13. Jahrgang. Sonntag, 12. November 1933 Nr. 26s. Vor(fern Entscheidungskampf in Oesterreich Karl Renner am Grabe Viktor Adlers:„Bereit zur bewaffneten Verteidigung!“ Tag der Schmach In.Retten, den stolzen Nacken gebeugt unter drohenden Stahlruten, die Augen zu Boden unter der Schmach und Qual einer gemordeten Freiheit, so schleppt sich heute die Arbeiterschaft Deutschlands zu den Urnen. Mit zwei Stimmzetteln in der Hand; mit dem eitlen soll das deutsche Volk abstimmen durch Ja oder Nein über die Außenpolitik des Ha. kenkreuzes, über Deutschlands Austritt aus « Nazimord In Vorarlberg Bregenz, 11. November. fAN.) Gestern abends warst« bisher unbekannt« Töter in das HauS des Vorsteher- und LandtagSabgtorduete» Rupp«ine» Sprengkörper. Sein« Wirkung war so stark, daß die ganz« Einrichtung des Büro« zimmer» zerschlage« und auch dl« Wände start beschädigt wurden. Personen kamen nicht zu Schade«. Heut« srüh kurz«ach«in Uhr machten die Heimatdienstleute Eduard Aint und Wilhelm Klaglan auf der Landstraße beim Hotel „Baumle" in Lochau Patronillendienst, als sie Von drei bisher unbekannte« Männer« überfalle« und aus einer Pistole beschossen wurden. Kint war sofort t o 1, während Alagian«inen Schulterschuß erhielt. Vorarlberger Grenz« gegen Sayern gesperrt Bregenz, 11. November.(AN.) Eine Kundmachung des SicherheitSdirektorS von Vorarlberg untersagt sämtliche Veranstaltungen in Bregenz, Lochau, Hörbranz und Hohrnweiler. Von heute mittags 12 Ubr ist die Grenze gegen Batiern gesperrt. Tie Grenze dürfen nur jene Reichsdeutschen überschreiten, die mit einem Stintmsck)ein für die morgige Wahl versehen sind. Damit die Todesstrafe zulässig sei... Wien, 10. November.(Tsch. P.-B.) Die Amtliche Nachrichtenstelle teilt mit: Die Der» hängung der Todesstrafe in Oesterreich ist für da» ordentliche Verfahren durch die Bundesverfassung abqeschafft. Eine Aenderung dieser Der» fassnngSbestimmung ist, da das Parlament«ich« funktioniert, geaettwärtig nicht utöglich. ES mußte deshalb für die Verbrechen deS Morde», der Brandlegung und der öffeirtlichen Gewalttätigkeit dirnh boshafte Beschädigung fremden Eigentums das standrechtliche Verfahren angeord» rwt werden, da in' diesem außerordentlichen ,Verfahren die Todesstrafe mlässtg ist. Selbstverständlich treten,„keinerlei. Einschränkungen des normalen geselligen nnd wirtskltaftlichen Leberts" in Oesterreich ein.. Der Henker siebt bereit! Wie», 11. stlovembcr. Die Kundmachung betreffend die Einführung des Standrechte» und der Todesstrafe in Oesterreich ist bereits in der heutigen amtlichen„Wiener Zeitung" publiziert worden und hat sofort Rechtskraft erlangt. Die Kundmachung wurde gleichzeitig in Wien und in ganz Oesterreich plakatiert. In Wien allein wurden 6000 dieser amtlichen Kundmachungen plakatiert. Die Bevölkerung ttahm die Kundmachung ruhig auf. Mittags trat bereits der Personalsemit des Landesgerichtes in Wien I zusamtnen und bestimmte vier Richter, die den Standrecht»- Senat bilden werden. Die Wiedereinführung der Todesstrafe macht auch die Bestimmung eines Scharfrichters erforderlich. Es wird dies einer der Gehilfen des. letzten Österreichischen Scharfrichters Lang oder dessen Sohn sein. Wien, 11. November.(Eigenbericht.) Di« Unruhen in Wie« habe« sich heute nachmittag» wesentlich gesteigert. Di« Polizei hatte den Zentralsriedhos, aus dem sich daS Grab Viktor Adler» befindet, in weitem Umkreis z e r n i r r t. Mehr al» zehntausend Polizisten und dreitausend Beritten« mit Maschinengewech» reu Ware» zufammengezogen worden, um den Zugang zum Friedhof abzusperren, da die Arbeiter durch Flugblätter ausgesordert worden waren» ewgegen dem verbot der Polizei den fünfzehnte« Todestag Viktor Adler» durch Demonstrationen zu begehen. Der Zustrom der Arbeiter wurde in den ersten Nachmittagsstunde« so gewaltig, daß der Polizei nichts übrig blieb al» den Straßenbahnverkehr lahmzulegen und die Straßenbahnen, die zum Friedhof fuhren, auszuhalten. Bor dem Polizeikordon kam e»z« bedeutende« Demonstrationen der Arbeiter gegen'Polizei und Regierung. Immer wieder erschollen„Freih«i1l".Rus« und Pfuiruf« gegen Dollfuß.' Einigen Hundert Arbeitern gelang t» auch, trotz de» ungeheuren Aufgebot» der Polizei, den Friedhof zu erreichen. Dort legte«in« Deputation«inen Kranz am Grabe Viktor Adler» nieder. Genosse Karl Renner hielt dabei eine kurze Ansprache, di« er damit beendet«, daß er an di« Polizisten, di« zweihundert Raun stark da» Grab umzingelt hatten, di« Worte richtete:, „Di« Arbeiter diese» Londe»— da» können Sie vielleicht bald, sehe«— werde« WNWWWWWMWWWWW0WWN0>>U>WN>W>WWWW>e>»MIMINNWWW>WMNWMMMN>0Wl>»MMW berrtr^eiü^i^^rei^i^t^wenneS^eüt^mu^auchmit^^LM^U^tt^^ dert^lvigrnl^ Kurze Zeit später hielt vor dem Krematorium der Ehesr«dakt«ur der„Arbeiter* Zeitung", Genoss« OSkar Pollak,«im kurz« Ansprache an einige Hundert Arbeit« ter, die sich dort versammelt hatten. Ak» er sein« Rrde beendet hatte,.stürzten zweihundert Polizisten aus di« versammelten los nnd verhafteten den Chefredakteur der„Arbeiter- Zeitung". Er wurde auf das Polizeikommissariat gebracht, mußt« dort einige Stunden fitze« und wurde dann mit 1000 Schilling wegen Nichtbeachtung de» verbot» politischer Demo«, ftrationen bestraft. Die Kundgebungen dauerten bi» in di« spaten Nachmittagsstunden, dann erst zerstreu, te« sich die Arbeiter. Die Straßen in den Arbeiterbeztrken sind aber immer noch von Polizei besetzt. Auch H e i m w e h r nnd di«„S t u r m s ch a r e n"(da» sind die m o n a r. chistischeu Truppen de» Minister» Schuschnigg) wurden bewafsnet, um der Polizei Dienste zu leisten. Das so Todesurteil , Magdeburg, 11. November.(Jnpreß.) Im Prozeß gegen. mehrere Arbeiter aus Boelpke wurde der Lokomotivführer. Lehner, der als Kommunist, bekannt war, zum Tode verurteilt. Dem Mordurteil liegt ein Naziüberfall zugrunde, der am NeujahrSmorgen 1032 auf mehrere Arbeiter geschah. ES ist das 30. politische Todesurteil in Nazi-Deutschland, seit Hitler MI- des Der deS -..-wyvz’n--- Wessen betraut. 7. Der Engländer Cadogan wird sich mit dem Problem des Austausches von Nachrichten Wer die Rüstungen befassen. 8. Ein Sonderausschuß wird die Fragen behandeln, die mit der Bildung e'ner Ständigen Kommission für die Abrüstung und Kontrolle der Garantien für die Erfülluitg bindender Abmachungen zusammenhängen. 0n dieser Kommission werden nachfolgende Staaten vertreten sein: Argentinien, Belgien, England, die Bereinigten Staaten, Frankreich, Italien, Hugo- stawien, Polen, die Türkei, Rußland und Spanien. Vorsitzender ist der Belgier Bourquin. AbrüstungsproblemeS unter den heutigen Verhältnissen sei, -und deshalb werden di« italienischen Delegierten gezwungen sein, an den Be« vatungou in Gens nur al» Beobachter teilzunehmeu. Der Vorsitzende der Konferenz, Henderson, antwortete dem italienischen Delegierten, daß albe in' Gens den Abgang Deutschlands bümnern, daß aber trotzdem die Konferenz fortgesetzt welrden mutz. Hieraus widerrief Soragna teilweise seine Ausführungen. Dieser Zwischenfall wirkte sehr unangenehm, weil Soragna nicht offen darüber sprach, wie sich die italienische Regierung die weiteren Ab« rüstunaSarbeiten vorstelle. Man nimmt an, datz die Mitarbeit der italienischen Delegation- mehr oder weniger eine passive sein wird. Italien macht Deutschland die Mauer Zwischenfall in Genf: Mussolinis Vertreter nur mehr„Beobachter“ Genf, 11.. November. Tag Präsidium der Abrüstungskonferenz hat heute vormittag» den Entwurf oeS engeren Ausschusses genehmigt und traf folgende Entscheidung: 1. Die«In',einen Teste deS MrüstungSabkom« men» betreffend die S'cherhcit soll der Borsitzende- stekvertreter der Konseretrz, PolitiS, verarbeiten 2. Für die Frage der H e e r e S b« st ö n d« wurde ein Sonderan»schuh gebildet, in dem folgende Staaten vertreten sind: England, die Bereinigten Staaten, Frankreich, Jtal'en, Polen, Jugoslawien, Ungarn, Holland, Schweden und Rußland. Vorsitzender diese» Ausschusses, ist der Schwede Westman. ,8s Für die Frage des Landkrieg» m a t e r i ä lsmnd für das.Problem der Schaffung, pon Vereinbarungen.über di« Abrüstung wurde Mimster‘ Dr.' Bene» jupt Berichterstatter ernannt' 4. Da» Problem der Ma ri n« r ü st u nge n soll Mereßeei. der Vorsitzende der Marinokommtssion, behandeln. 5 nister' Lang«'(Norwegen) wird die Frage Militärflugwesen» behandeln, k Pole Komarnick' wurde mit der Prüfung Problems der Erzeugung und des Handels In der allgemeinen Debatte kam eS zu einem lebhaften Meinungsaustausch zwischen dem Präsidenten der Abrüstungskonferenz H e n d e r- sp n und dem Vertreter Italiens de So ragna über di« Zlveckmäßigkeit der Vorbereitungen der II. Lesung des englischen Planes. Der.italienische Delegierte erklärte u. a.,. die italienische Regierung würde.«8 gern» sehen, tvenn zuerst ein« Einigung über di« entscheidenden Fragen getroffen wenden würde./ Soragna führte aus daß diese technisch« Arbeit nicht gerade di« ge-:]oje-rooesurtcn eignetst-e Art zur Fortsetzung der Behandlung deS tzur Macht kam. dem Völkerbund, mit dem anderen soll der Reichstag„gewählt" werden. Wer bei der Volksabstimmung mit Nein votiert, ist ehrlos —- so erklärte Hitler und so erklärten seine engeren Freunde— und ist vogelfrei nach der Erklärung etlicher Unterführer. Und es ist dafür gesorgt, datz die Neinsaaer fürchten müssen/ bei dieser„geheimen" Volksabstimmung entdeckt zu werden; ob das dann mit einer Kugel aus deni Hinterhalt oder aber mit einem Transport ins Konzentrationslager bezahlt würde, wird sich finden. Und für die „Wahl" zum Reichstag steht der Nation eine einzige Liste zur Verfügung, die Hitlers, Goc- ringü und der Ihren. Es gibt keine andere tvahllierechtigte Partei in Deittschland. Wahlenthaltung ist nicht möglich. Wer nicht aner- kamne triftige Gründe für das Fernbleiben haben wird, wird als Volksverräter belmndell werden. Grauenvoller Terror, noch nicht dagc- wesene Vergewaltigung einer Nation unter dem Druck einer Tyrattnis— das ist das Wesen dieses kattm nach der äußeren Fort« von der Demokratie entliehenen Wahl Aktes, der in Wirklichkeit für die ganze Welt die deutlichste Erscheinungsform der faseistisck)e>t Diktatur im Reiche darstellt. Am bezeichnendsten dafür, datz kein vernünftiger Mensch aus der weiten Erde diesem Wahlakt die Bedeutung einer Wahl beimitzt, ist der Umstand, datz niemand autzerhalb der Pestgrenzen geneigt ist, aus irgendwelcher Zahl der Neinsager, die Montag offiziell aus Berlin werden gemeldet wcrdeit, Schlüsse über di« tatsächliche politische Meinung der Mehr- heit der reichsdeulschen Bevölkeritng ztt ziehen. Nicht das geringste Vertrauen ist in der Welt dazu vorhanden, datz der deutsck-e Gewaltapparat wirklich die Zahl derjenigen wiedergeben werde, die selbst den Tod vor Augen dennoch mit Nein ztt stimmen wagen würden; es gibt kein Wahllokal int ganzen Reiche, dem man iticht die Entschlossenheit zur Fälschung der Ergebnisie zutraute, ja man ist davon iiber- zeugt, datz überall und vor allem beim zentralen Skrutimum in Berlin das Ergebnis nach der Wahl so gestaltet werden wird, wie es die Diktatoren wünschen. Und weil das unterjochte Deutschland, weil alle Feinde des Fascismus drüben das wissen, fühlen sie sich in namenloser Pein, in unvergleichlicher Qual ztt den Wahlurnen getrieben; was nützt den Einzelnen selbst der Todesmut zum Ncinsagen, wenn er dafür vielleicht mit seinem Leben zahlen muß, weil man seine Stimme erkennen kann, wenn alter dann selbst die bestrafte Stimme ins Gegenteil umgelogeu wird?! Der Centralverein Sette 2 Sonntag, 12. November 1983. N». 268. deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens rverd hat seine Mitglieder aufgefordert, zu tvählen und mit I a zu wählen. Gibt es einen deutlicheren Beweis für das NieLergctrelensein, für die Ohnmacht, für die Entwürdigung von Menschen, die vor wenigen Monaten noch frei waren? Das sind nicht Kälber, die ihren Meti ger selber wählen, sondern Sklaven, die der Peitsche des Herren zu entgehen trachten, weil sie glauben, daß eben die Auflehnung ihr Ende bedeute, ohne dein Tyrannen zu schaden Offen, männlich, kämpferisch dagegen die Parole der Arbeiterparteien: Stiuiiret init Nein! Und lvemr diese Neinstimmen alle unterschlagen, vernichtet würden— die Arbeiter hal>rn doch ihren Willen geäußert und die Stimmzähler werden wissen, wie viel die Stunde geschlagen hat! Jedes Nein, das da abgegeben wird, auch wenn cs in den Händen der Peiniger Deutschlands verschwindet, zählt zehnfach. Was immer am Montag der Drahl aus Berlin melden tvird, in der ganzen Welt wird man die von den Hunnen als für sie erträglich gemeldete Oppositionsziffer verzehnfachen! Ter Sieg, den das Gcwaltrcgime gegen unsichtbare, unter der Drohung der Folter„geschlagene" Gegner melden wird, wird nichts in der Welt an dein Urteil über Deutschlands Innen- und Außenpolitik ändern. Tie Welt wird zur Kenntnis nehmen, daß die Geißel weiter über die Köpfe und Rücken aller nach Freiheit dürstenden Menschen in Deutschland sausen soll und daß das Deutschland der anderen erhöhte Gefahr für den Frieden Europas bedeuten wird. So weit menschliche Voraussicht reicht, kann dieser„Wahltag" keine Ueberraschung bringen, nach außen wird nur eine weitere Verfinsterung des deutschen und des europäischen Horizonts die Folge sein. Und nur die Hoffnung bleibt, daß diese entsetzlichste Schmach, die hier dem Willen, der Freiheit, der Selbstbestimmung mündiger Menschen angetan wird, die inneren Kräfte gegen das Getvaltrcgime steigern wird. Mit innigster Teilnahme, nut tiefster Erschütterung beobachtet das sozialistische Proletariat in der ganzen Welt auch diesen Akt der sascistischen Konterrevolution. Mit geballten Fäusten sehen wir zu, wie da mit Hunderttausenden, Millionen gepreßter Stimmen, ein Reichstag„gewählt" wird, der nichts anderes ist als die der Nation aufgezwungene Vertretung der alten und der neuen reaktionären Mächte. Von den 685 Kandidaten, für die sich das deutsche Volk heute entscheiden muß, sind 125 UnifvrnUrägcr, darunter 35 ehemalige höhere Offiziere; sechzig Adelige werden in diesem Reichstag sitzen. Aber nur 17 Arbeiter stehen auf der Liste, und nich: eine einzige Frau! Dietz die künftige VolkSvertretirug der Nation Goethes und Schillers, Kants nnd Beethovens, Marxens und Engels, Bebels, Liebknechts und der Rosa Luxemburg! Aber gerade weil cs d i c s e Nation ist, die der Welt, ehe sie ihr das Grauen bescherte, so viel Licht und Sonne brachte, kann weder drüben noch hüben auch nur eine Sekunde der Flinke ver- glimmen, aus dem das Fackellichi für eine, neue, größere Auferstehung werden wird! Können wir Arbeiter in der Tschechoslowakischen Rcpnblik, Tschechen und Deutsche, dazu beitragen, daß es drüben wieder hell> Jawohl, wir können! In diesen Stunden, da dem Proletariat Deutschlands die tiefste Erniedrigung und Vergewaltigung geschieht, in diesen Stunden, da unsere Brüder in Oesterreich Gewehr bei Fuß stehen gegen eine bräunliche Konterrevolution, in diesen S.unden erneuern wir das Gelöbnis zur Demokratie, unserer Entschlossenheit, die freie Republik mit unserer ganzen geistigen und physischen Kraft zu verteidigen. Bei uns hat der Fascismns schon feilte erste Schlappe erlitten; wo und wann immer er wieder zum Gefecht bei uns anrücken sollte, werden wir ihm mit gesteigerter Kraft ent- gegentreten. Und je stärker die sich verteidigende Demokratie bei uns und anderswo wird, Prag, 11. November. In seiner gestrigen Rede in der Generaldebatte zum Budget stellte Genosse Hacken berg fest, daß der Ausgleich des Staatshaushaltes, an dem sicher auch die Arbeiterschaft stark interessiert ist, durchgeführt werden konnte, allerdings unter schweren Opfern, die von einem großen Teil der Bevölkerung, darunter den Staatsangcstellten, gebracht werden müssen. Sehr zu bedauern sind namentlich di« Streichungen im Kapitel Schule, im Gesundheitswesen, dem gerade heute, wo sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung von Tag zu Tag verschlechtert, besonderes Augenmerk gewidmet werden sollte, bei den öffentlichen Arbeiten und leider auch im Für- sorgcministcrium. Redner wendet sich dagegen, daß die Post für ArbeitSlosensürsorge im Betrag von 700 Millionen unter den außerordentlichen Zuweisungen verrechnet ist. ES ist ja nicht damit zu rechnen, daß bezüglich der Arbeitslosen eine Besserung eintritt oder daß wir mit dem eingesetzten Betrag daS Auskommen finden werden. Im Allgust 1938 wurden bei der Zentralsozialversichcrung 2,021000 Versicherte gezählt, daS sind rund 600.000 weniger als im August 1929; dabei st.id die Kurzarbeiter nicht eingerechnet, ebenso nicht die Bruderladen- und An- gestelltenversicherung. Im heurigen Jahr dürst« di« Arbcitolofen- fllrsorgr wohl ein« Milliarde erfordern, eö wird daher mit 700 Millionen für 1984 sicher nicht daS Auslangen zu finden sei». Ebenso schmerzlich, erklärt« Hackenberg, ist di« Herabsetzung des Postens für Jnvalidenfür- sorge von 366.1 auf 316.9 Millionen. Entgegen dem Kollegen Mayr-Harting möchte ich jedoch erklären, daß hier Ersparuungen lediglich ohne Aenderung des Gesetzes in Aussicht genommen sind und daß wir uns gegen eine Aenderung des Gesetzes wehren würden. Daß sich die Wirtschaftslage im kommenden Jahr bedeutend bessern könnt«, ist kaum zu erwarten. ES ist also auch nicht sehr wahrscheinlich, daß diese« Budget da» letzte Deflationsbudget sein wird. Negierung und Parlament müssen daher unbedingt bestrebt sein, ein« Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse herbeizusühren. Not und Elend herrscht ja nicht nur unter den Arbeitslosen und Kurzarbeitern, sondern auch uiiter den Arbeitenden, di« nicht so viel verdienen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. gegen den FasciSmuS bei uns ist Hilfe für das geknechtete Proletariat in Deutschland, in Oesterreich, in Italien. Jede gelungene Abwehr, jeder Empörungsschrei ist Balsam auf die Wunden der reichsdeutschen Brüder und Schwestern, erhöht ihren Mut und ihre Widcrstandkraft gegen ihre Unterdrücker. Mit unseren heißesten Gefühlen sind wir auch heute bei jenen. Sie sollen und dürfen sich nicht verlassen fühlen, wir und mit uns die ganze revolntionäre Arbeiterklasse sind mit ihnen. Unerschütterlich wird und muß bleiben drüben wie hüben unser Glaube an den Sozialismus, an seine unverwüstliche, unerschöpfliche Kraft. Mag es jetzt noch so herbstlich grau sein,— ein neuer, herrlicherer sozialistischer Frühling wird auch diesem deutschen „Wahltag" folgen! Heber das sinken der Löhne und Gehälter gibt eine Statistik über die Lohnllasseneinreihung in den Krankenkassen erschöpfend Auskunft. In den drei untersten Lohnklasscn ist trotz dem Umstand, daß die Zahl der Versicherten infolge der Arbeitslosigkeit um mehr als 600.000 gesunken ist, eine Ver- mehrung der Zahl der Versicherten ringetreten, von der 4. Lohnklosse an tritt dann bis zur höchsten Klasse«ine starke Verringerung auf. Der Durchschnittslohn ist auf Grund derselben Statistik von 19.11 lks pro Tag im Jahre 1930 auf 16.80 kü im Jahre 1988 gesunken. Daraus ergibt sich di« Verelendung der Arbeiter, selbst wenn sic noch Arbeit haben. I» vielen, namentlich deutschen, Gebieten des Staates haben dir Leut« nicht einmal mehr Brot und Kartosfeln, um sich zu ernähren! Die Arbeits- lofenziffern sind hier geradezu erschrecklich zu nennen. Dabei bezieht ein Großteil dieser Arbeitslosen weder di« Unterstützung nach dem Venter System, noch di« ErnährungSkartrn, weil di« Zuweisung dieser Karte« geringfügig ist. Mr müssen alles daran setzen, um unser« Wirtschaft zu heben. Unter der heutigen Wirtschaftsordnung kann eine endgültige Regelung niemals rintrcten, aber auch jetzt könnte vieles besser sein, wenn nicht nur in der Industrie, sondern auch in der Landwirtschast eine Planwirtschaft betrieben wükde. Such in agrarisch«» Kreise« wird setzt anerkannt, daß man den Staaten, in die man exportieren will, die Möglichkeit geben muß, zu uns einzusührcu. Selbstverständlich müssen wir hier dir Forderung erhebe», auch mit Rußland normal« Beziehungen anzubahnen, damit unser Warenaustausch und Warenabsatz nach Rnßland erleichtert wird. Rach dem Beispiel anderer Staaten müssen auch wir an die Verkürzung der Arbeitszeit endlich ernst Herangehen. Wenn auch durch die Vierzigstundenwoche nicht olle Arbeitslosen untergebracht werden könnten, so würde sie doch eine bedeuten!» Milderung der Rot hcrbeiführen. In diesem Zusammenhang muß auch auf dir Itotwendigkeit des Ausbaues der Arbeiterversicherung verwiesen werden. Hunderttausende junger Leute können keine Arbeit bekommen, auf der ailderen Seite sind alte und invalide Personen gezwungen, weiter ihrer Be- schästigung nachzugehen, weil sie von den geringen Renten der Sozialversicherung einfach nicht leben können. Die Kranken, deren Weiterbeschästigung eine Gefahr für ihre Gesundheit und oft auch für ihre Umgebung bedeutet, bleiben also im Produktionsprozeß und nehmen den Gesunden die Arbeit weg. Eine eigene Kommission bei der Zcntralsozial- verslchcrungSanstalt beschäftigt sich mit der Novellierung der Sozial Versicherung die den Zweck haben soll, eine Sanierung der Krankenversicherung durchzuführen. Nach schweren Auseinandersetzungen hat sich die Kommission auf ein Kompromiß geeinigt, das die Sanierung zum Teil durch die Erhöhung der Beiträge, zum Teil durch Abbau der Leistungen erreichen will. Dieser Entwurf steckt im interministeriellen Verfahren; seine baldige Gesetzwcrdnng ist dringend wünschenswert. Im Budget des Fürsorgeministeriums ist der StaalSzuschuß zu den Alters- und Invalidenrenten im Betrage von 43 Millionen offensichtlich viel zu niedrig. Die ZentralsozialvcrsicherungSanstalt hatte 70 Millionen angefordert. ES ist klar, daß— nachdem eS sich um eine gesetzliche Leistung handelt— der Betrag von 43 Millionen erheblich überschritten wird. Es wäre dann leicht nckglich, daß man die ganze Novellierung gefährdet, falls der Staat bei der Auszahlung des Mehr- betrages Schwierigkeiten machen sollte. Redner befürchtet zum Schluß, daß es mit der Wendung zum Besseren im Budget noch länger dauern wird, denn wir werden in den nächsten Jahren daran zu tragen haben, was in den Krifcnjahren an Defiziten entstanden ist. Eine Besserung kann nur dann eintreten, wenn man insbesondere auch den Forderungen der arbeitenden Bevölkerung Rech- nung trägt und alle Maßnahmen trifft, um eine Wiederbelebung der Wirtschaft herbeizuführen! * Als letzter Redner in der Generaldebatte sprach der Nationaldcmokrat H o d a 8, der erklärte, unserem Wirtschaftsleben fehlen die 16 Milliarden, um die unser Export sei 1929 zurückgegangen ist. Wenn er nicht gelingt, diesen Exportrückgang aufzuhalten, dann werden keine noch so großen Streichungen imstande sein, mit dem Rückgang der Einnahmen Schritt zu halten. Redner verlangt eine einheitliche Führung unserer Handelspolitik; wenn über die Handelspolitik einmal in der Devisenkommission, ein zweiteSmal in der BrwilligungSko-mmission und dann erst noch im Getreide- oder Vichsyndikat entschieden wird, ersticken wir in dem heutigen Zustand. Auch Hodaö tritt für eine Erweiterung der K'revitmöglichke^ttü eitü''' .’'