13. Jahrgang. Sonntag. 17. Dezember 1033 Nr 295. machten i ♦ I kudetendeutsche' F a se f st en schlechtsitz enden Tarnkappen Werkstätte aufgeschlagen haben. Leipzig, 16. Dezember. Das Wolff-Büro meldet über bi« heutige Verhandlung im Prozeh zur Rechtfertigung der ReichStagsbrandstiftsr: Die Brhatchlung des Reichstagsbrandprozesses beginnt mit dem Plaidoycr des Rechtsanwalts^ bereitet! Das. würde eine Vlmkehrung der Be» Weislast bedeuten." Rach deutschem Strafrecht müsse dem Ang«, klagte« di« Schuld nachgewiesen werden, und eS sei nicht umgekehrt die Aufgabe des Ange» klagte«, feine Unschuld zn beweisen. (Schluß auf Seide A D r. Sack, dse Verteidigers des Angeklagten Torgler. Er führte u. a. aus: Der Prozeß wird uns zeigen, daß das Wort, daS Hitler am 83. März 1933 gesprochen hat, daß dieser neu« deutsche Staat «in Rechtsstaat auf nationalem Boden ist. durch di« nachfolgenden Geschehnisse geheiligt worden ist. Kritik an Goering— Kampf der Cliquen Prag, 16. Dezember. Der heutig« Ber-' Man habe versucht, den Oberrcichsanwalt und Handlungstag bracht« di« lang« erwartet« Rede die erkennenden Richter in ein« schiefe Lage zu Dr. Sacks, des Berteidigerü Torglerü. j bringen und auch gesagt, daß er ein Doppelspiel Dieser nationalsozialistische Verteidiger zeich. treibe, nrte sich biSher durch Schwege« auS und da.> ÜNbküNaiger Nationalsozialist? durch, daß er alle Gelegenheiten, di« Brüchigkeit* gewisser Zeugenaussagen und der ganzen Anklage! Diese Leute könnten sich angeblich nicht vor. nachzuweisen, ungenützt vorübergehen lietz. i stellen, daß«in anständiger Nationalsozialist«s SS sei daran erinnert, daß sich Torgler den'°b« M bringt, anständig fair, korrekt«Inen Men- Herrn Sack nicht ganz freiwillig zum B-rtuter'»»*■»»tgegenge etzter«estnunng zu ! in bei letzten Nacht von dem sogenannten Der- s teidignngskomitec zugcgangcn ist, und in dem eS i heißt: Antrag des ObcrrcichSamoalts gegen Torgler beweist, daß Sie mit der Führung Ihrer Der- teidigung insbesondere mit der Ablehnung jeder politischen Verteidigung Ähren Mandanten an die Anklagebehörde und Regierung verraten haben." Er würde sich selbst als«in schlechter Verteidiger TorglerS vorgekommen sein, wenn er all dem nachgegangen wäre, waS man versucht habe, an ihn heranzutragen. Aus Paris(wohin er als stiller Beobachter im Gegenprozeß gefahren ist) fei er als deuckchrr Mann betrübt zurückgekommen, weil man ihm dort gesagt habe.«S gehe den Veranstaltern des Gegenprozesse- n'cht um TorglerS Schuld oder Unschuld, sondern um die Tendenz. Nach Seilenhieben auf die„kritiklose Beweisaufnahme" im Grgennrozeß erklärt Dr. Sack,«r habe daraus die oin-°g mögliche.tkonseaueng gezogen: vle VoJKsgcmelnsdiatt „Deutsche im AuSlande. dt« sich noch Deutsche nennen, di« gar kein VerantworlungKg.'fühl haben, waS sie ihrer Volksgemeinschaft in der .Heimat antun, sind kür dch nichts anderes als potenzierte Landesverräter. Ich preche daS in aller Oessentlichkeit hier aus. Als Verteidiger TorglerS will ich keine Mild«. Urteilen Sie hart, «her urtelen Tie gerecht!!" Neuss Gesetz lür frühere Straw Dr. Sock befaßt sich dann mit der Möglichkeit der Anwendung der rückwirkenden Lex Lubbe. Nach Zeugnis für Torgler Von rriedrlch Stampfer Am 23. März forderte der Reichskanzler H i t l c r in seiner ReichsiagSrede die ö f f e n 1- l i ch e Hinrichtung Lübbes, TovglerS und der drei Bulgaren. Jetzt hat sogar der Ober- reichsamvalt die Freisprechung der Vulgaren beantragt. „Sie sind ei» Gauner, der»ach Deutsch land gekommen ist, um den Reichstag anzuzünden, Sie gehören an den Galgen." So brüllte Goering den tapferen Bulgaren an. Jetzt erklärt der Dberreichsanwali, daß es für die Behauptung Goering? leine Be- weise gibt. Für Torgler aber ist die Situation noch kritischer geworden. Der OberreichSan- walt bietet dem Gericht ein Kompromiß an. Er will ihn: nicht zumuten, den Befehl der Regierung hinsich.'lich der Bulgaren auszuführen, aber er kann auf den Kopf TorglerS nicht verzichten. Der Kopf TorglerS muß fallen, damit di« Nationalsozialistische Partei die Lüge, auf die st« ihr« Alleinherrschaft grün dete, wenigsten? leilweise aufrechterhalten kann! In dieser Situation halte ich es für meine Menschenpflicht, Zeugnis für Torgler abznlegen. Ich weiß, daß er nnschul- dig i st. Und ich kann nicht zulassen, daß der UnschuldSbeweis für ihn unterdrückt wird, tveil er nicht nur dem Oberrcichsanwalt/ sondern vielleicht auch noch andern Leuten unangenehm ist. Politisch taktische Erwägungen müssen schweigen, wo es sich um die Rettung eines Menschen vor einem drohenden Justizmord handelt. Ende L>k.obcr ist der frühere kvmmuni stische Reichstagsabgeordnete Neubauer, als Zeuge aus dem Konzentrationslager vorgeführt und über die sozialdeinokratisch-kom- munistischen EinheitSfrontbestre- b u n g e n vernommen worden. Er bat auS> gesagt, daß für den Tag nach deni Reichstagsbrand«ine Besprechung zwischen ihm, Torglerund mir geplant war, die im Reichstagsgebäude sta'tsinden sollte. Cs war in Aussicht genommen, aus diese Aussage Neubauers bei der Erörterung der politischen Komplexe zurückzukommen. Merkwürdigerweise ist daS nicht geschehen, obtvohl die Verteidigung daS größte Interesse daran haben mußte. Neber die„Beweise", die der Oberreichsanwalt für die„Schuld" TorglerS hat, will ich hier nichts ausführlich rZ>en; jedermann weiß, wie sie beschaffen sind. Torgler soll am Nachnritlag vor der Brandstiftung mit van der Lltbbe im Reichstag auf einer Bank vor dem FraktionSzimmer der Nationalsozialisten gesessen haben. Da van der Lubbe durch sein völlig vertvahrlostes Aussehen auffallen mußte, wäre daS geradezu eine Demonstration gewesen. Soll Torgler wirklich Wert daraitf gelegt haben, öffentlich mit Lubbe zu paradieren, bevor er mit ihm gemeinsam den Reichstag anzündet«? Und warum soll Lubbe am Abend durch ein eingeschlageneS Fenster in den Reichstag geklettert fern, wenn er am Nachnnttag schon mit Torgler drin war? Den so beschaffenen„Schuldbeweisen" des Oberreichsanwaltes steht ein vollgültiger Unschuldsbeweis gegenüber. Torgler hatte im Laufe des Montags eine Unterredung mit Neubauer und mir verabredet, die am folgenden Tage rm RekchStagSgebaudc stattfinden sollte. Daraus ergibt sich mit zwingender Logik, daß er von dem bevor-. stehenden Brande nichts wußte, daß er viel- Lettländisdie Fasclsten eingestellt Riga, 16. Dezember.(Leta.) DaS Abgeord- Entschließung' an, mit welcher die Regierung beauftragt wird, daß sie innerhalb einer Woche| die Tätigkeit der faseistischen Organisation„Pehr- konkrust" e i n st e l l«. Erklärung: Wir hasten in unserem Blatte vom 15. Sep tember 1933 unter der Ueberschrift„W e m dien« die ,Bohemia'?" einen Artikel ver öffentlicht, in welchem wir neben verschiedenen für die Haltung der„Bohemia" mitverantwort- lichen Persönlichkeiten, wie Abg. Dr. Gustav P c l e r S, Aba. Dr. Franz Bacher, Chef redakteur Dr. Ä. W e s se l s k i, Chefredakteur- Stellvertreter Gustaf Karl der, auch di« Her- w wn Dr. Friedrich Weil und Tr. Georg■ gzGerings nach dem Kopf eines verantwortlich Mannheimer genannt und gesagt haben,| nch, f j enen Kommunisten. Der Bro,eß«and»n- daß eS ,n der gesamten Oesfentllchkelt nur em Kontrolle der Weltöffentlichkeit. Der Urteil über die„Bohemia gebt: daS der Berach- moralisch« Kredit Deutschlands ist dahin: d!« tung, ersließend auS der Erkenntnis, daß dort d,,,tsch« Justiz ist eben daran, den Beweis>u ->--" mit ttekern, deß di« Aechtuna der Hunnen durch die gesittet« Welt berechtigt ist. --.... Hie, stocken di« Juristen, stocken st« in dem Wir haben uns nunmehr im Lause eines. Widerstreit.zwischen den anbenpolitisch-vropagan- durch die Herren Dr. Friedrich Weil und dlstischen Notwendigkeiten, di« ein« Gruppe in Dr. Georg Mannheimer anhängig ge- der NSDAP vertritt, und der brutalen Ford«, machten EhrenbeleidiaungSprozesscS davon nina der Aoering-Grnvpe nach einem blutigen überzeugt, daß die tnkriminierten Beleidigun- Schluß der Leipziger Komödie und einer Recht« «e», sofern sie Herrn Dr. Friedrich sertigung ihre» blutigen Tuns. Weil und Dr. Georg Mannheimer Sack war in London und Paris und bat sich betreffen, vollständig unbegründet.von der Meinung der Welt über den Leipziger sind.'---• Herr Dr. Friedrich Weil hat nämlich noch vor Veröffentlichung unseres Artikels mit Sehreiben vom 13. September 1933, gerichtet an die Rota A.»G., ausdrücklich erklärt, daß die «Bohemia" ihrer Mission in jeder Richtung untreu geworden ist, die Interessen des sudetendeutschen Volkes keineswegs mehr richtig vertritt und die d e u t s ch d e tn o» Irakische Partei u m ihr letztes An leben gebracht hat, so daß er sich nicht imr- uellen könne, daß eine derartige Haltung dem Vermächtnis Tr. Kafkas entsprochen hä't?. Tr. Werl hat gleichzeitig sein« Mitarbeit an der „Bohemia" eingestellt. Herr Dr. Georg Mannheimer har schon «tenhauS nahm mit 68 gegen 17 Stimmen ein« nahm. ES gab in ganz Deutschland keinen Recht«- Egen. Dr. Sack verliest em Telegramm,»a«_chn «.irAfi.t......——i« Ki- I anwalt, der den Mut ausgebracht hätte, sich Torg lerS anzunehmen..Keinen— außer Dr.® ,.,.-, Tkichert und Seussert notqedrunaen und jähne- e,t Beginn der Reaktion in T-ulch- knirschend fügen müssen. Da« posstivste ErqebniS land zum Ze ichen des Protestes gegen M Leipziger Prozesse- war« nach den bisherigen Am mam Ar.« Hrtliti(mflM VmhiHrt ArtV vÖlltlll’d c~—■ 11—'—.... V—..... J*. "ngenonimene Haltung zum HMerreg.me aus- Bulgaren; aber ein solche« Ergebnis gehört, Artikel in der„Bohemia" z""-— J•--- und hat sich auch in der Folge ständü diese Haltung verwahrt. Schließlich ist( Georg Äiannbeimer aus eigenem Antrieb— am 13. September 1933— also noch vor Veröffentlichung unsere» Artikels aus dem Redaktionrstub der„Bohemia" ausgetreten und hat in seinem Kündigungsschreiben vom gleichen Tage ausdrücklich darauf hingewiesen, daß er nicht mehr an einem Blatte Mitarbei ten könne, das keine Garantien für »ine demokratische Habtung bietet. Wir stehen daher nicht an, zu erklären, daß wir die Herren Dr. Friedrich Weil und Dr. Georg Mannheimer also völlig ungerechtfertigt für den anti demokratischen Kurs der„Bohemia" verantwortlich gemacht haben, so daß hinsicht lich der zwei genannten Herren auch alle Deduktionen unseres Artikels.'jttiß sind, was wir hiemit ausdrücklich feststellen, um chnen Genugtuung zu leisten. ' Die Redaktion de«„Sozialdemokrat". Aebenvrozeß geführt hohen,' Ausführungen besaht Dr Sack schließlich Herabzusetzen. Aberer HÄfeinen AuNrapaebern.z^P^ungsrecht de, Gericht«- über di« materielle -->«*► i?