tI.3t'M|anta t8• Ztlept)-' 3Ä70S. si«Oq. 7ta«lr(baH.(«6 21 Ua) i S58M ♦ Do»l®»tfar»l 157M4 Mvzelprels 70 Heller, ckrinschließli» 5 Heller Poriol 13. Jahrgang. Samstag, 16. Dezember 1933 Nr 294. Lübbes Verteidiger neuen Kabinetts betrauen. Wie verlautet, wird Lerroux am Tonntag di« Zusammensetzung des neuen Kabinetts belanntgeben. ttsdwett Lerroui kegteruns Borrlos zurüffigetretcn Madrid, 18. Dezember. Das Kabinett Martinez Barrias wird heut« seine Demission überreichen. Der Präsident der Repu- blik wird, wie man allgemein erwartet, den radi- 9 statt irr mmonen vonar al» Kriegsschuldenraten an USA. Washington, 15. Dezember.(Reuter.) Da» Staatsdepartement gibt bekannt, daß die Der- einigte» Staaten 8,891.823 Dollar als Teilzahlung auf die Kriegsschulden von Großbritannien, Lettland, Italien, der Tschechoslowakei und Litauen erhalten werden. Finnland hat bereits seine Rate voll bezahlt. Polen,- Frankreich, Belgien, Estland und Ungarn werden überhaupt keine Rate zahlen. Die am heutigen Tage fälligen Raten betrugen 46,581.164 Dollar auf Tilgung des Kapitals und 106,371.473 Dollar auf die fälligen Zinsen. Die Gesamtsumme der für die Kriegsschulden an die Vereinigten Staaten zu zahlenden Betrage mit den früheren Raten, die noch nicht bezahlt wurden, betragen 310,676.870 Dollar. Erteil Ende nächster Woche? Wie das BDZ.»B8ro hört, besteht beim Senat des Reichsgerichtes dir Absicht, unter allen Umständen am Sonnabend abends die Haiiptvcrhandlung zu beenden. Die ersten Tage der nächsten Woche würden dann für die Ur- teilSberatungen des Gerichtes benutzt werden. Mit der Urteilsverkündung ist für die zweite Hälft« der nächsten Woche zu rechnen. L«lpZlg, 15. Dezember. Heute beendet« der Verteidiger der Bulgaren Dr. T e i ch« r t das ‘ htl« her F'hfrrriiM. anwalt— Freispruch beantragte. Ter Verteidiger Lübbes, Tr. Seuffert, schilderte Lübbes Tat als Ausfluß seine» überragenden Geltungsbedürfnisses, mit kommunistischen Aufstandüpiänrn sei kein Zusammenhang nachzuwrisen. Es komme höchstens Vorbereitung Kein Fanal zum Auf stand Not das Geltungsbedürfnis eines Ruhmsüchtigen Kabinett Doms unter schärfstem Drudt der nclmwchr Nächtlicher Ministerrat/ Miklas soll entscheiden in seiner Protest, und Ruhmsucht. Lutw« hat mit dieser Tat nichlS anderes auSrichttn wollen, al» die Arbeiter aufrütieln, bannt sie auf ihn sehen, dann: sie Marinus van der Lubb« sehen. Auch als Kommunist ist Lubbe nicht zu betrachten. Er ist au» der Partei ausgetreten, weil man ihn nicht zum Führer machen wollt«. Darunter litt sein Geltungs bedürfnis. Ban der Lubbe ist«in fanati scher Einzelgänger, der jede Autorität ab lehnt und ohne Organisation ist. Zusamnlenfasiend erklärt« Dr. Seuffert, LubbeS Leitmotiv bei der Brandstiftung sei gewesen, i n den Mirtelpunkt zu kommen. Wenn man aber davon ausgeh«, könne man di« Anklage wegen Hochverrates und aufrührerischer Brandstiftung nicht aufrecht erhalten. Ter Verteidiger Lübbes be faßt sich mit der ReichSiagSbrandstiftung selbst und erklärt« u. a., daß Lubbe k«i n« Mittäter gehabt haben könne, man könnte ihm aber auch irgend- weiche Taten zu AufstandSplänrn nicht zur Last legen. Auch Torgler habe, nach SeufsertS persön licher Auffassung, nicht das Geringste mit der Reichs'.agSbrandstistung zu schaffen. Der Verteidiger untersucht dann di« rechtlichen Fragen, ob di« Tat des Angeklagten Van d«r Lubbe den Tatbestand deS Hochverrates erfülle, und kommt zu dem Schluß, daß di« Tat Ban der Lübbes höch stens den Tatbestand.einer Vorbereitung d- s Hochverrates erfüll«. Sollte das Gericht adle doch zu einer Verurteilung wegen HochverratcS kommen, dann würde in der Tat di« Todesstrafe auf Grund des tz 86, nicht aber auf Grund de» tz 307 Nr. 2 in Anwendung kommen. Di« Rechts frage, ob Lubbe zur verschärften Strafe verurteil« werden kann, dir erst nach s«in«r Tat von der ReichSregierung gesetzlich festgelegt ist, bejaht Rechtsanwalt Seuffert noch längeren Ausführun gen. Nach 8 S der Verordnung zum Schutz von! Volk und Staat sei di« Todesstrafe in Verbindung! mit 8 307 des Strafgesetzbuches aber nur zu ver hängen, wenn di« Tat mit lebenSlänglrchem Zuchthaus zu bestrafen wär«. Da- sei zu verneinen. Möge di« Tat noch so viel Schad«» angerichr.'. haben, sie hab« dank der nationalen Regierung(!) den Bestand des Deutschen Reiches niemals ernst lich gefährdet. Rechtsanwalt Seufsert schließt sein Plädoyer mit folgendem Antrag: „Sie möge« ablehn«« die Verurteilung de» Bau der Lubbe wegen des Verbrechen» de» Hoch verrate» und der aufrührerischen Brandstiftung, Sie möge« ihn lediglich verurteilen Wege» der vier Brandstiftungen in Verbindung allensalls mit«inrm Verbreche« der Vorbereitung de» Hochverrat«». Da mit««gibt sich di« Folge, daß Ban der Lubbr als>- gerechte Sühne seiner Tat eine erheblich« zeit. 1 ginn des Entwurfs Wird in Simon nach Nom London, 15. Dezember. T.tf italienische Pressebureau teilt mit, daß Timon die freier» tage in Rom verbringen wird, wo er mit Mussolini eine Unterredung über die wichtigsten internationalen Angelegenheiten haben werde. Frankreich braucht sanier ungsanlellse Paris, 15. Dezember.(HavaS.) Einige Blätter melden, die französische Regierung beabsichtige Anfangs des Jahres 1934 eine Anleihe von 10 Milliarden Franken zu emittieren. An zuständlgen Stellen erlangten Jnforma.ionen zufolge wird der Finanzminister dos Parlament wahrscheinlich ersuchen, ihn zur Emission einer Anleihe im Jahre 1934 zu ermächtigen, deren Höhe erst festgesetzt werden wird und die j »ur Sanierung der Staatskasia verwendet werden soll. Senat in Opposition gegen Cftautemps Paris, 15. Dezember. Ministerpräsident Chautemps ersuchte den FinaiizauSichuß des Senats, von seinem Beschlüsse betreffend die sehr erhebliche Herabsetzung der Grenz« für die j Kürzung der Itaatsangestelltengehälter, welche für die Kammer unannehmbar wäre und eine neue Ministerkrise hcraufbelchwö'-en würde. Abstand zll nehmen, Heute wcrdcn Ministerpräsident C h a u t c m p S und Finanzmiilistcr Bonnet mit dem Vorsitzenden des Finanzausschusses C a i l l a u x und dem Vudgetgeneralbericki- «rstaller Regnier über einen Text, welcher für die beiden Kammern annehmbar wär«, beraten. Rache statt Recht Die Justiz der Kerrie Der nene Strafrcchtsentwurf des preu- zifchen JuftiAminifterS Kerrl niid feiner richterlichen Freunde folgt dem Grundgedanken des Nationalsozialismus, daß mit den„individualistischen Tendenzen der französischen Revolution" ein Ende gemacht werden müsse. Die Einzelperson wird völlig dem StaatS- zweck oder vielmehr den Aufgaben einer mysti- fizierlen„Volksgemeinschaft" untergeordnet. T-em früheren Strafrecht wird der Vorwurf gemacht, daß in seinem Mittelpunkte der Ver- brechcr geslaiiden habe, tvähreiid jetzt der Schuh vor dem Verstreckten allein maßgeblich ein müsse, mit andern Worten, nwn kehrt hundertprozentig zur alten Ab sch re k- kungstheorie zurück und macht diese um so folgerrschwerer, als die Absicht zur Tat nicht weniger geahndet werden soll als die ausgeführte Tat selbst. Der Entwurf enthält allen bisherigen Strafrechtsanfchauuiigcn gegenüber ein« deutlich« Teilung der Bevölkerung in ungleich berechtigte Teile. Der sogenannte„Rassenschuh" führt da,zu, daß auch in der strafrechtlichen Theorie jener Sah verankert wird, den der Reichsjustizkommissar Frank auf einer Juristentagung klar und vernehmlich aussprach:„aHe Juristen müssen Antisemiten sein". Mit andern Worten, der jüdische Staatsbürger, der vor das Forum der Gerichtsbarkeit tritt, hat sich von vornherein darüber klar zu sein, daß er eine andere Behandlung zu gewärtigen hat als jeder ander«. In einen, besonderen Abschnitt„Schuh von Rasse und Bolkstuw" sucht der Gesetzgeber der daraus ertvachsenden schwierigen Frage, was eine Rasse sei, zu entgehen, indem er die Rasse höchst unklar als„Blutsgemeinschaft" definiert. Trohdem aber wird mit diesem ungeklärten Begriff in der nackitzrücklichsten Weise gearbei'.et. So wird die Forderung auf ein Verbot von Mischehen anfgestellt, jeglicher Geschlechtsverkehr zwischen Angehörigen der „deutschen Blutsgemeinschaft" und den Angehörigen einer freurdcn Mutsgemcinschaft, lies Juden, ist streng verboten und soll scharf bestraft werden. Selbst bei denr Gebrauch empfängnisverhüterrder Mittel gilt der Rasseverrat als geübt. Allerdings begnügt sich ter Gesetzgeber nicht einmal mit dieser weitgehenden Diffamierung der Juden und der nicht zur.Deutschen Blutsgeweinschaft" gehörigen Personen, sondern es soll sogar auch, wer „un:«r gröblicher Verletzung des Vo?s- empfindens und in schamlojer Weife offen!- lichen Verkehr mit Airgehörigen fremder Rasse pflegi", als ein Verletzer der Rassenebre geahndet werden. Dem„Rasseschutz" reilren sich die Maßnahmen der„Rassehyg'ene" an, fk-er di« man sprechen könnte, wenn man nicht fürchten müßte, daß beispielsweise die Kastration von Sittlichkeitsverbrechern in den Händen von Menschen, wie den gegenwär i.zen Machthaber des Dritten Reiches, zu eine c bösartigen Rachejustiz ausarten könnte. ! Diese Rachejustiz ist vor allem eine Neuerung auf jenem Geriete, dos di« zweite beherrschende Tendenz des Nationalsozialismus mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck bringt, nämlich auf dem Gebiete der Wehrhaftigkeit. Ein Staat, der dem Einzelnen keine Rechte gibt und alles mrr unter denr Gesichtspunkte einer mystischen„Volksgemeinschaft" sieht, hat natürlich die Tendenz, diese Volksgemeinschaft, die er nach sszrost materialistisch-biologischen Gesichtspunkten in ihrer Rassereinhert und Rassengesundheit zu schützen trachtet, möglichst in seinem Sinne kraftvoll nnd wehrhaft zu machen. Diese Tendenz zur Wehrhaftigkeit wird an den verschiedensten s Stellen des Entwurfes sichtbar. Gleich zu Bc- ~‘/‘ i ausführlicher lich« Zuchthausstrafe hinncbmen muß. In diestm Weise über den Begriff des Landesverrats gc- irh...'