• Am Schluß der Generaldebatte wurde der Antrag des Referenten auf Uebergang zur Spezialdebatte angenommen, die ab Montag nächster Woche in Angriff genommen werden wird. Aus dem Abgeordnetenhaus. Sitzungen halten ab: Montag, den 13. November, der Bud- getausfchuß um 3 Uhr nachmittags, Donnerstag, den 16. Novenrber, der handelsge- werbliche AnSschuß um halb 10 Uhr vormittag«. Der Minister für öffentliches Gesundheitswesen und Körpererzichuirg Dr. Spina empfängt Mittwoch, den 15. November, nicht die I üblichen Besuche. desto machtvoller wird sie auch gegen die Lander der Diktatur ausstrahlen. Jeder Sieg Bndgctansglclcli nufer schweren opfern Genosse Hachenberg Ober die sozialen Posten im Staats roransdilag v Roman von Felix Fechenbach „Och, die fünf Pfennig werd ich schon noch haben! Ich freu mich ja für dich, aber leck tut mirs doch, daß du dann nimmer da bist." „Ich' komm ja alle Jahr immer wieder nach Würzburg!" Dann erzählte er ihr, wie das lein wird mit der großen Kasperllude. und daß der Vater jetzt auch zum Okloberfest nach München fährt, und daß man io wenigstens was von der Weit zu sehen bekäme. ♦ Die paar Wochen bis zum, Schnl'chluß waren bald vorbei. Hans packle seine Habseligkeiten zusammen. Auch die Kalperlsiguren nahm er mit. Großmutter nnd Lene gingen mit znr Bahn. Hans stieg ein, und dann dampfte der Zug ab. Solange Hans die Großmutter noch ehen konnte, winkte er mit dem Tc'chciiiuch Daun stand er am Fenster, sah wie der Zug unter der Grombikhlbrücke durchfuhr an&;n verräucherten Häusern des Grombühl vorbei.®it oft hatte er noch vor«in paar Jahren oben aui der Eüen- konstruktionSbrücke gestanden, Franz und Lene oder Grerl waren dabei. Ta warteten sie dann immer, bis«ine Rangiermaichinc oder ein»ahrplanmäßiger Zug unter der Brücke durchkam, nnd ließen sich von dem grauen Tamps auS den Lckomotivlchloten vollständig«innebcin. Die Hinrirr rechts und links von ver Bahn- Itrecke wurden nun immer spärlicher. Zuerst annte er die Landschaft außerlialb der Stadt flach, aber bald wurde sie ihm srenck, Di« ersten Stationeil, an denen der Zug hielt, waren ihm dem Namen nach bekannt. Dann rief der Schafi- ncr schon Ortsbczeichiiungcn aus, die er me gehört hatte. Er fuhr also in die Fremde. Jllmvischen hatte sich Hans wieder ans seinen Platz gesetzt und überdachte so allerlei: Fahre ich wirklich in die Frenckc? Eigentlich nicht. N«r von Wurzburg fort. In Bamberg sind ia der Pater und die Mutter und die KalpoA- bude. Eigentlich bin ich da immer dahS'M und gar nicht fremd. Und er überlegt« sich wie er pch sein Leben entrichten»voll« im Wohnwagen, und wie er den Pater überreden würde, ihn voch den Kakperl fptcfcti zu lassen. Ehe er sichs versah, waren ein paar Stunden verstrichen, und der Zug fuhr in die Bamberger Bahnhofshalle ein. Pater Cornelius holte ihn ab nick ging nnt ihm zum Wohnwagen auf dc>n Platz, aus dem am nächsten Tag di« Messe beginnen sollte. Auf dem Weg fragte Hans nach der neuen Kasprrwud«, wie groß sie sei. nnd ob sie schöner wär« als die vom Schmitt. Aber der Pater jagte ihm, er tverde sie ja bald irlbst ie.'en und sie würde ihm sicher gefallen. Der Zug war gegen Mittag angekommen, und die Eitern hatten mit dem Essen auf Hans gewartet. „Bist du aber gewachsen, HanS!" begrüßt ihn die Mutter.„Gib mal deine sieben Zwctsch- acn her. DaS können wir alles nachher auspacker«. So, und jetzt setz dich mal hin und laß dir» gut kch NI ecken!" Während d«S Essens sagt« Pater Cornelius, öaß er mit dem Aufbanen gewartet habe, bis HanS da wäre. Die neue Bude sei tioch zu» 'ammengelegt auf dem Anhängelvagen verpackt, den er sich jetzt habe anschaffen müssen. Nach dem Essen ging es zsieich ans Nusbauen. „Was hast renn mit der alten Bude gemacht Vatter?" „Die hab ich verkauft, aber viel hab ich>lir dafür gekriegt. Dl« neue Bud« iS auch nur jum Teil bezahlt. Da müssen wir unS jetzt fest dranhalten. daß wir jeden Monat die Raten bezahlen können." „Wieviel Sitzplätze hat denn die große Bude?" „Da Ham mehr als sechzig Kinder Platz. Aber so leicht werden die Banke nit alle besetzt sein." Nachdem abgemessen war, ging« gleich an die Arbeit. Zuerst wurde der Anhänger abgeladen, nick dann mußten die Latten uno Stangen auf den Boden erst alle so zusammengclegt werden, wie sie zusammengohorten. Jedes einzelne Stück zvar numeriert, so daß man an der Nummernbezeichnung erkennen konnte, an welchem Anschlußstück es z>» befestigen war. Dann wurden einzeln« Teile zusammcugcschraubt. Aber zum Aufbau des Zuschauerraumes und zum Spannen des wasserdichten Zeltdaches darüber mußte nian doch»och einen Helfer heranholen. Am Abeick stand dann alles fix und fertig da. Nur die Bänke mußten noch aufgestellt und die Kulissen in der Kasperlbi'chn« eingehängt werden. So müde tvie heute Ivar HanS noch nie gewesen. Er hatte auch rechtschaffen mit angesaßt. Im Wohnwagen schliefen die Eltenr im hinteren Teil, der durch eine» Holzvevschlaa obgetrennt war. Im vorderen Teil, der Küche, Wohnzimmer und Speisezimmer zugleich tvar, hatte Pater Cornelius ein schniales Feldbett aufgestellt, das tagsüber hochgeklappt werden konnte. Hier war HaMenS Schlafstätte. Trotz der vielen, neüen Eindrücke und trotz der großen Freude darüber, daß er nun endlich ein richtiger Kasperl- spicler geworden war, schlief.HanS vor übergroßer Müdigkeit bald ein. Am andern Morgen nach dem Kaffcctrinkeu wurden die Bänke aufgestellt und die Kulissen eingehängt. Dann war die Bude fertig. Sie iah recht stattlich au«. Ter Zuschanerraum war nur mit Hol.'barrieren abeegrcnzt, hinter denen die Zaungäste sichen und von außen den: Spiel folgen konnten. Mutter Anna würde also auch weiterhin ihr wenig angenchmoS Kassieramt versehen müssen. Zu einer neuen Drehorgel hatt« cS noch nicht gereicht. „Borläufig niuß es die alte noch tun," meinte Pater Cornelius.„Ich hätt auch gern e ne neue angaschafft, vor allem«ine größere. Aber daS Gels dazu müssen wir unS erst verdienen. Da kannst fleißig mithelfen, Hans." „An mir sollS nit schien. Patter!" Nachmittags sollt« zum erstenmal in der neuen Bude gespielt werden..Hans hatte vor« aeschlagcn, er wolle di« Drehorgel bedienen, und die Mutter solle sich an den Eingang stellen und kassieren. „Ich hob jünger« Arme als die Mutter. Das bißle Orgeln, daS kann ich leicht machen." Dabei blicbs dann auch. Di« schöne, neue Kasperlbtcke mit ihren blau angestricheuen Holz« teüen sah recht schmuck aus. Der Vorhang war lustig bemalt Und einen günstigen Platz hatte Beter Cornelius auch bekommen. E'ne io große Bude schob mau nicht tn di« hinterste Ecke. Tas war auch ein Vorteil, der ins Gewicht fiel. Dos zeig!« sich gleich am ersten Tag. Der Bc'uch war gut. Das hob Pater Cornelius' Laune, so daß sein Kaüperl nochmal so ausgelassen und lustig war als sonst. Hans hatt««inen wahren Feuereifer mitaebracht, und zu zjweit spielte sichs überhaupt besser, als wenn«in Spieler all« Figuren selbst führen und spielen mußte. Nach dem letzten Stück überschlug Frau Anna ihr« Tageseinnahme. Sie war wert grüße: als jemals, solange man sich mit der kleinen Bude hatt« behelfen müssen. HanS kam nochmals aus di« Drehorgel zu sprechen: „Weißt, Barter, die spielt nit laut genug, urck weim du jetzt noch keine größer-? anschaffen kannst. dcr wüßte-Jf; chon«-inen Ausweg, baß wir mehr Spektakel machen könnte». AusS Spektakelmachen kvmmtS doch an, dom.t man unS hört, Nit ivavr?" Korijezung folgt.) Ät 265. Sonntag, 12. November 1933. Seite 3 SSH Die Auflösung der dnsap vollzogen! Hakenhreuzlerprozefö enthQllt die Hölle der Konzentrationslager Aufsehenerregende Anträge./ Prozeß zu Ende geführt Das Urteil über die Komotauer Hakenkreuzler tigten. Aus ihren Aussagen geht lediglich hervor, daß Dimitrow kommunistischer Funktionär war. De« hat man auch schon früher gewußt und der Vorsitzende macht auch darauf aufmerksam, daß Dimitrow zugegeben habe, Vertreter Bulgariens im Exekutivkomitee der Komintern zu sein. Ter Polizeibeamte Dr. Braschwitz versucht, Dirn'trow zu belasten, indem er au-sagt, daß Leute vom Schlag« des Angeklagten die Beschränkung auf«in Land »richt denkbar sei. Man Hobe bei Dimitrow auch ansehnlich« Geldbeträge gefunden, di« bewiesen, daß «r«ine besondere Funktion gehabt habe. Pollzclbcamte falschen Akten Die Polizeibeamten behaupten, bei Dimitrow verschiede»»« Schriftstücke gefunden zu haben, d'e sein Eingreifen in innerdeutsch« Verhältnisse beweisen. So hab« man ein Schriftstück beschlagnahmt, das di« Aufschrift trug:»D'e Reichütagvüranbstiftung als nationalsozialistisches Provokatenrstück entlarvt." Desgleichen einen Plan von Berlin, der bei Schloß und Reichstag Kreuze gehabt hab«. DI« Adresse der niederlärä»scheu Vertretung sei unterstriche:» gewesen. Dimitrow erklärt dazu in aller Entschiedenheit, daß nicht er di« Zeichen in den Plan gemacht und dos erwähnt« Schriftstück nie gehabt habe. Zu den zwei Postkarten, die man bei ihm gesunden hat, sagt er, daß die anderen vier Postkarten, die in seinem Besitze waren und d e vorhandenen zlvei als harmlos erscheinen lassen— Dimitrow besaß «ine Postkartenseri«, di« verschiedene Teil« Berlins zeigt«— au- den Akten verschwunden sind. Wenn behauptet werd«, er hab««in Protokoll gelesen, in dem di« von den Kriminalbeamten mitgeteilten Angaben enthalten waren, so erkläre er, ein solches Protokoll nie zu Gesicht bekommen und nnr Schriften gehabt zu haben, di« mit der inneren Lage Deutschland» oder mit dem Reichstagsbrand nicht» zu tun hatten. Demnach hat man sich nicht nur nicht gescheut, gegen di« Angeklagten Meineide schwöre», zu lassen, sondern auch das beschlagnahmte Material gefälscht. um den Angeklagten Zusammenhänge mit dem Reich-tagöbrand Nachweisen zu können. Nora Im Konzentrationslager M iluche n, l l. November.