„<«. not recht mutzten d.e absoluten Schranfcn de- Der« fassung-rechte- Geltung erhallen. nie Fehler der Polizei Dr. Sack leitet den zweiten Teil seiner Ausführungen ein mit der Versicherung, er hab« Torglrr- Derteidigung übernommen, als ihm Torgler gesagt hab«, daß er am Reichstog-brand unbeteiligt sei und daß er au- ferner politischen Gesinnung- m« «in Geschäft gemacht habe. Als Verteidiger Torgler- sei er nicht Verteidiger der kommunistischen Partei. AuS dem politischen Tharatter dieses großen Tensa» tionsprozess«- ergeb« sich ganz von selbst ein« Häufung von Fehlerquelle», di« dadurch«nt- ftandrn seien, daß di« Vorarbeiten der Polizei zum großen Teil recht unvollkommen geführt wurden. Der Verteidiger verweist in diese« Zu» sammenhang aus die Erklär»«« de» Ministerpräsidenten Goering, daß der Reichstagsbrand in«in« Zeit fiel, in der die Neugestaltung der vom alten System übernommenen Polizei erst gerade in Angriff genommen war. Kritik an den Belastungszeugen Die vom Ankläger angenommen« Mittäter» . schäft TorglerS sei vollkommen ausgeschlossen. Unmöglich könne man sagen: Da Torgler zu s einer bestimmten Zeit nicht in seinem Büro ge- we'en ist, hat er in dieser Zeit den Brand vor- bte von bet' poUtlschen Lettun^ der„Bo.icm a VerhandlnngSergebnissen der l^reisdruch TorglerS zu zeichnen^j^mt der natsonalsozialkstischen PrariS die «ta gegen moralischen Grundlagen. Herr Dr., Die Frage ist fetzt nur: wird das Re. gim« durch einen Freispruch Tor.g- lers oder durch feinen Tod schwerer belastet? Diese Frage hat formell dav Gericht zu entscheiden. DaS Urteil wird erkennen lassen, ob Deutschland von Hitler, dem Opportu. nisten, oder Goering. dem morphlnistischen Bluthund, beherrscht wird! Seite S. Sonntag, 17. Dezember 1983 Sir. 295 mehr von ihm genau so überrascht wurde, Wiel die übrige Weit.! Die geplante Unterredung konnte wichtig werden. Denn sie stellte einen ersten Versuch dar, zwischen führenden Personen der Sozialdcntokratischen und der Konnnnnistischen Partei eine Verständigung über den Kampf gegen den FasciSntna herbei,zuführen. Diese Verständigung hatte ich zunächst auf dem Wege über die S o w j e l r u s s i s ch e Botschaft gesucht, iveil ich annahm, das, die deutschen Kommunisten keinen aufrichtig gemeinten Schritt zur Einheitsfront machen könnten ohne die Zustimmung Moskaus. Aus den vertraulichen Unterhaltungen, die ich da- «nals führte, hatte ich den sehr bestimmten Eindruck erhalten, daß man in Moskau einen ernsten Kampf gegen Hitler gar nicht wünsche, weil man der Meinung war, der Weg zu Sowjeldeutsch- land gehe nur über das Tri.te Reich. Ich wollte meine Berständigungsversuche schon als aussichtslos cinstellcn, als ich die mich ül»errascheitde Nachricht erhielt, in deutschen Kommunistenkrcisen sei man mit dem Ausgang jener Unterhaltungen gar nicht zufrieden, man lege dort Wert darauf, mich davon zu überzeugen, daß der Eindruck, den ich von ihnen erhalten hätte, falsch sei, und darum wünsche man mich zu sprechen. Daraufhin erklärte ich mich am 27. Feber zu der geplanten Besprechung am 28. Feber int Reichstag bereit. Aus alledem ergibt sich, daß die politische Situation an jenen schicksalssck-weren Tagen ganz anders war, als der Oberreichsanwalt sie darstellt. Nach ihm soll Torgler beabsichtigt Haien, durch den Reichstagsbrand das Signal zum bewaffneten Aufstand zu geben. Torgler> müßt« das in Gegensatz zu Moskau getan haben, das nicht für Aktivität, sondern für Passivität war. In Wirklichkeit aber hatte Torgler ganz andere Sorgen und dacht« an ein« Brandstiftung ant Montagabend so wenig, daß er für den Tienatagmorgcn eine Unterredung mit mir über die Einheitsfront in Aussicht nahm. Nur aus dieser Einheitsfront hätte eine wirkliche Aktivität gegen den FascisnmS entstehen können, die im damaligen Augenblick nicht nur moralisch und politisch, sondern auch juristisch zur Amvendung jedes geeigneten Mittels berechtigt war. Denn es galt ja, einen Hochverrat zu verhindern,«inen Angriff auf die Verfassung abzuwehren, die der Oberreichsanwalt und die Reichsrichter beschworen haben. Dieser Hochverrat ist inzwischen begangen worden, nicht von den Kommunisten, sondern von denen, die heut« brüllend Torglers Hinrichtung wegen Hochverrats sor- dern. Durch Gewalt uird Verrat, Lüge und Betrug ist die freiheitliche Verfassung des Deutschen Reiches beseitigt. In der Brandnacht wurde der große Schlag geführt und mit einer amtlichen Erklärung begründet, in der es hieß: „Auf vierzehn Tage verboten sind sämtliche Zeitungen der sozialdemokratischen Partei, da der Brandstifter aus dem Reichstag in feinem Geständnis dir Verbindung mit der sozialdemokratischen Partei zugegeben hat. Durch dieses Geständnis ist die kommunistisch- sozialdemokratische E i n f r o n t S s r o n t offenbare Tatsache geworden. Sie verlangt von dem verantwortlichen Hüter der Sicherheit Preußen» ein Durchareifen, dar von seiner Pflicht bestimmt wird, die StaatSaatorität in diesem Augenblick der Gefahr aufrechtzuer- halten." los anzunehmen, daß Torgler das Haus, rn dein er am Dienstag mit mir sprechen wollte, am Montag abend angezündet hat. Torgler war unter den Kommunisten derjenige, dem auch die schärfsten Gegner Unbesonnenheiten am tvenigsten zutrauten. Sonst wurde ja der jetzige Reichsinnenminister F r ick wohl nicht so oft niit ihm verhandelt haben, wie ich es in den Jahren, in denen ich im"Reichstag neben Torgler saß, beobachten konnte. Will nicht Herr Frick für Torgler Zeugnis ablegen? Die Behauptung von der sozialdemokratisch- koimnunistischen Einheitsfront war, wie jetzt niemand bestreiten kann, nichts als eine politische Zwecklüge. Eine politische Zwecklüge ist es aber auch, daß Torgler mit der Brandstiftung im Reichstag etwas zu tun hatte. Diese Behauptung entbehrt nicht nur jedes BetveiseS, sie ist sogar nachweislich falsch. CS ist sinn- Die Reichsrichter aber können Torgler nicht zum Tode verurteilen! Täten sie eS, so wären sie nicht Richter, sondern Mörder. Sack spricht für Torgler: (Schluß von Selbst, wenn man die objektive Richtigkeit der Aussage von Karwahne und Kroyer unterstelle, dann würde daraus folgen, daß am »7. Feber nachmittag» Torgler mit Lubb« zusammen gesehen worven ist. Sie können sich über alle» Mögliche unterhalten haben. Seite 1.) Dieser Tatbestand reiche nicht au», um ein„Schuldig" sestzustelleu. woher Wiste der OberretchSanwalt, daß Torgler von der Tat gewußt hat, daß er sie billige»der teilgeuom» meu hat? schlüssige Beweise Wir Torglers Unschuld Dr. Sack beschäftigt sich weiter mit den vom Oberreichsanwalt geführten Bela- stungsmomenten gegen Torgler. Mit Zeugenaussagen vom Schlage de» Verbrechers Lebermann brauche man sich nicht auSetnonderzusetzen. Grothe sei zwar unbestraft, aber nach ärztlicher Auskunft ein Psychopath mit hi sterischem Einschlag. ES lohne sich auch nicht, auf den Komplex der Bekundungen von Kämpfer, Kompner, Singer und Kunzack mehr einzugchen. Der verdacht, daß Torgler tu seinen Tasche« Brandmateriat in de« Reichstag gebracht hab«, sei durch di« gründliche Beweiserhebung in keiner Weise bestätigt worden. Der OberretchSanwalt hab« dte These ausgestellt, da Torgler nicht Nachweisen könne, wre er am Brandtag« die Zeit von 19 bi» 20 Uhr 48 verbracht hat, mäste angenommen werden, daß er in dieser Zeit an der Brandvorbereitung gearbeitet habe. Dazu überreicht der Verteidiger de« Gericht eine Zeittafel, in der genau ausgezeichnet tst, was tu diesem Zeitraum nach den Angaben de» Angeklagten und der verschiedenen Zeugen»« Reichstag in der Umgebung Torgler» geschehe« ist. Dadurch werde der genaue Nachweis geführt, daß Torgler in der kritische« Zeit gar nicht in der Lage gewesen wäre, sich nut der Vorbereitung der Brandlegung im Plenarsaal zu besaste». »er„Hute Trottel" Toröler Dr. Sack vertritt entschieden di« Austastung, daß Torgler sich freiwillig gestellt hab«. Dieser„gute Trottel* möchte ich beinahe sagen, mußte hier bleiben, hat sich in seiner Einsöltigkelt gestellt und trat für seine Ad« ein. Dai dieser Mann in drei Monaten durchgemacht hat. werde zu seiner Läuterung dienen. Wen« auch nnr ei» geringe» Bindeglied zwischen Lubbe und Torgler bestehen würde, dann wäre e» bestimmt in der Verhandlung einmal zu Tage getreten. Er trage, wat denn die bis in» Kleinste gehende gewisse»haste Beweisaufnahme an hochverräteri scher Betätigung Torgler» ergeben habe, er habe dafür keinen Beweis erbringen sehen. Oberretdisanwalt widci spridit sich Der Oberreichsanwalt habe weiter gesagt, er sei nicht ermittelt worden, wohin dl« anderen Täter verschwunden seien. Daran» ziehe er(Dr. Sock) den Schluß, daß man di« Beteiligung anderer, nicht ermittelter Täter nicht strikte ausschließen könne Dann könne nian aber auch nicht sagen: Da keine ruderen gefunden worden sind, muß man Torgler verurteilen. Ausfall Serien Goerlng: „sprechen Sic Torgler frei!“ Der Verteidiger wandte sich zum Schluß au di« Richter and sagte: Denken Sie an di« Wort« de» Ministerpräsidenten Aoering(!) in diesem Proz.'ß. Al» Torgler seine Unschuld beteuert«, hat Minist«rpräsident Goerlng ihm geantwortet: Ich nehme die Erklärung»ur Kenntnis. Aber Aufgabe dr» Hohen Gericht» ist«»,»«prüfe«, ob«» wahr ist!" Damit hat der Ministerpräsident zu«»kennen gegeben» daß er de« Rechtsspruch vertrauensvoll in Ihr« Hände legt. An der Hand dieser minutiösen, bis»n» Kleinst» gewissenhaft dnrchgesilhrte« Beweisaufnahme sei Gott fei Dank für den Verteidiger eines erbracht, daß Torgler gottlob an diesem Reichstagsbrand nicht brteiltgt sei. Dies« innere Ueberzeugung geb« ihm al» Verteidiger di« Berechtigung, zu sagen:„Sprechen Sie den Angeklagten Torgler frei!" Hierauf wird di« Verhandlung durch eine zweistündige Pause unterbrochen. Letztes Geplänkel zwischen Anklage and Verteidigung Die NachmittagSsitzung brachte die Repliken des ReichSanwalt- Stellvertreters P a r i- s i u S, der darauf beharrt, daß bei Lubbe ohne Rücksicht auf eventuelle Mittäter der Tatbestand de» Hochverrates gegeben sei. Auch der Ober- reichöanwalt hält es Später für erwiesen, daß Lubbe mit seiner Tat di« Massen aufpeitschen wollte zum unmittelbaren Handeln. Gegenüber Dr. Sack beharrt der OberreichS- anwalt auf der Auffastung, daß Torgler mit Lubbe am Tatort wenige Stunden vor dem Brand beisammen gewesen sei und beide daher über den Brand(!) gesprochen haben müßten. Torgler habe nach seiner Ueberzeugung als Mittäter gehandelt. Rechtsanwalt Dr.' Seuffert antwortet, nach seiner Auffassung sei die Beteiligung m e y- rerer Täter an der Brandstiftung nicht festgestellt worden. Wenn nach der Vermutung der ReichSanwalllchast van der Lubbe nicht eine» Mittäter, sondern nur' Nebentäter gehabt habe, dann könne Lubbe für die Handlungen dieser Nebentäter nicht verantwortlich gemacht werden. Rechtsanwalt Dr. Sack erklärt, er könne nur nochmals feststellen, daß die Hauptverhandlung nicht» für eine Teilnahme Torgler» an einer Ausführungshandlung des Hochverrates- ergeben habe. Labbe: Ich habe nichts mehr zu sagen Vorsitzender: Ich richte nun an di« Ange- klagten die Frage, ob st« noch etwa» erklären wollten. Der Angeklagte Van der Lubbe, der während der ganzen Sitzung mit tiefgesenktem Kopse da saß, erhebt sich zögernd und sagt in holländischer Sprache:„Nein, ich habe nichtSmehrzusagen!" Dimitrow ergeht sich, wie das Wolffbüro gehässig meldet, dann„in endlosen Aeußerungen über dte politische Situation zur Zeit de» Reichstagsbrandes" und beantragt schließlich, ihn nicht mangels ausreichenden Beweise» sondern wegen erwiesener Unschuld freizuspre- chen. Als er überdies Entschädigung für seine durch den Prozeß verloren gegangene freie Zeit verlangt, entzieht der Vorsitzende ihm da» Wort. Popow erklärt, daß er an dem Reichstagsbrand gänzlich unbeteiligt fei. Er solle nicht wegen mangels an Beweisen, sondern wegen erwiesener Unschuld freigesprochen werden. Eine Erklärung gleichen Inhalt» gibt auch der Angeklagte T a n e w ab. Der Angeklagte Torgler erklärt, er wolle nicht durch«in« Beweiswllrdigung da» Plädoyer seine» Verteidiger» abschwächen, dem er auch hier in der Oeffentlichkeit seinen wärmsten Dank al» Angeklagter und al» Mensch auSspreche. Der Antrag de» Ober« reichSanwalte» auf Todesstrafe treff« ihn al» «inen völlig Unschuldige«. Ich hab«, schloß Torgler, von dem Plan der ReichStagSbrandstistung nicht» geahnt, sonst würde ich mit allen Kräften diese» wahnsinnige verbrechen verhindert Haden, weil diese Brandstiftung nnr zu einem fürchterlichen Schlag gegen di« kommunistisch« Partei führen konnte. Ich habe diesen Lnbbe zum ersten Male in meinem Leben am 28. Feber im Polizeipräsidium gesehen. Ich bin völlig unschuldig aus diese Anllagebank gekommen «nd bitte Sie deshalb um Freispruch. Urteil nächsten Samstag Senatspräsident Dr. Bllnger schließt daraus gegen 9 Uhr di« Verhandlung. Di« Verkündung de» Urteil» erfolgt S a m e- t ag, den 28. Dezember, um 9 Uhr vormittags. 