— Erscheint mit Ausnahme des Montag»üg'llch früh'- 9t taftlen tu Utrtooltunfl: Dron tl.Ttft,hontj iS ♦ rdepB.: 20705. 11«M. 0Iaad 21 Ua) i 3343» ♦ SoRIAtdamt1323M Sonntag, 19. November 1933 Nr 271. 13. Zadrgang. 6mtkscks5^emei6ssllbep^^t! Seine Verhüttung ahgelehnt— Nae die Elterr» noch weiteres fragen konn ten, war Hans schon fort. „Was is dem» heut los mit ihm?" fragt der Vater. ,,Di« Grell!" sagt die Mutter und lächelt verständnisinnig vor sich hm. Vater Cornelius pfeift als Anllvort nur leise durch die Zähne. Er hatte verstanden. Vor-er Kasperlbude braucht« Hans nicht lange zu warten. Grell kam bald und winkte ihm vom Gehsteig fröhlich den Platz herüber..Haus ging ihr emgegen. „No, hat-er feurig« Drachen leine Prin» fcssiu heut-och aus der Höhl« entwische»» lassen?" ragt er lache»»- u»»d gibt ihr zum Gruß die.Hand. „Wär ja noch schöner, lvenn»»»ich der Vatter Nit ans di« Metz lassen wollt!" Sie gingen zunächst zur JuliuSpromenade, um die langen Rohen der Verkaufsbude»» entlang zu.schlendern Um dies« Zeit ist der Menlchen- stron» zwischen den Budenreihe»» nicht mehr io dicht,»nan kann sich alles in Ruhe beschauen. Und auf dem Krane» geht der richtige Abend- vetrieb doch erst um acht Uhr an. Was da alles zum Kauf ausgelegt ist! Gleich »» der ersten Bud« vorne werden nur Bleistifte, Farbstifte, Pinsel, Federn und Federhalter feilgehalten. Man sollt« nicht glauben, daß es so vielerlei Sorten davon gibt. Dann kommt ein« Bride mit Schmucksachen, hier ein« mit Schrchen, dort Stoffe. Strümpfe, Wäsche. Jetzt kom»»»en sie an eilte Zuckerwarenbude. Hier sind Kurz- warcn. da künstliche Blumen, und dort lieg»«ine ganze Bude voll mit Kokosnüssen, Ananas und Bana»»en. Oben an einer Latte bauineln vier klei»»« Männchen, ganz aus Kokosnußschalen gefertigt. Sie sehen aus wie primitiv angefertigt« Göllerfiguren irgendeines exotisch«»» Bolksstam- mes.— „Magst ein Stück Kokosnuß, Grell?" „Och, das mriß nit sein." „Komm, wir kaufen uns«in Stück." Und Hans kaust« zwei Schnitzel von der schmackhafte»» Frucht. Jedes kostet fünf Pfennig. Im Weitergehe»» knabbern sie sie auf. Sie kommen wieder ar» einer Bude mit Ri»»g«»» und Tchmuckiachen vorbei. Der Mann in der Bude, der einen roten Arabersez mit dicker blauer Trottel auf dem Kopf trägt, bietet seine Ware an: „Nehme»» Sie was mit, junger Herr! Ein schönes Ningchen für die Fräulein Brant!" Gretl schießt die Röt«»ns Gesicht. Ihr war plötzlich, als müsse ihr jeder ansehen, wie gestern abend irr» Bleicher Glacis aus der Dank Hans sie umfaßt und geküßt hat. Sie drängte hastig zum Weitergehen: „Du, ich hab eigentlich schon genug von de»» Berkanfsbrlden. Is ja»miner wieder das gleiche. Wollt» wir nit lieber gleich zum Kranen zurück? Da is»nehr los!" „Na. schön. n»ach«n wir kehrt!" Und sie gingen zurück zu den» klei»»e>» Platz vor dem Krauentor. Hans fragt: „Magst in der Russischen Schaukel fahren? Schau mal. wie hoch das Rad die Kabinen hinausdreht!" ,,Oh da wird mir schon gairz schwindlig und überzwerch, wenn ich nur zuscha»»," Hans lacht. „Bist du aber c Angsthäsle! Weißt, für di« Len« wär das was! Die will doch immer hoch hinaus." Gegenüber vollführte ein Ausrufer einer kleine»» Bude eine»» Höllenlärm mit einem riesigen Gong, auf den er andaucrnd losschlug. Dann unterbrach er sich und pries seine Sehenswür- digkeiten an: „Sensationen! Attraktionen, meine Herrschaften! Silva, das Mädchen, dem nichts verborgen ist. Sie errät Ihre geheimsten Gedanken, Ihr Geburtsdatum um) sogar die Zahl Ihrer zukünftigen Kinder! In der zweiten Abteilung sehen Sie die Dame ohne Unterleib! Das müssen Sie gesehen haben, da niüfse»» Sie hereinge- trete»» sein! Versäumen Sie unsere Haupt- und Galavorstellung nicht! Kopf für Kops zehn Pfennige; wer keiner» Kopf hat, zahlt keine»» Eintritt!" Wieder schlug er wie wütend gegei» den Gor»g. „Das tvar das letzte Zeichen zum Beginn der Vorstellung. Di« Dame geht hinein, und di« Vorstellung beginnt! Zur Kassa! Zur Kasia!" Aus dem Podium vor der Bud« hatte während diesen laute»» Anpreisungen ein Mädchen aestan- d«u, das»nit einem dichten Schleier verhüllt war und jetzt im Innern der' Bude verschwand. Aus der Menge, di« sich das Schwadronnie- ren des Ausrufers angehört hatte, lösten sich ein« Anzahl Leute und gingen zur Kasse, bezahlten und traten in die Bude. Auch.Hans n»»d Gretl gingen mit. Im Halbduster setzte man sich auf die Bänke, vor denen eine kleine Bühne ausgebaut war. Ma>» Nrartete. Eine zeitlang kam gar nichts, weil der Budenbesiher erst nock» warten wollte bis mehr Publiku»« da war. Tann ging- los. Zuerst produzierte sich Silva, das Mädchen, dem nichts verborgen ist. Der Ma»»»», der vor der Bude Reklame geschobert hatte, teilt« dem Vunn. kum mit, daß Silva ein« Reihe Proben ihrer Hellseherkunst ableaen werde. Dann trat er auf eine»» Herrn zu und bat ihn um sein« Uhr: „Bitte, stellen Sie die Uhr auf irgerrdein« beliebige Stunde." Dann»vandte er sich nach der Bühne»nn: „Silva, kannst du mir sagen, welch« Stunde diese Uhr jetzt anzeigt?" Einen Augenblick besann sich Silva, die n»it verbundenen Augen auf einem Stuhl auf der Bühne saß. Dann gab sie Antwort: „Die Uhr zeigt jetzt zwölf Uhr zehn Minuten an." „Stimmt! Kannst du mir sagen, ob ich eine .Herrenuhr, oder eine Damenuhr in der.Hand halte?" „Ein« Herreimhr!" Der Man»» ging weiter. Vor Grell blieb er stehen: „Fräulein,»vollen Sie mir bitte ganz leise sagen, wie alt Si« sind." Grell wurde verlegen und sagte nichts. „Na, Fräuleinchen, in Ihrem Akter kann mans doch noch sagen." .HanS antwortete an ihrer Stelle lell«. Darauf wandte sich der Mann wieder an die Hellseherin: „Silva, sage mir doch bitt«, ivelches Alte» die Dame hat, vor der ich stehe?" „Siebzehn und ein halbes Jahr!" „Und weißt du auch, wieviel« Kinder sie einmal bekomme»« wird?" Lang« Pause. Dann kams von der Bühn«: „Elf Kinder, fünf Buben und sechs Mädchen!" DaS Publikum wieherte vor Lachen um Gretl wär« am liebsten vor Scham in die Erde versunken. (Fortsetzung folgt.) Kl 271 Sonntag, 10. November 1933 Seite 3 Genosse Kremser im Budgelausschuß: MMMWMWWWMWWM^WMWWWWWWWMWMWWWWWMIWWWMI 9 Preissenkung nicht auf Kosten der Löhne, sondern auf Kosten der Kartell- und Zwischenhandelssewinne! Die kuKureHe Sendung der Sudetendeutsdien „tesks Slovo" für Zusammenarbeit der Deutschen und Tschechen. Im„Lcsks Slovo" vonr Samstag, den 18. November, schreibt I. W. Ko za! einen Artikel über die Sudctendeutschen, in welchem er ihre besondere kulturelle Sendung hervorhebt: „Die Deutschschweizer und unser« Deutschen haben große kulturelle Ausgaben.. Gerade an den Deutschen, welche außerhalb der Grenzen des Reicher leben, liegt«s. im Namen ihrer Nation eine wissenschaftliche und ethische Kritik der Theorie und Praxis der FafciSmuS im Reiche durchzuführen. In der Schweiz und bei uns können sie ohne persönliche Gesahr zeigen, daß im deutschen Volke noch immer der Geist freier Menschlichkeit und der Geist Immanuel Kants, des Vorgängers der internationalen Friedensorganisation der Nationen lebt... Guropa und schließlich auch di« eigene Nation werden einmal mit Anerkennung di« Arbeit jener Deutschen quittieren, welche di« Kritik all dessen durchführen. Es ist dies entschieden mehr im Interesse der deutschen Kultur, als wenn es NationSfromde täten. DaS bedcutrt allerdings gleichzeitig für imiere Deutschen den Kanrpf mit dem kleinbürgerlichen Geist, der unter ihnen ein« solche traditionelle Stärke hat, und der naturgemäß ein« Neigung zum kleinbürgerlichen RevolutionariSnms der Reiches hat." Besonders bemerkenswert sind die Schlußfolgerungen des Artikels, in denen gesagt wird: „Am Gude de- 18. Jahrhundert- bedeutete bei unS Patriotismus vor allem die Liebe zur Heimat, in ihrem Namen verbanden sich nnserr Erwecket mit dem patriotischen Adel, wenn er auch deutsch war, in ihrem Namen bekämpften sie den Wiener Zentralismus. Hoffen wir, daß die Zeit kommt, da neben der Loyalität zur eigeneu Nation in sprachlicher Hinsicht bei und auch diese Loyalität zum gemeinsamen Staat entstehen wird, Loyalität zur Heimat, zur fortschrittlichen Zivilisation, welche wir gemeinsam schassen können. Wir beteiligen und dadurch an einem allgemein menschlichen Werk und nicht- ehrenvollere- können die Deutschen tun." ES ist sehr erfreulich, daß das„6eskü Slovo" an leitender Stelle einem Mann das Wort erteilt, den die H'tlerbarbarci nicht zu nationalem Chauvinismus, sondern zur Erkenntnis des allmenschlichen Wertes einer fortschrittlichen Zivilisation führt, welche das gemeinsame Werk aller Nationen fern soll. In der„W a h r h«i t" veröffentlicht Georg Mannheimer unter dem Titel„Das Gebot der Stunde" einen bemerken swenen Artikel gegen den durch sein politische- Doppelspiel schwer belasteten MlWG.»Abgeordneten Dr. Gustav PeterS, dessen Haltung aus der.