Mvzelprelg 70 Heller. NLtnfchließlich 5 Heller Porto) Srskvrlni mit Ausnahme des Montag tüg Ich früh. sr>aNIo» n. Ucrtooltuna; Broa». HtMjarrla ia ♦ ItltpS.: 24705, Jufto. 7toat auf der von ihm neuestens eingeleite.en Ber- samnilungstmlrnce auch Aussig mit seinen Offenbarungen beglücken wollen. Dabei ist ihm ein kleiner Betriebsunftift passiert, der, wenigstens vorläufig, ihn daran hindert, sein Erlösungstverk fortznsetzen. Die Bchöpdc hat seine für Soi»ntag geplante Aussiger Versammlung verboten, ofscitbar weil sie befurch- tet«, daß cs bei dieser Versammlung zur Störung dessen, was man öffentliche Ruhe und Ordming nennt, kommen könnte. Die Aussiger sozialdemokratische Arbeiterschaft hat keineswegs die Absicht gehabt, mit Brachialgewalt gegen Henlein vorzugehen, aber da eine öffem- lichc Versammlung angekündigt und öffentlich dilrch Plakate zum Besuche ausgesordert worden lvar, hielt sie dafür, daß Henlein ebenso öffentlich auch Rede und Antwort stehen müsse. Das heißt, sie wollte nicht zulassen, daß der„Führer" in seinem Bestreben, Hitlermethodcn nachzuäsfen, nicht so nne er es in den früheren Versammlungen getan hat, bloß einen Monolog halte, ohne daß den Besuchern der Versammlung auch nur die geringste Gelegenheit geboten tverde, an den Redner Fragen zu stellen, oder— wie das in fozialdentokratisclicn und meist auch in anderen Vcrsaminlttngen Selbstverständlichkeit ist — seinen Ausführungen eine andere Meinung entgegen zu stellen. Ungezählte Versammlungen, iit denen politische Gegner einander entgegenlraten, sind, wenn auch manch- mal betvcgt, meist ohne größere Störung verlaufen und nicht anders wäre es bei Henleins geplanter Produktion in Aussig gelveseil, aber eine Gegenrede verträgt dieser vo>l sich selbst zum„Führer" ernannte selbstherrliche Autokrat ebensowenig wie sein Vorbild Hitler»rnd so wird sein Gastspiel in Aussig unterbleiben. Ueber die Arr, wie der Henlein seine Vor- stellungen veranstaltet, hat man bereits einig« Erfahrung zu sammeln(Gelegenheit gehabt. Vor allem ist von vornehcrein für eine tüchtige Truppe von Klaqueuren gesorgt, die ihm aus den Reihen der von ihm bis vor kurzem geleiteten deulschett Turnersci)ast bcrei.willigst beigestellt wird. Angehörige des unter ihnr ganz in hakenkreuzlerischem Geiste geleiteten Turnerverbandcs unterziehen sich der Ausgabe, ihm nicht nur Ordtlerdienste zu leisten, sondern auch durch entsprechend stürmische .Hcilrufe bei seinem Auftreten für die er- wünsche Stimniungsmackw zit sorgen, ganz wie bei Hitler, wo der SA-Gard« diese Aufgabe zufällt und zufiel. Genau wie Hitler umgibt sich Henlein auch sonst mit dein für eine wirkungsvolle Aufmachung nötigen Briuibv- riirni. Betritt er das Podium, so geschieht dies nur unter den Klängen einer eigens hiezu bestellten Musikkapelle. Nicht jeder Redner kann auf einen solch feierlichen Empfang rech- nen, als ihn sich Herr Henlein selber bereitet, nicht jeder hätte aber auch das Geld dazu. Ofseirbar hält Henlein, der bis jetzt irr» politischen Leben noch nicht die kleinste Probe seines Leistens und seines Könnens abgelegt l>at, jedes feiner Worte, das seinem Munde ent- strönlt, für Goldes tvert, tveil er ihm eine so feierliche und ininierhin kostspielige Einbeglei- :ung gibt. Man muß zugeben, in der Aufmachung, auch tvenn sie von A bis Z von seinem Vorbild entlehnt ist, steckt Raffinement. Es gibt noch genug himmlifche Einfalt in der Welt, di« sich durch solclw Acußcrlichkcitcn gefühlsmäßig einsangen und zur Ausschaltung der Denifnnktion belvegen läßt. Damit haben Hitler»nid Mussolini erfolgreich operiert, warum sollt« tlicht auch Henlein die innere Hohlheit seiner Ausführungen durch bestellte Musikpvoduktionen und bestellte Heilrufe zu verdecken suchen! üoallflonsrccht auch in der neuen VeiÄSSWü©eslerreichs Thronbesetzung nicht aktuell erklärt Ungarns Innenminister Sette 2 Freitag, 1. Dezember 1988 Nr. 281 Nachdem di« Besuck-erschaft der Henlein- Bersamnrlrrngerr, denen vorher noch ein ausgiebiges Eintrittsgeld ahzekiröpft worden war, stlmmungsgemäh präpariert wurde, bcginiu der Erkorene seinen Speech. Was er da bisher vorgetragen hat, ist armseligstes Phrasen« Ium, hinter dem nicht ein konkreter Gedanke und noch weniger ein Programm steckt. Da redet er davon, wir mühten wieder Schmied imsereS Schicksals tverdcn, das Volk müsse nicht nur wirtschaftlich sondern auch poli isch geführt tvcrden, er habe die Absicht, das Volk in seiner Gesamtheit zu vertreten und wolle für die Durchschung der Wunsche und Sorgen aller Stände, auch der Arbeiter sorgen, nur die Arbeit bedeute für ein Volk wie für die Menschheit ein Aufwärtssteigen und so tveiter im Phrasendickicht. Nur über das>v i e hüllt sich Henlein in Schtveigen— und er tveiß war» m. Wiche er auch nur um.Haaresbreite von der Linie seines Phrasenschtvalls ab, so träte die ganz« Leerheit und Verlogenheit seiner Rattenfängerniethode zutage. Alle will er retten: Bürger, Bauern, Gewerbetreibende, Arbeiter und christliche Menschen, jedem reicht er etwas, das wie ein Zuckerl aussieht, aber bei tiähcrent Zusehen in blauem Dunst aufgeht. Den Ausbeutern verheißt er, daß es nach der von ihn: herbeizuführcnden Einigkeit aller Deutschen keine Gewerkschaften geben werde, den Arbeitern sichert er zu, sie würden ihre Wünsche innerhalb der Volksgemeinschaft des» siw vertreten können als sie es heute mit ihrer Sonderorganifation— worunter Henlein die Gewerkschaften versteht— imstande sind. Sonst redet Henlein noch viel vom Deutschtum und von der glücklichen Zukrmft, der er es entgegenführen will, aber mit keinem Worte verrät er, wie er dies tun wolle. NNd zu all diesem Mumpitz, bei dessen Anhörung man mrr staunen kann, daß er Zuhörer firrdet, was schon einiges Licht auf die politische Bildung eines Teiles der deutschen Bevölkening wirft, müssen die Besucher der Henlein-Versammlungen straimm mit der Hand an der Hosennaht schweigen. Keinem darf es einfallen, den Redner nach dem Wie zu fragen. DaS duldet der„Führer" nicht. DaS heißt, das würden seine Auslassungen nicht vertragen. DaS Sudetendeutsch» tum hat zu kuschen, nur er, der Erlesene und Erkürte hat zu reden und zu bestimmen. Wie sich Hitler räuspert und wie er spuckt, das hat er ihm glücklich obgeguckt. Ein Programm? EtwaS näheres darüber, was und wie er es will? Darauf läßt sich der Herr Messias nicht ein und hält dafür die Formel bereit, das Programm allein mache keine Geschichte, denn di« Zukmrft beruhe nicht auf Programmen, sondern auf—.— Männern! Also ihr Sude- :endeu>'.schen, verlangt über Henleins Absichten ja nichts näheres zu wissen, ihr habt, nur zu glauben und zu vertrauen auf ihn, ihn den Allein seliginachendett! Herrn HenleinS Auftreten im politischen Leben fällt zeitlich genau nrit der Auflösung der hatenkreuzlerischcn Parteien bei uns zusammen. Nur dem Blinden ist noch nicht offenbar geworden, daß hier«ine Fortsetzung der unterbundenen Bewegung des deutschen Fascismus vorliegt, dämm die vorsichtige Tarnung, darum das vorläufige Ausweichen beim Verlangen nach Konkretisierung des Phrasenschwulstes, wie er von Henlein abtvartend vorgetragen wird. DaS führerlos gewordene Hakenkreuztum fühlt instinktiv, wohin Henlein in Wirklichkeit— und das beweist ja auch der Geist, der im Deutschen Turnerverband unter seiner Leitung herrscht«— hinaus will und füllt seine Veranstaltungen trotz der dort Generaldebatte beendet Prag, 30. Novenrber. Die Generaldebatte über daS Budget wurde heute im Parlament fortgesetzt und nach 6 Uhr abends beendet, worauf das HauS mit großer Mehrheit den Uebcrgang zur Spezialdebatt« beschloß. Dos siowakisdie Problem Die Autonomiewünsche der Hliillapartei verdolmetschte Dr. Ravasz; die Autonomie dürfe der Jnregrität des Staates nicht zum Schaden gereichen und auch über ihren Umfang ließe sich reden. Bemerkenswert war, daß sich, während bisher nur Herr Stkbbrny sich cm die Hlimkapartei anzubiedern sucht«, diesmal auch der Nationaidenrokrat sparet dafür einsetzte, den^berechtigten Forderungen" der Hlinkapartri«ntgegenzukommen und einen mocku« vivendi in Gestalt einer angemessenen Lcuidescnrtouami« für di« Slowakei zu suchen. Aufkällig war auch, daß Herr Spaück, der al» Restgutbesitzer zum neuen tschechischen Landadel zählt, sich plötzlich der StandrSgenossen mit wirklichen alten, wenn auch erloschenen Adelsprädikaten warm annahm: Um der revisionistischen Propaganda Ungarns in den aristokratischen Kreisen England» und Frankreichs zu begegnen, sollt« man umgekehrt zur antirevisionistischen Propaganda in diesen Kreisen unser« Leut« verwenden, die dank ihrer gesellschaftlichen Stellung in diesen hochfeudalen Kreisen Zurritt haben. Zum Autonomieproblem äußert« sich auch noch der autonome Kavpathorusse B r o d y, der di« Autonomie für Kavpathorußland fordert. IndnstrleoblMB unvcrmeldiltfi? Don deutscher Seite erklärt« Dr. Hobln« (B. d. L.), wir könnten überhaupt nicht mehr damit rrchnen, unser« Industrie zu ihrer fvüheron Blüte entfalten zu können. Et werde die Frag« de» Ad- baue» gewisser Industrien spruchreif werden, soweit sie«1 nicht schon heirte ist. Di« Landwirtschaft d r Tschechoslowakei dürfe nicht dem Gedanken der Entente geopfert werden. Zu den Verhältnissen im deutschen Lager erklärt« Hovina, daß Ueberhcvung, Gefallsucht und Ichsucht ein groß«» Unglück über die Deutschen heraufbeschworen haben. Die Verfolgung der Schuldigen sei verstündkich, unverständlich di« Verfolgung Unschuldiger. DaS Problem„Gleich« mit Gleichen" harre noch der Verwirklichung; durch die national« Schulautonom!« könne«in großer Komplex von Streitfragen auSgeschastet werden. Per Demokrat ftoillna Dann kam Herr Kallina zu Wort, während dessen Rede«S zu den cur anderer Stell« geschilderten Zusammenstößen kam. Kallina hielt«in gelehrtes Kolleg über Demokratie(nur für den Inlands- gebrauch'. Export namentlich nach Deutschland strengstens untersagt!) und sand sogar— anerkennende(Anmerkung für den Setzer: rS soll wirklich hecßen: a-n-e-r-k-e-n-n-i-n-d-r) Wort« für dre Regierung Malypetr, weil sie wenigstens den B e r» f u ch unternommen habe, halbwegs Ordnung in Id!« Staatswirtschaft zu dringen.„In Wertung dieser guten Absicht" würden daher di« Teutschnacio- naleu für da» Kapitel„Präsident der R«pu- gelegentlich zum Ausdruck gebvachten Loyalitätsgesinnung. Diesem Maskentreiben wollt« die Aufsiger Arbeiterschaft nicht länger geduldig zusehen. Ihr war«S darum zu tun, Hen- leitt zu stellen. Durch das behördlich« Verbot ist er der Auseinandersetzung entwischt. Er wird ihr auf die Dauer doch nicht zu entgehen vermögen! blik" stimmen. Di« Einstellamg der Tätigkeit seiner Partei b«ruhe auf vollständig unrichtigen Dr- hauptungen und au» der Luft gegriffenen Mutmaßungen; an ein« Verschmelzung mit d«c MlSAP. hab« niemand gedacht. Er erwart« daher von dir'Regierung, daß sie dem deutschnationalen Rekurs siaitgebra werde. eine„groß angelegte and viel beamtete ßcde Später kam von deutscher Seit« noch Dr. Rosche(AWG.) zu Wort«, der«in« seiner üblichen langatmigen Reden über WirtschastSfragen vom Stapel ließ, di«— noch bevor sie gehalten war!