98 Der ■■■ Roman von Felix Fechenbach .Hans konnte sich gar nicht genug hörett au« der Geschichte der Kafpertipiels. Tas muß ja früher eine ganz wichtige Cache gewesen sein, mit so einer Kaiperlbude aus den mittelalterlichen Kirchsesten lietumzuziehen. Eigentlich wär'« zu überlegen, ob man den Kasperl nit ein wen'g moderner machen könnte. „Vatter, waS meinst denn, wenn wir unS selber Kasperlstücke macken wollten. Weißt, solche, die nit auS'm Mittelalter stammen. Ich mein, nene. bei denen die ganze Handlung besser in unsere Zeit Paßt.. „Das bat ja kein Wert Haus. Die Leut woll'n immer wieder d'e alten Cache» lehn, und wenn d' was Neu's machst, bleiben die Leut weg." Von Neuerungen war Vater Cornelius kein Freund. Aber dem HanS ging der Gedanke nicht mehr auS dem Kopf. Man ntüßte neue Stücke erfinden. d>« mehr mit un'eteut heutigen Leben zu Um haben, mit Tina«», die die Kinder umgeben, die sie kennen, di« fu interessieren. Er konnte sich gar nicht denken, daß dann die Leute nicht mehr in dte Kasperlbude kommen. Die Houpllache ist daß alles recht lebendig ist. und daß«S recht lustig dabei zngebt dann machts den Kindern schon Spaß. Vielleicht war der Vater später dafür zu gewinnen. ch Vater Cornelius und HanS kamen jetzt zum Mistagessen ja^en Tag in bi« KärrnerSgass« zur Großmutter. Nnr da» Frühstück und da» Äbend- ossen besorgten sie sich selbst. Da» Mittagessen »ens&ieter ' llllilffllillll I IMIIIiMIK wurde in der Stube«ingettommen, in der daS Bett der Frau Eorneliu» stand. So war mittags di« ganze Familie zusammen. Die Großmutter wußte, seit sie in.Kitzingen ivar, um Lene» Zustand. Es wurde aber darüber nicht gesprochen. Nur weim Lene mit der Mutter allem war, kam zuweilen di« Red« darauf. Grell-Hein war von Lene darüber unterrichtet worden, daß-Han» den Winter über mit dem Wohnwagen in Würzburg bleibe. Durch Lene Hai sie-Han» dann sagen lassen, sic tverde Samstag nachmittags kommen, Wenn Vater Hein int Casü Hirschen sei. Ta wären sie am sichersten davor, daß er sie nicht zusammen sieht. Am SamStag wartete Grell, bis der Vater fortgegangen war. Dann ging sie mit Franz zu» samnten zum Kranetllor. Dor dem Wohnwagen stand HanS und ertvartete sie schon. „Habt ihr diesntal euern Wigwam in Würz- bttrg aufg'schlogen?" begrüßte>hn Franz. „Ja, die Mutter iS wieder krank, und da woll'n wir bei ihr bleiben." Han» gab beiden die Hand, und man einigte sich auf einen kleinen Spaziergang. Neber die Nene Brücke gingen sie anf die Festung. Der Tag ivar!>«ll und klar, und man merkt« noch nichts davon, daß der Winter vor der Tür stand. Während sie vor den alten, ntafsiv«« Torgewölben der Fest« Marienburg standen,«r» tutert« Franz an vergangen« Iung«n»spiele, deren Schauplatz einst di« Gräben und Wäll« der Festung waren. „Weißt noch, HanS, wie wir da Indianer g'spiclt ham...?" „Ja, das weiß ich noch gut. Aber lang iS das scho her. Dort auf dem Hügel waren die großen Beratungen der Sioux. Damals IS e ganz lunger Kastanienbaum dort gRanden. Schau nur, wie der groß geworben i»! Dort um den Baum rum sin wir Im Kreis g'fessen, die Beine übereinander g'schlagen, wie di« Schneider. Da hast du dei große Rede gegen di« Blaßgesichter gehalten. Frei nach Karl May. Und dann ham wir do» Krteg-beil ausgegraben..." Sie lackst«», wann st« auf Einzelheiten der damaligen Jndianerfpiele zu sprechen kamen, di« sie al» Schulbuben so ernst genommen hatten. Und Grell«rrnnerte an andere„kriegerische" Taten. Vor allem an die Kämpfe der KarrnerS- gäßler gegen die Buben der Nachbarstraßen. Für Grell tvar dabei natürlich da» wichtigste Ereignis der Kampf gegen den roten Fritz Schmitt uno seine Freunde wegen de» gestohlene» Balls. So wanderten sie über Kindheitstage plaudernd, altvertrante Wege, stiegen in die FestungSgräben hinunter und wieder auf die Wälle. Bon: Wall oben hatten sie freien Blick hinüber zum Niko- lauSberq mit dem Käppele. „Da yat'S aber auch schon ernstere Auseinandersetzungen gegeken, als unsere Bubenkriege zwischen Sioux und Blaßgesichtern", bemerkt« .Hans und deutete hinüber zum Käppele.„Da drüben auf dem R'kolausberg iS 1866 die Preußische Artillerie g'standen und hat di« Festung bombardiert.. „Zs gut, daß die Zeiten vorüber sin, wo sich di« Deutschen gegenseitig die Schädel ein- g'schlagen han. So ein Unsinn, daß Preußen und Bayern damals gegetteinander losgezogen sind. Die g'hören doch alle zttsammen".«ntriistet« sich Franz. ,,I» denn anno 66 die Marienburg noch e richtige Festung gewesen?" wollt« die Grell wissen. „Freilich", gab HanS Auskunft. Aber sie war damals scho lang veraltet. Gegen di« Kanonen von 68 war mit dem alten Kasten nix mehr zu machen. Hat auch nit lang gedauert, da war'» aus mit der Herrlichkeit. Aber in früheren Zeiten soll die Marienburg uneinnehmbar gewesen sein." „DaS hqm di« Bauern 1525 zu spüret: kriegt",, meint« Franz.„Wie ich noch in der FortbildungSschul war, iS unser Lehrer emal mit der ganzen Klass' auf die Festung gangen. Da hat er unS da» g'sagt, wie'» im Bauernkrieg zugangen i». Wir ham bei der Gelegetcheit auch den allen Turnt mit dent tiefet: Burgverließ g'sehn..." „Könnt'st un» ja erzählen, was du damals vom Bauernkrieg g'hört hast." GretlS Wißbegier tvar jetzt geweckt worden. „Tas iS während der ReformationSzeit gewesen. Da sind in ganz Süddeutfchland die Bauern aufg'standen g<«en die großen Herrn und haben sich gegett die Leibeigenschaft und gegeit alle möglichen Plackereien gewehrt. Früher wär der Batter frei gewesen, und ihr« altetr Freiheiten wollten sie wieder haben. Muß e bös« Zeit gewesen sein..." „Und waS iS da in Wümburg^ loSgewesen und auf der Festung?" fragt« die Grell weiter. Im Weitergehen erzählt« Franz, WaS ihm noch in der Erinnerung Feblieben war: „Damals hat in Wurzbuvg der Fürstbischof Conrad regiert, und die fränkischen Bauern ham bett Aufstand auch mitgemacht. CS war«in richtiger Krieg gegen die großen Herrn. Sogar ei» Teil von den Würzburger Bürgern i» mit den Bauern gegangen. Die Bischöflichen ham sich auf di« Marienburg zurückzichn müssen, und die Bauern ham unter der Alten Mainbrücke Holz- flöße sestgemacht, dainit sie über'« Main ham gckhn können.. „War denn di« Brück« scho ztrsamincu- g'schossen?" „Nä. Aber von der Festung ham sie aus die Brücke schießen können. Da siv die Bauern auf den Flößen unter den steinernen Brückenbögen übern Main. Da ham di« von der Festung nit hinschießen können. Drüben auf'm NtkolauSoerg, wo jetzt daS Käppele steht, ham die Bauern ihre G'schütze g'habt und rüber auf'» Marienberg g'schoss««.-lber erreicht ham sie nir damit, Da- mal» hat man noch nit weit schießen können. (Fortsetzung sotgt.) Sonntag, 17. Deze»nber 1983 Leit« 8. Leistling der Gemeinsamen Gewerkschaftszentrale: Weihnachtsevangelium int Dritten Reich: Abschluß der Pariser Besprechungen Berlin. 16. Dez.(Wolff.) Der Wirt, schaftömlnister hat' in einem Schreiben an die Landesregierungen und Spitzender» bände gebeten, alle Maßnahmen zu treffen, um di« ungestörte Abwicklung des Weihnachtsgeschäftes sicherzustrllen. Diese Anordnung eichtet sich vor allem gegen Massen» und Souderaktionen, die«ine Benachteiligung der Waren» und Kaufhäuser, Einheitspreis« u. Filiakgefchäfte sowie nichtarifcher Geschäft« gegenüber einzelnen Gruppen des Einzelhandels darstellen. Ohne«in« geordnet« Abwicklung des Weihnachtsgeschäftes würden dir be- troffen«» Teil« des Einzelhandels nicht imstande sein, ihren Abnahmc-und Zahlungsverpflichtungen nachzulommen und weiterhin durch Erteilung neuer Aufträge neue Arbeitsmöglichkeiten z» schaffen. Kauft bei Juden und Konzernen! ßoncour nach nosKan eingeladen Paris, 16. Dezember.(HavoS.) Einer Mei- düng deS„E ch o d e Pari S" zufolge hat di« Sowjcrrcgieruiig den französischen Außenminister Paul-Boncour zu einem offiziellen Besuche nach Moskau eingeladen. Derselbe würde nach dem Besuche Paul-Doncourü in Polen und der Tschechoslowakei erfolgen. Herr Generaldtrektor Schmitt, der sturm- «rprobl« Nazi und Wirlschaflsminnister d'r Hitler» Neqiennia, tut als«, zur Hebung der christlich deut, scheu Weihnachtssreude die autoritative Meinung kund, daß die Erfüllung deS nationalsozialistischen WirtschastSproarammS, auf die der erlösung-süch- tig« deutsche Mittelstand so inbrünstig hoffte, eine vollendete Mißwirtschaft wäre. Der Führer hat in seiner Weisheit und Güte verheißen, daß Ju daverrecke»werde. AberdaßJude» vleitegehen, wareihmnnanaenehm. Denn au» der anaekündiaten völkischen Revolution argen Zinsknechtschaft Eigennutz und GroKkam'tal ist ein Feldzug der Generaldirektoren und Bonzen zur Festigung von Börsenkursen und Bilanzen geworden! Sie„Suvelenveutsche" und ihr Wischer Mitarbeiter DaS neueste Weltwunder ist di«„Sudetendeutsche Tageszeitung". Sie Hut nrit einer Behendigkevt, di« man diesem langwei» ligften oller inländischen Blätter nicht zuge raut hatte, di« Umstellung von einem Organ d«S Irrede ui iSmuS zu einem lammfromme» und loyalen Journal vorgenominen, di« einfach mtglauidlich ist..(dein Wort der Kritik hat sie für oder yeycn die Regicrunf^mahnahmvn, gegen die Hakcnkreuz« !«r mid Teut'chnationalcn gefunden, alle ihre Heroen, all« di« KrebS und Horpyutas sah sie tränenlosen AugeS in der Versenkung verschtvin- do», der 28. Oktober en lockte ihr sogar Loyali- tätSbekemrtnisse(über deren Wert man sich nicht erst auöeinandersetzen muß); auch der tote Kvehlo erhielt einige freundlich« Worte, kurz eine hundertprozentige Weisung hat di« Angst vor dem Derbo zur Folge gehabt. Aber da» Tollst« kommt noch! Die anti'cmitische, bis in» Rtark völkische„Sudetendeut'ch« Tageszeitung", die einzig und allem au» dein Grunde gcfchassen wurde, weil den.Herren Haken!«n-stud«nten die „Bohemia" zu südlich war, sie hat dieser Tage zur Frag« der Reform der Sozialversicherung den Artikel eines Juden, des Sekretär» der Pensionsanstalt Dr. B u t f ch e k aus Brünn veröffentlich'. Tas hat wirklich niemand von ihr verlangt und sie verkennt di« Intentionen un!e. rcr Negierung vollkommen, wenn sic glaubt, daß dies« ein Interesse daran hat, daß in den Spal ten des Ten'chener Organes auch Fachleute z>t Worte kommen, di« kein« ari'che Grvßnrut«r haben. Mit Nichten! Aber hoffentlich wird sich di«„Sudetenü«ut''chc Tageszeitung" nicht dahin verantrvorten, daß si« auch hier nur wi- in eiirer nick't lange zurückliegerrden Vergangenheit»ich s andere» im Sinne hatte, als Goermg und Goäb- bels: die Juden zu ichädiyen! Da«» bei unS nicht anders geht, so wemgstenS dadurch, datz man ihnen Artikel, di« sie wo anders veröffentlicht haben, stiehlt und sic dann um da» Nach, üruckhonorar prellt, Oder vielleicht wollt« die „Sude endent'che Tageszeitung" in Erkenntnis ihres eigenen Werte» den Dr. B u< k ch e k» durch den Abdruck kompromittieren? Komm' ein-r doch diesen mit allen Mastern gewaschenen Rassen- antilemiten ans ihr« Schlich«! Die Finanzwirtschaft der Verband« zeigt, welch groß« Lasten dir Arbeitslosigkeit den Verbänden auferl«gt«. Di« Einnahmen d«r Jentral- vcrbänd« betrugen 84 618.565 llr, die Ausgaben 85.683.3SV Ks. Die Einnahme der deutsch«» Verbände betrugen 41,784.287 Kf, die Ausgaben 35,809.352 Kj. An Unterstützungen zahl en die Zenlralverbänd« insgesamt 58.904.529 kkr aus, davon entfielen auf die Arb«itÄo(«nunterstntztll»g 41,202.888 Ka. Die deutschen Verbände zahlten für Unterstützungen 33,102.6^8 lü aus. davon an Arbeitslosenunterstützung allem 29,579.045 lü, zusammen zahlte« beide Gruppe« von Verbänden au Unterstützungen 87,007.217, davon an Ar« beitSlosenu»t«rstllhung 7g.781.483 Ks ans. Zähl« man die UnterstützungAeistlmgen und di« kur Bildungsarbeit zusammen, so verschlangen dies« beiden Zeutralverbänd« 84 Prozent, bei den deutschen Verband«« 85.6 Prozent aller Ausgaben. Daraus geht also hervor, daß mehr als vier Fünft«! aller Ausgaben für Unterstützungen und Bildungszwecke verwendet wurden. Großer Wechsel im Generolslab Prag, 16. Dezember. Ta» heule erschienene Amatsblart de» VerteidigunalministeriumS veröt- fentlicht«iue Reih« voit Personalveränderutiaen an wichtigen Äommandenstellen. Bon den bisherigen Funktionären des Generalstabs bleibt nur der zweite GeneralstabSchei-Stellvertreter General Neumann in seimm Amt. Ium ersten<8c» neralstabSchef-Stellv«rtrek«r wnrd« der Brieadier General Hularck ernannt. All« bisherigen Abtci- lungS-Borftände M Generalstabs werden als Bri- gdiere zur Tr»»ppe verseht. Weiter ineldet da» Amts''kalt d'e(krrichtirng von drei neuen Kliener-Lndeskommandeu in Prag, Brünn und Prcßburg. Mitglieder des französischen Ungarn organisieren. Am dienstsn Paris die tzlachricht. da^ TamStag, den Ungarn'abreisen und datz die Eispedition der Vizepräsident deS AuszenauSschusscü der französischen Kammer S o u l i e r führen werde. Am SamStag Abend fanden sich aber zur Abfahrt des Zuge» bloß ztvei Deputierte ein, so datz von der Exkursion Abstand genommen werden mutzt«! svnord Berlin. 