder und war der Sinn der kargen Antwort, die er erhielt, dann vielleicht für lange geholt werden könne; er Er mußt« den Beamten folgen. Das rote wußte, daß das Grauen des Konzentrationslagerbaus am Älexanderplatz war jetzt Feindesland. 1 noch längst nicht in daS Nebelgrau der Unwahr- Sollte die Fahrt zu ihm, di« Fahrt durch das fcbcinlichkctt gerückt war: und Aebnl'cbcs bedeutete verlehröurchslutete Berlin ein Abschied sein? s ihm,^um Abschied" auch der Bearnte. tvic sich ein Gewitter über ihm zusammen zog. Reklamclichtcr zuckten ihm wie Blitze, Hochbahnen donnerten drohend— er war reichlich nervös. Die Wohnung nahm ihn in demselben ge- «ldntlen Zustand auf, in dem er sie, einig« Tage zuvor, verlassen hatte. An den Wänden hingen Lchöp jungen französiijcher Maler. In Wandrcga- len Paradierten Tausende von Büchern. Aus dem Schreibtisch lag.ein vor einein halben Jahr begonnenes Roman-Manuskript. Brandt konnte sich die Fortsetzung der Arbeit nicht vorstellcn, heute nicht, morgen nicht, überhaupt nicht. Diese kriegerische Zeit hatte ihn mit harter Faust gepackt, ihn, den Juden, den liberalen, um die Idee der Humanität bemühten Menschen, aber er konnte sie nicht packen, nicht mit der beschreibenden Feder, nicht mit dem analysierenden Geist. Er war müde, enttäuscht und ohne Hoffnung. Er legte sich zur Ruhe, fand aber keine. Die Bilder, die ihn bedrängten, ivaren in seinem eigenen Erlebniskrcis brutale Wirklichkeit gewesen. Er sah ein dunkles Gartenhanszimmer, einen Haufen starrer SA-Gesichter, Augen, die sein Innerstes, sein Denken, das die Gegner für schlecht zu halten schienen, zu durchleuchten ver-! suchten. Er hörte Beschimpfungen, Kommandos,! Gespräche der Unzufriedenheit, das Rattern des. Autos, das ihn, nach IKstündiger SA-.Haft, auf i das Polizei-Präsidium am„Alex" transportierte.' Er rock> den Dunst des Kellerverlie'es. in das umn ihn dort«ingrsperrt hatte, zusammen mit etwa einem halben Hundert Menschen, aktiven kommunistischen Agitatoren, harmlosen.Halbwüchsigen, intellektuellen Studenten, ein paar jüdischen Straßcnhändlern. Er erinnerte sich an den faden Geschmack des suppigen Essens, an di« Stunden, die zur Ewigkeit wurden, an den 15 Schritte hin, 15 Schritte zurück führenden Marsch in die Trostlosigkeit: immer zwei nebeneinander, imme' zwei, immer zwei, immer Mei— von einem Verliesende nun andern Berliesende— vom ersten Gitterfenster zum letzten Gitterfenster— stets den Mittelgang entlang, stets den Mittvlaang cntlang—: denn rechts und links standen Pril- jcheu, auf denen die Häftlinge nachts schliefen, auf denen aber auch tags einige lagen, kleine von der Latrine geholte Zeilnnasfetzcn lesend, mit Papicrstückchen Dame und Mühle spielend oder, ohnmächtig und trotzig zugleich, politische Dis- kussionen führend. Zum hundertsten Male lebte Brandt jetzt die Einzelheiten dieser seltsamen Revolutionshaft nach. Mit der Freude, durch einen glücklichen Zufall die Freiheit wiedcrgcwonncn zu haben, verband sich die Ungewißheit über das Schicksal ber anderen, die die neuen Machthaber nicht freigelassen, sondern in die Riesenstrafanstalt Spanbau gebracht hatten und von dort aus in die Paradiese des Tritten Reickxs mitten hinein. Hockten sie jetzt alle, alle im Stachcldrahtring der Konzenlrativiislagcr? Auch jener blasse, blonde Zwanzigjährige, der von deutscher Malerei alles, von deutscher Politik nichts wußte? Auch jener junge Kaufmann, der am Tage zuvor geheiratet Halle, nun aber sann und sann wie er seiner jungen Frau, di« von seinem Schicksal nichts ahnte, eine Llachricht zukommen lassen könnte? Diese Nacht nahm kein Ende. Die Bergan- gcnheit verfolgte ihn. Er litt darunter, daß er für die verfolgten Freunde nichts tun konnte. Daß er sich unfähig, zu ängstlich, zu schivach suhlt« zur gegenrevolutionären Arbeit. Daß er ein bürgerlicher Mensch war, ohne Begabung zur Barrikade, ohne Mut zur Ungerechtigkeit, ohne Kraft zum Haß. Eine nahe Kirche sandte ihren Ruf in die Nacht. Der breite, silberne Schein des Funkturms wischte alle dreißig Sekunden durch sein Zimmer. Niemals hatte er ihn gestört. Heute peitschte er seine Nerven. Als das Dunkel den Morgen gebar, brannten ihm die Augen. Schließlich schlief er erschlafft ein— für wenige Stunden. Klingeln warf ihn in den Tag zurück. Er schlurfte an die Tür, öffnete, zwei Kriminal- ßeamte, sie zeigten die runde Marke, verlangten Einlaß. Eine Haussuchung sei nötig, Widerstand sinnlos. Während sie diese Erklärung abgaben, drangen sie anch schon in dir Wohnung«in. Sie forschten, suchten