— di« pavlamentarisch« Korrespondenz seiner?lWG. van vornherein als^aroß angelegt und viel beachtet" charakterisiert«. Gr fehlten darin natürlich auch nicht di« guten politischen Rat- schlüge und di« Velvuerung, daß«r überhaupt em Irrtum(!) sei, bei den Deutschen von Fasci-mu- oder Diktatur zu sprechen, wo ihnen doch da» demokratisch« System viel sympathischer(!!) sei. DdrZal wem sich Der frühere Ministerpräsident ttbtlal reagierte in einer kurzen Erklärung auf di« gestrigen Angriffe Stkibrny» gegen sein früherer Kabinett, di« er u. a. als niedrige Provokation und feige- Geschrei bezeichnet«. Nur im Interesse der Wahrheit verlange er von der gegenwärtigen Regierung, daß sie augenblicklich dem Wunsch Stkibrny» entsprech« und all« Handlungen der früheren Regierung beschleunigt der strengsten Untersuchung unterwerf«; dat Ergebnis mög« so bald wie möglich dem Parlament mitgclcil! werden. Di« Beschwerden der ungarischen Minderheit wurden von Hokky und Sz«ntivanyi vorge- tragen. Letzter R«dn«r in der Generaldebatte war der Vorsitzende de» Budgetausschusses Dr. 6erntz,«in« der wenigen Agrarier von Format. Die zur Krisenbekämpfung gewählten Methoden sollten auch tatsächlich durchgeführt und überall dort«in- gegriffen werden, wo«S notwendig ist. Namens des SpararlSschusseS versprach der Redner, daß er in seinen Arbeiten und namentlich auch in der Kontrolle der Staat-Wirtschaft unerbittlich streng fortfahren wird. Di« Landwirtschaft müsse verlang««, daß man in der DeflationSpolitlk nicht auf halbem Weg« stehen bleibt, sondern entweder auf ihm radikal vorwärts schrrlter oder«inen anderen Weg sucht. Di« Resolution des Ausschusses über die Brseitr- gnng der DiSparitär zwischen d«n Preßen beim Produzenten und den Preisen beim Konsument«n müsse tatsächlich in di« Praxi« umgesetzt werden. Seine Partei sei nicht gegen den regulären Zwischenhandel, sie sei aber für di« Brseiti- g u n g aller Parasiten, di« sich an der Not der Landwirt« und der übrigen Produzenten bereichern. In den gegenwärtigen Verhandlungen Mischen Industrie und Landwirtschaft müss« unter allen Umständen eine Einigung erzielt werden, allerdings unter der Bedingung, daß di« Landwirtschaft dabei nicht auf unverhältnismäßig» Art dranfzahlt. DaS HauS beschloß dann über Antrag des Generalberichterstatters den Uebergang zur Spezialdebatte, und zwar zur Debatte über bi» pol rtisch« Grupp« de- BrWgetS. Der erjtr Redner war der Kommunist Ddokak. Rtidfgang der Staatseinnahmen Dom Jänner bis Oktober Minas gegenüber BoranfchlagSquot« 20.5 Prozent. Die staatliches Einnahmen aus Steuern, Zöllen, Gebühren und Monopolen weisen auch imSeptemberd. I. gegenüber dem gleichen VorjahrSmonat und dem Voranschlag einen b e- deutende»Rückgang auf. Die Einnahmen auS diesen öffentlichen Abgaben betrugen im September insgesamt 585.3 Mill, lü, wovon nach Abrechnung der Anteile der Selbstverwaltung-- körper 306.9 Millionen verbleiben, was gegen- über dem September 1932 einen Entfall von 133.8 Millionen und gegenüber dem Voranschlag 43.2 Prozent bedeutet. In der Periode Jänner —September 1933 erreichten die staatlichen Einnahmen im ganzen 5331.4 Mill, llr und nach Abzug der Selbstverwaltungsanteil« 8862.8 Mill. Ke, was gegen die gleiche Zeit des Vorjahre- cm-n Rückgang von 585.6 Millionen und gegenüber der Boranschlagsquote von 20.5 Prozent ausmacht. Den größten Entfall zeigt die Umsatzsteuer, die im September nur 104.7 Millionen und nach Abzug der Selbstverwaltungsanteile sogar nur 44.6 Mill. Ks brachte. Gegenüber dem gleichen VorjahrSmonat bedeutet dies einen Rückgang um 58.3 Millionen und gegen die Ziffern beS Voranschlages von 95.5 Millionen oder 165.7 Prozent. In der Periode Jänner—September sind die Einnahmen aus der Umsatzsteuer gegenüber der gleichen VorjahrSzekt um 531.7 Mill. Ke und gegenüber dem Voran- schlag um 271.1 Millionen oder 74.8 Prozent niedriger, da sie nur 1554.4 Millionen und nach Abzug der Anteile bloß 154 Millionen betrugen. ver„Bund“ beschlagnahmt Teplitz- Schönau, 30. November. Die Be- zirksbehörde konfiszierte die hier erscheinende Zeitschrift des„Bundes der Deutschen m Böh- men" und veranlaßte die Beschlagnahme der gesamten Auflage. Wenn man sich den Inhalt der einzelnen Stellen dieses Druckerzeugnisses durchlieft, erhält man eine Bestätigung dafür, daß die Hakenkreuzler ihre eigentlichen Ziele in den scheinbar neutral und unparteiisch dekorierten Organisationen und Verbänden sortsetzen. Dort Preisen sie in versteckter Weise, verbrämt mit einigen tönenden Phrasen Hitlerdeutschland und können den Tag nicht erwarten, daß ihre„Ahnung" von dem Großdeutschland Erfüllung findet. Sludenlcndemonsiroilon Prag, 30. November. Heute vormittag» fand im histologischen Institut auf dem Albertov in Prag II. mit Genehmigung der akademischen Behörden eine Fakultätsversammlung der Hörer der Medizin statt, bei welcher über die Novetlisiernng deS Zahnärzte-GesetzeS beraten wurde. Nach Der- sammlungsfchluß begaben sich etwa vierhundert Personen geschlossen zum Ministerium für öffent- licheS Gesundheitswesen in der Bysehradskü tk., in Prag II., wo sie auS ihrer Mitte eine Deputation entsandten, die dem Minister die Forderungen der Hörer der Medizin verdolmetschte. Nach dem Empfang beim Minister begaben sich die versammelten Studenten in Gruppen nach Inner-Prag, wo die Teilnehmer ans Aufforderung der Wache auseinandergingen. BK 24 E Puppenspieler Liififaafeia Roman von Felix Fechenbach „Haben Sie sich schon überlegt, Fräulein Greil, wo wir hingohn wollu?" „Mir iS es eigentlich gleich. Schön iS ja überall heut, bei dem Prachtwctter." „Ich hab halt gemeint, wir fahren jetzt mit'm Zug nach Reichenbcrg und gehn dort in Wald." „Js mir recht. Da war ich so schon lang nimmer." Durch den Bleicher Ring gingen sie zum Bahnhof und nahmen den nächsten Zug. Michel gab sich die allergrößte Blühe, Eindruck zu schinden. Er halt« auf dem Weg zur Kärrnersgassc in einer Kouditore; eine Tüte voll Pralinöen gekauft. Die zog er jetzt auS der Hosentasche, um sie Gretl anzubieten. Wie er aber die Tüt« öffnete. sah er zu seinem Entsetzen, dab die Pralinöen infolge der Wärme zerlaufen und all« aneinander- geklebt waren zu«'nem undestnierbaren und wenig appetitlichen Klumpen. Er machte ein so unglückliches Gesicht, als«r die?« Bescherung sah, daß Gretl darüber lachen mußt«. „Jetzt müssen Ti« mich obendrein auch noch auSlachen. Js doch'chon gentlg. daß ich Io ein Pech hab, tvo ich Ihnen doch ein« Freud mit den Pralines machen wollt." ,Hch hab Tie ja nit auSlachen wollen. Aber der Schokoladeklnmpen in der Tüte hat so orlgi- nell ausg'sehn. Und tveiru Sie dann noch e G'sicht dazu machen wie die Katz. tvennS donnert, da kann man beim besten Will» nit ernst bleiben. D.rs g'scheitst« is. Tie lachen auch mit." Grell war wieder ganz heiter geworden. Urrd alS sie in Reichenberg ausstiegen und die Sonne alles golden überstrahlte, war d«r letzt« Rest von Gretls anfänglicher Mißstimmung verflogen. Sie gingen«in« Stunde in den Wald hinein und Michel überwandt sogar seine Abneigung gegen das Laufen. Im Dach wars auch angenehm kühl, so daß«r nicht allzusehr unter der Hitze litt. Gretl schlug nun vor. ein wenig ausznrichn: „Wollu wir uns nit e bißle hinsetzen, Herr Spieß? Wir müssen nachher wieder«ine gcinz« Stund« zurück nach Reichenberg." „Da hab ich nir dagegen. Aber daß wir schon e ganze Stund laufen, hält ich nit gedacht." ,^Jch glaub, ich mach nock; einen Langstrek- kenlänser auS Ihnen", lachte Gretl. Sie setzten sich. Langstreckenläufer wär ja grad nit da» richtige für mich. Da bin ich nit drauf träniert. Aber einen guten Spaziergänger könnten» schon au» mir machen, wenn Si« die nötige Geduld aufbringen." „Für den Anfang haben Sie sich heut ja ganz gut gehalten." M'chel bot der Gretl an, sie soll« sich auf 'einen Rock letzen damit ihr Helles Kleid auf dem Waldboden keine Flecken bekäme.. „Da sin Sie« bibl«'n svät dran, Herr Spieß. Ich sitz nämlich schon eine Weile." „Aber Sie sitzen ja auch viel weicher, wenn Si« was unterlegen." „No. wenn» Ihnen Spaß macht, dann geben Sie F'hren Rock halt her."- Er breitete seinen Rock sorgsam auf den Boden, und Gretl setzte sich daraus. Michel erzählt« jetzt von der väterlichen Bäckerei, und daß er sie später einmal übernehmen solle. „Der Vatter mein, er wollt nit arbeiten, bis er'n Schlaganfall kriegt. Er möcht vorher noch was von fei m Leben haben und sich noch« paar Jahr auSruhn. Da sollt ich di« Bäckerei schon bald übernehmen. Im Herbst mach ich di« Meisterprüfung." „Da gibtS aber«inen jungen Bäckermeister! Und di« Frau Meisterin wird dann wohl auch bald kommen?" „Die braucht ich dann freilich auch. Grell. Sie wissen ja von daheim, daß man auch jemand im Laden braucht, und überhaupt, einmal muß ja jeder Dlann ans.Heiraten denken." Er sagte schon nicht mehr„Fräulein" Gretl, sondern nur noch„Grell", sprach sie aber mit ,/Sie" an. „Da übernehmen Sie ja e schöne K'schäft. Ihre Zukünftige kann sich da in« geniachtS Bett legen." ,^Ja, da ham Sie recht, Gretl. Ich wüßt auch schon, wen ich am liebsten alS Meisterin hätt..." Er schaute Gretl von der Seit« an, um zu sehen, wie sie darauf reagier«.- Gretl merkt« jetzt, wohin die Reise gehen sollte und tat, als hätte sie diese letzt« Bemerkung überhört. „Wir müssen jetzt wieder weiter, sanft k»m- nren wir zu spät nach Reichenberg!" Si« standen auf und gingen den Weg, den sie gekommen waren, wieder zurück. Mich«! fand nicht gleich w'eder zu dem Gespräch zurück, das fo schön im Zug war und bei dem er geglaubt hatte, er könne der Grell sagen, wie gut sie ihm gefalle. Ein ganze- Stück ging er schweigend neben dem Mädchen her. Dann nahm er den Faden wieder auf. Ganz unvermittelt fing er an: „Tas mit dem-Heiraten hätt ja noch Zeit. Es veradht schon noch ein Jahr, eh der Battet privatisiert." „Bis dahin finden Sie ja dann auch e brav« Frau." Michel faßte Grell setzt an der Hand und drückte sie leise. Eine kleine Weil« ließ sich Gretl diese Liebkosung gefallen. Aber barm dachte sie, er könne das mißverstehen und entzog ihm ihre Hand, als si« an den Waldrand kamen. In einer Gartenwirtschaft kehrten sie in Reichenberg ein, aßen k-ll zu abend und erkundigten sich nach dem nächsten Zug nach Würzburg. Sie halten noch ein« Stund« Zeit, „Da könnten wir uns--rüden im Wald noch « bißle Hinsehen", schlug Michel vor. Gretl wär einrerstanden. Michel breitete wieder feinen Rock aus dem Waldöoüen ans, nnd Gretl setzte sich hin. Michel stand neben ihr. Ta fiel ,fein Blick unversehens aus ihren Blm'enauS- fchnitt. DI« Blute hatte sich ein wenig verschoben, und Michels Augen sahen was sonst verhüllt war. Gretl schien di« Richtung feine? Blickebemerkt zu haben, denn sie brachte hast'g ihre Bluse in Ordnung nnd war ein wenig verlegen geworden. Michel setzte sich neben sie. „Grell, ich habe Ihnen vorhin schon sagen wollen, daß ich Sie recht gut leiden kann. und... und ich wollt« Si« frag«», ob Si« mich auch« bißle mögen?" Dabei hatte er si« wieder an der -Hand gefaßt. Grell war di« ganze Situation im höchsten Maße unangenehm: „Kommen Sie, ich glaub«S iS besser, wir gehn jetzt!" „Nur noch«in«n Augenblick, Gretl. SI« müssen mir» jetzt sagen!" Er war stark«rvegt. umfaßte si« mit dem Arm und preßte sie heftig an sich: „Sagen Si« ja, Gretl! Sagen Sie dock; ja!" Grell entwand sich mit einiger Anstrengung seinen Armen: „Lassen Sie doch solche Geschichten sein. Herr Spieß! Denn ich da» geahnt hätt«, wär Ich nrit Ihnen keinen Schritt gegangen!" „IS doch nit so schlimm was ich gemacht hab." Er saß gantz verdaddert da, wi« ein verprügelter Schuljunge und schnaufte heftig. Hortfetzung folgte Freitag, 1. Dezember 1V3S Sette 3 um diese Zeit «m nur BOOM daß der der der den springen Schollich Rockkra- hält vcr- und SA. zur Unterstützung der Polizei heranznzle- , t und nur lediglich nach Führers tätig der national« und der poli- unzuverlässige Ein- so muß dieser Gedanke der Deutschen Arbeitsfront auch in der Organisation durchgeführt werden.