- j haichelt. und neben die auch in anderen Stoa- I taten Führer Lerroüx mit der Bilduna eines Plädoyers wobei er— ebenso wie der Oberreichs- Dic Begeisterung schwinde, -Innsbruck 15 Derember-ln der letzten-leit Hochverrat in Betracht. Tie Brandktistuna si-tdKufsto-n T« l°i mit erheblicher Zuchthausstrafe, nicht aber mü Genreniden zwölf natimial soziatistisct>e Flüchtlinge i0De 1*’ lUYNrn. zmülkgekohrt, di« bis vor rurzem in den öfter-|'"**““" reichischen Legionen in Deutschland Dienst getan> hatten. Einige von ihnen wurden von der Gen-! darmorie ausgeforscht und zu mehrwöchigen G e f ä n g n i S st r a f en verurteilt. ! Zu Beginn der heutigen Verhandluirg bit- tet Rechtsanwalt Tr. Sack den Senat um dir ! Zustimmung, sein Plädoyer ans Gesundheits- ' rücksichten erst am Samstag zu halten. Dann setzt Rechtsanwalt Dr. Teichert sein gestern unterbrochenes Plädoyer fort und wendet sich der Gruppe von Beweisanttägen zu, die sich unter dem Begriff„Indizien" zu- sammenfassen lassen. Tr. Teichert betont, daß eine Verbindung-ri schen den bulgarischen Angeklagten und der deut schen kommunistischen Partti nicht nachweisbar sei. Er spricht di« Ueberzeugung aus, daß Popow tat'ächlich erst im November 1932 nach Deutschland gekommen sei. Zum Schluß beantragt der Verteidi ger Freisprechung aller bulgarisch«« Ang:» , klagten, da ihre Beteiligung am Reichstagsbrand in keiner W:ff« nachgewttfen sei. Rcdilsanwali Saniert. der Verteidiger des Houptangeklagten Dan der Lubbe, beginnt dann sein Plädoyer. Er weist einleitend darauf hin, daß ihm der Angeklagte Lubbe jede Auskunft, jede Information und jedes Gespräch während des ganzen Prozesses verweigert habe:-infolgedessen könne er nur aus Grund der mündlichen Verhandlung zu der Sache Stellung nehmen. Der Verteidiger geht dann zur Schilderung des Tharakterb-ldes des Angeklagten Dan der Lubb« über. Di« Anklage such« ans Aeußerungen, die Dan der Lubbe früher gemocht habe, darzutegen, daß Lubb««in Signal zum bewassnetrn Ausstand geben wollt«; daraus(eite dann dir Anklage die unge heuer schwere Beschuldigung des Hochverrates ab. Er glaube, daß man nicht ohne writeres ans so,. chen Aeußerungen, di« vielleicht nur der Ausdruck deS Unwillens und des AergerS seien, diesen Schluß ziehen könn«. Van»er Lubbe, fuhr Seuffert fort, kennt kein« Autorität, sondern nur Widerspruch, Auf- lchnung, Temonstration. Geltungsbedürfnis ist stin heworstrhender Charakterzug. War Lubb« von Systtmbekämpfiing usw. gesagt hat, sei eingelerntrS Zeug, da« bilde nicht das Motiv, seiner Tat, son- der» die Gründe der Brandstiftung liegen lediglich- Timte bitte ich zu- Wien, 18. Dezember.(Eigenbericht.) Die Heimwehrführuna veröffentlicht heut« abend» ein ossiziillr» Kommunique, in der sie ihren Plan der Durchführung des FasriSmu» in Oesterreich unverhüllt ankündig«. Es heißt wörtlich: „Die Donnerstag begonnene BundeSführersthung des österreichischen Heimatschutze» wurde Freitag fortgesetzt. Unter völliger Einmütigkeit wurde sestgestellt, daß der Heimatschuh hinter seinem Bundrsjührer steht, fest entschlossen, da» Ziel der Durchsetzung eine» faseiftifche« Oesterreich gegen jede« Wider st and von welcher Seite immer zu erreichen. Die einzelnen Forderungen wurden der Bundesregierung bekanntgegrben und dom Bundeskanzler Dollfuß mit Interesse angehört." Welche» diese Forderungen sind, wurde bereit» gestern berichtet. Wie man hört, besaßt sich der M i n i st e r r a t in einer Nachtsitzung, di« noch immer anhalt, mit diesen Forderungen. Wie ernst die Angelegenheit dort genommen wird, geht daran» hervor, daß di« Berhand- Handlungen de» MinlsterrateS bi» Mitternacht unterbrochen werden sollen, weil zu dieser Stunde der Bundespräsident Mikla» von der Eröffnung der ne««lektrisizirrten Streck« Mallwitz—St. Beith nach Wien zurückkehrt und man ihm die Entscheidung überlassen will. Da» Kommunique der Heimwehr zusammen mit den Forderungen, di« der Regierung überreicht wurden, machen durchaus den Eindruck, daß die Heimwehr die Absicht hat, c» diesmal auf Biegen oder Breche« ankommen zu lassen. Seit« S. SamSiag, 18. Dezember 1838 Sir. Z!M ten vorgesehenen Straffalle des eigentlichen Landesverrates tritt der von do:» Propagandaminister Goebbels geschaffene Begriff des Landesverrats durch„Grenelhctze", wobei diese Greuelhebe sogar unter Ttchesstrase gestellt werden kann. Ein besonderes Verbrechen wird in Gestalt der„Schwächung des Wehrwillens" gesehen, die schon durch kritische oder satirische Publikationen geschaffen werden kann, so das; etwa die vergangenen Jahrgänge des „SimplizissimuS" einen einzigen fortgesetzten strafrechtlichen Tatbestand bilden würde«. Ter wili.ärpolitischen Zwecken dienende Arbeitsdienst wird deshalb auch zu einem Zwang erhoben, dem sich zu entziehen ein schtvereS, strafrechtlich zu ahndendes Verbrechen ist. In! diesem Zusammenhang muß darauf hingewiesen werden, daß ja nicht nur die Militärgerichtsbarkeit neu eingefiihrt wurde, sondern t daß auch für den Arbeitsdienst eine besondere, militärisch anmutende„Arbeilsdienstgerichts-! barkeit" geschaffen worden ist. Ter Ärbei:s< diensksoldat ist also der allgemeinen bürgerlichen Gerichtsbarkeit entzogen. Den Tendenzen zur Aufrüstung entspricht eS zwar, daß an verschiedenen Stellen des StrafrcchtsenlwurfS scharfe Maßnahmen gegen «inen„wirtschaftlichen Landesverrat" vorgesehen sind, der unter Unrständen schon dadurch! begründet werden kann, daß bestimmte Ersin-| düngen nicht in erster Linie dem deutschen Staate zum Ankauf angeboten werden. Da die SA- und SS-Truppen, wie überhaupt die so- genannten„nationalen Verbände" die zweite Armee darstcllen, so kann es nicht wundernehmen, daß sie unter einen ähnlichen Schutz gestellt werden wie das Heer selbst und daß feder Angriff auf sie oder jede Nachrede über sie schärfster Verfolgung ausgesetzt ist. Schon der Versuch der Ncubcgründung von Parteien oder der Verbreitung illegalen Schriftenmaterials wird unter schärfste Straf« gestellt, ja, die Todesstrafe ist hierfür nicht ausgeschlossen. Polentik aus dem Auslande wird bei den Emigranten, wie auch schon geschehen, durch den Entzug des Staalsbürgerrechts und durch die Reichsverweisung geahndet, wobei ihr gesamtes Hab und Gut dem Staate anheimfällt. Gerade auf diesem Gebiete ist obendrein durch die mangelnd« Schärfe der Definition der Willkür Tür und Tor geöffnet. Wen die gegenwärtigen Machthaber vernichten wollen, gegen den können sie durch ihr« Kreaturen straflos vorgehen. Selbst das Notwehrrecht des Einzelnen ist im neuen Sirafrechtsentwurf so unklar geregelt, daß, wie auch übrigens die richterliche Praxis beweist, ein Nolwehrak: gegenüber einem Angehörigen der nationalen Verbände häufig als solcher gar nicht anerkannt wird. Schutz der Rasse und Schuh der Wehrkraft sind, wie wir darlegten, die beiden ent- fcheideuden Gesichtspunkt« des Entwurfs. Daß er sich in verstärktem Maße eines geradezu sentimental anmutenden Tierschutzes annimmt, kann bei dem starken Verständnis der Verfasser für biologisch-zoologische Gesichtspunkte nicht wundernehmen. Tas wichtigste Merkmal des neuen Strafgesetzbuches aber soll die Aufhebung des uralten Rechtsgrundsatzes„keine kü 1933 79,150.900 158,500.000 184,900.000 65% 70% 49% eingefrorenen Nachbarstaa- ..--»kt W... ü«t 1932 dagegen«in Rückgang um 7223. Dens Arbeitslosen können geeignete Kräfte— je nach EtaaiSzufchuß zu der gewerkschaftlichen ArbeitS-' Wunsch des Besteller-— zugewicsen werden. auf: 1. Alle bisherigen Begünstigungen und Erleichterungen müssen selbstredend unverändert aufrecht bleiben. 2. Unser Export muß insbesondere gegen di« deutsche Konkurrenz geschützt werden, aber sofort in großzügiger Weise. 1931 betrug der Export knapp eine Milliarde Ks, im Jahre 1932 600 Millionen Ka und im laufenden Jahre weichen wir kaum 500 Millionen Kronen erreichen. Das entspricht 66.66 Prozent. Es sind all« Zw«ig« unserer Industrie katastrophal betroffen. Der Exportrückgang beträgt in den ersten zehn Monaten der Jahre: 1932 Der Staatssekretär Dr. FreiSler, einst ein radikaler bolschewistischer Kontenisfar, der sich durch seine Erschteßuttgcn in Rußland bekannt gemacht hatte, jetzt nicht minder radikaler Anwalt der nationalsozialistischen Interessen, hat den neuen Sirafrechtsentwurs „ein Spiegelbild der feclischett Haltung des deutschen Volkes" genannt. Man kann diese Bezeichnung wohl nnr«IS eine schwere Ehrenkränkung des deutschen Volkes ansprechen. Denn in diesem Gesetzentwurf regiert nicht Recht, sondern Rache! 104,960.000 160,590.000 217,015.000 3. Zwecks Anstauung der Forderungen, insbesondere-in den ten, Und um den Weg zu einem künftigen Ex-. Port dorthin frei zu Machen, muß di« Einfuhr agrarischer Produkte von dort hierher ermöglicht werden, da es sich ja hier um Länder handelt, die nur mit Waren zahlen können. 4. Um den Markt in den Staaten mit entwerteter Valuta behaupten oder wenigstens zum Teil zurückgewinnen zu können, ist eS nottvendig, dorthin Kompensationsgeschäft« großzügig zu unterstützen und nicht ängstlich darauf bedacht zu sein, ob di« im Kompensattonswege zur Einfuhr in betracht kommenden Waren Lnxus- artikel sind oder nicht. 