^Vohemia", deren politischer Direktor er ist, allgemein be. lannt ist. Da Dr. Georg Mannheimer viel« Jahr« hindurch der Redaktion der„Bohemia" angehörte und sie vor wenigen Wochen im Zusammenhang mit der politischen Haltung diese? Blatte- mannhaft-dcurokratifch verließ, kommt seinem Artikel, den wir im Wesentlichen wiedergeben, besondere Bedeutung zu. Mannheimer schreibt an di« Adresse des Aibg. Dr. Perers: „Als die Republik im Herbst mit energischem Zugriff der sudetendeutschen H:l- lerei ein Ende machte, haben Sie w:e so viele andere deutsche Politiker die Sprache verloren. In dem Blatt,-em Sie als politischer Direktor vorstehcn, verschwanden mit einem mal die mit Ihrem Namen oder Ihrem Signum gezeichneten Artikel, und die Lessentlichkeit durste den Eindruck haben, daß Eie sich zumindest für_ einige Zeit selbst zum Schweigen verurteilt hätten. Sic haben es nun in den allerletzten Wochen für richtig gehalten, dieses Schweigen zu brechen und rn dem Blatt, für dessen potiliichen jturs Sie verantwortlich zeichnen, einen Artikel ,,Tas Gebyt der Stunde" zn veröffentlichen, in dem Sie das Sündenregister der suoetcndeutschen Polin! aufzählcn. Ta Sic doch sicherlich der Ansicht zustimmen, daß die jetzt anhebende neue Epoche sudetendeutscher Politik durch nichts und durch niemand überflüssig belastet werden soll, der für dir alte Zeit verantwortlich zeichnet, scheint cs vielleicht nicht überflüssig, das nachzuholen, was Sie in Ihrem Artikel mit durchails unangebrachter Bescheidenheit verabsäumt haben: nämlich die Rolle zu untersuchen, die Sic in den letzten Monaten vor diesem Zusammenbruch der sudctendeutschen Politik gespielt haben." Mannheinier beschäftigt sich dann mit Peters früherem politischem Auftreten als eines bürgerlich-demokratischen„Treuhänders" gegenüber den Tschechen, skizziert die„Abwürgung der Demokratie" durch Hitler und fährt fort: ,,Fn einer solchen Zeit tonnte es für einen ehrlichen Demokraten, konnte es für einen Politiker, der mitverantwortlich war für das Wohl und Wehe einer Minderheit, nur einen klaren, naturnotwendig voraczeichne- ten Weg geben: zu beweisen, daß ihm die Demokratie kein bloßes Lippen- h e k e n n t n i s, sondern eine echte Herzens- P r a g, 18. November. In der Budgetdebatte wandte sich Genosie Kremser am Freitag ganz entschieden gegen die— in letzter Zeit auch von offiziellen Stellen vertretene— Ansicht als ob die hohe Generalregie unserer Industrie, die uns im Ausland konkurrenzunsähig macht, etwa auf die hohen Löhne und sozialen Lasten zurück- zusühren wäre. Mit einem weiteren Lohnabbau wäre überdies niemandem gedient, weil dadurch der innere Markt, dessen Bedeutung mit sinkendem Export immer mehr steigt, nur noch mehr gedrosselt würde. In den kartellierten E i s e n p r r i s«n z. B., in der chemischen und elektrischen Industrie usw. ist die Tschechoslowakei nicht infolge der hohen Löhne oder der sozialen Lasten zu teuer; hier halten vielmehr die K a r t e l l e die Preise hoch. So steht da- Roheisen bei unS immer noch aus 66 Kfi, während es in Belgien und anderen Staaten schon unter 30 lü steht.' Ein besonderer Skandal ist da- Papicrkar- teil. In der leyt«n Zeit bst RotationSpapirr au» Schweden trotz des weiten Transportes und dcS Zolles bei uns loko Druckerei um bO Heller pro Kilo billiger als tschechoslowakische- Rotation-Papier auS Pilsen Bukovec. Dieser Mißstand liegt also weder in den Löhnen und sozialen Lasten noch in den Steuern, sondern nur in den Kartellverträgen. Wir hassen, daß das Ministerium hier daS Kartellgcsetz entsprechend anwcnden wird. Dann werden wir auch gegenüber dem Ausland leistungsfähig fein nnd es wird möglich sein, den Export zu heben! Zur Krise Im Bergbau stellt Gen. Kremser fest, daß bereit-«in gewaltigrr BclcgschastSabbau erfolgt ist. Tic Bergarbeiter haben an hohen Kohlenpreiscn keinerlei Interesse, aber sie verwahren sich dagegen, daß auf Kosten ihrer ! ohnehin erbärmlichen Lebenshaltung weiter unbc- I dachte Experimente mit einer PrciSvcrbilligung ge- f macht werden. Tie Bergarbeiter haben zur Verbilligung der Kohle schon mehr beigetragen, als in ihren Krästcn steht. Eine Senkung der Kohlenpreisr müßte also auf Kosten anderer Preiökomponenten al- der Berg- arbeiterlöhne gehen! Weitere Zumutungen in dieser Richtung könnten die Bergarbeiter nicht widerspruchslos hinuehmen! angelegenheit fc». Hier war eine— so selten wiederkehrcndc— Gelegenheit, die nach dem Umsturz von der sudetcndeutschen Politik begangenen Fehler gutzu- machen, und wessen Sache wäre eS denn gewesen, diese Gelegenheit leidenschaftlich zu»rgreisen und zu nutzen, wenn nicht die Sache eines politischen Direltorü in einem führenden deutschen Blatte, daS traditionelles demokratisches Erbe zn verwalten hatte: mit dem Schilde oder aus dem Schilde? Was haben Sie mit dieser Erbschaft getan? Wie haben Sie das Gebot der Stunde erkannt? Sie haben zwar ständig Ihre demokratische Gesinnung beteuert und einige gewiß sehr schon klingende Liebeserklärungen für die Demokratie in d: e s c m Staate abgegeben; aber gleichzeitig Hai daü von Ihnen politisch geführte Blatt einen solchen Kurs eingcschlagcn, daß sich die wirklichen Demokraten auf deutscher und tschechischer Seite mit Ekel und Empörung abwandten. Unter Ihrer Führung hat das Blatt eine Haltung an den Tag gelegt, die ihm wohl die A n- erkennnng des Hitlerrnndkunks einlrug, die aber gleichzeitig offenbar machte, daß Sie die D e m o k r a t i e mit z w c i e r l c i M a ß messen. Ihr Blatt hat Dinge verschwiegen oder beschönigt, gegen die die ganze Kulturwelt Front machte, nnd wen» die aktiven demokratischen Mitarbeiter Ihre- Blattes dagegen Vorstellungen erhoben, sind Sie darüber mit der Erklärung hinweggegangen, daß«S sich nm innere Angelegenheiten Deutschlands handelt. Die Folgen sind nicht ausgeblicbcn. DaS Unheil brach herein, der Rest ist... daS Cannae der sudetendcutschen Politik. Sie gehören zu den V e ran two r tliche n, zu den Geschlagenen; denn auch Sie haben troy Ihrer hervorragenden Gaben und trotz Ihrer besonderen Verpflichtung, die Ihnen Ihre demokratische Treuhänderschaft auferlegte, in entscheidender Stunde als Demokrat versagt. Sie haben Ihre Demokratie erst wieder entdeckt, als die autoritäre Demokratie an daü Tor Ihrer Redaktion klopfte. Run ist eine n-'ue Epoche im Werde». Die Zeit ist reifer geworden für eine Verständigung beider Völker. Haben Sie auch falsch gehandelt, so haben Sie gewiß den guten Willen, diese Entwicklung nicht zu stören. Brauchen wir unS dann noch weiter darüber zu unterhalten, was das Gebot der Stunde von Ihnen verlangt?" Es berührt uw- sehr sonderbar, wenn in der kürzlichen Kundgebung des Herrn Ministerpräsidenten zur Frage der Preissenkung nicht de- Zwischenhandels gedacht wird, der aus die Kohlcnpreise einen beträchtlichen Einfluß ausübt. Wenn z. B. ein Zehn-Tonnen-Wagen Kohle, Nuß I, aus der Grube Alexander um 1350 llr abgegeben, in Prag aber mit 2801 Ile verkauft wird, so dürste der Zwischenhandel zu dieser Verteuerung erheblich beigetragen haben! Wir warnen ausdrücklich vor einer Wiederholung des Kohlenpreis-Experimente- vom Jahre 1023, da- die-Bergarbeiterfchaft in einen stebenwöchigcn Abwehrkampf getrieben hat. Di« Frage der Kohlenpreisr wäre heute sicher weniger schwierig, wenn die bürgerlichen Parteien dem Antrag der Bergarbeiterkoalition und der Revterräte auf planmäßige Bewirtschaftung der Kohle durch Errichtung von Kohlenzwangssyndikaten unter Beteiligung der Oefsentlichkeit Rechnung getragen hätten! Gen. Kremser urgiert weiter- die endliche Lösung der Frage der Bergarbeiterve rsiche- r u n g, die sich in einem katastrophalen finanziellen Zustand befindet und bringt dann neuerdings die Verhältnisse im JoachimSthaler Bergbau zur Sprache, die schon wiederholt Gegenstand ernster Beschwerden von. unserer Seite waren. Trotzdem ist eS in letzter Zeit nur noch schlimmer geworden; die Zahl der Feierschichten steigt, der Lohn sinkt. ES wäre dringend, notwendig, hier Abhilfe zu schassen, um diesen armen, von der furchtbaren Bergkrankheit bedroht«« Menschen ihre Gesundheit zu erhalten! Ein Anschlag auf die Gemeinde-Etehlrizitäfswerhe Für die Elektrifizierung des flachen Landewürde der StaarSbcitrag neuerlich von 25 aus 10 Millionen herabgesetzt; cs besteht die Gefahr, daß mit diesen 10 Millionen nicht einmal di« bereitbewilligten Subventionen bestritten werden können. Den betroffenen Gemeinden und Verbänden, die sich da- Geld vorläufig aus andere Weise beschaffen mußten, würde durch die auflauscnden Zinsen ncuer- dingü schwerer Schaden zugefügt werden. Redner protestiert ferner gegen die vom Ar- beitenministcrium geplante neue Elektrifizierungsvorlage, die im si 1 den gemeinnützigen Elcttrizitäts- werken ein uncntgeltltchcS Benutzungsrecht für alle nichtstaatlichcn Wege, Straßen, Gewässer und Eisenbahngrundstücke für ihre elektrischen Anlagen einränmt. falls dadurch der Strom für Gewerbe und Industrie zu g-ünst'iger«n Bedingungen geliefert werden könnte, als von anderen Elektrizität-Unternehmungen. Dadurch würden die knicht- gemiinnütz'gen) städtischen Elektrizitätswerke stark in Nachteil geraten, denn die gemeinnützigen Werke hätten das Recht, ohne Anhörung der betreffenden Gemeindeverwaltung einfach ihre Leitungen aus Gemeindogrund in di« betreffende Gc- meindc zu legen und das bestehende Gcmcindcelektri- zitätswerk, das zwar mit Gewinn arbeitet, aber diesen Gewinn doch wieder an die Gemeinde absührt, zu unterhöhlen und nxdcrzukonknrrieren. Dadurch würde man der Gemeinde nicht nur ihre Einnahmen auS dem städtischen Elcktrszitätswerk nehmen, sondern auch die ganzen Anlagen entwerten. Der Herr Minister möge es sich gut überlegen, bevor man daran geht, den Gemeinden ein solches Unrecht zuzu- fügen. Tie Gemcinde-ElcktrizitätSwcrke haben sich in einer Eingabe gegen diese Bestimmungen gewendet Und wir-schließen unS diesem Protest v o l l st ä n- d i g an.. RundlunKrede Dr. Ifrollas über die AußenDDliHk der TsMioslowakei Prag, 18. November. In der Abcirdendung des Prager RadiojournalS hielt gestern Gesandter Dr. K r o f t a einen Vortrag über daS Thema „Unsere Außenpolitik, ihre Bedeutung und ihre Aufgaben". Dr. Krofa sagt« nach ciulciienden Worten über die Rolle der Außenpolitik im Leben deS tschechischen Volkes vor dem Umsturz: In unserer außenpolitischen Denkungsart und namentlich in den Kundgebungen müssen wir vorsichtiger, zurückhaltender und nüchterner lein, als wir dies in der Zci-i unserer Unfreil-cit waren. Damals konn en wir die inneren Verhältnisse irgendeines Staates kritisieren, konnten wir unS zu Richtern machen in den Streitigkeiten zwischen Nationen und feurig für die uns nahen und uns lieben Rationen ein reten. Bei nns be- greift man vielfach noch immer nicht recht, daß in den außenpolitischeit Fragen auch große Völker und Staaten gezwungen sind, sich Beschränkungen aufzucrlegen. Wir müssen uns immer vor Augen halten, daß unser Staat ans den Trümmern eines großen alten Reiches en stand und daß dessen ungarischer Tess iricht geneigt ist, ans den Verlust der Slowakei zu vergessen. Das neue Ungarn verhehlt bis jetzt nicht seinen Widerstand gegen diese Grenzen. Nnd es handelt sich dem neuen Ungarn hier nicht um kleinere Grenzkorrekturen, sondern um die Wiedererneuerung des alten Ungarns. Die systematische ungarische Propaganda verstand«S, auch in anderen Landern ShMPalhie für ihre Bestrebungen zu