Erschein» mit Ausnahme des Montag küg'lch früh. 9t Jottlon a. Dtrtoalluna Bros ll.TltMjanla iS* Xelrvt». t 30795. 51«69. StaAlrtbaH. aus ADrOstungsKonierenz muß in Genl abgeschlossen werden Erklärung Ponl-Boncours Paris, 18. Dezenrber. Der französische Außemnincstcr Paul-Boncour erklärte gestern im Einvernehmen mit Minister BeneS, daß,„welches auch das Ergebnis des gegenwärtigen diplomatischen Austausches der Ansichten sein werde, die Abrüstungskonferenz auf Genfer Boden abge- schlossen werden müsse. Minister Dr. BeneS ist heut« abends mit dem Schnellzug nach Prag abgereist. Bor der Mreisc sand ein herzlicher Bricstvechsel zwischen Minister Dr. BeneS und Paul-Boncour statt. Reichsgericht bestätigt zehn Todesurteile und verhängt seihst ein elftes Leipzig, 18. Dezember. DaS Reichsgericht verwarf am Montag die Revision vou zehn zum Tode verurteilten Angeklagten gegen das Urteil des Düsseldorfer Schwurgerichtes im Hilmerprozeß. Auf die Revision der örtlichen Staatsanwaltschaft verhängte das Reichsgericht gegen den Maurer Otto L u k a t, der von der Borinstan» wegen Mordversuches zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, über dieses Urteil hinauSgehend, antragsgemäß wegen Mordes die TodeSstrase. Die Verurteilten hatten(nach der amtlichen Darstellung) in der Nacht zum 20. Juni 1932 ans die vor dem TA.-Heim in Erkrath(Bezirk Düsseldorfs stehenden Poste» einen Uebrrsall verübt, bei dem der SA.-Mann Hilmer getötet und sein Kamerad Groß schwer verletzt wurde. Blutige Zusammenstöße vor der Londoner deutschen Botschaft Demonstrationen für die Freilassung der Leipziger Angeklagten Antidemokratisch! Die„Bohemia“ im Urteil eigener Redakteure Unsere Leser haben gewiß alle die Erklärung gelesen, die wir am Sonntag auf der ersten Seite veröffentlicht haben. Wir haben gar keinen Grund iiber die näheren Umstände, die zu dieser Erklärung geführt haben, zu schweigen, sondern wir wollen heute ausführlich darüber sprechen, weil bei der Gerichtsverhandlung, in der diese Erklärung vereinbart wurde, Tatsachen bekannt geworden sind, die den Kcmcpf, den wir gegen die getarnte fafci- stischc Presse in der Tschechoslowakei, insbesondere gegen die„Bohomia" führen, moralisch und politisch glänzend gerechtfertigt haben. Am 15. Septcnrbcr haben wir in unserem Blatte unter dem Titel„Wem dient die Bohcnria" einen Aufsatz veröffentlicht, in denr wir das Porträt dieses Blattes, seiner Herausgeber und Redakteure gezeichnet haben. Wir haben dort die Macher der„Bohenria" als„s u d e t e n d e u t s ch c Fascistrn in i 1 schlecht sitzenden Tarnkappen" bezeichnet und die ganze politische, geistige und moralische Wandlung erörtert, welche die „Bolwmia" seit dem Machtantritt Hitlers in Deutschland niitgomachi hat. Aus Grund dieses Artikels haben nun zwei der dort näher gekennzeichneten Funktionäre der„Dohemia", die Herren Dr. Weil und Dr. M a n n h e i- m e r gegen uns die Klage erhoben. Bei der Verhandlung über diese Klage konnten die beiden Genannten Nachweisen, daß sie bereits am 13. September,— also zwei Tage, bevor unser Artikel erschienen war— dem Benval- tungsrat der„Bohcmia" ihre Kündigung überreicht haben. Ms uns die Briese der beiden Genanilten vorgelegt wurden, haben wir nicht gezögert festzustellcn, daß die Charakteristik, die wir von den Funktionären der„Bohcnria" in dein oben bezeichneten Artikel gelben haben, aus diese beiden nicht zu- trifft. Gleichzeitig aber wurden unsere Beschuldigungen gegen die Leitung der„Bo- hemia" vollinhaltlich bestätigt, da die beiden ehemaligen Redakteure der„Bohcmia" eben aus den von unä angeführten Gründen das Blatt verlassen haben. Die Briefe, die die beiden Herren an den BcrtvaltungSrat der„Bohcmia" gerichtet und die sie— unn ihre demokratische Gesinnung unter Beweis;u stellen —- denr Gerichte vorgelegt haben, sind ein moralischer Sieg in denr energischen und leidenschaftlichen Kampfe, den wir gegen derartige getarnte fascistischc Pressrer-eugnifse, wie die„Dohemia" ist, führen. In dem Brief, den Dr. M a u n h c i- m e r an den Präsidenten des Verwaltungsrates der„Bohcmia" gerichtet hat, wird al« Grund seiner Kündigung ausdrücklich das „A bweichen des Blattes von der demokratischen und freiheitlichen Linie" angeführt uird Herr Dr. Mannheimer hat bei Gericht selbst crksären lassen, daß er seil Beginn der Reaktion in Deutschlaiw Artikel in der„Bohcmia" nickt gezeichnet hat und daß sein Ailstritt deswegen erfolgt sei, weil„er nicht an einem Blatt mit- arbeiten könne, das keine Garantien für c i it e demokratische Haltung biet c". Noch entschiedener hat seinen Standpunkt Herr Dr. Friedrich Weil dargctan, der vierzehn Jahre lang Redakteur der„Bo- hemia" tvar und dem Blatt schwarz aus weis; bestätigt Hai, daß cs„s e i n c r M i s s i o n in jeder Richtung untreu geworden i st und dieInteresfen dessudetendeutsch e»l Volkes keiiteswegs m e h r w i r k s a m vertrete".- wirst der politischen Leitung der weiter vor, daß ihre Haftung keineswegs Vermächtnis Professor Kafka« entspricht, „die deutsch- demokratische P lei u m ihr s e tz t e s A n s e h c n bracht wurde" und daß er deswegen London, 18. Dezember. sLPB.s Mehrere hundert Kommunisten versuchten Sonntag i abends vor der Londoner deutschen Botschaft eine Kundgebung für die Freilassung der Angeklagten im ReichStagSbranostisterprozeß zu veranstalten. Hiebei kam eS zu schweren bl u- t i g« n Zusammenstößen mit der Polizei und mit den englischen Fascistrn. Mehrere Personen, darunter auch Polizisten, wurden verletzt. Acht Personen wurden verhaftet. Als di« Demonstranten vor der Botschaft «intrasen, brachen sie sofort mit den Rusen: „N t e d e r m i t den Nazis" durch die Po- lizeikett« hindurch und versuchten die Botschaft zu erreichen. Nach wenigen Minuten trafen jedoch Polizeiverstiirkungrn zu Pferde und zu Fuß ein, die mit dem Gummiknüppel gegen di« Meng« vorgingen. ES entspann sich dabei ein e r b i t t« rteS Handgemenge. Ein Polizelkraft- wagen wurde umgestürzt. Weitere Verstärkungen erhielt die Polizei von Scottland Hard und in kurzer Zeit waren vor der Botschaft hundert Schutzleute aufgestellt. Ein zweiter kommunistischer Demonltra- tionszug wurde aufgehalten. Schließlich grsta' tete die Polizei dem Sekrrtär. der kommgftisil- schen„Internationalen Arbeitervereiuigung", mit einem Genossen zur Botschaft zu gehen und irischer rasclsienliihrer verhaltet Westport, 17. Dgzonrbor. Der Führer Blauhemden Gcmeral D'Duffy ist, als er, eine Versammlung abhalten wallt«, verhaft« worden. Di« Polizei batte den Platz, auf den» der General spreche»» sollte, abzwspcrrt. Allch in den anliegenden Straßen patrouillierten Militär» abtoilungen. 2'Duffy wandte sich an die Menge und ries ihr«»,:„Unsere Benwguug marschiert, bleibt ruhig!" Fn diesem Augeubstct»vurdc er festgeuomuicn und sodann in Polizeigrwahrsam gebracht. Fn» Verlaufe der Kundgebungen»»nd Zusammenstöße, die sich a»r dl« Verhaftung deü Generals«»schlossen, wurden zwei weitere Personen verhaftet. Es ist noch nicht bekannt, ob O'Dufft) in-Haft behalten und nntor Anklage gestellt worden soll. Der Fnstizminister hat ungeordnet, daß O'Dussy heut« abends unter starker Bcgleft tung aus Westpoint in das hiesig« Gefängnis Arbour Hill überführt werde. O'Dusfy. wird nach Weihnachten sich vor dem Militärgericht zu verantlvorten haben, dein Verbote zu- , wider-m blaues.Hemd getragen zu haben. ecite u. Sknttoft, Dezember iwra Nr. 2C8 bett Diensten de» Blatte» scheide, weil es keine n W e g in e h r g i b t, d a fc d i e„Bost e m i a"$ 11 istrcr ölten Mission,; u> r ii ck k e h r e. Mit anderen Worten, zwei Redakteure der„Bohomia", die beide über ein Jahrzehnt der politischen Redaktion dieses Blattes angehört haben, sind aus der„Bohe- mia" ausgeschieden, weil die Haltung des Blattes nicht mehr ihrer demokratischen Ücbcr- zeugung entsvrochcn hat und weil daS Blatt in die Bahnen des Fafeiü- m n« geraten i st. Mit Recht wird von den auSscheidcnden Redakteuren betont, daß das Blatt seiner Mission untreu geworden ist. Ursprünglich im Donnärz als da» Blatt«ine» selbstbewußten deutschen Bürgertums gegründet, hat es tapfer für die demokratischen Freiheiten vor 1843 wie in der Revolution diese» Jahres und auch in den 60er und 70er Jahren gefochten. Aller» dings wurde das Blatt später mit in den Sunrpf der deutschnationalen DorkriegSpolitik hineingezogen, mit allen Sünden der Deutsch- nationalen vor dem Jahre 1918 ist dieses Blatt reichlich beladen. Bald nach dem Uan- stürz ist da» Blatt in die Hände de» Abgeordneten Prof. Kafka geraten, für den e» sein Schwiegervater, der Besitzer der Kupferwerke Böhmen, Maximilian Bondy, gekauft hat. Wohl hat sich da» Blatt auch unter Kafka durch keine radikal« demokratische Haltung ausgezeichnet, es war ein?lltcrSliberalismnS auf Krücken, auf dem es ging, aber es hat wenigstens nach außen hin den Charakter «ine» liberalen Blattes aufrecht erhalten. Damit ist noch dem 30. Jänner 1933 radikal Schluß gemacht worden. Die Macher des Blatte» hatten eine fein« Nase für die Hitlerbegei- slerung unter der deutschbürgerkichen und kleinbürgerlichen Bevölkerung des Lande» und wollten aus diesem Hitler-Wahn politisches und auch wirkliche» Kapital schlagen. Außerdem waren sie als einzige» Blatt in Deutschland nicht verboten und wollten an diesem Entgegenkommen Hitlers ebenfalls Geld ver- diemn. Daß unter den Kapitalbesitzern der „Bohemia" sich eine erkleckliche Reihe von Juden befindet,— ein Mitglied des Verwal» tiingSrates, Abgeordneter Tr. Bacher hat sein Judentum seinerzeit ausdrücklich unterstrichen — focht die Herrschaften nicht an. Der Nationalsozialismus in Deutschland ging gegen die Arbeiter vor und das war es, was den Advokaten Dr. Elvald Stein ebenso wie seinen Berufskollegen Dr. Wien» Claudi, den Direktor der Deutschen Agrar- und Industriebank lllbrich und di« Herren Llbgeordneten Dr. Peters und Dr. Bacher geradezu in Entzücken versetz'«. Die Niederschlagung der Aibeiterbewegung, da» ist der geheim« Wunsch dieser.KapitakistengmpZ'e, di« hinter der„Bohemia" steht und die sich durch ihre jüdische Abstammung nicht hindern läßt im Gefolge der Hakenkreuz!« zu marschieren, ohne daß sie sich dessen bewußt tvird, daß ihr Davidstern in dem Hakenkreuzzug nur allgemeines Gelächter Hervorrufen kann. Die Schwenkung in der Haltung der „Bohemia", di« nun von denen bestätigt ist, die jahrelang selbst in der „Bohemia" gearbeitet.habe n, ist> ein Kennzeichen dafür, daß es mir dem Libe-' ralismu» de» deutschen Bürgertums zu Ende ist und d>iß die Feindschaft gegenüber dem Sozialismus und der klassenbewußlen Arbeiterbewegung alle liberalen Ideale in den besitzenden Klassen d«S deutschen Volke» der Tschechoslowakei ausgelöscht hat. Die Trägerin der Sehnsucht de» brutschen Menschen nach Freiheit und kultureller Höherentwicklung hat ihre Heimstätte nur noch innerhalb der deutschen Arbeiterbewegung diese» Lande». Bericht des Grauens Die Opfer des Hitlerterrors erzählen In dem Kommunique« de» Internationalen Ausschusses zur Aufklärung und Verhinderung des Terror» in Hitlerdeutschlond heißt es u. a.r Am 8. und 9. Dezember dieses Jahre» hielt in Paris im Saale der Sociätä pour l'Encoura- gement ä l'Jndustri« Nationale, 44, rue de Rennes, der Internationale Untersuchungsausschuß der Grausamkeiten in Hitler-Deutschland eine öffentliche Verhandlung ab. Ter Untersuchungsausschuß hat in seinen ersten zwei Sitzungen sieben Zeugen vernommen, die zum Teil parteilos sind, zum Teil verschiedensten Politischen Parteien anaehören. Bier von diesen Zeugen konnten nicht öffentlich ihren Namen nennen, weil sie anaaben, in diesem Fall für daS Leben ihrer noch in Deutschland befindlichen Angehörigen fürchten zu müssen. Der Untersuchungsausschuß berücksichtigte diesen Grund und stellte ihre Identität unter Ausschluß der Ocffentlichkeit fest. Die weiteren drei Zeugen sind: .Herr Walter TschupPik, Chefredakteur der„Münchner SonntagSzeitunq"; Iran Emma S t r n ze r. au» Pasing bei München. Witwe de» Reich«tag»abqeordneten Stenzer; Herr Kurt Großmann. Sekretär der demokratischen Flüchtlingsfürsorge in Prag. Ans den Aussagen der Zeugen ergibt sich, daß: in den deutschen