— Deshalb habe ich angeordnet, daß das weitere Anwachsen der Verbände verhindert werden soll und eine Mitgliedersperre für die Verbände«intritt, dagegen die noch außerhalb der Deutschen Arbeitsfront stehenden Volksgenossen in verstärk- rem Maße aufgefordert werden, in die Arbeitsfront einzutreten und nach der Neuordnung for- nliert werden. Arbeiter, Angestellte und Unternehmer gehören zusammen. Um afat Irrtümer 'N vermeiden und um zu verhindern, daß ein Wirrnis in die vorhendene Organisation kommt, möchte ich noch einmal mitteilen, daß die Mitglieder in den vorhandenen Verbänden ohne weiteres Mitglieder der Deutsch» Arbeitsfront sind, daß nicht gewünscht wird, ja sogar verboten wird, aus den Verbänden im Augenblick von selbst anszutre- ten und sich als Einzelmitglied in die Deutsch« Arbeitsfront ausnehmen zu lassen. Wenn die Füb- runa der Deutschen Arbeitsfront den Zeitpunkt kür gekommen hält, auch den äußeren Nahmen der Verbände zu sprengen, so wird sie das tun. Im ganzen Reick' ist heute früh offiziell di« Werbeaktion für die Deutsche Arbeitsfront einge» leitet worden,.'s» diesem Zweck sind die Werbestellen der NTVO"«öffnet tvorden. S'e dienen dazu, die einzelnen Mitglieder für die Arbeitsfront zu werben, nachdem der Beitritt zu den Verbänden gesperrt ist. Scöis Hlnrlditungen Köln, SO. November. Im Gefängnis Köln- tlllagrlpllh sind heute um 7 Uhr 30 Minuten früh die zum Tode verurteilten Otto W a e s e r, Hermann Hamacher, Bernhardt Willms, Heinrich Harsch, Josef Moriz und Josef llngel, alle aus Köln a. R. hinge richtet tvor- tat. Das Urteil war am 22. Juli 1833 vom Zchwurgericht Köln a. Rh. wegen Mordes, bzw. klnstlstuna zum Morde, an den SA-Mannern Valther Spangenberg und Winterberg gesprochen Verden. * Diese sechs Morde sind weder die ersten, noch die letzten der entmenschten deutschen Justiz. Die sechs Hingerichteten standen vor einem Sondergericht, das ihnen die Verteidigung unmöglich machte; gleichwohl steht ihre Unschuld fest. Was mts daS Blut ins Gesicht treibt, ist die Menge der Hinrichtllngen; und wir sind beschämt, daß mir unS eingestehen müsien, wir seien gegen das Schicksal der Einzelnen abgestumpft, von dem wir täglich erfahren. Im Hamburg sind vor kurzem kommunistische Arbeiter yingerichtet worden, die nicht minder unschuldig waren als die sechs Opfer der Kölner Klassenjustiz. Wenige Stunden vor seinen« Tode hat einer der tapferen Hamburger Arbeiter seinem Söhnchen eine«« Brief geschrieben, in dem er Abschied von ihm nahm und es mahnt, des Opfertodes seines Vaters eingedenk zu bleiben. Das Blut der sechs Kötner Kommunisten vervielfältigt die Mahnung dieses Vaters an seinen Sohn; es füllt das Konto Hitlers und der Seinen, es steigert den Haß gegen die Bestien, die heute Deutschland beherrschen, eS gibt dem Ruf nach Rache neue Nahrung, eS gibt sie Mahnung des ermordeten HamburgcrS an alle Proletarier weiter. Laßt den Haß nicht einschlnmmern, sonder«« schärft ihn Tag um Tag! Die sechs Opfer von Köln sind eingcschreint in unsere Herzen. Wenn Mir sie nicht mehr rächen könne«r, werden eS unsere Söhne tun. » Sedizlg Jahre Zuchthaus Hamburg, 30. November.(Wolff.) DaS hanseatische Sondergericht verurteilte die früheren Kommunisten Wncherpfennig zu 15, Holm zu 13, DahmS und Ohlsen zir je 11, Sander zu 9% und Sonntag und Prinz zir je 9 Jahren Zuchthaus. Die übrigen 16 Angeklagte«« wurden zi« geringeren Zuchthaus- oder Gefängnisstrafe«« verurteilt. Die Verurteilten hatten am 14. fieber d. I. auf das SA-Lokal von Habormann einen Feuerüberfall verübt. Sie stürzte«« gegen das Lokal vor. feuerten mehrmals durch die Fenster und zogen sich dann wieder zurück. Der Wirt des Lo'alS wurde von einer Kugel am Hinterkops schwer verletzt. „M und Freufle“ Denn die Arbeiter und Thyssen gehören zusammen Berlin, 30. November. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Leh erläßt eine An- ordnung, in der es heißt: Wenn die großen Aufgaben, die durch das Werk raft durch Freude" gekrönt sind, vollendet werde«« sollen, regiernngen und allen Nachgeordneten Behörde» zur Pflicht, daß gegen solche Uebergrisfe und gegen jede«« Versuch eines unbefugten Eingriffes mlt aller Schärfe emgcschriiten wird. Soweit Mitglieder der TA. von den zuständigen Behörden nicht ausdrücklich als Hilsspolizeibeamie oder al» Hitfsbcdienstetc in« Grcnzdieust c«««ge- stellt sind, stehe«, ihnen irgendwelche polizeiliche Befugnisse überhaupt nicht zur Verfügung. Jedes polrzeiliche Vorgehen der SA: hat daher rn Zuknns« unrcr aller« Umständen zu unterbleiben. Wo es a«r S n a h>n s w e i s e notwendig wird, bei einzelnen Aktionen Mitglieder der sA. zur Unterstützung der Polizei Heu, dürfen sie nur in Anrvesenyeit unter Aufsicht der Polizei und den Weisungerr des polizeilichen werden. Auch sonst darf der Dienst sozialistischen Staatsverwaltung zezlichen Exekutive durch« griffe der SÄ. sir kemer Weise mehr gestört«ver- den. Derartigen Eingriffen dürfe«« sich die De- Hörden nicht beugen. Strafbare Handlungen von Mitgliedern der TA. sind nack)drücklich zu ver- folgen. Die Beamte«« dürfen nicht daS Gefühl Haven, daß ihnen daraus irgendwelche Nachteile entstehen könnten. ES erscheint mir notwendig, hierauf die Polizei- und Gerichtsbehörden besonders hinrntveisau. Es darf nicht«vieder vorkommen, daß in Fallen,«n dc>«en Mitglieder der SA. unzweifelhaft strafbare Handlungen begangen haben, die Täter angeblich nicht ermittelt werden können, oder auch, «venn eS sich um gewöhitliche Straftaten handelt, die m«t dem Kampf unr die nationale Erhebung n'chis zu tun hatte», außer Verfolgung gesetzt wurden. n«ch wiederholt. daS Schuldkonto ganzen deutschbürgcrlichrn Politik gehe. Daraus leistet sich Scholltch«in« persönliche Besck/uipsung, di« auch in den tschechischen Bänken laute Mißbilligung sand. Er ries dem Genossen Dietl zu: „Wie können Sie das in Zusammenhang bringen. Sie HornochS, Sie!" D«e Genoüen Dietl und Jaksch daraufhin rn größter Erregung auf los. Dietl pack» den Provokateur beim gen und fordert«hn erreg« auf. zu widerrufen. Aus e«n Haar wäre dem Herrn Scholltch diese niedrige Beschimpfung cincs alten und hoch angesehenen Parlamentariers mrt d a n d g reiflicher Münze heimgezahlt worden, wenn sich nicht andere Abgeordnete ins Mittel gelegt Härten. DaS Vorgehen des Herrn Professors Tchol- lich fand im ganzen Hause die entsprechende moral«fche Verurteilung; eS dürfte auch noch ein Nachspiel vor dem parlamentarischen JmmunitätSausschuß haben. [„wollen", gerne ,urvw:>1«rst>!)bichen Volks. ßOmis&er Revisionismus Die poki i'che Kumst des Fs'ciSmus in der Iitnen- wie u» der Außenpolitik ist bekanntermaßen die Vernebelung, die Erzeugung größt- möMchster WiröniS und Unklarheit Wer dre Direktiven der scrsciftii'sckren Politik. Aus der Gegen- revolnckion wird eine Revolution, aus der Herrschaft deS Monopolkapitalismus die allumfassende DolkSge>neln'chaft, auS der Kneest ung der Arber- ter'ehaft eil«„anSgleicherrLeS Stände ysten«", m«S dem''chon das Scherlkind erfassenden Militarismus der Kampf für DölkorverstänÄgrmg«rud Frieden, folgt inan den Är-illerrrdeir Phra'en mit betten der Fa ciSn«us in Nord und Süd Zeitimgsspalten oder arrch den Aether erfüllt. Unleugbar fjot die Dro'stigkcst, mst der hier das Heren-EinmaleinS praktiziert«vird, auch ihre Erfolge: das zeigten d'e Wahlerfolge M Narional^ozialism««S vor der«« Umsturz, das zeigt tellwei-'e auch das Echo neusten Taktik Hr-kevS. sich auf den Bilden v'elvcrfemten Frieden-Sverträge zu stellen, Pakt von Locariw zu übrrtrmupfen. ?lber eS gbt auch Widersprüche, nicht .zwii'ch:«« der emsig betriebenen inneren Airfrüstung Äax'deutzichkiamdS und den FricdcnSreden, sondern vor allein aittch. waS nicht d,«rch»ve-s genügerrd beachte'«vird,-wl'chcn den Manifestationen Hitlers und seines Verbündeten a-uS den« Lar«d der mittelländi'chen Minder rasse. Mussolini, der über Hitlers Friedensaitgcchot« ziveifeffoS unterrichtet, «neun«iich' gar ihr Veranlasser getve'en'«in dürfte, hat die'er Ta-> im Rat der fascisti''chen Korvoration-r«« ein« Rade gehalten, deren we'cirt- licksste Teile dann von der aleichge^chalteten italie- nUehen Presse übl'cherwei'e nochmals in auffälliger Form als Sentenz des Dikta- orS tvieder- oegclben wurde. Mussolini deSavmiierte da mit sastisti'cher ilntxrfröreirheit seine bisherige schein, bar völkerbundSfreu'Ndl'iih« Pobitik und erklärte, daß der Böi Verbund angesichts der Abwe'enhet« der Perr-n-aten Sta»en. Japans. Deutschlands «nid— Rußlands völlig bedeutungslos geworden, bar jeder ge'chöchdlichen Wörka-mkeit fei. Natürlich empfiehlt sich der röm'>'chr Diktator höch-stper^'ön- h'ch als der Protektor künf iger Völkerverständigung. aber— Un Gegen'ah zu.Hitlvrs Bekeimt- n'Sur«vottvendigerN>ei''« inrperial'istisch kriegslüsternen Fa'cisnrus. Der Revistmtörmus als Au^aniAspuilkt internationaler Verwicklungen ist nicht, wie naive Gemüter mitunter meinen, ab.^chworen, sondern lebendiger den j«. Nicht die Dik ackeren be- herv'chrn das von ihnen aeichaffene Stsstem, sondern das System heroisch aulgeputzter lleber- stvigcrung des Nat'ioua-lgTfüHIs beherrxl>t sie. Nie werden si« den Krieg offiziell jedoch sich vor« der„« LevXigung" einst sich treiben lasse««.— w. Der„Neue Vorwärts", der in Karlsbad erscheint, verösseutlicht einen Erlaß des Reichsministers des Innern Dr. Frick, den er ain 8. Oktober 1933 an die Reichsstatthalter und Landesregierungen gerichtet hat. In diesem Erlaß nimmt Frick scharf gegen die Urber- griffe der SA Stellung. Er«vendet sich gegen Vie Aimiäßurig polizeilicher Befugnisse durch die SA. Er fordert di« nachdrücklich« Be.fol- gung strafbarer Handlungen von Mitgliedern der SA., und er künde« schließlich an.»ah Beamte, die die Grundsätze dieses Erlasse» nicht beachten, rücksichtslos zur Verantwortung gezogen«verteil. Ter Erlaß ist ein« amtliche Bestätigung aller„Grenclincldungen" über den Terror der Ml. Es heiß« darin: Trotz der wiederholten Kundgebungen des Herrn Reichskanzlers und trotz meiner zahlreiche«« Ruuüschreiben sind ir« den letzten Wochen immer wieder ne««« Uebergrifse«lntercr Führer und Mitglieder der SA. geineldct worden. Insbesondere haben SA.-Führer und SA.- Männer selbständig polizeiliche Handluirgen vorgenommen, zu dcne«« ihnen entlvcdcr überhaupt die Befugnis fehlte, oder die sic«n einer Weise ausgeführt haben, die mit dci« bestehenden Gesetzen'und den'Anordnungen der nationalsozialistischen Regierung n'cht vereinbar sind. Auf diese Welse ist kürzlich sogar die Exterritorialität des Botschafters einer auswärtigen Macht von eigenmächtig bandelnden S.A.