wecken. Allen revisionistischen Angriffen aus die Einheit und Integrität mrferes Staatsgebieleü zu begegnen, war Ans der Arbeiter-Turn- und Sportbewegung. Dom Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund. Am 1l. uud 12. November traten in Turn die Ärcisicchniker mit dem Haupliechnischen Ausschuß deS Aruk zu einer Tagung zusammen, in welcher in der Hauptsache der TätigkettSplan für 1031 festgelegt wurde. Seitens des Bundes toevden 1931 nur drei große V c r a n st a l t u n- g« n getroffen: zu Pfingsten die internationale Fernfahrt Wie n—P r a g—T eplitz für Rad- nnd Motorradfahrer, wclck)« gemein'am mit dem Arbö und dem tschechischen Arbeiter-Radfahrerver- band(Prag) durchgeführi«verden wird; die offizielle Beteiligung an der 3. Arbeiter- Llympiad« in Prag am 5. und 6 Juli und die Radball-Dun de-Meisterschaft am 10. August In T«t s ch c n. D>« ganze sportlich« Tätigkeit wird 1031 ausschließlich von den Kreisen und B e z i r- k e n entfaltet, die im Mai d'r B e z i r k s m e i» fl«rschaften und im Juni di« Kreismei- st«rschaft«n in allen Disziplinen für Rad- und Motorsport durchführen w«rden. Für d'« drei großen Veranstaltungen des Aruk im Jahre 1031 sind bereits di« Vorarbeiten im Gange ist eine der ernstesten Pflichten lUlserer Außenpolitik. Die Aenderung der Regie» runssSsystcme nnd die inneren polinichen Umwälzungen in zahlreichen Saaten haben in die mleriranonalen Verhällivisse Europa- gleichfalls Unruhe und Unbeständigkeit gebracht uitü erhöhten die Schwierigkeit und Komplizievtheit der Aufgaben der Außenpolitck iu»ich: geringem Maße. Ein« älpckiche Wirkung hatten auch die crnsten Aenderungen im Wirrschaf t s m c ch a n i S m n s. Diese Unruhe wird dann noch durch die schwere Wirtschaftskrise erhöht, die zur Zeit andanrrt. Unter diesen Umständen war di« Regelung unserer Wirtschaft?- nnd Handelsbeziehungen mit den anderen Staat«« weit schwieriger, als dies in dem Vorkriegsstadinm der Fall war. Und wegen der wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde meistens auch die Regelung der Politischen Beziehungen erschwert. Es wäre ungerecht, wenn durck) unbegründete Un ergrabung des Vertrauens in unsere nationale Eignung und durck) überflüssig« Verbreitung schädlichen KleinmuileS die ganze bis- herige Tätigkeit unserer Außenpolitik durch merkungen über deren angeblickre Erfolglosigkeit abgetan tverdcn würde Eine erfolgeiche Außenpolitik ist allerdings unmöglich ohne vernünftige Innenpolitik, denn die innere Festigkeit deS Staates, gegründet ans Gerechtigkeit, auf gutes Haushalten und auf eine vollkommen auSgestaltete Wehrmacht gibt dem Staat auch internationales Gewicht. Koberg und Patfchctder freigesprochen. Troppa», 18. November. Unter A u s- schluß der Oefsentlichkeit sand vor dem hiesigen Krcisgerichte die Verhandlung gegen den Landesbeisitzer Dr. August Koberg ans Iägerndors nnd den Professor am Troppauer deutschen Staatsgyinnasinm Dr. Richard P a l- s ch e i d e r statt. Die Anklage legte ihnen zur Last, in der Zeit vom 20. bis 31. Mai 1932 an der 12. S t a h l h e l m k u n d g c b u n g i n Breslau teilgcnonnnen zn haben, wodurch sie sich gegen den 4 17 des Absatzes l. des Schntz- gcsetzcS vergangen haben. Dr. Ko berg stellte seine beabsichtigte Teilnahme an dem Aufmarsch der Stablhelmleute in Abrede und gab an, zum Besuch eines Freundes in Breslau geweilt zu haben. Dr. P a t s ch c i d e r war wohl als Berichterstatter der Zeitschrift„Der Weg" nach OZr-^lau entlaubt worden er hat anck> leine Eindrücke in einem Artikel geschildert, bestritt fe- dackr daß eS aus der Tagung Zti sdandkunacn oder Aenßerunaen gekommen sei. die sich aeaeu den Besiand der Rcvublik gerichtet hätten. Das Gericht svrach die beiden Angeklagten frei. MA***Wk*W* Vom Rundfunk Empfehlenswertes ans den Programmen. Montag. Prag 12.10: Sckiallplaltcn, 16.00: Nachmittags- konzert, 16.50: Kindereckc, 17.38: Lernet mit uns Englisch, 18.30: Ten Ische Sendung: Kromer: Malerei nnd Technik, 22.15 T« n I f ch e Nachrichten.— Brünn 15.10: Frauenfunk, 17.50: Englische Lieder, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Strek- kcr: Vom Tier zum Menschen.— Miihr.-Tstrau 10.10: Konzert, 18.30: Deutsch« Sendung: Viktor Haas: Reform des bürgerlichen Gesetzbuches.— Wien 12.00: Miitagskonzeri.— 16.00: Opernfanta- sicn, 17.25: Konzertstunde, 21.00: Sinsonickonzert.— HcilSbcrg 20.35: Das Märchen in der Musik.— Breslau 21.00; Brahms-Abend,— Leipzig 21.00: Sinfonickonzeri. Dienstag. Prag 10.10: Deutscher 2 ch» l s u n k, 15.30: Lchallplalten, 18.30: Deutsche Sendung: Dr. Zlünden: Erziehung und Demokratie, 20.20: Das Lied in den indischen Volksgcbräuchen, 20.15: Puschkin: Märchen vom Zaren Saltan, 21.25: Sonaten von Beethoven.- Brünn 16.00: Nachmittagskonzcrt, 16.55: Jugendstunde, 18.25: Deutsche Sendung: Kahan: Das Geheimnis des Filmlachcns, 20.55: Konzert mährischer Komponist«».— Kaschan 20.20: Srchcsterkonzcrt.— Wien 15.15: Volksmusik, und f 16.20: Vastclstunde, 19.00: Unterhaltungskonzert. Abtreten. Herr Peters! Ein ehemaliger H Bohemla“-Redakteur Uber das Sündenregister des Abg. Dr. Gustav Peters Seite 4 Sonntag, 18. November 1988 Nr. 271 Ein Friedhof wird oerfteimt, aber niemand will ihn haben. Budapest, 18. November.(Korr^Biiro.) In einer kleinen Gemeind« bei Gyula sollte heul« die sonderbarste Zwangsversteigerung vorgenommen werden, von der man je gehört halt. Auf Antrag eines Advokaten hat da) Kreisgericht die öffentliche Versteigerung bei griechisch-orthodoxen Gemeindesriedhoses von Sarkadkeresztur angeordnet, um die 130 Pengö betragende Forderung deS Advokaten einzubringen. Di« Versteigerung wurde auch regel, recht eröffnet. Es meldete sich jedoch niemand zur Lizitation, so daß daS ganze Versteigerungsver. fahre» eingestellt wurde. Brunner mit Rücksicht auf den großen Altersunterschied den Verkehr mit G l i g a abbrechen wollte. RSubervuwesen in Sarpathorntzlaud. Urhorod, 18. November. Freitag in den späten Abendstunden überfielen fünf was. kirrte Räuber di« Besitzung des Vasil P e l r o v i 8 m der Gemeinde S k o t a r s k i. Sie Räuber verletzten eurige Personen und erzwangen die Herausgabe von 5000 Ls, worauf sie gegen die unweite polnisch: Grenze Züchteten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Räuber aus Polen stammen. Es ist dies in kurzer Zeit bereits der dritte Ueberfall in diesem Gebiete, die immer in derselben Weise ausgeführt wurden. „Aus der Flucht erschossen..."„Aus der Flucht erschossen" ist der Titel eines SA-RomanS von heute, der in der Edition du Carrefour gegen Etwe November herauskommen wird. Der- fasser ist der junge Schriftsteller Walter Schoen- stedt, der bereits im vorhitlerrischen Deutschland mit seinem Wert„Motiv unbekannt" eine große Talentprobe abgelegt hat. Sozialdemokratischer Emigrant verhaftet. In Kreseld-Uerdiugen wurde von der Staatspolizei der sozialdemokratische Parteisekretär und Geschäftsführer der SPD in Gelsenkirchen, Iran Bruentink, verhaftet. Bruentink hielt sich seit einigen Monaten in Holland auf und wurde bei einer illegalen Fahrt ins Rheinland ergriffen. Prügelstrafe für Schriftsteller. Die Essener „National-Zeitung", das bisherige offizielle Organ des Preußischen Ministerpräsidenten Goe- ring, ist der Auffassung, daß es zu überlegen bliebe,„ob man bei Menschen,_ die sich im Schrifttum vergehen, nicht die Prügelstrafe an- wenden müßte." Opium-Millionenschmuggel. Die Polizei in Marseille beschlagnahmte 3000 Kilogramm Opium, welches auf dem Schmuggelwege nach Frankreich gebracht wurde. Dar beschlagnahmte Opium hat einen Wert von mehr als einer Million Francs. A»S der„alkoholversenchten Slowakei". Im Dorfe Beüakovee mit 380 Einwohnern wird weder geraucht noch getrunken. Aus eigenen Mitteln der Bewohner wurde elektrisches Licht eingeführt, eine Schule und eine Brücke erbaut. In der Gemeinde gibt es keine Exekutionen und keine Straftaten. Raubmord in einer S«u'1-nrter Rank. Stuttgart, 18. November. Heute vormittags drangen zwei Räuber in eine Filiale der Stuttgarter Bank int Borort Gableuberg ein und forderten unter Vorhaltung von Pistolen vom Banksetter Feuerstein Geld. Ter Eingeschüchterte händigte ihnen auch eine Summe aus. Als sich im Nebenraum ein Angestellter bemerkbar machte, gaben die Räuber zahlreiche Schüsse ab. Der B a n k l e i t e r wurde ditrch einen Schuß in den Kopf getötet. Die Täter flüchteten mit dem erhaltenen Geld in einem Kraftwagen, den sie ant Borabend gestohlen hatten. Selma Lagerlöis 75. Geburtstag T agesneuigkeifen des Heute Wahlen in Spanien. Madrid, 18. November. Morgen finden Svanien allaemeine Kammerwah- Tödllcher Unfall eine« Soldaten. Brünn, 18. November. Am 17. ds. um 15 Uhr erlitt der Soldat O. Primi? von der 6/10. Feldkompagnie in Lundenburg tödliche Verletzungen durch den elektrischen S t r o in. Trotzdem ihm sofort ärztliche Hilfe geleistet und er nts Krankenhaus überführt wurde, starb er noch an demselben Tag nachmittags. Die Untersuchung wurde eingeleitet. Die Betrunkenen auf dem Babngelelke. Berkin, 18. November. Der D-Zug Amsterdam-Berlin lief heute früh mit einstundiger Ber- spätung in der Reichshauptstadt ein. Diese Verspätung ist aus einen Unfall zurückzuführen, der Gleise sind gesperrt. Der Betrieb wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Der Präsides der Reichsbahndirektion Hannover begab sich sofort persönlich nach Bekanntwerden des Unsalles mit einem Kraftwagen zur Unsallstelle. 