13. Lahraana. Sonntag. 3. Dezember 1933 Rr 283. UMNM W kmMn« beim NatteolllmOrder Nussollul und beim«Onlg Nom, 2. Dezember. Litwinow ist Samötag abends um 7 Uhr 40 in Begleitung de- russischen Botschasterö, des italienischen Botschafters in Moskau und deS Chefs des Protokolls in Rom eingetroffen. Zur Begrünung waren u. a. der UnterftaatSsekretär im italienischen Außenamt Suvich, der Präfekt und der Gouverneur von Rom erschienen. Während seines römischen Aufenthalte» wird Litwinow nicht nur von Mussolini, sondern auch vom König von Italien empfangen werden. Di« Weiterreise nach Moskau erfolgt voraussichtlich Dienstag abends. Vertrauensvotum für ehantemps Allerdings nur bis zur Beratung seiner rinanzvorlage Im Plenum am nä nisten Donnerstag ReMhöhe der WMMMji Mssdiald Washington, 2. Dezember. sNeuter.) Xie össentliche Schuld der Bereinigten Staaten erhöhte sich Im November um 483,859.000 Dollar auf 23.534,116.771 Dollar; sie hat somit die stekordhöhe in Friedenszeit erreicht. iss englische Unterhaus* Mitglieder wollen Trianon revidieren. Paris, 2. Dezember.„Temps" meldet aus London: Die von dem Konservativen Sir Robert Gower cingcbrachtc und von 180 Unterhaus» Mitgliedern unterzeichnete Resolution, die die Revision des Trianoncr Friedensverrrages fordert,^wird im Unterhause nicht im Verlaufe die- irr Session verhandelt werden, weil da« Ver- handlungöprogramm bereits sehr reichhaltig ist, vor allem aber wegen der Unangcbrachtheit des Antrages. Bei der heutigen Stimmung in Europa ist es sogar möglich, daß diese Resolution einfach zurückgezogen wird. Kathollsdic Priester wandern Ins Getängnis Berlin, 2. Dezember. Dor dem Tortmun- dtr Sondergericht hatte sich heute der katholische Priester Brod esse r aus Essen zu verant- loorlen. In einem Gespräch mit Schülern ließ «r sich, wie die Anklageschrift feststellt, beleidigende Acußerungen gegen den Reichskanzler Adolf Hitler und den Rcichsminister Dr. Goebbels zu schulden kommen. Der Angeklagte gab vor Gericht die ihm zur Last gelegten Ausfuh- wngcn mit dem Ausdruck des Bedauerns zu. Brodesser wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Die große Strafkammer von Rordbanscn verurteilte den katholischen Pfarrer S t e n d c r zu einem Monat Festungshaft. Der Pfarrer hotte von der Kanpll herab Aeußerungen getan, die als g e g e n die Regierung und den Führer gerichtet aufgefaßt werden konnten. Zu der Verhaftung von drei katholischen Geistlichen in München durch die bayrische politische Polizei wegen Verbrcitring von deutschfeindlichen Greuelnachrichtcn wurde nunmehr bekannt, daß einer dieser Beteiligten der Stadtpfarrer Dr. M ü h l e r, der Leiter der sogenannten Katholischen Aktion" in Bayern ist, Bei diesem wurde umfangreiche marristische(?) Literatur und Mitgliedsbücher der Roten Hilfe gefunden. Auflösung der Arbeitgeber* verbände Berlin, 2. Dezember. Durch eigenen Beschluß lösen sich die Arbeitgeberverbände auf und treten in Liquidation. Wie das VDZ-Büro meldet, hat der GrganisationSleiter der Arbeitsfront, Cclzncr, es den Dienststellen der NSBO und damit der Deutschen Arbeitsfront untersagt, in irgendeiner Weise in diesen Liqmdationsprozeß e-nzugreiftn. So weit solche Eingriffe erfolgen müsien, werden sie durch die zuständigen Behörden nach Maßgabe «s Gesetzes erfolgen. Drei Selbstmorde out nners Konto Bielefeld, 2. Dezember. Ter Direktor der Bielefelder Gewerblichen Berufsschule, Brinkmann, sein« Gattin und sein Kind sind in ihrer Wohnung heute tot aufgefunden worden. Wie die Ermittlungen ergaben/ ist die Familie durch Ein- otmcn von Leuchtgas freiwillig aus dem Leben geschieden. Brinkmann war vor acht Tagen.auf eigenen Antrag beurlaubt worden, da sich'm inneren Schulbetrieb /»starke Spannungen" ergeben hatten. Ferner soll Brinkmann ftine Befugnis zur Ber- Wendung von Geldern mehrfach überschritten habe«. P a r l s, 2. Dezember. Die Regierung Chau- temps hat heute in der Kammer bei zwei Abstimmungen die Vertrauensfrage gestellt und beide, mal ein« groß« Mehrheit erhalten. Aller, ding» bezieht sich di« Zustimmung der Kammer weder auf die heute verlesene RegirrungSerklä- rung noch auf das Finanzprogramm, sondern betrifft lediglich formal« Details. Noch Verlesung der Regierungserklärung verlangt« der Ministerpräsident unter Stellung der Vertrauensfrage di« Verlegung der üblichen Debatte über die allgemeine Politik bis nach Annahme der Finanzvorlagezu Mehrere Redner der Rechten protestierten. Der Sprecher der sozialistischen Fraktion L 6 o n Blum erklärte, daß dir Sozialisten diesmal beide Forderungen der Regierung unterstützen würden. Die Kammer billigte daraufhin mit 391 gegen 19 Stimmen die Vertagung der Aussprache. Ministerpräsident ChautempS legte hieraus der Kammer die Finanzgesehentwürfe seine» Kabinette» vor und forderte, daß sie mit außerordentlicher Dringlichkeit und Geschwindiq-- leit erledigt würden. Tie Annahme dieses Ersuchens erfordert eine Zweidri ttelmehr- heit. Di« Kammer genehmigte d'r Dringlichkeit fast einmütig mit 569 gegen 11 Stimmen. Zur Beratung der Finanzvorlagrn ist der Finanzausschuß für heute zu einer Nachtsihung «inberusen worden. Dem Kammrrplenum werden di« Vorlagen Donnerstag nachmittags vorpelegt werden. Erst dann wird sich daö Schicksal de» neuen Kabinetts entscheiden. Per finanzielle Effekt 0 Milliarden Die Finanzvorlagen der Regierung weisen Gesamteinnahmen in Höhe von 6.021,500.000 Franken auf. Davon will die Regierung zwei Milliarden durch Einsparungen erzielen. Auch die Regierung Chautemps greift zur Herabsetzung der Staatsbeamten- g e h ä l t e r, erklärt aber, daß sie die Herabsetzung nur mit zeitlicher Beschrän- Belgrad, 2. Dezember. sAvala.s Der Vorbereitungsausschuß, der damit betraut wurde, dl« Probleme der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit der drei Staaten der Kleinen Entente zu prüfen und da» Arbeitömaterial für den W'rtschastsrat der Kleinen Entente, der in Prag zusammentreten wird, vorzubereiten, Hal seine Beratungen in Belgrad am 24. vorigen Monat» begonnen, ununterbrochen weiterge. führt und heute abgeschlossen. Sämtliche Problem«, mit denen sich der WlrtfchastSrat der Kleinen Entente besasien wird, wurden diesem PorbereitungSauSschuß vorgclcgt; e» handelt sich nm Angelegenheiten wirtschaftlichen und sinauziellen Charakters, um kung auf die Dauer«ineS Jahres, beginnend mit einer 1.öprozentigen Herabsetzung bei Jahresgchältcrn von 12.000 Franken an, und mit allmählicher Progression durchführen will. Diese Maßnahme soll 275 Millionen einbringen. Ferner will die Regierung verschiedene Zulagen in der Gesamtböhe von 600 Millionen Franken in stärkerem Maße herabsetzen obet ganz streichen. Bon dem neuen System der Steuer- kontrolle verspricht sich die Negierung ein Erträgnis, von. einer. Milliarde. Verschiedene indirekte Steuern, hauptsächlich die Alkoholsteuern, die Jmportbewilli- gungsgebührcn u., ä. sollen 1.5 Milliarden, andere neue Ein nähmen gleichfalls 1.5 Milliarden ergeben. nie Regierungserklärung beschäftigte sich an erster Stelle mit der Finanzkrise und konstatiert, daß das ständige Defizit die Staatskasse bedrohe und die Spekulation ermutige. Frankreich könne sicherlich in seine Zukunft vertrauen, die gegenwärtige Situation verlangt jedoch energische und sofortig" Lösung. Dl« RegiernnqSerllärung fährt fort: Im Einvernehmen mit den auswärtigen AuS- schüssen der beiden Kammern wird di« Regie, ning die traditionelle Außenpolitik de» republikanischen Frankreich fortsehen, friedliebend, treu dem Völkerbunde und seinen Idealen der internationalen Zusammenarbeit sowie treu seinen Freunden, Abkommen und Verträgen. Die Regierung ist bereit, aus dem üblichen diplomati« scheu Weg« eine Besserung der Beziehungen zu allen Mächten zu verfolgen und.glaubt, daß Sont*rabkommen nur dann dem Frieden di«, nen können, wenn sie die Sicherheit Frank, reich» nicht tangieren und die internationalen eDrvslichtunqen respektieren, durch die alle Nationen seit Bendigung des Kriege» gemeinsam ihr« Rechte zu verbürgen bestrebt sind. Verkehr»., Eisenbahn-, SchissahrtS-Fragrn sowie um Angelegenheiten de» Post- und Telegra- phenwesenS usw. Alle diese Fragen hat der BorbereitungS- audschuß bis ins Detail geprüft. Unter den Fragen, denen ein« besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, befand sich daS Problem der Handelsbeziehungen zwischen den Ländern der Kleinen Entente. Der Vorberei- tungSauSschuß, dessen Ziel e» war, ein« gemein- same Platsorm für alle diese Probleme zu schassen, hat elnen Arbeitsplan für dir künftige Prager Konferenz de» WirtschastörateS ausgestellt und dadurch dessen Ausgabe bedeutend erleichtert. Belgrader wirtsehaitsvcrhaiMllangcn abgeschlossen Der Arbeitsplan für die kommende Prager Konferenz Theodor nadicnhcrg 60 Jahre Heute vollendet eine der sympathisck-esten Persönlichkei.en unserer Bewegung, Genoss» Theodor Hacken berg, ein Mann, der sich in der gesamten Partei tvogen seiner Uneigen nützigkeit, feiltet Opferbeveitschafl und der Reinheit seiner Gesinnung mit Recht de» größten Ansehens und der größten Achtung erfreut, sein sechzigste» Lebensjahr. Ein Turner Uebctblick. über Hackenbergs Lebenslauf gibt das treueste und sachlichste Bild der großen Leistungen dieses proletarischen Führers und Vertrauensmannes. Genosse Hackenberg ist am 3. Dezember 1873 in Mürau, Mähren, wo sein Vater Gerichtsdiener tvar, zur Welt gekommen^ Er hat in deut nahen Rküglih die Volks- und Bürger- schule besilcht und ging dantt in die Lehre zu einem tschechischen Tischlermeister nach Leito- mischl. Schon dort machte er mit dem Sozi«» l.smu. Bekanntschaft und im jugendlichen Alter von 18 Jahren hielt der Tischlergeselle Hackenberg seinen ersten Vortrag im Arbeiter- bild« ugsve rein in Müglitz. Dann ging er in da» große Zentrum der österreichischen Ackbei tetbewegung nach Wien als Tischlevgehilse, wo er bald an dem zehnwöchigen denkwürdigen Tischlerstreik in Wien führend beteiligt war. Freilich sand er dann schwer ein llnterkom- nten, griff zum Wanderstab und zog zwei Jahre in Ungarn umher, teils durchwanderte er das Land, teils stand er in Arbei". Schließlich schlug er seinen Wohnsitz in Meran auf, wo er als Tischler beschäftigt war und infolge seiner bisherigen Tätigkeit Vertrauensmann der österreichischen Gewerkschaftskommission in diesem Orte wurde. Er hat rn Südtirol ungefähr vier Jahve. gewirkt, hat dort einen großen Baiuarbefterstreik geleitet nnt» wurde tn jungen Jahren Obmann der dortigen Bezirkskrankenkassa. 1897 ging er als Sekretär mehrerer Gewerkschaften nach Tet- schen, wo er gleichfalls Obmann der Kranken- kassa wurde. Wegen eine Notiz im„Volksrecht" wurde er zu drei Monaten Gefängnis mit zwei Fasttagen monatlich verurteilt, die er auch neben einigen andcrett kleineren Sira- fen abgesessen Hal. Er Ivar inzwischen nach Krems übevgesiedelt, wo er Sekretär der dortigen Kvankenkassa wurde. Durch die Bereinigung von vier Krankenkassen kam er als Lei ter der neuen Kassa nach Gmünd, wo er 16 Jahre verbrachte. Dort wurde er der gner kannte Führer der Sozialdemokratie und 1907 im dortigen Wahlkreis zum Abgeordneten gewählt. Bei den zweiten Wahlen nach dem allgemeinen Wahlrecht im Jahre 1911 fiel er jedoch einer Koalition aller bürgerlichen Parteien zum Opfer. Dasselbe geschah bei den Rachnxihlen im Wahlkveise Stockerau. Diese Wählen bleiben deswegen denkwürdig, weil Abgeordneter Schuhuieier dauuals in die Wahl- Seile 2. e-r'**. 3. r Aever Henlein und die Laudbllndler schreibt das„Pravo Lid»":„Die einzige Partei Ivelche mit Henleins snscistischcr Ag lation gefährlich kokettiert, ist die deutsche Agrarpartei. Ihr alldeutscher rechter Flügel führt lieber den offenen Kamps mit der deut'chrn Sozialdemokratie als mit der fascistischen.Heiinatsronl. Es ist dies die Einheitsfront mit.Henlein und ausgesprochene Arbeit für deren Fascisnms. Die deutsche Agrarpartei wird vielleicht bald p.r Oesfentliclke't der Republik sagen,>vas sie eigentlich ist: Fisch oder Fleisch, ob sic mit der Republik und der Koalition oder mit-Henlein und Hitler geht." agibation eingriff und auf der Rüchkehr aus einer für Hackenbcra abgehaltenen Versammlung am Bahnhof in Wien ermordet wurde. Im Jahre 1913 ging Genosse.Hackenberg auf Wunsch Viktor Adlers als Landessckretär mich Mähren, welches Amt er acht Jahre bekleidete. Er hat damals in der schweren Kriegszeit Außerordentliches geleistet und sich ans das beste bewährt. Er hat nicht mir die Geschäfte der Landcsparlei geführt, er hat in den Ernährungsfragen, in der Frage der Unter- haltsbekräge, überhaupt auf deni Gebiete der Sozialfürsorge ein« reiche Tätigkeit entfaltet. Ein schwerer Schichsalsschlag traf ihn, als 1914 seine- Frau nach kurzer Krankheit starb. 