und suchten, die Augen erfaßten die letzten Winkel, entdeckten aber nichts Verdächtiges. Die Beanltrn durchstöberten den Schrciv- wch. lat«n, was ihnen in die Hände fiel, legten jedoch Blatt um Blatt, Bries um Bries enttäuscht beiseite. Sie faßten hinter die Bücherrücken, griffen tief in die Koffer, in der Vermutung, daß hier Waffen verborgen seien— sahen jedoch immer von neuem ihr« Evtvartunaen mit Bedauern das ihre Mienen erkennen ließen, getäuscht. Robert Brandt blieb ziemlich ruhig. Die Ahnung des Unabwendbaren, die ihn in den letzten Stunden umfesirlt hatte, sah er bestätigt. Welcher Verdacht, wcsien Anzeige ihm das zweifelhafte Vergnügen der Haussuchung eiugebracht Von Ali QUlS Ms Robert Brandt am 7. Juni 1933 gegen i A>lf dem Polizei-Präsidium wurde Brand» 11 Uhr abends heimwärts ging, beschlich ihn ein in ein großes, mit dick bedruckten Plakaten aus- Gefühl des Unbehagens, der Angst sogar. Durch tapeziertes Zimmer geführt,, in dem ettva zehn die nächtigen Straßen Berlins wanderte er wie Beamte saßen, frühstückten, telefonierten und durch ein Gefängnis. In den starren, bisweilen arbeiteten. Einer der beiden Polizisten, die seine aufgehelltcit FcnUerreihcn spürte er sich ringe- Wohnung durchsucht hatten, nötigte ihn an einen gittert. Obschon der späte Frühling eine frische, t Tisch, fragte ihn dieses und jenes, Persönliches kräftig Luft um die Ecken trieb, fühlte Brandl,* und Unvcr^önl'ckes und brachte icblöeßlicb nicht ohne eine gewisse Feierlichkeit, die Beschuldigung vor, der er überhaupt erst daS nach seiner ersten SA-Hast so plötzlich ernenerte Interesse der Polizei zu verdanken habe: Brandt, hieß«S, have geäußert, daß ihm im Kamps gegen den national- sozialistischen Staat jede« Mittel recht sei unv daß es ihm auch nicht daraus ankommr, ein paar SA-Leute abzuknallen. Die Anschuldigung war unsinnig, Brandl mußte lachen. Bei Gott, er stand dem Dritten Reich durchaus nicht mit Sympathie gegenüber, denn dies war gewiß nicht daS Reich des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit, von dem er stets geträumt batte— aber daß er davon eben nur geträumt hatte, ohne viel dafür zu tun, das war eS ja gerade, was er sich zum Vorwurf machte, I ohne freilich, verbürgerlicht wie er war. mit der i Erkenntnis schon di« Kraft zur Aktion aewonnen zu haben. Es fiel ihm schlver, diese Dinge dem andern verständlich zu machen. So wehrt« er sich mit mehr Nachdruck gegen die Vorstellung, daß er, der in fast hysterischer Ucbcrcmpsindlichkeit keinen Trapezkünstler, ans Furcht, er könne abstürzen, bestaunen, keine Wunde sehen, kein Tier töten konnte, daß gerade er die Bestialität besitzen könne, einen Mcn'chcn zu ermorden. Er war ke'N Revolutionär, er war kein Soldatrntyp, er war nichts als ein lumpiger Zivilist mir liberalen Anschauungen und damit im Klasscnkampfjahr 1933 beinahe eine lächerliche Figur, er wußte ei — aber der Herr Kommissar meinte,«in Mord sei eben jedem„Marxisten" znzutranen. Brandt redete auf den Beamten ein. Der spielte nervös mit der Uhrkette, war nicht sicher, ob er nicht doch belogen werde. Brandt erzähltr von seiner literarischen Betätigung der letzten Monate, bei der er seine Stoffe ans harmlosen Bezirken außerhalb des Politischen bezogen hatte. Ter Kommissar interessierte sich für jede Einzelheit, bestrebt, Beziehungen zur Anschuldigung, deren Berechtigung er beweisen sollte, herzustellen — eS gelang ihm nicht. Unten klingelte ein« Straßenbahn. Brandt hatte Sehnsucht, weit, weit ins Freie hinauS- zufahren, unbewacht, unausgcfragt... Der Kriminalkommissar wollte wissen, wie Brandt zur gegenwärtigen Negierung stehe. ,„Ich lehne jede Tikiatur ab, auch die sascistische" antwortete er.„Außerdem betrachtet man mich, den Juden, ja ohnehin als Feind des Reiches." „Sie sind Jndc?" fragte da der Konimissar mit einem Unterton des Erstaunens; er halte sich vorgestrllt, daß jeder Jude an schwanen .Haaren und krummer Nase erkennbar sein müsse, während bei Brandt keines der beiden Kennzeichen zu entdecken war. Zugleich schwang in der Frage eine gewisse Verachtung mit, den obwohl der Kriminalkommissar früher von» Antisemitismus nicht viel gehalten hatte, war er jetzt der Meinung, daß etlvas Wahres schon daran sein müsse, sonst würde ja der Staat, den er für unfehlbar hielt, ihn nicht zum Programm erhoben haben. Aber trotz dieser nicht weiter tief fundierten, jetzt wieder sehr opportunen Ueberzengung hatte sich der Kriminalkommissar a»S der Zeit des alten Systems doch noch einer» Rest jener Gesittung