Erscheint mit Ausnahme des Montag tüg'Ich früh. M samea a. StftMnaao: Braga.3ttr nm Mvzelhrek 70 Heller. ckAnschlteßltL B Heller Porwl 13. 3abrflano. Samstag, 9. Dezember igzz Nr. 2SS. "■■■"■» Dollfuß vor dem Sturz 1 Werk des Friedens? Die amerlkanisch'sowjetrussische Verständigung Ein Ultimatum des Bundespräsidenten ' W i c n, 8. Dezember.(Eigenbericht.) Die Schwierigkeiten ver Regierung Dollfuß werden immer grSfzer. Tie finde» ihren'Ausdruck in einem förmlichen Ultimatum, das heute der BundeSprLfldent Herrn Dollfuß stellte und in einer Veröffentlichung d«S Landbundes, in der er den Abbruch ver Verhandlungen mit Dollfuß anzeigt, weil er den Bestand der Regierung für gefährdet hält. Zu dieser Meldung teilt uns unser Wiener Berichterstatter folgende Einzelheiten mit: Die Atempause, die sich die Regierung Dollfuß vom Weihnachtsfrieden erhoffte, schlägt in einen Krisenzustand von zunehmendem Nmfang um. Der Bestand der Regierung, den Dollfuß durch einen neuen Pakt mit ocin Landbund sichern wollte, hat, wie man immer deutlicher liebt, einen schweren Stoß durch den Beschluß ver Bischofskonfercnz bekommen, der nichts anderes bedeutet als ein Abrücken von der fascistischen Abenteurerpolitik der Regierung Dollfuß. Der Landbund erklärt heute bereits in einer parteiamtlichen Aussendung, daß er den Bestand der Regierung Dollfuß für gefährdet halte und deshalb die Beichandlungen mit Herrn Dollfuß vorläufig abgebrochen habe. In dieser Lussenoung deS LandbuildeS, dessen Vertreter noch in der gegenwärtigen Regierung sitzen, heißt eS wörtlich: „Durch den Beschluß der BischofSkon» fercnz ist«in« Lage eingetreten, in der man Erfolge der tlnnlsdcen Sozialdemokratie Helflngfors, 7. Dezember. Bel de» am 3. und 4. Dezember in ganz Finnland abgeyaltenen Gemeindewahlen wurde in Helflngfors folgendes Ergebnis erzielt: Sozial de mo/raten 23 Man» date(vor drei Fahren 22), FortfchritiS- partei 8(4), Schweden ist(20), Sammlungspartei im Wahlbündnis mit der vaterländifckzen BottSbewegung l i(13). In den übrigen finnischen Städten scheinen Vie Wahlen ein ähnliches Bild zu ergeben, während ans dem Land«, soweit sich fetzt schon übersehen läßt,«ine uneinheitlich« Bewegung teils nach links, teils nach rechts stattgefnrrden hat. Sdiflsse gegen ooerlngs Polizei Dortmund, 8. Dezember.(Wolff.)„Die Mord, kommiffion teilt mit: Hans Malter, der Mörder deS SA Manner Fehlich sollte heute morgen in der Wohnung seiner Eltern in Hamm in der Königsstraße festgenommen werden. Malter lag bereits angekleidct in der Küche auf einem Sofa. Auf die eintretenden Beamten gab er sofort mebrer« Schüsse ab, wodurch einer der Beamten einen Herzschuß, der andere einen Lungen« und Knieschuß und der dritte einen Bauch- und Brustschuß davomrug. Ueber die am Boden liegenden Beamten sprang dann Hans Malter hinweg und flüchtete durch da- Fenster der Wohnung feiner Eltern aus das Doch eines Anbaues. Er entkam über die Dächer. Hans Malter ließ zwei Mehrladcpiswlen zurück. Die ausgesetzte Belohnung ist nunmehr auf 2.000 Reichsmark erhöht worden." Die Verletzten dürsten kaum mit dem Leben davon kommen. AuS dieser Meldung ist der klare Tatbestand nicht ersichtlich. Insbesondere ist nicht zu erken- nen, ob die„Beamten" richtige Volizeibcamte oder SA-Leute waren und wie sich der Mord an dem SA-Mann vollzog. ES scheint sich hier einer mit Erfolg seiner Haut gewehrt und«ine Wieder- holung Pote mbaS verhindert zu habe«. für die Regierung Dollfuß aus unabsehbare ll r c i g u t s s e gefaßt fein muß. Eine ähnliche Meinung scheint auch in den führenden Kreisen des österreichischen Klerus m bestehen, die befürchten, daß die gegenwärtige Regierung Oesterreich zu einer.Katastrophe führen könne, für die der Klerus die Verantwortung ablehnen will. Diese Auslegung wird wenigstens von führenden Kreisen- des Erzbischöflichen Amtes in Wien gegeben. Aber selbst aus der Umgebung des Bundespräsidenten erfährt man, daß auch er die Fortführung des bisherigen NegirrungSkurseS für untragbar hält. Zwischen MiklaS und Dollfuß gab eS heute ein« Unterredung, in der der Bundespräsident Herr« Dollfuß in fast ultimativer Form daran erinnerte, daß sich der Bundeskanzler im Juli verpflichtet hat, binnen sechs Monate« die neue Verfassung unter Dach"üüd Fach zu bringen und geordnete Berhältnisi« herzustel- len. Der Bundespräsident sagte dem Bundes« kanrler. daß dies« Frist am 10. Jänner 1034 absäuft. Damit soll offenbar Herrn Dollfuß«ine letzte Galgenfrist gegeben werden. Parks, 8. Dezember. sHavaS.) Die französische Regierung wird erst nach der Finanzdebatte darüber entscheiden, welche genaue Stellung sie zu den deutschen Forderungen«inueh- men wird, die nach der Berliner Ansicht direkte Berhandlungen erfordern. Gemäß ihrem übliche« Verhalten hat di« französische Negierung die Regierungen der befreundeten Staaten über die deutschen Forderungen unterrichtet, und zwar auf Grund des Berichtes deS franzöfischeu Botschafters in Berlin FraneoiS-Paneel nach fr.» uer kürzlichen Besprechung mit Hitler. Hiller hat übrigens Wünsche ausgesprochen, welche alle Signatare de» Versailler Vertrages interessieren, da er fordert,— wie weder in der Presie,»och in de« deutschen Kundgebungen verhehlt wird— daß Deutschland da» Saargebiet ohne Plebiszit zurückerstattet werde, serner daß e» seinen Militärstand erhöhen könne, und daß Deutschland gestattet werde, eine gewisie Zahl von Massen zu besitzen, die ihm durch den Versailler Vertrag verboten sind. Di« Reise des britischen Botschafter» in Paris Lord T q r r e l nach London wird eben mit dem Bestreben der französischen Regierung die Ansichten der übrigen Regierungen kennen zu lernen, erklärt. Tie Schwierigkeiten des Herrn Dollfuß werden aber auch durch Krisen innerhalb der Regierung vermehrt. Die Führer des Heimat, schütze» drängen in den letzten Tagen immer heftiger auf die Auflösung oller Parteien mit Einschluß der christlichsoziakcn. Die- seS Verlangen hat in Unterredungen»wischen Mitgliedern der Regierung gestern und heute zu erbitterten Auseinandersetzungen geführt. Mit den eigenen Parteimitgliedern scheint Dollfuß ebenfalls in Konflikt geraten zu sein. Gutinformierte Politiker wollen wissen, daß Dollfuß in den letzten Tagen wieder aus eigen» Faust Berhandlungen mit führenden Nationalsozialisten angebahnt habe, und daß nach diesen Berhandlungen von Mitgliedern des Kabinetts, man spricht besonders von Minister Sch u s ch. nigq, Gegenmaßnahmen getroffen war. den seien. Eine Reih« von Aktionen der letzten Tage, darunter die Verhaftung des österreichischen RaziführerS Frauenfeld und da» Verbot von Hitlers„Mein Kampf" sollen bereits da» Ergebnis dieser Kraftprobe zwischen den schwarz» gelben Bestrebungen und den aus Aussöhnung mit Deutschland gerichteten sein. Unter diesen Umständen mißt man dieSnml der Krise innerhalb der Regierung besondere Bedeutung bei und glaubt, daß di« Zeit nach dem 10. Jänner,, also nach dem Ablauf de» Ultimatums des Bundespräsidenten, für die Regierung Tollfuß entscheidend werden wird. eour und Dr. BeneS über die Mittel bera. ten, wir wiederum alle Staaten im Interesse der Festigung de» Frieden» um den Völkerbund gruppiert werde» können Die Reise deS Ministers Dr. BeneS bedeutet also eine wichtige Etappe bei der Gene» sung Europas, die Vie französische Regierung Josei Paul-Boncour, französischer Außenminister anstreben will, wobei sie den Völkerbund zum Mittelpunkt ihrer Aktion macht. Gegenvrsmne Pani-Doncours Einige Wochen, itachdcm der Präsident der Vereinigten Staaten seinen aufsehenerregenden Brief an den Vorsitzenden der BolkS- konmtissäre der Union Sozialistischer Sowjet« republikcn geschrieben hat, sind die von den Vertretern der beiden großen Staaten geführten Verhandlungen mit Erfolg beendet worden. Nach 16 Jahren erkennt die USA So- wjetrußlaud offiziell an lind entsende« ihren Botschafter nach Moskau. Damit gibt die amerikanische Diplomatie dir Hoffnung auf den baldigen Zusammenbruch der bolschewistischen Herrschaft auf. Sie ist entschlossen, die wirtschaftlichen und politischen Chancen, die sich ans einer Zusammenarbeit des hochkapi- taliftischcn«n«d des bolschezvistischen Staates ergeben, für die privatkapitalistischen Interessen ihres Landes auszllnntzcn. Und die böl- schewistifchen Diplmnatcn niltcr Führung von Litwinow hoben dagegen keine Einwände er« hoben: mit Unterstützung der mächtigsten Iw» perialisten der Welt wollen sie den sozialistischen Aufbau und die.Kräfte des Frieden» fördern. Soweit sich übersehen läßt, kerben die Bolschewisten den Amerikanern die größeren Konzessionen gebracht. Sie haben auf alle Ansprüche, di« sie bisher mit großer Hartnäckigkeit gegen die USA wegen deren Betei- ligttng an den sibirischen Intcrvrntipnskvie. gen vertreten haben, bedingungslos und end- gül.ig verzichtet. Ebenso verzichten sie vorläufig bis zur endgültigen Regelung, der gegenseitigen Privatforderungen Ansprüche gebenden Tatsachen ergibt. i7b e» jemals wieder wird, solange wir noch zu loben haben? Du wirst denken— ich sei unter die Pessimisten gegangen, weil der sogenannt« Wahltag hinter un» liegt! Ach nein— so schnell nicht. Wer die Dinge bei uns erlabt, dem sind die Zahlen kein Wunder. Aber weil da» Ausland nicht in unserem Milieu zu denken braucht, darum fällt da» Urteil oft so beängstigend au». W«>m die Berichte der deutschen«Zeitungen stimmen, dann muß ja di« AuSland»press« geradezu Ergeben, beitStänze aufgeführt haben über die einstimmige VolkSmeinurw. Und wir? Mr stehen mittenmang und sehen di« Menschen, sehen, wie sie ängstlich jede» Wort vermeiden, wie sie froh sind, au» dem Bannkrei» de»„freiesten aller Wahlrechte" herau» zu sein. Denn di« meisten fühlen hinter sich die Aufpasser, di« wirtschaftliche Straf« für«waigen Ungehorsam. Wie soll man denn nur den anderen Menschen sagen, wa» wirklich in Deutschland ist. Greuel? da» ist ja gor kein Ausdruck. Greuel gehen vorbei, lasse« ein paar Tote liegen, ein paar Geschunden«— aber dann gehen sie wieder. Dai ist ei allo nicht. ES ist schlimmer al» Greuel. ES ist daS Sterben«ine» ganze« Volke». Sein geistiger Tod, sein moralischer, sittlicher Unter» gang. Man schlägt di« Menschen tot und läßt Uniformen lebendig werden. E» fällt einein jetzt Brögor» Gedicht„Auf dem Schädelberge der Welt"«in:. Ist denn kein Mensch, kein lebendiger Mensch mehr da??" So ist«» hei Werden Doering und Leu kastriert? Da» Gesetz zur„Verhütung erbkranken Nachwuchses". Berlin, 8. Dezember. Da» Büro de» Der« eins