0 t, 8 ch 79 C 6 ic b I 11, = 730 Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Einzelpreis 70 Heller ( einschließlich 5 Heller Porto) 11 V st e ii Ľ ・ er 11 n It t t. r, 0. ch t. 583 = 1. 1= 3. 0 14. Jahrgang Samstag, 6. Jänner 1934 Vier neue Explosionen Neuerlich fünf Verletzte- Der Schacht bleibt fünf Wochen vermauert? Duz, 5. Jänner.( Eigenbericht) Zwischen 12 und 2 1hr nachts wurden am Nelson III unter allerschwersten Gefahren drei Tote geborgen. Es sind dies die Berglente Sarl Mazak ans Herrlich und Treutschek ans Dug. 1m 29 Uhr vormittags mußte die Hilfs- und Rettungsmannschaft die Gruben schleunigst verlassen, da eine neuerliche schwere Explosion erfolgte. Um 349 1hr vormittags erteilte die Aufsichtsbehörde den Auftrag, die Schächte III und IV abzuschließen. Um 12 Uhr mittags war auf den Schächten III and IV eine zweite schwere Explosion, bei der unser Genosse Franz Wolf ans Herrlich verletzt wurde. Er liegt im Du ger Krankenhaus. Es erfolgte eine sofortige Abdichtung, die aber nicht zu verhindern vermochte, daß nm 21 Uhr mittags ein dritter Sprengschlag erfolgte, hervorgerufen durch den ungeheuren Gasdruck in der Grube. Nun wird versucht, den Förder- und Mannschaftsschacht luftdicht abzuschließen. Bei der vierten Explosion nm 42 1hr nachmittags anf den Schächten III and IV wurden vier Arbeiter verlegt. Es sind dies Fikart aus Dug, Schlapa f, Suchy und Vofahlo ans Herrlich. Nach Mitteilungen der Fachleute dürfte der Schacht vier bis fünf Wochen geschlossen bleiben, weil in dieser Zeit keine Möglichkeit besteht, weitere Bergungsversuche zu unterneh men. Montag nm 3 1hr werden die geborgenen Toten auf dem Marktplah in Ossegg aufgebahrt werden. Heroische Rettungsversuche Sicherung der Hauptschächte Brüg, 5. Jänner( Tschst. P.-B.) Am Donnerstag, den 4. Jänner wurde der Schacht ,, Nelson III", soweit er zugänglich war, von dem Vertreter des Revierbergamtes in Brüg, weiter von dem Sektionschef Ing. Dr. Durych aus dem Minifterium für öffentliche Arbeiten, von zwei zu gezogenen Bergbausachverständigen und von Vertretern des Unternehmens besichtigt. Die Genann ten fuhren in den Schacht bis zur Anschlagbühne, die verrammelt war, weshalb sie die Begehung durch den Gang beim Förderschacht nach der die sem entgegengesetzten Seite fortsetten. Aber auch hier war der Zugang durch Hunte verrammelt. Sie gingen demnach zurück zum Wasserschacht und weiter durch die Gänge zur Seilbahn und diese entlang in südwestlicher Richtung bis zum Streuzungspunkt der Seilbahn. Die Kreuzung war herausgebrochen und es wurde hier ein größerer Brandherd festgestellt. Es wurde der Versuch gemacht, dieses Brandherdes durch Minimar- Apparate Herr zu werden, doch mißlang der Versuch, weil sich das Feuer immer wieder entzündete. Ein weiteres Vorgehen war wegen Wassermangels nicht möglich, da durch die Explosion die Grubenwasserleitungen vernichtet wurden. Aus diesen Gründen war auch ein Vordringen entlang der Seilbahn in östlicher Richtung unmöglich. Wie bereits gemeldet, wurde zur Bekämpfung des Bran. des beschlossen, den engeren Umkreis unt den Brandplak durch sechs Vermauerungen abzuschließen, um so die beiden Hauptschächte für die weiteren Rettungsarbeiten zu erhalten. An diesen sechs Bermauerungen wurde Donnerstag nachts noch gearbeitet. Da aus allen Wetterschächten Nauch aus Strömt, besteht keine Hoffnung, daß sich unter den Zieht dochi Nr. 4 die Bilanz! Von der großen Oeffentlichkeit gänzlich unbeachtet erscheint nun die kommunistische Presse wieder. Nicht weil die kommunistische Auch die Hauptschächte Bewegung im geringsten eine Gefahr für die geräumt tapitalistischen Klassen bedeutet, sondern nur weil die Staatsmacht nicht den Schein erwecken Dng, 5. Jänner. Heute gegen 5 Uhr früh wollte, daß sie die antidemokratische Hakenkreuzwar in der Grube ,, Nelson III" eine Detonation partei unterdrücke, während sie gleichzeitig eine zu hören, verbunden mit starken Erschütterungen, andere antidemokratische Partei, die kommuni welche aus dem Ditteil der Grube tamen. Ausstische, schonungsvoll behandle, wurde die kom dem Wasserschachte, welcher als Basis beziehungsmunistische Presse auf einige Monate verboten. weise Ausgang der Rettungsarbeiten dienen sollGar manche der bürgerlichen Parteien hat nur te, steigt mit Rauch gemischter Wafferdampf auf. schwersten Herzens zu dieser Maßregel ihre Deshalb ist es den Rettungsmannschaften nicht möglich, von dort bis zu dem abgesperrten Teil ustimmung gegeben. Die kommunistische Parder Grube vorzubringen, und es mußte bei dietei hat ihnen alle Last und Mühe des Kampfes sem Stand der Dinge im Interesse der Sicherheit gegen die ihnen unbequeme und verhaßte Soder arbeitenden Mannschaft von der Absicht den zialdemokratie abgenommen, hat sich durch den Stützpunkt im Umkreis der beiden Hauptschächte, in die Reihen des Proletariats seit vielen Jahdes Förderungs- und des Wasserschachtes, aufren hineingetragenen Bruderkrieg als Prellbock rechtzuerhalten, Abstand genommen werden. Man schritt daher an die Ausführung des Vorschlages der Untersuchungskommission, die gesamte Mann schaft, welche in der Grube die Absperrungsarbei ten durchführte, ausfahren zu laffen und die bei den Hauptschächte obertags abzumanern. Ein ernstes Wort an das Gewissen unserer Oeffentlichkeit! Die furchtbare Katastrophe von Dug ruft| Rücksichtslosigkeit, welche diese verbrecherische unser aller Gewissen auf! In den Flammen und Hinrichtung unschuldiger Leute verdient, gestraft Rauchschwaden des Nelsonschachtes bei Offegg werden. wurden über 140 junge Leven unserer Bergarbeiter vernichtet. Der Schrecken dieser Tragödie läßt sich nicht schildern. Die verkohlten Leichen dieser Märtyrer der Arbeit liegen in Tiefen von 300 Metern unter der Erde. An dem Massengrab dieser Arbeiterhelden klagen heute über hundert verlassene Witwen und über zweihundert kleine Waisen. Ganz Nordböhmen und mit ihm auch die ganze Republik ist mit einem schweren Bahrtuch tiefster Trauer bedeckt. Wir stehen erschüttert vor dem Schrecken des Bergarbeiterlebens, welcher auf die Häupter jener fiel, die unter den schwer ſten Bedingungen jeden Tag dem Tode ins Auge fehen, die aus dem Dunkel der Erde die größten Schätze der heutigen Zivilisation hinauftragen: Licht und Wärme. Bis in die Tiefen unserer Seele entsetzt ob der Schwere dieses Schicksals, neigen wir uns vor der Majestät des Todes der gefallenen Bergarbeiter und wir wenden uns mit dem Ausdruck der aufrichtigsten Teilnahme an alle Hinterbliebenen, die Witwen und Waisen, denen wir unser Beileid und unseren unendlichen Schmerz verdolmetschen. Unsere gesamte Arbeiterschaft in der Republik und jedes Gewiffen und jedes Herz ehrlicher Menfchen unserer Deffentlichkeit stehen heute hinter ihnen. Ihre Sache ist zu unserer gemeinsamen Sache geworden. Wir sind uns auch alle dessen bewußt, daß gegen den Sozialismus so trefflich bewährt, daß man die heimlichen Tränen, welche die Bourgeoisie bei der Einstellung der kommunistischen Zeitungen vergoß, begreift. Während der Dauer der Einstellung verhielten sich die Kapetschiſten musterhaft brav, trübten kein Wässerchen und nicht die leiseste Regung verriet, daß es überhaupt eine kommunistische Partei gebe. Nad) so braver Zurüdhaltung darf nun die kommunistische Preise wieder erscheinen und fie erweist sich der herrschenden Bourgeoisie dafür dadurch) dankbar, daß sie ihre die Kampffähigkeit der Arbeiterklasse unterminierende Schandarbeit mit berdoppeltem Eifer aufgenommen hat. Gaben sich die kommunistischen Schädlinge früher wenigstens den Anschein, als führten fie neben der Hetze gegen die Sozialdemokratie auch diese Katastrophe unbedingt zu allen notwendigen einen Stampf gegen die Kapitaliſtenklaſſe, ſo Maßnahmen nicht nur adminiſtrativen, sondern haben jie jetzt offenbar aus Vorsicht aud auch geschgeberischen Charakters führen muß und auf diese Geſte verzichtet. Was man ſo Elan daß hier nicht nur alle zuständigen Aemter, son- nennt, das verbrauchen sie nunmehr einzig und dern auch die Nationalversammlung selbst ein allein auf das Verspritzen ihres reichlich vorgreifen müffen. Es ist nicht mehr zu ertragen, daß handenen Geifers gegen die Sozialdemokratie. aller Gewinn des größten Reichtums des Landes immer in der Hoffnung, das; es ihnen zu ihrer in die Hände einiger Familien von Kohlenbaro- und der Bourgeoisie Freude doch gelingen werde, nen falle und alle Schrecken des Bergarbeiterrisikos durch Opfer der Republit, unserer Steueretliche durch die Folgen der Krise verwirrte sozahler und unserer gesamten Deffentlichkeit auf- zialdemokratische Arbeiter in ihre schütteren gewogen werden müffen. Die heutige Zeit der Reihen herüberzulotſen. Unter anderem geht Demokratic ruft nach Ordnung und Gerechtigkeit zur Zeit durch die kommunistischen Zeitungen in diesem überaus verantwortungsvollen Tätig ein Artikel Sozialdemokratische Arbeiter, keitsbereich der Bergarbeiter. Niemand kann es macht Bilanz!", in dem tühn und frech beweiter verantworten, daß der Arbeiter für frem den Gewinn gezwungen werde, sein einziges Gut, nämlich seine Gesundheit und sein Leben, zum Opfer zu bringen. hauptet wird, unter den sozialdemokratischen Arbeitern herrsche über die Politik ihrer Partei ungeheuere Erbitterung" und sie aufgefordert werden, sich einer bewährteren Führung anzuIn diesem schwersten Augenblick der Duger vertrauen. Wer anders könnte diese bewährtere Katastrophe, in der bei Tag und Nacht über 300 Witwen und Waisen über dem brennenden Grab Führung sein als die„ revolutionäre Front des Klaffenkampfes", die kommunistische Partei. Ja, des Nelsonschachtes verzweifeln, wenden wir uns an unsere gesamte Deffentlichkeit, sie möge dieser so revolutionär ist diese Front des KlassenOpfer so viel als möglich durch ihre Hilfe und fampfes", daß an ihr die Feinde der sozialisti durch ihre Beiträge gebenten. Es ist notwendig, schen Arbeiterschaft grinsende Freude empfinden das furchtbare Leid der Hinterbliebenen zu lin- und sich versucht fühlen müßten, an Stalin, der Bei dem heiligen Gedenken an die Toten im dern und die Tränen der gebrochenen Witwen seine Söldner so beharrlich darin unterweist, ih brennenden Bergwerk Nordböhmens find wir ver- und Waisen zu trocknen. Denke jeder daran, was nen Schüßendienste zu leisten, Danktelegramme pflichtet, zu sagen, daß alles geschehen muß, was mit seiner Familie wäre, wenn ein so maßloses zu senden. in der Kraft der Wissenschaft und der menschlichen Unglück fic treffen würde, und trage jeder mit Technik steht, damit ähnliche Schrecken einem Wir Die Berechtigung, sich als die Front des in ben Schächten Gingefchloffenen, noch gebende ſengrabes bei uns fich nie mehr wiederholen. Alle ben Beitrag bei, den er beſteinfame. Sadje ber revolutionären Atlaſſentompies" muszugeben, befinden könnten. Montag Begräbnis der geborgenen Toten Das gemeinsame Begräbnis der Opfer der Offeler Katastrophe wird am Montag, den 8. Jänner, um 15 Uhr in Offet stattfinden. Um 12 Uhr werben die Särge auf einem Katafalt auf dem Schuldigen diefer düsteren Katastrophe müssen mit Menschlichkeit, unseres Gewissens und unseres leitet die kommunistische Partei wohl daraus größter Beschleunigung festgestellt und mit aller Herzens erfüllen. Die Vorstände der tschechoslowakischen und deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartel her, daß sie ihre Anhänger von Schlappe zu Schlappe führte, so daß sie sich längst schon den Namen einer Virtuosin der Niederlagenſtrategie errungen hat. Nichts, aber auch rein gar nichts, hat bisher irgend eine Arbeiterschichte an Erfolgen und Errungenschaften der kommunistieinzelne Arbeiter diese mit tausendfachem Recht tariats geschwächt und dessen Todfeinden be. Schwerer Unfall bei den und wurde mit bedeutenden Verlegungen in das der Schuld anklagen, die Stampftraft des Prole. Absperrungsarbeiten Er stürzte aus 12 Meter Höhe vom Stamin abschen Bewegung zu danken, dagegen darf jeder Strantenhaus überführt. Die Gerüchte, daß drei Mitglieder der Net- harrlich in die Hände gearbeitet zu haben. Sich Marktplatz von Dffet aufgebahrt werden und um In der Nacht von Donnerstag auf Freitag dabei noch als Anklägerin anderer aufzuspielen, 15 Uhr wird sich der Leichenzug auf den Offeker verunglückte der vom Alexander" abfomman- tungsmannschaft heute die Opfer einer neuerlichen ist eine Frechheit, die bisher nur von den fasciFriedhof in Bewegung fehen. Nähere Dispositio- dierie Facharbeiter So wa Vojtěch aus Herrlich Explosion geworden seien, haben sich glücklicher- stischen Gegenspielern der Moskauer Agenten, men werben usch getroffen. bei den Reparaturarbeiten am Mannschaftsschacht. I weise nicht bestätigt. den Nazis, übertroffen wurde. Seite 2 gleiche Samstag, 6. Jänner 1934 Mit den Rasis baben fie auch die aleiße Regierungskommissär für Wien? Taktik in der lumpigsten Hebe gegen die Sozialdemokratie gemein. Wenn die kommunistische Presse die von ihr täglich als„ Sozialfascisten" Sozialdemokratische Gegenmaßnahmen vorbereitet beschimpften sozialdemokratischen Arbeiter auf- Wien, 5. Jänner.( Eigenbericht) Es Die Parteiinstanzen der sozialdemokratischen fordert, doch die Bilanz zu ziehen, damit sie erscheint, daß der Weihnachtsfriede, den die Re Partei hielten heute abends eine lange Beratung kennen, wie sie von den Sozialdemokraten ver- gierung Dollfus bis 15. Jänner befristete, sich ab, die sich mit der ernſten politischen Situation raten und verkauft wurden, so befolgen sie da vorzeitig seinem Ende nähert. Die Heimwehren befaßte und in der die Maßnahmen, die der letzte tündigen hente an, daß sie Dienstag eine wichtige Parteitag vorgesehen hat, für alle Fälle getroffen bei die von den Hakenkreuzlern und von den Stalinjüngern gegenseitig erborgte Methode, die sich mit der Antwort der Regierung auf das Führertagung in Wien abhalten werden, wurden. für die Verelendung der Arbeiterklasse, für die bekannte Ultimatum befassen wird, in welchem drohende Kriegsgefahr, für die Strise und alle die Heimwehren die Auflösung aller Parteien, ihre wirtschaftlichen, sozialen und politischen Gleichschaltung der Gewerkschaften und EinsetFolgen nicht den Kapitalismus verantwortlich zung eines Regierungskommissärs für Wien gezu machen, sondern die Sozialdemokratic. Ein fordert wird. Trick. der nicht einmal satanisch) genannt werden tann, sondern nur infam und klassenverräterisch. denn er lenkt die der kommunistischen Partei noch immer folgenden Schichten des Proletariats vom Hauptfeinde ab, ertötet in ihnen jedes proletarische Solidaritätsgefühl, schafft dem Stapitalismus eine Schußmauer und lähmt zu dessen Wohle die Kräfte der Arbeiterklasse. Im Zusammenhang damit hat heute die den Fascisten nahestehende Süddeutsche Tageszei tung" bereits gemeldet, daß die Einsetzung des jetigen Handelsministers Stockinger als unmittelbar bevorstehe. Im Regierungslager wird Regierungskommissär für Wien mit Bestimmtheit behauptet, daß der heutige Ministerrat diesen Beschluß bereits gefaßt habe und die Publikation in den nächsten Tagen erfolgen foll. Uebrigens ist bereits heute in ganz Oesterreich die Stimmung unter den Arbeitern unge= wöhnlich unruhig gewesen. In Wien und allen größeren Industriegebieten fam es als Protest gegen die Gleichschaltung der Arbeiterkammern zu größeren Streiks. Besonders großen Um fang nahmen die Streiks in Steirmart an. In Graz standen heute vormittags fämtliche großen und mittleren Betriebe still, ebenso in den großen niederösterreichischen Industriezentren, in Steyr, St. Pölten usw. Die Arbeiter faßten überall Resolutionen, in denen sie erklären, daß sie sich weigern, von heute an die Kammerumlagen zu zahlen, und den Rüdtritt der aufgezwungenen Kommissare fordern. Sozialdemokratie greift ein! Nr. 4 Hierauf widmete sich der Ministerrat der Lösung der mit den Hilfsaktionen und mit der vollen Klarstellung der Ursachen der Kalastrophe zusammenhängenden Fragen. Es wurde zur Kenntnis genommen, daß das Ministerium für öffentliche Arbeiten Maßnahmen ergreifen wird, dahin zielend, daß neben den normalen Inspektionen auf den Gruben eine Sonder Inspekti. vnsrevision auf allen Gruben durchgeführt werde, hauptsächlich um sicherzustellen, inwieweit alle Sicherheitsmaßnahmen auf Grund der gültigen Vorschriften eingehalten werden. Den Angestelltenvertretern wird ermöglicht werden, in der vom Arbeitsministerium ernannten Untersuchungskommission ihre Ansichten über die Ursachen dieses Grubenunglückes darzulegen. Weiter wurde befchloffen, in den gesetzge= benden Körperschaften die Verhandlungen über den Senatsbeschluß betreffend den Regierungsentwurf zum Gesetz über die Ergänzung einiger Bestimmungen des allgemeinen Bergbaugesetzes beschleunigt wieder aufzunehmen, und zu beenden, wobei es notwendig sein wird, in einer Koalitionssonderkommission des verfassungsrechtlichen Ausschusses beschleunigt Beratungen über die notwendige Ergänzung dieser Novelle abzuhalten. Agramer Konferenz erst Ende Jänner Prag, 5. Jänner. Minister Dr. Eduard Beneš veröffentlicht als Vorsitzender des Ständigen Rates der Kleinen Entente nachfolgendes Rommuniqué: Wahrhaftig, wir haben nichts dagegen, daß die sozialdemokratischen Partcianhänger die Bilanz des Wirkens und des Kampfes ihrer Partei ziehen, wir wünschen es sogar leidenschaftlich und wir würden wünschen, daß endlich einmal auch die kommunistischen Arbeiter die Die gemeinsame Sitzung der Vorstände der| lich auferlegt wird, durch erhöhte Beiträge zur Früchte und Erfolge, welche ihnen fast andert Bollzugsausschüsse der tschechoslowakischen und Bergarbeiterversicherung die weitere Auszahlung halb Jahrzehnte kommunistischer Bewegung ein- der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der bisherigen Menten sicherzustellen. Es wurde getragen haben, genauestens überprüfen. Sie welche zieds Beratung der Folgen der furchtba- gleichzeitig hervorgehoben, daß vor allem die mögen um sich sehen, nachforschen, wohin so ren Katastrophe in Ossef einberufen war, Bergbaugesellschaften die Pflicht haben, für die viele ihrer früheren kommunistischen Brüder wurde am 5 Jänner 1934 unter Vorsiz des Mi- Hinterbliebenen der Opfer zu sorgen. hingeraten sind sie werden sie vielfach ein- niſters Genossen Dr. Dérer abgehalten. Die Die Minister Genossen Dr. Czech und Dr. gereiht finden in den Reihen der reaktionären Teilnehmer der Sizung ehrten durch Erheben von Meissner gaben einen Bericht aus dem MiniParteien und besonders der Fascisten, wie man de n Sigen das Gedenken der Opfer dieser Kata- sterrat über jene Maßnahmen, welche die Regiestrophe und nahmen die Berichte jener Genossen rung im Hinblick auf diese furchtbaren Begebenja auch aus Deutschland weiß, daß dort das Auf Grund eines Uebereinkommens zwischen entgegen, welche sich an Ort und Stelle selbst in- heiten vorbereitet und durchführt. Es sind dies den Außenministern der Kleinen Entente wurde ausgiebigste Reservoir aus formiert hatten. insbesondere die Einsetzung einer Regierungs- die Sihung des Ständigen Nates der Kleinen dem der Hitlerbanditismus Es wurde beschlossen, gemeinsame Schritte Untersuchungsfommission, die aus den Vertretern Entente, die in der nächsten Woche in Agram geschöpft hat, die kommunisti hätte abgehalten werden sollen, vertagt; fic finsche Bewegung war. Die geistige und det gegen Ende des Monates Jänner 1934 ftatt. politische Erziehung der kommunistischen Parteianhänger ist seit jeher eine solche, daß für sie, Prager Wirtschaftskonferenz denen die Sozialdemokratie als weitaus sdjäd. licher und bekämpfenswerter hingestellt wurde programmgemäß am Dienstag als der Nationalsozialismus, der Schritt hin über zu dieſem nur ein winzig kleiner war. Die kommunistischen wie auch die sozialdemo. fratischen Arbeiter mögen auch die Bilanz in soferne ziehen, als sie sich fragen, wohin die ge. samte Arbeiterklasse durch die Heß- und Zersetzungsarbeit der Kommunisten geraten ist, deren einzige Tätigkeit darin bestand, den wirklichen Kämpfern täglich und stündlich in den Rücken zu fallen. Einheitsfront! Die kommunistischen Demagogen haben diese Idee geschändet, haben daraus nur eine„ Einheitsfront gegen die sozialdemokratischen Führer" zu machen gesucht, nur um die Besudelung und Beschimpfung der Sozialdemokratie und um die Sabotierung jeder wirklichen Einheitsfront war es ihnen zu tun. Kampf gegen den Fascismus, das war und ist ihnen auch heute nichts anderes als Kampf gegen die Sozial demokratie, nicht einmal die Tatsache, daß jie mit dieser Taktik Hitler in den Sattel gehoben, hat sie davon abzubringen vermocht. Der Ruf nach Bilanzziehung kann nur für die kommunistischen Führer peinliche Folgen haben. Die dazu Aufgeforderten können bei ehrlicher Bilanz nur zu dem Schluß kommen, daß die Tradition der Sozialdemokratie ruhmreich ist, daß sie sich stets als treue Sachverwalterin und Kämpferin für den Aufstieg der ArbeiterKlasse bewährt hat, daß dagegen der Moskauer Stommunismus nichts für das Proletariat gelei. stet hat, als es mit illusionären Phrasen zu füttern, dem Klassenfeinde der Arbeiterschaft Vorschub zu leisten und auf der ganzen Linie schamlosesten Selassenverrat zu üben. Amerikas Rüstungen stark erhöht Washington, 5. Jänner. Präsident Roosevelt ersuchte den Kongreß um die Bewilligung von Ausgaben in der Höhe von 53,819.000 Dollar zum Bau von Kriegsschiffen. Außerdem sollen 32 Kriegsschiffe mit einem Aufwand von 238 Millionen gebaut werden, die der Fond für öffentliche Arbeiten zur Verfügung stellt. Das nächste Marinebudget sieht Auslagen im Betrage von 316 Millionen Dollar vor. Ferner sollen aus dem Fond für öffentliche Bauten bem Marineflugwesen 7 Millionen DolIar gewährt werden, die die Ergänzung des Flugftreitkräfte auf 1000 Flugzeuge ermöglichen werden. Die Ausgaben für die Armee wurden mit einem Betrage von 294 Millionen prälimiert, d. 1. um 15 Millionen Dollar mehr als im laufenden Finanziahre. zu unternehmen, damit die Schuldigen durch der zuständigen Ministerien und Aemter unter strengste Untersuchung sichergestellt und bestraft Einbeziehung der Bergarbeitervertreter besteht, werden, damit die öffentlichen Organe alles tun, eine Hilfsaftion für die Hinterbliebenen und was notwendig ist zur Sicherstellung der Eri einige gesetzgeberischen und administrativen Maßstenz der Hinterbliebenen nach den verunglückten nahmen, welche den Gegenstand der Verhandlun Bergarbeitern und damit beschleunigt die Argen bilden. der Regierungsentwurf vom Jahre 1931 Gesek nalversammlung ungefäumt zweds beitsinspektion eingeführt und Beide Parteien verlangen, daß die Natio werde, wodurch dem Staat die Möglichkeit gege- Verhandlung aller Maßnahmen zum Schuße des rates der Kleinen Entente wird jedoch proben würde, in den Bergiverksunternehmungen Lebens und der Gesundheit der Bergarbeiter grammngemäß am Dinstag, den 9. Jänner um eine 3 w angsverwaltung einzuseßen, einberufen werde. Es wurde gleichzeitig 11 Uhr vormittags durch Dr. Beneš in der welche die Sicherheit auf den Bergwerken garan- beschlossen, zu Sammlungen für die Hinterblie Straka- Akademie in Prag eröffnet werden. tieren würde. benen aufzufordern, und es wurden entsprechende Beträge aus den eigenen Mitteln beider Parteien Weiter wurde beschlossen, die Forderung zu erheben, daß den Bergwerkseigentümern geſch- bewilligt. Die Bergarbeiterorganisationen zur Katastrophe auf dem Nelsonschachte In der am Freitag, den 5. Jänner 1934 in Prag stattgefundenen Beratung der Gewerkschaftsorganisationen der Vergarbeiter, an welcher Vertreter des„ Svaz horníků", der ,, Union der Bergarbeiter", der.. Jednota čsl. Horníků" und des„ Národní združeni, Bergarbeiterfettion" teilnahmen, wurde nach eingehender Verhandlung der Ursachen und Folgen der furchtbaren Katastrophe auf dem Schacht Nelson beschlossen, folgende Forderungen zu stellen: I. VI. Die erste Konferenz des WirtschaftsDie Verhandlungsgrundlage der Prager Konferenz wird das Programm der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Meinen Ententeftaa len welches vom Ständigen Rat der Seinen Entente am 1. Juni 1933 genehmigt wurde und die zu diesem Programm ausgearbeiteten Ergän zungen. Kabinett Tatarescu ernannt Bukarest, 5. Jänner.