Konzentrationslagern Mensche« grundlos««mordet, Menschen durch barbarisch« Beftialitiiten zn Selbstmord«nd Wahnsinn«trieben werden. Menschen den shstr- matische« sadistischen Quälereien und Berarwal, tigungen vertierter Unmenschen anSgesetzt sind. wurden drnndios ermordet im Konzentrationslager Dachau: am 30. Mai. Rechtsanwalt Dr. Strauß, Nürnberg; am 22. August, ReichltaaSabaeordneter Iran; S'enzrr. Pösing: in der ersten Woche No- vembcr. Dr. Theodor Katz. Arzt au» München; <« Konzentrationslager Sonnenburg: im Juni, ein Arbeiter, Nam« unbekannt, au» Meseritz; Mitte September, ein syphilitischer Arbeiter, geisteskrank; im Konzentrationslager Neusustrum bei Papenburg: Anfang November, unbekannter Arbeiter, 20 5>ghre alt; Anfang November, Polizeimeistcr Guse. an» W-rthe: Anfang November, Baruch. Israelit aut Frankfurt. Zu Selbstmordversuchen zum vollendeten Selbstmord getrieben im Konzentrationslager Stadelheim bei München: Ende April, eine Frau unbekannten NamenS; im Konzentrationslager Sonnenburg: i April. Recht»anwalt Dr. Han» Litten, Berlin; am 11. August, politischer Funktionär au» Frankfurt a. O.; Mitt« September, drei Manner, Pater und zwei Sühne, unbekannten Namens. In den Wahnsinn getrieben: Im Konzentrationslager Sonnenburg: Studirnrat Dr. Tackel, Stettin. Im Konzentrationslager Sonnenburg gehört e» zu den übliche« sadistische« Quälereien, daß die in hockender Stellung sich vorwärtsbewegenden Häftlinge von den sie überwachenden SA- Leuten mit Nadeln. Nägeln und spitzen Eisenwerkzeugen in dav Gesäß und di« Weichteil« der Geschlechtsorgan« gestochen werden, um sie zu größerer Eil« amuspornen. ES gibt ISN«, in denen Häftlinge, deren Körper fportaestäblt sind, in der Nacht in ihre« ZeNen von SA-Leute« ausgesucht werden; sie müllen ihr Glied entblößen, sie müssen onanieren und werden vergewaltigt. In den deutschen Konzentrationslagern schmachten heute Zehntausende, unter ihnen namhafte frühere Politiker, Schriftsteller und Gelehrte. deren Kräfte zu versagen droben. Wir sind davon überzeugt, daß die Aussagen der Zeugen der Wahrheit entsprechen. Wir halten«» für dringend notwendig, unsere Untersuchung fortzusetzen, neue Zeugen zu vernehmen, all« erreichbaren Dokumente zu sammeln. sie auf da» genaueste zu Prüfen, grgenüber- zuftellen und zu vergleichen, damit wir in der Lage sind, so schnell wie möglich einen zusammen» fassenden Bericht, in dem unsere definitiven Beschlüsse in vollst« Objektivität enthalten sind, zu veröffentlichen. Da» fünkqlirdrig« Präsidium der Untersu- chungSkommission setzt sich zusammen auS: Iran Labv-Hollebeaue, Professor der Sorbonne Paris al» Vorsitzende und Mareel Prenant. Prof, der Pacult« de» Soi«nceS, Dari» al» Schriftführer (beide für Jrankreichl. Lord Marlev. Bize-Präsi- derrt de» rnalischen Oberhauses kssir Englands. Senator La Gossette, New Park(für Amerikas und Dr. Ernst Lebenhart, Advokat, Prag (für di« Tschechoslowakei). Dessauer wieder verhaltet „Zum eigenen Schutz." München-Gladbach, 17. Dezember.(Wolff.) Professor Dr. Dessauer, der nach Schluß der Bc« weisaufnahm« im DoMverrinSprozeß am Freitag auS der Untersuchungshaft entlassen worden war, sst nunmehr zum eigenen Schutz wieder in di« Haft genommen worden. Wir früher, ist er wegen seines kränklichen Zustande» jetzt wieder im Evangelischen.KrnnkenhauS untergebracht. Vie Niedre Arbeit München, 18. Dezember. In einer Bissa in der.Haupsstvaß« Ober-Monzing sst ein« Geheimdruckerei aufgehoben worden. U. a. wurde«ine eben fertiggestellte Funktionärschrift beschlagnahmt. Der Hersteller der Schrift und die Besitzerin de».Hauses wurden festgenomnicn. Gegen beide wird Anzeige wegen Vorbereitung zum Hochverrat erstattet werden. AD heute Budgetdebatte im Senat Trauerkundgebung für Svrhla Prag, 18. Dezember. Die heutige Senats- fltzung wurde vom Borsitzenden Dr. Soukup, der sichtlich tief ergriffen war, mit«in«r würdigen Trauerkundgobung für den v«rstorb«mn Dr. övchla eingeleitet. Zu diesem Akt hatten sich die Minister fast vollzählig mit dem Ministerpräsidenten an der Spitze eingefutchrn. Zum Zei- chen der Trauer wurde die Sitzung dann für eine Viertelstunde unterbrochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung, die in der Hauptsache der Vorlage de» AuSschußbcrich- t«S über das Budget diente, wurden die weitere Verlängerung de» provisorischen AutogefetzcS auf ein halbes Jahr, die Errichtung von Steucrveiwaltungen in der Slowakei und Karpathorußland sowie die Verlängerung deS Hopfenabkommens mit Deutschland ohne Debatte genehmigt. Zum Automobilgefetz wurde eine Resolution angenommen, in der di« Regierung ersucht wird, rechtzeitig vor dem abermaligen Ablauf deS Provisorium» ein definitives Automobilgefetz vorzulegen. Ferner wurde di« Auslieferung deS Senator» Foit beschlossen, dir wegen de» Vergehen» der Beamtenbestechung vom KreiSgericht Prag verlangt worden war.— Bei einer Offerteröffnung, an der sich auch Foit(der Besitzer großer Steinbrüche) beteiligt hatte, wurde in dem Offert Foit» ein Kuvert mit 1500 iü in Banknoten gefunden. Foit hatte feine Auslieferung selbst beantragt. M morgen 0 Uhr beginnt die Budgetdebatte, die voraussichtlich bis Donnerstag dauern wird. Am Frritag sollen dann die restlichen Vorlagen, di« inzwischen da» Abgeordnetenhaus noch fertigstellen wird, auch vom Senat noch verabschiedet werden. Ule nenielniront- ein hakenkreuz- lerlsdier Tornnntfsversndi Wenn c» noch eine» Beweises bedurft hätte, daß die Partei deS.Herrn Henlein nur deshalb gegründet wurde, damit die ftrdetendeuMen Fafcistcn sich nach wie vor im gleichschalterischcn Sinne politisch hetä igen können, so kann er jetzt erbracht werden. Da erscheint in Dresden eine Zeitschrift de» ,Mxif« andern aber dann in sei'm Schloß fertig geworden..." „Urib nachher iS der Fürstbischof wieder nach Würzchurg?" ,Ja. und wie! Da I» dann grpßa» Gericht gehalten wor'n in Dür»burgund im ganzen Herzogtum Franken. Bon den Würzburger Bürgern, die mit den Bauern g'halten ham, sin gleich zwei geköpft wor'n. E ganze Anzahl ham sie em- ?'sperrt in Grasen-EckartS-Turm. Fünf davon am später noch ihr'» Kopf verlor'», und di« andern ham bö» blechen müssen, eh' sie wieder rauSkommen sin. Der Fürstbischof Conrad iS im.Herzogtum Franken rumgezogeu, und überall hat'S Geldstrafen, Brandschatzungen und Todesurteile gegeben. Mahr wie zweihundert Hin- richtungen... Mit dem Bauernkrieg war's bald drauf überhaupt aus. Di« Fürsten und Herrn ham mit ihren geschulten und gut beivafsneten Heeren die Bauern überall niederwersen können, und dann l>am sie blutige Roche genomnien. Erreicht ham die Bauern damals nix. Dreihundert Jahr hat's nach gedauert, bis e» wieder frei« Bauern gegeben hat.. fi Haus der ebenso wie Grell, aufmerksam und gospannt zuaehört hatte, denn so haben sie beide >n der Schul« den Bauernkrieg nicht dargassellt bekommen, dachte jetzt wieder an da», was ihm Baler Cornelius über da» mittelalterlich« Kaspersspiol mitgeteilt haft«. Jetzt wurde ihm alles noch viel besser verständlich..Während sic den Festungsberg hinunter ins Mainviertel stiegen. erzählt««r den andern, wo» er vom Vater über den mittelalterlichen Kaiperl wußte. Dan« sprach«r auch von leinen Plänen für die Modernisierung de» Kafperlspiel». Franz macht« sich lustig darüber, aber di« Äretl stimmt« Hans zu. „Das müßt doch geh'«, daß neuer« Sachen Im Kasperltheater g'spieli wer'»", meint« sie. ,^)ch laß mir'» auch noch weiter durch'« Kopf geh'»", gab Han» zurück.„Vielleicht bring ich'» z'samm, daß ich selber neu« Kasperlstücke »wch...* Sie gingen auf der Mainviertelseite nwin- abwärts und dann wieder über d« Neue Brück«, damit si« Vater Hein nicht begegnen, wenn der vom Lass Hirschen heimwärts geht. Si« hätten sonst leicht am Bierröhrenbvunnen oder in der Karmelitergasse mit ihm zusammcntveffen können. E» wurde noch vereinbart, daß man sich jeden Samstag nachmittag treffen wolle. Damit aber da» Fortgehen der G«Ü nutzt auffall«, sollte si« immer sagen, si« mache mit Franz zu- famulcn einen Spaziergang. Da» würde nicht tveiter auffallen, weim sic mit ihrem Bruder fortging«. Vater Hem sitzt ja am SamStaa nachmittag ohnehin immer im Hirschen, da wurde er schon nicht» merken. * So ging der Monat Dezember hin. Weih- nachten wurde gemeinsam bei der Großmutter gefeiert. Da» neu« Jahr 1914 hatte begonnen, und Han» schmiedet« bereit» Plan« für seine neuen Kasperlspiele. An einem Samstag Nachmittag, al» Han», Grell und Franz wieder ihren gemeinsamen Spaziergang unternahmen, sprachen si« von Lene, deren Zustand sich ja jetzt nicht mehr verheimlichen ließ. Grell meint«, ob man nicht doch noch cimnal mit Rudolph Groß sprechen sollte. „Ich kenn ihn ja garnft!" gab Hans zunick. „Aber Franz keimt ihn doch, der war ja im TanzkurS mit ihm zusanrmen." „War soll ich denn mit dem feinen Pinkel reden.. „Ob er sich'S nit überlegt hall', und ob er die Len« nit dvch noch heiraten wollt..." HanS wurde unwillig, „Da» hat doch kein' Sim:! Wa» gab denn daS für e Heiraterei, wenn man ihn dazu zwingen oder etft überreden soll. Da muß man doch auch die Len« fragen, ob sie den Groß überhaupt noch mag." Da» war mich Framen» Ansicht. DaS einzig«, was man mit dem Groß besprechen könnte, wär« di« Geldfrage. Er müßte doch für die Kosten der Entbindung aufkommen und für da» Kind den Unterhalt bezahlen, wenn es einmal da wäre. Da könnte man ihn abends einmal, wenn er auS'm G'schäft kommt, abpassen und mit ihm reden. Franz wollte mit.Han» hingehen und ihm den Groß zeigen. Damll war Han» einvcrstandeir. Er wollte aber vorher die Len« noch fragen. Am nächsten Tag brachte Han», al» er mit Lene allein tvar, di« Sprache auf ihre zu erwartende Niederkunft. Er hatte bi- dahin wie mit Lene über die Sache gesprochen und betont« auch gleich, daß er ihr nicht etwa Dorwürfe machen wolle. Er möchte sie nur einmal fragen, wie sie jetzt mft Rudolph Groß sich«, und ov sie ihn eventuell heiraten wolle, wenn Groß jetzt sich eines besseren besonnen haben sollte. Leu« sagte ohne Besinnen: „Nä, ich mag ihn nimmer! Der hat sich so schofel benommen. Ich will überhaupt nix mehr von ihm wissen!" „DaS hab ich mir ja gedacht. Aber deswegen muß er doch sei Pflicht tun. Die Einbindung kost Geld, und's Kostgeld bei der Tante in Kitzin- gen muß er mich bezahlen." „Am liebsten wär mir'S, wenn ich gamix mehr mit ihm zu tun hält." „Da» kann ich ja versteh'», Lene. Aber so dick ham wir'» Geld ntt, noch dazu fetzt, wo bte Mutter krank iS. Du brauchst dich ja mich garnit drum kümmern. Ich werd mit dem Groß reden und alle» in Ordnung bringen." Dabei blieb'S dann. Am nächsten Freitag ging Franz abends mit.Hans zusammen zum Kaufhaus Tcisser. Sie warteten am Personckl- auSgang. Al» Groß hevauSkam, sagte Franz: „Das iS er, der Lange dort mit dem Spazierstock-" .Haiw ging auf Groß zu und sprach ihn«m: lFortjetzung|olgt.) Rt M DicnStag, Ist. Dezember 1888 Seit« 8. Hmi grolle Verteidigungsrede Der Wortlaut der großen Verteidigungsrede DimitrorvS wird erst jetzt bekannt: Zunächst sichert sich Dimitrofs seine» prozessua- len Redeanspruch, der ihm«wch zusteht Er berust sich auf 8 208 der P rozeßordnungdeS Reichsgerichts, wonach die Reichsanwaltschast auf die Erklärungen der Angeklagten zu antworten hat, denen dann noch ei» Schlußwort zu steht. „Verehrte Ankläger, verehrte Verteidiger!" fährt Dimitrofs fort, um sich vor allem darüber zu beklagen, daß er sich im Prozeß selbst verteidigen müsse. Er erwähnt ein Schreiben, daS er am 28. September kurz nach DerhandlungSbeginn an den Vorsitzenden gerichtet hat. Er bedauert, daß es durch fein Verhalten zu Zusammenstößen gekommen sei, betont aber, daß er sein Fragerccht nicht mißbraucht hab«. Da der Staatsanwalt seinen Kopf forderte, mußte er sich verteidigen, zumal neun von ihm oorgeschlagene Wahlverteidiger abgelehnt wurden. Dimitrofs betont sodann, daß er zu Dr. Teichcrt persönlich kein Mißtrauen habe. Unter den heutigen Berhälinisicn könne er ihm aber auch kein Vertrauen enigegenbringen. Er wolle seinen Mitangeklagten Torgler nicht kränken Ehe er aber den Freispruch einem solchen Plö- doyer verdanke, wie es Dr. Sack gehalten hab«, wolle er sich lieber" vrrurteiien lasten. Dimitrofs