Erscheint mit Ausnahme des Montag tdg'lch früh. 1 9t ftaMoa u. DertMlIua» Drag u, TM-hanta ia* r«Ievl>.> 30105. mag. OtaatrtOan. lat 31 U;t)i uw* Oo!tfe Zusammenhänge bestanden, verfiel er auf deir Ausweg der öden Schimpferei. Er lvarf uns D e n u n z i at i o n vor, ja erfand sogar, um diese Art der„Widerlegung" unserer Anklagen wirkungsvoller zu gestalten, das geistreiche Wort„Sozialdenunzianten". „Ter Tag" und seine Partei sind mittlersveile den Weg in die bessere Zukunft gegangen, in die sie das sudetendeutsche Volk führen wollten. Aber die„geistigen" Waffen, die im Duxer Arsenal gegen uns geschmiedet wurden, sind innncr noch in l^lebrauch. Tic „Demokraten" und die Christlichsozialen, wie auch die bürgerliche Provinzpressc schwingen sie mit Eifer. So ist ihnen denn doch etwas aus ihrer Gleichschaltungszeit geblieben: die Verunglimpfung und Beschimpfung der deuischen Sozialdemokratie, deren zielbcwußter und energischer Kampf die-Hitlerbegcisterten in die Schranken wies und dadurch unermeßliches Unglück für das gesamte sudetendeutsche Volk verhütete.— Heute freilich sind auch die Schurken„gescheit", die früher die Mörder lobten; heute versetzen sie der nationalsozialistischen Partxi und ihren eingesperrten oder geflüchteten Führern Eselsfußtrittc, heute tun sie so, als ob sie immer schon gcfagt hätten, daß es so kommen mußte.-Heute entdecken sic, daß die Politik, die die Nationalsozialisten trieben, das sudetcndcutsche Volk an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Um ihre eigene Vergangenheit vergessen zu machen und die von ihnen nun feige verratenen Parteien besser beerben zu können, zeihen sie die deutschen Sozialdemokraten der Denunziation. Denunziation! Ach, als die Nationalsozialisten in der Blütezeit ihrer Bewegung an den Grenzen des Landes di« erbärmlichsten Spitzeldienste für die-Hitlermörder leisteten, machten ihnen die Männer in der„Deutschen Presse" und„Bohemia" tapfer die Mauer. Arbeiter und Arbeiterinnen auS unserem Grenzgebiet, die drüberi beschäftigt waren, wurden von den Nazischurken einzeln ver» nadert, viele wurden verhaftet, einige ins Konzentrationslager gebracht. Es war eine teuflisch organisierte Denunziation, mit deren -Hilfe unsere sudelendeutschcn Arbeiter ums Brot gebracht wurden! Das fanden die-Hüter der politischen Moral durchaus in Ordnung: nicht ein einziges Mal haben sich die bürgerlichen Blätter für die Opfer d?r nationalsozialistischen Denunziationen ausgesprochen. Nicht nur nach Deutschland hinüber wurde denunziert— diese Tätigkeit wird heimlich nod) immer fortgesetzt, wie durch die Verhaftung von-Hitlerspionen fast täglich bewiesen wird—, sondern auch innerhalb»lnsercr Landesgrenzen. Die nationalsozialistisch verseuchte Beamtenschaft in den einzelnen Betrieben hat, soweit sic die Aufnahme u>td die Entlassung von Arbeitern beeinflussen kann, dafür gesorgt, daß sozialdemokratische Arbeiter nicht eingestellt und bei Aufnahmen nicht berücksichtigt werden. Hunderte sozialdemokratischer Arbeiter und Arbeiterinnen haben auf diese Weise ihren Arbeitsplatz verloren, der mit -Hakenkreuzlern beseht wurde. Auch gegen diese rriederträchtige Denunziantentätigkeit haben die Leute, die jetzt in politisck)cr Moral machen, nie Stell>«ng genommen. Es handelte sich ja um marxistische Arbeiter, um„Unier- menfchen" also, die zu denunzieren und ins Konzentrationslager zu bringen, die brotlos zu machen oder zu crnwrdcn ein rechter Volksgenosse vom Schlage derer, die uns Denunzianten schimpfen, als seine Pflicht erachtet. Sie sind nur verhindert, diese Moralhüter, all das zu tun, was ihnen an Hiller und der SA Seite 2 Samstag, 11. November 1983 Nr. 264 flcföHt. Slber zu dem Lessingmord, bezw. den Maßnahmen, die die Demokratie nach ihm zu ihrem und zum Schuhe jedes einzelnen Staats» biirgers vor-en braunen Bestien unternahm, haben sic das ihre dazu beigctragcn, die Taten Millers zu loben und also das ganze sudetendeutsche Volk in schlverste Gefahr zu bringen. Unser entschiedener Abwchrkampf gegen den FasriSimtS fat— leider!— auch bewirkt, daß das Gesindel, das uns fehl beschimpff, vor den folgen seines früheren Tuns be- wahrt blieb. Es hat das ganze sudetendentsche Volk bei den Tschechen als hitlerergeben denunziert; unser Verdienst ist cS, unser Verdienst allein, daß diese Art der Denunziantentätig- feit zuschanden wurde und daß dem Volk eine ähnliche politische Katastrophe wie 1918 erspart blieb. Kemer der Journalisten und Politiker, di« jetzt das blöde Schlagwort von den sozialdemokmtisäten Denunzianten wcitcrgebcn, könnte sich dieser und anderer Politischer Tätigkeit noch widmen, wenn w i r nicht unser Volk von der Hitlerpest befreit hätten. Die Feiglinge, die jetzt dem Jung Eselsfuhtritie versehen— auS„Ucberzcugung" natürlich—, sie hatten Grund, dafür dankbar zu sein, daß sie aus der Hitlcrbcsoffcnheit nur ein blaues Auge in den nüchternen Alltag mitbekommen haben. Auf ihren Dank verzichten wir aber; nicht ihretwegen haben wir den Kampf gegen die Nazipest geführt und wir würden durch Loblieder von diesen Hitlcrfreundcn, die gestern noch den politiscl-en Mord und die Konzentrationslager gepriesen haben, nur beschmutzt werden. Wenn die verlogenen Moralisten aber glauben, daß sie ihr Ziel, den Marxismus zu vernichten, mit dem Schlagwort„Sozialdcnun- zianten" erreichen werden, dann tvcrden sie sich gründlich irren. Weiß doch das sudeten- dcittsckie Volk, daß di« Hitlerknechic von gestern nicht nur die Wut über ihr« Niederlage— die zugleich die Verlängerung ihres politischen Lebens ist— abreagieren, sondern auch di« Schimpferei gegen die Sozialdemokraten als Köder für die trauernden und irrenden Hinterbliebenen der Jung und Krebs auslegen. Damit man den feigen Umfall der Konzentrationslagerdemokraten vor der tschechosto- wakischen Dcmokraiie im völkischen Ramschladen nicht bemerke, bewerfen sie di« Sozialdemokratie mit Kot. So verbindet sich dreckiges Konjunkturstreben mit dem alten Haß gegen die nrar- xistischrn Arbeiter. Solche Kampfmethoden fallen auf die zurück, die sie anwenden; wir werden durch sie nur geehrt, weil sie beweisen, daß diesem galt- und geistverlassenen sudetendeutschen Bürgertum andere Waffen gegen uns nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Generalberichterstatter in der Budgetdebatte: Unser Steuersystem unhaltbar Prag, 10. November. In Anwesenheit des Finanzministers und der Budgetrrserenten aller Ministerien begannen heute im BudgeiauSschuß die Verhandlungen über den Staatsvoranschlag für 1934. Der Vorsitzende Dr. C c x n f machte darauf aufmerksam, daß zu den Beratungen heuer nur eine verhältnismäßig kurze Zeit zur Verfügung steht, und ersuchte dir Äusschußmitglieder, ihre Reden auf ein möglichst knappes Ausmaß zu beschränken; ebenso soll eS nach Möglichkeit vermieden werden, im Laufe der Verhandlungen die Ausschußmitglieder gegen andere Abgeordnete auszuwechseln. .Qcneraiberiditcrsuitter Reines erinnert« daran, daß er bereits im Vorjahre di« Meinung vertreten habe, daß unser Budget sieben Milliarden nicht überschreiten sollt«. Dar.heurige Budget hat- sich dieser Grenz« bereits bis aus 680 Millionen genähert. Da» Gleichgewicht im Budget wurde erst nach schwierigen Verhandlungen erreicht; rS ist zu bedauern, daß auch diesmal di« Staatsangestellten gezwungen sind, ein weiteres Opser für das Gleichgewicht der Staatshaushaltes zu bringen. Es war aber nicht möglich, jo viele Ersparnisse der Sachausgaben durchzuführen, bzw. sie so zeitgerecht zu realisieren, um Abstriche in den Personalausgaben ganz zu vermeiden. Die Ein- nahmsquellcn versiegen und man kann sie nicht durch Einführung neuer, bzw. Erhöhung alter Steuern unbegrenzt wieder auffüllen. E« müsse n also die Ausgaben den ständig sinkenden Einnahmen angcpaßt werden. Ob diese» Budget tatsächlich schon da» letzt« sogenannt« D«slation»budg«t sein wird, wird di« nächst« Zukunst lehre«; der Reserenr persönlich hegt diesbezüglich Zweifel. Die Entwicklung der Staaiswirischasi in den letzten vier Jahren kann unS nicht gleichgültig sein. Di« Abgänge im Staatsrechnungsabschluß betragen für 1980 425 Millionen, für 1981 1257 Millionen, für 1932 1748 Millionen und für 1938 dürften zum JahrrSschluß wahrscheinlich rund 1500 Millionen ungedeckt bleiben. Dauernde Budgetdesizit« würden auch eine Gefahr für di« Stabilität der Krone bilden. ES blieb also nicht» übrig, als sich nach dem Grundsatz richten, daß arm« Leut« mit Wasser kochen müssen, und wir haben unseren Riemen auf einmal um einige Löcher angezogen. Gegenüber früheren Jahren trat in der Wirtschaft mit den staatlichen Geldern«in beträchtlicher Umschwung zum Besseren«In, nicht zum Schluß auch dank der Tätigkeit der Sparkommission. Der Referent tritt für die vollkommen« Aufhebung oder zumindest fühlbar« Beschränkung der FondSwirtjchaft ein und erklärt, daß unser unsoziale» Steuersystem mihaltbar selr"-- So ist im Befolge der Steuerreform di« allgemein« Erwerbstcuer von 290 Millionen im Jahr« 1925, also v o r der Steuerreform, auf 55.8 Millionen im Jahr« 1932 zunickgegangen, die besondere Erwerbsteuer im selben Zeitraum von 248 auf 59.4 Millionen, dir Grundsteuer von 96 auf 43.5 Millionen. Dagegen hat die von den Arbeitern und Angestellten entrichtete Abzugs steuer im Jahr« 1932 359 Millionen eingetragen, was trotz Arbeitslosigkeit und Lohnabbau gegenüber 1931 nur einen Rückgang um 35.5 Millionen bedeutet. In den ersten n«un Monaten des heurigen Jahres sind die gesamten Budgeteinnahmen um 1527 Millionen geringer. Redner tritt dafür ein, daß die Grund- und HauSzinSsteuer überhaupt in anderer Form zur Gänst! der Selbstverwaltung überlasten werden und daß d«r Mangel an Sleurrmoral bei den direkten Steuern durch rin« vollendete Bcranla- gungstechnik bei der Einkommen« st«»er wettgemacht werde. Bezüglich einiger Staatsbetrieb« hegt der Referent die Befürchtung, daß die Betriebsergebnist« sich beträchtlich von dem Voranschlag unterscheiden werden. Die Antipathie der Oeffentlichkeit gegen di« Staatsbetriebe werd« erst schwinden, bi» diese aufhören, Armier'zu sein, und tatsächlich Betriebe werden.