gerettet, die den Respekt vor der Unschuld, an die er in diesem Fall nun doch allmählich glaubte, kennt. So durste Brandt schließlich sein Bekenntnis in Protokollform in die Schreibmaschine diktieren, obschon der oernchnicndc Kommissar Wert darauf legte, daß ihm jeder Satz, zur Genehmigung gewissermaßen, vorgcsprochen wurde. Er fand gegen die Formulierungen nichts rinzuwcnden. Während Brandt diktierte, malte der Kommissar mit dem Finger auf die bestaubten Fensterscheiben .Hakenkreuze, eins nach dein andern, immer wieder das Werk tvohlgefällia betrachtend— To daß das sehr hüblche junge Mädchen, das Brandts Diktat in die Maschine aufnahm, Zeit und Gelegenheit sand, dem leicht vrrlvirrten jungen Mann durch einige Blicke zu erkennen zn geben, daß es von der plumpen, dummen Anschuldigung nichts, von ihm selbst aber einiges haste, ja. daß cs sogar ein gewisses Gefallen an ihm fände, obschon cs sicher wußte, dab bei so viel rassischer, politischer und beruflicher Entkernung eine solche Sympathie gleichsam eine höchst unerlaubte Beziehung darstellie. Brandt enipfing die Blicke, die -’o viel«wählten mit t'esster Dankbarkeit: beglückt las er in dem Gesicht und genoß den Adel seiner Vornehmheit wie ein Gemälde Renoirs. Dann diktiert« er unter dem Einverständnis des haken- kreuzmalendcn Kriminalbeamten: Ich bin Gegner des NationalfozialisinuS. lehne cs aber ab, ihn durch den politischen Mord zn bekämpfen. Jede Terrorhandlung ist meiner Natur cbenlo fremd wie meiner Ueberzengung." „Nu iS aber jcnuch", lagt« letzt der Beamt« in echtestem Berlinerisch:„Ihre Romane kcnnle ' zchause schreim—", und Brandt verstand diese Bevor er daS Zimmer verließ, dreht« er sich noch einmal um. Das Mädchen an der Schreibmaschine tippt«. DaS Klappen der Tür wirkt« auf dem Korridor wie ein Signal. Machte Menschen ans- schnelle»» und wieder zurücksinken. Hier warteten von Sorgen gepeinigte, klagende Frauen, all« wollten sie wissen, wohin ihre Männer abirairs- Portiert wordci» seien, di« doch auch di« Väter ihrer endlos fragenden Kinder nraren. Brandt, unzufrieden, nicht helfen z»r können, ließ alles hinter sich, aber der Ton der Klage sprang ihn» nach, als der schrille Wirbel dcö Alcxanderplatzes längst hinter ib»»i lag und als die Schnellbahn ihn längst ins Frei« gefahren batte, da sein Bedürfnis, einmal ganz alle!»» zu sein, nachzndcnken, Klarheit zu gewinnen, durch den Wald der Mark zu laufen, Seen zu sehe»» und»veiles Land, jetzt unendlich groß war. Karls- borst, Friedrichsbagen, Erckner, Grünheide, der Toi» fegte durch die Luft. Hunderte Frauen wein- lcn auk der Pottgei, tausend Fronen in Berlin, zehntansend in Deutschland. Ein Notland war eS geradezu, ein Onalland Konnte hier noch seine Zukunft liegen? Die Mittagssonne schlug Weg und Wiese mit Gold auS. Er lauschte, behutsam nach Osten schreitend, der beruhigenden Melodik dieser Landschaft, in der sich Wasser, Wald und Feld zu«inen» so schmucken Kranz verflochten. Ein Schmied schsug irgend»»» ein paar Klang, an den Horizont. Kinder suchten Beeren. Ter Wanderer summt« Lieder vor sich. An einem Bach saß«in Angler. Brandt unterhielt sich mit ihin, das Gespräch kam an die Zeit, da schwieg der Angler mißtrauisch. Vielleicht ist der andcrc ein Spitzel, argwohnt« er. Schon lag kein Lied mehr in der Luft. Brandl fuhr nach der Stadt zurück. Wieder stieg er an» Bahnhof Älexanderplatz auS. Er wußte jetzt, daß er Berlin bald verlassen werde, daß er Deutschland verlassen werde, er mußte Berlin, wo er eS an» meisten liebte und haßte, noch einmal sehen. Oft hatte es ihn in diese Gegend gezogen. Hier lag der Magnet der Großstadt—: hier, wo in engen, dumpfe»» Gassen daS Elend wohnte und gleichzeitig die schmutzig gleißende Romantik des Elends; hier, tvo in billigen Tageskinos und. Vergnüanngs'alons spür» siche Freude ins eintönige Dasein der Annen floß, hier,>vo in durchräucherten Kneipen dunkle Geschäfte eingelcitet wurden; hier, wo sich an den Straßenecke»» kurzröckig, florbeinig die Not prostituierte; hier, wo sich die letzten Kuppelmütter von Berlin abstoßend nnd doch mitleidcrregend auS den offenen Fenstern beugten; hier, wo in der Grenadierstraße sronrmeS und versonnenes jüdisches Proletariat hauste, das jetzt, zum hundertsten Mal in seiner Geschichte, verlacht nnd verfosgt wurde—; hier hatte er sich oft Herumgetrieben, tagelang, nächtelang, erschreckt in den schaurigschönen Spiegel der Zeit blickend, erhitzt Von dem Gedanke»»: diese Welt muß anders sein, besser, besser— Er mußt« zur Seite treten. Durch die