( OR.) Die Minister des neuen Kabinetts Tataresen legten in Sinaja in die Hände des Königs den Eid ab. In der neuen Miniſterliste wird eine Aenderung gemel8 C 1. Gewährung von außerordentlichen finan= Bei der bevorstehenden Sanierung det, zu welcher es im letzten Augenblick kam. Miziellen Unterstützungen an die Familienangehö- der Bergarbeiterversicherung nisterpräsident Tataresen behält nämlich provirigen der Opfer der Katastrophe auf dem Nelson- find die bisherigen so wie so unzulänglichen recht- forisch auch das Portefeuille des Auswärtischachte. Neben den durch die Amtsorgane zur lichen und materiellen Ansprüche der BergarbeiVerteilung gelangenben Unterstüßungen sind ter und der Hinterbliebenen ungekürzt zu erhalfreiwillige Gaben von Einzelnen und von Kor- ten. porationen an den Nevierrat in Brür, Bergarbeiterheim, zu richten, welcher unter Mitwirkung der Gewerkschaftsverbände der Bergarbeiter die eingegangenen Beträge gerecht verteilen wird. II. VII. Im Interesse einer ordentlichen Führung der Gruben und mit Rücksicht auf deren voltswirtschaftliche Bedeutung und zum Zwecke der Erhöhung der Sicherheit der Beschäftigung find Die Arbeitsbeschaffung für die Arbeiter des die Gruben zu verstaatlichen. gesperrten Nelson- Schachtes auf anderen Be- Ebenso verlangen die gegenwärtigen außerordenttrieben der Gesellschaft, welche durch Zentral- lichen Verhältnisse die unverzügliche Durchfüh direktor Ing. Löder zugesichert wurde, ist durch- rung des Senatsbeschlusses vom Juni 1932 über zuführen, und zwar so, daß dabei die Arbeiter die 3 wangsverwaltung der Gruweber in ihrer Existenz noch anderweitig geschä- ben. In beiden Fällen werden alle wirtfchaftlichen und nationalen bigt werden. Nechte ber Beschäftigten wahrt und gesichert. III. In die Kommission zur Untersuchung der Ursachen der Katastrophe sind neben den Vertretern des Betriebsrates vom Revierrat in Brüg vorgeschlagene Sachverständige hinzuziehen. IV. Die heute völlig unzulängliche Berg= wertsinspektion ist unter Bedachtnahme auf die geänderten Arbeitsbedingungen und das durch die Nationalisierungsmaßnahmen hervorgerufene Ansteigen der Gefahren, bei den Nevierbergämtern und der zentralen Inspektionsbehörde gründlich auszubauen, und zwar nicht nur in personeller, sondern auch in finanzieller Hinsicht. V. ge= Diese Forderung der Bergarbeitergewerk. schaftsverbände werden der Deffentlichkeit, dem Ministerpräsidenten und dem Minister für öffentliche Arbeiten vorgelegt. Minister Titulescu traf heute abends in Bukarest ein und hatte sofort nach seiner An= funft eine zweistündige Besprechung mit dem Vorsitzenden der liberalen Partei Bratianu. Das Resultat der römischen Besprechungen. Rom, 5. Jänner. Amtlich wird gemeldet: In zwei langen herzlichen Unterredungen, die vorgestern und gestern zwischen Mussolini und Sir John Simon im Palazzo Venezia stattfanden, wurden die wichtigsten Fragen der allgemeinen Politik erörtert. Hinsichtlich der Abrüstungsfrage stellten Mussolini und Simon in voller lebereinstimmung fest, daß es unumgänglich notwendig sei, daß die Erörterungen sobald wie möglich zu einem Abschluß gelangen, indem man auf jeden Gedanken oder jeden Vorschlag Ministerrat beschließt: berichtet, der nicht in sich selbst Elemente Sonder.nspektion der Gruben, gese zliche Maßnahmen einer prattischen und schnell= sten Verwirklichung enthält, und in dem man diejenigen Punkte zum Ziele nimmt, welche in der internationalen öffentlichen Meimüssen und welche die Zustimmung der beteilignung als bereits getlärt betrachtet werden ten Staaten finden fönnen. ordentliche Sibung des Ministerrates statt, in Brag, 5. Jänner. Heute fand eine außer der Ministerpräsident Malypetr der tiefen Trauer um die Opfer der Katastrophe von Dur In der Völkerbund reform= Ausdruck gab und betonte, daß dieses furchtbare rage zählte Mussolini die Kriterien auf, nach Im Interesse der Beruhigung der durch Unglück, das größte in der bisherigen Geschichte denen die Reform durchgeführt werden sollte, um die fürchterliche Katastrophe auf dem Nelson- der Republik. Regierung und Bevölkerung nicht dem Völkerbund ein besseres Arbeiten au sichern Schachte erbitterten Arbeiter des Braunkohlen- nur in dem Bestreben verbinde, die Folgen für und es ihm zu ermöglichen, seinen Zwecken beffer beckens von Nordwest- Böhmen und im Interesse die Opfer der Katastrophe zu mildern, sondern der Beseitigung der Unsicherheit der Existenz in es auch zur Pflicht macht, auf Grund ber sich zu entsprechen. bezug auf die Arbeitsbeschaffung, auf die Ent- aus dieser Katastrophe ergebenden Erfahrungen Gültigkeit der Bestimmung der Regierungsver- dung der Ursachen laffung aus der Arbeit und auf die Löhne ist die mit allen Mitteln Wege zur Verme is mon, England wünsche, daß die beiden auf der In einer Pressebesprechung erklärte Sir Sis vrdnung vom 13. Dezember 1933 Nr. 220 Slg. 11 ng Ïüdsfalle in der Zukunft zu Frankreich und Deutschland bald Ergebnisse in ähnlicher Grundlage der Gleichheit verhandelnden Staaten d. G. n. V. bis Ende 1934 zu erftreden. ſuchen. der Abrüstungsfrage ermöglichten. Mr. 4 Samstag, 6. Jänner 1934. " Sozialdemokrat" Seite 3 Die Katastrophe im Bild Schnetz Schacht 回 SALESIUSREVIERI Bahnstrecke Komoran- Bodenback Schacht ( entilator Gemeinde Osser Die rollen Linien und die Pfeile elgen die Wetterführung im Revier Μάλιση Ε Die Haupt Meterstellen sind durch Querstellen verbunden. Haup schacht πλοιλι Sereng Helloger Die abbauflächen sind punktiert. Schacht Das Unglücksrevier Die obige Slizze zeigt vor allem die Haupt-Wetterführung im Unglücksschacht. Die HauptWetterstollen sind miteinander durch Quer- und Längsstollen verbunden. Auch die Förderstreden sind in dieses System der Wetterführung eingebaut. Die Stizze zeigt( punktiert) die Abbauflächen, auf denen sich zur Zeit des Unglücks die meisten Mannschaften aufgehalten haben. Zwischen den Schächten IX und VIII auf dem Salefiusre vier zeigen die gestrichelten Linien den Raum an, den man am ersten Tage als Operationsbasis gewonnen hatte und am zweiten Tage wieder aufgeben mußte. Die ersten vier Toten fand man in der Hauptwetterftrede unterhalb des Schachtes VIII. Die vier Geretteten entstiegen dem Schacht VII im Ostrevier, der jetzt ebenfalls unzugänglich ist. Der Hauptherd der verheerend en Explosion befindet sich beim Hauptschacht, also in der Nähe des Sprengstofflagers. Sowohl der Hauptschacht, als auch der Wasserschacht sind seit gestern unzugänglich und obertags vermauert. Das ganze Revier hat eine Ost- Westausdehnung von etiva vier Kilometern. Man hatte ursprünglich gehofft, daß sich links vom Wasserschacht noch Lebende befinden, da der Wasserschacht frische Wetter einführte. Diese Hoffnung wurde nach der Auffindung der Toten unter dem Füllort aufgegeben. Der zerstörte Förderturm Die Trümmerstätte beim Hauptschacht Kommunistische Giftschwaden Gebt den Verleumdern einen Fusstritt! Rettungsmannschaften fahren in den brennenden Schacht kehren das sollten die Arbeiter überall schwören. Stark tann aber der Sozialismus nur sein, wenn die Kommunisten, die selbst angesichts einer solchen proletarischen Tragödie an nichts anderes Es ist selbstverständlich, daß angesichts der gefordert werden und wo die Sozialdemokraten eniſeblichen Katastrophe von Offet jedes Arbeiter in der maßloſeſten Weise beschimpft werden.( Un- denken als daran, wie sie den Tod von mehr als blatt die Pflicht hat, die strengste Untersuchung terfertigt ist der Aufruf vom„ Induſtrieverband hundert Menschen gegen die Sozialdemokratie auszu fordern, wobei beſonders dem Umstand nach der Bergarbeiter" und von der Kommuniſtiſchen müßen können, aus den Reihen aller anständigen Sozialist mit Verachtung auf die Marodeure des Klassenfampfes bliden wird. gegangen werden muß, ob die Bergbaugesellschaft, Partei in Brür.) welche die Eigentümerin der Grube ist, kein Ver Diese hemmungslose, besinnungslose, blöd Streikversuche der Kommunisten Für die Inion der Bergarbeiter überreichte Betriebsrat Wedrich der Betriebsleitung die Forderungen der Belegschaft und gab die Erklärung ab, daß Montag die Arbeit aufgenommen wird. Sammelaktion des Revierrates Brü, 5. Jänner. Der Revierrat in Brüg als gesetzliche Körperschaft, welche die gesamte Bergarbeiterschaft des nordwestböhmischen Braunkohlenreviers vertritt, veranstaltet zugunsten der Hinterbliebenen nach den Opfern der furchtbaren Grubenkatastrophe auf dem Schacht ,, NelDug, 5. Jänner( Eigenbericht). Nach den son III" in Offet eine Hilfsaktion. Der Revierheutigen Meldungen sind die Velegschaften der rat hat aus seinen Mitteln bisher als erste Hilfe Schächte Franzissi, Biehl, Mathilde den Betrag von Kč 25.000.