‘-v, Tie Steuerrlickstände sind End« 1932 mit 4.777 Millionen Ke angeführt; sie sind ständig im Wachsen begriffen. Rnnez führt«ine gattze Reihe von Steuerbezirken an, di« fast so vi«k, ja noch mehr Steuerrückständ« aufwetsen, al» di« gesamt« Jahre»-Steu«rvorschr«ibung beträgt. Di« Slenerrncksläud« sind nicht nur ein Produkt der Verhältnisse, sondern auch ein Zeugnis dafür, daß unser« Finattzadministrative sich noch immer>n einer Krise befindet. Al» Exportstaat dürfen wir kein« Autarkie treiben, die soweit ging«, daß di« Landwirt« keinen Käufer für ihre Produkte finden. Wir müssen vor allem zuniedrigerenWirtschaftsziffern kommen; nur so können wir unserem Export wieder einen Weg in die Welt bahnen. Es besteht Nachfrage nach unserer Ware, aber wir können sie nicht verkaufen, weil sie zu teuer ist. Und warum Ist sie zu teuer? Hier müssen wir unser Gewissen erforschen! Zum Schluß verlangt der Referent von den verantwortlichen Faktoren, daß sie mit dem ihnen anvertrauten Mitteln so wirtschaftlich und zweckmäßig al» nur irgend möglich umgehen. Er empfiehlt dem Ausschuß, das vorgelegte Budget als Grundlage für die weiteren Verhandlungen anzunehmen. * Al» erster Debatteredner gab Kalltna(D Rat.) die Erklärung ab, daß seine Partei im Hinblick aus das Parteiengeseh und die damit verbundenen Folgen es bi» zur Klärung der ganzen Angelegenheit a b l e h n e, zu politischen Fragen Stellung zu nehmen. Sie werde sich daher an der Budgetberatung nicht beteiligen. Mahr-Harting plädierte für eine„Konzentration aller Gutgesinnten ohne Unterschied der Ration und der Partei"; man solle da» Volk befragen und dann eine Regierung der Konzentration de» Volke» bilden. Bergmann(Nat.-Soz.) verlangte, daß man nach dem Lohn- und GehaltSabbau nun auch die andere Adolf der Friedfertige Berlin, 10. November. Die Rede, die Hitler heute mittags an das deutsche Volk, insbesondere an die deutsche Arbeiterschaft(!) rich- tetes war in bezug auf die Propaganda und auch technisch zu einer riesigen Veranstaltung arrangiert. Sämtliche Organisationen der nationalsozialistischen Partei und sämtliche Betriebe waren aufs höchste bestrebt, daß die Verbreitung der Kundgebung des Reichskanzlers durch alle Lautsprecher einer möglichst großen Zahl der Bevölkerung vermittelt werde. In allen Betrieben de» ganzen Reiche» wurde eine einstündigc Arbeitspause einacsctzt. Auch herrschte eine Minute Verkehrsstille. An den Stätten der Arbeit mußten sich die Arbeiter in ihren blauen Kitteln vor den Lantsvrechern versammeln. Die so versäumte Arbeitszeit wird von der Arbeiterschaft durch lleberzeitarbcit ersetzt. Die Rede Hitlers fand in drei gewaltigen, 200 M. langen und 100 M. breiten Hallen des Tynainowcrks der Siemens-Schiickcrwerke statt, Hacdonold, der Zahnlose Er redet Darbaren nut zu London, 10. November. Auf einem Bankett, da» der neue Lordmayor von London in der Guildhall veranstaltet«, hielt Pvemierministcr Macdonald eine Rede, in welcher er u. a. ausführte, daß die englische Regierung alles tue, um Deutschland wieder zu den Verhandlungen zurück- znbringen. Tas heutige Verhalten Deutschland» nütz« weder ihm noch Europa. Dadurch wird cs nicht nur schwer, sondern schließlich sogar ganz unmöglich, Deutschland gegenüber verständig und wohlwollend zu sein. ReichSaußenmini- ster Freiherr von Neurath hab« vor einigen Tagen zum Ausdruck gebracht, daß seine Regierung einige Vorschläge an un» zu richten habe. Wir möchten sie gern hören und würden ihnen di« günstigste und unparteiische sie Aufmerksamkeit widmen. Seite, die Angleichung der Wirtschaftszisfern, in Angriff nehme. Dr. Rosek(Klcrik.) verlangt, daß dem Bargeldmangel abgeholfen werde. Dr. Maeek(Soz.-Dem.) verlangt eine gründlich« Aenderung der Wirtschaftspolitik. Man müsse den Außenhandel von den j.'tzigen Fesseln befreien. Er kritisiert ferner die Kuponsteuer, die nur den Kur» der StaatSpapicre ge- drückt und den Staatskredit verteuert habe, da man für kurzfristig« Schotzschein« jetzt 6.33 Prozent be- zahlen muh. Er vnlangt weiters eine Aenderung der Politik der Nationalbank, den Auskauf von guten Wertpapieren auf dem offenen Markt und Vrrmeh- rung der Barmittel der Geldinstitute, die ihr Geld in solchen Papieren angelegt haben. Zur Schaffung von Arbeitsgelegenheiten sei eine andere Kri- ditPolitik nötig. Ein« große Reserve für vernünftige Ausgaben in dieser Richtung liege in dem Erträgnis der Vermögensabgabe, rund jechs Milliarden, aus der wir bisher dir nicht existierende Banknotenschuld amortisierten. Hier sei«ine Nei' orientierung notwendig. * Gegen Merck sprach in der Debatte noch Genosse Hackenbirg, dessen Red« wir morgen nachtragen werden. Die Generaldebatte würd'«och abends abgeschlossen. die von der hiezu kommandierten Arbeiterschaft dicht besetzt war. Die Reportage vor dem Mikrophon de«. TcutschlgndsenÜcrS über die Knndgebtmg in den SjeinenSwyckeNi bcsorgteAr. Goebbels. Hilleic betonte in seiner Rede, daß"er zu Millionen Arbeitern spreche, zu denen er selbst gehöre und zu denen er sich noch Hettle verbunden(!) fühle. Er sei so wenig sür den Krieg verantwortlich, wie irgendeiner unter den Arbeitern. Außer Prahlereien über seine bisherigen Erfolge donnerte Hitler gegen die„internationale Clique", die die Völker gegeneinander hetze, kündigte an, daß es ihm gleichgültig sei, wenn links und rechts Verstockte stehen, weil dieKinderer erziehen werde. Der Hauptteil der Rede war an das Ausland gerichtet und sollte Deutschlands Friedfertigkeit hervorhcben. Dazu sagte er u. a.: Wenn überhaupt jemand auf der Welt sich bedroht fühlen kann, dann sind das Lockruf an die Arbeiterschaft ppensnieüer MWM«» Roman von Felix Fechenbach Am Sonntag nachmittag hatte Hans«in volles HauS. Mit Franz und Joses hatte er«in paar leere Kisten und Fässer im Hof ausgestellt und alte Bretter darüber gelegt. Co waren im Nu die Sitzplätze entstanden. ES war aber io viel Publ'kum gekommen, und die meisten hatten Karten für Sitzplätze gekauft, daß dre Bretter nicht ausreichten. Da wurde der Handwagen hinter die Sitzreihen gefahren, und die letzten mußten darauf Platz nehmen. Die Kasperlbude hatte am wenigsten Arbeit geruocht. Im Hof war der Eingang zum Warenlager einer Cbsthandlung. Tie Türe lag>n einer tiefen Nische. Vor diese Nische hatte Hans die Bügeldecke der Großmutter quergcspannt und «tf de» Holzpfosten festgenagelt. Hinter der Bügeldeck« hockte er aus einer steinen Kiste, und di« Kasperlbühne war fertig. Josef kontrollierte gewissenhaft, ob auch jeder eine Eintrittskarte hatte und erstattete dann Hans Rapport: „Du, achtzig Pfennig haben wir eingenommen! Fein! WaS?" „Dann iS ja alle» in Butter!— Mach loS, wir fangen an! Hast doch dein Maulhobel da?" „Klär, Mensch!" „Also, los!" Joses spielte einen schneidigen Marsch aus seiner Mundharmonika, und die Buben und Madel» im Hof saßen und standen erwartungsvoll still als wären sie unten am Kranen'N einer richtigen Kasperlbude. ES ging aber auch genau so zu, wie beim Kasperl auf der Kilinani- mcsse. Han» spielte beide Figuren. Mit der rechten Hand führte er Kasperl, mit der linke» den Ai'gust. Dabei verstand er auch ganz leidlich, lein« Stimme zu verstellen, so daß man d«n Eindruck hatte, eS sprächen zwei verschiedene Personen. Da» Vorspiel begann genau so, wir e» ans der Melle üblich war. Kasperl hänselte den August, der als gutmütig/chöpsiger Bursch« dargestellt Ivar. Plötzlich nahm aber das Vorspiel eine andere Wendung. Kasperl fragte, ob August den roten Fritz gesehen hätte. ,_Ja," sagt August, ,^zrad komm ich vom Bleicher Kirchplatz, da hab ich ihn getroffen. Sag mal, Kasperl, warum hat denn eigentlich der Fvitz so rote Haare?" „Der iS mal in Regen gekommen, da sind keine.Haare naß geworden, nnd er hat vergessen, sie abmtrocknen. Davon sind ihm die.Haare dann verrostet." Natürlich löst« diese derbe Verspottung des roten Fritz stünnifche Heiterkeit au», denn die Kinder der.KärrnerSgasse mochten ihn nicht leiden. Bon diesem billigen Erfolg ließ sich.HanS dazu verführen, durch Anspielungen auf die ausgiebigen Prügel, die der rote Fritz kürzlich bezogen hatte, ihn und sein« Freunde noch weiter recht boSbast zu veräppeln. Dabei hatte er aller, stärksten Erfolg bei seinem Publikum, denn die Geschichte mit dem gestohlenen Ball und die Niederlage der Buben vom Pleicher Kirchplatz war für die Jugend der KärrnerSgasse ein großes Ereignis, das jeder in allen Einzelheiten kannte. Nach dem Dovspiel ließ HanS das Stück wlqen, in dem Kasperl vom Teufel geholt werden 'oll, aber natürlich überlistet Kasperl den Teufel und schlägt ihn tot. Damit batte die Vorstellung Ihr Ende erreicht, und keine Premiere im Stadt- cheater hatte je einen größeren Erfolg gehabt. Die Buben nnd Models waren nach und nach wieder nach Hause gegangen. Rur Grell, die auf der ersten Bank gesellen hatte, blieb noch da und half HanS beim Aufräumen. „No. Greil, hat» dir gefallen?" „Fein Ivar», Han»! Nur, warum hast denn den Fritz Schmitt so arg hergenommen?" „Der hat» doch wirklich verdient, wo er dir deinen Ball gestohlen hat!" ,Za, schon aber daß er rot« Haare hat, da- siir kann er doch nix. deÄvegen brauchst ihn doch nit lächerlich zu machen." HanS wurde rot bis unter die Haarwurzeln. Er fühlte wohl, daß er zu weit gegangen war in seinem Aerger über Fritz. Aber zugeben wollte er daS natürlich nicht. .