(Jnpreß.) In» Konzentrationslager Dachau befand sich ein jüdischer Arzt, Dr. Katz, der in den letzten Tagen entlassen werde», sollte. Katz hat oftmals Ge- sangene, die von oer SA blutig geprügelt wurden, aus Gründen der Kameradschaft inoffiziell ärztlich behandelt, die Wunden verbunden usw. Auü durchaus zuverlässiger Quelle erfahren wir, daß Katz an dem Tage, der für seine Entlassung bestimmt war, erschlagen worden l st, wahrscheinlich deshalb, weil ein Kronzeuge der schrecklichen Miß- Handlungen beseitigt werden sollte. Viktor AdBer Zum fünfzehnten Jahrestag seines Todes Einundeinhalb Jahrzehnte sind e8, seit der grosse Führer und graste Mensch Viktor Adler von»ins gegangen ist. Wir, die noch das hohe Glück genossen haben, ihn von Aiy- gesicht zu Angesicht schauen zu können, die ihn in Versammlungen und auf Parteitagen haben reden hören, die wir seinen lveisen Rat einholen konnten— wir werden nie den ungeheuer», Eindruck vergessen, den dieser Grosze ml Reiche des Geistes, der Arbeiterbewegung, des Sozialismus und der Menschlichkeit auf unS gewacht hat. Da wir seiner heute in einer ganz anderen Well gedenken, spüren wir noch den Schauer der Ehrfurcht und Bewunderung, der unS erfüllte, als wir ihn zum crsteninale sahen. Unvergessen der Anblick, den Adler als Redner bot, wenn er auf der Tribüne erschien. Noch sehen wir vor uns hinter der Brille die klugen und. zugleich gütigen Augen, noch hören wir seiner Rede Fluß, hie und da unterbrochen durch ein leichtes Stocken, gerade bevor Adler das Wesentliche, was er zu sagen hatte, aussprach— was die Wirkung seiner Rede noch erhöhte, noch denken wir an die vielen treffe»,den, sarkastischen AuSsprüche, über das verknöcherte und verlotterte Oesterreich, in dessen deutschem Teil die sozialdemokratische Bewegung das einzig Lebendige und Jngendkräflige war, indessen die Monarchie vermoderte. Heute steht in unserer Bctvegung eine Generation, die Viktor Adler nicht gekannt, die dieses durchgeistigte Antlitz nie gesehen, die sei», befreie»,des Wort niemals vernommen hat. Für sie ist Adler eine h i st o r i s ch e Persönlichkeit, sic sieht a», ihm das Gewaltige .seiner geschichtlichen Leistung— ohne die persönlichen Züge, die unS das Bild Adlers bereichern. Aber für uns alle ist er der Mai»»,, der die österreichische Arbeite,'klasse nach der Spaltung der achtziger Jahre geeinigt, der durch seine Klugheit und Weisheit, durch seine überlegene Einsicht die streitenden Brüder zu- sammengcführt, der die Sozialdemvkra.ie aus politischer Ohnmacht zum gestaltenden politischen Faktor gewacht hat, der»nit ebenso viel taktischem Geschick wie revolutionären, Ungestüm den heroischen Kampf ums gleiche Recht geführt hat, bis der Sieg errungen war, der eine vorbildliche sozialdemokratische parlamentarische und ansterparlamentarischc Taktik geschaffen hat, die uns zum Vorbild gedient hat ind noch ilnmer dienen kann. Freilich sind die Zeiten, in die wir hineingestellt sind, andere geworden, die Probleme, vor denen wir stehen, ganz andere. Und deshalb könuen wir, die Generation von heute, die in entscheidende Kämpfe hineingeslellt ist, aus Pi'k or Adlers Sei», und Leben nichts besseres lernen als das; wir es ihm gleichtun in der glühenden Liebe zum Proletariat, in dem Durchdrungensein vo», der Notwendigkeit auf die Wirklichkeit. Wir sind in, Geiüe bei jenen unserer tapferen österreichischen Genossen, die an seinen, Graba seiner in Liebe und Treue, Ehrfurcht und Bewunderung gedenken und wir halten stolz unsere rote Fahne hock), die seinen Händen vor fünfzehn Fahren entglitt. Diese Bedrohung wird voll erwiesen durch das Ergebis des gerichtlichen Verfahrens, das| Die Brandstiftung des Dritten Reiches! Berlin, 11. November. Nach den heutigen Mel- dungen de« Wossfbürot über den Prozeß zur Verteidigung der ReichStogSbrandft'fter wird der Prozeß etwa am 20. Norewber wieder nach Leipzig verlegt worden. Mit dem Urteil ist anfangs DczemLer zu rechne». Bemerkenew«rt ist di« Zeugenaussage bei Krim'nalassistenten Vast, der beauftragt war, über den Aufenthalt des van der Luvb« in Heringsdorf Nachforschungen anzustellen. Da van der Lubd« dort mit Nationalsozialist«« verkehrt«, hat vast selbstverständlich«tcht fkststellr« können, waS Lnbb« dort eigentlich-«wallt hat. Er - fei aber enmal mit der Fra« eines kammuni» stisch«« Führer» gesehen Word««. ES Ist nicht daran zu zweifeln, daß der Kriminal- asfistent Gast für diese«lende kriminalistische Schul- bubenarbell belobt weiden wird. Einem Fahrstuhlleiter, der Dimitrow im Reichstag gesehen haben will, antwortet Dimitrow, daß er seit 19 81 nicht mehr im Reichstag gewesen ist. Ein ReichStagSangestvllter namens Enk« will bemerk» haben, daß im ReichStagSzimmrr des Abgeordneten Torgler, das selten benützt worden <«i, einmal«'ne verdächtige Zusammenkunft mehrerer Personen stattgefunden hak«. Er hab« auch Popow einmal gesehen. Bei der Gegenüberstellung erkennt der ReichitagSangastcllt« Popow mit Bestimmtheit wieder, denn der Zeuge ist National'ozial'st. Torgler sagt dazu, daß di« verdächlige Zusammenkunft auS einer Mieterabordnung bestand und das» der Mann, den der Zeug« für Popow hielt, wahrscheinlich der Journalist Norden war. Goebbels hot gelogen Nach der M ttagSpause erklärt Torgler, daß di, Behauptung des Ministers vo«bb«l», er, Torgler. hab« im Mai 192» im RelchStagSpleimm eine IRtbc gehalten und di« Opfer des 1. Mai in zynischer Li« s« verherrlicht, unrichtig Ist. Torgler hab« im Mai 192» im Plenum des Reichstage» überhaupt nicht-«redet. Geldfälscher belastet Dimitrow Der Belastungszeuge gegen Dimitrow, Otto W i h l e, ist schon dadurch charakterisiert, daß er in SträflingSkle'dung vor dem Gericht erscheint;«r sitzt nämlich wegen eines Geldfälschungsversuchs Er be- hauplct, daß sein Zellengenosse Krause Dimitrow während dessen Untersuchungshaft nach einem in der„Morgenpost" erschienenen Bild der Bulgaren wi'dererkannt und Dimitrow davon erzählt zu haben Dimilrcw sei daraufhin ausfallend blaß geworden. Dimitrow erklärt dazu, daß er nicht erschrocken war, weil das bei ihm nicht vorkommt. Der Zellengenosse Krause bestätigt die Angaben seines ehrenwerten Kameraden Aut dem Bericht d«S WolfsbüroS geht freilich nicht hervor, in welcher Weis« sich d'e deutsch« Justiz kür di« Zeugenaussage der beiden Gauner erkenntlich zeigen wird. Dimitrow gibt zu, mi» Krause gesprochen zu haben Wihle '«i jedoch nicht dabei gewesen, kraus« hab« ihm di« Zeitung gegeben(Dies streitet kraus« ab.) ES sagen dann di« Polizribeamten auS, di« da» bei Dimitrow gefundene Urtundenmatertal besich- 'Verteidiger feines Klienten uin diesen in loyalster Weise bemüht hat und welche gewissen Ra;i- „RechtS"anwalt«n di« Schainrö« ins Gesicht «reiben müßte, tvenn sie sich einen Rest von An« standSgefühl'bewahrt hätten. Dr. Lcbeuhart erklärte, er hätte als z i o n i st i sch e r,J ud e die ihm zugesallen« ex osfo-Per cidigung des Kaß auch dann übernommen und di« Interessen seines Klienten nach Kräften vertreten, tvenn dieser sich heute noch zum Hakenkreuz bekannt hätte. Er unterscheide zwischen der Amts, pflichi und der privaten Sphäre und wisse sich in dieser Hinsicht einig mit der Anschauung der gesamten Kultur- Welt. Er stelle diese Tatsache der Hakenkreuz- lerischcn Behauptung gegenüber, daß ein Jude einer objektiven Einstellung nicht fähig sei und unterwerfe sich ruhigen. Gewissen» dem urteil der Dessen lichkeit, ob er seinen Pflichten als Per. teidcger nachgekommen sei. Nach Abschluß der Plädoyer»-zog sich der Gerichtshof zur Urteilsberatung zurück, di« längere Zeit dauerte. Das Urteil lautete sulgenücr- ucasten; Di« Angeklagten Saß, Burghardt, Fischer und Dteßl wurden im Sinn« der Anklage schuldig erlauut und zu folgenden Strafen verurteilt: Kaß: vier Jahr« schwer«« und verschärf, le» Kerkers uud 5000 Ke Geldstrafe; Burghart uud Fischer: je sechs Monat« schwer«» und verschärften Kerker« und j« 1000 Kt«eldstrafep» Dießl: drei Jahr« schweren und ver, schärfte« Kerker» und 5000 lü Geldstrafe. Weber uud Schuld«» wurde»» frei, gesprochen. Burghart und Fischer erklärten, die Strafe anzunehmen. Di« Verteidiger des Kaß und Dießl meld««n Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Der StaatSantvali mel- dete fainerseit» Nichtigkeitsbeschwerde gegen die freisprechenden Urteil« an und im Falle Kaß Berufung wegen zu geringen StrajauS- inaße». Der Gerichtshof beschloß, die Frei- gesprochenen Weber und Schuldes auf »freienFußzu setzen. Alle anderen Angeklagten Prag, 11. November. Der heutig« Berhand- bmgStag, zu deffen Beginn noch deeFraudeS Lngerlagren Schulde» über nebensäch- liche Detail» einvernommen wurde, stand im übrigen ganz im zeiditn sensationeller Deweisamrflge tzeS Verteidigers deS Hauptangeklagten Kaß, Dr. Lebenkart, di« geeignet waren, dieser Verhandlung di« Bedeutung eine» i n t e r nationale n S r« ig n ifs e S zu geben. Dieser Prozeß hat sich in einer Weis« entwickelt, daß da» Schick- sal dieser erbärmlichen Handlanger eine» bestiali- schen Systems völlig in den Hintergrund tritt und dieser System selbst in seiner unsäglichen Scheußlichkeit airgeklagt erscheint. ES ist bekaunt, daß Kaß, der SA-„Schar- süh rer" erklärt«, sein« Deryas ung durch ans- fällige» Verhalt«« selbst provoziert zu haben, weil er do» tschechoslowakisch« Gefängnis al» Asyl vor den Mörderfäusten seiner„Parteigenossen- betrachtet«, vor denen er al» ungeschickter Enrissär keinen Augenblick sicher gewesen wäre. Zur Stützung dieser an sich unwahrscheinlich anmutenden Der. tadigung des gewesenen Landsknechte« unterbreitet« bei der beutigcn Verhandlung Dr. Lebe«hart ein« Reih« von BeweiSantrögen dar- über, daß die Fürchterlichkei» der Hit- lerischen Hunnen„justiz" geeignet sei, auch einen» beherzten Mann da» Gruseln beizubringen. Der Verteidiger Dr. Lebenhort hatte mehrere Zeugen zu Gericht gebracht, Flüchtling« au» der Höll« drr Konzentration», lager, di« ihr« gräßlich«» Erfahrungen au» dr« tzunnenreich unter Zeugeneid zu bekräftigen bereit wann. Der Anwalt bat gleichzeitig da» Gericht, im- Fall der Einvernahm« dieser Zeugen deren Personalien g«h«imzuhalten, um sie nicht den Verfolgungen der braunen Myrdgesellen prei-zugcoen. Die Anträge de» Verteidiger», di« di« braun« Kulturschande vor dem Tribunal eine» unabhängigen Gerichte» öffentlich zur Sprach« bringen, fördern wahrhaft grauenhaft«» Material »utage, daS durch di« Tatsache gekennzeichnet ist, daß das Gericht sich veranlaßt sah, an zwei Stellen der Antrag-Verlesung die Oesfeut. lichkeit auüzuschließeu, weil Mc Schilderung der angeführten Bestialität«« als Verletzung der osseotlicheu Sittlichkeit auzusche« sei. Mir lassen«un den iu seiner nüchternen Sachlich, feit um so entsetzlicher anmu enden wortgetreuen T nahmen, begrüßt wurde. Sachlich wies Gen. Nießner dem christlichsozialen Redner nach, daß di« gegenwärtige politische Situation ein offeneres Bekenntnis zur Demokratie erheischt, als es Senator Hilgenreiner für notwendig hält, wenn man nicht in den Geruch kommen will, wirklich als das angesehen zu werden, als was daS Hauptorgan des Bundes der Landwirte vor Kurzem die Christlichsozialen bezeichnete: Die Hyänen der W a l st a t t. Kein Sah Dr. Hilgenreiners blieb unwiderlegt. Treffend kennzeichnete Genoss« Nießner die Sucht der Schwarzen, eine» möglichst großen Happen aus der Erbmasse der verbotenen sascisti- schen Parteien zu ergattern, um sodann auf den FasciSmu» zu sprechen zu kommen. Jede» Wort eine gewaltige Anklage gegen das System der Hiller und Goering und wie Peitschrnfchlagr praffelten di« Feststellungen dr» Redner» auf die Christlichsozialen, di« nicht nur keine« Kampf gegen diese» Blutsystem führen, sonder« ihm die Mauer machen. Zum Schluß stellt« Gcnoffe Nießner in eindeutigster Weise klar, wer an der heutigen Mas- scnnot die Schuld trägt und welchen Ausweg die Völker haben, um aus dem Chaos, das die Möglichkeit eines n«uen Krieges in sich schließt, den Weg zu Frieden und Arbeit zu finden. In der Debatte meldete sich der Vorsitzende dcS christlichsozialen GcwerkschaftsbundcS Schütz zu Worte, dem Gcnoffe Palme aus Trautcnau antwortete. Beide Redner unserer Partei ernteten stürmischen Beifall". Tas Schlußwort Hilgen- reincrs ging im Absingen der Internationale unter. Damit wurd« der Beweis erbracht, daß sich di« sozialdemokratisch« Arbeiterschaft die jesuitischen.Hetzereien ihrer Gegner nicht gefallen läßt. Vie Koalierten Staats- angesiellten-Verbände zu den Personalsparmaonahmen Wir veröffentlichen nachslchind einen Auszug ans dem Memorandum der koalierten Organisationen der Slaaisangestellren, welches am Donnerstag dem Minister-Präsidenten übergeben wurde: Tie Organisationen der öffentlichen Angestellten bei den ÄoalitionSpartcicn. welche die Initiative zu Verhandlungen mit der Regierung rn Sachen der Ersparungen ergriffen haben, tun dies unter folgenden drei Grundbedingungen: 1. Energisches Eiugrrisen der Regierung zur Verbilligung der LebenSbedarssgegeustände. 