Erschein« mit Ausnahme de« Montag«üg'tch früh.• 9t Aatttra» ZJfrtBatmM. Broa n.OttMlONM«» ♦ Zfltet.’ 26795. J1569. 7taschliehttch b Hell» Porto) ft i Große Teile der Menschheit hatten vom Jahre 1933 die.Wiederbelebung der Wirt, schäft erhofft. Allerdings war schon gegen Ende 1932 klar geworden, daß die vorübergehende Kurssteigerung einzelner Papiere, daß auch das leichte Anziehen der Rohstoffpreise und was es sonst an Symptomen gab, die den ersehnten Silberstreif am Horizont der Krisennacht darstellen sollten, trügerisch waren. Aber für 1933 war jo die große Weltwirtschaftskonferenz in Aussicht gestellt, 1933 sollte die international« Abrüstung endlich zur Tat werden und die Böller begannen zu hoffen, daß man deni Moloch Krise von der politischen Seite her, durch Vernunft und planenden menschlichen Willen beikommen würde. Vielleicht hätten sich diese Erwartungen, die für Millionen eine Existenzfrage bedeuteten, wenigstens teilweise erfüllt, wenn es gelungen wäre, im Zentrum Europas, wo jede Gleichgewichtsstörung die empfindlichsten folgen haben mußte, die relative Stabilität der politischen Verhältnisse ousrechtznerhalten, die seit 1930 daS Bild kennzeichnete und Ende 1932 nach dem gefährlichen Experiment Papen in dem Kabinett Schleicher aufs nene zum Ausdruck zu kommen schien. Doch auch diese Hoffnung trog. Deutschland Im November 1932 hatte die NSDAP, ihre erst« empfindliche Wahlniederlage erlitten. Innere Zwistigkeiten kündigten die Auf- lösnng des kostspieligen Apparates an, den Röhm, Heß und Goebbels aufgebaut und den Hitler nicht einzusctzen gewagt hatte. An der Autorität Schleichers, die sich auf die stärkste reale Macht in Deutschland, die Reichswehr, stützen konnte, schien der deutsche Fascismus zu zerbrechen. Optimistischer als je seit 1030 ging die deutsche Demokratie in daS nene Jahr, /freilich waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht im geringsten behoben. Papens Plan der Wirt- schaftSankurbelnng hatte sich als unzulänglich erwiesen und sein Effekt waren lediglich Mil» lionengeschcnkc an die Indnstricllen. General Schleicher schien aber auch gewillt, eine vernünftigere Wirlschaf»Politik zu machen. Er milderte die ärgsten Härten des Papenscheu Sozialabbaus und er ging vor allem mit großer Energie die Frage an, über die Brüning zu Fall gekommen war: das Problem des ostelbischen Großgrundbesitzes. Der Ost Hilfe- Skandal flog aus, mit Znstimmung des Kanzlers erfuhr die Oeffenllichkeit, daß ungc» beure Gelder in die Taschen junkerlicher Bankrotteure geflossen waren, daß die unerhörte Korruption bis in die allerhöchsten Kreise reichte und in nächster Nähe von Neu- deck— den« Landsitz des Präsidenten Hindcn- bnrg— Triumphe gefeiert hatte. Nachdem Schleicher soweit gegangen war, hätte es für ihn nur einen Weg gegeben: rasches Handeln, den Staatsstreich. Tenn Nun hatte er alle Mächte der Hölle gegen sich hcraufbeschworen. Schleicher. wagte den Staatsstreich nicht mit seiner eigenen.Kraft durchzuführcn. Er wandte sich an die Freien Gewerkschaften. Deren Führer, befangen im Legalitätswahn der■ formalen Demokratie, lehnten ak Die Initiative" zu ergreifen, die Gewerkschaften initzureißen, tvagte wiederum Schleicher nicht. Während er zögerte, die Haftbefehle gegen die fascistischen Bandcnführer auszu stellen, handelten die Junker. Popen, Oskar von Hindenburg und Geheimrat Hugenberg entschlossen sich in dieser Stunde höchster Gefährdung der junkerlichen Privilegien, als den Reiter aus der Not Adolf Hitler zu berufen. Am 30. Jänner fügte sich über Drängen seiner Freunde und Unterführer Hitler in die Notwendigkeit, einen Teil der Macht aus den Händen des Reichspräsidenten entgegenzunehmen. Bis zum letzten Augenblick hatte der„Führer" gezögert, der jetzt wie einst 1923 den Anforderungen entscheidender Stunden nicht gewachsen war, sondern sich schieben ließ. Terror gegen die gesamte Opposition. Die Wahlen wurden bereits unter dem Truck der SA-Diktatur dnrchgcführt. Sic ergaben eine knappe Mehrheit für die Regierung, die aber durch den Raub der kommunistischen Mandate und die Einschüchterung der bürgerlichen Mitte die Ztveidrittclmehrheit für ein Ermächtigungsgesetz erreichte, das ihr— formell noch im Rahmen der Weimarer Verfassung— die Diktatur auf vier Jahre auslieferte. Während die SA und SS im ganzen Reich gegen die Bezwungen die Lüfte und Meere. Geformt von gewaltigem Heere Ein stählernes Antlitz der Zeit... Jahre und Menschen vergehen. Doch ihr Werk soll bestehen Besserem Schicksal geweiht. Menschen in Nöten und Flammen, Steht zur Erlösung zusammen, Zwingt euch ein leuchtendes Jahr. In jeder Stunde aufs neue Halte dir selber die Treue, Kämpfende Arbeiterschar. Arbeitervolk in den Tiefen Weckt Kohlenwälder, die schliefen, Zu sonnenfunkelnder Kraft. Quader auf Quader geschichtet, In Stein und Eisen gedichtet, Gigantisch erdacht und geschafft. Das neue Jaftr Von Druno fcftöntanfi Tas neue Regime war zunächst eine reine I u n k c r r c g i e r u n g und sein erstes Gesetz, die Bertcucrung von Feit, Butter und Margarine war ein Geschenk an die Junker. Bor allem galt cs den O st h i l f e- Skandal zu vertuschen, der auch bis heute nicht wieder besprochen wurde, während man alle Wochen einen„Kvrrüptivnsprozcsz^ aufzieht, nm die Beamten der Republik niit erlogenen Behauptungen zu diskreditieren. Jeder der beiden Partner versuchte den andern aus der Regierung zu dräugen. Hitler stand mit drei von acht Ministern in der Minderheit und die Andern verfügten über die Reichswehr. Gegen Hitler selbst wäre Hugenberg wahrscheinlich Sieger' geblieben. Zwar hatte die Ansschrcibung von Neuwahlen, die für Hitler der Preis des Eintritts in das Kabinett gewesen waren, den Nazis einen Trunipf in die Hand gespielt, noch-.immer glaubte nian aber, daß der Wahl ein Staatsstreich der Reichswehr folgen würde. Da entschlossen sich Goebbels und Göhring das Prävenire zu spielen. Sic ließen am 27. Feber den Reichstag anzünden und erzwangen im Fieber der Bürgerkriegsstimmung, indem sie die un-mittelbare Gefahr eines köminnni- slischen Aufstands an die Wand malten, den „Marxisten" wütete, die Länder, Provinzen, Kreise und Gemeinden zu Domänen der SA wurden, die Konzentrationslager sich mit Zehntausenden Gefangenen füllten und vom Gebrüll der gemarterten Opfer widerhallten, gelang es Hitler, die Dentschnationalen aus der Regierung zu verdrängen und die ange- strcbte„To'alität" der Nazidiktatur zu erreichen. Durch die„Gleichschaltung" des gesamten ösfentlichcn Lebens, der Vereine, Kirchen, sozialen und kultnrellen Institutionen, die Verfolgung der sozialistischen Elemente innerhalb der NSDAP, die Beseitigung der Ge- werkschaftcn und die Schaffung der Geheimen Staatspolizei wurde der totale fascistisck-e Staat in Deutschland vertvirklicht und seine Apparatur arbeitete so präzis, daß eine Abstimmung im Oktober bereits eine rund 90- prozentigc Nazimehrheit gegen drei Millionen oppositioneller Stimmen ergab, wobei angesichts der Gefahr, die jeder oppositionelle Wähler ans sich nahm, die Zahl von drei Millionen noch als"eine heroische Leistung der Gegner des Regimes angcsprochcn werden muß. Der Rücktritt des Kommandanten der Reichswehr, General Hammerstein-Egnord, beweist, daß auch'der letzte nicht gleichgesckialic e Fak tor, die Reichswehr, sich anschickt, ohne Kanrps ihre Sonderstellung aufzugcbe« und sich dem totalen Nazistaat«inzuordnen. Bon den sozialistischen Versprechungen hat der Nationalsozialismus selbstverständlich nichts erfüllt. Ein Steuerdruck, der sich hinter „freiwilligen" Abgaben verbirgt, eine unverkennbare Inflationspolitik, die den Reallohn senkt und die Preise steigen läßt, Ausschaltung aller Lohnkänipfe, Steuergeschenke an Unte*» nehmer und Großgrundbesitz, das sind im. wesentlichsten die wirtschaftlichen Leistungen der Diktatur. Ihre Hauptsorge aber ist die Ausrüstung Deutschlands, die sie in überaus geschickter Weise mit einem Propagandafeldzng für den Weltfrieden verbindet/ der tatsächlich weite Kreise der Diplomatie täuscht. Aupenpolitisch hatte Hitler zunächst sehr plump versucht, auf Kosten Rußlands mit den Westinächten und Polen zu einem Ausgleich zu gelangen. Als das scheiterte, verschanzte man sich hinter M u s s o- t i n i, der die Idee deS B i e r e r p a k l S der Großmächte in die Welt setzte. Die Form, in' der Frankreich den Diererpakt akzeptieren wollte— Behandlung aller Revisionsforde- riingen durch die vier Mächte— hätte aber für Hitler den Verzicht auf die Revision von Versailles bedeutet. Schließlich präsentierte Deutschland in Genf seine A u f r ü stungS- f o r d c r u n g e n. Als Frankreich eine internationale Kontrolle als Gegenleistung verlangte und eine Verschmelzung der Reichstvehr und der SA empfahl, verließ Deutschland überraschend den Völkerbund. Seither wird über die Möglichkeit des Wiedereintritts verhandelt, den Hitler von der Erfüllung seiner Forderungen abhängig macht, während Frankreich erklärt, nur in Genf selbst und im Rahmen des Völkerbundes verhandeln zu wollen. Italien sekundiert in wirkungsvoller Weise der dciitschcn Außenpolitik und England versucht seil Monaten, Hiller durch Zugeständnisse zahm zu machen— eine gefährliche Politik, die binnen kurzem zu einem Uebergewicht der fascistischen Mächte führen muß und Europa nur die Wahl zwischen dein Krieg und einer im Frieden schon aufaet-ch- tetcn Diktatur der faseistischen Großmächte lassen wird. Der Umsturz in Deutschland, dem hier der breiteste Raum gewidmet werden müßte, weil er die Politik im Jahre 1933 allseits aufs stärkste beeinflußt hat, war ioinit die Haupt Ursache des Scheiterns der A b r>"> st u n g s k o n s c r e n z, die plötzlich vor einem neuen und nicht zu bewältigenden Problem, der faktischen Aufrüstung Deutschlands, stand, er beschleunigte auch den Zusammenbruch der Londoner W e l t tv i r t s ch a f l s k o n f e r c n z, da die stark autarkistischcii Bestrebungen Deutschlands, sein Widerstand gegen die Verkürzung der Arbeitszeit und andere faseislischc„Belange" die Schwierigkeiten, die sich aus den Gegensätzen zwischen der englischen, französischen nnd amerikanischen Auffassung ergaben, ins Unendliche vermehrlen. Der europäische Westen Selbstverständlich war kein Land in dem Maße wie Frankreich von dem deutschen Umsturz in Mitleidenschaft gezogen. Kegen seine Grenzen richtete sich ja vor allem der Vorstoß des deutschen Revisionismus. Dazu mußte es um seine Bundesgenossen fiirch.cn. Das Schlagtvor! der„Sicherheit" getvann erhöhte Bedeutung. Frankreich glaubt sie vor .allem in der rasche» Vollendung der gigantischen Bcfestigungswcrkc an seiner Ostgrcrize «ettt X linitl, Bl. Sqtmltt ltn. Xz. Mfi zu finden. Ob diese Riesenfestungen wirklich die„Sicherheit" der frauzösilcken Bauern und Arbeiter bedeuten, wird die Zukunft lehren. Jnncrpvlitisch reif! in Frankreich eine gewisse Krise des Parlamentarismus heran, der bis in die letzten Wachen des Jahres nicht den Milt zur Bereinigung der großen Finanzfragen fand. Uln das Gleichgewicht im Budget herzustellen, mussten Ausgaben gekürzt, neue Steuern geschaffen werden. Gegen beides wehrt« sich das Parlament und zwar die Linke wie die Recht«. Neber die Frage der Kürzung der Beamtengehälter kam D a l a d i e r zu Fall und nach ihm stürzte«och So r raut; erst ein Kabinett C h a u t e m p s konnte festen Fuß fasten. Wer die großen Finanzprvdlcmc lverden Frankreich auch weiter anfs stärkste beschäftigen. Die außenpolitische Isolierung, in die Frankreich durch die Einstellung seiner Schuldenzahlungen an Amerika gekommen war, wurde durch die geschickte Politik P a u l- B oncourS, der auch zwischen den Klippen der deutsch-italienischen Verständigung noch mit Anstand zu steuern wllßtc, tvclligstenü teilweise wettgemacht. Wenn Frankreich aber sein« Bundesgenossen nicht opfern und nicht in kurzer Zeit völlig isoliert einem fascistischcn Mächtekonzern gegenüberstehen will, wird cs aber vor allem«ine positiv« Lösung d«S mitteleuropäischen und M>r vor allem des österreichischen Problems ermöglichen müsten. Denn so großartig der Schachzug Frankreichs war, durch ein Vertragssystem mit Rußland, das die Randstaaten einschließt, der deutsch- italienischenglischen Kombmarion ein Paroli zu bieten, so wenig wird dieses System nützen, wenn Rußland in Ostasien in einen Konflikt verwickelt wird. Einen Passivposten für Frankreich stellt ohne Zweifel die Spaltung der sozialistischen Partei dar, die durch«in« zu starre, orthodoxe und wenig realpolitisch« Haltung der Parteimehrheit ebenso wie durch Disziplinlosigkeit und hoffnungslose Illusionen der„ncosoziali- stischen" Grupp« um Renaudel und Döot bewirkt wurde. In Belg'ien machte sich, wie«S bei einem industriellen Exportstaat nicht anders zu erwarten ist, die Krise in gefährlicher Weise bemerkbar. Dazu kam daS Problem der Landesverteidigung für den Fall«ine» deutschen Angriffs. In beiden Punkten hat die Si^ial- demokratie die Initiative ergriffen. Die durchaus offensive Haltung der belgisch« n S o z i al i st« n, di« sich in den letzten Tagen ein Aktionsprogramm gegeben hoben, das entschiedene und mutige Abrücken von den Irrtümern des liberalen Sozialismus, da» in der Wahl HendrikdeManS zum zweiten Vorsitzenden der Partei zum Ausdruck kommt, ist die st ä r k st e H o f s« nung der Internationale überhaupt, denn e» beweist, daß die Sozialdemokratie die.Kräfte zu ihrer Erneuerung und zu gestaltender Politik auch für die Zukunft in sich trägt. Holland blieb auch 1933 der stabilste Staat Westeuropas, während die Schweiz weit stärker von den mitteleuropäischen Strömungen beeinflußt wurde. In der Schweizer Bourgeoisie machten sich fascistische Gedankengänge bemerkbar. Die rührige Politik der Schweizer Sozialdemokratie machte aber die fascistischen Pläne zu schänden. Das Volk quittierte die sozialistische Offensive, di« auch aufs Land vordrang, mit großen Wahlerfolgen der Sozialdemokratie vor allem im Kanton Waadt, aber auch in Zürich. In England bereitet sich ein ll,m- schwung vor, der in einer Reihe von Nachwahl siegen der Arbeiterpartei pnit Ausdruck kam. Obwohl die Arbeiterpartei durch die Loslösung der Unabhängigen Arbeiterpartei geschwächt ist und die Folgen d«S Verrats Macdonalds noch nicht ganz über- tvunden hat, konnte sie wieder aktiver in Erscheinung treten. Auf der andern Seite ist freilich die fascistische Bewegung MoSl«ys doch mehr als ein« HanSwurftiade. Ein bedenllicheS Symptom war das Zurücktreten des Parlaments und die Verlegung der Entscheidungen in die konservativen Klubs. Auch im klassischen Lande des Parlamentarismus reift eben unter dem Druck der ökonomischen Umschichtungen eine Entwicklung zur autoritären Staatsführung heran. Außenpolitisch spielten Maedonald und Sir John Simon, sein Außenminister, eine klägliche Rolle, indem sie sich immer wieder zu Handlangern der fascistischen Politik machten und eine europäisch« Einigung gegen die fascistischen Friedensstörer verhinderten. Unter den Problemen des britischen Imperiums trat das indische im letzten Jahr in den Hintergrund. Ohne daß ein« Lösung gefunden wurde schllefen sowohl die gandhi« ftische als auch die foziakrevokutionär« Bewegung ein. Um so stärker beschäftigte das kanadisch« Problem und die Tendenz dieses Dominion», sich den USA anzuschließen, die britisch« Oeffentlichkeit. Australien nmch'e durch den Bankrott seiner Finanzen dem Mutterland Sorgen und in Palästina gab«» gegen Jahresende wieder blutige Aralvrnnruhen. Der europäische Süden Der italienische FasciSmuS, wirtschaftlich feit Jahren in der denkbar schwierigsten Situation, sand Entlastung durch den Sieg Hitlers. Nicht nur konnte dieser moralisch al»«in Erfolg der fascistischen Idee gewertet werden, sondern auch machtpolitisch ergab sich die Möglichkeit fiir Mustolini, in Europa wieder aktiv zu werden. Allerdings ist di« Freundschaft nicht ungetrübt. Zwischen Deutschland und Italien steht O«st e r r«i ch. Mustolini null Österreich selbständig erhalten und wünscht dort ein fascistifches Regime, das sich an Rom anlehnt, also eine Diktatur Starhemberg-Rintelen, die der ungarischen Horthy- Gömb 5s enffprechen würde. Die deutsche Politik wünsch! die Gleichschaltung Oesterreichs, also ein Regime der Nationalsozialisten, wenn nicht den fonnellcn Anschluß Oesterreichs an Deutschland. Auch Italien betrieb seine Aufrüstung und produzierte sich der Welt wieder mit großen Repräsentaiionsmanövern seiner Luftflotte(Geschwadcrflug über den Ozcan). Infolge politischer Gegensätze mit dem Duce mußte der Flugminister B a l b o trotzdem zu- rücktreten und ins Exil nach Afrika gehen. In Spanien stand di« Polltik im Zeichen wachsender Verlegenheiten des demokratischen Regimes. Die Gegensätze zwischen Sozialisten und Bürgerparteicn sprengten die Koalition und ffihrten bei den Wahlen zu einem heftigen Kampf, besten Nutznießer di« klerikal-monarchistiscl)«^ Reaktion tvar. DaS Franenwahlrccht trudln dem katholische« Lande viel zuni Sieg dcr^fttzchwn bei. Im S u d o st e n Europas zeigt« sich neben den furchtbare» Auswirkungen der Krise auf die Agrarstaatcn insofern«ine erfreuliche Entwicklung, als Bulgarien von der fascistischen Abenteurerpolitik abrückt« und die Verständigung mit Jugoslawien suchte, was in dein Besuch des Königs Boris in Belgrad sichtbar zum Ausdruck kam. Der Norden Europas war auch 1938 die friedlichste Region des Kontinents. In Dänemark und in Schweden konnten die von Sozialdemokraten geführten Koalitionsregierungen zwischen Arbeitern und Bauern eine Politik machen, die wirklich der Krise steuerte. In allen nordischen Ländern wuchs die Anhängerschaft der Sozialdemokratie. Auch in Finnland konnten die Sozialisten einen großen Wahlsieg buchen. Im Osten beanspruchte das deutsch- polnisch« Verhältnis das größte Interesse. Im Kampf um den Korridor und um Oberschlesien mußte ja die fascistische Offensive zuerst zum AuAtruck kommen. Andererseits milderten dir wechselseitigen Sympathien der Regierungen in Berlin und Warschau für ihre innerpolitischen Methoden den außenpolitischen Gegensatz. In Danzig kam es-war zu einem Wahlsieg der Nazi und zur Gleichschaltung, aber vor einem Anschluß an Deutschland schrak man zurück. Polen, das sich zunächst durch eine Verständigung mit Rußland sicherte, trat gegen End« des Jahres in direkte Verhandlungen mit Hitlerdeutschland ein, deren Ergebnis noch auSsteht. Rumänien konnte weder wirtschaftlich noch politisch zur Ruhe kommen. In U n- g a r n bellte sich durch den Sieg des deutschen FasciSmuS die Revisionsbcwegung, doch wuchsen eben dadurch auch die Gegensätze zur Kleinen Entente. In der Frage der Rückkehr des Königs nimmt die Regierung G ö m b ö S der ganzen Tradition ihres Chefs entsprechend eine ablehnende Haltung eim Gömbös und-die Gentry ziehen eine unter dem Namen der Krone herrschende Adelsdiktatur einem liberalen Königtum bei weitem vor. Im Spiel der fascistischen Mächte wird Ungarn ein sehr gefährlicher Faktor in dem Augenblick, da Oesterreich dem FasciSmuS ganz gewonnen ist. Rußland trat mit dem Jahr 1933 in den neuen Plan ein, der auch den Ausbau der Konsumgütererzeugung und damit eine Linderung der Mas- sennoi bringen soll. Im Frühjahr 1933 hatte man aber noch mit schwersten Gefahren auf dem Laude, mit Hungersnot und Warenmangel gtt kämpfe« und nrr durch Zugeständnisse an Die Dauern und Intellektuellen konnten politische Unruhen größeren Stils verhindert werden. Im übrige« rüstet« Rußland 1988 in größtem Stil zur bewaffneten Auseinandersetzung in Ostasien, die ihm der japanische Imperialismus über kurz oder lang aufzwingen wird. Die russische Position hat sich soweit verbeffert, daß Japans Kühnheiten, zu Anfang des Jahres äußerst provokativ, stark nachgelassen haben. Weder in China noch entlang der mandschurischen Bahn sind die Japaner in der jüngsten Zeit offensiv ge- worden. Sie beschränkten sich auf den Ausbau des Staates Mandschukuo, den sie sich als Puffer gegen Rußland geschaffen haben. Aber di« Halbfascistische Militärdiktatur, die in Ja p a» seit dem große« Attentat der Fascisten auf die Regierung am Ruder ist, wird seinen inneren Schwierigkeiten ja, doch nur durch den Krieg ausweichen können. In diesem Zusammenhang gewinnt die Zusammenarbeit Rußlands mit den Bereinigten Staaten größte Bedeutung. Amerika stand 1933 im Zeichen eines gewaltigen Nm- sturzeS. Der Versuch RooseveltS, den Kapitalismus zu retten, indem er ihn unter StaatSaufficht stellt und di« Löhn« der Arbeiter wie die Profite der Millionäre autoritär regelt, stellt jedenfalls das Ende d«S liberalen Kapitalismus in seinem klassischen Land und wahrscheinlich den liebergang entweder zu einem fascistischen oder— wenn dieses scheitert— zu einem sozialistischen Regime dar. Die Umschichtung auch im Denken der Amerikaner ermöglichte die Verständigung mit Rußland, hinter der sich offensichtlich ein antijapanisches Bündnis verbirgt. Im Schatten dieser Ereignisse beruhigten sich die kleinen südamerikanischen Staaten, die schon 1932 im Kampf um die Petroleumfelder des Gran Chaco lagen und es scheint jetzt, als sollte dort ein Ausgleich zustandekommen. In Ostasien und im Stillen Ozean bereiten sich jedenfalls gewaltig« Ereignisse vor, in die vor allem Japan, Rußland und die USA verwickelt sein werden. Es besteht aber auch die Gefahr, daß Europa, zerrissen und ohne gemeinsames Ziel, in den Kampf der Weltmächte verstrickt wird und di« gesamte Zeche bezahlt. Nur eine Neuordnung des Kontinents könnte diesem Unheil Vorbeugen, daS drohend heraufzieht.und seine Schatten auf'" das Jahr 1934 wirft.' In Europa selbst werden di« nächsten' großen Entscheidungen wahrscheinlich um daS Zentrum Oesterreich fallen. Das Regime Dollfuß, daS sich unmittelbar unter dem Eindruck der deutschen Ereignisse zu einer Diktatur entwickelt hat, die ohne sozialen Rückhalt gegen die Arbeiter und gegen die nationalsozialistischen Kleinbürger, in jüngster Zeit aber auch gegen die christlichsozialen Bauern regiert, lediglich gestützt aus die bourgeoise Oberschicht und den Kredit des Auslands, erweist sich als unhaltbar. Nur die Restauration der Monarchie, zu der aber die 48 rung an Rußland. Die Lawine>var im Rollen und nicht mehl aufzuhalten... lieber Nacht Ivar das Straßenbild vcrändert. lleberall sah mau Reservisten mit kleinen Koffern ankommen, die den Kasernen znktrebtcn. Soldaten und Offiziere gäbe» den Straße» ein buntes Gepräge. Truppen in scldgraner iini- sorm, die man jetzt znm ersten Mal in Würzburg sah, marschierten zum Babnbos, Blumen an den Gewehren, singend und von einer begeisterten Menge begleitet. Bald kamen die Nachrichten vom Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien und von der Einnahme belgischer Festungen. Sieg über Sieg wu'cde gemeldet. In den Straßen wurde geflaggt, Siegergeläute dröhnte durch die Stadt und überall herrschte nationale Hochstimmung. Für-Van» brachte der Kriegsausbruch eine Stücke mit dem Grammophon und dem Auto Verkürzung seiner Gefängnisstrafe. Es wurde. technisch durchzuführen wären. Vater Cornelius eine allgemein« Amnestie erlassen für gering- hört« ihm aufmerksam zu, und am nächsten Vor- fügigcr« Freiheitsstrafen. Eines TageS tvuroc! mittag spielt« HanS seine vier neuen Stück« in Han» mitgeteilt, daß ihm die letzten vierzehn der Kasperlbude vor. Aus den Bänken, wo sonst Tage seiner Gefängnisstrafe erlassen seien. Er mußte sich sofort beim Bezirkskommando melden. Im Frühjahr bei der militärischen j Musterung war er für ein Jahr zurückgestrllt worden. Jetzt hatte er sich einer neuen Musterung zu unterziehen und wurde als kriegSverwen- vungssähig für den' Infantcriedicnst befunden. Auch Franz Hein wurde auSgehoben. Er kam zu einer Feldbäckerei-Kolonne. Sie hatten beide ihren Stellungsbefehl noch nicht. Der sollte^ ihnen noch zugehen. Franz niußte. da er keinen ständigen Aufenthalt hatte, bis dahin jede Woche! seinen neuen Aufenthaltsort dem Bezirkskom- mando mitteilen. Ein paar Tage blieb HanS noch in Würz burg bei der Großmutter, und die Besuche der Grell bei Frau Berta Lechner wurden jetzt begreiflicherweise cttvaS langer ausgedehnt. Gretl versprach, auch künftig jeden Tag nach der Groß mutter zu sehen und Franz sofort zu verständigen, falls die Großmutter Hilfe benötige, da mit die Mutter kommen könne. Dann silhr Hans nach Bamberg, wo Vater Cornelius mit seiner Kasperlbude war. Im Wohnwagen war die Freude groß über die vorzeitige Entlassung aus dem Gesangnis. Vater Cornelius hatte während der sechs Wochen, in denen Hans nickt da tvar, di« Abcndvorstel- lunoen ausfallcn lasten müsten. Jetzt konnten sie wieder ausgenommen werden, weil man ja"lle- der sechs Hände zunr Puppenführen zik' Ber- siigttng hatte. .Hans erzählte tmn von seinen neuen Kasperlstücken, die er sich in der Gefängniszelle erdacht hatte, und er erklärte dem Vater auch di« leckullcheii Eincelheiten, wie er Kasperls Fahr rad über die Spiellatt« führen wollte, wie di« Roman von Felix Fechenbach ES war klar, daß eS nicht mehr nur um Oesterreich ging. Jetzt handelte cs sich um Frieden oder europäischen Krieg, bei dein Deutschland infolge seiner zentralen Lag«, wenn cs mit in den Konflikt verwickelt würde, nach allen Seiten kämpfen müßte. Die Meldungen überstürzten sich. Bon Bemühungen um die Lokalisierung des Konflikts berichteten die Zeitungen. Andere schrieben bc- reit» von verdächtigen Truppenbewegungen in Rußland. Da meldete am 2!). Juli ein Extrablatt, Rußland habe die Halste seiner Armee mobilisiert. Am 1. August kaiu das deutsche Ultimatum an Rußland, am 2. August meldeten die Zeitungen bereits, die Russen seien in Ostpreußen emgesallen. Dann kam die deutsche Kriegserklä- ■---■'->■» teilignna der Kinder am Spiel durch Wechselrede mit Kasperl weitaus größer, als bei allen anderen Stucken. Der Kontakt zwischen Kasperl und den Kindern war viel stärker als sonst. Das gab dann bei Vater Cornelius den Ausschlag, denn daS war für ihn daS A und O eine» guten KasperlstückeS. So entschloß er sich denn, selbst in diesen neuen Stücken jeweils eine Rolle»u übernehmen. Daneben wurden aber natürlich auch noch dce alten, bekannten Kasp-rlstücke gespielt, die Vater Cornelius unter keinen llmständen anfgeben wollt«. D_ Bis in den Herbst hinein zog HanS noch mit daS Fahrrad und das Grammophon irgendwelche dem Vater auf di« Jahrmärkte. ES war aber Ersatzstückc genommen, die diese Spielrequisiten jetzt, infolge drS Krieges, lange nicht mehr der darstcllen sollten. Aber das störte nicht tveiter, laute und große Betrieb wie sonst. Viele jung« *■- j-....v«•—-!-....-e.