„Mit dem brauchst gar kein Milleid haben. Und wenn einer dir IvaS Int. dann ist er mein Feinds Grell sagte nichts niehr nnd verabschiedete sich bald darauf. HanS hatte sich nach der Vorstellung die achtzig Pfennig Kasseneinnahme von Josef geben lassen und sie, sorgfältig in ein Stückchen Papier eingetvickelt, in seine Hosentasche gesteckt. Montag nach der Schule rannte er in die Domstraße zu Perradoner und ließ sich den Ball zeigen,, nach dem er schon vor ein paar Tagen gefragt hatte. „Gibts den gleiche»»och e bißle größer? Ich darf achzig Pfennig auSgeben." -E» gab wirklich einen größeren in der glei- chen Farbe für achtzig Pfennig. Ten kaufte.HanS und rannte damit wie toll vor Freude in die KärrnerSgasse. Im Hof bei Backer Hein traf er die Grell. „Du. ich hab dir doch versprochen, daß ich dir deinen Ball wieder bring." „Den hat ja der Fritz kaputt gemacht." „Wenn ich was versprech, dann halt ichS auch! Da, hast den Ball!" Und damit gab er ihr den nerien Ball. Weil er aber vor Verlegenheit gar nicht wußte, was er noch tun oder sagen sollte, rannte er mit hochrotem Kops davon und ließ Grell mit dem Bal! allein. Die Sache mit dem Ball hat die Freundschaft-wischen-Hans und Grell noch enger werden lassen. Und diele Freundschaft löst« in Hans eine merkwürdige Veränderung seiner Wesensart auS. Sein« Spielkameraden bekamen jetzt öfter eine Ablage, wenn sie chn tu rgendeiner Unternehmung abholen wollten. Er)og die ruhigeren Sviele mit Grell vor. Zuweilen laß sie' in der kleinen Stube hinternt Milchladen, und Han» spielte Kasperl für Grell ganz allein. Und sie war das dankbarste Publikum, das man sich drillen konnte. DaS alles mußte natürlich den Buben" in der KärrnerSgasse anffallen, und einmal höhnte ibn einer deshalb: „MädlrS-Schmecker! Mädles-Schmecker!" DaS hat der Spötter aber bald bereut, den» Har.S verstand in diesem Punkt keinen Spaß. Er verprügelte ihn fo derb, daß keiner mehr wagte, .HanS tvogen seiner Freundschaft mit Grell zn necken. Eines Tages sagte ihm di« Großmutter, es wäre ein Brief vom Vater gekommen, Sa siche drin, daß die große Kasperlbude jetzt bestellt wäre,«ich der HanS solle, wenn die Schule zu Ende ist, nach Bamberg fahren nnd dann>m Wohnwagen bleiben. .HanS war von einer unbändigen Freude erfüllt. Er rannte gleich hinüber zur Grell nnd erzählte ihr alles, daß der Vater geschrieben hätte, und daß er jetzt bald forffahre. „Da wirst aber froh sein, daß d' jetzt Kasperl spielen darfft." „Klar! Und wenn wir in Würzburg am Kranen spielen, dann kommst du immer rüber. Brauchst keinen Eintritt zu zahlen." (Fortsetzung fofcQ Nr. 26« SamStog, 11. November 1838 Nazi-Partei wird aufgelöst Ankündigung Malypetrs im politischen Ministerkomitee Prag, 10. November. Amtlich wird gemeldet: Der Vorsitzende der Regierung hat in der Konferenz de» politische» Mini, fier mitgeteilt, datz er dem Mintsterrat eine« Beschluß vorlege» werde, gen»Lß dem Gesetz vom 25. Oktober 1033, Nr. 201, Sammlung der Gesetze und Berord- nungen, die Deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei in' der Tschechoslowakei anfzulSsen. Die Anflösuna der Pariei zieht außer der Einziehung des gesamten Vermögens zugunsten der Staatskasse u. a. den Verlust aller parlamcn- tarischen Mandate der aufgelösten Partei nach sich, ohne daß Ersatzmänner einberufcn wurden. Ter Mandatsverlust muß jedoch erst von einem cigcnen Mandatssenat des Obersten Vcrwal- InngsgerichtShofeS ausgesprochen werden, dem die Negierung von ihrem Beschluß unverzüglich Mitteilung machen muß. doch nur wir allein. WirwollenFrieden und Verständigung, nichts anderes! Wir wollen unseren früheren Gegnern die Hand ge be n> Es muß wieder ein Strich ge- zogen werden unter die traurigste Zeit der Welt, geschichte. Man sagt: Ihr meint eS nicht ehrlich. Ich jage: Was soll>ch denn tun, daß ihr uns glaubt? Meine Volksgenossen, ich glaube, in einer solchen Zeit muß man jehr hart sein und darf vor allem von seinem Recht keinen Zentimeter abweichen. Wir pro- lcstieren. dagegen, daß man den Charakter eines Volkes nach seinen Emigranten beurteilen will. An die Adresse der internationalen Mächte erklärte Hitler dann u. a.: Wir sind jederzeit gernbereit, anjederKonferenzmtt- zuwirken, wir sind gern bereit, an jedem internationalen Vertrag mitzuwirken— aber nur als Gleichberechtigte.! * Vor der zum Antreten befohlenen, längst ^gesäuberten" und ,/msgekämmlen" Siemens- Belegschaft hat der Kanzler des Dritten Reiches sich Heu:« ausnahmsweise nicht als Retter Deutschlands' und Europas vor dem Bolschewismus «mpsohlen, dafür um so- eifriger die Friedens- walze gedreht. Die Leier der gleichgeschal toten Presse kann er freilich fragen, wie deim andere Länder sich durch dieses Deutschland bedroht fühlen könnten, das von Friedensliebe triefe. DaS Ausland weiß aber, daß in Deutichland jetzt R ü ft u n g S k o n j» n k t u r ist, daß auf dem Schießplatz bei Meppen in Westseiten Riesen, geschützc ausprobiert werden, di« noch stärker ivir- kcn als die 42 Zentimeter-Mörser der gleichen Kruppfabrik im Weltkrieg, daß ihre motorisierten Feldhaubihen in Jüterborg eingeschossen werden, daß mindestens 6000 Flugzeuge fertig oder im Bau begriffen sind, daß Leuna, TreSdrn-Rade- beul, Stolzenberg-Hamburg, Schering-Kahlbaum in Berlin-Wedding und Berlin-Ildtershof Mordgase fürchterlichster Art Herstellen und daß zu der braunen Armee, dem durchnrili arisierten Arbeitsdienst, der„wehrsportlich"«inexerzierten Jugend nun noch die noch nicht im Betrieb oder Amt erfaßten Reservisten kommen, die man durch Hausbesuche als Mitglieder deS Go^rngschen ÄeichSluftschutzcs wirbt, um sie bald darauf in eine Schul.urnhalle zu bestellen, wo sie«t kaufen und bis znm 12. November zu tragen. Wer sich weigere, dieses zu tun, zeige damit, daß er ein Gegner der jetzigen Negierung sei und habe sich die Folgen selber zuzuschreiben. Seite 3 /H HCWLtNOUMMi bereuen thewattache und neurawsene \ . zensUndernde \ V’pa-F ranxbranntwein V-—-—r‘E V Krise des KommunaUredite» «in Vorschlag zur Lösung. s^.»^r^!5°"ire!erent de» Verbandes der deut- »'Dr. Viktor Frank Wk-Ä 1* veröffentlicht in der„Zeit- tS ,!!-"ommunalberwaltuiig" einen Kor- Ä^I^ifelitna der Kommunalschnlden. Die- bAieht int Wesentlichen in der Er- rlchtung rnies Fonds für di« kommu- schuldenreaelung(Konsolidier Dieser Fonds ist berechtigt Teil- ins zu einer Höhe von zwei iZhL?auszugeben. Jede Gemeinde, bzw. Jatm den Fonds um di« Regelung ~enbtenfte8, der bis zum Jnkraftreten vlefer Vorschriften aufgenommenen Darlehen«r- Zur Sicherung de» Dienstes der Anleihe wird dem Fonds von den Landesbehörden die in vsvbEtrefsenden Gemeinden und Bezirken einge- zuwachsabgabe überwiesen. Gläubiger der Selbstverwaltungskörper, Schuldenregclung vom Fonds bewilligt wurde, haben innerhalb eines Monat» von der Kemrkn» de» Angebote» an über dessen Annahme vbsv Ablehnung z» erklären. Mit der Annahme des Angebotes erhält der Gläubiger gegen den einen Anspruch auf Aushändigung von Schuldverschreibungen in der Höhe des Nennbetrages der gesamten von der Fondsvcrwaltung ermittelten ungedeckten Schuldforderungcn gegen den betreffenden Sclbstverwaltnngskörper. Jenen -selbstverwalt-itngskörpern, deitcn die Schulden- regeluttg bewilligt wurde, wird bis zum 31. Dezember 1940 uirtersagt, neu« Darlehen für nicht unmittelbare produktive Zwecke mlfzunehmen. Protest gegen die Brennstossverteuerung. Gestern fand im Prager GewcrkschaftshauS eine Konferenz der Arbeiter- und Angestellten- betriebsausschüsie der Automobilfabriken statt. Vertreten waren die Böhmisch-mährische Maschinenfabrik, die Tatrawerkc, die ökodawerke sowie die Firmen Walter, Acro und Aaneöek. Es wurde insbesondere Beschwerde darüber geführt, daß über Anregung des agrarischen Land- wirtschaftsministers eine Neuregelung deS Spiri- tuSbcimlschungsgesetzcs herbeigeführt werden soll, was eine erhebliche Verteuerung der Treibstoffe mit sich bringen würde. Es wurde beschlossen, die beteiligten Gewerkschaftsorganisationcn zu bevollmächtigen, eine Deputation zum Ministerpräsidenten und zum Verteidigungsminister zu entsenden. OlrDeiterfttrforge. Der Verband„Arbeiterfürsorye" in der Tschechoslowakischen Republik veranstaltet für ferne böhmischen BezirkSvcreine am Sonntag, de« 12. November 1938 in Prag 1, Odborovy düm, Na Perfitynö 11 und am Sonntag, de« 19. November 1988 in Olmütz, GeWerkschastShau«, für fein« mährisch-schlesischen Bezirksvereine je«in« £on&e*tonferens mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht über die bisherige Tätigkeit deS Verbandes„Arbeiterfürsorge" 2. Die Aufgaben der Arbviterfursorge in der Krise. Referent Genosse Kögl er, Bodenbach. 3. Gegenwartsaufgaden der Gesundheitsfürsorge. Referent Gen. Dr. G r u s ch k a, Aussig. Die Delegierung erfolgt nach 8 5 der Satzungen deS Verbandes„Arbeiterfürsorge". Verband„Arbeiterfürsorge". Theodor Hackcuberg, Vorsitzender. ©elfe 4 Sam-kag, 11. November 1938 Nr. 261 Ungarn verzichtet nicht aal Revanche-Propaganda Kanya nur für rein wirtschaftliche Abmachungen mit der Kleinen Entente. Budapest, 10. November. Im AnßcnauS- schuß des Oberhauses gab Minister deS Acitßern von K a n y a heute neuerdings eine Darstellung der Weltlage, wobei er u. a. auch auf das letzte Exposü des Ministers Dr. Benes zu spreche» kam. Eine im Expose deS Ministers Tr. Bene« enthaltene Aeußerung lasse sich nur dahin auslegen, daß die Tschechoslowakei die Herstellung einer normalen wirtschaftlichen Lage von einem sogenannten politischen W affen st ill- jt a n d abhängig machen wolle, auf dessen Dauer Ungarn auf die Propagierung seiner nationalen Ideale verzichten mMe, also auf ein Recht, das ihm auch 8 19 des VolkerbundpaktcS zusichert. Ich kann mir nicht vorstellen, sagte von Kanya, daß sich eine ungarische Regierung finden könnte, die diese Bedingung anzunehmen geneigt wäre. Die tlngarische Regierung muß daran festhalten, daß die Herstellung eines normalen Wirtschaftslebens, frei von ledem politischen Moment, ausschließlich auf wirtschaftlicher Grundlage erfolge. Bon der Kleinen Entente trennen>rnS lewer iroch genug ernste politische Gegensätze, doch will ich wiederholt betonen, daß in uns grundsätzlich die Geneigtheit vorhanden ist, in gutnachbarlichem Verhältnis mit diesen Staaten zu leben, und auch dazu, diese Gegensätze auch durch Herstellung normaler wirtschaftlicher Beziehun gen$u mildern. Dranflnt telegraphiert Stockholm, 9. November.(Jnpreß.) Daschwedische Mitglied des Internationalen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung des Reichstagsbrandes, Senator Dr. Branting, hat an den vierten Strafsenat des Reichsgerichtes folgendes Telegramm gerichtet: „Ich habe mit tiefem Bedauern gelesen, daß da» Reichsgericht die schärfsten Beschimpfungen und Bedrohungen der Angeklagten durch de« Ministerpräsidenten Goering ungerügt geschehen ließ und daß durch Goering Timitross entfernt wurde, al» er das Recht zur Fragestellung ausübt«. Da» höchste deutsch« Gericht muß alles Ber- tvauen in der Welt verlieren, wenn Angeklagte nicht geschützt und ihre Recht«, sich z« verteidigen «nd au Zeugen Frage» zu stellen, mißachtet werden." Selbstmordversuch Dumkes? Leipzig» 10. November.