Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Schandurteil des Reichsgerichtes Leipzig, 11. Jänner. Wie das Deutsche Nachrichtenbüro meldet, hat das Reichsgericht einen tschechoslowakischen Händler aus Hof in Bayern, der mehrere Exemplare der Miniaturausgabe des in Karlsbad erscheinenden Neuen Vorwärts" eingeschmuggelt und in Hof verteilt hatte, deswegen und wegen des Verstoßes gegen die Verordnung gegen die Neubildung von Parteien zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. " Der Vorsitzende betonte, wie DNB berichtet, in seiner Urteilsbegründung, daß sich nun auch die SPD durch ihre im Ausland betriebene Greuelhete" in die Front der staatsfeindlichen marxistischen Parteien eingereiht habe mit dem Sinn des gemeinsamen Imsturzes der Regierung. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten habe der frühere legale Kurs der Partei eine völlige Acnderung erfahren und sci nun zur unverhüllten Illegalität übergegangen. Die Parteileitung habe sich, wie sich aus ihren Kampfschriften ergebe, auf nene revolutio näre Methoden eingestellt und versuche nun, durch „ hochverräterische Umtriebe" von jenseits der Reichsgrenzen, insbesondere durch„ Greuclpropaganda", das Anschon des Deutschen Reiches und die Autorität seiner Regierung zu schädigen. Freitag, 12. Jänner 1934 Kapitulation Dollfuẞ' vor der Heimwehr Fey neuerdings Minister für das Sicherheitswesen Wien, 10. Jänner.( Eigenbericht.) Im Verlaufe der Verhandlungen zwischen der Regierung Dollfuß und der Heimwehr, scheint es zu einer vollständigen Kapitulation Dollfuß vor den Heimwehrführern gekommen zu sein, anders läßt sich die plötzliche Ernennung des Fascisten Feh zum Sicherheitsminister nicht erklären. Fen, der vor kurzer Zeit über Verlangen des Landbundes die Exekutivgewalt über Desterreich zurücklegen mußte, soll im italicnischen Gesandten eine wesentliche Stütze gefunden haben. Dieser intervenierte wiederholt bei der österreichischen Regierung, weil nach seiner Annahme durch den Rücktritt Fey's eine Stärkung der Sozialdemokraten zu verzeichnen gewesen sei. Die Hakenkreuzler reagierten auf das Zurückweichen Dolifuß vor der Heimwehr mit neuen Terrorakten. So wurden im Laufe des Tages in Wien an die hundert Sprengförper zur Explosion gebracht. Am Donanquai wurde ein Kästchen gefunden, das eine Höllenmaschine enthielt und bei der Untersuchung durch die Polizei explodierte, wobei einem Polizisten eine Hand und von der anderen ein Finger abgerissen wurde. Drei weitere Höllenmaschinen konnten rechtzeitig entdeckt und unschädlich gemacht werden. Auch in den anderen Bundeshauptstädten kam es zu einer Reihe neuer Anschläge. Neue Verfassung Die Schädigung des Ansehens des Deutschen gegen Wien Reiches vor der gesamten Kulturwelt, fann niemand anderer besser besorgen als die Nazi- Hunnen selbst. Die Verbreitung des sozialdemokratischen Stampfblattes in Deutschland, werden solche Urteile trotz alledem nicht verhindern können! Holland verbittert Die Regierung überrascht Das erste Opfer eines österreichischen Standgerichtes Den Großen ließ man lausen, den Kleinen henkte man.. Graz, 11. Jänner. Das Grazer Standgericht, das heute zum zweiten Male tagte, verurteilte den Taglöhner Peter Strauß wegen Brandstiftung zum Tode durch den Strang. Das Todesurteil ist um 15.23 Uhr bollzogen worden. Wien, 11. Jänner. Nach einer Melbung der Neuen Freien Presse", sieht der Endersche Verfassungsentwurf vor, daß die gesetzgeberischen Befugnisse, die bisher dem Nationalrat und dem Bundesrat zufielen, in Zukunft auf den Staatsrat, den Länderrat, die Kulturkammer und die Wirtschaftskammer aufgeteilt werden. Der Staatsrat folle vom Bundespräsidenten auf Grund von Regierungsvorschlägen ernannt wer Paris, 11. Jänner. Aus Holland ein- den. Der Länderrat werde die Vertreter der Länlangende Depeschen besagen einmütig, daß die der umfassen, und zwar die Landeshauptleute und beschleunigte Hinrichtung van der Lubbes in Hol- deren Stellvertreter und die Finanzreferenten der land allgemeine Erbitterung und Verurteilung Länder. In beiden Körperschaften hätte die Bunhervorgerufen hat. An amtlichen Stellen wird desregierung beratende und mitbestimmende Funk erklärt, die Regierung sei überrascht, daß