1918 heiratet« er zum zweiten Mal und zwar die in der Agitation tätige Genossin Julie Klapatsch. Noch Auflösung der mährischen Landespartei ging Genosse.Hackenberg nach Prag, wo er Sekretär des ReichsverbandeS der deutschen Krankenkassen wurde, eine Funktion, di« er noch heute bekleidet. Es ist selbstverstärchlich, daß Genosse Hackenberg nach der Schaffung der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakischen Republik einer ihrer führenden Funktionäre wurde. Er ist selbstverständlich sert Begrün- düng der Partei Mitglied ihres Parteivor- /andes und wurde 1920, 1925.und 1929 zmn Abgeordneten im Wahlkreis Olmütz gewählt. Er ist einer unserer fleißigsten und kenntnisreichsten Parlamentarier. ES ist allen in Erinnerung, tvaS Genoss« Hackenberg gevadc in den letzten Wochen in der EvsparungSkom- prission und im Budgetausschuß geleistet hat. Seine Kenntnisse auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens und der staatlichen Verwaltung sind für die Partei unschätzbar. Ein besonderes Gebiet, das er betreut, ist das der Sozialversicherung, auf dem«r einer der besten Kenner ist. Er ist im DerwaltungSausschuß der^entralsozialvcrsicherungSanstalt und hat dort m der Rentenkonrmission für die alten und invaliden Proletarier viel Segensreiches ge'an. Seit der Ministerschast des Genossen Dr. Czech ist«r auch Obmann unserer Arbei- terfürstncge. DaS wundervolle idyllische.Heim in Hirschberg am See, das in künftigen Jahren noch vielen jungen Menschen Erholung und Gesundheit bringen wird, wird ein dauerndes Ardenken sein an die sozialfürsorgerischen Leistungen des Genossen Hackenberg. So hat der jetzt Sechzigjähvige auf allen Gebieten der Arbeiterbewegung in mehr als vier Jahrzehnten erfolgreich gewirkt. Gerade die Vielseitigkeit ist das Kennzeichen dieses Mannes, der vom einfachen Tischerlehrling immer auf fruchtbare« Bo« entwickeltem Schul- Bedauern fehe« müssen, wie sei««« Einzug in dl« Schul« Rede hatte sich Er» allem mit den be- besaßt, von denen terdoll« Demokraten werden. Diele Erckebanq kennen wir aber nur von einem wirklich demokratisch elngrstelltra Lehrer erwarten! Den Lehrerinnen bält Genossin Kirval vor daß sie all« unser« Einrichtungen zum Schuh der Arbeit und der Persönlichkeit der Fra» der Demokratie zu verdanken haben. Unter dem fasei- stischen Regime ist di« Frau in Deutschland aus dem ösfcntlichcn Leben hinausgedrängt worden, in keiner klar herouszu« ist, daß er auf eine juristische haben, seinen durch die Klar in eine Schule de» Ge- mit den allerschürsstrn werde« wird. Wir Hüt- Rede überall und de« Lehrer« ange- man in allen Staaten mit hoch wesen bereits an die Einführung der neun jährigen Schulpflicht gegangen ist, sür die vor allem pädagogisch« Gründ« sprechen. Roch vor einigen Jahren hätte man dagegen argumentieren können, daß die Wirtschaft sich nicht eine Viertelmillion junger Menschen vorentbalten lassen kann und daß auch die Arbeitereltern den Verdienst ihrer Kinder nicht entbehren können, die, kgnm der Schule entwachsen, schon darangrhen müssen, ihr darum werden wir gerade al» di« Schul« al» unser größte» lveifall.) * Zu Beginn Ihrer nossin Kirval vor bäuerlichen Kürzungen auch da» Schulbudget bctrofsen wurde. Genossin Kirpal gab ihrem Bedauern^Ausdruck, auch im Kapitel für Schulwesen größere Ab- bnchftöbllch vergift«« hab««.' Unser««'»der überall befolgt worin:» ist. Eine Novellierung müssen aber unter allen Umstönden zum Frieden«->! n bet Richtung, daß die Schaffung und Freiheitggeganken, zur Dölkerverskhnung ,.nd!Vereinigungen an allen Schulen Pflicht zur Völkerverständigung«reoaen werden. Wir" ort 2P>‘nf*cnSwert. Lu«,»rt Unat i.i»”'Ä‘SSJÄJS der Familicuerhaltcr, geschweige denn die schulen!- wachsen« Jugend einen Arbeitsplatz erhallen tan". entfallen diese Argumente. So können wir heute mit voller Berechtigung die pädagogisch« Forderung nach Ausdehnung der Schulpflicht auf neun Jahr« stellen, wenn wir un» auch dessen bewußt sind, daß die» heut« und morgen noch nicht möglich sein wird, da auch da» finanziell« Problem für den Staat ein« Rolle spielt. An Besprechung der Mangel de» gewerblichen Fortbildungsschulwesen» protestiert Genossin Kirpal gegen den Schulbesuch an Sonntagen und an den Abenden der Werktag«, weil man dadurch den Jugettdlichen di« karge Freizeit raubt, die sie zu ihrer Erholung dringend nötig haben. Die Kürzung der Studentenfürsorge um mehr al» eine Million ist deshalb sehr zu bedauern, weil dadurch begabten, aber armen Studenten da» Studium direkt unmöglich gemacht wird, während die Kinder reicher Eltern, auch wenn sie unbegabt sind, ruhig weiterstudieren können. Die Kürzung der Theatersubventionen macht über zwei Millionen au». Die große finanzielle Not der Selbstverwaltungskörper bringt es mit sich, daß fast alle Subventionen von dieser Seite eingestellt werden müssen. Die Theater geraten dadurch in große Not. Sie müssen dann entweder die Eintrittspreise erhöhen, wo- durch sie der minderbemittelten Bevölkerung die Möglichkeit de» Theaterbesuche» nehmen, oder sie müssen aus der Kulturstätte eine reine Vergnügungsstätte machen und so das Kulturniveau des Theater- senken. Angesichts der Tatsache, daß die tschechischen pädagogischen Akademien bereit» verstaatlicht sind, wäre eS nur recht und billig, wenn auch die deutsche pädagogische Akademie so bald wie möglich verstaatlicht würde; käme man damit doch auch der Erfüllung de» alten Wunsche» nach Reform der Lehrerbildnng näher. Heute muß sich die deutsch« pädagogische Akademie, deren Sachaufwand 142.000 Ka beträgt, fast ausschließlich durch Spenden erhalten; im Vorjahr erhielt sie ganz« 15.000 lü Subvention, Heuer bisher überhaupt noch nichts: außerdem leidet sie auch außerordentlich unter Raummangel. Für di« schulentwachsenen Mädchen sollten überall Pflichtfortbildungsschulen geschaffen werden, um sie systematisch In der Haus- wirtschaft, in Pflege und Erziehung schulen zu können. Schon im Jahre 1028 hat das Ministerium die Errichtung solcher Schulen vorgesehen, leider ist r- ans vornehmlich finanziellen Gründen dazu nicht gekommen. Die Bedeutung de» Rundfunk» al»«oder««» Erziehungsmittel haben Schulerhalter, Lehrer und Elternrit« längst erkannt. Trotzdem ist die Zahl der Radioapparate in den Schulen noch viel zu gering; namentlich auf dem Lande fehlt es hier an' fiiiämiellen Mitteln. Wir wünschten, dyß öfter im Schulfunk solch« Re» d«n gehalten würde«, wie di« de» Ministers Dr. Däner an bi« deulscken Kitter über den Degen de» Friedens, und daß überhaupt das Programm lebendig und zeitgemäß gestaltet wird. * In der heutigen Budgetdebatte wies der tschechische Agrarier Chloupek StkibrnyS erneute Angriffe auf lldrSal entschieden zurück. Bon deutscher Seite befaßte sich Dr. Bacher (AWG) mit den gestrigen AitSführungen des Nationalsozialisten Hatina, die überdies von dem Zentralorgan der Partei, dem„6 e s k 6 Slov o", selbst entsprechend zensuriert worden sind. DaS.HauS vertagte sich dann auf Montag Nachmittag. Dienstag soll bereit- d-e Abstimmung erfolgen, worauf noch der Senat die Zuweisung an den Budgctausschuß vornehmen soll. leitenden Stellung, in keiner Schulverwaltung, auch nicht In der Politik sehen wir mehr Frauen tätig. Wollen unsere berufstätigen Frauen nicht demselben Schicksal verfallen, dann müssen sie sich vom FasciS- inuS abwenden! Leider müssen wir wuhrnehmen, daß auch jetzt noch«in erhebilcher Teil dieser Frauen fascistljchen„Idealen" nachläuft. An unseren grundsätzliche« Forderungen nach Ausbau der Schule zu einer Anstalt, wo unser« Kinder für den schwere« Lebenskamps erzogen werden sollen, halten wir nach wie vor fest. Nach wie vor streben wir auch di« kulturelle Autonomie an und auch unser Kamps nm di« Verwaltung der Schul«, d. h. nm die Trennung von Kirche und Staat, geht weiter. Wir erblick-« in der Schule unsere« größten Kulturbesltz, Arbeitervertreter Kleinod schützen! raschl hat. WaS wir aber zum Schluß bcson- Brot^selbst zu verdienen. Heute, wo nicht einmal derS hcrvorheben,>urd was uns mt Genossen Hackenberg so schätzenswert erscheint, ist seine unbeirrbare Sachlichkeit. Er hat immer die 2ack)e, d. h. das Interesse der Arbeiter, dcS leidenden, von einer ungerechten Wirtsck)aftS- und Gesellschaftsordnung vernachlässigen be drückten Proletariers vor seinen Augen. Des wegen kann die Partei auf Hackenberg stolz sein und ihn als einen ihrer Besten zu sei nem sechzigsten Geburtstage beglückwünschen. , zu einem der ersten Vertrauensmänner un- i screr Partei gclvordcn ist und sich umfassende Kenn nisse auf allen möglichen Gebieten an- geeignet hat. Mit dieser Vielseitigkeit verbindet er die Fähigkeit, den Kern jedes verwickelten Problems zu sehen und arbeiten. Bezeichnend sür ihn juristischem Gebiete, ohne Hochschulbildung genossen zu Mann stellt und oft Juristen heit seiner Auffassung in Rechtsfragen über- Genossin Kirpal in der Budgetdebatte: Prag, 2. Dezember. In der Kulturdebatt« hatte gestern abends Genossin Kirpal in rück- haltloser Weise vor allem daS Problem der demokratischen Schule und d«S demokratischen Lehrers ausgegriss«« und die rücksichtslos« Entfernung aller sakristischcn Element« aus der Schule verlangt, die di« Seel« unserer Kinder mit sascisti- chem Geist zu vergiften drohen. Ihre warnende« Wort« vor allrm auch an die Lehrerinnen werden hoffentlich ihre Wirkung nicht verfehlen. Genossin Kirpal fuhrt« u. a. aus: Bei der Erörterung brr Frag« Schule und Demokratie sei au die kürzliche Rundfunkrede de» Minister» Dr. Derer erinnert, in der er erklärt«, daß in der Schult keine national«, kein« religiös«, kein« Ras- fenunduldsamkeit geduldet wird und daß jeder Versuch, die Schule waltgelste» umzuwandeul, Mittel« tm Krim erstickt trn gewünscht, daß dies« insbesondere do« hört worden wär«. Leider ist sie auch dort, wo sie gehört wurde, nicht den gefalle«. Wir haben mit der faseiftisthe«eist gehatten hat und wie namentlich die Mittelschule» ein« wahre saseistische Brutstätte geworden find. Gerade der Lehrer muß der erst« bewußt« Träger der Demokratie sei», und zwar au« vollst«» Urb«r» z e u g n n g. Demokratie darf nicht geheuchelt werden, wie wir es vielfach auch am 28. Oktober wahrnehm«« konnte». Unsere Schule braucht ganz« Lehrer. Li« Lehrersaseist gehört nicht in die Schul« und wir Wirde« darauf dringen, daß solche Element« entfernt werde»! St« Ware« es, di« de« Geist unserer Kinder daß_ striche gemacht worden sind; Mehrausgaben für Schul« und Kultur sind ja immer produktiv und bedeuten niemals eine Passivpost. Um so bedauerlicher ist«S, daß vielfach dir Schulerhalter, di« SelbswerwaltungSkörper, den Dachauißvand für die Schul« nicht mehr zu tragen vermögen. Auch die so erfolgreich begonnene Dchü- I lerfürsorge der Gemeinden muß vielfach ans Mangel an Mitteln eingeschränkt oder eingestellt werden Da muß man die Arbeit der Elternvereini- günge» hinsichtlich SchülerauSspeisungen, Schülerbekleidungen ufw. um so freudiger begrüßen. Es i tut uns nur leid, daß der Erlaß de» Ministerium» über die Billmng von Elternvereinigungen nicht i--■—•——■ Roman von Felix Fechenbach Der■Fup ■■■a jBifi 26 penspieler „Dann könnten Sie aber doch Dienstag und Donnerstag nach der Tanzstunde mit mir aus- gehen. Ich habe mich übrigens gewundert, daß Sie heut« zuerst abgelchn, haben, weil Herr Hein picht mitkam." „Der muß doch nit wissen, daß ich so spät mit Ihnen allein in» Cafs geh!" „Ach sooo! Na, da ließe sich doch leicht ein Weg finden, daß er daS näcbsienial nichts merkt." Er nahm schon als scststehrnd vorweg, daß Lene fl öa3 nächste mal" mitkomm«.