5. Sowohl zur allgemeinen Belebung und Förderung unserer Exportes, als auch zur klaglosen uttd rationellen Aufrechterhaltung unserer Betriebe,'verlangen wir, daß das Devisen- verfahrcn nicht nnr theoretisch und mit guten kosenunterstlltzung erhielten im November 87.297 gänzlich und 17.767 zeitweise Arbeitslose, int Oktober 35.701 und 18.771, im November des Vorjahres 33.627 und 17.230. Auf dem ArbeitSmarkte macht« sich vor allem die Beendigung der Saisonarbeiten bemerkbar. Leider mußte auch eine saisonmäßigc Abschwächung in einigen Betrieben der Glas- u»td Textilindustrie festgestellt werden. Sonst blieb die Lage in den Industrien fast unverändert, wenn auch teils kleinere Besseningen, teils wieder Verschlechterungen beobachtet werden konnten. Die Vermittlung des HauShaltSperso. nals war, wie alljährlich' zu dieser Zeit, schwächer als in den anderen Monaten. Bon den angemeldeten 131.273 gänzlich Arbeitslosen waren 24.748 Textil-, 20.525 Hilfs-, 19.318 Glas-, 12.959 Bau-, 11.843 Metall-, 10.849 Tagarbeiter usw. Biele von den in den Arbeitsvermittlung-- anstalten angemeldeten Arbeitslosen sind bereit auch andere Arbeiten als in ihrem normalen Berufe zu verichten, viele nehmen auch Gelegenheitsarbeiten— auch wenn eS sich um kurz- fristige Arbeiten handelt— an. Die ArbeitSver- mittlungSanstalten bitten daher wiederholt alle Arbeit- und Dienstgcber, besonders jetzt in der ungünstigsten Jahreszeit den Arbeitslosen das Duchen von Arveits» und Dienststellen durch die Anmeldung tunlichst jeder Arbeitsgelegenheit in der zuständigen BczirkSanstalt für allgemein« unentgeltliche Arbeit-- und Dienswermittlung zu erleichtern. Bei der angemeldeten Anzahl der . mittlungStätigkeit erschwert. Dir Anzahl der Arbeitslosen ist im Laufe d«S Monates November von 126.405 auf 181.273 ; gestiegen. In derselben Zeit waren in der Tsche- i choslowakischeu Republik 692.101 Arbeitslose gemeldet, wovon auf Böhmen 844.668, auf Mäh' j ren-Lchlesien 243.724 entfielen. Im Bergleich j mit Anfang November zeigt sich also in Nord- jböhmen«in« Erhöhung der Anzahl der Arbeitslosen nm 4868, im vergleich mit Ende Novem-i , ber 1932 dagegen«in Rückgang um 7223. Den I SiaatStulibu« iti der oewertlchailHiben ArbeitS-> ! Strafe ohne Gesetz" sein. Der nativnalsozia- ! listischc Richter wird selbst Verbrechen ahnden löuncu, die das Strafgesetz als solche gar nicht nennt. Unter dem Titel„Strafe ohne geschrie- bcncd Gesetz" heißt eS in dem Entwurf: „Ist aber eine nicht ausdrücklich für strafbar erklärte Handlung nach gesunder BokkÄillschailirilg sittlich verwerflich oder wird ihre Bestrafung von dem, einem bestimmten Strafgesetz zugrundeiirgndcn Rechlsgtdamen gefordert, so Hal der Richter für die Tat eine Strafe innerhalb des RabmcnS des entspre chend angewendeten Strafgesetze- sestzusetzen." .,^iW,W|Mlll IIIHIB IIIIIIIIIIIW■■H—l 131000 Arbeitslose in Nordböhmen Ueberbdrdung der Arbeilsvermltilungsanstalten In den 47 Veu'rksaiistalten fiir allgemeine schäften überlassen bleibt, eine große Mehrarbeit unentgeltliche Dienst- und Arbeitsvermittlung in den ArbeitSvermittlungsanstaltcn, die die Bcr- in Nordböbmcn waren im November 10.096—!l1*——* Dienst« und Arbeitsstellen und 166.234 Bewer ber und Bewerberinnen um solche angcmeldet, wobei 8737 Vermittlungen crziclt. wurden. Da von erzielten die Anstalten in Brüx 1326, Gab lonz a. N. 906. Bodenbach, 740, Aussig a. E. 605, Zaun 543, Reichenberg 530, Komotau 507, Teplitz-Scüönau 476 usw. Den BcrufSgnippen nach handelte es sich um 1578 Bau- und 1524 Tagarbeiter. 1011 Arbeiter der chemischen Indu strie, 874 Textil-, 783 landwirtschaftliche, 716 Metall- und 529 Hilfsarbeiter, 483 Hausgehil finnen u. dgl., usw^ Die Vermittlung ist bedeutend schwieriger als in normalen Zeiten und als noch vor eini gen Monaten. Zum Teil sinkt di« Anzahl der angemeldeten Stellen zufolge der Jahreszeit, zum Teil steigt besonder- in der letzten Zeit un gemein di« direkte Nachfrage der Bewerber«nd Bewerberinnen bei den Arbeit- und Dienst gebern. Eine große Rolle spielt aber auch die Neberbürdung der ArbeitSvermittlunaSanstalten mit der Evidenz und Kontrolle der Arbeitslosen. In den 47 DczirkSarbeitsvermittlunqSanstalten NortzbbhmcnS mit der LandeSientrair in Rri- chenberg sind zusammen 111 Angestellte. Bei den verschiedenartigsten Arbeiten, di« heute von den Arbeitsvermittlung-Anstalten verlangt wer den, bestehen noch heute Anstalten, in denen der Leiter gam allein dir aanzr Arbeit bewältigen muß, abgesehen davon, daß auch bei der Unter bringung«nd Einrichtung der Anstalten noch manche- notwendig wäre. Dabei ftihrt die Be- zirkSanstalt in Tcplib-Schönau 10827 Personen »n Evidem. Reichenbeng 7236, Gablonz a. N. 6724, Haida 6408, Komotau 6115, Friedland 6017, Brür 5676. Dux 5182. Kratzau 4839, Numbnrg 4804-. Aussig a. E. 4360, B>Kamnih 4125, sieben Anstalten über 3000, fünf über 2000, neun über 1000 und 14 Anstalten unter 1090 Arbeitslose. Zu dieser Evidenz kommt aber auch die Kontrolle der Arbeitslosen, dir die ge werkschaftliche ArbeitSlosemtMerstützung mit dem> Staatszuschuß erhalten, wobei eS sich teils um' nämlich, teil- nm zeitweise Arbeitslose handelt. ES kamen in Tannwald 5571 Personen in Be tracht und dann folgen: Rumbnrg mit 4538, Krahan 3715, Komotau 3352, Teplitz-Schonau 2710, Schlnckenau 2470, Friedland, 2169, Bo denbach 2096, Bvsokö n. Jiz. 2040, Warnsdorf 2020,-Haida 2013 ustv. Diese Kontrolle mit der Kontrolle der Personen, dir die Unterstützung auS der staatlichen ErnährunaSaktion in An spruch nehmen, verursacht auch wenn sie in der letzten Zeit— bei dem Aufenthaltsorte dcS Ar beitslosen außerhalb dcS Sitzes der ArbeitSver- mittlung-anstalt— in größerem Umfange als bisher den Gcntcindeämtern und den Gewerk- Von 1000 fflasarbcltcrn 700 arbeitslos Forderungen der Glasindustrie- Die Sdiuld der Danken In der Handels« und Gewerbekammer in I Prag fand Freitag, den 15. December die Gcne- ralverstimmiung des WirtfchaftSverbandeS der j GlaSindustriellen statt, in der der Vorsitzende j Generaldirektor Jng. Heller eine Darstellung der Lage der Glasindustrie sowie der Vorausset zungen für ein Widcraufleben des GlaSexportrS gab, woraus wir Nachstehendes wicdcrgeben: Im Jahre 1929 haben wir fiir nahezu 1.5 Milliarden Glas exportiert. Im Jahre 1929 Flach-(Fenster-, Spiegel- und Guß-) Glas.... 226,400.000 Hohlgla» 514,700.000 Gabünzer...... 865,500.000 In Konsequenz dieser verhehlenden Exportverlust«, sind unser« Fabriken kaum mit 25 Prozent ihrer .Kapazität beschäftigt. Di« selbständigen Rafiinerien erreichen nicht einmal 20 Prozent. Dem entsprechend ist dir Arbeitslosigkeit in der Glasindustrie katastrophal. Ans tausend Glasarbeiter entfallen 700 Äe- -schastigungSlose. Jng. Heller stellte dann folgend- Forderungen für di« Wied«rbtl«hung de» Export« Cpielwaren-Großhändler ausgesucht und ihnen Kasperlköpf« gezeigt, die er selbst geschnitzt hatte. Mit einem dieser Spielwareichändler war er zum Abschluß gekomincn. HonS sollte den Winter über Köpfe fchnitzen, und zwar serienweise. Jedesmal einen Kasperl, den Teufel, den Tod,«inen Polizisten, den Wucherer und einen Fraucnkopf. Diese sechs Figuren sollten eine Serie darsiellen. Die Kleider orauchte-HanS nicht besorgen, lieber den Preis konnten sic lang« nicht einig werden. Der Händler vcvivieS auf die billige Konkurrenz der Pcipicrmachse.Kaspcrlkövfe, die für Kinder- Kasperltheater längst di« Dienst« tun würden. .HanS aber pocht« darauf, daß di« handgcschnitzleu Köpf« dock) weitaus wertvoller und dauevhaftei wär«n. Schließlich wurden si« dann doch einig. Hans begnügte sich mit einer Bezahlung di« dem Händler einen reichlichen Gewinn versprach Wenn er selbst für die Schnitzarbeit zunächst auch nicht recht viel bekam, so war doch einmal em Anfang gemacht, und er rechnete damit, daß sich später mehr erzielen lassen würde. Baker Cornelius wollte sich an der winterlichen Schnitzarbeit beteiligen. Menn dann die bestellten Kasperlköpfe fertig waren, wollt« sich HanS im Schnitzen von Kochlöffeln und anderen hölzernen Küchengeräten versuchen, die im Frühjahr, wenn man mit bem Wagen wieder unterwegs sein würde, artf den Dörfern, durch di« man fuhr, verkauft werden sollten. Die Köpfe wurden natürlich viel kleiner geschnitzt als jene mit denen in der Kasperlbude gespielt wurde. Ci« waren ja für Kinder nnd muhten deshalb kleiner und leichter sein. Aber viel Arbeit machten si« trotzdem, und Farbe und Lack kosteten auch Geld. Menn auch nicht allzu viel dabei heranS-'prang, so waren die beiden Cornelius doch froh, dadurch«Inen kleinen Verdienst zu haben, während si« doch bisher in den Wintermonaten nur zugescht hatten. Geeignetes Schnitzholz und das übrige Material war von Vater Corneliu- schon besorgt worden, und am ztveiten Tag, den sie üi Würzburg verbrachten, wurde mit der Schnitzarbeit begonnen. „Seit wann gibt'- eigentlich schon Kasperl- 'pielcr. Vatter?", fragt« HanS, während er einen Kasperlköpf in der Arbeit hatte. „Das iS schon ein paar hundert Jahr her, seit der Kasperl nach Deutschland gekommen is." ,Lla, iS denn der Kasperl« Ausländer? Er hat doch so einen deutschen Namen..." „Er heißt aber gar nit überall so. Mir hat der Großvatter erzählt, der Kasperl wär aus Italien zu uns gekonnue». Dort haben sie ihn Pucinelle genannt. Von dort iS er im Mittelalter nach Deutschland gebracht wor'n. Aber genau weiß man das nit, wann'S War. Esis auch nit sicher, ob der Kasperl zuerst im Mario- ilettentheatcr oder in einer Handvuppeubude ausgetreten iS. Und di« verschiedensten Namen hat er. In Wien beißt er„Wurstl": das kommt wohl von Hanswurst. So hat er früher auch emal g'heißen. Die Kölner und überhaupt die Rheinländer neunen ihn Häiine'che, und' bei uns in Bayern heißt er Kalperl oder Kasperle.,." „AuS Jlal''«n, sagst du, stammt der Kasperl? Kommt da auch«u'er Familienname her? Der bört sich so fremdländisch an." „Der' Großvatter meint ja, daß einer von unseren Vorfahren schon als Puppenspieler auS Italien gekommen wär. Aber Schriftliches Ham wir auch nit drüber. Ich weiß nur. daß der Großvatter und dem sein Großvatter scho Kasperlspieler war'«. Früher war da» Kasperl« spielen überhaupt was anders, wie heut Da Ham fast lauter Erwachsene zug'schaut." „Sin d«nn da auch die gleichen Stücke g'spielt worden, wie wir sie jetzt spiel'n?" „Zum Teil, Aber mit der Zeit Ham sie sich natürlich nach nnd nach verändert. Bei manchem Stück merkt man aber heut noch die alt« Herkunft. Weißt, im Mittelalter, da hat bet den großen Kirchfesten die Kasperlbude nie g'fehlt. Der Kasperl hat sich da oyerhand rau-nehmen e 37 WM Roman von Felix Fechenbach .Hans fuhr zuerst in die Kärrnersgaffe und fielt vor dem Mi Ich laden der Frau Berta Lechner. Ein voraufgegangener Brios Hal!