Erschein« mit Au-nadmr de« Montag täg'tch früh G SoMv»«. Dn»oIW»g> Mag u.»tf7M>1469. TtacStrfbaH. iat> 41 Ujt)> ssaM• Boll<5r«aml> 3754« Skvzelprelr 70 Heller. 'Einschließlich 5 Heller Dor«»« 13. Jahrgang. Samstag, 2. Dezember iyss Nr. 282. Verschmelzung von Staat und DNSAP SA and SS unter verschärfter Berlin, 1. Dezember. Das Reichskabinett ge- nehmigte heute ein Gesetz„zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat. Nach diesem Gesetz wird die NSDAP eine Körperschaft des öffentlichen Rech, t e s. Zur Gewährleistung und zur Zusammenarbeit der Dienststellen der Partei und der SA mit de» öffentlichen Behörden werden der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß und der Chef des Stabes der SA Ernst Röhm Mitglieder der Neichsrcgierung. Für di« Mitglieder der NSDAP und der Der Klrdicnhampl wird langsam peinlich! Berlin, 1. Dezember. Amtlich wird mitgc- teilt: Innerhalb der deutsch-evangelischen Kirche sind zur Zeit Auseinandersetzungen im Gange, die ans eine Klärung der kirchlichen Gesamt- läge hinziclen. Reichskanzler Adolf Hitler hat die ausdrückliche Entscheidung getrossen, daß, da cS sich um eine rein kirchliche Angelegen- hcit handelt, von.außen her in diese» Meinungs- streit n i ch t e i il g e g r i f s f e n werden soll. Ter Reichsminister des Innern hat daher die Länderregierungen gebeten, die Nachgeordneten Dienst» stellen unverzüglich mit entsprechender Weisung zu versehen. Es ist selbstverständlich, daß die zur Wahrung der äußeren Ordnung etwa notwen- digen Maßnahmen insoweit zulässig sind) alü sie PaNelgertcMsdarltelt SA einschließlich der ihr unterstellten Glied«, rungen wird ein« Partei- und SA-GertchtS- barkeit einaeführt, nach der außer den sonst üblichen Dienststrase» auch Gefängnis und Arrest verhängt werden kann, wenn Pflichtverletzungen gegen dir Organisation und Ber- stöhr gegen die Zucht und Ordnung Vorkommen. Tic öffentlichen Behörden, insbesondere also die Polizei- und Gerichtsbehörden, haben den mit der Ausübung der Partei- und SA-Gerichtsbar« leit betraute» Dienststellen der Partei und der SA Amts- und Rechtshilfe zu leisten. nicht den Charakter eines Eingriffes in den tnncrkirchlichen Meinungskampf haben. Auch kirchliche Stellen sind nicht befugt, ein Ein- schreiten staatlicher Organe im kirchlichen Meinungskamps herbcizusührcn. *** Unternehtnerverhände nicht mehr nötig, Berlin, l. Dezember.. Im Anschluß an den Aufruf.der Rcichsregierung und des Führers der Arbeitsfront an alle, schaffenden Menschen haben die maßgebenden Vertreter der industriellen A r- beitgebervcrbände in einer am gestrigen Tage abgehaltencn Sitzung beschlossen, die invu- !strielle» Arbeitgeberverbände aufzulösen und in ihre L i q u i d a t i o u zu treten. Sozialdemokratie und Wehrhuggct ■■IIM Genosse Heeger: Der faschistischen Kriegsgefahr dürfen die demokratischen ■■ Staaten nicht wehrlos gegenüberstehen Prag, 1. Dezember. In der Budgetdebatte gab heute Genosse Heeger eine Erklärung darüber ab, wie sich unsere Partei— int Einklang mit den Bruderpav.eien und der Internationale— in dieser politisch ernsten Zeit zu dem Problem des Militarismus, bezw. der Verteidigung des demokratischen Staates gegen Angriffe van außen stellt. Genosse Heeger erklärte hiezu: Unser« Stellungnahme zum Militarismus ist nach wie vor durch unsere grundsätzlich« Einstellung bestimmt, an der wir»»verrückt s«st hal ten und die diktiert ist durch den feste» Willen der Arbeiterklasse, all« ihre Kräfte zur Verhinderung eines Krieges«inzusetzen. Wir sind in diesem Willen einig mit der Arbeiterklasse der ganzen Welt, welche durch di« Beschlüsse der Sozialistischen Arbeiter-International« aus ihrer Konferenz in Paris erneut die entschlossene Kampsbereitschaft gegen sedr Kriegsgefahr zum Ausdruck gebracht und die Forderung der Arbeiterklasse nach internationaler Abrüstung auss neu« bekräftigt hat. Aber seit der Pariser Konferenz hat sich di« internationale Lage in gefahrdrohender Weis« verschärft. Der Austritt Deutschlands aus dem Bölkerbuno, dir Treibereien Italiens gegen di« Bölkerbundfiolitik haben die niemals starke Position des Völkerbund» wiederum ernstlich wesentlich geschwächt. Indem Deutschland die Abrüstungskonferenz verläßt und Italien die Verhandlungen der Konferenz ohne Beteiligung Deutschland- sabotiert, ist die AbrüstungSkonfereuz völlig lahmgelegt und kann sich nur durch ständig« Vertagung vor dem offene» Zusammenbruch retten. Di« fieberhaft betriebene Aufrüstung Deutschland», der Kantps rivalisierender saseistischer Staaten um die Beherrschung Oesterreich» schaffen einen Zustaud internationaler Höchstspannung. der jeden Augenblick in unmittelbare Kriegsgefahr umschlagen kann. Dieser durch den FaleiSmu» geschaffene« und täglich genährten Kriegsgefahr dürfen die demokratischen Staat«« nicht wehrlos gegrnüberstrheu. Klarer als j« tritt zutage, daß da» Problem der Abrüstung ein intern atiouule» Problem ist nnd nur international gelöst werden kann. In diesem Sinn« stimme» wir dem vorgelegten Voranschlag« zu, wobei wir in Ueber- einstimmung mit den wiederholten Erklärungen des Außenministers Dr. Bene» mit allem Nachdruck betonen, daß' di« VSlitik der Tschechoslowakischen Republik konsequent und entschieden auf di« Wahrung oeS Friedens gerichtet sein und daß daher ihre Wehrmacht ausschließlich der Verteidigung des Staates dienen muß. Wir wollen de» Frieden und kömvfcn für ihn mit aller Leidenschaft. Aber gerade darum «uß die demokratische Republik gegen alle Feind« des Friedens gerüstet sein! Dienstzeitverlängerung aocrtitissig Es ist verständlich, erklärt« Genosse Heeger weiter, daß dlt Politik des deutschen Faseismus gewiss« Wirkungen auslösen muß und daß besonders di« Republiken mit demokratischen Einrichtungen alles zum Schuhe der Demokratie unternehmen müssen. Wenn in diesem Zusammenhang aber von einer neuerlichen Erhöhung der Dienstzeit gesprochen wird, so können wir dem nicht beipslichten. Selbst in Frankreich, das uns militärisch immer als Muster hingestellt wird, hat der Luftsahrtmini- fter selbst die Erklärung abgegeben, daß man sich mit einer neunmonatigru Dienstzeit begnügen könne, weil der Soldat bei vernünftiger Dienst« «Inteilung auch in dieser ZeU die volle erforderliche Ausbildung erhalten kann. Di« auch hier in der Debatte wieder angeführten Gründe für«ine Dienstzeltvrrlängrrung vermögen tut» nicht zu überzeuge». Wenn der Herr Verteidigungsminister im Aut- schuß darauf vrrwiesen hat, daß der M a n n s ch a s i S- sold zwar klein, die Entlohnung aber doch imm«r noch bester ist als in der alten Monarchie od«r in den Nachfolgestaaten, so kann man dem mit gewissen Vorbehalten zustimmen. Man darf aber nicht über- s«hcn, daß unser Soldat von der Löhnung sich noch eine Reihe von- Proprietäten anschassen muß und daß sich vor allem gegenwärtig im Heer— vielleicht ohne Misten des Ministers— ein besonderes Strafst)st«m bemerkbar macht: Man zieht von dem Sold bei jedem möglichen Anlaß Geldstrafen ab Bei einzelnen Truppenkörpern verlangt man von jedem Soldaten als Ersatz für a u S- geschossen« Gewehrläus«(!) einfach 23 Jö als Strafe und zieht sie in Raten zu ll) lls ab Auch klein« Beschädigungen, für die die Soldaten gar nicht verantwortlich gemacht werden können, werden' mit Geldstrafen bedacht, ein Protest dagegen mit Arreststrafen belegt. Es wäre gut, wenn sich di« verani« wörtlichen Stellen mit diesen Erscheinungen befaßten! Zur Durchführung des Gesetzes über di« Partei?>iausiösung stellt Genoste Heeger fest, daß der Gesetzgeber nicht beabsichtigt hat,, auch nur im gerinnst"« die Funktionen der Körperschaften selbst zu beeinträchtigen, d-nen dir auvgsschiedencn Mandatare angehört habe«; da» Gesetz richtet sich lediglich geqe» einzelne Funktionär«. Einzeln« Bezirkshauptleute legen sich das Gesetz aber gegen di« betreffenden Körperschaften s«l b st aus und haben bereit» in dieser Richtung Anordnungen getroffen. ES wird notwendig fein, daß das Ministerium diesbezüglich klar« und unzweideutig« Richtlinien herauSgibt. Namentlich über den Pastus von der nationalen und kulturellen Schichtung, di« durch die Ernennungen keine Aenderung erfahren soll, herrscht völlige Unklarheit. Die Demokratie Dr. Bachers Wenn Herr Dr. Bacher in der„Bohemia" leitartikelt, daß di« Nationalsozialisten kein« Sozialisten seien und die Sozialdemokraten insolgedessen kein Recht hätten, die neu zu besetzenden Mandates für sich in Anspruch zu nehmen, so können wir Herrn Dr,-Bacher zu seiner- Beruhigung versichern, daß auch wir die Nationalsozialiston niemals für Sozialisten gehalten haben. WaS heul« in Deutsch- land als Nationalsozialismus verzapft wird, hat mit Sozialismus wahrlich nichts-zu tun; dieser• Nationalsozialismus ist nicht» andere» als die Hoffnung und di« Stütze des bankrotten Kapitalismus! Aber die Nationalsozialisten haben unter Vorspiegelung eine» falschen- Sozialismus Hunderte und Tausend« von Arbeiterstimmen an sich gerissen. (Genoste de Witt«:... di« durch das Wort Sozialismus getäuscht wurde»!). Um diese Arbeiter« stimm«» handelt e» sich, und wenn bei der Ernennung die soziale Schichtung berücksichtigt werben soll I so kann doch der Demokrat Bacher nicht annehmen, daß die darauf entfallenden Mandat« der kapitalistischen Richtung zufallc» sollen, der«r angehört. E» wäre dar wohl die größte Verhöhnung eines jeden demokratischen Gedanken» überhaupt! Nach einer treffenden(von uns an anderer Stelle wiederg-ogebencn) Charakterisierung des Herrn Dr. 2 ch o l l i ch. der sich gestern mit seinem Schimpfwort„HornochS" so unrühmlich in den Annalen de» Parlaments verewigt hat, und einer Anprangerung der polit'kchen Methoden des Herrn Dr. Rosche, der nach ver(amimarii-slischeu!) Einheitsfront der bürgerlichen Parteien vhnc Unterschied der Nationalität ruft, besprach Genoste Heeger welterr einig« sonder» unsoziale Ent^chc düngen der Unter- h a l I s k o m m i s s i o n c n, di« über die Ansprüche der Angehörigen ei-n-zerückter Soldaten zu entscheiden haben, uiL er ncht ferner, bei der Verleihung der StaatSbnrgerichast nicht aus dir bloß« A»S- iage eines M'n-dtvhciten-VertrauenbmonneS ganze E;t>stawzcn zu ruinieren.