16. iährigc Arbeiter Kindern, wurde schossen aufgefundcn. Die Prosie durfte darüber eine Mitteilung nicht bringen. Der Tote wurde in aller Stille begicsetzt. Behnke war beschuldigt worden, einen Stahlhelmmann erstochen;n haben. Trotzdem ein Beweis gegen ihn nicht vorlag, wurde er ins Konzentrationslager Sonnenburg gebracht nnd den fürchterkichstcn Mitzhand- lungen ausgesetzt. Nachdem seine Unschuld einwandfrei enoiese» war, wurde er entlassen und ins Lazarett eingelieserl. Jetzt sand man ihn cr- schossen aus. Am Konzentrationslager Brandenburg, in den» eNva 300 SA-Leute interniert sind, wurden zwei SA-Leute„aus der Flucht" erschossen. iiiiwiia>»»> iwirm—rinrnwii iiiiiih'i iwwi Mn aOe Qlöonnenter* nnv Kolporteure! Anläßlich der WcihnachtSsetcrtoge erscheint unser« Weihnachts-Ausgab« am Ionutag, den 24. Dezember, zur getoohuteu Stund«. Dir Ausgaben vom LS. und 27. Dezember entfallen. Di« nächst« Nummer erscheint wieder am Donnerstag, den 28. Dezmeber. Die Verwaltung. Zflltlungsweigerung franKreldis von Amerika zur Kenntnis genommen. Washington, 16. Dezember. Di« srauzösischc Schuldenno e weist darauf hin, daß da» Schuldenabkommen mit Ämeviia durch di« 1931 und 1932 getroffenen'Abmachungen in dem ihm zugrunde liegend«» Tatsacheubestond fundamental geändert worden sei. Frankreich kämle daher die Frage der Wiederaufnahme der Ratenzahlungen auf seine KriegS'chulden nicht diskutieren. Die französische'Hol« wurde kur; mit der Feststellung beantwortet, die Regierung nähme davon Kenn ltiS, daß Frankreich di« fällig« Rate nicht zahlen könne. Dezenrber.(Jnpreß.s Der 42- B e b» k e, Vater von fünf im Wilde bei Fürstenberg er- Ruhe In Spanien Madrid, 16. Dezember.(Reuter.f Wie erwartet wurde, ist da» Kabinet Martine» Barrio» zurückgetreten. In politischen Kreisen glaubt rnan, daß dir Regierungskrise von kurzer Dauer sein und der Führer der radikalen Partei L e r r o u x der künftige Ministerpräsident fein werde. Der Präsident der Republik hat aber den Wunsch geäußert, vor der Betrauung deS radikalen Führer» mit der Bildung einer neuen Regierung noch mit anderen politischen Führern verbandlnngen zu pfleaen. Einer Meldung der„Agence HavaS" a»S Madrid zufolge ist in ganz Spanien die Ruhe wieder hergestellt worden. 1932:70 Millionen Kc Arbeitslosen Unterstützung ausgezahlt Der unentwegte Vermittler Ehester, 16. Dezember.(Reuter.) Der britische Außenminister Sir John Simon sagte in seiner Erklärung, die er hier gestern Abend abgab: Wir bleiben in diplomatischer Verbindung mit jenen Staaten, mit denen wir rin freundschaftliches Verhältnis unterhalten, einschließlich auch mit Deutschland. Die größte Schwierigkeit der Abrüstungskonferenz ist, die französisch« Forderung noch Sicherheit mit der deutschen Forderung nach Gleichberechtigung in Einklang zu bringen. Wer Großbritannien wird versuchen, diesen zwei gegensätzlichen Standpunkten Verständnis entgegen zu bringen und wird keiner Anstrengung au» dem Wege gehen, sie einander anzunähern. Pari», 16. Dezember. Heute abend» wurden die Verhandlungen des tschrchoslotvakischen Außenministers mit den Repräsentanten der französischen Regierung durch eine letzte dritte Unterredung Dr. Brnezs mit Paul-Loneour abgeschlossen. Heute vormittags stattete Dr. VeneS dem Präsidenten de» französischen Senat» Jeanneney und dem Präsidenten der Kammer Fernand B o u i s- son offizielle Besuche ab. Bor Mittag toutt er vom Präsidenten der Republik Albert Lebrun in Audienz empfangen. Gegen Abend hatte Dr. Be- neit di« gemeldete Unterredung mit dem französischen Außenminister Paul-Boncour. Gegen Abend gab Paul-Boncour in Anwesenheit Dr. BeneSS den Pressevertretern eine ausführliche Erklärung ab.„Die Anwesenheit deS Mniisters Dr. BeneS bei meiner Erklärung vor Ihnen", sagte Paul Boncour,„beweist Ihnen die absolute Uebereinstimmung unserer Ansichten." Der freundschaftliche Besuch Dr. BeneSS war trotz den Auslegungen, denen er unterzogen wurde, gegen niemand gerichtet. Paul Boncour: Dr. BeneS und er seien fest überzeugt, daß, wenn sie den Völkerbund verschwinden oder schwächen lallen würden, das ganze gebrechliche, aber einzig bestehende Frie- drnsgebäude zusammenstürzen würde. Hn Sozialdemokrat, der Goerlng gelallt Die Polizeibehörde in Essen hat kürzlich der Presse zwei Briefe«in» angeblichen früheren Esse- ntt marxistischen Schriftstellers Kuper zur Ver. jüguna gestellt, die dieser an den Vorstand d«r Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Sitz Prag, gerichtet hat. Kuper erklärt in diesen Brie, st», ihm fei im Konzentrationslager nichts vas- ficrt. Er bittet sein« früheren Parteifreund«, ihre Arbeit im Ausland ernzustellen, noch Deutschland zurückzukehren und die Folgen für ihre Handlun- zm auf sich zu nehmen. Zur Beurteilung der Glaubwürdigkeit deS -»per und seiner Avsichten mit der Beröffent- lichung des Briefe» erfahren wir vom Vorstand der Sozialdemokratischen Partei, Sitz Prag, folgendes: Kuper ist schon 1930 zum zweiten Male mA der Partei ausgeschlossen worden. Im Jahre 1824 war er Arbeitersekretär in Osnabrück. Da er für die zu erteilenden Auskunft« von den Besuchern Geld verlangte und wetbliche Besucher Wen ihren Willen zur Erduldung von Intimi- täten zwang, wurde er au» der Partei auSge- fchlollen. 1930 wurde er wegen Unterfchlagtlngen im Baugewerkschaftsbund in Osnabrück zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem er schon dorher auS der Partei ausgeschlossen wurde. In dem neuesten Heft deS„Ldborovä sdru- Lenk öe'ko'lovenlö" ist der Bericht d«r gemein- 'amen Gewerk'chaftSzentrale über die Errtwick» luing der Gewerschaften sm Jahre 1932 enchal- ten. AuS der dor verössonMchten Statistik ent« »ehnten wir, daß d«r gemein'« men Landes- '«ntralc End« 1932 66 Verbände nrit 631.750 Mitgliedern angeschkossen waren. Vo-m 1. Jänner bis 13. Dezember 1932 hat die Mitgliederanzahl«ine Vermehrung von 20.473 od«r 8.3 Prozent«riahren. Von d«r Ge^amtmitgliedschaft entfallen 407.543 Mitglieder aus die 46 Zantral- verbände und 224.207 Mi Glieder ans die 20 deut« 'chen Verband«, welch« durch den ,Deutschen GewerkschastSbemd" in Reichenberg Mitglieder der gemein''t.nrcu Gewer k'chas!S^entrale nd. Don der Ge^amtmitMed'chaft waren 506.060 Männer lrnü 125.690 Frauen. Die Frauen hatten da» Uebergewicht von den Zcntrawerbänden bei den Textilarbei eru(62 Prozent Frauen), den Tabakarbeitern(82 Prv-ent), den graphi'chen Arbeitern in Prag(70 Prozent) und den Buchbinder« (62 Prozent); bei den deutschen Verbänden sind eS die Tabalarbeiter mit 91 Prozent, di« Textilarbeiter mit 59 Prozent. ■KoinKwaHMBnnnHBHmnBMDBi sir. SSS I Der Senat smt nach Choutemps rtnanzvorlagcii werden nidit avseieam pari», 16. Dez. Ter'Senat begann mit der ptralung der Fmanzvorlager». Gestern kam zwi- schai der Regierung und den radikalen Senatoren Ät Vereinbarung zustande. Der Finanz- «utschuß deS Senats wird zwar im Plenum seine «»zearveiteten Anträge verteidigen, doch wird der Senat im Jnteresie eines baldigen Zustandekommens der Gesundung der Finanzen und im Inter- Fe einer Vermeidung weiterer Ministcrkrisen «cht auf feinen Vorschlägen beharren uirü sich MI unerbittlich zu den voit der Kamnier angenommenen Texte»» stellen, wenn die Regierung die Vertrauensfrage stellen wird. Die Erzielung Hefte Vereinbarung Wird allgemein als«in neuer taktischer Siesi des Ministerpräsident«»» ChautemPS bezenhnet. er ohne Konzession weitergefahren war. In»wischen ist aber die Schuld deS Bezirkes für geleistet« Fahrten auf 1200 ns angewachsen. Daraus ergibt sich folgender Sachverhalt: Der Autobesitzcr konnte die Kaution nicht er- legen,»veil ihm das Geld, welches die Bezirksbehörd« schuldig war, nicht zur Verfügung stand. Deshalb wird er abgewiesen. Nun kann er ein Strafmandat auf 1000 lü nicht zahlen, weil ih»n die Bezirksbehörde schon 1200 8« schuldig ist. ES handelt sich bei dem Leidtragenden um einen Familienvater, der Fran und vier Kirrder zu versorgen hat»nd dessen einziges Ein» komnrcn aus dem Mietauto stammt. Daß Bezirke ihrer finanziellen Verpflichtungen nicht Nachkommen können, ist auch anderortS der Fall; aber das Existenzen, die darüber zu Grunde geh enmüssen, nicht das geringste Entgegenkommen finden, ist doch der Gipfelpunkt «irres unsozialen Bürokratismus. völkische Turnerschast in Brünn verboten. Die Brünner Polireivirektion hat gestern die Tätigkeit der Völkischen Tnrnerschaft in Brünn durch ein Verbot eingestellt. Vormittags sanden be» mehreren Funktionären Hau» durchsuch n n g e n statt: das hiebei beschlagnahmte Miterial wird einer Prüfung unterzogen Werden. ticwcrbcrordcrung einer Dczlrhsbelrärdc Was In Dlscnoftelnltz al es möglich Ist In RonSperg»nd Erforschung" steckten. Als drittes Probien» hätten sie über die wirtschaftliche Zusamnienarbeit in Atitteleuropa gesprochen utiter Zugrundelegung der Memoranden der französischen Negierung vom 10. September und der ttallenischen Regierung vom 28. September. Der Meinungsaustausch solle fortgesetzt werden, u»n in geeigneten» Augenblick direkte Verhandlungen mit allen in Frage kommenden Regierungen aufzunehmen. Die gegen» wärtig sehr aktiv geführten Verhandlungen ;wischen der Tschechoslowakei und Oesterreich tvürden beitragen, die Lage weitgehend zu kläre»». Dr. BcircL habe ihlil nach seiner Begegnung mit TituleScu außerdem daraelegt, welch große»» Aufschwung die w i r t s ch a f t l i ch c Zusammenarbeit zwischen den drei Staaten der Kleinen Entente genommen habe. stlwülümre RcvlMons- pronflHanda Paris, 16. Dezember. Der»lngarischc Pro. pagaiwadienst wollte nach dem kürzliche»» Besuche englischer Parlame»itSmitglicder in Ungarn eine ähnliche Steife für Mitglieder deS französischen Parlament» nach Freitag verbreitete der nnqarische Propaganda 16. Dezember 50 französische Deputierte nach Vizepräsident deS AuszenauSschusscü der sranzö- Sri fr 1 Sonntag, 17. Dezember 1333 Nr. 2S5 Tagesneuigkeiten Drei Driele. Ti« Deutsche Laiideskommission für Mint>erj<()iil' und Jugendfürsorge in Skidieu» bcrfl Ifat itn.cr anderen folgende öwi Brief« erhalten: Auü dem Dnppaner Gebirge: „Bin 8V Prozent arbeitsunfähig, beziehe kein« Rente und leinerlei Unterstützung, habe fünf Kinder. Seif der ztocifahrigen Arbeite. lofiakeU konnte leine BekleidnngS- und Wäsche« nachschassuna geschehen, haben keine Feuerung, muß die Kinder z» mir ins Bett nehmen, damit sie nicht erfrieren, dabei keine Decken sondern nur alte Röcke zum Zudecken... Au« dem Adlergebirge: „Habe sieben Kinder, da« siingste acht Monat« alt; alle sind gesund und wollen Brot. All«« Eßbare wird ohne Ekel und A b s ch e u eingenommen. Ich selber kann nicht mehr vor die Türe, da ich nicht« mehr rum anziehen habe, die Kinder sind eben- fall« halbnackt und{rieten, dabei Weib, nachten vor der Türe! Stand im Kriege oftmals dem Tode gegenüber, aber leben m ü s k e n ohne Arbeit und znsehen, wie Kin» der hungern, ist härter al« der Krieg!..." Au« dem Erzgebirge: „Meine Kinder brachten Ihren Taschenkalender, deshalb schreibe ich an Sie. Bin seit einem Monate Witw e, Mann starb an Tuberkulose, habe sieben Kinder, da« achte unter dem Herzen. Dir Gemeinde gibt mir einen Wohnraum und 2V K« wöchentlich. Ich weih nicht, wo« au« uns werden soll; dl« vier Kinder befnchen die HilsSschnle, da sie ganz unterernährt und zurückgeblieben sind. ES fehlt an Kleidern und Essen. Helfen Sie meinen Kindern!..." Noch wettere FrostoerMr'ung. Samstag siel ziemlich ausgiebig Schnee fast in der ganzen Osthälste der Republik. In der Donauniedenmg und in Karpathornßland liegen nunmehr 20 bis 30 Zentimeter Sehnee. Die * tftöfle im Westen des Staates haben sich infolge der Zunahme der Bewölkung etwas gemildert: das tiefste Minimum der letzten Nacht meldet Stara Dala, wo die Temperatur bei vorübergehender Ansheitentng auf.