Münzstraße marschierte im strainmen Schritt eine SA- Abteilung, eine Flut von neugierigen Kindern und Halbwüchsigen mit sich reißend. Tic braun« Kolonne sang das Lied:„... Wenns Jndenblut vom Messer spritzt, dan>» gehtS noch mal so gut." An» A'chingereck verkaufte ein SA-Mann eine Broschüre„Inden raus", er hatte beide .Hände voll zu tun. Di« ei»»e hicst den Broschürenpack, die andere verteilt« die Heft«, griff die Groschen, schob sie in die Rocktasche, die Tasche füllte sich, schwoll an, mehr und mehr——. „Ja, ja, immer raus mit den Juden!" echote e'.n« vergrämt anSschende Kleinbürgerin. indem sie das grüne.Heft in ihre»» mit Rhabarber und Blumenkohl gefüllten Marktbcutrl versenkte. T«r Uhrzeiger am Warenhaus Tietz deutete auf drei. Brandt hatte seit dem frühen Morgen nichts gegessen, er fühlte sich geschwächt. Hinter einer großen Spiegelscheibe lag Kuchen. Brandt ging ins Cafä, bekam aber einen Schreck, als er sich gesetzt und seine Bestellung bereits aufgegcben hatte, den»» dies,>vie»hm bewußt wurde, war ja das Lokal, in dem nachmittags, alter Tradition aemäß, viel« Beamt« des Polizeipräsidiums ihren Kaffee cinzunchmcn pflegten,— aber nachdem er sich scheu nmgcschcn hatte, atmete er auf,„sein" Kominissar war nicht da. An der Wand hingen Zeitungen. Widerwillig griff er«ine. Der Wahn der Zeit tanzte durch di« Spalten. Die Keule der Diktatur hatte die stosr-'n. aepflegton Bäume zu elende»» Stüinpsen, zu Spöttsinaen des Geistes geschlagen. Langeweile, Angst und Charakterlosigkeit schienen miteinander ein Treucbündnis eingcgangen zu sein, um die letzten Abonnenten zu vertreiben und die letzten Straßenkäufer sparsam zu machen. Brandt las einen Artikel, der die Unmoral und Niedertracht des jüdischen Acrzlestandes zu beweisen versuchte. In ungelenkten Letter»» hatt« jemand an den Rand des Blattes gekritzelt:„Sehrrichtig! Juden raus! Juda verrecke!!" Wie eklig, wie peinigend, wie marternd war die Kränkung. Er zahlte, wollte gehen. Fast hatte er den Griff der Drehtür gefaßt— da blieb'er stehen, errötete vor Ueberraschung, Nervosität uno Freude: an einem Tisch in der Nähe saß, sommer- ' sich hübsch angezoaen, daS freundlich« jung« Mädchen auS dein Polizei-Präsidium, daS, nach feinem Diktat, das Protokoll seiner Entlastung , niedergeschrieben hatte. Tas junge Mädchen erkannte ihn und lächelt« ihm zu. Er ging an den Tisch, grüßt«, sagte leise:„Sie tvaren so nett, s WaS soll ich jetzt tun?"—„Um Gotteswillen, wir können uns hier nich» unterhalten; erwarten jSie mich in zwanzig Minuten unter dem Stodt- Der KatastropheN'Vrub. Den reichsdeutschcn Verkehrs- P o I i z i st« n ist m>t sofortiger Wirkung der„Deutsch« Gruß" untersagt »vorden, da sein« Leistung zu M l ßverst 8 n d n I s s« n und Verkehrs st örun« g« n gesilhrt hat. Der Hitlergniß, oft mißverstanden, Wird,>uic Sie sehen, zum Malheur, Er stört, was wir mich früher sanden, In fchl mmer Weise den Verkehr! Wie soll, um das zu illustrieren, D«r Fahrer diesen Gruß verstehn? Toll er nach hinten retiriere«? Toll er mit Vollgas rücktvärtS drehn? DaS„Mißverständnis bracht« Wunden, Man fuhr sich gegenseitig an Und sagt« sich, in GPS gebunden, Wie so ein Gruß doch enden kann! Nun hat der braem« Eltes entschieden? Di« Herren von der Polizei Spricht er vom„D«i"tschen Gruß"-Lntbtet«n In diesem Sondersalle sr«i! UnS bleibt ergänzend mir zu sagen. Was diesem Gruß b«st mmt«bührt: Daß er, tote hier, in allen Fragen Am Schluß zur Katastrophe führt! V! m WWW bahnbogcn."—„Ich werde da sein", antwort«»« Brandt— dann stand er auch schon draußen, der Menschenstrom trieb ihn mit sich fort, di« Königstraße bis zum Rathaus hin, dann denselben Weg zurück. DaS Geschrei der Stadt hörte er jetzt nicht inehr. keines Menschen Gesicht sah er»»»ehr. Er sah jetzt Tentschland schon auS der Ferne. Er dachte an seine Ellern, die bis seht in stiller Provin.-'ein'amkeit ein fr'edliel'es. konfliktloses Klcinbürgerdasein iin Abendschein einer arbeitcrfülllcn Vergangenheit lebten. Er sorgte sich um sie. Dani» trafen sie sich. DaS junge Mädchen zog Brandt in eine leere Seitenstraße, Markthallenhändler' trugen Säcke und Kisten uniher, niemand betrachtete die beiden. „Es ist das Beste, wenn Sie jetzt so rasch als möglich über die Grenze verschwinden.