2. Dir Zusicherung, daß dir von den Staati- und össeotlichen Angestellten gesorderten Opfer tatsächlich nur vorübergehende und die letzte Kürzung ihrer Bezüge sein werden. 1. Dir Bürgschaft, daß über Sachen, welche die Staats-, össeotlichen und Privatbedienstetrn betres» sen die Rrgierungssaktorrn stets zuvor mit den Bedieustetrnorganisationrn bei den politischen Parteien der Mehrheit der Nationalversammlung ver- handrlu werden. Zn der Voraussetzung, daß dies« drei Bedingungen erfüllt und.«ingehalten werden, unterzogen die Organisationen der öffentlichen Angestellten bei den Koalitionsparteien di« Anträge des Finanzministeriums einer eingehenden Analyse und d.ychlosten einstimmig, der Regierung zu beantragen: U DaS Gleichgewicht im Voranschläge für das Jahr 1934 ist in erster Linie durch Erhöhung der Einkommen st euer, ivelchcr Zuschlag von 33 Prozent rund 440 Millionen betragen würde, her- zustellen. 2. Wenn dir Regierung diesen Antrag al! undurchführbar erachten sollie. ist wenigstens eine Erhöhung des Progreßzuschlages zu. Einkommenstruer von d«n Steurrgrundlagen übA 100.000 Ke«inzufübren 3. Schließlich ist der Regierungsantrag auf Verschärfung der Strafbestimmungen gegen die Steuerdefraudanten durchzubehandeln. Diese Finanzmaßnahmcn erfloffen als neue Anträge der Arbeitskommission der Bc- dicnstctenorganisationcn bei den koalierten Parteien, welche bereits beantragte: a) Die sogenannte Militärtaxr als Zuschlag zur Einkomnienstrucr. d) Tie angemessene Erhöhung der Ge- richtsgebührcn. c) Tie Einhebung der Umsatz st euer mit Stempelmarlin. d) Tie Einführung einer Steuer von unbebauten Grundstücken sowie Renten und Gewinn« aus Kartellen und Aktien es Ein« Abgabe von den Zechen in Restaurationen, Weinstuben, Bars u. dgl., welche nach der zwölften Nachtstunde geöffnet sind. k) Tie Berpachtuna der staatlichen Jagden im öffentlichen Offenversayren. g) Eine Junggesellcnslcuer wie in anderen Staaten. h) Die Besteuerung fremder Patente und paten- tirrter fremder Erzeugnisse. Tie. gefertigte Kommission verdolmetscht nun chrcn Standpunkt zu den Personalsparmaßnahmen. Sie hebt hervor, daß sie von diesen Anträgen jene abwcüen mußte, welche entweder nur einen Teil der Äedienstctcnschast oder wiederum einige Kategorien mchrcremals, treffen würde(Einstellung der Vorrückung aus ein Jahr, Neugliederung der Aktivitätsgebühr und deren Anweisung gemäß dem Wohnorte). Sie legt aber der Regierung folgende Anträge vor, welche sic einstimmig beschlossen und als gerechtere nnd tragbarere Pcrsonalsparmaß- nahmen erachtet hat: 1. bei den aktiven Bediensteten mit einem Gehalte bis zu Ile 7200 ist ein Abzug vom Grundgehalte in der Höhe von zwei Prozent durchzuführen; 2. bei Pensionisten mit einem Ruhegenuß bis zur Hätte von Ke COOO ein Abzug la der Höhe von zwei Prozent; 3. bei den übrigen aktive« Bediensteten nnd Pensionisten ist ein Abzug von vier Prozent durchzuführen; 4. von der Beförderung und GehaltSvorrlickung ist ein besonderer Beitrag für den Pensionösondd in der Höhe von 50 Prozent der Vorrückung S- quotc für die Dauer eines JahreS einzuführen: 5. die AuSlandSpensionen sind bis aus 50 Prozent herabzusetzen; 0. StaaiSangestellten-Ehegatten ist dl« Aktivität ü g e b ii l, r nm 50 Prozent herabzusetzen. Insoweit es sich um die AliivltälSgebühr handelt, welche im Lohne oder im MonatSgeld« enthalten ist, ist die Quote der AktivilälSgebühr, welche bisher mit 33 Prozent beziffert wurde, auf 15 Prozent herabzusetzen und sind die fallwcisen Abzüge von den um dies« 15 Prozent reduzierten Gehalte zu berechnen; 7. die Pension der Ehepaare ist bei einem gemeinsamen Einkommen von mehr alö 18.000 Ke jährlich zu kürzen; 8. der Art. VI ß 5 der Novelle des Finanzministeriums lVerdiensteinkommen der Pensionisten) ist im Betrage Ke 12.000 auf Ke 24.000 abzuändcrn: 9. dir Witwenpenstonen bei Gattinnen, welche um 20 Jahre jünger als der Gatte sind, sind um 10 Prozent und für jedes meliere Jahr des Altersunterschiedes um zwei Prozent zu kürzen;. 10. mit den Abzügen sind die Pensionen der kV. Etappe, ferner dir Perzipienten von Gnadenpen- sionen und Gnadenaaben sowie auch jene nicht za treffen bei denen die Zurechnung von Jahren aus dem Grunde der Invalidität aukgehoben wurde; 11. bei ledigen Staatsbrdienstrlen, insoweit diese mit den Eltarn sStaatSbediensteteu) im gemein» lamen Haushalte leben, wird eine Herabsetzung dex AktivitätSgebühr um 20 Prozent zuge- toffrn; 12. ist über die alte Forderung der Herad- fe du ug der Dienstzeit bei den Bediensteten- und Untrrbeamtcn-Kategorieu sowie bei den Kanzlei- Tagesneutgkeifen Warum? Soldatenselbstmord. Brünn, 11. November. Am 11. November um 5.45 Uhr wurde im Waschraum der Militärbaracken in Brünn der Rekrut Jvh. B r a d a vom Telegraphcn-Bataillon tot aufgefunden. Er halte sich mit einem Rasiermesser die Kehle durchschnitten. Tie Ursache seiner Tat wird kommissionell untersucht. Au» den hinterlassenen Dokumenten ist die Ursache des Selbstmorde», der zwischen 2 und 3 Uhr verübt wurde, nicht fr st zu st eilen. Sin Fün'zehnj ilfrlier von einem Stier ausgespießt. Komata», 11. November. Im Weierhof N e u d o r f ereignete sich gestern ein eigenartiger Unfall. Der dort beschäftigte 15jährige F ü t t e- r e r Erich Geißler näherte sich einem Stier und versuchte ihn zu streicheln. Der Stier sprang gegen den Burschen und spießte ihn buchstäblich auf. Mit schweren Verletzungen des Unterleibs wurde Geißler in das Komotauer Krankenhaus gebracht. Heger-Mord bei gglau. Jglau, 11. November. Im Gebiet von Poln» und in der Umgebung von Skr^öov. begann heute die Gendarmerie unter Mitwirkung der FahndunaSstellen auS Kuttenberg und Jglau die Nachforschungen nach dem Mörder des 73 jährigen Hegers Johann B r a b e c, der Freitag abends im SkrLLovcr Bach erschossen und mit MooS bedeckt aufgefunden wurde. Das Gewehr des Brabcc wurde unweit der Leiche entdeckt und ca. 15 Schritte entfernt in der Rinde einer Fichte wurden Schrotspuren gefunden. Hcut^ findet die Obduktion der Leiche statt. Zer Au'owild'ing von Tupadi verhaftet Zu dem schweren Unglücksfall bei Tupadi, der zwei Arbeitern das Leben kostete, worüber wir bereits gestern berichteten, erfahren wir, daß der Fahrer des Unglücksauto von der Gendarmerie in einem gewiffcn N e m e L e k aus einem Orte bei Prag sichergestellt und verhaftet werden konnte. Er wurde dem Bezirksgerichte Wegst ä d t l cingcliefcrt. Nach seinen Aussagen will er sich auf der Fahrt von Böhin.-Kamnitz nach Prag befunden und den Unfall gar nicht bemerkt haben. Da er aber auch Straßengehilfen und Offizianten lOberofsizianten) von den bisherigen 40 Dienstjahren aus 35 zu entscheiden. Zur Milderung der Arbeitslosigkeit beantragen wir, daß alle Ausgedienten den- sioniert werden und daß die B e s ch ä st tigunq von Pensionisten mit vollen Ruhegcnüssen verboten wird. Im Abschluß wird an das Versprechen des Finanzministers erinnert, daß die Novelle, bevor über sie von der Negi-rnng entschieden werde» wird, zur Beurteilung der Arbeitskommission übergeben werden wird. steine umgeriffen hat, dürften diese Aussagen nicht zutreffen. Die beiden Leichen wurden nach Liboch gebracht. Wieder eia Bahnunsall. Gestern mittags fuhr ein Motorzug bei einem nicht geschützten Bahnübergang zwischen den Stationen Choceü— LitomySl im Kilometer 6.9 auf«ick Automobil auf, das den Bahnübergang der BezirkSstrahe überqueren wollte. Eine Person wurde schwer, eine leicht verletzt. Die Ursache des Unglücks wird untersucht. Vp'er des Verkehrs. Valencia, 11. November. Ein mit 13 Personen besetzter Autobus stieß mit einem Lastkraftwagen zusammen und schlug um. Ein anderer Lastkraftwagen fuhr in_di« beiden kollidierten Fahrzeuge hinein. Fünf Personen kamen ums Leben, ein« wurde schwer, mehrere leicht verletzt. * Saarbrücken, 11 November. Ein Straßenbahnwagen kam in Sulzbach auf einer starken Steigung nicht weiter, da di« Schienen durch den überaus starken Nebel glitschig geworden waren. Der Wagen rollte den Berg hinunter, weil di« Bremsen versagten. Er sprang in einer Kurve aus den Schienen und raste gegen mehrere Bäume. Bier Personen wurden schwer verletzt. Größer als die Maco^a. Die bekannte Hypothese Prof. Dr. Absolo n s, daß der ganze w e st m ä h r i s ch e K a r st ein einziges zusammenhängendes unterirdisches Labyrinth darstellt, das vom Flußbrett der Punkva gebildet wird, wurde durch die in dieser Woche stattgefundenen Versuche bewiesen. Durch Einpressen von Gasen in d«e unterirdischen Gänge wurde es ermöglicht, die Gänge in der Richtung gegen Dolina und MeSiny zu verfolgen, und es wird in kurier Zeit die Entdeckung der zweiten großen Scklucht erwartet, die wahrscheinlich größer sein wird als die offene Macocha selbst. Die Ergebniffe, di« Profeffor Kunovsky mit der Rute erzielt«, stimmen bis jetzt genau mit den neuesten Erforschllngeii überein. Mord und Selbstmord. Der 27 Jahre alte Franz Hummel, wohnhaft auf dem Fortschritt-Schacht bei Herrlich im Bezirke Dux, unterhielt mit einer in einem Duxer Gasthofe beschäftigten 27 Jahre alten Kellnerin Milada Skuthan aus Hostoniitz ein Liebesverhältnis. Hummer! erschoß seine Geliebte in der Nacht von Freitag auf Samstag und nahm sich dann selbst daS Leben. Bei beiden führten die gut gezielten Kopfschüsse den sofortigen Tod herbei. Diese Tat muß im gegenseitigen Einverständnis geschehen sein, denn Hummel äußerte sich Freitag am Wege zur Arbeit seinem Brllder gegenüber, daß ihm die Skuthan zurede, mit ihr gemeinsam in den Tod zu gehen. Gestern nachmittags kam zu der in einem Hause in der Hans-Heiling-Straße bediensteten> Jungstorm-Slraicn gemildert Brünn, 11. November. Heule um 11 Uh: wurde das Urteil vor dem Obersten Gerichtshof in Brünn in Angelegeicheit des Jungsturms$. fällt. Durch cS wurden die Angeklagten auf Grund des§ 17 des Gesetzes zum Schutze d«, Republik zu schweren Kerkerstrafen verurteilt, und zwar Herbert S t ü d l zu einem Jahr, Walter Hickl zu neun Monaten, E. Schenk und Johann Paul zu acht Monaten, Otto Oermäk, Oskar Schmidt und Johann Winkler zu sechs Monaten. Den Angeklagten Stüdl und Hickl wird weiters eine Geldstrafe von je 1000 Ar auferlegt, im Falle der Uncinbring. lichkeit weitere zehn Tag« schweren Kerker-, Zwei Jugendliche wurden zur Straf« der Verschließung, und zwar jeder zu vier Monaten bedingt verurteilt, wobei die Bewährung-frift mit drei Jahren festgesetzt wird. Die Unt«r- 'uchungshaft wird in die Strafe eingerechnet. Zlll« Verurteilten haben die Kosten des Versah, renü vor der ersten Instanz gemeinsam zu ersehen. Der Fall des-Harald Stefan wird an die erste Instanz zur neuerlichen Behandlung ver. wissen. 