— Menschen waren im Feld, ander« hatten Fami lienangehörige nn Krieg verloren und wa»«n nicht in der Stimmung, Lustbarkeiten und lanre Fröhlichkeit aufzusuchen. Mancher Jahrmarkt wurde jetzt überhaupt nicht abgchalten, um dem Ernst der Kricgszeit Rechnung zu tragen. Aber es gab noch viele Städte und Städtchen, dir nicht ganz auf vie überlieferten Mcstcn und Märkte verzichteten, wenn sie auch in begrenzterem Umfang abgchalten wurden. Dir Kasperlbude behielt überall ihre kleine Stammkllndschaft, die sa vom Krieg weniger berührt wurde. Im Oktober bekam HanS seinen Stellungsbefehl. Anfang November mußte er in Wütburg beim Rekrutendepot der Neuner sein. Den Winter wollten die Eltern, schon mit Rücksicht auf die Großmutter, die innner noch den Milchladen versah, aber doch schon recht llapprig geworden war, in Würzburg verbringen. HanS würde sie also, ehe er ins Feld kam, in Würzburg noch sehen und sich verabschieden können. Vater Cornelius war in seinen jungen Jahren selbst Soldat gewesen, und er erzählte seinem Sohn jetzt mancherlei aus dieser Zeit. Mit vielen, guten Ratschlägen seines Vaters ausgerüstet, fuhr-HanS dann nach Würzburg. Korrjetzung jotgl.j eine Schar lachender uno vom Kasperlspiel be» !geisterter Kinder tobte, saßen jetzt nur Vater j Corneliu» und Mutter Anna. Der Vater machte ein fachmännisch prüfende» Gesicht, der Mutter ! sah man den Stolz auf die Schöpfungen ihr«» Sohne» an jeder Faser ihre» Gesichte» an. Das Auto wurde Provisorisch durch eine Zigarrenkiste borge stellt, ebenso hatte Hans für da ja Vater und Mutter Cornelius wußten, was daS alles zu bedeuten habe und auch Phantasie j genug besaßen, sich anstelle der Zigarrenkiste ein ' Auto vorzustellen. Rach dem Vorspielen war große Kritik. Vater Cvrnesiils hatte einen recht guten Ein- dnick von den neuen Stücken bekommen, wollte sich das aber nicht anmerken lassen und tat zunächst noch recht skeptisch. Man müstc erst mal abwartcn, wie die Kinder darauf reagieren, meinte er. Aber die Mutter kam-Hans zu Hilfe. Sie war begeistert von den itcueu Kaspcrlspirlcn und redete dem Vater z>l, die Stücke in den Spielplan mit aufzunchmen. So bekam denn Hans de» Auftrag, die nötigen Requisiten zu besorgen und die Schiene unter der Spicllallc \ für das Fahrrad anbringen zu lasten. ' Auto und Fahrrad trieb Hans in einer ■ Spiclwarcnhandlung auf. Für das Gramms- - Phon ziinmerte er sich selbst einen kleinep Kasten und ließ sich von einem Spengler einen lleinen t Schalltrichter dazu machen. Nun konnte eü also loSgehen. Der Erfolg tvar aicßerordentlich groß. Die Kinder tuarcn überall voller Jubel, tvcuii Hans die neuen Stück« spielt«. Vor alleut war die Bc- Nr. 306 Sotmiag, 91. Dezember<933. S. ecHe 3.•— n re Konstruktive Vorschläge der Sozialdemokratie c i! I Innere Kolonlsnon Das Problem Hebt alle an! »> t Scham Arbcllsmögllchhelten iür die Jugend k bi* tibi« W Sie wollen nicht tvahrhabe», daß der Erzeugung und der Verteilung der Güter »ogeahuteu Masfeuwohlstande» .§ >r >r til al ,lr te in lu !N st' Fürsorgeminister Dr. Czech wies vor dem DudgetauSschuß des Abgeordnetenhauses daraus hin, daß trotz furchtbarster Massenarbeitslosigkeit die Rationalisierung immer neue Opfer fordert. An einer Fülle von Beispielen zeigte er auf, daß der Rationalisierungsprozeß in der Industrie Weitergcht und über ungezählte Arbeiter» existenM hinwegführt. Die fortschreitende Oeko- «omisierung der Produktion und die Konzentration des Erzeugungsapparatcs wirken allen Bemühungen du Krisenbekämpfung entgegen. Daraus leitete der Fürsorgeminister eine grundsätzliche Forderung ab, er der- langt öffentliche Kontrolle der Nationalisierung, indem er aussührte: „Hütet solchen Umständen wirft sich von selbst die Frage auf, ob der Staat hier ruhig»»sehen kann und ob er nicht ähnlich wie in Amerika und auch in andere« großen Industriestaaten Maßnahmen treffen muß, um angesichts der Masienarbeitswsigkeit der sich sllr die Arbeiter- schast und de« Staat sa unheilvoll auSwlrkenden planlose« Rationalisierung entgegenzuwir« ke« und insbesondere für eine etwa beabsichtigte Einstellung menschensparender Maschinen oder eine etwa geplante Vergrößerung oder Ausgestaltung de« Produktionsapparates eine staatliche Regelung platzgreife« zu lassen. UebrigenS hat auch unsere Regierung in der besprochenen Richtung einen ersten Schritt getan, al« sie ver- fllgte, daß bei der im Rahmen der Arbeitsanleihe durchzuführende« JnvestitionSarbeiten Maschinen, die hinsichtlich der menschlichen Arbeitskraft ersparend wirken, nicht in Anwendung gebracht werden sollen, wenn dies unter de« gegebenen Verhältnisse« nicht unbedingt notwendig erscheint." rechte in Oesterreich, die sincmziesse Sanierung und die Einbeziehung Oesterreichs in das Vertragssystem der Kleinen Entente wären der gangbare Weg zu solchen« Ende. Das Jahr 1933 war seit 1918 unstreitig das bewegteste der Epoche. Bedenklicher aber als die Ereignisse, die hinter uns liegen, sind die G e f a h r e n, die f ü r 1 9 3 4 drohen. In einem weiteren Jahr wird vielleicht die Entscheidung gefallen sein, ob es in dem koin- menden Jahrtausend eine europäische Ge- schichte geben wird oder nicht. oder im deutschen Sinne erfolgt, daSlleberst e w i ch t des F a s c i s m u s in Europa endgültig festlegcn. Sie würde vor allen« für die tschechoslowakisch« Demokra. k r a t i e und für die Republik selbst eine eminente Bedrohung schaffen. Aufgab« der tschechoslowakischen wie der französischen Politik im kommenden Jahr« wäre es daher in erster Linie, einer mitteleuropäischen Katastrophe durch eine positive Losung des österreichischen Problems vorzubeugen. Die Wiederherstellung der de«nokratischen Volks« Diesen praktischen Hilfsaktionen und dem ganzen Problem der Arbeitslosenhilfe wird die Sozialdemokratie auch im kommenden Jahre ihre besten Kräfte weihen. Es koiniut aber bei der heutigen Kräfteverteilung auch a««f die airdcren Parteien an, eS kommt auch aus den Willen der leidenden Massen selbst an! Alle Staatsbürger haben die Pssicht, dei« Arbeitslosen ii« ihrem VerzweislungSkamPf beizustehen. Die Arbeitslosen haben dazu die heilige Verpflichtung zur Selbsthilfe. Selbschilfr heißt nicht aussichtslose KniiPPelrevolte, sondern unter den gegebenen Umständen ist ihre einzig niöglichc Form der zielbewußte Griff in die Speichen des legalen Diachtapparates. Die Arbeitslosen müssen denen Hel« fen, die ihnen helfen wollen! Die Freibeuter aller»nöglichcn Schattierungen, die heute aul dem Schlachtfelde der Krise die Arbciterseele als Beute auflesen möchten, müsse«« dazu gezwungen Werden, Farbe zit bekennen. An der Stellungnahme der einzelnen Parteiri« zu den hier dargelegten Hilfsprojekten werden die Arbeitslosen erkennen, wer ihre Freunde und ibre Feinde sind. Zu ihrer eigenen Lebensrettung müsse«« sic in schtvcrster Stunde den Weg der klaren Erkenntnis gehe«« und nach dein Sprichwort handeln: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns! Jedes Mittel«ft zur Linderung der Arbeits- losennot recht. Die Arbeiterschaft bat begründetes Mißtrauen gegen eine Innenkolonisativn, die int Zusammenhang mit wirtschaftlichen Autarkieprogrammen propagiert wird. Keine noch so großzügige Kolonisation könnte Ersatz für einen dauernd zerstörten Industrieexport bieten. Aber der Zwischenraum bis zur Wiedergewinnung größerer Exportmöglichkeiten muß möglichst produktiv auSgefllllt werden. Jede Erweiterung der heimischen Existenzmöglichkciten ist daher zu begrüßen und zu fördern. Der Für- sorgeminister hat vor dem Senatsausschuß die Bereitschaft seines Ministeriums ausgesprochen, auch aus dem Gebiete der Jnnenkolonisation alle vorhandenen Möglichkeiten ausschöpfen zu helfen. Das Beispiel einiger führender Städte, so Prags, Pilsens u««d Aussigs, verdient, in größerem Umfange nachgeahmt zu werden. Wesentlich geht cs dabei um die Lösung der Boden- uird der Kostenfrage. Trotz des in den dichtbevölkerten deutschen Industriegebieten herrschenden Bodenmangels werden da und dort geeignete Grundstücke zu finden sein: die vom Bergbau devastierten Flächen, Gemeindebaugründe, unproduktiver Boden aus privaten Handelt. Die Aufteilung lebensunfähiger Restgüter sollte aus haltlosen Prestigegründen nicht länger verzögert werden. Auch di« staatliche Forftver- waltung, die durch die Bodenreform zur größten Grundbesitzerin des Lattdes geworden ist, könnte gewiß verschiedene Flächen zur Kultivierung abtreten. Wegen der geringen Landreservcn wird Bollsiedlung in den historischen Ländern kaum in Frage komme««, dagegen wäre cS von besonderer Wichtigkeit, in den Industriegebieten nach dem Muster der Schrebergärtnerbetvegung den Arbeitslosen die Möglichkeit zu eröffne««, sich zu- nächst ein Stück Gartenland z«t sichern, wcl- chcS später auch als Bauplatz für ein Familirn- häuSchei« die««««« könnte. Was den Kostenpunkt anlangt, sind die erzielte Wcrtsteigerung des Bodens und die Ersparnis an Unterstützung als Aktivposten einzukalkulieren, während der sonstige Aufwatch durch mannigfache gegenseitige Selbsthilfe der Arbeitslose«« in maßvollen Grenzen gehalten werde«« könnte. Unschätzbar ist dazu noch der moralische Wert neuen Tätigseins und die ermutigende Wirkung solcher Tatbeispiele auf die Opfer der Wirtschaftskrise. Diese Erweiterung der Arbeitslosenfürsorge darf nicht l Wer die Jugend von der Arbeit ausschlleßt, chließt sie vom Leben aus. Dr. Czech hat in c>ncm Senatsexposee erschreckende Ziffern über den Umfang der Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen genannt. Au» seinem Bericht erfuhr )ie aushorchende OeffeMlichkeit, daß«in Viertel aller Arbeitslosen im Alter von 14 bis 24 Fahren steht. Welch eine Tragödie! Schon die sittlichen Schäden diese» Zustandes sind unbereckjen- bar, wenn«in so großer Teil des Nachwuchses de» wichtigsten aller Erziehungsmittel, der diszi. plinierenden und charaktrrsormenden Arbeit ent» behrt. Dazu kommt noch ein volkswirtschaftliches Schadensmoment von unabsehbarer Tragweite. Wachsen so viel« zehntausende junge» Menschen ohne BerufSsihulung auf, so bedeutet daS für die Zukunft eine«« schweren Verlust an Arbeitsqualität. Deshalb ist eS von allen Gutgesinnten wärmste««» zu begrüßen und jeglicher Beihilfe wert, wenn der Fürsorgeminister die Verbinditng deS IugendhilsswerkeS mit Schu- lungS« und Umschulung-Möglichkeiten in AuS- sicht stellt. Der Existenzkampf dieser Menschen wird ein so schwerer sein, daß die Kenntnis mehrerer Berufe für sie die beste Ausrüstung darstellt. Man muß wissen, wie das Lebensgefühl eines jungen Menschen gehoben wird, wenn er z. B. die Kunst des Chauffierens erlerne«« kann. Der junge Nachwuchs fühlt sich ja von Kindesbeinen an schon z«« den Geheimnissen der Technik, der Chemie und der Elektrizität binge- zogen. Wer der Jugend den Zutritt zu diesem verschlossenen Zaubergarten öffnet und ihr damit di« Hoffnung aus eine spätere Existenz schenkt, wird sie auch gesinnunaSmäßiq besitzen. Sie muß von dem bitteren Gefühl der Verlassenheit befreit werden, welches der Keim aller bösen Neigungen ist. Deshalb muß die Jugend auch bei allen zu schaffenden Kolonisationsmög- sichkciteit ihren verdienten Anteil haben. Gesetz« den Fall, es sei in der Nähe eines Dorfes ein Hektar Grund urbar zu machen. Welch ein Ansporn für den arbeitslosen jungen Bilrscken, dabei mitzutun, wenn er hoffen darf, sich für späterhin ein Stück Baugrund z«> sichern, wo er— sobald er sein Mädel heimführt— einen bescheidenen Hausstand gründen kann! Die AuSdehnitng des IugcndhilfSwerkcS auf alle schöpferischen Möglichkeiten liegt auch im höchsten Staats- interesse. geprüft werden. Damit ließe sich der Arbeitslosigkeit verstopfen, zu Dieser Ruf nach einer staatlichen Kontrolle der Rationalisierung darf nicht mit dem gewohnten Hinweis auf die notwendige Wettbewerbs- ähigkeit der Industrie mit dem konkurrierenden Auslande abgetan werden. Es rationalisieren ohne zwingende Not auch Betriebe, di« eine«« durch ZöNe oder Monopole wohlgesicherten I n- landSmarkt haben. Und bei jeder Rattono- terung ist schließlich eine strenge Unterscheidung zwischen ihrer Privatwirtschaftlichen und ihrer gesamtwirtschaftlichen Rentabilität geboten. Neben stillgelegten Fabriken, neue, menschenleere Maschinenhallen für denselben ErzeugungSzweig zu errichten, mag für einen einzelnen Kapitalisten vielleicht rentabel sein, der Nutzen für den Staat und für die Volkswirtschaft wäre aber von Fall zu Fall ernsthaft nachzuprüfen. Diese Kontrolle läge auch im Interesse des anständigen Unternehmers, der selbst bei bescheidener-Rücksichtnahme auf seine Arbeiterschaft stets in Gefahr steht, durch eine hemmungslose Schmutzkonkurrenz umgebrocht zu werden. Jede menfchensparettde industrielle Neuerung müßte also durch eine Spruchinstanz von Vertretern der Gewerkschaften, der Unternehmer und des Staates unter dem Gesichtspunkte de» öffentlichen Interesse» und des Gemeinwohles nach- *■“—""' eine der Quellen verstopfen, der Grundstein einer organisierten Prodtiktiou legen. Di« herrschend« Massenarbeitslosigkeit ist kein Fatum, kein übermächtige» Schicksal, das resignierend hingenommen werden müßte. Die Krise ist Menschenwerk und kann durch Menschenkraft überwunden werden! Bon dieser Grundanschauung ausgehend, repräsentiert die Sozialdemokratie in diesen Zeitläuften allgemeiner Verwirrilng den menschlichen Widerstandswillen gegen die Verelendungstendenzeu de» Spätkapitalismus und stellt der Weltuntergangüstimmung de» Bürgertum» ihren unbesiegbaren wirtschaftlich-sozialen Optimismus entgegen. Die Kleingläubigkeit ist auf der Seit« ihrer Gegner. Den» sie verleugnen die Möglichkeit, da» herrschende Wirt- schaftschaoü durch menschliche Bernunst zu bändigen. durch ein« planwirtschaftliche Neuorganisation' aus dieser Notzeit heran» eia Zeitalter ausblüh«« könnt«. Mobilisierung der sozialen Aktivität! Seit neuerer Zeit ist e» eine vielverbreitete AuSrede derer geworben, die vor bett Ausgaben der Zeit zurückschrecken und einer grundsätzlichen Stellungnahme auSweichen möchten, daß in den sozialdemokratischen Parteien zu wenig konstruk tiver Willeftecke, daß der Sozialismus sozusagen an der Passivität der Sozialisten scheiterte. Nun wohlan! Wir sind bereit, in einen schöpferischen Wettstreit mit allen Schichten und Kräften ein zutreten, die das schicksalhafte Arbeitslosenpro- blem an der Wurzel Packen wollen. Die Stellungnahme zu de« Vorschlägen praktischer KrisenbrkLmpsuug ist«in Prüf stein nicht nur sozialer, fondern auch wahr haft nationaler Gesinnung. Mit gelehrten Diskussionen ist weder den Ar beitslosen,«roch der zukunstslosen jungen Gene ration zu helfen. Die Opfer der Krise wollen Taten sehen, die tätig« Hilfsbereitschaft aller. die sich noch eine» gesicherten Dasein» erfreuen. Bevor die großen Fragen der künftigen Wirt- schastSorienncrung entschieden sind, muss«» Prak tische Abwehrmaßnahmen innerhalb der Staats S cenzen ergriffe«« werden. Die Vorschläge deS ürsorgeministers in feinen beiden großen Expo söS, die er anläßlich der Budgctberotungen im Abgeordnetentzauje und«m Senat erstattete, bie ten eine Plattform zu fruchtbarer Auseinander setzung, aber auch zur allgemeinen Mobilisierung oe» Willens und der sozialen Aktivität für dm Feldzug gegen die Arbeitslosigkeit. SeM 0er dllnOen Rationali sierung gesetzliche Schranken! Zustimmung de» Ausland« kaum z«« haben fein wird, könnte Dollfuß retten. Wahrschein lich wird er aber 1994 fernen Gegnern unter liegen, mindestens in der Form, daß er zum Kompromiß mir ihnen gezwungen wird. Die A r b e i t e r f ch a f t hat in Oester- r«i ch noch nicht daS letzte Wort gesprochen. Ihre Situation ist jedoch angesichts der Ge währ ausländischer Intervention denkbar gefährlich. Die Gleichschaltung Oester reichs würde, ob sie nun im italienischen Feldzug gegen die Arbeitslosigkeit! an finanziellen Schwierigkeiten scheitern, auch wenn die Bedeckung außerhalb des normalen Staatsbudget» gesucht werden müßte. Die vielen theoretischen Anhänger einer produktiven Ar» beitSlosensürsorgc möget« durch entfchiedene llit« tcrstützung des Kolomsationsgedanke««» beweisen, daß ihre Worte auch ernst gemeint waren. Kriegs! atar 1934?! Von Friedrich Stampfer. Da» zwanzigste Jahr nach de« AuSbruch M Weltkrieges verspricht keineswegs, ei» friedliches zu werden. Drängender als je zuvor stellt sich die Sozialistische Arbeiter-Internationale di« Frage, wa» sie tun kann, um de» Friede« zu erhalten. Notwendiger al» je ist«ine nüchteru« Einschätzung der gegebenen.Kräfte. DI« etftt»- lichen Fortschritte der Bewegung in England, Skandinavien, der Schweiz und anderen Ländern können den furchtbaren Berittst, der durch die de» tsch« Katastrophe entstanden ist, bei weitem nicht cnrSglrichen. Die Sozialdemokratische Partei Deutschland», die Wacht des Friedens im Herzen Europa», ist von einer rasenden Sturmflut des Nationalismus überrannt und niedergeworfen. Ob der außenpolitische Amccklanf Hitlers zu einem Zusammenprall mit dem Westen oder zu abcn.eucrlichen Unternehmungen im Osten führen wird, vermag Yente noch niemand zu sagen, genug, daß er Europa mit den schlimm- sten Gefahren bedroht! Was kann die Svzial:- stischc Arbeiter-Internationale tun, uttt ihnen zu begegnen? Jeder von. uns will die Niederwerfung de» HitleristmtS in der kürzesten Frist. Aber n i e- man- will dieses Ziel auf-cm Wege über einen netten Krieg errcien Arbeiter-Internationale ganz richtig erkennt, und sie handeln auch danach. Aber ist e? ihnen gelungen, auch ihre Regierungen zu gleicher Erkenntnis zu bringen? Diele Frage muß le-der verneint werden. Ein erheblicher Teil des deutschen Volkes- der heute ausschlaggebende— ist geistig krank, ei«« a«tdercr durch Terror in einen le'.hargi'etzen Zu- jtand berabgedrückt. Ich sehe schon bei dieser bloße«« Feststellung die Diplomatei« der ganzen Wel: beschwörend die Hände erheben und köre sie entsetzt auSrusen: „Das sind ja innere Angelegenheiten des Dentschcn Reichs, das geht nnS nichts an!" Genau ebenso könnten diese Diplomaten sage««:„Ob Frieden oder Krieg wird, das geht uns nichts an!" Das Prinzip der Nichteinmischung ist im Normalfall vollfommei« richtig. Es gib« aber extreme Fälle, in denen eS zum Nonien» wird. Ein solcher Fall liegt hier vor. Hätte«« die Regierungen, statt Bicrerpakte abzuschlicßen und diplomatische^ Manöver aus- zuführen, dem deutschen Volke über die Lage,:tt der es sich befindet, ein Licht a««f g< st e ck t, so stünde es heute um dir Tackle-eS europäische«« Friedens besser! Wüßte das deutsche Volk, wie die zivilisierte Welt über seine heutigen Rrgierungszustände denkt, wüßte eS,-aß kein Mensch außerhalb Deutschlands den Friedensbeteuerungen Hitler« Glauben schenkt, wüßte da« deutsche Volk, daß es im Begriffe ist, Europa in Trümmer zu schlagen, um sich selber«in er den Trümmern zu be. , graben, so würde seine Regierung bald«richt mehr so bedenkenlos«nit der Brandfackel Hemmlaufe«« können, wie sie es jetzt noch tut, U«n den Frieden zu retten, muß ' n« a ii dem deutschen Volkedie Wahrheit sagen. Tie berühmte GründonnerStag- , debatic deS englischen ParlameniS I«at den Weg gezeigt,-er zur Sicherung des Friedens führt,' sie wäre uock) viel wirksamer gewesen, wenn der ' verantwortliche Außenminister Sir John 1'S i m o ir selber jene Rede gehalten hätte, die er ' seinen Vorgänger im Amte Auster« C h a m» i berlaiu halten ließ, l Aber wir still ist es seitdem geworden! Sv still, daß man in Deutschland glaubt, der große Adolf habe sie alle schon in der Tasche, und nie- '„«and getraue sich mehr, ein Wort gegen ihn zu ' sagen. i So treibt man dem Kriege zu! Und tvenn er '»««»gebrochen sein wird, da n i« wird der Schrei: -„Gegen die deutsche Despotie;" um den Erdball gellen wie vor zwanzig Jahren der Schrei:„Ge- gen dei« KaiseriSmu»;" Dann lverdcu die ' Staatsmänner jn assen Weltzentreu sich nicht genug tun können, in öffentlichcr Anprangerung des in Deutschland herrschenden bestialischen Ctttt L Xe. BOS lichr Kuren Überhaupt nicht mehr zu retten find. So totkrmik ist heut«-er Frieden. Nichts kann ihn retten als der Mut zur Wahrheit! Mögen darum die Sozialisten in allen Ländern, in oencn ste politischen Einfluß besitzen, nicht aushören, ihren Regierungen den Mut zur Wahrheit zu predigen! Das, glaube ich, ist heute der beste Dienst, den sie dem Frieden leisten können. Wer dem deutschen Volke hilft, sich durch Beseitigung der gegenwärtigen schmacht« vollen Zustände den Rang eines Kulturvolkes zu- rückzuerobern. der sichert sich für die Zukunft seine Freundschaft, und der hilft auch den Frieden Europa- sichern. Drinnen im dunkelsten Deutschland stehen dir Tapfersten der Tapferen auf Vorposten für Völkerfrcibeit und Dölkerfricden. Sie dürfen zu Silvester kein Licht brennen und nicht die Glaser aneinanderklingen lasten, um sich nicht dem Feind zu verraten. Aber sie glauben an die Zukunft. Laßt sie nicht im Stich! Systems! Dann wird man über den deutschen Fronten, über Berlin, München, BreSIau und Köln zugleich mit den Fliegerbomben Flugblätter avwrrsen mit der Aufforderung an da? deutsche Volk, sich au- der Knechtschaft sene? Shstems zu befreien. Dann wird man durch Ansprachen im Rundfunk um die Seele de? deutschen Volke- ringe». Aber wer in Deutschland wird dann solchen Aposteln der Freiheit Gehör schenken? Der von den.Herren Diplomaten kann mir erklären, warum«in« freiheitlich« Propaganda über die Grenzen hinau- als Mittel der Kriegsführung erlaubt, aber als Mittel der Friedens«rhaltung verboten sein soll? Man wird mir anttvorten, daß diese Propaganda al» Mittel der Frie-enserhaltnng bedenklich ist. Aber selbst di«» zugegeben, ist die Gefahr, wenn cS nicht angewandt wird, nur noch großer. E» gibt Totkranke, die drirch ungefähr. Rur Gemeinw'rrtschaft kann helfen! -er private Kapttattsmus versagt: Die Wlrtschastsentwlcklung Ver Tschechoslowakei.— 1834 bestätigt dies. Grund für dies« Erschei» wurde, bei«ns aber die tiefer liegt al» rin Jahr Handelspreise, wie schon erwähnt, einen durchschnittlichen Preisrückgang von nur 17 Prozent erfahren. Da» Haupthindernis für den Rückgang der Preise find aber der Zwischenhandel und die Kartell«. Di« Baumwolle— ein« nichtkartellierte Ware— hat im Jahre 1929 16.28 Kronen per Kilogramm gekostet, kostet ab«r j«ht nur 6 Kronen, Zucker— eine kartellierte Wan — dagegen kostet heute dasselbe wie im John choflowokei stärk«« zurückgegangen als di« der anderen Länder. S«tzt man den Index der Aus» fuhr der L.S.R. 1929 mit 100 fest, fo sank dieser 1980 auf 88, 1981 auf 04, 1932 auf 36 und 1933 auf 28.5.(Die tschechoflwvakische AuSftchr beträgt also heute dem Werte nach nur etwas über ein Viertel der Ausfuhr von 1929.) Abgesehen von den Bereinigten Staaten, deren AnSfuhr- nchex 23 beträgt, Di« bedeutsamste Feststellung,- die man bei einem Ueberblick über dre Wirtschaft-er Tschecho« jlowakci am JahreSschluß 1933 machen kann, ist die, daß «ster« heimisch« Wirtschaft unter den Wir kungen der Weltkrise stärker leidet, als die meisten anderen Länder. Für di« Weltwirtschaft im allgemeinen gilt wähl, daß der Tiefpunkt der Krise überwunden wurde. Setzt man den Index der Weltproduktion 1928 mit 100 fest, so konnte dieser 1929 noch auf 108 steigen, sank dann 1930 auf 93, 1931 auf 81, 1932 gar auf 67, um bi- September 1933 wieder auf 79 zu steigen. Wie sich die Weltwirtschaft im Winter 1938/34 entwickeln wird, weiß man nicht, sicher aber ist, daß im Sommer 1933 de r Stand der Weltwirtschaft«twa- günstiger war al» ein Jahr zuvor. Leider kann mau da» von der Tschechoftowa- fei nicht sagen. Unsere Produktion lag auch im Sommer de? heurigen Jahre» tiefer als im Sommer 1983. So betrug beispielsweise unsere ArbeitSloseratffer im Jun 1933 640.360, m Juli 1932 458.294. Woran liegt das? Wieio kommt«s, daß der Umfang der Produk tion der Tschechoslowakei zurück. bleibt hinter der W«ltproduki i»n, daß 1933 das Krisentief in den meisten anderen Ländern überschritten Wellenlinie der Kris« vorher? Der entscheidend« nung ist, daß di« Tschechoslowakei ein Export- staa t ist. Di« politisch« Neugestaltung von 1918 dai bewirkt, daß wir mit unserer Industrie auf die Ausfuhr viel stärker angewiesen sind als I trüher und daß di« Einschnürung d«S Welthan- s delS,«in« der bedeutsamsten weltwirtschaftlichen Erscheinungen der letzten Jahre, die Tschechoslo wakei stärk«r treff« als di« anderen Länder. Dazu kommt, daß ein großer Teil unserer Ausfuhr in Staaten geht, di« zahlungsschwach gewor den sind: Oesterreich, Ungarn, Ssidstawien und;ent, Italien um 2475 Prozent, Deutschland gar Rumänien. Dadurch, daß unsere Abnehmerländer I um 27.5 Prozent gefallen. Während die Preise im nicht zahlen und vielfach Moratorien für aus- Großhandel in der Tschechoslowakei in dem«r- ländisch« Zahlungen«rlasien haben, können wir 1 wähnten Zeitraum von fiinf Jahren um 31 nicht exportieren. So ist die AnSftlhr der Tfche-< Prozent zurückgegangen sind, haben di« Klein stehen die klnSftthriudieeS aller Staaten höher als derjenigen der Tschechoslowakei. So Polens 33, Oesterreichs 33.8, Schwedens 34.5, Englands(in Goldwährung) 35, MaavarienS 35, Frankreichs 36, Holland» 37, Deutschlands 87.5, Südflawien» 89, der Schwei- und Italien» 40, Rumäniens 43 und Belgiens 44. Dafür, daß der Ezportrückgang der Tfchecho. flowafei verheerender ist als der aller anderen Staaten find zwei Ursachen maßgebend. Einmal die schon erwähnt« Zahlung-unsahigkrft unserer Abnehmer. In der Konjunktu»Periode 1928/29 haben unsere Abnehmer vfelftich mit geborgtem K a p i t a l a e z a h l t, mit Ausländsanleihen, di« ihnen di« Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes ihrer Zahlungsbilanz ermöglicht hoben. In dem Augerwlick, da da» Ausland kein Geld mehr borgte, mußten dies« Länder ihre Einfuhr ein» schranken. Sie würden zwar Daren gern« beziehen, aber fi« können sie nicht bezahlen. Dir Notwendigkeit, die Zahlungsbilanz aufrecht zu erhalte«, macht sie zur Aufnahme ausländischer Waren unfähig. So ist die Sprung der zwischen, staatlichen Zahlungen, die Frage der Zahlung»- bikanzen der einzelnen Länder da» Haupthemm- ni» zur Wiederbelebung de» Welthandel» im allgemeinen und de» tschechoslowakischen Exporte» nn besonderen. Allerdings hat di« Belebung de» tschechoflo« wakischen Exporte» noch eine zweit« Voraussetzung, nämlich die Anpassung der Preis« in der T'chechoslowakei an da» Weltpreisniveau. Alle internationalen Uebersichten lehren, daß im Verlauf der Weltwirtschaftskrise der Preisrückgang in der Tschechoflowakei sich am langsamsten vollzogen I hat. So ist z. B. der Kleinhandelsindex in der Tschechoflowakei gegenüber dem Jahre 1928 nur ! um 17 Prozent, tn Frankreich aber um 20 Pro- 1929, nämlich 565 Kronen pro 100 Kilogramm. Während in früheren.Krisen die Preise so zu« rückgegangrn sind, daß durch den Preisrückgang die Nachfrage wieder gestiegen ist, ist da» jetzt nicht der Fall. Die Kartelle verhindern den Preisrückgang und dadurch di« erhöht« Nachfrage. Da» Kartellgesetz bietet die Möglichkeit, den Auswüchsen der Kartelle entgegenzutreten, und e» ist nun di« Aufgabe der Regierung, diese» Gesetz auch anzuwenden. Zeigt unS schon dies« Betrachtung, daß di« Wirtschaft nicht mit den alten privatkapitalistischen Mitteln, sondern nur durch staatswirtlchast- liche, beziv. gciueinwirtschastliche Maßnahmen angekurbelt werden kann, so erweist die» auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im letzten Jahre. Wohl ist die Arbeitslosigkeit im November 1933 mit 692.101 Arbeitslosen größer als im November 1932 mit 608.809. Gemessen jedoch an der Arbeitslosenziffer des Feber, in welchem Zeitpunkt die Zahl der Arbeitslosen am größten war, haben wir jetzt um 297.621 Arbeitslose' weniger. Auch die Ziffern der Zcntralsozialver- sicherungSanstolt zeigen, daß die Anzahl der Versicherten im September um rund 338.000 größer war al» im Monat Feber. ES ist uns also gelnngen, etwa 300.000 Menschen, d. h. ein Drittel der Arbeitslosen, vom Feber im Lauf« des Sommers wieder dem Produktionsprozeß zuzufsihren, welche Tatsache aber nicht etwa auf das Steiften des Exporte» zurückzuführen ist, wie wir gezeigt haben, sondern auf die Durchführung von öffentlichen Arbeiten im Jnlande, die vor allem durch die Arbeitsanleihe möglich geworden find. ES waren also durchweg» gemcinwirischaft- lirhe Maßnahmen, welch« nnS im Sommer v. I. geholfen habe«, den Tiefpunkt der Krise zn überwinden. Welche Lehren können wir darau» für di« nächste Zukunft ziehen? Ein« neuerlich« Anleihe wird nicht so Kalo möglich sein, da dies vermutlich an den Verhältnissen aus dem K a p i- talmarkt«(Mangel an Kapital) scheitern würde. Aber«S gibt noch andere staatS- wirtfchaftliche Maßnahmen, um die ArbeitSlostg» kett einzudämmen und einen weiteren Teil der Arbeitslosen wieder in den Produktionsprozeß zu» rückzuführen. Das sind aber durchwegs plan» wirtschaftlich« Maßnahmen ans dem Gehiet« der Binnenwirtschaft. Di« hervorragendsten Mittel wären di« Verkürzung der Arbeitszeit und di« Organisation der Arbeitsvermittlung. Di« Verkürzung der Arbeitszeit würde die Möglichkeit bieten, di« vorhandene Arbeit auf«inen größeren Teil der Arbeiter zu verteilen und so Menschen, die"schon jahrelang arbeitslos sind, wieder eine Arbeit-»nd ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen. Die Organisation der Arbeitsvermittlung würde dem Staat einen Einfluß in der Arbeitsvermittlung verschaffen, der dazu verwendet werden müßte, den bisherigen Arbeitslosen Arbeit zu geben. Nicht der Privatunternehmer, sondern die Gesellschaft muß entscheiden, wer Arbeit bekommt. Geschieht die» nicht, dann wird unser Kampf gegen die Arbeitslosigkeit nicht so erfolgreich sein können, denn eS hat sich schon einigemal« gezeigt, daß bei Durchführung von größeren Arbeiten nicht in erster Linie Menschen berücksichtigt wurden, di« schon längere Zeit arbeitslos sind. Wenn man an» der wirtschaftlichen Entwicklung, wi« der der Tschechoflowakei im Jahr« 1933 dir notwendig« Lehre zieht, so kann«a nnr die sein, daß allein planwirtschaftlich« Maßnahmen dir Lag« der beimnmernSwrrtesten Klasse der Bevölkerung, der Arbeitslosen, bessern könne«. E. 8t Gute Tage für den Kriegsgott Paris, Ende Dezember 1933. Die pazifistische Zeitschrift„Evcil des PeuplcS" schreibt in rhrer letzten istummer: „Am 2. Dezcnrber schrieb der„Matrn": „Neue Mit rräroperatiouen ht Mauretanien. Sie werden Ende Jauner beginnen. Rabat, den 1, Dezember.