„Lassen Sie sich doch ruhig von ihm nach.Hauke begleiten, und wenn Sie ihn verabschiedet haben, dann kommen Sie herüber zur JuliuSPromenadc, da wart« ich auf Sie." Nach einigem Zögern sagte Lene zu, drängte aber, nachdem sie lyr Eis gegessen hatte, zum Aufbruch, damit es nicht zu spät würde. Groß begleitete Lene. Beim Abschied sagt« er: „Afio. am Donnerstag nach dem TonzkurS. an der JuIiuSpromenode!" Len« hatte sich im Casö nicht recht behaglich gefühlt. ES tvar ihr immer gewesen, als sähen alle Gäste zu ihr hin. In Wirklichkeit hatte sich natürlich kein Mensch um sie gekümmert. Aber die hell« Beleuchtung, die gut gekleideten Menschen. di« fremd« Umgebung, daS Neue und Nn> gewohnte der ganzen Sache hatte sie ein wenig bedrückt, und sie überlegt«, wahrend sie zu Bett ging, ob es nicht richtiger wäre, am Donnerstag mit Groß wo anders hin zu gehen. Zur nächsten Tanzstunde ain Donnerstag holte Franz sie wieder ab. Lene war der Mei nung, er wisse nichts von ihrem KafsecbauSbesuch mit Groß, merkte aber bald, daß sie sich getäuscht hatte. Franz hatte am DienStag noch geseben, wie Groß wieder zurnckgekommen und daß Lene dann mit chm weggegangcn war. Er fragte jetzt auch: „Wie wäre denn im Cafs WittelSbach?" Len« wurde verlegen und dachte: Der Franz hat spioniert. Leugnen hilft allo wohl nichts. ,,Och. der Groß hat keine Rub gegeben, und da bin ich halt noch e halbes Stündle mitgangen. Wir ham EiS gessen." „Kannst ja tiln, waS du willst und inS Cafä und sonstwohin gehn, mit wem du Lust hast. Ich hab dir ja keine Borschriften zu nmchen. Aber daß du dir grad so eitlen Fatzke aus^uchst..." „Was hast denn gegen Herrn Groß?" „Rix. Der is mir so Wurscht, wie sonst was. Aber wenn ich ihn so g'spreizt reden hör:„Gnä- tiges Fräulein gestatten", oder„WaS würden gnädige- Fräulein dazu sagen...?", da kommt michs Kotzen an." „Du kannst'» halt nit leiden, und da suchst du irgend waS gegen ihn." „Suchen braucht man da wirklich nit. Er iragtS einem ja aufm Präsentierteller entgegen. An dem iS doch nix echt. Alles iS gekünstelt und gemacht." „Wenn einer gute Manieren hat, dann iS das bei dir gleich g'spreizt. Könnt dir manchmal auch nix schaden, wenn d'« bißle höflicher warst." „Wenn dir nit zu raten iS dann iS dir eben nit zu Helsen, Lene. DaS i» kei Höflichkeit, und das fin kei gute Manieren bei dem Ladenschwengel. An dem i» alle- verlogen außen und innen. Dem iS lei Beruf zur zweiten Natur geworden. Im G'lchäst muß er jeder Kundin ein freundliches G'sicht schneiden und«inen Bückling machen und ,gnädig« Frau" hinten und.Mädige Frau" vorne sagen. DaS iS ein Schartvenzeln und Bedienern in einem fort. Und daS hat er sich mit in sei Privatleben nübergenommen." „Du stellst'n ja grad hin, als wär er« ganz chlechter Mensch. DaS iS er nit!" Franz gab eS auf, Lene zu überzeugen. Nach der Tanzstunde ging«r mit ihr zur KärrnerSgasse. Groß ließ sich nicht blicken, und Franz erwähnte ihn auch nicht mehr. Lene begleitete Franz bis vor sein HauS. Tann ging sie zurück, am Milchladcn vorbei, zur JuliuS- promenade. Dort wartet« Groß schon auf sie: „DaS iS aber nett von Ihnen, daß Sie Wort gehalten l;aben, gnädiges Fräulein!" „Wenn ich was versprech, dann halt ichs auch." „Nun ja, eS können ja auch Hinderungsgründe eintraten." Lene sagte ihm, sie wolle beut nicht wieder ins„WittelSbach", dort habe«S ihr nicht gefallen. „Wir können ja auch in ein anderes Lokal. Oder wenn Sie wollen, gehen wir ein bißchen spazieren." „Mir iS es eigentlich gleich", sagte Lene. „Dann lausen wir noch ein Stündchen, wenn cs Ihnen recht ist." Beim Cass WittelSbach bogen sie in die Koiserstraße ein, gingen bis zum Bahnhossplatz und dann in die Glacisanlagen. Hier begegnet« inan kaum jemandem. Nur da und dort jaß«in Pärchen auf einer Dank, nicht allzu nah an der nächsten GaSlatern«. Groß lucht« möglichst Dege, di« wenig oder gar nicht beleuchtet waren. Der Sand knirscht« leise unter ihren Tritten, hie« und da raschelt« irgend etwas im Gebüsch. D<,S.Halbduster, da» hier herrschte, di« Still« und di« lau« Abendlust wirkten fast beklemmend auf Lene. Ein merkwürdige» Empfinden beschlich sie, gepaart auS«in wenig Angst und neugieriger Erwartung. Groß schob seinen Arm unter den ihren und faßte ihr« Hand. Sie erwiderte den Druck seiner .Hand und widerstrebt« auch nicht, al» Groß sie später zu einer Dank geleitete. Dort saßen sie und plauderten leis«. Groß zog Len« näher zu sich heran. Ci« war ganz Erwartung, und in ihrem Köpfchen jagten sich di« Fragen: Wird er mich küssen? Wie wird er eS tun'? Soll ich ihn wiederküssen oder schickt sich das nicht gleich beim erstenmal? Nengierig beobachtet« sie jede seiner Bewegungen. Wie er ihr die.Hand streichelt«, wie er mit seiner Hand, leis« über ihren Arm fuhr, sic um die Hüfte faßte und dann fest an sich drückte. Jetzt wird er mich küssen, denkt sie. Und er beugte sich über Lene und küßte sie lang und begehrlich. Lene verging fast der Atem. Sie hatte es widerstandslos geschehen lassen, seinen Kuß aber nicht erwidert. Auch al» Groß sic noch ein Paarmal küßte, aus der Bank und spater ans dem Heimweg, war eS ebenso. Zu Haus« sah sie in den Spiegel, ob nians ihr wohl anlelxn würde, daß er st« geküßt hat. Nein sie sah aus wie sonst, nur das Haar war ein bißchen wirr geworden. Dann kam ihr Franz wieder i«. den Sinn und seine abfälligen Bemerkungen über Groß. Aber sie drängt« da» alles zurück: WaS der nur hat? Der Groß sst doch ein ganz netter Mensch. Lene ging jetzt ost abends mit Groß spazieren, unten am Main oder in den GlaciSanlaaen. Zuweilen saßen sie vorher auch noch in einein kleinen Tafs in der Schönbornstraße. Sie waren sich rasch näher gekommen. Sein« ganze Art imponierte Len«, sein« schlanke Gestalt, lein« schmalen Hände, di« gewandt«, hochdeutsche Sprechweise und nicht zuletzt seine Schmeicheleien, di« er immer wieder anzubringen wußte,»rächten Eindruck auf sie. Er sagt« längst nicht mehr gnädiges Fräulein" zu ihr, nannte sie jetzt Len« und sie sagte Rudi zu ihm. Groß hatte schon einmal vernicht, sie zu bewegen, mit auf sein Zimmer zu kommen. Aber davon wollt« Len« nicht» wissen. Groß hat!« dann auch an jenem Abend nicht darauf bestanden. (Fortsetzung folgt.) «r. 883 Sonntag 8. Dezember 1933 Seite 3. „SproM und Körner“ cit beiten manch Hähnlein sich ergötzen und Mit bcitett dos Brau n U'ild aller Art seit Werben kann, bietet die ,,Drutsche Landpost" wie allwöchentlich so auch am 2. Tezem- bet„Zu Ende denken!" heißt die Parole und bic Erklärung beginnt folgendermaßen: Denken ist ein« Tätigkeit de- menlcb- lichen Verstände- weshalb jene die Pratzen davon lallen sollten, die der Voraussetzung entbehren! Et braucht sich heißt eS weiter. niemand über dies« laienhafte Erläuterung des Begriffe» Denken aufzuregen. Sie genügt jedenfalls für den Hausgebrauch — der Landbündler nämlich. Wie eS dabei zugeht, erhellt an- dein Ende, zu dem Herr Spreu a Körner gelangt. Als eine„wenn auch wenig erfreuliche Tatsache" müsse man eS hinnehmen, baß der Marxismus noch immer Anhänger hat. Die marxistische Lehre ist bestechend, aber grundfalsch. Zu diesem ErgabniS kommt die echt« Wissenschaft... alt deren Hort seit langem die„Deutsche Landpost" und innerhalb dieser Universitas littera- lunt wieder im besonderen die Beiträge der ffuttermittal- Firma Spreu& Körner gelten dürfen. Karl Marx dagegen war ein scharfer Denker, jedoch kein Wissenschaftler, sondern«in Politiker, also etwa der Gegenpol von Spina, bei dem et konträr liegt. Die Beobachtungsgabe Marxens Ivar„durch Haß gemindert" und„sein Geltungsbedürfnis machle ihn voreingenum- men". So B. strebte er Mandate im B. d. L., eine Redakteur stelle bei der„Landpost" und einige Pfründen im GenosienschaftSverband der Agrarier an und, Werl er nicht durchdrang, war et voreingenommen gegen die Kartelle. DaS ist doch zur Genüge bekannt? Der Spürsinn diese» Mann«» reichte bloß dazu au», die Schattenseiten des damaligen Wirtschaftsleben» heran» zusind«n. Im übrigen sind seine Gedanken aus aller Welt zusammengestoppelt, em eigener, ursprünglicher in feinen Werken scknvcc zn finden... Lie ander- Hitler! Oder Henlein! Oder gar Herr Spreu! Jeder Boll ein Original und ein Opttmist obendrein, der die Lichtseiten Je« Wirtschaftslebens heraussindet, die den an- bern leider verborgen bleiben. Aus deut weiteren nur einige Stichproben: Mit aller äußerster Nachsicht bringt man e» üb«r sich, Karl Marx guten Glauben zuzubilligen, anzunch- men, daß er sich geirrt habe. Den heutigen Bonzen de» DtarxiSmut gegenüber ist Duldsamkeit nicht am Platze... Aber ein Neger im Herzen Afrikas kann nicht so an feinem Fetisch hängen wie ein engstirnigee Marxist an ferner Bibel. Mit Recht nennen vir ihn daher den rückschrittlichsten Menschen unter der Sonn«... Herabwürdigung de» Menschen zum Tiere— einige Bonzen ausgenommen... über einer stumpfen gleichgüLIigen Maste erheben sich ein paar Bonzen... Da» ganze erscheint nicht in der Rubrik, m der Kunstdünger offeriert wird und wo e» sich all naturwüchsiger Mist gut auSnährne, sondern in hochpolitischen Teil etneS Blattes, das vorgibt, demokratisch und das Sprachrohr eine» Ministers und UniversttätSprofei- lorS zu fein. Die Parole, die sich einem aus- »rängt, wenn man— zum huirdertstenmal— bie überheblichen Tugeuosprüche eines kaum halbgebildeten KlugschmuscrS liest, der inti Kuhoreck nach einem der größten Geister der Menschheit wirft, das Bein hebt vor einer Ge stalt, die sein kurzsichtiger Blick nicht ermessen kann; die schlagkräftige Parole, die hier am Platze wäre, findet.sich in der gleichen Nummer der„Landpost", aber erst aus Seite 7; eS ist offenbar eine drucktechnische Berhebung; eS gehört organisch in den Spreu-& Körner-Artikel: Fort mit den Flegeln! I Zusammenbruch der national- sozialistischen Konsumgenossenschaft tu Lattdskrou Die Hakenkreuzler in Landkkron hatten es verstanden^ im ehemaligen Konsumverein d.r Tabakarbeiterinnen und-Arbeiter di« Mehrheit zu erobern und ihn al» ausgesprochenen haken-- lteujlctifd.cn Konsumverein auszubauen. Wirtschaftlich« Erfahrung besaßen di« leben dakenkreu'ler nicht, denn alle ihr« Berteilstellen waren passiv. AuS zwei Berteiistellen konnten unsere LandSkroner Genossen genaue Daten über btn Umsatz und die Regie erhalten und konnten errechnen, daß die Regie in einer 20 und iw der anderen sogar 28 Proteitt betrug. Außerdem hat- len diese famosen BolkSwtrtschasller leiten loviel Aeld, um Waren von Grossisten und in größeren Mengen zu beziehen, sondern waren govungen, von hiesigen Kaufleuten zu kaufen, bei denen sie natürlich die Waren teuerer als bei Gross sten bezahlen mußten. Auch Spareinlagen nahm der Verein ent- gegen. Sogar tschechisch« Natienalsozialzsten'ähl. len die Nazi zu ihren Spareinlegern. D'e »Forschheit der Naziagitatoren. Einlagen an erhalten, ging bis zum Betrug. Am 82. September schrieb bereikS unser LandSkroner Bruderblatt, der „AdlergebirgSbote", daß diele Genossenschaft in finanziellen Schwierigkeiten sich befindet und daß si>r wahrscheinlich zusammenbrechen wird. Die Spareinleger wurden stutzig. D'e Razisunktionäre die'es Konsumvev-ius sagten aber den Sparern, daß sie nichts zu befürchten haben, der„Adler- gebirgSbate" nicht die Wahrheit geschrieben hab« und sie weiter ihr« Gelder in den nationalfoz ali- stisch'u Kon'umverein tragen können. Die Katastrophe kant am 2-1. November. An diesem Tage beschlossen die Verwaltungsorgane dieses Konsumvereins, beim Gericht um ein Ausgleichsverfahren anntsuchen. Das Gericht ordnete ab.x bereits am 28. November die Einleitung de» Konkursverfahren» an und ließ am «seichen Tage sowohl die Zentrale als auch di« Berteilstellen dieser Genossenschaft schließen. Heute 'chon spricht man von Passiven in der Höh» von -100.000 b'S 800.000 llr-, denen fast keine Aktiven gegenüberstehen, Und nun die Niedertrssacht! In versch'edenen bürgerlichen Zeitungen lan-ieren die hiesigen Nasi Berichte, daß der sozialdemokratische Arbeiterkonsumverein und nickst der national'o-iali- Tagesneuigkeiten * Lorenz, der aus der war. Die schon Chirurgen und KrebSsorscher Fisch! lungen, eine neue Richtung in oer Beha Murinskü Löwen- und dem a u f g e• io lag int Bette und hielt c i u ' 1..