hebt hervor, daß er vom ersten Lag an in diesem Prozeß niemals die Unwahrheit gesagt habe, daß sein Austreten und seine Haltung vor dem Reichsgericht in gcivistem Sinn propagandistisch gemeint war, gibt er zu. Sein Zweck war, iedem Arbeiter und sebem kleinen Angestellten in Deutschland vor Auge» zn führen, daß Dimitross. Poposs, Lauess and Torgler mit der Reichstagsbrand« st i s t u n g nicht» zu tun baden. In seiner Heimat Bulgarien glaube das niemand, auch seine schlimmsten politischen Gegner nicht. Dimitrofs betont, daß er e» verstehe, wenn er in Deutschland als kommunistischer Politiker beschimpft werde. Verteidigung seines Volkes Das halte er für ganz sclbswerständlich. Woran er aber nicht vorübergchen könne, sei die Tatsache, daß in ihm Irin eigenes Volk angegris» ten werde. Er werde als rabiater Bulgare, al» dunkler Balkanmann bezeichnet. Die bulgarische materielle Kultur stehe allerdings hinter der mancher anderer europäischer Länder zurück Geistig und kulturell stehe aber Bulgarien auf voller Höh«. Ein Volk, da» 500 Jahre fremdes Joch ertragen und seine Rationalität dabei nicht ausgcgeben habe, rin solches Bolk sei nicht rabiat. Der bulgarische Fascismus sei allerdings rabtat, welcher FasciSumS lei das aber nicht? Hier unterbricht der Vorsitzende: Sie dürfen keiue Anspielungen aus Dentschlaod uwcheu. Dimitrofs führt dann aus, daß die KPD kein Va banque-Spiel getrieben und auch keinen Aufstand gegen Hitler vorbereitet hat, well sie sich um diese Zeit schon in der Illegalität befand. Auch die in. Internationale habe keine revolutionären Instruktionen herauügegeben. (Anmerkung der Redaktion: diese Darstellung bekräftigt allerdings die an anderer Stelle widergegebene Meinung des Genosten Stampfer, daß Moskau gar keinen ernsten Kamps gegen die Machtergreifung Hitlers wollte, weil es aus dem Standpunkt« stand, daß man durch den Faszismus zum Bolschewismus kommen müste.) AIS Dimitrofs sodann die Vorgänge bei der Machtergreifung Hitlers schildert, unterbricht ihn der Dorsitzeirde mit der Bemerkung: Sie scheinen über dir deutschen Vcrhällniste aber gut orientiert zu sein. Dimitrofs:„Daraus können Sie keine Rück- schlüste gegen mich ziehen. Ich bin noch bedeutend bester iwer di« Verhältnisse in Nord- und Südamerika informiert. Aber wenn heute in Paraguay ein Zug entgleist, dann kann ich nicht» dafür." Im Saal entsteht Heiterkeit bei diesem Vergleich, der dartun toll, daß Dimitrofs mit dem Reichstagsbrand nicht» zu tun hat Dann setzt er aber feine» Gedankengang fort, zu westen Vorteil der Reichstagsbrand gereicht hat. Die innere Spannung bei den Rechtsparteien fei in Regierungskreisen al» eine Gefahr empfunden worden. Uni so mehr hab« Veranlagung bestanden, die drohende Einheitsfront der Arbeiterschaft zu sprengen Dazu war eine Maßnahme wie die Notverordnung vom 28. Feber erforderlich. Man brauchte aber einen Anlaß dafür. De» Anlaß bildete der Reichstagsbrand. Bei den Ausführungen nach dieser Richtung schneidet der Vorsitzende ab. Dimitrofs geht daraufhin zu dem Thema van der Lubbe über, an besten Allelntäterschaft er nicht glaubt und den er als deklassierten, rebellischen Lumpenproletarier bezeichnet. „Mit so einem mißbrauchten Werkzeug sollen wir, soll Torgler, der Vorsitzende der konununistischen ReichSlagSfraklion zusammengcarbeitet haben?" ES sei höchst bedauerlich, daß dir eigentlichen Täter nur dort gesucht wurden, wo man wußte, daß sie nicht zu finden Ware», daß«an aber den wirk- lichen Spuren nicht uachging. Als er schon von dem Vorsitzenden wicder- holt mit der Drohung der Wortentziehung unterbrochen wird, formuliert Dimilross abschließend keine Forderungen. Er Verlangt Freispruch der drei Bulgaren»ich TorglerS wegen erwiesener Unschuld und eine Entschädigung sür die unschuldigen Angeklagten. Neuer Konflikt um die Ostchinabahn Scharte Note Raßlands an Mandsdinhuo Daö Tczcmberhcst der M Iribiine M ist soeben erschienen und enthält folgende Beiträge: Denzel Jaksch: Arbeiterfront gegen Henlein-. front. Emil granzel: Da» Problem der National« Verteidigung in der Tschechoslotvakei. L B.: Der Kriegsausbruch muß verhindert werden! Joses Hofbauer; Di« unmögliche Kontrolle. Dtstdtr Hort: Bemerkungen zur Taktik. Paul Szrnd«: Gedanken über die Planwirtschaft. Otto Friedrich: Masarhk und de Man. Th. Wellwog: Bücher von heule sür morgen. Bemerkungen. Bücherschau. PestrNungen sind zu richten an die Vertrauens- stute, Parteisekretäre, Schnftenadteilungen und Volksbuchhandlungen oder direkt an die verwaUung der„Tribüne". Prag H„ Neküzanka 18. Knltnrgemclnscholl mit Hunnen? Am 8. Dezember hat der neue Vorsitzende det Deutschen ÄuSlandSinstituteS in Stuttgart, der nationalsozialistische Oberbürgermeister Ströl in, die Geschäfte des DAI in„feierlicher" Sitzung übernommen. Dabei richtete er eine Kundgebung an die Deutschen innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen, die nicht unbeantwortet bleiben darf. Er sagte nämlich: „Und De»lschen von heut« ist der Begriff b«S DotkStums«ine seelische, geistige und kulturell« W«s« n S g« m e i n s ch a f t, die sich über alle staatsbürgerlichen Unterschiede mW räumlichen Grenzen hinweg auSdrückt in der Gemein sam kett von Sprach« und Blut, Kultur und Sitte". Freilich verfertigen die heutigen Herren über Deutschland ihren geistigen Unflat in der Sprache, in der Kant dachte und Goethe schrieb, streilich schreiben ihre Zeitungen deutsch. Aber di« Sprache, die die wahren Deutschen leider mit den Hunnen gemein haben, ist chnen nicht ein Ausdruck der von Herrn Ströliu gemeinten AcsenSgemcinschaft, sondern im Gegenteil daS Mittel, durch daS sich Kulturdcutsche am sichtbarsten und eindringlichsten von den Strdlins der Herren Hitler und Goering distanzieren. Tie Deutschen außerhalb des Reichs lehnen es ab, zur hunnischen Kulturgemeinschast gezählt ril werden, deren Merkmale Konzentrationslager, TA.-Terror und«ine sich Mördern beugende Justiz sind. Wenn die Herren Strölin in Deutschland daS Wort Kultur hören, entsichern üe ihren Revolver. Wenn sie um die AuSlandS- oeutschen werben, dann sprechen sie von deutschem Geist, den jede ihrer Handlungen verleugnet und schändet. Dies« Rede StrölinS verpflichtet die wahren Deutschen erst recht, ihre Stimme zu erheben und in der Sprache Goethes der Welt zu künden, daß sie die Forderung des Herrn Strölin erfüllen wollen:„BolkStum darf Volkstum niemals im Stich lassen." Eben darum kämpfen wir ja sür die unterdrückten Volksgenossen, eben darum haben wir den Knechtern der deutschen Nation Todfeindschaft geschworen. Tas D21J. will nach den Worten des Herrn Strölin den Ausländsdeutschen geistige» und sittliches Rüstzeug geben. Offenbar w'rd dies Rüstzeug in den Konzentrationslagern und aus den deutschen Gerichten, rnsbcsondere auf dem Reichsgericht, geschmiedet. Wer aber ein Deutscher ist, der bedankt sich bei Herrn Strölin herzlichst für die schlechten Absichten des Auslands-Instituts. Deutsche Kulturgemeinschast ist eine schöne Cache, wir bekennen uns zn ihr. Aber die Hunrien und ihre StrölinS haben mit ihr nichts zu tun. Und darum können auch wahre Deutsche mit den Hunnen nichts zu tun haben. DaS LiebcSwerben des Herrn Strölin um die Deutschen im Ausland beweist nur, daß die hunnische Pest immer mehr auf ihrcu Herd beschrankt bleibt. Uin das Bekenntnis zur deutschen Kultur braucht man nicht zu werben: das Werben um das Bekenntnis zur undcutkchen Pest deS FasciSmuS aber wird erfolglos bleiben. Goethe ist in unserem Lager, nicht in den« Hitler»! Nlnderheitsrcglernng in Spanien Madrid, 17. Dezember.. Der Führer der radikalen Partei Lerroux ha in der Nach! auf beute sein Kabinett gebildet. Außenminister.st Pita R o m« r o, Kricgsininistcr Martinez B a r- rioS, der zurücklretende Ministerpräsident, und Minister deS Innern Rico Avello. Tas neue Kabinett ist ein Minorilä Skabinctt und stützt sich hauptsächlich aus die radikale Partei. Von den übrigen Parteien sind im Kabinett nur di« republikanischen Demokraten dirrch Justizminister Alvarez Balder vertreten. Ander« Minister, di« nicht Mi glied«r der radikalen Par- tei sind, vertreten im Kabinette keine politische Partei, sondern sind nur für ihre Perlon m daS Kabinett eingcireten. DaS neue Kabinett wird sich Dienstag dem Parlament vo«stellen. Chabarowsk, 17. Tawmber. DaS Prcßbüro dos Cowjetvcvbandes meldet: Der Generalkonsul von UDSR in Charbin Clawuzkij sandte dem diplonlatlschen Vertreter von Mandschukuo Schiljufben«ine Erklärung, worin er erklärte, daß der Betrieb der Ostchmesischen Bahn in der letzten Zeit unter dem Zeichen ununterbrochener Verletzungen der Beiriebsreglemcn S vor sich gehe. Es ereignen sich lieberfälle der Züg«, Zerstörung der Bahnanlagen, Ermordungen von Bahnagenten und Raub deS Bahneigentums, wobei die Mandschubehörden nicht nur nicht hinreichende Maßnahmen zum Schutz der Lstchinesi. lchen Bahn ergreifen, sondern direkt an der Be- sichödigung der Ei'enbahn und an d«r Schädigung der Rechte de» Sowjetverbande» teilneh- Wer sagt Ule Wahrheit? Die Zahl der Arbeitslosen wird in Deutschland auf Ende November mit 3,714.000 angegeben. Es wird amtlich gesagt, die Zahl st.« in der zweiten Novcmberhälfte um annähernd 62.000 mrückgcgangcn. Ein Teil der Arbcttsschlacht sei bereits gewonnen. Zur gleichen Zeit, in der der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Worte«: höchsten Stolzes verkündet wird, schreibt die Essener„dtationalzcl- tung", hinter der Herr Goering steht: „Unser deutsches Volk kämpft seit Frühjahr um Arbeit. Aber a« di« s e q ü M i l t i o« neu im Reich sind noch nicht in den Produktionsprozeß eingeschaltet..." Sind es drei oder sechs Millionen, die keine Arbeit haben? Im Propaganda-Ministerium scheirrt was nicht zu klappen! klne antlsozlallsilscbe Oreuehnehlnng In großer Aufmachung berichteten gewisse bürgerlich« Zeitungen über eine angebliche „große sozialdemokratische Korruption" in Wien. Darnach soll der frühere OblNar»«« der gastgewerb- lichen Krankenkasse 500.000 Schilling für s o- zialden«akratische Parteizwecke verwendet haben. Er und eine Anzahl Komplizen sei«« verhaftet tvorden. Die iPiener„Arb.-Ztg." vom 15. Dezember erklärt hiezu dezidiert: „Die Sozialdemokratische Partei hat niemals einen Groschen do» einem Gehilfenausschuß oder einer Krankenkasse bekomme». Insbesondere hat sie weder von dem Grhllsen- men. Slawuzkij verweist auf eine lauge R«ihc vou Tatsachen in d«r letzten Zeit und sagt, daß all dies« Handlungen ein durcl^ach cs System wider- spiegeln. Slawuzkij fei«rmächtigt zu rrklären, daß alle Aeuderuugen des Reglements und der Ole'chäftSführung in der Leitung der Ostchinabahn, die.von mand'chnnsicher Seile eigcmnäch- iig und einseitig verwirklicht oder zu verwirk- lichen versucht tverde, von der Sowjelr-giernng als vollkoinmen ohne Rechtskraft be rächtet werden, die si« in keiner Meise binden und daß die Sowjetvegiernng es sich Vorbehalt, die Brr- gidtung der zugefügten Verlust« oder möglicherweis« noch Musügend«« Verluste nach Erhebung der genauen SehadenS'unnnc zu verlangen. ausfchuß»och do» der Krankcnkasie der gast gewerblichen, Angestellte» jemals eine Geldzn Wendung erhalten. Der ehemalige Obmann des aufgelösten Republikanischen SchntzbundeS, Abgeordneter Dr. Julin« Deutsch, erklärt, daß auch der ausgcröste Schutzbund niemals einen Groschen don einer Krankenkasse oder einem GehllfeuauSschuß erhalten hat. Die Sdionde der Närodni Politik« Wir haben am 28. Cttober hier darauf hingewiesen, waü für eine Schande eS doch sür die Besitzer des HanPtorganS der tschechifchcn v'han- vinisten„Narodni Politika" ist, daß dieser reichste Zeitungsbetrieb der Republik im Dienste der reichsdeutschen Chauvinisten der längst gleichge- schaltcten und deshalb hier verbotenen„Münchener Illustrierten Presse" daS getarnte Ersatzblatt„Illustrierte Presse" drucken. Die Plan- tagenbcsiyer der„Narodni Politika", die sich sonst täglich daS Maul zerreißen, wenn ein Tscheche in irgendeinem deutschen Dorf eine nichttschechi- sche Speisekarte vorgesetzt bekommt, dienen eifrig Herrn Goebbels. ES scheint nun, daß die Münchener Angestellten deS Goebbels sich für die Narodni Politika-Besitzer