- Männern schwer verletzt und dadurch di« Außenpolitik der Regierung in Mitleidenschaft gezogen worden. Diese Uebergrifse und AuSschrer- t u n g e n müssen endgültig anfhören. Ich mache es den Herren ReichSstatchaltern, den Landes- ?rok. Sotiollieb legt im Parlament Prag, 30. November. In der Budgetdebatte sprach heute der Tcutschnatiouale K a l l i n a und tallc die Unverfrorenheit, trotz der politischen und Malischen Gleichschaltung seiner Partei mit den iarbarischen Methoden Htllcrdcutschlands schein- Mg zu beklagen, daß in der Tschechoslowakei Unschuldige verfolgt werden. Genosse Jaksch rief ihn, empört dazwischen: „In Deutschland werden Unschuldig« g«. sollert und gemordet.' Sieben Sie über di« Konzentrationslager! Dentsche morden Dentsch« und Ihr habt dazu Beifall geklatscht! Hier«sollt Ihr die Demokraten spielen? Darauf mischt sich ein Vertreter der deutschnationalen Intelligenz, Herr Professor S ch o l- sich, hinein und apostrophierte den Genosse«« Jaksch: „Aus Ihnen spricht der jüdisch« Geist!" Jaksch:„Meine arische Großmutter kann sich neben der Ihren noch sehen lassen!" Abgeordneter Goldstein zu Schollich: Denn Sie von Geist reden, dann können Sie nicht von sich selbst spreche», dann müssen Sie die Joden heranziehen!" Schollich steckt diese Blamage ein und will feinen jüdischen Kollegen beschwichtigen: „Sie waren nicht gemeint,«varum nehmen Sie sich des Emigrantenpacks an?" In der weiteren Auseinandersetzung schreit Schollich wieder: „Hier wird auch aufgeräumt werden." Jaksch:„Ja, aber mit Euch!" Schollich:„Nein, mit der Herrschaft des DektjodentumS..." * Nach Schluß der Rede KallinaS kommt eS i p« einem heftigen Zusamme««stoß zwischen uns! seine IntelligenzprlHung ab und den Teutschnationaken. Kassina hatte den deutschen Sozialdemokraten irgend eine frühere Acugcrung vorg.'halten. Genosse Dietl erinnerte ihn daran, wie sie Heuer am 28. Oktober die Hosen voll Hanen. Im«ve: teren Verlauf des Geplänkels Genosse Dietl den Dentschnatlonalen ihre brecherische Politik«m alten Oesterreich vor verweist auf die berüchtigte Osterbegehr- schuft vom Jahre 1916. Schollich will kneifen und redet sich aus, daß er Schützengraben gelegen sei. Dietl läßt nicht locker die Ostcrb.'gchrschrift aus An unsere Kolporteure! D i e„I W Z" erscheint m 11«not dieser Woche z« m letztenmal, tvell sich neben dem„Kuckuck" ein zweites illustriertes Blatt, das für die dentsche Arbeiterschaft bestimmt ist, nicht zu halten vermag. Die bisherigen Abnehmer der„JWZ" erhallen,«venn sie nicht ausdrücklich den Verzicht mitteilen, automatisch an Stelle d«r „JWZ" ab nächster Woche den„K u ck u ck" zugestesst. Wir bitten die Kolporteure, der Verwaltung des„Kncknck", Prag kl., Ncka« zanka 18, bis Montag, den 4. Dezember, bekanntzugeben, wieviel Exemplare des ,„Kuckuck" ihnen ab nächster Woche«ugesandt werden muffen, damit bei den bisherigen Beziehern der„JWZ" keine Unterbrechung in der Zustellung der illustrierten Zeitschrift eintritt. Nerr Dr. Badtcr Qii der Kfögcniauer Im gestrigen Leitartikel der„Bohemta" zeigt«vieder einmal.Herr Dr. Back-cr, für«ven sei«« Herz schlägt: Er jammert in crbarinilngs- würdiger Lüeise darüber, daß anstelle von Nano« nalsozialisten i>« den Gemcindevertretiliigeil nun Sozialdemokraten trete« werden und er vergießt Träne«« darüber, daß„so der Sinn einer de«no- kratischen Wahl geradezu auf de«« Kopf gestellt wird". Es ist«nerktvürdig, d,iß Herr Dr. Bacher stets fctit Herz für die Demokratie erst entdeckt, wenn«««an gegen die Hakenkrenzler vorgeht. Solange di« Hakenkrenzler die Demokratie unterhöhlt haben, hat Herr Dr. Backier nicht' gc« jcvn«n«ert. Wi« sehr aber.Herr Dr. Bacher vor Sozia- listenfeindschaft toll gckvorden ist, lehre«« sein« Ausführungen, in denen er dazu le gen versucht, daß die Gemcittdetvähler n«it der sozia!den«okra» tische«« Gcntelndctvirtscktasi unztifriedcn sind und daß«nau gegen den Willen der Wähler handle, tve«««« die Svzialdcmokratc«« stärkeren Eir«fl««ß in den Gemeinden bekommen. WaS haben Mn« die Sozialdemokraten getan, daß sie nach Ansicht des .Herr«« Dr. Bacher de«« Genteindelvahsern so große Schmerzen bereitet haben?„Sie waren", so erzählt unS Herr Dr. Dack«er,„bei der Errichtting von Genrei-ridchäusern, Krankenkassen, und anderrn Allftalten sehr frc-ig^big,«reil sie damit rechneten, daß nicht ihre Klassettgenossen, sond-.'rn di« wohlhabenden Schichtcrt ihre Freigebip^cit bezahlen würden, i«r dem»nan nur die liV-, «nmndentillagcri hittaufzuschrauben branckie, um die„Reichen" den Spaß bezahlen zu lassen." Daß man irgendtvo wegen der Errichtung einer Krankenversscherirngsanstast die^iemcinde,«m- lagen erhöben mußte, das ist uns bisher unbekannt gctvescn und«vir verdanken diese tiefe Einsicht dem Herrn Dr. Bacher. In Wirklickikeit hat nämlich di« Errichtung von.Ztrankeitversicheruttgs. anstalten mit den Gemeindenmlageu so viel zu tun al- Herr Dr. Bacher mit der Demokratie: Nämlich gar nichts. Herr Dr. Bacher«vird wahrscheinlich«vissen. daß man«ui-t Gemeindeumlasten keine Krankenkassen baut, aber ihm ist eben jedes Mittel im Kampf« gegen die Sozialdemokratie recht, weil die Sozialdemokratie die stärkste Sänke der Dentokratic innerhalb des SttdetendcutschtumS ist. Herr Dr. Bacher zeigt durch seinen'Artikel nur, d»«ß er mit Recht dort ist, wo er hingehört, nämlich in die„Bohcmia" der Herren Dr. PcterS u«td Kauder. Vf!rhaHHn unterlasse««. Deshalb ist die zwangsweise Herumführung einer Perlon q«tf Straßen und Plätzen zum Zlveckc der Anprangerung strafbar und deshalb zu unterlassen. Es handelt sich setzt«neistens um Anpran- geritngeu von Nichttvählcr» nach dem 12. November, Tritt 4 Fxeltag, 1. Dezember 1935 Nr. 281 Tagesnettigketfen tag er» Bei Compiögne Volkswirtschaft und Sozialpolitik ÄE n Ä„I N-sal-r, insbesondere für Tuberkulose und 0!e- lcphonvcrkchr an Post wirb jedoch Jahr. Tic Baukosten der Fabrik und der ibr angeschlossenen Siedlung betrug etwa 450 Millionen Rubel. Kirche in die Arme. Ilm so deutlicher erkennt die Arbeiterklasse, wie eng Kirche und Bour- geoisw miteinander verbunden sind, und wie notwendig cs ist, den schärfsten Kampf gegen beide zu führen!— W. brachte als Gc- Littorio * Gestern abends drangen unbekannte Täter in die verschlossene Wohnung des Gustav Porsch und entwendeten ein Ebcnholzknstchen, in welchem Platin und Goldringc tut Werte von 5000 K1S waren. Erdrutsch bei Neapel. Neapel, 00. November. Am Abhange des Berges Echia wurde bei einem Erdrutsch ein Teil eines Hauses verschüttet. DreiPersonen wurden gerötet und 17 verwundet: darunter befinden sich acht Feuerwrhrlente, die hcrbcigeeilt waren, um sich am Hilsswerk zu beteiligen. raschen, daß das Gcschworenenkollegium, dem, wie bereits berichtet, neun Frauen angehörten, die Schnldsrage auf gemeinen Mord mit zehn Stimmen bejaht hat. Außerdem war Holv deS Verbrechens der Verleitung zur s a l s ch e n Z e u g e n- a>r s s a g c angeklagt, weil er seine Kinder an» gestiftet habe, ru seinen Gunsten falsch auszusagen, was diese ursprünglich auch taten, bis sie unter Einfluß ihres Lehrers die Wahrheit bekannten. Auch in diesem Punkte erkannten die Geschworenen den Angeklagten init großer Mehrheit schuldig, desgleichen der Uebcrtre- t u n g gegen das W a s s e n p a t c n t. Gegen Mittag verkündete der Vorsitzende, Vizepräsident B o 0 5 e k im Sinne des Wahrspruches das Todesurteil. Mit diesem Urteil verabschiedet sich Vizepräsident B o ü ö e k, der in den Ruhcstattd tritt, von dem Schwurgericht, wo er heute zum letztenmal einer Verhandlung präsidiert hat. rb. Das hygienisch« Abendmahl. Im schwei- zerischcn Kanton Aargau ist ein Konflikt zwischen Kirche und Staat ausgebrochen, der die ganze Schweizer Presse lebhaft beschäftigt. Der sozialdemokratische Regierungsrat S i e g r i st, Direktor des kantonalen Gesundheitswesens, ist der„Schuldige". Er hat cs gewagt, die bisherige Form der Abendniahlsfeicr zu bean- standen; durch die Zirkulatiou des Kelches unter den Gläubigen werde der Infek ions- Prag: kmtgerr. 16.50: Augcndjunk. 17. iation für deuischc Hörer. 18.30 düng: Putzentan»» TageSlauf. zwei Klaviere. 22.15: Bunter 10: BormitlogSko.nzert. 18.25: düng: Duett« und Lieder. 23.15 — Kafchau: 1130: OrcheslerkonMt. 17 Prehburg: 10.25: Violinkonzert.— Mandolinenkonzert. 18.45: Frankfurt: 22.45: Unterhaltungsmusik. 20: Ein Walzer muß cS sein.— Berlin: 1 sich dM seit'g bereichern? Naz'.-Prinz im Konzenirat'onslasser. Klagenfurt, 30. November. Tic sechswöchige Nrreststrase des Prinzen B c r n a r d von Sachsen-Meiningen, die er wegen verbotener Betätigung für die nationalsozialistische Partei im 6'* Landcsgcrichtcs abbüßt, geht in diesen Tagen zu Ende. Ter Prinz wird nach Ablauf der Strafe in das Konzentrationslager von Wollersdorf überstellt tverden. Tie Prinzessin bleibt im Schloß Pitzclstattcn konfinicrt, da sic in den letzten Tagen einen Brief mit einem für Oesterreich beleidigenden Inhalt aus dem Schlosse schmuggelte. Ginbroch in der Budweiser Strankeukaffe. In der Nacht vom Mittwoch zum Donners» wurde die Kasse der Bczirkskrankenkasse in Bohm.-Budweis ausgcraubt. Unbekannte Täter krochen über die Mauer des anliegenden Gartens und öffneten mit einem Dietrich die Tür zum Gebäude. Im ersten Stockwerk zerschlugen sie das Glasfenster und drangen in den Kassenraum ein, wo sie aus dem Trcsior lle 80.159.60, und Marken und Stempel im Werte von K« 169.50 entwendeten. Die Polizei fahndet nach den Einbrechern. Mord woge» verweigerter Heirat. Zalacgerszeg, 30. November.(MTII In der Gemeinde Pokasa hat die 24jährige C h ö m- p öl, Tochter eines Landwirtes, den 25jährigcn Bauernsohn Karl Kurucze durch mehrere Revolvcrschüsie getötet. Das Mädchen stellte sich dann den Behörden und erklärte, Kuruc; deshalb erschossen zu haben. weil seine Eltern nicht erlaubten, daß er sic heirate. Moskau meldet: Moskau, 30. November.(Toß.) Die Regie- rungSkominissirm übernahm die Riesenlokomotiv- fadrik Lugaitsk und reihte sie den in Betrieb befindlichen Werken an. Tic Fabrik besitzt eine Produktionskapazität von 1080 Großlokomotiven pro schlcchtskrankhciten, Vorschub geleistet. Diese absolut einleuchtende und vernünftige Fest- stclluirg hat die zuständigen Kirchenbehörden in höchstem Maße in Harnisch gebracht. So erklärt der reforntierte Kirchenrat, daß es sich beiin heiligen Abeitdmahl nicht um eine menschliche Einrichtung handle, die nach Bc- 1 lieben gestaltet werden könne. Im Auftrage von Jesus Christus werde das heilige Abendmahl von derr Gläubigen genossen. Ter Kirchenrat zitiert die Bibelstellen, die.von der Einsetzung des Lkbendmahls handeln. Deutlich gehe daraus hervor, wie die Feier dieses Mahles einem Befehl Christi an seine Gemeinde gleichkomme.„Durch dieses Heilspfand, das Gott selber uns gab, ist das Abendmahl Sakrament. Wer Glauben hat, und nur solche sollen zum Tisch des Herrn treten, wird sich bei der Feier des heiligen Mahles weder von hygienischen noch von ästhetischen Bedenken leiten lassen, sondern für ihn ist allein der Befehl seines Meisters maßgebcitd." Im übrigen seien Geschlechtskranke nicht unter den Abendmahlsbesuchern zu finden! Und im Kampf gegen die Tuberkulose seien dem Staate genitg airdere Möglichkeiten gegeben. Man sollte es kaum für möglich halten, daß heutzutage so etwas noch ausgesprochen werden kann! Sorgen und Gedanken der Kirchen 1933! Aber noch bemerkenswerter ist, daß auch die gesamt« bürgerliche Presse in dieses Hont stößt. So schreibt z. B. die sozusagen liberale „Neue Züricher Zeitung" zu dieser Angelegenheit: „Ter voin Genosse- Regierungsrat versucht« Nebergriff in eilte kirchliche Angelegenheit wird deshalb im Volk und in der Presse aufs schärfste zurückgewiesen." Es mag leicht sein, daß diese kirchenfreitnd- liche-Haltitng des liberalen Blattes mit dem Vormarsch der Schweizer Sozialdemokratie zusainmenhängt. Aus Angst vor dem Prole- i lariat wirft sich das liberale Bürgertum der 180 y. El. Anton. Nom, 30. Novenibrr.