« über danötigst« unterrichtet. In warme Decken eingepackt, wurde Frau Anna von Baler Cornelius und Hans durch den Laden in die Wohnung getragen. Di« Großmutter rang bestürzt die H.rride,. aber Mutter Cornelius beWvichligle ihre Aufregung. ES war« gar nicht io schlimm, nur der dumme RheuntatismuS wieder. Sie Ijätte ja je bk de» ganzen Winter vor sich und würde sich schon wieder ausrappeln. Nachdem die Mutter gut untergebrachl war. fuhr Hans mit dem Baler zum Kranentor, und dort wurde der Magen auf der linken Seite des Platzes ausgestellt, dicht neben der Fenerwaud «ine».Hauses, das seit Jahren vergeblich daraus wartet«, daß ein neue« Hau» wer nebenan errichtet würde und di« schäbig« Wand verdeck«. Hier also, ganz in der Nähe vom Milchladcn der Großmutter, sollte nun der Winter verbracht werden. Man konnte jeden Tag zur Mutter hinüber, und HanS dachte noch ein vaar.Häuser weiter an die Bäcker«! Hein nnd au die Grell die er in diesem Winter, allen Schwierigkeiten zum Trotz, die ihr Vater machen würde, doch recht oft zu sehen hoffte. E» war das erst« Mal, daß Vater Corneliu» deu Winter in Würzburg zubracht«. Und diesmal sollte der Winter auch eine Neuerung brln, gen, di« HanS eingesührt hat, Al» sie da» letzt« Mal in Würzburg waren, hat Hani einige dürfen. Er hat so« Art Narrenfreiheit gHabt und sogar über die Obrigkeit und die großen Herren loSziehn dürfen. DaS war sonst'einem erlaubt. Und di« Zuhörer waren arme Bauern und städtische Werkieut, weil'» der Kasperl immer mit den kleinen Leuten gehalten hat-die von den Großen geischunden und geplackt worden sind. Gegen di« Wucherer i» er loSgezogen, di« da» Volk auSg'saugt Ham, gegen alle Leuteschinder, aber auch di« Soldatenwerber hat er nit unge- "upft gelassen..." „Ja, da Ham wir ja auch noch e Stück, wo der Kasperl von einem Coldatenwerber aufge- griffen wird und ihn dann an der Nase rumführt. Sowas gibtS doch heul garnimmer." „DaS i» noch«in» von den alten Kafperl- stücken auS'm Mittelalter. Weißt, damals war's ganz anders mit dem Soldatsein. Da hats noch kei allgemeine Wehrpflicht gegeben. Die Werber sin ins Dorf kommen, und das war nix ange- nohms für die Bauern. Is meistens auch kurzer Prozeß gemacht wor'n, wenn di« Werber die Bauernburschen g'holt Ham." „Aber heut iS so e Stück doch direkt Unsinn, Vatter'. Da» sollt man eigentlich nimmer spiel'n, oder der Weiber müßt« mittelalterlich« Soldatenuniform kriegen." „Da hast eigentlich recht. Aber die Kinder verstehn da- ja nit mit so einer alten Uniform. TeSlvcgen geht'- nit. Und di« Stücke, in denen der Kasperl sich mit dem Tod und dem Teufel rumlchlägt, die sind auch noch so e Stück Mittelalter. Der Teufelsaberglaube hat damals ja e große Rolle g'spielt. Aber der Kasperl iS mit sedem fertig worden, sogar mit'm Teufel, Alles, was die kleinen Leut geplackt, gedrückt und geängstigt hat. i» vom Kasperl mit d«r Pritsche totg'schlagen wor'n.. (Fortletzung folgt.) 51t. 204 Eamvtag, 18. Dezember 1V8S ^eite S. Staatsbegräbnis in Hostivar Unter Teilnahme des Präsidenten Dorten, sondern in der Tat beseitigt, rder zu» mindest sehr weitgehend gelockert wird. Ein besonderes Kapitel in Bezug auf di« Existenzgrundlagen der Industrie, bilden die Banken. Sir sind nicht zuletzt verantwortlich für den Instand starker, kurzfristiger eDr- schulbung, mit dem drückende Zinsenlast und Schleuderabsatz Hand in Hand gehen, alles Umstäne, die vielfach zu einer geradezu hoff, nungslosen Illiquidität geführt haben. Mit Ausnahme sehr weniger Institute werden zum Iweck« der im beiderseitigen Interesse gelegenen Mobilisierung und Sanierung die verkehrtesten Mittel angewendet. Nichts ist verfehlter als die aus über- triebener Arngstlichkeit geübten Krediteinschnürun- aen, di««inen rationellen Wciterbetrieb der von Bankschuld«» bedrückten Unternehmung«« unmöglich machen. Dir meisten unserer Unternehmungen haben — trotz der Immobilisierung, der dlbfahschrump- sung und den sonstigen folgen der Weltwirtschaft»- lrise, die auf ihnen lasten— einen sehr gesunden Kern und könnten sich, sofern« eine allgemeine Aenderung der Situation erhofft werden darf, sicher gut herausarbeiten, wenn sich die Banken zu einer vernünftigeren Kreditpolitik entschliefzen würden, das heißt die offenen und kurzfristigen Kredite in gesicherte langfristig« Kredit«, mit mäßigen Jins- und AnnnitätSsätzen umwandeln würden. ftrumpesdic Meihoßcn. Der christlichsoziale Abg. Krumpe in Tet- schm hat in einer Interpellation daraus verwiesen, dafz in Tetschen 200 Waggons Roggen denaturiert, d. h. für de» menschlichen Genuß unfähig gemacht werden Daran knüpfte er Ausfälle gegen di« Retz i e r u n g, die oerartiges zulasse, während die Arbeitslosen kein Brot zu essen hätten. Er verlangte schließlich. Laß dieses Getreide als Weihnacht S z u b u ß e für die Hungergcbiete verwendet werde. Durch di« Veröffentlichung dieser rein demagogischen Zwecken dienden Jnterpella- tion in der Tagespreise wurde di« Bevölkerung geradezu aufgereizt, indem der falsche Glaube erzeugt wurde, die Arbeitslosen könnten keine Brotzubusze erhalten, weil das in Telsche» lagernde Korn durch Denaturierung(Beimischung von Holzkohle) zu Füttcrungszwecken hergcrichiet werde. Das ist von.HauS aus falsch, weil die Kornüberfchüsse so groß sind, daß die ge- nannteMengegarkeineRollesPielt. Inzwischen ist ja auch seitens des Ministrrrates beschloßen worden, jetztsOO Waggons Roggen für Arbeitslose bereitzustellcn, nachdem bekanntlich schon ini laufenden Jahre 1200 Waggons Roggen für den gleichen Zweck verwendet wurden. Di« Denaturierung erfolgt im Verlaufe der sogenannten Stützungsaktion, die über Betreiben der Agrarier seitens der Regierung unternomnien wurde, um die sehr tiefen Preise des Weizens und Korns nicht weiter sinkeir z» laßen. Für dir'en Zivrck wurde ein Betrag von KO Mill. Ifc aufgewendet. Es wurden große Men. gen Getreide aufgekauft und aus de»r Verkehr gezogen, um«inen weiteren Preissturz zum Sckaden der Landwirte zu verhüten. Ein Teil dieses Getreides wird zu Fiiiter'wcckeii v.ilven- dct, wobei die Einfuhr von ansländiscke'i' Mais erspart wird, ein Teil ist für d:e Arbeitslosen bestimmt, wahrend der Rest eveutnell zu gellender, pressen im Ausland abge'etzt werden soll. Man muß selbstverständlich der Meinung sein, daß für die Arbeitslosen zu wc- n i g Getreide verfügbar ist, doch trifft die Schuld daran absolut nicht die Sozialdemo- lralen, sondern ganz andere Faktoren. Das weiß auch Abg. Kruinpe ganz genau, der eS jedoch so dreht, als ob die ge'amten Regierungsparteien daran die Schuld trügen. Ucbrigcns hat Krumpe seine Kenntnisse ans unjerem^„N o r d b ö h m i- scheu Volks boten" geschöpft, der schon am 23, November auf die Vorgänge in Tetschen(Fa. Macekj aickmerk'am gemacht hatte. Die, kapital'« ftische Presse hat damals daraus nicht reagiert, wnl sie sehr wohl weiß, daß die Entwertung oder gar Dern'chtung von Lebensmitteln in der ganzen ka Pi ta l i st i sche n We l t h e u t e ü blich ist, um dadurch die Presse nach oben zu regulieren, ro z. B. sind in Brasilie» allein über 24 Millionen Sack Kaffee vernichtet worden, um den Farmern zu höheren Preisen zu verhelfen. Bekannt ist ia auch die kürzlich erfolgte Verbrennung von Saazer Hopfen im Wert von 72 Mill. Ken t^tverkschaslen in der Tschechoslowakischen Republik(Organ: ation der tschechischen christlickten Verbände) in hrer Sitzung vom 14. Dezember über die 2ct>af- rmg einer gemeinsamen Arbeitsgemeinschaft mit dein Verband der deutsch)«» christlichen Gnverk- schäften, Sitz Zwittau, verhandelt. Es wurde beschloßen, in den Ausschuß zwei Vertreter der Zwittauer Verbände zu kooptieren, wodurch also eine Dachorganisation der deutschen und tjct>c- chischen christlichen Verbände entstanden ist. Man muß eS sich sehr gut inerten, daß es eine gemeinsame Organisation der deutschen mid tschechischen Klerikalen nunmehr gibt, wenn die Herren Kramek oder Hilgenreiner wieder einmal ins nationale Horn blasen werden. Die Wahrheit über die..Gntmordboionne“ Düsseldorf.(DG.) Bekanntlich hat im ReichS- tagsbranLporzcß der Düsseldorfer Kriminalsekretär Brosig die Gefährlichkeit der koinmnnistlschrn Umsturzbewegung damit„bewiesen", baß n Düsseldorf eure Gistkolonnc ausacboben wurde, bei der die Polizei Gistmengcn beschlagnahmt hrt, mit der 18.000 SA-Männer hätten vergiftet werden können. Die ganze Erzählung Vrosigs ist ein großer Schwindel. Die seinerzert in Düßeldorf beschlagnahmten Giftmcngen haben mit der KPD überhaupt nichts zu tun und cs steckt eine ganz unpolitische, harmlose Geschichte dahinter. In Düsseldorf ist ein Galvaniseur, der in einer Gal- vamsierfabrik Meister und ein sehr strebsamer Mann ist, der zu Hause an Erfindungen experi- mentiert. Für diese chemischen Erpcrimcnte hatte i er in dem in seiner Wohnung eingerichteten Laboratorium chemische Stoffe, oie nicht genießbar sind. Bei einer Razzia in dem Stadtviertel, in dem der Galvaniseur wohnt, fand man diese Cjr- perinieiitierstosfe in dessen Wohnung und man suchte die Sache um der Aufputschung der Bürger willen in die Aufdeckung einer kommunistischen Giftstofsküche umzudichten. Daß cs sich dabei in Wirklichkeit um eine ganz harmlose Angelegenheit handelt, geht auch daraus hervor, daß man bis heute, zehn Monate nach der Entdeckung dieser angeblichen Giftmordsachcn noch nicht daran gedacht hat, dein Galvaniseur einet» Prozeß zu machen. Das Steuerverbrechen des Bürgerblocks! Der Bezirk Krumau kann seine Angestellten nicht bezahle».- Die Firma Spiro& Söhne A.-A kaust sich in Prag sllr geschen te Steuern ein Pallais! In den letzten Tagen ist in Krumau bekannt geworden, daß der größten Papierfabrik der Tschechoslowakischen Republik, der Firnia Ignaz Spiro& Sohne A.-G., Pötschmühle, aus Grund der berühmten bürgerlichen Steuerreform vom Jahr« 1927 eine Steuerab chreibuug vou 10 Millionen Kronen für die vergangenen Steueriahre gewährt wurde. Dadurch sind die auf di« Umlagenleistung dieser Firma angewiesene« Selbstverwaltungskörper in die größten finanziellen Schwierigkeiten geraten und es wurde zum Beispiel dem BertretungSbezirk B.-Krumau dieUm lagen zu Weisung für di« nächsten fünf Monate vom Steueramt überhaupt gesperrt, so daß der Bezirk Krumau alle Arbeiter entlassen mutzte und für die am t. Jänner 1934 fällige» Gehälter der Bezirks« nge st eilten und Straßen wärterkeineBedeckunghat. Der Krumauer Bezirk hat zufolge dieser Steuerabschreibung Kf 1,200.000 siir erhaltene Umlagen zurückzuzahlen. Bei der Stadt B.-Krumau ist die frühere Umlagenüberweisnng von llr 280.000 auf Kt 27.000 zu> iickg«gangen. So wirkt sich ein Gesetz auS, welches vom Bürgerblock im Jahre 1927 zum Borteile von Großverdienern und zum finanziellen Ruin der öffentlichen Körperschaften geschaffen wurde. Bei dieser eigenartigen Steuerabschreibung für einen Betrieb, welcher bisher voll beschäftigt war und wo die Auswirkungen der Krise aus Kosten der Arbeiterlöhne ausgeglichen wurden, hat sich gezeigt, daß die Steuerfachmänner der Firma mit ihren Monatseinkommen von zehn bis fünfzehntaufrnd Kronen Heller sind als die hohe Steuerbürokratie. Zu gleicher Zeit meldet aber das„Prager Montagsblatt", daß die durch die Krise so hart betrossene Firma Ignaz Spiro& Söhne A.