deutscher Zeitungsverleger meldet: Gemäß der bereits bewnnt gegebene» Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Verhütung erbkranken Nachwuchses wird denjenigen Personen, die auf Grund de» Gesetzes unfruchtbar gemacht werden sollen, bzw. deren gesetzlichen Vertretern ein Merkblatt auSgchändigt, das sie in leichtfaßlicher und klarer Weise über den Zweck der gesundheitlichen Maßnahme, die an ihnen vorge- nommen. werden soll, unterrichtet. Dieses„Merkblatt über di« Unfruchtbarmachung" hat folgen- den Wortlaut: „Die Unfruchtbarmachung, da» heißt, die Aufhebung der Zeugungsfähigkeit männlicher >oder weiblicher Personen, hat den Zweck, die un». Und in solcher ToterchaiiSatmosphär« müssen wir leben. Denn wir wollen nicht diesem Tode verfallen. Wir wollen nicht unseren Verstand aufgeben. Wir wollen nicht mechanisierte Menschen, Spielzeuge werden. Und daß diese Gefahr immer gegen einen herankriecht— siehst Du, lieber Freund, daö ist da» Furchtbare im heutigen Deutschland. Ich habe vier Jahr« im Kriege, ein Jahr in der Gefangenschaft gelebt. ES waren schreckliche Zeiten. Aber>va» man tun konnte— man konnte sich einmal anSschiinpfrn. Man Hail« Menschen. die»Mb den Mut zur.Kritik hatten, um sich. Tiber heute? noch nicht einmal «in Skattisch kann garantieren, w'ievicle Spitzel er unter sich hat. Keine Familie ist sicher, daß in ihr keiner sitzt, der selbst di« eigenen Geschwister oder gar Eltern vcnichwärzt. Und gar in den Wirtschaften, in den Bahnen, ans den Straßen? Kein Wort ist»""glich kein Blick. Alle» rennt dahin— und sieht möglichst au» dem Wege. Und da» nach neun Monaten? Wa» soll da»»ach Jahr«» tvrrden? Hört dann die Aengst- lichkeit auf?-Haben sich die Menschen so mechanisieren lasten, daß sie automatisch den richtigen Gebrauchsblick, da»— Wort, di«— Geste fertig bringen? Schrecklich— wenn man da» überdenkt. und doch gibt e» kaum eine ander« Perspektive, Wie sagt« so schön nach dem 12. November eine deutsckte Tageszeitung?: Lassen wir di« Neinsager und jene, die nickst zur Urne kamen, verfaulen! Ja— ich glaube, da haben die Nazi» die Struktur gezeichnet, di« sie«rreichen wollen'. Verfault« Menschen. Nur überzogen mit brauner Farbe, diedie Fäulnis verdecke» soll Wenn e» sich nur darum handelte, di« p o k i» tische Se>t« unserer Verhältnistc zu ükeivin- den, wahrlich, e» wäre ein Kinderspiel. Aber di« Entgeistigung, die Heuchelei, die man überall sieht, die Verstellung der Leute, die man früher auch in anderer Farbe ebenso„ge- sinnungStüchtlg" mimen sah.— da» ist e», UM» einem die Luft vevsetzt. Könnte man den Bengeln in ehrlichem, ossenem Kamps« der Meirrun- gen begegnen, wa» wär« da» für ein« Wonne. Mit besten Grüßen an alle, die guten Mute» und ehrlicher Ueberzcugung sind, Dein Weiterverbreitung von Erbkrankheiten zu verhindern. Solche Krankheiten sind: Angeborener Schwachsinn, Schizophrenie, manisch depressive» Irresein, erb- lichr Fallsucht, erblicher Veitstanz(Huntington, sche Dhorea), erbliche Bkiudheit, erbliche Taub- bett, schwere erbliche körperliche Mißbildung, ferner schwerer AkkoholiSmu». Die Unfruchtbarmachung erfolgt in der Weise, daß ohne Entfernung der Hoden oder Eierstöcke die Samenstränge oder Eileiter der- legt, undurchgängig gemacht oder durchgetrennt werden. Die Eingriffe werden von Fachärzten in den dazu bestiminten Krankheitsanstalten au»- geführt. Irgendwelche gesundheitlichen Störungen sind von der Unfruchtbarmachung weder beim Manne noch bei der Frau zu besürchten. TaS Geschlechtsempfinden und die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr werden durch die Operation nicht beeinträchtigt." »er Wunschzettel des Derrn Dnblchu Obwohl die Verhandlungen der parlamen- torischen Wohnungskommission ausdrücklich für vertraulich erklärt wurden, hält tl der Vorsitzende dieser Hommifsion, der agrarische«bgc- ordnete Dübteky, für angebracht, di« agrari- schen Forderungen zum Mieterschutz, die ein.r fast völligen Aushebung gleichkommen, inr „Benkov" zu publizieren. Der Wunschzettel ist nicht gerade bescheiden: Aufhebung der Mieterschutzes für Trci- zinmlenvohmrngen mit Kündigung zum 1. Mär; 1034, für Zweizimmerwohnungen mit Kündigung zum 1. Jänner 1S3ä; uneingeschränkte» Künd!gung»r«cht de» Haus- Herrn, wenn er für sich, sein« großjährigen Kinder(auch Stiestinder) oder seine Eltern eine Wohnung benötigt; Steuerbegünstigungen usw. für Besitzer von Häusern mit KliirUvohnungen; BertvagKsrecheit; Herabsetzung der EinkommenSarenz«, an die der Merevsckmtz bisher gebunden rst, von 50.000 aus 24.000, beziehungsweise 36.000 Kronen(b;‘ Famrlieirbezüg«) mit Wirksamkeit vom 1. Jul: 1034; Aufhebung des Mieterschutz«» für gewerblich« Betrieb sstätleu und alle ihr« Filialen sowie generell« Aushebung de» Mietevschutzc» in allen Gemeinden bis zu 6000 Einwohnern, endlich auch noch Aufhebung der lex Meißner und der außer- ordentlichen Maßnahmen der WohnungSsürsorg«. Dafür war Herr Dubieky geneigt,«ine Der- längerung de» restlichen Mieterschutzes a u f zwei Jahr» zuzugestehen. Die Vertreter der drei sozialistischen Parteien haben— wie Dubicky selbst erklärt— diese Anträge rundweg abgelehnt, so daß jetzt nur über ein einjährige» Provisorium verhandelt wird. Für diesen Fall will Herr Dubicky gnädigst den Passus über die Ztveizimnierwohnungen ausfallen lassen! * Wenn auch dieser Wunschzettel offensichtlich von vornherein aufs Handeln angelegt ist, ko könne« sich doch die Mieter darau» unschwer rin« Vorstellung machen, wie schwer der Kampf ist, den unsere Genossen im Woh» NUngSauSschuß gegen di« agrarischen Anwälte der Hausherren zu führen habe»».. Bemerkt sei noch, daß- di« d eutsche n Agrarier sich auch in Vieser Sache voll und ganz äl» Vorspann für die Haushcrrenintercsien mißbrauchen lasse«, obwohl doch eigentlich die Bauern der Mieterschutz so gut wir gar nichts angeh^ Den paar Großagrariern zu liebe, die ihre Gelder im städtischen HauSbesitz angelegt haben, müssen alle Machtmittel der Agrarparteien eingesetzt werden. Dann braucht man sich freilich nicht zu wundern, wenn für Dinge, die die Bauer»« bcstinimt viel mehr interessieren, so z. B. für ein entschiedenes Boraehen gegen den wucherischen Zwischenhandel, der ja namentlich oei lanowirtschaftlichen Pro- ! duktcn wahre Prcisorgien feiert, die Führung der Agrarparteien schon gar keine Begeisterung aufzubringen vermag. Hier wäre doch ein Weir dankbareres Betätigungsfeld für die überschüssigen Energien beS Herrn Dubicky vorhanden! »1 Der iFupdenspieler Roman von Felix Fechenbach „Das müssen Sie mir sagen, Fräulein", redete ihr' der Arzt mit seiner freundlichen Stimme zu.- .- Schließlich kamS heran s, ganz leise, kam» hörbar:. •„Ha, einmal war ich mit einem Herrn zusammen,^ aber uur«in einzige» Mal...." „Müssen Sw»tvrgettS»ach deni Ansstel)en erbrechen?" „Manchmal seit einiger Zeil, und so übel iS mir in der Früh ost... ie können sich jetzt wieder ankleiden." Der Arzt wusch sich di« Hände und wandle sich dann an Lene: „ES fehlt Ihnen nicht». Sie sind kerngesund, und im nächsten Frühjahr werden Sie wohl«in Kindchen haben." Lene sank in einen Stuhl und schluchzte vor sich hin. Grell bemühte sich unr sic, und Dr. Frank« sagte: „Nur nicht gleich den Kopf verlieren! Sie sind jung und kräftig und werden ein gesunde» Kind zur Welt bringen." Di« Koniultation war beendet. Jetzt gabS also keinen Zweifel mehr. Len«>var schwanger: „Wirst halt bald heiraten müssen, Lene", meinte Grell aui dem He'mnxg. „Das werd ich dem Rudi heut abend sagen." «Hast ihn recht gern?" fragte Grell teilnehmend. „Och, ich mag ihn gut leiden, er iS'n netter Mensch." „Er hat dich doch sicher recht gern. Da wird schon alle» in Ordnung kommen. Ihr werdet heiraten, und nächste» Frühjahr bin ich Pate bei deinem Kind!" Grell sogt« da» ganz heiter. Lene begann nun auch, die Cackn von einer sreurrvlicher«« Seite zu schen. Aber nachdem Grell esne Weil« fort war, kamen wieder trübe Gedanken. Denn Rudi noch nicht heiroten will? Ti« mochte sich da» gar nicht weiter aiiSdeickcn, wie da» dann werden wird. Abend» traf sich Lene mit Rudolph Groß an der JuliuSPromenade. Er plauderte sorglosheiter,.wie immer. Lei« war bedrückt und einsilbig.' Ob sie rhtu beim Spazierengehen sagen sollte.. wa» si« heut« beim Arzt erfahren hat? Cder int CafS? Nein, sie mußte dabei mit ihm allein sein. Am besten in seinem Zimmer. Aber, wenn e» dann Wicker geschehen wird, wie an jenem Sonntag? Nein, das wollt« sie unter keinen Umständen. Und e». würde heut« auch nicht lo kommen, das wußte sie ganz bestimmt. Rudis Geplauder War an ihr vorbei- geplätschert. Sie hott« Wohl-ie Worte gehört, aber ihren Sinn nicht erfaßt. Zu sehr war sic niit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Sie gingen die Schönbornstraße hinunter. Bei der Einmündung der Eichhornstraße bog Lene links«in. „Wollen wir nit auf dein Zimmer, Rudi?" „Aber ja, wenn du gern« willst." Er war freudig überrascht, daß Lene selbst diesen Vorschlag macht«. Als sie oben waren, letzt« sich Lene aus einen Stuhl. Er legte seinen Mantel ab und wollte Lene au» dem Jakett helfen. Aber sie behielt r» an. e» kei so kühl. Dann schlug er vor: „Komm, wir setzen uns aus di« Chaiselongue, da ist eü doch gemütlicher." Sie lehnt« ab. Sie sitze lieber auf-em Stuhl. Dann raffte sie sich auf: „Rudi, ich muß wa» ernste» mit dir reden, deswegen bin ich mit raufgegangeu," „Na, so feierlich? Wa» ist'» denn?" ,Jch war heut beim Dr. Franke, und.. Sie konnte nicht weiter sprechen. Die Tränen kamen ihr in dir Augen. „Nick...? Wa» denn? So sag'» doch!" Rudolph Groß toar ungeduldig geworden, aber er ahnt« schon, wa» jetzt kommen würde. „Er hat mich untersucht... E» i» doch wa» Passiert dantals am Sonntag... Rudi, ich krieg ein Kind..." „Verdammt! Da» ist unangenehm." Groß ging aufgeregt hin und her und schaut« dabei ärgerlich aus Lene. „Sonst sagst du nix?" „Ja, i»«S denn schon ganz sicher, daß du schwanger bist?" „Wenn» doch der Doktor sagt!" „Daß mir soiva» passieren muß!" „Rudi, wir werden halt jetzt bald heiraten müssen..." Sie schaute ihn fragend und mit banger Erwartung an, was er darauf sagen würde. „Ich verüieii« dock; gar nicht genug in meiner Stellung, um einen Hausstand zu gründen. Ich kann noch keine Familie ernähren. Nein, heiraten kann ich jetzt noch nicht." Da» traf Len« wie ein Keulenschlaa. „Aber im Mai wird doch schon das Kind da sein! Arg lang können wir'» Heiroten da nimmer nauSschieben." Lene hatte noch eine vag« Hoffnung, daß er nur jeht nock nicht heiraten könne, daß er di» Heirat nur noch einig« Zeit hinausschieben wolle. Sie sah ihn scheu und ängstlich an. ,Lch glaub- ich kann dich überhaupt nicht heiraten!. Mein Vater würde daS bestimmt nicht jtlga-en." Sie fühlte sofort? da» mit dem Vater ist ein« sei««ysred«. Da? empört« sie. !