(Jnpreß.) In hiesigen Juristenkreisen kursiert hartnäckig das Gerücht, daß der Präsident des Reichsgerichtes, Bumke, einen Selbstmordversuch unternommen hat. Es fiel schon auf» daß Bunike, der Präsident des höchsten deutschen Gerichts, trotz der Anwesenheit Hitlers auf dem kürzlich in Leipzig pompös aufgezogenen Deutschen Juristeutag nicht erschien, sondern sich durch einen Senatspräsidenten ver- treten ließ. In diesem Zusammenhang muß daran erinnert, werden, daß Bumke im Vorjahre den Prozeß zwischen der preußischen Regierurrg Braun und dem Reichskabinett unter Führung von Papens nicht nach dem Willen der national!« stischen Kreise entschied. Von ausschlaggebender Bedeutung in der heutigen Situation ist aber, daß der Reichsgericht-Präsident, zur Zeit also Dumke, laut Reichsgesetz, das die Nazis im vorigen Jahre selbst beantragten, an die Stelle der Reich-Präsidenten tritt für den Fall, daß der Reichspräsident stirbt oder zur Ausübung seines Amtes nicht in der Lage ist. Die Rechte des Reich-Präsidenten gehen alsdann bis zur Neuwahl oder erneuten Dienstfähigkeit an den Reichsgerichtspräsidenten über. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen dem heutigen Präsidenten des Reichsgerichts Btimke und der Hitlerregiernng erhalten auch dadurch eine besondere Beleuchtung, daß die Auslandspresse als Nachfolger bereits kürzlich den Namen des Dr. Gürtler nannte. GeUcn jüdische Studenten Berlin, 9. November.(Jnpreß.) Seit einigen Tagen hängt am Mitteilungsbrett der Berliner Universität und in den wissenschaftlichen Instituten folgende Bekanntmachung:„Der Herr Preußische Minister fiir Wissenschalt, Kunst und Volksbildung hat mitgeteilt, daß nichtarische Medizinstudierende mit der Erteilung der Approbation nicht rechnen können. Da das medizinische und zahnmedizinische Doktordivlom nach den bestehenden Vorschriften nur„R e i ch s a u S l ä n- dern", wenn sie„nichtarisch" sind, auSgehän- diqt werden könne, so wird erklärt, daß für die „Nichtarier" nur übrig bleibe,„auf die deutsche Neichszugehör'gkeit zu verrichten und ihre Entlas» su«a aus der Staatsangehörigkeit..., zu bean- ktwgen." Da mit der Aufgabe der Staatszugehörigkeit auch di« PraktizierungSmöglichkeit>n Deutschland fortfällt, ko bedeute» der Erlaß praktisch daß eS für„nichtarische" Angehörige des Deutschen Reiches überhaupt keinen Zweck hat, das medizinische oder zahnärztliche' Studium zu beginnen oder fvrtzujetzeu. Beslltei Sie echoe dl© LMM des Weltkrieges von Marnos Hirschfeld. * Veralnmaa Re nicht, sich dieses aarelblndtn Standard* werk mit»einen mehr al» 1000 Jlluitrattonen, zahlreichen Farbtafeln, pro Band 500 Salten Text, »um Vonugaprels von KC 140.— Mr beide Binde»teil KC 41L— so verschaffen durch die Zentralstelle für das Bildoaqsvesen, wroM ll>» Neklsenko 11 die dem organisierten Arbeiter und Antestelken rote neue Bacher so Antiquariatspreisen liefert! T agesneuigkeifen Was hat„ER“ gesagt? Wir sind in einer gewissen Verlegenheit. Neven dem von den Korrespondenz- büro» gelieferten Bericht der Hitlerschen „Arbeiterrede' liegt uns dies« zweite Fas. fung vor, di« weseritlich von der ersten obweicht: „Artbewußt« deutsch« Männer und Frauen! Volksgenossen! Lieb« ÄrbeitSbrüber und Schwestern! Soeben meinem werktätigen LuruS-Mer- eede» entstiegen, stehe ich mitten unter Euch, um Euch die schwieligen Hände zu drücken! Auch ich bin ein Arbeiter wie Ihr, arbeite ich doch Tag und Nacht für di« Schwerindustrie. Als Führer der deutschen Nation, di« geknebelt, aber deshalb nicht weniger begeistert in Ketten«schlossen harter mir steht, koroere ich Euch auf, wie ein Mann am kommenden Sonn- tag hinter mich zu treten, so wie ich Euch in den Hintern trete! Ich habe für Euch getan, was ich tun könnt«! Die Löhne sinken, die Unterstützung wird gekürzt; „Mißliebige" werden erbarmungslos ausgesteuert. Mag es Euch auch nach außen, hin schlecht gehen, innerlich seid Ihr die glücklichst«» Menschen der Welt, mögt Ihr selbst«S auch noch Ich habe Euch zum Selbstkostenpreis den Sldel der Arbeit verliehen, der schöner und für mich billiger ist al» di« gefüllteste Lohndüte! NamenS d«S Großkapitals, da» schon s«it jeher bereit war, für die heilig« Sache der Volksgemeinschaft die groß'«« Korruptionsopfer zu bringen, reiche ich Euch di« Hand zum Frieden und zur Versöhnung. Der Unternehmer verlangt nicht Unbillige» von Euch, er will nur Euer letztes Hemd! Gebt e» ihm, er braucht es nötiger al» Ihr! Am Sonntag muß der Sieg unser sein! ES geht um die im Geheimgang d«S Reichstag» verloren gegangen« Ehr« meine» Freunde» Goering, um di« Freiheit Eurer zu Zehntau- ienden in den Konzentra'ionslagern schmachtenden Kameraden mW um die Würde der Dicnschheit. di« von mir und meinesgloicheu tausendfach geschändet mW in den Schmutz getreten worden ist. Und nun xtlrück an die Arbeit, Volksgenossen! Vorwärts, marsch! Tankt mir den Lohnausfall die'er herrlichen Jaststunde mit einem kräftigen „Gott vergelt»!". Odin. Ueberfahren und liegen gelassen. Zweit« Tot« auf der Straß«.— Der verbrecherisch« Autol«nk«r unbekannt. Am Donnerstag, den 9. d. M. in den frühen Morgenstunden tuittbcn auf der Straße in der Nähe von T u p a d l im Pol. Bezirk D a u b a die Leichen zweier Männer gefunden. Neben ihnen lagen zwei beschädigt« Fahrräder. Die Sachlage ließ kernen Zweifel über die Zusammenhänge aufkommen. Di« beiden Männer, «. zw. der 22jährige W e j w o d a au» Liboch und der 35jährige Schulz aus Wihlowitz, beide bei den Arbeiten am Straßenbau bei Medonost beschäftigt, fuhren am Donnerstag früh wie gewöhnlich mri ihren Rädern zu ihrer Arbeitsstelle. An der Unglucksstelle wurden sie von einem offenbar schweren Lastauto überfahren und getötet. Ohne sich um seine Opfer zu kümmern, ist der Schuldige weiter gefahren. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, das UngluckSauto sicherzustellen. Chronik der roder. Straßburg, 10. November.(HavaS.) Zwei Autobusse stieß«» hier zusammen. Bei dem Zusammenstoß wurden neun Person«» getötet und achtzehn verletzt. Reims, 10. November. Auf der Landstraße von Reims nach Bouzi«r» hat sich gestern«tn schwerer Autounfall ereignet. Sin von einem holländischen Chauffeur gesteuertes Auto, in dem sich ein Holländer und Fräulein Anneliese Köhler aus Bonn befanden, fuhr gegen einen Baum. Der Chauffeur kam ums Leben, lvährend die beiden Insassen schwer verletzt inS Krankenhaus nach Reims gebracht werden mußten. * Portland(Staat Oregon), 10. November. (Reuter.) Sin Verkehrsflugzeug stürzt« in der Nacht in dichtem Nebel ab. vier Personen wur. den getötet und vier schwer verletzt. * Paris, 10. November. In der Rue SureSne», unweit der Madeleine-Kirche, brach in der Nacht auf hem« in dem bekannten ungarischen Restaurant und Hotel„Klein- Ungarn" Feuer anS. Ein Angestellter, der Oberkoch, kam ums Leben, fünf Personen, dtirchtvegS ungarischer Nationalität, erlitten Brandwunden und mußten in» KmnkenhanS gebracht werden. Zahlreiche Gäste wurden ditrch die Rauchgase betäubt. Da» Feuer entstand durch ein« Benzinexplosio» beim Reinigen von Teppichen. Siehnng der Klaffenlotterle Letzter Ziehungstag. Dir Prömie von einer Million K8 entfiel auf das mit 6000 Ki gezogene Los Nr. 84.170. 300.000 K«: 91.7118. 10.000 K«: 78.754. 5.000 K6: 6.170, 10.680, 20.132, 22.296, 25.217, 41.039, 63.846, 75.357, 97.04h, 97.177. 2.000 Ki 1.653, 2268, 2.711, 8.489, 5.791, 6.421, 15.464, 15.926 16.829, 20.869, 23.297, 26.942, 80.525, 81.688, 44.888, 44.547, 47.612, 57286, 61.248, 65.896, 68.180, 68.217, 71.742, 76.511, 79.985, 82.973, 88.237, 88.387, 88.708, 93.856, 95.630, 98.436, 100.854, 108.709 ustv 1.200 KJ: 888, 4.865, 11.728, 19244, 20.734, 28.310, 38.610, 84.713, 38.316, 38.774, 48.765, 49.089, 50.656, 50.971, 57.881, 63.850, 70.843, 81.384, 87.031, 95.445, 97.946, 104.393. Tie Prämie von einer Million llS samt dem Treffer von 5000 K8 entfällt auf vier Spieler, von denen drei in Prag und rin«r in Nordböhmen wohnen. Einer der glücklichen Gewinner einer Biertelmillion KL ist«in niederer Eisenbahnbeamter in Ptvg. Auch in den 300.000 LL-Trefser teilen sich mehrere Spieler, und zwar ein Landwirt, ein Fleischergehilfe, ein Wagner, ein Kaufmann und«in Beamter. Die tägliche Hinrichtung. Werden(Rheinprovinz), 10. November. Der 20 Jahr« alt« Dienstknecht Friedrich Wilhelm Stöger auS Sörhausen wurde heute früh h i n- gerichtet. Er hatte sein« Das«, tü« dreizehnfahrige Sofie Hennecke, ermordet, nachdem er versuch! hatte, sich an ihr zu vergehen. Ein Stift in Konkurs. Graz, 10. November, lieber das Vermögen des B c n c d i k t i n c r« S t i f t e s in St. Lambrecht ist der Konkurs verhängt worden. Die vor einiger Zeit«ingeleiteten ÄuSgleichSversuche haben gänzlich fehlgeschlagen. Steckbrief gegen ehemaligen„Tag"-Redak- leur. Wie aus Leitmeritz berichtet wird, wurde während eines PresseprozesieS vom StaatS- anwalt ein internationaler Steckbrief gegen den letzten verantwortlichen Redakteur des„Tag", Dr. Vierer bl, beantragt. Der Antrag wurde vom Gericht beschlossen. Warnung vor«ine« Schwindler. Der bekannte Rudolf Köhler, geboren am 28. März 1908 in Kosten bei Teplitz, heimatzuständig nach Dux, versucht schon wieder, bei den Naturfreundc- Ortsgruppen und bei befreundeten Organisationen Geldbeträge zu erhalten, und beruft sich darauf, daß ihm Rucksack, Mantel, Legitimationen und Geld gestohlen wurden. Genannter ist stets im Betretungsfalle abznwrisen, da er als Schwindler aus den früheren Jahren noch bekannt ist. Personenbeschreibung: mittlere Statur, braunes Gesicht, bartlos, schlechte Schuhe, Knickerbocker, Affenhautweste, keine Kopfbedeckung. Der todbringend« Spirituskocher. Freitag vormittaas wärmte sich die 74jährige Bettlerin Agnes M a t o u 8 e k ans Brünn in ihrem kleinen Zimmer auf einem Spirituskocher das Essen auf. Hiebei fingen ihre Kleider Feuer und die Matouöek erlitt tödliche Brandwunden, denen sie in kurzer Zeit im Krankenhaus erlag. 