zu schämen beginnen, denn die neueste Nummer der Goebbelschen „Illustrierten Presse" trägt einen neuen Druckvermerk: B. Tittelbach, um den Anschein zu erwecken, es handle sich un« eine deutsche Druk- kerei Aber Goebbels druckt trotzdem auch weiterhin bei der„Naradni Politika", denit es gibt keilte Druckerei„Tittelbach", dagegen ist ein Drucker dieses Namen» als Faktor bei der„Narodni Politika" angestellt. PotlorcK gestorben Ein dann unserigen Angedenkens AuS Klagenfurt kommt die Nachricht, daß dort im 81.LebcnSjahre der pensionierte Feld, zeugmeister Potiorek gestorben ist. ES Wird viel« geben, die mit diesen« Namen keinen Begrissiilehr verbinden. Denn seit 1914 sind äst zwei Jahrzehnte vergangen und die damals m KindcSallcr standen, wissen kaum, wer Oskar Potiorek gewesen«st. Di« aber beit Krieg wissend und leidend mitcrlebten, werden, wenn der halbvergessene Name sie noch einmal aufstört und der Tod des Mannes sein Wirken in Erinnerung bringt, von dem Grauen geschüttelt werden, daS den Namen Potiorek umgibt. Die Erinnerung an den November und Deze«nber 1914 steigt herauf, an die Käinpse an der K o l u b a r a und den verlustreichen Rückzug der österreichischen Armee, bei den« sie nicht nur Zchntausende Tote und Ber- >vnnd«te, Gcsangcnr und Vermißte, Train und Waffen in großer Menge, sondern auch ein Stück ihrer alten Waffenehre zurücklirß. Vielleicht hat nichts so sehr wie die Niederlage der Oesterreicher an der Kolnbara den Glauben an die Niederlage einer Großinacht unter den verzweifelten Schlagen eines Keinen, aber heldemütigen Volke». * Potiorek ist in Dleiberg in Kärnten 1853 geboren worden. Er absolviert« die Geirie-Akademie und die Kriegsschule, machte in der alten k. u. f. Arme««in« glänzende Karriere, so daß er schon mit 55 Jahren Feldzeugmeister wurde, was di« höchst« in Frieden erreichbare Charge bedeutete. Immer wieder wurde er als Kandidat sür den Posten d«S General- tabschrsS genannt, er war«in Mann de» höchsten vertrauens und konnte ein« zeitlang sogar da» chwitrig« Problem meistern, zugleich bei Franz Joseph und bei dem Thronfolger Franz Ferdinand in Gunst zn stehe». tzlach dem Abgang Varesanins wurde Potiorek 1911 LandeSches von Bosnien. Bei den nationalen Serben war er furchtbar gehaßt, vielleicht weniger n-egen seiner Härt«, als wegen seiner symbolischen Stellung als Militärdiklator der Provinz, aus die Serbien Anspruch erhob. Im Juni 1914 oblag ihm di« Organisation des Thronfolgerbesuches in Sarajewo. Während die Manöver selbst zur Zufriedenheit Franz Ferdinands verlaufen waren, kam es an« 2.9. Juni bei dein feierliche» Einzug des Thronfolger» zu den beiden Attentaten. Tie Zentrakbehärden hatte«« Potiorek iin Stich gelassen und keinen genügenden Schutz für den Thronfolger beigestclll. Nur zwei Gendarme hatte inan ««och Bosnien geschickt. Aber Potiorek selbst sorgte gleichfalls nicht vor. Während 25.000 Mann Militär vor den Toren Bosniens standen, fuhr der Oberkommandant durch di«„Allee von Boinbenwcrfern". Das erste Attentat schlug fehl, das zweil« hätte gar nicht geschehen können,«venn PotiorekS Maßnahmen geklappt hätten. DaS Auto fuhr«ine falsche Route,- hielt plötzlich sind paar gerade dort, wo Princip aus der Lauer stand. Princip erschoß den Erzherzog und «sollte mit einem zweiten Schuß Potiorek töten. Dies« zweite Kugel erreichte aber die Herzogin von Hohenberg. In der Gunst Schönbrunns stand Potiorek gerade nach dem Gelingen deS Attentats sehr hoch. Be! Kriegsausbruch erhielt er das Kommairdo über die Valkanstreitkräfi« und wurde nicht Conrad, sondern unmitlelbar dem Kaiser unterstellt. So konnte er aus eigen« Fan st Krieg führen. Schon die ersten Käiupfe seiner Armee»(der 5. und 6.) waren verlustreich und unglücklich. Trotzdem begann er, als man die 2. Armee nach Galizien abtranSporlicrt hatte, eine große Ofefnsive, die bis an di« Kolubara führ««. Zuletzt konnte die 5. Armee noch Belgrad nehmen, das man bekan««tlich dem Kaiser zu seinem Jubiläum(2. Dezember),„zu Füßen legte". Nun holten di« Serben mit der Kraft der Berziveiflung zum Gegenstoß aus. Tie österreichische Arm«« war ohne Nachschub, ihr rechter Flügel hing in der Lust ui«d wurde umgangen, ihre Front war dünn und ohne Reserven. Geschlagen mußte sie slüchlen und nur Trümmer erreichten die Drina und die schützende«: aber nie zur Rechenschaft gezogen, während die Hof« bosnisch?«« Festungen. Potiorek«vurde nun abberusen kamarilla siegreichen Generälen, wie z. B. Aussenberg, au» Privalrache Prozesse anbängte. Potiorek war einer der letzten typischen Repräsentant e«« des alten Oeslorrcich: schlampig, wo«r streng sein sollt«, hart,«vo es der Menschlichkeit bedurft hätte, ohne Maß für das Erreichbare und vor allem— ohne Glück. Sein Fall war symbolisch. Als er ging, war Oesterreichs Ansehen aufs schwerste erschüttert. ES hat sich in« Grunde nie mehr von dem Schlag erholt, den Polioreks phantastische borniert« Strategie ihm bcigebracht hatte.(Fr. nie Ifotaslronhe des bolivianischen Heeres Asuncion, 18. Dezember. DaS siegreiche pa- ragnyanische Heer besetzte gestern die sechste bolivianische Festung in« Laufe von zeh«« Tagen. ES bandelt sich»n« die Festnng Fort Boliva. Der überraschende siegreiche Feldzug der paraguyani- lchen Truppeilabteilungen begann an« 7. Dezember mit der Einnahme der Festuiia Alliguata Puva. Seit dieser Zeit wurde«: 10.000 bolivianische Soldaten gefangen genommen; darnnter befinden sich 250 Offiziere. ch Montevideo, 18. Dezember. Gerüchtweise verlautet hier, daß Friedenspräliminarien einge- leitet worden seien, die dem Kriege zwischen Paraauay und Bolivien ein Ende bereitet hätten. Nach neueren Nachrichten hat Paraguay auf der panamerikanischen Konferenz in Montevideo einen unmittelbaren Waffenstillstand im Gran Chaco-Ko«rflikt vorgeschlagen. Vtttk 4. DlenStag, 1Ä. Dezember 1933 Nr. 282 T agesneuigkeiten IF Gagan, sm ein ebe»rfalls mis den 3totari«ts- Prag, 18. Dezember. Infolge einer kurzen Ausheiterung in der letzte» Nacht trat an vielen Orten des Staatsgebietes eine neuerliche Frostverschärfung ein. Die tiefsten Minima melden Die Unbelehrbaren. Die bürgerlichen Zeitungen stellen ganz vertvnndcrt fest, daß das Weihnachtsgeschäft, sowohl in der Hauptstadt als auch in der Provinz, alle Erwartungen enttäuscht habe. Die Warenumsätze am„Goldenen Sonniag" seien in keinem Fall größer gewesen als im Vorjahr, in einzelnen Branchen sogar weit geringer. Es wurden meist nnr billige Sachen verlangt und gekauft und nur Gegenstände, die zu»« Leben unentbehrlich sind. Damit sei der Beweis erbracht, daß von einer Besserung der Wirtschaftslage«richt gesprochen werden könne, fcm- dern weit eher auf das Sinken der Kaufkraft der Bevölkeru««g gcschlosscil werden muß.— Sachlich mögen diese Feststellungen zutreffen, der Ton aber,«««dem sie vorgebracht werden, ist unbegründet, denn die, welche heute am meisten über die venninderten Warenumsätze janrniern, habe«« sie zum Teile selbst verschuldet. Es ist nicht unbekannt geblieben, daß in« Jahre 1933 der Handel eine Drosselung der Regie auf Kosten der Nilgestellten vorgenom- nien hat, wie sie durch«richts gerechtfertigt werden kann. Löhne uild Gehälter wurden vielfach um 30 bis 50 Prozen: abgebaut, die Remunerationen werden nicht mehr ausgezahlt. So ist voll jenen Faktoren der Wirtschaft, die an der Erhaltung, wenn nicht gar an der Steigerung der Kaufkraft das größte Interesse haben müßten, durch falsche Kalkulation bedingt, das Lobncinkommen der Bevölkerung um Millionen herabgesetzt— und der Warenabsatz un« diesen Betrag gekürzt worden. Wenn ein Kaufr«rann heute noch den gleichen Umsatz erzielt, den er ein Jahr frü- hxr verzeichnete, dann verdient er auf Grund per durch die Herabsetzung der Löhne und durch Umstcigen aufrechterhalten. An den Un- fallSort begab sich gestern sofort eine Unter» suchungSkommissio» mit dem Staatsbahndirektor Dr. Revole an der Spitze. Eisenbahnunglück bei Warnsvorf. Ein Schwerverletzter, 16 Leichtverletzte. Prag, 18. Dezember. Am 17. Dezember fuhr der Personenzug Nr. 1311 in Rieder. Venedig überschwemmt. Rom, 17. Dezember. In Ober- und Mittelitalien dauert das Unwetter an. Schneefälle und ganz ungewöhnliche Kälte behindern den Verkehr. Die Autostraßen Norditaliens sind unbefahrbar. In Trrest liegt der Straßenverkehr still, da alle Straßen mit einer glatten Eisschicht bedeckt sind. Bei starkem Sturm ist die Temperatur auf vier Grad unter Null gesunken. Venedig ist durch eine Hochflut hcimgcsucht. Auf dem MarkuSplatz steht daS Wasser 1.4 0 Meter hoch. Die Insel Burano war durch den Sturm der letzten Tage völlig abgc- schnitten. ES gelang erst heute, die nötigsten Lc- bensmittel für die Bevölkerung herbeizuschaffen. Gehälter bedeutend geringeren Regie immerhin noch weit mehr als jm Vorfahre, hat er aber weniger, dann trifft ihn, der eine völl- ständig verkehrte Lohnpolitik«nitmachte, die Mitverantwortung an dem weiteren Niedergang der Wirtschaft und es fehlt ihm jede Legitimation zum Klagen. Zu beklagen sind vor allem jene, die als Käufer zu Weihnachten überhaupt nicht mehr oder dock) nur sehr geschwächt in Frage kommen. Dazu gehören wohl auch die A n g e st e l l t e n im Hastdel und Gewerbe, die bei gesteigerter Leistung heute ärmer fiub denn je. Es wäre viel besser, statt zu jammern, über die Ursachen des Rückganges der Wirtschaft nachzudenken, damit man sich endlich einmal in den Kreisen des Mittelstandes zu der Erkenntnis durchringe, daß nur kürzere Arbeitszeit und höherer Lohn die Kaufkraft heben, und den Umsatz, nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über auf ein Niveau bringen kann, bei dem der Händler und auch der Angestellte zu leben vermag. Soldat beraubt Geldbriefe. In letzter Zeit wurden die in der Kavallerieschule in Pardubitz einlangenden gewöhnlichen und Geldbriefe bc- raubt. Schließlich gelang eS de«n Direktor des Postamtes Bachman gemeinsam mit der Pardu- biher Gendarmerie nrit Hilfe fingierter Sendungen kanadischer Banknoten und unter Mithilfe der Pardubihcr Bankfilialen den Täter zu entlarven. Es ist ein Soldat der Hilfsschwadron der Kavallcricschule, der die Postsendungen holte und sie dann beraubte. Zuschriften militärischen Inhaltes ließ er unberührt. 8imvik wurde verhaftet. Schwarzbrennereien im mährischen Grenzgebirge. Die Steuerbehörden in der H a n a k e i I führen seit längerer Zeit einen Ausrottrmgskamps WNle in Frantreilh! Paris, 18. Dczcnibcr. Nachdem in bett letzten Tagen hier die Temperatur gestiegen war, sind in Frankreich neuerdings große Fröste zu verzeichnen. Aus den« Departement Haute-Maune wird gemeldet, daß Wölfe einige Dörfer überfallen hüben. Dieser Fall hat sich hier seit Menschcngedcnkcn nicht ereignet. Sin Notar erschießt zwei Einbrecher. UShorod, 18. Dezember. Nach einer telegraphischen Meldung der Gendarnreriestatio» in Salanky iin Jrsavaer Bezirk, in Karpatho- rußland, drangen am 16. Dezember um 80 Uhr abends m die Küche der Wohnung des Notariatssekretärs P o p o v i 5 in Kalankh ztvei verkleidete «md im Gesicht geschwärzte Männer ein, di« drei Dienstboten in der Küche bedrohte»«. Aus den Hilferuf des Dienstmädchens kain ihr der Noba- riatsstkvetär Popoviö zu Hilfe und forderte die beiden Eindringling« aus, sich Z» legitiinieren, bekam aber feilte Antwort. Er zog eine Repetierpistole und eröffnete auf sie das Feuer, da er annahn«, daß es sich um Einbrecher handle, die «ms der Suche nach Gew seien, das gerade an demselben Tage an Steuern eingmg und das er bei sich hatte. Einer der«mbekanirtcn Man««er Unrrde aus der Stelle getötet, der zweite starb im Krankenhaus. Letzterer teilte noch mit, daß er Emil Radik heiße und Aushilfslehrer in golanky sei. Der andere, Stefan arbeitsloser Arbeiter 'Holanky. Sic wollten angeblich sekretär Popoviä Erschrecken". Sin ausgewachsenes Krokodil im Anschauerraum. Perugg'a, 18. Dezember. lTtefam.) Bei einer Vorstellung, die hier ein Fakir veranstaltete, der Tier« hypnotisierte, siel ein 5 Meier langes Krokodil von der Bühne unter di« Anschauer. Es entstand ei« große Verwirrung>ind Panik, dock« gelang es dem Personal des FakirS, sich des Krokodils zu bemächtigen. Dir Vorstellung nahm dann einen