„M?rüm versteckst du dich denn hinter dei» N«n Dqtter? Sag doch ehrlich, was du meinst!" Und st« wußte schon, er wollt« nicht, „ES geht nicht, Lene! Ich kann dich nicht heiraten. ES geht wirklich nicht!" In Len« stieg heiße Wut auf. „Aber da» iS gegangen, daß du mir e Kind gemacht hast! Warum hast du'» denn getan, wenn d' mich doch nit heiraten willst?" Sie war erregt von ihrem Stuhl aufaesprun- gen und stand jetzt Groß gegenüber. Sie schrie fast vor Erregung. Am ganM Körper zitterte sie. „Dazu bin ich dir aut genug gewesen! Gell? Ta hast keine Ruh geben, bi»«» so weit war! Und jetzt willst mich sitzen lassen mit'm Kind!" ^Jch bitte dich, Lene, sei doch nicht so laut! Di« Leute im Haus hören un» ja. Ich lasse dich ja nicht im Stich. Mein Bater wird mir sicher Geld schicken, damit ich di« Angelegenheit ordnen kann." „Bezahlen willst mich, wie e Straßenmädl«! Und dann schmeißt mich weg.. Mit«in«m Aufschrei sank sie auf den Stuhl nick weint«, daß chr ganzer Körper davon geschüttelt wurde. Groß ging zu ihr hin und suryte sie;n beruhigen. Aber sie wie» ihn jetzt barsch ab: „Rühr mich nimmer an,-u... du Schuft!" Sie fuhr sich mit dem Laschentuch über» Ge-' sicht, um di« Tranen wegzuwischon. Dann ging sie zur Tür hinaus, ohne noch«tn Dort zu sagen. Groß kam hinter ihr drein. Das Hau» war schon verschlossen, er mußte unten ausschließen. Auch do» geschah schweigend. Lene rannt« ziellos durch die abenddunklen .Straßen. Sie war im Innersten aufgewühlt, und ihre Gedanken jagten wirr durcheinander. Sie dachte Wicker an Franz, der sie vor Groß gewannt hatte. Einen Fatzke hatte er ihn genannt. nichts sei echt an chm, und innen und außen verlogen wäre er. Jetzt sah sie plötzlich olle» mit anderen Augen wie damals. Gortsetzrw- tolgdt Ar. 288 SamStag, tz. Dezember 1988 Sette 8. die rosclsmas durch Demokratie Reval, 8. Dezember. Der Verband ehemaliger Frontkämpfer- hat dem Büro des Parlaments eine» Gesetzentwurf eingercicht, der für das Verbot der marxistischen Parteien und die B«schlagnahme ihres Vermögens eintritt. Der Verband fordert, daß entsprechend der Bersassmrg Maßnahmen er- griffen würden, um diesen Gesetzentwurf einer Volksabstimmung zu unterbreiten. Gleichzeitig hat der Verband an den StaatSchcf eine Denkschrift gerichtet, in der das sofortige Verbot der Betätigung marxistischer Organisationen gefordert wird. gestellter und sehr vermögender Leute eine breite Masse von Besitzlosen in beinahe sklavischer Abhängigkeit halten, so wollen und können die politisierenden Geistlichen im Wesen an diesem Grundzug der kapitalistischen Wirtschaft v'r- dämmt wenig oder gar nichrS ändern. Auf die antisoziale Elnstelung deS politisierenden römisch-katholischen AleruS der Tscheche, siowakei ist eS nicht zuletzt zurückznführen, daß der Abfall von der Kirche hierzulande so groß ist, wie kaum anderswo, in Europa, ausgenom- m>n Lowsetrußland. UnS Sozialdemokraten kann es wahrlich gleichgültig sein. woS die Nomkirche der Tschechoslowakei angesichts der erwähnten Vorgänge in Oesterreich tut oder nicht tut: wir sind ja nicht ihre Vormünder. Immerhin ist eS wert, aus die Unterschiede in der Haltung der tschechoslowakischen und österreichischen Bischöfe in der Zusammentritt des spanischen Parlaments Madrid, 8. Dezember. Die neuen CorteS sind heute nachmittags unter ungewöhnlicher Beteiligung und großem Interesse zu ihrer ersten Ätzung zusammengetreten. Die Sitzung, in der die Wahl des Vorsitzenden und der vier Vizepräsidenten vorgenomme» wurde, hatte aber nur formalen Charakter. Di« Sozialisten verließen vor der Abstimmung den Sitzungssaal. Auch di« republikanische und die katalanische Linke beteiligten sich nicht an der Abstimmung. Ium Präsidenten wurde der Konservative Sauriaga Alba mit 231 Stimmen, zum ersten Vizepräsidenten der Führer derAgrarpartei Cafanucva mit 283 Stimmen geivählt. Es wird bemerkt, daß di« heutige Wahl nur ein« vorläufige ist, und daß di« bcfiiti» live 2Lahl des Präsidiums erst nach Anerkennung aller'Mandate erfolge» wird. Ebenso wie wir daher auf das entschiedenste die magyarische Politik und Propaganda ableh- nen, die danach greift, was unser ist, ebenso ist eS unser als siegreichen Nation würdig, wenn wir auch von unserem Standpunkt in auswärtigen Angelegenheiten nicht abgchen können nild abgehen werden, für die schwierige Situation des heutigen Ungarn und für sein nationales Leid Verständnis zu haben. Wir hegen zur magyarischen Nation keine feindseligen Gefühle, wir empfinden keinen Haß gegen sie, in Zuklinst können unsere Interessen einander wieder begegnen und daher wollen wir heute in gegenseitigem Respekt, in Loyalität und Ruhe abwar- ten, bis die Zeit die Wunden heilt, die der Krieg und die Revolution geschlagen hat. Oft, wenn man so bei unS sprach, wurde das in Ungarn nicht verstanden. Wir sprechen so auS Ueber- zcugung, weil wir einerseits keine Befürchtungen vor irgend etwas haben, andererseits weil wir gute Befürchtungen von irgend etwas haben, andererseits weil wir gute Beziehungen wünschen. Nicht einmal die heutige übertriebene, unwahre Propaganda gegen die Kleine Entente stört uns aus unserer Ruhe oder führt uns von dem würdigen, friedliebenden, aber festen, unausweichlichen Wege unserer Politik. Wir begreifen, daß auch der ungarische Staat sich schwer mit der europäischen Schicksals, entwicklung und mit der definitiven Heraus» kristallisierung deS NationalitätenprinztpS»n Nationalstaaten befreundet, wie sie di« nationale Idee in der heutigen Phase ihrer Entwicklung und di« Entwicklung zur Demokratisierung Zentraleuropas repräsentiert. Aber ich bin überzeugt, daß insbesondere bis die heutigen hoch- gehenden Wellen des europäischen Nationalismus, die durch die Ideologien des Fascismus und Nationalsozialismus unterstützt werden, ab- fallcn werden, diese Entwicklung mit der Zeit insbesondere die junge magyarische Generation verstehen und schätzen wird. Amerika bleibt abseits New-Aork, 8. Dezember. Der Washingtoner Berichterstatter der„New-Aork TiincS" meidet: Sollten dir Forderungen Mussolinis nach einer Reform des Völkerbundes den Zweck ver. solgen, die Vereinigten Staaten zu einem Eintritt in den Völkerbund zu bewegen, so ist dieses Bestreben umsonst. Allgemein wird die Ansicht ausgesprochen» daß di« Bereinigten Staaten nichts dazu bewegen könnt«, in den Völkerbund einzutreten. Die mite illr die deutschen Flüchtlinge Schlußsitzung in Lausanne. Lausanne, 8. Dezember. Der BerwaltungS- rat des Aimes für den Schutz der Flüchtlinge aus Deutschland hielt heute hier seine Schlußsitzung ab. Der Vorsitzende, Lord C e c i l, gab bekannt,> Mwerliumslsounces auooriiaiuy guiyei, daß ein BcratungSauSlchuß gebildet wurde, der I insbesondere auch zum Boykott deutscher VIT1LLG DELIKATESS-MARGARINE „Die Angestellten und Handelsreisenden kön- Der Nationalrat appelliert dabei nicht an kleinlichen Nationalismus, den er in allen Formen ablehnt, sondern betrachtet den Boykott alS eine Waffe in den Händen jener, die die Freiheit lieben. Diese Waffe kann und soll letzten Endes der Sache der deutschen Arbeiter'chaft. dienen. Der Nationalrat fordert seine Mitglieder dringend auf, nicht nur keine deutschen Ware» zu kaufen, sondern sich auch zu weigern, solche zu verkaufen. Unser« Aktion muß verstärkt werden im Augenblick, wo speziell Spielzeuge in den.Handel gelangen. Unsere Kameraden müsien ihre Aufmerksamkeit verdoppeln, da die Geschäfte in gr ßen Mengen deutsch)« Spielwaren verkaufen. Der bereits im vergangenen Jahre angeprangerte Skandal des Verkaufs von in Deutschland hergestellten Kriegsspielzeug-n, wie Tanks usw., muß au Chören. Solange das Hitler« Regime dauert, müssen sich die Angestellten und Reisenden weigern, deutsche Spielwaren zu verkaufen." Italienischer Gegenbesuch in Berlin Berlin, 8. Dezember. Das Wolfs-Büro meldet aus Rom: In Erwiderung der deutsche» Ministrrbesuche in Rom wird sich der Unterstaatssekretär im italienischen Außenministerum F u- dich ansangü nächster Wach« zu einem mehrtägigen Ausrnlhali nach Deutschland begeben. O Einander würdig. Der italienische Botschafter in Berlin überreichte dem Reichsminister für Bolksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels im Namen deS Königs von Italien den „Orden der Krone von Italien" zugleich mit einem persönlichen Schreiben des italienischen Regierungschefs, in dem Mussolini Reichsminister Dr. Goebbels seinen herzlichsten Glückwunsch übermittelt«. Die Verständigung mit Ungarn Eine Rette Dr. DeneSs Dr. Bene! sprach im Rahmen keiner Bortragsre'fe durch die Slowakei gestern in NovL Zümky(Neuhäusel) über die ungarische Frage. Er führte u. a. aus: Das alte Oesterreich- Ungarn hoffte durch Einführung der österreichischen zentralisti schen Germanisation und der ungarischen zentra listischen Magyarisation das Reich der Habsbur ger zu vcttrn. Di« europäische Entwicklung der Prinzipien der französischen Revolution und De, mokratie haben diese Konstruktion und dadurch das Reich der Habsburger vernichtet, ebenso wie sie ans den gleichen Gründen den europäischen Teil des Türkischen Reiches vernichtete. Dabei rettete sie aber die magyarische nationale Ide«, die magyarische Nation als eine der mittclenro- päischen kleinen und neuen Nationen, welche ebenso Recht auf Leben, auf Entwicklung der nationalen Kultur, gute wirtschaftliche Entwick lung haben, wie die Polnische, tschechoslowakische, rumänische, jugoslawische, bulgarische und grie chische Nation. Darin ist die nationale Idee und deren europäische Entwicklung die unzerstör bare Garantie des Leben« und der Zukunft der »nagyarischen Nation. Tie Nachteile dieser un> aufhaltsamen Entwicklung für die Magyaren waren die, die sich während des Weltkrieges und auf der Friedenskonferenz zeigten und welche schon in den Jahren 1848 Ludwig Kossuth in seinen Briefen, wie Oskar Jaszi kürzlich in seiner Studie richtig zeigte, vorauSsah: Die territorial« Integrität br» ehemaligen Ungar» ist unausweichlich und für immer durch die heutige Entwicklung und Befestigung der nationalen Idee in Europa beseitigt, vernichtet. Von dieser Entwicklung gibt eS keine Rückkehr. ES gibt in Europa keinen ernsten Politiker, ern sten Wissenschaftler. Historiker, Philologen, ern sten Publizisten, Diplomaten oder Staatsmann, der nur für einen Augenblick noch di« Möglich keit der ehemaligen ungarischen territorialen Integrität in Erwägung zöge. »Hörden präsentiert werden. So z. B. in Böhm.