40 Arbeiter rechtzeitig abgesprnngen Magdeburg, 18. November. DaS Zugsun- glück entstand dadurch, daß bei dem diesigen Wetter der D-Zug auf den Arbeiterzug ausfuhr. An der Unqlücksstelle werden Reparaturen vorgenommen. Ein ungeheures Unglück wurde dadurch vermieden, daß etwa 40 Arbeiter des Arbeiterzuges das Heranbrausen des D- Zuges bemerkten und rechtzeitig absprangen. Zwei Arbeiter werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie unter der D-Zug-Lokomotive liegen. Hannover, 18. November. Die Reichsbahn- direktwn.Hannover verbreitet über ein Eisenbahnunglück bei Stendal folgenden amtlichen Bericht: Am 18. November morgens 0 Uhr 50, fuhr ztvischen Vinzelberg und Uchtspringe der Strecke Stendal—Hannover der S D-Zug stkr. 26(Schnellzug Berlin—Paris) auf einen Arbeitszrig auf. Dabei fielen die Lokomotive und der Packwagen des SD-Zuges um. Ein Personenwagen wurde gseichfalls aus seiner Lage gebracht. Bei dem Unfall wurden drei Arbeiter des Arbeitszuges tödlich verletzt. Aus dem SD-Zng wurde der Lokomotivführer, der Heizer ruck» ein Packwagenbediensteter sowie sünf Reisende leicht verletzt. Zwei Personen werden noch vermißt. Die beiden in len statt, an welchen diesmal zum erstenmal auch Frauen teilnehmen werden. Die Zahl de« Wählerinnen in Spanien übersteigt nm etwa 800.000 die Zahl der Wähler. sich in der Nacht kurz vor Osnabrück ereignet hatte. Dort war auf einer Bahnüberführung ein Personenkraftwagen mitten aus dem Geleise stehen geblieben. Ter Zug fuhr in voller Geschwindigkeit gegen das Auto unb konnte erst 300 Meier weiter zum Halten gebracht werden. Der Wagen wurde zertrümmert. Seine beiden Insassen wurden unverletzt, aber völlig betrunken, einige Meter vom Bahndamm entfernt in einem Gräben aufgefunden und festgenommen. des kleinen Nils HolgerSsons mit den Wildgän- feu" als eines der reizvollsten Kinderbücher der Weltliteratur, die Romane„Eine Herrenhof- sage",„LiljecronaS Heimat",„Herrn Arnes Schah",„Jans Heiimveh",„Charlotte Löwen- fköld",„Anna, das Nlädchen aus Dalarite", die „Christuslegendeir"— um nur die zu nennen, von denen sedeS allein in der deutschen Ausgabe daS zwanzigste Auflagetaufend Iveit überschritten hat; allein die„Wunderbare Reise" ist in der deutschen Ausgabe in über 70.000 Exemplaren gesesen worden. Ms Selma Lagerlöf 1909 mit dem Nobelpreis für Literatur auSgezeichner wurde, war ihr schon längst in der Reihe der großen skandinavischen Dichter neben Andersen Ibsen, Björnson, Slrindbcrg, Hamsun ihr Platz in der Weltliteratur gesichert. Und kein Schatten sällt auf ihr Lebenswerk. Trotz der langen Reihe ihrer Bücher hat Selma Lagerlöf ihr dich- lerisches Schaffen nie als schnellfertiges Handwerk geübt. Hinter jedem ihrer Werk« steht, ihre ganze Persönlichkeit, jedes ist ein Bekenntnis ihrer gläubig-menschlichen Gesinnung, ein Evangelium menschlicher Güte. Und wenn sie in ihrem stillen und starken, ethisch erfüllten Werben für eine gesittetere Menschlichkeit sich gern religiöser Symbole bediente, so verlor sie sich doch nie in weltabgetvandtem Mystizismus, sondern blieb in sozialem Verständnis dem Leben' nahe genug, um befähigt zu sein, das Gewicht ihres verehrten Namens für die Opfer der politischen Tragödie Deutschlands einzulegen. Und für diese hochherzige demonstrative Bekundung ihrer menschlichen Gesinnung gebührt ihr außer den Glückwünschen zum 20. November der Tank der Kulturwelt. Manfred. Eine Reihe Proßnitzer Fabrikanten, Damen der„ersten Gesellschaft," wie auch Personen aus de» verschiedensten Berufsklassen sind schwer bloßgestellt. Es hat sich gezeigt, daß seit ungefähr zwei Jahre» fast allnächtlich Orgien stattfanden. Zutritt zu den Ansschweifnngen hatten allerdings nur Personen, die ein hohes Eintrittsgeld von mehreren Hundert Kronen entrichten konnten oder sich aktiv an den Orgien beteiligten. Im Mittelpunkt der Affäre steht die erst 21- jährige, geschiedene Fra» 6 e r n y 8, die aus einer angesehenen Proßnitzer Familie stammt. Sie war eS, die eine Reihe Mädchen der Proßnitzer Ge. fellschast in ihre Kreise zog und zu den Orgien heranhtelt, an denen Männer meist nur als passive Zuschauer gegen ein entsprechen- oes Honorar teilnehmen durften. Ter Ruf der Proßnitzer Veranstaltungen, die fast allnächtlich stattfanden, drang sogar bis in die Nochbarstädie. Die Geburt als Belustigung. Die Orgien fanden zum größten Dell in Privatwohnungen statt, manchmal diente auch ein Proßnitzer Gaschaus, das Zimmer an Liebespaare zu vermieten pflegt, den„Seaneen". Hier wurde auch die Geburt eines Kindes vorgcsührt. Eine mittellose Frau hatte terischen Lebens. In diesen Zeitraum fällt ihr erster und gleich ungewöhnlich großer Erfolg: sie schreibt den Roman des phantastischen, dämonisch-romantischen Helden„Gösta Berling", das großartige Epos ihrer schwedischen Heimat. Der Roman erscheint 1891 und erobert im entscheidenden Augenblick als ein Werl romantischer Erneuerung, als„eine wahr« Wiederauferstehung der Phantasie" nach der schon merklich sich erschöpfenden Problemliterotur jener Zeit sofort die Herzen aller. In viele Sprachen überseht, trägt er den Namen der Dichterin in die Welt. Selma Lagerlöf und Gösta Berling— beide Namen, einprägsam in ihrem Klang, sind hinfort untrennbar miteinander verbunden, und Gösta Berling wird zum Begriff, zur Vorstellung wie Don Juan und Don Quichote. Der materielle Erfolg dieses Werkes ermöglichte es der Dichterin, ihren Erlebnisbereich auf ausgedehnten Reisen nach Deutschland, der Schweiz, Italien, Belgien und später auch Aegypten und Palästina zu erweitern. Bon da an lebt sie künftig nur noch ihrem dichterischen Schaffen. In langer Reihe und in fast pausenloser Folge erscheinen ihre Bücher, Romane, Novellen, Erzählungen aus dem Bereich ihrer schwedischen Heimat, alle über den lokalen Schauplatz hinaus erhoben zur allgemeingültigen dichterischen Gestaltung menschlicher Schicksale. In der vielbändigen Reihe ihrer Werke stehen der große zwei- bäirdige Roman des nordisch.bäuerlichen Sektierertums Jerusalem", die„Wunderbare Reise Am 20. November feiert die schwedische Dichterin Selma Lagerlöf ihren 75. Geburtstag. Sie wird diesen silbernen Tag wahrscheinlich in der klaren Stille von Märbacka verleben, im alten elterlichen Gutshause in Wärm- land, mit dem sie durch ihre KindheitSeriniterun- gen verwachsen ist und das ihr von nettem zur Heimat geworden ist, nachdem sie es vom ErEifersuchtsmord uud Selbstmord tu Vlmlltz. Olmütz, 18. November. Heute vormittags erschoß der 49jährige Stefan G l i a a, ehemals Freiherrde Re mette, die 19iährige H i l- degard Brunner, Tochter des Magistratsrates i. P. und ehemaligen Olmützer Polizeichefs. Tie Tat verübte G l i g a im Borzimmer der elterlichen Wohnung des Mädchens und beging hierauf Selbstmord. G l i g a ist aus Berckovo gebürtig, stand bis zum Umsturz in den Diensten der ungarischen Gendarmerie, wurde nach dem Umsturz pensioniert und war in letzter Zeit Vertreter der Firma Schicht. DaS Motiv der Tai dürfte darin zu suchen sein, daß Hildegard MU Mann nnd Maus untergegangen. DaS tragisch« Schicksal der„Saxilby". London, 18. November.(AR.) Der-Kapitän Dampfers„Berengaria", das der Cunrad- Gesellfchaft gehört und der heut« früh in Southampton eintraf, gab einen Bericht über di« vergebliche Suche nach dem 3000 Tonnen- Dampfer„Saxilby", der Mittwoch abends mit 27 Mann Besatzung an Bord kentert«. Tie „Brrengaria" befand sich etwa 300 Meilen von der Unglücksstelle, als di« Hilferufe der„Saxilby" ausgesangen wurden. Ich lies gleich in der angegebenen Richtung, so erzählt Kapitän Britten, doch waren die Wetterverhältnisse sehr ungünstig. Es wehte ein scharfer Nordtvestwitid und die Wellen erreichten eine Höhe von 50 Fuß kettva 15 Meter). Wir erreichten die angeaebene Stelle Donnerstag um 1 Uhr nachts. Sobald es sich aufhellte, kreuzten wir an dieser Stelle und suchten im Umkreise von 40 Meilen das Meer ab. Obwohl auf dem Schiff verstärkte Beobachtungs- posten ausgestellt waren, konnten wir keine Svur von der„Saxilby" oder ihrer Besatzung entdek- ken. Das Meer war derart aufgewühlt, daß es nicht möglich war, Rettungsboote ouszubooten. Ich glaube deshalb, daß sich nicht einmal die Besatzung der„Saxilby" in den Booten halten konnte. Das Schift ist wahrscheinlich uirtergegan- gen, da wir nirgends auch nur die lleinste Spur von irgend einem Wrack seststellen konnten. trage ihrer dichterischen Arbeit zurückgekauft hat. Freunde tverden sie wohl besuchen kommen, und was sie der alten gütigen Frau als Glücktvunsch i sagen tverden, lvird im Namen aller Verehrer 1 ihres dichterischen LebenstverkeS in Enropa nnd jenseits der Ozeane gesagt sein, im Namen aller, die mit ihr seit dem Erscheinen ihres„Gösta Berling" vor 42 Jahren voit Buch zu Buch durch' öic wunderbare Welt ihrer phantasievollen und in ihrer romantischen Fülle doch quellklaren,■ lebensklugen Dichtung gegangen sind. Unter den Gratulanten am 20. November 1 wird Selma Lagerlöf vielleicht die Stimme aus Deutschland vermissen. Oder wenn sie sie doch hört, so wird ihr Klang getrübt sein, und in die Geburtstogssreude der Dichterin wird sich die bittere Empörung über das schmachvolle Unrecht am Leben, am Recht, am Geist mischen, Empörung uitd Scham im Namen der Menschheit über die brutale Vergewaltigung, die Deutschland in barbarische Fesieln geschlagen hat. Wie Selma Lagerlöf über diese„Erneuerung" Deutschlands denkt, hat sie erst vor einem Monat dadurch bekundet, daß sie den Gesamterlös ihres neuesten Werkes dem Genfer Komitee für deuflche Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hat. Einen schöneren Gebnrtstagskranz konnte ihr niemand flechten als diesen, den sie sich selber geflochten hat. Sie hat es oft bekundet, wie sehr sie Deutschland geliebt hat. Und auch in Deutschland ist sie geliebt worden. In vielen Hunderttausenüen von Exemplaren sind ihre Werke in Deutschland gelesen worden— freilich nicht von jenen, di« sich heute Deutschlands Führer nennen, von Hindenburg nicht, der sich selber gerühmt hat, seit seiner Kadettcnzeit kein Buch mehr angerührt zu haben, von Hitler nicht, von dem ergeben« Schmocks erzählen dürfen daß Karl May sein ausschließlicher Lieblingsautor ist. Wenn über die Dichterin Selma Lagerlöf am 20. November anch von gleichgeschalteten deutschen Blättern geschrieben iverden wird, die in ihren Spalten die Verfemung des Geistes in Deutschland bejubelt haben, so ivirü sich die Dichterin in Wärmland daran erinnern, daß, als Hitlers braune Horden die Volksbuchhandlungen und Bibliotheken der deutschen Arbeiterschaft brandschatzten und die Bücher ;n Scheiterhaufen zusammenwarfen, unbesehen auch Selma Lagerlöss Bücher verbrannt wurden, ihr Gösta Berling, des kleinen Nils Holgerssons wunderbare Reise, die Christnslegenden, die Her- renhvfsage zusammen