normalen Verlaus. gegen Sclyvarzbreunereien, di« in» Gronzgebirge Nähren« in den Cinschichten zerstreut betrieben werden. In der vergangenen Woche fiihrten di« Behörden ein« von Erfolg begleitete Razzia an einigen verdächtigen Orten durch und entdeckten '»eben Schwarzbrennereien im vollem Betriebe nrit einer großen Meng« Spiritus. Eine «»»eiter« Razzia wurde in der Gegend von Ung.» Brod vorgenommen, wo ein« Schtvarzbrvunerei gefunden wurde. Die Steuerbehörden beschlag- nahmten überall die DestillationSeinrichtunoen >«nd Rohstoffe mit dein gebrannten SsrirituS, die sie vernichtet«»». Di« ertappten Schtvarzbreuncr wurden in die llntovsuchnugshast nach Ung.» Hradifcht eiugeliesert und gee»r sie daS Dtrufver- fahren eingeleitet. Gasvergiftungen bei einer Kindervor« stellung. Sonntag nachmi tags erlitten bei einer Theatervorstellung im Sokolgebäude in Brünn- stekoviee etwa zwölf Kinder durch einem Ofen entweichende©oie Vergiftungen. Tie Ret- tnngsstation des Noten Kreuzes, die an Ort und Stelle mit vier AmbnlanKvagen eintraf, gewähr'« den Kinder»» die erste Hilfe..Fünf von ihnen wurden ins Kranke Nl»aus überführt, die übrigen häuslicher Pflege belasten. Berkehrsförderung bei der Eisenbahn. Ein Leser schreibt uns: Am vergangenen Sonntag wollte ich nrit dem Sch»»ellz»»g 8.56 Uhr ab Prag Masarykbahnhof nach Aussig reisen. Aus dem Brett in der Absahrtshalle N>ar eine Verspätung von 15 Minuten angezeigt. Ms schon fast eine halbe Stunde über die fahrplanmäßige Abfahrtszeit verstrickien war, gewährte man den Reisenden IutÄtt zu de>» Wagen. Sie waren nicht geheizt, die Heizung funktionierte auch während der Fahrt nicht. Die Fahrgäste, die gehofft hatten, e« werde bei der halbstündigen Verspätung die', ben, erlebten eine Enttäuschung. Erst eine Stunde nach der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit verließ der Zug den Masarykbahnhof: Warn»» werden den Reisenden nicht die wirklichen Verspätungen bekanntgegeben? Warum gibt man ihnen»ich: Bescheid, falls sich unvorhergesehene Hindernisse ergeben? Warum heizt»man ine Wage»» nicht? ES wäre durchaus nichts dagegen einznwenden, wenn man sich bei den Reisenden unter Hinweis ans die Ursache der Verspätung entschuldigte und anch das Nichtfimktiomeren der.Heizung begründete. Fürchterlicher Tod eines Arbeiters. Ans der Koblenzer Brücke explodierte beim Abladen mm einem Lieferauto«ine Sauerstofflasche. Der Arbeiter Da»«»» wurde durch den ungeheuren Druck über 100 Meter hoch geschleudert»end stürzte dann in den Rh eilt. Schwer verletzt wurde er aus den Eisschollen geborgen, starb aber eine Stunde danach im.Krankenhaus. Ein Krematorium in Fischern. Sonntag vorinr-tags wurde in Fischern im Beisein der Vertreter dar staatlichen, städtischen und mttitä- röschen Behörden daS neue Krema-tvriurn in Fischern feierlich eröffnet. DaS Krematorium wird bereits morgen seiner Berweicdung»übergeben und in Gebrauch genommen werden. Der Entwurf des.Kreu»atoriums stammt von dem Prager Archstek en I»»g. Langhammer, cncSge- fikhvt wurde der Bau durch«in Konsortium Karlsbader und Fächern«r Bausirinen. Das Kre- matvriimr, das msgasarrrt 1,600.000 kü kostete, ist mit einem gang modernen EiiräschenmgSosen ausgestattet und wurde landeSbehörÄich bereits kollaudiert. „Adel Verpflichtet". Wie die„Sonn- und Mon-tagSzeinmg" erfährt, werden gegenwärtig in Oesterreich mehrere Träger aristokratischer Namen von Gerichts wogen gesucht. ES handelt sich um don durch seine Affären bekannten Grafen Lrrdwig Salm, der«vage»» einer Bankschuld gesucht wird und für den ein Kurator eingesetzt werde», mußte. Ebenso wurde fiir die Erben nach Ottokar Cgernin ein Kurator bestellt. Schwerer Unfall des Sohnes Dickens'. Dieser Tage wurde in London der einzige überlebende Sohn des großen englischen stioman- schvrststellerS Charles Dickens, Sir Henry! Dickens, schwer verhetzt. Sir Henry, der 81 Jahre alt ist, war Beamter der Stadt London und dem Lordmajor zu persönliche» Diensten zu- gc teilt. Er wurde von einem Motorrad u»n g c st o ß e n. Eint Schuftigkeit neben vielen. Tie iu der Arbeiterbewegung beschäftigt gesoesenen Männer nud Frauen hotten fick) für Kranklzei:, Invalidität rmd Alter e»»»e Unterstiihungsvereiniguirg geschaffen. Di« llnterstütz»»ng»bezieher bekamen »m Oktober eine Mitteilung, wonach di« llnter- stühumgszahlung fiir I»»v<«lide u»»d Alte emge- stelll wird. Keine Begründmrg, kein Hinweis, ob «vieder etwas zu erwarten ist. Tobei stehe»» der Kaste noch 4.5 Millionen zur Verfügung. Wo Werbt dieser Geld? Wandert es auch in den nriergründliche»» Topf, in den schon Aiillionen über Millionen geflossen sind? Eine seine Moral — und eine feine Nation! Nichts als Spitzbu>ben! Was ist da los? Am 8. Dezember wurde»» von der Berliner DerkehrSgesellschast 500 Angestellte entlasten. Sie brauchten an« darauf- folaeiibeu Sonnabend nickst mehr zum Dienst zu erscheinen. Die'Kündigungszeit wird bezahl'. Soll wieder Platz für die„alten Kämpfer mit der» Wlirtersporller, Achtung! In die G r u n d v e r s i ch e r u n g gegen Unfall sind nur jene Naturfreunde-Winter- sportler einbezogen, die den Winter-Sektionen angehüren und de»» Perwaltnngsbeitrag von einer Kro»»e(über 18 Jahren) oder 50 Heller(unter 18 Jahren), pro Mitglied und Saison entrichtet haben.(Siehe Beilage i»» der Mitgliedskarte, Sefte 9, Unfallversicherung, Pkt. 3„Die Ent- schädigungSleistung..." uilter b). Die Zusatzversicherung(Pkt. 19, b) der Un- fallSvcrsicherung, Seite 14) kann nur von Wintersportlern, die den Winter-Sektionen angehören, abgeschlossen werden lind sichert doppelte Leistungen. Brüsseler Bölizeichrs verhaftet. Wegen BestechUchkeit. Wetter Feostmttveeungr Rordveutfeftianv: üvee 2»«». Vom Rundfunk Empfehlenswertes au» den Programmen. Mittwoch: Prag: 12.10 Schallplatte:». 15.80 Zchallplatten. 18.30 Deutsch« 2 endung: Arbeltersunk: Dr. Lnill Franz«!: Aeitgemäh« Weihnachtsbetrach- tmig. Bericht vom A r b e i t S m a r k t. 19.10 Fran »öfifcher Sprachkurs. 19L5 Slowakische Bolksleder. 19.40 Die Welt in Umgestaltung. 20.05 Lrchestcr- feitjcr«.— Brünn: 15.40 Oiigendsuuk. 17.55 Schallplatten. 18.25 Deutsche Sendung: H. Ezischck: Weihnachtsarboileriendung. 19 25 Saxophonvorlräge. — Kaschau: 12.30 Orckwsterkonzerl. 17.00 Kinderstunde.— Preßburg: 1600 Nachmlltagskonzert- Wien: 15.55 Konzerisluude 18.10 Heilkräfte einheimischer Pflanzen 1900 W'nlerszclt.Funkorchestee. 20.05 Sinfowiekoiijert.— Helsberg: 18.25 Klavierwerke von Liszt.— Breslau: 22.85.Heiteres Nachtkonzert-• Berlin: 1900 Anton Brnckn-r: Vier'-' Sinfonie, gründ bei Warnsdorf auf de«» G ü t e r z u g, heute Laslav und Malacky— 22 Grad,' Böhm.- st 8383 auf. Zwei Waggons«nt» Bud weis, Poliöka und Nadlice— 20, Könitz» gleisten. Hiebei wurde ein Passagier grätz—19, Proßnih—18 Grad Celsius. Tie schwer und 16 Personen leicht ver- A»«släufer eines Tiefdruckgebietes über Nordruß letzt. Der Perkehr wurde bis heute 5 Uhr früh land haben jedoch in den heutigen Bormittags- «i««-»-» sturrden vielfach eine leichte Erwärmung und geringeSchneefälle gebracht. Nord- deutschland hat strichweise Sprühregen; an der Nord- und der Ostseeküste liegen die Tcm- pcraturen stellenweise etwas über Null Grad. In unsere«» Gebieten dürfte nunmehr eine Frost Milderung eintreten; ein stärkerer Zufluß warmer Luft ist jedoch zunächst noch nicht z»« erwarten, da der L»rftdr»»ck über dem größten Teil des Binnenlandes noch immer relativ hoch ist. Tie Temperatur in Prag betrug Montag um 8 Uhr früh miuuS 11.2 Grad Celsius, das Mini mum während der letzten Nacht betrug 13.1 Grad Celsius. Wahrscheinliches Wetter heute: Allmähliche Frostmilderung, ziemlich bewölkt, strichweise leichter Schneefall, im allgcmei-1 Jm A l p e n g e b i e t ist die Temperatur bis ncn jedoch keine erheblicheren Niederschläge. sauf 21 Grad unter N»»ll gesunken. Berlin, 18. Dezember. DaS Contibureau meldet ans Brüssel: Sine peinliche Ueberraschung erfuhren Sonntag abend» die Brüsseler durch die Nachricht von der Verhaftung deS Obersten ChefS der Polizei Angerhausen. Bereits im Lauf« der vergangenen Woche waren mehrer« Polizist«»« in Hast genommen worden, da sie durch «inen ihrer frühere» Kollegen namens Pau- wrlS in«in« BestechungSangeleaenheit vcrwik- kelt Ware». Pauwellö betrieb nach seinem Rücktritt einen Oel- und Benzinhandel. Sein Einfluß auf sein« frühere« Kollegen scheint so unheimlich gewesen zu sein, daß er mehrere von ihnen zu Gefälligkeiten und Bestechlichkeiten zu veranlaffeu wußte. Angerhausen, dessen Posten dem eines Nummern 1—100.000" geschaffen werden? Dabei hat man den Angestellten schon größere Ler- stunge«« auifgebürdct durch Verkürzung der Fahrzeit und der Pausen. Man will auf diese Weise Sie aus dein Verkehr gezogenen Wagen ersetzen. Mehr Führten, weniger Pausen, weniger Lohn — daS»st die ,/«M»1e" Seite des dritten Reiches. Dafür gibt eS aber bald—^straft durch Freude". Et«« Stadt ohne Trinkwasser. Di« Stadt Seestadtl im Bezirk Konwtair ist gegenwärtig ohne Trinkwasser. Infolge Wassermangels mußte die Wasserzuleitnng aus der Talsperre der Lobkowicz'schen Verwaltung in Neudorf eingestellt werden, so daß Seestadtl derzeit nur ans oäs Wasser aus der Biela und aus den Bergbau- Pingen angewiesen ist.(Pingen sind Einbruchs- löcher von außer Betrieb stehenden Stollen, die sich mit Wasser füllen.) Ein neuer Kandidat für da» Standgericht? Der 50jährige Malermeister Rudolf Kojsar gab Montag mittags auf die HallSbcforgcrin Elisabeth Theirnel, eine 34jährige Witwe, mit der er leit einiger Zeit ein Liebesverhältnis unterhielt, daS jedoch die Frau lösen wollte, einen Revol- vcrschuß ab>«nd verletzte sie sehr schwer. Hierauf setzte er den Revolver an seine Schläfe und drückte ab, doch scheint die Waffe versagt zu haben. Der Täter Ivurde vor seiner Verhaftung von den herbeigeeilten Nachbarn verprügelt. Kojsar wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt, der die Beurteilung darüber überlassen wird, ob der Fall vor das Standgericht kommen wird. Hingerichtet. In Düsseldorf wurde der Arbeiter Fritz Eükofier hingerichtet. Er hatte in» Feber d. I. eine 23jährige Dienstmagd erdrosselt.— Die beiden Attentäter, die das Attentat auf den König Nadir Khan von A s g h a n i st a n verübt hotten, sind zum Tode verurteilt worden. Zwei Mitschuldige erhielten lebenslängliche Kcrkerstrafen. Die Menge, die auch den Tod der beiden letzteren forderte,- versuchte die Gefangene» zu lyuchen, konnte aber von der Polizei daran gehindert werden. Die beiden zu'-n Tode Dcurteilten sind hingerichtet worden Ermäßigt« Rücksahrkarteu für die Weitz- nachts, und Neujahrstage»verden von den StaatSbahncn von Freitag, den 22. Tezem- bcr, bis Montag, de» 1. Jänner, an welchem Tag« die Reiie spätestens um 12 Uhr nut ogs an« getrete»»«verden mich, auSgcgcben. Für die Rück« fahrt«vcrdcn diese Fahrkarten von Freilaa, d"n 22. Dezember, bis Dienstag, den 2. Jänner, 'pätestcns 12 Uhr mit was Geltung haben.