49.000 Ke gestohlen. In TelL bei Iglau drangen Donnerstag nachts nicht fcstgestellte Täter in das Rentamt des Großgrundbesitzers Pod- stadsky-Liechtenstein ein, bohrten durch die Decke ein Loch m den Kasfenraum und entwendeten auS der Kasse 49.000 Ke Bargeld. In dem gleichen Raum war bereits am 18. September d. I. ein erfolgloser Einbruchsversuch verübt worden. von Wilderern erschossen. Wie auS Iglau gemeldet wird, wurde heute um 18 Uhr in Skry- Sov bei Polna der 73jährige Förster I. B r a- bec in seinem Revier erschossen aufgefunden. Allem Anschein nach handelt es sich um einen Mord durch Wilderer. Brabec ist durch einen Schuß au» seinem eigenen Gewehr angeschossen worden, das bisher noch nicht gefiinden werden konnte, und ist nachher niedergeschlagen worden. Donnerstag früh war der Förster mit dem Großgrundbesitzer und dem Adjunkten fortgegangen, um Wilderern nachznspüren; später hatte er sich von ihnen getrennt, nur die Spuren der Wilderer weiter zu verfolgen. Da Brabec ein guter Spu- reujägcr Ivar und schon ost Wilderer allein ver- folat hatte, widmete man seinem Fortgang keine Aufmerksamkeit. Er kehrte aber bis zum Abend nicht zurück. Als er auch Freitag den ganzen Tag verschwunden blieb, nahm man die Nachforschungen nach ihm auf und fand schließlich seine Leich«. Nach den Mördern wird gefahndet. Aus dem Keilbrrg 45 Zentimeter Schn««. Durch di« einsehend« Abkühlung in den letzten Tagen Ist im Erzgebirge vielfach Schnee gefallen. Der Keil- berg meldet 45 Zentimeter Schnee, der sich gut für den Skisport eignet. Statistik über Radioapparate. eBim Verkauf der besseren Radioapparate müssen jetzt von den Verkäufern gewissenhaft Name und Adresse deö Käufers festgehalten werden. Für den Fall eines Kriege» oder anderer Zwischenfälle will man eine genaue Nebersicht über die Leute haben, die imstande sind, die Meldungen der„Feinde" zu verfolgen. „Hitler schafft Brot«nd Arbeit". Unter dem Titel„Ausverkauf" lesen wir in der bestens informierten„Dräger Presse": Die britische chemische Industrie ist erfolg, reich bemübt, au» der Gegenwart zahlreicher hervorragender deutscher Lchemikcr und Pharmakologen geschäftlichen Nutzen zu ziehen. Dem „Daily Hcrald" zufolge haben hervorragende Vertreter der deutschen wissenschaftlichen Emigration ihre Spezialkenntnifse von den Fabri- kationSgeheimrnssen der deutschen chemischen Industrie englischen Firmen und Laboratorien zur Verfügung gestellt. Di« deutschen Aerzie und Chemiker haben nicht weniger al» 161 Rezepte von deirtschen Spezialvräpa- raten den britischen Fabriken und Laboratorien übergeben. Durch die erzwungen« Abwanderung berühmter Chemiker und Pharmakologen nach England und ditrch den Verkauf ihrer Rezept« und Patente an die englische chemische Industrie, erleidet di« chemische Industrie Deutschland»«inen schweren Schlag, dessen Folgen der Verlust de» Arbeitsplätze» für viele Taufende bedeutet. Goebbels' Schwager Bankpräsident. In der Sitzung der VcvwaltungSräte wurde der Schwager des Propagandaministrr» Goebbels, Walter Granzow, zum Präsidenten der Deutschen Rentenbank und zum Vorsitzenden de» Verwaltungsrats der Deutschen Rentenbonk-Kreditanstalt gewählt. Amann Ullah erklärt... Der mit seiner Familie in Rom lebende Exkönig von Afghanistan, Amann Ullah, erklärte Pressevertretern, er habe von der Ermordung Nadir Chans in Kabul erst durch die italienische Presse erfahren. Die Ermordung beweis«, daß die durch ihn in Afghanistan«ingeführt« weslliche Freiheit und Unabhängigkeit im Boll weiterleben. Der Mord lei durch den mörderischen TerrorNadirs an allen gegnerischen Persönlichkeiten verursacht worden.„Fern von der Heimat," schloß Amann Ullah,„warte ich den Ruf der Heimat ab, um ihr zu dienen." „Der toll« Hund von Europa." Man dreht zur Zeit in Hollywood«inen Film, für den als Stoff Hitlers Biographie vorgesehen ist und der den Titel tragen soll:„Der tolle Hund von E u r'o p a." Der Einzug de» Alkohol». Der am, 5. Dezem. ber im Staat« Netv Dork versuchsweise in Geltung tretend« Entwurf enthält eine Reihe von Verordnungen bezüglich der Eröffnungsstunden der CafäS, Dars und Verkaufslokale geistiger Getränk«, deren Uebertretung mit einer Geldstrafe von 100 Dollar oder sechs Monaten Gefängnis geahndet wird. Die Verkaufsabgaben werden 28 Cent» auf Spirituosen, 10 Cent» für eine Biertelgallone Schaumwein und 10 Cent» für die Gollon« bei den Lbr-gen Weinsorten betragen. Der Verkauf von al.oholikchen Getränken an Personen unter 18 Jahren ist verboten. Politischer Emigrant? Der spanische Finanzmann Juan March, der, wie gemeldet, in der vergangenen Woche aus dem Gefängnis in Madrid gessohen ist, ist DonnerStaa am Bord eines Dampsers von Gibraltar in Marseille eingetrofsen und hat feine Fahrt nach Paris fortgesetzt. wo er sich niederlasscn will. Er will di« Begünstigungen eines politischen Flüchtlings für sich in Anspruch nehmen. March wird von seinem Leibarzt und einem Manne, Varga» genannt, begleitet, welcher sein Gefängniswärter in Madrid Ivar und ihm vor einigen Tagen die Flucht aus dem Gefängnis ermöglichte. Tschechischlernende, Achtung! Ti« täglich zahl« reichen Anfragen betreffs der vom Ma-'arywofts- budungsinstitur in Prag XII, Fochova 62, veran- stalreten N'chechijchcn Bolkssernkurse, veraulasien die Leitung zu nachstehender Bekanntmachung. Tie Anmeldungen können, sowohl in den Kurs für Anfänger, so auch in den KurS für Fortgeschrittene jederzeit und von überall erfolgen. Der KurSbcginn und di« Kursdauer find an keinen bestimmten Termin gebunden. Die Kursgebichr beträgt Ki 10— monatlich und sind in derselben die Lehrhefte, Berbcsse- ni'tg der Aufgaben und PortoauSlagen inbegriffen. Rach Msolviernng der Kurse erhält jeder Teilnehmer ein Zeugnis. Arbeitslose und Gruppenamnc!- dungrn erhalten weitgehendsten Kursgebührnachlaß. Dir Wintermvnat« genügen znr Erlernung d-r SraalSiprache. Karlsbader„Sparta" darf wieder spielen. Das Karlsbader Polizrikommissariat hat dem Rekurs des deutschen Sportvereines„Spart a" mir Bezug auf di« ßtz 78 und 83 der Regierungsverordnung Nr. 8 ex 1928 stattgegeben und di« Einstellung des Betriebes dieses Vereines zur Gänze aufgehoben. Durch die Stattgebung des Rekurses wird es dein Sportverein wahrscheinlich schon möglich sein, am nächsten Sonntag einen Fußballwettkampf auszu tragen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes au» den Progratnmcn. S o u u t a g: Prag 6.45: Gynmaftik, 9: Heber die Ingen) von heute, 10: Tanzlieder, 12.15: Orchesterkonzert. 14.50: Einführung zur Oper, 15: Uebertragung aridem Nationalthcater, 18: Deutsche Sendung: Mufiksorfchau für di« nächst« Woche, 19: Pros. Hrozny: In einem türkischen Dorfe, 19.20: Lie- der und Märsche, 21: Clown wider Willen, Funkkomödi«, 22.20: Schrammelkonzert.— Brünn 9.15: Balakaikakonzert, 10: Saxophonvorträge, 1«: Deutsche Sendutrg: Barbier von Bagdad, komisch« Oper.—Mr« 1220: Lieder, 15.30: Kammermusik, 17.15: Nachmittagskonzert, 21.30: Lieg- fried, Oper von Wagner.— Heilsberg 16: Nachmit- tagSkonzert. w 7 Nr. 264 SamStag, 11. November 1033 Seilt& Volkswirtschaft and Sozialpolitik Oie DurEhrung des Kartellgesetzes im Bereiche des Statistischen Staatsamtes. Durch das Kartcllgcsetz wurde dem Statt« stischen StaatSamtc aufgetraaen, ein Register der bestehenden und neu gebildeten Kartelle und «ine Sammlung der Urkunden anzn- lcaen sowie die Preisbewegung der kartelltcrten 'Waren in Evidenz zu halten. Gestern wurden dm Vertretern der Images- und Fachpresse in einer vom Präsidenten dcS Amtes Dr. Auerhan einberufenen informativen Besprechung Mitteilungen über die bisher vom Statistischen Staats« amte durchgesührten Arbeiten gemacht. Soweit cs sich um die Anlegung des RegisterS nnb der Urkundensammlung handelt, berichtete O.-S.-R. Dr. S t e h l i k, daß die Registrierung der Kartellvereinbarungen, deren es bis jetzt 580 gibt, wahrscheinlich bis Ende November 1083 durchgcsührt sein wird. Ende Dezember 1983 wird daS Kartellregister der Oeffentlichkeit zugänglich sein. Die Ur. kundensammlung bleibt allerdings unzugänglich. In das Kartellregister werden die einzelnen Kartcllver- einbarungen eingetragen, keineswegs die Kartelle als Ganzes. Die größte Zahl der Kartellvereinbarungen betrifft Erzeugnisse der Eisen- und der chemischen Industrie.(22.7 Prozent, bzw. 22.3 Prozent der Gesamtzahl aller angemeldeten Vereinbarungen.) Bon der Gesamtzahl aller angemeldeten Vereinbarungen wurden 8-1.0 Prozent vor dem 1. September 1933 geschlossen. Fast 22 Prozent aller angc- meldeten Vereinbarungen enden im Lause des Jahres 1938 und den folgenden Jahren, 20.1 Prozent im Jahre 1931, 12.8 Prozent im Jahre 1938 und eben- soviele im Jahre 1935, 7.0 Prozent im Jahre 1936 und 5.0 Prozent im Lause deS Jahres 1937; zeitlich unbeschränkt sind im ganzen 21.0 Prozent. Die relativ längste Dauer zeigen die Vereinbarungen hinsichtlich Zucker und Rübe. Zur Durchführung der Kartcllvereinbarung kann auch eine Organisation errichtet worden den sein; solche Organisationen haben 69.9 Prozent aller Kartellvereinbaningen. Die Vereinbarungen hinsichtlich Zucker und Rübe werden zu mehr alS 79 Prozent von Organisationen durchgeführt, die Bereinbarungen hinsichtlich Eisen zu mehr als 70.2 Prozent, hingegen die Vereinbarungen hinsichtlich chemischer Erzeugnisse nur zu 37 Prozent. Alle Da- ten über die Kartellvereinbarungen sind vorläufiger Art und werden bei der späteren statistischen Verarbeitung möglicherweise etwas abgeändert und durch eingehendere Angaben erweitert werden. O.-T.