mit Goethe uud Schiller, Marr uud Engels. Lassalle und Hein«, Zola und Hamsun, und die Dtchteri» wird wissen, was sie von diesen Glückwünschen zu halten hat. Dieser Schatten wird hingehen über den silbernen Tag, denn Selma Lagerlöf Iveiß in ihrem gütigen Frauenherzen um das Leid der Menschen. Sie selbst aber darf zttriickblicken aus ein fünfundsiebzigjähriges Leben voller Krast uitd Arbeit. Es hat ihr Glück und Freude geschenkt. llnd sie gehört zu den ganz wenigen Menschen, denen der Erfolg verdientermaßen und ohne schweren Kamps mit dem Schicksal zuteil geworden ist. Mit wenigen Worten als das ihre läßt sich selten der Ablauf eines Dichterlebens erzählen. Am 20. November 1858 kommt sie auf Märbacka in Wärmland zur Welt. Int elterlichen Hause, das erfüllt ist von geistig regsamem Leben ohne spieß- -bürgerliche Enge, verlebt sie ihre einfache fröhliche Kindheit, die sie in ihren Erinnerungsbüchern„Aus meinen Kindertagen" und„Märbacka" reirvoll geschildert bat. Es ist ein« ge« heimniserfüllte Welt, zusammengewoben aus Phantasie und Wirklichkeit, aus Hell und Dunkel, bevölkert von einfachen, klaren, starken Menschen uitd Ole stalle u des Märchens und der Sage, die sie umgibt uud aus deren tiefen Born später ihre Dichtung kchöpst. Mit 22 Jahren besucht Selma Lagerlöf das Lehrerinnenseminar und dann ist sie von 1885 bis 1895 Lehrerin in Landskrona. nnd auch dieses Jahrzehnt im Umgang mit der Jugend wird ihr ein Quell dich- Der Rackttlub von Protznitz. Srglen der„feinen Leute". Fünf Arbeiter vom Schnellzug gelötet. Schnellzug Berlin-Paris Mrt auf einen Arbeiterzug. sich gegen Entgelt bereit erllärt, öffentlich zu gebären. Als unmittelbar nach der Geburt, die vor den Auge» einer etwa zwanzigköpfigen Gefell, fchaft ohne Mitwirkung eines Arztes stattsand. daS Kind starb, entledigte man sich der Leiche in der Welse, daß man die Kindesleiche in einen Heuschober legte und diesen dann in Brand steckte. Die Orgien, die in der Proßnitzer Herren- gesellfchaft längst bekannt waren, kamen den Behörden erst zur Kenntnis, als die 6ernh» mit ihrer Freundin B u d i k in Konflikt geriet. DaS eifersüchtige Mädchen erstattete die Anzeige geaen ibr« Freundin und Gebieterin' und so flog der Skandal auf. Auch in Prag BeteUigte. Wie die Erhebungen, mit denen die. Proßnitzer und Olmützer Behörden beschäftigt sind, ergeben haben, hat die 6erny8 und ihre Freundin, die ebenfalls verhaftete Budik, Prag oft besticht: nach dem Geständnis einer weiteren Teilnehmerin dieser Fahrten, wurden ineinemBade- ort in der unmittelbaren Nähe von Prag ähnliche Orgien veranstaltet. Auch in Prag sind durch die Erhebungen eine Reibe bekannter Persönlichkeiten der Gesellschaft schwer kompromittiert. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es auch hier zu Verhaftungen kommen wird. Nr. 271 Sonntag, 19. November 1938 Seite 3 Strenger Mawr rsi erwarten. All« Anzeichen deuten daraus hin, daß wir Heuer einem sehr strengen Winter cmgegengehen, dessen Folgen sich desto mehr bemerkbar machen, als wir letzt Verhältnis, mäßig warme» Weiler hatten und der Kälteeinbruch rasch und unmittelbar erfolgt«. Die Folgen des WelterumsturzeS machen sich bereits sehr stark unter der Bevölkerung bemerkbar und haben besonders Rheumatiker und Gichtleidende ungemein darunter zu leiden. Aber auch die übrige Bevölkerung fühlt die Folgen des WelterumsturzeS: Grippe und Er- kältungSerscheinungen sind an der Tagesordnung. C» ist also höchste Feit, sich gegen diese unangenehmen und gefährlichen Nebenerscheinungen de» Winters zu schützen und denselben vorzubengrn Ein ausgezeichnetes Hilfsmittel bilden dabei die Togal- Tabletten aus Brauners Apotheke„Zum weißen Löwen", Prag II., Prikopy I I, die Sie In alle» Apotheken stets vorrätig finden. Sie bewähren sich gleich gut und äußerst rasch und zuverlässig wirkend bei Grippe und Rheumatismus, Kopfschmerzen und Neuralgie. Togal-Tabletten ünd vollkommen frei von Nebenwirkungen, lösen die Harnsäure und gehen dadurch direkt an die Wurzel des UebrlS. Fragen Sie Ihren Arzt. 21671 Berliner Geflüster: Adolf Hitler beabsichtigt«Ine Geste der Der- söhnung. Er will die Konzentrationslager auflöscn. Auf„allgemeinen Wunsch' und im Interesse der WirtschaftSankurbelung ist zum Ausgleich der Bau von zehn neuen Zuchthäusern beschlossen worden. * WaS war die Abstimmung vom 12. November? Ein Ncchenexempel, daS bereits vor der Lösung gelöst war! * Warum schreit Hitler seine Friedensliebe so laut in die Welt? Nm den Lärm seiner mit Hochdruck arbeitenden Waffensabriken zu übertönen! * Warum kommen die Pazisisten im„friedlichen" Deutschland In» Gefängnis? Weil Hitler, der Rede Pazifist, di« Konkurrenz auSr'chalten will! * WaS Ist„veredelte" Wahlfreihcit? Die Parole: Die Stimmen oder das Leben! * Hat Goebbels ein« Großmutter? Zu seinem Glück, nein! Pip. Genosse, gib dieses Blatt in die Hand eines Lehrers! Vom Prager Rundfunk I toutbai ohne jeden Heller Entschädigung entlassen, können; etwas etwa für Znaim ÄennzeichnendeL die ein sind fern Benns von Teils auS Indien, teils aus Znaim bekamen wir Musik zu hören. Erstere aus Schallplatten, gebracht von dem Journalisten Radj Behari Lal Matur im Zusammenhang mit einem Vortrag über indische Feste. Gebräuche und Musik fremdartig und fesselnd,— wir erkennen, wir ! uns das Wesen des Inders bleibt bei allem mühen um Verständnis. Näher würden wir fühlen, wenn man uns von indischer Industrie, dem Elend der Fabrikarbeiter und der Dorsprole- taricr erzählen würde, von dem Kampfe der Inder um Selbständigkeit und Erneuerung aller Lebensformen,— aber wahrscheinlich würden wir auch da auS den äußeren Erscheinungen falsche Schlüsse ziehen auf die seelischen Zustände der Beteiligten und Betroffenen,— weil dies eben eine ferne nnd fremd« Welt ist. Tic Angleichung durch den Kapitalismus ist über die paar Industriestädte nicht hinausgegangen und auch dort nur oberflächlich geblieben,— daß der Reporter seinen Worten den üblichen indiichen Schluß ansügt: Ich schließe mit Gott!— das allein schon läßt uns den Abstand zwischen sener und unserer rationalistischen Welt erkennen. Desto vertrautere Töne kamen aus der Nähe aus Znaim. Frl. Gerta Slawik-Hoff« m a n n fang klar, rein und verständlich einige Lieder, Znaimcr Eigenbau, melodiös, gefällig, Volks- liednah. und fügte Mahlers ebenso einfaches„Liebst du um Schönheit" hinzu. Der Musikvcreln sang gemischten Ehor und das Ganze war so. wie es aus I jeder anderen Provinzstadl auch hätte ertönen Ti« neue deutsche faseistisch« Lehrerorganisation, welch« alle Mitglieder des Deutschen Lchrervereines übernommen hat, har nun beschlossen, daß die entlassenen Lehrer automatisch aus ihren Reihen auS- scheiden. WaS heißt daS nun? Ein Lehrer, der z. B. 30 Jahr« Mitglied des Deutschen LehrervereincS war, ungezählte tausende Mark an Mitgliedsbeiträgen für di« verschiedensten Fonds diese» Vereines gezahlt hat, vrliert in der Zeit der größten Not jeden Anspruch auf nur«in«n einzigen Pfennig. DaS also ist der FasciSmuS. Da die sogenannte neutrale Lchrerpresse absichtlich ein« Berichterstattung über daS Schicksal der Lehrerschaft in Hillerdcutsch- land ablehnt, darf eS uns nicht wundern, wenn große Teil« der Kollegenschast ideologisch mit dem FaseiS- mus verbunden find. Jetzt stelle man sich den Fascis- mns bei uns vor. Ganz Schlaue denken, daß rS bei uns einen tschechischen und einen deutschen Fascis- muS geben könne, di« in holder Eintracht dl« Untertanen traktieren würden. Dies« Vorstellung ist einfältig. Di« sozialdemokratische Lehrerschaft führt den .Kampf gegen den FasciSmuS nach zwei Rich- t u U g e n. Einmal' gegen dt« Verführer, daS ander« Mal uM di« Verführten. Ganz offen sagen wir: die fascistischen Verführer soll di« starke Faust der Demokratie treffen, den Verführten aber wollen wir durch Aufklärung zeigen, was der FasciSmuS ist, und ihnen Helsen, wo sie Hilf« benötigen. Warum eine sozialdemokratische Lehrerorganlsatlon? Die meisten Lehrer verneinest dies« Notwendigkeit und erklären, die neutralen Lehrervereine genügen, sie hätten Platz für alle. Sie seien stärker an Zahl und hätten Beziehungen zu allen Parteien, sie seien unabhängig, weil sie über den Parteien stünden, könnten aus alle Parteien einwirkcn uss. Wie es mit dieser Neutralität in vielen Fällen aussieht, sei hier nicht untersucht. An zahlreichen Beispielen ließe sich da» Gegenteil erhärten. Alle Entscheidungen für Schul« und Lehrerschaft fallen aus parlamentarischem Boden. Aus wen kann sich da di« fortschrittliche und freiheitlich« Lehrerschaft verlasirn? Die Ehristlichsozialen scheiden von vornherein aus, di« Agrarier sind auch nicht gerade unser« Freunde. Was die D« u t s ch n a t i o n a l« n für di« Lehrerschaft getan haben, sagt uns am besten die Vergangenheit und so bleibt als einziger Anwalt die Tie sudetendcutsche völkische Politik ist nun dort angelangt, wo sie zwangsläufig hinkommcn mußt«. In ihren Zusamnienbrnch wurde leider auch ein großer Teil der deutsche» Lehrerschaft mit hinein- gerissen. Wir sozialdemokratischen Lehrer haben seil Jahren gewarnt. Man hat uns deswegen beschimpft, ja sogar verachtet. Heute ist die Stunde da, wo sich zeigt, wer recht hatte. ES gilt jetzt, die große Zahl der deutschen Lehrer um unsere alt« Losung„Fortschritt" zu sammeln und so der Arbeit der sudetendeutschen Lehrerschaft wieder ein Ziel und einen Sinn zu geben. Vergangenheit und Gegenwart Nichts ist jetzt so vonnöten, wie die nackt«, ungeschminkte Wahrheit. Sie wird sich leichter finden laßen, wenn wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Leider weih gerade der jüngere Teil der Lehrerschaft wenig von den Kämpfen, die unsere älteren Kollegen um die Befreiung aus den Fesseln obrigkeitlicher Bevormundung und klerikaler Unduldsamkeit führen mußten. Mit dem Zusammen- ibruch des alten Oesterreich wurden gleichzeitig auch .diese Fesseln zerrissen. Tie jztnge Temokratte bracht« der Lehrerschaft«in« Reih« bisher ganz unbekannter Rechte. Eine alt« Forderung der Lehrer war ihr« Gleichstellung mit den Staatsbeamten, welch« erst die tschcckioflowakisch« Demokratie