22jährigcn Hausangestellten Maria Lud ihr Verlobter Oswald Wondra, von Beruf Schneider. Zwischen den beiden kam es in der Wohnung der Lutz zu einer heftigen Eifer, suchtsszene» in deren Verlauf Wondra dem Mädchen schwere Schnittwunden an der Kehle beibrachte, daß dieses kurz darauf starb. Sodann verübte Wondra einen Selbstmord« v e r s u ch, in dem er sich gleichfalls lebensgefährliche Stichwunden mit einem Meffcr beibrachte. Er wurde im schwerverletzten Zustand in» Krankenhaus gebracht. ArbeitSanleihe-Tarlehen für Brüx. Aus Grund der zwischen der Stadt Brüx und den Prager Zentralstellen geführten Besprechungen wird die Stadt Brüx aus dem Ertrage der Arbeitsanleihe ein Darlehen von 2% Millionen klr erhalten, das zu Wasser- fassungSarbeiten im Erzgebirge verwendet werden wird. Durch den Anschluß von. mehr als 20 Gemeinden an das Brüx» Wasserwerk wird die Amortisierung und Verzinsung des Darlehens, gesichert werden. Dollar unerwünscht. Alle kanadischen Post, ämter, in einer Anzahl von 13.000, erhielte» den Auftrag, Devisen der Bereinigten Staaten von Amerika abzulchnen, weil der amerikanische Dollar unter die Parität des kanadischen Dollargesunken ist. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Montag: Prag 13.45: Schallplatten, 16.50 Kinderccke, 17.25: Schallplatten, 18.30: Deutsche Sendung: Dr. Hans Schmidt: Zur Winterhilfe, 20.10: Jazzmusik, 20.40: Klavierquartett, 21.10: Orchesterkonzert.— Brünn 17: Englisch« Literatur, 16.25: Deutsche Sendung Jng. Hantschl: TaS Holzhaus, 19.25: Tas Festkonzert zu Ehren Levviks, 21.35: Alle und neue Tänze.— Kaschau 19.25: Orchcsterkonzert.— Wien 15.35: Jugendstunde, 17: Straßenmusik im alten Wien. 17.25: Lieder und Arien, 19: Unterhaltungskonzert.— BreSlau 20.10: Volkssinfoniekonzert.— Berlin 17.30: Haben unsere Träume«ine Bedeutung? 17.55: TaS wiedergefun- den« Lachen, Bauernsage. Dienstag: Prag 10.10: Deutscher Schulfunk, 15.30: Schallplatte», 18.30: Deutsch« Sendung au- Vrünn, 22.15: Schallplatten.— Brünn 11: Bor- mittagskonzert, 16: Militärkonzert, 18: Deutsch« Sendung, 19.10: Im Thayatal.— Kaschau 12.30: Orchesterkonzert, 18: Märchenerzählung, 18.40: Hygiene-Sendung.— Wien 15.55: Berühmt« italienisch« Arien, 16.45: Bastclstnnde, 17.25: Violinvor- träg«, 19: Orchestcrkonzert, 20.15: Melodramen- Abend Treffler.— Heilsberg 20.50: Johann- Strauß-Festkonzert.— Leipzig 16: Sinfonieorchester. Pat ins Jrrenhau» gebracht Karl Schjönsträm, der frühere dänische Bolksschullehrer, der als Pat mit seinem Part-, ner P a t a ch o n im Film große Beliebtheit erlangt«, ist in ein Irrenhaus eingeliefert worden. Schott bei den letzten Filmen mußten die Aus' nahinen zeitweilig unterbrochen werden, da Pat Tobsuchtsanfälle bekam Nr. 265. Sonntag, 12. November 1033. ^cilt 5 Vorboten des Winters. Tie Natur zeigt in den letzten Tagen«in sich immer mehr und mehr änderndes Bild: die ersten Vorboten de» kommenden Winter-, Nebel, Regen, kalter Wind und Fröste machen sich bemerkbar. Aber auch andrr« Anzeichen deuten ans den nahenden Winter hin. Der plötzliche Wetterumsturz hat eine Reihe Erkältungskrankheiten im Gefolge: di« alljährlich um diese Zeit auftretende Grippe macht sich bemerkbar, Gichtleidcnde und Rheumatiker sind am stärksten betroffen. Es ist nunmehr höchste Zelt, sich gegen diese unangenehmen und gesährlichcn Folgen de- naßkalten Wetter- zu schützen und Erkrankungen vorzubeugen. Für diesen Ztveck eignen sich außerordentlich gut Togal-Tablette» aus Brauner- Apotheke„Zum weißen Löwen", Prag II., Pklkopy 11. Togal-Tabletten wirken außerordentlich rasch und zu- verläsiig bei Grippe, Rheumatismus, Muskel- und Gelenkrschmerzcn. Sie lösen di« Harnsäure, gehen daher direkt an die Wurzel de- Nebels und sind vollkommen frei von allen Nebenwirkungen. Fragen Sie Ihren Arzt. Togal-Tabletten erhalten Sie in allen Apotheken. 2167 Regulärer Flugverkehr über den Atlantik. Auf Grund der bisherigen Ergebnisse der europäische» Studienreise des Obersten Lindbergh hegt man die feste Hoffnung, daß der reguläre Flugdienst und Verkehr zwischen Amerika und Europa bereit- im nächsten Jahre wird begonnen werden können. Oberst Lindbergh wird das erste Flugzeug selbst lenken. Anschlag gegen ein Briand-Denkmal. HavaS berichtet, daß unbekannte Täter einen neuen Anschlag gegen daS Briand-Denkmab in Tre- beurdcn ausgeführt haben. Da um das Denk- mal ein Gerüst aufgerichtet war, um das Denkmal zu säubern, gelang es den Tätern, mit einem Hammer die Briandbüste, die aus Stein gehauen ist, so zu zerschlagen, daß da« ganze Denkmal al« verloren angesehen werden mutz. Bestialischer Mord. Alt« Uihorod wird gemeldet: Bei der Rückkehr vom Markte in Te- reSva nach Bedcvla im Bezirk Taöevo gerieten Michael H a v r i l o und dessen Sohn Michael mit Georg Duda in einen Streit. Dabei gab c! auch einige Faustschläge Andern Tags lauerten die beiden Havrilo, mit Hacken bewaffnet, bei Bcdrvla dem Duda ans, den sie nit wahrsten Sinne dcS Wortes in Stücke zerhackte». Beide wurden verhaftet. Der Sohn ist bereit« geständig. Wahrscheinliches Wetter heut«: Unbeständig, ziemlich bewölkt, strichweise Niederschläge, Temperatur ohne erhebliche Aenderung, Südwest- bi« Westwind. Di« polnischen Eisenbahnen ermäßigen dir Fahr, presse. Im Verkehrsm'nisterium wird an der Reform M Tarifes für den Personenverkehr auf den polnischen Staatsbahnen gearbeitet, durch die di« bis. hörigen Fahrpreise bis zu 25 Prozent herabgesetzt werden. Die größte Ermäßigung wird bei langen Strecken«intreten, was iür di« Herabsetzung der Preise des Transit« durch Polen von großer Bedeutung sein wird. Ter neu« Taris soll am 1. Jänner 1931 in Kraft treten. Erhöhte MNltartsteriing Deutschlands Berlin, 11. November, lisch. P.-B.) In grltinsormirrten Kreisen wurden mit Sicherheit bedeutungsvoll« Neuerungen siir di« kommend« Zeit erwartet.— Der aus den morgigen Wahlen hervorgehende Reichstag wird bekanntlich die Hauptansgab« haben, di« neue Verfassung (u genehmig«», die das Deutsch, Reich zentrali- ert und sein« bisherig« Aufteilung auf einzeln« Lander aufhebt. Damit verschwinden di« bisherigen Regierungen in den deutsche» Ländern, insbesondere aber die wich, tigste von ihnen, di« Preußisch« Regierung, an deren Spitze General Moering steht. Zum Ersatz für dieses bedeutende Amt wird Grneral Go«, ring, der schon fetzt ReichSlnftsahrt« m i n i st e r ist, auch Sicherheitsmini st er. Diesem neuen Ministerium wird die Polizei des ganzen Reiches unter st«l l t fein, iväbrend bisher die Pollzeikräfte den einzelnen Landesregierungen untergeordnet waren. Außer» dem wird anch behauptet, daß noch ein Ministerium für national« Berteidi« guna geschaffen werden wird, an drssrn Spitz« Kapitän Roehm gestellt werden wird. Diesem Ministerium werden alle Verband« unt«rliea«n. di« nach militärischem Muster organisiert sind, ioie z. B.: Di« nationalsozialistisch« SA, der Stahlhelm«sw. Außerdem werden unter die Führung von Kapitän Roehm anch andere verbände, di« für die Verteidigung des Landein Erwaguna kommen, wie z. B. der Brrb"nb der Automobilisten, der Motorradfahrer«iw.. erstellt werden. Im ganten werden so dem Kommando des neuen MlnisterinmS für nationale Verteidigung mehr als 1.5 Millionen Personen unterstellt. l?s muß bervoraeboben werden, daß durch die V>lduna der angeführten zwei Ministerien das Reich«, lvehrm'nistcrlnm in nicht» berührt werden soll, an dessen Svihe anch weiterhin General von Blomberg stehen wird. Schließlich verlautet, daß im Zusammenhang mit den angeführten Nrnerunaen das ganze Reichskabinett umgebildet werden soll, wobei Vizekanzler von Pap en zum Reichsaußenminister ernannt wer« de» soll. Diese Schlüsse wurde« jedoch dementiert. Prager Reportage: Molofenritt am Barrandow. Wie ein 3ilm gevreyt toirö. Wen» der Somnter vorbei ist, wird rS still um den Feljenhügol im Süden Prags. Verlassen sind die Tennisplätze und das Schwimnestadion, goschlos-1 seu das groß« AuSflugSrestaurant, fröstelnd kahl die Tcrrasiengärten der kubistischen Billen— und die Moldau, di« in Hochsommerhitze«in« groß« Bade-\ wann« war, ist wieder ein schweigsamer, ernster Fluß geuwrdrn. Wer heute zum Barrandov hinaus-1 pilgert, steht im Verdacht, daß sein Spaziergang| nicht einem Blick in di« Natur, sond«rn«in«m Blick in« Künstlich« gilt: in dieWerkslatt der Pra- g«r Film«, di« sich hier oben angesiedelt hat. ES lohnt sich schon,«iu«n Blick in unsere „Traumfabrik" Ku werfen(so hat Ilja Ehrenburg aufreizend richtig die Filmindustrie benannt), eS lohnt sich, d«n imposanten Atelirrbau zu betreten, der mit seinen Maschinenräumen, mit seinen Requi- siten-Wertzstätten und mit seinen Aufnahmehallen (gefüllt mn fahrenden und hängvilden Scheinwerfern, mit Kabeln und Kamera«, mit Bauten und Trümmern) den Vergleich mit den größeren Kon» turrenzfabriken in Hollywood und NeubabelSberg! nicht zu sckwuen braucht. Denn w^r Filme nur von! der Leinwand keimt, vergißt allzu leicht, wieviel Arbeit und technischer Aufwand in so«in Flimmer-' spiel investiert wird, und er vergiht dann zu fra-< gen, ob der Wert des Produkts in angemessenem' Verhältnis zu der menschlichen und motorischen Lei-1 stung steht, di« zu seiner Entstehung notwendig waren. Jetzt gerade sind groß« Tage am Barrandov. Tage der Ausländer, di« nach Prag gekommen sind,' um hier etwas anderes zu drehen al« di« am Bar-1 randov üblichen„heimischen" Film«. Der Regisseur Toursanski steht al« Kommandant in einem bunten Heer von Hunderten Komparsen, der berühmt« Pariser Albert P r ü j« a n(der„SouS les toitS de Pari«" sang) schaut m der Uniform eines zaristischen Offizier« in da« Gewimmel der Popen und Bäuerinnen, der Kosaken und Mongolen, die sich auf dem im Freien errichteten allrussischen Marktplatz gruppieren— auf einem Marktplatz mit Mockentüvmen und Stadttoren, mit Kaufläden und einer silberglänzenden Zwiebelkuppel und mit der unerläßlichen Gänseherde, di« dadurch, daß sie aus dem Schauplatz wichtiger Ereignisse schnattert, daS östlich« Milieu täuschend vervollkommnet. Drüben am Abharrg über der Wolga-Moldau grasen zwei Dutzend Kosakrnpferde. Darunter ein Schiimnel, prächtig ausgezäumt. Sein Reiter ist I n k i s ch i n o f f, an den sich jeder erinnert, der Pudowkin« Meisterfilm„Sturm über Asien" sah. Damals war Jnkischinoff der Mongolenpriuz, den man verhöhnte und zum Richtplatz führte, der dem Tode entrann und loSbrach wie ein menschgcwor- dcner asiatischer Rachegott. Auch in diesem neuen Film soll er einen Rebellen spielen(und der sympathische Präsean soll sein zaristischer Widersacher sein). Aber vorläufig sehen wir ihn gemächlich reiten, unbeweglich und.schweigsam. BiS sich schließlich alles mit jenem Gemisch von harrender Geduld und flackernder Nervosität, das für Filmaufnahmen