- gespendet. Geld( Brür), einzelne Belegschaften in Triebschiz spenden mögen auf Konto des Revierrates bei und Emmeran nicht eingefahren. Diese der Postsparkasse in Prag Nr. 51.946 oder auf Handlung wird als Trauerkundgebung für die ge- Konto des Revierrates bei der Böhmischen Uniontöteten Grubenarbeiter dargestellt, scheint aber bant, Filiale in Brüg, unter der Bezeichnung bei den Kommunisten der Anfang zu einer gröilfsaktion" gerichtet werden. Die Namen der Beren Aktion zu sein. Die kommunistischen Be- Spender werden in den Zeitungen veröffentlicht. triebsräte am Franzissi- Schacht haben nämlich Spenden schulden trifft. Jeder tlassenbewußte Sozialist sinnige Taltit der Stommunisten für alles, was wird in dieser Angelegenheit alles aufbieten, um in der Welt geschieht, die Sozialdemokratie haftdie Schuldigen, welche durch ihre ungehemmte bar zu machen, muß immer wieder angeprangert Profit- und Nationalisierungswut das Unglück werden. Bei jeder Gelegenheit, auch bei dieser mit verursacht haben, zur entsprechenden schweren traurigen, müssen die Kommunisten alles mit ih Berantwortung zu ziehen. Man sollte also auch rem Speichel beschmußen, immer wieder Haß inglauben, daß die Stommunisten teine andern Sor- nerhalb der Arbeiterschaft säen. Zwietracht in die gen haben, als angesichts des traurigen Ereignis- Reihen des schwer fämpfenden Proletariats trases die Arbeiter zu lehren, wie rücksichtslos sie gen und den Giftgasen, die dem Nelsonschacht entvom Stapitalismus ausgebeutet werden und von steigen, noch die Giftschwaden einer welch schweren Gefahren die Berufstätigkeit der die Arbeiterbewegung seriet Arbeiter begleitet ist. Wer so denken sollte, der zen den, anetelnden Verle um tennt die Kommunisten schlecht, für die alles auf dung stampagne bemischen. Die Toten der Welt nicht anderes ist, als ein Anlaß die von Ofset sind den Schreibern der Kẞe gut geSozialdemokratie anzupöbeln. So schreibt die nug, um als Argumente für ein Treiben zu diedeutsche kommunistische Presse vom 5. Jänner, nen, das die Arbeiterbewegung seit fünfzehn Jahdaß der Umfang der Katastrophe Schuld dieses ren schwächt und die Aufrechterhal- die Erklärung abgegeben, daß am Sonntag in von den Grubenbaronen mit Hilfe der Reformi- tung eines tapitalistischen AnBruch eine große Revierkonferenz stattfinden wird, sten(!) eingeführten Systemes der hemmungs- treibe- und Nationalisierungs- die zur Situation Stellung nehmen soll. Dasselbe Die Brüger Kohlenbergbaugesellschaft in losen Ausraubung der Schächte ist". Derselbe Ton fystems ermöglicht, welches auf das wiederholte sich am Biehl- und Mathilde- Schacht, Prag, die Besizerin der von der Statastrophe be= wird angeschlagen in einem auf der Schreibma- Leben der Arbeiter keine Rüdsicht nimmt. Wir wo der Versuch unternommen wurde, einen all- troffenen Grube Nelson III, hat für die Hinterschine abgezogenen Flugblatte, in welchem die Ar- müssen den Sozialismus start madjen, beiter zum Generalstreit auf allen Schächten auf- che stataſtrophen wie bie bon Diffet nicdamit fol-| gemeinen Streif der gesamten Skohlenreviere zu bliebenen der Opfer den Betrag von einer Winter Kronen gewidmet. wieder inszenieren. Geite 4 Die Grippe tritt wieder epidemisch auf! Beugen Sie der Anstekkung rechtzeitig vor. Die Grippe Erreger gelangen in den Körper durch den Mund und die Atmungswege. Benützen Sie deshalb zum Mundausspielen und Gurgeln den MentholFranzbranntwein ALPA den Sie in geringer Menge dem Wasser beigeben Alpa desinfiziert- Ansteckung wird verhindert Beraten Sie sich mit Ihrem Arzte! Tagesneuigkeiten Schwarze Fahnen... Schwarze Fahnen wehen durch die Nacht Unfre Augen, die die Angst zerbricht, Irren suchend durch den tiefen Schacht, Und sie rufen.... doch sie finden nicht Schwarze Fahnen wehen durch die Nacht Hundertvierzig, die die Erde nahm, Hundertvierzig Menschen und ein Schacht Mütter bettelten doch keiner kam... Schwarze Fahnen wehen trauerschwer Brüder, die der harte Tag gehetzt, Dundertfünfzig unser Herz schlägt leer, Brüder, Kameraden bis zuletzt-! * Rote Fahnen wehen durch die Nacht, In das offne Grab glüht hell ihr Schein, Unser Gruß an die im tiefen Schacht, Soll der Abschied der Millionen ſein! Pierre. Mord oder Selbstmord? Eine Frau mit aufgeschlittem Bauch bei Prag aufgefunden. rung genommen. Was dringend nottut: Samstag, 6. Jänner 1934 Reform der Gruben- Inspektionen! Wo es täglich:: Hunderte Menschenleben gehen kann, dort darf einfach nicht an solchen Dingen gespart werden! Die Arbeiter wollen Inspektoren aus ihren Reihen! Unter den vielen schicksalsschweren Fragen, teine Mittel besitzen, um wichtige Angelegenheiten die die Nelson- Katastrophe stärker denn je auf- telephonisch zu besprechen. wirft und mit denen sich die Arbeiter und ihre Vertreter jetzt im Fieber der Erschütterung und des Schmerzes beschäftigen, spielen eine hervorragende Rolle alle Probleme und Forderungen, die auf ein Die Arbeiter fordern mit dem Höchstmaß besseres und verläßlicheres Arbeiten der Gruben= inspektionen und überhaupt des Cicherheitsdienstes von Recht, das es überhaupt geben kann- daß in den Schächter. erichtet sind. Ungezählte Male 31 den Grubeninspektionen Vertreter aus ihren haben die Bergarbeiter- Gewerkschaften, hat die einenen Reihen zugezogen werden; Union der Bergarbeiter, ihre Beobachtungen über unzulänglichen Inspektionsdienst festgestellt und ihre dringlichen Wünsche nach Aenderungen vorgetragen, ohne daß alles Notwendige vorgekehrt worden wäre. Nunmehr, an= nesichts des beispiellosen Unglüd: von Ossegg, be= tommt die alte Feststellung vielfach erhöhte Bedeutung, daß zu wenig Grubeninspektionen und daß fie nicht genügend verläßlich durchgeführt werden! Arbeiter- Grubeninspektoren, die dem Ministerium für öffentliche Arbeiten unterstehen, aus öffentlichen Mitteln bezahlt werden und die jederzeit in die Gruben inspizierend einzufahren das Recht und die Pflicht haben! Vor wenigen Wochen erst hat der„ Glück auf!" gerade an den unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen im Nelson- Schacht Kritik geübt. Daraufhin erhielt die„ Union der Bergarbeiter" ein Schreiben des Betriebsleiters, in dem dieser seiner Verwunderung darüber Ausdruck Die Arbeiter bliden mit Mißtrauen auf die gab, daß gerade sein Betrieb in der Presse ange= nesellschaftlichen Beziehungen zwischen den Begriffen würde, der doch bekanntlich muster amtender Revierbergämter einerseits gültig sei... den heutigen Zu und den Betriebsleitern und Inge= Das Entscheidende an den heutigen Zunieuren auf den Schächten anderseits; der ständen ist das, daß das Augenmerk der Unteraußerdienstliche Zusammenhang zwischen den bei- nehmer in erster Linie auf die Leistung gerich bei- nehmer den Kategorien, die ja gesellschaftlich zu der- tet ist und daß mit Rücksicht auf sie alles andere selben Schichte gehören, scheint sich dienstlich nicht untergeordnet ist. Daß dies, mehr als bisher, auch perade immer im Interesse der Arbeiterschaft und innerhalb des tapitalistischen Systems, geändert der Sicherheit ihres Lebens auszuwirken. Die werden muß, ist eines der Hauptgebote, die aus Arbeiter wissen beispielsweise, der unfagbaren Tragödie von Oisegg erfließen. Str. 4 Der Sträfling von Ilava Es muß uns wirklich sehr, sehr schlecht gehen. Aus dem Gefängnis von latva in ber Slowakei war dieser Tage ein Sträfling ausge brochen. Die Flucht glückte, der Mann gelangte aus rüd in sein Heimaisdorf; drei, vier Stunden ge noß er seine Freiheit, da padie ihn ein merkwür diges Gefühl War es Reue, war es Sehnsucht nach dem Gefängnis, war es Abscheu vor einer Freiheit, die nur aus Hunger, Not und der quälenden Sorge um den nächsten Tag bestand der Flüchtling eilte schon am andern Tag zurück und stellte sich der Gefängnisverwaltung. Es ist kein gutes Zeugnis, das der Häftling von lawa dem Leben der Unbescholtenen" da ausgestellt hat. Kann es ein vernichtenderes Urs teil über die namenlose Not unserer Zeit geben als diese Instinkthandlung eines Gefangenen, der in die Freiheit ausbrach, um enttäuscht in das leinere Uebel der Gefängnisfesseln zurüdau tehren? Nun wieder Tauwetter. Die Wetterlage ist in rascher Umgestaltung begriffen. In der Ostslowakei und in Karpathorußland hat sich der Frost bei zeitweisem Schneefall noch etwas verstärkt. In den böhmischen Ländern hat jedoch der Luftzufluß auf dem östlichen Binnenlande bes reits aufgehört. In Begleitung tiefer Depressionen über Skandinavien drang gestern eine milde ozeanische Luftströmung nachh Mitteleuropa ein. In den Niederungen ist daher zunächst mäßiges Tauwetter zu erwarten. Auf den Bergen dürfte es sich später bei nordwestli chem Winde und unter Schneeschauern erneut ab= fühlen. Wahrscheinliches Better heute( in den böhmischen Ländern): Veränderlich bei Südwest- bis Nordwestwind. In den tiefen Lagen Tauwetter. Auf den Bergen zeitweise Schneeschauer und später wieder kälter. Kar pa thengebiet: Erwärmung, veränderlich, strichweise Niederschlag. Eplosion auf der Lokomotive. In Oviedo ( Spanien) explodierte der Kessel der Lokomotive eines Lokalzuges. Der Lokomotivführer und zwei eizer wurden getötet, fünf Reisende wurden schwer und zehn leicht verletzt. daß die Inspektionen durch die BehördenIm Arbeitsministerium wird man vertreter den Betriebsleitungen oftmals drei, sich zweifellos der erhöhten Wichtigkeit dieser Aufvier Tage vorher angekündigt werden, gaben bewußt sein. Derzeit steht dort natürlich während natürlich die Plötzlichkeit, das Une r- alles unter dem Eindruck des Ereignisses und ist wartete, für die Erfüllung des eigentlichen mit ihm beschäftigt. Es ist schon deswegen nicht Zwecks dieser Inspektionen wesentlich wäre. Es leicht, dazu zu gelangen, ersten Funktionären des ist teir Geheimnis, daß man auf den Schächten, Ministeriums von der Zeitung aus mündliche ivenn einmal rasch alles in Ordnung gebracht Fragen vorzulenen, wozu aber auch kommt, daß Für Alkoholiker kein Play. Eines der größwird, gewöhnlich mit Sicherheit annehmen darf. man dort bemüht ist, den Ergebnissen der tomten Strankenhäuser New Yorts, das Bellevue Ho daß jetzt eben eine überraschende" Gruben- missionellen Untersuchungen nicht inspektion komme, die aber vorher wohlweislich aus vorzugreifen. Wir haben deshalb bei bekannt, daß es teine Betrunkenen aufnimmt, die spital, das 4,000,000 Dollar gekostet hat, gibt gekündigt wurde! einer redaktionellen Vorsprache im Arbeitenmini- mit der Aufhebung des Alkoholvervotes zu Hunfterium vor allem nur feststellen können, daß von derten kommen, um ihren Rausch in den sauberer. feiten des Minifteriumg bor dem Spruch der Sümer mission ein verbindliches öffentliches Urteil über die Polizei fertig werden, im Hospital fönnen Spitalsbetten auszuschlafen. Mit diesen möge die Ursachen der Katastrophe, über die nachher nur schwere Fälle mit Delirium oder Vergifgetroffenen technischen Maßnahmen und über die tungserscheinungen aufgenommen werden.