- Er bosckwcrt sich dann daküber, daß all« Vor- suche, für-die Notst-.iidSgeb'rte' im Ostrauer Becken, kür ltägerndors mW. Subventionen. für NotstandS arbei l«n aufzübringen, scheitern,- und lei'tkt Üie Aufmel-ksamkeit n.imcnll'ch aus das kleine Städtchen Bodenstadt, wo rin Viertel der Bovöikcruirg vollkommen arbeitslos ist. * PaiHhmus die beste Verteidigung Auch der tschechische Genosse Erba erklärte entschiedeit, daß der Pazifismus die beste Verteidigung der schwachen Staaten bleibe. In diesem Znsammenhailg kam er auch auf das Bekenntnis unserer Partei zum Staate zu sprechen und erklärte u. a.: Unsere deutschen Genosten, die sich in einem geschichtlick-en Augenblick zu unserem Staate und zmseincr Verteidigung bekannt haben, können sich auch auf unsere Treue verlassen, daß wir sic gegen jeden Terror schützen tvrrden, auch wenn er von einer Stelle außerhalb der Grenzen ausgehen sollt«. Dunkle Hintergründe TaS Iizncnminislcriüm,' ivas so viel heißt, wie die Regierung, hat vor-einigen Tagen bekanntlich, sowohl die nationalsoziali- stische Gewerkschaftszeutralc„Verband deutscher Getverksckiaflen" aufgelöst wie auch drei dieser Zentrale angeschlossene Berbände. Die Rcgiexmtg hm dieser Verfügung öffentlich keine nähere Begründung gegeben, aber es ist evident, daß die Maßregel wegen des nach- weisbaren Zusammenhanges dieser Organisationen zu der aufgelösten nationalsozialistischen Partei, also im Staatsinteresse gelegen, erfolgt ist. Tie Regierung ist dabei offenbar von der Absicht ausgc,pingen, einige der übrig- geblielienen Stützen des Hakcnkrcuzsajcisinns zu zerstören, die Nazis lvenigstrns zum Teil aus ihren letzten Schlupfwinkeln zu vertrei- ben und sie hat es wohl nur als einen hallien Schutz vor dem Heivinbriich der Hakenkreuzpest angesehen, bloß poliische Organisationen zu verbieten, ihre M'lwnorganisationen aber bestehen zu lassen. Da erscheint es immerhin überraschend, daß die Strenge, mit der di« Regierung vorzugehen sich bemüßigt fühlte, nicht doch eine restlos gleichntäßigc ist uitd diese nicht zu bestreitende Tatsache hat denn auch bei den von der Auflösung l>etroffcncn Mi!gliÄ)crn vielfach Befremden hcrvorgcrusen. Wie liegt die Tack)«? Der Auslösung verfiel die nationalsozialistische Gewerkschaftszen- träte, aber n ich t a u ch s a m t l i ch c ihr angeschlossenen Gelverkschaftsverbände. sondern nur drei. Der vierte ihr ängehörcndc Berbaied, der DHB., das ist der Dentschnatio- nale Haudlungsgehilfen-Üterband, wurde verschont uird kann seine Tätigkeit ungestör: sort- setzen. Das verstehe wer will und kann, wir verstehen es nicht und nock) weniger können es die Mitglieder der aufgelösten nationalsozialistischen Gelverkschaften verstehen. Man muß bedenken, daß durch diese Auflösung Hunderte, vielleicht tausende Arbeiter die Arbeitslosen- Unterstützung nach dem Genier System verlieren. Und nun sagen sich die so Betroffenen, daß hier mit zweierlei Maß geniessen wird: sie zu treffen hat nwn, da es Kehraus mit dem Hakenkreuzfascismus zu machen galt, kein Bedenken getragen, aber vor den; DHB. bat die so scharf zugreisciide Hand der Ttaatsge- tvalt fürsorglich Halt gemach:. Tie sehen sich aufs Trocken« gesetzt, die Mitglieder des DHB. aber, der ebenso dem Verband« deutsckzer<')c- werkjckzaften angehörte wie sie, bleiben möe'- helligt. Mit Recht wird gefragt, wo da Log*k und Gleichmaß geblieben sind. Es ist nicht zu verkennen, daß hier dn'ikle Hintergründe vorhanden sind, in die unschnx-r hineinzulcuchten ist und daß Kräfte ani Merke waren, welche diese ungleiche Behandlung hcr- beigeführt haben. Natürlich schwimmen auch die verantwortlickzen Funktionäre des DHB. jetzt in eitel Loyalität und man kann sicher sein, daß sie alles aufgeboten haben, nm an den zuständigen und auch soirst einflußreichen Stellen diese Be:cuerungen an den Mann zu bringen. Jene Faktoren, die sich schützend vor den DHB. stellten, haben sich sicl-cr bemüht, geltend zu machen, daß, zwischen dem DHB. und den; Verbände deutscher Getverkschaften bei weitem nicht ein so inniger Zusammenhang Vorhände»! gewesen ist, tvie bei den der Auflösung verfallenen nationalsozialistischen Gewerkschaften, aber gerade das stimmt ganz und gar nicht. Die Hauplanregung zur Gründung des Verbandes deutsckier Gewerkschaften ging seinerzeit vom DHB. aus, er ist als der eigentliche Vater dieses Verbandes anzusehen. Wie innig die Beziehungen des DHV. zum Verbände dcutsck)«r Gelverkschaften waren, erweist auch, daß der Vorsitzende des aufgelösten Verbandes Herr Ritter war,, einer der Geschäftsleiter des DHB. Aber noch mehr: der DHB. war auch ein Kind des Deutschna>:ionalen Handlungsgehilfen-Berbaitdeü in Deutschland, er ist geradezu eine Filialgründung von Hain» Seite 2. SamStag, 2. Dezember IVSb Nr. 282 10 NMIonen Arbeitslose in den Bereinigten Staaten. Washington, 1. Dezember.(Reuter.) Nach einer Statistik der amerikanischen Arbeit-« sSderation betrug die Zahl der Arbeitslosen in den vereinigten Staaten im Oktober d. I. 10,076.000, was gegenüber dem Monat September, in dem sich die Zahl aus 10,067.000 belief, ein mäßiges Anstetgen der Arbeitslosigkeit bedetttet. bürg aus, war bis vor kurzem eine unmittelbare Untergliederung des Hamburger DHB-, was schon daraus hervoracht, daß die Mit» gliedsnltmmern des hiesigen DHB. in der Hamburger Mitglieder-Reihe fortlaufend ge» führt wurden und der Nussiger DHB. ständig in den Tätigkeitsberichten des.Hamburger DHB. als Gliedorganisaiion angeführt worden ist, wobei in diesen Tätigkeitsberichten regelmäßig alle ihm vom Nussiger DHB. gelieferten Tabellen uitb Daten ausgenommen waren. Die Beziehungen deS DHB. zu ausgesprochenen Hakenkreuzler-Organisationen waren also noch bei weitem intimere, als sie den aufgelösten nationalsozialistischen Arbeitergewerkschaften zur Last gelegt werden kann und man darf sich daher nicht wundern, daß die geschädigten Arbeit«, die, sei es aus welchen Gründen immer, Mitglieder der aufgelösten Organisationen waren, sich sagen, daß entweder alle dem nationalsozialistischen- Verbände angehörenden Gewerkschaften aufzulösen waren oder keine. ES scheim nun, daß gewisse politische Faktoren es sich aus durchsichtigen Grüßen angelegen sein ließen, eine so ungleiche Behand- lung gegenüber den dem natioiralsozialistischen Perband deutscher Gewerkschaften angeschlossenen Organisationen herbeizuführen. Man hofft offenbar, daß die Mißstimmung, die sich zahlreicher durch die Auflösung geschädigter Arbeiter bemächtigen dürfte, vor allem gegen die Sozialdemokraten kehren wird, aber offenkundig bestehen hinsichtlich deS DHB., beziehungsweise seiner Mitglieder gewisse partei- politische Pläne, über ine wohl noch zu sprechen sein wird. Vorläufig steht fest, daß gewisse bürgerliche Parteien aus der nationalsozialistischen Erbmasse Beute heimbringen möchien und sich daher schützend vor den DHB. stellen. Längst schon weiß man, daß sich die Christlichsozialen bemühen, den DHB. zu gewimren und ihn zum Anschluß an den Ber- band der christlichsozialen Gewerkschaften zu bewegen. Oder umgekehrt: daß der DHB. nach eineni Unterschlupf sucht, in dem er seine Tarnung vollständiger machen könnt«. Die Christlichsozialen sind wohl nicht in der Re- gicrtlng vertreten, aber es gibt eine klerikal« Internatioirale, die sich wenigstens in solchen Fällen gut bewähren soll. Bei näherem Zusehen entpuppt sich das scheinbar Unerklärlicl-e daher als sehr erklärlich. Es ist nur di« Frage, ob die verantwortlichen Faktoren es im Interesse des Staates gelegen ansehen und auch ini Interesse des Ansehens der staatlichen Gerechtigkeit, daß aus parteiegoistischen Gründen mit ztveierlei Maß gemessen werde. 6enosss Baumgarti: Die Ursachen der Finanz Als letzter Redner zur politischen Gruppe deS Voranschlages befaßte fick Genosse B o n m- g a r t l u. a. mit den trostlosen Verhältnissen in den Gemeinden und Bezirken, deren Gesamtschuld nun schon auf über 11 Milliarden angetvachsen ist. In diesrr Summe veranschaulicht sich wohl daganze finanzielle Elend der SelbstverwaltungSkör- per. Dabei muß unterstrichen werden, daß die Schuld an diesen Verhältnisien, wie auch der Innenminister zugab, nicht in der schlechten Verwaltung der Gemeinden liegt, sondern in den Auswirkungen der Wirtschaftskrise. viele Gemeinden und Bezirke, namentlich in den deutschen Industriegebieten, sind finanziell vollständig zusammengebrochen und gänzlich außerstande, die Aufgaben de« eigenen und de» übertragenen Wirkungskreises, fa auch nur die vertraglichen und gesetzlichen Zahlungsverpflichtungen zu erfülle». Allein in Böhmen macht der Schulden- und Annuitätendienst du Selbstverwaltung Heuer 586.6 Millionen au». Der unbedeckte Abgang in den Budgets betrug 388.4 Millionen, wovon von der Landesbehörde 246.1 Millionen anerkannt wurden. Der Ausgleichsfonds hat aber nur Zuschüsse von 74.4 Millionen geleistet und einen Beitrag von 28.5 Millionen zum Zinsendienst. Die Selbstverwaltungskörper haben also aus dem AuSgleichSsondS nur rin Viertel von dem erhalten, wa» sie angefordert haben! Vie er heule In den induslrle- gemclnden aussieht, zeigt Genosse Baumgart! an dem Beispiel seiner Heimatstadt Roth au; hier steht einem Erfordernis von 1.2 Millionen eine Bedeckung von 0.5 Millionen gegenüber. Noch im Jahre 1930 betrug die Steuergrundlage dirser Gemeinde 187.563 Ke, sie sank schon im darauffolgenden Jahre auf 49.710 Ks und beträgt für daS nächste Jahr nur mehr 13.583 Ks. Aehnlich verhält es sich auch in anderen Industriegemeinde« diese« Gebiet«. Die Finanznot der Ändustrlogemeinden geht aber nicht nur allein auf die Wirtschaftskrise zurück. So wurde durch da« Gemeiirdefinanzgsctz der 8 27 deS Gesetze« vom 12. August 1921 geändert, durch den JNdnstriegemeinden anheimgestellt wurde, von den Betrieben gesonderte Beiträge für daS Mehrerfordernis einzuheben, da» den Gemeinden au» dem Bestand dieser Unternehmungen *- ver schimpfende S g auSgetragen werden müssen. Daß das bei den Angehörigen f dieser Partee nicht zutrifft, beweist wohl die Hal- Krise der Selbstverwaltung erwächst. Durch die Aenderuug d'eser Bestimmungen ist den Nndustriegemeindcn ein besonders großer finanzieller Verlust erwachsen. Andererseits hat die Rationalisierung in den Betrieben zu großen Arbeiierentlassuitge» geführt; auch daS wirkt sich im Budget der betroffenen Gemeinde au». Wenn ein solcher Betrieb wie die Rothauer Eisenwerke