-Haben Sie einen Paß?" ,^Ia." „Tann reisen Sie. Ihr Protokoll ist weitergeleitet worden. Ich konnte einem Gespräch entnehmen, daß man Sie an höherer Stelle für verdächtig hält. Ich halte die Meinung sür falsch, aber leider bin ich nnr eine Stenotypistin, daS einflußärmste Wesen iin-Hanse. Sic müssen mit Ihrer Wicdrrfcstnahme rechnen. Und damit,-daß Sie nicht wieder freigclassen werden. Falircn Sie raus aus Teutschland, fahren Sie raus! Und schreiben Sie mir keine Ansichtskarte." Jetzt lächelte sic, jetzt sah sie sehr schön aus. Robert Brandt wollte anNvoricn. Wollte ein Paar Worte des Dankes sagen. Ein paar gute Worte. Aber ehe er sie gesunden hatte, hatte ihm das junge Mädchen die Hand gedrückt und»var schon wieder im Gewühl verschwunden. Ta stand er. Ta war das Polizei-Präsidium, der Bahnhof, das Rathaus, Berlin, das-Hakenkreuz, die Nacht, der-Haß. Dazwischen. schüchtern wie rote Mohntropfeu im gelben Feld, auch Freundschaft ui»d Güte. So sah jetzt Tculschland auS. Er hatte cs geliebt, cs vertrieb ihn,»vic kalt lag der Sommer über den Städten und Fluren. Er sprang in ein Auto, fuhr nach-Hause, packte seine Koffer. Zwölf Stunden später stand er aus fremdem Boden, dem Nichts gegenüber und der Freiheit. Ein Mensch allein. Teuerung und Splhelel. Ein Brief aus Deutschland. Einem Bries auö Berlin entnehmen»vir, daß Schweine-Nückenfett seit kurzem um 85 Pfennig für daS Pfund gestiegen ist nnd Erbsen um 18 Pfennig, WaS bei Erbsen eine Verdoppelung des Preises bedeutet. Die bereits bekannte stark« Kürzung der Unterstützungssätze um ein volles Drittel wird durch diesen Brief bestätigt. ES bleibt den Arbeitslosen einfach kein Geld übrig, um die Wohnung zn Heizen. Der Briefschreiber konnte selbst das Porto nur er» schwingen, weil gerade die Unterstützung auSge» zahlt worden war. Er sagt selbst, daß eS jetzt noch keinen Zweck hätte, gegen die Gewaltherrschaft aktiv aufzulreten, doch werd« allgemein eine gr» schlossen« Passivität zur Schau getragen. Naht rin SA-Zug, den man grüßen müßte, so verschwindet alles in di« Straße ist im Nu leer. Im Kino passiert es. daß ein Brannhemdträger ganz allein in einer Reihe siht, weil kein Mensch ihm in die Nähr geht. Die Witze, die man sich erzählt, werden danach«ingeschätzt, wieviel Monate Oranienburg(Konzentrationslagers dafür zu erwarten sind; Spässe unter sechs Monaten Risiko werden nicht erst weitergegebrn. Der Briesschreiber sagt, er wisse noch nicht, wie er den Bries sortbringen »verd«, denn sein« Straß« wimmle von„Krimis" (Kriminalpolizistens und SS in Ziviel. Er berichtet anch, daß wer am 1. Oktober(Erntedankfest) nicht geflaggt hatte, an einem Aufmarsch seines Betriebes nicht trilnlmmt oder aus einem gleichgeschalteten Verein austritt, als StaatS- feind gekennzeichnet ist, aus den man bei dem „Plebiszit" vom 12. November besonders o«nan achten wird, wenn er nicht schon vorher inS Kon- zentratiouSlager kommt. Seite 6 Freitag, 8. November 1V8S 4t. 257 PRA&Eg Gegen dir Herabsetzung der Bezüge der An« gestellten der„Union", BrrsicherungS-A.-G. Dem Beispiel der ausländischen BersichernngS-A.-G. „Riunione Adriatica di Sicurla" und ihrer Kon» zerngesellschast„Continentale" solgcnd, hat nunmehr auch die nationalisierte VersichernngS-A.-Ä. „Union", die frühere„Providentia" und„Leipziger Feuerversichernngs-A.-G", die Bezüge ihrer Angestellten ab 1. November a. c. um 10 Prozent herabgesetzt, obzwar die veröffentlichten Bilanzen beweisen, daß diese Gesellschaft stets steigende Gewinne erzielt und trotz der herrschenden Krise heiter den größten Reingewinn erzielte und eine kräitige Erhöhung der Kapital- und technischen Reserven durchführte, auf der anderen Seite jedoch einen enormen Rückgang der Schäden ans- wcist. Ebenso wie der„Riunione" und„Continentale", handelt es sich der„Union" keineswegs «m irgendwelche, ans der wirtschaftlichen Lage der Anstalt in Betracht kommende Ersparnisse, sondern nur darum, das Lebensniveau der Angestellten auf eine niedrigere Stufe herabzndrücken und hiezu die herrschenden allgemeinen Berbält- nissc auSznnühen. Als erste Maßnahme der Angestellten gegen dieses Diktat beruft der Zentralverband der Versichernn"Sanaestellten in der LSR. für Freitaa. den 8. November a. e., in das 5"dborovF düm. Prag T., Na PeriiUinö 11, eine Protestversammlung sämtlicher Vcrsichernnasan- gestcllten ein, wa auf Grund ng legt er u ng bestand, die zwar früher allgentein üblich war, im Juli 1932 aber durch Erlaß des Gesundheitsniini- steriums verboten wurde, weil sich geze'gt hatte, daß das Messing sich durch die Einwirkung des Speichels zeuetzte und zu leichteren oder schwereren Metallvergistungen führte. Im Zuge der folgenden Untersuchung kamen noch fünf weitere Fälle ähnlicher Art zutage. Die von dem Angeklagten eingesetzten Zähne mußten entfernt