tion. Die Wirtschaftskammer werde durch Wahl überhaupt keine Rücksicht auf ihre diplomatischen der hiezu berufenen Wirtschaftskörper gebildet. Die Stulturfammer solle die Vertreter von sechs Schritte genommen wurde. Die Familie van der Lubbes wurde von der Ständegruppen, nämlich Prieſtern, ErziehungsSinrichtung erst gestern vormittags verständigt. stand( Lehrern und Eltern), Rechtsstand, StünitBom Leipziger Gerichtshofe wurde ihr mitgeteilt, ferstand, Heilstand und selbständige geistige Ve= Der Knecht Peter Strauß hatte die Scheune daß ihr der Leichnam van der Lubbes zur Ver- rufe zusammenfassen. Der bundesstaatliche Chas eines Häuslers aus Rache dafür, daß er ein lei ratter bleibe in der Enderſchen Verfassung weiter erhalten. Wien werde als Bundeshauptstadt eine nes Almosen erhalten hatte, in Brand gesteckt. gewisse Sonderstellung erhalten, aber die bishe fügung steht. Abrüs’ungskonferenz neuerdings bis Mitte Feber vertagt? Paris, 11. Jänner. Wie die Blätter and land verlieren. Naziführer als Geiseln nach Wöllersdorf Hiezu wird aus Wien amtlich gemeldet: Ueber die Gnadenbitte der Verteidigung des vom Standesgerichte in Graz zum Tode verurteilten Peter Strauß konnte mangels eines von der Bundesregierung gestellien Antrages( Art. 67 des Bundesverfassungsgesetzes) vom Bundespräsidenten feine Gnadenverfügung getroffen werden. Einzelpreis 70 Hoffer ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 9 Triefend aus allen Poren... Riesenskandal Stavivsky als Beispiel Aus allen Poren triefend von Schweiß und Blut ist der moderne Kapitalismus zur Welt gekommen. Fügen wir diesem Marr- Wort die notwendige Ergänzung bei, daß Schweiß und Blut mit Schmutz überlagert sind, so haben wir das Bild, das auf die Entstehung wie auf die Entwicklung des Kapitalismus paßt, das Bild, das jetzt, in der Untergangsperiode dieser Gesellschaft, int grellsten und widerlichsten Schein steht, das Bild, das durch den Riesenskandal um Stavisfy nur noch um ein paar scharfe Züge bereichert wird. Alexander Stavisfy ist( oder war), mag er auch einen besonderen Typ innerhalb der Höchst stapler der letzten Jahrzehnte darstellen, kein Einzelfall; man müßte den Louvre in Paris oder irgendein anderes Reichsmuseum ausräumen, wollte man Platz für die Galerie schaffen, in der alle die großen Lumpen Platz finden sollten, die als Muster dafür gelten können, daß; die Bourgeoisie um mit dem Kommunisti schen Manifest zu reden alle ihre bisher chr mürdigen und mit frommer Scheu betraditetent Tätigkeiten ihres Heiligenscheines entkleidet hat. Vom Panamaskandal bis zum Fall Stavisky, bon Streuger, Insull, Marthe Hanau, Lahujen bis zum Ehrenmann Zájiček- das alles begab und begibt sich auf einem geradlinigen Weg in den Abgrund; manche Meilensteine fallen da besonders auf, an manchen Wegstrecken stehen sie Schritt auf Schritt man denke nur an die Blüten jener Inflationen vor etwa einem Jahrzehnt! Und nicht, daß es eben immer Zumpen gegeben habe und immer geben werde, ist die tiefere Ursache aller dieser Skandale, sondern sic alle konnten nur entspringen, ja müssen ent springen, weil das kapitalistische System sie mit Notwendigkeit gebiert, weil diese auf dem Profit, auf der hemmungslosen Ausbeutung und Be reicherung aufgebaute Gesellschaft selber der Sumpfboden ist der, je länger desto mehr, immer mächtigere Giftpflanzen treiben muß. Auch Herr Stavisky, dessen SiebenhunDie Hinrichtung des Brandstifters Strauß dertmillionenbetrug in Bayonne nur einen Teil rige verfassungsrechtliche Stellung als Bundes- hat in ganz Desterreich niederschmetternd gewirft. feiner finanzpolitischen und politisch- finanziellen Seit Maria Theresias Zeiten wurde noch niemand Eristenz repräsentiert, wäre nicht möglich gewegen eines solchen geringfügigen Verbrechens wesen, wenn er mit seinen Wurzeln nicht weit hingerichtet. Die Verbitterung unter der Bevölkeund tief in das ganze Geld- und politische We rung ist um so größer, als man vor wenigen Wosen Frankreichs und darüber hinaus hätte greichen einen gleichfalls vom Standgericht zum Tode verurteilten Lustmörder, einen reichen Bauern- fen tönnen. Der kleine Gauner, ertappt, wird john, zu lebenslänglichem Sterker begnadigie und zur Rechenschaft