überhaupt aufgelassen wird, erwächst natürlich nicht nur der Selbstverwaltung, sondern auch dem Staat ein ungeheuerer Schaden. D'e ganze Gegend von Graslitz-Neudek ist durch diese planlose Werkverlegung finanziell schwer in Mitleidenschaft gezogen und die Menschen dort dem Hunger preisgegeben. ES wäre höchste Zeit, daß hier der Staat eingriffe; ein Gesetz müßte endlich dem Treiben der Industriekapitäne ein Ende bereiten und solche willkürliche BetrlebSauslassungen und DetriebSeinschränkungen unter staatliche Kontrolle stellen. Redner urgiert daher die Verhandlung unseres Antrages vom September 1980 über die Kontrolle von Betriebsstillegungen. welche furchtbare« Auswirkungen die Wirtschaftskrise aus die Lebenshaltung der Arbeiter« schäft namentlich Im Erzgebirge hat, davon können sich viele keine Vorstellung mache«. Alle Bemühungen der Gemeinden, durch Not, standSarbeiten helfend einzngrrifrn, scheitern an dem Mangel an Mitteln. Die Annahme, daß aus dem Ertrag der Arbeittanleihe vor allem fene Gebiete berücksicht'gt werden, die am schwersten unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben, trifft leider nicht zu. Jene Gemeinden, die die geforderte Garantie für den Zinkendienst nicht übernehmen können, werden zurückgaviesen. So haben Graslitz und Rothau überhaupt nicht« erhalten, weil der Zinsendienst nicht garantiert werden konnte. DaS ist doch eine allzu große Härte! Wen'gstenS aus dem für 1984 reservierten Teil der Anleihe sollten unbedingt fene Gemeiirden berücksichtigt werden, die durch die Wirtschaftskrise am schwersten betroffen sind. Aufgabe der Regientng wäre es auch, d'e vom Fürsorgeministerium geplanten Hilfsaktionen ent« sprechend zu fördern und zu unterstützen, um unsere Menschen über die schwere Zeit de« schreckliche« Winter» hinüberzuretten. Die deutsche Arbeiter- Nasse d esc« Staate« steht voll und ganz aus dem Boden diese« Staate«. Deswegen soll man die Opfer dtr Wirtschaftskrise an« diesen Gebieten auch so unterstützen, wie e« nnerlählich notwendig ist, denn sie werden die besten Verteidiger der Demokrat« und de« Staate« sein!(Beifall.) :* tung des Herrn Professor» Dr. Schollich, her anstelle geistiger Argumente bestrebt ist, Schimpfwort« zu setzen, eine Eigenschaft, die einem Professor und BolkSbildner wahrlich nicht zur Ebre gereicht. Herr Dr. Schollich hat einem politischen Gegner in Ermangelung geistiger Argumente einfach daS Wort„HornochS" zugerufen. Ich weiß nicht, ob nicht derjenige, der seine Partei zugrttnde richtet und ein Führer sein will, ein noch größerer Hornochse ist! Jedenfalls hat Herr Professor Schollich damit an den Tag gelegt, daß er wahrlich den Anspruch auf besondere Bildung und Höflichkeit nicht erheben kann. Er hat aber auch durch diese Art der Betätigung innerhalb seiner eigenen Partei nicht gerade Sympathie gesunden und kein Ansehen selbst in den Kreisen seiner Angehörigen sehr stark in Mißkredit gebracht! PauscholvcrdAchtlgiiiiiteit, die eine scharfe Abfuhr verdienen. Im Laufe der heutigen Budgetdebatte hielt der tschechische Nationalsozialist Hatina eine Rede gegen die Deutschen schlechtweg, die nickn unwidersprochen bleiben kann. Nach einem Pri- vatexkurS gegen die gemischten Ehen bei Mit- gliedern der Finanzwache und bei Offizieren, deren deutsche Frauen die Behörden nicht so oft über die Grenze lassen sollten, forderte Hatina gar im Namen seiner Partei, daß im„verdeutsch- ten" Gebiet das Regime gründlich geändert werde. Man könne sich dort überhaupt nur auf die tschechischen Arbeiter, Gewerbetrei- benden und Beamten verlassen. Konkret müßten alle deutschen Gendarmeriekommandante» ans diesem Gebiet entfernt werden, ebenso alle„unzuverlässigen" Elemente, so die höheren deutschen Steuerbeamten, ebenso alle Staatsbeamten, die die Autorität des Staates untergraben. Alle führenden Städte Nordböhmen» stünden int Kampf gegen den Staat; darum müsse man dort überall Staatspolizei einführen. Für eine Ueber- gangSzeit(wie gnädig!) sollten weiters die deutschen Schulen unter die Aufsicht tschechischer Inspektoren gestellt werden usw. * Wir, die wir einen unerbittlichen Kampf gegen die hakenkreuzlerischen Elemente schon geführt haben, al» gewisse tschechische Kreise sie noch lange liebevoll verhätschelten, um den verhaßten deutschen Sozialdemokraten damit eins auSzuwischen, verwahren uns mit aller Entschiedenheit gegen derartige Pauschalverdächiigun- gen der ganzen deutschen Bevölkerung. Kraut und Rüben in einen Topf zu werfen, ist zwar sehr einfach, aber wenig„st a a t S p o l i t i s ch", nm mit Herrn Dr. Franke zu reden. Die Ausschaltung der staatsfeindlichen Elemente wird niemand verhindern wollen. Wenn aber Herr Hatina dabei einen großen Fischzug machen und auch korrekte Staatsangestellte wahllos hinauswerfen will, nur weil sie Deutsche sind, so müssen wir gegen derartige Absichten entschieden protestieren! Eine sozialistische Partei sollte daS ernste Problem der Arbeitsbeschaffung doch anders zu lösen versuchen al« dttrch den HinanSwurf nn- gegen die faseistischen Tendenzen in den Kreisen Hatina» Erklärung blieb nicht lange unwidersprochen. Der tschechische Genosse Bojta Bene» wandte sich, ohne Nomen zu nennen, sofort dagegen und erklärte, hier sei heute ohne R ück- sicht auf die Tatsachen gesprochen worden. ES sei nicht möglich, die deutschen Bewohner insgesamt mit demselben Maß zu messen. In Brüx haben der Feier deS 28. Oktober 250!) Deutsche und 500 Tschechen beigewohnt und Redner habe gesehen, wie Deutsche da» Hoch auf die Republik ausbrachten. Gruppe 11 zur Debatte Gegen Abend wurde die Aussprache über die kulturelle und soziale Gruvpe deS Budgets eröffnet, wobei u. a. auch Genossin K i r p a l sich mit Schulproblemen befaßte und sich namentlich gegen die fasristische Tendenzen in den Kreisen der deutschen Lehrerschaft wendete.(Wir werden ihre Rede inorgen nachtragen.) Rekurs gegen Aussiger Versammliingkvcrbot. Gegen den Bescheid der Polizei tn Aussia. daß die dort von unserer Partei für Sonntag ins BolkShaus einberufene Versammlung mit dem Thema „Was will die Henlein- Front?" verboten ist, wird der Vorsitzende des sozialdemokratischen Wahlvereins den Rekurs ergreifen. Roman von Felix Fechenbach Grell war rasch aufgesprungen, l>atte Kleid und Bluse zurechtgezupst und ging dem Waldausgang zu. ES dauerte eine ganze Zeitlang, ehe Michel nachkam. Er war recht niedergeschlagen. Schweigend gingen sie nebeneinander her zu dem kleine» Dorfbahnhof. Als sie in den Zug eingestiegen waren wollte sich Michel neben Gretl sehen. Sie bestand aber daraus, daß er ihr gegenüber Platz nahm. Er gehorchte und wagte kaum, sie anzusehen. Bor sich hinblickeitd, hing er feine« aufgewühlten Gedanken nach: Ich hä»t sie doch nit ansassen sollen. Damit hab ich alles tvieder verdorben. Und jetzt wird sie nicht mehr mit mir gehen wolleil. Daß ihr aber auch die Bluse grad verrutschen mußte! Wenn da» nit gewesen wär, dann hätt ich nix gesehn und da? andere wär auch nit passiert. In Würm Bodarsssalle als Politische Kämpfer benützt, aber sie sollen sich beileibe wicl)t mit politischen Tagesfragen befassen! Die Fu^nd soll blindes Werk- zvllg werden! Will eS die Fugend des Indaten, deutschen Bürger- und Kbchibün-ch-niS werden? Will dies« Fllgend sich nochmals betrügen lassen? Nach den» bcss>Piel7ch«n Zusammenbruch jener Parteien, denen so viele junge Menschen gläubig nachliefen, biete' sich dieser Jugend ei-ue große Möglichkeit: die Möglichkeit der ScMtbcsimrung, des wirklich«» Aktivwerdens, der Mtarbeit an wirklicher Ernctierung. Begnügt diele Jugend sich aber damit. Ordner- und Statistcndienfte zu leisten einem Manne, dessen Bemühen doch nur darauf geruht«: ist, das abgestandene falcistiiche Schnmtztvasser in ein neues Gefäß zu füllen, dann versäumt sie ihre Stunde, läßt sie sich neuerlich betrügen, sich neuerlich zu Landsknechten der alten reaktionären bürgerlichen Mächte machen. Postdebitentzug für ungarisch« Blätter. Nach dem gestrigen Amtsblatt wurde den in Budapest erscheinenden Blättern„Esti Kurir", „UjsLg" und„Pesti Naplo" das Postdebit in der Tschcchossowakei bis zum 3V. November 1035 »ntzogcn. Zeugen aus der Untersuchungshatti KmÄÄ"mat sich zu der Arbeitseinstellung gewiß nicht leichten Herzens entschlossen. Es, sieht aber, daß die jahrelangen treuen Dienste bei der Firma nicht» bedeuten, sondern daß sic all« gewärtig sein müssen, von der Firma aufs Pflaster,gesetzt zu werden, wenn sie sich nicht bereit erklären, mit ihrer Arbeit gleichzeitig auch ihre Gesinnung zu verkaufen. Unter den sudetendeutschcn Blättern, di«, so lange e» ging, dem Hitler-FasciSmu» ungeniert di« Mauer machten, und di« jetzt, wo«» nicht mehr geht, ihr fasristische» Herz unter einem rasch geliehenen ormokratischen Mäntelchen schlecht verbergen, spielt der„TageSbote" in Brün» ein« nicht unbcdeutend« Rolle. Gestern nun hat der Leitartiller diese» Übrigen» nicht ganz uujüdischen Blatte» wieder einmal«inen Meisterschuß in» Braun««tau. Er stürzt sich mit Dehemrni aus die Bericht« über di« donnerstägigen Zusammenstöße im Abgeord- netenhau«, au» denen er fragend folgert: „Wie soll dir Demokratie geachtet werden, wen«..." von da macht er«inen kühnen Sprung zu der Folgerung, daß solch« Demokratie natürlich durch„Eliqnrn- E g o i o m u ü",„B r r e»ch« r u n g S s n ch t" und Korruption" gekennzeichnet sei, beruft sich aus keinen Geringeren und dem„TagcSboten" GeisteSfrrneren al» M a s a r y k, der einmal von der„kranken Demokratie" gesprochen habe und kommt zu dem Schlüsse, daß die Demokratie, die sich also benehm«, nicht« Bessere» verdien«, al» gefährdet zu sein. VS begibt sich also da» Toll«, daß«in in d«r Bewunderung des FaseiSmu» gestern mehr, heute etwa» weniger offene» Bürgerblatt den ordinären Exzeß, den«in Hakenkreuzler im Parlament unternahm, der Demokratie zur Last zu legen versucht und so selbst«inen vor« fall, an dem die Bagage im Dritten Reich ihr« Freude haben wird, dazu benützt, um nicht etwa dem Herrn Schollich wenigsten» zu besseren demokratischen Manieren zuzureden, sondern um «inen Zwischensall im Parlament al» Bewei» gegen die Demokratie auszuschlachten, natürlich aber immer unter der Maske des demokratische« Ehrenmann«», der um den Bestand der freien Republik unaufhörlich zittert