“ Auf den ersten Fortschritt in der Krebsbetämpiung i Berlin, 2. Dezember. Auf dem Boden neuer experimenteller Erkenntnisse ist es dem italicni- Hera ge wr Behandlung von Krebskranken zu entdecken, die bis weilen auch dann noch zum Erfolg führt, wenn das Messer des Chirurgen oder die Röntgen- und Radiumstrahlen nicht mehr den erhofften Erfolg zeitigen. Es gelang ihm, aus krebSseindlichen Organen Extrakte herzustellen, die, den krebSkrau- kon Monsochn eingespriht, das Tumorwachstum hemmen und in manchen Fallen sogar ganz verhindern. Ta» Präparat soll nicht an die Stelle der bisher geübten erfolgreichen Behandlungsmethoden der Cliirurgie und der Strahlung treten, sondern eS soll zusätzlich zu diesen Behandlungsarten angewendet werden. LkcaWattomn Durchs Fen'-." Die Schwiegertochter dingt einen Mörder. Aus Belgrad wird uns geschrieben: In der Gemeinde Rekovae bei Kurünmlifa wurde die Familie des reichen Bauern Jovanovic daS Opfer einer au» Rache begangenen Tat. Während die Familie, die aus vier Personen bestand, sich in einem der Zimmer zur Ruhe begeben hatte, warf der Attentäter fünf Ekrasit- Patronen in daS Zimmer. Durch die Explv- sion zwei der Patronen wurde dem Bmiern ein Arm abgerissen. Die übrigen.Hausgenossen wurden unter den Trümmern und unter dem Schutt begraben, kamen jedoch mit dem Leben davon. Es wird angenommen, daß der Attentäter von der Schwiegertochter des Bauern gedungen wurde, da sie wegen ihre» unmoralischen LebettS- wandels aus dem Hause gewiesen worden Mord bi Kascha«. Kaschan, 2. Dezember. In der ttlice wurde die 61jährige Witwe Lea Wirth, die sich mit der Fütterung Verkaufe von Gänsen ernährte, t o t snnden. Si"" Gebetbuch in der Hand. L, Blick schien sie eines natürlichen Todes gestorben .zu sein. Die Zeugenaussagen gaben aber dem Falle einen ganz anderen Charakter. Es wurde sschergestellt, daß die L ö w e n w i r t h uermögend war. Tie Polizei fand aber, als sie in der Wohnung eine Durchsuchung voenahm, kein Geld in Barem. Einige Zeugen gaben bei der Untersuchung an, daß sie am 28. November sahen, daß ihr gewesene» Tieustmädchett, die dreißig- lährige Susanne H r n ö k o v ü, die Wohnung der L ö w e n w i r t h verließ und hiebei zwei Ballen tu der Hand trug. Es wurde Weiler festgestellt, daß die H r u ä k o v ä sich noch Rvinava begeben hatte. Tie dortige Polizei wurde von dem Borsalle verständigt. Sie hielt die H r n i> k o v a an nud unterzog sie einem Verhör, bei welchem diese g e st a n d, daß sie die Löwenwirth getötet hat. Sie habe ans sie ein Federbett geworfen, sich auf dasselbe gelegt und aus die Löwen- wirth solange ziigedrückt, bis sie erstickte. Sodann habe sie über 3000 Ift im Baren und verschiedene Gegenstände entwendet und sei nach Ro/.nava abgereist. Sie wird henke nachmittag» nach Kaschatt eingeliefert werden. en-b-llch allpeit» klare Farbe zu bekenne»! ES gibt kein wenn und aber, auch kein entweder oder. J«d>: politisch: Partei möge mit c'itcnt Satze auf diese politische Kundgebung antworten, mit ja und nein. Daun spricht Hassold noch davon, daß die bisherigen Organisationen abgewirtschaftet haben und man sich»u einer gemeinsamen Äbwehrsront zusammeufchließen müsse. Die Deutschnationalen waren also, wie ihr einstimmiger Beschluß und der Artikel des deutsch- nationalen Abgeordneten Dr. Hassold lehrt, im September bereit, sich mit H:n Hakwkrenzlern zn einer, wie sie sagen,„völkischen sudetendeutschen Front" zusammenzuschließen. Sie haben in die- ; ent Zeitpunkt genau gewußt, daß weder Christ- lichsoziale noch Landbündler ihr Eigenleben als politisch« Partei aufgeben werden und daß daher diese„völkisch« sudetendentsche Front" die Vereins- gung von Deutschnationalen und Hakenkreuzler» bedeutet. Am 30. November nun, nur zwei Monate nach dem einstimmig gefaßten Beschluß der deutsch nationalen Partei, stellt sich der dentschnational« Abgeordnete Kallina aus die Tribüne des Parlaments und erklärt, daß„an eine Verschmelzung mit DNSAP... niemand gedacht" habe. Er hat das aus dem Grunde getan, um den Beweis der Loyalität der deut'chm Nationalpartei zu grien. So schauen also deutsche Wahrheitsliebe, deutlcher Mannesmut und deutsche Würde aus bei denjenigen, die di« deutsche Treue gepachtet zu haben glauben und der Bevölkerung immer eingeredet baten, daß sie die einzig wahrhaften Deutschen sind. Das Urteil über-Herrn Kallina und seine GesinnungSgen ssen steht damit fest und wenn es den Herr'chafteu beliebt, werden wir ihnen nock) weiter Beweise dafür liefern, wie sie mit der Wahrheit umgehen und ob sie den von ihnen gepredig'en Idealen der deutschen ManneS- würde entsprechen. Der deutschnationale Abgeordnete Kallina hat am Donnerstag in der Budgetdebatte des Al^eordnetenhau'es gesprochen nztd durch seine Rede ei» Bekenntnis ablegen wollen, wie lammfromm, demokratisch und loyal die deutsche Ratio- nalparte, sei. Die Einstellung der Tätigkeit seiner Partei, so sagte er, beruhe aus vollständig unrichtigen Behauptungen und aus der Lust gegriffenen Mutmaßungen. An eine Verschmelzung mit der DNSAP habe niemand gedacht. Deswegen erwarte er von der Regierung, daß sie dem von der deutschitationaleu Partei gegen ihre Einstellung eilige brachten Rekurs stattgeben Werde. Herr Abaeordneter Kallina behauptet also, daß die Teutschnationalen niemals die Absicht gehabt hätten, sich mit den National ozialisten zu vereinigen. Entspricht diese Behauptung den Tatsachen oder stehl sie nicht vielmehr mit den Geschehnissen der jüngsten Zeit in vollständigem Widerlpruch? Wir wollen vorläufig nur ein Zeugnis zitieren, woraus hervorgeht, daß Kallina nicht die Wahrheit gesprochen hat: Im„Teplitz-2-chönaner" Anzeiger" vom 21. September 1933 findet sich ein Artikel des der Partei des Herrn Kallina angrhörendrn Abaeord- ne!en Dr. Fritz H a s s o l d, in welchem als Motto solaender Beschluß der deutschnationalen Partei zittert wird: Wir sind zum Zusammenschluß einer völkischen, sudelendeutschen Front bereit, mit ollen sud?tendcutsch«n politischen Part««n, welche diesen Zusammenschluß unter Auflösung der bisherigen politischen Partei vollziehen. Dani'chrcibt nun in d«m angeführten Artikel Dr. H»issold: So läutet der klone,einstimmig gekaßte Beschluß der gemeinsamen Sitzung de» Part«>vor st ander und des vollzählig anwesenden Klubs der deutschen Nationalpartei. Nunmehr heißt eS Dezember bis I. Feber die Einfuhr von ~! und stische Konsumverein zusammengebrachen ist, Die „Neue Morgenpost" und die Brünner„Morgen- post" mußten bereits Berichtigungen bringen. Sie „Sudetenoeulsche Tageszeitung" schreibt in großer Aufmachung vom Zu'ammcnbrnch des sozialvemo. kratischen Koilsumveveines und beklagt in herzzerreißenden Tonen die Schlechtigkeit der Sozi, durch die viele Gewerbetreibende in Landskron geschädigt wurden und deren Existenz dadurch vernichtet worden ist. Jawohl,. viele LandSkroner Gewerbetreibende sind geschädigt worden, aber durch die Hakenkreuzler. die zwar'da» Schimpfen und Lügen verstehen, ober nicht das Wirtschaften! Es erübr'gt sich last anzuführen, daß der 'ozialdemokratische Arbeiterkonsumverein vollkommen unerschüttert ist. allen seinen Verpflichtungen nachkommt und daS Vertrauen, das leine Mitglieder in ihn setzen, voll und ganz rechtfertigt. Ter LandSkroner Arbeiterkonsumverein ersucht, ihm olle Notizen gegnerischer Blä'ter. in denen vom Zu'a.mmenbruch unseres Konsnm- vev.nueS die Rede ist. e'nznsenden, damit er ent- sprechend vorgehen kann. , Leipzig, 2. Dezember. Auch die heutige Meldung M WolffbüroS über den Prozeß zur Ber- teid'gung der ReichSbrandstifler, wo» di« Aussagen der Angeklagten, insbesondere aber daS Eingreifen Dimitrows in den Gang der Verhandlung betrifft, ist vollkommen undurchsichtig. Es werden fast nur Zeugen ans der Untersuchungshaft oder dem Konzentrationslager r«z- nommen. Der Kommunist Zimmermann anS Wiesa im Erzgebirge, der in der Vornntrrsnchung allerlei Angal>cn über kommunistische Ausstandsvor- bereitungen gemacht hatte, gab jetzt an, es habe sich nur um Maßnahmen zum Selbstschutz gehandelt. Als ihn der Vorsitzende an seine früheren Aussagen erinnert, gibt Zimmermann die„Richtigkeit" dieser Aussagen zu. Auf dir Frage Dimitrows antwortet der Zeuge, es feien keine Auf stau dS- Vorbereitungen von der KPD. getroffen gewesen. Auch der nächste Zeuge, Untersuchungshaft vorgeführt wird, nimmt fein« früher gemachten Angaben zurück. Die Arbeiterschaft, sagte er, habe sich lediglich schützen wollen. Der Vorsitzende herrscht Lorenz an:„Machen S-e uns doch nichts vor! Sie haben hier in ihrer Aussage die Wahrheit verschwiegen und haben uns angelogen!" Au» dieser Arußerung de» Vorsitzenden ckt seine„Unvoreingenommenheit" klar zu erkennen. Die Aussage, die ihm nicht genehm ist, bezeichnet er kurzerhand al» Lüge. Der Untersuchungsrichter, der selbstverständlich die früheren Angaben de» Lorenz bekräftigt, sagt, zu Torgler gewendet, daß dieser„immer so tue, al» ob die illegale Wasfenbeschaffung nur in Einzelfällen erfolgt sei. Die» stimme aber nicht. Die nächsten Zeugen, lauter Kommunisten aus der Untersuchungshaft, geben lediglich an, daß der Plan politischer Massenstreik- zu Anfang 1233 ganz allgemein erörtert worden sei. Einer der Zeugen auS Schlesien gibt an, für den 3. März sei«Ine Probemobilisierung des proletarischen Massenselbstschutze» angeordnet gewesen,„der genaue Zeitpunkt fiir den Termin der Revolution" sei aber nicht angegeben worden. Ein gewisser Grunwald an» Sagan behauptet, er habe vom Leiter der Ortsgruppe Sagan der KPD. kurz nach dem Reichstagsbrand gehört, der Brand habe eigentlich da»„Signal zum Losschlagen" sein sollen. E» seien aber leider verschiedene Kuriere abgefangen worden. Ter Zeuge Puck» an» Berkin behauptet, e» habe der Plan bestanden, die nationalsozialistischen Fackelzüge am 4. März zu überfallen. ES ist selbstverständlich, daß Dimitrow das Bedürfnis hatte, sich insbesondere mit den beiden letzten Zeugen ein wenig auSelnanderzusehen, um die Haltlosigkeit ihrer— durch nichts erwiesenen— Aussagen sofort nachzuweisen. Dies war dem Vorsitzenden unangenehm. DaS Wolffbüro meldet darüber: „Nachdem nunmehr alle für heute geladenen engen vernommen sind, formuliert der Angeklagte Dimitrow eine lange Reihe von Fragen, die er an die einzelnen Zeugen richten will. Als Dimitrow immer neue Fragen formuliert, erklärt der Vorsitzende energisch, weitere(!) Fragen lasse er nicht tu." Nachdem der Untersuchungsrichter Dr. Lösche und die Zeugen Becher, Smmalsuß-Bar- nitzke und Grunwald noch einige Frage» Tirni- tcowS, die der Senat nach kurzer Beratung ru- gelassen hatte, beantwortet hatten, und ein Antrag des Angeklagten Dimitrow auf Vernehmung deS Verfassers der Schrift„Ter bewaff- nete Aufstand" abgelehnt worden war, vertagte der Vorsitzende die Wetterverhandlung auf Montag. Deutsche Manneswiirde und deutsche Wahrheitsliebe Hat der Abg. Kallina die Wahrheit gesprochen? Wewneist in Die Washington, 2. Dezember, staatliche Verwaltung zeigt sich fuhr in die.Vereinigten Staate» 180.000 Hektoliter alkoholischer Getränke Wein zu bewilligen. Tie Gesamtmenge soll nach Informationen ans kompetente» Kreise» i» die verschiedenen Länder anfgeteilt werden. Zu der Entscheidung kam es, als man sicherstellte, daß die iunern Vorräte für die voraussichtliche Nachfrage nicht ausreichen dürften. Die angeführte Menge wird für die Zeit von vier Monaten als ausreichend angesehen. Es wurden bereits Gesuche nm die Einfuhr von insgesamt einer halben Million Hektoliter bewilligt. UnSrIZ§«h ZSWTN öimitrow Belastungszeugen widerrufen ihre Aussagen Gelfelmn'svolle gnlr'ttonen. Josef R o tt b i I s ch e T, ein 38jähriger Vankkommissionär, eröffnete vor einigen Monaten in Prag ein Bankgeschäft. Ronbitschek war aber früher wegen Betruges zu einer Kerkerstrafe verurteilt worden und bemühte sich um Ttrafansschub. In einem an lPS Gericht gerich- teten Ansuchen führte er an. daß er an Paralyse leide, was ihm auch vom Gerichleante bestätigt wurde. Am 29. Oktober starb Ronbitschek plötzlich an Gchirnhantetttntndnng. Nach einer Sezie- rung im pathologischen Institute erklärten die Aerzte, daß es sich hier kaum um die übliche Art dieser Krankheit handle. Weitere Untersuchungen ergaben, daß der Verstorbene sich ein bisher nicht sicheraestellteS Präparat hatte imizie« rett lassen, angeblich nm Anzeichen von Para- lvse vortäiischen zu können. Nach einer netter« lichen Sezier» ng wurde festgestellt, daß Roubit- schck niemals an Parolvse gelitten batte. Nun wurden, da die Todesursache nicht gellärt werden konnte, die Witwe des Verstorbenen, der Artt Tr. Richard Schauer und der Rechtsanwalt Dr. Viktor H a a 4 beide ans P-ag, vom Uutcr- suchungsrichler einvern"mmen. Dr. Schauer erklärt, er knbe Noubitschek nie Injektionen sw"e- bei«. nm ihn in einen Zustand zeitweiliger Sin- neSverwirrnng zu versetzen. UM, (Reuter.) bereit, zur Sinin der Zeit vom Seite 4. Sonntag, 8. Dezember 1988 Nr. 28.3 WMii, derMörder fßinerfißlißbtßn- lrchkWM Unerwartetes Urteil des Prager Schwurgerichtes- Erbitterter Kampf zwischen AnKioue und Verteidigung— Trotz gegenteiligem Gutachten: „Unzurechnungsfähig“- Täter bleibt in Galt Prag, S. D ezember. Der zweite Verband- lunaStag nahm einen äußerst dramatischen Verlauf und führte zn Auseinandersetzungen zwischen dem Ankläger(Dr. T r i i c f und dein Verteidiger(Tr. Pös N, wie sie in solcher Heftigkeit selten vorgekommen sind. Bekanntlich hat der Angeklagte sich vollkommen ruhig dazu bekannt, seine noch nicht siebzehnjährige Geliebte Zdenka ä a I d a von hinten angeschossen und dann durch drei weitere Schüsse getötet zu haben. Das Sh st em der Verteidigung lief darauf hinaus, die Getötete als moralisch minderwertige, verderbte Person erscheinen zu lasten, die den Angeklagten durch ihre Untreue und Hemnningslosigkeit zur Verzweiflung getrieben habe. Tie 28 Zeu- gen stellen der Kalda tatsächlich das Zeugnis großen Leichtsinnes und geschlechtlicher Zügellosigkeit aus, doch fanden auch ihre guten Seilen Anerkennung. Ein Teil der Zeugen schilderte sie als sonst brav, arbeitsam und guther- z i g.