(Dep. Fournier.) DaS Oberkomniando beschäftigt sich aktiv mit der Vorbereitung der nächsten Militäroperaiionen in Mauretanien Dies« rverden wahrscheinlich Anfang 19.11 beginne», und zwar im Duden unserer From von Tisntr, in der Näh« de? spanischen Gebietes von Jfni, beim Rio del Oro. der 150 Kilometer weiter stdlich den Saharareil der spanischen Protektorats- zorr« umschiiehl..." Wa» bedeutet da?? Ist«S indiskret zu fragen, ob da» Parlament befragt wurde und ob«S sich nicht da um einen neuen Krieg handelt, der auch dann«in Krieg ist, wenn es sich uni Französisch- Westasrrka handelt? Kömrten hier nicht Ersparnisse vorgenommen werderr, di« nur dem Frieden und den Steuerpflichtigen zugute käme»? * Aebrigens berichtete un» die Abendzeitung des Herrn Tardieu und Paul Raynaud neulich, daß am 1. Dezember«irr Abwehrtvrpedoboot von 132 Meter Länge mit einer Stärke von 80.000 PS, mit 9 Kanonen und 9 Torpcdobovtrohnen rn Caän vom Stapel gelassen wurde. Di« „Lkbertä" vergißt nur, nn» zu sogen, wieviel« Millionen diese- Schiff nn» gekostet hat * Indes sind di« Löhne und Gehälter bedroht, und di« Familien bescheidener Arbeiter haben unter der Erhöhung der indirekten Zuckersteuern um so mehr zu leiden, je zahlreicher sie sind. Da- Gesetz der Djungel herrscht! Wie lange noch? Man konnte in den letzten Tagen in Paris die verderblichen Folgen der Vorgänge gut studieren, die, wie vorstehend, herrte wwerstand-l»? von der Bevölkerung hingenommen werden. Für di« Warenhäuser war-w-mal zu Weihnachten das KriogSspielzeug«in glänzender Artikel. Ungeniert stellten die Warenhäuser die schießenden Franzosen vorn in die Auslagen bei der Gpielwaren» abteilung und bei den Schaufenstern. Di« ,,Ga» lerieS Lafayette" ließen sogar«in ganzes Regiment mit Musik im Schaufenster aufnrarschieven, und di« Meng« steht gedankenlos davor und gafft und freut sich über die Paradeschritte und über die»mute re Musik. -Herr Eugen« Schneider, der groß« fvwnzjifisch« Kauonensabrikant, kann zufrieden sein. Schon im vorige« Jahr erklärte«v„Wahrend unfett Fabriken für Eisenbahn- und Schiffsbauten zu wünschen übrig lassen und beträchtlich durch die allgemein« Geschäftskris« leiden, können wir mit den Bestellungen, di« sich auf die Verteidigung unsere» Vaterlandes beziehen, durchaus zufrieden sein." Aehnlich hatte sich auch Herr DunnnS, der Präsident der Stahlgesellschaft von Firnnnh, geäußert:„Die Bestellungen deS Staate» nehmen zu, die privaten Auftrage nehmen ab. Unsere Fabriken arbeite»: glänzend, soweit sie Kriegsmaterial Herstellen, di« andern dagegen sehr unregelmäßig, wir müssen daher wünschen, daß die staatlichen Aufträge weiler^zunehmen." So läßt di« Kriegs- und Metallindustrie, vor allem deshalb auf eine Senkung der Löhne und Gehälter hinwirfen, um selber um so höher« Gewinn««irrstectvn zu können. Das aroßiiüm- striell«„Comitä des ForgeS" gibt fiir Zeitungen jährlich 75 Millionen Franken aus, di« eS als „Reklame" verbucht. Es hat weiterhin einen Ge- hennfond» von 25 Millionen. Allein für den „TempS" gibt e» jährlich 10 Millionen au-, für da»„Journal de» DöbatS" 15 Millionen. Verschiedene andere groß« Zeitungen, wie„Echo de Pari-",„JournSe Industriell-" oder.^Jntrau- staeant", im ganzen 10 Blätter, stehen unter dem geldlichen Einfluß deS Eonritä de» Farges". Degen diese Mächte hat in Frankreich noch keine Regierwig auszutrelen gewagt. Kurt Lenz. Illusionen Zwei Fragen find«S, welch, di« Bevölkerung daS vergangene Jahr hindurch in Atem hielte»» und Wohl auch das kommende beherrschen werden: Di« Wirtschaftskrise mit all ihren Degleil- erschcinunaen und Folgen und— der kam- men b t Krieg! Im Gegensätze zu den Jahren vor dem Weltkriege, da wenige an die Gefahr eines Krieges glaubten und die Welt in den Krieg hineinschlitterte, wird»riemand behaupten können, daß die?» mal die Gefahr unterschätzt wird. Insbesondere die sozialdemokratische Presse warnt fast täglich. Wenn die Erkenntnis der drohenden Gefahr eines Kriege» allgenrein wäre, so wäre zweifellos die Möglichkeit, ihn zu verhindern,«ine größere.'Aber wir müssen feftstellen, daß die Polnik mancher Staaten und leider auch die Politik mancher Arbeiterparteien auf eine solche Erkenntnis hin nicht mit Sicherheit schließen läßt, und daß die Möglichkeit besteht, daß wiederum Bavstelltmgen bestehen, ettveckt und verbreitet werden, die imstande sind, Illusionen zn erzeugen, das heißt, da», wa» man wünscht, als Wirklichkeit anzusehen. ES soll hier daS trübe Kapitel der Illusionen nicht mijgc rollt werden, denen die deutsche Demokratie und die deutsche Sozialdemokratie verfallen Warrn rnrd die Wohl zum großen Teile den Sieg des Faseis- mu» in Deutschland ermöglichten. Welcher Art sind nun die Illusionen, die wir heut« feststellen können? Sie bestehen unserer Ansicht nach in der Verkennung de» Wesens des FasciSmuS überhaupt und des deutschen FasciSmuS nn besonderen. ES ist eine Illusion zu glauben, daß der deutsche Nationalsozialismus in feiner äußeren Politik jemals von dem abweichen wird, waS Hitler in seinem Buche, waS Hitler, Göring, Göbbels und di« anderen durch 15 Jahre in tausenden Reden und Artikeln als ihr Zrel verkündet haben: die volle Beseitigung des Vertrages von Versailles bi» in die letzten Konsequenzen, di« Wiedergewinnung von Elsaß-LotHringen, der Saar, der an Polen, Belgien uild Dänemark und die Tschechoslowakei verlorenen Land-Steile, die Beseitigung deS Korridors, die Erwerbuug von Kolonien, die Vereinigung aller von Deutschen bewohnten Gebiet«, vor allem Oesterreich», in einem neuen Groß-Deutschland, da» dann erst in Wahrheit da» Drütte Reich wäre. Und e» wäre eine Illusion zu glauben, daß für die meisten dieser Forderungen Hitler nicht die überwältigend« Mehrheft de» oeutschen Volkes hinter sich hatte. Wenn Hitler und die Seinen jetzt Friede ns reden halten, Friedensanbote mit Nichtangriffspakten«nd ähnlichem machen, fo gilt«S für sie, nur Zeit zu gewinnen, frei« Har« zu haben, um ungestört di« politischen und militärischen Vorbereitungen fiir ven Augenblick zu treffen, indem sie mit einiger Aussicht aus Erfolg ihre Ziele nach und nach verwirklichen zu können glauben. WaS hier gesagt wird, wurde schon unzählige Mal« gesagt. Aber ist«S gemeinsame Erkenntnis aller Völker oder auch nur der Arbeiterparteien aller Länder? ES wäre wiederum ein« Illusion, diese Frage zu bejahen. Mußten wir nicht erleben, daß von Sozialdemokraten regierte Länder ihre Gesandten an dem nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg teilnchmcn ließen? Liegt unS die Reise Hendersons nach Berlin und München nicht noch in allen Gliedern? Kennen wir nicht dl« Stellung, welch« die englisch« Arbeiterpartei in ihrer auswärtigen Politik eiunimmt? All daS beruht auf der Illusion, als wäre der HitleriSmnS in Deutschland eine Partei wie jede andere, als könnt« er in einer auswärtigen Politik jemals von seinen oft und laut verkündeten Thesen und Zielen abgcheu. Man verweist daraus, baß der in Italien nun seit mehr als zehn Jahre herrschend« FasciSinuS»richt oder wenigstens bisher nicht zum Kriege geführt bat. Das ist richtig. Aber ebenso richtig rst, daß der italienische FasciS- mu» ein« stete Kriegsgefahr bedeutet und daß Italien» Stellung ein« von derjeitigen Deutsch« land» völlig verschieden« ist. Italien kann einen Krieg nur fuhren, wenn es sich entweder Englands wohlwollender Neutralität vorher vcrgewiss-rt hat oder wenn England anderwärts voll beschäftigt wäre. Aber auch dann wäre sein Risiko noch ein ungeheures. Dagegen hätte Deutschland— daS hat der Weltkrieg bewiesen— von der See her kaum etwa» zu fürchten, repräsentiert«ine aanz aitdere militärische Kraft, hat die ersten chemischen Fabriken der Welt zur Verfügung und ein« bis ;»tm äußersten fanatisiert« Bevölkerung. Ter Na« lionalsozialiSimis hat bisher von all den Versprechungen, in denen er überaus freigebig war, nur zwei erfüllt: Di« Beseitigung der Parteien und di« Beseitigung der jüdischen Konkurrenz. An die Erfüllung seiner Versprechungen bezüglich der Sozialisierung kamr er nicht denken. Im Gegenteil, er wär« verloren,»venn er die Unterstützung der Schivermdustric und der großen Grundbesitzer einbüßen würde. Auf die Dauer kann er aber ven der Verwirklichung der Totalität und des Antisemitismus nicht leben. Wi« jede siegreich« Partei wird auch der Nationalsozialismus in steigendem Maß« Enttäuschungen Hervorrufen. Schon ebbt der Siegestauritcl ab, schon tritt an sein« Stelle Ernüchterung. Auf die Dauer kann er nur Phrasen sein Auskommen nicht finden. Das Ventil einer öffentlichen Kontrolle, einer öffentlich«»» Diskussion(Demokratie ist DlSkussion!) kenn» er nicht. Im Innern kann er, wenn er sich nichl selbst»ui- aeben will, diese» Ventil nicht finden. Und«S lärm bestenfalls mir wenige Jahre dauern, bi» der deutsch« FssseiSmuS, ob er will oder nicht, dieses VentilinAktionen nachaußen suchen muß. Dies zu verkennen, wäre die gefährlichste Illusion! Unsere Aufgabe, daS heißt die Aufgabe der so-iaLamokratischLll Parteien in West«, Mittel- 9h. 305 Cfeititteft, 91. Sqtatfrv 1988. Seife 5. der nach» für Hilmers Theorie vom Ständefascismus Der Turm der Nundfunkftation, der 8851 verunglückte Flugzeug In Köln bestiegen, aber seine Meterhoch ist, war erlel»chtet, aber man i Reise bereit« in Brüssel beendet. Brüssel, SO. Dezember. Ein schwere« Flugzeugunglück ereignete sich heute mittag aus der Flugstrecke Köln-Brüssel—London. Ein Bcr» kehrssiugzeug der englischen Imperial Airways stieß bei Ruhsselede in der Nähe von Brügge gegen einen AntenneNmast und geriet in B r a n d. Zehn Insassen, acht Passagiere und zwei Mann der Besatzung, sind verbrannt. Da« Flugzeug, da« heute uiittag von Köln nach London ausgestiegen war, hatte nach einer Zwischenlandung den Brüsseler Flughasen um 2.30 Uhrverlassen. Bei seinem Weiterslug stiess cs gegen eine» der I ü r m e d e r F u n k st a t i o n R u y s s e l e d e in der Siähe von Brügge, die hauptsächlich den Dienst Belgien- Kongo versieht. Der Zusammenprall war so stark, dass daS Flugzeug brennend zur Erde stürzte. Sämtliche acht Passagiere sowie der Flug» reugsührer I t t e n 8 und der Bordfunker Lack konnten nur noch als verkohlte Leichen geborgen werden. Dr Emil Strauss Leopold Goldschmidt Franz Krümmel Karl Kern Zdenko N« uwirth Josef Hofbauer Franz K r e j 1i Abg Wenzel Jaksch Berw Blaha Josei H e l l m i ch Telephone: Administration 53016 Redaktion 53077 und Osteuropa ist eS, die Arbeiter dieser Gebiete vor dieser Illusion zu bewahren und darüber hinaus auf die Regierungen ihrer Staaten einen solchen Einfluss zu gewinnen, dass diese ihre äussere und innere Politik von dieser Illusion freihalren. Und damit kontmen wir zu einer anderen Illusion, die darin besteht als wäre es derzeit di« wichtigste Aufgabe sozialdemokratischer Parteien, die rein propagandistische und agitatorische. Nicht daraus kommt es jetzt an, bei einer Wahl ein paar Stimmen mehr zu erhalten, sondern darauf, in dlesen Zeiten schwerster und weittragendster Bedeutung, m denen es um Sein oder Nichtsein der Arbeiterparteien geht, einen solchen Einfluss zu erringen oder zu behaupten, der die Politik des Staates m einer der Erhaltung des Friedens und somit der entschiedensten Bekämpfung des Fascis- mus im inneren wie auch nach außen dienenden Richtung bestimmt. Es wäre verlockend, sich in diesem Zusammenhänge mit der Politik eltva der französischen Partei zu befassen. Man»ruß fürchten, dass auch diese Politik nicht ganz frei von Illusionen ist. Es gibt nur ein einziges Mittel, den kommenden Krieg zu verhindern: Die absolute, kompromisslose Ablehnung aller deutschen Versuche zu einer Aenderung der FriedcNsverträqe, insbesondere der Aufrüstung, strengste Anwendung aller nach dem Friedensvertrage zulässigen Sanktionen gegen ein den Friedensverirag verletzendes Deutschland. Tas.alle- abers solange noch Zeit dazu ist. Und vor allem: Eine solck>e Politik müsste begleitet sein von dem feierlichen Versprechen, einem demokratischen Deutschland jene Gleichberechtigung einzuräumen, die man dem faseistiichen unter allen Umständen versagt, und damit die B-'rsäumnisse der Nachkriegszeit nachzubolen. Alle Sanktionen müssten ausdrücklich dem nationalsozialistischen Deutschland gelten. An der Spitze dieses Kampfes müssten überall die sozialistischen Arbeiter sielten. Geschieht dies nicht, so ist ein Krieg kaum zu vermeiden und dann bleibt nur die andere Alternative — rüsten, rüsten und wieder rüsten! Und dann wird Europa eines nichi allzu- fernen T.tgeS vor der furchtbarsten Katastrophe eines Krieges stehen, gegen den der Weltkr'eg ein wahres Kinderspiel>var. Diejenigen, die heute die Wirklichkeit nichi scheu und Illusionen unterliegen, trehmen eine ungeheure Verantwortung auf sich. Dr. L arl Heller. Flugzeug zerschellt a« Funkantenne iv Todesopfer einer FlugkaMropde bei Brügge. Ab 1. Jänner 1934 befinden sich folgend« Kanzleien in Prag X»., Slezshö ul. Nr. 13 (Telephon Nr. 53.919) An diese Adresse sind daher Zuschriften folgende Stellen und Genossen zu richten: Selretaria: der deutschen sozialdemokratischen Arbeiteepariei Parteworstand der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Zentralstelle iür das DildungSweien Abg Siegfried Taub Ernst Paul, Dr. Emil Franzet ür di« Gemeinden und für alle öffentlichen Körperschaften. Wir sind bereit, imS nicht nur vor den Arbeitern und Angestellten, sondern auch vor den Massen des Landvolks mit den Ständepolitikern t über die Frage auSeinanderzusetzen, ob das allgemeine Wahlrecht zugunsten eines Pluraltvahlrech- teS abgeschafft werden soll. Die kleinen Leute im Dorfe tverden sich gewiß für die Sache sehr inter-: essieren, denn sie kennen den„Segen" des Plural»' Wahlrechtes noch ans jener Zeit, da die Gemeinde- Vertretungen auf Grund des WahlkörpershstcmS. zusammengesetzt wurden und da im Staate rein 1 formal— von den direkten Einflüssen gar nicht zu reden— eine Kurie der Großgrundbesitzer oder der Handelskammern soviel Recht cmSüben konnte, wie da- ganze arbeitende Volk. Auch vor der Bauernschaft ist das letzte Wort über die politischen Freiheitsrechte noch nicht gesprochen. Herr Hilmer, der sonst gewohnt ist, sehr inS Detail zu gehen, verschweigt nämlich, dass sein i Programm eines gemäßigten StänvefaserSmuS, nur mit den Mitteln der Diktatur zu ver» wirklichen wäre. Kommt es aber zu einer Dikta». tut, daun wird auch über di« Bauern diktiert. 1 Cs gab nur eine Bauerndiktatur, di« bulgarische, und sie ist nach kurzer Herrschaft zusammengebrochen. In welchem der diktatorisch regierten Staaten ringsum gibt eS aber die Freiheit selbst einer ständisch gegliederten Jnteresserrvertretung? Sind die Korporationen in Italien oder die Fachschaf« len in Deutschland Statten einer freien Willensäusserung der Arbeiter mrd Bauern? Oder sind sie nur die völlig bedeutungslose Dekoration der Alleinherrschaft einer Partei? Herr Hilmer wird daraus wohl kaum eine klare Antwort geben und" so sei wenigstens an die Adresse seiner Anhänger gesagt: Wenn es keine politische Gleichberechtigung mehr gibt, können auch die Bauer» daS Gewicht ihrer Zahl nicht mehr in di« Waagschale werfe» und sie sind genau so entrechtet, wie die Arbeiterschaft. Der in unserem Lande alS Emigrant weilend« polnisch« Bauerrrführer Wito» könnte da» au« eigener Erfahrung bestätigen. Auch namhaft« österreichische Bauernsuhrer haben bereits erklärt, daß ihnen die Demokratie lieber ist, als die unkontrollierte Herrenwillkür bankrotter Großgrundbesitzer, Industrie« und Bankmagnaten. Die nailonalpollttsthe Seife des Problems i Wehmütig hat Herr Hilmer seiner Schilde- l rung deS ständischen ZukunsSstaateS hinzugesügt: „Allerdings muss berücksichtigt werden, dass diese Arbeit nur langsam vor sich gehen wird, weil die Deutschen in der Tschechoslowakei ja nur eine Minderheit dorstellen und di« Tschechen noch nicht in gleicher Weife arbeiten. Wenn wir uns di« tschechischen Organisationen vor Augen halten, so scheu wir, dass aus tschechischer Seite dir parteipolitischen Organisationen am stärksten ausgebildet sind, dass die tscheclnschen Laudivirie, di« über ein gutes GeuossenschaftLivesen verfügen, auch gute Fachorganisationen besitze», aber keine über den Parteien steheilden Berufsorganisationen nach dem Muster unserer beruflichen Vereinigungen und dass sie auch keine überparteiliche Jugendorganisation haben, vielmehr besonders ihre Jugend varlei- polilisch gegliedert ist." Ein wahrer Stoßseufzer geradezu, daß das tschechische Volk noch immer demokratischer ist alS die Sudetendeutschen. Damit tritt Herr Hilmer in die Reihen derer, die als Wartstihrer einer ng- tionalen Minderheit darüber Klage führen, daß es in diesem Staate noch zuviel politische Rechte gibt. Niemals haben uns wir Sozialdemokraten der Problematik des demokratischen NechiökampfeS einer nationalen Minderheit verschlossen. Wir kennen die Mängel der tschechaslowakschen Demokratie, aber welche Chancen tauschen die Sudetendeutschen ein, wcim sie den Boden der formal politischen Gleichberechtigung der Slaawbürgcr freiwillig verlassen? Kann nach den Erfahrungen, die mit der bescheidenen Autonomie der deuischeu Sektionen in den böhmischen und mährischen Landeskulturräten gemacht wurden, ein Mensch mit gesunden Sinnen glauben, daß beispielsweise die tschechischen Agrarier die nationale Autonomie in einem gemischtnationalen Ständestaat geraniic- ren würden? Mit Hilfe eines durchorganisierteil Parteiwesens und auf dem Bode» der Demokratie hat das tschechische Boll seine Selbständigkeit errungen und seinen Staat auSgcbaut. Wer nun als Deutscher in diesenc Lande nach einem Plural- ivahlrechi ruft, wer daS Schicksal einer Minderheit einer auf die zufällige militärische und wirischaft- lche Machtverteilung begründeter: Willkürherr- jckzasl ausllesern will, begeht Hochverrat am eigenen Volke. Das muss auch einmal den Tlände- poliiikerii gesagt werden, dass dort, wo sic in blindem Egoismus und nur in der Sucht, die arbeitenden Massen in Stadt und Land politisch zu entmachten, den Boden der Demokratie verlassen, das Totengräberwerk an de» letzten Minderheitsrechten der Sildetendentschen beginnt. Mit einer Viertel- oder Achteldemokratie für di« eigenen illolksgenossen kann man dem Nachvarvokk gegen- sibcr keinen GleichberechtigungSansprl-c- gr üude». W. I. effengruppen Sektionen bilde», denen«in« neu« Sektion der Angestellten und Arbeiter anzugliedern wäre. Diese Hölle in gewissen Fällen gesondert abzustiinmen. Grundsätzlich soll di« Gliebe- ruiig die sein, dass zum Beispiel die Handels- k a in in e r n in di« Sektionen Handel, Gewerbe, Industrie zerfallen, von denen jede aus den gleichberechtigten Kurien Unternehmer und der Dieufigeber besteht. Demnach will also die famos« Ständrbcmo- kratic des Landstaiides die Arbeitevschaft als selbständigen Faktor aus den wirtschaftlichen Jnter- cssenkämpsen auSschalien. Gnädigst wird ihr bewilligt, in den offenttich rechtlichen Organi- lalionskörpern der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft in je einer Kurie als Anhängsel mitlun zu dürfen. Zu gütig, Herr Hilmer! Der Sinn dieser Kurieneinteilung tvär« der, dass die Arbeiter und Angestellten in Unternehmer-Angelegenheiten gar nichts dreinzureden hchben, während sich di« Unternehmer gleichberechtigt in alle sozialen Fragen einmischen dürfen. Denn so ungefähr stellt sich Herr Hilmer di«„Meichbercch- tigung" der Stände vor: „In Fragen des Dienstrechi«-, der Sozialversicherung und ähnlichen, di« materiellen Interessen der Arbeitnehmer besonder» berührenden Angelegenheiten würden im Rahmen der einzelnen Kammern Unternehmer und Arbeitgeber al» selbständig« und paritätische Gruppen einander gegenüberstehen, so dass eine Majorisierung der«inen durch bi« and«- ren verhütet wird." Plura!-„DemoJfratte“ Und wer jetzt noch zweifelt, dass HilmerS Ständcprogramm echt demokratischen Geist atmet, der les« noch die staatsrechtliche Verheissung: „Zur Erledigung jener Fragen, bzw. jener Fälle, in welchen«ine Einigung zwischen den Arbeitgeber- und Ardeitnehmerkurie» nicht z» erziele» ist, soll ein au» direkter Wahl, aber mit Pluralstimmrrcht gewähltes„Bolkshaus" berufen fein." DaS Wort„Volk-Hau-" ist schon im Original unter Gänsefüßchen gesetzt. Wahrscheinlich zur Vermeidung von Irrtümern. Di« machlpolitifcycn Entscheidungen innerhalb der Gesellschaft sollen hiernach nicht etwa einer demokratisch gewählten Volksvertretung Vorbehalten sein, sondern nnem „Bolkshaus", gewählt mit Pluraltvahlrecht. Herr »iliner wird sich hüten, näher zu schildern, wie das von ihm propagierte Pluralrecht beschaffen wäre. Er kann sich jeden Beschönigungsversuch ersparen, denn schon mit der blossen Erwähnung diese- aus Altösterreichs Zeiten berüchtigten Wortes bat er den schlüssigen Beweis erbracht, dass jede Konkretisierung des ständischen Progvam- mes zum Pazifismus hinsührt. So dumm sind dl« Arbeiter, HauSker und Kleinbauern denn doch nicht, dass sie hinter solchen verschämten Andeutungen nicht den llaren Wille« erkennen würden, di« staatsbürgerliche und politische Gleichberechtigung der besitzlosen und minderbemittelte» BolkS- uiassen zu zerstöre». , Die Herren Ständepolitiker werden sich schon , der Mühe unterziehen müssen, den Arbeitern und Häuslern näher zu begründen, warum der arber- , lende Mensch von chnen alS minderwertig ' angesehen wird, zn wessen Vorteil er zu ' einem Staatsbürger minderen Rechts degradiert \ tverden soll. Sehnen sfd! die Dauern nadi dem allen Jodi? DaS von Besitz- und Intelligenzprotzen her- beigesehnle Pluraltvahlrecht würde ja nicht mir für daS famose„Bolkshaus" gelten, sondern auch nimmt a«, dass der Nebel i« diesem Augenblick so dicht war, daß der Flugzeugführer den Turm erst im Augenblick deS Zusammenstoßes sah. Augenzeugen eilten sofort an die Unglücksstelle, um veu Passagieren zu Hilfe zu komme», aber das Flugzeug bildete nur noch«ine Riesenfackel, wodurch die Bemühungen der Retter vergeblich gemacht wurden. * Da» verunglückte Flugzeug ist englischer Nationalität. Die Passagiere und die Flugzeug, besatzung sind ebenfalls zumeist Engländer. Drei von ihnen waren i» Köln und fünf in Brüssel eingestiegen. Rach den bisherigen Feststellungen sind in Köln ein Fri. D i S m o n t und«in Mr. A o u n g, beide Engländer, sowie ein Herr Di e s, der Skandinavier ist, in daS Flugzeug eingestiegen. Bon den in Brüssel einaestiegenen fünf Passagieren waren drei Engländer und einer Pol». Sin deutscher Staatsangehöriger hatte daS Eine Herausforderung der Arbeiter und Kleinbauern| Will der Bund der Landwirte alias»Landstand“ die Toten grdberarbeit der Hakenkreuzler fortsetzen? sozialdemokratischer Presse u Redaktion„Sozialdemokrat" „BolkSsreund" „Zukunft" „VolkSstimme" WarnSdors „Dolkswille" Brünn „VolkSjtimme" Preßburz „Freigeist" „Tribüne". „Freie Gemeinde" „Gleichheit" „Kuckuck" „Unzufriedene" „Bunte Woche" „Rundfunk" Freier Radiobund Jnseratei'büro der Arbeiterpresse GemeindeberarungSstelle * The^redakteur Wilhelm Niessner Redakteur Herr Spina ist auf di« vssen« Frage, wie sich sein demokratisch sein wollendes stärrdepro- gramm zur Frage der freien Selbstbestimmung der Arbeiterklasse und ihrer OrganisationösormLN stelle, bisher die Antwort schuldig geblieben. Ginge cs ihm nm die tiefere Verankerung der organisierten Berussvertretung im demokratischen Staatsleben, barm könnt« er die Notwendigkeit von Arbeiterkammern neben Bauern- rurd Gewerbekammern ohne weiteres bejahen. Nun ist ja die Einführung einer Ständeverfassung keines-. tvegS ein aktuelles Politisches Problem mrd die Weiterexistenz der deutschen Arbeiterbewegung dieses Landes hängt ja zum Glück erst in letzter' Linie von der persönlichen Wohlmeinung der Landstand-Führer ab. Es geht aber um eine: Grundsatzfrage, von deren Beantwortung di« Stellungnahme der Arbeiterklasse zur land-, ständischen Bewegung abhängt. Will der Land-< stand«in« Reform der wirtschaftlichen Interessenvertretung in der Demokratie, dann läßt sich vor der breitesten Dolksöfsentlichkeit darüber diskutieren. Will«r aber unter londständifcher Tarnung fascistisch« Politik machen und di« Bauern als Sturmbock gegen die Rechte der Arbeiter und Klcinlandwirte mißbrauchen, dann ist damit die Herausforderung zu einem politischen Ringen innerhalb deS deutschen aktivisrisck>en Lagers ausgesprochen, das wir mit schonungsloser Konsequenz auch innerhalb der Landbevölkerung durch- scchten werden. Wo also ist die Trcnnungsllnle zwischen Siandcdemohrnde und Siandeladsmus? Dies« Frage wird erneut orrfgeworfen durch einen Vortrag, den der Führer der deutschmährischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Herr Hilmer, unlängst ans ecnem Führerlehrgang der landständischen Jungmannscl-ast in Bad Ullersdorf«halten hat und der in der.Landpost" oom 12. Dezember kommentarlos nachgedrucki wird. ES muß zunächst nach der formal«« Sru« hin di« merkwürdige Tatsache konstatiert werden, daß dieser Bortrag HilmerS zur guten Hälfte auS dem nachzitierten Artikel eine» österreichischen GenossenschaftSblatteS besteht. Wer Hilnrer kennt, der wird unserer Meimrng beipflichlen, baß«S dieser rede- und fchriftgervandle Wortführer der dcuischagrarischen Bewegung Mährens eigentlich nicht notwendig hält«, so umfangreich« geistige Anleihen zu machen, wenn er eine jugendliche Zuhörerschaft über das Wesen der Stänoepolitik uilterrichten soll. Hilmer hat damit zweifellos seine eigenen Ansichten vertreten und man ist um so mehr zu dieser Annahme berechtigt, als cr den betreffenden Aufsatz ohne jeden Vorbehalt als Kernstück seines Vortrages übernommen hat. In dieser vorsichtigen Form gibt.Herr Hilmer die AnNvort, di« uns-Herr Minister Spina bisher schuldig geblieben ist, nämlich dass die agrarische Ständebewegung wohl Land- wirtschastSkammern fordert, dagegen A r b e i» terkammer» ablehnt und in weiterer Konsequenz auf di« politische Entrechtung der Arbeiter und Kleinbauern hinzielt. Was man den Arbeitern zumute! Hilmer zitiert zustimmend folgend« Darstellung deS geplanten österreichischen Dersassungs- oltroiS: „Soweit bisher begannt geworden ist, soll di« Ständeverfassung tunlichst aus den bestehenden Wirtschaftskammer» ausgebaur werden. Neben den Handels- und LanbwirkschastSkamrnerrr soll ein« dritte Kammer als.Kammer der sreien Berufe" geschossen werden, während dir Arbeiterkammern in di« drei anderen aufzugehen hätte». Di« Organisation der neuen Kammern soll nach dem Muster der Handelskammern in der Weif« erfolgen, daß di« großen Intec- Ucbcrsicdlungsonzclgc Ab 1. Jänner 1934 befinden sich unsere Kanzleien und die Druckerei in Prag XII., rodiova ir. 621. An diese Adresse sind daher alle Zuschriften für folgende Blätter, Bereinigungen und Genossen zn richten: Vereinigung Verwaltung Sette 8. Sonntag, 81. Dezember 1938. Nr. 825 Die Gewerkschaften gegen den Fascismus Die Gewerkschaftspresse verösseatlicht folgende Kundgebung der Zeotrolgewerk- fchoft-kommissiou de» Deutsche« Lewerkfchastttmrdes: Arbeiter und Angestellte! Die nun vier Jahre schwerster Wirtschaft?