und jetzt, weil der Deulschnationale Schollich sich.einmal ganz deöavouvrierte, förmliche Angstzuständ« wegen der Gefäbrdung der Demokratie bekommen hat! ES steht schon dasür, sich mit diesem„Tage«- boten" auseinanderzusetzen! Woher nehmen diese Herren die Stirn, unter der Vorspiegelung de» Interesse» für die Demokratie sie wegen eine» solchen, von einem F a s«i st e n verschuldeten Zwischensall», der gar kein« politisch« Bedeutung hat, in-en Kot zu zerren? Wie könne« st« stch erdreisten/«ine solche Episode mit KorruptioniS- mu» und so weiter in Znsammenhang zu bringe««nd gerade in diesem Augenblick und an die. srm unwesentlichen Ereignis von de« Schwä- dien, di« der Demokratie wi« jedem Ding in der Welt onhasten, perfid so zu reden, daß da» zu einer gewollte« Mißachtung der Demokratie durch da» TageSboten- Publikum führen muß? Der„TageSbote" registriert den durch den frechen ordinären Ton eine» Hakenkreuzler» provozierten Zwischensall im demokratische« Parlament al« einen Beweis der„Degeneration de« politische« A n st a n d«"? Derselbe„TageSbote", der kein Wort gegen die Bestialitätenvon Hitlerdeutschland herausbringt! Daß dort Millionen geistig, politisch, moralisch vergewaltigt werden, daß man Hunderttausend« aus politischen Gründen um ihre Freiheit und Existenz bringt, daß Zehntausend« die Berti« rung der Machthaber in Kerkern und Konzentrationslagern büßen müssen, daß Hundrrt« hingemordet, Tausend« gefoltert wurden— das alles entlockt dem um dir Demokratie besorgten„Tageöboten" nicht einmal einen Sruszer. Natürlich, denn d a» findert er in Ordnung. Weil e« gegen die Arbeiter geht und weil man sich in diesen sudetrndeutschen Redaktionen ja nur und immer noch freut, daß wenigsten« drüben die Demokra- ti« vernichtet wurde! Ab«r weil wir da« Herz dieser sudetendeutfchrn Schriftleiter kenne«, well st« es ein paar Monate lang allzu ungeniert enthüllen konnten, drum wollen wir e« nicht geschehen lassen, daß sie jetzt, wo sie sich zu Komödianten- Rollen gezwungen sehen, unter der geborgten Maske von Auch-Demokraten weiter die Feuerlein gegen die Demokratie schüren. Ein hakenkrruzlerischr» Intermezzo im Parlament dazu zu verzerren, um gegen di« Demokratie losznlegen— da» betrachten wir al» eine neu« dreiste Enthüllung de» antidemokratischen Wesen» dieser Presse, gegen di« wir un» deshalb mit allen Mitteln schützen müssen! „Wahlireiheit“ im Dritten Reich Daß die abnorm hohe Wahlbeteiligung am 12. Noventbcr nur auf den rücksichtslosesten Terror zurückzuführen war, konnte keinem denkenden Menschen ztvcifelhast sein. In der letzten Zeit häufen sich aber die Beweise dafür in geradezu erschreckendem Maße. Wer Gelegenheit hat, die gleichgeschaltctc rcichsdcutsche Provinzprcsse zu lesen, wird über die Schamlosigkeit staunen, mit der darüber berichtet wird, wie mit den Nichtwählern umgegangen wird. In einer niederschle- sischcn Zeitung fanden lvir dieser Tage folgende Notiz: Gebraudmarkte Richtwähler. Striegau. Das Beispiel einiger Ortschaften, die Nichtwähler der letzten Wahl zu brandmarken, hat auch in Striegau Nacheiferung erweckt. Ein Teil derjenigen, di« sich geweigert hatten, an der Wahl teilzunehmen, wurden am Mittwoch durch di« Stadt geführt und mußten ein Schild mit der Ansschrift„Ich bin ein BolkSverrater" mit sich sichren. WaS sagt der Ex offo-Berteidiger Hit er- deutschlandS, der gebildete Herr Schollich, zu dieser Demokratie"? S reik in einer dirisilichsozialen ZeifongsMerei Neu deut sehe Methoden heim„¥olK“ In Jdgerndori Seite 4. Samvtag. 2. Dezember 1688 Nr. 282 Die neuen ermätzigten Prrkonentarile (41.20) (49.00) (68.20) (65.60) 30.80 46.90 cfchlcuniat„ ein. Die neuen Zuschläge (41.20) (49.00) (68.20) (65.60) bezeichnet d r e b e» 34.30 41.40 Besch«. Zug (43.80) (51.60) Schnellzug (43.80) (51.60) 31.90 39.10 53.20 50.90 90.50(115.00) 73.00(95.00) Durch den am 1. Jänner 1934 zur Ausgabe gelangeichen neuen tschechoslowakischen Pcrsonen-Tarif(Tarif für die Beförderung von Reisenden, Hunden, Gebäck und Expreßgut) werden neue Fahrpreise für den Personenverkehr und neue Beförderungsgebühren für Gepäck, Hnnde und Expreßgut cingcführt, die fast durchwegs ermäßigt erscheinen. Die neuen e r- mäßigten Fahrpreise und Beförderungsgebühren sind auf kurze Entfernungen tvenigcr fühlbar als auf große. Am stärksten wirken sich die Ermäßigungen bei den neu zur Einführung gelangenden„B e s ch l e u n«g- t e n Zügen" aus, das sind schnellfahrende anrit möglichst wenig Aufenthalten in cnstationcn, bei denen mit einem geringen Zuschlag die PersoncnzngS-Fahrpreise gelten. Diese Züge werden in den Fahrplänen ausdrücklich als„beschleunigte Zügc^' auch all« a n- Fahrpreisr und Beförde- im Personenverkehr ab 37.40 44.60 60.70 58.40 101.00(115.00) 82.00(95.00) 'O schleunigtcn Züge betragen beispielsweise in der dritten Klasse: bi» 30 Kilometer 3 lü, von 31 bis 50 Irm 4 KV, von 51 bis 100 km 4.50 Kü, Von 101 bis 150 km 5.— KV, von 151 bis 250 km 7.50 lü usw. Bisher galten die begünstigten Fahrpreise für beschleunigte Züge (Motorzüge) nur bei Fahrten bis höchstens 100 km; nach dem neuen Tarif gelten sie auf beliebige Entfernungen. Grundsätzlich geändert wurde das Preisvcrhälrnis zwischen den Fahrpreisen der einzelnen Wagenklassen, und zwar zugunsten der zweiten Wagenklasse zu dem Zwecke, den stark zurückgegangenen Reisendenverkehr in dieser Wagenklasse wieder zu beleben. Die Höhe der künftigen Ermäßigungen der Personcn-Fahrpreise erhellt auS den nachstehenden Beispielen einiger wichtiger Berkehrsrelationen(die bisherigen höheren Fahrpreise sind in Klammer beigcfügt) für die dritte Wagcnklasse. Pers.-Zug (31.80) (39.60) (?9.20) (37.00) (50.20) (47.60) (91.00) (71.00) neuen Gepäck-BeförderungSsätze darin, daß bei Reisegepäck von geringem Gewichte eine A b> stufung Von 10, 15 und 20 Kilogramm vorgenommen wurde, so daß also bei einem Reisegepäckstück von 15 Kilogramm nur die Gebühr für diese 15 Kilo zu bezahlen ist, nicht wie früher für aufgrrunoete 20 Kilogramm. Herabgesetzt wurden auch die Schnell« zugSzusehlaa«, wie auS der folgenden Zusammenstellung hervorgeht(die früheren Zuschläge sind in der Klammer angegeben): SchnellzugSzuschlag in der dritten Klass«: von 1 biS 30 km... 6.00( 6) lü Selbstverständlich werden deren~‘* rungSgebühren i,, 1. Jänner 1934 herabgesetzt: Die Beförderungsgebühren für Hunde, für Must« rkoffer, für Expreßgut, für Z e i t u n g S p a k e t e, die Streckenkarten(halb- oder ganzmonat- liche), die Jahres- und Halbjahreskarten und endlich die besonderen Fahrpreisermäßigungen(25 Pro- zent, 33 Prozent, 40 Prozent, 50proz«ntige Ermäßigungen für besondere Fahrten(Schulen, Vereine, Staatsbeamte ufw). Prag—Pilsen, 114 km Prag—Reichender«), 141' Prag—Aussig, 107 kra un Prag—Saaz, 106 km.. Prag—Teplitz^chönau, 1' Prag—Karlsbad, 190 km Prag—Jglau, 174 km.. Prag—Prehburg, 397 kn Prag—Znaim, 273 km Die Gepäckbeförderungsgebühren wurden nur wenig ermäßigt; beispielsweise bei einer Entfernung von 100 Kilometern um 30 Heller für je 10 Kilogramm, bei einer Entfernung von 400 Kilometern um KV 2.60 für je 10 Kilogramm. Abgesehen aber von der Ermäßigung der Grundtaxen liegt der Vorteil der km••• .. 29.30 .. 38.40 W .. 26.90 37 km., .. 34.10 .. 45.70 .... .. 43.40 .. 80.00 .. 64.00 31 bis 50 km. .. 7.50 (12) lü 51 bi» 100 km. .. 9.00 (12 Ki 101 bis 150 km. .. 10.50 (12 Ke 151 bis 250 km .. 15.00 (18) Ki 251 bis 350 km. .. 18.00 (24) Ki 351 bis 500 km. .. 21.00 (24) lü u. f. w »er„KflmcradsdiaNsbund“ Wir haben schon vor einiger Zeit über den in Prag befindlichen KamcradschastSklub geschrieben, dessen Tendenz eS war, in die nationalen deutschen Parteien einzudringen, dieselben zu bceinflnssrn und der auch Beziehungen zur Henlcinschrn Hcimalfront hat. Die„Prager Presse" hat nun gleichfalls vor kurzem einiges über diesen ,^kameradschaftSbund" erzählt, woraus ihr eine Berichtigung dcS Advokaten Dr. I. Töppert zuging, daß der Kameradschaftsbund sich„grundsätzlich niemals politisch betätigt" habe. Die„Prager Presse" stellt nun an den genannten Advokaten eine Reihe von Anfragen, von denen wir einige an- führen: Wie kommt es, daß sich prominente Mitglieder des sich„grundsätzlich niemals politisch betätigenden"„Kameradjchaftsbundes" in«xponirner Weis« politisch betätigt haben? Wie komm: eS beispielsweise, daß Herr Tr. 2« b e k o w s k i, der Geschäftsführer des„Käme- radschaftsbunoes" ist, sich in der Pressestelle der Henleinschen„Heimatfront" betätigt? Ist Herrn Dr. Töppert bekannt, daß sich Mitglieder des„unpolitifchcn" Kameradschaftsbundes mit dem ehemaligen Sekretär der O«ft« r reich is ch« n Heimwthr. dem Ständestoalstheoreliker Dozent Dr. Walter Heinrich treffen? Ist ihm beispielsweise bekannt, daß Konrad Henlein im Jahre 1931. also zu einer Zeit, als er noch Mitglied des„KamerodschaftKbundcS" war, in einem Sonderheft des BeziÄsverbairdes des Bundes der Deutschen in Böhmen die Durnerbewegung als„völkisches Heer" angesprochen und di«„W«hrhafi igkei t" propagiert hat? Wie erklärt es Herr Dr. Töppert, daß der sich m Haft befindliche nationalsozialistisch« Abg. Jung in seiner Eingabe an das Wahlgericht erklärt hat„daS DolkSsporturteil sei von einer kleinen Grupp« hervorgerufen worden, die ihre Aktion hinter dem Rücken der übrigen Mitglieder und ohne Dissen der Partei unternommen habe?" Ist es ihm vielleicht bekannt, ob der verstorben« D o n n h ä u s e r, der im BolkSsportpro- zeß den Dehrhaftigkeirsgedanken vertreten hat, nicht anch Kameradschaftirr war? ES ist nun an Herrn Dr. Töppert, auf die angeführten Tatsachen klar und unzweideutig zu antworten! Die Arbeilslosiglett im deutsche« Gebiet Di«„Mitteilungen des Deutschen Hauptver- band«- der Industrie"" enthalten«ine statistische Zusammenstellung über di« Arbeitslosigkeit im deutschen Gebiet des Landes, au» der hervorgeht, daß die Arbeitslosigkeit in den deutschen Gegenden weit stärker ist al» in den tschechischen. Bon tausend Einwohnern der Tschechoslowakei waren Ende Oktober 1933 42.6 arbeitslos. Die Bezirke mit der größten Arbeitslosigkeit sind: Graslitz (189.9 Arbeitslose von 1000 Einwohnern), Rumburg 179.3, Neudek 162.9, Starkenbach 149.2, Friedland 148.9, Neutitschein 136.9, Sternberg 135.5, Böhm^LeiPa 129.2, Asch 126.5, Karlsbad 126.1, Wall.