^jedenfalls hat die Anklage von vorneherein betont, daß der Angeklagte auf keinen Fall das Recht hatte, seine Geliebte, mochte sie noch so schlecht sein, aus der Welt zu schaffen, um so mehr als er ja von Anfang a>t die moralische Haltlosigkeit des verwahrlosten Kindes kannte. Diesen Standpunkt vertrat auch der Staatsanwalt in seinem Plädoyer aufs nachdrücklichste und betonte auch, mit welcher Ruhe und wie reuelos der Angeklagte den Hergang in seinen Einzelheiten geschildert hat. Dieses klare Erinnerungsvermögen bestimmte, auch die psychiatrischen Sachverständigen, die Möglichkeit einer zeitweiligen SinneSverwirrung im Augenblick der Tat zu verneinen. Das Plädoyer des Verteidigers bewegte sich in der angedeuteten Richtung, die Ermordete selbst als den bösen Geist des Mörders hinzustellen. Ter Eifer des Anwaltes ging Wieder Todesurteil in Alabama? D e e a t n t(Staat Alabamas, 2. Dezember. Der Reger Haywood Patterson wurde zum drittenmale schuldig erkannt, zwei Negerrinnen unweit von SeotSboro im Jahre 1931 vergewaltigt zu haben. Das Schwurgericht sprach sich für ein Todesurteil, au». Der Bor» sitzende des Gerichtshofes Eollohan gab den Verteidigern bekannt, daß das Urteil erst später gefällt werden wird. TürN'che Bauer« in Uni'orm? Aus Istanbul wird geschrieben: Auf An ordnung des Ministerpräsidenten wird an einer Verordnung gearbeitet, durch die für alle türkischen Bauern eine einheitliche Tracht eingeführt. werden soll, deren einheitlicher Herstellungspreis sich zwischen 80 bis 96 Ke bewegen wird. Bombeuerdloiion in Barcelona» Barcelona, 2. Dezember. Im Zusammen hang mit dem bereits vierzehn Tage dauernden Verkehrs st reik kant es gestern zu vielen Sabotageakten. Am Abend explodierte auf dem Prado-Platz eine große Bombe, wobei sechs Passant en schwer verwundet wurden. 80.000 Dollar Strafe. New Dort, 2. Dezember.(Reuter.» Waxeh Kordon, der als der erste Feind der New Jorker Bevölkerung gilt, ein bekannter Bier- schmuggler, wurde zu einer Strafe von zehn Jahren Kerker, zu 20.000 Dollar Geldstrafe und zur Bezahlung von 60.000 Dollar Spesenersatz verurteilt, da er 572.768 Dollar an Steuern nicht begleichen wollte. Diese schuldenden Steuern muß Waxey Gordon allerdings auch begleichen. Familientragödie in Pretzburg. Prcßburg, 2. Dezember. In Petrzalka bei Preßvurg erschoß heute früh der 2-ljährige Chauffeur Albert Bern Hauer seine Schwägerin Augusta Beruhauer durch einen Schuß auS einem Revolver. Sie lebte getrennt von ihrem Manne. Nachher gab Bernhaner drei Schüste gegen seine Brust ab und wurde mit schweren Verletzungen ins Spital gebracht. Vorläufigen Untersuchungsergebnissen zufolge verübte Albert Bernhauer die Tat wegen Familienzwistigkeiten. Neuartige Fliegersignale. Paris, 2. Dezember.(Havas.) Nach einem Mittagessen mit den Vertretern der dem Flugwesen dienenden Presse erläuterte gestern abend der Flieger L e t t i, der gemeinsam mit A s s o- l a n t und L e f e v r e den ersten Flug von Paris nach New ffork dnrchfnhrte, die neuen Signa l ni e t h o d e n, die von Kapitän P u m e t aufgestellt wurden. Nach diesen Methoden werden die Stellen durch Allsschriften zwischen den Eisenbahnschienen bezeichnet, die ein ge nügendes Ausmaß besitzen, um bei klarem Wetter auch aus einer Höbe von 2000 Metern gelesen werden zu können. Bei den bisherigen Versuchen haben sich die neuen Methoden bewährt. soweit, daß er in den tödlichen Schüssen eine „Fügung des Schicksals" erblicken zu können meinte, die es verhindert habe, daß die Getötete zur Prostituierten werde und möglicherweise verschiedene Männer mit Geschlechtskrankheiten infiziere. Diese kühne Deduktion wurde vom Vorsitzenden OGR. Dr. S y k o r a in seinem Resümee zurückgewiesen, der die Geschworenen bat, zu erwägen, daß doch ein sechzehnein- halbjähriger Mensch sich in jedem Fall von Grund auf ändern könne. Das Plädoyer des Verteidigers veranlaßte den Staatsanwalt zu einer scharfen Replik, der wieder eine D u p l i k des Advokaten folgte, deren äußerst scharfe Polemik eine ebensolche Entgegnung des öffentlichen Anklägers zur Folge hatte, welcher «lnc Aeußerung seines Gegners als beleidigend protokollieren ließ. Rach diesen scharfen Wortgefechten folgte das Resümee des Äorsitzenden. Die Geschworenen besahten die Schnldfrage aus Mord zwar mit acht Stimmen, bejahten aber auch gleichzeitig— ungeachtet des gegenteiligen Gutachtens der Sachverständigen— die Zusahsrage auf zeitweise SinneSverwirrung im Augenblick der Tat. Die Uebertretung deS Waffen Pate n- t e s wurde bejaht. Aufgrund dieses Verdiktes wurde der Angeklagte vom Verbrechen des Mordes freigesprochen und lediglich wegen Uebertretung gegen das Waffenpatent zu hundert Kronen Geldstrafe, umgewandelt in 48 Stunden Arre st verurteilt. Natürlich ist die Strafe verbüßt. Der Staatsanwalt nreldete Richtig- keitsbeschwerde an. Der Gerichtshof beschloß auf den Antrag des Anklagevertreters de« Täter in Haft zu belassen, Ansiedlung jüdischer Emigranten in Jugoslawien. Schasfung eines Musterguts Aus Agram wird geschrieben: Der Bund jüdischer Glaubensgenofsenschaften in Jugo- flawien nahm das große Gut„G o l e n i c" im kroatischen Zagorja zwecks Kolon i s i e r u n g jüdischer Emigranten auS Deutschland in Pacht. Auf diesem Gute werden jüdische Jünglinge Gelegenheit finden, einen einjährigen landwirtschaftlichen KirrS absolvieren zu können, um sodann die Möglichkeit zu haben, nach Palästina atlSzuwandern. Die Kosten des Kur- ses werden von den Emigranten selbst getragen. Spielzeug für Demokratenkinder. Die gleich» geschaltet«, tvenir auch ein wenig getarnte „Reichenberger Zeitung" verrät sich dann und wann an Stellen, wo man es am wenigsten vermutet. So bringt sie in ihrer Beilage„Mode und Haus" am 26. November einen Artikel„Puppen und Spielzeug", in dem sich folgender Ratschlag sinket: „Sehr beliebt ist ein P u p p e n j u n g e. Er muß entweder einen Matrofenanzug mit langen Hosen anhaben, einen Seppl-Anzug oder eine SA-Uni so rm. Man kann das sehr gut aus abgelegten braunen... Kleidungsstücken arbeiten..." ;. B. aus PapaS Braunhemd, das sich noch irgendwo finden wird, aus der Zeit, da man noch nicht„Demokrat" spielte, sondern ungeniert die Mode trug, die dem geistigen-Habitus entsprach. Vorsicht ist freilich geboten: „Man muh nur daraus achten, daß z. B. die Glasaugen fest angenöht sind, damit sie nicht verschluckt werden können, und daß überhaupt alles so eingerichtet ist, daß es ohne Schaden in den Mund gesteckt werden kann.". Wenn das so einfach wäre! Bei der echten SA hilft es nichts, wenn man die Augen fest im Kopfe hat. sie tverden einem doch auSgeschlogen. Tas gefährlichste ist dort nicht, daß man einen LA-Mann in den Mund steckt, iondern daß e r einen zum Frühstück verspeist. Schaden nimmt nran bei der Berührung auf jeden Fall. Die Ge- richte und Behörden der deni"kratischen Republik wllten aber daraus sehen, daß es auch für die aleichgeichaltete Preste riskant wird, die braune Kultur zu propagieren. Wir meinen, daß fiir die „Reichenberger Zeitung" die einzige Gefahr nickt darin bestehen dürfte, daß alles so eingerichtet ist, daß es. ohne Gefahr in den Mund gesteckt werden und gedruckt wieder erscheinen kann. Minister für Sozialfürsorge Dr. Ezech empfängt Dienstag, den S. Dezember, keine Besuche. Einstürzende Mauer verschüttet vier Arbei. ter. Als SamStag vormittags auf dem nur teilweise bewohnten und an einigen Stellen baufälligen Wilczek-Schloß in Schlesisch-Ostrau AuS besserungSarbeiten am Dache vorgenommen wurden, stürzte plötzlich ein Teil einer Jnnenmauer ein und begrub vier Arbeiter unter j i ch. Der Arbeiter Franz I a z v e c konnte nur mehr als Leiche geborgen werden, der Arbeiter Johann B a c u l a erlitt einen Bruch beider Deine. Ein Arbeiter konnte sich durch einen > raschen Sprung auS dem ersten Stockwerk retten und kam mit leichteren Quetschungen davon. Bei den Rettungsarbeiten beteiligten sich die Feuer- wehrmannschaflen. Die verletzten Arbeiter wurden ins Krankenhaus gebracht. vaugoin Präsident der Hirtenberger Waffenfabrik. In der 36. ordentlichen Generalversammlung der Hirtenberger Patronen-, Zündhütchen- und Metallwarenfabrik wurde der Rechnungsabschluß pro 1932 genehmigt und die Auszahlung einer zehnprozeutigen Dividende, das ist 7.50 Schilling pro Aktie, beschlossen. Die Generalversammlung bestätigte gleichzeitig die. kürzlich erfolgte Kooptierung des Präsidenten der Bundesbahnen, Baugoin, in den Berwaltungsrai der Gesellschaft, der General Daugoin in einer gleichfalls dieser Tage abgehaltenen Sitzung zum Präsidenten wählte. Selbstmord eines 14jährigen. Freitag früh wurde von einem Streckenwächter aus der Strecke Braunau—Chotzen bei Rachod, die Leiche deS lljährigen Kellnerlehrlings Roman Tichaäek aus Nachod gefunden, der sich vom Zuge hatte überfahren lassen. In seiner Rocktasche fand man ein Rezept für„Alonal", ein Mittel gegen Schlaflosigkeit und Schmerzen. Tichaäek hatte Freitag früh die elterliche Wohnung verlassen und weder seine Eltern noch Kameraden bemerkten an ihm etwas Auffälliges Die Ursache der Verzweiflungstat Tichaäeks konnte noch nicht auf- geklärt werden. Eine zwölfjährige Mutter. In Pruszkow bei Warschau hat ein Schulmädchen, das zwölf Jahre und vier Monate alt ist, ein gesundes Kind ge- baren. Di« Staatsamvaltschaft hat da- Strafverfahren eingeleitet, das aber auf Schwierigkeiten stößt, da sich die junge Mutter weigert, den Vater des Kindes anzugeben. Auch ihre Eltern ver- Iveigern jede Auskunft. Erpreßzüge Prag Pilsen? Die Eisenbahn- Verwaltung erwägt fallweise die Ersetzung von Motorzügen durch sogenannte Expreßzüge. In erster Reihe kommt hier die Strecke P r a g— Pilsen in Frage, auf der es gelang, durch Einführung von Motorzügen der Auwbuskonkurrenz zu begegnen. Diese Expreßzüge würden eine größere Schnelligkeit ausiveisen als di« Personen- nige, der Fahrpreis wurde um die Hälfte des SchnellzugSzufchlages erhöht. Gegen diese Absicht werden jedoch in der Qeffentlichkeit Stimmen laut, die die Beibehaltung der Motorzüge fordern. Bon dieser wird vorgeschlagen, nicht die Motorzüge abzuschaffen, welche den Schnellzügen wenigstens zwischen Prag und Pilsen konkurrieren, son. dern die Fahrtschnelligkeit der Schnellzüge zu erhöhen. Kohlenlager in Griechenland. Wie aus Athen gemeldet wird, wurde in diesen Tagen erstmalig in Griechenland ein Steinkohlenlager entdeckt, und zwar im Gebiet von Tvejo- nia im südlichen Ten der Euböa-Insel. Der Kohlenfund hat für Griechenland große Bedeutung, da es den Kohlenbedarf für seine wachsende Industrie auS England, Rußland, Polen und der Türkei einführen mußte. LindberghS Weltslug. Rio de Janeiro, 2. Dezember. Nach gestern hier eingetroffenen Meldungen wartet daS Ehepaar Lindbergh günstiges Wetter ab. um zum Fluge von Bathurst in West-Afrika nach Natal in Brasilien starten zu können. Diese Strecke mißt 1710 Meilen und wird als die gefährlichste Etappe des ganzen Fluges angesehen, den daS Ehepaar Lindbergh zuletzt über den Nordatlantik riach Europa und dann in kleinen Etappen längs der sudatlantischen Inseln nach Westafrika und nunmehr nach Südamerika absolvierte. 