— 22 Grad Celsius sank. Am äußersten Offen ist der 7froff demgegenüber nur ganz leicht: Akua S;!a> tina meldete gestern—2 Grad Celsius. Es ist wieder teilweise Ansheiterung und st r i ch- weis« Frost Verschärfung zu erwarten. Die Temperatur in Prag betrug gestern nm 8 Uhr früh:— 13.7 Grad Celsius, das Minimum der letzten Nacht betrug—11.3 Grad Celsius. Wahrscheiniick)es Wei'er heute, Sonntag: Wechselnd bewölkt, vereinzelt auSbeiternd,; i e m lich starker F r o st, auch im äußersten Osten 'Abkühluirg und Abnahme der Niederschlagsnü- gung, Nord- bis'Nordostwind. 71 Mer des Posener SisenbahN' unglvcks- Grauenvolles Unglück einer F a m i l i e Posen, ltj. Dezember. Ueber das furchtbare Eisenbahnunglück vor den Toren Posens sind erst im Laufe der gcltrigen'Nacht amtliche Meldungen zur Veröffentlichung gelangt. Tarin wird festgestellt, daß insgesamt 7k Opfer zu beklagen sind, nämlich acht Tote, zehn Schwerverletzte und 83 Leichtverletzt«. Unter den Todesopfern sind sechs Kinder und zwei Erwachsene. Dao Unglück ist aus eine Nachlässigkeit eines Strllwerksvor- sie Hers zurückzusüheen der leit mehr als 11 Jahren sein Amt versieht. Er ist sofort in Hast genommen worden. Besonders furchtbar ist eine Familie durch die Katastrophe betroffen, der vor zwei Jahren zwei Söhne ertranken und die nunmehr auch die übrigen drei Söhne verkoren hat. Da die Beseitigung der bei der Eilenbahnkatastrophe zertrümemrten Waggons ans arofze Hindernisse stieh, beschloß die E:senbah»verioaktu:«g, alle wertvolleren Bestandteile demontieren und den Nest verbrennen zu lassen, waö auch geschah. Die brennenden Waggons boten einen erschütternden Anblick. Pellevldemie in HollAndisch-Mva. Batavia, 1.7. Dezember.(Insa.) Aus Java hat sich in den lebten Wochen die Pest beängstigend ausgebreitet. Ans den meisten Gemeinden aus West- und Mittel-Java werdeit Todesfälle gemeldet, die in einigen Gebieten sehr hohe Ziffern erreichen. So sind zum Beispiel in Malangbvng in der letzten Woche 40, in Tlisaropan 30, i» Löltzs 27, in Wanarodjo 21 Todesfälle gezählt morden. Aehnliche Zahlen liegen ans allen andern Pestgebieten vor. 's 8m Sturm gesunken. Warnemünde, 16. Dezember. Das Hainbur- W, ger Motorschiff„Zufriedenheit" ist in der Nacht Fi zum 14. Dezember bei furchtbarem Sturm wahr- I scheinUch gesunken. Tie Leiche des Kapitäns und 5 PeS Steuermanns wurden auf einem Floß trei- I« Jahre griechische Republik Rechts: Eleucherlo» Beniz« los, der Führer der Republikaner, seit der Revolution mehrmaliger Staats- und Ministerpräsident.— Ilmcn: Blick aus Athen, im Hintergrund die Akropolis.— Am 18. Dezember sind es zehn Uahre, das, das grechische Königspaar Athen verlassen muhte. Die Bahn für die Republik war frei. Der lebte König, Georg 11, lob.' seither im Exil zumeist in Bukarest und London. MMMMUtMMMIMMMMlWMMWNMMMMMMMMMIIWWIillllMilliliiiliiiMIiilliililillWlillilMMiMMWWWMWIll bend gefunden, während zwei weitere Besatzungsmitglieder noch vermißt werden. Brand auf hoher See. New Aork, 16. Dezember. Der amerikanische Schoner„Ellen P. Marshall" ist heute aus der Höhe von'Neuschottland in Brand geraten. Die Besatzung sah sich genötigt, in die Rettungsboote zu gehen. Die Funkslatiou in Lloyds, Neu-Schottland, teilt mit, daß der dänische Dampfer„Lars Kruze" von der Lüköpsigen Besatzung des Schoners acht Mann gerettet hat. Die übrigen Barken mit ge- retteten Mitgliedern der Besatzung des Schoners befinden sich gegenwärtig aus der Fahrt gegen Norden zum Cap fable. Nach einer Meldung aus Ottawa wurden 17 Mann gerettet. Proletarische Tragödie. Drei Bäckergesellen durch einen Ersatzofen gasgetötel! Berlin, 16. Dezember. Zn einer Bäckerei in der Dornröschen-Straße in Köpenik ereignete sich in der vergangenen'Nacht ein schwerer Unglücksfall. Die drei dort beschäftigten Bäckergesellen .Kurt B. Petzold, Joachim Maudry und Kurt Eschenhagen wurden heute morgen in ihrer Behausung im Dachgeschoß von ihrem Bäckermeister, der sie wecken wollte, leblos ausgesunden. Tie Feuerwehr stellte Wiederbelebungsversuche an, die jedoch bei allen drei Bäckergesellen vergeblich waren. Ihre Leichen wurden in das Schauhaus geschafft. Wie die Ermittlungen ergaben, batten die Bäckergesellen in ihrer Wohnung, die keinen Ofen halte, einen kleinen H o l z k o h l e n o f e n ausgestellt. Durch Kohle noxydgase, die sich über Nacht entwickelten, würden Petzold. Aiaudry und Eschen- hagen betäubt und getötet. Richter Lynch in USA. Columbia(Tennessie— USA), 16. Dezember.(Reuter.) Ein zwanzigjähriger Neger, der wegen eines angeblichen Ucbersal» les aus ein junges Mädchen verhaftet worden war, ist von der erbitterten Volksmenge aus dem Gefängnis geholt und an einem Baum aufgehängt worden. Die Polizeiabteilungen erhielten von dem Vorfall erst viel später Kenntnis. Berschärste Postzensur in Deutschland. An alle deutschen Postbeamten ist eine Geheimanweisung ergangen, tvonach sie verpflichtet sind, über die Empfänger von Ausländsbriefen eine genaue Kontrolle auszuüben. Bor ollem soll nachgeprüft werden, ob einzelne Personen häufig Ausländsbriefe mit wechselnden Absendern erhalten, weil man vermutet, das; es sich in solchen Fällen um fingierte Absenderangaben handelt. Verdächtige Sendungen dürfen neuerdings auch ohne polizeiliche Order von der Postbeamten zwecks Feststellung des Inhalts geöffnet werden. Schachweltmeister Dr. Alfechin spielte am Freitag in Melrrik gegen 40 Spieler simultan. Der Weltmeister gewann 37 Partien, verlor nur zwei und remitierte eine. Katastrophe durch Regen. In Fe; lMarokko) ist infolge anhaltender Regengüsse(seit 47 Tagen herrscht nahezu ununterbrochen Regen) ein HauS im Eingeborenenviertel eingestürzt. Eine Frau und zwei Kinder wurden unter den Trümmern begraben. In der Umgebung der Stadt sind Brücken imbrauchbar geworden und Straßen überschwemmt. Ter Wasserftand der nordafrikanischen Flüsse steigt immer weiter. Justizminister Dr. Alfred Meißner empfängt Dienstag, den 18. Dezember, keine Parteienbesuche. Oberst Lindbergh landete Freitag m S a n Pedro(Domingo) mit feiner Gattin. Sie kamen von San Juan de Portorico. Die Strecke mißt 210 Meilen nnd wurde von dem Fliegerehepaar in einer Stunde und 55 Minuten zu- rückgelegt. Klug und doch nicht llug genug. Ganz London lacht über die Einbrecher, welche nicht genug Kenntnisie besaßen. Diese brachen in die Technische Untersuchungsstation der Post von Dalli« Hill ein. Sn stahlen dort: em Auto, einen mit Geld gefüllten Tresor, einen Schweißapparat. Twzu nahmen sie ein Handbuch für den Gebrauch des Sauerstosf-Azechlen-Appara- tes mit. Zu rhrem Unglück aber vergasen sie den so notwendigen Stahlzhlinder mit dem komprimierten Sauerstoff. Man kann sich nun vorstellen, wie die Einbrecher mit dem Postauto durch die Straßen rasten und dabei eifrig das Jnstruktionsbuch für Schweißer studierten. Zum Schluß haben sie dann wohl entdeckt, daß sie Riesenpfuscher ihrer löblichen Zunft sind. Angeekelt gaben sie den Tresor auf nnd verließen das Auto mit dem Bewußtsein, ein außerordentlich schlechtes Geschäft gemacht zu haben. Eine Riesenband« von Kassenräubern vor, hastet. Die Pariser Polizei unternahm in der Nacht aus Samstag eine Razzia in einigen Pariser Borstiwten. Sie verhaftete dabei 58 Italiener. Man glaubt, daß es sich nm eine Bande gefährlicher Kassenräuber handelt. Sie bildeten einen geheimen Verein namens Maffia, dessen Führer und Hehler für die gestohlenen Geldsummen und Juwele», wie man glaubt, in Italien weilt.,Im Lause des Sommers und des Herbstes wurden in Paris und in verschiedenen Städten Frankreichs zahlreiche Bankeickassen ausgeraubt. Die Polizei kam aber niemals den Tätern aus die Spur. Japan fälscht Fabrikmarken. Bor den Ge- richtshos in Kalkutta wurde ein Fall gebracht, der zeigt, daß Japan auch in seinen privatwirt- schastlichcn Expansionsbestrebungen vor dem Aeußcrsten nicht zurückschrcckt. Eine indische Firma Hal Schallplatte» aus Japan eingeführt, die die Schutzmarke der bekannten englischen Grammophonfirma„His Masters Boiee" tragen. Ermäßigte Preis« der HalbfahreSkarten für Geschäftsreisende. Durch Verordnung des Eisenbahnministeriums wurde der Preis der.Halbjahreskarten für organisierte Geschästsreiseude um 5 Prozent ermäßigt. Mit gleicher Verordnung wurde eine neue, für Geschäftsreisende vorteilhasiere Einteilung der Streck« in den einzelnen TirektionSbereichen eingeführt. Ein neu« Zigarrensorte. Am 28. Dezember kommt eine neue Sorte Zigarren,„Remedios", in Packungen zu 25 und zu 5 Stück in den Verkauf. Ter Verkaufspreis ist mit Ke 1.60 pro Stück festgesetzt. woldzähne aus der Leichenasch« gestohlen. Die Pilsner Polizei hielt den Läiährige» beschäftigungslosen Lackierer Franz M a l ü s c k an, der in Pilsen Gold verdächtiger Herkunfl verkauft«. Bei einer bei seinem Vater, dem Totengräber und Aufseher des Pilsner Krematoriums V, M a l L s e k, vorgenommenen Haussuchung wnrdru viele goldene Zahnkronen und ein fast unversehrtes Goldgebih gesunden. Franz Maläiek gestand, diese goldenen Gegenstände in der Asche der im Pilsner Krematorium eingeäfchcrten Leichen gesunden zu haben, wo er dem Heizer Pittermann aus Pilsen, der mit der Verbrennung der Leichen betraut war, aushals. Es wurde festgestellt, daß Pittermann in einigen Fällen solche Goldreste auch Aus der Arbeiter-Sport' und Touristenbewegung TB.„Die Naturfreunde". Die Eisenbahnmsch 1034 gilt be! neuen Legitimationen schon ab so.! Dezember.— Staatliche Skikurse. An ihnen können auch unsere Mitglieder teilnehme», aller- dingS schon gilt vargobildet« Sportler. Meldungen nur durch die Sektion bzw. Bezirk. Näheres im Rundschreiben.