verwirklicht«. Freiheitlicher Geist hielt in der Schul« seinen Einzug, der Zwang zu den religiöien Ucbungrn fiel für Schule und Lehrer. Das Klein« Schulgesetz führt« restlos die a ch t j ä h r i g e 2 ch u l p f l i ch t rin und hob alle Schulbcsuchcrleichteruugcn aus. Dir religiöse Beschränkung bei der Brfctzung der Schulleiterstellen wurde beseitigt, die S ch ü l erzählen in den Klassen herabgesetzt. Tie jungen Lehrer erhielten daS automatisch« T« finit i- vum und für die gesamte Lehrerschaft wurde die Anstellung nach dem D i e n st a l t c r gesetzlich geregelt. Was gerade dieser Punkt des Kleinen Schulgesetzes für die Lehrerschaft bedeutet, wisse» besonders di« Lehrer votn Land«. Nach eittem längeren Stillstand in der Schulpolitik folgte unter dem jetzigen Minister Dürer eine Bereicherung der methodischen und pädagogischen Freiheiten durch die neuen Lehrpläne für Volks- und Bürgerschulen. In diesem gusammenhange wurden nur di« wichtigsten Errungenschaften genannt. Vie Wirtschaftskrise In diese erfreuliche Entwicklung brachte Wirtschaftskrise«ine schwer« Störung. Wie ! schwerer Klotz legt« sie sich allen kulturellen Forde- | rungcn in den Weg. Wir mußten uns eine G e- Haltskürzung gefallen lassen, die als recht empfindlich bezeichnet ist. llttb bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen und finanziellen Lage aller Staaten ist nicht abzusehcn, wann hier ein Wandel eintreten wird. Die raust des rasclsmus Di« Ursache der Wirtschaftskrise ist dl« Auflösung der kapitalistischen Produktion. Ta sic durch verschieden« Ursachen in di« Zeit der sich auS- brcilenden Demokratie fiel, hat man die Demokratie dafür verantwortlich gemacht.Tas ist etwa so, wie wenn ein Schuljunge wegen der Beschädigung von Schuleinrichtungsgegcnständen vom Lehrer bestraft wird und seinen Eltern erzählt, daß an der Strafe nicht er, sondern der Lehrer schuld ist. N o t- zeiten sind herrliche Zeiten für Demagogen. Ermuntert durch die reichsdcutsche Entwicklung sand auch bei unS der Faseismus Anhänger. Auch große Teile der deutschen Lehrerschaft erfaßte er ideologisch. Was der FasciSmuS ist, zeigen uns die reichsdeutschen Verhältnisie. Zunächst beseitigte er mit einem Schlage alle Lehrerrecht«, viel« Hunderte Lehrer wurden aus dem Schuldienste gejagt, im angrenzenden Sachsen allein bis heule 800. All« Lehrerorganisationen wurden beseitigt und an deren Stelle«ine einzige sascisti- schc ZwangSorganisation gesetzt. In dieser Organisation- haben dir Mitglieder jetzt' nichts anderes zu tun, als die Kundgebungen des Führers anzuhören. Wie steht«S mit den Mitgliederrechten? Im Deutschen Lehrerverein waren etwa 10.000 sozialdemokratische Lehrer organisiert. Biele von diesen Sozialdemokratie übrig. Je stärker sich die Lehrerschaft zur Sozialdemokratie bekennt, desto entschiedener kann diese ihr« Forderungen stellen. Und sic wird das um so lieber tun, wenn sie sieht, daß sich di« die Lehrerschaft zur Sozialdemokratie bekennt. Wenn wir wollen, daß die einflußreichste deutsck)« Partei sich für die Lehrerschaft einsrtzen soll, dann müssen wir eine starke sozialdemokratisch« Lehrerorganisation schaffen. Vas Erziehungsziel des Sozialismus Unser Ziel ist,«ine Schülergencraiion heranzubilden, die sich zurechtfinden kann in der heutigen Zeit, in der Wirklichkeit ihrer gesclljchaftlichcn Zustände, um aus dieser Erkenntnis den Millen und die Kraft zu holen, die heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustand« innerlich und äußerlich Im Sinne des sozialistischen Ideals zu ändern. Dieser Sozialismus bedeutet aber für uns nicht irgend«ine Schwärmerei, eine romantische Ide« oder«ine „Ucbung der Barmherzigkeit", sondern die wirkliche Umgestaltung der Gesellschaft nach den lebendigen sozialen Kräften. Wir wissen, daß diese Umgestaltung nicht von heut« auf morgen erfolgen kann, aber wir wissen, daß ihr Ausgangspunkt di« Wirklichkeit von heute fein muß, daß sie an der bestehend«« gesellschaftlichen Ordnung, die ein furchtbares wirtschaftliches Chaos gebracht hat, einfctzen muß, um bestcheude Einrichtungen zu ändern, neues zu schaffen und den Weg geistig und materiell für«in« schöpserische, sozialistisch bestimmte Generation freizumachen. Ain Ende der nationalsozialistischen Erziehung steht, so sagen die pädagogischen Führer der Tritten Reichs, der Soldat. Unsere Führer zur Heranbildung dieser neuen Generation können nicht Generäl« und Feldwebel sein. Wir bemühen uns nicht,„gute alte Zeiten" aufzuwärmen, denn wir wtfsen, daß oie G-nchichte vorwärts, aber nicht rückwärts schreitet. Wir suchen unsere Richtung in den Gedanken der größten deutschen Denker, di« die Zukunft vorausahntcn. Wir halten uns an Herder, Goethe, Kant und Fickte. Sie prägten die Grundlage moderner Zeilen und schufen jenes Humanitälsideal, das noch lange nicht erreicht wurde und trotzdent schon im Deutlchen Reich geächtet und verhaßt ist. Wir glauben schon, oaß Goethe nicht in da» Konzept nationalsozialistischer Pädagogen paßt, der vom Nationalhaß sagte: „Es ist ntit dem Nationalhaß ein eigen Ding. Auf den untersten Stufen der Kultur werden sie ihn immer am stärksten und heftig st en finden. ES gibt avrr eine Stus«, wo er ganz verschwindet und wo man gewissermaßen über den Nationen stehl und wo man ein Glück oder ein Wehe seines Nachbarvolkes jo empfindet,-als wär« e» dem eigenen begegnet. Diese Kulturstufe war meiner Natur gemäß.— Für die Höhergcbildeten und Besseren ist es Pflicht, ebenso mildernd und versöhnend auf di« Beziehungen der Völker einzuwirken, wie die Schiffahrt zu erleichtern oder Weg« über die Gebirge zu bahnen.'' Solch« Wort« sind heute in Hirlcrdeutschland verpönt und verhaßt. Wir aber sehen in ihnen die Richtung, in der wir uns begegnen müssen, um den Fortschritt der Menschheit zu dienen. Wir folgen der Stimme Ka n t s, der sagt, daß der Hauptfehler der Erziehung darin besteht, daß die Kinder immer nur für di« h e u t i g e n Verhältnisse erzogen würden, statt für kommende Zustände. Wir folgen Fichte, der klagt, daß nichts Neues in di« Welt kommen könne, wenn di« Kinder nur immer in den Gedanken der Alien auswüchscn. Wir wollen den Fortschritt, wir wollen die Jugend zu etwas Neuem erziehen, zum sozialistischen Menschen, der die Welt schöner und besser gestalten will und wird, indem er die Menschen verwandelt. Am Ende unserer Erziehung steht nicht der Soldat, sondern der edle, hilfreiche und gut« Mensch. Die„Reichsvrrcinigung deutscher sozialdemokratischer Lehrer" ruft die sudctendeutsch« Lehrerschaft auf, mit ihr für diese Ziele zu kämpfen. konnte man nicht finden, wodurch der Wert dieser Sendung problematisch wird. Scharf auf uns Sozialisten hat cs der Herr D r. Adalbert R ü v. Er kommt mit dem bekannten Dreh, daß nach dem Kriege alle Menschen von materialistischer Weltanschauung ersaßt worden seien, wobei Streben nach materiellen Gütern flink vertauscht wird mit dem sogenannten Materialismus, dem Monismus des modernen Menschen. Verdeckt bleibt die Tatsache, daß jene ans Prosit gerichtete Einstellung schon durch Jahrhunderte vor dem Krieg grassierte und ein wesentliches Merkmal des Kapitalismus ist und daß der Sozialismus gerade die Ursachen der Hetzjagd nach dem Geld beseitigen und allen Menschen ein anständiges Dasein und damit inner« und äußere Freiheit zur Entfaltung aller besiere» Menschlichkeit erringen will. Nichts da! Die sozialistisch gerichtete Jugenderziehung ist schuld an dem Uebcrmaß an Körperkultur und an dem mechanistischen Geist, an der Hypertrophie der Ambition nsw Nur die Religion kann vom kosmischen Standpunkt aus den Widersinn der jetzigen Entwicklung der Gesellschaftsordnung erklären, sic gibl inner« Verantwortlichkeit, den festen Glaube« an eine höhere Macht und eine höhere Gerechtigkeit, was alles unserer Jugend fremd geworden ist— Da haben wir einen ganz niedlick)«« Vorstoß der Ekklesia militans, der streitbaren Kirche, unter dem Feldzeichen, der Ideale geht es um die Rückeroberung der Schul« als der festen Stellung, von der aus sich alle LebenSgebiete verhältnismäßig leicht in die Land nehmen lasten. Hier gilt eS Wachsamkeit.— Religion ist nicht Privatsack»« da sic immer als Kampfmittel in der Auseinandersetzung der Klassen, als Bollwerk des Kapitalismus benützt wird. Vorbild eines praktisch wertvollen Vortrags war«» die Ausführungen des Rats deS Obersten O T — uRoggkaffol" B R „Ueberntl zn haben*. Lebenamittelwerke A. G. Trautenau. und hrälria Qoog Brot das«ine Notar- produkt bl ein ft*julo*or für fettleibig« und mMoro fen- schen: zurDehrufuhron auf Mine dormbofobondtWIthung. }chlinh keiul schön»n \cNtnk Ui»»l jung und gesund Uaiban! Volkswirtschaft und Sozialpolitik Lie staatrbahnen im uuguit. Im August beliefen sich die Betriebseinnahmen der Staatsbahn ans 203,800.000 Ke, d. i. um 48,400.000 Ke(15.40 Prozent) weniger, als'n» August 1032, jedoch um 13,700.000 lü(5.47 Prozents mehr als im Juli 1933. Ter Rückgang in den Einnahmen ergab im August 1932 gegenüber dem Monat August 1931 den Betrag voir 91,100.000 Ke(18.55 Prozent). Die Betriebskosten wurden gegenüber dem August 1932 um 37,900.000 Ke(12.76 Prozent), auf 258,900.000 Ks gesenkt. Tic P e r sott a l a u s g a b e n sanken um 19,300.000 Ke, die Sachausgaben um 18,000.000 Ke. Jin August 1932 betrug das Ersparnis an BctrieoS- kosten gegenüber dem August 1931 19,600.000 Kr. Int Jahr« 1933 wurden b-iS August mS- gcsautt 1.870,200.000 K,' eingenommen, d. i. um 382,800.000 Ks(16.99 Prozent) weniger als in» gleichen Zeitraum deS Vorjahres, die Ausgaben in diesem Zeitraum betrugen heuer 2.440,500.000 Kr, um 257,000.000 Ks(10.29 Prozent) weniger als im Vorjahr. Im August 1933 wurden mit den Staatsbahnen 16 Mill. Reisende, 3.4 Mill, weniger als im August 1932 befördert. Ter F r a ch t v e r- k e h r belief sich auf 3.1 Mill. Tonnen, uni 0.4 Mill. Tonnen weniger als im gleichen Monat des JahreS 1932. Die Gesamtzahl der A n g e st e l l t e n der Staatsbahn, deS Etsenbahnmintsteriums, der Bauvcrwaliung und der Bahnen im Staatsbetrieb betrug Ende August dieses Jahres 139.485, d. i. um 21.638(13.43 Prozent) weniger als im August 