^Ferner werden ermäßigte Rückfahrkarten von« Freitag. der« 5. Iäinrer, bis S-onntag, den 7. Jänner, ausaegeben»verden. Dicie Kartei»«verden für die Rückfahrt von Freitag, den 5., bis Mvn- j tag. den 8. Jänner, spätestens 12 Uhr mittae? Geltung haben. Siebe» Personen bei einem Brand verletzt. Pardubitz, 18. Dezember. In der Nacht auf gestern ist wus bisher unbekannter Ursache bei der Firma Iarmct und Maly im Sägewerk in Moravany ein Brand cniSgcbrochen. An den Löscharbeiten beteiligten sich drei Feuertvehren, deren Arbeit dadurch ersckyvert wurde, da infolge deS Frostes die Schläuche rissen. Sie beschränkten sich daher aus die Lokalisierimg des Brande» u»»d darauf, die in der Nähe liegenden Häuser vor einem Uebergreise»» des Brandes ZU schützen, n«as ihne»r auch gelmrg. Die Säge bvomnte bi« aus den Grund nieder. A»»ch die Holz. Vorräte fielen dem Bra»«de zum Opfer. Da d-.e Besitzer in der letzten Zci-t ihre Bersicheruugen herabsetzten, ist der Schaden bedeutend. Während der Loscharbeiten wurden fieber» Perfoner« verletzt. Die Ursache des Brandes wird von der Geridarmerie nntersticht, da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, daß der Brand gelegt«vurde. Polizeipräsidenten entspricht, erlag ebenfalls de«.» Einfluß PauwelS. Nach mehreren Verhören durch den Untersuchungsrichter, die gestern und heut« stattfanden, legte Angerhausen das Geständnis ab, 10 Prozent von denjenigen Aufträgen bekomme»» zu haben, die er durch seinen amttichen Einfluß der Firma PauwelS zukoin- j nren ließ. Angerhausen gestand anch, daß er aus iErsuchen PauwelS Protokolle vernich- t e t habe. Wie man hört, sind die Beträge, di» i Angerhausen durch eine dritte Person einnehmen ließ, übrigen» fehraering im Verhältnis zu seinem Einkommen. DaS gegen Angerha»«sen eröffnete Verfahren wegen Bestechlichkeit wird vor dem Disziplinarhof durchgrführt werden. Rt. SW DknStag, IS. Dezember 1933 Seit« 3c Ser türkische Fünsiahrplan Das türkisch« DollSwirsschaftSminiskerium erbeitet an einem Wirtscha.f»splan, der im Bcr- ! triebe und Unternehmungen, insbesondere Hüt» lciklvesen mid Bergbau, Kohlen- und Petrolenm- irdermlg, die Tex ilüidustrie und die Zucker- fabriken. Der'Fünfjahrplan wird am 1. Jauner 1933 in Kraft treten, zit welchem Zeitpunkt in einigen großen Jndustrieuulrrnehnulngen, für welche im Laufe dieses Jahres aus der Dowjel- unioii die Maschinen geliefert worden waren, ihren Betrieb aufnohmen. ES handelt sich dabei vorwiegend nm die große Spinnerei in Kaysarie, in öer für den Anfang etwa 2000 Arbeiter Be» schäsiigring finden werden, sowie um du Kupser- gruben in Ergani, wo im nächsten Jahr mt! einer Belegschaft von 0000 Bergleuten die Förderung ausgenommen werden wird, sotvie um eine Reihe großer Zuckersabriken. Neu« Berösfenttichnngen der S.A I. Im Verlag der Statistischen Arbeiter-Jnterncnio» ml« erscheint soeben eine Bro"chüre nn er dem Titel„Nach der deutlichen Katastrophe". Sie ent- dält aus 82 Seilten den Wortlaut der Red« des Berichterstatters O to Bauer bei der Internationalen Konferenz der S.A.J. in Paris,«n der di« gemeinsamen Au'elzanmigen der Konferenz über die Aufgaben der internationalen Älbeitcrdotvegung im Kanrpf gegen de>r Falcis- imrS zusamme«gefaßt wurden. Die Broschüre eilthAt ferner die von der Konferenz gefaßten Beschlüsse, EiuMieiten über die Abstimmungen und die Liste der Delegier en und der Redner. Exemplare sind zu 30 Schweizer Centimes de'M Sekretariat der S.A.J., Postfach.Hauptbahnhof, Zürich, Schlveiz, erhältlich. Jüdisch« Solidarität. Dieser Tage saird in Litauen eine Konferenz der litauschen Juden statt, die beschloß, daß jeder litauischer Jride nach semen Kräfte", zum Fonds für die Unterstützung in Juden beitragen lverde, die durch die Vcr- solgung in Deutschland gelitten haben. Die Aktion erfolgt durch Se l b st be st e u« rn n g. end eS wird für diesen Aveck ein eigenes Komitee geschaffen. DaS Geld wird teilweise für deutschen Emigranten, welcl)« sich in Litauen ongesiedelt haben, teilt für die Kolonisation in Palästina verwendet werden. Dl« Konferenz spwch der litauischen Regierung ihren Dank tür hrn wohlwollendeit Stmidvunkt gegenüber der jüdischen Emigration aus Deutschland aus. Bestialischer Mord. In der Näh« de« Bahn- holet Schwarzkölln-Lautewerk wurd« Sonntag der Steinbrucharbeiter Reinhold Günter, der sich h, RoyerSwerda ein Filßballwet>t!p!«l angesehen halt«, ermordet aufgefunden. Ter Mord war auf bestialische Art verübt worden. Ter Landjäger«! gelang et. den Mörder in der Person d«S 21 Jahr« alten Flrifch«^ Wykrent zu verhaft««. Wykr«nt hat bi« Tat bereit- eingestanden und zugegeben, Sünter mit der Axt erschlagen zu haben. Er führt« bei seiner Vernehmung wirr« Reden;«S dürste sich um die Tat eines Geisteskranken handeln, da Aykrent bereits früher eiiuikit in einer Irrenanstalt untergebracht war. Geschäft mit Amerika. Ti« österreichische Firma Rostock und Bärlocher in Klosterneuburg erb'elt t-m Auftrag, einige Großbrauercien in Amerika zu errichten. Eine seltsame Geschichte. 0n der Nähe der litauischen Stadt ProlinksichkiS wurde ein Mann namens KlivlS mit einer schweren Schnßverlevung aufgcfilnden. Durch die Untersuchung wurde festgestellt, daß Klivis, der Vertreter einer Versicherungsgesellschaft, Geld zurülkhielt und dadurch in Echwier'gkeiten geriet. Er selbst hatte«in« Lebens- oersichernirq und dingte sich einen Mann, der ihn «schießen lallte. T«r gedungene Mörder erhielt auf einen ansehnlichen Betrag ausgestellt« Wechsel, so daß er nach dem Tod« der Versicherten eine Belohnung für sein« Tat haben sollte. Wer lernt mit? Dieter Aufruf ist an all« jene gerichtet, welche Lull haben, di« tschechische Sprache zu lernen, ohne hesür viel Zeit und Geld opfern zu wollen. Das Masarnk-Volksbildnngsinstilut in Prag Hal zur Erlernung beider Landessprachen Bolksferivkurse ringesüyrt, w«!»d Luftfeuchtigkeit, das Verhalten von großen und kleinen Mikroben in diesen Höhen — das sind nur einige der Aufgaben, die sich nach der» System-Haloane-DaviS-Ridge spielend lösen kaffen. Ein neuer Weg, der vielleicht auch einer Tages für die Stratosphären-Flugzeug-Fahrt nicht ohne Bedeutung sein wird. I. W. palien oer v-roinnrumenie unier neuen L-eoin-<— L. giingcn zu erklären sind, die durch die Bindung i siegen den Sauerstvssmangcl, gegen die Kalte, London, im Dezember. Die Welt steht vor einer Siratosphä- ren-Sensation, di« die größt« der Gegenwart werden dürfte. Im kommenden Mär; unternimmt der amerikanische Flieger Mark Edward Rivg« von England, aus einen Aufstieg mit einem offenen Ballon. Der Aufstieg erfolgt noch ganz neuen Prinzipien, die von den bekannten Autoritäten der Physik und d«S Taucherwesen-,“ I. S. Haldane und Sir Robert v i i, gefunden wurden. Die wiffenschaftliche Welt kann heute 1020. 1030. 1931. 1932. 1033 1. Löhne in der japanischen Tertilindustre richtig sind, dann können unsere Löhne nicht die Ursache für di« wirtschaftlichen Schwierigkeiten unserer Textilindustrie sein. An einer anderen Stelle veröffentlicht der „Textilarbeiter" einen Beitrag aus Rordböhmcn, der gleichfalls d'ie katastrophale Verschlechterung der Lage der Textilarbeiter zeigt. Bei drei Bezirks- krankenversicherungSanstaltcn in Rordböhmcn betrug die gesamte Lohnsume im Jahre 1020 urnd 300 Millionen Ke, im Jahre 1932 rund 120 Millionen Ke, so daß der Lohnverlust 180 Millionen Ke beträgt. Diese ungeheuere Summe in einem einzigen Industriegebiet ist ein schwerer Ausfall in der Kaufkraft der Masse» und kommt der gesamten Wirtschaft zum fehlen. In einem einzigen Bezirk NordböhmenS ist der durchschnittliche Arbeitslohn eines Versicherten iir den letzten Jahren wie folgt gesunken: der Meßgeräte an geschloffene Gondeln verursacht wurden. AlS Prof. Regener-Stuttgart im vergange- »en Jahr Mcffungen aus 30.000 Meter Höhe mH Ballons herunterholte, sagte Piccard auf einmal: „Ich glaube nur, wo ich selbst kontrollierte!" Ohne dabei z» bedenken, daß auch sein System Fehler ermöglichte, weil seine Instrumente teils in der Gondel waren lwie bei den Rusten und Scttlc auch), teils aber durch die 9iähe der Gondel, auch wenn sie draußen angebracht wurden, starker Beeinfluffung unterlagen. Ans diesen lleberlegnngen erwuchs das Projekte Haldane-DaviS. »Der Aufstieg soll int offenen Ballon erfolgen!" Mark Edward Ridge, der seit 10 Jahren im Flugwesen praktisch tätig ist, tritt zusammen mit der englischen Autorität Prof. I. S. Haldane und Sir Robert D a v i s an die Oefsent- lichkeit. Prof. Haldane leitete di« Vorarbeiten für die letzte Mount Everest-Expedition in bezug auk die Atcmluftversorgung und die physikalischen Auswertungen der'Höhcnmeffungen. Sir Robert Davis erfand u. a. den Atemapparat für N-Boote, mit dessen Hilf« eS den eingelchloffrnen Mitgliedern der Besatzung möglich ist, zur Wasseroberfläche zu entkommen, wenn eine Katastrophe daS Boot traf. Sie stehen mit ihrer ganzen Autorität ein für die Ernsthaftigkeit des Plans, den Mark Edward Ridge in folgenden Worten zusammenfaßt: „Der Ausstieg soll km offenen Ballon erfolgen. Als Startzeit nehmen wir März oder April an, wenn sich die Stürme über dem Kanal gelegt haben. Wenn der Aufstieg im nördlichen England „Wir steige» 40.000 Meier im offenen Ballon! 3m Mürz 1934. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) In demselben Bezirke hat sich die Zahl der beschäftigten Textilarbeiter feit 1020 ununterbrochen vermindert. Sie betrug durchschnittlich: .... 6.912 ... 6.419 ... 5.762 ... 3.909 Halbj.. 3.350 In diesen Zahlen spiegelt sich die ganze Ber- lendung der Arbeiterschaft und die Arbeitslosigkeit als Massen- und Dauererscheinung wider. Aber inzwischen liegen einige interessante'. Stunden. Ich henke, ich werde bei der Größe des- ins Auge gefaßten Ballons leicht di« 40.000 MrterzöNe erreichen. Ein paar hundert Messungen, die z. T. automatisch festgehalten, aber immer kontrolliert werden, ein Dutzend Expcri- mente mit kleinen oder großen Lebewesen— daS wird der Erfolg diese- Aufstieg- fern, bei dem alle Fehlerquellen nach menschlichem Ermessen ausgcschaltet sind!" Der„StratosphSreu-Anzug" gegen Sauerftoftmanzel und«Slte. Bisher verkrochen sich die Etratofphären- balloniste» in ein« gegen Kältewirkuugen gepolsterte Gondel, vermieden eS verständlicherweise sorgsam, sich der Stratosphärcnkälte auSzusctzen und machten ihren Aufstieg immer von dem Funktionieren der Saucrstoffvcrsorgung der Gondel abhängig. Diesmal wird cs anders. Sir Robert Davis baut zur Zeit an einem Irratofphärenanzug. Dieser Anzug erfüllt alle Erfordernisse: er schützt AHAAK Xrn« Ci AIIKOWatHtM ArtA AH hl A il*A I 4 A gleich! den fehlenden Luftdruck aus und gestattet frei« Bewegung zu allem. In der Fabrik des Robert DaviS in Lambeth hat man bereits einen Anzug auf 30.000. Meter Höhe den dort herrschenden Bedingungen in einer Versuchszelle au-gesetzt. Ridge stellt fest, daß der Anzug wundervoll wirk«, daß er höchstens ein wenig zu warm< sei, aber das werde sich in einer Höhe von 40.000 Metern vielleicht noch geben... DaviS, der in bezug auf Einzelheiten seines Wundcranzngs sehr schweigsam ist, sagt lediglich: „Ich habe in den Anzug Prinzipien verarbeitet, die bisber noch nie zu Patent gegeben worden sind!" Man darf diesen Stratosphärcn-Anzug wohl, in Anlehnung an die bisher von Davis gebauten der Schon zurück aus Nizza? Die aleichgcschaltetc Zeisschrift„Die Tal"— einst stand sic Schleicher nahe— nahm in einer ihrer letzten Nummern Aergerni« an den Salon- lowen des Dritten Reiche-, Vie sich noch und noch auf nobelste Art amüsieren, anstatt endlich jener „spartanischen Einfachheit" zu huldigen, von der doch laut Prvpaaandaministcrinm alle Millionäre in der„neuen Volksgemeinschaft" angeblich besessen sim>. Die„Tat" zitiert aus einer mondänen dciitschetl Modenzeitschrift folgende- Gespräch: .. aber wirklich, schon zurück aus Nizza? Oh nein, Bobby, diesmal waren wir sclbstvcr- sländlich nur in deutschen Modebädern, erst iir Norderney, dann in Baden-Baden, natürlich zur Golfsaison, daraus mit Onkel Charles acht Tage in Aarmisch, dann... Aber hat Dich nicht für den Winter Generaldirektor GanderSbusch ausgesordert, vich der holnngsrcise seiner Familie nach Aegypten au- zuschließen? Schon recht, aber bis dahin ist's ja noch Weilchen hin. Erst haben wir doch die große Saison in Berlin vor, ehe wir zur„Saison in Kairo" aufbrrchen... Allgemein: abwechslungsreiche Filme bringen auch die-mal wieder die Produktionsfirmen heraus. Hübsch, daß dabei daS neue vaterländische Moment so zur Geltung kommt. Schmissig gedreht, was davon bisher zu sehen war... Neber- Haupt: ganz daS Alte. Und ein Publikum in den Logen... nur erste Kreis«! Und nach der Premiere? Ich kenne Euch doch, Ihr Genießer...! Habt. Ihr wieder in Lolo« neuem Appartement Euren Premieven-Cocktail ge< schlürft? Oh, nein. Wir waren in der neuhergerichtcien Olympiabar. Dann flitzte» wir in Fred- nagelneuem Mercedes zu Dr. v. HrlmitiuS, Hollen ihn noch heraus. Er hat sich, da draußen irgendwo, eine reizende Billa gebaut. Eigene- Schwimmbad im Park(Architekt natürlich: Lesser und Eo.), große Hausbar. Totlorchcn war gerade auS Monte zurückgekommen. War auch nervös, etwa- zu versäumen von der neuen Saison hier. Wollen wir nicht mit ihm in Horst- Sechssitzer morgen zum Rennen nach KarlShorst? Frau von Wangenheim führt ihren neuen Rennskall zum erstenmal vor. Sir war übrigens kurz vorher in Indien... Ach Du, ich ginge lieber in den Klub Gckb-Lila. Da sitzt man jetzt so urgemütlich auf der neucn Terrasse und endlich bekommen die eS dort auch fertig, den Sekt aus richtige Temperatur zu bringen. Aber vorher würde ich gern noch bei OlchcwSky frühstücken. Er hat jetzt einen neuen Koch an- Paris. ! Mal auSprobiercn." : Ja! seufzt die„Tat"— diese„Fgchblättcr s der guten Gesellschaft!"