-R. Dr. R y b a teilte mit, daß bisher 233 Anmeldungen von Kartellpreisen und -Sätzen im Sinne des 8 4 des KartellgesetzcS erfolgten. Einzelne dieser AnmclLungen sind allerdings negativ, d. h. daß die betreffenden Kartellabmachungen sich nicht aus die Festsetzung von Preisen beziehen, oder daß die Anmeldenden erklären, daß die Abmachungen nicht dein Kartcllgcsetz unterliegen, oder daß die Angaben nur ans Gründen der Vorsicht erfolgten. Die Zahl der Anmeldungen wird sich zweifellos noch erhöhen. Auffallend ist der Unterschied zwischen der Zahl der angemeldeten Kar- teile und der PreiSvcreinbarungcn. Tie volle Aufklärung wird erst dann erfolgen können, bis daS Kar- tellregistcr fertiggestcllt sein wird. Zwar hat ein Teil der Abmachungen zweifellos keine Festsetzung von Preisen zum Gegenstand, z. B. Abmachungen über Absatzsicherung, bei anderen werden die Parteien fälschlich der Ansicht sein, daß ihre Abmachungen nicht dem Gesetz unterliegen, da sie sich nur auf Festlegung von Geschäftsbedingungen beziehen. Der Umfang der Anmeldungen ist ganz ver- schieden. Manche umfassen nur wenige Zeilen, cS kommt aber auch vor, daß dicke Aktensaszikel von mehr als einem halben Kilo Gewicht mit Hunderten und tausenden Warenpreisen in zahlreichen Varianten und Ausfertigungen vorgelcgt werden. Auch zwischen der volkswirtschaftlichen Bedeutung der verschiedenen kartellierten Waren gibt eS große Unterschiede. Einzelne Anmeldungen betreffen auch Waren, deren Preise durch internationale Kartelle bestimmt wurden.'Neben Preisen für Waren werden auch häufig genug Preissätze für Lohnleislungen angemeldet, besonders in der Textilindustrie Es fehlen Anmeldungen aus dem Versicherungs» und Transportwesen. Schwierigkeiten werden sich bei der Durchführung der dritten Aufgabe ergeben, die dem Amt zugewiesen wurde: Die Evidcnzführung der Preisbewegung. Tort, wo die Prciserstcllung einer Verkaufsorganisation überlast:« ist, die sie nach den jeweiligen Markwcrhältnissen durchzuführen hat, werden auch die so gewonnenen Preise gemeldet werden müsten. Anmeldepflichtig sind. auch alle andern preiSbcstimmendcn Bedingungen, wie allgemeine und besondere Rabatte, Zuschläge oder Nachlöste je nach dem Quantum der abgenommenen // ■jI von allen schädlichen Bleich, u. Färbemitteln Wirkt natürlich durch Kamilloflor. NATUR GAB IHNEN ECHTES BLOND" ELIDA KAMIU.OFi.OR SHAMPOO Garantiert frei 'ollen schädlich J Haben Sic es gehütet? Oder wurde \es allmählich dunkler, matter? Noch ist cs Zeit: Jetzt wiederholt £ die Natur freigebig ihr Geschenk. Kamilloflor—Hochgebirgssonne in der Haarwäsche— gibt dem Haar auf natürliche Weise für dauernd sein leuchtendes „echtes Blond“ zurück. ainnniiiiininniiinininiinniiiinnnniininnnnniiniininniiiiiiiniinniinininiimimiinn i Milli Ware usw. Hier stößt die Durchführung der Arbeiten auf den Mangel an Personal. Sollte daS Statistische StaatSamt seiner Aufgabe tm ganzen Umfang gerecht werden, müßte eS einige hundert Arbeitskräfte beschäftigen. UebrigenS wär« die Verfolgung der Preisbewegung aller Artikel gar nicht zweckmäßig. DaS Statistisch« StaatSamt wird sich aus den angeführten Gründen darauf beschränken müsten, die Entwicklung des allgemeinen Preisniveau» an hervorragenden Standardartikeln zu verfolgen, wobei d«r Umstand, ob diese Waren durch Kartelle gebunden sind oder nicht, nicht entscheidend sein darf. Zusammenfastend kann man auf Grund der Ausführungen beider Referenten sagen, daß dir praktische Durchführung des KartellgesetzcS, soweit sie dem Statistischen StaatSamt zusteht, in vielen Fragen noch geklärt werden muß, um dem Zwecke des Gesetzes zu entsprechen. Lohnsklaven mHffen bette'« gehen- Unerhörte Zustände In der Neu-Titscheiner Hutindustrle. AuS Nntkitschein schreibt man unS: Wir haben schon berichtet, daß für die Hut- und Bekleidungsarbeiter in Neu-Ti schein di« Bewilligung zur Auszahlung der Krisenunterstützung bis- her immer noch nicht erreicht werden konnte. Ti« folgen davon machen sich besonders für die im Zentrum lXr Hutinüustri«, in Neu-Titschrin, beschäftigten, bzw. arbeitslosen Hutarbeiler in einer ogensichtlich zu Tage tretenden Berelendung be- merkbar. Die Not wird Iveiter«rschreckend vermehrt durch di« Tatsache, daß die noch periodisch beschäftigen Arbeiter während ihrer knappen Arbeitszeit elend« Verdienste erreichen, tvelche ihnen wiederum bei wochonlangem Aussehen anS der Arbeit, durch ungerechtfertigte Schikanen der Unternehmer bei der Bestätigung des letzten Lohnes, zum Verhängnis für den UnierstützungS- bezug werden. Jnfolch: von Kurzarbeit von ost wenigen Stunden in der Woche, infolge periodischen Aussehens und nut Minderverdiensten von oftmals unter 20 Ke und auch unter 10 lü per Woche, wird das Elend vervollständigt. Durch di« Neuregelung der Arbeitslosenunterstützung hat man eine neu« ganz unbegründete Schikane bei der Lohnbestätigung»um Bezüge der Arbeitslosenunterstützung ausgeljeckt. Die vorgenannten ElendSverdienst«, welche bei der anarchistischen Arbeitseinteilung in den Betrieben auf stundenlanges Waren auf Arbeit zurückzuführen sind, werden den arbeitslosen oder auS- setzrnden Hutarbeitern als Lohngrundlage für die jeweils übliche, aber nicht bei der Arbeit verbrach!« Arbeitszeit eingesetzt. Dadurch erscheint der ohnehin nicht hohe Lohn der Hutarbeiter als „Wochenverdienst" für ein« faktisch stark verkürz:« Arbeitszeit noch viel niedriger als er vertraglich und in normalen Zeiten ist, so daß«in großer Teil der Arbeitslosen trotz der gekürzten Arbeitslosenunterstützung nicht einmal dies« voll beziehen kann und ihnen der Staatsbeitrag weiter reduziert werden muß. Obwohl dieser Vorgang der letzten gesetzlichen Regelung der Arbeitslosenunterstützung widerspricht, wird er nach den Weisungen deS Nordmährisch-schlesischen Industriellen- Verbandes von den Firmen so gehandhabt, so daß daS Elend der Hu'arbeiter für die noch Beschäftigten, für die UnterstützunaSempfänger und für die Ausgesteuerten allmählich vollkommen ist. Inzwischen wird in den Betrieben weiter ratio- nallsiert, werden ganze Abteilungen zu einer zu- sammengelegt, hundere bisher qualifizierte Arbeitskräfte durch Maschinen mit lvenigen jugendlichen Hilfsarbeitern ersetzt. An jedem Unternehmen, das vor zwei Jahrzehnten noch ein bis drei Chefs hatte, hängen jetz: bald soviele Dutzend« mit ihren Familien daran, die alle sehr gut leben und kein« Ahnung haben wie ihr« Arbeitssklaven dahinsiechen uns einige b n ch st ä b« lich in ihrer Freizeit anfS Land betteln gehen. Eine solche Wirtschaft ist eitle Gefahr für die Allgemeinheit und neben der Selbstverständlichkeit einer raschen Hilf« gegen so ofsensichtl-icheS Unrecht wie es hier geschildert wird, zeigt«S sich immer deutlicher, daß an Stelle der kapitali- stifcheu Prositwirtschaft di« planmäßige, durch die Allgemeinheit kontrollierte Wirtschaft treten muß, tvenn beim völligen Zusammenbruch d«S Wirtschaftssystems nicht die Menschheit mit in den Abgrund gerissen werden soll. Dir schwngrEte Molla i. Wir haben ein Schiffährtsaint. Es ist vor- Händen. Es bestimmte neuesten Datums, ab nun müssen alle Moldauschrsfer Prüfungen ablegen. BiS nun war das so: aus angestammten Schifferkreisen, regelhaft aus den Regionen von Podskül oder so ähnlich, trat man auf einem der Dampferchen oder Dantpfer einen Dienst an» bei dem man sich mit leicht erlernbaren, aber nicht immer angenehmen und keineswegs immer spielerischen Leistungen vergnügte. Wobei die Behanülungsweise mehr forsche pod- skalakische Knochendisziplm, als Diskussionen, Vorträge und Liebenswürdigkeit enthielt. Aber, man lernte von der Pike auf so Schiff wie n« n ttft in Bezug auf das Schisflein— die ehrwürdige Moldau kenne», die voller wunderlicher „Bett"-G!Nvol)uheitcn, Lannen, Strudel, Bos- Herten und anderen Altweibereien ist tut nl“» von einer Brücke aus eine gemüt- uche ssache. Man lernte beim Anlegen eitlen sehr dicken Spagat um einen Pfahl auf dent Ufer werfen und wieder losmachen, man lernte zwischen Bauch der Schiffer und Ufermauer großen, dicken Fußball an einer Leine schmeißen, auf daß weder Mauer noch Schiff was passiere, und dem Ball ebenfalls nicht. Vielleicht spielte man auch Fahrtüber mit dem abgeknopftcn Ball'ne Art Bordball, wobei ver- boten war, ihn itt s Wasser zu schmeißett. Matt Icn,te^."lchcu, reinigen, anstreichen, teeren, Hetzen, auslv|chen, laden, abladcn; man bet niederem Wasserstand genau zwischen gcmetnen Sandbanken, tückischen unter" Waner Kw'mmenden Baumstämmen, mörderischen Felsklotzen in einer paar handbreit schmalen rutscken"'"-^ntt Brustbein des Schifflein- durch, rutjcyen—also, eine Sache, die verteufelt naue Kenntnis der Moldau-Anatomie verkannt damit die Knochen und andere Gegenstände der Passagiere hübsch in Ordnung bleiben. Plan lernt« Jahre und Jahr« und mußte arbeiten, schuften, sich abhärtcn, sich daran gewöhnen— wenn man schon selber steuerte, immer nut eineinhalb Füßen im Kriminal zu stehen uns doch den Halt auf den Bordplanken nicht verlieren.... Man lernte vom verachteten Kuli mit Tau und Ball das höchste Ziel erreichen und kenntnisreich können: Steuermann, bczw. Kapitän sein. Es ging schwer, aber die Erfolge der Moldauschifsahrt verzierten so gut wie nie die Unfallschronik. Jedoch: alle diese wackeretl, cmporgcdienten Männer waren— von Aemtern — ungeprüft. Die Prüfungen im Verlaufe der Lehrjahre besorgten ost genug handgreiflich die länger Dienenden und anderen Moldaugötter und die Moldau selbst.— Nun ward cS anders. Null mußten in Ehren und Wasser Ergraute in die PrüfliugSbank, die in der Regel, d. h. immer unter der Last von so viel Praxis zu- sammenkracht«. Was bedeutet: die erprobtett Herren Prüflinge sielen aus den zahlreichen, der Mvldauschisferet ost sehr fern liegenden Gegenständen— die sich auch aus allgemein« Bildung beziehen— fielen auch in den bösartigen Theorien Nautik, d. h. Schiffahrtskunde einfach durch. Manchmal auch zweifach. Wenn sie es versuchten, trotz allem durchzukomtnen, wie sie Jahre und Jahre durch die tollsten Schikanen der alten Dame Moldau gekommen waren... Umsonst.