1932. Außerdem wurden anderen Aemtern, des. zu den Steucränttern, 1268 Eisen- bahnangestell'c;uget«lt. Dem Kind des Arbeiters das sozialistische Kinderbuch! Tirilin reis! um diu Wit von Frits Rosenfeld. Durch alle Ortsgruppen der„Kinderfreunde“ um nur Kt 12— (früher 3 Mark) zn beziehen. Gerichtshofs Dr. Wcinhuber über dar Recht im Alltag. An Hand charakteristischer Beispiele wurden klar«, sachlickze Instruktionen für alle möglichen Fälle des täglickum Lebens gegeben. Besonders gelungen die Definition von Privat- nnd Strafrecht,— da kann auch der Laie was lernen, was ihm nützt, und wir werden für die Fortsetzung dieser Art Sendungen dankbar sein. Eine ganz große Freude war der Vortrag der Genossin Hedda Zinner in der Arbeitersendung: Tendenz in Theater nnd Film. Aus der geschichtliche« Entwicklung zeigte sic das Theater und den Film als Teile des gesellschaftlichen UebcrbauS in ursächlichem Zusammenhang mit den Verhältnissen des ökonomischen Unter- baus Und die großen Werke der Thealrrdichtnng, wie Shakespeares„Kaufmann von Venedig" Lessings„Nathan", Schillers„Kabale und Liebe" erweisen den wahren Sinn der Tendenz im Kunstwerk: das ist künstlerisch gestaltete Wirklichkeit Tann brauchts gar keine betonte Tendenz— die Wabr- heitSIrcue gibt von selbst die Tendenz, d h. d-.e Richtung gegen das Alte. Entwicklungsü'indliche. sie spiegelt ohne verkündete Absicht deS Tick'terS im Einzelercignis den Sinn der Geschichte: die Auseinandersetzungen der Klassen, die Dialektik der Entwicklung. TcShalb wollen die Proletarier das ante Theater, den guten Film, für sic ist das nick't Dcrgnügcn schlechthin, sondern Macku Wirklichkeit, moralische Anstalt, Schule des höheren besseren Lebens. Mit diesem Vortrag ward einmal grundsätzlich in ein Gebiet hincingcleuchtet. das noch immer zu Unrecht Randgebiet ist im sozialen Kampf Wir müssen von solcher grundsätzlichen Auf- sasiuna zn konkreten Maßregeln und Parolen für uttjcrc praktisch« Arbeit vorschrcilen Fürstenau. Seite 6 „Lozialdemokrat" Sonntag, 19. November IWll. Nr. 271. WWVWWWWMA/VWWWWWVWM» Prager Zeitung Die Provisionsvertreter mehren sich! Die LebenSbedingiingen der Geschäftsreisen- den und Vertreter auf Provision werden von Tag zu Tag schlechter und schlechter., Vei sin- lenden Warenuinsatz, bei immer größerem Andrang zum Vertrctcrberuf, bei abwärtsgleilenden Provisionssätzen verdienen heule die Provisionsvertreter kaum ihren Lebensunterhalt. Hiezu kommt, daß den Provisionsvertretern durch eine Judikatur, di« den tatsächlichen Verhältnissen nicht Rechnung trägt,der Angestclltencharaktcr genommen wird, daß sic außerhalb jeder sozialen Gesetzgebung gestellt werden. Auf die ProvisionS- vertrctcr sollen sich nicht die Bestimmungen des Handlungsgehilfengesetzes beziehen, sie sollen nicht bei der.Krankenkasse und auch nicht bei der Pcn- lionSanstalt versichert sein, dafür aber verlangen di« Slenerbchörden. daß die Provisionsvertreter wie selbständige Unternehmer neben der Einkommen- noch Erwerb- und Umsatzsteuer zahlen. Ties« Zustände sind unhaltbar. Richt genug daran, daß di« Provisionsvertreter trotz anstrengendster Arbeit von früh bis spät in die Nacht kaum ihren Lebensunterhalt verdienen, kommt noch di« vollkommene Rechtsnnsichcrheit aus fozialpoliti- ichcm Gebiet dazu. Unter den Vertretern herrscht über diese Zustände große Erregung, sie verlangen rascheste Abhilfe. In seiner letzten Sitzung hat sich der Ausschuß der Union der GeschäflS- reiserrden und Vertreter neuerdings mit diesen Angelegenheiten befaßt und beschlossen, in aller- nächster Zeit in Prag eine große öffentliche Manifestationsversammlung zu veranstalten. Es ist dringend notwendig, daß auch den Provisionsvertretern die ihnen gebührenden Rechte und der ihnen zukommcnde soziale Schutz gegeben wird. Der SonderauSflugSzug ins Ricsengebirg« fährt heute nicht! Die Staaisbahndirektion in Prag gibt bekannt: Der für den heut'gen Tag angoietzt« SonderauSflugsmolorzug ins Niasengebirg« fährt wegen der in den Bergen herrschenden ungünstigen Witterungsverhältnisse nicht! Anzahlungen erstattet der Schalter Nr. 13 des Prager Masaryk- bahnhoses zurück. Dies« können auch für den nächsten Samstag belasten werden. Bei Nieren-, Harn-, Blasen- und Mastdarmleiden lindert das natürliche„Franz-Josef"-Bittcrwasser auch heftige Slnhlbcschwerden in kurzer Zeit. 2106 Kunst und Wissen „Die fünf Frankfurter" waren vor etwa zwanzig Jahren der deutsche Lusl- ipiel-Ersolg; damals paßten solch liebenswürdige Umzeichnungen trefflich zu einer liberal-kapilalisti- schen Umtvclt. Heute aber wirkt solche Milieu-Schilderung aus der„guten alten Zeil", in der man den Kapitalismus, wenn Juden ihn repräsenterien, durch das bekannte goldene jüdische Herz und den jüdischen Familiensinn gemildert sah, sogar auf ein bürgerliches Publikum von Geschmack stellemvc's« doch so peinlich, daß selbst eine durchwegs ausgezeichnete Darstellung nur zum Teil darüber himveghelfen könnte. Da aber die schauipielcrUchen Leistungen von heute beim Vergleich mit jenen„Fünf Frankfurtern" von damals zu kur; kommen w'rd Wert und Ztveck der Wiederaufnahme dieses Stücks fraglich, selbst wenn eine W e r b e z i r k die all« Frau Gudula spielt Die aroße verchrungswündige Künstlerin kann oben deswegen, weil sie dies« Nolle in vorbildlicher Disziplin so gar nicht slannäßig spielt, mit ihren verhaltenen Tönen der Mütterlichkeit Anständigkeit und Traditionsgebuirdenheii nicht ge genügend hervortleicn; ihr kraftvoller Humor, ihr« Virtuosität der Schlagfertigkeit, ihre Kunst unbekümmerten Losgehens können h'er nick» zur Geltung kommen. Können es um so weniger als die„fünf Frankfurter". selber nur schwach wirken: Herr Harprecht ist. trotz aufgesetzter Nase, kein jüdi scher Horbanguier, Herr Dudek hat die jenem fehlende Note, aber inrhr für einen asten Stieglitz als sür einen Rothschild, Herr Demes kmnmt über schüchtern« Eharnkierisieruiigsvcrfuche nicht hinaus und bleibt infolge hemmungslosen Gebrauchs seines schönen Organs streckettwei-e unverständlich. Herr Padlesak ist fehl am Ort und nur-Herr Schmerze«reich gibt der dankbaren Rolle des „Jaköble" genügend warme und natürliche Tön«. In die weitere Familie paßt auch Fräulein Carpen- ! i e r nicht, zumal sie aus dem naiven, unverbildeten Lottchcn unter Verwandlung des LustspielstilS in «!ne der Opereltensoubrette zugängliche Atmosphäre ein keckes, wistendes Ding macht, das um hundert Jahre zu früh auf die Welt gekommen ist. Bleib! al'o nur der Cbarme, die Ironie mü> d°« lobe- männi'che Gewandibcil des Herrn Götz und die Noblesse H ö l; l l n i.-der uns als'Spreckrer und Darsteller weit mehr überzeugte denn als Registeur. Man bedauert die anfgewandtr Müh«. I. g. Drulscki« Akademie für Musik und darstellende Kunst in Prag. Interner Abend am Donnerstag, den 23. November, um 20 Uhr im Saale des Lnzeums, Prag II., Charvnlovö 5. Im Programm Werke für Gesang, Harfe, Violine, Klavier und Kammermusik. Regiebeitrag ö Ke. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag, 2ü Uhr:„P ension Sch ö Iler." 6% Uhr:„T i e Meistersinger von Nürnberg."(A 2.1— Montag, 7'A Uhr:„Pygma- Hon."(A. AI— Dienstag, 7Ü Uhr:„Wem Gott«in Amt gibt." Enseniblegastspiel Max Pall«»berg.(5t. 91.)— Mittwoch, 714. Uhr: „T i e fünf Frankfurter" Gastspiel Gisela Werbezirk.(B 2.)— Donnerstag, 7% Uhr: „T re i m ä d c r l h a u s.'(C 1.)— Freitag, halb 8 Uhr:„Das R bring old."(D 2.)— Sams- tag, 6'4 Uhr:„T i c W a l k ü r e."(C 2.)- Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonntag. 3 Uhr:„Bezauberndes Fräulein" 8 Uhr:„Allez hop P."— Montag. 8 Uhr: „Bezauberndes Fräulein.'(Bankbeamten und freier Verkauf.)— Dienstag, ö Uhr:„Ten Minute a l i b i." Enicmblegaslspiel der English Players.— Mittwoch, 8 Uhr:„The green bay tree." Gastspiel der Englsh PlaycrS.— Donnerstag, 8 Uhr:„Cin Strich geht durchs Zim- m e r"— Freitag, 8 Uhr:„D reimal Hoch;«! t." Gastspiel Werbezirk.— Samstag. 8 Uhr:„Dreimal H o ch z e i t." Gastspiel Werbeziel SnzlaldemottnIWr!^rnuenorgnnifntlon, Prag Geiwsie Dr. Robert Wiener wird Montag, den 20. November, um Ü Uhr abends im„Monopol"(gegenüber Masaryk- bahnhof) im Rahmen eines Frauen- und Mädchenabends über das Thema: Ist die Frauenfrage noch aktuell? sprechen. Gerichtssaal „Lackierte" Augen. Ein drastisches Sachverständigengutachten über Modetorheiten. Prag, 18. November. Die Frau von heut«, die den Ehrgeiz hat, als„mondän" zu gelten, hat sich vor allem einer Kriegsbemalung zu unterwerfen, wie sie kein indianischer Medizinmann komplizierter hält««rdcnken können. Haar«, Nägel, Wangen, Augenbrauen und Lippen können nach der herrschenden Wendung nur dann als„schön" gellen, wenn sie mit einer entsprechenden Lackschichte bedeckt ind. Natürlich mußten schließlich auch die Augen- Wimpern daran glaube.» und sich«ine von Fall zu Fall verschieden« Umfärbung gefallen lassen. Das 27jährige Fräulein Mila da R. sehnte sich gleichfalls nach einer solchen Verschönerung, nachdem di« Frau Mama, also zweifellos eine Dame reifen Alters, von dem Erfolg einer solchen VevschönevungSakt^on einfach entzückt war. Sie suchte also«inen sogenannten„Schönheils- salon" aus, um sich die Wimpern noch allen Regeln der Kunst färben zu lassen. Die Angestellte des Unternehmens behandelt« die zu verschönernde» Wimpern mit Hydrogen, salbte die dazitgehörigen Augenlider mit Vaselin und bestrich endlich die Wimperhaar« mit einer zu solchen nüylirlM A>v«cken bestimnitcn Pasta namens„Ebona", übrigens«in Präparat, das nach dem Gutachten fachkundiger Aerzl« als absolut e i n w a u d f r«i zu bezeichnen ist. Nichtsdestotveniger hatte Fräulein Amalie höchst unangenehme Folgeerscheinungen auszu kosten. lieber Nacht schwollen die Augenlider an, im sinken Ange bildete sich«ine Pustel und das Resultat>var jedenfalls alles ander« als eine Verschönerung. Woraus di« enttäuscht« Dame Strafanzeige gegen den Inhaber des„Schön- heitssalons" und gegen die Angestellte, welche sie b--ha>tdelt hatte, erstattet«, und zwar wogen Gefährdung der körperlichen Sicherheit. Bor dem Bezirksgericht wurde auch tatsächlich seinerzeit den Angeklagten ein« Geldstrafe