-M«seritfch 125.6, El bogen 118.8, Braunau 117.2, Preßnih 116.7, Freudenthal 116.1, Jäg«rndorf 110.7, Mähr.-Schönberg 109.7. Schluckenau 107.8. Gablonz a. R. 107.8, Semil 104.1, Metin 102.7. von 21 Bezirken, di««in« Arbeitslosigkeit von über 100 pro 1000 Einwohner haben, t sind also 17 deutsche Bezirke und vier tschechisch«. In ganz Böhmen betrug der Prozentsatz der Arbeitslosen von der Gesamtbevölkerung 4.7. während die Arbeitslosigkeit in den deutschen Gebieten Böhmen» 7.97 und in den tschechischen bloß drei Prozent betrug. In Mähren-Schlesten betrug der Prozentsatz der Arbeitslosigkeit im Durchschnitt 5.70, in den deutschen Gebieten 8.17, in den tschechischen 5.19 Prozent, von der Gcsamlbevölkentng in Böhmen und Mähren-Schlesien waren Ende Oktober 5.04 Prozent arbeitslos. Diesen Sah übersteigen die deutschen Gebiete der historischen Länder mit 8.01 Prceent, während di« tschechi. schen Gebiete mit 3.85 Prozent unter dem Durch, schnitt liegen. Die rollende Reichsmark! Fünf Millionen Mark für die Tschechoslowakei! Wie man früher vom rollenden Rubel gesprochen hat, muß man jetzt von der rollenden Reichsmark sprechen. Deutschland wendet hohe Summen an. um das,»vaS ihm mit seiner Politik nicht gelingt, nämlich die Shmpathien des Auslandes zu crwcrl>en, mit Geld durchrusetzen. Wie der„Reue Vorwärts" berichtet bat sich Goebbels dieser Tage gerühmt, er veriüae allein für die Presiepropaganda und sür den McinunaSkauf im Ausland über einen Fonds von 30 Millionen Mark. Davon sind lchon 20 Millionen auSgegebe». Wie das zitierte Blatt mitteilt, cntlallm davon auf Oesterreich und die Tschechoslowakei je fünf Millwnen Mark, auf Nordamerika vier Mil. lionen, Südamerika zwei Millionen, Holland 1,500 000, die Schwei, 750.000. Belg en 700.000. Wenn man allo künftighin in der Tschechoslowakei Stimmen zu hören bekommen wird, in denen die Sympathie für Hitler-Deutschland nicht unterdrückt werden kann, wird man immer an die fünk Millionen Mark denken müsien. die Herr Goeb- bels>n der Tschechoslowakei investiert bat um sür den Hitler-FasciSmu» Stimmung zu machen. T agesneuigkeifen Grober Brand in Mau. Mähr^-Ostrau, 1. Dezember. Im Magazin der Gießerei der ,HarlShütte" in Friede!, die der Berg- und Hüttengesellschaft gehört, brach heute gegen 3 Uhr früh ein Brand au», dem zahlreiche Modelle, sowie große Mengen von Oel und Benzol zum Opfer fielen. Die sieben erschienenen Feuerwehren konnten den Brand schließlich lokalisieren. Der Schaden wird auf eineinhalb Millionen lü geschätzt, ist aber durch Versicherung gedeckt. Verletzt wurde niemand. Bonner Lheologlevrofessor entlassen. Bern, 1. Dezember.(SDA.) Die Schweizer Prelle verzeichnet mit Befremden die Nachricht, daß der Schwerzer außerordentliche The o l o gi e- Professor an der Bonner Universität Fritz Lieb vom preußischen Kultusministerium ohuc Angabe von Gründen fristlos entlassen wurde. Schnelle Anlnrbelnng. Die„Klinische Wochenschrift" bringt in "Nr. 47 vom 25. November folgende SiegeSnach- richt von der Gebärfront: „ES liegt di« erste Bevölkerungsstatistik aus dem dritten Vierteljahr 1938 vor. Diese Statistik, die vorläufig nur di« deutschen Großstädte br- trifst, läßt zum«rsteinnal die Ausivirkungrn des politischen Unsschwmigrs in Deutschland objektiv .erkenne». Im Vergleich zum dritten Vierteljahr 1982 haben di« Eheschließungen um über 12.199 oder 28.2 Prozent zugenomnren und di« Lebendgeborenen von ortsansässigen Müttern um 2283 oder 4.4 Prozent. Dies« letztere Zunahme ist einerseits eine Folge des schon im Herbst 1932 cinsetzeirden Aufschwunges deS Lebenswillens des deutschen Volkes, wie auch weiter ein« Folge der unter der nationalen Negierung erstrebten Ab» nahm« der Fruchtabtr«ibung«n. Di« St«igerung der Konzeption unl«r der neuen Regierung wird sich erst rm kommenden Jahre auswirkrn. Begünstigt durch da» trockene, sonnig« und nicht zu warme Wetter ist zugleich di« Zahl der Sicrbe- fäll« von Ortsansässigen trotz der jährlich sort- ichrettenden Ueberalterung gegenüber drm dritten Vierteljahr 1982 um 721 gesunken. Besonder« stark ist die großstädtische Säuglingssterblichkeit von 7.95 auf 6.02 und tmmit aus einen bisher in dieser Jahreszeit nicht erreichten Minimalwert gesunken. Gestiegen ist die Sterblichkeit der Schulkinder.»md zwar vornehmlich durch di« Zunahme der Diphtherie um 106 Sterbefälle." Hitler steigert die Konzeption nick»»nacht schönes Weiter. Daß man ihn aber der Zunahme der Diphtherie gegenüber als machtlos erklärt, ist ein ausgesprochener Akt der Miesmacherei. Uns bangt um das Schicksal de» „Klinischen Wochenschrift". Erschwerte Einbllrgerung tu Oesterreich. Wien, 1. Dezember. Di«„Wiener Zeitung" veröffentlicht heute eine Verordnung der Bundesregierung vom 24. November betreffend die E i n- schränkung der Einbürgerung. Darnach darf die Landesbürgerschaft bis auf weiteres an Ausländer nicht verliehen werden, e» fei denn, daß eS die Bundesregierung im einzelnen Falle als im BundeSintereffe gelegen bezeichnet. Jeder Bescheid, der dieser Bestimmung widerspricht, ist nichtig. Gegen solche nichtige Bescheide steht die Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof offen. -Zurichtung. Köln, 1. Dezember. Im GerichtSgefängnis Köln-Klingelpütz ist heute um 7.80 Uhr der 32- jährige Elektrotechniker Gottlieb S ch o r s ch hingerichtet tvordcn. S ch o r s ch hatte am 8. Mai vorigen Jahres seine Ehefrau Else und seinen vierjährigen Sohn ermordet. Ende de» mexikanischen Scheidung»« Paradiese». Mexiko City, 1. Dezember. Di« neuen Maß- »ahinen auf dem Gebiete des C h e r e ch t S, die nun der oberste mexikanische Gerichtshof rinführt, bedeuten in Wirklichkeit das Ende der allzu- l richte n Ehescheidungen in Mexiko. Es toird angrdeutet, daß davon am meisten die zahl- reichen Amerikaner betroffen tverden, di« nach Mexiko komme», um sich hier auf Grund der liberalen ScheidungSpraxiS scheiden zu lassen. Ti« Neuerung besteht darin, daß das Gericht nim beide Parteien anhören muß. ««-Dienst statt Matnra Berlin, 1. Dezember. Wie der BDZ meldet, unterstreicht der Reichssührer der deutschen Studentenschaft Dr. Stadel, der zugleich Leiter des nationalsozialistischen Studentenbunde» ist, die engen Verbindungen zwischen Studententum und SA in einem neuerlichen Erlaß, der an die gesamte Studentenschaft gcrichret wurde. In dem Erlaß werden sämtliche Dienststellen■ ersucht, „aufs straffste SA- m ä ß i g c D i e n st e i n- «r»l u n g und Dienstauffassung auf den Hochschulen hinzuwirkcn." Die Hochschulgruppenführer und Kreisführer werden für die Durchführung verantwortlich gemacht, mit dem Hin- zufügen, daß die Zeit nicht mehr fern sei, wo auf deutschen Hochschulen„kein Platz mehr ist, für Le»lte, die zu vornehin sind, sich in die Gemeinschaft der SA eitizuordnen." Balkanausbruch mit Aschenregen. San Salvador(Mittelamerika), 1. Dezember. Bei einem Ausbruch de» Vulkans Jzalro wurden mehrere Dörfer der Umgebung von einem heißen Aschenregen heimgcsncht. Menschen kamen .dabei nicht zum Schaden. Lus der Arbeltcr-Turn» untf Sportbewegung. Rege Tätigkeit de» Atu» U» Mähren. An dem Zentralkur» des Atu» für Kinderturn- warte, welcher vom 28. Oktober bi» 8. November in Aussig abgehalt«» wurde, haben 16 Funktionär« aus 'Mähren und Schlesien teilgenonrmen. Derzeit laufen bereit« die WlederholungSkurs« In den einzelnen Bezirken und wird diese große Schulungsaktion mit End« Dezember abgoschlosien sein. Außer dieser Aktion wurden im Oktober in allen Bqicken die DcreinSfunktionäre zu Funktionärappellen zusammengerufen. 517 Genossinnen und Genossen aus 69 Vereinen waren anweisend. Der weiter« Arbeitsplan des Kreises sieht u. a. folgendes vor: 6. und 7. Jänner 1934 KreiSwiMersporttag in Karlsdorf- Klein-Mohrau; vom 14. Jänner bis 4. Mörz BezirkSvortnrnerstuivden mit dem Festmateria! sür 1034; im April in allen Bezirken Dorturnerprüfungen und Sp'elleitevkonferengen; im Mai und Juiri in allen Bezirken BezirkSturnfest«; am Reichskindertag gemeinsam mit den K'ndersreunden bezirkS- und gruppenweise Kinderturnfast«; Juki: Olympiade der tschechischen Arbeiterturner in Prag; im August Austragung der Meisterschaften Im Fußball-, Handball-, Raffball, und Faustballspiel und ein großer leichtathletischer KreisauNcheidungSkampf. Negermissionsgelder sür die eigene Tasche. Die Brunner Polizeidirektton erstattete gegen die 70jährige Anna Vanek aus Brünn die Strafanzeige, da sie von verschiedenen Perfonen Gelder für eine Mission unter den afrikanischen Negern cinsammeltc, wobei sie vortänschte, diese Geldgeschenke stet» einem Missionär abzulicfern. Indessen hatte die Vanek die eingchobenen Beträge für sich behalten. Etwa zwei volle Jahre hin- dnrch sammelte sic von ihr vertrancnden Frauen Gelder ein. Wieviel sie im ganzen eingesammelt hatte, stellt jetzt die Polizei fest. Die Vanek, die al» überaus ordentliche und außergewöhnliche irowme Person gilt, erklärt, einen Betrag von 5000 llr für sich behalten zu haben. HeilsondS. Die Gültigkeit der allen Zuzah- lungSmarken(zu 4.— lü blau, zu 2.— K« grün und zu 1.— lü braun) erlischt am 31. Dezember 1933. Diese alten Marken werden den Versicherten und Verkäufern in Großprag beim Bezirkskomitee d«S HeilfondS in Prag 7.. Betlömfkn 11, an Arbeitstagen von 8 bis 14 Uhr auSaetaufcht, und zwar bis spätestens 31. Jänner 1934. Nach diesem Tage werden di« alten Marken weder auSgetauscht noch anerkannt. Wahrscheinliche» Wetter heut«: Nur strichweise leicht« Besserung, Nachtfröste, ruhig. Allgemeiner Witterungscharakter unbeständig, später erneut« Verschlechterung, nanientlich in den südlichen Teilen des Staate». Schwerer Unfall bei der Arbeit. In Doma- mil bei Mähr.