-G., um 10 Millionen Kro- nen ein PalaiS in Prag gelaust hat. Zukunft", Vie pariser Konferenzen Völkerbund und Abrüstung abgeschlossen Seite 4. CamWaft, 1(L SegentBet IMS Nr. 204 werden durch die Massage mit A L PA Menthol-Franzbranntwein vermieden Wollen Sie stets gesund und widerstandsfähig sein? Massieren Sie Ihren Körper dauernd mit Alpa! Fragen Sie Ihren Arzt! Schnupfen, Husten und Grippe, kurz alle Verkühlungen, Tagesneuigkeiten Bei 20 Grad... Wenn du morgens gähnend ausgemacht, Schmücken Blumen dem Gemach, Ader och. Es ist nur ein Hohngeschenk der Nacht! Mit de« srsthen Morgen kommt die Not, Aidkalt liegt dein kleines, trübes Zimmer, Und mit jede« Tage wird es fchl mmtr. Sohlen? Ach, eS langt ja kaum zu Brot! Und de gehst im Zimmer hin und her, Gestern.— Heute.— Wird es endlich wärmer? Jeden Lag nm eine Hofsnnng ärmer. Und am Ende hossst da gar nichts mehr! Mancher^ der poetisch animiert, Schwärme von Blumen, di« die Fenster zieren. Wer so schwärmt, der pflegt auch nicht zu frieren. Das Erlebnis entramanifiert! Pierre. Der Transstbirlkche bxvretz von Morvbaudfteu überfalle«. Eharbin(Mandschurei), IS. Dezember. Der Transsibirische Expreß ist bei Tflisikar nm Mitternacht von Bandttcn zur Satgteijung gebracht und angegriffen worden Japanische Trup, pen trieben die Banditen mit Maschinengewehren nach kurzem Gefecht auseinander. 18 Personen haben ihr Leben eingebüßt, nämlich ein Russe, sechs mandschurische Staatsangehörige, drei fapanisch« Zivilisten und drei japanische Soldaten. 15 Personen wurden verletzt. Tie Zahl der von den Banditen entführten Personen ist noch nicht bekannt. Die Nachricht, daß auch ein Angestellter der stkoda-Werke namens Gebauer getötet wurde, konnte noch nicht bestStigt werden. Wieder Todesstrafe in Sesterreich. Brritwriser znm Tode derurtellt— und begnadigt. Wels, 15. Dezember.(AN) Um 11.33 Uhr verkündete der Vorsitzende im Mordprozesse Breit- wieser daS Urteil. Johan» Breirwieser ist schuldig, am 10. Dezember 1933 in Mitterfilz in der Gemeinde Pennewang, Bezirk WelS, die neun* zehnjährige Magd Hilde Strasser in tückischer Weise mit Absicht durch zwei Messerstiche getötet zu haben. Johann Breilwieser wird nach 8 134 deS Strafgesetzes zum Tode durch den Strang verurteilt. Es ist dies das erste Todesurteil nach Wiedereinführung der Todesstrafe durch die Notverordnung. * Der Bundespräsident bat Dveitwieser jedoch begnadigt und die Todesstrafe in lebenslänglichen Kerker umgewandelt. ReName'abrt eines italienischen Motorwagens. Prag. 15. Dezember. Ter neue Typ de- modern- iten MenbahuwaggonS„8 i 11 o r i n a", der von der Fiat A.-G. in Turin konstruiert wurde, wurde Frri- lag den Vertretern des Prager diplomatischen Korps, der staatlichen Behörden, der Presse sowie anderen Interessenten aus der Strecke Pro g—I i n o n i e e --Hostivice, die eine beträchtliche Steigung auf* weist,,sowie auf der Strecke Prag—Pekky vorgeführt, wo bei voller Besetzung die Max'mal- gefchwiichigkeii entfallet werde» konnte. Der Motorwagen„Littorina" ist ein zioe!- motoriger LuxuSwaggon mit vier Achten, der 80 Sitzplätze enthält. Er entfaltet eine Max malgeschwindig. keil von 130 Kilometern pro Stunde. Der Wagen hat bereits die Schwei; nlrü Oesterreich durchquert. Don Prag jährt der Wagon SamStag nach Polen, Kinder haben besonderes Glück in der Lotterie! Auß de» Verzeichnissen der bet den früheren Jugend- fürsovgelotterien auSbezahlten Treffer geht hervor, baß sich unter den Gewinnern auch sehr viele Kinder und Jugendliche befinden. So fiel z. B. der Haupt- treffer der 1. Lotterie im Werte vno 150.000 Kn aus eine arme Halbwaise, der eS dadurch möglich wurde zu studieren und die sich heute in gesicherter Siel- lung befindet. Ein junges Mädchen gewann einen Treffer von 60.000 Kn und bei jeder nächsten Ziegen entfielen zahlreiche mittlere und kleinere Treffer aus Kinder und Jugendliche. Diese Gewinste berechtigen zur Annahme, daß Kinder in der Lotterie besonderes Glück haben! In wenigen Wochen, schon am 16. Jänner 1084, findet Widder eine Ziehung der Jugendfürsorgelotdette statt, bei der Gewinste im Werte von 250.000 Ks verlost werden, darunter Treff« zu 100.000, 20.000, 10.000, 1000, 500 Jü usw. Eltern, die ihren Kindern Freude machen wollen, schenken ihren Kindern zu Weihnachten Jugendsür- sorgelose! Ein Los kostet nur 5 llr und eS kann damit nicht nur einer der oben genannten Treffer gewonnen werden, sondern eS wird damit auch die notleidende deutsche Jugend unterstützt, der ja der Ertrag der Lotterie zugute kommt! Lose sind zu haben in Trafiken, LoSverschleißstellen, Banken, bei den Deutschen DezirkSjugendfürsorgen und direkt zu beziehen von der Deutschen LemdeSkommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge, Reichenbevg, Waid- zelle 14. Ein Bettler mit 30.000 Lire. In der Woh- nung eines Bettlers in T r I e n t, bei in ärgster Armut lebte und auch starb, wurden Sparkassenbücher, auf den Gesamtbetrag von 30.000 Lire lautend, gefunden. anderen der Förderung bicncuben Arbeiten her- anzuziehen. Diese Nachlässigkeit der Betriebsleitung bei der Bekämpfung der Brandgefahren führte nun am gestrigen Freitag zu einem großen Gruben- braus, durch welchen die g e f a m t e A r b e i t e r- schaft der Grube in Gefahr geriet. Der Brand hat bereits zur Bergistung von vier Arbeitern und einem Steiger durch Brandgaie geführt. Es sind dies die Häuer Ioh. D u f f e k aus Kosten. Adolf R oh m ans Znckmantel, Jo'ef Walter aus Eichwald, Franz Thomas, Be- triebSratSmitglied auS Tischau und der Grubensteiger Eduard Riedl aus Tischau. Sie alle wurden in daS Teplitzer Krankenhaus überfsibrt, da ihre Vergiftungen schwerer Natur sind. Die uier Häuer sind Mitglieder unserer„Union der Bergarbeiter*. Deutsche Schulsunkprogramme. 10. Dezember, ab 10.10 Uhr: Weihnachten in verscheedenen Jahrhunderten, eine Hörfolge mit Rezitat'oren und Weihnacht rstcdern und dem Melodram„DaS Lied von der füllen Nacht" von Fr. FuchS und Walter Kühn, zusammengestellt von I. Kühnes. Mitwirfende: Dr. Ehm-Ouariett, I. Bunzel, L. Stuchlik-Deutelmoser.— Am 0 Jänner, ab 10.10 Uhr:„Dorlimann auf dem Eise", eine lustige S^ene für die Unterstufe von K Pate; ab 10 20 Uhr:„Mit Rinderherden durch den Bn^ch von Mexiko', eine Vorlesung mit oriainal-mexikan'schen Schallplatten auS den Werken deS Dichters T r a v e n, gehalten von I. Bunzel.(Ober- und Unterstufe.)— Ueber Dr Anton Svehlo spricht der Minister für Schulwesen und Bolksknkttir Dr. Ivan D 6 r e r anl 10. Dezember, nm 1010 Uhr'm deutschen Schul- suick zur deutschen Schuljugend Vom Rundhink Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag: Prag: 8.00 Gymnastik 7.30 Frühkonzert 8.30 Moliickonzert. 9.05 Liederkonzert. 11.00 Orchesterkonzert. 17.35 Jugoslawisch« Lieder. 18.00 Deutsche Sendung: Musikvorschau. 1950 Konzert: Jazzband. 22.20 Tanzlieder.— Brünn: 18.00 Deutsche Sendung: Moderne österreichische Kompo- n'sten. 21.15 Musik für den Rundfunk.— Wien: 10 50 Lieder und Arien. 12 00 Orchesterkonyer«. 13.15 Mandolinenkonzert. 15.80 Kammermusik. 19.10 Die heilige Schlange der Inder. 80.30 Oesterreich gegen Niederlande.— HeilSb«rg: 15.15„Die Wunderglocke", WeihnachiSsp'el.— Leipzig: 14.50 Klaviermusik. 20.05 Bach: Weihnachtsoratorium.— Berlin: 1420 Für die Kinder— München: 12.15 MittagS- kon^rt. 18.20 Lieder von Schubert. 20.05 Reichs- sinfonieorchester. Grubenbrand am„EinigkeiisMaAt" in Zuilmantel. Fünf Arbeiter erlitten schwere Gasvergiftung. Furchtbarer Kindertod auf der Eisenbahn Schweres Unglück in Posen. Grausam Met der Winter. Bei uns Frost-Milderung in Aussicht? Posen, 15. Dezember. Bor den Toren der Stadt Posen ereignet« sich heute morgens ein schweres Eisenbahnunglück, dem mehrere Menschenleben zum Opfer gefallen sind, vor der Einfahrt zum Hauptbaynhof fuhr«In Per. soNenzug aus«inen dort haltenden Zug, der nur mitKindern besetzt war. Drei Wa. gen deS haltenden Zuges stürzten Infolge des Zusammenstoßes die Böschung herunter. Da«ine Panik auSbrach und viele leichtverletzt« Kinder sortgelausen sind, Ist der Gesamtumsang des Unglücks zur Stunde noch nicht zu übersehen. Als Opfer dos Unglücks wurden bisher 1V Tot« und etwa 50 Schtver- und Leichtverletzte gezahlt. Man nimmt au, daß sich unter den Trümmern noch zahlreich« Tot« befinden. Di« Rettungs- und Bergungsarbeiten werden sehr erschwert durch den starken Frost. Di« Untersuchung ergab, daß daS Unglück durch«inen Bahnauskeher verursacht wurde, der ein falsches Einfahrtssignal gab. Der I Beamte wurde verhaftet. von dort über Ungarn und Oesterreich zurück nach mit einer Menge von acht bis achteinhalb Kilo- Italien. Im ganzen wird er etwa 8000 Kilometer'—— Jt--‘‘‘™ zurücklegen. Wag endieseS Systems werden bei uns von der Walter A.-G. in Praa-Jinoniee erzeugt. Mit Beginn de» nächsten JahreS sollen sie als heim^cheS Erzeugnis auf dem heimischen Markt in Verkehr gebracht werden. Sturm überm Aermettunul. Berlin, 15. Dezember. Auch gestern beherrschten Kalbe und Unwetter die Witterung Euros-aS. JnThürrngenhatder Stimn starke Schneeverwehungen verursacht, so daß im Bereich der ReichSbahnd-rektiou Eichirt drei Personenzüge im Schnee steckengeblieben sind. Der Neberland-Kraftverkehr der Reichspost mußte auf verschiedenen Strecken eingestellt iverden. Der Niederrhein führt starkes Treibeis und gefährdet so kleinere Schiffe. In Holland Hot oas Treibeis bereits ziver Fünftel der Strombreite eingenommen. Die Eisschollen sind hier bis zu 1.7 Meter dick und 15 bis 2» Quadratmeter groß. Fast überall ist der SchlffahrtSverkehr lahm gelegt. Im Aermelkanal tobt starker Sturm. Die nn Hafen von Cherbourg liegenden Ozeandampfer können nicht auSloufen. Man glaubt, daß mehrere Schiffe und zwei englische Flugzeuge Opfer des Sturmes geworden sind. Auf der Höhe von Dünkirchen wurde en Feuerschiff von seiner Ankerbette gerisien. Bon der siebenköpfigen Besatzung konnten sich vier aus eine Leuchtboje retten, doch foutre ihnen bisher keine Hilfe gebracht werden und man ist um ihr Schicksal sehr besorgt. Frankreich braucht Brennholz: Paris, 15. Dezember.