— Reis«anschluß nach Linz ab Prag. Meldungen(doppeltes Porto!) wenden von der Ortsgruppe Prag vermittelt. selbst verkaufte. Er und Makäsek wurden in Po, lizeihaft belassen. Gemeindesekretär fälscht Prüsungszeugniz. In Kopitz im Brürer Bezirk wurde der Öentetnie» sekvetär Wenzül Frölrne k wegen Urkunden, fälschnug verhaftet und dem Brürer Kroisgerichi oingeliesevt. Frülinek war Hörer der.Karls-Universität in Prag. Die Stelle des Gemeindesekretärz erhielt er unter der Voraussetzung, daß er seine Studien volleilden und den Doktorgrad erreichen wird. Da er aber kein« Studien«rfoläe aufzutveisen Hatto, legte«reim gefälschtes Prüflings- zeugnrs Vor. Tödliche Begegnung mit einem Wildschwein. Samstag vormittags begegnete der Heger der Staatsforste, der sich in Begleitung des SüfShrigen AuShilfShegerS M. I h n a t o befand, bei einer Waldstreife in den Wäldern der staatlichen Forstverwaltung in Poroskovo, Bezirk Pereöin, plötzlich einer Wildsau, die sich auf ihn stürzte. Jhnato wollte schießen, doch daS durch den Frost erstarrte Fett, mit dem die Hähne des Gewehrs geschmiert waren, bewirkte, daß das Gewehr nicht losging. Darauf versetzte Jhnato der Wildsau mit seinem Gewehrkolben«inen Schlag. Dabei ging aber das Gewehr los und beide Geschoße drangen Jhnato in daS Bein. Die erregte Wildsau fiel den Heger an, wurde aber durch einen Schuß seines Begleiters niedcrgestrcckt. Jhnato wurde in dos Uihoroder Krankenhaus gebracht, wo er in der Nacht seinen Verletzungen erlag. Er hinterläßt eine unversorgte Familie. Waffenübimgen im Lahre 1834. 1034 werden zu den regelmäßigen Hebungen einberufen werden: die Offiziere und Rottmeister in der Reserve der Asientsahrgänge 1933, 1928, 1923 und 1924, dann die Resrevemannsckast der Assent- jahrgänge 1929 und 1927 aller Klassifikationen, und die Angehörigen der Ersatzreserve der Asfentjahr- aänge 1931, 1929, 1927, 192a und 1923 aller Klassifikationen. Die Reserveoffiziere, Reserverottmeister und die Reservemannschaft leisten eine dreiwöchige Hebung, die Angehörigen der Ersatzreserve des Äsientjahraangs 1931 machen eine vrer- wöchige, die Angehörigen der Ersatzreserve der übrigen Asien tiabraailge eine dreiwöchig.' Hebung mit. Außerdem werden, wie gewöhnluv, Personen einberuscn werden, die die Uebungen unregelmäßig obleisten oder in den früheren Jahren dem Einberufungsbefehle nicht Folge geleistet haben. Ausnahmsweise werden diesmal Personen in der Reserve(außer der Ersatzreserve) nickt einbernsen werden, die 1934 eine Uebung nachznbolen hoben, z. B. wegen bewilligtem Aufschub der Uebung oder weil sie krank waren ufw. Die übnngsvslichtigen Personen werden i n e i n ine n Turnussen ctn> berufen werden. Die. Angehörigen der Reserve und der Ersatzreserve, di« gewichtige Gründe haben» daß sie für einen bestimmten Monat einberufen werden oder aus gewichtigen Gründen nm Aufschub der Uebung auf das kommende Jahr oder um die Bewilligung bitten, ihre Uebung nicht bei. ihrem Stammtruppenkörper, sondern bei einem anderen Truppenkörper(in einer anderen Garnison) ableisten zu dnrfen, werden aufmerksam gemacht, daß sie die ungestempelten, ordentlich begründeten Gesuche so>m Wege des Bezirksamts ihres Wohnorts einzusenden haben, daß sie bis zum 18. Jänner(bei Aerzten bis zum 1. Jauner) 1934 bei dem Komniando einlangen, das über die Gesuche entscheidet. Offiziere und Rottmeister in der Reserve reichen die Gesuche im Wege des heimatliche» ErgänzmmSbettrkskommandoS ein. Den Gesuchen, die nach Zustellung der Ein- berusungskarte eingereicht werden, muß das Militärbuch beigeschlossen werden Vom Rundfunk Empfehlenswertes ans den Programmen. Montag. Prag 11: Schallplatten, 15.33: Schallplatte», 16.50: Kmdoreck«, 17.35: Lernet Englisch, 17.50: Schallplatten, 18.30: Deutsche Sendung: Lazarsfcld: Rhythmus des Lockens, 20: Uobertragung ans dem Nalioiialtheatcr: Saint Säens: Samson und Dalila, 22.50: Deutsche Nachrichten.— Brünn 15.40: Frauensunk, 18.25: Pressenachrichten, 21.10: Lieder und Arien.— Kaschau 21.80: Orche» storkonzeot.— Preßburg 19.50: Slowakische Volks- luder.— Kaschau 18.30: Reportage vom Kurz- wellensender.— Wien 13.10: Berühmte Küntstler, 15.25: Jugendstunde, 18.55: Tannhäuser, Oper von Wagner, 22.55: Tanzmusik.— Breslau 17.50: Kleine Klaviermusik.— München 18.25: Aus Alla. Oper von Bordi. Dirndtag. Prag 10.10: Deutscher Schulfunk, 17.35: Deutscher Konversationskurs, 18.30: Deutsche Sendung: Liederstnnde heimischer Komponisten, 1910: Königgrätz im Rw>dfu»k, 22.15: Schallplatteu.— Brünn 12.35: Miriagskonzeet, 16.55: Spielzeuge und Kinder, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Koeaurek: Unser Erkenntnisvermögen.— Kaschau 16 30: Orck-.-sterkonzert.— Wien 15,65: Opernszenen, 17.20: Violinvorträge. 20.30: Jugoslavische Musik, 22.20: Abendkonzert.— Hells- berg 16: Unterhaltungskonzert, 18 20: Lieder von Hugo Wolf.— Berlin 15.20: Joses Haydn: Streich, quartett. jj t. 205 Sonntag, 10. Dezember 1933 „Tozlirkdemolrat" Seite 5. stellt und hat Dir freundlich verheißen, alle diese PralinöS dürstest Tu essen, wenn Tn verraten walltest, wo Dein Vater weilt. Was mag Mutter in Liesen Minuten ansgestandeir haben. Sie wußte, welche Sehnsucht Tu nach solchen Süßigkeiten haben mußt, da Tu schon lange keine mehr bekamst. Und doch bist Tu fest geblieben. Tu hast Deinen Barer und Deine Mutter nicht verraten, Ich gäbe sonst was darum, wenn ich Tein Gesicht in dieser furchtbaren Minute hätte sehen können. Hast Du gezittert, hast Tn gelächelt, oder hat sich Dir Teilt junges Herz vor Ekel zusammengezogcn, weil Du in den Männern, die Kinder mit Süßigkeiten fangen wollen, die Henker erkanntest, die Tausende von Vätern und nicht wenige Mütter totschluacn und deren Kinder zu Waisen machten. Wir oft magst Du heut« in Deiner Schule Mißbrauch treiben müssen mit dem Worte„Held", aber ich sage Dir, wenn r- im Herrschaftsbereiche des degenerierten LumpentumS heute Helden gibt, dann bist Du einer und alle, di« so handeln wie Du. versprach Dir einen Trost. Glaube mir, ein Reich, in welchem eine unvorstellbare Barbarei unter Frauen und Kindern solchen Helden begegnet, wie Dir und Deiner Mutter— das wird nicht lange bestehen. Hoffe mit mir, daß die Zeit, wo wir wieder anständige, freie, nächstcnliebcnde, friedfertige und wahres Ver- dienst anerkennende Menschen sein dürfen, nicht mehr so fern ist, alS Du und Miittcr in Eurer Sehnsucht fürchtet. Dein Vater E. Migrant. Bel Derdauungsschwäch«, Blutarmut, Abmagerung, Bleichsucht, Drüsenerkrankungen, HautauSschlägen. Furunkeln regelt daS natürlich«„Franz-Josef"- Bitterwasser vortrefflich die so wichtige Tarmtätigkeit. Mein Kind! Ob Tu dtcsen Brief m der Zeitung zu Gesicht bekommst, weiß ich nicht. Wahricheinlich nicht. Aber es rst die einzige Art, in der ich mich an Dich wenden kann. Tu weißt, daß die Wohnung, in der wir bis zu»l Marz 1933 friedlich Wen, Tag und Nacht von Spitzeln und Spähern bewacht wird. Käme ein Bries in diese Wohnung, dann würde das für Dich und die Mutter zum Unglück. Man würde die Mutter in daj Gefängnis oder in ein Konzentrationslager schaffen, Dich aber in Zwangserziehung. Bist Du auch von Deinem Vater getrennt, so sollst Tu doch nicht noch von der Mutter gerissen werden, denn Tu bist die letzte Freude De>- ner Mutter, wie Deine Mutter Deine einzige Freude ist. Aber Freunde haben mir hinterbracht, wie sehr Ihr leidet, und da muß ich Dir Trost zusprcchrn, auch wenn Du diesen Trost nicht Horen oder sehen kannst. Vielleicht gibt cs Menschen, die noch nicht so brutal sind, w:e I jene, die unsere Familie ouScinanoergerissen haben. Vielleicht wird dieses Zeitungsblatt ver- breiket und komint auch vor Deine Augen. Tu hast viel ertragen, mehr als je zehnjährigen Kindern in anderen Zeiten zugemutct wurde. Man hat Dich gezwungen, die Hand zu »heben zu rtncm Sklavengrußc und mit dem Worte„Heil Hitler!" jenen Menschen zu ehren, der Deine Familie inS Unglück gestürzt hat. Man hat Deine Mutter gezwungen, Dich mit zehn Jahren zur Taufe zu führen und eine Religion zu heucheln, dir Tu nicht bekennen kannst, weil die Vertreter der Taufkirchc das Abzeichen jener Macht am Rocke tragen, die Dich lieblos von Dernem Vater getrennt hat. Man har Dir, einem unschuldigen zchnjähri"«» Mäd- ckeii, unter dem Vorwande, daS Wohl deS DaterkandeS erfordere eS, von Dingen erzählt, für die Du noch nicht reif bist. Wa« ich Dir vorsichtig nach und nach mit dem Wachsen Deines Geistes beiznbringe» suchte, das haben brutale und sühllolc Hirne jäh getan. In Worten, vor denen Du Dich entsetztest, hat man Dir über die feinsten Beziehungen zwischen den Menschen gesprochen, über Liebe und Fortpflanzung, nur damit Du künftig viel Kinder gebärst. Man züchtet Dich zum Zuchttier. Die Verabscheuung aller rohen Gewalt, die ich Dir schon in Dein-ganz junge- Herz gepflanzt hatte, hat nian Dir als Feigheit hinge- stellt. Tu sollst Dich daran gewöhnen, Jünglinge und Männer in den völkermordcnden Krieg ziehen zu sehen, und Du mußt die Lügen dulden, die man erfindet, um Deine Friedfertigkeit und Nächstenliebe Dir aus dem Herzen zu reißen. Ja, man verlangt von Dir, einem kleinen Mädchen, Tu sollst Dich für den Mord! begeistern und sollst Dich selbst dazu tüchtig machen. Da man Dir nicht— noch nicht!— eine Uniform anziehen kann wie den Knaben und einen Morddolch an die Seite hängen, kommandiert man Dich in, einen Turnverein, wo Du schließlich doch unter dem Vortvande, man sei um Deine körperliche Gesundheit be- sowt,' dasselbe Wehrtnrnen über Dich ergehen lassen mußt wie die Knaben. So wie ich und einsichtsvolle Lehrer Dich erzogen haben, bin ich gewiß, daß Tu trotz Deiner Jugend erkennst, was man n«it Dir vorhat. Ich versuchte, Dich zum Menschen zu ergehen, aber die, die mich vertrieben und heute über Dich gebieten, die wollen aus Dir einen Unmenschen machen. Ich bin überzeugt, Du erkennst das klar, auch wenn Deine durch das Leid kraut gewordene Mutter Dich nicht belehren würde. Aber eben weil Dir das Ziel nicht verborgen fein kann, darum ist es so furchtbar, was man von Dir fordert. Du mußtest mit ansehen, wie man Nachbarn und Freunde Deines Vaters schlug, totschlug, Du warst dabei, alS man Deinen Vater vertrieb, und er wird Dir nie veraessrn, wie Du zu ihm sagtest: flieh, Vater, sie sollen Dich nicht totschlagcn. Tu hast erlebt, wie sie die Existenz und dir Gesundheit Deiner Mutter vernichtet haben und nun fordert man von Dir das Ungeheuerliche. Tu mußt diese linmcnschcn grüßen, mußt ihnen eine Ehre erivciscn, als wüten sie vorzügliche Männer. Und wenn Dein Gesicht bei diesem erzwungenen Gruße nicht freundlich ist, dann schlägt man Dich. WaS ist auS Deiner Schularbeit geworden, dir Du mit so viel Fleiß und Vergnügen ac- lcistet hast? Du mußt Haßgebete gegen Nationen nachsprechen, die Dir als Ganzes oder als Einzelner nie zu nahe getreten sitld. Dir mußt Lügen lernen m der Geschichte und in der Heimatkunde, Deine kindliche Freude an der Llhuke wird erschlagen, weil man Dich mit Politik füttert, weil man Deine Erziehung, oder oft kepiect nie tcztidd dec ‘.gesteppte Seiden- v scMaftock mit dem vorzüglichen MittHldinlultw 129.* 149 179.