„ New zu ziehenden Konsequenzen laum abgegeben werYork Herald Tribune", 23, 11. b. J. den wird. Aber darüber herrscht in diesem Ministerium Klarheit, daß man die Vermauerungen habe Der britische Dampfer Esperance Bay", der vornehmen müssen, weil sichere Lebensgefahr für sich auf der Fahrt durch den Suezkanal bom alle Rettungsmannschaften bestand, die deswegen Roten Meer in das Mittelmeer befand, scheiterte auch vollkommen zurüdesonen werden mußten Freitag früh im sogenannten Bitter Sea" und Das Arbeitsministerium hat aestern der Mini- sank. Bisher ist es den Schleppdampfern nicht gesterratsfißung seinen ersten Bericht erstattet. lungen, das gesunkene Schiff wieder flott zu ma chen. Es soll und fann aber auch nicht verschwiegen werben bak geile fatiche. Sparmak nahmen behördlicherseits ausgeschal tet werden müßten, um besser als bisher alles Menschenmögliche zur Sicherstellung des Arbeiter lebens zu tun. Im Hinblick auf die ungezählten Opfer, die die Gruben Monat um Monat und Jahr um Jahr fordern, und im Anblick des furchtbaren Geschehens an diesem schwärzesten JanuarMittwoch, wirkt es wohl wie eine blutige Groteste, wenn wir aus dem Munde von Bergarbeiterführern hören, daß ein Revierbergamt vor furzem erst Arbeitervertretern erklärte, daß die Aemter lauben wollte, nur mit seiner Leib- ähnlicher Delifte mit hohen Gefängnisstrafen wäsche befleidet, in den frostigen Mor- vorbestraft ist, hatte sich trotzdem wiederum an gen hinauszugehen. einem Stnaben jittlich schwer vergangen. Neun Todesopfer einer Wafferleitungs- Störung In der Verhandlung, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfand, erhielt er eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Außerdem ordnete das Gericht die Entmannung des Verbrechers wegen Gemeingefährlichkeit an. Ein schneeverwehtes Dorf. Das französische Dorf Breil im Departement Alpes Maritimes war in den letzten Tagen infolge hoher Schneeverwehungen von der übrigen Welt abgeschlossen. Damit verloren auch die zahlreichen Touristen, die in der letzten Zeit in Breil weilten, jede Verbindung mit der Außenwelt. Nunmehr ist jedoch die normale Verbindung mit der übrigen Welt wieder hergestellt worden. Französischen Gebirgssoldaten auf Skiern ist es gelungen, alle Wege in der Umgebung des Dorfes vom Schnee freizumachen. Das Dorf hat sofort mit der Erneuerung seiner Lebensmittelvorräte be rein In das Prager Allgemeine Krankenhaus brachte vorgestern der 29jährige landwirtschaftliche Arbeiter Sch are sch aus Chote č bei Prag seine schwerverletzte Frau. Er gab an, daß sie am Mittwoch nachmittags die Wohnung verlassen Kolmar, 5. Jänner. In der Nacht auf heute hätte. Am Donnerstag seien zwei fremde Frauen erfolgte in der Gemeinde Orbey im Oberrheinzu ihm gekommen und hätten ihm erzählt, daß Departement eine plöbliche Störung der Wasserseine Frau in einer Schlucht im nahen Walde leitung in der Hydro- elektrischen Sta- Herabsetzung der Angestelltenbezüge bei den mit aufgeschlittem Bauch und her- tion, welche vollständig überschwemmt Versicherungsgesellschaften. Die Versicherungsgeausgetretenen Gedärmen liege. wurde. Neun Personen, darunter der Direktor sellschaften Anfer"," Donau" und ,, Allgemeine gonnen. Scharesch habe die Frau tatsächlich an der be- und der leitende Ingenieur,' tamen hiebei ums Versicherungs- A.G. Prager Phönig“ kündigten Der ČSD. Taschenkalender, deutsche Auszeichneten Stelle gefunden, neben ihr ein Kü- Leben. Nur zwei Arbeiter konnten noch im leß dem Zentralverband der Versicherungsangestellten gabe, ist soeben eingelangt. Inhaltlich bietet er chenmesser. ten Augenblick gerettet werden. Da die Gefahr den Stollektivvertrag zum 31. Dezember v. J. Aufschluß über den neuen Personentaris, Die Schwerverwundete wurde sofort ope- besteht, daß die im Tal gelegenen Gehöfte Troßdem diese Kündigung rechtlich nicht einwand- Vahnermäßigungen für Personen- und Frachtenriert, doch ist noch ungewiß, ob sie am Leben er ebenfalls von den Wassermassen erreicht werden, frei ist, wurden unverbindliche Verhandlungen verkehr, so wie auch über Zoll- und Paßwesen. halten werden kann. Ob ein Mord oder ein hat der Präfekt deren sofortige Räumung über eine eventuelle Neuregelung des Stollettiv- Der Prämien- Stupon bietet die Möglichkeit, bei Selbstmordverſuch vorliegt, ist noch nicht geklärt, verfügt. Trotz der Schnelligkeit der Hilfsarbeiten vertrages angeknüpft, um den Gesellschaften den der Verlosung im id.. einen da die Frau sich an nichts erinnern fann. Sch a befürchtet man einen Bruch der Deiche. Die Ar- guten Willen für eine friedliche Geledigung die für 2000 Stilometer bzw. weitere 50 Prämien zu resch wurde vorläufig in polizeiliche Verwah- beiten des Militärs und der Feuerwehr werden ser Angelegenheit zu beweisen. In den mit diesen gewinnen. Der geringe Anschaffungspreis von durch den Schnee erschwert, der eiiva einen Meter Gesellschaften geführten Verhandlungen zeigten Kč 5.- bürgt für eine starke Verbreitung. Vehoch liegt. Der durch die Ueberschwemmung der die Angestellten eine Geneigtheit zu gewissen stellungen sind an die Geschäftsstelle des TouriKraftwerkanlagen angerichtete Sachs cha den Opfern, die jedoch von den Gesellschaften als un- stenvereines Die Naturfreunde", AusMörder feiner Mutter soll sich auf mehrere Millionen belaufen. genügend nicht akzeptiert wurden. Mit Nüdsicht fig. a. E., Martinlaß 11, aufzur Sen. auf die Weihnachtsfeiertage wurden die Verhand- vorliegende Bestellungen werden heute zum Verund Tante Baris, 5. Jänner. Die Zeichen der bei dem lungen im gegenseitigen Einvernehmen vertagt. fand gebracht. ten konnten bisher noch nicht geborgen werden. ,, Anker" und„ Donau" die Bezüge der Angestell- dorf, Freitag, den 5. Jänner 1934 Stifähre gut, Ueberschwemmungsunglück bei Drbey Verunglück- Am 1. Jänner 1934 sezten die Gesellschaften Wintersportwetter. Naturfreundehaus NollenEs handelt sich um drei Franzosen, drei Schwei- ten um 10 Prozent, die Allgemeine Versiche Modelbahn sehr gut. 25 cm Schneehöhe. Temperazer und drei Italiener. Das Dach des Kraftwer- rungs- A.- G. Prager Phönig", deren Hauptattio- tur-2 Grad T. Zur Stunde der Berichterstatfes wurde eingedrückt; das ganze Gebäude ist när die Prager Städtische ist, die bisher im Kol- tung( 5. 1. 84; 17 Uhr) Schneefall. Nordwestüberschwemmt worden. Die beiden Arbeiter, die lektivvertrag festgesetzten Bezüge um 20 Prozent wind, starker Rauhreif. fer Gelegenheit auch die Mutter eines ver- während der Verhandlungen gebotene Loyalität sich in Sicherheit bringen konnten, haben bei die- herab. Dadurch haben alle diese Gesellschaften die unglückten Vorarbeiteragerettet, grob verlegt. Infolge dieses gelinde gesagt die erst am Tage vorher zum Besuche ihres Soh- unrichtigen und illoyalen Vorgehens der Gesellnes eingetroffen und im obersten Stock des Was- schaften gegenüber ihren Angestellten hat der Zenserkraftiverkes untergebracht worden war. Infolge tralverband der Versicherungsangestellten be= des starken Nebels var es bisher nicht möglich, schlossen, gegen diese Gesellschaften die Klage eindie Ursache des Unglückes festzustellen. jureichen. Die erite Rastrierune gerichtlich Breslau, 5. Jänner. Der von der Kriminalpolizei in Stettin wegen Doppelmordes gesuchte Monteur Bernhard Rothen= berg hat sich Donnerstag im Polizeipräsidium in Breslau selbst ge stellt und befindet ſi im Polizeigefängnis. Rothenberg soll seine Jahre alte Mutter und deren 60 Jahre alte Schwester in Stettin ermordet und beraub: haben. Bom schwachsinnigen Bruder schwer verwundet angeordnet. Uzhorod, 5. Jänner. In Baranince im Bezirk Ushorod, überfiel heute nachts der 24jährige Aus der Pilsner Strafanstalt Borh entfloh in schwachsinnige Eugen Szentimrei seinen Bruder der Nacht auf Donnerstag der 30jährige Bohumil Boltán mit einer a de und verlegte ihn an der Bábrodský, zuständig nach Svobodné Dvory bei StöSchulter. Sodann brachte er ihm mit einem Mes- Görlitz, 5. Jänner. Die Bestimmungen des niggräß, der nach Verbüßung sei..er eineinhalbjäh ser sieben Stiche bei, von denen zwei die neuen am 1. Jänner 1934 in Kraft getretenen rigen schweren Kerferstrafe Donner31. von der Lunge von rückwärts trafen. Zoltán Szentimrei Sterilisierungsgesetzes fanden am Freitag vor Pilsner Sammelstelle in die Zwangsarbeitsanstau waarde in schwerverlettem Zustande in das Uzhoro- der Ersten Größen Straffammer in Görlitz nach Pardubice esfortiert werden sollte. Zábrodsky der Krankenhaus gebracht. Seinen schwachsinni Anwendung. Auf der Anklagebank saß der 54jäh- brach in der Nacht die Fenstergitter seiner Belle und gen Bruder schaffte man auf die psychiatrische rige Arbeiter Georg Pügner wegen Vornah- ein Stück der Mauer aus, sprang aus der Höhe Abteilung des gleichen Strantenhauses. Eugen me unzüchtiger Handlungen an Personer unter etwa eines Stockwerkes in die vor der Strafanstalt überfiel seinen Bruder, weil dieser ihm nicht er- 14 Jahren. Der Angeklagte, der schon wegen befindlichen Anlagen und verschwand spurlos. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Sonntag Prag 6: Gymnastik, 9.25: Klavierkonzert, 10.10: Gefangstonzert, 17.30: Dr. Lavička: Der neue Geist Amerikas, 18: Deutsche Sendung: des Ondričef- Quartettes, 22: Leßte Nachrichten des Vorschau auf das Musikprogramm, 20.50: Konzert Preßbüros. Brünn: 9.15: Dvořák: Terzett für Violoncello und Viola, 16: Nachmittagstonzert. 18.05: Deutsche Sendung: Wagner- Stunde Breßburg: 21.20: Unterhaltungsmusik. Ostran: 11: Orchesterkonzert. Mährisch terhaltungsmujit, 15.25: Kammermusik, 16.55: Wien: 12.80: Un di, 22.10: Abendtonzert.- Heilsberg: 15: Kammermusik. Berlin: 18.30: Joh. Seb. Bach: Aus Schallplattenkonzert, 18.55: Othello, Oper von Ver dem ,, Wohltemperierten Klavier". Mr.& Skandalöse Berichterstattung durch das Radiojournal Das Prager Radiojournal erregte durch sein merkwürdiges Verhalten am Tage der großen Grubentatastrophe bei Osjet den berechtigten Unmut zahlreicher deutscher Hörer. Samstag, 6. Jänner 1934 Fünfzig Jahre nach Gregor Mendels Tod Von Dr. Hugo Iltis- Brünn. Als am 3. Jänner um 18.25 das Prager Radio die erste turze Mitteilung über das furz vorher stattgehabte Riefenunglück aussandte, erfaßte die Hörer begreiflicherweise Entsetzen. Aber ebenso groß war das Verlangen, vald Näheres über die Folgen der Katastrophe zu vernehmen. Ist Rettung möglich, wie groß fann die Zahl der Opfer sein? Das waren die bangen Fragen, welche die erregten Hörer bewegten. Die deuts schen Hörer rechneten damit, daß man um 20 Uhr der Prager Sendung Details über das schreckliche Ereignis auch in deutscher Sprache mitteilen werde. Radio Wien berichtete um 21 Uhr abends ebenfalls nur kurz über die Katastrophe bei Ossek. Endlich tam um 22 Uhr abends die tsche= chische Sendung, welche sehr ausführlich über die Situation am Unglücksschachte berichtete. Dann kam eine Propagandarede in franzö sischer Spra ch e. Die deutschen Hörer dachten sich in ihrer Ungeduld, nachher fomme be= stimmt noch eine Nachricht in deutscher Sprache. Und das um so mehr, als um diese Zeit ,, schon" in deutscher Sprache von Prag aus gesende! wurde. Wie enttäuscht und erbittert waren die Man schreibt den 9. Jänner 1884. Schwara deutschen Hörer, als es plöglich hieß: Konec ſtarri der Klosterplatz von Menschenmassen. Es flin Dobrou noc gen die Glocken der Altbrünner Stiftskirche, es ordDas Prager Radiojournal hat es also nicht net sich der Leichenzug. Man führt den Prälaten der für notwendig gehalten, über ein Ereignis, das Auguſtiner in die Gruft, der nach einem an Arbeit die Herzen aller fühlenden Menschen, gleichviel und Kämpfen reichen Leben am Morgen des 6. Jän welcher Nation, zittern machte die deutschen ner an chronischer Nierenentzündung gestorben war. Hörer in deren Wuttersprache zu informieren! Die Spitzen" der Behörden schreiten hinter dem Die Opfer sind zu gleichen Teilen Sara, sie wispern und tuscheln, denn der hohe WürTschechen wie Deutsch e; mit Recht denträger, den sie begraben, war ein Frondeur gespricht man von der rührenden Solidarität der wesen, ein„ Querulant", der den Spißen genug zu schaffen gegeben hatte. In ganz Desterreich war der tschechischen und deutschen Vergleute angesichts des gemeinsamen Unglücks, von der Anteilnahme starrköpfige Prälat bekannt und verrufen durch seider ganzen Bevölkerung ohne Un- nen unnachgiebigen Kampf gegen eine feiner Meiterschied der Nationalität. Die Leinung nach ungerechte Klostersteuer, den er zuletzt tung des Radiojournals ist jedoch weit entfernt ganz allein geführt hatte, selbst von seinen Ordensvon jeder menschlichen Gefühlregung, von der