(Stefan!.) In Rom ist eine aus 100 Bauern bestehende Exkursion, die die einzelnen Gemrindr» ihrer Provinzen vertreten, eingclrosscn. Tie Erkursionsteilnchntcr sind sogleich in die ncuc Stadl Litlorio abgcrcist. Jeder der Gäste der neuen Gemeinde Litlorio eine Statue des hl. Antönius mit, die schenk in der Kirche des hl. Marens in ausgestellt wird. Schadenersatz an kranke Arbeiter. TaS internationale Arbeitsamt sandte den Mitglicdstaatcn einen Bericht über die Zweckdienlichkeit der Einreihung voit Silikose und anderen Krankheiten in das Berzeichnis der durch«ine bcstimmle Beschäftigung entstandenen und die Arbeiter zu Sckwdenersatzansprüchen berechtigenden Krankheiten. Dieses Problem steht auf der Tagesordnung der am 11. Mai 193l in Gens jusaininciitrelcn» den internationalen Arbeitskonserenz. Es handelt sich um di« Erweiterung der i. I. 1925 angenommenen Konvention auf eine Reihe anderer Beschäftigungen. Ties« Konvention sichert den Opfern sogenannter Berufs Krankheiten einen Schadenersatz, dessen Höhe sich nach der nationalen Gesetzgebung richtet. Sic ist bisher von 22 Staaten ratifiziert worden. Der Postverkehr am 8. Dezember 1933. Freitag, den 8. Dezember 1933, wird der Dienst im Post-, Telegraphen- und T Feiertagen versehen: die nur int Ortsbczirkc zugestellt. Auto überfährt Rckiutcn. fuhr gestern abend ein Personenkraftwagen in eine Gruppe Rekruten, die von einer Instruk- tionsstundc in die Kaserne zurückkehrten. Zwei M a n n witrdcn auf der Stelle getötet und sieben schwer verwundet. Manu im Feuer. Tonitcrstag nachmittags ercignele sich im Werk des'Vereins für chemische und metallurgische Produktion in Aussig ein Unfall, der ein Menschenleben schwer gefährdete. Ter Arbeiter Wenzel Duda, welcher in der Ab» tcilung für chlorsaures Kali tätig ist, begab sich in die Werkstatt, um ein Blech abzuholen. Dabei geriet er einer Stichflainmc zu nahe, wodurch Spuren des überaus feuergefährlichen chlorsau- ren Kalis, die sich an seinen Arbeitsklcidern befanden, in Brand gerieten. Im Nu war Duda in Flannnen gehüllt. Obwohl er einett isolierten Arbcilsanzug trug, erlitt er solche Verletzungen, daß er in das Krankenhaus geschafft werden nnißle. Seine Verletzungen sind überaus schwer. Duda.ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Wie aus einer, osfeiebar von der Betriebsleitung inspirierten Mitteilung im„Ausiiger Tagblatt" entnommen werden kann, trägt der Arbeiter Duda selbst die Schuld an dem Unglück, da er sich aus freien Stücken in die Wcvsstätlc begab und vom Werkstättenleitcr gewarnt wurde.— Doch möchte zunächst wohl auch der Verletzt« gehört tverden, ehe man eS unternimmt, die Schuldfragc öffentlich festzuftcllen. Neue Elbebrücke vor der Fertigstellung. Die neue Tctschen-Bodeubacher Elbebrückc wird am 9. Dezember von ihren bisherigen provisorischen Holzjochen in die endgültige Lage auf die inzwischen bis zur Fahrbahnhöhe abgetragenen Pfeiler der ehenialigcn Kettenbrücke verschoben und noch am Abend desselben Tages dem Verkehr übergeben werden. Während des 9. Dezember wird, wie schon berichtet, bis zur offiziellen Brückencröffnung der Verkehr über die Eibe mit Fährdampfern und Prahmen bewerkstelligt. Anläßlich der Verkehrseröffmtng veranstalten die beiden Elbestädic um 5 Uhr nachmittags eine Feier, an der sich auch die Vertreter der Behörden und der maßgebenden Prager Stellen beteiligen. Wahrscheinliches Wetter am Freitag, den 1. Dezember. Unbeständig, vortviegend bewölkt, etwas wärmer, südöstlicher, auf den Bergen starker Wind. Strichweise wieder Nicdcrschlagsuei- gung, namentlich in den mittleren Teilen der Republik. Der neue Hanussen. Die Polizei scheint jetzt den Schänder des Grabes von Frau Karle Goe- ring auf die Spur gekommen zu sein. Dttrch Vergleich zwischen versckiedetten Schriftproben glaubt der schwedische Schriftexperte Dr. Harry Söderman, der auch im Reichstagsbrandprozeß eine Rolle gespielt hat, feststellen zu können, daß der aus dem Grabstein hinterlassene Zettel van dem bekannten schwedischen Schriftsteller Ola : Binderg stammt. Di« Untersuchung wird fort- : gesetzt. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Samstag. 12.10: Schallplatte». 16: Nachmittags- Jn: Tfchcch. Konver» ; Deutsch« 2 cn- 20.15: Konzert für Abeich.— Briiun: Deutsche S e n- Alte Hausmusik. K'nderecke.— Wir«: 15.40: Vollsliederstuttd«.— Breslau: : Können deutsche»ich italienische Lp.'rubühn« gegen- Die Trainer Talsperre wird mit Wasser gefüllt. Di« Fraincr Talsperre, die im August fertiggestellt worden war, wird nun langsam mit Wasser gefüllt. Tie Füllung geht natürlich sehr vorsichtig vor sich, da wenig Wasser in der Thaya ist und die erste Füllung versuchsweise durchgc- sührt wird. Mit einer größeren Füllung wird erst im Frühjahr bei Eintritt des Tauwetters gerechnet. Bei der Talsperre wird jetzt an der Einrichtung des Elektrizitätswerkes gearbeitet, für daS die Skodowerkc eben auf einen: Hilföweg über Oesterreich große Maschinen befördern. In Neu- Döttau wird an den Pfeilern der Brücke gearbeitet, die die neue Ortschaft nut der Umgebung verbinden wird. Die amerikaniM Kuttur'chande. Verfahren gegen Führer des Lynchgerichts. (Missouris, 30. November. Der bat die Verfolgung der Volksmenge ciugclciict, welche Strafanstalt gewaltsam ein- nnd aus einer Krrkcrzellc Neger schleppte, um ihn auf- t L e i ch n a iit Befehl Der Vatikan meidet: Stadt des Vatikans, 30. November.(Siefant.) Der Papst hat bekamttgcgcbcn, daß zu den Oster- feiertagcn im Dome des hl. Peters die Heilig- j p r« ch u u g Doma BoScos slattfnck»en wird. Man erwartet, daß aus diesem Anlaß zahlreiche Pilger aus allen europäischen Ländern und aus Latein-Amerika cintreffcn werden. Das sechste Todesurteil binnen zwei Monaten Franz HE, der Mörder seines Schwagers St. Joseph Staat Missouri Führer der gestern früh in eine gedrungen war einen jungen zuhängen und seinen Leichnam zu verbrenne n. lieber Befehl des Gouverneurs Guy Parker haben die Behörden bereits die Untersuchung des Berbrrcheiw eingeleitct. Der Vertreter M Oberstaatsanwaltes William Sawyer ist aus Jefferson City mit der Anordnung des Gouverneurs Parker eingeirof- fen, alle seine Kräfte aufzubictcn, nm der Anstifter dieser Aktion habhaft zn werden, deren Opfer Lloyd Warner geworden ist, der einbekannt hat, eine Weiße vergewaltigt zu haberu Mangels an Beweisen... Prinreß Anne(Marylands, 30. November. Ti« vier verhafteten Männer, dir verdächtigt wurden, die Menge zur Lhnchung eines Negers ansgereizt zn haben und die TienStag von einer Abteilung der Natiotzplgarde verhaftet und dem (Berichte cingeliefert worden'sind, wurden wegen Mangels an Beweisen frcigcsprochcn. Eim große Menschenmenge begrüßte die vier Männer in enthusiastischer Weise, als sie aus Baltimore, wo sie in Hast gehalten worden waren, zurückkchrtcn. Hoover gegen die Morde an Negern. San Froneisco, 30. November.(Reuter.) Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten Hoover befindet sich unter'denjenigen Persönlichkeiten, die gcstern abend«ine Denkschrift unterzeichneten, die die hiesige.Handelskammer zur Verösfcntlichung brachte und in der dir unlängst erfolgte Lvnchung in San Jose verurteilt wird. In dem Dokument wird das Lyn- ckten als eine primitive Rachsüchtigkeit rmd niedrigende Roheit bezeichnet. Verschmelzung der Bau» und Holzarbeiler'Inlernalionale. Die Anfang August 1933 in Brüssel stall- gefttndenen Kongresse ocr Bauarbeiter- Internationale(B. I.) und der Internationalen Union der Holzarbeiter(I. 11. H.) haben sich beide für die Aufnahme von Verhandlungen über die Verschmelzung zwischen den verschiebe- neu Berujsiniernalwnalcn int Baugewerbe und den damit zusammenhängenden Berufen ausgesprochen. Zur Durchführung dieser Beschlüsse fand am 10. November in London eine erste Aussprache statt, an der für die Bauarbeiter-International« der Vorsitzende Cop- vock sowie der Sekretär van Achterbcrgh und sür oie Holzarbeiter-Internationale Sekretär Hau- Wart unb das britische Mitglied des Exekutivkomitees, Wolstcncrost, teilnahnten. Tic Inter« nationale Föderation der Maler nnd das Internationale Stentarbciter- Sekretariat, an die gleichfalls eine Einladung ergangen war, hallen mitgetellt, daß sic nicht rn der Lage wären, an der Besprechung tcilzunchmcn. Die Attssprachc ergab Einstimmigkeit über die Notwendigkeit und die Vorteile einer Verschmelzung. Mit Befriedigung wurde festgestellt, daß dre Internationalen der Maler und Stent» arbeiter auf ihren 1934 fälligen Kongressen über die Verschmelzungsfrage beraten werden. An Hand eines vom Vorsitzenden der B. I., Coppock, auSgearbciteten Entwurfs wurde Uebereinstimmung über dieGrund- lagen einer Fusion erzielt. ES wurde beschloßen, zum 16. Dezember eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der beide» Internationalen nach Paris einzubernfen, um das Ergebnis der Londoner Vorbesprechung zu prüfen und, wenn möglich, die Einzelheiten eines gemeinsamen Vorschlags an die angeschlossenen Verbände fest- zusetzen. Am Tage vorher, also am 15. Dezember, treten die Vorstände gesondert zusammen, um zu dem Londoner Ergebnis Stellung zu nehmen. Das schlechte Wetter der letzten ylacht de»! nützten unbekannte Täter zu einigen Einbrüchen» in Pardubitz. Die Einbrecher zerschlugen den! AuSlagekasten der Photohandlnng 6ernohorskn I einer Passage, wo sic neben anderen Sache» I einen Photoapparat Marke„Rollcy-flcx" int I Werte von 1780 Kr und einen Coutar-Avparat I im Werte von 2585 h's entwendeten. Weiter| wurde ein Einbruchsversuch in den Tabakkiosk in I der Gasse Mezi mosty gemeldet, wo ein gering. I ftigiger Betrag entwendet wurde. In einer an-I deren Trafik wurden früh Spuren eines Ein-1 bruches gefunden. Nachts brach in dem Papier-> geschaft des 26jährigen Bah. Nosek in Pardubitz I ein Feuer ans, das von Polizisten gelöscht wurde, I Nach verschiedenen Anzeichen taucht« der Per-1 dacht eines Versicherungsbetruges auf, weshalb der Inhaber verhaftet würde. Er war aus 22.001) Kronen versichert. Nach einem, die ganze Nacht hindurch andauernden Verhör durch den Bor-! stand der Polizeibehörde Dr. Dopälka wurde er| überführt und gestand, di« Tat aus Not began- gen;>» haben. Weiter wurde hier der mehrfach vorbestrafte 34jährige Josef Stöhr verhaftet, der «ine Tabaktrasik auSgrraubt hatte. Dr. Max Hodann, der bekantrte Sexualpsychologe, der auch in Prag zahlreiche Vorträge hielt ttnd in Berlin in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet wurde, dann einig« Monat« im Konzentrationslager war und zuletzt unter Polizeiaufsicht stand, ist mit seiner Frau aus Teiitschiaild entkonmren.