* bteu, rot, grDn * t,S<. gute Damenkonfektion Jind Hhkä 2 0. //eihnachtsgeschenke«erden am 24. Oecembei franko Ina Haut geliefert, h/ichtpacsanaea wtru hereitwilhgit auch nach Weihnachten umgalautdu was sie so nennen, zu einer Nützlichkeit für einen Staat machen will, den Bankrotteure, Mörder, Brandstifter und Meineidige in einen vernichtenden Krieg treiben wollen. DaS alles, mein Kind, hast Du mit Deiner Mutter ertragen, und Ihr müßt es noch weiter tragen. Aber waS ich letzt über euch höre, das könnte mich an Menschheit und Menschlichkeit überhaupt irre werden lassen. Seit März ist eure Lage immer schlimmer geworden. Ihr habt nichts Rechtes mehr zu essen, lebt von Graupen oder Kartoffeln, die mit Talg angemacht werden. Tu weißt nicht mehr, wie jene Süßigkeiten schmecken, die früher Tein Mäulchen so ost er- freut haben. Deine Mutter ist den unzähligen Versuchen, von ihr meinen Aufenthalt zu erpressen, immer standhaft widerstanden. Nun hat man Dich auf das Amt geholt, hat Dich vor einen großen Kasten Schokoladepralinös ge« Volkswirtschaft und Sozialpolitik Außenhandel im November. Da» Statistisch« StaatSamt veröffentlicht dir voiWukigen Daten über den tschechoflowaki schen Außenhandel im vergangenen Monat. Die Schrumpfung deS.Handels, die auch int Ansteigen der Arböftalosenziffern ihren Ausdruck fand, ergibt sich aus den folgenden Zahlen(in Tausenden Ke): Der Wert de» reim» Warenverkehrs betrug bei der Einfuhr 601.060(November 1032— 612.894), bei der Ausfuhr 664.115(November 1932— 634.686). D!< BerglaichSzisfern für die Zeit vom Jänner bi» November sind bei der Einfuhr 5,247.279(1932— 6,712.025), bei der Ausfuhr 5,264.018(1932— 6,670.138). Di«-Handels- bikanz des reinen Warenverkehr» war somit im November 1933 mit dem Betrage von 36,945.000 Ki passiv(November 1932 mrt 22,292.000 llr aktiv), in der Zeit vom Jänner b's tzlovember 1933 mit dem Betrage von 16,739.000 Ka aktiv(Jänner bis November 1932 mit 41,887.000 Kis passiv). An dem Rückgang der Ausfuhr sind mit Ausnahme von Kohl«, Mehl, Papier zotig und gewissen Eisenwaren alle unsere wichtigsten Exportartikel betroffen. GEDENKET bei allen Anlässen I der Arbeiterfürsorge! Vom Prager Rundfunk lieber zwei Wochen ist l«ichi«r berichten als über «in«,— aus der größeren Menge gliedern sich klarer di« Gruppen und auS größerer Enisernung g«sel)e» ragen di« Gipfel höher empor. So mögen hem« einig« Kun st Vorträge itofcit fein: Ludwig WinderS Vorlesung aus seinem noch unvollendeten Roman„G e s ch i ch t« eine» deutschen Juden" und di« Uebertragung von der Urania »Der Traum vom ewigen Prag". Jenes ein Stück gntge'ehenen«igeuari gen Lebens und tief* dringender Psychologie, vorderhand nur Bopgeschichlc, Exposition, aus deren Entwicklung und Verbindung mit den schmerzl'chen Fragen der Gegenwart wir «ns freuen dürfen. Dieses eine sehr gelungen«, stimmungsvolle Zulammeniügung von Prager Dich- tuiig und Musik; jede fein« Seele»«rsälli dem Zauber dieser Stadt, die so grandios dnrch d e Jahrhunderi« alt gewachsen ist und sich so munter in den Ge- schäfte» der Gegenwart rummclt, wie nur di« Jüngst« ihrer Schwestern.— Sehr klar, sehr klug und ernst spricht Arch. Prof. Dr. Clemrns Holzmeister, Wien, über den modern«« katholische u Kirchenbau, zeigt, wie die neuen Baumittel und »stoss« di« zweckstnn'gen Grundgedanken d«s Kirchen- gchäudeS in neuen Formen ausdrücken können, und rührt an d«n tiefsten Grund j«d«s Kunsterfolges mit der Feststellung, daß di« wahrhaft schöne und gute Kirch« nur aus d«r sromm-drmütig«» Gesinnnng des Erbauers gelingen könn«. Dies g'li noch viel allgemeimr: wie nur den frommen Sttinmeven des Mittelalters di« gotischen Toni«, lo kann, auch nur dem von den Gesetzen der Statik und Tvnanllk b«. scjstncn Techniker die ideale Form seines Motors geschenkt sein. Am Airfang steht di« schöp'erische Intuition, dann zwingt der Wille in hart«! Arbeit d!« realen Einzelheiten«ine um die ander« hervor und zusammen un>d dar innelebend« Formgcketz gestaltet sie zum schöne»,- harmonisch«» Ganzen. S« wird zu allen Zeilen daS große Kunsllverk entstehe». — Roben so ernsten Gedanken nimmt sich Dr. Fel'z Langers Plauderei über„Revision der Begeisterung" trotz oder wegeik reichliche» Aufwands bedeutender Dort« nicht lchwcrgewicht'g aus: man fühlt sich angeregt, die Begeisterung für geistreiche Lent« zu revidieren,— sie sind wie Kön'g Midas, dessen Berührung alle- in Gold verwandelte: ihnen w'rd alle- und jedes Gegenstand geistvoller Formulierung, wir können so fix nicht»ntdenkcn und tchleicheu uns beschämt und»»gespeist zur Seit«. — Hing«g«n Herr Walter Seidl hat sich als sniarter Reporter in Knut HamsnnS Hans geschlichen und führt-en mnviderleglichtn Bcive s, daß Zudringlichkeit und Sch»iock«rei kein Vorrecht irgend«'»«! Ralle sind. Wir sind so erfüllt von-en erschütternden Eoeig- nlssen der Zeit, daß ihr greller Licht auch durch das Grau gewollter Neutralität hindurchftammr,- in unseren Augen. Wenn da Univ.-Pros, Da. Edgar Foltin über den Indizienbeweis spricht, von seiner Trüglichkeit, und wie er doch unintbchrlich sei, iveil der modern« Richter«richt mehr Geständnisse diirch Folter erpress«» könne,— zuckt uns' da nicht sofort wie scharfer Schmerz der Gedanke an Leipzig durch die Seele,— do- Wissen, daß dort ein Jndiqienbetveis kunstvoll p>m Justizmordschaffm aus- gobaut werde,— daß Mensche» unserer Zeit sehr wohl fähig sind. Geständnisse durch furchibgrr Foltern zu erzwingen aber nicht so ehrlich, wie di« Jnqut» sitionögerichie, di« ihre Opfer hernach öffentlich ver brannten,— sonder» feige, verlogen, indem sic als letzt« Qual d«m Opfer di« Unterschrift abringen, es sei ,Mi behandelt worden"!— Dem zur Leit« scheint u»S die Ar be i t« rs«»d un g von.llarl Bühren „Die Frau und der Arbeitersport" fast allzu sachlich, trotz des Hinweis«-?, daß infolge der Auflösung der Arbeitersportverein« in Deutschland Nl).00ü Fraire» jetzt nicht mehr turnen können, trotz vieler seiner und richtiger Bemerkungen, wie z. B. daß der Arbeitersport tricht Rivalität, sondern Gk« ineinsamkeit erziehen»volle, daß die Frau nicht vermännlicht, sondern eben als Weib'rci und harmonisch entwickelt»«erden soll« und daß ihre Mitarbeit entscheidend ist für di« Körperkultur der Arbeiter.— Echte Begeisterung aber tvccken die Won« Dr. Otto F. Löwes über.Heldentum und Sozialismus". Nicht nur durch ihren Inhalt, durch di« Gegenüberstellung des Fr«alismns Carlyles:„Universalgeschichte ist eigentlich di« Geschichte großer Männer",— und der materialistisch historisch»«« Anf- sassung, daß di« Geschichte die großen Männer mache. Nicht>mr durch die schön« und hohe Auffassung des Begriffs„Held"— Das ist„ein Mensch, ter sich >elbst ausgtbi und einer Ide«, einer Lache dient". Richt nur durck> den NarhwriS, daß gerade der Lozia- li-smns solches Heldentum fordert und gebiert, da er di« Verkörperung d«s allinenschlicheu Freiheitsstrebens ist,— die« alles wirkt so elamentgr, weil wir einmal die zur Nüchternheit zielende Gedankenwelt des historischen Materialismus glühend erfühlt und ichtvung- voll schön gesonnt erleben können. Ja, in ihr ist so Hohes, so holtenhast Große», daß«S mir der begeistert«» Verkünder bedarf, um ihr nicht nur das Denken, nein, viel nrehr: die Herzen der Menschen zu erobern! Fürstenau. L ROT B „Ueberatl ro haben*.—„Roggkaffol“ LabensmIHelwerlco A. Q, Trautenau. Mnh UuJ; aexnd |mxl hrlfHo Mini SBrcf, das»wine iht W en Bgutekx bigo und Mt** Isdwn: rututhtufutatn tuf I»eir« dww'btlabtMtVftrtiung Uail schön«» uthlank Liut iuna■<«) [gesund U«d>en I Prager Zeitung Kunst und Wissen Tschechische Vressestimmen über di«„verkaufte Brant" am Prager Deutschen Theater. Di« tschechische Prrsi« beschäftigt sich, WM Teil sehr ausführlich, mit der Neuinszenierung der„Ber- kauslrn Brant" am Prager De>rtschen Theater und stelltübe-einslinnnend den E r nst und das Niveau der Leistungen und insbesondere eine erfreulich« Erfüllung der hier gegebenen musikalischen Ausgaben fest. Di« tschechischen Blätter begrüß«» aber nicht nur freudig dies« endlich« Wiederaufnahme des tschechischen Meisterwerks in den spiclp'.an d«s Deutschen Theater», sondern kritisieren andererseits auch scharf di« Regie-D«r st äße dieser Aufführung. Io schreibt das„Prado Lidu": „Wicüor, wie in längst vergangenen Zeilen, haben wir di« Figur deS dummen.Han» vor ureS, mit d«r ganze» Apparatur der Gank«l«i und Gcstlnnacklosig'eii unter der Reg:« H. Grass, vervielfacht dtirch weitpre Errungenschaften lebender Gänse, Wagen mit Pferd, lwle'brecherischer Austritt« rund um ein Gasthausfaß oder«iiien Brunnen im ersten Akt. Ta;u noch überdies: Warum hat di« Regie da» in dar Farbe süß getönte und pittoresk« Bild des Dor fts Bl Hofmans tm Gnutdriß so zusammengestrichrn, daß man sich gar nicht rühren konnte? Schon die Anordnung txs Chors im Dorfwirlshaus(welches allordings eher die Prachthall« eines Borstadtrestaurants mit Malerei a la soltlor war) war ausgeglichener." Von nicht minderem Interesse ist da» Urteil der „Niirodiri Lisch" über die Regie: „Wenn nkan auch nur einzeln« Einwände gegen di« gesanglichen Leistungen hat, so kann man in keinem Fall mit der Regie übereinstim- me», welch« der Meinung ist, daß Mädchen auf der Bühn« lebende Gans« tragen und Bursckren mit Dtztanfcin und R«cki«n hrruntgehen müssen, wenn sich di« Szene in einem tschechische» Dorf« abspiell Ter Gipfel voit all dem ist schließlich, daß Kccal auf'einem Wagen kommt, der von einem lebenden Pferd gezogen wird. Diese Attraktionen siich Gottseidank längst überwunden,,.. weil sie. gelinde gesagt, überflüssig uttd geschmacklos sind.. DaS fir' grobe Irrtümer, toelche dem Werke ntir schaden! Es ist nicht zu glauben, daß Blajtislav Ho> man ein« so farbige Szenerie des enste» Aktes schassen konnte, aus der>vir nur beispielswelj« das Gut des Kriiäina anführe», welck-e« eher ein Weekcndhäusckicn irgendtvo an der Sazaiva>|l; uitd das Gasthaus im ziveilen Akt erinner: eher au das Jagdstiibonl in der Goldenen Gans oor der Renovierung. Ich ahnte nichts Gutes, als-ch inmitten der Szene ein ungeheures Weinfaß sah, aus d«m Kecal und Hans ihr Duett als zivci lustige Kumpane singe», aber es kointte mir nicht einsallen, daß es auch deswegen ausgestellt wurde, damit am Schluß des Aktes Kecal daraus von d'N erregten Dorfbewohnemn ein« Tracht Präget bekomm«. iLiir ouögesprochemr Qperetlencinsall, den nra» besser mit riueni Wort gar nicht bezeichnet." Wie man sieht, geht hier die völlig vrrbtnduig,. lose Uebcreinstimmung d«S Urteils in der tschech- scheu Press« mit dem in uns«rem Blatt gcänßerien so wert— stellenweiij« fast wörtlich—, daß man bei- Stift 8. „SojlaTbtmoftM* Gmrnfag, 17. Dezember Nr. Lvö AMP Der Film schöne Aus der Partei © f t Crst denke Dann schenke 1933. HIRSCIT, Prag, Wil .Kfeö! und leichte Gesel'schaft. Ide K2 7.- war, zehn rein die Iahr«sb« trag b's. Zahlreiche Klimenn'kä I Cröpe-de*chfne— schöne Holbschuhe für Tanz und Feine Strümpfe aus Kunslseli Selchwaren der r«. IWQNU* a«. PUSCH. SIND DIE ALLERBESTEN! Hübsche Halbschuhe aus feinem Chev- reau, mit Schlangenleder kombiniert.— nahe von einer im der Kritik Menen Duplizität der Fälle sprechen kamt. Wir freuen uns der tschechischen Anerkennung dieser deutschen Auf. sührung. Aber ob die Direktion auch seht noch an solcher Gastregie sesihalten wird?! Verlernen Sie in Inder Verkaufsstelle de» Konsumvereines SELCHWAREN der Hm» HBGNER A Cie. PILSEN von Prtti Rosenfeld. Durch alle Ortsgruppen der„Kinderfreunde 0 um nur Ki 13.— (früher- Mark) an beziehen. Die sechs Frauen Heinrichs des Achten. Es ist schwer, von einem zwiespältigen Werk einen klaren Eindruck zu geben. Wäre dieser englische Film nichts anderes als ein historisches Ausstattungsstück, dann konnte man sich mit der Feststellung begnügen daß di« Regie an Kostümen, Massenszenen und höfischen Bildern nicht gespart hat. Würde der Rahmen des Ausstattungsstückes nur durch einen uukon- ventionellen Schauspieler wie diesen Charles Vaught on gesprengt, der den SchreckenZkönig als kindlich beschränkten, kraftstrotzenden und genußsüchtigen Popanz darstellt, dann könnte man das als seinen besonderen Reiz rühmen. Aber das Merk- würdige dieses Films ist, daß er bis zum Ende den Eindruck erweckt, etwas ganz anderes sein zu wollen, als er geworden ist. Den Manuskriptautor Biro und den(sehr gewandten) Regisseur Alexander Korda scheint näm- Der BezirtebildungSauSschuß hält am Donnerstag, den 21. Dezember, um sieben Uhr abends rn der Redaktion des„Sozialdemokrat" eine Sitzung mit wich tigar Tagesordnung ab. Alle Mitglieder des Ausschusses mögen erscheinen. Besondere Einladungen ergehen nicht! UnXßÄ. cte/n, ei/TU XoCÄ&toJ a/wm Stnxwnfje u/rvd ei/n. SaflX Die Wiener Arbeiter. TischtenniSmelsterschakt.! Ergebnisse der vierten Runde: Männer: Erste Klasse: Rotweiß gegen Milantropia 12:t, ATLpi' gegen Orient 6:1 t, BIA. gegen Astoria 8•- E-Wcrk gegen Zentralvereiu 9:7. Zweite Klasse WAT. Hetzendo.s gegen Säpvschat 18:0, gegen Floridsdorf 15: l, Hauptwerkstätte gegen WAT. 12 18:8.