- „Auf. schönem Glanzpapier, mit vielen au-ac- ' zeichnet reproduzierten Bildern nähren sie die Jllu- ’ sion, die Illusion der großen Welt,„der Gesellschasl" ' Umrankt von Reklamen für Sektmarkcn, schnittige Automodelle, erlesene Parfüms, kosmetische Salons 1 und RivicrahotclS(„Die Sonne Nizzas ruft auch ' Sie!"), unterstützt von eingehend kommentierten Modebildern(„den" slottgekleidetcn Herrn lassen diese Art Zeichner neuerdings gern in SS-Uniform lässig am Antoschlag lehnen) propagieren sic die Lehre vom Nichlsluerlum. Machen den„kleinen Mann" und noch mehr die„kleine Fran" vertraut > mit dem Leben und Treiben der oberen Zchn- i tausend." l Und am Ende denkt der Mitarbeiter der i gleichgcschallcteu Zeitschrift einen Attgeublick : ernsthaft nach, ein bittrer Geschmack kommt ihm in die Kehle, eine Erinueruilg au Propaganda» , reden gegen die„feinen Leute"(Reden, die allerdings vor dem 5. Mär; 1933 gehalten wurdeul packt ihn, und er schreibt: „Illusionen? Nein, sic sind wirklich noch da. e» ! gibt sie wirklich noch, diese Leute, die da Herumgeistern, herumplappern, ihr Amüsierprograinm ab- tanzen, abfahrcn, abreisen, abcsscn... Heute noch . nach einer Revolution, welche die Erringung einer deutschen Volksgemeinschaft ans ihre Fahnen ge- 1 schrieben hat. Wer treibt hier„Klassen- kampf von oben"? Diese Klasse, die heute noch I Klaffe ist, kämpft ihren Kanrpf nicht mit Blut und 1 j Eisen, nicht mit Barrikaden, sondern mit Blättern t aus Glanzpapier, mit Parfüms, mit Akliciiknrsen im Hintergrund. Noch immer tvagen sich diese Leute zu t zeigen. In ihren Salons, in ihren Klubs, ans den : Tribünen der Rennplätze, ans den Freitreppen ihrer » Schlösser, in ihre» Preinicrenlogen stehen sie und i s'tzen sic und machen In„Beziehungen", schieben sich in Posten, sichern sie ihre Pfründe und lassen das Geld entscheiden, überall." Ja— überall! Und vor allem auch in der „Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei", in der SA- und SS-Leitung, im Wirtschaftsrat und in der Führercliquc des erwachten braunen Reiches. Ter Verfasser des von>lns zitierten Eut- tüstungsrufcs tvird, wenn er sich nicht bald ein mondäneS Fachblatt vor den Mund nimmt, binnen Kürze in die Klauen des Zensors geraten. Wie darf er auch daS Wort„Klaffenkamps" nicderschrciben? Der Klaffenkamps ist doch eine Erfindung jüdisch-marxistischer Untcrntcnkbcii! Gewiß— Thyssen ist im Drittelt Reich Wirt- schastSdiktator, der hohe Adel hält über 60 nationalsozialistische Sitze im sogenannten Reichstag besetzt, die Hohenzollernprinzen huldigen nebo>, dem Renn-, Auto- und Tanzsport der edlen SA- Passion, die Junker, die abgetakelten kaiserlichen Offiziere, die von und zu Jhenplitze sckuvimiiic» obenauf— aber was hat das mit Klaffenkamps zu tun? Nun ja, das Volk kann sich keine Sommersitze und pachten halten, keine Pferde und Luxuslimousinen— aber dafür darf es etwas anderes halten: den Mund! Und somit wäre die soziale Gerechtigkeit im Lande doch wieder hergestellt. MMslHMMe iss Her TfchMMei niedriger als in Japan! In der Folge des„Textilarbeiter" vom 19. Dezember fiiwen wir einige statistische Ziffern, welche uns einen Einblia in das Elend der Textilarbeiterfchaft gewähren. Zunächst befaßt sich das genannte Blatt mit einem Artikel des Organs der Unternehmer, der„Textisrundfchau", über di« Textilarbciterlöhnc in Japan. Es heißt dort, daß der durchfchnittiiche Wochculohn Ks 97.00 oder K? 5.075.20 Jahreseinkommen beträgt. Wenn dies richtig ist, dann wundern wir uns, daß aus gerechnet die tschechoslowakischen Textilindustrie!- len immer wieder über die Höhe der Trxtilarbei- terlöhne klagen. Offenbar kennen sie die Löhne der Textilarbeiter im Ausland— nur von dem br- schämend niedrigen Lohnniveau unserer Tcxnl- arbciter habet! sie keine Ahnung. Wir halten«S demgegenüber für notwendig, aus folgendes auf merksam zu machen. Das Jahreseinkommen eine» Webers be trug im Jahr« 1929 Ke 6.647 oder Ke 127.80 wöchentlich, im Jahr« 1931 Ke 4.845.— oder Ke 98.— in der Woche. DaS Jahreseinkommen einer Textilarbeiterin belief sich Im Jahre 1929 auf Kk 6400.— oder wöchentlich auf Kr 75.—. Ein HauSweber(Barchent, oder Rockfutter« Weber) verdient« im Jahr« 1929 durchschnittlich Kr 2.587.— oder Ke 49.75 wöchentlich und 1932 Ke 1.098.— oder Ke 21.— in der Woche. Diese DurchschnittSlöhne wurden vom Sta tistischen StaatSamt ermittelt und waren in der Tagcspresse veröffentlicht. Der Einwand, daß die Löhne deshalb so gesunken seien, weil die Betriebe verkürzt arbeiten und die Taris- und Akkordlöhne höher sind, gilt nur mit wesentlichen Ein schränkungen, da auch die Akkord- und StundenlShn« in den letzten Jahren tief her untergedrückt wurden und in einzelnen Gebieten einen Stand erreicht haben, der tatsächlich fast an daS Lohnniveau in Japan beranrricht. Wenn die Angaben der„Texturunoschau" über die Die wiffenschaftliche Welt kann heute schon auf eine gewisse Strawsphärenerfahrung zurückblicken. Nach PiecardS beiden Ausstiegen kamen die Russen, nach diesen Settle, der Amerikaner. Inzwischen drangen die Meßballons der Deutschen Seewarte in Hamburg bis zu 36.000 Meter hoch, di« Radiosonden, oie man im Nahmen des Polarjahres zuerst verwandte, kletterten ebenfalls bis weit in die Stratosphäre. Aber man stellte immer wieder unterschied liche Resultate fest. Jrgcudtvo mußten Fehlerquellen sitzen, die Feinde jeder wissenschaftlichen Forschung, Fehler, di« durch unerwartetes Verhalten der Erdinstrumcntc unter neuen Bcdiu- Turchschnittl. Durchschnitt!. Wochen Jahres einkommen einkommen 1929 182.— 6.864.— 1930 120.— 6.240.— 1981 117.— 6.084.— 1932 96.— 4.992.— 1933 i . Halbj. 90.— 4.680.— Veit»«. CöjlaTlietttoTrirt* WetMefl. 18- ftegemBet 1938 Nr. A>s Literatur Prager Zeitung Der Film Kunst and Wissen r und Uhr: Uhr: Jnaerieren I Aus dem Inhalt» Die geidildiilidie Situation/ Die WlderiprOdi« des Icapiialisilsdien Sy. Sterns/ llraadien, Wesen u, Bedeuiuns do* Fucblimui/ Die historische Per» spoktive de« WelÜuplialUtnua/ Der »ori»ll»ti»cbe Ausweg/ Bürgerliche und proletarische Revolution/ Was führte rum Scheitern dar sortsllstischen Ar- b.ltarbeu>egung in Deutschlsnd?/ Hst dar Marxismus versagt?/ Unsore Stellung au den Bolschewik]/ Die politischen Ziele unserer antlfaschis'lscbc-n Arbeit/ Ziele und Wege/ Das Sehlde, »al der deutschen Sozialdemokratie' Die internationale Politik dar deutschen Sozialisten. Lamstag kein« Vorstellungen.?Im 24 Dezember bleiben, io wie alljährlich, das Deutsche Theater und die Kleine Bühne geschlossen. Diesmal finden aber auch am Vorabend(LamStag) in beiden Häusern keine'Vorstellungen statt. Mit Recht fragt SaS„Prager Diontagsblatt', ob„es dem Theater io gut geht, daß eS auf eine normale Damsiag-Ein- nahm« verzichten kann". WeihuachtSbkockS für das Reo« Theater und dir Kleine Bühne.“ Desucherkreife» wiederum zur schlossen. Dies« bei UM bis ftellungen des Bühn« und gewähren eine Ermäßigung von 15 Pro- rent Ein Weihnachtsblock enthält acht Anweisungen, Volk in Ketten. Deutschland« W?g in» LhaoS. Bei der VerlagSanstalt„Graphia" in Karlsbad soeben daS Buch„Poll in Ketten— Deutsch- Gamaschen „B I g o" CeletnL k> Zahlre'chen Wünschen aus Folge leistend, hat sich di« Direktion Ausgabe von WeihnachtKblocks ent- gellen sür die Zelt voin 25. Dezem- 31. Jänner 1DS4 zu allen Por- Reuen Theaters und der Kleinen ist.... lands Weg ins Chaos" von Max Klinger erschienen. Die- Buch ist die erste politische Geschichte der Entstehung de§ Dritten Reiche- vom Jännet bis zum.Herbst 18.33. Im Wirbel der Ereigniss« ist vieles vergessen worden, so daß die natiomrlsozralisti- sche Propaganda die Machtübernahme durch Hitler schon mit einem Mythos umgeben konnte. Die- Buch setzt dem MythoS die geschichtliche Darstellung entgegen, es zeigt, wie es wirkl'ch gewesen ist. Der Verfasser wollte die geschichtlich« Wahrheit zeigen— nicht mehr u:»d nicht weniger. Dazu war eine Freiheit des geschichtlichen Blickes notwendig, die nicht jedem gegeben ist; denn der erste Deik diese« Buche- ist iin März 18 38 in Deutschland geschrieben worden— mitten im Sturm der Ereignisse. Es ist entstanden aus dem leidenschaftlichen Drang, die Wahrheit zu sagen gegen die Propagandaliigeu, die Geschehnisse zu ordnen und für die Zukunft anszuzeichnen. Auch der zweite Teil d«S Buche- ist in Deutschland geschrieben. So ist das Buch eine geschichtliche Darlegung über Deutschland aus Deutschland. Das unterscheidet dies« Publikation gründ- iZtzl'ch von den zahlreichen Veröffentlichungen, die jetzt außerhalb d'r deutschen Grenzen über Deutschland erscheinen. Wer verstehen will, was in Deutschland vorgegangen ist, muß dies Buch lesen. Knapp und anschaulich folgt es dem atemraubenden Tempo der deutschen Tragödie. Zug um Zug enthüllt«S die Technik de» nationaljosial stischen Staatsstreichs von sdiner Vorbereitung in der demokratischen Legalität bi- zur Zerstörung dieser Legalität und zum Ausbruch des totalen Parteiftaales. Man steht, wie innerhalb der Demokratie di« massenmäßige Machtgrundlage geschaffen wird, von der auS dann der zerschmetternde Schlag gegen Recht und Verfassung geführt wird. Di« Geschichte de- Verzweiflungskampfes der Deutschnationalen. di« von Hugenberg 'n tödlich« Bundetgenossenschaft verstrickt, sich vergeben« gegen di« Schlingen deutscher Treu« zu wehren versuchen, bildet«in Glan»,stück dieses Buche«. Auslieferung durch alle größeren Buchhandlungen besw. durch den Verlag»Graphia*. Karlsbad(Kantstraße) Di« wissenschaftliche Zeitschrift der SPD. In der VerlagSanstalt„Graphia', Karlsbad, ersche'nt die „3 e i t s ch r i i t für Sozialismus". Sie wird herauSgegeben vom Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Prag und d'em dem Kamps sür die Freiheit gegen saseistisch« und bolschewistische Diktatur. Die Grnndl'nien der aus Hitler folgenden deutschen Republik«erden darin geistig>or- b«reitet: ein« frei« Volksrepublik unter strikter?lb- lehnung jedes Bolschewismus. durch di« Natürlichkeit und lieberlegenheit einer VermenschlichungSkunst, die noch immer nicht ihresgleichen auf dem deutschen Theater hat;?l le Zander Moiffi als aller Ekdol eine mustergültig« Charakterstudie, überzeugend bis ins letzte Augenzwinkern, bis ins letzte Detail der MoSke, bis in die kleinste Wendung des Körpers. Als junger Werl«, Hansnarr In dieser Welt, geistert nach. kraftvoller Abrechnung nrit dem Vater Ernst Deutsch über die Szene. Mil wenigen Strichen macht T i l l a D u r i e u x aus der Frau Sörbh«inen Ballmenschen Und in diesem Ensemble von Bedeutettdsten und Anerkanntesten eine blutjunge Künstlerin, Maria Wagner, als Hedwig, mit reih'ter Darstellungskunst, innig, rührend, liebenswert. Daneben, bis in die kleinst« Roll«, gutes Theater, In Adolf Edgar L ich o, der übrigens auch als Relling wunderbar charakterisiert, einen ausgezeichneten Regisseur verratend. Am Abeitd vorher mach'« der„D o n Carlos" di« Herzen erglühen; der achtundzwanzigjähr'ge Schiller hat das Deinige getan; hundertsünszig Jahr« später tut die Welt mckl das Ihrig«, sondern läßt ihr Antlitz entstellen durch Mord und Gedankenmord, durch Tyrannis, durch Unmenschlichkeit, Unfreiheit, Untergang der Besten. Und es ist eine Hoffnung, tast ein ausverkauftes Haus Parallelen zieht, dost es Posas Auseinandersetzung mit Philipp bei angehaltenem Atem folgt und den Schrei nach Gedankenfreiheit, nach Menschlichkeit und Gerechtigkeit, nach Lieb« und Frieden mit einem Sturm nicht endenwollenden Beifalls begleitet. Auch an diesem Abend ragt Albert Bassermann,.dieser königl'che Schauspieler, als König Philipp, über alles hinaus; in der Aussprache mit Carlos, mit dem Großinquisitor, mit Alba hat Bassermann unübertrefflich«, unrergehliche Momente; Philipp war nie Bassermann- bedeutendste Figur; aber die unvergleichlich« Bedeutung, die er selber hat, teilt