brüdern verlassen, denen im Laufe der Zeit der Erwägung, daß die deutschen Hörer auch das Kampf ums Recht zu fostspielig geworden war. Recht haben( in solchen außerordentlichen Fällen zumindestens) ebenso informiert zu werden, wie die tschechischen. Zur Frage Seite 5 des Akkordverdienstes und des Aussehens der Werkstättenbediensteten der C. S. D. Seine Zeit ist gekommen. Dreißig Jahre war die unscheinbare Arbeit in den Verhand Die Zentralsekretariate der sozialistischen Lungen des Brünner Naturforschenden Vereines ver- Eisenbahnergetvertschafts- Organisationen geben schollen geblieben um die Jahrhundertwende ist folgendes bekannt: sie dann nicht durch einen Zufall, sondern weil Der vorgestrige Bericht über die Verhandihre Gedanken sozusagen ,, in der Luft hingen" lungen der Vertreter der Werkstättenbediensteten an drei Orten Europas( in Amsterdam, Münster der C. S. D. mit Präsidialchef Noel ist nicht und Wien) fast gleichzeitig wiederentdedt worden. ganz richtig. Präsidialchef Noset gab den OrganiFür den Nachruhm seiner Entdeckung war ihr lan-| sationsvertretern bekannt, daß die Höhe der Afges Puppenſtadium nur ein Glück gewesen. Und als fordentlohnung von der Regierung festgesetzt und glänzender, von der staunenden Welt bewunderter in den Voranschlag aufgenommen wurde, so daß Schmetterling flog sie jetzt über Länder und Meere. die Kompetenz des Eisenbahnministeriums vollDas fleine Heftchen in den Brünner Verhand fommen ausgeschaltet ist in dieser Sache eine lungen, hat fast allen Gebieten der Biologie An Aenderung vorzunehmen. Er gab allerdings die regung und Förderung gegeben, hat es bewirkt, daß Versicherung, daß er den Eisenbahnminister über die Vererbungsforschung zum Zentralproblem der den Gegenstand des Einschreitens der Organisa biologischen Wissenschaften wurde. Hatte Charles tion schleunigst informieren werde, ohne daß er Darwin, mit dem man Mendel vergleichen darf, was ja selbstverständlich ist über Auftrag die Beränderlichkeit der Organismen des Ministers verhandelte, oder schließlich mit zum Objeft feiner Untersuchungen gemacht, so wies anderen Faktoren verhandeln konnte. Mendel auf die relative Beharrlichkeit Die Organisationsvertreter haben gerade der Merkmale und ihrer Erbanlagen mit Rücksicht auf diese Situation und den Standhin. Er zeigte, daß sich bei jeder Streuzung und punkt des Amtes dem Präsidialchef loyal bekannte als Krenzung ist jede Befruchtung zu bezeidmen, gegeben, daß sie sofort nach Rüdlehr der Mitglicwenn die Eltern in einer oder mehreren Eigenschaf der der Regierung beim Ministerpräsidenten, dem ten von einander verschieden sind die Erbanla Finanzminister und dem Vorsitzenden der ministe= gen nach bestimmten zahlenmäßigen Verhältnissen riellen Personalfommission vorsprechen werden, aufspalten und mosaifartig wiederkombinieren, so um ihnen die Konsequenzen der einseitigen und daß man auf Grund der„ Mendel'schen Regeln" die äußerst harten Beschmeidung der Bezüge der lann. Die lapidare Formel dieser Anlagenspaltung, Nebendienstbezüge bereits mehrere Male als den Beschaffenheit der Nachkommenschaft voraussagen Wertstättenbediensteten darzulegen, denen die das berühmte Mendel'sche 1: 2: 1, ist zu einem Bau- anderen Kategorien gekürzt wurden. Es ist daher berschlüssel geworden. Der Tier- und Pflan die Behauptung nicht richtig, daß der Präsidialdezüchter hat es heute in der Hand auf Grund chef Ing. Nofel die Bereitwilligkeit geäußert der Methoden Mendels, so die Merkmale verschiede hatte, im Auftrage des Eisenbahnministers mit ner Tier- und Pflanzenrassen zu neuen callen in Betracht kommenden Faktoren zu verhan bensformen willkürlich zu tombinic beln, ihnen die Forderungen der Organisationen ren. Mendels Entdeckung ist aber nicht nur bahn vorzulegen und diese zum Gegenstande einer brechend geworden für die theoretische Forschung neuen ernsteren Verhandlung zu unterziehen, im und für die Praris der Tier- und Pflanzenzüchtung, Gegenteil, die Organisationsvertre jie bildet auch die Grundlage für die moderne Lehre er werden diesen Wegselbst be= der Vererbung beim Menschen und für schreiten. die menschliche Eugenif, die Wissenschaft Die Entscheidung des Eisens von der Veredlung des Messchengeschlechtes. bahnministeriums über die EinMendels Arbeit ist heute in allen Sprachen stellung des Aussehensaus der Are übersetzt, auf dem Mendel- Platz in Altbrünn steht beit in den Werkstätten ist aller= sein leuchtendes Marmordenfinal. Die dankbare For: dings in Gültigkeit und ist die= schung aber hat den Namen Mendels ein Denkmal se I bebereits durcheine Verfügung Weit hinter der Obrigkeit drängen sich die Schagejebt, dauernder und ragender als Monumente aus des Ministeriums durchgeführt. ren der Armen und hier kann man einen anderen Stein und Era, indem sie nicht nur die ganze neue Nachruf hören. Hier preist man den guten Menschen, Forschungsrichtung als Mendelismus bes Ganz abgesehen von der Verlegung rein der Hunderten der einzige Wohltäter war und der es seichnete, sondern auch für das Verhalten aller Lebe Raubmord in einer Baseler Bank menschlicher Empfindungen, sind derlei Unter- verstanden hatte, Almosen zu geben, ohne es merken wesen, welche bei der Vererbung ihrer Eigenschaften lassungen politische Fehler gröbster ou lassen, daß es Amosen waren. Aber wenn sich den Mendel'schen Regeln folgen, das Zeitwort Art. Wo bleibt hier die Gleichberechtigung, fragen auch Hunderte daran erinnerten, daß ihnen ein gümendeln" prägte. In diesen Worten wird Mensich die enttäuschten deutschen Hörer, wenn wir tiger Freund gestorben war, wenn Hundert andere bels Name weiter leben, so lange es eine Wissen in so schwerwiegenden Fällen wie Luft behandelt in Staatsgewändern dem Würdenträger folgten werden? Da wird seitens der Regierung der be- daß ein großer, unsterblicher Forscher zu Grabe gegreifliche Wunsch verfolgt, die Wirkung der tragen wurde, das wußte von all den Hunderten fein reichsdeutschen Nazisender durch Ausbau Einziger. der eigenen deutschen Sendungen abzuschwächen. Gregor Mendel hatte in jahrelangen mühseli In einem kritischen Moment versagte jegen Kreuzungsversuchen mit Erbsen und Blumen doch das Prager Radiojournal der Natur ein Geheimnis abgerungen, das späteren vollständigl Beiten zur Offenbarung werden sollte. Aber seine Die deutschen Hörer, die am 3. Jänner vom Beitgenossen, auch die Fachkollegen, waren an die Prager Sender derart brüstiert wurden, konnten sem Geheimnis achtlos und ohne Verständnis voretwas später aus Berlin Näheres über beigegangen. Mendel selbst war freilich bei aller Bedie Osseter Statastrophe erfahren! Das nennt scheidenheit von der Bedeniung seiner Entdeckung man in Prag ,, Dienſt am Stunden" und wundert für die fünftige Forschung innerlich überzeugt und sich, wenn sich die deutsche Bevölkerung über eine verlich dieser Ueberzeugung auch in einem Gespräch solche brutale Zurüdsezung erregt. Die Regie- mit dem Botaniter Nießt Ausdrud, in dem er die rung täte wirklich gut, beim Radio- Journal prophetischen Worte sprach ,, meine Zeit wird fomOrdnung zu machen. Heimliches Berlin men". wurde auf die Bank Weber in der Elisabethstraße Bafel, 5. Jänner. Freitag, gegen 18 Uhr ein frecher Banküberfall ausgeführt. Zwei Männer fuhren in einem Auto bei der Bank vor, dranschaft gibt. gen in das Gebäude ein und gaben mehrere Gregor Mendel tvar ein Geiftlicher gevesen- Schüsse auf die beiden Schalterbeamten ab. Ein aber kein Silerifaler. Den freien Blid, die Unbefan Beamte wurde erschossen, ein zweiter genheit der Forschung hat er sich stets zu wahren geschwer verletzt. Den Gaunern gelang es, wußt. lind er hat sich auch troß seiner Erkenntnis, etiva 4000 Francs in Silber sowie einen Notendaß das Wesen der Menschen in der ererbten Eigenbetrag in noch nicht bekannter Höhe zu entwenart beschlossen liegt, das Verständnis für die Eigen den und das Weite zu suchen. art der Anderen, eine tiefbegründete, liberale Toleranz für den andersartigen Menschen erhalten. Und wenn man heute, ein halbes Jahrhundert nach Das Geschäft mit Alkohol. Demamerifa seinem Tode, im Namen des Mendelismus den Mas- nischen Parlament wurde ein Gesebentwurf fenhochmut und den Raſſenhaß wissenschaftlich zu un vorgelegt, durch welchen die inneren Abgaben für termauern versucht- Mendel selbst, wenn er heute alkoholische Getränke festgesetzt werden. Man erlebte, hätte mit einem solchen Mendelismus nichts| gemein und er würde diesem Unterfangen gegenüber wartet von ihnen einen Ertrag von einer halsicher ähnlich wie ein Starl Marr beionen ,, Je ne ben Milliarde Dollar. Die Zölle wersuis pas Mendeliste!"( 3d) bin fein Mendelist.) den von dem neuen Geseventwurf nicht betroffen. weiß, daß es viele Genossen gibt, denen die Pafete der Winterhilfe ins Haus gebracht wurden, um sie zu forrumpieren. Die Genoffen haben darauf geſpien." Einen Augenblid ist es still swischen uns. " Bei den Angestellten ist es anders," fährt sie Annemarie zündet sich hastig eine Zigarette an. leise fort, sie sind scheinbar unheilbar dem Hit„ Daß ich heute noch studieren lann, das ler- Wahn verfallen. Ich hab' da in den Weihverdanke ich ein paar glücklichen Umständen und nachtswochen 14 Tage aushilfsweise in einem Bufällen. Außerdem habe ich das Sommer- Se- großen Engrosgeschäft gearbeitet, um mir das mester geschwänzt, um ein bißchen Gras über Reisegeld hin und zurück zu verdienen. Da gab mich" wachsen zu lassen. Allerdings size ich im- es ein paar Leute, die erst zwei Monate im Bemer auf dem Pulverfak. Jeden Tag kann die Ex- trieb waren und feine Gratifilation befamen. Die NEWO- Zelle meinte, Feh= Annemarie lächelt. Ihr schönes flares Lächeln. Jenes Berlin, das zäh und unterirdisch lämpft. Parteiarbeit ist schwer heute. Ein Flugblatt dedt meistens die ganze Clique auf, aus der es fam. In Rußland begeht man den großen Feb ler, den heutigen Zustand in Deutschland mit der verlorenen Revolution von 1905 zu vergleichen. Das illegale Arbeiten im zaristischen Rußland ist sicher ein Idyll gewesen gegen das unter Görings Gestopo. Aber trop dem geschieht es. Wir lernen aus allem, was wir bisher falsch ge= macht haben. Eine neue Art Intelligenzschicht bildet sich heran. Zäh, entschlossen, tapfer und unerhört geschickt. Ich kann Dir ruhig sagen, wie man arbeitet. Und Du kannst es allen Menschen weiter erzählen, ohne uns au jejaben. Wir men. zu schaden. Bier, fünf Menschen, höchstens. Wir ,, lonspirieren" nicht immer. Wir diskutieren, bringen ein paar herausgerissene Seiten aus ,, berbrannten" Büchern mit, die bei dem geringsten verdächtigen Geräusch zerfest in den Ofen wandern. Lesen. niemals Helle sah. Wir schlendern schweigend durch die belebten Straßen. Endlich haben wir die gemütliche Ecke" gefunden. Die MedizinstuDort mitten im bunten Gewimmel des dentin aus Sitter- Deutsland, das arische MädAutomatenbuffets dort sitzt doch, ich will meichen mit der unerschütterlichen Liebe zu einem nen Augen nicht trauen, und dennoch stimmt es. Angehörigen der verfemten Rasse, legt den GumDort sißt Annemarie. Ein blaſſes Gesicht, hell mimantel ab, zieht die Müße vom Stopf, schüttelt umränderte Hornbrille, blaue Müße auf blondem das blonde Haar. Haar. Annemarie, Medizinstudentin aus Berlin und, so weit mir in Erinnerung ist, ein Mitglied des ehemaligen sozialistischen Studentenverbandes. Irgendwo in Berlin lernten wir uns fennen, wurden Freunde, kamen dann wieder auseinander, ohne Grund, nur so, wie es manchmal ift. on folgen, der Berliner Univerſi- gäbe es in Deutſchland jest eine Wolfsgemein Sie hat mich noch nicht gesehen. Ich gehe auf sie zu." Tag, Annemarie." Sie schricht leicht schaft? Und sie zwangen die anderen Angezusammen. Jetzt erkennt sie mich. Ein zartes freudiges Rot leuchtet auf in ihrem Gesicht.