— Tie Berliner Polizei ha- die Konfiskation der gesamten Wohnungseinrichtung des im Ausland weilenden ehemaligen Chefredakteurs des„Berliner Tageblatt", Theodor Wolff, angeordnct. Pferd« als Detektive. Bei T r i e s ch enthüllte ein Paar Pferde eine Tragöd'e. Als ein Holzsuhr- werk zu dem sogenannten„Straßenteich" kam, wollten mit einemmale die Pferd« nicht weiter. Fauchend standen sie stille. Als der Kutscher der Ursache nachging, entdeckt« er«ine verkrampfir Hand,.die aus dem Wasser rayte. Di« sofort vcr« ständ'gtc Tricscher Gendarmerie holte den Leick>- nam aus seinem nassen Grabe und stellte fest, daß dcr>clbe mit der 29jährigen Landwirtcnslochtcr Franziska Neubauer aus Otten bei Iglau identisch ist, die seit fünf Wichen vermißt wurde. Ta; Mädchen>var als Wirtschafterin bei ihrem Bruder tätig gewesen und suchte den Tod. als sich dieser zu verheiratet: gedachte. Die Nachricht von der Auffindung ihrer Lcickze langte in den: Heimatsorte des Mädchens gerade ein, als der Bruder Hochzeit hielt. Prpg, 30. November. Ter gestern begonnene Mordprozeß gegen den Häusler Franz H o l der unter der Anklage stand, seinen Schwager, den Ausgedinger Leo Pele erschossen zu haben, wurde heute zu Ende geführt. Tas Beweisvrrsahren gestaltete sich zu einem aussichtslosen Kamps des hartnäckig leugnenden Angeklagten gegen das erdrückende Beweisinatcrial, dem gegenüber er lediglich mit der immer wiederholten Erklärung operierte, er s e i e i n g u I c r M c n s ch und einer solchen Tat nicht fähig. Im übrigen vermochte er nicht das kleinste Faktum vorzubringen, das zu seinen: Gunsten gesprochen hätte. Gegen ihn standen nicht nur schwerwiegende Indizien, wie das Sachverständigengutachten, das einen Selbstmord des Erschossenen für unmöglich erklärt, nicht nur seine bekannte Feindschaft gegen den Getöteten wegen dcssei: Ausgedinges, sondern auch die direkte Zeugenschaft seiner eigenen kleinen Kinder, die den Vater der Mordtat aufs klarste überführt hatte. So konnte cs nicht über Nr. 281 Frekkag, 1. DezemVer 1033 tttb krisle der die personelle, Uingestal- adt Vielleicht finde! bcuf’rf.’cr Mann seit langem beim 21« lei. Bronze, Blei ufw. Ganze Züge kommen hier an; di« Greifer der Polypen-Krans wühlen sich hinein, packen zu, heben ihr« Beut« hoch und lassen sie mit donnerLhnlichem Poltern auf den Sammelplatz fallen. Wenn der ganze Inhalt so auSgeladen ist, sieht das auS, als ob ein Riesenkind lein« Spielxugschach- iel umgcworfen hält«. Zahnräder, Röhren, Schienen, Wassertanks, Autor, Maschinen— alles liegt tonst durcheinander. Zwischendurch werden auch Fuhrwerke und Lastautos der kleineren Händler auS- gcladen. Die bringen ganze Tonnen voll verrosteter Nägel, Schrauben und Muttern, Hufeisen und zer» lchlagen« Herde. Jetzt beginnt di« Hauptarbeit der Schrmhänd- leri: Wie ist doch die Zeitung so interessant. 1. Wie ist doch di« Zeitung so interessant, So gleichgeschaltet im ganzen Land! Waß haben wir heute nicht alle» vernommen! viel Nazis find in den Reichstag gekommen, Die SA hat neu« Hosen bekommen, Marxisten wurden in Schutzhaft genommen. Aus der Flucht sind welch««mgrkommrn, Bald werden wir in'S Reich heimkommen und in demselben dann verkommen. Wie interrssantl Wie interessant! Sieg Heil dem lieben Vaterland. 2. Wir ist doch dir Zeitung so intrrrsiant, geführt von Göbbels am Gleichschaltungsband. Was ist uns nicht alles berichtet worden! Sin Spaniole ist Staatsrat geworden, Hitler trägt nur einen einzigen Orden, Das Land ist befreit von roten Horden, Viele- ist doch schon bester geworden. Für'» lltntopsgrrtcht ist gesammelt worden. Wir interessant! Wir interesfant! Sieg Heil dem liebe« Vaterland. 3. Wie ist doch die Zeitnng so interessant, in diesem braunen Vaterland. Sie führt uns herrlichen Zeiten entgegen. Schon wurden Autostrahen vergebe», Ohne AutoS können dir Nazis nicht leben, Der„Notring" mntz sich ja auch eins nehmen, Bald tvird sich Deutschland neu erheben. Doch lebt es nur vom Opfer-Erhrbe», Das Volk verdirbt— die Bonzru leben. Wir interessant! Wie interessant! Sieg Heil dem lieben Vaterland. Beinahe von: Hoffmann von Fallersleben. Schwcißapparat zuleibe, die handlicheren Stücke werden mit der Eisenschere zerschnitten. Das ist«in niedlicher Apparat, der ganz geruhsam und bedächtig I die stärksten Schienen und Eisenträger w'e Schwei-1 zerkäse schne iet. Immer so in Halbmeterstücke. Diejenigen Stücke, die weder mit der Eisenschere noch mit dem Schweißapparat zerkleinert tverden können, kommen unter die Fallbirn«. Tic sind aus härtestem Stahl und di« schwerste von ihnen wiegt I di« Kleinigkeit von 3000 Kilogramm. Mit dem I Magnelkran wird der Kolos; bis zu 18 Dieter hoch- gehoben. Tann wird der Strom auSgrschaltet, die I Platte des KranS verliert durch Ihre AnziehungS-1 kraft und die stählerne Birne saust herunter auf daS I Stück, da» sie zerschlagen soll. ES handel! sich da I meist um riesige Zahn- und Schwungräder, di« ost I sogar dies« Gewaltprozednr daS erstemal ohne Scha>1 den überstehen. Erst beim dritten- und viertenmal I beweisen sie, daß sie di« Klügeren sind, und geben I nach. D'e Brocken, in die sie zerspringen, wiegen! immerhin noch nach Zentnern. War di« hiesig« Industrie selbst einkchmelzen I kann, bleibt natürlich hier. Bon dem Umfang deS I Geschäfts bekommt man erst einen richtigen Begriff, wenn man daS Metallkortierlager gesehen hat. Da I liegen in einer Eck« 10.000 Kilogramm Kupfer, dort steht«in Faß von Kupferspäncn, dort lagern 80001 Kilogramm Blei, dort SOOO Kilogramm Alum'nium I usw. TaS ist zum größten Teil alles so nebenbei ab-1 gesallrn; hing an den Cisentetlen und ist abgeschlo-1 gen und gesammelt worden. Wieviel Tonnen auf! dem Lagerplatz umher legen, wagt man gar nicht! zu schätzen An Kilogramm aurgcdrückl, gäb's ein« I JnslationSzahl. Eine der basten Kunden ist für Schrothändler die Bah n, deren„A l t«i s« n- A n f a ll' jährlich in die Tausend« von Tonnen geht. Jede Schiene hat nur eine Lebensdauer von I 1b Jahren. Dann wird sie ansgewechselt, Weichen I und Kreuzungjstück«, die besonder- großer nützung unterliegen, sogar noch früher 11 an Maschinen. Wagen und Untergestellen jährlich! verschlcißr wird, macht auch ein Erkleckliches aus I Alles andere aber, war sonst an Maschinen und An-, lagen beim Schrothändler endet, ist zum kleineren Te l der Abnützung, zum größeren aber dem geprie-1 jenen Fortschritt der Technik zum Opfer gefallen. Da- Wunder der Technik von heute macht da- Wunder von gestern überflüssig, entbehrlich, wertlos. Und alles, was wir heute noch anstaunen— das Sch.enenauto und di« Diesellokomotive mit einbegriffen—, wird einmal nur noch Materialwert haben, wird Alteisen, Schrot sein ES ist nur eine. Frage der Zeit Leopold W e i n b a ch. eventuell aufmnrrende Gruppen isolieren und sestnehmen sollten, fuhr der grüne Wogen des Gc- Ein Mensch wurde herauSge- erichütlerte die Luft. Boris. hatte man Spitzel der geheimen Polizei unter die Menge verteilt, die einerseits die Ausgabe hatten, für etwa niangelnde Begeisterung zu sorgen, die andererseits und Grüppchen Aus dem Platz fängnisses vor. rerrt. Johlen Boris bekam einen Ehrenplatz. Zwischen zwei höheren Befehlshabern, die ihn mit einem ge- wizscn Verziehen ihrer Lippen dauernd beobach. tclen,?“ Stelle genießen Dürfen. grelle Musik. 12 Lithographien in Mappe, nur Kü 60.— Buch end Manne zusammen nur Kd 120.—. Bin Juwel für jeden Bücherfreund! Zentralstelle für das tiiKimswesen. Prag II., Mekäianka 18. * Sie hockten in der Kneive„Z>im heiligen Reich". Sie dösten vor sich hin, tranken ab und zu Bier, ihre Koppeln hingen an den Kleiderhaken, auf den Futteralen ihrer Revolver spiegelte sich das Licht der elektrischen Birnen. Ter Sturnlfiihrer aß Würstchen und machte Fettflecke au? die Zeituna die er daneben las. Tann stand er auf.„Jungens, ich hab eine Idee!" Er nahm di« Zeitung vom Tilch und las laut vor: „Ter Jude Goldstein und sein« Tirne. die Grete R. scheinen imnier noch nicht gemerkt zu haben, woher der Wind weht. Frech und fröhlich haben sie ihr rassensck'äudrrisches Verhält»!- weiter. Es ist ein Skandal, daß in unserer so etwa- noch geduldet wird. sich doch eiilinal ein aufrechter der den beiden das Nötige klar macht!" Der Fleischhauer und Kämpfer für Führer und Reich Matih'as P. leckte langsam nnd mit vlcnuß über sein« Unterlippe. Dann nahm er sein Koppel von der Wand nnd gurtete sich mit betonter Gründlichkeit. Lärmend verließ der Trupp das Lokal. Das Haus, in dem Grete R. wohnte, war schon verschlossen, Boris mußte läuten. Unruhig giug er aus nnd ab sog nervös an der Zigarette. Weshalb der plötzliche Anruf? Ver- d-'tiimt, warum öffnete der Portier nicht? Ta hört« er Schritte. Eine Blendlaterne slaminte Brave GleichlHaltung wird belohnt. Ullslein-Derlaq darf Luftschuhzeitschrift herausgeben. W. Berlin, Ende November. Der Verlag Und was I Ullstein versendet an alle Buchhandlungen ein ) aufschlußreiches Schreiben, dem wir di« folgen- | öch inleressanlen Stellen entnehmen: „Sehr geehrt« Firma! Wi« Sie wohl schon aus unseren Zeitungen ersehen haben tverden, bst di« Llktienmchrheit der Ullstein-tzlktiengosellschaft durch Beschluß der Gene- rolversammlung vom 2, November 1988 aus bisher geschlossenem Familiewbesitz in andere Hände übergegangc». Der alte Aussichtsrat hat seine Aemter niedergelcgt. Im neugetvählten haben die Vertreter der neuen Mtionärgrnppen di« Mehrheit; es sind bekannte und maßgebende Persönlichkeiten an- Politik. Wissenschaft, Industrie und Landwirtschaft. Die Neuordnung soll dartun, daß der Verlag Ullstein— wie di« Zeitungen und Zeitschriften unseres Hauses schon weisen— den festen Willen har, neuen StaatSsührung zu wirken. Nachdem d'e Neichsregierniig politische und jetzt auch akt'cnrechtliche tnng ausdrücklich anerkannt hat, erhielten wir vom Reichslufdschutzbund, Berlin NW, In den Zelten 22, den Auftrag, in Zusammenarbeit mit dessen Präsidium d'e Illustrierte Zeitschrift feier er Organisation heranSzngeben. Die Vorbereitungen sink abeschlossen, unter dein Titel „Die Sirene" „Illustrierte Zeitschrift mit den Mitteilungen deS Relchslnftschuh- b u n d e S" wird erstmalig am 23. Norember eine neue groß« Brldcrzeitung ini Forniat dcr„Berliner Illustrierten' erscheinen, di« der Bedeutung der Lust- schutzbewegnng würdig ist. Di«„Sirene" wirb alles Wissenswert« und Jnterestante aus dem Gebiet des zivilen Luftschutz:; bringen. Darüber hinan- aber hat sich dir„Sirene" zur Aufgabe gemacht, ihren Lesern alles das nahezubringen, was dem Deutschen wert ist, zu schützen: die deutsch« Heimat; d'e Werk«, die deutscher Geist und Fleiß erstehen ließen; die stolzen Bauten aus deutscher Vergangenheit; deutsche Kultur und deutsches Geistesleben! Die„Sirene" wird alle l-t Tage enche'nen. .Helsen auch Sic daran, die„Sirene" zu fördern! Mit deutschem Gruß! Ullstein Mt. Buch- und Zeitschriften Vertrieb." So wird man im Dritten Reich belohnt, wenn man gesinnungslos zu Kreuz« kriecht. Aber all das nützt zum Glück doch wenig. Tie Geschäfte der gleickgeschaltcien Berlage gehen herzlich schlecht. Bei Ullstein mußte erst das„Tempo" sein Erscheinen cinstellen, dann verzichtete die „Vossische Zeitung" auf ihre Abendausgabe, was, wie wir wissen, neuerlich zum Verlust von Tausenden von Monnenlen führte. Und die„Berliner Illustrierte", die sich wenn möglich noch schneller tknd rückhaltloser anpaßt« als alle anderen Ullstein-Erzeugnisse, leidet auch schwer unter dem Boykott, den der anständige Teil der 'Bevölkerung stillschweigend über sie verhängt hat. Gerade seht ist eine neue große Werbeaktion im Gange, bei der geradezu krampfhaft die Behauptung hcrausgeschrien wird, die„Berliner Illustrierte" sei nach wie vor di« größte aller deutschen illustrierten Zeitschriften— was wir gern glauben, da alle anderen deutschen Illustrierten um kein-Haar besser sind. Es ist lvahrlich keine Lust, Zeitungen und Zeitschriften des Dritten Reiches losen zu müssen! Aussortieren und Zerkleinern. Schmiedeeisen wird von Gußeisen getrennt, Graueisen von Flußeisen usw. Was noch brauchbar ist, wird natürlich beiseite gelegt. Insbesondere Eisenbahnschienen, die in Bergwerken als Stütz« sehr begehr; sind. Alles ander« wird verschrotet. Den gang großen Stücken rückt man mit dem autogenen Lurutiusgabe. statt Kd 297.90 nur Kt 70.