-' krise sind in jeder Beziehung zur größten Belastungsprobe für die freien Gewerkschaften geworden. Seit unserem Wirken in der Tschecho« stowakischen Republik haben wir bei Ereignissen, welche die Gesamtheit der sreigewerkschaftlich\ organisierten Arbeiter und Angestellten betrafen, ost da« Wort genommen. Die Geschehnisse der! letzten Zeit erfordern daS nun wiederum an der! Wende oieseS Jahres. Die Gewerkschaftsbewegung unseres Landes, steht im Kampfe nm die Erhaltung der Rechte und Errungenschaften auf der» Gebiete der Lohn- und S o»i a l p o l i t i k. Wie in allen kapitalistischen Ländern, in denen durchgehends die Krise herrscht, versuchtett die gegnerischen Kräfte auch bei uns das heutige Wirtschaftssystem durch den Abbau der Löhne und Gehälter und durch die Verschlechterung der sozialpolitischen Gesetze zu stützen. Vermochten wir auch nicht alle Vorstöße, die gegen die Arbeiter und Angestellten unternommen wurden, zu verhindern, so gelang es dem zähen Kampfe der freien Gewerkschaften doch, die schwersten Anschläge des Unternehmertums und der politischen Gegner der Arbeiterklasse abzuwehren. Die Organisationen des Deutschen Gewerk- schaftSbnndeS gemeinsam mit den tschechischen freien Gewerkschaften haben Höchstleistungen im Kampfe um die Lebenserhaltung der Arbeiter und Angestellten erbracht. Do« den Aufgaben, die unS immer oblagen, ist natürlich infolge der Massenarbeitslosigkeit die ArbellslosenlUrsorge an die erste Stelle gerückt. Als das Gesetz über den Staatsbeitrag zur gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützung in Kraft trat, haben die Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes ihre Finanzen und ihren Verwoltungsapparat darauf eingerichtet. Damals stellten wir fest, daß dieses System der staatlichen Arbeitslosenunterstützung nur für normale wirtschaftliche Zeiten gelten kann und wir wiederholten diesen Standpunkt am Beginne der jetzigen großen Wirtschaftskrise. Die Gewerk-' schäften waren aber gezwungen, mit dieser ungenügenden staatlichen Arbeitslosenfürsorge eine Aufgabe des Schutzes der Krisenopfer auf sich zu nehmen, die heute weit über ihren Rahmen hinaus geht. Es ist nicht überflüssig, auch hier einige Ziffern sprechen zu lassen. ES verausgabten die Verbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes insgesamt: lks gewettschaftl. Ki im Jahre Arbeitslosen Staatsbeitrag unterstützung (Slaotszuschuß) 1929.. . 4,379.324 6,072.680 1930.. . 10,078.389 21,257.050 1931.. . 16,149.367 61,901.378 1932.. . 29,579.045 114,284.135 1933(bis Ende Nod .) 37,162.158 138,422.797 Aus diesen Ziffern sind die großen Leistungen ersichtlich, die unsere Verbände erbrachten, um den Mitgliedern die staatliche Unterstützung zu sichern und sie vor der völligen Verelendung zu schützen. Aber auch die Arbeitsleistung, welche die Verbände für die eigene nnd die staatliche Funktion der Arbeitslosenunterstützung erbringen mußten, ist enorm. Sie findet leider selten die Anerkennung, die sie verdient. Wir würdigen mit Dank die Unterstützung, welche die sozialdemokratischen Parteien, ihre Vertretungen tm Parlament und in der Regierung den Gewerkschaften ttnd den Arbeitslosen widmeten, indem sie seit ihrer Mitwirkung in der Staatsverwaltung im härtesten Kampfe mit den gegnerischen Kräften die Verbesserung des Gesetzes über den Staatsbeitrag im Jahre 1930 durchsetzten. Infolge der fortwährenden Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage fällt in dieses Jahr die bedeutende Kürzung der staatlichen Arbeitslosenunterstützung, die sich wohl zum Teil aus der mißlichen Lage der Staatsfiuanzen erklärt, die aber vor allem auch betrieben wurde von der bürgerlichen Reaktion in der Arbeitslosenfür- sorge. Dem gemetnsamen Kampfe der freien Gewerkschaften mit den vorgenannten Parteien ist eS aber zu danken, daß noch tveitere Verschlechterungen verhütet wurden. Gemeinsam mit den Freunden der freien Gewerkschaften haben wir unS tm Verlause der Wirtschaftskrise wiederholt bemüht, Wegweiser ouS dem wirtschaftlichen Chaos der Gegenwart zu sein. Unsere Tagesarbeit war und ist erfüllt von Bemühungett für die Erhalt u n g d e S Arbeitsplatzes, um die Verkürzung der Arbeitszeit als nächstes Mittel zur Wiedereinstellung der Beschäftigungslosen in die Betriebe und um die Verbesserung der Altersversicherung zum gleichen Zwecke. Unsere Funktionäre und Vertrauenspersonen leiste» diese Arbeit mit Umsicht, getragen von dem Vertrauen und von der Treue unserer Mitglied- schaften. So sehr aber die freien Gewerkschaften in ihrer Bedeutung gestiegen sind, so groß ist trotzdem leider noch die Zahl der Arbeiter und Angestellten, die abseits von uns stehen oder verwirrenden Schlagworten aufs neue verfallen sind. Vor Jahren war es der Bolschewismus, der auch in unserem Lande die Weltrevolution onkündigte und zugleich die sozialistische Arbeiterbewegung, Gewerkschaften und Partei, spaltete. Seine Bilanz ist die Schwächung der Arbeiterund Anaestelltenklosse und Unfruchtbarkeit auf allen Gebieten der Interessenvertretung des Pro letariateS. Ein neuer noch weit gefährlicherer Feind aber ist für die freien Gewerkschaften der fasdsmus Vor zehn Jahren ist ihm als erste die Gewerkschaftsbewegung Italiens zum Opfer gefallen. Weit schwerwiegender im internationalen Maßstabe, aber auch gefahrdrohender für unser Land, ist der deutsche FaseiSmuS, der m diesem Jahre zur Herrschaft gelangt ist in Form der lllllcr*Dih(otur Von ihr sind im Zeichen deS Hakenkreuzes die großen freien Gewerkschaften Deutschlands, die in schwerster Zeit seit dem Bestände der deutschen Republik für die Arbeiterklasse Hervorragendes vollbracht hatten, vernichtet worden. Ihr Eigentum wurde mit brutalsteut Terror geraubt, ihre Funktionäre»u Tausenden in Gefängnisse und Konzentrationslager geworfen. Dort sind sie mit vielen anderen Menschen, die für die Freiheit und für die Demokratie gekämpft haben, unsäglichen Qualen und Mißhandlungen ausgesetzt, die bei jedem gesitteten Menschen in der ganzen Welt t i c f• ft c n Abscheu erwecken müssen. Aber nicht nur die Arbeiterbewegung, sondern daS ganze deutsche Volk, heute regiert von Sadisten und Untermenschen, verspürt nach wenigen Monaten der Herrschaft de» Hakenkreuzes die Segnungen des„Dritten Reiches" g a n z a n d e r S» als sie der Welt verkündet werden. Alles unterliegt der Gleichschaltung, die Gesinnung, da» Geistesleben und die Kultur, auch das Familienleben. Rauschende Feste, ölige Deklarationen und eine gleichgeschaltete Presse vermögen aber nicht darüber hinwegzutäuschen, daß unter dem Nationalsozialismus das deutsche Volk int Elend versinkt. Für die Arbeiterklasse Deutschlands ist die Lüge des Nationalsozialismus bereits offenkundig. Der Arbeitsplatz ist zum Privilegder nationalsozialistischen Parte» geworden, Arbeitslosen- und Sozialversicherung werden a b- gebaut, die Tarifverträge hinfällig gemacht. Die organisatorische Selbstverwaltung der Arbeiter und Angestellten ist beseitigt. Die sogenannte„Deutsche Arbeitsfront", der auch die Unternehmer angehören, ist das Instrument der gemeinsamen Herrschaft der staatlichen und der Ünternehmerdiktatur über die Arbeiterklasse. Zieht man noch in Betracht, daß die wahnwitzige Herrschaft der Hitler-Diktatur allen Anzeichen nach zu einem blutige» Kriege führen muß, so sind damti die Perspektiven deS neuen Systems im Dritten Reiche— wenn auch in knappster Form— gebührend umschrieben. Es ist am Ende dieses Jahres unser sehnlichster Wunsch, aber auch unsere begründete Hoffnung, daß die Arbeiterschaft Deutschlands nicht dauernd die faseistische Sklaverei ertragen wird und daß trotz furchtbarster Unterdrückung aus ihr wieder die Kräfte zur Be- seitigungdieseS fluchwürdigen Sy- st e m s erwachsen werden. Der nationalsozialistische Rausch in Deutschland wirkte sich über dte Grenzen atts und verbreitete sich auch in den deutschen Gebieten der Tsdiedioslowaidsclien Republik Die deutsche nationalsozialistische Arbeiterpartei stellte sich eiligst in oen Dienst des Hitler- lums. Aber auch das deutsche Bürgertum aller Schattierungen freute sich über den Sieg des HitleriSmus in Deutschland und propagierte seine Nutzanwendung bei uns zulande. Ging es doch, das spürten unsere Hakenkreuzler und Deutschbürgerlichen sofort, gegen die Arbeiter und Angestellten, gegen ihre Kampforganisationen und gegen den wahren Sozialismus. Das Wort vom „frischen Winde", der in Deutschland wehe und artch bei itnS wehen sollte, wurde aitch für manche deutsche Bürger geläufig, die sich Demokraten nenne». Die freigewerkschaftliche und sozialistische Arbeiterschaft in den deutschen Siedlungsgebieten verspürte sehr bald am besten den gefährlichen „Grenzdienst", der sich zwischen dem Hakenkreuz von Huben und drüben entwickelte. Sie ist im Verlaufe der letzten Monate zum beste» Kämpfer für die Erhaltung der demokratischen Staatsverfassung der Tschechoslowakischen Republik geworden. In der tschechischen Nation unseres Landes steht die große Mehrheit zur Erhaltung der politischen Demokratie und ihrer darauf aufgebouten staatlichen Verfassung. In dem Zusammenwirken der Kräfte für die Sicherung der demokratischen Verfassung kam eü durch Beschlüsse von Regierung und Parlameitt zu außerordentlichen Maßnahmen, die ergriffen werden mußten, um die Gefahr der hakenkreuzleriscken Agitation zu bannen. Die deutsche nationalsozialistische Partei verfiel der Auflösung, die Tätigkeit der deut scheu Nationalpartei wurde eingestellt. I» engster Verbindung mit der ersteren standen seit jeher die deutschen nationalsozialistischen Gewerkschaf, ten, von denen der„Gewerkschaftsverband deutscher Arbeiter", der„Deutschsozialistische Bergarbeiterverband", die„Gewerkschaft deutscher Eisenbahner" und die GewerkschaftSzcntrale dieser Verbände„Verband deutscher Gewerkschaften" aufgelöst wurden. Ten Organisationen deS Deutschen Gewerk schaftSbundeS ist die Mission der nationalsozialistischen Gewerkschasten von einst und jetzt wohlbekannt. Einstmals die„Gelben", welche den Unternehmern Streikbrecherdienste lei steten, sind diese Auch Gewerkschasten im Wandel der Zeit nun die Sammelpunkte für den deutschen Foseismus in der Tschechostowakischen Republik geworden. Es gelang ihnen, durch demagogische Ausnützung der wirtschaftlichen Not unserer Zeit Arbeiter und Angestellte in größerer Zahl einzufangen. Zugute kam ihnen hiebei die besondere Einrichtung unserer staatlichen Arbeitslosenfürsorge. Nach der Auflösung einiger der deutschen nationalsozialistischen Gewerkschasten kommt es zu einer sehr bemerkenswerten Art von Neubildungen Aus ihrem Schattendasein taucht die Reichsvereinigung der deutschen Gewerkschaften, die früher alle deutschnationalsozialistischen Gewerkschaften umfaßte, aus und bemüht sich tim die Mitglieder der auf- gelösten Verbände. Ein weit interessanteres Unternehmen ober ist die von deutscher agrarischer Seite, vom Bund der Landwirte, unternommene Gründung eines„Gewerk- schaftsverbandcs deutscher Arbeitern nd Angestellten", die sich am Anfänge des Monates Dezember vollzog. Es ist be- zeichnend, daß fast zur gleichen Zen, als die Auslösung der dre» nationalsozialistischen Verbände erfolgte, bereits daS Statut der vorgenannten neuen Organisation durch das Innenministerium genehmigt wurde. Um den merkwürdigen Zusammenhang zu begreifen, sei daran erinnert, oaß in der Organisation der deutschen Agrarier eine große Strömung und viel Begeisterung für den Hitler-Fascismus herrschte. Ganz unverhüllt bemüht sich nun der Bund der Landwirte, indem er seinen Generalsekretär an die Spitze der neuen Gewerkschaft stellt, um die Uebernahme der nationalsozialistischen Bestände der aufgelösten Organisationen. Er übernimmt aber nicht nur die landwirtschaftlichen Arbeiter und Angestellten, sondern bildet eine eigene Nachfolgeorganisation für alle Mitglieder der aufgelösten national- sozialistischen Verbände, nicht um ihre wirtschaftlichen Interessen zu vertreten, sondern um sie in den agrarischen Fascismus einzugliedern. Zieht man noch in Betracht, daß die deutschen Agrarier die ärgsten Gegner einer jeden Sozialpolitik sind, so ergibt sich offenkundig, Reichenderg, Ende Dezember 1933. Was DoSlfuo nicht hören will... Wien, 80. Dezember.(Eigenbericht.) Ter Parteivorstand der österreichischen Sozialdemokratie hat eine» Neujahrsaiifruf an die Arbeiterschaft erlassen, aus dem die Staatsanwaltschaft bezeichnender Weise folgende zwei Stellen konfisziert hat: „Unsere SiegeSgewißheit stützt sich aus euch, Genossen und Genossinnen. Ihr habt in diesem Jahr des schwersten Druckes unsere Organisationen unerschüttert erhalten, ihr habt euch den neuen Kampsbedingungen, die schwere Opser erheischen, angepasjt, ihr seid entschlossen, euch nicht das Schicksal der deutschen Arbeiterklasse bereiten zu lassen." „Gruß allen, die in den Gefängnissen faseistischer und reaktionärer Regierungen ihre Treue zum Sozialismus bekunden." Genosse Dr. Verkant gestorben Wien, 30. Dezember. Heute ist der vormalige sozialdemokratische Reichsratsabgeordnete Doktor Leo Verkauf im 76. Lebensjahre gestorben. Doktor Verkauf war unter den ersten 13 Sozialdemokraten, die in den früheren österreichischen ReichSrat gewählt wurden. Ausgestellt war er von der fünften Kurie deS Wahlkreises Eger. Ole amerikanische Arbeitslosigkeit wächst wieder rapid. Washington, 30. Dezember. Der Sekretär des amerikanischen ArbeiterverbandeS Green erklärte, daß sich die Zahl der Arbeitslosen im November nnd anfangs Dezember schneller vergrößert habe als zu irgendeiner Zeit seit Jänner d. I. Die Zahl der Arbeitslosen im November wird Von dem Verbände aus 10,702.000 berechnet. An alle Abonnenten nnd VersdilelOer! Anläßlich deS Dtaatsscicrtages an» Montag, von I. Jänner 1034, wird im Buchvrucktrgewerbe nicht gearbeitet und entfällt vafte« unsere Ausgabe am DienStag, den 2. Jänner 1034. Unsere nächste Nummer erscheint erst am Mittwoch, den 3. Jänner 1034, zur gewohnte« Stunve. daß die Mitglieder der aufgelösten Gewerkschaft ten, die der deutsche Landbund für seine„Gewerkschaft" gewinnen will, nur für die Politischen Zwecke der Agrarier mißbraucht werden sollen. Schließlich bemühen sich noch die d e m t• scheu Christlichfozialen stark um die Mitglieder der aufgelösten Gewerkschaften und auch hier trifft zu, daß die deutsche christlichsoziale Presse und ihre politischen Faktoren bis in die jüngste Zeit der Hitler-Diktatur ihre Freund- schäft bezeugten. Diesen Erscheinungen au« unserem Kampfe gegen den deutschen FasciüuruS sei, soweit die ge- werkschaftliche Frage in Betracht kommt, unser Standpunkt gegenübergestellt. Tic Mitglieder der aufgelösten deutschen na- tionalsozialistischen Gewerkschaften haben Bcr- cinigunge» angehört, deren Aufgabe in erster Reihe darin bestanden hat, die faseistische Be- weaung gegen die Demokratie in den deutschen Gebieten der Republik zu stärken. Auch Arbeiter rind Angestellte in größerer Anzahl den politft schen Zwecken der Hakenkreuzler dienstbar zu machen, daS war der Hauptbeweggrund für die Tätigkeit der antimarxistischen Gewerkschaftsgebilde. Wollen sich die Mitglieder der aufgelösten Verbände in Zukunft nicht wieder zu ihrem eigenen Schaden für die unS feindlichen Pläne bürgerlicher Parteien mißbrauchen lassen, nonn gibt es lUr sie nur den Weg In die freien Gewerkschaften! Die Verbände des Deutschen GewerkschastS- bundeS stehen den aufrichtig gewerkschaftlich gesinnten Mitgliedern der aufgelösten nationalsozialistischen Verbände, die sich melden, offen! Sie werden ihnen gute Sachwalter ihrer wirtschaftlichen und sozialen Interessen im Sinne deü Programme- der freien Gewerkschaften und ihrer Satzungen sein. Wer nur, angelockt durch Sch lag Worte unter allerhand VorsPiegelungcndemFascimusGe- solg schäft leistete, der schließe sich endlich, um sich vor neuen Enttäuschungen zu bewahren, der Gemeinschaft der freien Gewerkschaften an. An unsere Mitglieder richten wir den Appell, im Sinne dieser Ausführungen zu wirken. Darüber hinaus wird uns das neue Jahr vor die Fortsetzung der hier gekennzeichneten Aufgaben im Kampfe gegen die Wirtschaftskrise stellen. Wir rsmen nul Eure bewahrte Treue und Mitarbeit! Vandervelte für Frankreich Paris, 30. Dezember. D«rs Blatt„Oe Jour" veröffentlicht einen Artikel des Präsidenten der Zweiten Internationale Bandervelde, welcher schreibt: Deutschland rüstet— eine Tatsache, die jehc andere Situation überragt. Wenn wir Frankreich als einzige Großmacht vor Augen sehen, die neue Rüstungen Deutschlands verhin- dcnr will, dairn sind wir der Meinung, daß wir mit Frankreich absolut einig sein müssen. Ausnahmszusland über ganz Argentinien verhängt Buenos Aires, 30. Dezember. Rach Ausstandsversuchen in vielen Teilen deS Staates, namentlich in der Stadt Rosario im Bezirke Santa FL, wurde der Belagerungszustand über ganz Argentinien verhängt. Bei Zusammenstößen in Rosario wurden zehn Personen getötet und viele verletzt. Tie Aufstände wurden von den Führern der Radikalen Partei, namentlich vom ehemaligen Präsidenten Mareelo de Alveor, ongezettelt. Kurz vor Verkündung deS AusnahmSzustandes veröffentlichte die Regierung ein KommuniquL, in welchem mitgeteilt wurde, daß der A u f» stand unterdrückt sei und im Lande Ruhe herrsche. Der Belagerungszustand gibt den Militärbehörden große Macht in die.Hand, berechtigt sie aber nicht zu standrechtlichen Aktionen. Den letzten Meldungen zufolge sind in den Provinzen Santa Fs und Carcarana neue Unruhen auSgebrochen. Di« Regierung der Provinz Santa Fö hat die Verhaftung de» ehemaligen Präsidenten Al- vea r angeordnet, Zwei Oberste und mehrere andere Offiziere, die in die Ausstandsbewegung | verwickelt sei» soüerr, sind verhaftet worden. Zentralgewerkschaftskommission des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Tschechoslowakei Erste Nazi-Bilanz in Miners..uohemla" Der prachtvolle Herr Ren 6 Krau- aus Berlin, der, wenn r» ihn nicht schon gäbe, für die„Bohemia" eigen» geschaffen werden müßte, damit jemand da sei, der den Leitartikel dieses Blattes auf einer Linie erhalten kann, mit der das Dritte Reich einverstanden sein mag und die der„Bohemia" in der Tschechoslowakei gerade noch als zulässig erscheint, um so im Demokratenhut für den FazciSmu» zu werben— dieser Rene Kraus nun charakterisiert gestern an der ihm gebührenden Stelle das erst« Jahr der Hitlerregie- rung. Herr Krau» und mit ihm di«„Bohevna" helfen sich bei dieser Bilanz mit Wenn und Aber, die durchwegs das Eine besagen: wir sind glücklich über den politischen Sieg de» Nationalsozialismus, mit der Wirtschaft wird er schon irgendwie fertig werden! Immerhin kann aber selbst die KrauS- „Bohemia"(oder der„Bohemia"-Krau») nicht verschweigen, daß es vorläufig um die Wirtschaft deS Dritten Reiche» miserabel bestellt ist. So wird zwar behauptet, daß„Marxismus und Zinsknechtschaft gebrochen sind"— die eine Behauptung ist so unsinnig wie die andere— daß aber„selbst von dem ersten Vierjahre»- p l a n der Nationalsozialismus bisher nur rin kleiner Teil verwirklicht ist", daß die Arbeitslosigkeit nach wie vor „als ein furchtbarer Druck auf dem deutschen Volke lastet" und daß„Deutschland erst jetzt der schwer st en Zeit«ntgr- g e n g r h t". Aber da» konnte die„Bohemia" nie abhalten, anderen Staaten und Völkern so unter der Hand den FasciSmu» weiter wärmsten» zu empfehlen, denn: „Auch Hitler kocht«ur mit Vassrr, gewiß, aber da» schmeckt und wirkt eben wie Feuerwaffe» und unterscheidet sich von der abgestandenen Brüh« de» MarzlSmu». Der Winter ist da, früher und kälter ist er gekommen, al» in den Jahren bisher; von bcm großen Kladde rcchalsch Singegen, nm Bebels Wort zu wiederholen, ist ein« Rede!" Man hat da» Befühl, als ob der Chef der -Bobemia" in diesem letzten Satz ein„Gottsei- dank!" schweren Herzen» gestrichen hätte, denn die Herren haben ja feit einem Jabr nicht auf» aehört, von dem„Feuerwasser" Hitler» merkwürdig benommen Pt sein! Ihnen schmeckt e» ausgezeichnet, auch wenn sie folgende JahreSschluß-Ertlärung der Bremer Handelskammer, von Herrn Rcnä Krau» al»^geradezu klassischer Satz" zitiert, mit hcnuntrrschlucken müssen: „WaS dl« eigentlich« geschäftlich« Lag« ande- langt, so lasse« sich manch« Anzeichen erkennen, dir, wenn ihnen nicht ander«, nachteilig« Veränderungen geaeuübrrstrhrn würde», riu« etwas günstiger« Beurtellung al» End« 1932 " erlauben würden." E» lassen sich— di«— wenn— nicht— etwa»— würden...Ein Prachwolle» Feuerwasser! E» schmeckt dem Krau» so ausgezeichnet und er har so viel davon getrunken, daß er in da» Neue Jahr mit dem AuSruf hinübertaumelt: ,^>er Nationalsozialismus als politisch« HrrrschastSiorm d«S Reiche» ist schon ud«r den Berg." Natürlich darf da, wenn sie so daS Feuerwasser konsumiert und wieder von sich gibt, auch die„Bohemia" weiter über di« Berge, wa» den Herren Peter», Bacher 6 tutti quantc ja ebenso wichtig ist wie di« Erhaltung und Forderung des demokratischen Systems in der 6SN. und der demokratischen Gesinnung in der sudetendeutschen Bevölkerung. Ganz abgesehen von ihren« Degout vor der„der abgestanoe- nrn Brühe des Marxismus" einerseits und ihrer bekannten Aversion gegen die Zinsknechtschaft anderseits, denn mit Kapital und Zinsen hatten dies« Herren ja nie etwas zu tun... No’otow. nicht Litwinow hat Mt gestrige Red« gehalten! Prag, 30. Dezember. Wie da» Tschechoslowakische Pressebüro mitteilt, wurde durch rin« Unklarheit der telegraphischen Transmission aris MoSkal« dir grstrrn im Zentral-ExekutivauSschuß der Sowjetunion gehallrnr außenpolitische Rede sdie auch unser Blatt im Auszug veröffentlicht hat! Die Reo.) irrtümlich Litwinow zugeschrie- den. In Wirklichkeit hat sic der Vorsitzende des Rat«» der Polkskomissäre Molotow gehalten. Litwinow hat erst heute da» Wort zu einer große«« außenpolitischen Rede ergriffen, die sich ungefähr aus derselben Basis bewegte. Schwere Strafen Ihr tioMverhcimllcftiing Washington, 30. Dezember.