gezogen und bestraft und damit nun Strauß, der eine Scheuer im Werte von 2500 hat sein Lied ein Ende. Und wenn er sich selber Schilling, in Brand steckte, Henkte. Die Hinrich aus der Welt schafft, so gibts eben nicht einmal tung des Bettlers gibt einen Vorgeschmack über mehr für ihn ein Nachspiel. Aber wenn ein Sta die Gerechtigkeit unter dem Regime der christlichen visty, die Polizei an den Fersen, sich selber aus Fascisten. Genf melden, sollen nach einer Vereinbarung des Wien, 11. Jänner. Im Zusammenhang Bräsidenten der Allgemeinen Abrüstungskonferenz mit den Papiervöller- Erplosionen, die sich am Henderson mit dem Hauptberichterstatter Dr. Mittwoch abends in Wien ereignet haben, wurBene die Beratungen der Abrüstungskonferens den mehrere nationalsozialistische Führer, dar bis zum 12. Feber verschoben werden. unter der zweite Bruder des Gauleiters Frauen feld, der Privatbeamte Richard Frauenfeld, und der Sturmbannführer Ing. Selima, als Geiseln ins Konzentrationslager Wöllersdorf verschidi. Hunderte SA- Leute nach Oesterreich desertiert Wien, 10. Jänner.( Eigenmeldung.) Wie aus Innsbruck mitgeteilt wird, sind im Laufe des Donnerstag hunderte SA- Leute bei Kufstein über die deutsche Grenze nach Tirel geflüchtet und wurden hier interniert. Nähere Meldungen über diefe Massenflucht der SA aus dem Dritten Reich stehen noch aus. Ein Ehrengerichtshof für Nazi- Ehrenmänner dem Weg räumt oder aus dem Weg geräumt wird, so wird erst die anständige Welt mobil gegen alle die, die er in den Bannkreis seiner Großbetrügereien zu Rebellion der Protestanten obtinereien au foden verſland, gegen die, gegen Gleichschaltung ohne deren honette politische oder kommerzielle Existenz der Meister kapitalistischen Geschäftemachens seine Vorstellungen gar nicht hätte geben können. So wie die Enthüllung des Panamaskandals nicht dadurch aufgehalten werden Berlin, 11. Jänner. Die Verhältnisse im und jezige höchste Würdenträger der deutschen konnte, daß der Baron Reinach Selbstmord be. deutschen protestantischen Lager rufen in der lez evangelischen Kirche, Reichsbischof Müller, war ging, und so wie der Freitop des Obersten ten Zeit bei maßgebenden politischen Streisen große bisher ohne Erfolg bestrebt, einer Revolte der Henry die Affäre Dreyfus nicht unterdrücken Sorge hervor. Die Entwicklung der leisten Mo- evangelischen Priester zu begegnen. Infolgedessen fonnte, so rollt auch nach dem Tode Stavistys nate zeigte nämlich, daß trok allem energischen nahm das Vertrauen der Regierungstreise zu ihm dieser Fall weiter, der, wenn er aud) unter seiBerlin, 11. Jänner. In einer am Donners- Einschreiten der Regierungskreise die evangelischen ab und jekt verlautet jogar, daß Reichsbischof nem Namen geht, schon längst nicht mehr Angetag unter dem Vorsitz des Präsidenten des Reichs- Kirchen bisher nicht im nationalsozialistischen Müller seine Funktion niederlegen will. Dadurch standes der deutschen Industrie Dr. Strupp von Sinne gleichgeschaltet" sind, ja daß der Wider- gelangt die Person des früheren Reichsbischofs legenheit und Anklage dieses Einen gewesen Bohlen und Halibach stattgefundenen Sigung des stand der evangelischen Priester gegen die Ueber- Bodelschwingh in den Vordergrund, der bekannt war. Bürgermeister und Abgeordnete, PolizeiAusschusses für allgemeine Wirtschafts- und tragung der Politik auf firchliche ingelegen- lich vor einigen Monaten gezivungen wurde, seine präjekten und Zeitungsleiter, Theaterdirektoren Sozialpolitik gab dieser in Anknüpfung an seine heiten im Zunehmen begriffen ist. Die zahlreichen Stelle dem Pfarrer Müller zu überlassen. Das tauchen in dem Wirbel auf, der sie verschlingen programmatischen Erklärungen über die Notwen- Demissionen hoher Würdenträger der evangelischen würde bedeuten, daß die Regierungskreise den Plan soll, Minister verschwinden in der Versenkung, digkeit einer Selbstreinigung der Wirtschaft von Kirchen in der lezien Zeit sind der äußerste Aus- aufgeben würden, die evangelischen Stirchen im eine ganze Regierung gerät ins Wanken; jeder vertrauensunwürdigen und die Standesehre ge- drud dieser wachsenden Unzufriedenheit. Der Ver- Sinne der nationalsozialistischen Forderungen zu fährdenden Elementen, die