« Leipa,.Haida und Tetschen. ES sieht also nicht darnach auS, als ob bei uns die Romiieche dem j Wunsche des Hl. BaterS nach„Neutralisi-rung" der Geistlichkeit Rechnung tragen wollte. Schon gar nicht wird man die geweihten Stät'en von s ocr Politik ausschalten. Und die katholischen Zci« itungen vom Schlage der„Deutschen Presse" werden nach wie vor eine kapitalistisch- faseistische Politik mehr oder.ueniger offen unterstützen. Tie Enzyklika Pius' XI. j Qnadragesimo anno spricht eS tad-lnd aus, daß nach den geltenden Gesetzen der kapitalistischen Wirtschaft der Arbeiter zu ewigem Elend und zu einem Leben an der Grenze d«S Existenzminimums verdammt sein soll. Unsere„Schwarzen" wollen daran nur insoweit etwas ändern, als sie die christliche Nächstenliebe be:m— Un ternehmer erwecken wollen. Und wenn di« Enzy klika Leo- XIII.„Rerum novarum" fcststellt, I Frage der politischen Aktivität der Geistlichk'it daß nur eine verschwindend kleine Schicht gut-' hinzuweisen. Die„Amnestie" Rach den Wahlen vom 12. November vrr- svrachen die nationalsozialistischen Machthaber «ne Amnestie. Statt der Amnestie erfolgen jetzt täglich Massenverhastungen, über die auf ausdrückliche Anweisung der Geheimen Staatspolizei die Prelle nicht mehr berichten darf. Wie dir in Prag erscheinende Sopade-In« sormotion mitteilt, sind allein in den letzten vier Wochen mehr al- Illüv früher« Mitglieder und Funktionäre der Sozialdemokratischen Partei verhaftet worden. Und zwar allein in Dresden killt, in Chemnitz 190, in Breslau 120. Ta auch unter den übrigen oppositionellen Gruppen zahlreiche Verhaltungen vorgenommen wurden, so sind dir Grsangmsf« und Konzentrationslager so überfüllt, daß häufig Entlastungen von Inhaftierten nicht auS rechtlichen oder politischen Erwägungen erfolgen, sondern einfach aus Mangel an Platz. DaS ist umso bemerkenswerter, weil entsprechend den barbarischen Grundsätze» deS neuen nationalsozialistischen Strafvollzugs die Gefängniste bereits vier- bis sechsfach so stark belegt sind als frvhrr. Wenn allo überhaupt eine Amnestie erfolgt, so nicht, weil man begangenes Unrecht sühnen oder eine» Strich unter das vergangene ziehe» will, sondern nur, weil G«- sängnisse, Zuchthäuser, Konzentrationslager und LA.-Foltcrstättcn überfüllt sind. dsi uns! Di« von der österreichischen Bischvsskonse-, «nz dieser Tage beschlossen« Aufforderung an! alle römisch-katholischen Geistlichen, welche Inhaber von Parlaments-, Landtags-, Gemeürde- ratSmandatcn usw. sind, chre Funktionen bis 15, Dezember n i e d e rz u l e g e n, hat ausnahmslos in allen politischen Kreisen Zustimmung gefunden. Die gesamte österreichische Presse besaßt sich sehr eingehend mit dem aufsehenerregenden Schritte. Die„ReichSpost", das Houptorgan der Klerikalen, meint, der Auszug des katholischen Klerus aus der aktiven Politik gestalte sich angesichts der anerkennenden Urteile über die Leistungen d«r Priester auf politischem Gebiete zu einem wahren Triumphzug? DaS klingt sehr wenig überzeugend. Um so weniger, wenn man weiß, daß die Geschichtsphilosophie der römischen Kirche dahin zielt, über die Völker, Staaten und Menschen zu herrschen, um sic angeblich vom Weg« zum Bösen abzuhaltcn und zum Guten zu lenken. Angesichts der jahrhundertelange» Uebung, auf die Politik stärk- slcn Einfluß zu nehmen, erscheint die Niederlegung der geistlichen Mandate alles andere denn als Triumphzug; es ist vielmehr ein regel- nchter— Rückzug. Und zwar ein erzwungener. Wahrscheinlich ist das Ganze nur ein vorübergehender taktischer Schachzug, kaum ein dauernder Zustand. Man beruft sich darauf, daß cs dem W i l- len des Papstes entspreche, daß der katholische Klerus die politischen Mandate und politischen Führcrstellen niederleat. Die eigentliche Triebfeder wird darin zu suchen sein, daß die Romkirchc im Strudel deS politisch wirt- schafllichen Geschehens durch einseitige Stellungnahme— schweren Schaden erleidet. Die Wiener„Stunde" hat wohl recht, wenn sic schreibt,„daß man die Priestcrschast aus dem unmittelbaren politischen Kamps hcrauSziehen will, um jener Agitation di« Spitze abzubrcchen, die durch die Verquickung von Politik und Kirche zu einer Agitation Anlaß gab, deren Auswirkung in einzelnen Bundesländern zu einer neuen Abfallbcwegung führte." Politisch betrachtet, trifft die„Arbeiterzeitung" den Nagel auf den Kops, wenn sie den Beschluß der Bischofskonferenz als„einen schweren Schlag für die christlichsoziale Partei" hmstellt, deren Politik die Kirche nicht mit- tzerantwortcn, deren Sülchen sie nicht büßen und deren drohender Schicksal sie nicht teilen wolle. Sie schreibt ferner sehr zutreffend: „Nur darf man sich nicht darüber täuschen, daß di« Abberufung der Geistlichen aus den Bertre- tungSkörpern nicht hinreicht, di« Kirch« dem Politischen Streit zu entrücken. Will man dieses Ziel erreichen, dann ist auch anderes notwendig. Da muß vorerst die Parteipolitik aus den Gotteshäusern selb st vertrieben werden. Da darf zweitens die Kirche nicht dulden, daß die christlichsoziale Partei um ihrer parteipolitischen Interessen willen di« Kirche als„W a n d s ch i r m" ihrer politischen B e Itre b u ng e n m i ß b r a uch t, sich zur Deckung' ihrer Politik ans die Kirch« bcrusl. Will die Kirch« dem politischen Streit entrückt werden, so darf sie insbesondere nicht dulden, daß sich Bcstrchungen, die die sozialen Interessen breiter Bolksmassen bedrohen, fälschlich aus sie berufen; wenn zum Beispiel der Versuch des Ausbaues einer„b e r u f sst ä n d i s ch c n" Ordnung, der sich auf die Enzyklika Quadragcsimo anno beruft, mit Maßregeln verknüpft würde, die d:e Rechte, die Institutionen, die Interessen der Arbeiterschaft bedrohten, ohne daß die Kirche gegen solchen Mißbrauch der Enzyklika Einspruch erhöbe, so würde vor dem Volke die Soziallehr« der Kirche für Maßregeln verantwortlich erscheinen, die in Wirklichkeit ganz anderen Interessen dienten." Es ist absolut nicht anzunehmen, daß die römisch-katholische Kirckpe sich selbst völlig aus der Politik auSschaltet, sich um rein irdische Dingnicht mehr kümmert und sich lediglich aus die Vorbereitung der Menschen sür den Himmel beschränkt. Die Machthaber der Krrche haben übrigens tausenderlei Möglichkeiten indirekt mäch- tigen Einfluß auf vorgeschoben« Politiker zu üben. Wenn schon der Papst klugerweise seine Kirche vor Verlusten durch die verfehlte Politik der Geistlichen zu schützen sucht, entsteht die nahclw- gcnde Frage: wie stehts Damit in der Tschechoslowakei? Hier spielt die römische kacholische Geistlichkeit in der Politik bekanntlich eine sehr große Rolle. Da grbts zahlreiche Priester als Abgeordnete, Senatoren etc., von Herrn Minister Kramck gar nicht erst zu sprechen. Welch' führende politische Rolle der römisch-katholische Klerus speziell in der Slowakei innchat, braucht nicht erst besonders hervorgehoben zu werden. In der Tschechoslowakei haben wir auch streitbare Bischöfe— man denke nur an KaSpar—, die nicht von sozialen Erwägun- gen„angekränkelt" sind, wie cs der abgesägtc Prager Erzbischof Dr. K o r d a S war. Ja, eS scheint, als ob hierzulande die„S ch w a r z e n" immer mehr Geistliche in die vorderste politische Kampffront sch'cken möchten. Denn es ist sehr auffällig, daß angesichts der Ernennung don E r s a tz s u n k t i o n ä r e n an Stelle der Mandatare der nationalistischen und dcutschna- tionalen Partei in vielen Gemeinden Geistliche seitens der Christlichsoziale« den politischen Be- Alle Kinder bekommen begehrliche Augen.... Das Weihnaditsgebfick ist Mutter aber auch prächtig geraten I So mürbe und locker, so knusprig und lecker. So gut, wie mit Vitello stets alles gerät I Weihnachten nah!: Boykott deutscher Spiel waren! Der Nationalrat der französischen Föderation der Angestellten-Gewersschaftcn forderte kürzlich seine Mitglieder zum schärfsten Boykott Hitler-Deutschlands auf. Es heißt in dem Ausruf, der den Boykott-Be'chluß des Internationalen Gewerkschaftsbundcs ausdrücklich gutheißt und w WA,/", c Sp'el- SeÄÄWuXb'Ä KommissärIwavrn auffordert ldie in vielen Ländern eine Art JamcS M a e d o n a l d auShclscn wird und sich Monopolstellung-innehmen): aus Vertretern einer Reih« von jüdischen und,-",“ katholischen Unlcrstühunqsorganisationen und aus s nen die besten Hilfskräfte fem^m diesem Kampf. Vertretern der Kinderschutzorganisationen zusam- cn~‘‘"""*'“*“’ mensetzt. Ter dreigliedrige Finanzausschuß, dem für die Tschechoslowakei Dr. May Lobkowicz angehörte, befaßte sich mit den Äudgetsragen des gegebenen Problems. Der Amerikaner Chamberlain führte auS,«S Handl« sich nicht nur um eine Wohltätig keit bei der Aktion zu Gunsten der deutschen Flüchtlinge, sondern auch um di« Rekonstruktion ihres Lebens. Für die tschechoflowaftkchc Regierung sprach Dr. Lobkowitz. Er führte auS, daß die Tsche choslowakei Deutschland näher sei als irgendein anderer Staat und daß sie ebenfalls unter der WirtschaftSnot leide. Er zitierte dann die Kund gebung des Ministers Dr. Benetz in der National- Versammlung vom 8. November d. I. über die Frage der Flüchtlinge aus Dcutschlaiw und hob hervor, daß die Geschichte der Tschcchoflowakci reich an Emigrantcnfragrn ist. Dr. Lobkowicz er wähnte die böhmische, mährische und slowakische Eniigrativn in den vergangenen Jahrhunderten, gedachte Komcnflvs und führte ans. daß dank der Anstrengungen der tschechoslowakischen Emigran ten n Ehrend deS Weltkrieges, Masaryks und Berufs di« Tfchechoflowakei ihre Unabhängigkeit erlangt habe. Es sprachen dann der französische Vertreter Senator B e r e n g e r, der polnische und urugnanische Vertreter und Lord Cecil für England. Macdonald schloß die Sitzung mit dew Versprechen, daß der VcrwaltnngSrat des Amtes kür die deutschen Flüchtlinge die ihm anvertraute Aufgabe erfüllen wird. Seife 4. Samstag, st. Dezember Iststst Rt. 288 Leiden Sie an Rheumatismus? mit kaufen Sie A L P A HM Alps- Massage verschafft Ihnen Linderung, beschleunigt den Blutkreislauf, gewährt dem Körper die erforderliche Nahrung, stärkt die Muskeln und wirkt wohltuend auf die Nerven. Beraten Sie sich Ihrem Arzte, was Sic dagegen tun sollen und Menthol- Franzbranntwei n Wozu der„Dohemto“ cm Todeston gut genug ist? Die„Bohemia" umschreib! in ihrem Nachruf für Han» Knirsch