von 2 00 llr auserlogt. Die Verurteilten legten indcstc» Berufung«in und so wurde der Fall von ueueni vor dem Berufungssenat des Krclsge richt S Vizepräsidenten Doktor BouSek aufgerolll. Hiebei kamen auch Sachverständige zum Wort, di« zunächst feststelllen, daß yeg«n daS Präparat„E b o n a' kein 9lnstand«rbvbcn werden könne. Dagegen sei di« Haut der Behandel- t e»• überempfindlich und reagiere auch auf d'c geringste Reizung in unverhältnismäßig heftiger Art. Keinesfalls könne der Angestellten des Unternehmens ein Kuustfehlcr oder ein sonstiges Versehen vougeworfen werden, wobei zu berücksichtigen sei, daß diese Angestellte seit zehn Jahren klaglos Ihren Dienst versehen habe. Nach diesen Feststellungen erklärten d'c Sachverständigen zwar ungalaut, aber äußerst treffend, daß man einer intelligenten und selbständigen jungen Frau so viel Klugheit zutrauen müsse, zu erkennen, daß ein so heikles Organ, wie das menschlich« Auge„n i ch t a n g e st r t ch e n werden könne, wie beim Lackierer". Wenn sie sich einer solchen Prozedur uiitenvcrfc, niüss« sie sich klar sein, daß sie ein Risiko auf sich nehme. Daher falle dir Verantwortung auf sie selbst zurück. Der Bernfungsscnat hob das erste Urteil auf und fällte«inen Freispruch der Ange klag, t« n, indem er sich die Anschauung der Sachverslän» digcn zu eigen machte. Die Rache des Fräulein Milada ist nicht befriedigt worden. Sic und IhreS- gleichen sollten aber einmal mit sich darüber zu Rate gehen, ob cs einer„intelligenten und selbständigen Frau" würdig ist, die Verrücktheiten. die einer Parasitcnschichte von Luxuswe'bchcn als höchstes Ziel gelten- nachzuäffen. rb. Schwurgericht hinter verschlossenen Türen. Prag, 18. November. DaS heutige Schwurgericht tagte in geheimer Verhandlung. Ter 83- jährig« Franz Skoöka war angeklagt des verbotenen Geschlechtsverkehrs mit seiner llljährigen 2 t i e s t o ch t« r, die er sich durch das Versprechen ihr«in Fahrrad zu kaufen, gesügig gemacht habe» soll. Wie sich auS Gesprächen der Zeugen aus dem Korridor weiter ergab, soll der Angeklagte feine Unschuld mit der Behauptung stützen, er sei im Kriege durch einen Schuß in den llnterlcii, überhaupt unfähg geworden, daS ihm zur Last gelegte Verbrechen zu begehen. Di« Geschworenen erkannten jedenfalls den Angeklagten mit allen zwölf Stimmen a l S nicht schuldig. Der SchwurgerichlShof(Bors. OGR. Dr Kndoma) verkündet« hierauf den F r«i s p r u ch., rb. Vorirane imfl Veranstallonggn Traven-Abend. Josef Bunzl, Schauspieler und Rezitator, der zu den ersten gehörte, d« den Dichter B. Trauen in Deutschland und darüber hinaus bekannt gemacht haben, gibt am 23. Rm-embcr, um 8 Uhr in der„Urania"«inen Traven-Abend. Er liest auS den Mexikobüchern M immer noch anonymen Autors. Der Abend erhält sein« besondere Note durch Einstreuung zahlreicher in Europa kaum gehörter original mexikanischer Schallplatten. Bortrag Dr. Hejda: Ausblick In die Wirtschaft»- zukunst. Am Freitag, den 17. ds., sprach im großen Saal der Städtischen Bücherei der bekannte Volks- wirtschaftliche Redakteur Dr. Jifi Hejda über ZukunftSfragen der Wirtschaft. Der Referent warnte vor einem leichtfertigen Optimismus bezüglich der Dauer der Wirtschaftskrise. Im Gegensatz zu Dr. E n g l i 8, der sich in jüngster Zeit für eine Reflation cinscht, bekannte sich der Redner als Anhänger einer konsequenten Deslationspalitik: besonders die Kartellpreise müßten den übrigen Wirt- schaslSdaten angcpaßt werden Wir stehen an einem Umbruch der Wirtschaft, am Ende des Liberalismus. Die Fehler liegen nicht in der Produktion und auch nicht in der Währungspolitik, sondern in der Einkommensverteilung. Die Probleme der Gegenwart seien nicht privalwirtschaftlich, londern nur volkswirtschaftlich zu lösen, d. h durch Aufstellung eines Wirtschaftsplans. Man dürfe auch schwerwiegende Eingriffe in das Privateigentum nicht scheuen Ter Bortrag sand ein ausmerk, ämes Auditorium. Hf. Der Film Das häßliche Mädchen. Dolly Haas und Max Hansen, die kürz- sich in Berltn eine streiig legale Nazihorde aus Mißtrauen gegen ihr« Rast« mit reinarischen, wen» auch fauligen Eiern bewarf, stehen im Mittelpunkt dieses angeblichen Lustspiels lmS, an dessen Aufführung daS re'chsdeutschc Filmkapital mitverdient, so daß schon aus diesem Grund dem anständigen Publikum die Freud« von vornherein veodovben ist. Im übrigen aber handelt es sich um ein Filmlustspiel jener längst zum llebcrdruß gewordenen Machart, die jeden Einfall(wobei man Einfall oft genug mit Plagiat übersetzen kann) durch mindestens dreimalige Wiederholung evivürgt, die Albernheiten mit Pointen verwechselt und das schon nach einer halben Stund« völlig erschöpfte Thema durch krampfhaft heraufbesclnoorene Zwischenfälle bis zum Ende der zweiten Stund« verlängert und»ugenießbar macht. Die drollige Tolly Haas war ein« der lustigsten Kabarettistinuen Berlins. Eine Filmschauspielerin ist sie bis heute nicht. Und auS Max Hansen, der vor Jahren ein wirklich hunwrvoller und charmanter Bursche war. hat man mit der Zeit fast schon einen Clown gemacht. (Auch im„U r a ii i a- K i ii o" läuft jetzt ein Film mit Tolly Haas. Er nennt sich„G r o ß st a dl- nächte" und ist die dcursckw Version der in Prag 'chon Vor Monaten gezeigten„Irrlichter von Paris', Winterhilfsaktion des Bezirksvereines ArbeliertUrsorde Prag Groß ist die Not der Arbeitslosen, sie sind die ärmsten und lrilflosesten Opfer der Krise. Alle, di« heute noch Arbeit n»d Verdienst haben, haben die unabweiöliche Pflicht hier zu helfen; ihren notlci. denden Brüdern bcizustehen. So wertvoll dir materielle Hilfe ist, die jeder mit seiner Spend« leistet, so wertvoll ist auch die Bekundung der menschlichen Solidarität»nd Verbundenheit der arbeitenden Menschen, die in dieser Hilfe zum Ausdruck komntl. Wir wenden uns a» Tie, stlenossen und Genossinnen! Geben Sie selb ft u n d w erben Sie in Ihrem Bekanntenkreis um Gaben für unsere Minterhilssaktion für Arbeitslose. Wir sammeln getragene Wäsche und Kleider, Lebensmittel und Gebranchogegcnstände. Ein telephoni. scher Anruf genügt und unsere Helfer kommen und holen die Sachen ab.(Telephon 74-1.28, Maria Deutsch.) Desgleichen ersuchen wir unser« Genossinnen, an den Nachmittagen der nächsten Woche sich uns zur V° r. s ü g u n g z u st e l l e n. Viele der Sachen, die wir bekommen haben, müssen instand gesetzt werden. Wir bitten die Genossinnen, uns bei dieser NLH- arbeit zu helfen. Nächste Woche täglich von 2 bis 4 Uhr wird diese Näharbeit in Prag VII., Skuherskygasse Nr. 14, vorgenommen. Nehmen Sie sich Zeit, Genossinnen, und kommen Sie bestimmt. Auch diese Arbeit ist ein wichtiger Teil unseres Sarnmeltverkco. eine Arbett des bedeutenden ruisifchen Regisseurs Fcdor Ozep, der daS kabarettistische Talent der HaaS weit bester verwertet als der deutsche Film.) —cis— Filme in Praaer Llditsninltiauseru bis«inschl.rßllch Donnerstag, den 23. November: Urania-Kino, Klimentskä 4:„Jrrl'.chtcr von Paris."— Alfa:„Znm anfgegcstenen Laden."^-' Fönix:„Die siebent« Großmacht."— Flora:„DaS HauS in der Vorstadt."— Hvezda:„DaS Verbrechen -m New Parker'Aquarium."— Jnl?:„Fräuleni Jofelte— meine Frau.'— Kinemo, B.-Th.: Journale, Groteske, Report. Ab H2—>/„8.— Koruna: „DaS Verbrechen im Nen, Parker Aquarium."— Sfoiif:„Und die Sphinx spricht.."— Sviitozor: „In einer kleinen Garnison."— Alma:„Das Mädel ans der Ziegelei."— Kapital:„Das Mädel aus ter Ziegelei."— Konvikt:«DaS Haus in der Vorstadt." — Lido:„Unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit"— MacMa:„DaS Mädel auS der Ziegelei."— R-xv: „Das HauS in der Vorstadt."— Valdek:„Tas Haus in der Vorstadt."— Belvedere:„Der Jazz König." —„10 Minuten Angst."— Vvseda:„DaS Mädel aus der Ziegelei."— Carlton:„Das Haus in ter Vorstadt."— Illusion:„DaS Haus in der Vorstadt'' — Sport-Smichov:„Das Haus in der Vorstadt." Saari- Solei• Kärnerpileiie ■»■■■■IILWITIILIIJ UM■TU Wl—f.Will Illi'JL'—MM Sportliche KameraSschait bei den Arb«itersportlcrn... Bei dem Meister'chaftSspicl Saint Gilles— Flsron der belgischen Arbeiterfußballer wurden zwei Spieler von Fläron verletzt und dessen Mannschaft dadurch auf ueuu Mann vermintet. Ter Sportverein St. Gilles ersuchte daraufhin den SchiedS» r'chter, das Spiel zu beenden und es an das Ende der Meisterschaft zu fetzen, um Flörou die Möglichkeit zu geben, mit all seinen Chancen— es ging in divicm Spiel um den ersten Platz des Klassements— zu kämpfen. Das ist nicht nur ein« schöne Tat echter Sportkameradschaft, sondern sie zeugt auch von einer beispielgebenden Erziehungsarbeit, die im Arbeitersport geleistet wird! — und im bürgerlichen Lager. Die deutfchbürgerlich« Sportpreise in der T'che- choslowakei hat jetzt„große Sorgen": Der Prager DFC will seinen Betrieb cErstellen; warum, setzen wir als bekannt voraus. Nun macht die Mitteilung die Runde, daß der DSV Saaz den Pragern Helsen will, indem er dem DFC. sür'ein Spiel in Saaz 10.000 K8 anbielel od«r in Prag nur gegen Fahrtentschädigung spielen will. Tas i«i ein„hochherziger Akt von Sportkameradschaft", den d'e Saazer damit beweisen... wird großaufgcmacht der Mitwelt verkündet. Wir sind aber der beschcidunge» Meinung, daß diese„Hochherzigkeit' nichts weiter als«ine Reklame und ein gutes Geschäft für die Saazer bedeutet— von Sportkameradschaft zu reden, wäre zu viel des Guten. Verlangen Sie In leder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Hrm« HEGNER& Cie.. PILSEN Selchwaren der de. HEGNEß• Qe.. PILSEN SIND Die ALLERBESTEN I brr-,»,«der eittftiet I«« d.—(Ebefeebatteae: fflilbelm 311< k it 11.— v-ranlwo-Mchr, Sebatttuf Dr Omfl 6 11« u k, Pro,— Druck:«Moto*«..» für grltun«. und Buchdruck, Pro,.— Für dr» Druck urrunimorMch- cwu o-Iif Dr««.— Die ürnuuusmarlknfranfuwr wurdr von der Poft- u. trlruropdendirckuon«n tltl-ii-Jlt 13 kOti.'VII IH3H bewillig:~ BrtugedrSinguugen Bei ßutiellung in« Huut oder dri Bezug durch di« Pott monailich Üe 16— Dterieliäbclidi Kd ü' tzsldjützri« U W,—,«anii&ttia U ME—,— 3«|«wu weroru laut Lauf dMigtl drrrchn«.«ei ofiete» SmIchaUiui,»» vreituuchlutz.— jtückücllu», von R-»uttrit>le, rriol«! nur dri timlrndun« der Reiourmortr».