babsichtigte Einseßung trauensmann des Kanzlers Hitler für die pro- reorganisieren. testantischen Fragen, der ehemalige Militärpfarrer eines Ehrengerichtshofes bekannt. Tag fann weitere Enthüllungen bringen, andere hochgestellte Menschen belasten, andere ver. schwisterte Affären ins Rollen bringen. Die Seite 2 Freitag, 12. Jänner 1934 ganze innige Verkettung zwischen Hochfinanz[ bißchen frische Luft in den Stall lassen. Aber sie dersgeartete Reiniger müssen da kommen, und und Politik, zwischen strupellosen Glüdsrittern tann ihn nicht ausmisten. Im Gegenteil: jeder mit herkulischen Kräften. Sie schlummern und und scheinbar wohlanständigen Persönlichkeiten Besenstrich türmt nur noch den Schmuz. An- wachsen im Proletariat. des öffentlichen Lebens wird offenbar und all das beleuchtet doch eben nur die eine Tatsache, daß dieser bürgerliche Gesellschaftskörper faul und morsch bis in die Knochen ist. Daß dieses jüngste Panama in Frankreich spielt und daß es andere Standalaffären der legten Jahre in den Schatten stellt, das ist in. soferne unwesentlich, als eben jedes Land seine Stavistys schon mehr oder weniger öffentlich zu richten gezwungen war. Wohl aber er. scheint es als wesentlich, daß und wie Frank. reich den Versuch unternimmt, das Geschwür von seinem Körper zu tilgen! Wer, welches Land, welche Nation kann dafür bürgen, daß nicht überall anderswo vielleicht noch größere" Kerle als dieser Stavisfy sißen? Frankreich hat jeinen Mann zur Strede gebracht und darf. innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, fast als Muster dafür gelten, wie sich eine Demokratie, mag sie auch eine bürgerliche sein, zur Behr setzt, um ihr Syſtemt nicht durch die Erschütte rungen solcher monströser finanz- und politischer, frimineller und moralischer Standale in den Abgrund reißen zu lassen. Wo ist das nich tdemokratische System, wo ist jenes Land der Diktatur, das nur einen einsigen Fall nachweisen kann, in dem es gleich ernst, fonsequent und bis zu den Spitzen der politischen und handeltreibenden Gesellschaft, in aller Deffentlichkeit, durchzugreifen auch nur versucht hätte? Wer glaubt, daß in einem fajci. stisch regierten Land eine Regierung ähnlich vor. gehen würde wie die Regierung Chautemps? Wie könnte in Hitlerdeutschland die ganze Deffentlichkeit in einem Fall Stavisty so auf den Plan gerufen werden, da es doch keine Meinungsfreiheit, feine freie Presse, kein Parlament gibt? Aber eben allein schon dadurch, daß die Demokratie wenigstens ein gewisses Maß von Möglichkeiten ſchafft, solche Skandale aufzuder ken, ihren Verwurzelungen nachzugehen und eine Höchstzahl von Schuldigen zu bestrafen, schafft sie auch vorweg ein Mininum an Sicher. heiten gegen die Standale und ihre Wiederholung. Saar- Regierung gegen die Nazis Die geheime Verwaltung der Hunnen Saarbrüden, 11. Jänner. Nachdem die Deutsche Front" kürzlich im Völkerbundsrat eine Klage gegen die Regierungskommission und insbesondere gegen deren Präfidenten Knor, dem man unter anderem vorwarf, er stehe der Nationalsozialistischen Partei feindlich gegenüber, unterbreitet hat, ist jetzt von der Regierungskommiffion die Antwort in Genf überreicht worden. Es schen Naziführer Habicht angeboten haben, ihm faarländische Agenten zur Verfügung zu stellen, die auf Grund ihrer Pässe ungehindert nach Desterreich einreifen können. Nr. 9 Selbstverständlich wurde diesem erbärmli chen Lügentanz der Henleinschen Pressestelle aus gerechnet in der Reichenberger Zeitung" Raum gegeben. Dies wird den Herrn Softta, der Henlein bei deffen Reichenberger Versammlung von der moralischen Seite kennen lernte, sicher lich freuen. Sein Leibblatt, das früher alle na= tionalsozialistischen Lügen brachte, macht jetzt dem heimatlicher angestrichenen Fascisten Hen= Tein die Mauer. Muß es noch einmal das Horst Bessel- ied abbruden, damit die Bevölkerung das wahre Gesicht dieſes fascistischen Schmode crfennt? Besserung auf dem Weltarbeitsmarkt In ihren Ausführungen bemerkt die Regierungsfommission ferner, daß die Nationalsozialis stische Partei neber: der zu Recht bestehenden ReNicht jedoch in der Tschechoslowakei gierung eine geheime Verwaltung aufgebaut habe. Der Bericht fügt ents Aus Genf wird dem Tsch. P.