(HavaS.) Mit Rücksicht auf die ungewöhnnch scharfen Fröste wurde l» schioffen, daß die Einfirhrbewilligungen für Bvcimholz, welche ursprünglich erst im Jänner erlassen werden sollten, ausnahmsweise schon von heute, den 15. Dezember, an gÄten sollen.— Aus den Pariser ö ffen t lichen Plätzen wurden tragbar« Liefen aufgestellt, damit sich die Passanten Wärmen können. Aasender Aul'msorlschrltt. Wie der Londoner„Daily Herold" berichtet, arbeitet jetzt«in Deutscher, Dr. Gerllch in einem Schloß bei Otterup auf der dänischen Insel, Fünen, wo auch eine große Wasfenfabrik ist, an der bereits weit gediehenen Konstruktion außerordentlich wirksamer kleinkalibriger Sprenggeschosse, die aus einem Spezialgewehr verfeuert werden und deren Flugschnelligkeit noch durch eine Art Schwingen erhöht wird. Die außerordentliche Schnelligkeit beB Geschosses macht es möglich, Flugzeug« zu treffen, wie schnell sie auch dahinsarrsen mögen. Panzerplatten von halbzölliger Starke(1.77 cm) werden durchschlagen. Auf Menschen wirkt baS beim Auftreffen platzende Geschoß vielfach so fürchterlich als ein Dum- Tum-Geschoß. IleberdieS ist auch die Fenerschncl- iigkeit stark vergrößert. Dr. Gerllch Hai auch seinen Absatzmanagcr Kern bei sich. Ter Leiter der Wasfenfabrik äußerte sich über deren Verbindung mit dem Erfinder recht unklar. Dr. Ger- Gestern in den Vormittagsstunden entstaub auS einigen schon seit Wochen bestehenden Brandherben am„EinigkeitSschacht" in Zuckmantel«in Ärubenbrand von großem Umfang, der vorläufig zur Absperrung der gesamten Ausiahrung führte. In der Grube lagen schon seil längerer Zeit gefährlich« Brandherde und di« Betriebsräte haben mehr als einmal, und sogar im Beiseln von Vertretern der Bergbehörde auf die eventuellen Gefahren, die daraus entstehen können, verwiesen. Sie verlangten von der Betriebsleitung eine entsprechend« Verstärkung der Grubenfeuerwach-, damit di« Brandherde rascher und sicherer bewältigt werden können. Die Betriebsleitung schenkte jedoch, trotz dieser Beschwerden, den Brandherden nicht di« notwendig« Beachtung. In ihrem Bestreben, nur recht viel« Hunte zu fordern, veranlaßte sie sogar mitunter noch, die Feuerwachen zu Prag, 15. Dezember. Bei vorwiegend heiterem Himmel haben sich die Fröste in den , westlichen und mittleren Tellen des Staates bedeutend verschärft. Die tiefsten Temperatur- minima meldeten gestern, Polikka— 27, Bud- weis—25, Eger, Troppau, Pieätany, Nitra und Tiara Data— 23 Grad Celsius. In der Slowakei siel gestern strichweise noch etwas Schnee; di« größten Niederschläge wurden aus Karpathorußland gemeldet, wo"die Schneefälle vier bis fünf Millimeter Waflerwert ergaben. Unter dem Einfluß von Druckstörun- gen welche sich noch Immer über dem Südteile des Festlandes ausbilden, dürft« in den Sudeten- ländern«In« Bewölkungszunahme und leichte Frostmilderung eintreten. Die Temperatur In Prag betrug gestern früh:—10.2 Grad, das Minimum während der letzten Nacht—20.2 Grad Celsius. Wahrscheinliches Wetter heute: Auch im Westen des Staates Bewölkungszunahme und leicht« Frost Milderung. Stellenweise Neigung zu Schneefällen. Schneekopve:—14 Grad, Hlrschberser Tal:-29 Grad- Hirschberg, 15. Dezember. Im Riesengebirge herrscht Temperaturumkehr, das heißt, eS ist in den höheren Lagen erheblich milder als im Tal. Heute früh wurden an der tiefsten Stelle des Hirfchberger Tales— 29 Grad Celsius festgestellt, während auf der Schneekoppe bloß 14 Grad Kälte gemessen würden. gramm gerechnet werden wird. Bei dem Baue dürsten zirka 3000 bis 3500 Arbeiter Beschäftigung finden. Reichskanzler a. D. Wirth als Flüchtling. . Der deutsche E-Hanzler Wirth ist als Flüchtling in Paris eingetrofftit und hat in einem Hotel in der Nähe des Place Etoil« Quartier gcirom- men. Ein« Pariser Zeitung brachte mm die Meldung, daß Wirth angeblich geheimer Agent , des Hitler-Regimes sei.„Alle dies« Gerüchte," ; erklärt« Wirth einem Mitarbeiter deS Pariser „Rcmpari",„siird a«S der Luft gegriffen. Wann ich heut« noch Deutschland zuruckkehcen würde, so würde man mich nicht zum Minister der Propaganda führen, sondern In ein Kongentra- tionSlager bringen." Ullstein-Verlag vor dem Bankrott? Wie wir a»S gut unterrichteter Quelle erfahren, steht der ! Ullstein-Verlag dicht vor dem finanziellen Zu- I sammenbruch. Ein Bankenkonsortium hat sich ! bereit erklärt, die Sanierung des Unternehmens l durchzuführen, ober eS stellt di« Bedingung, daß l die Familie Ullstein aus alle Rechte an dem ’ von ihr gegründeten Konzern verzichten soll. In , der Berliner NSBO beS Druckerei-Gewerbe» > spricht man ganz offen davon, daß cS der | ÄSDAP bald gelinaen werde, die Berlage Ull stein und Messe in Parleibetricbe umznwandeln. ......... Die erste Sorge war, daß interne Anweisungen lich bat sich angeblich jahrelang in England auf-' über die Verteilung der leitenden Posten an vergehalten und fern« deutsche Heimat Kiel zuletzt. d'eute Mitakieder der NSVQ bereits hcraus- vor vier Jahren besucht. Die Meldung dos Lon- 1 gegeben wurden. doner Blattes, dessen Berichterstatter an Ort und Stell« Umschau gehalten hat, schließt damit, daß der dänische Justizminister vor der Entscheidung stehe, ob dem Dr. Gerlich der wettere Aufenthalt in Dänemark zu gestatten sei. Ein schwerer Schlag gegen dl« flowakischen Saisonarbeiter. In diesem Jahre wurden zur Bearbeitung der Zuckerrüben tn Oe st erreich 8217 slowakische Saisonarbeiter verwendet. Für daß nächste Jahr will man trotz einer Vergrö ßerung der Rübenbaufläche diese Zahl um 3000 reduzieren. „Luftschutz" statt französisch. In den Schulen Badens wird vom nächsten Schuljahr ab Luft schutz als Pflichtfach eingeführt, der Unterricht der französischen Sprache aber vom Schuld!«» gcstrichem Die Sprache des„Erbfeindes" kann von einem deutschen Jungen nicht mehr gespro- chen werden. Diese Tatsache ist ein weitere» Zei- chen für Hitlers„Friedenswillen"»nd die Ehr- lichkeit seiner Verständigungsabsicht mit Frank reich. Geschäft mit Amerika. Der Washingtoner Administrator für alkoholische Getränke, Cjoate, teilt mit, die Kontingente für die Einfuhr alko holischer Getränke würden erhöht werden und eS werde bereits jetzt über die Anzahl der Handels- abkommen verhandelt, di« rin beträchtliches Quantum AlkoholikaS anbetreffen. Die Einfuhr von alkoholischen Getränken auS Irland war bisher in da» britische Kontingent««geschlossen worden, während in Zukunst der Freistaat Ir land sein eigenes Kontingent besitzen wird, dessen Höhe noch nicht bekanntgegeben worden ist. Der Bau der Wiener ReichSbrück« soll ehe- steikS begonnen werden. Man rechnet damit, daß gewisse Vorarbeiten schon in der nächsten Woche werden in Angriff genommen werden. Die Kosten deS Baues betragen 24 Millionen Schil ling, von denen rnnd ein Drittel auf die Ge meinde Wien und zwei Drittel auf den Staat entfallen. Es handelt sich um recht be trächtliche Lieferungen, wobei allein an Eise» nt. 994 SamStag, 16. Dezember 1033 ectte a. pr a per zemjug Vas Urteil über die ligistischen Rauiboide. Das Kreisgeriü)t Prag hat zu Recht erkannt...: Fünf Freisprüche, zwei leichte Strafen.— Werfen mit Stühle«»nicht lebensgefährlich". Das Oberste Geeicht hat das Wort. Prag, 15 Skjcmö«. Der Lena« bei®fR. Trost * ä f faitt nach mehrfach verlagler Verhandlung das Urteil über d« sieben Angeklagten gesprochen, di« i« der traurig berühmten öffentlichen Versammlung trr„N a t i o n a l e n 8 i g a" aus der Slawischen gnsel am 8. April d. I. sich m» ihren politischen Kegnern auf gut fascistische Art anSeirraridergesetzt hrden. Di« Argumente dieser„nationalen Erneuer«?' kntsprachcn ihrem ge stigen und sittlichen Nivea» Tie sozial!stIich« Opposition würde ?it Stühlen beworfen und ihre Wort» führ er mit hau st hieben ln< Besicht traktiert. Der tschechische Jngendgenosse Za- jrodnikek empfing an jenem Abend dir schwer« Kopfwunde, deren Felgen er einige Tag« später erlag. Gegenüber den zahlreichen Zeugen— darunter euch Polize'organen—. di« bestätigten. daf> di« .Ordner" deS Herrn Stdibrny da- Bombardement mit den Stühlen eröffne», kaum daß der Wortführer der Sozialisten eine rntsprech«nd« Vrrtreiung in der PerfammknngSleitung verlangt hatte, marschierten natürl'ch Entlastungszeugen aus den Reihen der Liga auf, die das gerade gegenteil bezeugten. Auch der Chef diele» Unternehmens, der Abg S t r i b r n y. bezeugte— freilich mit aller gebotenen Vorsicht— die Unschuld jener Leut«. CS war eine endkole Reihe von Zeugen eufgeboten worden, von denen die drei letzten heute «iiwrrnommen wurden. Die Z«ugen Te«t lch»nd Hu» ek bestätig» len heute weiterhin. Sag die 2> ü l> l« a u S d e n Reihen der Ordner geflogen sind, und zwar seiort, naehdem der foziakist sche Sprecher für seine Nrnppr den Anteil an der Beriammlungtzleitung beansprucht hatte Dann kam ein« Zeugin an die Reihe, eine L i g i st' n nanren- O u 1 r o t a, die brhauptete, daß die Stuhl« von der Opposition ge- dorsen worden'«'en und die Ordner st« nur ausgefangen und fein säuberlich und still auf den Boden zeslellt hätten. Der StaatSanwalt Dr Jelinek be'onte in frinem Plädoyer, daß d»r volle Nachweis «ibracht worden lei, datz die Dort« des sozialistischen Sprechers:„Ich melde mich zum Wort'* tos Signal zu dem brutalen Angriff der„Ordner" gaben Der Ankläger begründet« hierauf d e Schuld jedes einzelnen der siebe»» Angeklagten und beantrag»« für alle«tu« exemplarisch« und un bedingt« Bestrafung und Verlust de» Wahl- rechte»,, Der Gerichtshof de» GR Trost lieh sich indessen von der Schuld der Angeklagten nur zu einem geringen Teil überzeugen. Bei»» Angeklagte»» Franz K o l i n war allerdings di« Sachlage allzu ktar. Diesem war einwandfrei nachgewirsen, daß er der Hauptakteur einer Gruppe von Raufbolden war, d'e«inen Mann der Opposition vor dem Versammlungsgebäude üb«rsiel, in di« Veranda schleppt« und dort unmenschlich verprügelt«. Da er sich auch In anderen Fällen nach absolut sicheren Aussagen in ähnlicher Art hervorgetan hat, blieb ja doch nichts übrig, als ihn schuldig zu erkennen und ihn zu ganzen drei Monaten Keiler zu verurteilen. Die Straf« ist zwar unbedi»»gt, aber durch di« Untersuchungshaft verbüßt. Der gleiche Angeklagte, der auch des Diebstahl» an