21 Mcsierstiche gegen di« Lebensgefährtin. In der Gemeinde Zahor bei Uihorod erschlug ein 26jähriger Landwirt seine 18jährige Lebensgefährtin. Er brachte ihr mit einem Küchenmesser 21 Stiche bei und flüchtete sodann. Die Ursache des Mordes waren wahrscheinlich Besitz- Am 1. ds. versuchte die Müllerstochter Milada R u 2 i t f n aus Tetschitz bei Brünn, in einer Trafik in der Palaelystraße in Brünn ein« 10-Äronen-Münze zu wechseln. Ter Trafikantin erschien die Münze jedoch verdächtig und sie wies die RuALka ab. Diese ging dann fit eine andere Trafik und wollte die Münze wechseln. Aber auch hier erschien das Geld der Trafikantin verdächtig und sie niachte einen Polizeimann auf die RuLiLla aufnierksam. Er verfolgte sie und als sie dies merkte, ging sie in di« Wohnung einer Bekannten in der Masarykstraße, borgte sich von ihr einen Rock und einen Mantel aus und ersuchte sie gleichzeitig, ihrem Vater noch Tetschitz zu telephonieren,„daß Herren aus Brünn kommen und er alles tvegräumen möge". Die Bekannte überlegte sich jedoch die Sache und rief nicht an. Der Polizeimann erkannte die RuLirka trotz der Verkleidung und verhaftete sie auf dem Wilsonplatz. Dies wurde von der Mutter der ÄuLiSka, Augustine Prochazka, bemerkt, die der Tochter die Münze zum Wechseln gegeben hatte. Sie mietete ei» Auto und fuhr nach Tetschitz, wo sie ihrem Manne erzählte, was geschehen war. Hierauf kehrte sie im Auto nach Brünn zurück. Drr Müller Karl Prochazka versteckte inzwischen alle Gegenstände, die ihn hätten der Falschmünzerei überführen können. Inzwischen sichren Organe der Sicherheitsabteilung in die Tetschitzer Mühle, wo sie gemeinsam mit der Gendarmerie eine Durchsuchung vornahmen. Prochazka behauptete, von nichts zu wisien, es wurden aber Spuren gefunden, die darauf hin» streittgkeiten, denn der Bauer sollte nach einem gerichtlichen Urteil die Hälfte des Besitzes feiner Frau übergeben, während die zweite Hälfte sein- Lebensgefährtin verlangte. Wahrscheinliches Wetter, Sonntag, den 3. Dezember: Bortviegend bis wechselnd vewöikt, strichweise Schneefälle, leichter Frost, Nordostwind. Moorbad in Aussig. AuS Aussig wird UNS geschrieben: Hier wurde ein Moorbad eröffne:, das an das Städtische Bad angeschlossen ist. Zn Heilzwecken werden Moor aus Sebastiansberg bei Komotau und Aussiger Mineralwasier verwendet. Der verhängnisvolle Draht. Wie aus I e. f c n i c c(Jugoslawiens gemeldet wird, wurde dort ein noch unaufgeklärtes Verbrechen verübt, dem ein Arbeiter zum Opfer fiel. Ter unbekannte Attentäter hatte im Stadtpark in der Dunkelheit über den Weg einen Trabt gespanm, welchen er mit dem Kontakt einer Höllenmaschine verband. Als der Arbeiter Koren den Weg passierte und hiebei ahnungslos init dem Fuß den Draht berührte, explodierte die Höllenmaschine, tötete den Arbeiter, dessen Körper in Stücke gerissen wurde. Nnangemesien hohe Preise außerhalb von Kartellen. Die Regierungsverordnung, die diese Mn. terie regelt, ist soeben mir einer Besprechung von Dr. Fr. 8 t e t n, Prag, im Heft Nr. 20 des„P r a■ ger Archiv für Gesetzgebung und Rechi- s p r c ch u n g" erschienen. Weiterer Inhalt: Verordnung beiressend die Registrierung von Getreide- geschäsien mit Erläuterungen von Dr. Fr. F i i ch l, Generalsekretär der Prager Produktenbörse i. R., das Gesetz betreffend die im Interesse von Sioois- beamten usw. aus Grund der neuen Geholtzahlunar- rermine erlassenen Schutzmaßnahmen und da» So- | zialversicherungsabkoptmen mit Teuischland: einige wichtige Ministerialerläsie und ein, umsallendee Rechtsprechungsteil Preis des Heftes 9 kta Abonnement sowie Einzelbestellungen durch den Buchhandel sowie durch den Verlag: Prag II.. PanskS 12. Marktpreise für die Verrechnung deS Getreides der landwirtschaftlichen Arbeiterschaft Böhmens im Dezember 1933. Vom LandeSärbeiisamt in Prag wird amtlich verlautbart: Tie TurchschnittSgeireidc- preise auf der Prager Produktenbörse im Monate November 1933 betrugen beiin Weizen 133 Ke. beim Korn 96 Kä, bei der Gerste 39 Ke für 100 Kilogramm. Im Sinne deS ß 7, llk., 2. Absatz der..Rich'linien" sind diese Preise maßgebend für den Monat Dezen-- ber 1933 für die Verrechnung des VeriragSgetreidee beim Abverkäufe oder Reluieren desselben zu betrachten, wsern der Marktpreis als Grundlage d'-" Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen Montag. Prag 12.19: Schallplaiien. 16: Kinderkonzeri. 16.55: Kinderstunde, 18L0: Deutsche Sen d ung: ,Tr. Foltip: Uetzer den Indizienbeweis. 22: Letzte Nachrichten.— Brünn: 15.10: Frauen- funk,.18: Körpererziehung■ und Sport, 18.25: Deutsche Sendung: Dr Schönfeld: Tie nervösen Störungen im Klimakterium.— Kafchau: 12.30: Orchesterkonzert, 21: Orcheslerkonzert.— Preßburg: 12.30: Operellenmusik.— Wien: 16.85: Jugendstunde, 20.05: Monstrekonzerr der Wiener Philharmoniker.— Heilsberg: 17: Bunte Stunde. — Breslau: 17.59: Musik für zwei Klaviere. Leipzig: 29.19: Sinfoniekonzert. Dienstag. Prag: 19.19: Deutscher Schulfunk, 12.35: MittagSkonzerl. 18.80: Deutsche Sen- b u n g, 29: Orcheslerkonzert, 21.80: Beethoven, Klaviersonaten.— Brünn: 11.30: Schallplatlen, 18: Märchenerzählung, 18.25: Deutsche Sendung: Landwirtschaft, 21.30: Konzert.— Preßburg: 17.50: Liederkonzert.— Wien: 15.15: Kinderstunde, 16.25: Bastelstunde, 19.25: Tiesland von Eugen d'Alberr.— HeilSberg: 16: Nachmittagskonzert.— Breslau: 22.30: Sinfonieorchester.— Leipzig: 23: Nachtmusik. — Berlin: 20.15: Bach-BrahmS-Beethoven. deuteten, daß in der Mühle tatsächlich falscl^ Münzen verfertigt wurden. Prochazka wurde verhaftet und nach Brünn gebracht. Die landarmen beobachteten die Ankunft der Mitglieder der Familie Prochazka am Bahnhof und als Auguste Prochazka ankam, wurde sie gleichfalls verhaftet und nach Brünn gebracht. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß der Sohn deS Müllers, der 30jährige Dalibor Prochazka der Täter ist. Es wurde konstatiert, daß er am 29. November zu einer Gcrichtsvev- bandlung nach NikolSburg gefahren war. Da ProchazkaS Gattin bei ihren Eltern in Lunden- burg wohnt, lag die Vermutung nahe, daß sich Prochazka auch dort aufhält. Die Sicherheitsorgan« begaben sich daher an« 2. ds. nach Lundeil. bürg, wo sie das Haus der Schwiegereltern ProchazkaS umstellten. Als Prochazka sah, daß er verraten ist, warf«r drei gefälschte 10-Kronen» münzen aus dem Fenster, was aber von einem Polizeimann bemerkt Wurde. Auf diese Weise wurde Prochazka der Tat überführt und er legte auch dann tatsächlich bei der Brunner Polizei ein Geständnis ab. Er habe insgesamt 60 Münzen gefälscht, die er zum Großteil in Umlauf gebracht hat. Insgesamt wurden bisher sechs Münzen beschlagnahmt. Interessant ist, daß di« Familie Prochazka sehr wohlhabend war und ihr Eigentum Im Jahre 1920 auf einige Millionen Ks geschäht worden tyar. Dieses Vermögen hat di« Familie aber infolge einiger Brände und Spekulationen verloren, bis das Oberste Gericht über die NichtigkeitS- beschtverde entschieden habe. rb. Sine Mühle, in der Geld gefälscht wird. Der Mllllerssohu verfertigt fatsche IO lLL-MÜ«zeu„ I tein »er den lki, Nd. I»j tr:, b'.'t t«. 'bt 6t, k« •er ne cq >B n* in r« n '■ I Vom Prager Rundfunk % Jiut dreimal konnte Ich dies« Woche die Prager B Sendung hö.eil. Am Samstag vor acht Togen gav c B et ein« sehr hübsche Plauderei von Dr. Möiziav t B Minsky: Unirr Cent Titel»Pl usikinstru» D«ent« erzählen von fremden Ländern I mVBölkern" bekamen wir einen Hinweis auf die B Entwicklung de» Musikinstrumcntr aus den Werkzeu- t B zm, mit denen di« Primitiven zur rhythmischen Be- , B zleitung ihrer Tänze besonder« Geräusche hervor- \ B trachten, da ihnen dar bloß« Klatschen oder Tram- I ptln nicht genug wirkt«. Wir hörten von dem alten W Zaubermiltel, der Trommel, Lchallplattettbeispiel« B liehen un- da- Xylophon, di« Flöt«, Klarinette, Lack- B-sitife hören und schließlich da- Instrument, in dent I sich die physikalischen und technischen Element« aller I liefet Bolkstnusikiverkzeugr zu machtvollster Einheit I«ei harmonischem Zusammenklang verbunden I Haden: di« Orgel, Da- war rin schöne- Stück Kul- I targeschicht« und der Autor verstand«S auch, überall I jene kurzen Hinweise einzuflechten, di« da- Einzelne I mit dem Ganzen der Geschichte verbinden, ihm Sinn I and damit Wert geben. ■ Ein wenig problematisch sind immer die lyri- W schm Sendungen. Eigentlich ist es von vornherein I falsch, für den Rundsynkoortrag die Gedicht« nach M Eryndsätzen äußerer Ordnung zusammenzustellen, ■ wie z Ä diesmal„W lener Lyrikvoy heute". W Tenn dies« heytige Diener Lyrik ist lo wenig etwa» M Einheitlich«-, wie di« Prager oder Berliner,-r- nut ■ ein sehr feine- Ohr vermöchte die klanglich« und I stimmung-mäßige Schattierung de- Ort- zu verneh- ■«en.— immer zeichnen sich weit schärfer ak- jene I die senkrechten und wagrechten Gliederungen und I Schichtungen der Bevölkerung auch in den Gedichten I ab. Tie klassenmäßigen Scheidungen wirken sich I(Ben äu-, auch int Kulturellen, mögen die faletstischen I Lolk-einiger noch io eifrig und fanatisch die Klas- 1 itn verneinen und ihren Kampf al» marxistisch« Er- B ilndung denunzieren: st« tun, wie Morgensterns B Paimström, der mit geschwollener Nase seinen Auto- B ansoll ableugnri, weil„nicht ist, wa» nicht sein darf"! B lyedichtsendungen aber müßten als Aesamtkunstwerk B zusammenkomponiert sein, so daß di« Reihe der Ein- B zekgedichte durch einheitliche» Fortweben der Stim- ■ mung verbunden wäre und ein Gedicht auS dem B»orhergchenden herau-wüchse und da- nachfolgend« B oorbereitrte. Da» Ist die-inal nicht ganz gelungen, ■ doch darf festgestellt werdeit, daß Anna Albert mit B sympathischer, dunkel ernster 2timm« di« Bers« sehr B schön sprach. In di« MontagSsendung klang die Rot der Zeit hinein, Tr H. Schmidt forderte Im Zeichen der christlichen Nächslenlirb« zur Förderung de- , W il a r l i o» v e r e i n i auf. Lolch überzeugte», werktätiges Christentum ist hoher Achtung wert,— wie ja auch wir auf jede mögliche Weise den Opfern der ürhe und de» Wirtschaftssystem» über da» B Schlimmste hinwegzuhelfen trachten. Aber wir wol» ■ len keinen Augenblick vergesse», daß die» doch nur B Wckwerk und Attgenblicksbehels ist, daß dies« Rot kein Zufall, sondern im Wirtschaftssystem verursacht B ist und daß nur dessen gründliche Aenderung auch M dauernde Hilfe bringen kann. Genau denselben Dvrbebalt machen wir, wenn un» Tr Leo Fleischer di«„Wirtschaft al» Be- darsideckung" schildert, dir durch die Entwicklung dr» Börscnwrsen», der Technik und der privaten B Gewinnsucht entartet lei und vom Kunden her zu B ihrem früheren Wesen, der Brdarssdeckung, zurück- B gezwungen werden könnte Da linden wir wieder; B wie immer bei den bürgerlichen Wirtschaftlern, die B an sich richtigen Beobachtungen, sogar mit Lehnwor- B len au» dem MaryI-muS benannt, doch immer nur verhängnisvoll isoliert betrachtet: inimer die gleiche Scheu vor folgerichtigem Züendedenken, da» gleiche B ehrfurchtvolle Haltmachen vor dent Allerheiligsten des B allmächtigen Privateigentums. Was kommt heraus? B Immer nur so ein„Wasch mir den Pelz und mach B mich nicht naß!"— wohlfeile KeMtssenSberuhigung, B-ulgemelnte Moralpredigt ohtt« praktische» Nutzwert. B So lange wird das gehen, bi» der schleichenden Krile di« krachende Pleite. ein Ende mit Schrecken macht, — dann werden di«-?>rrren aus den Trümmern der europäischen Kultur sitzen und sich wundern. An un» ist es. Genossen' noch in zwölfter Stunde Ber- nunkt In diese» Chao» von Unzulänglichkeit und I Trägheit der Geister und Herzen zu bringen! B Fürstenau. jjt. 288 Lomckag, 8. Dezember 1888 „Tozlaldcniökral" Kältcschuh lu der Westentasche. Der Einbruch der kalten Jahreszeit stellt uns vor die dringliche Lösung der Frage: wie schützen wir uns und unsere Wohnungen vor der winterlichen Kälte und hauptsächlich, wie schützen wir uns selbst vor Erkältungen und deren Folgen? Für den Schutz unserer Wohnungen sorgen wir durch entsprechende Durchheizung. Unseren Körper aber lind wir seit Urzeiten her gewohnt, durch Vermehrung und Verstärkung der Kleidung zu schützen. Immer aber wird dabei vergessen, daß die meisten Krankheiten nur dem plötzlichen Temperaturwechsel aus der warmen Wohnung in die feuchte, kalte Winterluft zugcschriebcn werden müssen. Ein ausgezeichnetes Hilfsmittel gegen diese ost unausweichlichen Erkältungen bilden die Togal-Tabletten. Einige Tabletten beim ersten Anzeichen einer Verkühlung genommen, bilden sicheren Schutz gegen Grippe. Außerdem sind sie ein vorzügliche» Mittel gegen Kopf- und Nervenschmerzen, und, weil harnsäurcauSscheidend, gegen Gicht und Rheumatismus. Togal-Tabletten erhalten Sie in allen Apotheken und Sie können sich damit, auch im ärgsten Wintenvetter, gegen alle Erkältungen schützen. 2192 Seit Beginn deS Hitler-Terrors sind als Folterkammern der Nationalsozialisten die „Braunen Häuser" zur Genüge bekannt geworden. In den letzten Monaten sind die Gefängnisse der Göringschen geheimen Staatspolizei, der ,,Gestapa", dazuge- kommen, deren Grausamketten die in den Braunen Häusern verübten weitaus übertreffen. In die„Braunen Häuser" wurden die Opfer zum vorübergehenden Aufenthalt gebracht, um verprügelt und mißhandelt zu werden, und dann — mitunter im sterbenden Zustand— sortge- bracht zu werden. In den„Gestapas" aoer werden die Unglücklichen einer dauernden „Behandlung" unterzogen. In diesen Marterhöhlen sollen vor allem„Be- lastungszeugen" für die unzähligen politischen Prozesse hergerichtet werden. Das ist keine leichte Arbeit. Auch heute ist der in den Gefängnissen vorhandene Beamtenapparat noch nicht zuverlässig genug. Er ist öfter» empört von den unmenschlichen Methoden der S. A.