— Ototg n. Tr.nnt Der Reigen „GßsenMedHof" Gang vurry eine ttra&er üliteitenOanblung Glückliches Altertum! Du kanntest nur sieben i Weltwunder. Und deine Zeitgenossen hatten wenig stens noch Zeit, sie zu bestaunen und zu bewundern. Wir aber, w'e wir im Zeitaller der Technik leben, haben unS vor lauter„Wunder der Technik" das Wundern längst abgewöhnt. ES wird uns auch gar keine Zeit dazu gelassen. Aus Schritt und Tritt stol pern wir über die neuesten Errungenschaften der Technik. Kaum hat man sich di« neueste flüchtig an» geschaut, ist schon ein« noch neuer« fällig. ES geht wi« am laufenden Band. DaS nächste Wunder bitt«! Bei dieser Massenerzeugung von Wundern aus stahl und Eisen ist die Frage wohl berechtigt, was nun eigentlich mit denen von gestern und vorgestern geschieht. Und was ist aus denen geworden, die vor zwanzig oder dreißig Jahren die Bewunderung der gesamten zivilisierten Welt erregt haben? Die Frage ist leicht beantwortet. Man gehe einmal über den Lagerplatz einer größeren Prager Alteisenhand» luiig. Da findet man sie all« wieder, die„Wunder der Technik" von einst. Ausgediente frühere Schnell zugslokomotiven, Dampfturbinen, Lokomobilen, Dampfpflüge, Kesielanlagen, kurz: alles, was noch vor einem knappen halben Jahrhundert als Höchst leistung, als Nonplusultra angestaunt wurde. Do liegt nun alles beieinander, über- und durcheinander Wie'S der Kran beim Ausladen grad hat fallen las en. Gerümpel, Alteisen, Schrot. Ihre Glanzzeit ist vorbei. Sie hoben ausgedient. unmodern und unrentabel geworden. Jetzt vollzieht sich der Kreislauf d«r Ding« auch an ihnen. werden verschrotet, d. h. zertrümmert, Vernich Sie sind nur noch Material, Eisen, Stahl, Die Bon Stefan Heym. Als Grete R. sich ärgerlich umdrehte, vcr- schtvand die Nachbarin Mürseuden Schritts in ihrer Wohwurig.„Gräßliches Haus, dacht« Greie.„Boris wllte hier auSzichen. Man spürt direkt, wie der Klatsch seine trüben Blasen treibt." Sie trat in Boris Goldsteins Zimmer, der Radio-Apparat war air-gestellt. Eine etwas schnarrend« Stimme erfüllte den ganzen Nanin: „sogar di« Tier« haben den gesunden Instinkt zur Reinhaltung ihrer Rasse—" der Redner läusperte sich—„aber das deutsche Boll"... PoriS drückte ans den Knopf. Die Stimme schwieg,„Das Schöne am Rundfilnk ist," sagte er lächelns,„daß man so was abwürgen kann. Das ist, als hielte man sich die Ohren zu. Nun ja, Vogel-Stranß-Mcthodcn, könnt« man einwenden."_ Er winkte müde ab. ,Soll ich mir täglich erzählen lassen, daß ich kein Mensch bin?" Trete streichelte sein Haar.„Dll darfst«S nicht so schwer nahmen. Es wird sich schon alles geben." Grete R. ging durch die Straßen. Ein Junge kam vorbei,«in Gymnasiast. Er spuckte aus. Grete fuhr zusammen. Gall das ihr? Nein— unmöglich. Irgendein ungezogner Lümmel hatte sich schlecht benommen. Aber sie war «nfmerksanr geworden. U'nd jetzt bemerkt« sie plötzlich, daß sich hier und da ein Mensch nach ihr umdrohte. Sie sah an sich l)«runt«r. Nichts Auffälliges war an ihr. Sie blieb vor einem Schaufenster stehen, betrachtete ihr Bild im unklaren Spiegel— nichts. Aber— jemand zeigte auf sie! Ganz deutlich sah sie in der glänzenden Scheibe den ausgcstreckten Arm, den Finger, deutlich auf sie gerichtet. Sie wandte sich um. Eine Frau stand hinter ihr. Grete R. faßte di« Fremd« scharf ins Auge, die aber hielt den Blick aus, dann öffnete sie den Mund— unheimlich präzis registrierte Gr«t«S Gehirn, daß die Frau schlechte Zähne hatte, zwei Lücken—„Judenbirne!" sagte Sie Freocoe scharf und klar— di« Umstehenden mußten es hören, jemand brüllte ,,Hoho!"— Grete begann ruhig, aber schnell wegzugehen. Ein älterer Mann, der klappernd mit seinem Stock aufs Pflaster schlug, überholte sie. Er stellte sich ihr in den Weg. Eiwas Fanatischer war in seinen Augen.„Schämen Sie sich nicht?" stieß er heftig hervor.„Auspcitscßen sollt« man Sie! Jawohl! AuSpeitschen!" Greie fühlte ihr« Knie weich werden. War die Stadt wild geworden? Ein ganzer Trupp Menschen kam ihr nach, sie sprachen lartt. drohten— von allen Ecke» käme» Meirichen, schlossen sich dein Zug an. Ein Weib mit dünnen, grauen Zöpfen, di« sich gelöst hatten, war allen voraus. Cie kreischt« immer dasselbe Wort— Greie konnte eS nicht verstehen, der Trupp heulte cs nach. Tu inein Gott, du mein Gott! Rahm denn der Weg kein Ende? Gretes Atem flog. Endlich erreicht« sie das Haus, in dem sie wohnte._ Cie keuchte di« Treppen hinauf. Tann war sie in ihrem Zimmer, sank auf das Sofa— unten stauten sich di« Leute. Als nichts erfolgte, verliefen sie lieh murrend. Boris Goldstein saß an seinem Schreibtisch. Da klingelte das Telephon.„Grete?— Was ist denn Gretel?— Warum sprichst du nicht?— Ja, ich komm« schon— komme sofort."— Er stülp le sich den Hut auf den Kopf— eilte zu ihr. Tie Straßen waren schon dunkel geworden. Irgendwo hört« er die schallenden Schritte einer Patrouille.—— Arthur Schnlltler* Der Reigen auf, bohrte sich schmerzhaft in sein« Augen— „Da haben wir ja den Burschen!" hörte er«ine Stimme. Dann gab eS einen dumpfen Knall. Es wurde ganz schwarz unl Boris. Zwei Män- ner nahmen den Körper und schleppten ihn zu einem Auto. Endlich öffnete der Portier. Mit verängstigtem Gesicht ließ er den Sturmführer, Matthias und die anderen vorbei.„Die R.? Wohnt im»weiten Stock." Die Tür wurde eingetreten. Grete lag auf dem Sofa, starrte die im Halbhell des Zimmers noch dunkler erscheinenden Gestalten an.„Hast wohl auf dein Juden- jüngel gewartet, waS?" sagt« der Cturm;ühr«r. Tann verbeugte er sich höhnisch.„Würden Gnädige die Güte haben, uns zu folge»? Rache ist »in Gericht, das kalt genossen tverden muß," sägte er noch hinzu, denn er liebte cs, geistvoll zu sein. Matthias leckte sich wieder die Lippen. Er sah ein Bild aus dem Schreibtisch.„Tas ist daö Jüngel?" sragt« er Grete. Grete schwieg. Er nahm daS für Zustimmung, legte das Bild auf den Boden und zertrampelte es bedachtsam und radikal. Als Grete in daS Auto gestoßen wurde, schrie sie auf. Boris— leblos.„Tas ist n'chls," sagt« Matthias,„wissen Sie— nur so ein Hieb mit dem Gummiknüppel— ein ganz kleiner Hieb..." Tas Auto ruckte an. Gefängnis. Zelle 49. Boris lag auf der Pritsche. Mit geröteten Augen sah er unablä'sig anf einen sinnlosen Fleck an der Decke. Ans dem Kübel roch«S bestialisch. Er bemühte sich krampfhaft, logisch zu denken, aber durch den Hieb, der mit furchtbarer Wucht auf seinen Schädel gefallen war, schien das Ineinandergreifen der Gedanken irgendwo Schaden gelitten zu haben. Und vor allem quälte ihn, daß er nicht wußte, wo Grete war, und was mit ihr geschehen sein konnte. Anf leine Frage an einen gütig aussehenden Wärter hatte er nur ein stummes Achlelzucken als Antwort bekommen. Tas war furchtbarer als der beißende Hohn des verhörenden Kommissars. Tas war unerträglich, wiil'l!« bohrt«. Dürftig drang das Tageslicht durch die verstaubten, vergitterten Scheiben. Boris fror. Tritt« näherten sich, ein Schlüssel kreischte. Männer rissen Boris hoch. Er halt« Schauerliches gehört über Folterungen wehrioser Gefangener— auf unbekannten Wegen kam das ja dock) unter? Volk— aber er war merkwürdigerweise ganz ruhig. Ihm war, als hätte der Hieb einen Strich unter sein ganzes Leben gezogen, als könnte nun nichts mehr kommen außer «'nem Ende, das mehr oder weniger schmerzhaft sein würde. De, wo di«.Hauptstraße auf den großen Platz mündet, staute sich die Menge. Tic Polizei hatte vorgelorsit nnd den Verkehr umgclcitet. Die braunen Uniformen bildeten Spalier und sperrten die gewöhnlichen Zivilisten von dem Zug ab, der durch di« Straße kommen würde um auf dein großen Platz zu enden. Außerdem sollte er das Schauspiel an bevorzugter! Bon fernher hörte man 7*. Tann den Schritt einer marschie- reirden Kolonne, dann di« Hcilrufe der Meng«,! dann immer deutlicher:„Hoho! Hoho!" Tie Spitze des Zuges bog auf den Platz«in. Ganz vorn, halb getragen, l)alb gestoßen, eine mangelhaft bekleidet« Frauengcstalt. Jbr blondes Haar mußte ihr ungeschickt und gewaltsam abgeschnit- ten worden sein. In Boris' Kops begann«in großes Rad zu kreisen. Er sank in die Knie. „Hoho!" aber er bekam einen Stoß in die Nippen, der ihn wieder ansfahren ließ. ,,Gretel," dachte er.„Gretel."» Er war a ich bl« ich, Tie beiden Ordensgeschmückten zu seiner Seite betrachteten ihn mit Genuß. Die Meng« durchbrach di« Absperrung. Man schrie, johlte, spuckte. Die Frau hielt die Augen geschlossen. Um sie den Zugriffen ter Meng« zu entziehen, aber auch, um sie den Angen des erwachten Volkes zu Präsentieren, hoben d'e begleitenden Mannschaften den zitternden, ohnmächtigen Körper hoch, ganz hoch. Jedennann konnte das Schild lesen, das um ihren Hals befesttigt war:„Ich ehrvergessenes Weib trab« mit dem Inden Goldstein geschlafen..." Die beiden Söhne des Gesandten einer fremden Nation, di« das Schauspiel zufällig beobachteten, wandten sich angeekelt ab. Der ein« ver- schwand in einem Hausflur und erbrach den Inhalt seines Magens auf die peinlich sauberen Fliesen.* Die Irrenanstalt liegt weiter außerhalb der Stadl. In der Abteilung für leichtere Fäll« kauert ein Mädchen in einer Ecke. Wenn jemand durch di« Tür konimt, möchte sie sich in die Wand verkriechen. Nur mit Müh« kann ihr die Pflegerin löffelweise Milch einflößen. Di« Lippen oes Mädchens beweaen sich dauernd.„Judendirn«, Judcndirn«." Immer wieder dieses furchtbare Wort. Jetzt ist es Herbst. Don den Bäumen im Karten der Anstalt fällt das Laub. ES wird Winter werden nnd Frühling werden. Doch das Mädchen kauert in der Ecke und möchte flielM, immer weiter fliehen. Ter Arzt verschreibt wortlos täglich die gleich« Dosis Schlos- pnlver. Mehr darf er nicht tun nick lagen. Denn etwas zu sagen wäre Verrat— etwas zu lun aber Revolution! gtdtaft 1. 1988. jj t. Geriditssaal 100% VorJräse und Veranstaltnnnen oo Ski-Anzüge Der Film und Herren Damen UNd der Mm unsere mvonnententt Vereinsnadiriditen Ueujahrs-KMeltlviuserak I Kunst und Wissen Wo verkehree wir? Die ontoaHnuo. der txS sein Herrtn* Raglan w 0o}talbcm!t«f* ihm,— aber gilb? Tendenzen sind nicht dazu «ine verworretve M.chtigtuere! zu rechtfertigen. Dieser Film ist also— trotz der Mitwirkung fröhlichen DiSmanschen Kindertruppe auf der Schattenseite geblieben. AuS der versuchten foj'afcn Reportage ist eine klein« romanhafte Familientragödi« und au» dem Evziahungs- film eine matt« Modernisierung von Höris«! und G«k«I gewogen. Und da» Wanze ist nicht nur geistig,«S ist auch bildlch fubstamloS. Al» Regisseur hat sich Bladiflav Danöura gescheut, irgendeinen Aszetrt zu setzen,—«S gibt kein« Ruhe- und Höhepunkte, e» gibt mir eine wirbelnd« Füll« belangloser Episoden, w rkung»lt/«r Dialogsetzen und höchst unwahrschrinlicher Milieuschilderungen. Bon den zahlreich«» Darstellern verdient nur einer Erwähnung: d:r kleine Mnsikevsohn Peter Schulhofs, der in Bewegung und Sprach« inter- cssanier und überzeugender ist al» alle d'e Damen und Herren, di« hier auf der Leinwand Theater oder Dilettautenverein spielen.—ei»— ■ iw« Zufriedenheit unserer Kunden gibt uns die GewShr, daß wir das bringen was die heutige Zelt verlangt. Rerien", hanptfächl'ch ins Tritt« Reich, Tie Oeffentllchkeit ist mit Recht neuweit di« Kühnheit dieser Herren reicht, Umsturztagen und der darauffolgenden aufnehmen zu lassen und den entfallenden Betrag von 10 le mit der Dezemberabonnements- geoühr einzusenden. Wir sind überzeugt, daß auch Sie, der heutigen Zett Rechnung tragend, un» FH« Unterstützung nicht versagen, und danken besten» für Ihr« freundliche Förderung unsere» Blattet. Mu Strafentlassener plündert das Gericht. Einbruch st» Pankratzer Kreisgericht. Prag, 80. November. Am 20. Oktober war 20jährige Richard Holik au» der Strafhaft Pankratzer Gefängnis!