„ Schlimm," lautet Annemaries lakonische stellten, denen, die feine Weihnachtsgratifitation bekommen hatten, prozentual etwas von der eigeStatja." Wir schütteln einander die Hände," Wie Antwort. nen Gratifitation abzulegen. Die Bescherten tommst du hierher, nun wahrscheinlich wie wir strahlten. alle, Emigrantin des Dritten Reiches." Sie lä- lacht." Zum Frühjahr soll ich zehn Wochen fernen. Und besprechen natürlich auch die ParteiSie glaubten nun wirklich an die zurück nach Hitler- Deutschland. Der Grund: bin fen oder so. Außerdem müssen wir alle in der dabei ins Fäustchen. Das war der Unternehmer. arbeit. Diese Art hat sich als die beste erwiesen. helt. Ganz so ist es nicht. Ich fahre wieder Arbeitsdienstlager. Wahrscheinlich Strümpfe stop- Boltsgemeinschaft". Einer lachte sich natürlich im achten Semester, möchte gern das Studium voll- NS- Frauenschaft sein und gesellschaftliche" Ar- ben diese Art von Boltsgemeinschaft" feinen enden. Ich bin nur hier, um Franz zu besuchen. beit leisten."" Worin besteht die?"" Meine Auf- Pfennig gekostet hatte. Denn an ihn heranzu Er sollte nicht so allein und traurig ins neue gabe ist es zum Beispiel, in Wärmehallen Kaffee treten, der mit der Gratifikation ja noch nicht Jahr gehen." Ich weiß," Franz" ist ihr lang- auszuschenlen."" Da fommst du doch höchst einmal einen Teil des Mehrwertes der empfangenen Arbeitsleistung zurüdgezahlt hätte, wäre fähriger Freund und guter Kamerad. Ein junger wahrscheinlich mit dem Berliner Proletariat in der NSVO- Zelle nicht im Traum eingefallen. Berührung. Was hörst du dort für Ansichten und Aber sie stiften sehr geschickt Verwirrung. Das Urteile über das neue Regime?" muß man ihnen lassen. " jüdischer Arzt. tät?" Wie lebt ihr Studentinnen?". Annemarie ins ..Du liebst ihn immer noch? Fürchtest du, germanisches Mädchen, nicht, wegen Nassenverrats Annemarie sieht fühl gerade aus. Du irrit bestraft zu werden. Und überhaupt, wie ist es dich, in diese Almosenstellen der Nazis kommt möglich, daß du unbehelligt weiter studieren das flaffenbewußte Berliner Proletariat nicht. fannst? Soviel ich weiß, hast du doch einer so- Das Lumpenproletariat sammelt sich dort, das zialistischen Studenten- Organisation angehört?" fedem nachläuft, der gerade an der Macht ist. Ein schneller kurzer Blid Annemaries. Dann Aber die Arbeiterschaft, die du und ich gekannt sagt fie:„ Stomm, laß uns in ein stilles Staffee haben bleibt zu Haus. Sie schweigt. Sie wargehen. Ich glaube, hier kann man nicht ungestört tet ab. Sie kann im Augenblick nichts anderes genug reden." Sie hat recht. Wir gehen. machen. Aber man will auch die Beitelsuppen der Draußen verrinnt ein trüber Mittag, der Nazis nicht haben. Lieber will man hungern. Ich ,, Hast Du manchmal Zeit und Gelb, ine Theater zu gehen, Annemarie?" ..Es gilt fein Theater in Berlin, das sich zu sehen lohnt. Es gibt kein geistiges und fünstlerisches Leben mehr. Man geht nicht ins Kino, man liest teine Zeitungen. Das Leben wäre sicher un-einheimerträglich für mich, wenn es nichtliches Berlin geben würde." ..Was ist das, ein heimliches Berlin?" Nach außen tarnen wir uns natürlich. Sind ganz legal". Machen alles mit. Auch an der Univerjität. Die Luftschußübungen und den Kursus für Nationalsozialistische Erziehung". Ich geh' auch au den Vorlesungen über Behrwissenschaft. Barum nicht? Wenn wir nur beffere Dozenten an der medizinischen Fakultät hätten. Die Großen sind alle weg. Freiwillig und unfreiwillig. Na, das veißt Du ja." 3ch weiß es. Ich muß jest gehen“, sagt Annemarie. Franz wartet auf mich. Morgen früh fahr' i zurüd. Leicht ist es ja nicht. Aber wer tann, foll dableiben, arbeiten". Sie reicht mir die Hand. Unsentimentales blondes Mädchen. Auf Wiedersehen." Auf Wiedersehen, Genossin. Und grüß' mir das heimliche Berlin." Satja. Seite 6 2011 Die ständische Neugestaltung des dritten Reiches tionalsozialistischen Parteistaat eingegliedert. Bon Peter Garwy Samstag, 6. Jänner 1934 Und war ist das ,, Endziel"? Was ist die nationalsozialistische Wirtschaft", die zwangs läufig" aus der ständischen Neugestaltung hervor gehen soll? In der gleichgeschalteten Bossischen Zeitung" vom 10. Dezember wird die margis stische Auffassung des Sozialismus" grundsäßlich Die negativen Aufgaben der nationalsoziali- fauf der Arbeitskraft, sondern im weitaus höheren verworfen:„ Wir wissen, daß( nach dem Willen ſtiſchen ,, Revolution" find so gut wie gelöst. Die Maßze um die Schaffung eines persönlichen, ma- der Führung der NSDAP) die private Initiative Zerstörungsarbeit war leicht zit verrichten. Der feriell zunächst nicht bewertbaren Verhältnisses zur vollen Entfaltung kommen soll, daß das Pri ,, liberalistische Staat" liegt in Trümmern, die der in gemeinsamer Arbeit verbundenen Men- vateigentum nicht nur negiert, sondern bewußt Weimarer Verfassung ist mit dem Nazistiefel zerschen". bejaht wird". Also tapitalistische Privatwirtschaft, treten, die Bürgerrechte sind aufgehoben, die po Ganz so wie in den mittelalterlichen patriar- die Klaſſengegenfäße zwangsläufig erzeugt, aber litischen Parteien ausgemerzt, die Arbeiterorganis chalischen Zunftorganisationen! Und dies im All- ohne Stlassenkampf, ohne freie Klassenorganisatio= ſationen vergewaltigt, gleichgeschaltet, in den na- ter des monopolistischen Spättapitalismus! Aber nen, ohne Demokratie, in der der Klassenlamps gerade im Interesse des wankenden Spätkapitalis zwischen den Ausbeutern und den Ausgebeuteten ausgetragen werden könnte! Wahrhaftig ein ,, MyNicht so leicht geht es mit den positiven" mus liegt die Wiederbelebung auf einer erweiter Aufgaben der Nazi- Revolution. Zwar sind alle ten Bajis des mittelalterlichen Ständegedankens. thos des 20. Jahrhunderts", um mit Rosenberg ihre Widersacher unterdrüdt, terrorisiert, gelähmt. Es gilt den Klaſſenkampf abzuschaffen, indem 31 ſprechen! Aber die Aufbauarbeit stodt. Viel Spiele, wenig man die Kampforganisationen der Arbeiterklasse Die ständische Neugestaltung entpuppt sich Brot. Viel Begeisterung. wenig Arbeit. Das ver- in eine Ständeorganisation hineinzwingt. Klaus alſo als Mittel zur Ueberwindung des Klassensprochene Wirtschaftswunder bleibt aus. Die Ar- Selner, der Leiter des Organisationsamtes der tampfes", d. h. zur Entmachtung der Arbeiter beitslosigkeit wütet nach wie vor trotz des Ar- Deutschen Arbeitsfront", betont, daß der Untlasse. Politisch gesehen wird der Ständeſtaat Hitbeitsdienst. Das konfuſe und widerspruchsvolle ternehmer und seine Mitarbeiter(!) müssen zu lers ebensowenig eine neuerfundene Form des Nazi- Programm verjagt beim ersten Verwirkli- einer einheitlichen Organisation zusammengefaßt richtigen Voltsstaates" sein wie der ,, Korporativchungsverfuch. Auch die staatliche Neugestaltung werden". Dementsprechend„ muß sich die wa a g- staat" Mussolinis. Der einzige Staatsgedante des des Dritten Reiches geht langsam und wankend rechte Gliederung der Verbände in deutschen wie des italienischen Faſzismus ist die vor sich froß dem vorgefundenen Beispiel des senkrechte verwandeln". Der Betrieb habe Führeridee, die persönliche Diktatur, die sich heuchitalienischen ,, Korporativ- Staates". die Grundlage zu bilden. Betriebsgemeinschaften lerisch mit der., Nation", mit der Voltsgemein Die Demokratic ist als tot erklärt. Der Par- entstehen und werden zu einem großen Block in schaft" und mit dem Vaterland selbst identifiziert, lamentarismus wird als lleberbleibsel des libe- der deutschen Volksgemeinschaft zusammengefaßt: indem sie sich über Parteien und Klassen stellt. Der ralistischen Zeitalters" verschmäht. Die Bürger- ,, dann werden wir zwangsläufig eine nationalso- Ständestaat bleibt aber Klassenstaat und Diktatur rechte zum alien Eisen geworfen. Was ist aber an zialistische Wirtschaft haben!" bleibt Diktatur! Stelle alles dessen zu stellen? Ein Durcheinander von Meinungen und Aeußerungen herrscht im mer noch darüber ein Jahr nach der Machtergreifung durch Hitler! PRAGER ZEITUNG Kunst und Wissen Gewiß fehlt es bei den Nazis nicht an den Staatsgedanken und Auffassungen: Führeridee, Elitestaat, Ständestaat, Parteistaat, Rajſenſtaat usiv. Göbbels erklärte vor seiner Abreise nach Genf, es sei ein Jertum zu glauben, daß das Volt sich selbst regieren wolle. Und sein Gesinnungsgenosse Stube hat aber auf der kommunalpolitischen Tagung am 9. Dezember erklärt ,, Wir, Nationalsozialisten, haben es als Opposition im mer abgelehnt, Untertanen zu sein und wir lehnen es auch heute ebenso ab". Bald tokettiert man mit der Potsdamer Tradition und schickt den Stronprinz und den Nazi- Prinz Auwi voran. Bald erklärt jedoch der Wortführer Hitlers Rosenberg im ,, General- Anzeiger" vom 10. Dezem Samstag, 4% Uhr:.,. Pünktchen und An= Spielplan des Neuen Deutschen Theaters. ber, der Nationalsozialismus ſei„ nicht ein Wie- ton."( A.A.) 8. Uhr: Erstaufführung: Toba deraufrichter hingesunkener dynastischen Kabinetts- risch."( C1). ihren französischen Genossen taktisch und technisch überlegen und erzielten einen hohen Sieg von 5: 1 ( 3: 1). Stand der Gruppe West: BelSpielplanänderunr. Da sich bei Herrn cogien 5 Spiele 10 Puntte, Holland 3 Spiele 2 Punkte, voldi Schwierigkeiten mit der Arbeitsbewilligung Frankreich 4 Spiele 2 Punkte, Schiveiz 2 Spiele cracben haben, findet Montag eine Volkstümliche 2 Punkte. Vorstellung von Garten Eden". mit Nia Thiele statt. Ganz leine Preise von Kč 1. bis Kč 16. Donnerstag: Neueinstudiert: Der eingebilrecht und Lord. Regie: Gellner. Vorher Les petits dete kraute". Lustspiel von Moliere. Mit Sarpriens, Balett von Mozart. politit, sondern ist eine Neuformung deutscher Spielplan der Kleinen Bühne. Samstag, Voltsführung, geboren aus der alten germani- 8 1hr: Theo macht alles." schen Charaktergrundlage heraus, wie sie einst der Herzog und seine Gefolgschaft darstellte". Bald sebni man sich nach dem altgermanischen Zeitalter zurück, bald nach dem Mittelalter( Ständeſtaat), bald verdeutscht man die ultramoderne faſzistischvolschewistische Idee eines Parteistaates. Turnen und Sport 15 Jahre Askö Der Astö bestch. nun 15 Jahre innerhalb der Republit Desterreich. Ihm gehören am Jahresende 17 Verbände an, die alle Sportarten umfassen. Die Tätigkeit des Astö im Jahre 1933 war sehr un fangreich und troß den schwierigen inneren Verhältnisjen sehr erfreulich. Ein fieberhaftes Suchen nach Deckmäntein für die persönliche Dittatur Hitlers! In dieser Richtung bewegt sich die Verparteili chung des Staates, die mit der Ver= staatlichung der Partei Hitlers Hand in Sand vor sich geht. Das jüngste Gefeß spricht darüber offen aus:„ Die NSDAP ist die Träge rin des deutschen Staatsgedankens und mit dem Iminternationalen Sportverfchr Staat unlöslich verbunden". Gleichzeitig mit der steht der Astö wohl an er it er Stelle. In der EuropaAufrichtung des