charakteristisch ist, aus der Szene versammelt hat. Daß«S«in historischer Film wird, sehen wir an den Uniformen und Trachten und an der Jahreszahl 1832, die an einem strahlend nvuen Giebel verzeichnet ist Daß«S«in französischer Filin wird, würden wir nicht bemerken, wenn wir«S nicht wüßten. Denn es herrscht auf diesem russischen Marktplatz«in wahrhaft babylonisches Sprachengewirr. Der Regisseur besehligt sein« Truppe in einem originellen, den Lokalbedürfnissen äuge paßten Esperanto:„Tie vojüci hierher! Aller pryö!" Und der Regieassistent, der immer wie«in betriebsamer Wichtigtuer auSsieht und dabei das unentbehrlich«, viclgeplagt« Riädchen für alles ist, übersetzt jede Airweisung korrekt in drei Sprachen. Wenn der schrille Pfiff einer Pfeif« ertönt und das letzte Konnnando„Achtung, poror, attontion!" erfolgt ist, kann die Aufnahnr« beginnen. Die Kosaken reiten durch di« Stadt. Eine galoppierend« Kavalkade prescht, während die Glocken Sturm läuten, mit gezücktem Säbel über den Marktplatz, zu einem Tor hinein, zum anderen hinaus. Ihr folgt«irr« ander« Truppe, mit dem Schimmel voran, mit Fahnen und Fußvolk. Vor der Kamera macht sie Halt. Ans der Leinwand werden da« noch nicht fünf Minuten sein. Bei der Aufnahme dauert cs z>v«i Stunden. Ter Rcgisicur läßt drrimal und fünfmal wiederholen, der Standort der Apparat« und der Komparsen wird geändert. Und jedrSmal hebt einer eine Tafel vor die Kamera, auf der die Nummer der Aufnahme, ihre Stell« im Film vermerkt ist. Belin , Kosakenritt war eS schon ein« dreistellig« Zahl. I—oli— Albanien Der llrrterglmg ewer Diktatur. Durazzo, November. König Zogu, der albanische Diktator, sorgte zehn Jahre hindurch nur dafür, daß, den An- weiiungen Mussolini« zufolge, sein Land zu einem Militärarsenal würde. Ein jeder weiß, daß Albanien ein arme- Land ist, in dem nicht einmal die elementarsten Fortschritt« vorhanden sind. Die tvenigen bestehenden Straßen von Stadt zu Stadt sind kaum fahrbar. Wenn z. B. ein Zentner Getreide— das 27 llr kostet— 30 Km. weit zu befördern ist, müssen 40 Ile dafür auSgegeben wer- den! DaS Bieh kann vom LandeSinnern zum MeereSufer nur zu Fuß befördert werden und bevor man angekomemn ist, ist di« Hälft« davon verreckt! Zogu hat diesen Primitiven Notwendigkeiten keine Rechnung getragen u»td drei Viertel des jährlichen Staatsbudgets dem Heer, dem Hof und den hübschen Frauen zugewcirdct! Nur ein Viertel diente für den Bau einiger strategischer Straßen, di« für den örtlichen Verkehr unbrauchbar sind. Diese Arbeiten haben überdies dreimal mehr als ihr wirklicher Wert beträgt, gekostet, weil ZoguS Verwaltung aus Räubern fafeistischer Art beswht. Es heißt, Zogu habe di« Stadt Tirana mo- dcrnisiert. Damit ist eS aber nicht weit her. ES wurden einige Ministerien und zwei Boulevards gebaut. Letztere sind aber noch nicht fertiggestellt; sie tragen die Natnen von Zog» und Mussolini, ihre Länge beträgt je 200 Meter etwa. Die Ausgaben sind ungeyeuer gewesen. Zogu hat auch die elektrische Beleuchtung eingcführt, d. h. aus Italien zwei Oelmotore bezogen und ein Drittel ocr Wohnungen nlit Licht versehen. Das, obwohl Albanien Wasserfälle besitzt, die fast die ganzen Balkanstaaken mit elektrischem Strom versorgen könnten! Mussolim hat seinem Freund Zogu Geld unter der Bedingung besorgt, daß es in Italien verwendet würde: dies geschah durch Ankauf von Kanonen und anderen Waffen, Munition, Tanks, Panzerautos; die albanischen Soldaten wurden mit italienischen Erzeugnissen ausgerüstet. Es wurde eine Nationalbank errichtet, welche von Italienern geleitet wird, die nicht für die albanischen, sondern für die eigenett Interessen Sorge tragen. Nach zehn Jahren Diktatur besitzt Albanien weder Industrie noch Handel, eS befindet sich immer noch in demselben Zustand, in welchem es die Oesterreicher am Ende des Weltkrieges verlassen haben. In den letzten drei Monaten hat sich aber die Lage verschlechtert. Bevor Mussolini seinem Freunde Zogu die alljährlich üblicheit zehn Millionen Goldsranken borgte, stellte er ihm neue Bedingungen, die unannehmbar lvaren, da sie ans Albanien ganz eine italienische Provinz gemacht hätten und ein Volksaufstand zu befürchten war. Mussolini verlangte: Ersetzung der französischen Lehrkräfte des Gtunnasinms in Korea durch Italiener; Wiedereröffnung des Gymnosiums in Sku» tari, das kürzlich tvegen der aufhetzerischen politischen Propaganda der Jesuiten, geschlossen worden ist: Berufung von Italienern an alle leitenden militärischen und bürgerlichen Stellen; Einwanderung von zehntausend italienischen Familien, um sie in di« Ebeirc von Mosepcja anzusiedeln, indem ihnen eine absolute Unabhängigkeit gesichert würde. Gegenüber diesen vernichtenden Bedingungen zog der albanische Diktator ein langsames Siechtum seines Staates einem unmittelbaren Ende seines Regimes vor. An Wahrzeichen diese- langsamen AosterbenS fehlt es schon heut« nicht. In Tirana hat Zogu. wegen Geldmangels, die Offiziersschule, die 400 Schüler enthielt, geschlossen, die Panzerauto- und TankS-Abteilung aizfgclöst, die radiotelegraphische Schule(100 Schüler), daS Jngenwurkorps und den Artillcriepork, der 250 Arbeiter beschäftigte, aufgehoben. In Elbassan wurden zwei Batterien Artillerie aufgelöst und daS Militärspital geschlossen. In Berat wurde die Garnison(500 Mann), drei Batterien Artillerie und daS Militärspital auch aufgelöst. Dasselbe geschah in Durazzo und Korea(je 400 Mann Garnison). DaS Eiide dieser fascistischen Diktatur rückt deshalb immer näher; eS würde für Italien einen wichtigen strategischen Verlust und für Südfla- wien eine Stärkung der eigenen Lage im Kriegsfälle bedeuten! Dr. Viktor Mungioli. Fascistensorgen— anderswo. Wie der „Panama American" aus Santiago meldet, hat die Verachtung der Welt, gegen die blutigen Methoden Hitlers, auch seine Nachbeter in Südamerika in ernstliche Verlegenheiten gebracht. Die Nationalsozialisten Chiles, welche bei ihrer Gründung Hitlers„Programm" annahme» und sich selber kurz„Nazis" nannten, haben cnltecki, wie verhaßt sich die deutsche Nazibetveguug nun in der Welt gemacht hat. In einer Sitzung der chilenischen Äiaziführcr, die unlängst stall- fand, wurde beschlossen, das deutsch« Vorbild aufzugeben und sich von jetzt ab zum Programm Mussolinis zu bekennen. Obwohl sie nun eigentlich„Fascisten" sind, müssen sie sich allerdings aus einige» sehr simplen Gründen weiterhin Nationalsozialisten nennen. Einmal haben sic ihre sjartci unter diesem Namen angemeldct und sann haben sie auch unglücklicherweise noch einige tausend Bogen Papier mit dem nationalsozialjsti- schcn Briefkopf liegen und die müssen nun erst anfgebraucht werden. Die chilenischen Nazis suchen auf e'neni schon alten aber bewährten Weg in die Regierung zu kommen. Sie sind sehr vorsichtig zu den herrschende» Gewalten, unterstützen sie in ihren Attacken gegen die„Kommunisten" und machen nebenbei noch) dem Heer unv der Flotte den Hof. Den Nazis gegenüber steht die Organisation der Republikanischen Miliz. Diese Bewegung, die anch bereit ist, die Negierung zu unterstützen, nmfaßt fünfzigtausend gut ausgebildete Mitglieder. Die Armee jedoch sieht in der Republikanischen Miliz einen unangenehmen Rivalen in ihrer Dtachtsphärc. O T —„Roggkaffol“ B R „L'eberall za haben*. Lebensmittelwerke A. G. Trauteneu. ichlank heisst nicWWWT \dihnh heisst: gesund und kräftig»in! Roog Brot, das reine Natur- pcoauhj. ist ein Regulator für fettleibige und magere Menschen: xurüchzufuhren auf wmo dormbdcbcnde Wirkung ‘ichhnk heisst schön»» }thhnk heisst jung und [gesund hUiL Volkswirtschaft und Sozialpolitik Die Wirt chasislnse und die ianrwirNlhaltiichen Arbeiter. Aus Genf wird unS geschrieben: Nach der, d'eser Tage vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlichten Informationen hat die Wirtschaftskrise seit dem Jahre 1980 di« landwirtschaftlichen Arbeiter stark betroffen, während die ArbeitSbod ngungen sich bedeutend verschlechtert haben. Fast in allen Staaten kam es zur Herabsetzung der Löhne der landwirt- schaftlichen Arbeiter und gleichzeitig trat rin« beunruhigende Zunahme der Arbeitslosigkeit ein. In Deutschland wurden die Löhne der landtvirtschaftlichen Arbeiter mittels Dekrets vom Dezember 1991 um 10 bis 20 Prozent herabgesetzt, so daß dies« Löhne bis auf daS Lohnniveau vom Jahr« 1927 zurückgingen. Im Jahr« 1982 trat«in weiter«» Sinken der Löhne ein, di« zur Zeit in Deutschland nirgends SO Pfennige pro Stunde— Naturalien eingerechnet— übersteigen. InUngarn beträgt der Rückgang der Löhn« während der letzten v!«r Jahr« SO Prozent. Die Löhn« der i t a I i« n i- schen landwirffchaftlichrn Arbeiter überschreiten haute nicht 15 Prozent der Löhn« des Jahres 1929. 2n Polen sanken di« Löhn« rm Jahr« 1982 durchschnittlich um 11 Prozeitt, zeigen jedoch in den östlichen Bezirken verhältnismäßig ein noch niedrigeres Niveau. Einzig und allein in der Schweiz blieben di« Löhne im Jahne 1982 im Bergl«ich zum Jahre 1980 unverändert, nur de Winterlöhnc gingen etwas zurück. In der Tschechoslowakei trat di« erste Lohi/enkung in der Landwirtschaft im Jahre 1981 «in, und ztvar um 5 Prozent, im Faber 1988 erfolgte eine weitere Senkung um 5 bis 10 Prozent. In den Staaten, in welchen die landwirtschaftlichen Arbeiter Naturallöhne erhallen, ist di« Lage der Arbeiter verhältnismäßig schlechter, da dies« Arbeiter geneigt sind, einen Teil der Naturalien zu verkaufen, und zwar nur unter Verlusten. Die Arbeitslosigkeit in der Landwirtschaft ist auf Grund de: Informationen des Internationalen Arbeitsamtes einerseits saisonmäßig, aichcrerseits durch ein« Aenderung in der landtvirtschaftlichen Produktion hervorgerufen. Außerdem wird«in Teil der Arbeitslosigkeit In der Landwirtschaft der vorübergehenden Einstellung des Zuströmens der Landleute in die Städte nick» in di« Juduslriczrntnen zugeschrieben. In einigen Kreisen kam cs sogar zu der«ntgcgengosetztcn Strömung, das fft zum Abströmcn der Stadtbcvöikeruug in die Provinz, Der Träger des diesjährigen Nobelpreises für Literatur. Hwan Ale ejitsch Bunin- der jetzt 03- jährige russische Dichter, ivurde mit dein Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Bunin gehört der sogenannten neo-realistischen Erzählerschule an. Er lebl als Emigrant in Paris Seite 9 Sonntag, 19. MobtmBtt 1888. fit. 2gZ. PBAfltg ZEITBWC. “U W«siwMa# « Freunds püJm'iu Geführten überall I Geringer Verbrauch an IctrlabMtoffan tat ledern Kraft- fahrar willkommen, Wenige Wagen schonen Jedoch die Börse de» Besitzer» In an hohem Maass» wie ikoda-420. EBESS ASAP. Werk Ml. Boleslav- Tel. 37, 73, 373,374 SK0DA-420 Dies tat ganz natürlich, dann dar Mo. tor dieser Type tat ein wlrtcohaftlloh erhaltender Viertaktmotor, mit richtig gelöster Form des Kompresalonirau- mas und vorteilhaft gewühltem Korn- presalonsverhültnls, da» der gpIrt. t u ab enz I n m I so h u n g angepasst tat und mit zweckmässigem Profil dee Saugrohres, welches durch die Aus* pulfgaso wirksam erwärmt wird, so _ des» der Verbrauch pro 100 km Fahrt Offy 1 wenig Uber»leben Liter betrügt. Auch der Ölverbrauch tat sehr gering, *— onn dank der Anordnung besonderer tfrlnge an den Kolben wird da» nUulge 01 zurüokgeleltet und /erbrennung oder Absetzung an Zylinderwinden verhindert.