(Renier.) Auf die G o l v e r h e i m l i ch u n g wird eine Strafe im doppel en Betrage de» verheimlichten Goldes gesetzt. Nach einer Mitteilung des Finanzmini- stcr» Morgenthau ist die'« Maßnahme bewuders gegen diejenigen Personen gerichtet, die Gold in großem Maßstabe thesaurieren. Irischer rasdsteniDFi er verurteilt Dublin, 80. Dezember. Major E. I. Cro- n i n, der Sekretär der Iungirii'chen Bewegung lind die.Hauptstütze des Generäls O'D u f f Y. des Führers der verbotenen halbtaiciststchen Organisation der Blauhemden, wurde gestern zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten unter der Anschuldigung, Angehöriger einer ungesetzlicher Organisation zu sein, verurteilt. Ae Mordschuld der„Eisernen Garde" Ottimfterpräfföent Mnyyeleseu ernannt Bukarest, 30. Dezember. Ter frühere Unterrichtsminister AugheleSeu ist noch in der Nacht nach der Ermordung Turas zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Er legte um 4 Uhr morgens in Sluaia den Eid als Chef der Regierung in dl« Hände de» König» Carol ab und kehrte sofort nach Bukarest zurück, wo heut« vormittag» um 10 Uhr der erste Ministerrat unter seinem Borfitz zusammentrat. Der Attentäter, der den Anschlag gegen den Minifterpräfidenten Duca verübt«, war bei den letzten Wahlen zur Abgeordnetenkammer Kandidat aus der Wahlliste der„Eisernen Garde". Diese Kandidatenlisten wurden jedoch nach Auflösung der Organisation annulliert. Er erklärt«, er sei nach Sinaia mit der Absicht gekommen, um Duca zu ermorden, den sowohl er al» auch seine Freunde al» für di« Maßnahmen argen die„Eisern« Garde" verantwortlich ansrhen. Der Wunsch nach Beseitigung de« Ministerpräsidenten wäre innerhalb der Studentenschaft schon lange laut geworden. Grund dafür sei, daß Duea Freimaurer gewesen sei. In der Nacht wurden zahlreiche Mitglieder der„Eisernen Garde" verhaftet, insbesondere der im Ruhestand lebende General Eantoc«zino,d«r provisorischeFührer der„Eisernen Garde". Die Prelle fordert äußerste Maßnahmen zur Sicherstellung der Ruhe und Ordnung. DaS nationale Begräbnis de» ermordete«« Ministerpräsidenten findet am Sonntag statt. Der Ermordete Wie das Attentat vor sich ging Da» Attentat wurde uuter folgenden Umständen verübt: Ministerpräsident Duca, welcher vom Abgeordneten CostinrSco und dem Generalsekretär de» MinisterratSpräsidiumS B a l h i d e begleitet n>ar, begab sich zu einer Gruppe von eltva 60 Touristen, an deren Spitze der Vorsteher de» Bukarester Bezirkes stand. Duca wollte diesem die Hand reichen. In die-' sem Augenblick gab der Attentäter Constanti- neseu die Schüsse von rückwärts gegen Duca ob. Dir Projektile orangen beim Genick ein und Duca stürzte zusammen. ConstantineScu warf hierauf einen„Papi e r b ö l l r r", um in der dadurch hervorgrru« fenen noch größeren Bertuirrung zu fliehen. Zwei Polizeigehilfen setzten ihnen nach. Die Verfolgten verschossen ihre letzten Patronen und verletzren hiebei noch einen der Polizeiaaentrn. Erst als sie dir Munition verschollen hatten, konnten sie von de«n»««verletzt aeblievenen Polizisten festgcnommcn werden. Die Menge, die Gleichfalls an der Verfolgung teilgenommei« attr, wollte dir Attentäter lynchen. Der Ministerpräsident, der leblos zusammcugebrochen war, wurde in den Wartesaal gebracht. Der herbeigeeilte Bahnarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Drei weitere verhaftet Amtlich wird dir Verhaftung der beiden weiteren Mitbeteiligten an dem Attentat gegen Ministerpräsidenten Duca» gemeldet. Einer hi«, von wurde I« Comarnik Sinoja verhaftet, der ander« wurde im Zug« fest genommen, der aus Bustrnl nach Bukarest fuhr. Der eine ist ein KafseehauSdesitzer namen» Johann Cakimati au» der Kleinstadt Purtuciaaa. der zweite heißt Johann Dorubenimaja. Seine Beschäftigung ist bl» setzt nicht bekannt. Er wohnte zuletzt im Hotel„Exerlsior" in Bukarest. Der dritte au de« Anschlag auf Dura be- teillgt« Student, de» es zu entkommen gelungen war, wurde heut« vormittag» im Bahnhof Co» marule srstgrnommeu. Standrecht in den größeren Städten Der heutig« Ministerrot prüste unter Vorsitz de» Ministerpräsident«» AngheleSeu die durch die letzten Ereignisse geschaffene Lage und faßte folgende Beschlüsse: Ab Mitternacht aus Sonntag wird in de« Städten Bukarest, Klansenburg, Czernowitz, Jassy, Kischinew, valatz, Konstanza, Timisoara, Großwardein und in den Gegenden von P r a h o v o und Dambowltza der Belagerungszustand verkündet. Dieser kann nach Bedarf erweitert oder beschränkt werden. Alle öffentlichen Beamten inklusive Priester und Lehrer werdrn suspendiert werden, wenn sestgeftellt werden wird, daß sie Mitglieder politischer Bereinigungen und von Dereinen find oder waren, deren Charakter terroristisch ist. DaS Unterrichtsministerium wird ener- gische Maßnahmen treffen, damit alle Verfügungen über die Disziplin an den Hochschulen und über di« Tätigkeit der Studentenvrreine streng eingehalten werden. Vtiä>t vergessen DaS ist das Schlimmste: wenn der Mensch vergißt, satt wird und sich die Ohren stopft, am eignen Leid sich müde frißt und sein Gewifien schwächer klopft. Mein Freund, der d>« von Deutschland fern die bangen Tag« leben mußt, vergiß«» nicht den Mörderherrn, daß sie dir nahmen Freund und Lust. Vergiß cö nicht, daß Schuß um Schuß dir Besten tückisch abaeknaM, daß Frauen, Greis«, Kinder man auf Folterbänke dort geschnallt. Vergiß die tansend Opfer nicht, di« qualvoll starben in der Rächt, vergiß der Tausend Marler nicht, die langsam mau zu Tod gebracht. Vergiß nicht Freund da» deutsch« Land von feigen Rändern frech gehöhnt, vergiß nicht, daß ein zzauze» Reich gekneoelt nach der Freiheit stöhnt. Den« wenn du einmal da» vergißt, so sei Vergessen auch dein Lohn, bewahr' die Flamme, Emigrant, und dein« Waffen für den Sohn. Drin Sohn wird«irrst im Kampfe stehn u»rd rächen dies« braune Schänd. Du wirst di« Heimat Wiedersehn, Bewahr' die Flamm«, Emigrant' 96 56inS in einer Naiven Minute das ist die Leistung der nruen deutschen Maschinenpistole, dir schlicht und einfach MP. bezeichnet wird. Die Maschinenpistole unterscheidet sich von dem Maschinengewehr dadurch, daß sie«in« „reiire" Hcirdseuerwafse ist, keine» Gestell» bedarf und vom Schützen ohne tierische oder mechanische Hilfe sortbewcgt werden kanir. Maschinenpistolen haben z. B. di« zu.Helden dcS III. Reiche» ernannten Meuchelmörder Fischer und Kern benutzt, al» sie den ReichSaußemninister Walter Racheirau in seinem Auto von ihrem Derfolger- wageu auS abschossen. Die MP. von heute ist natürlich viel vollkommener, denn„die Entwicklung steht nicht still", verkürrdcte schon der kaiserlich« Reichskanzler von Bethmann.Hvllweg einmal im Kriege. MP. wiegt nur seckz» K«lo, ist kürzer als ein Karabiner und durch Rillen im Lauf wie bei einem Auwzylindcr sowie durch den durchbro» chemn Stahlblechmantel de» Laufe» bester gekühlt. MP. hat zwei Abzugsbügel und eine Vorrichtung, wodurch die Serie der automatisch abzugebenden Schüsse auf 3, 10 oder 32 abgestuft werden kann. Je ein solches Magazin«st in neun Sekunden, alle drei zusammen si««d in 30 Sekunben, also einer halben Minute, abgoschosten. Bon je 100 Soldaten, reguläre Reichswehr oder braungraugrünes Heer, sind sechs mit der MP. ausgerüstet. Bein« Exerziere«« wird nicht all Munition gespart. Man übt gegen Soldatenscheiben, die ans einein laufenden Band bewegt werden. Zeder Schübe soll n«it 32 Schüsse«« vor« 100 vornberziehenden Soldaten 8—-10 treffen und jeden mit drei Schuß. peitschten. In den kurzen Pausen, oder«nenn bar Maschinengewehr nach einer anderen Richtung schoß, krochen wir einzeln hinaus, bis wir in liegender Stellung vor dem Draht« vollzählig beilamnien waren. Falls dar Maschinengewehr nur einig« Zentimeter tiefer lchoß. konnten wir getrost unser Testament machen. Dann gings los T«r Weg war infolge des Glattestes furchtbar. Kanin war man aus de«« Beinen, lag man schon wieder. Dazwischen folgte Widder ein« Malchineirgelvehrrat« von drüben. Und da- bei diesem ewigen Htnsallen und Herumkriechen irgendein Gewehr von selbst schießen konnte, oder Michel und diese Eigenschaften schätze ich seit jeher. Die Nacht war wunderbar und trotz des Neumondes ziemlich hell. Bon irgendwoher, aus der Richtung der Polanyhöhe hörten wir Musik, auS der wir daS„Stille Nacht—!" hcroushörien Und eine Zigarette nach der anderen wurde geraucht. Heute hatten auch di« Russen Verstand. Während der ganzen Nacht fiel kein einziger Schuß. Es war wirklich eine wunderbare, schnceslockengeziert«„stille" Nacht. Ob die zu Hau'-•'•f auch so„gemütliche" Weihnachten haben mochten? Brot gefaßt hatten. Zum Schluß hielt uni der, Rogimeistskiira! mit wehmütig-toe'uerlillter Stimm« eine Rede, die uns aber nicht- interessiert«, weil j wir wußten, daß er heut« bestimmt nicht bi» um! ü Uhr früh auf einer schneevcrwehlen Feldwache, oder in einem Loch« als Horchpostcn herumhocken werde. Sein Dienst war— reden! Und h«ut« in: der Bataillonsmesse gut zu essen und zu rrinlen. Ich hatte diese Nach, ml» einem jungen Egcr- J verschwand,' kam der"astbekann,« länder Horchposten vor d:m Draht« unseres Kom« pagnieabschnittes. gebracht. Der gute Kerl war ganz außer sich. Seiner Meinung nach war ich der einzig« im Zug, dem er sich anvertrauen konnte und so erzählte er mir denn di« ganz« lange Nacht von s«in««n Buben, den«r noch gar nicht gesrhen; von seinem Moidle; von seinen alten Eltern und von— seinem bevorstehendem Urlaub, um welchen sein« Estern beim Regiment ankuchen wollten, damit er heirat«» könne. Ja(HUüto Urlaubidingen»ar ich Obermies- w T,,_____ macher,— ich»ar seit August 1*16 Unmaßen" und gut"je nachdem als^Sch«««Haube,'Bauchbinde. Lack' I dachte nicht im Traun« an solche» Zeug,— trotzdem Mein Egerläu>?'’■•> 1•.< von zu Dause einen Brief bekomnien, in tvelchem ihm mitgeteilt wurde, daß er Vater geworden sei. Sein Moidl« hatte ihin üb«rau» lercka-^öusagen als Weihnachtsgeschenk ein Bübl« zur Welt nm einen Tag. Eine Erinnerung an Si vesier 191T. Weihnachten 1916 hatten einen i,, tionellen Verlauf genommen, Di« Fastung. außer der Krautsuppe der täglich« Lichtpunkt einer angeb- i lich„großen Zeit", hatte uns«närchenhafte Schätz« i gebracht: Ein« Feldflasche voll Heurigen; ein« Eß schal« voll Bier! Wirkliche» Lier! Echt«» Bier! Seit! siebzehn Monaten bloß vom Höreilsagen und in der Erinnerung an jüsfige Stunden bekannt. Dann empfing man noch 82 Zigaretten aller Kaliber, daß «ine« da» Raucheihee» fünf Minuten lang»»»»setz««. Außerdem gab» noch Seinwandsetze», dir«au»an» “....“■a.*/'..*''.«•:..* tuch,' Fausthandschuh, Schal' oder Futzsetzrn gebrau.’ aber unterstützt« ich ihn kräftig in dem verrückten chen konnte. Tann erhielten wir noch einen—I Glauben, daß er in absehbarer Zeit einen Urlaub Weihnachtsstriez, der sich immerhin sehen lasten ins gelobt« Hinterland erhalten werde, konnte. Schon auch deshalb, weil wir ja seit scch» Nach kurzem Tauwetter kam starker Frost und bis acht Wochen täglich je zehn Mann bloß ein mit ihm Glatte!» Der Schnee war verschwunden 4 a— ti-r* k— Dafür rutschte man bei jedein zweiten Schritte aus und fiel hin. Da konnten wir uns heut« aus ein« liebliche Silvesternacht auf Feldwache 2 gefaßt machen. Nack« dein Defehlsverlele» hieß es alsbald: „Feldwach« antreten!" Kurz darauf, während die jenseits des Stochods liegende russische Stellung lang- sam in der Dämmerung der anbrechendrn Nacht ,,! Befehl:„Feld- . wache 2 abmarschieren!" Das war indessen leichter pagmeabichnittes. Aus besonderen Gründen ein■ befohlen, als ausgesührt. Tenn i«n selben Moment, Doppelposten, der stets von zwei Man» besetz, war a[e tD i r ltni anschickten, auf der kurzen Leiter di« Mein Egerländer Genoss« war kaum drei b's vier Grobenbrüstung zu erklimmen, trommelte von Wochen im Felde und ich hatte mit ihm, ganz gegen j tzxjjbE,,«in Maschinengewehr, drsten Geschosse knapp meine sonstige Gewohnheit, schnell Freundschaft gc« Graben und über unsere ,0opse hinweg- schlosten. Er mar«in lieber Kerl und->n gerader veitlckten. 2n den kurten Dausen, oder wenn das »n» ein« der am Ueberschwnng baumelnden Kuknniz« Handgranaten explodieren tonnte, war unsere Sehn» lucht nach endlickier Ankunst aus der Feldwache sehr begreiflich. 0ln desem mit grimmigen Flüchen ansgejülltcn nervösen Rennen, Hmfallen und Ansstehen bemerk!« ich plövl'ch, daß mein Egerländer Genoste wohl programmgemäß wieder einmal umgesallrn war, jedoch keinerlei Airstalten traf, wieder auf die Vein« zu kommen. Nutzt» KuieS ahnend, kroch ich zu ibm. Die Knie bis zum Kinn hinuufgezogen, lag er da. Lot! Da hals kein noch so gutes Wori mehr. Wir hatten keim Zeit zu verlieren Wir waren beui« etwa» verfpiwt und mußten riskiere«, aus der Feldwache von«Ingemsteten Rusten empfangen zu werden. ?n schassten wie denn zwei Mann den Toten bis zum Horchpostrn, um dann wieder zur Feldwache zurückzukehren.—————— Von den Sanitätern hörten wir am nächsten Morgen, daß unser Egerländer, falls er am Leben geblieben wäre, alles andere, mir kein Mann mehr getvesen wär«. Es war ein Duin-Tum- oder Explosivgeschoß gewesen. Mir fiel di« WeihnachtSnacht«in, da er mir auf Horchpostrn stundenlang— wem da» Herz voll ist, dem läuft der Mund über— von seinem Moidl, seinem Düble und seinem Urlaub erzählte. An diesem Neujahrsmorgen lag ich lange im kalten Unterstand und philosophierte über den Fall, bevor ich ein wenig schlafen konnte * Am Abend, vor unserem Abgang aus die Feldwache. beim Verlesen des Befehles stockt der Leutna« vlötzlich. mach! ein nackchenkliches Gesicht, schaut di« 'm Graben postierte Mannschaft so eigentümlich an, kratzt sich ganz»isttandesgemäß leine gepflegte Frisur, macht mit den Händen irgendein« Bewegung, di« etwa sagen soll:— was will man machen?' Schüttelt nachdenklich den Kopf und liest die unterbrochene Litanei iveiter:„Punkt 6. Dem Infanteristen' und So und so wird zum Zweck« der Kri«gStra»iing ein Urlaub In der Dauer von soundsoviel Tagen mit Antritt am heutigen Tage bewll- l'gt. Ter Genannte hat sofort nach Erhalt deS Befehles seinen Urlanbtchei» beim Regimentskommando zu beheben." „ArmeS Düble," dachte ich bei mir!— Trust& Sri»« 8. Tom«tag, IN. Dezember IMS. Tr. IT" Skizze von Pierre i dir Grenzen entflohen der Geist. Die Wissenschaft eine Hure der Macht. Die Kunst eine Hure der Macht. Dir Presse eine Hure der Macht. Erstickt daS freie Wort. Oede der Gleichschaltung über dem panezn Land. Psychopath^ und Verbrecher seine Tyrannen. Aber die Glocken von Bethlehem waren, da die Barbaren die Technik, die sie so raffiniert zu ihrem Raubzug zu nützen verstanden, ebenso wenig entbehren wollen wie— Erfordernis ihres„Gemüts"!— Gefiihlserhc-I bung auf den Wogen schleimiaer Sentimentalität,! auch im„Dritten Reich" zu hören. Die Oriainal- glocken auS Bechlehem! Da war das Stöhnen der Gälte der Konzentrationslager nicht zu hören ...„Und Friede den Menschen auf Erden!" Wir aber wollen vom Kampf reden! Vom Kampf für die Gerechtigkeit! Suchen wir Verbündete? Vorbilder? Wir wisien: die sozialistischen Arbeiter der ganzen Welt, die wahrhaft Geistigen aller Nationen sind mit uns! Und wenn wir Vorbilder brauchen: wir finden sie in senen Tapferen, die lieber die Emigration mch hundertfache Entbehrungen auf sich nahmen als die Schmach der „Gleichschaltung", llnd wir haben Vorbilder in den Großen aller Zeiten, die unbeugsam, unbeirrbar, fanatisch kür die Gerechtigkeit kämpften! Ahn Jahre 1934 werden e§ vier Jahrzehnte, daß in Frankreich der Kapitän Drehfus wegen Spionage zu Gunsten Deutschlands verhaftet und zu lebenslänglicher Deportation verurteilt wurde. Ein Gedenkjahr auch kür nnS? Ja! Denn an der „Affäre DreyfuS" entzündete sich ein gewaltiger, herrlicher, unvergeßlicher Kampf um daS Recht und in diesem Kampfe standen Frankreichs größte Männer. Frankreichs geistigste Männer an der Spitze! Ein harter, ein schwerer Kamps war das, Kampf gegen die Barbarei und Gewissenlosigkeit des Antisemitismus, rin Kampf um dir Grundlosen, ja um die Erlisten,; der Dritten Republik— und weil dieser Kampf, nach mannig- fachem Schwanken, mit dem Siege des Rechtes und der Niederlage der Reaktion endete, ist er fiir uns so des Nacherlebens, des Vergleichens mit dem ungleich schweren Kancps gegen di« Meuchler der ersten deutschen Republik wert. Der deutsch« Schriftsteller Wilhelm Herzog hat in seinem 983 Äiten starken Buch, daS im Verlage der„Büchergilde Gutenberg" erschienen ist, unter dem Titel„Der Kamps eine, R« p u b l i t" b:< Affäre Dreyfns geschildert. Nicht kühl-objektiv— ein leidcnschoftlickier Gerechtigkeitsfanatiker berichtet über diesen ewig denkwüwigen Kamps für die Gerechtigkeit— und wir folgen diesem Berichte, der auch in deutscher Uebersehung in chronologischer Ordnung ast« Dokumente bringt, mit leidenschafilick)er Anteilnahine. Wer, der nicht seelisch und geistig gleichgeschaltet rind damit aus der Gemeinsck)aft der Kulturmenschen auSge- schieden ist, vermocht« einen solchen Kamps ohne stärkste innere Anteilnahme nachzuerleben und damit nochnrals mitzuerleben? Es war Spionage zugunsten Deutschlands | verübt worden. Doch nicht der jüdische Kapitän DreyfuS tvar der Schuldige, sondern der Major Esterhazy.» Aber Major Esterhazy tvar— kein Jude, gchörte, obwohl«in verlotterter Lump, zur „Gesellschaft", und die„Gesellschaft" tvar damals juden- rind repriblikseiudlich, und der Gcneralstaü, eng verbunden mit dieser Gesellsckiafr, auS zuverlässig reaktionären Offizieren bestehend, schützte den wirklichen Verräter— aus„patriotischen" Gründen! Die Arm« durfte nicht„kompromittiert" werden! Und waS lag schon an dem Juden! Mochte cr auf der Teufelsinsel verfarrlen! Sogar bewuß.e Dokumentenfälschung begingen die Generalstäbler, um ihren Esterhazy zu schützen... ■ Aber es gab in der Dritten Republik nicht mir klerikal-vcaktivnäre„Patrioten". Es gab auch bürgerlich« Republikaner, gab Gerechtigkeit-- und WahrcheitSsanatiker. Und die zogen in den Kamp; fiir den unschuldig Verurteilten. Ach, tvaS tvareu daS für Kerle! Dieser Clemenceau, der freust von der Schuld des Kapitän DreyfuS überzeugt war, aber nicht zögerte, seinen Irrtum einzugestehcn und mit um so größerer Boharrjich. keil seil« Feder in den Dienst des Kampfes nm die Gerechtigkeit zu stellen. Und Oberst Pic- q u a r t. der lveiße Rabe im Generalstab, der die Unschuld DreyftiS' entdeckt« und dafür m das Gefängnis wandert«! Und E m i l e Z ol a, der herrlich« Zola, der aus seiner Dichtenstube aus. man aufbauen könne... Zu viel sei in früheren fahren verdorben, Wahrheit und der Gcrcchtigkeit^Trcuen. lieber korrumpiert, zerschlagen worden. ijj Und Fran; Tülpchcn wartete. Immer noch gläubig, immer noch zukunftssicher. Aber von leiser, schleichender Sorge beunruhigt... Zwei Monate vergingen, fünf Monate, zehn Monate... Tie Preise zogen an, die Renten sanken... Tiilp eben ging es so schlecht, daß cr oft die enge, melancholische Mansardenkammer nicht Heizen konnte. Dann Pfiff der Eiswind unbarmherzig durch alle Ritzen. Dem Großkapital ging es besser als je. Die reichen Juden machten ungestört ihre Geschäfte, die armen nur flogen hinaus oder wanderten ins Konzentrationslager. Die Börsianer aber riefen „Heil Hitler" und erhöhten den Zinsfuß. Und spekulierten auf Baisse der andern und Hailsse fürs eigene unersättliche Portenronnaie. War daS sein„Drittes Reich"? Tas Reich der Ge rechtigkeit, der Nächstenliebe und der Erlösung? Tülpchcn kniff die Augen zu uicd rief sich störrisch selbst zur Ordnung. Glauben mülle inan können, so sinirrtr er, bedingungslos glauben. Wer nachdenke, gehe in die Irre. All daS, was er nicht verstand, hatte sicher einen tieferen Sinn—. Adolf Hitler wußte schon, was er tat... * i Und nun war Silvester—. Ein neues Jahr, da- Jahr der Erfüllung begann. Das Jahr, das dem kleinmütigen Zweifeln ein Ende niachte und die Gewißheit gab, daß man nicht vergeblich ge kämpft, gehungert und gehofft hatte... Franz Tülpchcn ging schnell nach Hause, zog sich seinen Sonntagsanzug an— er glänzte be reits verdächtig, war aber sehr pfleglich gehalten unb untadelig sauber— und fuhr mit der Straßenbahn ins Zenfrum der Millionenstadt. Der Kleinrentner Franz Tülpchen auS Brr- Un-Mariendorf befand sich am 31. Dezember auf dem Heimweg in sein kahle« melancholisches Mansardenstüochen, als ihn plötzlich die aberwitzige Lust ankam, seine schmale Rente, die er soeben auf dem Postamt in Empfang genommen hatte, der nächtlichen Silvestcrfrcude zu opfern. Tülpchen, der sparsame, bedächtige, peinlich rechnende Kleinbürger, dessen verdämmerndes Leben pünktlich geregelt war wie der Ablauf einer zwar überalterten, doch an peinliche Disziplin gewöhnten Wanduhr aus Großvaters Zeit, wurde hier von einem Begehren angefallen, das ihn in seinem langen, an Sorgen und Rot überreichen Leben noch niemals überkommen hatte. * Man muß immerhin zur psychologischen Deutung dieses Phänomens, darauf Hinweisen, daß Tülpchen ein oegeisterter Anhänger oeS neuen Regimes war. Tülpchen war kein Konjunktur- Nazi mit dem zeitgesärbtcn Engagementshemd, sondern einer von den ehrlichen, fanatischen, bedingungslos gläubigen Braunen, die mit dem „Führer" durch alle Tiefen und über alle Höhen des abenteuerlichen Weges geschritten waren. Dabei fehlten bei Tülpchcn alle ideologischen Voraussetzungen zu einer gedanklichen Verarbeitung der wirren Thesen, die die Programmatikrr der neuen HeilSlehrc in die Welt gesetzt hatten: dem Kleinrentner war alles unbestimmbares, romantisches Gefühl; die Sucht nach Geborgenheit, nach Erlösung, nach Menschwerdung—, nach einem Lebensabend, der frei sein sollte von den fressenden Nöten seines träge dahinschleppenden DaseinS. Ta war denn dieser Mann gekommen, mit dem treuherzigen Lippenbärtchen, daS Solidität und gesammelten Ernst verschprach, den beschwörenden Gesten, dem Berge versehenden, optimistischen Augenausschlag... Tülpchcn hatte «S zu ihm getrieben, elementar, rettungslos... Da war keine Theorie und kein vernünftelndes Rechnen, kein Appell an die gedankenblasse Vernunft und kein Hinweis auf menschliche Un» zulänglichkeit. Ein Mensch, aufgestiegcn aus dem ewigen Grau unseres ärmlichen Lebens, kam und verhieß Glück, Freude und Gerechtigkeit... * Unzählige TLkpchens erblickten ihn und W en, zu innerst beseligt, die Augen... Und gte» sie, blind und gefühlsbesessen. DeS Kleinrentners Verehrung für den„Führer" war grenzenlos gewesen. Im Mansarocn- stübchen hing sein Bild, blumenbekränzt, im echten Goldrahmrn.— Für Franz Tülpchen war es eine Art HauSaltar. Mit„Heil Hitler" hatte er schon gegrüßt, als eS noch nicht zum allgemeinen Fortkommen gehörte, die Hand nach Römerart zu recken. Bei keiner Parteiveranstaltung fehlte er und der SA-Reserve gehört« der Kleinrentner seit ihrem Bestehen an. ♦ Als der März 1933 den Sieg Hitlers in die Welt hinauSschrie, hielt Franz Tülpchen die Stunde der Erlösung für gekommen. Im Taumel unsagbarer Erwartung lief cr Hakenkreuz-, geschmückt durch die Straßen, gleichsam als erwarte er, hinter der nächsten Straßcnbicgung das Glück auftauchen zu sehen. Das große Glück, von dem er in schlaflosen, traurigen Nächten wach geträumt hatte, der Frieden, die Erlösung... * DaS große Glück kam nicht—_—. Die Führer beruhigten, die Führer erklärten... Erst müsse der Schutt des Alten weggrräumt werden, brach, um in den politischen Kampf fiir«inen Unschuldigen einzulreten! Gegen den ungeistigen, schändlichen Antisemitismus! Gegen di« reaktio- näve Cllgustchcrrschaft! Gegen di« Lügen- und Jntriguenwirt scherst de- GenevalstabS! Ge.zen den Justizmord! Zola wurde dc-r Prozeß gemacht, er wurde verurteilt und ging, bem Rat« besorgter Freunde folgend, inS Ausland. Und am seiner Seit« kämpfte I«a n JauräS, stritt JuleS Gu«Sd«— und ei warfen sich schließlich, anders als in der ersten deutschen Republik, dem Antisemitismus entgegen, kämpften für die Gerechtigkeit fast alle Großen Frankreich«: Pressensö, Ernest Vaughan, Em« Duclaur. Oetav« Mir- beau, Romain Rolland, Anawte Fran«, Marrell Proust, Sternlcn, Eli« ReckuS und viel« ander«. Der klarsthendste aller Kämpfer aber war Zola, der unerbittlichste, den auch die„Beileyumg" der Affäre durch die Begnadigung DreyfuS' nicht be- rrcdigte und der schärfer als mancher Politiker oie politischen Hintergründe der Affine erkannt hatte. O. Zola, der groß«, damals schon in der ganzen Welt berühmte Romancier, halt« in die- em Kamps« zunächst durchaus nicht die öffentliche Meinung fiir sich! Di« Studenten, geistige Vorläufer der heutigen studierenden Jugend des Dritten Reiches, beschimpften und bedrohten ihn, die Presse hetz de gegen ihn,— und et wußte, daß «r seinen ganzen Ruhm«inzufetzen hatte— und tat eS! llnd er wuchs in diesem Kampf zu unvergänglicher Größe! Sein' Accuse...!" (Ich klage an...!) wird nie vergessen werden, eS gehör: zu den großen unvergänglichen Menschheilsdokumenten. Stinrmt nicht Rückschau aus den Kamps um die dritte französische Republik wehmütig in unseren Tagen der Niederlage der ersten deutschen Republik? Fragen wir nicht: wo sind deutsch« Manner dieser Art? Warum kam es nicht auch in Deutschland zu einem solchen Kampfbündnis zwischen den Führern dcS geistigen Deutschland und der Arbeiterklasse? Nun— di« zweit« Frag« ist nicht einfach zu beantworten, und nicht so, daß di« Schuld nur der«inen oder anderen Seite zugeteilt werden könnte. Dichter, Schriftsteller, Wissenschafter Deutschlands hoben sich immer mehr als di« anderen Nationen von der Masse isoliert und daß der Geistige sich den politischen Kämpfen ernzuhaltcn habe, war fast ein Axiom. Die Arbeiterpartei aber tvar überorganisiert, verbeamtet, n war geistig erstarrt, derm di« Theorie dient« >er Rechtfertigung einer Politik, die gerade den wenigen kämpferischen Geistigen als schwächlich crsclnincu innßle, anstatt daß die Theorie, also der Äeist, Führer der Politik gewesen wäre, und es «hlt« der Parteiführung in entscheidenden Situo- ionen— nach dem Kapp-Putsch, nach dem Antritt der Regierung Müller!— der Glaube an >ie eigene Kraft, so daß sie lieber in Kompromisse Züchtete. Die Partei erschien mich jenen Gei- tigen, die auS innerer Berufung sich als an die Seite der Arbeiter gehörig fiihlten, nicht als d« mögliche Verbündete. Die Parteibureaukmtie hat aber auch di« Bedeutung eines solchen Bündnisses nicht erkannt. So blieben die wenigen, da sie Widerhall im Bürgertum nicht finden konnten, isoliert. Aber unerbittlich zerbricht der deutsche Fa- seismus allen BureankratismuS, vernichtet er alle Kompromißlevei, wird er gerade dtirch seine viehische Grausamkeit und seine uvwäldlerische Nn- gcistigkeit zu einem Erzieher in ganz anderem Sinne, als er meint! Geläutert durch unsagbare Leiden Hunderttausender Proletarier, wandelt sich der deutsche Sozialismus, erneuert sich die Partei der deutschen Arbeiter. Denn in dieser Partei können nur noch— ob karge organisatorische Bindungen möglich sind oder nicht— die Beste», d e Tapfersten, die unbedingt Kompromißlosen d'e Lebendigsten sein— und damit werden sie— für ein« ganp: Generation zu spät!