Parteistaates wird die ständische meisterschaft hat er gegen Ungarn, Volen und TscheOrganisation der Schülermannschaften im belgismen Arbeiterfußball. In Gand hat das Komitee dieser Provinz mit der Organisation der jungen Fußballspieler( Schüler) begonnen. Es gibt schon sechs Mannschaften. Aus der Partei Bezirksorganisation Prag. Dienstag, den 9. Jänner 1984 um 8 Uhr abends im Parteiheim, Brag II., Národní 4, 2. Stod, Sitzung der Bezirks. vertretung. Tiersprache Wie ein verwehter Traum Hing eine bunte Mühe An einem kahlen Baum, Grad über einer Bfüte! Als die Sirene rief Nach ihren Arbeitssklaven, Sing fie verträumt und schief, Wir blinzelten verschlafen... Das Werktor war so grau, Wie gestern, heute, morgen; Dumpf- mürrisch lag der Bau, Im Schatten unsrer Sorgen. Schon ist das Werk erwacht, Schwer die Maschinen jagen Wer hat da wohl gedacht Profit Neujahr zu sagen--?! Nr. 4 Nv. GEDENKET bei allen Anlässen der Arbeiterfürsorge! Internationeles ärztliches Bulletin. Das erste Heft des neuen Zentralorganes der Internationalen Vereinigung sozialistischer Aerzte ist eben in Prag erschienen. Die Redaktion liegt in den Sänden der Genossen Senator Dr. Solit ſ che r und Dr. Turet. Schon diese erste Nummer erlaubt das Urteil: Finnlands Arbeitersport erhält staatliche Unterftützung. Das finnische Parlament beschloß mit Eine ebenso ausgezeichnete wie notwendige Zeit- und 108 gegen 78 Stimmen, dem finnischen Arbeiter- Streitschrift für die Wissenschaft und den Sozialis sportbund eine staatliche Subvention von 200.000 mus und gegen den Fascismus und seine barbarische Zerstörung von Wissenschaft und Forschung. In einem Finnen- Mart zu gewähren. Die Unterstüßung gift französisch- deutschen Artifel Ce que nous vou für das Jahr 1934. In früheren Jahren erhielt der Ions!" Was wir wollen!" werden ebenso wie Verband ebenfalls Unterstüßung, mur 1932 und 1933 in der offenen Antwort auf des berühmten Chirur jedoch nicht. Durch den für die Sozialdemokratie gen Sauerbruds berühmten offenen Briefes an günstigen Ausgang der letzten Wahlen in Finnland die Aerzteschaft der Welt, die Kampfziele der neuen Tonnte dieser Beschluß herbeigeführt werden. Zeitschrift formuliert. Sauerbruch), der sich nach an= fänglichem Sträuben gleichschalten ließ, richtete an die ärztliche Weltöffentlichkeit einen Appell, in dem er unter Berufung auf die Gemeinsamkeit unserer Berufsauffassung", um Verständnis für Hunnendeutschland wirbt. Sauerbruch war so unvorsichtig oder naiv, ze schreiben:„ Es ist eines der unwandel baren, unantastbaren Gefeße der Menschlichkeit, dei; ihre erste frei von zeitgebundenen Sträften ihr Serf tun." Ein Grundsav, der im heutigen Deutschland in Theorie und Praris in sein Gegenteil verfehrt wurde. Würde er statt zur Anästhesie des Aus londes, sum inneren Gebrauche" verschrieben, eine Applikationsart, von Chirurgen freilich selten geübt, das Rezept würde mit unbegrenztem Aufenthalt in Oranienburg oder einem ähnlichen Luftkurort hono= riert werden. In ihrer Anklage, die ihre Antwort auf Sauerbruchs Appell ist, weisen die sozialistischen Aerzte allerländer neben vielem nicht weniger Wichtigem darauf hin, daß die wesentlichste Voraussetzung einer gemeinsamen Berufsauffassung der Aerzte der Kulturwelt und des gleichgeschalteten Deutschlands, deutscherseits zerstört wurde: die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und die Freiheit des ärztlichen Berufes, für die nur eine Einschränkung gelten muß: die wissenschaftliche Unzulänglichkeit. Deutschland aber, das Bulletin" zitiert gleichgeschaltete Stim men, aus denen dies deutlich hervorgeht, vertraut feine Patienten lieber deutsch- arischen" Kurpfu schern an, als marristischen" oder jüdischen Aerzten. Neugestaltung des Dritten Reiches in Angriff ge- choslowakei Spiele ausgetragen. Wettspiele in Buda- Mitteilungen aus dem Publikum. nommen. Der Punkt 25 des Programms der NSDAP. fordert den ständischen Aufbau des Staates. Der Reichstag und das allgemeine Wahlrecht werden zwar einstweilen als Fassade für das Ausland- beibehalten. Aber das Dritte Neich soll nunmehr als Ständestaat um- und ausgebaut werden. Wozu? best und zum ersten Male gegen tschechische Fußballer wurden durchgeführt. Die Stisvringer hatten einen Dreiländerkampf Der Gripperekonvalefzent fühlt allgemeine uf der Kobenzlschanze, an der Tschechoslowakei, Schwäche und Ermüdung. Die Muskeln sind schlaff, Desterreich und Deutschland teilnahmen. Die Hand- die Nerven abgespannt. Massieren Sie über ärztliche baller spielten in Ungarn, außerdem unternahm eine Vorschrift mit Franzbranntwein Alpa. Dies erhöht arbeitslose Handballmannschaft eine erfolgreiche Reise in die Schweiz. Gewiß ist dem fleinbürgerlichen NationalDie Athleten führten Ringkämpfe gegen Ungarn fozialismus ein romantischer Zug eigen. Der Mit- und Budapest durch. Die Rad- und Motorradfahrer telstand dies soziale Zwischending, steht mit einem waren cm Weltarbeitersporttag mit 500 Personen in Fuße in der Vergangenheit. Seine völkische Ein- Budapest und mit ebensoviel bei einem Grenzlandstellung riecht nur zu stark nach dem Mittelalter. treffen in Preßburg. Außerdem trugen die Radfahrer Aber die antikapitalistische Auflehnung" der Wettkämpfe in Frankreich, Ungarn, Belgien und der Mittelschichten wird immer mehr von den Trä- Tschechoslowakei aus. Hervorragend war die Dreigern der Wirtschaftsmacht zur Aufrechterhaltung länderreise der Arbeiterschwimmer nach Frankreich, der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ausgemust. Die ständische Neugestaltung des Staates ist romantisch seiner Form, sozial- reaktionär seinem Inhalt nach. Belgien und Holland. Auch gegen Budapest wurden Schwimmwvettkämpfe ausgetragen. Die österreichi schen Arbeitersportler haben also ihre internationale Pflicht in dieser harten Zeit vollauf erfüllt. Interessant ist, daß im österreichischen Radio 32 Radiovorträge von Astö- Funktionären gehalten wurden. den Blutkreislauf, stärkt die Muskeln, erfrischt die Nerven. Zerstäuben Sie Alpa in Wohn- und Gesellschaftsräumen! Hierdurch gründliche Lufidesinfektion. Verlangen Sie nur Alpa- Originalpadung mit unverletzter Plombe! www -W -W 100 eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen am 30. und 31. August und 1. September in D'or= Dalmasse- Hotel." über d. Erde u. unter d. Meere." Staut: Mit d. und den wissenschaftlichen ihrer deutschen Universität Filme in Prager Lichtspielhäuſern bis einschließlich Donnerstag, den 11. Jänner Zu beweisen, was eigentlich eines Beweises Urania- Rino, Klimentská 4: Bunte Film- Re- gar nicht mehr bedarf, daß die Freiheit der Lehre vue. Alfa: ,, Der Tunnel". Beránek: Mit der und der Forschung in Deutschland zum ,, aufgeräumten marristischen Schutt" gehört, bringt das Bulle Stamera über der Erde und unter dem Meere." -Flora: tin" eine Liste vertriebener medizinischer Forscher. Fénix: Die Welt will betrogen werden." Bolly. die 115 befannte, zum Teil sehr berühmte Namen Dergute Tramp Bernášet." Die Nazi- Führer verraten selbst das Gewood:„ Ein Herz für ein Lied." Julis: Ihr enthält, eine Liſte, für die der Anspruch auf Vollheimnis der ständischen Neugestaltung", die mit Arzt." Kinema, B.- Th.: Journale, Lustsp., Re- ständigkeit ausdrücklich abgelehnt wird. Fächer, die der Bildung der großangelegten Arbeitsfront" in port." Ab 2-128. Kotva: Die sechs Frauen auf unserer Prager deutschen medizinischen Fakul Angriff genommen ist. Dr. Max Frauendorfer, Seinrichs VIII." Lucerna: Die sechs Frauen tät seit langem vakant sind, sind auf dieser Liste mit Leiter des Amtes für Ständischen Aufbau der Metro: Ihr Arzt." England feiert sein erstes internationales Sport. Seinrichs VIII." Diym ihren besten Namen vertreten. Ein unheilbarer OpNSDAP., betonte vor kurzem, daß das System treffen. Die junge englische Arbeitersportbewegung pic: Die Erde singt." Baffage: Jindra timist, wer glaubt, daß das hiesige ProfessorentolleGräfin Ostrowina.". Praha: D. Page vom gium einen einzigen zur Berufung vorschlagen wird. des überwundenen Liberalismus unfähig war rüstet zu ihrem ersten internationalen Sportfest, das Madio: Mit der Kamera Will die Republik ihren demokratischen Ruf wahren Gruppen der wirtschaftlich tätigen Menschen zu fchester stattfindet. Dieses Sportfest findet in Ge- Kamera üb. d. Erde u. unter d. Meere."- Světozor: herstellen, muß fie lernen, alle vom feudalen Staate erzielen, wodurch die Zerspaltung des Volkes her- meinschaft mit der englischen Arbeiterpartei zu..Jindra Gräfin Ostrowina." Alma: So ein übernommenen traditionellen Rücksichten gegenüber vorgerufen und verewigt wurde". Also die reinste Ehren der sechs Arbeiter, die vor 100 Jahren wegen Sundeleben." Bajtal:„ Zwölf Sessel." Belveder reaktionären Kaste unserer Hochschullehrer fallen patriotische Sorge um die Einheit des Voltes als ihrer Arbeit für die Arbeiterpartei nach Australien bere:„ So ein Hundeleben. Carlton: So ein zu lassen. ganzes. deportiert wurden, statt. Vorgesehen find inter- Bundeleben." JHusion: ,, Die Spionin." StapiWir dürfen stolz darauf sein, daß das Bulles Aber andere Nazi- Führer sind in ihren nationale Wettkämpfe in: Tennis, Fußball, tol: Amor an der Leine. Lido: Sing Song" tin" in unserem Lande, von unseren Parteigenossen Aeußerungen weniger vorsichtig. Ludwig Brucker, Radfahren und Leichtathletik. Das Fest, zu der die Louvre: So ein Hundeleben." Leiter des Ausschusses für Sozialpolitik der Verbände der SASI. eingeladen sind, verspricht von Sport Smichov:„ King Kong."-Balbet:„ Der gute diese wertvolle Zeitschrift ganz besonders zu unter Hundeleben. Rogh: So ein Hundeleben." redigiert, erscheint. Das verpflichtet uns aber auch, Neichsleitung der NSVO( Nationalsozialistischen besonderer Bedeutung zu werden, weil der englische Tramp Bernášet." moralisch, wie materiell! Es darf tein Betriebsorganisationen), spricht zwar auch über Arbeitersport eine sehr gute Entwicklung hinter sich die Dienstbarmachung aller Deutschen, Unter- hat. Allein die Radfahrer haben in den letzten Mofeine Krankenversicherungsanstalt, nehmer und Arbeiter, am Voltsganzen", aber naten über 1000 Mitglieder zugenommen.. feine Sanitätsfommission, in der ein sozialdemokra gleichzeitig betont er, daß der Arbeitsvertrag im Die Europa- Meisterschaft der Arbeiterfußballer tischer Vertrauensmann sißt, geben, die nicht au den neuen Staat einen neuen Sinn erhalten habe. wurde in der Zone West vor kurzem mit dem Spiele Bezichern des Internationalen Aerztlichen Bulle Nämlich es handelt sich nunmehr beim Arbeitsver-( Belgien- Frankreich, das in Mouscron tins" gehören. Man bestellt es beim Verlag der ,, So trag..nicht um eine Urkunde über Kauf und Ver-( Belgien) stattfand, festgesetzt. Die Belgier waren lidarität", Brag XII., Caslavská 15. M. M. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192.-. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preis nachlaß. Rückstellung von Manustripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken.- Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlas Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt. Druderci: ,, Drbis", Druds, Verlags- und Zeitungs- A.- G., Prag. " " Macesta: ,, So ein Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Příkopy, Palais Koruna. stützen Krankenhaus,