dessen Lebensziel, den Arbeitern den Klassenkampf auszuredcu und sie zu einer willigen Geftrlgsttuppe deS Bürgertum- zu machen, daym, daß er ,dcn deutschen Arbeiter für das Volk zurückgetvinnen" gesucht hätte. Und insofern«, nämlich als ein bürgerlicher Arbeiter, sichrer, fei er gar kein Parteimann„in dem gewöhnlichen Sinne de» Worte-" gewesen, denn: „oft und ost sagte er, wenn di« deutsche Sozialdemokratie den Mut finden würde, sich so zu ihrem Volk« zu bekennen, wie e- di« tschechischen und polnischen Genossen taten, so wär« sein erste-, die Auflösung seiner Partei zu beantragen und selber zur Sozialdcmoknrti« überzutreten". Ganz abgesehen davon, daß Knirsch das„ost und oft" ausgerechnet den„Bohemia-Leuten in die Ohren geflüstert haben soll und di«„Bohemia" also zu einem Wahrheitsbeweis nicht verhalten werden kann, weil st« sich eben dies«- angebliche Knirsch-Wort just für die Zeit ausgesucht hat, da er tot ist,— ganz abgesehen davon paßt der alte bürgerlich-journalistisch«'Ladenhüter, mit dem da .Knirsch al§ Toter ousstaffiert wird, ganz a»S- gezeichnet in die„Bohemia". Seitdem es eine Tozioldenwkratic gibt, bat das Bürgertum: n allen Ländern immer wieder den Trick versucht, den angeblichen Nationalsozialismus ander», iprachigen Sozialdemokraten gegen die eigenen Sozialdemokraten auszuspielen, Für die chauvinistischen Scharfmacher Frankreichs waren immer di« reichSdeutschen Sozialdemokraten Prachtvoll nationale Kerle, die altösterreichische Bourgeoisie hat uns deutschen Sozialdemokraten immer die national« Haltung der tschechischen Genossen als Vluster hingeftellt, das nanoualsozlalistische Teutschlaud war scheinbar entzückt Von JaurbS und die tschechische Rechte hat rS oft genug vcr- sucht, uns deutsche Zozialdenrokraten als„haken- lrajcleöi" hinzusteilen. Hans Knirsch, der die Bartci der Gelben gegen di« Sozialdemokratie ins Leben rief, unterschied sich, so wi« seine aktöster- reichisck)e und dcnm sein« sudetcndeutsche Partei von der Sozialdemokratie nicht nur durch den ertrenccn NationaliSmns, sondern eben durch seine a- und aiitisozialistische Einstellung, durch seine Berleitgnung und Bekämpfung des Klasseukamps- gcdankens. Wir liderschöpen o«S Wisse» in der „BoHenna" nicht— aber das weiß sie. Aber da aus gewisse München immer wieder Dumme hin« einfallen, versucht sie es halt neuerdings. Und in inugster Zeit dürste die Neigung der„Bohemla" zu so unernster Politik, die ihren Geschmack nicht einmal in Nekrologen verleugnet, noch vornehm genährt worden sein durch di« für die„Bohemia" und ihr Geschäft gewiß sehr unangenehme Tatsache, daß der„Sonoldemokrat" mit seine».Hopf- btättern ab Neujahr anderswo gedrniki werde» wird. Man tvird begreifen, daß angesichts dieser Tatsache die„Bohemia" ihrem lvdrängle» Herzen aus solche Weise Lust zu machen sucht!• Vom Randfunk Empfehlenswertes ans den Programmen. Sonntag; Prag: 6.0V Gpmnasti' in 10 Festprogramm zum zehnjährigen Bestand drS tsckzechosliNvakischen Rundsunks. 10.36 Konzen des^ndl>eek I. 12 06 MittagSkouzert 1100 Äoziolinformationen 18 00 Te„ l s ch t' S« n- dizng: Vorschau aus das Musilprograimn 20.0,'i Festkonzert.— Brünn:!> lä Konzert der Aela>'gS< veveiniguug mähr Lehrer, 18 00 Ten'sche Ten- dun'g:.llonzcctftunde— Prcßburg: 11.10 Lrchester- kailzert 180» Slowakische Lieder.- Wien: 10.00 Bedeutende Klavier, und Orgelwerke von Bach 10.50 Lieder uird Aclen 10 00 Chorkonzert. A>00 „Die lpani'che Nachtigall", Operette von Leo Fall — Hril-berg: 16.00 NachmittagSton',ert.— 18.15 Tas Ouarkeito tu Noma spickt- Berlin: 15.10 Demschr-, Barock in Wort und Lied. Bom Sinken-es Lebensstandards der Arbeitnehmer in den letzten fliaf Jahren. Was die Statistiken der Genoffenschaften erzählen.— Hunger in Ziffern. Di« richtige Beurteilung der Situation auf dem Inlandsmarkt, da- heißt letzten Ende- der Kaufkraft, der K o n f u m t i o n 8 f ä h i g- kett der breiten Massen ist besonders tu diesen kritischen Zeiten von größter Bedeutung, Nr von ihr ja zum großen Teil die Lage der Produktion abhangt, mit deren Beschäf» tigungSgrad wieder die Arbeitslosigkeit in direktem Zusammenhang steht. Das Statistische S t a a t S a m t hat nun umfassende Erhebungen in einem Sektor des VertmlungSprozesseS ein- geleitet, der am anschaulichsten und unmittelbarsten über die KottsumtionSfähigkeit der Bevöl- kertrng Aufschluß gibt, nämlich cnts dem Gebiete des Kleinhandels. Di« von den zuständigen Körperschaften und Organisationen des Kleinhandels em«holten statistischen Daten biete» also«ine verläßlich« Grundlage für die Beurteilung der wirtschaftlichen Situation breitester Schichten und gestattet einen lehrreichen Ueherblick über deren Entwicklung in den letzten Jahren. Eine außerordentlich wichtig« Roll« spielen in diesem Zusammenhang di« statistischen Ausweise der Kousumgeuosscnschastc« über ihren Umsatz, Mitglieder st and. Warenvorräte und die 2 u ß e n st q n d e hei den Genosien- schaftSmitgliadern. Doppelt interessant sind dies« Statistiken dadurch, daß di« von thnen erfaßten Kreise sich ja fast ganz cntS Arbeitnehmern zusammen sehen, so daß diese Ziffern gleichzeitig die wirtschaftliche Lag« und di« Höh« d«S Lebensstandards der arbeitenden Klasse illustrieren. Di« folgenden Daten sind einem Artikel von Dr. K. Mai w ald rm letzten Heft des„St«t. O b- ;or" entnommen(„Erhebungen über Derbraucherkredit, Umsatz und Borräte im Kleinhandels. Auf der einen Seite Wersen die drei großen Genossenschaft-Verbände(„Verba ird dcnctschcr WirtschaftSgenossenschasten",„Unie" und„Ustked- nl Svaz") seit 1928, also in den letzten fünf Jahren, er» ununterbrochenes Ansteigen ihrer Mitgliederzahl mis, dem auch die Krise keinen Einhalt tun konnte. All« drei Verbände zusammen haben in den erfaßten Genossenschaften(«S wurden nur solche mit über 1000 Mitgliedern berücksichtigt) um 121.531 Mitglieder zugenommen(um etwa 25 Prozent) und weisen zum Juni 1933 einen Gesamtstand von 596.097 aus. Der deutsche„Verband" partizipiert an dieser Ziffer mit 231.458 MitaUe- dern(Zunahme gegen 1928— 43.837). Die Anzahl der BerterlungSstellen ist insgesamt um 1038 g«st i e g« n und beträgt im Ium d. I. 3586. Der Verband allein zählt deren zum angegebenen Termin 1440(Zunahme 360). Natürlich haben auch Warenvorräte und Umsatz ein« Steigerung erfahren, aber diese Steigerung steht in keinemVerhältniSzu der Zu nahm« der GenössenschasiS- Mitglieder. Mit anderen Dorten: Die Kaufkraft der Genostenschasten ist in erschreckender Weise in diesen fünf Jahren gesunken. Mährend die Mitglieiderzabl uw etwa 25 Prozent gestiegen ist, hat sich der Umsatz nur um etwa 16.47 Prozent erhöht. Doch wir sind i» der Lage, das Sinken der Lebenshaltung noch) deutlicher darzustellen. Wenn wir den Umsatz auf einen täglichen Durchschnittswert pro Kopf umrechnen, so ergibt sich(für alle drei Verbände zusammen) im Jahre 1928 ein durchschnittlicherTageSum- satz von 6.98 Ke pro Mitglied. Im folgenden Jahr 1929(dem letzten Konjunkturjahr) zeigt sich eine Erhöhung auf 7.01 Ke, dann aber beginnt ein unaufhaltsames Abgleiten dieser Ziffer, di« im ersten HalbjahrSdttrch- schnitt 1933 bis auf 5.43 Ke sinkt. Den aller ungünstigsten Verlaus zeigt— ein beredtes Beispiel für di« Not des deutschen Gebietes— der deutsche„Verband" dessen DurchschnittSumsah pro Kopf innerhalb dieser fünf Jahre von 7.04 Er auf 5.14 K« abstürzt. Noch klarer wird die Lag«, wenn wir den Stand von 1928 mit der Inder» zahl 100 annehmen. Bis zum Jahr 1930 win> dieser Index teils überschritten, oder doch nicht allzu kraß unterschritten.(Die Entwicklung ist bei den einzelnen Verbänden nicht einheitlich.) Dann aber senken sich die Indexzahlen rapid. Für den deutschen„Verband" ist der Verlauf so, daß die Jqhr« 1929 bis 1930 den Normal!über überschritten(105.88, bzw. 103.29); in den folgenden zwei Jahren fiel er auf 91.62. Für dar erste Salbiahr 1933 beträgt er aber nurmehr 77.77. DaS bedeutet, daß der Einkauf der lebensnotwendigsten Waren um mehr als«in Fünftel gesunken ist. Di« Worte„lebensnotwendigste Waren" sind zu betonen. Di« Artikel, di« in den .Konsumgenossenschaften verkauft werden, sind ja Gegenstände deS dringendsten und unabweiS- lichsten Lebensbedarfes, in erster Reihe Nahrungsmittel und Gebrauch-gegenstände. Wenn bei solchen leknSnotwendigen Bedarfsgütern«ine Reduzierung de- Verbrauches um ein Fünftel vollzogen wird, dann kann man sich unschwer ein« Vorstellung davon machen, welche Einschränkungen der arbeitende Mensch ans anderen Gebieten vorzunehmen gezwungen ist. Nachfolgend feie» einige vielsagende Kommentar« wiedergogeben, von welchen di« statistischen Monatsberichte verschiedener Genossenschaften begleitet waren: Jänner 1933:„... Größt«- Sinken d«S Umsatzes bei teueren Kolonialwaren (Kaffe«, Rosin«», Tee, Gewürzen) und Galan- tert«waren. Z>mahme bei billigen Mehl- sorten, Kornkaffee usw...." „Trotz NeueintrftteS von 198g Mitgliedern im Jahre 1932 sinkt der Umsatz ständig ... di« Einkäufe beschränken sich ans notwendigst« Nahrungsmittel. Textilwaren, Eisen-, Emaille», Porzellan« und GlaS« waren werden kaum mehr gekauft. Feber:„... Verhältnisse verschlechtern sich. Zuckerverbrauch* sinkt, man süßt mit Sacharin und ißt nwr zweimal tägli ch." Außenstände steigen ständig... „... Einkäufe werden in kleinsten Mengen besorgt: ein Achtelkilo Zucker stattein Kilogramm. April(im übrigen ein Monat leichter Besierung durch Saisonarbeitenbeginn): „... Steigender Absatz der allerbillig, st e n M a rga r i n e(7.10 lke vro Kilogramm), welche Butter. Fett und bessere Margarinesvrten verdrängt.. Und dies nur einige Proben! Ar. Vg. T agesneuigkeiten Bukarest nach Budapest aus der Achse e nes Wagen- zurückgelegt hatte. Aus dem Gerlchtssuul enlflohen und freiwillig znrückgekehri. Böhm.-Budw«iv, 8. Dezember. Am Mittwoch wurde der bereits einigemal« vorbestrafte Peter Uhlib zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Nach dem Urteil überfiel Uhlik im ÄcrichtSaebäude den Gendarmcriewachtmeistcr AdamovstF und den Hauptzeugen Kalista und fügte beiden blutige Verletzungen zu. Daun ergriff Uhlik die Flucht. Tie Staatsanwaltschaft ersuchte die SicherheitSorgane, ihn zu verhaften. Eine Patrouille der Budweiser Fahndung-, statio» verfolgte Uhlik mit einem Automobil. 7 rotzvem sie ihm ans dem Fuße folgte, gelang eS 111)1 if zu entkommen. Donnerstag abends kehrte aber Uhliö nach Döhm.-Dudwel- zurück, wv er sich freiwillig dem Untersuchungsrichter stellte. Für eine halbe Million Falschgeld. Chieago, 8. Dezember.