— Es entstand dank der Tätigkeit des prüfenden Schiffahrts-Amtes ein Mangel an Steuermännern, bczw. Kapitänen. Bitte, Anno Krise ein Mangel an Leuten zwecks Angestellt- werden! Denn, zwar hatten rasche Konjunkturi- stcn rasch die PrüfungSaegcnstände studiert und glänzende PrüfungSeraebnisse erzielt, aber, da man die alt« Dame Moldau nicht befragt hatte, war diese beleidigt und rächt« sich an den SchiffleinS, die von den geprüften Kapitänen gelenkt wurden, vertraut mit ver heimischen Literatur, Musik, Sprachen, Anstands- und Bürgerkunde, Parteipolitik und auch Nautik, wozu Geo-, Stereo- und ander« Metrien, einschließlich Astronomie gehören, damit man sich auf der Moldau, allwo am Rattde der ungeheuerlichen Wasierfläche die Horizonte von zwei Kais verschwimmen, zum mindesten bei Nacht und Nebel, nicht verirre... AuS den Bosheiten der gekränkten Moldau gegen die geprüften Kapitäne ergaben sich viele chirurgische Eingriffe in die Rippen, Bäuche, Steißbeine und Schlüsselbeine verschiedener Schiffe. Erprobte Moldau- hänptlingc sitzen in Userkneipen und kreische» sich hohnlachend die immer neuesten unfreiwilligen Untaten der armen Prüflinge zu, die den Schiffssriedhof, Docks, andere Reparaturwerkstätten, Rettungsstationen, Spitäler und— SchiffSzimmerleute mit vieler Beschäftigung versorgen werden, aus solche Art die Arbeitslosigkeit vermindernd. Auch deshalb dürste diese zum Frühiahr„saisongemäh" sinken... Aber, deshalb darf man ruhig neben einem geprüfte» neuen Kapitän einen durchgcfallenen Steuermann stellen, der denn doch der legitime Gemahl der Dame Moldau sein dürfte und seine langjährige Gattin— kennt. K. B. Unser Blatt der„Sozialdemokrat“ ist in Pra« in folgenden Berschteitzstellen zn hoben: BahnhohbnchlianillanK, Wllsonbahnhof, Masaryk. bahnhof, Donlsbahnhof. Bnrtilk, Trafik. Prag II.. TySnor 2. Bnrok Hnco, Trafik. Prag U StaromSataki nd- inCsti 32. Ilodrova, Trafik, Smlchov, iiäbr. Icgli IX Jelinkova. Trafik. Nnslo II.. Mostn6 domy ,.Kc- formy". Kotyza Jan, Trafik, Smlchov, ZborovakA tf, IX Krausova A., Trafik, Karlin, KrdlovakA 14. KrcjCik A., knllikupectvl, Prag-Lieben. Krtlov« akA 1511. Kroupa Jlndf. Trafik. Prag II. Itallnovo ndbf« stanek 114. LOweaaohn Karl, Trafik, Prag II., Nekazanka X Maret Josef, knllikupectvl. Prag-BnbenX ul. Dr. Brdfa 24. | Monik, Trafik, Prag I., Parlament. MrdCkova. Trafik, Prag I., Joaehkd tf. stdnek 127. Mräz Jan, Smlchov, Kadlick* tf. 43. Orbis A.-G., ZcttungsvcrscblelD. Praha XII., Fo- chova tf 62. „Praga“. ZeltnngsverachlelB. Prag II« HavlISkovo mim. 23. Sedldk Vaclav. Trafik, Dcjvlce, Svecova. Skrabkova Anna, Trafik, Dejvlce. Hcnnorovy tifednlckö domy 286. Strouhal Artur, Trafik, Prag III., MosteckA IX TanHKlg E., ZeltungsvcrKchlelD. Prag II H Vtclav. iki nrtm. 45. Ungormann Rudolf. Prag II. Panskt bei Palast* hotel. Üstfednl dein, knlhkupectvl. SvCeen?. Prag 11. HybornskA 7. Zomann, Trafik. Prag Tm Perlten. Fonzl, ZeltungHverachlelB. Prag II., SmeCky 816. i Und bei StraDcnverkUuforn: Wenzclsplatz— MftBtck— Masarykbahnhof— Wllsonbahnhof. M MW iif* W ^jW beim Lampe fiH _ w ecift a „Sozialdemokrat* SamStag, 11. November 1938 Nr. 261 klsgants Strörnpfo aus echter Seide- fein und dauerhaft- ermössigen wir auf den niedrigsten Preis von Xi 19.- auf Kc 16.- und ermöglichen auf diese Weise jeder Dame, sich den luxuriösten Strumpf zu einem sehr niedrigen Preis zu beschaffen. Diese Strümpfe sind äusserst elastisch und haben tadellosen Sitz. Der hohle Faden der echten Seide hält die Wärme und schützt so gegen Kälte. Goebbels uns Hiner in Zitaten. Rcichspropagandaminister Goebbels hielt am 21. Oktober im Berliner Sportpalast eine Rede. Einige Zitat« aus dieser Rede sollen hier durch einige Zitate aus der„deutschen Bibel", nämlich Hitlers Bekenntnisbuch„Mein Kamps", ergänzt werden. Goebbels:„Wir haben gar nickt die Absicht die Welt nationalsozialistisch zu machen. Uns genügt, wenn Tentjchland nationalsozialistisch ist.' Hiller:„Wer z. A. den Lieg des pazifistischen Gedankens in dieser Welt wirklich von Herzen wünsch«: wollte, mühte sich mit allen Mitteln sür di-: Eroberung der Welt durch die Deutschen eiusetzey" Goebbels:„Daß«in Frieden Opfer kostet. das wissen wir, ober wir sind der Meinung, er kostet weniger Opfer als«tu Krieg." Hitler:„Tatsächlich ist die pazifistisch humane Idee vielleicht ganz gut dann, wenn der höchst- stehende Mensch sich vorher die Welt in einem Um sauge erobert und nnterworsen hat, der ihn zum alleinigen Herrn vieler Erde mach! Also erst Komps und dann vielleicht Pazifismus" Goebbels:„Wir halten es nicht sür ehrenvoll die Völker gegeneinander zu hetzen" Hitler:„Jede Macht ist heut« unler natürlicher Verbündeter, die gleich uns Frankreichs Herrschsucht auf dem Kontinent al» unerträglich empfindet Kein Gang zu einer solchen Macht darf uns zu schwer sein und kein Verzicht als unaussprechbar erscheinen, wenn das Endergebnis nur die Möglichkeit einer Niederwerfung unseres grimmigsten Hasses bietet." Goebbels:„Wir haben der Welt nichts DöscS getan. Wir hatten nur die Absicht, im Innern zu arbeiten und Deutschland eine neue LebenSbasts zu geben.' H tler:„Damit aber lautet die Frag« einer Wiedergewinnung deutlicher Macht nicht etwa: Wie fabrizieren wir Waffen?, sondern: Wie erzeugen wir den Geist, der«in Volk befähigt, Waffen zu tragen? Wenn dies«r Ge-st ein Volk beherrscht, findet der Will« tausend Wege, von denen jeder bet einer Waffe endet!" GoebbelS:„Wir haben abgerüstei. und zwar in einem solchen Matze, datz uns nicht einmal die Verteidigung möglich ist" Hitlkr;„Man geb« der deutschen Nation sechs Millionen sportlich tadellos trainierte Körper, alle von fanati-fdKi Vaterlandsliebe durchglüht und zu höchstem Angriffsgeist erzogen, und ein nationaler Staat wird auS ihnen, wenn notwendig, in nicht einmal pvei Jahren eine Armee geschaffen haben* Goebbels:„Wir haben nicht die Absicht, mit Gewalt in das Regime irgendeines anderen Staates «inzugreisen, sondern unS genügt es, wenn sich der Nationalsozialismus in Teai-ichland auswirken kann'" Hitler:„Tenn unterdrückte Länder werden nicht durch flammende Protest« tn den Schatz eines gemeinsamen Reiches zurückge'iihrl. sondern durch ein schlagkräftiges Schn ort Tieses Schwert zu schmieden, ist di« Aufgabe der inn«rpblitischen Lei» tung eines Volkes, di« Schmiedearbeit zu sitl-ern und Wafseugenassett zu suchen die Aufgabe der außenpoliti'cken" GoebbelS:„Ter Führer hat sich mit einer großen fairen Gelte an Frankrcch gewandt' Hitler:„Gerade aus diesem Grunde ist und hleibt Frankreich der weitaus snrchlbarste Feind Dtescs an sich immer mehr der Vernegerung an- beimsaüendc Volk ix deutet in seiner Bindung an die Z'ele der jüdischen Welbbeheirschung ein« lauernde Gefahr für den Bestand der weitzen Rasse Europas Tenn di« Verpestung.durch Negerblut am Rhein im Her^n Europas entsprich' ebenso sehr her savtstisch-perversen Rachsucht dle'es chauvinistischen Erbseinde» unseres Volkes." PRAOER ZEITUNG. Razifchmlerfiuken an der Arbeit. Trautzcn tut Grenzland hat der Staat den Nazis nun so energisch auf die Finger geklapst, datz sie den Adolf Hiller schon beinah« ttie gekannt haben. Aber hier in Prag, in der Hauptstadt der Tschechoslowakischen Republik, da fühlen sich die Nazisludenten noch so wohl wie die Flöhe im Hemd. Auch in den städtischen Bibliotheken und Lesehallen machen sie sich breit und dort, wo sie ihre dreckigen Finger hatten, sicht man nachher die Spuren deutlich genug. Die während der Sommerserien sauber gehaltenen Zeitschriften der städtische» Lesehalle wurden seit Anfang des Semesters mit Randbemerkungen und Gäns«-- sützchen verschmiert. Anscheinend fühlen sich die Herrchen vor jeder Belästigung so sicher und so ganz unter sich, datz sie in der letzten Woche so frech wurden. eine wahre Schlammflut über alle linksgerichteten Zeitschriften anszugietzen. Mit Rot- und Blaustift, mit Tinte und Kopierstiften ist man dem geduldigen Papier zu Leibe gegangen. Morddrohungen wechseln lieblich mit uirflätigen Velchimpsungeu. Besonder- hergcrichlel hat man die neu aufliegende „Wahrheit", dir anscheinend durch ihren Hitler- Artikel sehr unbequem ist. Judenhetze— Judenschweine— Judensilm— sind Randbemerkungen. Jeder Autor wird mit dem Beiwort„Jude" versehen. Ganze Artikel sind mit„blöd",„Trottel" und anderen geislrrichen Worten verschmiert. Zu einem Aussatz„Warum schweigt Karl Kraus" hat«in würdiger Nazijüngrr hinzugefügt:„weil ihm sein Leben lieb ist." Tie„Weltbühne" ist mit Davidsternen verziert worden. Ein Femeamateur hat den verantwortlichen Schriftleiter mit rotem Kopierstift unterstrichen. Im„Tagebuch" hat ein anderer Schmierfink es sür richtig gesunden, den Satz„Aber auf einen kommt cs schon nicht mehr an" energisch zu Herzlichkeit, Güt« und Verständnis eindringlicher Vater Christinens; wie wohl täte unserem heimischen Eusemble ein solcher Väterspieler! Dann der des heileren und übermütigen, wie des ernsten und tragischen Ton» überzeugend fähige Oscar Karl- wci». die wirkungsvoll« Adrienne Wehner, die das Publikum mit«Iner Art verjüngter Pepi Glöckner-Trastik gewinnt; ausgezeichnet in der Charge der Frau Binder Gisela Wurm(hier zuletzt durch«ine glänzende Episode aus dem „Tchottcuriug" bekannt). Weniger lobenswert H a n S Thimig, der sich als Fritz nicht recht wohlzufühlen fchelut.— Bor der„Liebelei" gab es das Schnitzler» schc„A b s ch I c d S s o u p e r", dessen Wirkung durch die„nordische" DarstellungSart des Herrn D c l i u S als Anatol einigermaßen beeinträchtigt war. L. Ci. Mattoni's Giehhübler mit heißer Milch... ein altbewährtes, natürliches Heilmittel bei H u st e n und Heiserkeit. Früh und abends 1—2 Gläser; ü hcihe Milch, i/> Gictzhüblcr. Aerztlich empfohlen. Erstaufführung„Ein Strich geht durchs Zimmer"(Quadratur des Kre'feS). Lustspiel von Valentin Katajew; Mittwoch, halb 8 Uhr. Inszenierung: Gellirer. Klein« Bühne. Wochenspielplan des Renen Deutschen Theater-, Samstag, 7 Uhr:„Aida"(Bl).— Sonntag, halb 3 Uhr: Arbeitervorstkllung:„Pygmalion"; halb 8 Uhr:„Der Ba rbi«r von Sevilla"(D2).— Montag, 8 Uhr: 1. Philharmonische? Konzert(A Al.— D'enStag, halb 8 Uhr:„Pygmalion'(A 1).— Mittwoch, halb 8 Uhr:„D i« Z a u b« r f l ö t e"(B 1).— Donnerstag, halb 8 ! Amsrkanlsche 1 GlßlAN& Co., 1 Klein»threlbmaschlne Prae. SttpinskA 32| Uhr:„Garmen"(C2).— Freitag, halb 8 Uhr, Gastspiel Gisela Werbezirk:„Die fünf Frankfurter"(D l).— Samstag, halb 8 Uhr: „Ball im Savoy"(C1). Wochenspielpkan der Kleinen Bühne. SamS- tag, 8 Uhr:„Allez hopp".— Sonntag, 3 Uhr: „Sextett*; 8 Uhr:„Allez hopp".— Montag. 8 Uhr:„Allez hopp"(Bankbeamten und freier Verkauf).— Dienstag, 8 Uhr:„BezauberneS Fräulein".— Mittwoch, haL 8 Uhr:„Sin Strich geht durchs Zimmer"(Erstaufführung).— Donnerstag, 8 Uhr:„Allez hopp".— Freitag, 8 Uhr:„Ein Strich geht durchs Zimmer"(Äulturverbandssreundc und freier Verkauf).