-B. geschrieben: Diese Antwort besteht in einer ausführlichen sprechende Beweisstücke bei. Das Dokument der Das Internationale Arbeitsamt veröffent Darstellung der Machenschaften und Umtriebe der Regierungstommiffion greift dann den Führer der lichte die neueste Statistit über die Arbeitslosigkeit, Nationalsozialistischen Partei im Saargebiet. Nationalisten im Saargebiet, Spaniol, an, dem deren Ziffern eine neue Befferung auf dem Weltist darin von Dokumenten die Rede, die jüngst bei Größenwahn und unerfahrenheit arbeitsmarkte aufweisen. Im Testen Vierteljahre Haussuchungen beschlagnahmt wurden; aus ihnen vorgeworfen wird, ferner die Partei selbst unter 1933 besserte sich die Beschäftigung gegenüber acht eindeutig hervor, daß im Saargebiet die mili Siniveis auf ihre Methoden der Verfolgung, des dem gleichen Zeitraume des Jahres 1932 in fol bindung mit denen in Deutschland stehen. illegal tärischen Hitlerorganisationen, die in engster VerBoykotts und der niedrigen Denunziation". weitereriſtieren. Es wird darin auch erwähnt, daß die Nazis Zettelfästen und Berichte über die Mitglieder der Regierungskommission aufgestellt und benußt haben. Ein Dokument beweist, daß ein jetzt noch in Deutschland festgehaltener Saarländer au die Denunziation von saarländischen Nazis hin verhaftet wurde, denen ein deutscher Landrat bei der Durchführung dieses Planes behilflich war. Ferner erwähnt der Bericht die Tatsache, daß die Nazi- Saarländer dem berüchtigten österreichis Henleinfront Front der Lüge Die Pressestelle der Sudentendeutschen Heimatfront berichtet geradezu hanebüchene Dinge über die Henleinversammlung in Grazlis. Die Sozialdemokraten, so heißt es, haben eine Parallelversammlung angemeldet... Als der erwartete Erfolg, nämlich das Verbot beider Veranstaltungen ausblieb, und im Gegen teil, auch ihre Kundgebung bewilligt wurde, ga ben sie sofort die Parole aus: Arbeiter, besuchet massenhaft die Konrad Henlein- Versammlung! lud) dieſe Parole blieb ohne den erwarteten Erfolg, denn die Versammlung der Sudeniendeutschen Heimatfront wurde auch daraufhin nicht verboten." genden Staaten: England, Belgien, Dänemark, Das Dokument wird die nächste Sigung Estland, Finnland, Danzig, Holland, Chile, Jr des Bölkerbundsrates, der sich mit der Vorbe- land, Japan, Jugoslavien, Kanada, Lettland, Unreitung der Abstimmung im Saargebiet be- garn, Deutschland, Portugal, Desterreich, Rumä faffen muß, ausführlich beschäftigen. Der Be- nien, im Saargebiete und in den Vereinigten richt endet mit einer Solidaritätserklärung aller Staaten. Die Tschechoslowakei befindet sich nicht Mitglieder der Regierung mit ihrem Präsiden- unter den Staaten, in welchen die Arbeitslosigkeit abnimmt. ten Knox, auf dem die Deutsche Front es ganz besonders abgesehen hat. Es ist bemerkenswert, daß sich auch das deutsche Mitglied Roßmann diesem Schritt angeschlossen hat. besezten. Die Henlein- Leute haben genau ges zählt: 500 Sozialdemokraten standen etwa 4000 Henlein- Leuten gegenüber. Wenn man diefem Bericht ber Preſſeſtelle glaubte, würde die ..Tapferkeit" Henleins erst recht auffällig erscheinen. Aber die Zahlen der Pressestelle jind gelogen wie alles andere, was sie mitteilt. In den Vereinigten Staaten weist der Inder der Beschäftigung eine außerordentliche Besserung auf. Im Oktober 1933 betrug er 73,5, im Jahre 1932 nur 59,6. Auch in England nimmt der Indeg der Beschäftigung vom Jahre 1982 von 91,6 auf 97,5 zu; desgleichen auch in Japan, Italien und in anderen Staaten. Demgegenüber hat im Herbst 1933 die Arbeitslosigkeit in Bulgarien, Norwegen, Palästina. Polen und in der Tschechoslowatei, zugenommen. Wiewohl im Herbst die Beschäftigung gewöhnlich fintt, hat sich hauptsächlich auf der nördlichen Halbtugel die gerade entgegens gesetzte Erscheinung gezeigt, und in sehr vielen Staaten hat die Arbeitslosigkeit nachgelassen. Dar in wird ein Beweis erblickt, daß die Arbeitslosig keit tatsächlich und allgemein abnimmt. Der sozialpolitische Ausschuß des Senates Rücksicht auf die Katastrophe in Osset mit der Aufsicht beim Bergbau befaffen wird. Außerdem wird der Ausschuß über die Einsetzung einer und in anderen Krankenhäusern di. Aufsicht fühSommission verhandeln, welche in den