— Frauen: Erste Klaff«: WAT. 12 gegen ATSpB. ö: 4, Orient gegen E-Werk 7:2, AMB. gegen Meidbing 8:1, WAT. 6 gegen Zentralverein „D«r Marten Eden", vor Hahren ein Reifer, ist wie alle Eintagsblüten der Gegeirwartsbühne rasch verwelkt. Die Wiederaufnahme des einstigen Zugstückes in den Spielplan erwies sich darum reicht einmal durch daS Gastspiel gerechtfertigte R i a Thiele, di««in unvergessener„Star" der Prager Bühn« ist, dankte ihr« großen Erfolg« vor allem der Tatsache, daß sie— ohne es erst zu ipieleu.— bat Mädel von 1-38 schlechth'n, ein Typus war, der hoch im Kurse stand, und das» sie durch uatürlicheu Liebreiz, durch Temperament und den Tonfall, der zu dieser Art sweet girl Paßt«, das Publikum faszl« nierie, wo immer eine Roll« leer genug war, um «inen Menschen aufnehmen zu können, der des Anlasses, ober keiner weit«r«n Aufgabe bedurft«. Die Tilly im„Garien Eden" von Bernauer und Oester- reicher will aber gespielt sein. Ilia Thiel« bringt nicht genug Naivität, nicht genug glaubhafte Sentimentalität und für den AuSbruch im dritten Bild nicht genug Leidenschaft mit, um hier an die Wessely heranzureschcn. So blieb das Stück auf weiten Strecken farblos und wirkte mindestens auf den Zuschauer, der«S als Reprise sah, einfach lang» wellig.— Für ein paar gut pointiert« Chargen war immerhin Raum da: Harp recht als schrullen- Hafter Fürst(mit Tonderapplaus). Renner als ekliger Geheimrat. Padlesak als Polizeikommissär, die Warnholtz als Kupplerin wären zu nennen. Anni« Reiter gab di« Baronin, d!« als Aufwaschfrau ihr Brot sucht: im ganzen«ine gute . Leistung, wenn auch manchmal die Baronin istcht echt genug wirkt«.— Das Publikum war über daS Wiedersehen mit Ria Thiele sichtiich erfreut. s. r. Richtigstellung. Durch ein Versehen d«s'Seyers wunden unter unserem gestrigen Referat über die „Verkaufte Braut" di« Initialen des Signums vertauscht; cs sollte richtig heißen: L, G. Deutsche Mulikakademi«.'Morgens, Sonntag, um 20 llhr Oefsentlichor Abend im Saal« des Lyzeums, Prag kl., Charoatova S Im Programm Wer?« von Zumsdeeg. Rcichardl, Haydn, Beethoven und Schubert. Eintritt 5 und 2 Kr. Robitschek im Kulturverband. Der Spielplan der Kleinen Bühne we st für«inen Abend dieser Woche die„2 l l u st r i«r t e Zeitung"-als Der» «insvorstellung der KulturvcrbandSsreund« aus. Man weiß da nicht, worüber man sich mehr wundern soll: ob über ein Theater. das mit solchem Mist«in Geschäft ausgerechnet>>>'t dem„Kultur» verband" macht, oder ob über einen„Tcnt^chrn Kulturverband", der auf solch« Weise di« Unkultur fördert! Heimkehrend« Künstler. M> r i a N e z a d a l (NeLidalorä), b't„infolge der geänderten politischen Verhältnisse in Bayern" d>« Münchner Oper verließ, wird im tschechischen Nationaltheater am Dienstag die Rolle der Elisabeth int„Tannhäuser" fingen.— Joses Turnau, ein gebürtiger Koliner, ehemaliger Oberregisseur der Staatsoper in Wen und späterer Generalintendant in BreSlau und in Fraitksnrt, wurde von der Verwaltung deS tsck;«chischen NationaltheaterS eiitgeiadeu, als Gast in der Straußoper„Der Rosenkavalier' di« Reo!« zu führen. ’ Heute„Die Wildente", Gesainlgastspiel mit Albert und Else Bassermann, Tilla Durieux, Maria Wagner, Erttst Deutsch, Alexander Moissi. Regie: Adolf Edgar L'cho. Preise von 12 bis 66 lls.(AboitN aufgehoben,) Woch«nlp elplan des Reuen Deutschen Th«aterS. Sonntag, 2'i Uhr:„Ball Im Savoy."(A. A.) 7'l Uhr:„Die Wildent«." Gastspiel Albert und Els« Bassermann, Durieux, Deutsch und Moisstn. "A Ä.)— Montag. 8 Uhr:„Illustriert« Zeitung." (A. A.)— Dienstag, 71» Uhr:„Di« verkaufte Braut."(A 1.)— Mittwoch, 6% Uhr:„Pünkt- ch«n und Anton."(B 2.)— Donnerstag, T$i Uhr:„Garien Ede n."(C 1.)— Freitag, 6H Uhr:„Pünktchen und An ton."(D 2.) Mochenspielplan d«r Kleinen Bühne. Sonntag, 8 Uhr:„Deiirse." 8 Uhr:„Illustriert« Zeitung,' — Montag, 8 llhr:„De s i r ö«."(Bankbeamte und freier Berkaus)— Denstag, 8 Uhr:„Allez hop p!"(Bolkstüml. Vorstellung.)— Mittwoch, 8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein."(Bolkü- tünrliche Borstcllung.)— Donnerstag, 8 Uhr:.^Illustrierte Zeitung."(Bankbeamte und freier Berkaus.) — Freitag, 8 Uhr:„Illustrierte Zeitung." Kultur» vcrbandSfreunde(!). filme in Primer Lldiispiemauhere bis einschließlich Donnerstag, den 21. Tez«mb«r Avion:„Tämanen-Jnsel.'— Beränrk: Erde singt."— Flora:„Das Verbrechen im Yorker Aquarium."— Gaumont:„So cm Hundeleben."— Hvtstda:„Bruder und Schwester."— HuliS:„.Herr Saval, der Millionär."— Kincma, B.-Th.: Journal«, Report., Grotesk«. Ab bis AS.— Koruna:„D et gute Tramp B« rnü« 8«k.'— Kotva:„D'e sechs Frauen Heinrichs VllJ." — Luerrna:„Die sechs Frauen Heinrichs VIll."— Passage:„Herr Saval, der Millionär."— Praha: „Mitternachts-Patrouille."— Radio:„Die Erde singt."— Lkaut:„Tas Derbrechen im New Yorker Aquarium"— SvStozor;„So«'n Hundeleben.'— Bajkal:„DaS Berbrechcn im New Aorkfr Aquarium." — BAvedere:„Olwer Twist."— Illusion:„Der Held der Arena."— Lido:„Trader Horn."— Louvre:„Ter Fluß.'— Sport, Smichow:„Geheim- niste der sraitzöstlchen Polizei."— Baldek:„Ter Ruf des Herzens." lich Bernard Shaws Ruhm und Art verlockt zu haben. Was der große Ire in seinen Hislorienstücken tat: legendär« Gestalten respektlos vermenschlichen, heroische Zeilen nüchtern entzaubern,— das wird hier im Film szenenweis« auch versucht. Aber Shaw ist seine Absicht gelungen, weil er sie nicht nur szenenweise, sondern einheitlich durchgeführt hat,, und weil er Menschen von größerer geschichtlicher Wirkung zum Gegenstand seiner prüfend-spottenden Betrachtung gemacht hat, als diesen nur durch seinen Francnver» brauch und seine aus Privatmotiven vorgenommene Kirchenreformation berühmt getvordencn„König Blaubart". Bor allem aber: bei Shaws Art umkeh- rcnder Geschichtsbetrachtung ergeben sich halbheitere und Halbernst« Weisheiten, Bemerkungen über Men» schon und Wirklichkeit, Berichtigungen von Borurlei» len, Beziehungen zur Gegenwart. Nichts AchnlichcS ist in diesem Film zu entdecken.(Auch für den nicht, der den nur mäßig witzigen englischen Text versteht.) Do bleibt«in unbefriedigter,'zwiespältiger Eindruck:«in gelungener Ausstattungsfilm,«in sehenswerter Hauptdarsteller, und dann eben dieser löbliche Shaw-Ehrgeiz, der nur zu wenig verwirklicht wurde. Ein Paar Szenen bleiben freilich bemerkenswert wegen ihrer— zumal für englisch« Verhältnisse— respektablen Respektlosigkeit: wenn der König rülpsend an der Tafel thront, wenn er die Hochzeitsnacht mit der auS Politik geheirateten deutschen Prinzessin, di« noch an den Storch glaubt, beim Kartenspiel verbringt(und aus dem Schlafgemach eilt, um sich Geld zu borgen)— oder wenn der Monarch mit seinem Barbier in Streit gerät oder sich ehrlich triumphierend vou seinem Hof als Ringkämpfer beklatschen läßt. Am«indruckvollsten freilich ist die Schlußszene. Der altgewortuine Franenmörd«r, der Pech in der Liebe und Freude am Genuß hatte, wird;nm armselig listigen Sklaven seiner letzten Fra», die ihn nicht mehr betrügt, aber mit pflegender Sorg« tyrannisiert. Jit dieser letzten Szene ist der Film alles, was er sein möchte: drastisch und menschlich, spottend und nachdenklich— und glänzend gespielt. —«iS— Urania-Kino. „Die blond« Christi." Rach Gan-Hofers Roman „Der Geigenmacher von M'ttenwald". Mit Karin Hardt, Theodor Loß usw. Heute 2, 1.<>. Uhr im Urania-Kino, Klimrntskä I Di« Wiener Arbeitersußballmeistrrschaft. Am vergaigenen Sonntag wurde di« H e r b st m«i st e:• schäft des Bajö Wien abgeschlossen. Der jüngste Hevbstmeister des Bafö, Phönix-Schwechat, hat das Nennen im allerletzten Augenblick gewonnen. Phönix hat den Rudolfshüglern, di« lang« Zeit in Führung lagen und erst zum Schluß nachließen, den TiZel buchsiäditch vor der Nase weg- gcschttappt. Zunächst muß sestgeslellt werden, daß oie diesjährige Hcrbstmeifterschaft der Basöverein« nur Lichtblick« austvies. Bon den insgesamt 66 Liga- spielen endet« nur ein einziges durch vorzeitigen Abbnut, und auch der Geist, mit dem die Kämpfe durchgeführt wurden, stellt deut Bafö das beste Zeugnis aus Dazu kam ein bißchen Glück, tnS- besonüere in der Terminfrage, die diesmal vom Wettergott glänzend gelöst wurde. Alles in allem also ein« erfreuliche Bilanz. Biel zu deni g vßen Gesamterfolg trug diesmal auch das Publikum bei, das den Vereinen nicht nur treu geblieben ist, sondern durch entsprechende Begeisterung über die wirtlich guten Darbietungen auch neue Krei'e anlockt«. Wahrend bei den Prosivereinen ein Rückgang an Zuschauern zu vo'.geichnen ivar, wiesen die Baföspiele einen regeren Besuch aus. Dieser Aufschwung ist gerade in der heutigen Zeit besotrders erfreulich, da ja insbe- sondere die Bafövoreute unter der WirtschaftS-- krise sehr zu leiden haben. Für di« Frühjahrs- Meisterschaft hat sie Herbstserie auf jeden Fall gute Pionierarbeit geleistet. Di« Hollander über Oesterreich enttäuscht. All« Amslerdanier Blätter stellen hier fast, daß der Sieg der Oestervcicher in diesem Ausmaß verdient da sie insbesondor« nach der Panse bis aus Minuten mehr vom Spiele hatten. In der spielerischen Kritik kommen aber Oesierreicher sehr schlecht weg. Ganz besonders überrascht waren die Holländer von der auffälligen Schußunsicherheit der Gäste, utrd ein Man schreibt sogar, daß ein englischer Sturm SoniNag gegen Hollands Team nicht viel I wetriger als fünf bis sechs Tveffer geschossen härt«.| Mitteilungen der„Urania". Wochenprogramm vom 17. bis 21. Dezember 1933. Sonntag, 10 Uhr: Opernstudio. Oberregisseur Steinschneider. Kapellmeister Aron. Sonntag,'AW Uhr;„Der w« ße Rausch." Sonntag, 6 Uhr:„Kasperl als Pniirz." und ander« Kasperiaden. Marionettentheater. Montag, 8 Uhr:„Sexuell« Hörigkeit." Sophie LazarSfeld, Wien. Montag, 8 Uhr:„Die Jirsrktionskrankheileu der Erwachsenen." Univ.-Prof. Dr. Otto Klein. Montag, 8 Uhr:„Eheliches Gütcrrrcht.' Umv.- Prof. Dr. Egon Weiß. Montag, 8 Uhr: Gedächtnisausbildung. Doktor Fürst. Dienstag,>67 Uhr:„Zemlinskl)S Kreidekreis." Kapellmeister Viktor U l l m a n n. Mittwoch, 3 Uhr:„DaS ZirknSkiitd." Mit Hackte Coogan.„Flip als Detektiv." Kindernachmittag. Mittwoch,'A7 Uhr:„Hans Mcmllng." Dotier Mester. Mittwoch, 8 Uhr: Schriftcharakterologischcr Kurs. Pros. Fanta. Mittwoch, 8 Uhr-„Erbrecht, Bertragsabschluß" usw. Rat des Obersten Gerichtshofes We'nhnber. Donnerstag, 8 Uhr: Wauderbund Kosmos. Werden Sie Urania-Mitglied. 18 Ks. für Familienangehörige 3 Begünstigungen. Urania Kal'a. Fernsprecher 61623, 62441 äuainik> aib— Sbiti-Sstieic Oilbtl»*1 statt.— Bet«ni»«Hiftet Stebottsar* Dr tmtl SIrsMt, Vr»e-7? Druckt.Reto* A..A fit gelluuo- an# Buchdruck. Utas.— bür Sen Druck veroniworillch Oll» vsllt, «a»»>. a.,iu»»«m»eleu,r-ntsni,»urde»»» de, gd». A. r„„»,d,n»,rel>l»n»> ckrlad Ur ISlUllUVIl u«o de>l»u>,i-«e,uu«d,sin-ung-u. Luftellun, ms Hau«-der del«e,u, durch tie Pot, m°n->,l>ch Ke ts-,«ittleti-dui» U. Vu«.- Dl. 8<'unj»m»lr| ii,snr| nw,_ Ss&M« mc*m Um£ui| iutl«ft derechu«. 9t> Hutu«,-ljch-Uulu»»«Iss-chl-s.-«ückdeLu, Cn*