(Reuter.) Di« Ehica. goer Geheimpolizei nahm in einem Hause in der Umgebung der Stadt unerwartet«ine Hqu-, durchsuchung vor und beschlagnahmt« eine halbe Million Dollar Falschgeld sowie dgS entsprechende Fal'chmiimwerkzeug. Bei der Durchsuchung wur, den zwei Personen verhaftet, von denen«ine der Bande Al Eapones angehörte. Man fand bei ihm 30.099 Dollar in gefälschten Danluvteu. «ine Wenig angenehme Fahrt. Budapest, 8. Dezember. Beim Eintreffen deS Drient-ExpreßzugeS:m hiesigen Ostbahnhof bemerkten die Cisenbahnangestellten einen Mann, der unter einem Wagen hervorkroch. Er wudlle angehalten, wobei festgestellt wurde, daß eS sich um den 37säbrigen Zimmernianngehikfen Johann Hudak handelt, der die ganze Strecke von «vstenw achter von Schmugglern entführt. Glaee Bah, 8. Dezember. Bei New-Seottland, wurden fünf kanadische Küstenpolizeibeanite von: einem Rumschmuggterschiff entfuhrt. Kinderbücher— gleichgeschaltet. Alljährlich im September und Oktober tauchen auf dem Büchermarkt Neuerscheinungen von Kinderbüchern in Menge aus. Immer gelang es dem, der imstande war, Weizen von Spreu zu sondern, ans der umsichtigen Masse de- Gebotenen Brauchbares für A,rbeiterkind>.'r herauszulesen. Bon der Massenproduktion vergangener Jahre ist nichts geblieben und auf den Scheiterhaufen, auf denen der deutsche Geist verbrannt wurde, sind auch di« ungeborenen Kinder deutschen Geistes in Flammen aufgegangen. Was übrig blieb, ist weder Geist noch Literatur zu nennen Ein Blick auf Titelreiben dieser Neuerscheinungen allein zeigt schon, was da geschehen wird:„Batterie Glahn",„Kriegsfreiwilliger auf der Emden", „Schicksalsschlachten der deutschen Geschichte", „U-Boote vor New?)ork."— Kriegshetze, Zerstörung-Handwerk als Heldentum übertüncht durch die alte Phrase Pom„Platz an der Sonne", der Von der deutschen Jugend„mit der Waffe in der Hand" erobert werden müsse— da- sind die Tendenzen, die diese Erzeugnisse des Ungei. sie- kennzeichnen. Eltern, denkt mehr denn fe daran, daß ein Buch oft bestimmenden Einfluß auf die Lebenseinstellung eurer Kinder r hat! Wählt eure Bücher vorsichtig! Kaust nur bei verläßlichen Stellen Eurer Organisationen! Meidet auch hier di« Produkte des Dritten Reich?-! Der Hafen Gdingen fertiggestellt. Unter Beteiligung vpn vier Ministern wurde Freitag der neu«.^afenbahuhof und di« Gdingener Freizohne feierlich dem Betriebe übergeb«». Vorweihuachlb'Tttaße. Lichtreklamen, Tannenbömne, Sturmangriff auf» Portemonnaie, Schnee an» Watt«, KindertrSume, „Kausen Sie nur 12 Ql" • An den hell« Schelt« Mt» Kinderaugen, tief verzückt. Ach, durchfiebert e» sie eben, Scheibe— wirft du eiugedrücktN * Auf den Straß« liegt«in Flimmern, Selbst die Preise ziehen au. Womit io den kalte« Zimmern Leider niemand heize« kann.' d Friedlich ruf« tausend Ding«, Die Versuchung, riesengroß, Hat Dich gräßlich in der Schling« Ohne Geld— wie kauft»au bloß—7 Pierre. Sin Neger getölet und verbrannt. New York, 8. Dezember. Wie auS Kountze (TexaS) gemeldet wird, wollte die Polizei heute einen Neger verhaften, der beschuldigt war, eine weiße Frau entführt und getötet zu haben. Der Neger setzte den Beamten Widerstand entgegen. ES kam zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf die Polizei den Neger tötete. Die Bevölkerung entriß oen Beamten den Leichnam und schleift« ihn hinter einem Automobil durch das Negerviertel. Dann errichtete st« einen Scheiterhaufen und verbrannt« den Leichnam. Ajcchiu in Mährisch»Ostrau. Donnerstag abends spielt« Weltmeister Aljechiu in Mährisch- Ostrau an fünfzig Brettern simultan Die Vorstellung dauerte bis drai Uhr früh. Das Ergebnis derselben war: Aljechiu gewann 28, verlor fünf Partien; siebzehn Partien endeten unentschieden. Neu« Abkühlung. Nach einer vorübergehenden Erwärmung drang-n der Nacht auf Freitag vom Nordasten her neuerlich kühler« Lust in unsere Gegen-, den ein. Die Abkühlung ist besonder- in höheren Lagen fühlbar. In den letzten 24 Stunden hat es im ganzen Staate schwach geschneit, die- Nieder» schlagSmenge übersteigt jedoch nirgends 2 Millimeter, sim Norden des Festlandes herrscht«in sehr unbestän. digeS Detter. Tie Druckstörung, di« vom Polarmeer nach Finnland durchbrach, hat in Skandinavien, wo Donnerstag strenge Kälte herrscht«, einen Tempera» lurrückgang hervorgerufen.— Wahrscheinliches Wetter von m a m S t a g: Wechselnd bewölkt, vereinzelt Aufklärung, Andauer des Froste-, im Ganze» schwacher Wind. Wettervorhersage für Sonntag: Nachlassen d«S Frost« S. Deutschland bestraft die gsnzs Welt. Der preußische Justizminifter Kerrl hat der deutschen Neichsregierung vor einiger Zeit eine Denkschrift über das kommende nationalsozialistische Ztras- recht unterbreitet. In dem Entwurf wird gefordert, daß alle Menscheir, die sich gegen die deutschen Interessen vergelte»,»ach dem Gesetz dcS Tritte» Reiche- bestraft werden, gkeichgüll'g, ob sie das„Verbrechen" in Teutschlaud, in Frankreich, in England, in der Tschechoslowakei oder in Testerreich bedangen haben, gleichgültig,' ob sie deutsche, französische, englische, tschechoslowakische oder österreichische Staatsangehörige sind. Jede! ausländische Politiker, der sich in einer Rede gegen die deutsche Regierung wendet, jeder aiis- landische Journalist, der in seiner Zeitung die Zustände deS Tritten Reiche» kritisiert, wird also künftig von der deutschen Justiz verfolgt, die Bürger aller Staaten werde» künftig Objekte der deutschen Blutrichter, Kerkermeister und offiziell beglaubigten Fememörder sein. Ein« anschaulich« Funkreportage. Auf der kürzlich in Kopenhagen abgehalteiien Ausstellung war auch ein Modell von einem durch Tiefel- mvtoren anqetriebenen Fährboot zu sehen. Eine Erklärung diese- Modelle- gab ein Ingenieur, der sich an Bord der zwischen Korsor und Nei» vor verfehrenden Fähre befand und dessen AuS» führungen drahtlos zur Ausstellung weitergeleitet wurden. Die Zuschauer hatten Gelegenheit, über den dänischen Kurzwellensender Fragen an den Ingenieur zu richten, auf die dann in Lautsprechern die Antwort ertönte. Mn sapauischer Henlein. Ter japanische Wortführer in Genf in Angelegenheit deS Mandschukuo» Konfliktes, Matsuoka, kündigte seinen Austritt aus der Regierung«»(der Sejn- kaj»Partei und die Niederlegung seines Mandates im Abgeordnetenhause an. Matsuoka verlangt in der jetzigen Zeit, da sich daS japanische Volk in einer Krise befindet, die Aushebung der politischen Parteien und den politischen Zusammenschluß deS Volkes. Verbilligung der Schallplatte«. In letzter Zeit fanden Unterhandlungen der Vertreter unserer Schallplattenindustrie über di« Vereinbarung von pflichtmäßiger Einhaltung der Schall- Plattenpreise statt. Es kam jedoch zu keinem einheitlichen Plan«, da di« Verhandlungen an den Interessen dreier gegenteilig eingestellten Parteien scheiterten. Inzwischen entschlossen sich zwei Konzerne zur.Herabsetzung des Verlause- Preises von Normalschallplatten im Durchmcsstr von 25 Zentimeter aiff Ks 15.—(statt des früheren Preise- II» 20.—) und für Normal- Ichall- platt«» im Durchmesser von 30 Zenttm-uer l'L 22.50) statt de- frsiyeren Preises von W* 301, Außerdem bringt eine Firma eine Volks Schallplatte für den Preis von 12.— auf den Markt. Rr. 288 Tamvtag, 8. Dezember 1882 Seite 5. Adolf niflcr und der Kaiser Franz Heinrich Hann als GesdildiishrliiKer Heinrich Mann hat unter dem Titel„D c r Haß, Deutsche-Zeitgeschichte" eine Sammlung polemischer und kritischer Essays verösfentlicht, die vor anderen Büchern über das neue Deutschland den grossen und heute noch gar nicht in seiner ganzen Bedeutung abzuschätzcndcn Vorzug haben, daß ihr Autor sich der Verschiebung der polemischen Kategorien bewußt ist. Für die meisten Zeickritiker, vor allem für jene Zwischenschicht im leeren Raum, der KommumS» muS und bürgerlichen Snobismus eher verband als trennt, und die dec Barbar nicht gaitz mit Unrecht als Asphaltliieratcn klassifizierte, lag das Problem nach dem Siege der Hitlerdiktatur ja sehr einfach. Man entzieht sich, so gut cs geht, dem Mbvderarm der SA. mit» beginnt gegen Hitler zu polemisieren, was mit.^Kämpfen" übersetzt werden soll. So wie man Brüning, Severing, Groener, Ebert, RoSke, manchmal sogar Thalmann bekämpft har, so wird man fetzt eben Hitler bekämpfen. Welch wahnwitziges Borhaben! Welche Blindheit, dem Wahnsinn mit der Logik zu kommen und so selbst in den Verdacht des Wahnsinns zu geraten! So in der Roll« des jüdischen IrrenhausbesucherS, der dem verfolgung-wahnsinnigen Vetter gut zuredct: „Tu bist nir aus Glas, Du wirst nix zerorechen, Du bist meschugge!"— befindet sich seit Monaten die übergroße Mehrheit der Zcitkritiker. Denn sie haben noch immer nicht verstanden, wieviel'- geschlagen hat„in dieser gotigesanüten Zeit und Stunde". Bei Heinrich Mann zum erstenmal merkt man, daß er sich deü ungeheuerlichen Risse- bewußt ist, der durch die Welt geht und de» keine gemütliche Polemik überbrülicn kann. Er weiß um die Schicksalsfrage dieser Zeit, die kompromißlos Uiid ohne Erbarmen lautet: Wer wen? oder als Parole der Andern, die cs früher begriffen haben, prophetisch vorweggenommen in Bert Brechts Prophetie vom»^Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny": Denn wie man sich bettet, so liegt man, es kommt keiner und deckt einen zu; und wenn einer tritt, dann bin ich es— und wird einer getreten, bist's Du!' Heinrich Mann beschwört die Vision der -Verkrachten" herauf, die darangehen, die Welt nach chrem Ebenbild« zur Mißgestalt um- «»schaffen. Er zeichnet die Ausgeburten des Hasses, aber er zeichnet sie ohne lauten Haß, ohne polemischen Eifer, ohne verhallendes Pathos, mit der Sachlichkeit des Anatomen ober des Psychiater-. Er weiß, was notiutr Selbstbesinnung der Opfer, die vor lauter Geschrei noch nicht dazugekommcn sind, darüber nachzudenken, wie denn wirklich der Drachen erlegt werden, wie die Mauern von Jericho zum Einsturz gebracht werden könnten, da Trompetcugeschmelter sie nicht erschüttert. Dennoch zeigt dieses Buch die Grenzen der Zeitkritik auch des Dichters, der die Piston-essen hat, was Anderen erst der Schein» werser des Polemikers aus dem Tnnkel hebt. Wo Heinrich Mann geschichtliche Begründungen für den Nationalsozialismus sucht, dort tappt er selbst ins Dunkel oder hält das Fünkchen Licht, das rr zur Hand hat, für eiiicn Stern, der lenkt und führt. Daß Hitler Oesterreicher ist, das erscheint in solcher Perspektive als die entscheidende Grundtalsache nicht nur seines Wesens, sondern auch des ganzen Systems.