-Hen« kerSknechte und deshalb nicht fähig, die Inhaftierten in dem gewünschten Sinne zu bearbeiten. Deshalb muhte sich das Geheime StaatS- polizeiamt entschließen, ein eigenes Gefängnis etnzurichten, wo streng nach seinen Grundsätzen gehandelt wird. Für diesen Zweck wurde ein Gebäude in Berlin, die ehemalig« Militärarrestanstalt ist Tempelhos, Columbiastraße, eingerichtet. Zweihundert SS.-Leut«, sorgfältig auSge« wählt und durchaus zuverlässig, besorgen hier zur vollsten Zufriedenheit ihrer Borgesetzten den Dienst. Jedem Häftling, der dazu auSersehen ist, in einem politischen Prozeß als ,,Belastungszeuge" aufzntrelen, wird bei der„Gestapa" ein vorher angefertigtes Protokoll vorgclcgt, das er unterschreiben muß. Eine vertvcigcrte Unterschrift hat zur Folge, daß der„hartnäckige Lügner" mit einem„Bcyandlungszettel" versehen, in daS Columbia• Hans eingeliefert wird. Mit Fußtritten vom Auto heruntergestoßen, wird daS„Aommunlstenschwein" zum Wachthabenden, einem SS.-Führ«r, gebracht. Hier erhält er sein«„Gefangenen» Nummer" und dir rrsten Prügel, durch di« rr daran erinnert werden soll, wo«r sich be- findet und waS ihn hier alle- erwartet. Im Laufschritt in seine Zelle gejagt, wird«r dann in der von der„Gestapa" angeordneten Weis«„behandelt". Die Zelle enthalt in den meisten Fallen nichts als«inen dünnen Strohlack. Kein Wasierkrug ist da, keine Sitzgelegenheit, keine Möglichkeit zum Ver- Reformiertes deutsches Kirchenlied. Wir stehen in Dachau beim Prügeln habt acht, Wir kleben in Tegel Tüte um Tüte. Bis hierher hat un» Gott gebracht In seiner großen Güt«. Halleluja! Wir trotten in Feldgrau, Schub um Schub Zum Arbeitsdienst, Werke des Friedens zu schaffen.. Ein feste Burg ist unser Krttpp, Ein gut« Wehr und Waffen. Halleluja! Wir sprachen am Wahltag mit frohem Gesicht »Denn unser« HL'cher standen daneben): Hitler mein« Zuversicht Und mein Heiland ist im Leden. Halleluja! richten der Notdurft. An der Außenseite der Tür vermerkt der Truppensührer mit Kreide das„Behandlungürezept". Die erste Aktion ist bei ollen.Häftlingen gleich. Drei SS.-Leute betreten die Zelle. Ter Insasse steht in strammer Haltung am Fenster. Ein SS.-Mann tritt hinter ihn, während ein anderer das„Verhör" beginnt: „Du Schtvctn hast den Staudardcnführer bei der„Gestapa" angclogrn!" Und noch bevor der Unglückliche seinen Mund auftun kann— erhält er einige Faust schlage ins Gesicht und fällt auf den hinter ihm lauernden Schergen. Der fühlt sich„angegriffen", und nun fallen alle drei über den„renitenten Gefangenen" her. Der arme Teufel, glücklich, wenn diese Unmenschen seine Zelle verlassen haben, weiß nicht, daß noch vtel schlimmere Dinge seiner harren. An der Türe steht unter anderem ,^»arf nicht schlafen". I« regelmäßigen Abständen von einer halben Stund« wird während der ganzen Stacht die Türe ausgerisien. Der Gefangen« muß, nur mit einem Hemd betleidet, „strammstehrn". Tabrt entwickelt sich folgender Dialog:„Du bist«in Judenschwein?" Wird die Frage mit einem„Ja" beantwortet, hagelt r» Schläge, antwortet das Opfer aber mit einem„Stein", so wird e» erst recht geprügelt, da«S als Christ um jo verwerflicher' gehandelt hab«, indem er das „Deutsche Volk verriet". Innerhalb weniger Tage ist der Häftling psychisch nnd physisch ein Wrack tind genügens auf das nächste Deryör bei der„Gestapa" vorbereitet. Die Beköstigung ist nicht einheitlich. Alles richtet sich nach^ett Anweisungen der„Gestapa". So zum Beispiel erhielt Häftling, Zelle 68, Hoffmattn, zuerst jeden zweiten Tag eine» halben Liter Wassersuppe. Nachdem er bei der „Gestapa" ein Protokoll nntcrschriebcn hatte, dessen Inhalt ihm erst spater bekanntgcgcben wurde, besserte sich seine Lage zusehends. Bon nun an durfte er sogar täglich zweimal austreten und erhielt 37» Gramm Brot uno warmes Essen täglich. Aehnlich geht es allen, dze die Station „Columbia-Haus" passieren müssen. Einige von ihnen, die sich bis zuletzt weigern, das Protokoll zu unterschreiben, erreichen in ihren Lcidcnsivänderutigen bis zum Kulminations- punkl der„Behandlung"—„beim Fluchtversuch erschossen"— und nur wenigen gelingt es, ztt entkommen. Prager Zeitung Ter Kamps der Versicherungsanaestelllen. Wir erfahren, daß der Zenlralvrrband der Ber- sichcrungüangestcllien in der Tschechoslowakischen Nepublik mit dem Sitze in Prag für den 11. Te« rentber d. I. in den Saal der Prager Produktenbörse eine ösfentlick-e Versammlung eiitberust, zu der die Generaldirektoren der Versickerung» gesellschaften„Riunione Adriatica di Sicurta" und„Union, VersicherungS-N.-G." in Prag c!n- ! geladen werden, damit Jk sich vor der Oesjentlich- tcit wegen ihres unerhörten Vorgehens gegen ihre Angestellten verantworten. Ein Komitee für die Ehrung Adolf Loos' hat sich in Prag au» Vertretern einiger Architektenvereine gebildet. Dieses Komitee wird feine Tätigkeit durch Veranstaltung eines LooS-AbendS aufnehmen, auf welchem über dessen Werk O. Star/-, K. Lhota, W. Haas(deutsch) und K. Teige sprechen werden. Dieser Abend zur Ehrung Adolf Loos' findet Mittwoch, den o. Dezember l. I., um 120 Uhr im VortragSsaal der Zentralbibliothek der.Hauptstadt Prag in Prag I., Mariänskä nümösti statt. Es werden auch Lichtbilder gezeigt werden. Regiebeitrag 1 bis 3 I<8. Anfangs Ii>34 veranstaltet das Komitee ein« Ausstellung des Lcbenswerke» Adolf Loos'. Der Sonderausflugzug nach Wien in den Tagen vom 7. bis 10. Dezent vor ist wegen geringer Beteiligung abgesagt worden. Angaben retourniert die Kaffe Nr. 13 des Nkosaryk-'Bahnhofr. lieber daS künftige Programm der AuSslugSzüge findet Mittwoch, den 6 d. M. um 20 Uhr ein Vortrag im Landeskultur«Hans(Zemkdelskü osvöta) in Weinberge statt. Da» explodierte Haarwaschmittel. Freitag gegen Mitternacht wurden durch die Nettiitigs- station die 22jährtgc Kvötoslava S i f t a n c und der 32jährige Privatbeamte Johann Bozdech, beide in Prag-Krü wohnhaft, in da» Allgemeine Krankenhaus gebracht. Lattt Angaben des Bozdäch hatte sich die Kiliane im Badezimmer ihrer Wohnung mit einem Petroleumpräparate den Kopf gewaschen. Während der Prozedur fingen die Dämpse, di« aus dem Präparate cittivichen, Fetter, und so erlitt di« Siktanc im Gesicht, au den Händen und an der Brust Berbrettnutigctt ersten bis vierten Grades. Bozdöch, der zu Hilfe geeilt war, hat ebenfalls leichtere Ärrbrcttttttngctt erlitten. Bel zahlreichen Beschwerden des weiblichen Geschlechts bewirkt das natürliche„Franz»Joses"« Bitterivasjcr die allerbeste Erleichterung. 2106 Geriditssaal Der feindlichen Nachbar m em Finger« gliev abgeblffen- unv Verschluß! Prag, 2. Dezember. Eine knrze Lerhandlung über einen unglaublichen Sachverhalt. Ter Bauer Josef B u d s k y, 83 Jahr« alt und im Tors 2 k l-!» v a n y bei Böhm.-Vrod wohnhaft, war heut« vor dem Senat des OGR. Tr. B r r n a ü c k der s ch>v e- rett Körperverletzung angeklagt. Ain 2t. Juli hatte er einen heftigen Streit mit einer Miet Partei, weil diese mit dem Wohnungsztnr im Rückstand war. E« scheint indes, daß dem Bud- sky der rückständige Zins weniger wurmte, als die Freundschaft seiner'Mieterin mit der Nachbarin slezak, gegen di« der Angeklagte seit langer Zeit «inen wütenden Haß hegte. Das Unglück ivoilte eS, daß bei der erwähnten Auseinandersetzung über den Zins die Slezak hinzukant und den Streitenden zuhörte, ohne sich jedoch irgendwie persönlich zu beteiligen. Ohne all« Ursache stürzte der wütende Budsky plötzlich aus die verhaßte Nachbarin, warf eine Sichel nach ihr. würg:« üe und verbiß sich endlich derart in ihre linke Hand, daß er ihr da» ober st e Glied de» kleinen Fingers glatt abbiß. Sodann verschluckte er eS. Er verteidigte sich mit Trunkenheit und erklärte, stch an nichts mehr crinuern zu können. Außerdem habe ihn die Slezak geschlagen und wuttt er ihr etwa» zu leid getan habe, so sei es in N o t- Der Geiangenenauisiana in Philadelphia Vxteatt Menschemnassen vor dem Zuchthaus von Philadelphia, In dent die Insassen eines Blocks von 75 Zellen ausbrache». Erst nach stundenlanger Jagd einer kleinen Armee von Polizisten konnten die Flüchtlinge eingekreist mtd' zurücktrausporticrt werden. Wir stehen habt acht, wir gehen in-Reih'» Am Henker vorüber, verzerrten Gesichtes, Zum Letzten entwürdigt, in Schmach und in Pein, Di« Letzten werden d'« Ersten sein, Am Tage des Gerichte». Amen. Jura. Die MrterWr in Berlm-TruwellM. Das Lolrrmbla-Haus der„Gestapa". ewte 9. Ctmntaft, 8. Dezember 1S8S Mn untere Mvonnententt Mtte lefeWü And nns bis 10. Dezember den Abschnitt einsenden! Wir ziveisetn nicht daran, daß auch Hi« die Äciegenhe:: benuven weiden, an Stclh oer teueren NeujahrSgratulationLkarteu unserer Aktion Unterstützung zu gewähren, die bet finanziellen Stärtunfl deS Glattes dient und weiters den holten ideellen Zweck erfüllt, das» die Zusammengehörigkeit unserer Genossen und Genossinnen sichtbar vor Augen geführt wird Wir bitten Sie daber. Ihren Namen gegen eine Gebühr von IN Ke in unser Neujahrs SollMMemt ausnehmen zu lassen und den entfallenden Betrag von tu Ke mit der Dezemberabonnements gebühr einzusenden. Wir sind überzeugt, daß auch Sie, der heutigen Zeit Rechnung tragend, uni Ihre Unterstützung nicht versagen, und danken bestens für Ihre freundliche Fördern»« unteres Blattei. Die SevtoaMnuo. mmmmnn§»»»» aOtVVMNCM I»Irr MlteHMal Reujayrs-EnWeSung für„GozßaßdrmokLat". Ich bestelle hiemit unter dem Namen:> eine NeujahrSenthebung zum Betrage von 10 Kr und sende Ihnen diesen Betrag gleichzeitig mit der Abonnementsgebühr pro Dezember ein. Unterschrift: wehr geschehen. Aber die Zeugenaussagen waren allzuklar und seine Verteidigung nützte dem Budjky wenig. Er wurde zu sechs Monaten schweren und verschärften Kerkers verurteilt, rb. Kunst und Wissen Der Wider,penülge» Mmung. Neu inszeniert im Deutschen Theater. „C Gnad' uni Gott, welch Faschingsstück ist die»? Mit Flippen, Schnipp und Schnapp, gezickt, gezackt..." Petruchio. Eine Inszenierung z Regie Renato Mord o) von so verblüssender Modernität, daß sie 1920 Furore gemacht hätte. Also dai gibt's noch: diesen tollen Budenzauber mir Klimbim und Tralala, diesen gespenstischen Requisitenhumor, der angroßen Leitern, kleinen Leitern, langen Bärten, kurzen Bärten, aus Kossern, Schirmen, Zylinderhüten unablässig Lustigkeit schwitzt, diesen turnenden BetvegungSwirbel, der jedes Wort von Shakespeares Gnaden mordet. Die unendlich süße Parabel vom Erwachen einer störrischen Seele— reduziert auf akrobatische Stofflichkeit: das Zich-Wehren und Sich- Finden zweier im Innersten zarten Herzen al- brutaler Dressurakt: die großartige HochzeitSszene— ein Macbeth-Festmahl in der Sphäre des Tragikomischen— verwandelt zur Operettenfaree; die herzbeklemmende Kälte in PetruchioS HauS, diese eisige GefängniSatmosphäre der entscheidenden Kamps- izenen durch einen tropisch blühenden Garten erseht; die quellenden, strömenden Verse, Witze und Wortspiele(wie Petruchios grandiose Tirade„Du Käth- chen goldenes, Dnkötchen sind Dukaten, drum Goid- kathchcn" usw.) zerfetzt, zerrisien, zerlallt! Nicht weil diese Inszenierung.modern", sondern tveil sie im tiefsten Sinn reaktionär ist, muß sie so vehement abzpilehnt tverden. Die großen Shakespeare-Inszenierungen Engels, Viertels, Fehlings haben zur Evidenz erwiesen, daß Shakespeare mit den legitimsten Mitteln in ungeahnter Weise publikumswirksam zu machen ist. Diese Aussührung hat den Wert eine- theaterhistorischen KuriosumS: nachdem der Hanswurst von der Shakespearebühne mit Mühe Vertrieben war, taucht er nun noch einmal auf. Hat man dazu die Eigenlebendigkeit der Schauspielerin Carola Reher gewonnen, daß sie jetzt in einen Stil gepreßt wird, dem sie seit Jahren souverän entwachsen ist? Hat sie dazu in intensivster künstlerischer Arbeit die Fähigkeit errungen, wie kaum eine zweite deutsche Schauspielerin solche herb verhaltenen Geschöpfe bezwingend darzustellen, um jetzt al- mechanische Gliederpuppe hin und her gezerrt zu werden? Welch ein Käthchen hätte das werden könne»/ wie transparent hätten bei ihr— ohne Verzicht auf groteSk-komische RebentnoMente— die Entwicklungsstadien dieser-Seele leuchten müssen: von der faszinierten Abwehr deS ersten Gesprächs mit Petruchio bi« zum Höhepunkt deS Aufschreis .Hätt' ich ihn nur mit Augen nie gefehn!", den sie jetzt„komisch".maulend herauSheulen muß. Natürlich kann eine solche schauspielerische Kraft selbst in dieser Atmosphäre nicht völlig zertreten werden. So sprengt sie manchmal den bedrückenden Rahmen und Natur und Shakespeare blühen auf: von bezwingendem Charme die Mond- und Sonnenszene, unbeschreiblich großartig in Blick, Ton und Gebärde der Schlußmonolog. Auch D a l k ist eine viel zu starke künstlerische Natur, um sich im Prokrustesbett dieser Inszenierung wohlzufühlen. Er könnte, wenn man ihn nicht turnen, sondern sprechen ließe, ein besonder- menschlicher Petruchio sein, dessen äußere Schroffheit sehr reizvoll durch den sanften Ausdruck seiner Augen de-avouiert würde; von einem Riesenhut und andern Kinkerlitzchen behindert, wird er nervö-, worunter der sprachliche Glanz seiner Worte leidet. In der BewegunpSfülle der andern F'guren, deren Leistung säst ganz im Aeußerlich-Figurolen de- schlossen bleibt— Denrel, Bauer, Frey, Renner, Padlesak, SSröhlrn, Ianitlchek, Berndt— horcht man auf. wenn Walter Taub als Grumio zu sprechen beginnt: hier ist ein echter Shakespeare-Klang au- Komik und HerzenSgüte zu spüren. Erich Dörner als Biondello:: ein Gipfelpunkt schauspielerischer Taktlosigkeit. DaS Bühnenblw Frank Schultes' stellt einen Dessauer Bauhans- Syielzeugkasten aus dem Geiste Moholy-Negys und Traugott Müllers auf die Bühne. Statt des Rund- Horizonts oder luftiger Projektionen stimmungstötende schwarze Hänger(zur Gestaltung paduanischer Atmosphäre!). DaS Publikum unterhielt sich ausgezeichnet. Mir dieser Tatsache zu rechten, wäre mehr alS theate». fremd. Aber mit Entschiedenheit muß gesagt werden, daß keine geistige Kritik solchen Humbug akzeptieren sollte.