werden und Tulek wurde des Betruges angeklagt, weil er den geschä- d'gten Klienten eingeredet hatte, es handle sich nm Goldzähne, und somit„auf listige Weise sich Bor teile erschlichen stabe". Ter Angeklagte bestritt solche Vorspiegelungen und berief sich— sicher nicht mit Unrecht— darauf, es gehe doch schon aus dem medr'gen Pre'se hervor, daß eS sich unmöglich um Gold handeln könne Im übrige» verteidigte er sich damit, daß er von dem Verbot des gebrauchten Materials nicht gewußt habe Ta die Anklage einen Gesamtschaden von über 2000 Ke annahm, wurde das Verbrechen des Betruges emgeklagt, das mit schwerem Kerker bestraft w'rd. Ter Gerichtshof schätzte jedoch die Schadenshöhe nach eigenem Er. wellen ein und erkannt, nach d^-chaekührter Ver- ZEITUNG. Handlung lediglich auf UeVertretung des Ve- trugeS, well der Schade den Betrag von 2000 KZ nicht erreiche Demnach wurde Dufek zu drei Wochen Arrest verurteilt. rd. Kunst und Wissen Gastspiel Carola Neuer. In Shaws„Pygmalion" Im Deutschen Theater. Carola Neher als Eliza Toolittle— der Paraderolle aller modernen Komöd'a»linnen von der Dorsch bis zur MoSheim— ist ein schauspielerisches Ereignis von besonderer Art. Sie spielt das kleine Blumenmädchen, unter Verzicht auf das Volksstückhafte der Figur, völlig aus der sprachlichen Groteske, mit jenem typischen schwabinger Tonfall, der von dem Münchner Komiker Karl Valentin stammt und den dann Brecht und nach ihm Horwath in die dramatische Literatur eingesührt haben. Es ist daS jene gespreizte halbgesungene Tirade, die entsteht, wenn der sogenannte„Mann aus dem Volke" plötzlich mit aller Macht Hochdeutsch reden will und so die Phrase auf Schritt und Tritt entlarvt. Bom ersten Wort an(„Kaufen Sie eine Balume, mein Herr") bis zum Höhepunkt Ihrer großen rhetorischen Szene entsteht auf diesem Weg eine unendliche Fülle kornischer Wirkungen, die noch bereichert wird durch eine sehr drastische skurrile Körperkomik. Wenn sie, mehr Clown als Mädchen,>m viel zu langen Morgenrock über die Bühne stolpert, wenn sie sich gegen die Tücken des strahlenden Abendkleides mit einem imaginären Fußtritt wehrt, wenn sie das Monstrum ihres farbenprächtigen Hutes liebevoll streichelt oder sich mit dem Schal heulend die Nase putzt— dann jubelt das Publikum mit Recht vor Vergnügen. ES ist schwer, von dieser Art Komik den Weg zu den tragischen Szenen der letzten ztvei Akte zu finden. Ter Neher gelingt es durch eine herbe Verhaltenheit des Tons, die schamhaft zwei Worte verschweigt, ehe sie eines ausspricht, und so daS Stück von seiner heute fast unerträgltchen Sentimentalität befreit. Denn es läßt sich nicht übersehen, daß Shaw- Satire in Kerem Stück sehr dünn, seine Ironie grau und leblos, sein sozialer Hintergrund höchst dürftig geworden ist. Ganz sichtbar wird das in einer Aufführung, welche wie diese stilistisch uneinheitlich ist und auch sonst durchaus das typische Gepräge einer Vierprobenvorstellung hat. Volk, der den Higgins sehr interesiant und unkonventionell als eine moderne Mischung auS englischem Naturburschen und wisienschastlichem Fex anlegt, hat in hohem Grade mit.Textschwierigkeiten zu kämpfen und verbreitet so eine Unsicherheit, die Mitspieler und, Publikum.in ständige Anast um den kommenden Satz versetzt. Da aber auch die meisten anderen durchaus in den primitivsten Anforderungen ihrer Rolle stecken bleiben(in jedem Sinne des Wortes), so haftet in der Erinnerung nur die entzückende Gestalt der MüllkutscherS Toolittle, den Renner mit aller liebevollen Freude des echten Komödianten verkörpert, uttd die diskrete Type Elsbeth W a r n h o l tz' als Frau Pearee. DaS Publikum war von der Neher begeistert. Kein Zweifel, daß ihre Verpflichtung ans Deutsche Theater, auch nur für ein paar Monate im Jahr, eine entscheidende Bereicherung deS Ensembles und wahrscheinlich auch deS Spielplanes wäre. ES wäre dem Thater dann wohl leichter möglich, jenen Typ moderner Stücke zu spielen, in denen die Neher in Berlin Ihren Weg gemacht hat und die man am Prager Deutschen Theater, euphemistisch gesprochen, in letzter Zeit ziemlich selten sieht. ES müßte ja, wenn daS auf entscheidende Schwierigkeiten stößt, nicht gerade die imposante Woltnranfführung von Brechts„.Heiliger Johanna der Schlachthöfe" sejn, dessen Titelrolle kür die Reher geschrieben wurde. Aber ein andere- Stück von Brecht(Wiederaufnahme der„Tretgroschenoper"?) oder Horwath(„Geschichten aus dem Wienerwald"), Anna GmeynerS„Auto- matenbufset', Heinrich MannS höchst aktuelles Drama„Madame LegroS"— das