seinen Miiwohnern und der Öuart'erifrau angeklagt war. wurde in dielen Punkten freigesprochen Dagegen lieh der Gerichtshof sein« ganze Milde beim Angeklagten Jedliika walten, der sich in ähnlicher Art hervorgetan hat und zueinemMonat Arre st verurteilt wurde. D'ese Strafe wurde überdie» bedingt verhängt unter Zubilligung der aller- niedrig ft«n Bewährungsfrist. Der Gerichtshof hat in der Urteilsbegründung ausgesprochen, daß er da» Wersen von Stühlen nicht al» Betät gnng betrachte, dl« Lebensgefahr mit sich dring«. Da» sind also di« Strafen. Hinsichtlich der fünf weiteren Angeklagten lallt« da» Gericht einen Freispruch, wobei In der Begründung bemerkt ist, daß belastend« und entlastende Aussagen einander gegenüberstohen, so daß der er- forderliche volle Schuld beweis nicht»u erbringen sei. Dennoch wurden Moravec, Brynda, Frank. Krulls nnd Kafka von ter Anklage frei- gesprochen. Da» KreiSgaricht Prag hat da» Urteil gekällt, da» zu komn»«nii«rtn unzulässig ist. DaS letzt« Wort wird da» Oberst« Gericht zu sprechen haben. StaatS- airwalt Dr. Jelinek meldet« Nichtigkeit», beschwerd« gegen sämtlich« Freisprüche und Berufung wegen zu geringen Strafausmaße», bzw. Zuerkennung der bedingten Vernrte'lung in den zwei verurteilenden Erkenntnissen an Kunst und Wissen Die verkaufte Braut Zur Neuinszenierung am Prager Deutschen Theater Au» der kristallklar«» Reinheit und frisch- schlichten Innigkeit einer volkverbuirdenen und naturnahrn Sc«le erwuchs diese Meisterope:. d«»«n Tondichter so genial an» den» wahrhaft, gut und schön Rationale»» zu schöpfen»vußr«, daß damit da»> international« Kulturgut nm eine seiner köstlichst«»» Perlen bereichert ward. So voll unve.brauch! fuge üblicher Kraft und Ai.uint ist Smetana» .verkauft« Braut", daß sie, wo und»vi« immer, entzückt, wenn man ihr nur mit Liebe naht. Und deshalb, weil da» Prager Deutsch« Theater, hi«r eine besonder«, edle Pflicht erfüllend, sie fühlbar auch al» ein« HerzenSau^gab« empfand, atmet auch diese Neuinszenierung viel Freud« au», erquickt durch ein fein musizierendes Orchester unter einem Dirigenten(Adolf Kienzl), der rhythmisch zu strafen und Stimmungen abzutöuen versteh», inrer- essiert durch ein« einfallsreiche Regie(Dr. Herbert 8 ras»Basel), erfreut durch heitere Bühnenbilder iHofrrronn— Pirchan— Kvtulau), und ist weiter scheu»-«nd HSrenSwert durch etlich« solistisch« Bemühungen, tänzerische Belebungen(Peter S ch o r k) und chorische Entwicklungen. Aber— ja, e» gibt große Aber— dar letzt« Zauber, der von einer künstlerisch mit Selbstverständlichkeit überzeugenden Aufführung gerade der„Verkauften Braut" und gerade in Prag auSgehen soll und müßt«, will sich »richt eirrstrllen; und da» scheint vor allem in zwei Erscheinungen sei« Ursache zu haben. Zum ersten braucht uich verträgt diese an- spruchSlose Fabel, di« eben durch Smetana» Musik em hundertfältig kosende» Wunder gcnwrden:ft lei« AbbenkungSkunststück« durch den Regisseur und wird durch st« um fo ärmer, je mehr di« aufgewandten Mittel im Widerspruch zu einander stehen. Daß im ersten Akt do» Stückchen böhmisches Dorf linear auSgvr-ichtet und in der Farbenkom- Position überschmuck bis auf» I-Tüpfelchen sozu» läge»» noch dem Büchel fabriziert ist, so daß man den Ersten Prei» einer Ausstellung von Einfamilienhäusern vor sich zu sehen glaubt, ist schon an sich falsch,- wirkt ober dann arft recht konstruiert, wenn solch unwahre» Theater, auf dein di«' Bauer»rburschen samt ihren Feldgeräirn wi« zu einer Salonparad« herauSgeputzt sind, noch durch ein« '«rlsche Realistik urrto.strichen wird, di« sich bei» spielSweise durch ein« lebende Gan»(di« sehr uw theatralisch auSreißen will) und durch einen Gaul (der wieder dem K«ca< den Austritt sauer macht) repräsentiert. Und da» DorswirtSha-u» d«» zweiten Akte» ist so vornehm, empsangSmäßig und blitz- sauber, al» ob hier der Landgraf zum Empfang ei»»«» modernen Tannhäuser die teure Hall« hätte neu Herrichten lassen, zugleich aber auch einer neuen Faust-Inszenierung vorgcaib«it«t härt«, denn ander» kann»non hinwiederum sich zunächst »richt doS riesengroß« Faß in der Mitt««rklären, daS AuerSbachS Keller zur Zierd« gereichen nn'irve. Später kommt man drauf: Kecal und Han» müssen zum Duett auf da» Faß hinmrfkriechen twaS natürlich nicht ohn«»mgewollt komische Schwierigkeiten geschieht) xund später mästen die empörten WirtShauSgäst« in diesem ganz»»»dörfisch obgestimmtcn Roum den K«cal auf da» Faß hinaufjagcn, um ihn dorr den Hindern zu»er- lphlen... Solche Regie-Entdeckungen erzielen daS Gegenteil ihr«r Absicht: sie widerstreben der Einfachheit und Natürlichkeit de» Werke» wirken befremdlich oder peinlich, und so kommt richtige DoikSopernstimmtlng erst im dritten Alt aus. Zun» zweiten leidet dies«„Verkaufte Braut", trotz der in den Mittelpunkt gestellten, immer stark ckor letzte Tag unseres grossen Wettbewerbe«. Fragen Sie alle die, welche schon einen DUPtEX 270, oder den SUPERHET 300, oder etwa den»König aller Empfänger« SUPERHET620 mit Kurzwellenbereich besitzen, und Sie werden sich bestimmt kür das schönste Weihnachtsgeschenk— ein Radioapparat System Teiefun- ken— ein Geschenk fürs ganze leben— entscheiden. Jeder. gute Radiohflndler wird Sie gerne Ober die weiteren Oberraschungen, die wir kür Sie in unserem Wettbewerb vorbereit haben, informieren. Es naht bereits... roTEMTELBFUNICIN Fa RADIOTECHNA, Prag I., Hradebnl 3. Senden Sie mir kostenlos Preislisten und Rotenzohlungsbedingungen. Genaue Adresse» strahlenden Persönlichkeit Prohaska»(Kraal) undI trotz manch anderer respektabler kiüvslker»scher Leistung, an Armut im Sttmnsiichrn und Gesanglichen. Prohaska selbst stattet den-Heiratsvermittler mit viel hübschen(wenn auch nicht in»m«r passenden) darstellerischen Detail» au» und hat auch ge- sangSschauspielerisch einige stark« Monient«;»rach dem Duett mit Han», da» freilich schon an sich gewissermaßen al» ein Stück geliebtejttr böhmischer BotkStumSkunst wirkt, gibt ei riesigen Beifall und Nötigung zur Wiederholung; aber Prohaska» Organ zeigt sich dennoch als zu ivenig biegsam und schmiegsam für dies« Aufgabe, kommt hier, ander» als im Waguerstll, nur wenig zur Entfaltung und entbehrt übrigen» auch durchaus der hier notwendigen kernigen Ti«se. Bon dem andere»» Sängern gilt fast drirchweg», daß ihrem Material, sofern«» schön und ergiebig ist, di« itötige Reis« der Ausbildung fehlt. Der Gesang, w entscheidend für den lytischen und BolkSiied-Lha- rakter der„Verkauften Braut", wird in dieser Auf- führung mir an wenigen Stellen zum Eroberer— ohn« ihn aber kann sich das Wunder der Oper, luiü insbesondere einer Oper von diejer Art, m unserer Zeit schon gar nicht niehr vollziehe»». Fräulein Konetzni, berat künstlerischer Ernst im übrigen hoch zu schätz«» ist und di« die Mari« schauspielerisch lehr jynrpathilch ausitatiet, kommt den gesanglichen Anforderungen noch am nächsten; oder inan muß wiederhol«», daß ei» paar ganz große dvamatische Tön« dach für di« deutlichen MäNz>'l !m Dortrag und in der Technik nicht entschädigen können. Und vollends Herr M a s»k bleibt dem Han» mit Ausnahme einiger hochaussteigender Leucht- raketen gesanglich so ziemlich alles sch»»ldig. Zum Sextett vereinigen sich— die Dan»«»» Kindermann und Schilp al» Mütter, die Herren Hagrn und Bender al» Väter— wenig hmnogen« Stimmen, der Gesang blüht nicht auf, e» hapert musikalisch — und das Unisterblich« wird nickt! zum Ereignis. Herr Hatt«m«r als Wenzel und F.äulein d'Amara als Esmeralda stillen ihre Plötz« befriedigend aus dagegen muß do» Experiment, den Springer mit einem(zwar sehr komödiantisch) wirksamen Schauspieler(.Harprecht) zu besehen, doch in Verehrung der Snrclanaschen Musick als mißlungen bezeichnet werd«»». Alle» in allem ist ehrliche» und ernstes Bemühen atyuectatnett. Ober leider taust onzuneH« nun, daß dies« Ncuinszeuieruug den erwünschten Dauerofolg habe»» n>erd«. Und diese Erknrntn-S läßt erst recht die ohnehin fällige Frage«tfwerfen, wozu man sich für dies« Oper neuerding»«inen Gastregisseur verschrieb und außerdem noch«inen Gastdirigenten verpfljchtetze. Wir hohen genug Herren im Haus«, die zu dieser Aufgabe berufen und daher zu be'.usen ge»ves«n wär-.n: den Opernrrgisier Mordo, dm Direktor-SdellVertreter Li«bl, der, wem» er mit d«r^sauberflStt" fertig wurde, doch Ivohl auch die„Lertaufte Braut" gemeistert hätte! Und schließlich wäre«S vielleicht nicht unklug gdvesen, w«rm Direktor Dr. Eger selber (der der» Rus eine» sehr guten Regisseurs genießt) gerade diese Gelegenheit Wahrgenomnien hätte, um sich zum ersten Mal« während seiner Prager direktorialen Tätigkeit am Regiepult zu zeigen, an da» alle sein« Vorgänger sich bei besonderen Anlässen stellten! In welcher B«z i« h u n g wird denn Herr Dr. Graf, dem damit hier nichts von seinen Qualitäten abgesprvchen werden soll, immer wieder unter vielen, ganz unnützen Kosten in< Land geholt? Und ebenso ist ei teilt Zweifel an den Fähigkeiten de- Hevp»» Kienzl, iveiui wir neuerding» auch diese» Dirigentengastspiel al» überstüssig bezeich- >r«u, zumal gerade bei der„Verkauften Braut" in Prag selbstverständlich der Opernchef am Pult zu sitzen härt«! Aber da» Gastiershstem bring» r» nrit sich, daß, wenn der Gastbariton für,Prag frei ist, Herr Professor 0)611 in London weilt, und daß, hält«»»»an nri» der„Verkauften Braut" auf seine Rückkehr gewartet, inzwischen der Kecal wieder nach Berlin abgereist itürc! Dagegen darf in diesem Zusammenhang freudig verzeichnet w r- den, daß der Operuchcs deü Nationallheaie^S, Osträik, eingeladen wurde, ein« Reprise der„Verkauften Braut"' zi» dirigieren— hoffentlich kommt solch küirstlerisch und auch sonst begrüßenswertes Gastspiel twtz der Ueberfüllr anderer Gastspiele ent. spreche»»d zur Gtttung. Di« Neuinszenierung der„Verlausten Brant" wurde vom Publikum mit herzlichsbem Beifall auf- genomnren, der vor ollem dem tschechischen Musik- Geniir», aber auch aller» Mitwirkcnden zu gelttn schieir. 