„Tie eigentliche Herkunft aller Unterdrückung liegt für ganz Europa in der Wiener Hofburg". Das gelte selbst für Italien, das im Fascismus die Methoden wieder aufnehme,„die es einst der österreichischen Herrschaft abgesehen hatte". Wie milde war sie doch, diese Herrschaft der Meuer- nichschen Polizei, gemessen an dem Fascismus Mussolinis oder gar Hitlers! Daß die deutsche Republik zugrunde gegangen ist, das ist nicht zuletzt auf die O-sterreichcr zurückzuführen:„Zu viele Oesterreichcr in wichtigen Stellungen, glänzend als Macher und gngcnehm ini Verkehr, das hat viel beigetragen, daß dieser ohnehin schwache Staat in Stücke ging." Wo ivaretk sie diese einflußreichen Oesterreichcr, die der Republik zum Verderben wurden? Sind denn die Hindenburg, Hilgenberg, Schleicher, Papen und wie sic sonst heißen, die Unglücksmänner und Unglücksbrin aer, Oesterreichcr gewesen? Und ein paar Wiener Schmocke, neben den einhcmc.schen Koryphäen doch nur die Schuftcrlcs der liberalen Publizistik Deutschlands, sollen die Atmosphäre so todbringend verpestet haben? Nein, Oesterreichs Sündenregister in Ehren, aber daß der ganz, preußische Alpdruck der Menschheit noch auf dieses Schuldkonto komme, ist zuviel verlangt! Auf eine Entschuldung Preußens lauft nämlich diese GcschichtSklitlerung, dir weiß der Teufel, welchem Ressentiment Heinrich Manns entsprungen:st, am Ende hinaus. Hitler „beruft sich umsonst ans Friedrich von Preußen und Bismarck... eine glaubwürdigere Verwandtschaft besteht zwischen ibm und Franz von Oesterreich..." Der Rassenhaß auch soll «ine österreichische, eine habsburgische Erfindung sein, also eine Ides der einzigen übernationalen Dynastie Europas. Er war„gl- RegleryngSsystcm unbekannt gewesen iw Lande der Freidenker« Friedrich." Aber etwas anderes war un Lande des F r e i- d e n I e r S Friedrich nicht unbekannt, sondern Tradition: das AuSpeitschen von Menschen. Die Bastonade, der Lieblingssport der SA., ist eine preußische Tradition urrd der Sadismus war nirgends so gezüchtet worden wie auf preußischen Kasernenhoscn und in preußischen Kadettenschulcn. Der Koalition von Feldwebel, Pastor und Junker dankt mai« das deutsche Muckertum und serne perverse Kehrseite. Wenn der Franzose von vtov allomanck— deutschem Laster— spricht, so ist das nicht ganz richtig, es sollte vivo priissinn, preußische Laster heißen. Mag sein, daß Hitler wenig vom alten Fritz hat und sogar manches vom Kaiser Franz (sicher nicht die Schnauze, die wilhelminisches Format hat), aber Aoering uiid.Helldorf, Heines und Röhm haben viel, allzuviel vom alten Preußengeist, den Heinrich Mann zu Unreckt in Schutz nimmt) denn rr ist eS, an dem die Welt verrecken wird, wenn sie chn nicht auSzu- tilgcn versteht. Das sollten Dichter und Zeitkritiker nicht verdunkeln und nicht bcschön^en! Die Franzosen hatten so Unrecht nicht, als sie, scheinbar für ein« fremde Sache sich erhitzend, Revanche pour Sadowa forderten. Es war die Sache Europa-, die auf den Höhen von Ehlum verspielt wurde, als Preußen zur ersten Macht Europas wurde. Und immer wieder, solange Preußen steht und seinen Soldatenstiefel auf den Nacken freier Nationen setzt, wird Europa die Schlacht bei Köniaarätz schlagen müflen. Preußen, überdimensional verwirklicht im Dritten Reich, ist heut« wie zu Lessings Zeiten, da«S doch von dem„Freidenker" Friedrich getreten wurde, das„s k l a v i• seheste Land Europas!" E. F. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Dorstandsfitzung des Internationalen Gewertfchaftsbundes am 29. und 30. November 1933 in Paris. Unter dem Dorsitz von W. M. Citrine trat am 29. und 30. November 1933 in Paris der Vorstand de- Internationalen GewerkschaftS- bllndcs(JGB) zu einer ordentlichen Sitzung zusammen, der die Genosien Jacobsen, Jouhaur, McrtenS, Schorsck, Tayerle, Generalsekretär SchevenelS, Untersekretär Stolz sowie— als Vertreter der Internationale der Privatangestellten — G. I. Ä. Smit jun. beiwohnten. Reorganisation deS JGB: Der Generalsekretär unterbreitete dem Vorstand die von einer Unterkommisiion(Citrine, Jouhau^, SchevenelS) auSgearbeiteten Vorschläge über di« durch die Verlegung deS Sitzes von Berlin nach Paris veranlaßte Reorganisation und den strukturellen Umbau deS JGB sowie die Zusammenarbeit mit den Internationalen Berufssekretariaten(IBS). Nach eingehender Debatte wurde beschlossen, die Vorschläge den Landes zentralen und IBS zu unterbreiten. Sobald die Resultate dieser Erhebung bekannt sein werden, wird die Besprechung de- Problems fortgesetzt werden. Im gleichen Zusammenhang traf der Vorstand allgemeine Sparmaßnahmen, die die Kontinuität der Arbeit deS JGB gewährleisten und gleichzeitig ein finanzielles Gleichgewicht sichern können. Kampagne zugunsten der so- Stunden-Woche: Der Vorstand befaßte sich mit der Organisierung der vor kurzem für die Zeit vom 14. bis 21. Jänner 1931 beschlossenen Propagandawoche sowie mit den Einzelheiten der allgemeinen Kampagne zugunsten der 40-Stnn- den Woche. Er prüfte die bis jetzt cingegangc- nen Entwürfe eine« Wettbewerbs für Plakate und Marken für die Propagierung der 40-Stun- den Woche und traf seine Wahl in bezug auf die Propagandamarken, die sofort in allen Ländern verbreitet werden sollen. Der Beschluß über das zu wählende Plakat sowie die Verteilung der Preise wird später gefaßt werden. Sozialpolitische Richtlinien: Ter Vorstand genehmigte den endgültigen Text der vom Internationalen Gewerkschaftskongreß in Brüssel im Juli dieses Jahre» angenommenen sozialpolitischen Richtlinien. Erhebung über die Arbeitsbedingungen in Finnland, Polen, Estland, Lettland und Danzig: Ter Vorstand nahm Kenntnis von der. Erhebung über die Löhne und anderen Arbeitsbedingungen der Holz- und Papierindustrie sowie' in der Handelsschiffahrt iit. Finnland, Polen, Estland, Lettland und Danzig. Der Vorstand sprach über die erzielten Resultate seine Befriedigung aus. Lage in Oesterreich: Der Vorstand befaßte sich sehr eingehend mit der Lage in Oesterreich. Nach der Beschlußfassung über verschiedene Maßnahmen wurde der Generalsekretär beanf- lragt, die eingcleitete Aktion in diesem Sinne fortzusctzen. I n te r» a t i o n a l e Z u sa m m e n k n n f t j ü n g e r e r G e w e r k s rh a f t S m i t g l i e d e r: Die Internationale Zusammenkunft jüngerer Gewerkschaftsmitglieder wird ini Jahre 1934 vom 25. September bis 1. Oktober int Zusammenhang mit der Jahrhundertfeier zur Erinnerung an die vor 100 Jahren wegen deS Versuchs der Errichtung von Gewerkschaften zu langjähriger Deportation verurteilten Dorsetshirc Labourcr" in Dorchester(England) stattfinden. Die nächste Vorstandssitzung findet am 31. Jänner und 1. Feber in Paris statt. «g dos Selm des Nasienbemntzleng g gg^Meilers gehört d. Zenkralorgan g I m Tmtfrtitn f»>lalvemokr. Aroetterpartet Ig L8—„Sozialdemokrat".—11 TElf FUN DUPLEX-Empffinger wurden in der CSR. verkauft. Denn dieses vorzügliche Gerät ist angesichts seiner Leistung, Qualität und Preises bewunderungswert. Es kostet einschliesslich Röhren KE 1.095.—. Fragen Sie diejenigen, welche diesen Empfänger bereits besitzen. TELEFUNICIN Fa. RAOIOTECHNA, Pra-i I., Hradebnl 3. Senden Sie mir kostenlos Preislisten und Ralenzahlungsbedingungen. Genaue Adressei Die Nol ver THealer. ArbUtsLeme'.uschast im Brünner Leutscheu Theater.- Ab gestern wieder regelmäßige Vorstellungen. Wie wir bereits in unserer gestrigen Nummer kurz berichtet habe», sind itisolge von Differenzen zwischen dem Bühnenpersonal und Theatervcrein die vorgestrigen Vorstellungen der Bereinigte» deutschen Theater nicht abgehallen worden. Diesem Entschluß der Bühnrnangestell- tcn gingen mehrere Tage währende Beratungen beider Bertragskontrahcntcn voran, die durch einen Zwischenfall am Donnerstag zu dem Ausfall der Vorstellungen führten. Zu der ganze» Angelegenheit bat sowohl der Lokalverband der Büynenangcftcllten als auch der Theaterverein(unter Benutzung der bürgerlichen Tagesprcsse) der Ocfsentlichkeit Erklärungen vermittelt. Außerdem wurde bereit« am Dienstag vor der Vorstellung durch den Opernsänger Koch-Gaarden im Landcstheater den Besuchern mitgeteilt, daß die Bühnenangestcllten den Re st der Äovembergage nicht auSaezahlt erhalten, obwohl nach Meiniiug der Angestellten die hirkür erforderlichen Betrag« zur Verfügung gestanden seien. Auch am Mittwoch gab Opernsänger Koch- Gaarden im Deutschen Hause und Spielleiter Sckarwcnka im Schauspielhaus vor den Bor- stellnngcn Erklärungen ab, nach denen die Bühncnmitglicder dem Theaterverein die Forderung unterbreitet haben, sämtliche Barcin- nahmen zum Zwecke der Gageauszahlung einem Trenhänder znziisührcn, widrigen- salls am nächsten Tage die Vorstellungen nicht mehr stattsinden werden. Der Tbeaterverein gibt in einer öffentlichen Erklärung bekannt, daß die Darstellungen der Vertreter der Bübnenangestellten hinsichtlich der Behauptung, daß der Theaterverein im Besitz flüssiger Mittel zur Erfüllung der Forderungen der Angestellten war, mit den Tatsachen nicht übercinstimmen. Weiter teilte der Theaterverein mit, daß als Kaution für die Ansprüche des Bühnenpersonals zu Händen eines Treuhänders ein Betrag bis zur Höhe von 200.000 Ke aus den dem Tbeaterverein zusließcn- den Staats-, Landes- und Gcmeindesubventioncn auf Grund einer Vereinbarung mit dem Bühnenbund erlegt werden, welchem Konto bereits ein Betrag von 91.000 K« zugeführt wurde. Außerdem hat der Ausschuß des Thcaiervereines den Beschluß gefaßt, seine Funktionen n i e d e r z u le g e n, aber bis zur einzubcrufen- den Generalversammlung die Geschäfte weiterzuführen. Verhandlungen zur Beilegung dieser Differenzen erfuhren leider durch Zwischenfälle eine Unterbrechung und Verschärfung, die zu dem Ausfall der donnerstägigen Vorstellungen führte. Die aus der finanziellen Notlage erstandenen Differenzen haben leider einem Teil der tschechischen Presse Anlaß gegeben, rechtliche Fragen, das deutsche Theater betreffend, oufzurollen. Wie trist die Lage der Finanzen geworden ist, hat die Aussprache in der mährischen Landeskultur und Schulkomniission aereigt, in der am Mittwoch die Frage der Subventionen eine wesentliche Rolle spielte. Ter LandeSauüschuß hat den Beschluß gesoßt, auf Grund der stet- sich mindernden Eingänge die im Voranschlag eingestellten Subventionen nm 10 Prozent zu kürzen. TaS Deutsche Theater in Brünn, das außer den Subventionen von Gemeinde und Land auch eine Subvention vom Staat bis zum Vorjahre erhalten hat, hat in diesem Jahre