— Samstag, 8 Uhr, Gastspiel Gisela W e rbe. ji rk:„Die fünf Frankfurter*. unterstreichen. Ebenso sind„Tribüne und„Der Kampf" mit dummen Bcmcrkungen verschmiert. Wenn sie etwas weniger in Mitleidenschaft gezogen sind, so liegt e§ wohl nur daran, datz das Niveau für die Herrchen etwas zu hoch ist. Köuncn die städtischen Aufsichtsorgane dieses un» flölige Treiben nicht verhindern— man müßte doch bei dieser allgemeinen Tchmierinslation den einen oder den anderen srststellcn können—, dann mutz daanständige Prager Publikum selbst dafür sorgen, daß dies« Razijüngling« mit den übcrschüssigei Gefühlen sie ander- abreagiercn, als mit dem Kopierstift in städtischen Lesehallen. Wir Anlisascisten aber müssen von jetzt ab besonders energisch darüber wachen, datz diesen schmierigen Hetzern das Handwerk unmöglich gemacht wird. Erster Vintersportzng in» Riesengebirge. Tie StaatSbahtrdirektion in Prag fertigt in den Tagen vom 8. bis 16. Dezember zum Preise von 198 lle den ersten Wintersportgng ab. Im Preise sind inbegriffen di« Fahrt mit der Eisenbahn, mit dem Autobus. Wohnung und Verpflegung für drei Tage. Dein Zuge wird ein Tairzwaggon m't Musik angekoppclt tverden. Abfahrt am 7. Dezember um 1S.30 Uhr Anmeldungen mit einer Angabe von 26 K« bei dem Schalter Nr 13 am Masaryk-Bahn» Hof bis längstens zum 3. Dezember. Kunst und Wissen Dritte'Urbeitervarstellung. Sonntag, den 12. November 1933, um K3 Uhr nachmittags im Neuen Deutschen Theater Gastspiel Karola Reher in der ausgezeichneten sünsaktigcn Komödie von Bernhard Shaw „P y g m a l i o n". Allgemeiner Vorverkauf bei Optiker Deutsch, Palais Koruna, Graben. Paula Wessely gastierte Donnerstag im Neuen Deutschen Theater mit einem Ensemble des Josesstädier Theaters als Ehristine in Schnitzlers„Liebele i". Es war, dank der ungewöhnlichen Kunst der Wessely, der bisher schönste und bedeutendsl« Abend dieser Spielzeit. Ter bezaubernde, ans Herz greiseude Eindruck, den dies« Künstlerin schon in dem Augenblick erzielt, da sie mit eitte»! schlichten Satz die Szene betritt, dürste derzeit ebensowenig ein Gleichnis auf dem gesamtdeutschen Theater haben, wie überhaupt Ihre Darstellung, die eine vollkommene Synthese von Natur und Kunst gibt. Ein Wese», daS hinreitzl,«in« Schauspielerin, die den gor nicht toten Schnitzler mit herrlichstem Leben erfüllt,«In warmer Mensch, dessen Schicksal Männeraugen feuchtet. Es scheint, als ob hier der deutschen Bühne«ine Tragödin ganz großen Stils erwüchse. Beglückt stellt man das sest, beglückt dankt man für diesen Abend, der übrigens auch in der Regieleistung Paul Kalbecks und im Zusammenspiel den Beweis erbrachte, daß Wien sein Erbe an grotzer und guter Theaterkunst nicht vertut. Im Abstand zur Wessely, die mit der Musik ihres -Herzens und ihrer Stimme oft den Blick auf andere Haupt- und auf die Nebengestalten kaum freigibt, Ist vor allem Rudolf Teubler zu nennen,«in in Snrnf ♦ Spiel- MmvllM Was muß der Samariter unterlassen? Der Samaritrr muh bei seinen Hilfeleistungen nach dem alten medizinischen Erfahrungssatze „schnell, sicher und angenehni" für den, dem er Hilf? leistet, Vorgehen. Er soll di« Sachlage möglichst scharf erfassen und mit Ruhe und Ueberlegung die Regeln, die er gelernt hat, anwenden. Er muh sich daher vor jeder Uebereilung hüten. Er soll bei der Hilfeleistung jede Aeutzerung seiner GemütSbcwe- gung über den Unfall oder die Krankheit vermeiden, vielmehr beruhigend auf den Kranken und dessen Umgebung wirk?». Di« Samariter sollen jeden Andrang von nrugierigen Zuschauern zum Verletzten oder Kranken hintanzuhalten trachten und nicht den Ratschlägen, die ihnen Ungeschult« geben, folgen, sondern nach den Regeln und Grundsätzen vorgehen, die si« in der Samariterschule gelernt und geübt haben. Die Wunden dürfen niemals mit einer scharfen oder ätzenden Flüssigkeit oder gar mit Harn auSgnvaschen werden. Letzter:« ist noch heute in einzelnen, von der Kultur noch nicht beleckten Gegenden ein beliebtes BolkSmittel und ich selbst habe während mein» Studienzeit in der damaligen Haupt- und Residenzstadt Wien einen Briefträger aus diese Weise um sein Augenlicht kommen gesehen! ES darf niemals ein Körperteil, rin Stück Fleisch oder Haut vom Samariter vom Körper abgeschnitten werd?». DaS kann nur der sachverständige Arzt beurteilen und der voreilige Samariter könnte sich schwere Borivürse und Haft- pslichtprozesie zuziehen. Bei Knochcnbrück-en und Vrrrenknngrn ist jedes Zerren und jede grobe Gewaltanwendung zu unterlasien; die Kleider nur dann au-ziehen. wenn cs unbedingt nötig ist, und in diesem Falle ist es bester, die Kleider vorsichtig aufzuschncidcn. als si« mit Gewalt herunterzuziehen. JnSbcsonderS darf bei Verrenkungen keine Gewalt »»gewendet werden, weil man sonst zur bestehenden Verrenkung noch einen Knockrnbruch hinzufügen Mttellimgea ans dem Publikum. Schützen Si« sich vor Krankheiten, welch« daS ungünstige Weller mit sich bringt. Durch regelmähige Mastagen mit dem Menthol-Franzbranntwein Alpa Härten Sie Ihren Körper ab und machen ihn gegen hie schädlichen Einwirkungen der rauhen Jahreszeit widerstandsfähiger. Befragen Sie Ihren Arzt. 106 kann. Einem Kranken und Verletzten darf der S«. marlter geistige Getränke niemals nach dessen Gut- dünken oder Verlangen verabfolgen,' sondern nut In jenen Fällen, sür welche er dies al« nötig gelernt hat, z. B. bei Verwundungen und stärkeren Blutverlusten tn kleinen Mengen. Ter Samariter soll auch über seine Wahrnehmungen strenge Verschwiegenheit bewahren, denn er' ist bei seiner Hils«. leistung Vertreter des Arztes und dieser ist zur Wahrung des ärztlichen Geheimnisses eidlich ver- pflichtet Tr. Götz(Trautenau) Im„Der Samariter". Die finnischen Arbeitersportler bekommen— „Konkurrenz". Von seilen der Arbeitgeber wird gegenwärtig ein neuer„A r b e i l e r- S p o r t v e r- band' ins Leben gerufen. Die Hauptaufgabe des gelbeit Verbandes soll die Annahme jener Subventionen vom Staate sein, die dem TUL., der Verband unserer finnischen Sportgenossen, nicht mehr gewährt tverden. interessant wird es sein, diese Zwangsorganisation auf dem Gebiete des Sports an der Arbeit zu sehen. Di« Schweizer Berbandsnie.sterschast der Arbei. terhandballer entschieden. An den Etrdspielen um die Handballmeisterschaft des SatuS beteiligten sich Zürich-Wiedikon, Untersiggenthal und Spielgemetn- schäft Biel. Wicdikon schlug Untersiggenthal 6:5, Biel blieb mit 6:2 gegen Untersiggenthal ebenfalls siegreich, wurde aber im Eudsp'el von Wicdikon mit 2:8 geschlagen. Damit wurde Zürich-Wiedikon DatnS Handballmeister für di« Saison 1933. Ein Futzball-Ätädtekamps Helsinki— Tampere wurde vor kurzem in Tampere ausgetragen. Diesmal war Tampere bester und-gewann mit 5:8. Anowahlmannschafteu-Turnier der belgischen Ar, beit«rsuhballer. Vor kurzent begann da- Turnier der Au-StvahlteamS der einzelnen Provinzen, an dem nur die Provinz Antwerpen nicht teilnimmt, d'e sich noch immer nicht mit dem Nationalverband einigen konnte. Brabant gegen Haina ut 8:1 (0:1). Bor 500 Zuschauern wurde ein sehr spannendes und bis zum Schluß schnelles Spiel vorge- führt. Die Mannschaft von Hainaut zeigte in ihrer Tpielttveise, datz sie Fortschritte ntacht Bei Brabant waren die Läufer schwach, die Verteidigung dagegen sehr gut.— W e st flandern gegen Oft- flandern 4:0(1:0). DaS Spiel war härter umkämpft, als«S daS Resultat vermuten läßt. Westflandern hat seinen Sieg nur der schutzstcheren Stürmerreihe zu verdanken. Bei beiden Mannkchasten waren die Verteidigungen ausgezeichnet. 2000 Zuschauer.— Die nächste Runde wird erst im Jänner ausgetragen. Filme tn Präger UditsplilMasirn bis einschließlich Donnerstag, den 16. November. Alfa:„Zum aufgegestenen Laden,"— Av on: „Die verkauft«.. Brau.t,.".— F^nfx;„Die Spionin/ — Flora:„Morgendämmerung."— Gaumont:„Zuni hl. Antonius."— Hollywood:„Zum hl. Antonius." — Hvözda:„DaS Verbrechen tm New Parker Aquarium."— Kinema, B.-Th.: Journale, Groteske, Report. Ab i/»2—K8.— Koruna:„DaS Verbrecken im New Parker Aquarium."— Loeerna:„Die Abenteuer des Königs Pausole."— Skaut:„Zwölf Sessel."— Kapitol:„DaS Mädel auS der Ziegelei." — Konvikt:„Zwölf Sestel."— Lido:„Der Flutz." — Maeeika;„Der Fluß."— Belvedere:„Der Liedersänger."— Beseda:„Das Mädel auS der Ziegelei."— Carlton:„Der Flutz."— Sport Smichov: „Der geheimnisvolle Jäger." Literatur. DaS Protokoll d«S fünften ordentlichen La» bandStageS des Internationale« Metallarbeiterver- bandes in der Tschechoslowakischen Republik, Sitz Komotau, ist soeben erschienen. Der BerbandStag, der vom 2. bis 6. September d. I. stattgesunden hat, hatte eine reichhaltige und interestante Tagesordnung auszuweisen. ES sei nur verwiesen auf die Themen: „Die Gewerkschaften im Kampfe gegen den Fasris- muS",„Tie Wirtschaftslage und die Metallarbeiter", „Die Bedeutung der Jugend für die Gewerkichafi", „Die sozialpolitische Reaktion" sowie die Debatten zu deu über diese Punkte erstatteten Referate. So enthält also das Protokoll ein sehr reichhaltiges Material und ist für die Beurteilung unserer Gewerkschaften maßgebend. DaS Protokoll ist im Selbstverläge bei Verbandes erschienen Da» VersorgungSgesetz sür Kriegsbeschädigte und SlachkriegSbeschädigte. Im Berlage des Bunde» der Kriegsverletzten Witwen und Waisen, Ditz Reichenberg, ist das Versorgungsgesetz für Kriegsbeschädigte und Nachkriegsbeschädigte, neu bearbeitet mit allen Gesetzesnovellen, Durchführungsverordnungen. Mini- sterialerlästen, oberstverwaltungsgerichtlichen Ent- scheidungeu und Erläuterungen erschienen. Der Bearbeiter des Materiales ist der Oberkommistär im Ministerium für soziale Fürsorge JUDr. Ernst KraSney. Die geschmackvoll auSgestattete, 84 Seiten starke Broschüre kostet einschließlich Versandspesen 10 K» und ist beim Bund der Kriegsverletzten, Witwen und Waisen, Reichenberg, Lestingstratze S, zu haben. Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag IL, Prikopy, Palais Koriin. 0««•••«« k 11: eittfnts Z a a b— Udotrrtzattrer: Silbelm St 11 h n 11—«eronni-orltlcher Rttalttur Dr Emtt Streng. Pro,.— Druck:.Rota- A.-td tsr grltuno. und Buchdruck, Prag.— gür Mu Druck eerennnorillch: Otte bot» Vu«.— X« Ü«nunu«mort-»trautalur mutte oon ,er Patz, a Zelefttovb.'-|äkiia Kt 94.—, ,au,iätzri« K« iw.—,— g Hieran werben laut ian| dellt,tz berechnet, Oci oneleu atnschutluns-n Preisnachlaß.— Rückttellun, oon Monultetdie» erfot,! an, M ttinjtnbuug MC Reeaurmarten.