staatlichen ren würde. So ist es unwahr, daß man dem sozialde mokratischen Redner, dem Abg. de Witte, die günstigsten Bedingungen" gestellt habe. Man wollte ihm gnädigst eine Redezeit halben, Stunde für eine Erklärung bewilligen. Dies wurde abgelehnt. Draußen auf dem Marktplay war, nach dem Berichte der Preſſestelle, die über die Aufsicht im Bergvan. Am Mittwoch, den Anzahl der Sozialdemokraten auf 300 zuſam 17. Jänner, 12 Uhr nachmittags, wird eine Freilich eben nur ein Minimum. Sie aus. mengeschrumpft. Schließlich berichtet die Presse- Sizung des sozialpolitischen Ausschusses des Sezurotten ist kein politisches System innerhalb des ſtelle davon, daß die jozialdemokratische Bernates stattfinden, in der ſi der Ausschuß mit sammlung unter dem Schuße der Gendarmeriechaotischen, verderbten, am Golde und nach Gold drängenden Wirtschaftssystems imstande. Und Hier werden also die Sozialdemokraten be- bajonette stattgefunden habe. Aber:., Zu irgend indem solche Standale immer wieder sich ereig- duldigt, aus purer Angst vor dem großen Herrn welchen Zusammenstößen und Reibereien mit ereig- chuldigt, den Behörden kam es nicht. Sowohl die Bersam nen, immer grandios- verruchtere Gestalt anneh. Henlein ihre Versammlung nur zu dem Zivede men, werden sie immer mehr auch zu Fanalen, angemeldet zu haben, um die Behörde zum Ver- melten als auch die Gendarmerie bewiesen eine die den beschleunigten Untergang dieser Gesell Serr Henlein hat zu dieser Annahme keinen an bot der Henlein- Sundgebung zu veranlassen. geradezu must erhafte Disziplin." schaft ankündigen. An ihnen lernt auch jene Ar- deren Grund als seine Eitelleit, die ihm nicht beiterschaft, die nicht zu Mary in die Schule zu glauben gestattet. es fönnte jemand so vergegangen ist, die Zwangsläufigkeit der kapitali. messen sein, tatsächlich mit ihm diskutieren zu stischen Weihe zum Untergang fennen und er. vollen. Tatsächlich handelte es sich den Sozial fennen. Mit jeden Tage mehr fracht es in allen demokraten um nichts anderes als um den VerFugen. Immer und immer noch mehr geballt fuch dieser Diskussion, dessen Gelingen der taperscheinen Blut und Schweiß und Schmuß die. fere Herr Henlein durch seine Flucht vereitelte. ser„ Ordnung", in der ihre vordersten Stüßen zialdemokraten wollten die Polizei gegen den Neben der frechen Verdächtigung, die So zu Freunden der Staviſtys werden. Die bürger- leinen Herrn Henlein mobilisieren, bleibt frei liche Demokratie fann, begrüßenswert wie es lich die Mitteilung stehen, daß ſie ſich ſchließlich in Frankreich geschicht, von Zeit zu Zeit und doch auf ihre eigene Straft verließen und den wenn die Atmosphäre schon zum Erstiden scheint, Saal schon lange vor Beginn der Versammlung Der 55 uppenspieler Roman von Felix Fechenbach Ich muß doch mein Schwiegersohn auch cmal aufsuchen", begrüßte ihn Gretls Mutter. Dann erfundigte sie sich liebevoll nach seinem Befinden. In vier Wochen, meinte Hans, würde er schon seine Brothese bekommen, dann müsse er das Laufen mit ſeinem tünstlichen Bein Ternen. Nun brachte Mutter Hein das Gespräch auf Gretl. Er wisse doch, wie es um sie stehe, und ob er sich schon überlegt habe, wie es weiter werden jolle. ..Ich hab halt gemeint", sagte Hans darauf, ,, wenn ich wieder richtig gehen kann, dann könnten vir heiraten. Die Mutter hat mir scho g'sagt, daß sie mit'm Vater zusammen den Milchladen behalten will, und ich könnt dann mit der Grell die Stasperlbude und den Wohnwagen friegen. Unser Auskommen hätten wir da gut. Und Rente frieg ich ja auch für mein Fuß." ,, Mir wär's halt recht, wenn das mit dem Heiraten scho bald sein könnt, weil die Gretl doch im Herbst niederkommen wird." " Da ja die Henlein- Leute nicht mehr da wa ren, sondern wegen ausbübischen Be nehmens durch die Gendarmerie vom Plage verdrängt worden waren, dürfen die sozialdemoIratischen Versammlungsteilnehmer dieses Stompliment mit Befriedigung zur Kenntnis nehmen. Der Senat wurde zu seiner ersten Plenarjung nach den Weihnachtsferien für Mittwoch, den 17. Jänner um 4 Uhr nachmittags einbe rufen. Auf der Tagesordnung steht die Regierungsvorlage über die Neuregelung der Bestim mungen über die Todesstrafe, der Regierungsentwurf über die Diäten der Mitglieder des