sich doch jeder Einzelheit auch d'eier Gestalt mit, selbst an diesem- Abend, an dem er fühlbar eine gewisse Müdigkeit überwind«,, mußt«. In Schiller- Drama Lebt, herrscht, Intrigiert mittelbar neben Philipp die Eboki; in einer einzigen großen Szene wird sie durch Tilla Durieux zum Höhepunkt der.Handlung und der Gestaltung; w'e Bassermann ist sie unvergleichlich Meister der psychologischen Durchdringung, Virtuosin der Uebergänge, Gestalterin aus dem Dort; auch hier, hingerissen von einer unnachahmlichen.Kunst, vergißt man, daß d'e Natur ihre Tribut« fordert. E r n st Deutsch spielt den Carlos, Moissi den Posa; seibswerständl'ch interessieren beide außerordentlich. Deutsch hat Schiller- icheS Feuer, aber kaum die nötige Wörme der Empfindung. das Weich« sür Karl; di« Stahlhärte, zu der er sein Wesen und sein« Sprache zw'ngen kann, würden- ihn eher für den Posa prädestinieren, alt der wiederum M o i s s i als nicht männlich genug erscheint; überhaupt ist dieser Posa nur ganz wenig schillerisch; er ist intrigant, diplomatisch—«her etwa ein. Questenberg zeigt Heu bedeutenden Schauspieler mehr in der ersten Erzählung al- in der Zwiesprache mit Philipp; mancher Zug dieses Posa ist ganz groß durch Originalität, mancher freil'ch auch durch Maniriertheit hart an der Grenz« deS Peinlichen. In den kleineren Rollen gutes Durchschnittstheater, bis auf die etwas„schlotterichte" Königin. Für di« Regie zeichttet« Karlheinz Marlin, ohne daß man besonder« Eindrücke gehabt hätte, Dieser„Don CarloS" hat ganz allgemein, auch in der Press«, die Ueberzeugnng kundtnn lassen, daß man die Prager deutsch« Bühne als Gesin- nungetheater nicht nur auf solche Gelegen- heitsabend« anweisen soll Wir freuen uns, daß io ein« von unS längst erhobene Forderung Gehör findet; hoffentlich nun auch an entscheidender Stelle! L. Q. Di« Theatermitgliedschast sich telegraphisch an di« zuständigen Behörden der Bitt« um Hils« gewendet. * Wien, 18. Dezember. Nachdem bereits di« Freitag. und SamStag-Borstellungen im Bürger- t h« a t e r wegen finanzieller Disserenzen zwischen der Direktion und dem Personal abgesagt werden mußten, kam es gestern vor Beginn der Vorstellung zu neuerlchen Zwischenfällen, di« sogar das Einschreiten der Polizei erforderlich machten und di« endgültige Schließung des Theaters zur Folge hatten. Theater kn Not. Olmütz, 17. Dezember. Di« Verwaltung des Olmütz«r Theater- teilte d«n Theatermitgliedern mit, daß st« wegen Mangels finanzieller Mittel die nächsten Gagen nicht au- zahlen könne, da sie sür da- heurige Fahr keine Subvention«rhielr, mit wächer di« Theaterleitung gerechnet hatte. Das Theater steht deshalb vor dem Stillstand und 188 Mitglieder des Künstler- korPS würden vor Weihnachten dem Elend preisgegeben sein. hat VW mit Zwei grobe Abende im Prager Deutschen Theater sind zu verzeichnen: Schiller und Ibsen durch«in Gast Ensemble, das schauspielerisch« Spitzeuleistungen tticht um ihrer selbst willen, sondern eben doch beispielhaft in Ens«mbI«Kunst verwob. Und-zvar gilt dies voll vom zwei t e n Abend, der sthou dioserhaib zuerst zu nennen ist: wenn je Zusammenspiel und Einzelle'.stungen eines Lchauspielabendr fast keinen Wunsch, fast keine Allusion unerfüllt ließen, so dies« Aufführung der„Wildente": alles Menschliche, .Gesellschaftlich«. Geistige und Pincholognii«. Satir'sch« u»w Ideal«, das der große Dichtet hier gestaltete, wurde selbstverständliches Ereignis durch eine Tar- stellung. d'e den Zuschauer wieder einmal vergessen ließ, daß er int Theater saß;«in Stück Lebe» war da zu erlaben, obwohl die Menschett Ibsens doch zum guten Teil der Welt von gestern angehören; aber eben das ergab sich aus der Reproduktion«Ines wahrhaften Dichters durch wahrhafte Lchausp'eler daß hier daS Ctvig-Menschliche in Sieg und Niederlage sich widerspiegelte. Man begegnete wieder dem Hjalmar Ekval Albert Ba sse rnta uns, in jeder L nie sich und lewer Sendung treu, bettvingrnd de« N«uen Deutschen Theaters. „Dir verkau fte B ra u t." Kl-- Uhr:„Pünktchen — Donnerstag, 7X - Freitag, 6% ."(T 2.) lieft 2 der Sorialdemokr. Schriften, reihe. 64 Selten. Mit karfon. farbigem Umschlag. Preis Ki 4'—•/ ösferr. Schilling—*85/ aebw. Fr.—*60/ holl. Gld. —•30/ fr*. Fres. 3*—/ r—-20/ Pfund—.—.10 „Di« 28., „Der Garten Eden." 8—18 Kt. Dienstag, 7% Uhr: Uraufführung:„Di« schönst« Che." Ks. Filme u Prifler UffitspitlMiisirB biS einschließlich Donnerstag, de» 21. D«zsmb«r 1933. Avion:„Dämonen-Insel.'— Beränek:„Di« Erde singt."— Flora:„Das Verbrechen im New Aorker Aquarium."— Gaumont:„2o ein Hunde- '— HvSzda:„Bruder und Ichwester"— „Herr Saval, der Millionär"— Kinema, .: Journale, Report., Grotesk«. Ab - Koruna: — Kotva: „Die sechs Frauen.Heinrichs Vlll. Herr Saval, der Millionär." ' r“ Radio: Ein Theodor Lessing-Haus. Wir werden um Sleröjsentlichung folgenden Ausrufs ersucht: Theodor Lessing wurde am 80. August 1983 in Marieubaü ermordet. Das an Ihm begangene Verbrechen richtet sich gegen den G«isl und die Wahrheit. Es hat di« gesamte Kultunnenfchheit aufs tiefste empört und erschüttert. Theodor Lessing ist sür viel« gestorben Sein Werk muß weiterleben. Tein« eigenen Wort« haben gelautet:„Es kann und darf sich heute niemand der Gefahr entziehen. Darum fühl« ich mich in Marienbas nicht gefährdet. Btelle'cht aber kann ich im Tod« mehr nützen als im Leben,' Der uuer- vwßlich« Reichtum dieles Geistes und d'eser Seele, der in zahlreichen Schriften niedergelegt ist, kann nur erhalten bleiben, wenn das Werk des großen Denkers und Dichters zuiammeugefaßt und allen zugänglich gemacht wird. Es soll ein Theodor Lessing- Haus gegründet werden, in dem alle Schriften Theodor Lessings bearbeitet und herausgegeben werden, unter Mitarbeit solcher geistiger Persönlichkeiten, denen dieses Lesstug-Haus Arbeitsstätte sein kann, und die«s zu einer Heimat und Zuflucht aller freidenkenden Philosophen zu machen haben werden. ES ist zunächst an eine Herausgabe b'sher nicht erschienener Schriften gedacht, unter denen sich oin« Delbstbiographi« befindet. Die Werke sollen in allen Kultursprachen erscheinen Zur Durchführung d'ofer Ausgaben wird in Prag ein Theodor Lessing- Fon d S gegründet An all«, denen Theodor Lessings I Wort und Lehr« etwas gegolten hat und gilt, an all«, die wünschen, daß ein ruchloser Mord nicht Wer den Geist triumphere, ergeht hiermit der Ausruf, die Verwirklichung dieser Ausgaben zu fördern. Zu diesent Zweck werden Beiträge erbeten auf daS Konto ,L«ssi ng> F on d s" bei der Böhmischen Un'on-Bank Prag. Gezeichnet: Pros. Dr. Albert Einstein, Hon. Bertrand Russell, F. R. S.. Romain Rolland, Prof Dr. F. X. Saida(Prag,, Pros. Dr. Ottokar Fischer(Prags, Dr. Max Brod(Prag), Direktor Otto Freund(Prags, Kanzler Dr F. L. MagneS(Ilniversitä! Jerusalems, Dr. Hugo Bergmann(Jerusalem), Bialik(Jerusalem). Sie blonde Shnftl. Ein gewisser Herr Seitz der nicht einmal die Elemente des Regiehandwerks beherrscht, hat sich an di« Derfilmmrg eines Romans von Ludwig Ganghofer gemacht, dem einstmals bei Has« und bei der bürgerlichen Leihbibliothek sehr beliebten salonbayri- fchen Heimatverkitscher, den man aber gegen diel« Verfilmung beinahe in Schutz nehmen muß, weil sie nicht einmal ganghoferisch, sondern blühendste Gartenlaube ist. Das ist ein Ausverkauf in treuer Liebe, edler Rührung und kernigem Humor, in düster-tragischen Wendungen und plötzlich-glücklichen Zufällen— und ein Rekord falscher Tön« und elendster Stünrperei. An der Hauptdarstellerin, Fräulein Karin Hardt, ist«in Sprachfehler das einzig interessant« Man wird vom Urania-Kino, das diesen nicht einmal zugkräftigen Deerfllm zur Schau stellt, n'chtS Unmögliches verlangcn können. Man wird ihm zugestehen, daß es vorläufig auf reichsdeutsch« Film« kaum verzichten kann. Aber daß sich unter der vorhitlerilchen deutschen Produktion keine wertvolleren und attraktiveren Werk« finden lassen, als diese(schon halbhitlerischen) blauen Zimmer und blonden Christinnen, das wird man nicht zugestehen Und wenn«s'chon bedauerlich'ft, daß unser einziges deutsches Kino in Prag schlecht belucht ist— noch bedauerlicher erscheint«s nnS, daß dieser schlecht« Besuch nicht unbegründet ist.—eis— jede Anweisung gilt für«inen Sitzplatz, außerdem können auf«inen Block gleichzeitig auch Mei Plätze behoben werden. Es wird nächt der ganze Betrag ei»geh oben, sondern nur eine klein« Anzahlung, so daß ssch ein Block für acht Fauteuil- oder Parkette sitze auf kV sss, acht Parterre- oder Balkonsitz« quf .JO Kö, acht Galeriesitz« oder Balkonsitz« 24 ss« stellt. Der angezahlte Betrag von 10, 5, reff. 3 Ke pro Platz wird bei Ankauf der Kart« vom Poeär in Abzug gebracht.— Ausgabe der schon ausgestatteten GeschenckblockS täglich an den Kassen deS Deutschen Theaters. BereiuStheater. Die Premier« des Lustspieles von Gottwald und Gribitz„Die Frau, bei der man bleibt", bracht« zwar, soweit es sich um das Stück selbst handelt, eine Enttäuschung, da dieses Lustspiel durchaus nicht in den Rahmen der sonst ernsten Bestrebungen des Vereines passen will. Wir begnügen uns mit der Feststellung, daß das Publikum einen Abeitd echter-Heiterkeit genoß. Das Verdienst gebührt vor allem den Trägern der Hauptrollen, welchen die anderen Mitwirkenden nach besten Kräften und mit Erfolg zur Seit« standen. Das Stück war von Ewald Schindler flott und sicher in Szene gesetzt. th. Wochenspielplan Dienstag, 71-» Uhr: (A l.)— M ttwoch, Anton."(B 2.) „Garten Eden"(C 1.)— „Pünktchen und Anton.* Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Dienstag, 8 Uhr:„Allez hopp!' Bolkstüml. Vorstellung.) — Mittwoch 8 Uhr:„Bezauberndes Fräulein."(Bolkstüml. Vorstellung.)— Donnerstag, 8 Uhr:„Illustrierte Zeitung."(Bankbeamte und »reier Verkauf.)— Freitag, 8 Uhr:„illustrierte Zeitung." KulturverbandSsreunde(!). DeihnochtS-SpiekPkan. Neues Deutsches Theater: Montag, den 25., 2K Uhr:„Pünktchen und Anton." 1—20 sie. Montag, den 25., 7% Uhr: Erstaufführung:„Zwei-Herzen!m Dreivierteltakt" (Der verlorene Walzer). 4—57 Ke.(B 2.) D'ens- tag, den 26. ll Uhr vormittag;:„Pünktchen und Anton." 1—50 Kf. Dienstag, den 20., 251 Uhr: „Ball im-Tavoy." 1—20 K« Dienstag, den 26., 71$ Uhr: Ettsemblegastspiel Durieur, Bassermann, Deutsch, Moissi:„Don CarloS."(Abonn. ausgeh) 5—58 Ke.— Kleine Bühne: Montag, den 25., 3 Uhr:„Allez hopp.' Nur ztvei Preise: 6 und 12 Ke. Montag, den 25., 7% Uhr: Erstausführung: Neg'menistochter." 15—30 ffr. Dienstag, den Uhr: den 26., 15—30 n dar Setm des Naffenbenmtzlev Wetters gehört-. Zenlralorgan »rutfdirn toiialdemote.«trtritrrbortd „Sozialdemokrat"— „Neu besinnen!" FASCHISMUS ODER SOZIALISMUS OiskuuiODfQrundhc« zu dnn Streitfragen des Sozialismus In unserer Hpodw Heros-seder 6t twxttb-<£ 6<7 t e 0• f 11• v. Lithek» f| a r1.— Verantwortlicher ftetefteat* Dr. CmU Btt aal« Vrag— Druck:.Xeta' I.*G. üt äetta«»- aad Buchdruck, Brog— YLr den Druck veraatworttlch Otto Hotte, Pro».— Btt He winde von btr Poft«■!elesropdr t,o»rekrioa«tt Erlab Äi IIHWI/yH IflW dewtlltat" Be-upsdedinaurgen Ee» nuftellung ins Haus ader bei Bezug durch b't'Loli nwu^Ulch 16.—, vltt.ellobrilch Kt id.—ä M tuAAia|u« Lg U9Ln gaserars MOM Iw UxU düUg- bsrechsst. vci LusLchaMtMgsa ALttssochtug.— AmoMsm m woa^tttPrsH«,osgt«u* oo,|MWm&b Der Vertraaensmann IM«• Tribüne Monatsschrift Wr Arbeitemolltlk and Arbclterkultur. Ob„TrlHaa** oaterrtchut 4u MtlillitUcbet Ver« (rioeosmsBa Ober die akttellea Probleme des Intemstiossks SoxlaBsmes. der Oekonomto aod der KahurpeUUk. Jebresbeset« TL. rlerj&brllcb 10 TL. Buelbill« 4 TL. ButeKgsgn dvreb dea VeTtraaensmaaa. die Schrlltenshteilue- K Volksbuchhandlung oder direkt dar eh die Verviltaat» Pnr IL Neksssnka U leben." Julir: B.-TH. rs8.- Sek.'- — Lueerna: Passage; ,^>err Laval, der Millionär."— Praha: „Mtternachts-Patrouille."— Radio:„Tie Erd« singt."—«kaut:„Das Verbrechen Im N«v jsiorker Aguarium"— Tvdtozor;„2o ein Hundeleben.'— Baikal:„Das Verbrechen im New Uorker Aquarium." — Belvedere:„Oliver Twist."— Illusion:„Der -Held der Arena."— Lido:„Trader Horn."— Louvre:„Der Fluß.'-- Sport, Smichow:„Geheimnisse der französischen Polizei."— Aaldek.- Ruf dez Herzens." K2 bis ,D«r gut« Tramp Bernü, ,D« sechs Frauen Heinrichs VIII" •'--••----—«