— lern Wagen Skoda-420 worden nicht nur rasch, daher und ho- in, sondern auch billig fahren. FrenndschaftSabeud der Prager Deutschen VolkSsinggetneinde. Am Samstag, den 18. November, um acht Uhr abend veranstaltet die Prager Deutsche BolkS»'Singgemeinde, die jüngste Bereinsgründung unserer Partei in Prag, zusammen mit dem„A t u S" im großen H e i n e. S a a l in Prag XII., Hochstraße, einen Freundschaftsabend. Wie schon der Titel der Veranstaltung besagt, ist ihr Zweck der sreundschafiliche Zusammenschluß der Prager Parteigenossen zu gemeinsamer Unterhaltung und Erbauung. Gediegene Licdvorträgc und turnerische U e b u n g e n werden diese und jene Aufgabe erfüllen. Das zwanglose Beisammensein gleichgesinnter Parteigenossen aber bei einer vergnüglichen Veranstaltung soll auch dazu dienen, die Prager Genossen in innigere und engere Fühlung zueinander zu bringen, ihr Zugchörigkeitsgefühl zur Partei auf diese Weise zu vertiefen. Tie Deutsche Tinggcmeinde hasst daher, daß schon aus diesem Grunde alle Prager Genossen als willkommene Gäste zu der samstägigen Veranstaltung kommen werden: umso mehr, als unsere Bolks-Singgemeindc dringend der Unterstützung bedarf. Am Anfang ihrer Vereinstätigkeit stehend, hat sie mit großen materiellen Schwierigkeiten zu kämpfen, die aber nur beseitigt werden können, wenn alle Prager Parteigenossen dem jungen Verein Verständnis ent- gegenbringcn und durch zahlreichen Besuch der bevorstehenden Veranstaltung mit dazu beitragen, seine Zukunft sicherzustcssen. Bollsein, regelwidrig« Gärungsvorgäng« im Tickdarm. Magcnsäureüberschuß, Leberanschoppung, Gal- lcnslockung, Brustbeklemmung, Herzklopfen werden zumeist durch das natürliche„Franz-Joses"-Bitter- wasser behoben und der Blutandrang nach dem Gehirn, den Augen, den Lungen oder dem Herzen vermindert.. Aerztlich bestens empfohlen. 2108 Voriraqe und Veranstaltenden lieber den„Gesetzentwurf über Uebertritt« in der Sozialversicherung- sprich! am TonnerSiag, den 16. November, um 1-20 Uhr im Sitzungssaal des Ministeriums für soziale Fürsorge, Prag II. Palockv-Play 4. Tr. Anton Z« l« nka. Eintritt frei. Gäste willkommen. „Aus dem Wahnsinn der Gegenwart ein Blick in di« Zukunft d«r Menschheit." lieber dieses Thema hält der bekannte Schriftsteller und Satiriker Takwr Arnold Hahn(früher Berlin) DienSlag, den 1t. d. M.. um 8 Uhr abends einen Vortrag in der Prager städtischen Bücherei. Kunst und Wissen Tas Josesstädter Ensemble brachte nach dem ausgezeichneten Schnitzler-Abend am Freitag das fragliche Lustspiel„Ist Geraldine ein En- g e lTen Hanpiersolg dieser Abends haiic O S- rar Rarlmeis, ein wundervoller Schauspieler, der einen darzustellenden polnischen Künstler durch «ine unvergeßliche Gesamtleistung und durch Hunderte TctailS in Sprache, Gestik und Haltung einzigartig charakterisiert«; immer wieder gab«S Lachsalven, die ober zuweilen auch durch innere Anteilnahme abgclöst wurden, wenn KarlweiS mit der gleichfalls souverän beherrschten Kunst der Gefühlsbelonung gesangennahm. Gegen dies« Leistung traten selbst eine Paula Wessely und «in H a n S T h i m i g zurück. l. g. Heute, halb 3 Uhr: Arbeitervorstellung. G a st- spiel Carola Neher in Pygmalion. Kar- len an der Theaterkassa. Arbeitervorstellung„Der Barbier vou Sevilla", komische Oper von Rossini, neueinstudiert und mit großem Erfolg ausgenommen am Sonntag, den 26. November, nm halb 3 Uhr nachmittags im Neuen deutschen Theater Karten ab DienStag bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag, halb 3 Uhr nachmitlagS: Arbeitervorstellung:„Pygmalion"; halb 8 Uhr abendS: „Der Barbier von Sevilla"(D2). v Montag, ß Uhr: 1. Philharmonisches Konzert(AA)— DienSlag, halb 8 Uhr:„Pygmalion'(Al).— Mittwoch halb 8 Uhr:„Die Zauberflöte" IBN.— Donnerstag, halb 8 Uhr:„C arme n" lE 2).— Freiiag. halb 8 Uhr, Gastspiel Gisela Wer bezirk:„Die fünf Frankfurter"(TI).— SamSiag, halb 8 Uhr: „Ball im Savoy"(C 1). Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr nachmittags:„2 exIcI t"; 8 Uhr abends:„Allez hopp".— Montag, 8 Uhr abends:„Allez hopp"(Bankbeamten und freier Berkaus).— DienStag. 8 Uhr:„Bezaubern«» Fräulein".— Mittwoch, halb 8 Uhr:„Ein Strich geht durch» Zimmer"(Erstaufführung).— Donnerstag, 8 Uhr:„A l I«; hop p".— Freitag, 8 Uhr:„Ein Strich, geht durchs äi'm ni'tt"'(Külturberbandsfreunde und freier Verkauf).— SamStag, 8 Uhr, Gassspiel Gisela. W« r b e. z i r k:„Tie fünf Frankfurter'. hils bereite GenMnnen werden ersucht, Montag, den 18. dS., DienStag, den 11. dS. und Mittwoch, den 18. dS. ab 8 Uhr nachmittags sich im Falkenheim, Prag VII, Kamenirkü 1, ein» znsinden, um gesammelt« Kleider und Wasche für die WinterhilsSaktion auSzu» bessern. Sozialdemolratifchr Frauenorganisation. Der Film Das letzte Paradies. Der Afrifareifcnd« Hans Schomburgk, der voriges Jahr bei einer Autofahrt quer durch den Süden des dunklen Erdteils diesen Film hergestellt hat, ist ein Untertan Hitlers. Man hat nichts davon gehört, daß«r mit Wort oder. Tat Protest gegen di« von den Nazis geübte stupide und erbärmlich feige Verunglimpfung der„farbigen" Rasse erhoben hat, von deren Existenz und von deren schlecht bezahlter Mithilfe sein Geschäft lebt. ES besteht also kein Grund, von der hiesigen Aufführung seines Films begeistert zu sein, die nicht einmal damit zu entschuldigen ist, daß SchoniburgkS Bilder besser sind, als di« d«r anderen Afrika-Filme, an denen ja wirklich kein Mangel ist. Im Gegenteil: dieses„letzte Paradies" ist ermüdend, weil es«ine Büderfolge ohne ordnenden Geist und steigernde Kunst ist. Gewiß, ist d'e Anmut der Antilopen, die Seltsamkeit der Giraffen, di« Muffigkeit einer Elefontenherd« und der lauernde Blick eines Löwen eindrucksvoll. Aber selbst solche Wirkungen werden abgeschwächt durch die aufdringliche Wiederholung von Nichtigkeiten,>vic es di« Ucberquerung seichter Flußläufe und hölzerner Brücken durch ein Lastanto ist. Und wenn Schom- Aöiluifl! Boykott gegen Deutsdiland! — auch beim Film! burgk, der di« Raubtiere selbstverständlich(und sehr vernünftig) vom sicheren Wagen ans mit dem Teleobjektiv ausgenommen Hai, di«„Gefährlichkeit'seiner Arbeit In schlecht arrangierten Szenen zeigen will; dann erreicht er das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt: unS zu imponieren. Der empfindlichste Mangel dieses Afrika-Films ist übrigen- seine Interesselosigkeit für das Leben der Eingeborenen. Außer einem Negertan; und den ichwarzen Helfern der Expedition, sehen wir nichiS vpn den Mensch«» d«S„letzten Paradieses". Herr Schomburgp hat sein Schoßhnndchen und sein dressiertes Aeffchen irrigerweise für interessanter gehalten—«iS— Verbrechen im New Borker Aquarium. Nach den zweitklassigen amerikanischen Filmen zu urteilen(und di« erstklassigen meiden unsere Bekanntschaft), scheint«S jenseits des Ozcans ein Publikum zu geben, dem auch der Scherz nur mundet, wenn«r mit ein paar Leichen vcruiciigi ist. Für dieses Publikum ist der„Mord im Pinguin- Basisin" bestimmt, den wir hier unter einem nicht weniger schönen Titel zu sehen bekommen. Da man offenbar auch in Amerika der Detektivgeschichten müde geworden ist, versucht man sie neucrdingS durch«in« komische Rote zu belcben. Eine verschroben« alt« Jungfer mischt sich hier in di« Aufklärung eines Verbrechens, die natürlich damit endet, daß der Unverdächtige als Mörder entlarvt wird und di« komische Alte sich schlauer zeigt al- der Polizeidetektiv. Der Regisseur Archainbauld hat erkannt, daß daS Aquarium«in szenischer Hintergrund für groteske Situationen ist und daß die alte Jungicr auf die Lachmuskeln wirkt. Aber da im Laufe des Films zwei Mensche» umgebracht und zwei ander« unschuldig angeklagt werden, gehört, wie gesagt,«in besoitdcrer Geschmack zum Genuß dieser Scherze. —ei«—.' Aus der Partei Sektion der sozialdemokratischen Bankbeamten. Dienstag, den II. November, um 1814 Uhr im Cafi! Monopol(gegenüber dem Masaryk Bahnhof) wichtig« Sitzung, zu der das Erscheinen aller Mitglieder erbeten wird. ||'Tn das Selm des klassenbewvtzlen■■ 11^Meilers gehört d. Zenlrnlorgan|| II-„Sozialdemokrat"—II Literatur Gesetz gegen politische Parteien. Ein« vollständig«. Ausgabe dieses Gesetzes. und der Durchsüh- rungsvcrordnung mit den gesamten parlanientari- ichen Materialien und einer ausführlichen Besprechung von Tr. Paul Hartmann(Prag) ist soeben in Heft 18 des„Prager Archiv für Gesetzgebung und Rechtsprechung" erschienen. Weiterer Inhalt des.Heftes: Neue Tevisenvorfchrisien; Rundschau für Sozialversicherung; Rcchisprechungsteil. Preis 12sir. Einzel- sowie. Abonncmentsbestellungen an den Verlag des„Prager Archiv"; Prag II., Panskü 12, oder durch den Buchhandel. Mitteilungen der„Urania 1 Wochenprogramm: Heute,.1411 Uhr;„Sie Urwaldsym- phonie"(„Di« grüne Hölle"). Kulturtonsilm.■ Montag, Uhr:„Die Urwaldsym- P h o n i e." Von einer AmazonasExpedition. DenStag, 8 Uhr;„Indien, mein Mut- terland. Radg Behari Lai Mathur. Mit Original-Schallplatten und Lichtbildern. Mittwoch, 8 Uhr: Lnstspiclitochmittag für Kinder.' Drei Micki-Maus-Frlm« u. a. Donnerstag.)L8 Uhr:„Die 4 0 Tage des Musa Dagh." Fran; Werfel lieist aus seinem in Kürso erscheinenden Roman, außerdem noch nicht veröffentlichte Gedichte. Freitag, 8 Uhr: Hans Reimann spr cht eigene ernst« und heitere Erzählungen und Gedich:«. Samstag, 3 Uhr: Kulturfilm. Ermäßigte Karten zum Phllharmoni»ch«n Konzert im Theater und ander« Konzert«. Mitgl eder-Anmeldung, Jahresbeitrag 18 iü, für Familienangehörige 3’Kü jährlich. Urania- Kassa, Klimentskü 4. Fernspr. 01628, 62441. MIO bis Hl und 5 bis 7 Uhr. Verlangen Sie in Jeder Verkaufsstelle da» Konsumvereines SELCHWAREN der Firn»» HEGNES* Cie.. PILSEN Selchwaren der Pa. HEGNER• Cie, PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I Mn unsere Avonneuterrtt Mtte icjenl And uns bis 10. Dezember den Abschnitt einsenden!. Wir zweifeln nicht daran, daß auch Ti« die Gelegenheit benützen werden, an Stelle der teueren NeujahrSgratulationSkarten unserer Aktion Unterstützung zu gewähren, die oct finanziellen Stärkung des Blattes dient und weiters den hohen ideellen Zweck erfüllt, daß die Zusammengehörigkeit unserer Genossen und Genossinnen sichtbar vor Augen geführt wird. Wir bitten Sie daher, Fhren Namen gegen eine Gebühr von 10 llr in unser Reujahrs-Kollestwinsekai ausnehmen zu lassen und den entfallenden Betrag von 10 Kt mit der Tezembcrabonnemenis- gebühr einzusendcn. Wir sind überzeugt, daß auch Sie, der heutigen. Zeil Rechnung tragend. ynS Zhr« Unterstützung nicht versagen, und danken bestens für Fhre freundliche Förderung unseres Blattes. Die Vertva Italer aotrrnnrnl»irr atttrennrn ReuHaHrs-Gntyevrrns für„Gortalvemotrat". Ich bestelle hirmit unter dem Namen:—— eine NcujahrScnIhcbung zum Betrage von 10 KZ und sende Fhnen diesen Betrag gleichzeitig mit der' Abonncmentsgebühr pro Dezember ein. Unterschrift:.'"..... ytmijtbti. eitoineb tut— Ub»fr»bsttilrnirantoittt mutoe von btt'Sott., Icleaiopbrnbiteltion aut Erlab Sir I3.6ÜU/VJI MSN ben>iU>—. bstatitzrta Z4 irr.—, gasuäbii» U IÄ—,— g»streu nit»u tast lauf oiAiall berechn«, vei»Iure, ElttlchaUungen Vretanachlatz,— ikückgellun, von Wianuttrlpua erfolgt»nr del Euijtudung der Htaleaktaartea,