0.. L. W isch.e lfvna.ch.ts—Chfergjen, tropfen nicht, sind, leicht an^ubringen, billig, da nur einmalige Qnschaffimg. Ebenso stimmungsvoll rote Wadislichte Jteine iQranjdgefa.h.r. OSRAM jssßße, oft X Samstag, 18. Dqrrnv« 1533 Jir. 233 <•§ sogen Du sich eine Mit- die Literatur den Aus der Partei 1933. Sport• Solei- Köroerpllene vritteUllllgea aus dem Publikum. Weihnachtsbücher HAVIRÖKÄ3 trachten, einen körperlich« den ecnzelnen Arbeitsplan der Schweizer Arbeilersporller für da» Jahr 1934. In den Bezirken werden sogenannt« Mutter Dimitrow erzählt. beim und in der nachstehende Innern Dr. dem Reichs- dein RcichS- Schemm Der Datikau'Surzwellensender sendet eine Weih, nachtsmette in die ganze Welt. Sicher habe» auch Li« drn Wunsch, dirsr zu hören. Warum hören Sie sich diese nicht an? Für dir Kurzwelle gibt e» leine Entfernungen. Schaffen Sie sich einen Superhet Telefunken 620—«in einheimische» Erzeugnis— an und Sie können fast störungsfrei nicht nnr di- Darbietungen des Vatikan-Sender-, sondern auch englische, sranzösische, amerikanische, australische Sender — ganz zu schweigen von drn Sendern der normalen Bereiche— in bisher unerreichter Güte empfangen. 2219 „Soziakdemokrat* In spek t i ons tu rn tage durchgeführl, bei denen die Arbeit der Turner» und Turnerinnenscktioncn einer strengen Prüfung unterzogen wird. Eine dritte Bcvanstaltung ist der S tä fet t« n ta g, der von der Sozialistischen Arbeiter-Dport-Jnternationale vorgeschlogen ist. Ferner veranstalten die U n- t«rv«rbände Einzeltitriilagc der Kunstturner, Schwingfesl«, MeisterschaftSweitkämpse der Leicht- athleten, Austragung der Meisterschaft durch Serienspiel« in Fußball, Handball und Kv-Ibball. Ebenso ist«ine große Anzichl von Lehrtursen vorgesehen. Tanzstundeu-Kleider, geschmackvoll und billig, au» unserer Weihnacht». Okkasion. Preis« bi» zu 30 Prozent billiger! Busch, Prag, Pklkopy 87''Witte de» Graben»), Eingang nur innen im House im I. Stock. Morgen geöffnet! 2216 Leide« Sie a« Rheumatismus? Alpa-Mafsage verschosst Ihnen Linderung, belebt den Blutkrri», lauf, gewährt dem Körper di« erforderliche Nahrung, stärkt di« Mu»k«ln und wirkt wohltuend auf die Nerven. 100 Die neue Weltbühne(Prag I., Melantrichova l Nr. 50 ist soeben erschienen und enthält folgende Beiträge: WM S ch l a m m: So wollen wir Deutschland.— Heinrich Mann: Aufgaben der Emigration.— Leo Trotzki: Lektion für einen Staats- anwalt.— Heinz Pol: Braune Weihnachtsbücher. — Hoinrich Fischer: Für unsere Kleinen.— Ma; Rudert: Der gelb« Handel droht.— Bemerkungen. — Antworten. Trikotwäsche „B i g 0" Eeletnü ö Anzüge für Sport, Promenad«, Gesellschaft, AcihnachtSverkaus SO Prozent Nachlaß, Strünsk^. Prag, Hyhernskä. 2201 Be-irksorganisatiou Prag, der Deutsch«» sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Wochenend schule« Fortsetzung am 16. und 17. Dezember ISA Funktionörschule: Beginn SamStag, den 16. Dezember, pünktlich halb 1 Uhr nachmittag». Allgemeine Schul«: Beginn SamStag, den 16, Dezember, pünktlich-t Uhr nachmittags. Die Sprache der völkischen Erneuerer. Nicht nur da» deutsche Volk, auch die deutsche Sprache leidet in letzter Zeit unsäglich! Man lese nur einmal die Verlautbarungen de» Dritten Reiches und man wird, wenn man etwas auf sprachliche Sauberkeit hält, seine braunen Wunder erleben. Am schlechtesten beherrschen natürlich de nationalsozialistischen Lehrer die deutsche Sprache. Man höre, was sich „im Hinblick" auf sie ereignet hat: Di« Deutsche Erziehersront Vom Natioualfozialistischi» Lehrerbuud gebildet. Im R«ich»minist«rium de» Innern, Leiter der PO., Dr. Robert Ley, Reichskanzlei wurde am Freitag Verfügung von Renhsminifter de» Frick, Dr. L«y, ReichSminifter Heß, Wirtschaft-Minister Dr. Schmitt und lelter des NSLB. StaatSministrr unterzeichnet: „1. Im Hinblick auf den NSLB. und die gegenwärtigen organisatorischen Maßnahmen verfügt da» ReichSministerium des Innern, daß «in Wiederauslebtti alter aufgelöster oder in Auflösung befindlicher Verbände absolut verboten ist. Letzte« sind in den Fachschaften dr» NSLB. ausgegliedert und üben dort ihre Fach- avbert aut." „2. Der NSLB. stellt im Hinblick aus Politik und Weltanschauung die große Erziehersront analog der Bauernfront, analog der Arbeiterfront unter der Führung des Reichsleiter» Schemm al» selbständiges Amt der Politischen Organisation dar." „3. Der NSLB. stellt im Hinblick auf sein« Fachschaften vom Kindergarten über Volk»- llrteil Helsen." Die Mutter Dimitrows antwortet« dem Rechtsanwalt:„Georg kann sprechen, und deshalb soll er so viel sprechen, wie es ihm gefällt." Sie fügte, zu Dimitrow gewandt hinzu:„Rege Dich nicht auf, sage alle», was Du auf dem Herzen hast und wie willst." In dem Interview befindet teilung ergreifender Solidarität: „Auf der Straße", erzählte Heut«, SamStag, Gesamtgastspiel„Don CarloS" mit Durieux, Basser mann, Deutsch, M 0 i s s i. Inszenierung: Carlbeinz Martin.— Wenige restlich« Karten im Vowerkauf. Sonntag Gesamigastspivl„Di« Wildente" von Ibsen mit Els« B a i s« r m a n n, Tilla Durieux, Maria Wagner, Albert Basser- m a n n, Ernst Deutsch. Alexander Mots i I. Regie: Adolf Edgar Licho. Preise von 12 bis 66 Ke. Rechtzeitiger Vorverkauf erbeten. -.. Mutter Dimitrows,„war da» Publikum gegen uns sehr höflich. Auf der leeren Straß« kamen Menschen heran, drückte« meine Hand« und verschwanden eiligst, bevor die Polizei sie bemerkt«." In Leipzig sah ich ihn(Dimitrow) ein zweites Mal. Er war ganz krank, hatte erhöhte Temperatur, seine Lungen sind nicht gesund. Er sagte:„Ich werde wohl kaum hier heraus kommen..." Der internationale Frauenausschuß der ö«S3 hat auf feiner Prager Tagung, über di« wir bereits berichtet haben, ein« Reche von Anträge» behandelt und einstimmig angenommen, von denen wir di« wichtigsten hier bekanntgeben:■ Es ist in allen Sportarten große» Augenmerk auf dir Anpassung der Uebungcn an da» spezifisch Weibliche zu legen. Auf technischein Gebiet« ist d«r Gemein- jchaftstanz nach moderner Musik zu pflegen. Da» Turnen soll vor allem Berussschä- den heilen. Di« Sporwerbänd« m allen Ländern mögen aber auch trachten, daß der Turnunterricht in d«n gewerblichen Fachschulen de» einzelnen Berussgruppen angepaßt werde. Es ist auf jeden Fall bet den Sportlerinnen«ine Kontrolle durch Sport-Aerztrnnen ober -Aerzle durchzujühren und es ist zu trachten, möglichst viel« Sportärzte zu belommen. Di« Kleidung der Frauen soll hygienisch fein, nicht nur auf dem Sportplätze, sondern auch im gewöhnlichen Leben. Sportlerinnen sollen Modetorheiten nicht mitmachen. Der FrauenauSfchuß der SASJ spricht sich aut psychologischen Gründen gegen das Leistung»- Abzeichen aus, welches vielfach geplant wirb. Die Arbeitersporwenbänd« sollen möglichst großen Einfluß aus dir Erziehung der Kinder in Organisationen zu gewinnen. »Ai,«An»«(»ort Eishockey. In Prag fand di« Begeginuig LIE gegen das Stubententemn Oxford statt und endete mit einem hart erkämpften und glücklichen 1:0- Siege der Pvagrr. Dir Englandrels« de» Mitropaeup-Sieger», der Diener A n st r i a, hat nrit dem Spiele in Liverpool einen wenig effektvollen Anfang genommen: 2:4,lautet da» Ergebnis für di« Engländer. De bürgerlich« Presse hat«inen„Trost" gefunden: es war«in«„Niederlage au»— Befangenheit"! Englands bekanntester Profi-Fußballklub„Arsenal"(London) hat eine BennögenSschätzuiig pvecks Ausnahme«ine» Darlehens durchgeführt und als das größt« Aktivum di« Profi-Mannschaft eingesetzt, di« mit 52.000 Pf. St.(über 5 Mill. K«) bewertet ist. Der teuerste Spieler kostet« Klub über«in« Million lü. Erfolg bot«tot»(BMTttnKl Avion: Erbe singt/ Aorker Aquarium/ leben."— Hvkzda: Vutt»:“ B.-TH. >48.- z«k/ — Luerrna;„De sechs Frauen Heinrich» VIII/ Pastag«:„Herr Saval, der Millionär."— Praha: „Mitternachts-Patrouille."— Radio:„Die Erd« singt."— Skaut:„Da» Verbrechen im Nerv Völker Aquarium"— Sditozor;„So ein Hundeleben.'— Bajkal:„Da» Verbrechen im New Völker Aquarium." — Ltlveder«:„Oliver Twist."— Illusion:„Der .Held der Arena."— Lido:„Trader Horn."— Louvre:„Der Fluß.'— Sport, Smichow:„Geheimnisi« d«r sranzösisch«n Pobizei."—«aldek:„Der Ruf de» Herzen»." Verlangen Sic gratis Verzeichnis der empfehlenswerten Quali.'ät»- ü buchet zu außergewöhnlich billigen Preisen N Antiquarische Exemplare, sehr gut erhalten.| Bücher-Geschenke in deutscher und tschechischer ü Sprach« liefert I ZeHlralarbellßPbDChhandlDng 18mm. S Praha II., Hhbernskt 7. 2187 9 niai n Prater UditstlilMunn bi» einschließlich Donnerstag, de» 21. Dezember „Dänwnen-Tnsel.'— Brrtuel: — Flora:„Das Verbrechen im "— Gaumont:„So ein Hunde- »Röruber und Schwester."—- „-Herr Saval, der Millionär."— Klnema, Hournal«, Report., Grotesk«. Ab XL bis Koruna:„Der gut« Tramp Bern»- - Kotva: ,,D!« sechs Frauen Heinrich» VIII." Frauen in der spanischen Politik Zwei sozialistische Deputierte in der neuen Cortös. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag IL, Prikopy, Palais Koruna. ‘Diesem. TUir mit Sana m dar keim des klaffenbenmßlen»» Melkers sehörkü-Zenkrakorglm I I tmlAn kllantMelr, Vrt»»«•»t«eit»»» an» Nachdruck, Nr»».- güt b<» Stu«»n»ntn>otthd>: Cti» — DU 8»»»»,r».•«. Z-stelluna tat Hau« oder bet»er», durch dir«oll manaili» LS l«»lerirltStrNch Ki U:—. delftlö»« M»»••“» euu«S><« U"■ urtu lut ta| Mi«» dorrchart, Bet ümu T>»|chaUa»u» Bönb»»chl»v,— MÜcklrrl»»«--- iftunslripi«»«rtotftt d«i Etas«»»»», Id sowjetrussische Journalist Michael K o l tz o w interviewte in Paris die Mutter und die Schlvestern de» im Reichstagsbrandprozeß angeklaglcn Georg Dimitrow. Er schreibt darüber in der„Prawda": Dimitrow» Schwester Magdalena hat ihm folgendes erzählt: Wir haben unserm Bruder aus Bulgarien oft geschrieben. Er erhielt aber keinen Bries. Während meines Besuches bei meinem Bruder übergab ihm ein Polizeibeamter jedoch einen anonymen Dries in deutscher Sprache mit dieser Drohung:„W e n n Sie sich vor Gericht nicht höflicher Verhalten, werden wir Sie zum ewige» Schweigen zwingen." Dem Interview mit der Mutter Dimitrows entnehmen wir: Rechtsamvalt Tcichert sagte der Mutier Dimitrows:„Beeinflussen Sie Ihren Sohn, daß er sich ruhiger verhalte und das Gericht nicht derart angreife, das wird ihm beim schule, höher« Schule und Hochschule, einschließttch aller Fach- und Arbeitsgebiet«, die auf Er- ziehung bezügliche sachliche Organisation der NSDAP, dar." Arme deutsche Jugend, die„im Hinblick" auf die Gegenwart vom Kindergarten bis zur Hochschule der Deutschen Erzieherfront ausge- liefert ist!