Wahlgerichtes, eine Immunität und Fristverlängerungen. Man nimmt aber auch mit Befriedigung zur Kenntnis, daß die unwiderstehliche Wolfs der dümmsten Lüge und Verdächtigung im bewegung des Herrn Henlein auf das Mittel Stampfe gegen die Sozialdemokratie nicht ver Der Vester Lloyd", das belannic Budazichten fann und mag. Genau so haben wir uns vester deutsche Tagblatt, wurde vom Innenminidie Erneuerung des sudetendeutschen Partei- sterium für das ganze Gebiet der Tschechoslolebens" durch Herrn Henlein vorgestellt! wakei bis 30. November 1935 verboten. ,, Du weißt doch, Kilian, wie der Hans mit| Grett war noch nicht volljährig, und wenn der der Gretl steht. Sie möchten halt jest heiraten.." Water seine Zustimmung nicht gab, konnten sie nicht ,, Da wird nig draus!" brauste Vater Hein heiraten. Aber Gretl hoffte immer noch, daß sie auf. ihren Vater umstimmen könne. Aber Frau Rosa ließ ihn nicht weiter poltern. Sie sagte ihm, daß die Sache jetzt anders wäre. Die Gret! würde ja doch keinen anderen heiraten, und außerdem würde sie, wie es jetzt mit ihr stehe, auch ein anderer gar nicht nehmen. Da dämmerte es dem Kilian Hein langsam. ,, Soweit is also tommen! Hat sich die Gretl Bantert von ihm aufhängen lassen...?" en Am Abend vor der Kilianmesse ging Grell zu Bater Cornelius und sagte ihm, jie möchte Hans morgen abend überraschen und bei der Abendvor stellung die Rolle der Genovefa spielen, er solle doch dieses Stück ansetzen. Bater Cornelius ging darauf ein. Er war kein Spielberderber. Hans war schon aus dem Lazareit entlassen und wohnte bei der Mutter in der Kärrnergasse. Water, er solle doch heute zur Abendvorstellung Am ersten Tage der Milianimesse sagte ihm sein Lommen und sich einmal ansehen. wie Josef Berger seine Sache mache. Hans konnte sich gar nicht genug tun an Lob und Anerkennung. ..Und mir hast gar nir g'sagt davon, was d' alles gelernt hast?" " Ich hab dich damit überraschen woll'n. Und bei deiner Mutter hab ich's Schneidern für die Kasperlpuppen gelernt." .Da bleibt ja für mich bald gar nig mehr, was ich dir beibringen kann. Bist ja scho fir, und fertig ausgebildet als Puppenspielerfrau." Die Unterhaltung mußte icht abgebrochen werden, weil das Spiel weitergehen sollte. Hans Gretl hinüber in die Kärrnergaſſe. sah es sich bis zu Ende an, dann ging er mit Gch Kilian, wer wird denn gleich so harte Ausdrüde brauchen! Die zwei jungen Leut ham sich halt gern, und mit Gewalt is da nix zu machen. " Da hast mich aber richtig überrascht, heut Lang dauerts ja nimmer, dann is die Gret! vollabend. An sowas hab ich im Leben nit gedacht." jährig, dann kannst du sie sowieso nimmer hinGretl war eine Stunde vor Beginn der" Ja, und schuld dran is nur der Kasperlbern, wenn sie ihr' n Sans heiraten vill. Da is doch Abendvorstellung schon im Wohnwagen, betam von topf, den d' mir im Jänner' schenkt hast. Mit scho besser, du sagst jest gleich Amen dazu." Vater Cornelius in der Kasperlbude noch die dem bin ich zu deiner Mutter und hab mir zeigen Ich hab emal g'fast nein, und dabei nötigen Anweisungen, damit sie ihre Genovefa lassen, wie die Kasperlkleider gemacht wer'n. Da bleibt's!" schrie der Bädermeister wütend und auch richtig über die Spiellatte hielt und mit hab ich erst das Schneidern gelernt, und dann hab schlug mit der Faust auf den Tisch. allen technischen Einzelheiten der Kasperlbude Be- ich dei'm Vatter kei Ruh gelassen, bis ich drei scheid wiſſe. Dann blieb sie im Spielraum der Rollen gekonnt hab." Bude, damit Hans sie nicht sehen sollte, wenn er tani. Da gab's Frau Rosa vorläufig auf. Sie wollte es später wieder versuchen. Der Milian würde sich alles durch den Stopf gehen lassen und vielleicht doch noch zu einem vernünftigen Entschluß kommen. Ende Juni hatte Hans seine rothese bekommen, und er marschierte jetzt schon munter mit Seinet- cinem Stock durch die Straßen. Greil ließ sich von ihrem Vater nicht mehr verbieten, mit Hans Batter, spazieren zu gehen. Er versuchte es auch gar nicht Damit war Sans einverstanden. wegen konnte morgen schon Hochzeit sein. Aber, wie is denn mit dei'm Grett?" fragic er noch. ..Ich hab noch garnit mit ihm g'red't, Hans. Das will die Mutter selber machen." Und Mutter Hein sprach eines Tages mit