„Etliche Entgleisungen"— wie ein Kritiker liebevoll tadelnd feststellt? ES war eine Eisenbahnkatastrophe von beträchtlichem AnSmaß. H. Fischer. Wochenspielplan deS Neuen Deutschen Theaters. Heute, Sonntag, 11 Uhr: Kammermusik; S Uhr: ,Zm weißen Rößl"; 8 Uhr:„Dreimal Hochzeit."(D 2.)— Montag 7t/h Uhr: „Die fünf Frankfurter."(A. A.)—"Dienstag 71A Uhr:„Ter Widerspen stigen Zäh- mung'"(A 2.)— Mittwoch 7 Uhr: Tannhäuser."(B 2.)— Donnerstag 7^, Uhr:„Dreimal Hochzeit."(C 1.)— Freitag 6>X> Uhr:„Der Widerspenstigen Zähmung?" Jchülervor- stellung gemeinsam mit der Urania, beschränkter öffentlicher Verkauf.— SamStag 7 Uhr:„Lohe n- grin." kD 1) Wochenspielpkan der Kkeiucu Bühne. Sonntag 3 Uhr:„Pygmalion"; 8 Uhr:„Tefirä.— Montag 8 Uhr-„Allez hopp." Volkstümliche Vorstellung.— Dienstag 8 Uhr:„Desirö."— Mittwoch 8 Uhr.„Bezauberndes Fpau- lein"— Donnerstag 8 Uhr:„Desipch" Freitag 8 Uhr:„Desir 6"— SamStag 7hL Uhr: „Prager I l l u st r i e r t c." Erstaufführung. Der Film So ein Hundeleben. Daß diese- tschechische Filmspiel gelingen würde, war vorauszuschcn: dann zwei der tüchtigsten Leute des Prager FiSmS, der Regisseur Mae F r i i und der Schauspieler Hugo H a a s, haben et in glücklicher Gemeinschaft geschaffen, unabhängig von literarifchen Vorlagen, mit dem Mut zur eigenen Idee und der Luft am eigenen Könne». Dem Produkt ihrer Arbeit fehlt zwar noch manches zum vollendeten Lustspielfilm, aber nicht- zum heiteren Erfolg. Ein Reigen netter, kotnödiaittifcher Einfälle: vom wohltätigen Falschmünzer bis zum neuartig variierten Berkleidungsschwank, der dem nie übertreibenden, sympathisch-witzigen Haa- einen Dop- pel rollen Ulk evntöglicht, der schließlich noch dadurch übertrumpft wird, daß sich zum Onkel und Neffen in einer Person noch ein ebenfalls von Haas gemimter Doppelgänger gesellt. Das führt freilich dazu, daß der tüchtige H a a S diesen Film so ziemlich allein spiele. Ter Regisseur hat sich darauf beschränkt, ihm die Pointen zu reichen— und er hat ihm sogar Monologe gestattet. Immerhin gab er dem Spiel eine Frische, wie wir sie(von dem kürzlich erlebten Lamaö Opus abgesehen) im tschechischen Film noch nicht bemerkt haben. Von den Darstellern, die im Schatten des Hauptdarstellers zu agieren gezwungen sind, ver- steht sich nur P i S1 2 f zur ölettung zu bringen. Die anderen verharren in einer etwas kranrpjhaf-- len Groteske— und die weibliche Hauptrolle, die manche Möglichkeiten bot, hätte mehr tobendiges Temperament und weniger Geziertheit sehr gut vertragen—cis— Die Insel der Dämonen. Ob die hier vorgetragene Hrxengefchichte wirklich dem Glauben und Kult auf der Insel Bali entspricht, kann nur der Südseekenner entscheiden Wir Laten haben jedenfalls den Eindruck, daß die Sache umvahrscheintich gestellt wirkt. Dennoch sehen wir den Film gern Denn er ist voll von der fremdanigen Schönheit dieser kindlich-anmutigen Menschen, voll von dem fernen Zauber dieser sonnig-selrsanten Tropenwelt, die trotz aller kolonisatorischen und filmischen Attacken ein Wunder einfach-heiterer Menschlichkeit und märchenhaft-köstlicher Kunst geblieben zu sein scheint.—eis— filme ib Praoer UWßlüdüium bi- einschließlich Donnerstag, den 7. Dezember. Dran-Urania:„Der Adjutant Seiner Hoheit."— Adria:„Leise stehen meine Lieder."— Alsa:„Zum ansgegesfenen Laden."— Avion:„Dämon-Insel."— Flora:„Fliegende Teufel."— GAumont:„So ein Hundeleben."— Aincma: Journale, Groteske, Reportage.— Koruna:„Ter gute Tramp Berns öek."— Kotva:„Aus der Sonnenseite."— Lueerna:„Auf der Sonnenseite."— Praha:„Erotikon."— Radio:„In einer kleinen Garnison."— Skaut:„Fliegende Teufel."— Sdkto- zor:„So ein Hundeleben."— Alma:„Da».Hau» in der Dorstadt."— Bajkal: Fliegende Teufel."— Belvedere:„Revisor."— Carlton:„Zum heiligen Antoniu»."— Favorit:„Tie Erde singt."— Kapitol: „Papst Piu» XI."— Lido:„Ta» HauS in der Dorstadt."— Louvre:„Zum heiligen Antonius."— Roxy:„In einer kleinen Garnison." Sport:„Der Fluß." Sport* Spiel• KSiMvllM vom belgischen Arbeiterfußball. DaS kühle Wetter am vergangenen Sonntag wirkte sich für den Fußballsport sehr gut aus. Ztvei UobcrraschuNgen: An der Provinz Flandern wurde End rächt Gand ron Renaix mit 4:2 geschlagen und MouSeron ist der lachende Tr'tte, denn er liegt nun mit zwei Punkten Vorsprung in Führung. Die zweite kam in der Provinz Hainant zustande. Ouaregnon verlor diesmal gar mit 8:1 gegen CuemeS. Ach hat den Nutzen und führt mit drei Punkten vor den anderen. In den anderen Provinzen haben die Führenden ihre Positionen behauptet. In der Provinz Lüttich schlug Tongves Vclroux und kam dadurch aus der gefährlichen Zone des Abstiegs. Saisonbeginn im lettischen Arbeiter-EiShockey Der vorzeitige Beginn des Winters hat die EiS- s-portler auf den Plan gerufen. Die Eishockeyspieler haben schon mit dem Train ng begonnen und an den Meisterschaften, die im Dezember beginnen, werden rund 25 Manm'chaften teilnehmen. Die Wiener Arbelter-EiSläuser veranstalten derzeit auf der Kunste'Sbahn Engelmann eigene Kursund Trainutgswbende, bei denen Massenibetrieb herrscht Nicht weniger alS zweihundert Teilnehmer wurden gezählt, die in Gruppen für Kunstläufer, Tänzer, Schnelläufer uttd Anfänger eingeteilt sind. BerusSsk lehrer, die dem Askö Oesterreich ange> hören, dürfen, wie der AÄö beschlossen hat, an Äi< wettkämp'en und Meisterschaften des ASkö teikneh men. Der politisch ntülttlt bürg«rl.che Sport. Bor dem Fußballänderspiel Oesterreich—Schottland, das gm.Mittwoch in Glasgow stattfand, gab der Wiener Reporter Schmieger— daS Spiel wurde von der Navag übertragen— einen SituattonSbericht, In dem er recht draufloSschmuste. Inmitten seiner Betrachtungen erzählte er, daß die österreichische Nationalmannschaft unter Dorantvagung einer großen rot-weiß-roten Fahne, auf der d'e Worte„Vaterländische Front Dr. Dollfuß" stand, das Spielfeld betrat und mit brausenden Beifall wegen dieser sinnvollen Ehrung von den Zn/chauern begrüßt worden sei. Jen«, die am Apparat laßen, haben den „brausenden" Beifall nicht so vernommen, wie der geschäftige Herr Reporter. CS sch eu unS vielmehr ein verständnisloses Säuseln zu sein im Gegensatz zu den späteren BeisallÄuitdgebungen der Zuschauer während des Spiele». Die Italiener müssen den Faseistengruß anÄringen, die Nazi-Sportler den „deutschen Gruß'— und die Oesterreicher haben ihre„Vaterländische Front" mit dem„Gott erhalte"! Aber Politik im Sport, o nein, dos sind nur sinnvolle Ehningen! Wer e» glaubt... Vereinsnadiriditen Arbclier-Turn- und Sportverein Prag Die AuSschuhsihung findet diesmal auSnahmS- tvetse am Dienstag, den 5. d., statt, und zwar 'im G e w e r k s ch a f t s h a u S, Blaues Zimmer. De- g'nn 7 Uhr abends. Die Funktionäre werden ersucht, diese Aenderung zu beachten, und bestimmt zu erscheinen. GEDENKET bei allen Anlässen der A r beiter für sorge! Literatur Ein neuer deutscher Buchverlag in Paris. Der Verlag„LeS Edition- du Mercurc de l'Enropa", Paris, 3ä. Boulevard de Strasbourg, läßt eine Broschüren- veihe„Die Streitschriften des europäischen Merkur" ersch.'inen, Ause nand.'rsetzutsgen mtt den wichtigsten Fragen, die heute zur Diskussion stehen. Es erscheinen zunächst die folgenden Bände: „Die Aufgabe des Jud-mtumS" von Lion Feucht- wanger und Arnold Zweig:„Und Oesterreich?" von Ludwig Bauer;„Der Sinn d:r Emigration' von Heinrich Mann:„Warum versagten die Marxisten?" von Rudolf Olden. Ferner erscheinen die folgenden Bücher: Der berühmt« Roman des englischen Judentum»„Die Äagnokieivstraße" von Louis Golding, ein ein- föcher Roman auS deut freien Deutschland von gestern:„Ist es voubci?" von Marg.rit?lnger; vin Uelvrblick über das gegenwärtige Geschahen in Amerika:„Amerika, Newbau oder Chaos" von Andrö Maurois; eine ausführliche Ausein- andeu'etzuttg mit den Grundlagen des heuttgen Gc- kchehenö, mit der Jdcengcschichte des RI. Jahrhunderts;„Der mißbrauchte Mensch" ron Paul A. Robert. Sämtliche Bücher erscheinen in einfacher, französischer Ausstattung zu den üblichen billxen, französischen Preisen,, von 5 dis 18 Franken. Mitteilungen der JraW' Wochenprogramm vom 2. bis 9. Dezember. Heute halb 11 Uhr:„Rordlaud, Odins Para dies." Dazu„Reise durch die Dschechoflmvakel" Montag viertel 9 Uhr:„'Kordland, Odin« Paradies." Dienstag 8 Uhr: Architekt Baurot Pro;. Tr. Clemens Holz meist er:„Querschnitt durch mein Schassen." De-nkmalipstoge,.«irchenbau, Theater kFesispielhauS in Salzburg), Profanbouteo, Bauten in Ankara und Bagdad. Mittwoch 8 Uhr:„Der Weg zu uns treu Kindern." Paul Fischt. Donnerstag 8 Uhr: Sakcha Leontjew spricht und tanzt. Freitag 8 Uhr: Urania-Nikolo-Feie: für dir Kinder. Leitung: Margit Beck. Freitag halb 7 Uhr:„Ter Wide spetrftigen Zähmung." Klassikervorstellung im Theater. SamStag 8 Uhr:„Der uvnL Mensch." Kultur film. SamStag 8 Uhr: Erster Gemeinschaft» Ab-» nd der Maiaryk-BolkShochschule. Maiaryk-BolkShochschule. Sonntag 10 Uhr: Opernstudio. Montag 8 Uhr:„Tie oberen Luftwege oli Eintrittspforte für Infektionskrankheiten(Grippe, Schnupfen, Katarrhe usw.). Doz. Bumba. Montag 8 Uhr:„Praktische Rechtsfragen." Untv.-Pros. Dr. Egon Weiß.„Ehescheidung und Ehetrenimng." Dien-tag halb 7 Uhr:„Führung durch zeit- genöfsisckte Musikwerke" Kapellmeister Uttmann. Mittwoch» Uhr: Sprechbühne für Mittel schüler. Pro?. Dr...Erwin Klein. Mittwoch i> Uhr: Ingendadteitung für Leides Übungen. Dr. W e l w a r S k y. Mittwoch halb 7 Uhr:„Von den van Eycks bis zu Rogier van der Welchen." Prof. Messer. Mittwoch 7 Uhr:„Die Geschichte der Juden." I. Dr. H. Lieben. Mittwoch 8 Uhr: Schriftchamklerologischer Kurs. Pros. Dr. Otto Fanta. Donnerstag halb 7 Uhr: GosellfchastS-Formen Einladungen mw Caroline Schönau. Donnerstag 7 Uhr:„Entstehung der- tjchecho stowakischen Währung." Dr. Charmatz. Donnerstag 8 Uhr:„Charakter und Psychoana lyse." Dr. H. L ö w e n f e l d. Freitag 8 Uhr:„Kitsch und Kunst." Dr. Max 2 e r i. Wicderholungslurs. Freitag 8 Uhr:„Probleme der Charakterbil- hu.tty." Dr. Alice R ü h l e- Ge rstel und MUDr. Julins Stein. SamStag 3 Uhr: Opernstudio. Samstag 3 Uhr: Handxrtigkeirskurs. Töpier. SamStag 1 Uhr: Sprecherziehung. Prof Birk. SamStag 5 Uhr: Iugendorchester. Prof. Klem Dazu die praktischen und Sprachkurse. Werden Sie Urania-Mitglied! Jahresbeitrag <8 lli, für Familienangehörige Ke 8. jährlich Zahlreiche z. T. neue Begünstigungen! Urania- Kassa, Klimentskä 4, Fernsprecher 81623. Urania-Kino. Die Andergast, Earpentier, Lord, den Aldo, Dudek, Götz, Höizsin. Ian sich, Padlesak, Roller, Städler, Ströhlin, Taub u. a. sehen Sie nckben Burian in.„Der Adjutant seiner Hoheit". Bereits »wette Woche im Urania-Kino. Verlangen 51« m lecker Verkaufsstelle de» Konsumvereine» SELCHWAREN der Hrm« HEGNEP a Cie. PILSEN Selchwaren der ra. HEGNER« Oe. PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I t(u 11 q i b 11: gieqtri-d Ink— Udeferdakleut! ÄNdktm eil»Heer.— Beraniu-arlltcher Redakteur: Dr. U«u OtrauS. Brog— Druck: N.'Ä für Zrttvilg. u»d Buchdruck, Vraa.— Für ven Druck verauiwarittch Otto vaNt. »ut.— Lii Actiuila-marleiiteautan» oued«»»» der polt-«. rcleorophendirttiiun m» Irrla«•hx t8.tW0/Vn.lfl8O deiullliel.— B«tue«deainau»een: Bei Z-lNllung tn» Hauk ouer bei Bezoa durch die Bali mauaMch Ke 16.—,»ierteliadrUch Kc la.—, U M,—, U— gus'kar« werdeu laue Laut diüigS derechuei. 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