alles wären Ausgaben, die man mit der Ntcher realisieren könnte. • H. Fischer.. Ein Glorgione aufgefunden. In einem Artikel der kunstkritischen Revue„Rasiegua Jtaliana" wird bekanntgegeben, daß der bekannte italienische Kunsthistoriker Giorgio Saugiorg in der bekannten Kunstsammlung Venedigs, Dona della Role, u. zw. in einem Plafond der die Sammlung beherbergenden Villa Garzoni in Ponte Casale ein äußerst wertvolles und seltenes Werk von Giorgione aufgefunden hat. Es handelt sich um die Darstellung deS alten blinden AnchiseS, der in den Elysienfeldern den Sohn Aeneas, der von HerebaS zurückkehrt, wiedererkennt. Abonnements-Ausgabe nur noch heute und morgen. I. Philharmonisches Konzert bereits Montag, den 18. November. Solist: Edmund Kurtz (Biolineello). Baldige Besorgung des Extra-Abonnements für alle sechs Konzerte wird empfohlen Konzert-Abonnenten Ermäßigung bis zu 30 Prozent, Jahres Abonnenien bis zu 50 Prozent.. Theater in der Josesftadt mit Paula Wessely, OSear Karlwe S, HanS Thimig am Donnerstag, den 9. und Freitag, den 10i November. Erster Atzend: „Liebelei" und„Ab-schiedsjouper". Zweiter Abend: „Ist Geraldine ein Engel?' Abonnement an beiden Abenden aufgehoben Vorverkauf für Abonnenten heute Freitag und. morgen SamStag, ab Sonntag allaemeiner Vorverkauf. Montag;„Pygmalion" mit Carola Neher (D 2). Vorverlegung der regulären D-2-Vorstellung von Freitag, den 10. November(mit Rücksicht aus daS Wessely-Gastspiel, siehe oben). Spielplan des Neuen Deutschen Theater». Freitag, 7K Uhr:„ToSeS a."(D 1.)— SamStag, 7K Uhr:^Pygmalion."(C 2.) Sp elplan der Kleinen Bühne. Freitag, 8 Uhr: „Allez hopp."— SamStag, 8 Uhr:„Allez hopp.' Vorlage onfl Veranslallnnnen lieber den Aistgaskrieg spricht DenStag, den 7. d im Rahmen des tschst. Friedenskomitees Frau Dr. Gertrud W o k e r, eine der beste» Kennerinnen des Problem- des Zukunftskrieges. Aus der Partei Ingcnvbewegnng. Sozialistische Jugend, Prag. SamStag abends U.8 Uhr im neuen Heim auf der Leina Kreisleitungsitzung. Adresie: Kamenickä 1, Ecke Letnapark. Programm: Unsere Bildungsarbeit, ArbeitSlosenhilfSaktion. Außer de» Kreisleitungsmitgliedern haben sich auch alle ZehuerschaftSsührer einzüfinden. Kindersreunde Prag. Ausschuß-Sitzung nächste Woche Donnerstag, 6 Uhr, Letnaheim. S. I. I. Sonntag, den ö. November, W a n- d e r u n g. Treffpunkt 8 Uhr Smichower Bahnhof. Der Film gum au'gegeflenen Laden. Das Urteil über dieses neue Werk vom Bar- randov ließe sich in wenig Worte zusammenfasien: dieser Film hat einen künstlerisch nnd technisch sicheren, einen aufwärts strebenden Regisseur, beachtliche Schauspieler, fesselnde Szenen, und er könnte einen Höhepunkt des tschechischen Filme- bedeuten, wenn er eine packendere, unsentimentalere, gegenwärtigere Handlung hätte. Abr gerade weil eS sich um eine mehr als durchschnittliche Leistung handelt, soll sie uns Anlaß für ein paar grundsätzliche Anmerkungen zum tschechischen Film sein, dessen Entwicklung heute wichtiger als je Ist, weil wir nach dem Pyrrhussieg deS Handelsministeriums über die amerikanische Fiimeinjnhr und nach dem Boykottbeschluß de« anständigen Publikums gegen reichsdeutsche Filme in eine Situation zu steuern scheinen, die einer gefährlichen und bedauerlichen L'chtipiel- autarkie nahkommt. Die Unbelehrbaren unter den hiesigen Filmfabrikanten werden sie vermutlich dazu benützen, ihre Erzeugnisse noch leichtsinniger und ehrtzeizloser herzustellen als zuvor. UnS aber Interessieren die Belehrbaren— zu denen b.e Urheber des FilmS vom„aufgegesienen Laden" zu gehören scheinen. Sie haben einen Roman von I. Hermann verfilmt, der in der heimischen Literatur gewiß eine Bedeutung und beim Publikum gewiß keine Liebhaber hat. Aber sie haben sich und ihrem Film mit dieser literar-histor'schen Neigung geschadet. Die Tragödie deS gutihorz'gen kleinen Laden'xsitzerS, der schwermütig wird, weil ihn daS geliebte Mädchen verschmäh:, und de» verzweifelt in den T»d geht, we'l sie ihn nach der von der Mutter diktierten Heirat verhöhnt und betrügt, vermag unS heute von der Leinwand nicht in ihren Bann zu ziehen, auch wenn sie von der eigenartigen, halb hei'eren»na bald trübsinnigen Atmosphäre deS alten Prag nm- slossen ist. Also verzichtet auf die filmische Zu- bereltuirg von Romanen, entschließt euch, noch ursprünglichen FünimanuÄripten Ausschau zu halten! Und vor allem: reißt euch von der Kleinbürgerromantik'los, in der sich die niesten tschechischen Filme bewegen, als wäre hier im Laude niemond heimisch außer dem Krämer, dem Dörfler und dem