-Budnitz wurde Josef S o ch n a beiin Dreschen von dem Riemen der Dreschmaschine erfaßt. Er erlitt einen B r il ch der Schädelbasis und d«S linken Unterarmes. Außerdem trat Bluterguß ins G'h'rn ein. Sockma wurde ins öffentliche Krankenhaus in Trebitsch gebracht. Und der Lokomotivführer? Beim Schnellzug Genf—Bordeaux riß gestern abend unweit Gan- nat in Vesser Fahrt der Tender von der Lokomotive ab. Der Lokomotivführer wurde berau»- aefchleudert und nur dank der Kaltblütigkeit des Heizers, der die automatische Bremse zog und den Zug zum Stehen brachte, konnte ein Unglück verhindert werden. Fünf Fischer ertrunken. Ajaccio, 1. Dezember. Nach einer Agenturmeldnnq ist-in Fischerboot, da» seit dem 28. November vermißt wurde, mit seiner fünfköpfigen Besatzung im Sturm gesiinken. Englisch« Riesenflugzeuge. In Rochester wird jetzt der Bau zweier neuer Transportflugzeuge für den britischen ReichSflngdienst beendet, DaS ein« dieser Flugzeuge, das im nächsten Monate betriebsfertig sein wird, enthält 39 Plätze für Passaaiere und wird mit einem Bristol- Jupiter Motor auSgestattet sein, der dem Flugzeug bei voller Belastung von 14 Tonnen eine Geschwindigkeit von 130 Meilen in der Stunde ermöglichen wird. Ein schwerer Sturm im Tyrrhenischen Meer und ttt der Adria hat an den Küsten CalabrienS und Siziliens schweren Schaden gestiftet. Schienen wurden auf einer großen Strecke fortgerissen und unterspült. Die Fischer- slotten haben schweren Schaden erlitten. Bei Messina sind am Srrande gelegene Häuser von den Wellen überschwemmt und der ganze Hausrat Vernichtet worden. In Calabrien sind Telephon- und Telegraphenleitungen zerstört worden. Ein Segelschiff ist untergcgangen, wobei, wie eö heißt, viele Menschen ums Leben kamen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag. Prag 6.45: Gymnastik, 8.80: Schallplatte», 10.00: Gesangskonzert, 13.30: Sozialinformationen, 18.00: Deutsche Sendung: Musikvorschau, 19.00: Militärkonzert, 20.15: Gesangskonzert, 22.20: Bumer Abend.— Brünn 10.05: Neu« tschechisch« Lieder, 11.00: Orchestirkonzert, 18.00: Deutsch« 2 c n> düng: Konzert für Soloinstrument« und Orchester. — Wien 10.30: Rainer Dtaria Rilke, 10.50: Klaviervorträge, 12.00: Orchesterkonzert, 15.80: Kammermusik, 20.00: Spanisch« Nächt«.— Heilsberg 20.30: Abcndkonzert.— Breslau(8.15: Denkmäler deut'cher Tonkunst.— Leipzig 16.00: Bunter Nachmittag.— Berlin 16.00: Musik am Nachmittag. «r. 282 Samotag, 2. Dezember 1933 Seite 5, Riefendefraudatlon beim heilsonds. Raff nierle Betrügereien.- Sine Viertelmillion Schaven. Prag, 1. Dezember. Der Strafsenat d«S OGR. Trost verhandelte heute den ganzen Tag (in«t DefrandationSvro.zeß größten Stils. Ang«. W war der 83jährige Beamt« de»„H«t l« f,«bs der öffenlichen Angestellten" garl N a l v v c c des Verbrechens des Betruges. Die von der Staatsanwaltschaft nam- bast gemachten Beträge ergeben einen Scha- densbetrag von 24 8.150 Ka. Die Malver. fationcn wurden in der raffinierte st en Deise bewerkstelligt. Nach der Anklage liegt der Äichverhalt folgendermaßen: ftin April d. I. revidierte der Vorgesetzte tet Angeklagten die Bücher und stellte fest, daß zivci Ucberweisungen des LandeSgendar- «erirkommandoS in Preßburg lfe 99.910 und 99.918 Ks) vom Septeniber unv Oktober v. I. viel später eingetragen und überhaupt nicht verbucht waren. Zu Rede gestellt, meinte Nakovee harmlos, er Hobe eb:n„einen Stiesel gemacht" und toerdc die Sache in Ordnung bringen. Aber die Erhebungen brachten unerwartete und erstaunliche Dinge zutage. Als man nämlich die Ort» ginalbuchungSscheine des Postamtes einforderte, stellte sich heraus, daß auf die tn sirage stehenden Erlagscheine nur 10 und 18 Ka ungezählt worden waren, was der Angeklagte durH einen Preßburger freund hatte bewerkstelligen lassen, um dann die P o st b e l e g e g e- stickt auf die Beträge von 99.910 und 99.918 Ks umzu fälsch«» und so di« Buchung in Ordnung zu bringen. Tie vom LandeSgendarmeriekammanda tatsächlich und richtig überwiekenen Beträge aber hatte der Angeklagte inzwischen an«In zu diesem stwecke eigen» errichtetes Privatkonto bei der Städtischen Sparkasi« dirigiert, und zwar ans raffinierteste Weise, indem er em gefälschtes„Rundschreiben" des Heilfonds »ach Preßburg schickte, welches die Aufforderung enthielt, im Laufe der nächsten zwei Monate sämk. lich« Ueberweisnngen an daS„neike Konto" in der Städtischen Svarkasie zu richten, d. h. in d:e Taschen des Angeklagten. Im Zuge der iveiteren Untersuchung stellte sich heraus, daß «ich dar LandeSgendarmeriekommands Mhorod aus analoge Welk«»«kommen 43 TO Ke ahnungslos auf das Privatkonto des Angeklagten über, wiesen hatte. Als man sich ans diesem Anlaß mit dem Vorleben des Rakovec beschäftigt«, ergab sich «in äußerst abenteuerliches Bild. Der im Jahre IM in Rosenthal bei Brür Geborene hat vor allem mit Vorliebe mit gefälschtem Tausschein operiert, und zwar derart, daß er sich, wo eS ihm vorteilhaft war, durch birst Urkundenfälschung als um zwei Jabre alter aus- geben konnte. Nicht nur verschiedene Militärbehörden hat er auf diese Art irregeführt, sondern auch seine Ehe unter falscher AlterSangabe und Vorlage deS gefälschten Taufscheines vom Wrscho- witzcr Pfarrer«insegnen lassen. MS diese Sache herauSkam und die Straf» anzeige erstattet wurde, liefen noch zwei weiter« Strafsachen gegen ihn: eine Verfolgung wogen Meineides und ein« weitere wegen versuch- ter HerauSlocknng von Druckplatten zweck» Herstellung falscher Hundertkronennoten. AIS die Hauptverhandlung anberaumr wurde, war er nirgends aufzufinden und mußte durch Steckbrief gesucht werden, der im Mai 1929 erlassen wurde. Damals war er schon dreieinhalb Jahre Beamter beim HeilfonoS, wo er sich sein« Anstellung gleichfalls durch.d!« falsche Vorspiegelung erschlichen hatte, er sei Absolvent der Karolinenthaler Handelsakademie, während«r in Wirklichkeit drei BolkSschulkle n absolviert hat. Er wurde, weil man ihm nur«inen Teil der Anklage nachweisen konnte, bei der folgenden Hauptverhandlung am 14. Jänner 1930 zudrei Monaten verurteilt, zögerte den Strasantritt geschickt bis zum Juli hinaus und begab sich dann auf„Erholungsurlaub", in Wahrheit nach Pankraz. Nach seiner Rückkehr rühm» er sich seinen Kollegen gegenüber, wie prächtig er sich erholt hab«. Nach dem Aufslivgen der großen Defraudation schrieb er zunächst«Inen Bri«f, der einem Geständnis gleichkommt, dann aber ermannte er sich und beteuerte, er sei unschuldig, irgendjemand habe ihm falsche Belege unterschoben„um ihn anS dem Amt heranSzuekeln". Schließlich sprach er gar von„politischer Prrstkntion. Bei der j Verhandlung, die wie erwähnt, den ganzen Tag dauerte, benahm er sich äußerst selbstbewußt. D«r ganze komplizierte DeweiSapparat mußt« sorgsam Punkt für Punkt bei sachkundiger Erläuterung der Sachverständigen durckgrgangen werden. Der Angeklagte hatte«ine Menge Einwendungen gegen die belastenden Zeugenaussagen und verlangte«. a. aus fr«i« n Fuß ar s« tz t zu wer- den, weil er in diestm Falle„,n vierzehn Tagen seine Unschuld hundertprozentig beweisen würde". Die Zeugenaussagen, wi« a>«ch die Sachverständigengutachten lauteten aber derart, daß der Gerichtshof nach neunstündiger Verhandlung den Schuldbeweis als voll erbracht an sah und den"AngeNagten zu zweieinhalb Jahren schweren und verschärften? r- ker» verurteilte. rd. Die Moral der Nallonalsoziailsten. Der alte Spruch„Wenn zwei dasselbe tun, so ist cs nicht dasselbe" hat in manchen Fällen noch immer Gültigkeit, aber man darf ihn nicht zur Grundlage für rechtliche und moralische Systeme machen, die als staatliche Gesetzgebung von a l l g e m e i n gültiger Bedeutung sein sollen. Wer eine» GclegcnycitSsatz zum Grün d- satz der Sittenlehre machen will, der erstrebt den höchsten G'.pfel der U n m o r a l. Kants täte-, aorischer Imperativ„Handle so, daß die Maxime deines Wollens zugleich das Prinzip einer allgc^ meinen Gesetzgebung sein kann" widerspricht der Sanktionierung einer Rcchtsfrciheit für Einzelne und einer Moral mit doppeltem Boden, wenn es sich um die Allgemeinheit handelt. Der Nationalsozialismus fordert die Bindung des Einzelnen durch die Richtschnur für das Gcsamtwohl, er will den Liberalismus der„Jchzcit" durch den Kollektivismus der„Wirzcit" ersetzen und verspricht sich von der„Gleichschaltung" eine heilsame Ausschaltung aller Sondern«icrcssen. In der Erklärung„Nichts für uns, alles fürs Volk" drückt er die Anpassung individueller und varteiischer Bestrebungen an die nationalen und sozialen Bedürfnisse theoretisch ans. Doch m der Praxis läßt er individuelle Regungen und Parteiisches Eigenleben zi« ungeschmälerter Auswirkung kommen, vorausgesetzt, daß eS Nationalsozialisten sind, die davon Vorteile haben. So ergibt sich von selber als erste Maxime der nationalfozialistischen Moral der Leitsatz: „AlleS, was d«e Parteigenossen denken und tun, ist berechtigt. Wenn Andersdenkende dasselbe tun, so ist cs verwerflich." Die Partcibonzcn und ihre Anhänger begeistern sich für die Moral „Was du nicht willst, daß man dir tu, das füge jedem andern zu!" Man schaffl also ein Sonderrecht für„Nazis" und ein Sonder- Unrecht für„gewöhnliche Sterbliche". So erklärt sich die offizielle Abneigung gegen die Lbjektivltät, die man sogar aus der Rechtsprechung vertreiben will. Ter Präsident eines deutschen OberlandcSaerichts erklärte den vor ihm versammelten Justizbcamten, daß der Richter nicht, mehr objektiv sein dürfe(!); es sei nicht angängig, daß auch dem Pazifisten und Marxisten sein Recht werde(!). Dabei dachte ich an«ncn Satz Nietzsches, den die Nazis gern für sich in Anspruch nehmen möchten, obwohl dieser größte aller Individualisten natürlich auch ein Feind jeglicher Gleichschaltung und in deutschnationalem Sinne durchaus nicht„zuver- läfsig" war. Sein deutschfeindlicher Satz laute« st:„Die Deutschen sind die unverantwortliche Rass«, die alle großen Kult>lrverbrech-n aus dem Gewissen hat."