— fähig zum Bündnis mit den wahrhaft Geistigen! Zugleich aber erkennen diese, daß auch sie deS Bündnisses nicht entbehren können— und gemeinsam führe» sic den Kampf. Ten heiligen Kampf gegen die Ungerechtigkeit, gegen den Ungeist, gegen die Barbarei! Aber— und das ist Rückkehr zur ersten Frage: wo ist der Zola unserer Zeit? Nun, kein Vergleich stimmt ganz— aber es besteht eine tiefe geistige Verwandtschaft zwisck>en Zola und H e i n r c ch M a n n, der ja auch einmal, willneud deS Krieges, einen schönen Aussatz über Zola schrieben hat. Nun, Heinrich Mann ist mit de» Aussätzen seines Buches„Der-Haß" an der selbstgestellten, an der durch sein Wesen, durch seinen Charakter bestimmten Aufgabe des Kampfes geocir die Hitler-Barbarei enrporgewachsen zu höchster schriftstellerischer Größe— er ist damit in d'e vorderste Reihe nnsever Kampffront getreten.' Denn wohin das Wort des sozialdemokratischen Publizisten nicht dringt, dorthi.» bahnt sich daS Wort des großen demokratischen Dichters den Weg! Uicgleich schwieriger als der Kamps jener großen Franzosen ist unser Kampf! Kamps nach einer Niederlage, die den größten Teil der Streiter vom Kampfboocn verdrängt hat! Aber doch: an jenem großen Beispiel wollen wir uns aufrichten, nicht minder am Beispiel derer, di«, wie-Heinrich Mann, Lion Feuchtlvanger, heute a» der Front des geistigen Kampfes den Krieg sichren wie einst jene. Daß eS allzeit Menschen gab, die den Kampf ums Recht aufnahnien um des Rechtes willen, oe- siihrt von ihrem Gewissen, daß dieser Kamps, so oft auch die Ungerechtigkeit siegt und io oft auch di« Barbarei das Recht niedertrampelt, doch immer wieder ausgenommen wird,.daß er der Menschheit etviger heiliger Krieg istdas mag , uns Mut und Kraft geben und uns zum Sckwur zwingen: Wir sprechen vom Kampf! Wir rufen zum Kamps! Wir führen den Kampf! Den Kamp; ' um das Recht, um di« Freiheit! Ewiger, heiliger Krieg Von Josef Hofbauer Di« Lauen, die Feigen, di« Schwächlinge, sie flüchteten gern auS der grauen und blutigen Wirklichkeit sich in di« DeihnachtSsentinnntalität und ließen sich sanftsalbig« Wort« vom„Frieden auf Erben" in die Ohren träufeln. Sic werden in der Jahrwendnacht nach altem deutschen Klein bürgerbrauch Prosten und einander weinselig ein gute-, friedliches neues Jahr wünschen. Wir aber haben in einer Welt, in der die in Kerkern ächzen, die ,Mten Willens" sind, nicht vom Frieden zu rchen, sondern vom Krieg! Vom heiligen Krieg für das Recht und dir Entrechteten! „, Ein ganze- Volk, nnscr Volk, das große so verkündeten sic, erst müsse man auSmisten, ehe deutsche Volk, ist entrechtet. Verjagt, gefoltert, 7"" eingefangen, gemordet bi« Aufrechten, die der zerlumpte Bettler auf, die aber schnell verschwanden, denn die Polizei der neuen Machthaber war scharf auf ihresgleichen... lieber den Potsdanlkk Platz eilte Franz Tülpchen, in immer schnellerem Schritt, so, als wäre jemand hinter ihm her, der ihn hetzte, der ihn nicht zu Atem und Bewußtsein kommen ließ. Er torkelte offensichtlich, aber cr ging doch merkwürdig sicher. So sehr ihn anch der Alkohol * Bis«S plötzlich Mitternacht war, die Glocken ihr volles Lied u» fingen begannen und sich der Trubel der Straße ins Bacchantische steigerte. Da wurde der Kleinrentner auf einmal ganz still, die eben noch in selbstvergessener Lustigkeit blühenden Augen umfiorten sich, ein harter, gequälter Zug trat greisenhaft in vaS bleiche, heftig arbeitende Gesicht. Er zahlt« in drängender Eile und ging, hinaus. AuS den Fenstern hingen die Leute, halbgefiillte Gläser in der Hand, brüllten sich Schimpf- oder Kosewort« zu, ließen daS Neue Jahr hochleb«« und brannten Buntfeuer ob. Manchmal rief auch einer„Heil Hitler", aber der allgemeine Lärm erstickte diese Rufe sehr schnell. Betrunkene umarmten sich lallend, an den Straßenkreuzungen tauchten bittend und winselnd Die Pioniere deS Mitternachtstrubels waren schon an der Arbeit. Einzelne vorzeitig Betrunkene torkelten rülpsend vorüber, Kinder vergnügten sich mit dem Abschüßen von Knallfröschen und Raketen... In einem Hause der Potsdamer Straße öffnete sich plötzlich ein Fenster und eine heisere Stimme krähte:„Für mich ist jetzt Mitternacht! Wer macht mit? Prosit Neujahr!" Gelächter, Zurufe antworteten... Fran» Tülpchen hörte und sah daS alles mit einem stillen, entspannten Behagen... Mit plötzlichem Entschluß bog er in der Nähe der Potsdamer Brücke in ein Bier- und Weinlokal. Eine Wolke von Dunst und Lärm schlug dem Kleinrentner entgegen. DaS Innere deS Lokals war fafchingSfroh geschmückt. Bunte Papierschlangen rieselten die verstaubten Kronleuchter herunter, schlängelten sich über Tische und Stühle, hingen in Bcergläsern und Kaffeetassen und bildeten schließlich ein unentwirrbares Knäuel auf dem papierübcrsöten Fußboden... Franz Tülvchcn bot ein fröhliches„Heil Hitler", das allerseits mit viel Gcgröhl erwidert wuiche, und setzte sich an einen etwa- abseits stehenden Tisch, an dem sich ein ineinander ver- jchlungcncS Pärchen in seliger Vergessenheit wiegte—. • Erst trank er einen Punsch, dann einen Viertelliter Mosel, dann zwei Würzburger, noch einen Punsch, noch einen Viertelliter, noch ein Würzburger. Dem Würzburger gesellte sich ein Nordhäuser Korn zu: vie Stunden bis Mitternacht verrannen wie im Fluge und Franz Tülpchcn wurde immer lebendiger. Er sang nationalsozialistische Kampflieder, heulte«in um daS andere Mal mit bierheiserer Kehle ein„Heil Hitler" in dir zum Schneide« dick« Luft und ließ die SA hochleben—. umnebelte, irgendeine Vorstellung, irgendeine Idee schien ihn vorwärts»u treiben. Unter den Linden, an der historischen Kranz- lcrcckc, hatte der Silvestcrbetned den Verkehr völlig lahmgelcgt, AuS den LuxuSlokalen der Friedrichstadt waren die Gäste herauSgeströmt, Leute in Frack und Zylinder sielen sich, völlig betrunken, um den Hals, eine stark geschminkte Dame im tiefdckollctcerten Gesellschaftskleid ries ein piepsendes„Heil Hitler" und fiel anschließend glatt um. ch Franz Tülpchcn war beim Anblick dieses Mitternachtsspuks wie versteinert stehen geblieben—. Plötzlich löste sich seine Spannung, dableiche Gesicht lief blutrot an, die Augen schienen äu_ flammen, cr hob drohend die Hand und brüllte mit einer Stimme, aus der der Schmerz eines todwunden Tiere- sprach: „Betrogen habt ihr unS! Verraten habt ihr uns! Das ist kein Drittes Reich der Gerechtigkeit! Das ist kein Reich der Erlösung! Die Gauner regieren...! Und die Wucherer und die VolkSverführrr! Ihr Hunde! Ihr Rattenfänger! Wir hungern ja! Wir hungern noch schlimmer als wie früher! Ihr Leute, hört mich an! Ich bitte euch, hört mich an! Man hat unsere Seelen gekauft, man hat unS daS Beste genommen, man hat uns verraten! Als alter Nationalsozialist— Ein unbeschreiblicher Lärm hatte sich erhoben. Mit geschwungenen Stöcken sprangen die Gäste auS den LuxuSlokalen auf Franz Tülpchcn loS. Ein Mann in brauner Uniform hob etwas Glitzerndes, Metallisches. Tülpchcn sprach immer noch. Mit ausgerissenem Mund, schweißbcdeckt, an allen Gliedern zitternd, so stand der Kleinrentner da, aber seine Worte gingen im Tohuwabohu, daS aiif ihn eindrang, völlig unter. Bier, fünf Schüsse knallten dumpf auf. Franz Tülpchen fiel hinterrücks zu Boden. Wie daS Polizeipräsidium in der Neu- jahrSnummer der Zeitungen mitteilt, ist die Silvesternacht ohne wesentliche Zwischenfälle verlau- scn. Nur unter den Linden, an der Kanzlerecke, kam eS zu einem Zwischenfall, als gegen Mitternacht ein Kommunist versuchte, Hetzreden auf die Regierung zu halten. Der Mann wurde, als er sich seiner Festnahnce zu widersetzen versuchte, von einer SA-Patrouille erschossen. Nr. 305 Sonntag, 81. Dezember 1033. Seife 9 M wanderst zur Förderung deiner Gesund Allvll UUL hell und zur nedung deiner Bildung! Darum schlieft dich den Naturfreunden an! MIMdlleder-BeitttnslIdunden: 1. Die internationale Wanderorganisation des werktätigen Volkes ist der Tourtstenverein „Die Naturfreunde". Sie ist über die ganze Erde verbreitet und erstrebt die Förderung der Gesundheit und der Kultur der schaffenden Bevölkerung in körperlicher und geistiger Beziehung durch das Wandern. 2. Mitglieder des Vereines können Personen ohne Rücksicht aus daS Geschlecht werden, die einer Ortsgruppe beitreten, und sich verpflichten die Satzungen vollinhaltlich anzuerkennen und einzuhalten. 3. Die Mitglieder haben daS Recht, die Naturfreundehäuser, Ferienheime, Schutzhütten und Bootshäuser in der Tschechoslowakei, Oesterreich, Schweiz, Ungarn usw. bei Wanderungen, Ferienfahrten und Urlauben zu bedeutend ermäßigten Preise» zu benützen. 4. An den zu jeder Jahreszeit unter kmrdiger Führung veranstalteten Wanderungen können die Mitglieder ohne jede Gegenleistung teilnehmen. Außerdem werden alljährlich Ferienreisen und Urlaubssahrten nach den schönsten Gebieten des In- und Auslandes zu möglichst geringen Kosten geführt. 5. BahnpteiS- und Fahrtermäßigungen: »1 Ao 16 km und sechs Personen, Jugend ab Kfctt Jahre einbazogen, für Personenzüge oder Schnellzüge ad 31 km, eine Mprozentige; d) ab 100 km und drei Personen, Jugend ab zehn Jahne ei-nbezogen, eine Mprozentige; o) ab 200 km und drei Personen, sonst wie vorher, eine Svprozentige; d) a!S Einzelfahrer, bei Geltmrg der Sonntagsrückfahrkarten, Strecke und Länge nach Belieben, für jede Fahrtrichtung eine 3Sprozentige; e) als Einzelfahrer, auf den OSD.-Anlobus- sen, bei Geltung der SonntagSvückfahrten, ferner an den übrigen Tagen bei mindestens drei Pevso- >ren, eine 2.'»prozen!ige Fahrpreisermäßigung. t) als Eiuzelsahrer bei Ausübung der Winter Touristik, bei Benützttng der jeweils ausliegenden Toorisftmrein„Die Natarlreondr Relationen. Mitgliedskarte vom Verband für Ar- berter--Winter-Touristrt, Prag, hiezu erforderlich. g) sechs Jugendliche oder Kinder eine öOpro- zentige, bei jeder KHometeranzahl; diese Begünstigung könne» auch fünf Jugendliche oder Kinder und ein Erwachsener genießen. Bei Besuch der Tatra Kurorte, eine öOprozen- tige ermäßigte Rückfahrt. In Oesterreich zirka 50 Prozent(geknüpft an die Lösung der Marke „Verband zur Wahrung allgemeiner touristischer Interessen", erhältlich beim Reichsausschuß). Ferner als Einzesiahrer aus den elektr. Bahnen in den Talra-Orden eine 83prozent!ge Erinäßigung. Auf verjchiedenen Straßenbahnen(Gruppenfahrten l. Bei Ausflügen ans den Elde-Tampsern. 6. Vorteilhafte VersicherungSeinrichtungen. Die Mitglieder sind bei allen touristischen Unternehmungen gegen Unfall versichert. Zusatzver- sicherungen gegen germgen Pränrienzujchlag. 7. I» vielen Ortsgruppen bestehen Unter- abteilnngen, bezw. Sektionen zur Pflege des Äugend- und Kmderwandern, des Klettern im Fels, für Wintertouristik, Wasserwandern, Wander- mnsik, Natur» und Heimatkunde, Photo- und Lichtbildwesen, Wander Auskunftei und Urlaubsberatung, Samariterabteilungen, ferner stehen reichhaltige Bibliotheken zur Verfügung. 8. Zwei touristische Zeitschriften, das Ver- bandSorgan„Berg Frei!" mit wissenswerten Mitteilungen ans dem Vereinsleben und„Ter Naturfreund" mit guten Aufsätzen und Illustrationen. 9. Tie Gegenleistung der Mitglieder für die angeführten Einrichtungen bestehen in einem geringen AahreSbeitrage bis 26 Kronen, einschließlich des Ortszuschlages. Willst du den gesundheitlichen Gefahren der modernen Berufstätigkeit entgegenwirken, dann tritt ein in die Reihen deS Tourislenvereineü „Die Naturfreunde" und arbeite mit ihm im Dieiiste der Menschheitsbefreiung und des kulturellen Aufstieges. Dir bist uns als Wandergefährte und Mitarbeiter willkommen! r Reithsaussdiuß/ Sitz Aussig a E. V Die Geha’fsKflrzuiigcii in der Gesetzessammlung verlautbart. Prag, 30. Dezember. An der heutigen Samurliung der Gesche und Verordnungen wird die in ihren Grund,ziigen seit langem bekannte Regierungsverordnung über die Personalspar- maßnahinen verlautbart, die die bestehenden Ge- baltSabzüge bei den Staatsangestellten und Lehrern im allgemeinen um weitere vier Prozent erhöht. Währerrd bisher eine Gehaltsgrundlage bis zu 9000 Kfi abzngsfrei war, werden nun- mohr a»lch diese Gehälter von einem Abzug ersaßt. der bei entern Grundgehalt bis zu 7200 Kf 2 Prozent, über 7200 bis 9000 Kr 4 Prozent beträgt. Ebenso werden die Abrüge von den Pensionen um wertere 4 Prozent erhöht; Pensionen bis zu 6000 Kf unterliegen einer Kürzung inn nur 2 Prozent. Bei Personen, welchen die nach 62 der Dieiistpragmcrtik bewilligten Aahve nicht eingerechnet Wunden, entfällt der Abzug, wenn die Abzugsgrundlage 9000 K° nicht übersteigt. Die Abrüge beziehen sich auch ans die Gehälter der Kammerpräsidenten, Vizepräsidenten und Minister und auf die Kongnia. 8 6 setzt fest, daß die Bezüge der im Ausland lebenden P e n l i o n i st e n b'S zu 24.000 K« ttm 25(bisher 10) Prozent und der diese Grenze übersteigende Pensiousrest nm 50 (bisher 15) Prozent gekürzt ioerden. wobei jedoch das durch die Pensionsvorschrift festgesetzte M'N- bestausmaß der Pension nicht unterschritten werden darf. Bei gleichzeitigem Bezug einer Pension und eines ständigen Nebeneinkommens aus einer Er- Werbstätigkeit wird die Grenze für Pension samt Nebeneinkommen, von der ab eine sünfvrozentige Kürzung der Pension einletzt, von 36.000 auf 24.000 Kr jährlich herabgesetzt. Die KOnnnU der AhllvIttHszulngen lieber die Kürzung der Aktivitätsztt» lagen bei Ehegatten, die beide im StaatSdiettsi stehen, urtd bei Ledigen, die mit ihren Eltern- Staatsangestellten im gemeinsamen.Haushalt leben, wird bestimmt: 8 8. Die Aktivitätszulage wird u m 40 Prozent gekürzt, und handelt eS sich um Ehen, die erst nach dem Inkrafttreten dieser Verordnting geschloffen werden, wird sie tun 60 Prozent gekürzt, und ztvar jedem a) der Gatten, die im aktiven Staatsdienst sind, b) einem der Gatten, die im aktiven Staatsdienst sind, wenn sie aus dienstlichen Gründen gezwungen sind, in verschiedenen Dien st orten getrennt zu leben, und zwar dann dem Gatten, der eine niedrigere Aktivitätszulage hat. Tiefe Bestimmung gilt jedoch nur für Ehen; die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnting g c- schlossen wurden,<4 dem oder der ver- heiratetett Staatsangestellten, deffen Gattin (Gatte) im öffentlichen Dienst steht oder einen Erwerbsberus hat. Diele Bestimmttng gilt auch, wenn der Ttaatsangestellte mit einer Person tm gemeinsamen Haushalt lebt, sowie:n dem Fall, wenn die Ehe nach dem 1. Juli 1933 getrennt wurde. Ledigen Staatsangestellten, die tm gemeinsamen Haushalt mit ihren Eltern leben, von denen wenigstens ein Teil im aktiven össentlickjen Dienst steht, wird die Aktivtätszulage um 30 Pro. zent gekürzt. De Bestintmtingen in diesem'Paragraph gel leit nur dann, wenn der Tienstbezug, eventuell das Erwerbseinkommen bei jedem der Eheleute, eventuell beim leb'gen Staatsangestellten und bei jedem Elternieil, soweit sie öffentliche Angestellte sind, den Betrag von 6300 Kr jährlich übersteigt. 8 9. Ist einer der Gatten StaatSangestellter im aktiven Dienst und der andere Bezieher eines Ruhe-(Versorgungs-)Gehalis, oder beziehen beide Galten Rnhe-(Versorgnngs-)Gel)älier, io wird das Dienstgehalt des aktiven Staatsangestellten nach den zuständigen Bestimmungen des 8 8 gekürzt, die Ruhe-(Versorgungs-)Be;nge des anderen Gatten, eventuell die Rul)e-(Versorgungs-) Bezüge beider Gatten, gekürzt bei einem Gesamteinkommen von über 18.000 Kf bis einschließlich 24.000 Kr nm 3 Prozent, bei über 24.000 bis einschließlich 30.000 Kr nm 4 Prozent, bet über 30.000 Kr bis einschließlich 36.000 Kr um 6 Prozent und über 36.000 Kk um 8 Prozent. Diele Bestimmung gilt auch dann, wenn der Staatsangestellte(Ruhegenußbezieher) mit einer Person im gemeinsamen Hauslialt lebt, sowie, wenn dir Ehe nach dem 1. Juli 1933 getrennt wurde. Die Ernennungstuxc § 10. Bei jeder Erhöhung der Pensions- Grundlage zahlt der Staatsangestellte als besonderen Pensionsbeitrag für die Tauer von zwölf Monaten von dieser Erhöhung die.Hälfte des Betrages, um welchen sich der monatliche Teil der Pensivnsgrttndlaae erhöht hat. 8 12. Einer Witwe, die um zwanzig Jahre jünger ist als ihr Gatte und die nach Inkrafttreten dieser Verordnung dett Anspruch aus Ver- sorgungSgenüsse ertvirbt, gebührt ein Versor- «ungsbezug, der um 10 Prozent geringer ist. Ist sie noch jünger, so werden ihr von jedem weiteren Jahr weitere 2 Prozent abgezogen. Hat jedoch eine solche Witwe über fünf Jahre ohne Unterbrechung in der Elfe gelebt, so wird der Prozentsatz des Abzugs für jedes die fünfjährige Ehe überschreitende Jahre um 2 Prozent, entstammt der Ehe ein Kind, um 4 Prozent ermäßigt. Das niedrigste Attsmaß der WiUven- penfion bleibt jedoch unberührt, T ggesneuigkeiten Furchtbarer Frost in Kanada. Ottawa, 30. Dezember.(Reuter.) In zahlreichen Städten Kanada» wurden gestern Rekordsröste von 37 Grad Fahrenheit, d. s. fast 33 Grad Celsius unter Null gemessen. Derartige Fröste wurden in Kanada seit 44 Jahren nicht verzeichnet. In 15 Personen find infolge dieses ungewöhnlichen FrostwetterS um» Lebe« gekommen. 74V km in der Stunde? New-OrleanS, 30. Dezember. James W e d e l l, der Inhaber deS Schnelligkeitsslug- rekordeS mit 305.33 Meilen in der Stunde(mehr als 488 Kilometer) hat gestern betanntgegeben, daß er ein Flugzeug bauen wolle, mit welchem eine Schnelligkeit von 440 Meilen in der Stunde (etwa 740 Kilometer) erreicht werden könnte. Wedell beabsichtigt, mit dieser Maschine einen Flug von England nach Australien zu unternehmen. 8wei Frauen zehn Tage an der Lust. Miami(Florida), 30. Dezember. Die Pilotinnen Frances Harrel und Helen R i- ch e y haben gestern den D a u e r r e k o r d für Frauen um ganze 24 Stunden ü b e r b o t e n. Sie haben den Flug jedoch fortgesetzt und befanden sich beut« früh noch in der Lust. Die beiden Rekordfltagerinnen sind zwar bereits etwas ermüdet, werdett jedoch von ihrem Ehrgeiz bei Kräften gehalten. Sie haben in der Freitagnacht eine Notiz aus dem Flugzeug geworfen. daß sie tticht vor SamStag oder Sonntag den Flug ab breclzen wollen. Nach einen« Tauerflug von 237 Stunden und 52 Minuten landeten die beiden Fliegerinnen schließlich am SamStag vormittags auf dem hiesigen Flugplatz. Tie beiden Pilotinnen, die durch die Regenböen vollkommen erschöpft waren, haben damit den bisherigen Rekord für den längsten unnnterbrock>enen Frauenflug um mehr als einen Tag geschlagen. Ausoebrochen Montgomery(Staat Alabama), 30. Dezember. Aus dem hiesigen Gefätrgnis sind 26£üfb linge entflohen, nachdem sie die Wächter entwaffnet und gefesselt hatten. Auf der Flucht e r> schossen sie einett Kerkermeister und versetzten einen Aufseher schwer. bin Gesetz«egen Dos Lhikhen. Washington, 30. Dezember. Senator Costi- gan beabsichtigt, in der nächsten Tagung des Kongresses den Antrag zu stellen, ein Federal- gesetz gegen das Lynchen zu erlaffen. Senator Wagner sandte an Walter White, den Sekretär des Nationalverbandes für die Erziehung der farbigen Bevölkerung, ein Schreiben, in welchem er verspricht, den emgebrachten Antrag zu unterstützen. Verbotene Zeitschriften. Tas heutige Amts- blatt veröffentlicht die Entscheidung des Jnneu- ministeriums, durch«velche das Buch. von Wilfried Bade„Tie SA erobert Berlin" und der Kalender„Illustrierter Fainiliensreund 1934" in der Tschechoslotvakei verboten werden. Die periodischen Zeitschriften„Deutschlands Erneuerung",„Königsteiner Anzeiger",„Teutick)e Turn- zei'ung",„Deutsche Volks(rl)aft" und„Magyar Hirlap" werden bis zum 30. November 1935 verboten. Die außerordentliche Krisenunterstühung nach dem Genter System wurde durch eine Verordnung des Ministers für soziale Fürsorge in unverändertem Umfang bis zum 31. März 1934 verlängert. Der Rückgang der Bautätigkeit. Nach den bisher von 77 Städten mit mehr als l0.0(>0 Einwohnern an das Statistische Staatsamt einge- langten Berichten wurden von Jänner bis Ende Oktober des heurigen Jahres 2722 Neubauten, 1820 Ilmänderungsbauten beendet nnd 86 Abtragungsbewilligungen erteilt. Diese Ziffern bestätigen neuerlich die bisherige Beobachtung, daß die Bautätigkeit im heurigen Jahre die schwächste im ganzen Zeitraum der letzten acht Jahre gewesen sein wird. Im Vorjahre wurden im gleichen Zeitraum in den gleichen Städten 4126 Neubau tett kollandiert; im Jahre 1931 waren es 3367, d. i. 19 Prozent mehr als Heuer. Ter Rückgang in der Neuprodnktion von Wohnungen ist noch intensiver. In den drei Vierteljahren d. I. 1933 sind 10.459 neu hinzugekontmen, d. i. säst um die Hälfte weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres(18.899) und um 26.6 Prozent iveni- ger als tm Jahre 1930(14,259). Verdoppelte Roggenzuweisung für die Brotaktion. Die Wirfchaftsminister haben in ihrer letzten letzten Sitzung die Roggenznweüungen für die Brotaktton an Arbeitslose von 400 ans 800 Waggons erhöht. Die Zutvendungen ioerden sich nun auch auf jene Arbeitslosen erstrecken, die weniger als uvei Kinder haben. Mit der Turch- führung wird in der ersten JännetHälfte begonnen werden. Die Aktion''oll bis Mai oder Juni dauern. Für Karpathorußland w>rd eine Sonderregelung geplant, worüber die Regierung in den nächsten Tagen entscheiden wird. DaS Wetter. Tie ans Norditalien gegen das Binnenland vordringenden Truckstörungen haben bei uns nahem im ganzen Staatsgebiete Niederschläge gebracht. Ziemlich ergiebig waren die Niederschläge in den Sndetenländern, wo vielfach die Menge von 5 Millimetern überschritten wurden; Brünn meldet 13 Millimeter. In Südböhmen fiel auch in tieferen Lagen Schnee. Die Temperaturen sind noch etwas gestiegen und erreichten in den Niederungen stellettweise PluS 5 bis Plus 7 Grad Celsius. Tie Niederschlags- neigung dürfte nun allmählich nachlassen: der Gelamtckmrakter des Wetters dürfte"jedoch noch unvestöndig bleiben.— Tie Temperatur in Prag betrug gestern früh plus 3.4 Grad, dos Minimum der Nacht plus 2.7 Grad Celsius.— Wahr» Vom Ersten bis zum Ultimo Vom Ersten bis zum Letzten Versackte tu di« Ewigkeit Nun eine« schweren Jahre« Zeit. Wie sich die Tag« hetzten! Vom Ersten bi« zum Ultimo War selten eine Stund« froh. Meist gab es Krach und Splitter. Ach ja, da« Jahr war bitter! E« war ein Jahr der Schande. Der Meist erstarb. Der Urwald kam. Der Mensch verdarb. Di« Bestie nahm Besitz von einem Lande. Vom Ersten bis zum Ultimo Ward masiakriert, wer nicht entfloh. E« machten reich« Beute Biel wilde braune Leute. Nun sind sie große Herren. Vom Kanzler bi« zum Schinderknecht (tzeht's keinem schlecht. Geht'« keinem schlecht! Sie sresien, fletschen, zerren, Vom Ersten bi« zum Ultimo.— Freßt zu, ihr bleibt nicht lange froh! Aus eure großen Magen Wird man euch kräftig schlagen. Vom Ersten bi« zum Letzten Steht alte«, wa« euch haßt, bereit. E« kommt die Zeit. E« kommt die Zeit! Da siegen die Gehetzten. Dann dämmert euer Ultimo. Die lan^e Nacht der Knechtschaft floh. Stolz weht der Freiheit Zeichen, Um nimmermehr zu weichen. Der Rote Hans, icheinlickres Wetter Son»tag: Vorwiegend bewölkt, Abnahme der Niederschlagsneigung. etlvaS kühler. Die Freie Schule für Politisch« Wissenschaften in Prag hat ihr Stndienprogramm für das Wintertrimester 1934 veröffentlicht. Tie Einschreibung«» finde» bis einschließlich 8. Jänner im Sekretariat der Schule in Prag I.. Ovocny rh 3, statt. Einbrecher in der Krankenkasse. Gestern nachts drangen bisher unbekannte Kaffenräuber in die Büros der KrankenversickjerungSanstalt tn Rimavfka Sobota ein. Mittels Nach« 'chlüsseis gelangten sie in die Räumlichkeiten, erbrachen eine seuerseste Kaffa und nahmen 27.000 Kronen in bar mit. Die Kassenknacker, die überaus vorsichtig und sachmännisch zu Derk« gingen. verwischten säm liehe Spuren. Tie Kranken» Versicherungsanstalt ist gegen Einbruch versichert. Der französische Jnstizminisier und der Oberste StaatSaMval' nahmen di« Umerinckinng der Ursache der Katastrophe bei Lagnv persönlich in bi'e Hand. Sie weilten Freitag abends und SamSiag vormittags ander Unsalliielle und ver- nahmen insbe'oudere die höheren CtationSbeam- ten auf dem Pariser Ostbahnhos. Hotel Sacher unter dem Hammer. An« einer Kundmachung der amtlichen„Wiener Zeitung" geht hervor, daß daS vornehmste Wrener Hotel Sacher am 7. Feber nächsten Jahres mit allen Nebengebäuden erekutiv versteigert werden wird. Schienenantobuö sür den Papst. An§ der Stadt des Vatikan wird berichtet: Nach dem Erfolge, de» der italienische Schienenautobus „Littorina" bei seiner Fahrt durch die europäischen Staaten erzielte, empfahlen die technischen Fachleute der Stadt des Vatikans, dielen SchieneuautobuS wegen seiner Wirt'chasflichkeit, Schnelligkeit und leichten Beherrlchnng sür die vatikaniselje Eisenbahnstrecke zu eriverben. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen. Sonntag: Prag: 8.45 Weckrufs 8.30 Schallplatten. 9.15 Violinkonzert. 10.05 Gejangskonzert. 11.00 Konzert des Prager Quartettes. 12.15 Woskovee und Wer.ch. >6.00 Konzert. 18 00 Deutsche Sendung: Vor. schau aus das Musikprogramm. 18.10„Ter Alaun mit den Römgenaugeu", Hörspiel von Laszlo 22.30 Soschtschenko:„Verbrechen und Sühne", Komöde aus kem Towjetlebeu. 21.00 Ein Spaziergang durch Europa.— Brünn: 8.30 Harmouikavorträge 19.15 Violinkonzert. 23.00 Bunte Silvesterstunde.— Kaschau: 18.00 Silvester für« Volk.— Preßburg: 21.15 Operetteustiinde.— Wien: 10.30 Junge Menschen erzählen. 12.00 Unterhaltungskonzert. 17.00 NachmittagSkonzert. 10.00 Klaviervorträge. 20.05 „Tritsch-Tratsch", Posse von Nestroy. 0.05 Unrer- haltungrkonzert.— Leipzig: 2040 Sitvesterkonzert de« Sinfonieorchesters.— Berlin: 18.30 Kammer» nmsikstuude.— Hamburg: 19.25 Musikalisckie Knall- essekt«. Montag: Prag: 9.20 Bach: Messe H-moll. 11.35 Tschechi- sä)e und slowakische Poesie. 17.45 Schallplatten. 18.00 Deutsche Sendung: Lieder mrd Duett« aus Operetten von Grün. Deutsche Pressenachrichten. 19 00 Smetana: Ouvertüre zur Oper„Die verlauste Braut". 19.25 Altböhmische Balladen. 19.40 Orchesterkonzert. 21.05 Ein Märchenspiel. 22.30 Deutsche Nachrichten.— Brünn: 7.30 Schallplatte». 16.00 NachmittagSkonzert. 18.00 Deutsche Sendung: Heitere Kabarettstunde.— Pr«ßburg: 17.45 Smetana: Fantasie aus„Dalibor'.— Wie«: 11.80 Orchesterkonzert. 15.25 Kammermusik. 16.35 Das musikalische Oesterreich. 18.40 Franz Schubert:„Winterreise". 19.50 Im Zeichen der Wiener Operette.— HeilSberg: 16.00 Unterhaltungsmusik.— Breslau: 0 30 Caruso singt, Schallplatten.— Berlin; 18.80 Streichquartett. Seite 10 TR. 3UD Sonntag, 01. Dezemb-r IMS. Unter dem verdacht deS Gattenmords. Im Lause der eingehenden Erhebungen der Budapester Polizei in der Angelegenheit der in den Vororten Ujpest und Klag gefundenen Leiche n- teile wurde heule vormittag in Alag selbst die G a t I i n eines verschwundenen S e l ch e r- meistcrS namens Bodnar unter dem schwerwiegenden Verdacht deS GattenmordeS verhaftet. Der Mann der Verhafteten wird bereit- leit dem 26. Tezeinbcr I. I. vermiet. Tie Verhalte e gibt an, ihr Gotte sei nach Budapest gegangen und von dort nicht mehr zuriickgckehrt. Tie Erhebungen der Budapester Polizei rverden for.'- ge führt. Lrotstcmpek in der Türkei. Au» Ankara wird berichtet: Das türkische Landwirtschaftsministerium bat einen Gesetzentwurf auSgcarbri- tet, der nach bulgarischem Muster die Stempelung von Brot Vorsicht. Jedes Laib Brot wird mit einem Stempel pro je einen Groschen(eNva 15 Heller) abgeskeiiipelt. Das Erträgnis der Stein» pelgebühren wird für Erfordernisse der Agrarbank verwendet werden. Die Serie. Beim Schnellzug Straßburg—Paris entgleiste gestern ein Personenwaggon infolge eines SchienerrfchlerS. Es wurde nur Sachschaden angerichtet. III. MWMW Meitkl-WWe Wg-M Die Wlnlerlpiele in Grobhammer. Auftakt zu den für den Sommer kommenden Jahres vorgesehen"» Vcranstallunzcn bilden die Dintersportkämpfc, welche am 21., 2 7. und 88. Jänner in Großhamnrer b«. Tannwald im Ricsengcbirge abgehallen werden. Zu diesen Kämpfen baden sich, außer Mitgliedern des veranstaltenden Verbände-, dir Winterlport- l r r des A r u S sowie die tschechischen Arbeitertouristen gemeldet. Ungarn, Polen und Oesterreich werden voraussichtlich am Start erscheinen. Oesterreich will außerdem ein Eishockeyteam ent senden. So wäre mit einer ausgezeichneten Konkurrenz zu rechnen, die in den Laus- und Springbewerben harte Kämpf« liefern wird. Auch Eiskunstläufen und zum ersten Male dat EiShockeyfpiel sollen in Erscheinung treten. Tie Jugend hat ebenfalls ihren Tag, am 21. Jänner und eine Woche später finden die Hanpttage statt. Im folgenden geben wir davorgesehen« Programm wieder: Am 2 7. Jänner: Ab 8 Uhr 25 Km. Lauf für Sportler, 15 Km. Lauf und zusammengesetzter Laus für Sportler, 6-Km.'Laus für Sportlerinnen, 6 Km. Lauf für Jugendsportler, 8 Km.-Lauf für Anfänger, 6 Km.-Lauf für Alterssportler. U m 1t Uhr: t-Km.-Hindernislauf für Sportler. Um 15.30 Uhr: Wettspiele in Eishockey. Am 2 8. Jänner: Um 8 Uhr: 8 Km.» Mannschaftslauf tTreiermannschast). Um 0 Uhr: Schauoorsührungen im Eiskunstlauf. Um 1-1 Uhr: Skispringen für zusammengesetzten Lauf und Hauprsprunglanf. Es wäre, und das ist gewiß der größte Wunsch der Arbciterwintcrfportlrr, nur zu hoffen, daß eS genug und schönen Schnee gibt, damit di« Bewerbe so vonstatien gehen können, wie«S sich di« Der- anstalter und di« Teilnehmer wünschen. * Ta» große Berbandsturnfeft der tschechischen Arbeiterturuer 023), bekannt unter der Bezeichnung„Tschechoslowakische Arbeite r-O l y m p i a d e", daS im Sommer kommenden Jahres in Prag vor sich gehen wird, wird im Zeichen eines Jubiläums, und zwar des 30jährigen Bestandes des Verbandes der T. T. I. stehen. 