die staatliche Subvention nicht mehr bekommen. Hiezu kommt, daß die Pläne mit dem ständigen Abonnement sich nicht in dem Maße erfüllt haben, al» die» rrwarttt wurde, so daß sich die Flüssigmachung der Mittel in den letzten Tagen immer schwieriger gestaltete. Dir finanziellen Schwierigkeiten ergeben sich aber nicht nur im Deutschen Theater in Brünn, sondern auch beim Brünner LandrStheater. Und wie aus dem Bericht der Vertreter der Provinztheater in der Kulturkommission des Landes hervorging, auch bei allen übrigen Theatern. Deshalb müssen die Ennnziationen eine- Teiles der tschechischen Presse als vollkommen den Tatsachen widersprechend zurückgrwirsen werden. Ane Provisor!'che Arbeitsgemeinschaft führt den Theaterbetrieb weiter. Bei den gestern zwischen den Vertragspartnern geführten Verhandlungen kam eS, wie uns mitgeteilt wird, zu einer Entspannung der Situation in den Bereinigten deutschen Theatern. Der Bühnenbund und Theatcrverein haben sich auf der Grundlage eines Provisors um S für eine Arbeitsgemeinschaft geeinigt. Tie Vorstellungen werden ab gestern wieder programmgemäß abgeholten. Damit sind die Differenzen zum großen Teil beigelrgt. Die endgültige Festlegung der Bestimmungen, die für die Arbeitsgemeinschaft zur Fortführung de» Thcalerbetriebe» zu gelten haben, werden in gemeinsamen Beratungen, die bi» zum 18. Dezember abgeschlossen sein sollen, festgelegt werde». Unentgeltlich« Beratungell u« d c u ver Ärbeiterfürsorge finden ic De tt Samstag von 2--7 Uhr Im Herein deutscher Arbeiter. Sm«klage sie 'lr. 27, statt. Seit, 8. gaarttog, 9. DeznnLer 1«®. y; r> 289 faiAtatfui■ 1X2 F Literatur Kunst und Wissen Der Film dieses Sport»Spiel- KörnernllRgg M« unsere Avouneutenrr AeuIahrs-kolleMvinseral Die Veriuattuuu EiSwüsten nächtlicher unbewußle jedem von und Warensokberun. tausend NM. unter, auch die vermögens- mit dein früheren in dir W:ge gekitet hoffen, so zeigen die Bei Schmerzen, ob eS nun rheumatische, neuralgisch« oder Kopfschmerzen sind, Hilst riu Alpa« Umschlag, oder Einreibung der schmerzenden Stelle mit Alpa 100 Gvld. Bold'. Haufenweise stürzen sich mutig« Menschen aus di« Kunde neuentdeckter Uoldlager in die Wildnis. Es ist nicht allein die Lucht nach de« gelben Metall«, di« di« Mensch«» übrr vorwärts«reibt und sie der Strapazen Fröste nicht achten läßt, cs ist auch der Drang nach dem Unbekannten, der in und schlummert. Auch in Ihnen ruht dies« Sehn» sucht, geht haben Sir die Möglichkeit, dieser inne« reu Stimme zu folgen uud Auosliig« in weite ger- nen zu unternehmen. Ihr treuer Diener, der tschr- choslowakische Empfänger Superhet-Ielefunken 620, auSgestattet mit einem Kurztvelleubereit(20 bis 60 ms, führt Sir, wohin Ti« wolle«. 2200 „Bruder französischen einem, jener die nur durch pointiert« D'alog«. und dankbare Rollen«in« Bühnerewirkung err«ichen, die ihrer Handlung«vig versagt bleiben würde. 9m Film aber kann man über di« Unwahrsche'nkichkcit und Belanglosigkeit der Vorgänge nicht so schnell Hinwegräuschen wie im Theaterstück— und so kann es dieser„Fils d'Ameriqae"(wie der französisch« Titel läutet) trotz graziöser Regeführung und ausgezeichneter' Darstellung- nur zu einem' Achtungserfolg bringen, Di« Geschichte von dem charmanten Betrüger, der sich„aus Not" für den Sohn einet GoschästSmonncS auSgibt und ihm nicht nur daS Geschäft' in die Höh« bringt, sondern auch noch b't Tochter erobert und' alle Amve'euden mit seinem Edelmut entzückt, wiid einzig durch di« gewandte Spielleitung Carmine Gallon es, durch d'e Auf- bietuitg gelungener Typen und durch die beiden Hauptdarsteller genießbar gemacht, welch letzteres niemanden überreichen wird, wenn er«rfährt, daß es sich bei diesen Hauptdarstellern um Annabells und Albert Pröjean handelt. Aber so,sehenswert sie sind— in e iwm bedeutender«« Film hätten wir sie lieber gesehen.—eis— PRAGER ZElJBMfi. aufnehmen zu lassen und d«n entfallenden Betrag do« 10 iie mit der Dtzemberabonnemenl»- gevühr einzusenden. Wir sind überzeugt, daß auch Sie. der heutigen Zeit Rechnung tragend, uns Ihre Unterstützung nicht versagen, und danken bestens für Fhr« kreundliche Förderung unsere- Blattes. Richard Strauß, der Mustk-Hitler. Berlin, 8. Tezember.(Wolss.) Sämtlich« Konzertunternehmen werden in di« Reichsmusikkammer«ingeordnet. Ter Präsident der Reichsmusikkammer Dr. Richard Strauß hat bestimmt, daß alle Vereinigungen und Personen, dir aus dem Gebiete des Konzertweseni einschließlich der Vermittlung tätig sind, zu einem „Reichsverbänd für Konzertwesen" zusammen, geschloffen werden. Dr. Richard Strauß hat zum Führer des Reichsverbandes das langjährige Vorstandsmitglied des Vereine- der Musikfreunde in Lübeck, Han- Srllschopp und zum Geschäftsführer Dr. Otto Beneck«, Abteilungsleiter des Deutschen Gemeindrtag, bestellt. Finnen und Norwegen an erster Stelle. Der lebhaft« Wcttkantpsbclrieb, der Heuer in der Arbeiter.Leichtathletik aller Länder herrscht«, zeigt einen Lclstu-ngsaufschwung in fast allen Disziplinen. Die besten Leistungen erreichten Finnland und Norwegen, an dritter Stelle steht derzeit Oesterreich. Di« besten Leistungen, di« Heuer in den einzelnen Wcttstnnpfarten bisher erzielt wurden, lauteten: 100 Meter: Nuppola(Finnland) 10.6, Hansen (Norwegen) 10.7, Tammisto(Finettand) 10.0, Der. wayen(Belgien) 11, ÄriSberg(Lettland) 11. §00 Meter: Hansen(Norwegen) 22.1, Tanrmisw (Finnland) 22.3, Nuppola(Finnland) 22.8, Wellin (Finnland) 22.8, Myhre(Norwegen) 22.8, Jenkner (Oesterreich) 22.0, KriSberg(Lettland) 22.0. 100 Meter: Pevil(Norwegen) bl.3, Myhr«(Nor> wogen) 63, Mellin(Finnland) 52.6. 800 Meter: Pevil(Norwegen) 1:57.8, Erdinger (Oesterreich) 1:58-2, Järvinen(Finnland) 1:53.2, V. Järvinen(Finnland) 1:58.5. 1500 Meter: P. Järvinen(Finnland) 1:05.1, Sami(Finnland) 4:06.1, Tikkauen(Finzrland) 1:07.8, Prokka(Finnland) 4:08.2, Salmi(Finnland) 4:08.8, Erdinger(Oestev:«ich) 4:08.8. 5000 Meter: Lehtincn(Finnland) 15:38.6, Salmi (Frnuland) 15:88.9, Nunni(Finrttand) 15:42.1. 110 Meter Hürden: Lehr inen(Finnland) 16, 'Itedersen(Norwegen) 16.2, Ström Glorwegen) 16.3, Sam«c(Oestcrre ich) 16.5. 400 Meter Hürden: Wall(Finnland) 58.3, Bostad (Norwegen) 59.9, Liudström(Finnland) 59.9. Weitsprung: Pedersen(Norwegen) 7, Olsen(Norwegen) 6.75,- Ström(Norwegen) 6.72,' Sahlstrom Finnland) 6.70. Hochspruug: Helge sie n(Norwegen) 1.83, Rogn- haug(Norwegen) 182, B. Lchtinen(Finnland) 1.80, Pille Lchtinen(Finnland) 1.80, Riihelö(Finnland) 1.80. Dreifpnrng: Salon««(Finniarrd) 14.19, Davalo .(Finnland) 14, Paananen(Finnland) 1399. - Stabhochsprung: Peterlik(Oesterreich) 3.46, - Bienonen(Finnland) 3.62, Martelius(Finnland) 3.62. Genossen! trauet Bet fetterr««t rf;.«"C«U-Sbruck. St«»_ Für öe«®tud WtaMiMcOU): Ctt» p»nt. ÄSt ff&- Di« Gastspiele. Hm Prager Deutschen Theater gibt es in dieser Woche folgende Gastspiele: im großen-HauS Sonntag Frau Werbeziel, Mon- tag die Schwestern Schwarz, D'enLtag eine Frou Masa Kolürova als ToLca, Mittwoch Fräulein Näher, Donnerstag in der„Verkauften Braut' einen Gastregisseur imfc einen Gastdirigenten, Freitag Frau Ria Thiel«, Samstag d'e D u r i« u i. B a s s e r m a n n, Deutsch, Moiss: und Korlhelnz Martin(Regie). In der Kleinen Bühne werden säst täglich-Herr Kurl R o b i t i ch«k(als Regisseur) und Fritz Wresenthal und Jimmy und James Buxton gastieren Wochenspielplan de« Neuen Deutschen Theaters. SamStog, 7 Uhr:„Lohengrin."(D 1.)— Sonntag, 2 Uhr: Arbeitervorstellung: „Dreimäderlhaus."— 8 Uhr:„Dreimal Hochzeit."(VolkStüml Vorstellung, A A.)— Montag, 754 Uhr:„Ball im Savov" l?l A.) — Dienstag, 714 Uhr:„Tosca."(21. A.)—. Mittwoch, 7% Uhr:„Der Widerspenstige» Zähmung.'(D 1.)— Donnerstag, 714 Uhr: „Tie verkauft« Braut" Neuinszeniert.((£ 2.) — Freitag, 754 Uhr:„Garten Eden" Neu, inszeniert.(D 1)— Samstag, 7K Uhr:„T o n EarloS" Gastspiel Durieux, Bassermann, Deutsch Moistl, Manin.(A A.) Mitteilungen aus Sem Publikum. Neujayrs-Entyevuns für„GoztalvettHokrat". Ich bestelle- hlemit unter dem Romen:•••——■ Ort:—»,—■■■■■-—-—— «in« NeufahrSenthcbung zum Betrag« von 10® und sende Ihnen bl«sen D«trag glelchzrlti« mit der AbonnementSgebühr pro Dezember«in. Unterschrift: ... W«h-nspkelplan der Kleinen Bühne. Samstag, .1, Uhr: Erstaufführung:„Illustrier,« Z«j. L w"?’rr“ 3 Uhr:„Trafik ihrer Exzellenz.— 8 Uhr:„Illustrierte Zes. Nn^n 8 Uhr:„Desire."(Bolkstüml. BvrsUllnug.)— D:cur>ag, 8 Uhr:„Illustrierte Z e i u n g.- Mrtlwrch, 8 Uhr:„Illustrierte Zeiiung.— Donnerstag, 8 Uhr:„Jll». ft r:«rtr Ze, tu ng."- Freitag. 8 Uhr:„I Nu- ^il«d i^ lung.-— Samstag, 8 Uhr: ^Illustrierte Zeitung." 9Me lesen! And uns bis 10. Dezember den Abschnitt einsenden! Wir zweifeln nicht daran, daß auch Si« die Gelegenheit benutzen werden, an Stell» der teueren NeujahrSgratulationSkarlen unserer Aktion Unterstützung zu gewähren, die de, finanziellen Stärkung des Blattes diem und weiter« den hohen ideellen Zweck erfüllt, daß die Zusammengehörigkeit unserer Genossen und Genossinnen sichtbar vor Augen geführt wird Wir bitten Sie daher. Ihren Namen gegen«ine Gebühr von W Ks in unser Das Dritte«eich in Szene gesetzt. Nraussührnng von Ferdinand Bruckner-„Tie Rasten" tm Züricher Sladttheatcr. Ferdinaich Bruckner hat ein neues Stück geschrieben:„Die Rassen", das kürzlich tm Züricher Schauspielhaus mausgeführ, wurde. Zn der Amsterdamer„Freiheit" lesen wir darüber: „Bier einander eng verbundene LebeuSschicksale werden durch die gewaltige Einigung, welche dir nationale Revolution geschaffen haben soll, gesprengt. Und wenn man auch di« Bilder nm lose zusammen- gesügt, revurartig, vorbeizirhen sieht, wenn auch nicht alles restlos motiviert zu sein scheint, so zeigt dennoch daS neu«. Stück in der Zusammenballung der Geschehnisse den erschütternden Weg, den Hitler, vom 80. Jänner bis zum April gegangen ist, schildert rS sie Charaktere der jungen Nationalsozialisten ganz hervorragend. Ganz großen Eindruck macht die Szene, in der Siegelmam, verhaftet wird, wobei ihm Löckchen an di« Schläfen geklebt,«in Schild um den Hals gehängt und die Hosen abgeschnittrn we den. Darstellung und Regie sind g!eül)ermaß«n gut, und es gibt daher tosenden Beisall des auSver- kaustcn Hauses, der daraus schließen läßt, daß das Stück di« Wirkung gehabt hat, die man von ihm erhofft«: der WeN ein Stückchen Wahr, heil zu zeigen. Der Welturaufführung werden bald di« Auf- führuugen in Paris und London folgen." Uilü am Prager Deutschen Theater? Hier erwüchse gerade ihm eine Pflicht! Leider darf man ch:« Erfüllung kaum zu hoffen tvagcn.