(Aus„Jenseits von Gut und Böse".) Der Herr Gerichtspräsident, ein unverantwortlicher Kulturverbrccher, stellt sich jenseits von Aut und Böse u«ck verleitet die ihm unterstellten Richter dazu, zugunsten der nationalsozialistischen Interessen oas Recht zu beugen und die Doktrin oer Partei höher zu stellen als die Objektivität. Demgemäß fallen denn auch die Urteile der Eonderaerichtr aus. Ein junger Arbeiter hatte behauptet, daß „17jähriae Nazibestien mit dem Gummiknüppel dreinaeschlagen" hatten. Er wurde zu 1J4 Jahren Gefängnis verurteilt, weil«r„als ehemaliges Parteimitglied wissen müsse, daß derartige Behauptungen ins Reich der Fabel gehören". Ich hingegen könnte wie viele andere mit dein Eide bekräftigen, daß solche und ähnliche Ausschreitungen vorgekommen sind. WaS ich selber gesehen und von glaubwürdigen, mir nahe stehenden Personen, di« mißhandelt worden sind, erfahren hab«, daS lasse ich mir von korrumpierten Richtern nicht ins„Reich der Fabel" versetzen. Ein Rechtsanwalt hatte gegen einen Gutsbesitzer vor langer Zeit einen Prozeß geführt und gewonnen. Der Besiegt« benutzte d«e„nationale Revolution" dazu, sich an dem Sieger dadurch zu röci-en, daß er ihn von„Nazibrstien mit Gummiknüppeln" fünf Minuten lang bearbeiten ließ. Ter Mißhandelte stellte von einem Sanatorium aus, wo seine Wunden heilen sollten, Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft, doch er wurde abgcwiescn; denn die Regiencng gewährte die Amnestie für Delikte„mi» nationaler Gesinnung." Die Verfügung der Straffreiheit läßt darauf schließen, daß strafwürdige Taten begangen worden sind. Was also die Regierung selber als tatsächlich geschehen betrachtet, da- erklären die von >br ans Gängelband genommenen Richter für Erscheinungen aus dem Reiche der Fabel! Und der Staatsanwalt hält ein RoheitSVerbrechcn, das ein persönlicher Racheakt ist, für eine im nationalen Sinne begangene Tat! Dieses nationalsozialistische Juristengesindel gehört eben zu den„Kulturverbrrchern", die nach der Meinung Nietzsches Hanptvertrctcr der„unvcr- aniwortlichen deutschen Rasse" sind. Die Herren Frick und Günther und andere Nazileuchten warnen vor einer Vermischung dieser Nasse mit der nicht-arischen, weil daraus ein schlechter Nachwuchs entstünde. Diese dilettantischen Schwäher scheinen recht zu haben; denn da au» Ehen von ."luden mit Franzosen, Italienern, Tschechen. Russen und Polen überall ein werwoller Nach- ivnch» entstanden ist, kann die Schuld an der mißratenen Mischung nur in dem Blute der Rasst liegen, zu der oie Herren Frick und Günther gehören. Die erbliche Belastung von deutscher Seite bestehl in der Lüg e. Die braune Partei ist aus Lügen aufgebaut, also«in Schwindelunterneh- men. Bon zehn Mitgliedern, mit denen:ch spreche, versichern immer acht oder neun, daß sie n SUPERHET TEIEFUNKEN 620 fOr Kt der Gros*■ Super für höchste Ansprüche. 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Anfang April depeschiert« er den Vereinigten deutschen Gesellsck)aftcn in New'/Jod:„Die deutschen Juden werdet« wie alle alleren StaotSangehör'gcn genau nach ihrer Einstellung zur nationalen Regierung behandelt". Niemals seit Menschengedenken hat ein StaatSvcrtreter offiziell so dreist gelogen wie Hiller in diesem Telegramm. Bekanntlich siick auch ganz national gesinnte, geistig und sittlich hoch stehend« Juden aus ihren Aemtern gedrängt worden, auch dann, wenn sie nickt so jüdisch auSsehen wir Herr Goebbels und nimt so schlecht getauft siud Ivie die Vorfahren untere» überall blamierten„Auslands- Politiker»" Rosenberg. Di« Liebe zur Lüge ist im„Dritten Reiche" so stark, daß man sogar die Verbreitung unbestreitbarer Wahrheit als Verbrechen bestraft. Ein Landgerichtsrat, der in Tschechien wahrheitsgemäß erzählt, daß er im GerichiSge- bäude von brauncin Pöbel mißhandelt worden ist, wird daheim, in Deutschland, vom Kinderfräulein denunziert und wegen„Greuclpropa- ganda" zur Verantwortung gezogen. Man denkt an Worte von Louis Deuillot:„ES gibt Augenblicke, wo man Lust hat, die Wahrheit zu schreiben, zu drei Monaten die Zeile". So billig wird jener jüdische Richter nicht wcgkommen. Man kann zwar di« Erzählung seiner Erlebnisse mit „nationalen Revolutionären" nicht ins Reich der Fabel verbannen, aber man verbannt ihn in daS von Stachcldraht eingezäiinte Reich der Schutzhäftlinge. Keiner der Machchabcr denkt daran, daß es ein viel edleres Mittel zur Beseitigung der„Grcuelpropaganda" gibt, nämlich dieses: Man vermeidet oder unterdrückt die Greuel, dann wird die Propaganda aufhören. Vernünftige Hygieniker bemühen sich darum, die E r r e- g c r der Krankheit zu vernichten, bevor sie die Verbreitung der Krankheit bekämpfen. Wo Argwohn, Rache und Lüge einen Dreibund geschlossen haben, da gedeihet« Spionage und Angeberei; Spitzel, Aufpasser, Lauscher und Denunzianten üben unter dem Deckmantel„nationaler Gesinnung" ihr unsauberes Handwerk auö. Ebenso schlimm wie die Verlogenheit und Falschheit der nationalsozialistischen Regenten ist ihr Unvermöegn, Moraltheorie und Moralpraxis gleichzusckalten. Für die verwerflichste Eigenschaft halte ich die Doppelzüngigkeit derer, die eine sittliche Forderung stellen, ohne sie in ihrem Tun und Lassen zu beachten. Wenige Beispiele genügen zur Kennzeichnung dieser beispiellosen Unmoral der Nazis. Sie nennen die von der alten Regierung herausgebrachcen Verbote der oppositionellen Presse eine„schamlose Niederknüppelung der Meinungsfreiheit" und— knüppeln die Presse der heutigen(viel zahmeren!) Opposition nieder. Sie verurteilen die Schutzmaßregeln des Bundeskanzlers Dollfuß gegen die österreichischen Staatsfeinde als„brutale Methoden" und— wenden dieselben Methoden gegen reicksdeutsche Bürger an. Sie reden von roten„Mördern" und braunen„Helden", weil sie dieselbe Tat immer mit zweierlei Mrh messen und ihrer Moral einen doppelten Hosenboden unterlegen. Sir würden sich über jeden Deutschen, der ohne di« amtliche Ausreise-Erl irsdni» über die Grenze schleicht,„moralisch" entrüsten; als sich jedoch einige Salzburger Nazi» aus verbotenen Schleichwegen nach Bayern.chmuggcl- ten, um ihren Hitler zu bearüßen, da jubelten sie über die Treue und Geistesgegenwart und den Heldenmut der Gesetzesverletzer. Die Studenten im dritten Reiche preisen mit viel schönen Reden die„wutsche Zucht", aber— sie zeigen sich als zuchtlose Horden, wenn einer ihrer Professoren, also ein Vorgesetzter und Führer, nicht ihrem Nazioten-Jdeal entspricht. Sie decken jeden Uebergrisf ihrer Kumpane und jede Brutalität staatlicher Organe mit dem englischen Grundsatz „Hight or wrongniy couutry"(Stets hat das Vaterland recht, was cs auch immer tun niögc), aber— sie erklären jede Tat ihres Bater- land eck in den Jahren 1918—1932 für ein U n- re ch t. Sie nennen die deutschen Juden em« landfremde Minderheit ut«d behandeln sie demgemäß. Als nun der deutsche Jude Bernheim hieraus di«» Folgerung zog und vor dem Völkerbund ein Recht der staatlichen Minderheiten geltend machte, da frohlockten sie:„Aha, nun seht ihr'S, die Juden geben ja selber zu(!), daß sie Fremdlinge bei uns sind". Es gibt aus der ganzen Welt keinen Irrenarzt, der sich in so geisteskranken Widersprüchen und RechtS- verdrehungen zurecht finden könnte! Alles das ist in Deutschland nur deshalb möglich, weil die K r i t i k unmöglich ist. Man hat sic an di« Kette gelegt und ihr den Maulkorb umgebundcn(aber der versprochene Brotkorb hängt immer noch so hoch wie vorher!). Kritik ist die Voraussetzung für die Besserung von Schäden und für jeden Fortschritt. OSkar Wilde sagt in dem Gespräch zwischen Gilbert und Ernst folgendes::„Ich glaube, durch die Entwicklung des kritischen Geistes werden wir imstande sein, nicht nur unser geistiges Leben, sondern auch das gelamte Leben der Rasse zur Verwirklichung zu bringen und a?.s diese Weise völlig modern zu werden... Der kritische Geist wird die Rassenvorurteile zerstören". Den Beschwörern des dunkelsten Mittelalters liegt gar Nichts daran,„völlig modern zu werüett" und Rassenvorurteile atifzugebcn; darum hassen sie die Kritik,„bi« Schöpferin der geistigen Atmosphäre eines Zeitalters". Die Geistigkeit fehlt im heutigen Deutschland, aber dir Atmosphäre ist da. ES ist„dicke Lüft!" Justiz im Dritten Reich: Ein deutscher Rechtsanwalt, der unserem Berliner Mitarbeiter gut bekannt ist, beantragte bei einem Berliner Untersuchungsrichter die -Haftentlassung einer Kommunistin. Daraus entspann sich folgendes bezeichnendes Zwiegespräch: Untersuchungsrichter:„Ich würde sehr gern Ihrem Wunsche entsprechen, Herr Rechtsanwalt. Aber zwei Tage später wär« ich zusammen mit Ihrer Mandantin im Konzentrationslager." Rechtsanwalt:„Ja. fühlen sich denn.Herr Untersuchungsrichter nicht frei in Ihren Entscheidungen?" Untersuchungsrichter:„Ja, dachten Herr Rechtsanwalt vielleicht?!" Seite 6. Vompkog. ff. Te^mter 10® Aus der Partei I I Vereinsnadiriditen Kunst und Wissen SD811- SOlBl* MUlWM Mn unsere MvonnentenH Neujahrs-KollelWnjeral » I Die Bertnaliuuo i f 6«t o i« a Viag.—£i h coro: der für von einst, zeigte sich der Problematik solcher Wiederholung durchaus bewußt, als er tu feinem Vorwort zur nächtlichen Premitzr« die retrospektive" Betrachtung sehr eindringlich empfahl. Und die Teure, die sich der mühevollen Aufgabe unterzogen haben, daS stumme Werk sprechend zu machen,"werden vermutlich selbst gespürt haben, eine wie überflüssig« Arbeit sie leisten mußten,— denn der künstlerische Wert dieses auf schiveigende Wirkungen berechneten Films konnte durch Einschmuggeln von Lätzen", die gerade noch zur Not mit dem Bild zusammenstimmen, nicht daS Geringste gewinnen.(Man hat übrigens neben der tschechischen Fassung, die vorgesührt wurde, auch eine deutsche Version hergeslellt, von der man unS bei der Premitzre nur eine kleine Probe zeigte/ ohne den Autor und die Sprecher zu nennen.) Nr. 8 O Amer kunlsche Kleinschreibmaschine PRA6ER ZEITUNG. 2. 4. II.— Freie Vereinigung soz. Akademiker. Montag: Ansschußsitzung um hall» 7 Uhr im Heim. mhmmwvmamvwmvwmmmmmmmmmmmmmmiwimmmm AMH GS V..- AM ff f.l Hin 9liefenftabion !ür die drille Arbeiler-S)ymp!ade. Die Ttadtvenvalkung von Antwerpen Hai die Zustimmung zum Bau eines Riesen stadions gegeben, dar mehr als 100.000 Zuschauern Platz bieten soll. Die Anlage wird Weit- läntpse in allen Sportarten, einschließlich Aura- De« Text, den oer Kritiker dem Vrotikon-Film beizusteuern hat, ist weniger überflüsiig als der synchronisierte. E- ist nämlich die Frage, warum unsere Filmindustrie diesem Regisseur Gustav M a ch ä t h keine Gelegenheit gegeben hat, unheute sein Können von neuem zu zeigen,— warum sie sich durch unbeholfene und kitschtriesende Film- macher immer wieder In Mißkredit bringt, statt sich eines ManneS zu erinnern, der vor sieben Jahren, als der„Polcmkin" und der„Goldrausch" durch die Welt gingen, mit seiner Leistung internationale Achtung errang.