30 Jahre Arbeiterkultur, in sportlicher, erzieherischer und geistigrr Vc- ztehung. Im kommenden 2ahre wird daS Verband-- rurnsest Zeugnis geben, wie wertvoll auch die Sportorganisationen der klasscnbcwußten Arbeiterschaft sind. ES wird nicht allein ein Fest sein, daS Kraft, Schönheit und Gesundheit offenbaren, sondern cs wir auch ein Beweis sein,«ir eng und fest die Sportler und Sportlerinnen mit dem Sozialismus verbunden sind. Ihre Festtage werden nrben frohen Kämpfen auf dem sportlichen Gebiete auch Kampftag« für Freiheit und Demokratie bedeuten. Groß ist die Arbeit, die hente noch geleistet werben muß, um eine klaglos« und reibungslose Abwicklung dieses in seinen Ausmaßen gewaltigen Fe ste- zu gewährleisten, lieber 35.000 Turner, Turnerinnen, Zögling« und Schüler usw. werden aktiv mitwirken. Aus dem R u s l a n d e liegen auch schon zahlreiche Meldungen vor. * Unser Anssiger Verband, der AtuS, hat ebenfalls seine Vorbereitungen schon getroffen und trägt sich mit der Absicht, mit einer großen Zahl von Aktiven und eigenen Urbungen das Fest seines Bruderverbandcs verschönern zu Helsen. Die N a- tmrfreunde, Radfahrer, überhaupt alle-, was mit Arbeitersport in der Tschechoslowakei verbunden ist, rüstet, um mit dabei zu sein. Wir haben vor einigen Wochen schon darauf hiugewicsen, welchen Umfang diese Veranstaltung besitzen wird; die III. tschechoslowakische Arbeiter-Olympiade wird alle bisherigen noch übertreffen. Das große Festspiel, das an den Haupttagen den'Abschluß bildete, wird auch diesmal beibehalten. Neu ist der F a ck e l z u g, der am Vorabend deS letzten HaupttagcS durchge- führt werden wird. Ter Tag der- Jugend geht am 1. Juli vor sich und die Haüptfesttage vom kii vt§ S. Juli, Tas Fest wird wie vor sechs Jahren wieder auf dem Plateau deS LaurcnzibcrgeS(Petrin) stattfinden. Aber diesmal wird sich der Fcstplatz in ganz anderer Form, Präsentieren, denn der Staat hat aus den sogenannten Strahover Gründen ein Stadion errichtet, das bis jetzt schon neben dem großen UebungSseld ein« gedeckte Tribüne hat. Nun sollen noch eine weitere Tribüne und ein Musikpavillon erbaut, wie auch das Leicht- a t h! e! i k st a d i o n, das in nächster Nähe liegt, vollendet werden. Zn diesem Zwecke wurden aus der Arbeiisanlrihe 12 Millionen Kf. bewilligt und cs bc steht daher die Möglichkeit, daß sich daS staatliche Stadion bereits vollständig dem Hirschauer zeigen wird. Aber trotzdem bleibt noch viele- unerledigt, für dcsien Schaffung daher der Verband der DTJ. selbst auskommen muß. Ta- Stadion wird somit einen schönen Rahmen der Veranstaltungen abgeben, zu dcsien Ausschmückung vom Bcranstaltcr noch rin übrige- getan werden wird. Ncutahrsnaclrt in Rio Von Hans West. Abends gegen 9 Uhr wird e- aus der Avenida Rio branco lebendig. Böllerschüsse und Raketen steigen in die Tropennacht. Lautsprecher schleudern Musikkaskaden unlcr die wirbelnde Menge, Die Schuhputzer wienern im Takte des neuesten Schlagers„Eco vivace bolinaro lily"; daß der Hochglanz Funken sprüht. Studenten laufen in langen Reihe», sich an den Händen lzal» tend, bilden sie Sperrketten quer über die Straß«. Aus den Fenstern und Ladcntüren fliegen Kon- fcttischlangcn. Die dicken Negcrpolizisten versuchen vergeblich, den Elektrischen einen Weg zu bahnen. Brüllen, Pfeifen, Johlen und raktmäßiges Händeklatschen. Die ganze Straße schwankt wie vom Sturmwind berauscht. Plötzlich flammen in den Zweigen der Sykomorcn Tausende von bunten Glnhlampchcn auf. An den Häuserfronten zucken die wilden Lichter einer überschrienen Reklame. Selbst di« Kreuze aus den Kirchtürmen recken «inen bunten Lichlcrkranz wie ein leuchtendes -Hosianna! Gegen 9 Uhr kommen die Reger aus den Vorstädten in das Zentrum. S'e ziehen in dichten Gruppen, nach ihren Verbänden und Stadteklen geordnet. Alle sind maskiert. Tie nackten Oberkörper glänzen von Schweiß und Fett. Viele tragen Franrnröck«. Andere haben TiermaSken übergestülpt. Am meisten bewundert werden jene, die sich weiß angcmalt haben und in Zylinderhüten und speckigen Fracks den unerreichliaren ealallciro für diesen emcn Abend kopieren,^ar- fnß sind sie alle. Mit einer Bewegung hebt und senkt sich die Masse im Tanzschritt. Eine quäkende Musik begleitet von rasenden Rhythmus, das unwillkürlich jeder mit muß. Am Avenida-Pa la ca-Hobel ist großer Ball. Di« sonst so unnahbaren Damen der orasiliani» schen Gesellschaft fliegen von einem Anit in den andern, Nur ganz dezente Damen tragen ein« kleine Halbmaske, unter der hervor sic um so sicherer. kokettieren. Die Gents trinken Sekt und Whisky Soda. Aber am sashionablesten ist das schäumeiide Bier. Man schlenkert vorher möglichst graziös den Schanui auf den Bode», ehe man trinkt. Aber die köstliche Ladung ich doch agua toniea mit qin. Falls inan nicht einen caras(Zuckcrrohrschnaps) mit schwarzem Kaffee genießt. Dazu natürlich ungezählte Zigaretten. Die Bcntilatore» douncrii ununterbrochen. Aber eine ung-heure Hitze treibt den Schiveiß aus allen Poren. Mein schöner weißer Anzug ist naß wie ein Badclaken.„Kommen Sie, wir gehen zum Negerball ins theatro Margarida Mar" sagte der dicke alte Doktor, der seit 20 Jahren davon spricht, nach Eurosxi zu reisen, und sich von Rio nicht trennen kann. Tas Auto braust durch die breite» Straßen. Ucbcrall Licht, Musik und ungeheure Volks- masien. Aus der Praca Tiradenics tanzen mitten auf dem Platze Soldaten mit den Tamcn der nahen Kneipen. In allen Fenstern liegen Leute, die den Tanzenden zurusen. Wie rasende Irrwische zucken Raketen durch die Luft, in einem bunten Slernenregen selig verlöschend. Negerinnen halten uns beim Vorbeigehen fest. Heule Nacht gehört Rio den Schwarzen. Wir müssen Masken anlcgrn, ehe wir in das Theater hinein dürfen. Die'Reger wollen MMriiuchiiche Berwendung von Angestellten zu höheren Diensten. Kn beliebter Dienstgebertrick: Ausnützung ohne entsprechende Gegenleistung. Prag, 80. Dezember. Daß viele Nntcrnch- mcr der verschiedensten Art di« gegenwärtige beispiellose ArbeilSnol zu allerlei Machinationen übelster Art ausnützcn, deren Zweck die Benachteiligung ihrer Arbeitskräfte ist,, kann niemanden überraschen, der sich über daS Wesen des kapitalistischen Wirtschaftssystems klar geworden ist, das ja einzig und allein auf dem unternch- mrrischen Profit! ntercfse, d. h. auf Raff- uiid Raubinstinkten aufgrbaut ist. Vor den A r- beitsgerichtcn werden Tag für Tag Pro- zcsic verhandelt, deren Sachverhalt oft als geradezu unglaublich erscheint. ES ist für die Angestellten von höchstem Interesse, mit typischen Fällen der llnternehmerpraktiken bekannt gemacht zn werden, desgleichen mit den in solchen Fällen ergangenen Urteilen. Jeder Angestellte wird sich Rechenschaft darüber geben müssen, daß eines schönen Tages auch an ihn die Reihe kommen kann. Dann wird wohl auch mancher„Neutrale" und heute noch gleich gültig AbseitSstehend« den Wert der gewerkschaftlichen Organisation begreifen, die gerade ans dem Gebiel deS Rechts- s ch u tz e s überaus verdienstliche Arbeit leistet. Hier soll von einer der erwähnten unternehmerischen Praktiken die Rede sein, die allem Anschein nach heute große Mode ist. Es handelt sich uin die Heranziehung u n q u a l i s i- zierter Arbeitskräfte;» Arbeit«» höherer Art, die dem Beschäftigten im Sinn« der gesetzlichen Bestimmungen Anspruch auf eine höhere Stellung, etwa im Sinne des Hand- lungsgesetzeS geben würden. Der Witz lieg' nun darin, daß solche Avancement-„st i lisch w e i g e n d" erfolgen, d. h. ohne Anstellungsbrief oder sonstige vertraglich« Vereinbarung. Ter von der vermeintlichen„Karriere" grblrn- detc Arbeitnrhmer denkt meist gar nicht daran, auf eine eindeutig« F e st st e l l u n g seines ArbeitsvrrhältnisseS zu dringen. Er glaubt„sich durchgesctzt" zu haben und verrichtet dir ihm ausgetragenen höheren Dienste entweder ohne oder für eine g c- ringe geldlich« Aufbesserung, bis er eines Tages gekündigt wird uns nun rrsährt, daß er durch sonndsoviele Monate oder Jahre zwar „höhere T i c n st e" verrichten durste, daß er aber nichtsdestoweniger nach außen hin, d. h. i m Sinne deS ursprünglichen und nicht revidierten Arbeitsvertrages doch ein Unqualifizierter geblieben ist. Dir Folgen sind im Einzelsall verschieden. In einem Fall versucht der Dienstgeber den Ar- beitnchincr um die ihm ans Grund seiner höhe ren Dienste zusteheude mindestens einmonatige K ü n d i g u>i g S f r i st zu prellen und mit e i n w ö ch i g e r Kündigung aufS Pflaster zu setzen,(lieber einen solchen Fall, der eine hiesige Autoreparaturwcrkstättr betraf, haben wir unlängst berichtet.) In einem andern Fall versucht er ihm den gebührenden Urlaub zu verkürzen, unter Berufung darauf, daß der offiziell„Unqualifizierte" keinen Anspruch aus die ffir_ höhere Angestellte gesetzlich statuierte längere Urlanbszcit habe, während man die„höheren Bcrrichtungen" freilich ohne weiteres verrichten läßt. Und dann gibt «S ganz ernste, für daS Lebcnsschicksal eines Menschen bedeutsam« Fälle, wie eine derzeit anhängige Klage gegen eine hiesige Großbank beweist, die im Jänner zur weiteren Verhandlung kommen wird. In diesem Fall handelt es sich um einen Angestellten, der als Wächter anfgenommen, später aber als Kanzlciangrstelltcr und S k o n t i st verwendet wurde. Als der Mann 50 Jahre alt Ivar, wurde er entlassen, aber die Ausstellung eines Zeugnisses über die geleisteten K a n z l e i a r b e> l c n wurde ihm ver- tveigert. Die Bankherren waren bloß gewillt, ihm über seine Tätigkeit als Wächter ein Zeugnis auSzustellcn. Man befürchtet offenbar, daß der Kläger, der durch dir Klage die Ausstellung eines dem tatsächlichen Sachverhalt entsprechenden Zeugnisses begehrt, dann auf Grund dieses Zeugnisses die— natürlich nicht geschehene — Anmeldung zur PensionSver» Versicherung einklagr» werde. Zum Glück hat die Judikatur der Arbeitsgerichte die grundsätzliche Anschauung ausgesprochen, daß für di« Bewertung eines Dienstverhältnisses nicht der ursprünglich abgeschlossene D i c>i st- Vertrag maßgebend sei, sondern die tatsächlich g e l e i st e t e Arbeit. Heber alle die anhängigen Fälle, deren uns bisher nicht weniger alS sechs bekannt sind, werden wir nach abgeführter Berhandlung detailliert berichten. Vorläufig wäre festzustellen, daß gerade die Verschiedenheit der geklagten Dienst- geberfirmc»(Auroreparatnrfirma, Kolonaakge- schäft, Textilfabrik, Bank usw.) darauf hinweist, daß es sich anscheinend um keine Einzelerscheinungen handelt, sondern nm eine wohlerwogene, wenngleich nichr als sragtvürdige Taktik gewisser Dienstgrber. Die Angestellten werden gut daran tun, auf ihrer Hut zu sein. cd. AM Im KM gegen Den WMiilW Film. Tie hiesigen Behörden scheinen sich endlich entschlossen zu haben, dem hemmungslosen Eindringen der Filme aus dem Tritten Reich nicht länger gleichgültig zuzuschen. Tic Einfuhrkom- Mission beim Handelsministerium hat in den letzten beiden Wochen Vier hitlcrdentschc Filme z u r ü ckge w i c fe n(darunter den Ufa-Hctzfilm„Flüchtlinge".) Aus Polen kommt inzwischen die Meldung, daß dort rcichsdentskli« Film« überhaupt nicht mehr vorgesührt werden. Dir Behörden l-aben aber angeordnet, daß österreichische Filme zuzulasscn sind, fall- ihre H e r k ii n s t klar g e k e n n,z« i ch n e t ist. (Diese Herknnflsbezeichniing lmben wir hier fortgesetzt, aber bisher ohne Erfolg, gefordert.) Tie bedeutsamst« und erfreulichste Nachricht über den Abwrhrkampf gegen den hitler- deutschen Film kommt aus Berlin. Jawohl, aus dem von Hitler eroberten Berlin! Tie dortigen Kinos haben eine Statistik über die Film- crsolge des letzten Monats veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß nur zwei Filme in Berlin Erfolg halten,— und diese beiden waren A u s l a n d s p r o d u k t e: der französische Film „La Matenelle"(in Berlin unter dem Titel „Mutterhände") und der amerikanische Film „Jenny Gerhard". Tie unter Goebbels Aussicht hcrgestclllen„Kunstwerke" fanden in Berlin keinen Zuspruch... Wir wollen dringend hoffen, daß diese dnrchgcsallcnen Machwerke nun nicht wieder am Wcnzrlsplatz abgeladen werden. bei diesem Fest unter sich bleiben. In dem großen Saal tanzen Hunderte von schlvarzen Paaren. Die Frauen tragen alle die alt« Sklaventraiht mit den vielen bunten Röcken, den verschnürten Miedern und das rote Taschentuch um den Krauskopf gewickelt. Schwere Ketten von Korallen, Horn und getrockneten Früchten hängen um den .Hals. Unzählige Amulett«, kleine Tötcnschädcl und getrocknete Eidechsen verraten den alten, unausrottbaren Heidenglauhen. Aber bei keiner fehlt das Kreuz. Tas kreischt und tanzt mit bloßen Füßen, daß die Bohlen zittern. Tic Männer vollbringen meterhohe Sprunge. Produzieren sich in lwlsbrcchcrlschen Stevps und Volten. Auf der Bühne rast das Höllenkonzcrt der Kapelle. Der Dirigent stehl an der Rampe und feuert mit tremolicrendem Uuu-Gcbrüll die Tanzendcii zur letzten Exiase an. Es stinkt mörderisch nach saurem Schweiß wie in einer Menagerie. Meine Tänzerin strömt einen penetranten Geruch von billigem Parfüm aus. Genau so ist die Atmosphäre im Sezierraum der Anatomie, wenn sic bei 10 Grad im Schallen mit Skalpell und Messer hantieren. Wir sitzen nachher bei einer Ncgersamilic am Tisch»nd essen Sandivichcs. DaS Oberl-aupt der Familie, ein grauhaariger, dünner Neger, trägt einen osfenen Wolfsrachen als Maske. Schiebt ziisainmengeballtc Brötchen und Fleisch in seine malenden Zahnrcihcn. Tie dicke Mutter kühlt vergeblich Ihr zerfließendes Fett m't nngcheuccn Mengen von Bier und Limonade. Tic Tochter aber, deren weiße Fleischmahlzctt unerhört zu der Ebenholzlyiut kontrastiert, angelt unter dem Tisch nach unserem Knie.„Kleine»»bische Göttin," denke, ich halblaut. Sic lächelt. ohne zu ver- stchc», Und dann gehen wir lanzeil.- ES gehl schon stark auf 12, als unser Auto vorm Baira Marc Casino hält. Hier amüsiert sich die Lcbcwclt von Rio, Man serviert auf silbernen Platten. Ncgern ist der Eintritt verboten. W-r absolvieren einen konv«irtionell«n Tango und fächeln dann erfolglos gegen die fressende Hitze. Der dicke Doktor schläft unbeküininert aus seinem Stuhl. Bon der Straße dringt mit dumpfem Schlittern der Gesang der Menge. Dl« Kapelle spielt wieder mal„Sous les toits de Paris". Meine kleine Tischdame, eine üppige, blonde Person, spricht schon eine ganze Weil« mit mir, bis ich ihre Worte verstehe:„Wie Sie mich hier sehen, bin ich ein hoffmingslosrs Stück Malheur. Bor zehn Jahren war ich noch in Berlin die Frau des bekannten Filmrcgisieurs L. Ich hatte cs gut, aber ich habe cs mir selber verscherzt. Ich ging dann mit einer Opcretkentrnppe nach Südamerika. Sic glauben nicht, was ich hier für Erfolge l)altc. Ter Gouverneur von Bahia biest einmal unseren Dampfer 12 Stunden zilrück, weil er vorher noch mit mir zusammen sein wollte. Ter Kaffeckönig M. in Sao Paulo schenkte mir diesen Brillantschmuck. Keine AnaO das alles hier Ist Jmilation! Tie Steine Habe ich'längst verkauft. Jetzt bin ich hier. Es ist der letzte Schritt, bis ich endgültig in der Lapa verschwiiide..." In diesem Augenblick dröhnten vom-Hafen die zwölf Kanonenschüsse. Alle sprangen auf und erhoben die Gläser. Der Doktor murmelte, schläfrig„Prosit Neujahr!" Mein Blick traf den der Tischdame. Sic- lächelte unter ihrer Schminke. ,.Tas neue Jahr wird uns beiden Glück bringen. Solange man lebt, muß man hoffen." Ich hätte -hr gerne ein Passendes Wort gesagt. Leider war sic schon fort znin nächsten Tisch. Sir. 305 Sonntag, 31. Dezember 1033. Seite 11 X'i W-< fv C1T V FT Wie sichert der Angestellte in Handel-, gjf jQ f F Ft /V a Industrie und Verkehr feine gesetzlichen! bei allen Anlässen •' ä A 9| viele Jlrteitßcter di« gesetzt iä)en LosttmWw CICr Ar üeilCriUrSOrgC« Über Arbeitszeit, Dienstveri-.ag usw. nicht emhal Oie Li§6npro6uKtion88tätt6n des §S^-VERBANDES Für den Haushalt nur das Beste! KONSUMGENOSSENSCHAFTEN erzeugen nach dem Grundsatz eines Wirtschaftsplanes und unter Beobachtung aller hygienischen Maßnahmen l Skipart!« mit tödlichem AuSgang. 2o oder ahn- I lich la ulende Nachrichten finden wir jetzt fast alt- l täglich in der Zeilnng. Meist handelt rS sich nm Abstürze. Lawineunnglücke, Erjiie-iiugen. llel>er die groß« Zahl jener Jyrtlfv jedoch die ebenfalls im W'nwrspori ihre Urjache haben, ihre Opfer wochen- iind monatelang aiiS Krankenbett fesjel», ost mit tödlichem Ausgang, wird wenig in d«n Zeitungen geschrieben. Und doch sind gerade diese Fäll« die gefährlicheren,»veil beim Wintersport meist die primitivsten Tchntzmaßregelu gegen Krippe und Erkältungskrankheiten. diej« heinuii«tiicl>en Feind« aller Gesunden, außer acht gelassen werden. Und doch können Tie sich leicht dagegen schützen, und ivenn bereits eine Krankheit im Anzug ist, dies« leicht und nachhaltenö lnrieren. Togal Tabletten sind gegen Grippe und Erkältungskrankheiten, gegen Rheuma, Gicht, Neuralgie, gegen Kopl- und-Nervenschmerzen geradezu ideal. 2i< wirten raich und sind vollkommen frei ohne Nel-ensolpen. Togal Tabletten sind in allen Apotheken erhältlich und sollten in keinem Han-Hali und bei keiner Wmter'portausrüstung jehlen. 21t>2 Erhältlich in allen Verteilungsstellen der Ansprüche? Di« Erfahrungen in den letzten Zähren beweisen, '>'«°« nhalten. Was steht irun dem Angestellten alles zu Rech!«'? Vor allein einmal da« Handelsgehiljengesetz, der Gebscts-Kollcktivvertrag der Gremien, d«rs Betriebe, rälegcfetz, das Gesetz über den Achl-Ltuudentag.— Tic Angestellten sind oft selbst jene, welche die Sicherung ihrer Existenz nicht festigen. Sie organi- sieren sich nicht getverkschasckich. Ei>t geschlossen orga< »isierter Betrieb kann das wichtig« Gesetz der Betriebsansschüsse, das weitgehend« Sicherungen jür langjährige Angastrllir biet«t, voll ausiuitzeu. Die Gewerkschaft bietet aber mich dem einzelnen viel Schutz itnd Rat. Es sick-er« sich daher jeder einzelne und tret« dem Allgemeinen Angestellten Berband Reichenbcrg, Ortsgruppe Prag, bei AmtssiMtden stets Miltnwch von 6 bis 8 Uhr, Narodui tr. 4/111. PRODUKTE Vom Prager Rundfunk So wüst die Menschenivelk sich dies Jahr ge- bäredt, so so unfreundlich zeigt sich auch die Naiur gerade als wollte sie beiveisen, wie übel es tut, wenn ihre Gesetze mißachtet werden. Was nützt cs, daß Herr Franz Obcrsrhal über den Wintersport in unseren Bergen sprach und alle unsere waldigen Randbcrg« als Skiparadiesc pries, wenn indessen die genarrten Wintcrsporllcr mit den Brettln über Gletschereiswiesen knattern und beim Tauwetter im Walde mit Eiszapfen von den Bäumen bombardiert tverden?! Zn den Städten regieren Regenschirm und Gummischuh, Aspirin und Eisbeutel. Im Ernst, diese schnecloscn Weihnachtstagc haben den Randgebieten der Republik ungeheuren wirtschaftlichen Schaden gebracht, da der von den.Ausflügler«: erhoffte Keldzusluß sehr kläglich geblieben ist. Gegen die Roturgewalt nützt auch die schönste Rundfunkpropaganda nichts. Zwei sehr gut« Sendungen sind zu vermerken: eine Rundfunkszene von Jng. Dr. Peter Otasek: „Warum erlitt ich den Unfall?" Schon einmal hörten wir ein« ähitliche Sendung; damals waren es städtische Arbeiter, diesmal je ein mährischer, ein Egerländer und ein slowakischer Landarbeiter, die erzählten, wie sie ihre Betriebsunfälle erlitten, und dann vom Ingenieur und Beamten der Versicherung belehrt wurden, welche Vorsichtsmaßregeln zu treffen seien. Bei vielerlei Gelegenheit drohen Unfall« dem ländlichen Arbeiter,—«r steht darin seinem städtischen Genossen nicht nach. Da ist die heimtückische Häckselmaschine, doppelt gefährlich, weil die Arbeiter ost erst nach der Tagesarbeit Häckseln müssen, wenn sie schon müde sind und nicht mehr aufmerksam genug sein können. Dieser«ine Fall wirft Licht nach vielen Teilen: einmal auf di« jeder gesetzlichen Regelung spottende überlange Arbeitszeit des Landarbeiters, dann auf das Fehlen selbst primitiver Schutzvorrichtungen an den dort benützten Maschinen, zu denen sich wohl selten ein Ge- werbeinspektor verirrt; auf das auch bei den schlichten, biederen Landleuten wirksame Antreiberfystem, das genau wie in der Indulin-*■*.« Leistung aus dem Arbeiter hcrauszupressen bemüht ist. Der Tvrecher in der Sendung wies selbst darauf hin, daß bei solchen Unfällen die Landwirt« als Arbeitgeber ost selbst geschädigt werden,— der so oft unternommene Versuch, soziale Besserungen gerade dem Egoismus der Unlernehmcrieelc abzulisten. Natürlich liegt vieles dergleichen auch im Interesse der Arbeitgeber, meist aber obsiegt doch di« primitiv« Gewinnsucht, die nur die augenblicklichen Mehrauslagen, die„sozial«» Lasten" sieht und sich dagegen wehrt. Nur gesetzlicher Zwang kann da durchgreifend helfen. Die zweit« interessante Halbstunde der Woche war die Arbciterscndung. Frau Grete Livius, Gr- richtSbcrichterstattcrin, entwarf«in Bild der Frau vor Gericht. Schlicht, ohne Pathos, sachlich und doch voll Wärm« entwickelte sic aus treffenden Einzelfällen das Typisch« der Erscheinung«», das Gesetzmäßige der Frauennatur. Sie zeigte dir Frau als Angeklagte, wobei es sich meist um kleinere Delikte, besonders häusig um Ehrenbeleidigungen handelt: zeigte, daß erst«ine völlig« Veränderung des weiblichen Wesens Vorgehen muß. eh««ine Frau zur schweren Verbrecherin, zur Mörderin und Totschlägerin wird. Wies nach, daß der Grund auch zur weiblichen Kriminalität in den schlechten ökonomischen Verhältnissen liegt und daß die Verbrechen am besten beseitigt würden, wenn die hungernden Massen ausreichend Brot. m«»^-«>i-h-'^-nen Deute jene merktvürdigen psychologischen Grenz- e fälle an, in denen ein Walen, bald Frau, halb Rind, die absurdesten Grausamkeiten begeht bei nackaewic- scner Sentiment-"'^'--*•-•••?<• Richtung Schilderte die Fra» als Zeugin, wo st« nickt nur durch Subjektivität minderwertig wirkt, sondern ebensoviel« Beispiele von tapferer Tclbstaniopfcrung für■ Andere auszuweisen hat. Beschrieb die Frau vor dem Scheidungs-, dem Arbeitsgericht, vor der Künstlerkammer und erklärte endlich, wie wichtig die Tätigkeit der Frau innerhalb des Gcrichtsverfahrens sei, als Rechtsanwältin, Geschworene, Schöffin, Fürsor- gcrin,— weil sie hier di« angcklagte Frau viel besser verstehen kann als der ganz anders denkende»nd fühlende Mann. Ergebnis: ungeheuer wichtig ist es. daß auch aus diesem Gebiet die Frau als gleichberechtigt mit dem Mann angesehen und behandelt wird. Tas ist sozialistische Auffassung,— uns ist die Frau Kamerad und Mitarbeiterin überall. Grade in geschichtlich ironischem Gegensatz dazu meldet Deutschland die neueste Hitlerverordnung: im nächsten Jahr wcrden nur 15.000 Studenten an die Hochschulen zugelasscn, davon höchstens 1500 Frauen (Juden natürlich überhaupt-nicht!): Praxis der Theorie, wonach die Frau als Dienerin des Mannes, als Gebärerin der Kinder, die auf dem nächsten Schlachtfeld zu foulen die Ehre haben werden, ihren Lebenszweck zu erfüllen habe.— Das ist ein trüber Ansklang für die Bericht-! erstalning eines Jahres: In einem wesentlichen Teil,« in der Mitarbeit der Frau, soll der Kulturfortschritt «in«S großen europäilchen Volkes gehemmt, di« mühsamen Erungenschaften eines Jahrhunderts mit einem Schlag vernichtet werden. Und es ist doch nur folgerichtige Vollendung des VernichtungSwerks, dessen Zeugen wir in diesem zuendegehenden Jahre gewesen sind Es war ein schwarzes Jahr in der Geschichte der Menschheit. Fürstenau, j Düstere Prognose! Hoppla, 1934... Januar: Im Januar tagt frisch und heiter Di« Friedenskonferenz von Genf, Die Staaten nisten rüstig weiter— Der cdl« Schwatz bleibt edler Sens! Feber: Im Feber, so wird stramm beschlossen, Ist Temschland anbeitsloseusrei, Wer trotzdem stempelt, wird erschossen. Damit er nicht im Weg« sei! März: Im März erfindet Gottlieb Müller, Chcmieprofessor der SA., Ein sturmerprobter Formelkiller, Das braun« Giftgas: Hi plus Ha... «prilr Herr Hitler wird zum FricdenSengel Und legt di« Rüstungsfirnren still, Der Goering fällt entsetzt vom Tiengel, Was ist da los? April! April! Mai- Im Monat Mai, dem blüt«nr«ichen, Hat Dollfuß kein« Chan«» niehr, Di« Front der Starhembergschen Eichen Ist dann genau so klein wie er! Juni: Im Juni sitzt, Si« werden lachen, Noch immer frisch und unverzagt, Da kann man nix dagegen machen, Di« Friedenskonferenz und tagt.. Juli- Die Nazis seiorn ständig Fest«, Im Juli sieht man in Berlin Tie„Herrn mit stark beschmutzter Weste" Zum Treursämmr in» Stadion zieh»! August: Ein braunes Volk in prima Waffen Braucht kein« Arbeit und kein Brot, Es laueti schon, dazu geschaffen, Aus seinen nächsten Heldentod! September: Septeinber. Wettgerüstet siegen Ti« Chefs der Rustungsinduistrie! Rur einem Feigling graust's vor Kriegen Hoch das Geschäft! Ihm opfern sie! Oktober: In-Hamburg wird ein Volksvcrräker Jnr Nazi-Zuchthaus festgesetzt. Es hatte dieser Attentäter Direkt zum Frieden aufgehctzt! November: Im Dcknnuck« ihrer Bärte träumen Tic Konferenzler voller Ruh—. Da knallts! Sie müssen leider rärnnen, Man schließt ihr Togungsörlchen zu! Dezember? Indes wir zart umhegt verwesen Ter gut« Weihnachtsengel naht- Zu spät! Europa ist„genesen" Durch Blaukreuz und durch Ttacheldraht! Pinguin. Prager Zeitung Ohne Einsicht.- Um dir Einsicht mauckwr Geschäslsinl-aber in Prag ist eS traurig bestellt. Denn viele zahlten die laut Prager Gremial- vcrtrag am 20. Dezember fällig gewesene Renin« Iteration erst knapp nm Weihnachtstag oder gar erst vor-Neu ja irr aus.— Gegen die Firmen, welckze den vertraglich sestgelegten Perpslichtu'ck- gen nicht nachkommen tverden, wird beim Seistcdsgericht cingeschrittcn werden. Von der Deutsch«» Minderheitsbiich«r«i in Prag. Vom l. Männer l!>3t angefangen wird bei den städtischen Büchereien— infolgedessen auch bei der Teutsclxn MinderheitSbücher«!— eine Auslcihe- gebühr von'20 Heller pro Barr-«inkassicri, welche jedesmal für zehn Ausleihungen(2 kiel Im vorhinein eingehoben»»erden wird. Von diescr Gebühr befreit sind Arbeitslose und solche Personen, welche ein Einkommen von höchstens 12.000 Ke, wenn sie ledig, oder höchstens 18.000 K«, wenn sic verheiratet sind, nachtvei'en können. Tie Entgegennahnie dieser Nachweis« und di« Zuerkennung der Gebühren« besreiung für die Deutsche Mindcrheiisbücherei er- 'olgt b'S auf weiteres ab 2. Jänner nur am Dienstag und Donnerstag von 17—18 Uhr und am Samstag von 10—11 Uhr. Gleichzeitig wird zur Kenntnis gebracht, daß vom 1. Jauner IlVk ab die AuSkeibe- daner für belletristische Bücher ans 11 Tage, für Bücher belehrenden Inhaltes ans drei Wochen herabgesetzt wird D t Bäck«r backen h«nt« nicht. Ta» Präsidium der Bäckergenossenschast in Prag teilt mit, daß am Sonntag, den.81. Dezember 10.8.8, die Bäckerei- betriebc keine War« erzeugen tverden, da auch für dielen Tag die Vorschriften über die Sonntagsruhe Gültigkeit besitzen. Bei beginnender Verkalkung der Blutgefäß« führt der Gebrauch des natürl'chen„Franz-Ioscs"-Bitter- wasserS zu regelmäßiger Stuhlentleerung»ich Hrrab- etzung des hohen Blutdruckes Aerztl. empfohlen. 