«» entlassen worden und erste» Werk war ein>reu«rlicher Einbruch, und zwar im Berichtigebäud«selbst. Er lieh sich, auf dem Klosett versteckt,«infchl'eßen und stattete dann zu nächtlicher Stunde einigen Kanzleien«inen Besuch ab, wobei er zwei Schreibmaschinen mitnahm und verschiedene Gegenständ«, di« den R'chtern und dem Kanzleipersonal gehörten, wie Sitzpotster, Arbeittmäntel und einem dem LWR. Dr. Toman gehörigen Regenschirm im bescheidene» Wert von 30 Kr. Dann entkam er durch ein Parterrefenster in» Frei«, macht« stch aber verdächtig und kah,«he noch viermrdPvanzig Stunden von seiner Errtlassnng verstrichen waren, neuerlich hinter Dchloh und Riegel. Heut« hat!« sich der Unverbesserliche, der trotz seiner Jugend ein gefährlicher, oft vorbestrafter Dieb kst, wogen diese» Äückchen» zu verantworten. Mit Rücksicht aus seine Vorstrafen wurde«r zu acht Monaten schweren und verschärften Kerker» verurteilt und gleichzeitig seil« Anhaltung In der Zwangsarbeit S- a n st a l t nach verbüßter Strafe ausgesprochen. Aus ver Sonnenseite. Das Autorcirkollektiv unter« Bandura» Führung. da» diesen tschechsche-n Film angerichtet hat, fühlt« sich in feiltet kompakten Mass« stark genug, den Vergleich seii«S Werks mit der russischen Film- schöpsnng herauSzufordern, di« sich„Der Dog in» Loben" nannte. An diesem Vorgang ist nicht» be- wundernSwert anher der Kühnheit. Der russisch« Film zeigte die lösbare Schwierig- keil, verwahrlost« Jugend zur Gemeinschaft zu erziehen. Der tschechische Film zeigt di« urrlöSbar« Tchw'eri^keit, ein Kind vom Glockenturm de» Veilsdomes herabzustürzon. Der russisch« Film wie» di« Erlösung in schaffender Arbeit, im Bau einer Eisenbahn. Der s'chechische Film ersetzt den Vahnbau durch Ziehharmonikasp'el. Dah er gegon gewissenlose Väier und gegen hochnäsig-dumme Borslandsdamen im Kinderheim Stellung nimmt, ist zweifellos nett von da, „Desirs", Komödie von Sacha Guiiry, dient jetzt al» Füllsel in« genug armseligen Spielplan der Kleinen Bühne, lieber den Geschmack läßt sich nicht, streiten. Wir finden gar keinen an dieser„Dramatisierung" eines Tranmkomplcres, über dessen Behandlung durch den Autor gewiß Siegmund Freud traurig lächeln würde. Die Handlung reicht kaum für einen Einakter— aflo langweilt man sich während dreier Akte ausreichend. Und findet Trost nur In der ausgezeichneten Darstellung insbesondere Wran-Urania-Kino«• nililn aeiiisclie■ Kino 3rolv NllnenUkS 4. „Der Adjutant Seiner Hoheit“ Der ausgezeichnete Buriantilm. Premiere der deutschen l'assiuig. Täglich um halb 6 und vierte! 9 Uhr. durch Götz und Meller, aber auch durch di« glücklich« Herarisarbeitung etlicher Figuren: di« Damen Reiter und Behren», die Herren Hölzlin und Harprecht sind durchaus loben», wert. Die Änfzenierung durch Herrn Gellnrr läßt kaum einen Wunsch offen. Wohl aber di« Frag«, ob denn dieser Regisseur hinzuengagiert wurde, Um sich mit Sächelchen zu beschäftigen, für die wir schon vordem mindesten»«In Vierteldutzend Herren im Haus« hatten. l. g. Spielplau de» Reuen Deutschen Theater». Frei- rag 7>- Uhr:„Der Widerspenstigen Zäh« m u n g."(D1.)— SamStag 6K Uhr:„G ött« r» Dämmerung."(BL.) Spielplan der Kleinen Bühn«. Freitag 8 Uhr: „Desir6c."— SamStag 8 Uhr:„Dreimal Hochzeit." Arbeitslosigkeit und BerlSogernng res Schulbesuches. Am Mittwoch sprach im Sozialen Institut Jng. Ernst Rosa über dieses Thema. Der Redner bemerkt«, daß die Arlbeitslosigkcit bei größeren Teilen der Bevölkerung nicht mehr vorübergehend ist, auch wenn sich di« Ahatzverhältniss« bessern und wieder normale werden sollten. Ter stet'ge Fortschritt der technischen und industriell«» Entwicklung aller Staaten schränkt di« Arbeitslosigkeit in der Industrie nicht mehr«in, sondern erhöht sie«her. Diese Arbeitslosigkeit können wir verringern, indem wir das Abströmen des Nachwuchses vom Lande in di« Stadt bremsen, feoner durch intensivere landwlrt- lchasllichc Erzeugung, durch Abholzen, durch ine Kolonisation großer Güter und durch Beseitigung der Anarchie in den Jndustrienntrrnahmungen. Die Arbeitslosen aber können wir schon an» moral>'chcn Gründen nicht in dem Zustand der dauernden Kris« belassen. Deshalb ist cs notwendig, all« Aribeitsmöglich- keilen gleichmäßig auf all« Menschen zu verleilen, d'e arbeitsfähig sind, und allmählich die AvbeitS- pflicht jedes einzelnen zu verringern. Dazu können uns zwei Wege führen: Vor allem die Verkürzung der täglichen Arbeitszeit yvei:«ns die Verkürzung der Arbeitszeit für di« Dauer der Lebensjahre. Ter Vortragende zer- gledert di« Frage der täglichen Arbeitszeit kommt zu dem Schluß, daß«s nötig sein wird, di« Anzahl der Arbeitsstunden radikal zu verringern, damit die Werkscinrichtungen durch doppelt« Schichten bet Ermäßgung der indirekten Ausgaben auS> genützt werden. Solch« Unternehmungen müßten dann vorzugsweise unterstützt werden. Bei Berlin« gerung der Tauer der Lebensarbeit würde es sich darum handeln, entweder di« bisherige Altersgrenze für den Anspruch auf die. Altersgrenze.(heut« beträgt si« 85 Jahre) bei gleichzeitiger Erhöhung der Altersrente herabzusetzen, oder den Beg'nn der Arbeit von 1t auf 15 Jahr« zu verschieben. Offen- sichtlich aber wird es notwendig sein, über beide Arten der Verkürzung der Arbeitszeit nachzudenken. Ein späteres Eintreten in di« Arbe't würde entweder zu einer Verlängerung des Schulbesuches um«in Jahr führen, was bei dem heutigen Zeitaufwand kein« Aussichten hat, oder das Eintreten der Kinder in di« Schule vom sechsten auf das siebente Jahr zu verschieben, was namentlich aus gelundheitlichen Rücksichten von den Aerzien und Lehrern empfohlen wird. Der Redner spricht sich für eine starke Reduktion der Arbeitszeit der jungen Arbeiter im Alter von 1-1 bis 16 Jahren aus, welck-e heute viel zu belastet sind und dadurch auch für die Arbeit mehr ertüchtigen könnten. Gce'gnete Maßnahmen könnten die Arbeitsbedingungen fest- setzen. welche di« Arbeit wenigstens im Rahmen des Existenzminimums rentabel machen würden. Dann erst könnten sich alle soz'alen, geistigen und Körper« kultureinrichtungen für den Nachwuchs der Ingen« gründlich bewähren. S8OR Kleidung mit Garantieschein Ktnderffremrde Drao. Freitag, den 1. Dezember, I« Falkenheim ans der Letna(Kamenirkä 1) Kindernachmittag der NestfaUrn. Beginn 4 Uhr nachmittags. All« Kinder zwischen 6 und 10 Jahren gehöre« in unser« Nestsalken» Gruppe. Werben Sie, bitt«, unter ihren Bekanntenk Arbcltcr-Torn- und Sportverein Prag Samstag, den 2. Dezember, findet um halb 8 Uhr abends im Wintergarten des Hotel»„M o n o- p o l"(gegenüber der Ankunftsseite des Masaryk- Bahichoses) ein Bunter Abend statt. Auf dem Programm stehen Musik, Gesang, lustig« Vorträge usw. Wir ewvarten, daß sich zu d'eser geselligen Veranstaltung nicht nur alle unser« Mitglieder, sondern auch die Genossen und Genossinnen der übrigen Organisationen zahlreich crufin- den. Eintritt frei. Die„Union" DersicherungS-A.-G. provoziert weiter. Die„Union" Versicherungs-A.-G. hat trotz des Umstandes, daß sie in der Zeit der größten Krise viel größere Gewinne ausweist und höhere Dividenden und Tantiemen auSzahlt als während der Hochkonjunktur, die Bezüge ihrer Angest.'lltcn, wie wir der Oeffentlichkcit schon mitgeleilt haben, in diktatorischer Weise um 10 Prozent gekürzt. Diese provokative Tat hat in der gesamten Ocffentlichkeit berechtigte Entrüstung hervorgcrn'en. Es scheint jedoch, daß die Versicherungs-A.-G.„Union" di« öffentliche Meinung nicht zu berücksichtigen zu müssen glaubt, da si« sich bisher mit den Angestellten iricht nur nicht ansgcgl'chcn hat, sondern di« Provokationen weiter sortseht. Ei« hat auch ihren pensionierten subalternen Angestellten di« Renten um 10 Prozent herabgesetzt, ihren pensionierten Funktionären jedoch, die Fremde sind nid auch im Ausland« leben, zahlt sie tvettcr nngeheuer« Beträge aus. Di« Vevsicherungs-A.-G.„Union" spart nicht mit dem Geld«, wenn cs sich um Funktionäre handelt So hatte sie z. B. genug Geld, um in der Nähe ihres Sitzes in Prag ein großes Haus zu kaufen, damit der Herr Generaldirektor Keindl, der schon als Dreklor der.Leipziger Feuer" in den Zeiten nach dem Unrsturze durch sein Scharsmachertum bekämet war, ein ganzes Stockwerk bewohnen kann. Der Versicherung».A.G liegt nichts daran, einige Autos mehr für ihre Direktoren auszuhalten und auch weiterhin ungeheuere Beträge für.dringende geschästlichc■ auszugeben. gierig, wie di« in den Zeit genau wußten, warum sie ein solch bescheidene Wesen zur Schau trugen. Hüte lesen! And uns 61s 10. Dezember den Abschnitt einsenden! Wir zweifeln nicht daran, daß auch Si« die Gelegenheit benützen werden, an Stelle der teueren NeujahrSgratulationskarten unserer Aktion Unterstützung zu gewähren, die der finanziellen Stärkung de» Blatte» dient und weiters den hohen ideellen Zweck erfüllt, daß di« Zusammengehörigkeit unserer Genossen und Genossinnen sichtbar vor Augen geführt wird. Wir bitten Die daher. Ihren Namen gegen«ine Gebühr von 10 lktz in unser Ansflngszvge. Einen Weihnachts-AuSflug in» Gesenk« Veranstalter die Slaalsbahndirektion Prag für Skisahrer rmd Touristen in den Tagen vom 21. bi» 26. Dezember. Preis für be.de Fahrten, Verpflegung und Wohnung(in Niederlindewio« und in Freiwaldau- GrälenLcrg) Ke 185.— pro Person. Anmeldungen mit Angabe von Kr 20.— bis spätestens 20 Tezetn- b«r bei Kuss« Nr. IS de» Prager Masarykb-ahnhoscS. Eine» Deihnachts-AuSflugSzug in die Hohe Tatra für 7 Tag« zum Preis« von Ke 488.—, und eventuell für 14 Tage zum Preis« von K° 788— (Tatra r/kä Lomnie«, Smokovec, Hrvbienik, Krrbskö Plelso) verairstaltet das Referat für Ausflugszüge in Prag. In den Preisen sind inbegriffen: beide Fahrten, Wohming, Verpflegung, Begle'iung und Unfallversicherung. Abfahrt Montag, 25. Tezemlber, mn 7 Uhr früh von Prag, Rückkehr am 1. Jänner «m 22 Uhr, eventuell 8. Jänner, um 7 Uhr früh. 4)er Zug führt bei beiden Fahrten den Tanz-Waggon mit Musik mit. Informationen und Anmeldungen mit Angabe von Kr 80.— bei Kasse Nr. 13 des Masarykbahnhoses. Der SonderauSflugSzug in» Riesengebirgk in den Tagen vom 7. bis 10. Dezember ist bereits gesichert. Anmeldungen für Einquartierung auf der Geierguck« und in der Sokolbande werden nach«nt- gegengenommen. Preis mit Verpflegung Kr 198.—. Bei beiden Fahrten Tankwagen mit Mnsik, Nikoloabend auf der Gciergucke und in der Sokolbaudr. NeujahrSEnthevung für„eoaialftemotrat". Ich bestelle hiemit unter dem Namen: vrt: ein« NeusahrSenthebung»nm Betrag« von 10 b und sende Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonncmentsgebühr pro Dezember«in. Unterschrift: ititKiütr eieofriel 2«u»— IE b< 11<» a 111> r: tDilbelm 21 lein et.— V«ra»tto»rUIcher Nedatttorr De. U«n Oteait, Vwe-— t®!?***®.*a. t»r Belt«»»- an» etllchdiack, Vraa.— Für den Druck»eranlwartllch^ Otta dattt, st,,"-. S>« Ltt>'n.ir!«,,I^nkatu, murd? van»er P°ft. a. re!k/.a»h-n°,«k!'°n MN tkrtatz Nr U.S0°/VHIM0 bavtlilm r: VN Luß'll", 1«, chau,9wt km«»le menet»* Ki 18—, dtertattätzkttch U ü.-, v° tu US,-.,»aauätzrch M,— gnitkau«rcdtn taut laut»UNitz tauch«», vrt titauu voschatunwo PuUaachtatz,— Huaflelluu»»»» RamchkrtD/v arsolet nur tri®ht|cn»ung H| Vrlaarmarl«», ,,