—eiS— Leichtathletik: Oesterreich; Schiveraihletik: Handball: Lettland: Fußball; Polen; Wal- Finnland; Wintersport: Norwegen; Tur- Schach:- Tschechoslowakei(Prag). in den Wäldern herum, bis er schlicßl'ch versuchte, zu seinen Eltern zurückzukehren. Da er aber von den Gendarmen bereits eisrig gesucht.wurde, Iwß man ihm eine Warnung zukommen, woraus e» zu seiner Tante, Frau Nathan in Mnichov'ee lüchtet«, die ihre» Nossen auch tatsächlich ausnahm und verbarg und in deren HauS er-auch von seiner Mutter besucht wuä>e, Hie»hm Esten und Geld brachte, ihm aber zugleich.geraten Haden soll, sich den Bchörde» frestv Üig zu stellen. Frau Nathan kam übrigens ihre Barijzherzigkeit teuer zu stechen. Sie wurde wegen Vorschuh, l eistu na vor Gericht gestellt und im September dieses Jahres für diesen Liebesdienst an ihrem Neffen zu einem Jahr schweren Kerkerverurteilt. Schließlich wurden Nachbarn auf den geheimnisvollen Vosnch aufmerksam und dieser wurde im Hause seiner Tante verhaftet.- DaS Beweisversahren, das sich um Aufhellung von Deta-lS dreht, wurde in don Abendstunden vertagt. Es wurden, größtenteils auf Antrag des Verteidigers Dr. P ö s l, 23 Zeugen gHört.. vb. aufnehmen zu lasten und den entfallenden Betrag von 10& mit der Dezemberabonnemenis- gebühr einzusenden. Wir sind überzeugt, daß auch Sie, der heutigen Zeit Rechnung tragend. unS Ihr« llqterftützung nicht versagen, und danken besten« für Ihre freundliche Förderung unicrec DlatteS, GIBIAN& Co., | Pr»q. ittzvtnskd 32 HciUe Nationalstraße 10, eine Keramiken eröffnet. Ski- Exkursionen Staatsbahndirektion in wird jeden Ortsgruppe Prag. Sonntag, den ix 3. Dezember, erste Trainings> Jfußtour der Wintersportler. y Sammlung b.S 0 Uhr bei der Endstation Dranik. Führung: Strnod. Prag, 1. Dezember. Heute fand in Prag im LidovF d>,m eine Konferenz des Internationalen Frauenausschusses bei der Sozialistischen Internationale für Körpererziehung unter Teilnahme vom weiblichen Mitgliedern des Ausschustes ans Wien, Aussig und Prag statt. Der Vertreter Finnlands hatte sich entschuldigt. Die Konferenz genehmigte die Berichte über die Tätigkeit des Präsidiums während des vergangenen Sommers, beschäftigte sich mit den gegenwärtigen Verhältnissen im Sportleben Deutschlands, setzte die Teilnahme an deu VerbandSseiern in der Schweiz, Lettland, Finnland und Großbritannien fest, beriet über die Tagesordnung des VH. Kongresses der Sozialistische» Internationale für Körpererziehung, der im September 1931 in Kopenhagen stattfiicheu wird, und setzte die technischen Richtlinien im Hinblick aus dir rege Teilnahme von Frauen an der III. tschechoslowakischen Arbeilerolympiade in Prag im Jahre 1934 fest. In einer einstimmig angenommenen Resolution wird dem Bedauern über die vollständige Vernichtung der Arbeilersportbewegung in Deutschland Ausdruck gcg.'bcn Ten Arbeilersportlern in Oesterreich wurde eine BegrüßungSadrcste gesandt. Den Konfcrcnzvorsitz führte die Vorsteherin de? tschechoslowakischen Arbcitcrturnvcrbandcs Marie I e ch o v ü. Der Kongreß wurde von den Vertreterinnen der Frauenausschüsse der tschechischen und der deutschen Sozialdemokratie sowie vom Vertreter des D. T. I. t;.-Verbandes und des deutschen Verbandes mit dem Sitze in Austig begrüßt. besetzen: Schweiz kevsphrt: neu: Oesterreich;.,.„.. Für das Rad- uird Kraftfahren, konnte Oesterreich keinen Vorschlag erstatten. Der Film. Erotikon. Die Wiederbelebung eineS sieben Jahre alten und somit also stummen Films durch nachträglich hinzuerfundene und hineingesprochene Dialoge mag für Filmhistoriker und technische Sachverständige interessant sein— aber für das übrige Publikum Hai sie sicherlich wenig Reiz, zumal der alte Film nicht seiner Handlung, sondern nur seiner damals sehr neuartigen und eindrucksvollen Regie den Erfolg verdankte. WaS gut au dieser Regie war(die Sichtbarmachung unausgesprochener Leidenschaften, die bildhafte Symbolisierung lebloser Gegenstände und das Hinarbeiten aus künstlerische Bildwirkungen), ist inzwischen so oft nachgeahmt und mit Hilf« ver- besterier Technik auch übertroffen worden, daß es nur dem Betrachter wirklich" imponieren kann, der es vom Blickpunkt der Vergangenheit gui zu sehen vermag. Gustav'M a ch ä t y. der Regisseur dieses Erfolges Beratungen des Internationalen Frauenausschuffes bei der Sozialistischen Internationale für Körpererziehung. Prag, 1. Dezember. Heute fand in Prag Die Provisionsvertreter demonstriereo am Sonntag, den 3. d. M., um halb 10 Uhr vormittags im großen Saal des Geiverkschast shaIlses in Prag J., Na Perölynö für die eheste gesetzliche Anerkennung ihre- Angestelltencharäk- terS, für die PensionS- und Krankenvcrsiche- rungspflicht, gegen die Borschreibung von litt- ternehmersteucrn. Di« Versammlung wird von der Union der Geschäftsreisenden und Vertreter elnbenlsen und wird Abg. Robert Klein referieren. Ausstellung moderner Keramiken in Prag, wird im PalaiS„Dunas" in Prag I., Ausstellung künstlerischer der Staatsbahn. Die . Prag(AntobnS-Refcrat) wird jeden Samstag zweitägige Erkursio- nen für Skifahrer mit dem Äutokar veranstalten. Jin Falle einer Motorstörung ist für den Transport per Eisenbahn gesorgt. Tie Exkursionen werden abwechselnd ins Riesengebirge, in das^Adler- aebirge und ins Fsergebirge, je nach dem Schneestand, erfolgen. Billige Taxen. Informationen bei der Eisenbahndirektion, Abteilung Nr. VI, Telephon 279-51. Von der Deutschen Minderheilsbücherei. Wegen des wachsenden Andranges in den Nachm Itagsslun- den wird vom 1- Tezember d. 2. an für die Parteien ein« vierte AmtierungSstunde von 15—10 Uhr ein- geführt. Ten Lesern, denen c» ihre Be'chästigung gestatler, wird dringend nahegelegt, den Bücherumtausch in der Zelt von 15—17 Uhr vorzunehmen Die internationalen Fachausfchlisfe - der SASS. Tie deutschen Arbetdersportler waren in fast allen Fachausschüssen der Sozialistischen Arbeiter« Sport-Inter nationale ver- treten. Durch ihr Ausscheiden aus der Internationale sind Ergänzungen in den Fachausschüssen notwendig Der A S k ö Oesterreichs hat an daS Büro der SA2J. den Antrag gestellt, die freigewordcnen Sitze mit Vertretern folgender Landcsvevbände zu rennen, Segel- und Ruderregatten, gestalten. Man hossl, die Anlage bis zum nächste» Jahre fertig- zustellen. lAutwerpe», das von Sozialisten verwal. :«l wird, sorg: sur einen guten Verlauf der dritten Ardeiter-Olumpiad« im Jahre 1937. D. Red.) Verlangen Sie gratis Verzeichnis der empfehlenswerten Qualitätsbücher zu außergewöhnlich billigen Preisen. Antiquarische Exemplare, sehr gut erholten. Bücher-Geschenke in deutscher und tschechischer Sprache liefert ZeolralarbMu&liliaiidliing L Sveceoy, Praha II., Hyberuskä 7. 2187 mttte lesen! Und uns bis 1V. Dezember den Abschnitt einsenden! Wir zweifeln nicht daran, daß auch Sie die Gelegenheit benützen werden, an Stelle der teuere» RcujahrSgratulatiouSkarte» unserer Aktion Unterstützung zu gewähren, die bei finanziellen Stärkung des Blattes dien« und weiters den hohen ideellen Zweck erfüllt, daß die Zusamuiengehörigkeit unserer Genossen und Genossinnen sichtbar vor Augen geführt wird Wir bitte» Sie daher. Ihren Namen gegen«ine Gebühr von 10 kkr in unser Mörder seiner Geliebten. Wieder ein zweitägiger Mordprozeh— Vorspiel den Salsprozesses Sin Jahr Kerler für die Tante, die ihren Reffen verbarg. Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag 6> o Uhr:„Götterdämmerung." kB 2.)— Sonntag 11 Uhr: Kammermusik; 3 Uhr: m weißen Rößl"; 8 Uhr:„Dreimal Hochzeit."(D 2.)— Montag 7^1. Uhr: „Sie fünf Frankfurter."(A. A.)— Tiens» lag 71 Uhr:„Der Widerspenstigen Zäh- m u n gl"(A 2.)— Mittwoch 7 Uhr: Tannhäuser."(L 2.)— Donnerstag 71/. Uhr:„Dreimal Hochzeit."(C 1.)— Freitag 61/, Uhr:„Der Widerspenstigen Zähmung." Schülervorstellung gemeinsam mit der Urania, beschränkter öffentlicher Verkauf.— SamStag 7 Uhr:„Lohen- gri n." kD 1) Dochenspiclplan der Kleinen Bühne. SamStag 8 Uhr:„Dreimal Hochzeit."— Sonntag 3 Uhr:„Pygmalion"; 8 Uhr:„Desir6.— Montag 8 Uhr:„Ä l 1 e z hopp."" Volkstümliche Vorstellung.— TicnStag 8 Uhr:„Desirs"— Mittwoch 8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein."— Tonnerstag 8 Uhr:„Desir 6."— Freitag 8 Uhr:„Desirs"— SamStag 7i/> Uhr: „Prager Illustrierte." Erstaufführung. NeujayrS-Entyevung für„Go-tawenrottat". Ich bestell« hiemit unter dem Namen:————————— Ort:. «ine NeuiahrSenthebung zum Betrag« von 10 ll- und send« Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonnementsgebühr pro Dezember ein. ■ Unterschrift: Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II.. Prikopy. Palaip Kortin» Redakteur, in der Gewerkschaftsarbeit bewandert ist, wird ein sreigewerkschaflliches Fachblatt gesuMt. Den Vorzug erhallen jene, di« eine längere Praxis nachweisen können, vom Bausache etwas verstehen und zumindest teiliveise di« tschechische Sprache beherrschen. Offerte mit Lebenslauf direkt an: Bauarbeiterverband Prag-Karlin, Havliskovt 8. 2191 |WkI«M Versicherungs- Aktien" gesclIschaft In Wien Direktion ffir die C. 8. R. in Prag. General- A-en tnch alt Reichen bei g omptleblt sich rum Abschluß von Feuer-, lln all-, Haftpflicht-, Einbruch-, Auto-,Trans pari-, Pterde- and Vieh Versicherungen tn kulanten Preisen. tun Bargarantiemittel in der t S. R. 66 Millionen Büros: Prag, Narodnf IE 17. Reichen berg, Schützeng. Nr. 81. Brünn, Theaterkasse Nr. 8. «btt eitirtifb raub— ICbeftebiitttae: ffi'lbtlm A i e I n• t.— verainwoelllchee Hebaftenr®t. CmU 6 i: i<|.«trag- Dtei: ,Jt«M*£.«•. Hrt Aeltuni- anb Suthbtud fliaa*„,,,.. II«*iiid»:narlruitanta!ut mürbe von bet Hott- u. lelectabbenoitentan mit Erlatz-It 13 SO«t,vi j iwo bemiUtgt.— äe|uiitbebi>t|iunteu. Set Au|ie2una tos Haus ober bei Auuu tztitck bl.«kk"»«Kuuwvrtlich: Llio voM, »stbI' Ufers des Baclies, der dieses Tal durckssließt. Der Angeklagt« ging hinter feiner Geliebten her und feuert« plötzlich einen Schuß gegen sic ab, der si- in die linke Hüfte tras. Ein Fußgänger hört«, auf der 800 Schritte entfernten Bezirksstraß« den Schuß, wie auch den Aufschrei der Getroffenen» „Pepi, was tust du mir?" Der zufällige Zeuge lief zur Gendarmerie, die mit größter Schnelligkeit zum Tatort eilt«, aber nur mehr die Leiche der Zdenka Salda vorfand, und zwar mit Gesicht und Oberkörper im Wasser d«S Baches liegend Rach dem Geständnis des Mörders hat die Angeschossene zu fliehen vereuchi, wobei er ihr noch einen Schuß nachfeuert«, der fchlging dann brach sie zusammen, woruuf er ihr eine weitere K u g e l"i n d i« Stirne 'choß. Als si« dann immer noch stöhnte Und röchelte, schoß er sie nochmals in den Kopf und schob die - Sterbende mit dem Gesicht nach unt«n in den Bach. Nach der Tat trieb sich der MörHer einige Zeit