210g Kunst und Wissen Arbeitrrvorftrllung„Die verkaufte Braut", komi- sch« Oper, Musik von Smetana, am Sonntag, den 11. Äünner, nm halb.8 Uhr im Neuen Deutschen Theater. Karten ab Mittwoch täglich von 8—2 und I 0 Uhr bei Optiker Deutsch, Graben, Koruna Heut«, 10'; Uhr, Nachtvorstellung, Silvester- Revue„Goldenes Prag",-20 Bilder! Silvesterbegrü- ßung aus der Bühne. Große Pause um Mitternacht. Bufett. Regie, musikalische Leitung, Tänze. Nusstat' Hing: Liebt, Grün, Aubrcchtov», Justus-Kotulan Hauptpartien: d'Amara Walter, Dörner. Dudek, Libal, Masük, Taub. In zahlreichen Bildern das neue Girlballett Conferencier: Tndek und Taub.— In der Kleinen Bühne: Heute, WA Uhr Nachtvorstellung„Theo macht alle s". Neufassung ter hinreißend lustige» Posse von Nanocy und Armonk. Spielplan des Reuen Deutschen Theaters. Sonntag. 7 Uhr:„Garten Eden" t?l N lN'<- Uhr: Nachtvorstellung:„Goldenes Prag." lA A.)— Montag, 2'A Uhr:„P ii»licken u n d A n I o n." lA. 21.1 6!-; Uhr:„Tie Meistersinger von Nürnberg" lA. A.)— Tienstag. VA Uhr: „Zwei Herzen im Dreivierteltakt." lA 2.1— Mittwoch, 7A Uhr:„D a S Drei- »'. ä de r l ha u s." iBolkstüinl Vorstellung, A A) Donnerstag, 7 Uhr:„Pünktchen und A n t o n." lC l 1— Freitag. VA Uhr:„Fidelio" , T 2.)— TamStag, VA Uhr:„P iinktck> e n und Anton." lA. Al 8 Uhr: Erstaniiührnng:..To- v a r i l ch" in e n I S t o ch t e r." lKnlturverbandSfr und freier Verkauf.)— Freitag. 8 Uhr:„Tie ichönstr Ehe.'— Tamstag, 8 Uhr:„Theo macht alle»." Aus der Partei Sekretariat der Bezirksorganisation Prag. Ab l. Jänner 1934 wird in unseren neuen Räumen Prag 11., Rarodni tk-ida 4/11. Stock, täglich amtiert. Wochentags von 18 bis 20 Uhr, Samstag von 17 bis 1!) Uhr. Son n- tag vormittags von 10 bis'-412 Uhr. Im Sekretariat werden alle Auskünfte erteilt, Anmeldungen cntgcgkngcnoinmcn und cs können dort auch Mitglicosbeiträgc bezahlt werden. Lesezimmer Ab 1. Jänner 1934 wird auch ein Lesezimmer für unsere Parteimitglieder zur freien Benützung eingerichtet, in welchem verschiedene Tageszeitungen und wissenschaftliche Zeitschriften ausliegen werden.— Das Lesezimmer ist geöffnet: Wochentags ab 16 Uhr, Samstag und Sonntag ab 115 Uhr bi« 20 Uhr. Stile 12 Sonntaß, 31. Dezember 1033. Nr. 805 WM und Veranstaltungen 1» Sport* Spiel- Körnerplleoe Literatur Allen S rn PLchrn L 99 i Graphische Kunstgenossenschaft t •t fest! IMMAMMAMKMMMMWWMMM 1 MMMVWMMMMMWWWMWM 3 3 1 3 1 3 3 3 | 4 4 ► ► 4 4 3 unseren Mitgliedern und Freunden ein k Der Hederichlame schlummert schon in der Erde, Zhr müffel aber bereits aus der Hut selu. vesteruntrrhaltttng.?luh«rdem: Reiches heileres Beiprogramm. Große Miliernachtsizen«(Lkdiche) mil Gcorg Lohn, Ernst Morgan, Grünberg, Sordan. Tombola.<1. Preis: ein neuer Agfa-Pholoapparal 'm Werte von 100 Ke.) lUUUÄUUUUUiUiMUiUMMUimiAMUi: ► ► Die besten Gliidtwiinsdie zum Jahreswechsel entbietet allen Funktionären, Mitarbeitern und Mitgliedern der Behleidangearbeiler- Verband i, d. C, S. R., tuve Slli Reldbeaberg. Sekretariat der Zentralgewrrlschotfs. kommission des deutschen Gewerk- schastsbundes, Reichenberg. Lchrislleitung der Gewerkschaftlichen Rundschau", Reichenberg. Frohes Neujahr! Prosit Neujahr entbietet Zentralstelle der nevlerratc 1m Dergbnu P&dgF«" H" XIV. Maskenball der Union der Geschäfts- reisenden und Vertreter sinbet am 10. Mär; 183t tm großen Luecrnasaal statt. Reklamationen sind rechtzeitig an das Sekretariat der Union, Prag IT., Jungmannovä 20, zu richten. 2237 Fernsprecher 61623 * Nrania-Slino. >2 Wester) im Urania-Kino, Klimentskä 4 vorntittags:„Schön bist hu, o Schweizer- Kulturfilm. 2, 1. 6 und i>0 Uhr: Einmalig« Toiifilmschlagerd Mit Liane Haid, zur Tilgung von Dieienmoos durch Berstrenen von seinkrift. Eisenvitriol. Ihr werdet dieselbe» guten Erfahrungen machen, wie.Herr Ernst Zada, Mühlenbeiiper, Molschen b. Leitmeritz, welcher schreibt: ..Eisenvitriol vernichtete ans der Wiese nicht nur das Moos, sondern vertrieb auch die zahlreichen Maulwürfe, die sich nickt mehr zeigten. Ta» Gras wurde dicht und lattarün. die£xu» ernte viel besser." spritzet die Tbstbänme in der Pegetationsruh« und nochmals vor dem Ausschlagen mit LOprozentiger Eisenvitriollösung.— lieber das Ergebnis schrieb Herr X ÄgstnU, Landwirt, Tnchom: voriges Jahr spritzte ich verschiedene teuere Mittel und doch konnte man fite Pklaumeuschildkaus auf den Bäumen beobachten. Heuer nach dem spritzen mit Eisenvitriol sind die Bäume glatt, rein und üppig, das Obst schön und reichlich, wir schon lange nicht zuvor.. ," Der Vertrauensmann Um!«• Ges. in. b. H. in Prag II., Hybernskä 7. Telephon 2.74 38. Jsniz Kong.' Hvdjda:„2 „3hr Arzt." — Koruna: Kolva:„ Lueerna: Metro:„l Insel."— — Radio: Ansstattungsmärchen„Hänsel und Gretel. „King Kong." — Bajkal:. Spionin."— — Favorit: Spionin."— Kong." „Ium ausgegessenen Gretel."— Sport.Zlmichov: U Bejvodu:„Leliöek." Burian. Hundeleben." allen Mitgliedern, Funktionären und Freunden entbietet Arbeiter-Rad. u. Krastsahrerbund LSR. Fahrradhan«„Allsrci", Turn-Teplist. staatlicher Lehrgang für schncelans nach Reue! im Erzgebirge. Tieser Kursus des Gesund» bcitSminislertums findet vom 28. Jänner bis 4. Feber in 2 chwaderdach bet Grasiiy statt(Aschberggebiet). Tie Slnrctse erfolgt Sonntag, den 2s. Jänner und müssen alle Teilnehmer abends 8 Uhr zur stelle sein. Ter Lehrgang ist nicht für Anfänger bestimmt,^alie Teilnehmer sollen geübtere Fahrer sein. Lffcn ist der- selbe für Lehrpersonen aller schulen, Hochschiiler, Uebungsleiter der Verbände und Vereine. Ein Kurbbeitrag wird nicht erhoben. Unter- gebrach: werden die Teilnehmer in Schwaderbach in der Massenbleibe„Herrenmühlc". Decken vorhanden, doch empfiehlt eS sich, eine zweite mitzubringen. Tagespreis für ilnterlunst und Verpfte- gung 15 bis 20 K<-, je nach den Einsprüchen. Tie Besucher des Lehrganges haben Anspntch auf 50 Prozent Fahrpreisermäßigung aus der Eisenbahn. Jeder Teilnehmer muß sich deshalb bet der heimischen Bahnstation eine Legitimation(„Pru- kazka") beschaffen, diese mit einem 5-lle Stempel versehen, erst tschechisch, dann deutsch aussiillen, durch die Gemeinde seines Heimatsortes bestäti- peu lassen und dann an den Kursleiter mit der Anmeldung einsenden. Ein sreigemachter Briefumschlag mit der Anschrift des Besuchers ist beizulegen, eventuell auch eine Antwortkarte, staat- ltche Besuchsausweise werden am Schlüsse des Kurses den Teilnehmern ausgesolgt. A n Meldungen bis 31. Tezember o. I. an Prof. Albert Tertel, Graslitz. Später einlangende Meldungen können auk keinen Fall berücksichtigt werden. Ta dieser Lehrgang der erste und einzige ist, w>!cher die Technik der Fahrweise Reuel übermittelt, empfiehlt es sich, die Meldung baldigst ergehen zu lassen, da nur eine bestimmte> 'Anzahl Tetinehmer zugelassen werdend Allgemeiner Angestellten* Verband Ortsgruppe Prag II», Fiignerovo ndm. 4. 3311 ■ Ilftln Cttgütto tut.—(ktltneltut:«Ntz-tm HitiiL— BnuUMttlUHt Kedikto« Dr. E«a s l r«»1. Wla,.— Dr»<: Jlee M..», tSr Rtttn» vuch»k«e. e«,.— Kür len Druck veroniworNlch: Ott« v«m. w SM 2ltiu*ilaaTtin|t«*t«tnt mMi*•* Mt«,», lelegtu mm* tont Innf dl»tob bete6m. Cm eiteren Euych-iuutoor Leeton«chlen.— Ltchtolnn, w Stonngetoten erfetoe nn* bet Cmjendnn, der Kemumatlen, „Zeitschrift für Sozialismus", Monatsschrift der deutschen Sozialdemokratie. Soeben erscheint Heft 3 der wissenschaftlich theoretischen Zeitschrift mit Bei. trägen von Aletzauder Schifrin:„Revolutionäre Sozialdemokratie", täeorg Tecker:„Antikapitalismus", Maz Klinger:„Positiv« Kritik", Ernst Anders:„Reu Ivginucn— zu welchem Ziel?", Franz Wagner: .Korporativstaat",„Kreuz und Hakenkreuz", sow'e Glossen und Buchbesprechungen. Verlagsanstalt Graphia, Karlsbad. Die herzlidisten Glückwünsche zum JAHRESWECHSEL SPAREN mit ANZEIGEN bat« der lMNl«Md«l ktonkurr«nx helfen I entbietet die Inseratenexpedition für Arbeiterzeitungen G. m. b. H. Prag VII. Bnlltia SU ichoi dl« UMMIe des Weltkrieges von Magnus Hlrscblild, r Verslumen Sie nicht, sich dieses aweibJndtge Standard* werk mir seinen mehr eh 1000.Illustrationen, zahlreichen Farbtafeln, pro Band 500 Selten lest tum Vorzugspreis von KE 140,- fllr beide Binde stall Kl 412,— verschallen durch' dln Zentralstelle für das Bildunosvesen, Prag II», Nektianka IS die dem organisierten Arbeiter end Angestellten cute neue Bflcher au Antiquarlatspreisen liefert! der Angestellten in Handel-Industrie-Verkehr im Heine-Saal am Samstag, den 3. Feber Entree Kc 10.— Reklam. per E. Strnad, Praha II., Fügnerovo 4 ' nincilonficn der„Urania" „An heiligen Wassern"(Sieg der Lieb«). Di« .nisgezeichnet« Premiere im Urania-Kino, Kli- memskü 1, mit Karin Hardt, BalhauS, Schlcttow, Winterstein, zu Neujahr(2, i, 6»ich Xk> Uhr) und an den darauffolgenden Tagen 146 und MO Uhr. Heute und morgen, Neujahr), 1411 Uhr:„schön bist du, o schrveizeriand." Kulturfilm. Prachtvolle Naturausnahmen. Dazu:„Ragusa." Karten: 2—7 Ke. Treten Sie der Uran a als Mitglied bei! Bei :rag jährlich 18 X-, für Familienangehörige jährlich 3 Ke. Zahlreiche Begünstigungen. Urania Kassa, Kti- ntentskii 1 Beschaffet Euch setzt schon Eisenvitriol und spritzen zur Unkraut- Vernichtung.— Hederich wächst rascher wie der Haier und verbraucht viermal soviel Nährstoffe 2233 Schreibet um Gebrauchsanweisung und Muster an: L. r. vetzold& Ls., tyw IL, havliölovo n. L. I ««fee eifratiitridi ißt tu alten aenfum* I »tretata erDditltq.I Pbotozinkonraphie Autotypien Chromotypien it Drei- u. Vierfarbendruck i-i Zeichnungen t-t Amerikanisches Retouchleren t-> Moderne Vorachliigc. Tribüne Monatsschrift für Arbeiterpolitik and Arbcitcrkultur. Ob..TrlbOne*’ unter rieb tat den«ox lallst Ischen Var« traaensmann Aber die aktuellen Probleme des Internationales Sozialismus, der Oekonomle nnd der Kulturpolitik. Jabresbeaeg 40 Kt. Merjlhrllcb 10 Kd, Einzelheit« 4 Kd. Bestellungen durch den Vertrauensmann, die Schriftenabtellun« WL Volksbuchhandlung oder direkt durch die Verwaltung r Prif II« Nekaianka 11 filme in Prager Limisplelhflnsern Beräncl:„Znm anfgegesjenen Laden." Täglich Ausstattung-Märchen„Hänsel und Gretel."— ;:„Ein Herz für e n Lied."— Flora:„King "— Hollywood:„(gilt Herz für«in Lied.— Das Phantom von Crestwood."— Julis: Kinenta, B.-Th.: Journale, Report, las Phantom von Crestwood."— ,Die sechs Frauen Heinrichs VIII."— „Tie sechs Frauen Heinrichs VIII."— Ihr Arzt."— Llympir:„Die Tämonen Praha:„Der Page vom Dalmassv Hotel." :„jsum autgegessenen Laden." Täglich X2: "."— Stnut: ’■- Alma:„Hunt ausgegesftnen Laden." „King Kong."— Belvedere:„Die Carlton:„ssnm aufgegessenen Laden." „Zwölf Sessel"— Kap toi:„Dir Lido:„King Kong."— Louvre:„King Mare-cka:„So«in Hundeleben.". Rory: Laden." 214:„Häusel und „Zwölf Sessel."— Baldek:„So ein Heute feil Uhr land." Vorführung des ausgejeichueteit „M a d a m e hat A u o g a n g" Albert Pröjcan, Hans Brausewetter ustv.'A11 Uhr nachts:„Die schwebend« Jungfrau." Mit Dzakall, Landrock. Fritz Schul;. Die lustigste Sil- Bauet Betonstrassen? Betonstraßen werden ausschließlich aus heimischem JKateriat durch heimische Arbeiter hergestellt! Betonstraßen werden ausschließlich aus heimischem JHtateriat durch heimische Arbeiter hergestellt! Nr. 305 Sonntag, 31. Scgentet IMS Cette 18 Q0QOOOOOOOOO0OOOQ0OQQ00ÖOOOOOO©OOOOO0OOGX5GX5<3O0©CX3000000GOO0OQOG)0G0OQQCXiXD Freimann Anni I Friedmann Josef wnb Frau I Funke Karl und Frau I Gehorsam Hugo und Hedwig | Glas Alois und Berta, Kaufmann I Goldschmidt Leovold I Grenll Josef und Familie Gröschl Rudolf I Guth Viktor, Direktor l Günther Hubert, Redakteur.^, I Güttler Josef und Familie^ > Hammer Max und Olga I Hanke Robert und Frau I Hauptmann Adolf und Familie I Dr. Haas Otto, Advokaturskandidat I.Hayek Theodor I Hartl Franz I Haßlbauer Joses Karlsbad: Bachmann H. Dr. Bergaucr Ernst Beck HanS, Angestellter Günzl Marie und Josef Herdlitschka HanS, Angestellter Horn Wenzel und Frau Kreissekrctariat des Verbandes Transport- u. LebenSmittelarbeitcr Legat Wenzel und Frau, Bauarbeiter sekretär Lorenz Wenzel samt Familie Nachbar L. Platschek Franz und Frau Rücker Josef und Fran Sacher A. und Frau, Fischern Sattler Ernst und Fran Scharing Julius, Gewerkschaftssekretär Schuster Karl und Frau, Redakteur Wiener Hermine Wondrak Heinrich nnd Frau, Parteisekretär Langendorf: Hiebsch Alfred Landokron: BczirkSorganisalion der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Hoffmann Anton Jllner Franz, Fachlehrer Jakubu Franz, Herrenschneider Kowab Franz, Vinzenz Stanzl, Fabrikarbeiter Kreisorganisation der deutschen sonaldemokratischen Arbeiterpartei Liebich Emil, Krankenkassabeamter Lokalorganisation der deutschen sozial demokratischen Arbeiterpartei Löschinger Franz, Gasttvirt Meixner Adolf, BezirkSvcrtrauenS- mann Meixner Alois, Fachlehrer Roller Josef, Oberlehrer Schmid Adolf, KreiSvertraucnsmann Schwab Ernst, Kanzleibeamter Stefan Eduard, Kontrollor Tabakarbeiter-Gewerkschast Tinkl Viktor, Sekretär Treml Franz, Sekretär Union der Textilarbeiter, Ortsgruppe Verein Arbeiterhcim Weidl Fritz, Geschäftsführer Wendling Emil, Direktor Werner Heinrich, Magazineur Wurst Karl, Lehrer Böstmischvorf: Lux Alois Eger: Bäuntl Wilhelm Deistler Anton Fleischmann Karl Fritsch Friedrich Grüllinaycr Ernst Heini Lore Heinrich Adam Hoor Georg Jäger Emma Köhler Franz Kreul Ernst Müller Josef, Konsumverein Rowy Wilhelm Reichl Otto, I. U. Dr. Reiter Karl Schack Betty, Senatorin Schuster Andreas, Gastwirt Weigl Georg Winter HanS, Sirmitz Kaplitz: Lepschi HanS Pfeiffer Roland Windhager Hans und Mizzi Braunau: Adam Josef, Buchhalter Verbrich Karl, BezirkSsekretär Kober August, Ncusorge Merkel Cölestin, Geschäftsmann Pischl Anna, Kontoristin Scholz Robert, Märzdorf Bratislava: S. Mayer Brüx: Allgemeiner Angestclltenverband Bezirksorganisatwn der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Lokalorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Lang Franz, Sekretär Naturfrennoe, Ortsgruppe Verband der Eisenbahner Zettl Johairn und Fran Jägerndors Berger Fran; und Familie Dietz Anton und Frau, Leiter W. K. I. Hcegcr Rudolf und Frau, Abgeordneter Kirschner Felix u. Familie, Beamter Kolbe Franz sen. u. Frau, Sekretär Ortsgruppe der Eisenbahner Poinlner Josef und Frau Richter Ernst und Familie, Direktor der BKBA. Schober Franz und Frau Ulrich Josef u. Frau, Bürgerschule dircktor Bölkl Josef und Frau Marschendors: Fleischer Wenzel Mähr.-Karlsdorf Weiß Adolf, Lagerhalter Gablonz: Hafter Bruno und Frau Hladik Hermann und Frau Hübner Fritz und Frau Pilz Josef und Frau Röhsler Gustav und Frau Trnka Richard und Frau GraSlth Franke Anton und Frau Dr. Goldberger Jos. u. Gattin, Arzt Pickcrt Friedrich u. Gattin, Beaniter Wunderlich Emil und Frati, Parteisekretär Graupe«: Kisch, Dr. Joses Grulich: Jäckel Karl Bodenbach: Arnberg Emil und Familie, Tctschcn Hocke Willi und Familie Kober Karl und Familie Kögler Franz und Familie Knobloch Franz Puls Karl und Familie Riedl Franz und Familie Schweichhart Josef und Familie Bitt«: Andermann Max und Frau, Beamter Kern Rudolf und Frau, leitender D. S. A. P. Ortsgruppe des Verbandes der Eisen bahncr Pelka Johann samt Familie Personal der Konsumflrischerei Schilder Franz juit, Steinschneider Josef und Frau WieSner Joses und Frau Wildner Johann und Frau Zeman Robert und Frau Neusattl: Ortsgruppe der Union der arveitcr Neutitschci»:: Kamler, BczirksvertrauenSmann Dr. Löwy Ein., Advokat Nitschinaun Heinrich, Sekretär Patcrno Rosa Sobek Alfred, Sekretär Springs Johann, Gewerkschafts sekretär i Ziffer Julia LberleutenSdorf: Bczirksvercin Arbeitcrsürsorge Ortsgruppe des Verbandes öffentlichen Angestellten Wick Alois und Familie Mähr.-Oftra« s Bnrian E., Redakteur Czuczka Ernst, Proseftor Ettinger Hernrann und Frau Figar Rttdolf und Familie Dr. Haas Viktor, Direktor t Dr.HoasWilhelm, BezirkSvertrauenS- mann Dr. Hoffmann Leo I Schön Siegfried Dr. Teichncr Sandor Wolowicc Franz, Sekretär Zahel Leo und Frau, Sekretär Ziffer Erich, Zahntechniker Mähr-Schäuberg: Barth Fritz I Fuchs Roman Goebel Ernst Jilg Karl und Familie Kauer Franz und Familie KrciSgclverkschaftSkommiffion Malcher Max und Familie Manier Ferdinand und Frau Rasch Leopold und Frau Schreier Raimund und Familie Mähr.'Lrüba«: Jng. Fuhrmann Karl Mte»; Leder Franz Neuern: Babler Marie Bekleidungsarbeiterverband Bczirtsorganisation der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Budlvcifer Franz und Frau FritzAlsonS und Frau Grassl Wenzel und Frau Konsum- und Sparverein, Neuern Metallarbeiter-Verband Preisinger Josef und Frau Seidl Richard und Frau Zettl Karl und Frau Neu-OVerberg Internationaler Metallarbeitcrvcr- band, Ortsgruppe Prof. Schön Neu-O vrnberg— Pu vl a u Angestellte der Konsum-Bäckerei Arbeiter-Sängerbund„Frohsinn" „AtuS" Neu-Oderberg Aust Johann samt Frau Bärnert Ludwig samt Frau Bandt Otto Beigcl Josef Drcßlcr Adolf und Frau Hartmann Josef und Frau Kolarczik Rttdolf und Frau KruckF Ladisl. und Frau„ Lokalorganifation und Frauensektion Hellnrich Joses und Familie Heracth Fritz und Frau Hofbauer Josef und Familie Dr. Hofsmann Heinrich und Ida Hirsch Rudolf und Frau Nelly Hrdina Ernst und Fran Hackenbcrg Julie Hackcnberg Theodor Jaksch Wenzel und.Hanni Janetfchek Edwin samt Fran Jelinek Karl und Frau Kahler Maria Kaufnlann Ernst und Frau Kern Karl und Familie Keller Leopold Kirnig Heinz und Frau Tr. Klein Armin und Frau Klein AlfonS, Prag-Lubenz Klein Oskar Knauer Leonhard Köhler Siegfried und Familie Kohn Willy und Familie Kolik Gustav, Obmann König Franz Knauer Josef Kollin Paul, Sekretär Kozominsky Fritz und Frau Krasa Franz Kreißl Emil und Frau Kreisch Rudolf und Familie Krcjäl Franz Kropp Wenzel und Frau Krümmel Franz und Frau Kuhn Franz Kühnel Joses, Fachlehrer, Krcibitz Landsmann Cläre Lederer Otto und Frau Lenk Gustav, Prokurist LengSseld Arnold Liewald Rudolf und Frau' Lorenz Wenzel jun. und Frau Mader Rudolf und Familie Maschka Rudolf Melliwa Max und Frau Michal Alex und Familie Mittenhuber Fritz und Frau Mollik LuiS und Frau Müller Franz und Fran Elbogen: Angestellte der B.-K.-B.-A. Bezirksverband Arbeitersürsorge Bruch Josef, BezirkSsekretär Danzer Robert, Bezirksvertrauensmann Fraktion der deutschen sozialdemokratischen Gemeindevertrcter Fischer«: Hein Joses. Expedient Hüttl Ernst und Anna Lorenz Lotte Palme Franz Ichweinsnrter Josef und Anna Zinke OSkar FranzenSbaV: ! Männer Wenzel Freistavt Gemeindefraktion Kowalik Rttdolf, Fachlehrer Lokaloraanisation der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei Schiwietz Karl, Lehrer StklL Alfons, Lehrer ^reittMltou: Vierer Max Drescher Emilie und Josef, Fachlehrer Weiß Johann, GewerkschastSsekretär Aöhl Rudolf H. und Frau Marie Frievkaud: Äangl Karl, Lagerhalter Köhler Franz und Frau, Beamter Raimund Ferdinand, Beamter Hauptmannsdors b. Braunau: Just Anton, Senator Herrlich: Weiß Emilie Hohenfurth: Leuchtenmüller Karl Rnckendorscr Franz Holeische«: Gottfried HanS Wohl Karl Hradze« Abg. Lcibl Dominik vberplan: Deml Johann und Frau, Pensionist Odra«: Beamter Olmtitz: Rr. flog Seite 14 OOOÖ00©0OOOO0©O0OOOOO0O©OO0OOOGXsXDQOOOO0OOCX>OQOOOOOQ©QOO0Q0CX>30OOOO000©0OOÖO00000OO0OÖ00000000Ö000©©0©OO0000OGO00O00<. Gc der Abgc- OO0ÖOQOGQOOO0OQOOOGXDO0OO<3OQOOOO0OO0©OO00OOQ OQQQOOtnd Familie Proksch Karl und Fantilie Radnitz Julius und Frau Rauch Josef Reinisch Johann Riedl Emmy Richter Anna Rybina Peter und Hermi Sailer Georg und Frau Synkule Karl und Frau SvojSe Franz uttd Frau Sckarnowcll Alois und Frau Smarnowell Viktor und Familie Schindler Hans Schnabel Ottilie Schönselder Richard und Frau Schorsch Georg und Frau Somnter Johann und Frau Dr. Schwell) Egon und Tr. Karla Stein Carl Stiefel Karl, Hlonbötin Tr. Straus; Emil und Frau Strnad Ernst und Frau Tänzer Otto Taub Siegsried und Familie Tetenka Karl und Fratt Theurer Lambert und Frau Tuäek Haus und Paula Wagner Anni Waschak Josef Weber Gustav und Frau Weber Paul uud Frau Weil Robert, Sekretär Wien Heinrich, Bankbeamter Winternitz Josek Dr. Wiener Robert und Frau Wildmonn Otto, Direktor Wellisch Arthur und Familie Wolsert Ernst Wurm Isidor Adalbert Zacharda und Frau Ziegner Alois und Frau Pttvlan: Zemann Robert samt Frau, Bürger meister Raspenau: Peikert Gustav und Johattna Saaz: Dittrich Valentin u. Frau, Beamter Janausch Franz und Frau, GeschästS- siihrer Petraezck Franz und Fra», Beamter Riedl Florian und Frau, Sekretär Ritsch Georg und Frau, Beamter Turnwald Franz ttnd Frau, Beamter Reichenberg: Alliger Ladislaus uttd Familie, Sekretär Beckert Emil, Angestellter Bergmann Florian, Zentralsekretär Trbohlav Rudolf und Familie Fürstenau Paul, Professor Gürtler Johann und Frau Greull Carl und Frau Gambe Franz uttd Frau Goldbach HanS und Frau Gottschlich Paul und Frau Grünzncr Ernst, Sekretär Dr. Hahn Otto Hatvel Robert, Parteisekretär Hille Ernst Hübner Hermann uttd Frau, Fran- zendorf Kirchhof Franz und Familie Köllner Johann und Fantilie Kreschel R. Kupetsch Franz und Frau Kuplent Franz und Fantilie Lötvit Karl samt Familie, Sekretär Abg. Macottn Franz samt Familie Müller Gustav und Frau Reiituann Marie und Liesbeth Rehtvald Franz und Familie Sonnek Franz und Frau, Direktor Abg. Schäfer Anton und Familie Schiller Johann uttd Familie Tauber Binzen; und Familie Tichak Josef und Familie Verband der öffentlichen Angestellten Weigel Wilhelm und Familie Rosenthal: Dolf Leopold Staab: Regner Karl Kukla Karl, leit. Beamter d. B.K.B.A. Rattner Franz Tick Josef, Parteisekretär Wanka Willy und Frau Tsckzech.-Teschen Dr. Grünbaum Erwin, RechtSamvalt Telsche« a. C. Schmied Rudolf und Frau Wagstavk: Janovsky Karl Warn-dors: Ängsten Anton und Familie Eger Joses und Fran Goth Josef und Emilie, Parteisekretär Grohtnann Heinrich und Frau Günther Anton und Leni Maponek Wenzel nnd Frau Reilich Else und Franz Sozialdemokratische Bezirksorgant- sation I. il. Dr. Stransky Ernst Wessely Wenzel und Frau Wegstävtl E.t Preibisch Joses, Offizial i. R. Tcplitz'Schitnau: Bund Ferdinand und Frau, meindevorsteher Deutsch Ferdiitand und Frau Fischer Oskar Hause Karl W. Hegenbart Edgar, Sekretär Heraet Heinrich uttd Frau Hirsch R., Probstau Hönl Adolf ttnd Frau Jser Karl und Frau, Leiter Drttckerei Jungbaiter Joses und Frau Kirpal Wenzel Kremser Heinrich ttnd Frau, ordneter Lippert u. Fratt, Kleinaugezd Lorenz Richard und Fratt Löwe Franz und Frau, Probstau Materna I. Mildner Alfred und Frau, Turn Mörl Josef und Fratt, Graupen Reumann Gustav Pankrae Karl, Turn Popelt Johann und Frau Plohs E. F. u. Frau, Sekretär, Settenz Neckziegel Richard Roll Ernst Schneider Wilhelm ttnd Frau Schiefner Franz, Turn Seidel Frattz und Frau, Redakteur, Turn Seliger Marie und Familie Siart HanS und Fratt Tauer Karl, Settenz Thiele Josef und Frau, WeiSktrchlitz Theresteuvorf: Pierl Johann Trauten««: Hak Josef ttnd Familie Dr. Haas Otto, Advokat Kralert Erich, Sekretär Palme Adolf und Frau, KreiSsekretär Troppau: Hübel Raimund und Frau, Gewerk» schaftssekretär Tr. Klein I. uttd Frau Kutscha Emil und Frau, KreiSsekretär Direktor Tr. Luksch Alfred u. Mario Meter Emmy, Frauensekretärin Tch Stefan und Frau, Verwalter Vesely Josef, Redakteur Sonntag, 81. Dezember 1988. l II Nr. SOS Sonntag, 81. Dezember 1033. Seite 1K ix» Reichenberg, Turnerstraße 27 wünscht ein Prosit Reujahr 2L» 'S ■ Herzliche Glückwünsche zum lahresweM ► Zer MstmL. Zer AuMImt. Ae MMlllen. 2214' t allen Wlglledem und Kundschaften der Genossenschal. entbieten allen Mitgliedern, Freunden und Genossen 1 Der Vetbandsvorsland die Verbandszentrale der Union der Textil- amelter». 6. für dos tsdieihoslovaklsdie Slaalsoebiei Silz: Relffienherg. Selchwaren der r*. HEQNBR a Ge„ PILSEN. SIND DIE ALLERBESTEN I ► E ► I Die Midisleu Gliidtwünsdie Der Vorstand und Aus- stchlsral der Ansstger Arbeilerbäüerei r. G. m. b. h. Kreiskonsum- und Spar- qenossenschasi„Vorwärts" in Mes Verlangen Sie In in dar Verkauf*(teile de* Konsumvereine* SELCHWAREN der Firma HEQNED 4 Oe. PILSEN Fachgruppen und Sektionen für die einzelnen Berufsgruppen. Krankenuntcrstiitzung. Notfallunterstfitzung. Stelleniosenunter- stfltzung sowie StaatszuschuB. Rechtsschutz in allen Berufsangelegenheiten, 121 Ortsgruppen, Fachhlatt„Der neue Weg“. Es liegt im Interesse Jedes einzelnen, alle noch außerhalb unserer Reihe stehenden öffentlichen Angestellten für den Verband zu werben. Niemand schützt euch, wenn nicht die Organisation! 2184 SPAREN mit ANZEIGEN heißt der luMriereuden Konkuirenx helfen Herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel entbietet Bezirks-Konsum- und Spargenossen schaft für Langendörf und Umgebung registrierte Genossenschaft mit besdiränkter Haftung in Langendorf Ein glückliches Neujahr wünschen allen unseren Mitgliedern Allen unseren Mitgliedern und Funktionären sowie Freunden der freigewerkschaftlichen Organisationen ein herzlidaes Prosit Neujahr! Der Vorstand des Fabrikarbeiterverbandes in der wo CSR., Sitz Aussig. mit seinen Geschäftsstellen Karlsbad, Teplitz, Bodenbach, Reichen berg, Trautenau, M. Schönberg, Brünn und M. Ostrau sagt allen Mitarbeitern, Freunden und Förderern ein Prosit Neujahr! 32(8 zum Jahreswechsel entbieten Verband der öffentlichen Angestellten Sitz Reichenbers* MUhlfeldstraße 25 Sekretariate: Reichenberg, MQhlfeldstraßc 25 Karlsbad, Haus„Volkswille“, Kantstraße Olmütz, Palackystraße 17/11. Frelgewerkschaftllche Organisation der Angestellten des öffentlichen Dienstes | Der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn und Sportverbandes,| | das Sport«raus der Arbeiterturuer Austig. L entbietet allen Mitgliedern und Freunden| öle herzlichsten Glückwünsche I I zum Jahreswechsel.«ß Osr^II§6M6ins ^n§68t6lIt6u-V6rbaud Allen unseren Krankenversicherungsanstalten und FunMonSren die besten Mn'ch» mm Zahreswechsel „Unterverdand8gerland"im Relchgverdanv deutscher K.S.A. Kger Die derzUchften Aeujahrswünsche aNeu unseren Heben«vasten entbleiet Cafe Continental, Vrag, Graben. 2M* Lofetier Wurm und Fra«. Ein Prosit Neujahr in Freundschaft Bezirks, und Lokalorganisation UMgftaötl. ■ I U Seite 10 „Stylt! fbemotraf* Ooitutag, 8L©qemfier 1989. Nr. 803 lÜCKLICHES NEUES JAHR! Für die neue Tanz-Saison. Witte Iu/kj SCHNEE Wir danken Ihnen B E I 9.- Leichte und luftige Halbschu- Reizende Halbschuhe aus Hübscher und leichter Pumps he aus Cräpe-de-Chine.— schwarzem Crepe-de-Chine aus schwarzem Atlas.— für das Vertrauen, das Sie unserer Arbeit schenkten und für die Treue, die Sie unseren Erzeugnissen bewahrten. Wir versprechen Ihnen stets bestrebt zu sein, dass die Bewohnerschaft unserer Republik auch weiterhin den ersten Platz unter den best’ beschuhten Nationen der Welt behaupte. Wir vervollkommnen und erweitern unseren FUSSPFLEGE- DIENST Wir entsprechen so dem Bedürfnisse von Millionen Leuten und tausende finden dadurch einen neuen Beruf. Der elegante Winterschuh Schuhe zum Knöpfeln, mit wasserdichter Gummisohle. KE V—. Warme Meltonschuhe mit Zierkragen.— Besatz und Sohle au» Leder KE 19.—*. 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