Pensionisten I Im übrigen aber: rafft alles zusammen, was ihr an künstlerischen Kräften habt! Da ist ein Regisseur wie dieser Mac F r i 6, der uns schon mit dem„Revikor" erisreule und der mit diesem treuen Film wieder eine überzeugende Probe seines Könnens gibt. Er ist auf dem hoffnungsvollsten Wege,»ich wenn er aus technische Spielereien verzichtet(diesmal hat er sich ein wenig in d'e Ueber- blendunaen verlibl) und wenn er sich nicht auf die Dauer inS Atelier einsperrt(währeird seine minderen Kollegen in Landschafiridyllen schwelgen), dann wird er dielen Weg zu Ende gehen. Und dann gib! eS einen Schauspieler wie B l a st a B u r i a n, der hier der Gestalt eine« versoffenen, pensionierten altösterreichischen R'ttmeisters Laune, Leben und prahlerisch-lüsternen Stumpfsinn gibt, und dem man nur die allzu possierlichen Komikergesten und die allzu betonten Star-Auf- tritte zu nehmen brauchte, um ihn wivkl'ch groß zu machen. Daneben die tüchtige, herzhafte Nedo- ö'i N s k ä und der sympathische Frantiöek S m o l i k, der hier freilich allzu schwer an der Last seiner undankbaren Hauptrolle trägt. Womit die Reihe der wertvollen tschechischen Filmdarfteller nicht fc- endet ist. Man deicke an den gescheiten, dezenten Hugo HaaS, an die temperamentvolle, noch ungezügelte He rrm an novü, d'e in diesem Film nicht zu sehen sind— in diesem Film, der übertroffen werden kann, der Schwächen hat, der aber eine Leistung darstellt, die zu neuer Hoffnung Anlaß gibt.—eis— Wlditig lür unsere Abonnenten in Der beiliegende Erlagschein ist zur so, s or t i gen Bezahlung der rück, ständigen Abonnementgebühr zu verwenden. Wir bitten unsere.Abonnenten, uns das Mahnen zu ersparen, da es mit großen Kosten und Arbeit verbunden ist und wir in der schweren Krise mit jeder Ausgabe rechnen müssen. Jeder Schuldner schädigt das Blatt nnd die Partei. Wir bitten daher bis spätestens 15. eines jeden Monates die Bezugsgebühr zu bezahlen. Die Verwaltung. Snorl* spiel* KBrnerplieae Das ist Massensport- Anläßlich deS Bundestages des österreichischen Avbeiter-Tnrn. und Sportverbandes berichtete der technische Leiter Genosse Treybal über das abgelaufene Jahr 1932. In diesem Jahre waren im T u r i: b e I r i e b e der Kinder, Frauen und Männer In 59.628 UebungSstunden 1,870.172 Uebende. Die technischen Arbeiten wurden von 1298 geprüften und 1951 nicht geprüften Vorturnern und Borturnerinnen geleistet. An den leichtathletischen Uebungsabenden haben in«218 Uebungs- abenden 80.077 Uebende leilgenommen. In ter 2 ch w I m m b e w e g n n g nahmen an 550 Uebungs- abends 28.237 Personen teil. Im Wintersport sind 5903 Männer nnd 2097 als Skiläufer erfaßt, außerdem 1044 Eislänfer nnd 1096 Eisläuferinnen. Der Spielbetrieb weist im Handball 100 Männer- und 36 Frauenmannschaften, im Raffball 50 Männer- und 90 Frauenmannschaften, im Faustball 111 Männer- und 23 Frauenmannschaften, Tennis IW Männer nick 62 Franen, Eishockey 13 Maun- schasten auf. D'ese Ziffern stammen aus dem Gebiet des ehemaligen 17. Kreises und sind die Ztsfern aus den Gebieten Qber-Desterreichs, Salzburgs, Tirol- und Vorarlberg- nicht mitinbeqrlffen. Der Arbeiter-Tischtennisverband hat mit 72 Mannschaften die erste Runde seiner Meisterschaftsspiele eröffnet. Wir lverden über die Resultate berichten. Literatur „Le Tradueteur", französisch deutsches Sprachlehr- und Untephaltnngstzlatt. Das in der Schule gelernte Fraitzösisch lebendig zu machen und bas Leien und Sprechen geläufig werden zu lasten als ob man da drüben gelebt, und studiert hä:.e. erreicht man, wenn man den„Tradueteur" sich hält. Probeheft kostenlos durch den Verlag des„Tradueteur" in La Chaux-de-Fonds(Schureiz). VERLANGET UEBERALL Wran-Urania-Kino w uni.ges neu i sc ne.i no^rah Kllmenlihd 4 Tonfilm-Premiere! Täglich halb 6 und 8.15 Uhr. Glänzende Wiedergabe mit Philips-Tonfilm-Apparatur. Parterre-Sitzplätze von 2 bis 8 XL. Logen von 10 XL. Wo verkeim wir? I Cate„Conllneninl“, Prag, firatten] 1IDOTY Diin «ien. Wilhelm OpnirnUl Konzert« PRAG II.. tiKiititit ei.*t'.rt tut— Sktttteaf itat: WNdrlm ü i«k,• i.— BrraunvorMchrr Md-Mur- Dr. Eatll Dtrautz, Vraa.— Druck:„Stola* Ä.-t» Kto Ü-Uuna- unk«uibdruck - 2» mu, 6, non o,, Poft., ItltDTovbmtwnton MU Ititok«I».HOUiVII Iffln drmUNql-««tuqtdkdmauniuu. Bei üufullun- meb-uß oderdel o-to, durch»ü tz-8 mon?Mch°Ui^to^- oürun-drnsd tauitokiia tu ,°nn°d»» tu- äuiecaie miMu laut 2ati| killiall derechuel,«et sttor.» tkmlch-Uuu,ea tz«i»u-chlu».-«ülftriluu, ,,,«auchtryueu e?l°l,t nur dZ Ülchendun,»er«ewUmartcü,'^'