ihrem Stilian, sagte ihm, daß der Hans als Verwundeter im Lazarett liege und ein Bein verloren habc. ,, Warum erzählst mir deun das?" fragte Milian Hein mißtrauisch. mehr. Dem Josef war Schweigen auferlegt worden. Er drehte die Orgel und lassierte das Geld während des ersten Attes ein, wie wenn nichts wäre. Nur ein recht verschmihtes Gesicht machte er. Im ersten Aft spielte Vater Cornelius die beiden auftretenden Figuren allein. Hans saß auf einer der Buschauerbänke. Ms dann die Genovefa auftrat, fam ihm ihre Stimme so vertraut vor. Er konnte es erst nicht glauben, aber es gab teinen Zweifel mehr: das war die Gret!! Er war voll freudiger Erregung. Nach dem zweiten Akt ſtelzte er in den Spielraum der Kasperĭbude und beglückwünschte Grett zu ihrem flotten Spiel: Am 8. Juli sollte die Stilianimesse wieder beginnen. Da würde dann Vater Cornelius mit feiner Bude unten am Stranen sein. Davon spraen Grell und Hans jebt viel. Mit dem Vater wollten sie dann alles besprechen, daß Hans im Frühjahr schon den Wohnwagen übernehmen Das hast ja sein gemacht!" wolle, und der Bater sollte in Würzburg bleiben. Nur Gretls Bater machte ihnen noch Sorgen. Itic du im Winter fort warst." " ,, Wo hast denn das so schnell gelernt, Grett? Beim Vatter bin ich in die Lehr' gangen, „ Bist doch e ganz Tüchtige! Wir wer'n gut zurecht kommen, wenn wir erst emal in unserm Wagen sin..." Das Striegsrentenverfahren für Hans war bereits eingeleitet, und eines Tages bekam er den Bescheid, daß er eine monatliche Rente von fünfundsechzig Mark zuerkannt bekommen habe. Mit Grett hatte er vereinbart, daß dieses Geld zurüdgelegt werden sollte für den Auto- Wohnwagen. gerer Auffah darüber, unter welchen Bedingungen Eines Tages stand in der Zeitung ein läns Striegsbeschädigte sich ihre Rente tapitalisieren lassen könnten. Hans erkundigte sich beim Versorgungsamt eingehend und erfuhr, es bestehe die Möglicheit, an Stelle der Rente eine einmalige Abfindung zu beziehen. Es waren dazu aber allerhand Voraussetzungen notwendig. Im allge meinen sollten nur für Siedlungszwecke Abfindungen bezahl verden.( Fortsetzung folgt.). Kr. 9 Stawiski- Skandal vor der Kammer Baris, 11. Jänner. Die Kammer trat heute nachmittags bei vollen Bänfen, überfüllten Tribü nen und bei nervöser, fieberhafter Stimmung, wie an großen Tagen, an denen große Entscheidungen erwartet werden, zusammen. Um das Kammerges bäude hatte Polizei zu Fuß, zu Pferd und auf Motorrädern einen dreifachen Kordon gezogen. Auf der Tagesordnung der Sizung stehen die Ins terpellationen über die Finansstandale Stawistys und über die direkt und indirekt mitbeteiligten Parlamentsmitglieder und Staatsbeamten. Alle Interpellanten find sich einig in dem Ersuchen, daß die Regierung gegen die festgestellten Schuldis gen unnachsichtig vorgehe. Der ehemalige Minister, Deputierte der Mitte und Kriegsinvalide Dorman verlangte, für die nächsten drei Monate alle Depu tierten der Immunität zu entkleiden. Der natio nalistische Deputierte barnegaran schlägt die Einsegung einer parlamentarischen Untersuchungsfommission vor, doch werden wahrscheinlich beide Anträge von der Kammer abgelehnt werden. Die Mehrheit der Kammer hegt Vertrauen in die Tatkraft des Ministerpräsidenten und Ins nenministers Chautemps, der vor Eröffnung der Debatte über die Kammerinterpellationen erflärte, daß die Regierung bereits Beweise ihrer Entschlossenheit gegeben habe, der Gerechtigkeit unter allen Umständen freien Lauf zu lassen. Minister Dalimier sei zurüdgetreten, Deputierter Garat sei verhaftet worden, Deputierter Bonnaure werde wahrscheinlich noch heute der Immunität entfleis det und dem Gerichte ausgeliefert werden. Drei peitere Personen werden verhaftet und Staatsbeamte vor die oberste Disziplinartommission ge stellt werden. Die Stammerjigung nahm besonders gegen Abend einen immer stürmischeren Verlauf. Die interpellierenden Deputierten der sozialistischen Freitag, 12. Jänner 1934 Wer hat angezündet und wer wurde hingerichtet? Zeichnung von J. Godal. Karikatur aus dem Leipziger Prozeß. Bartei und der Rechten beschuldigten die ehemali- Der Zusammenbruch einer Hetze gen Minister Durand und Dalimier direkt strafbaren Leichtsinns. Auch der Deputierte Bonnaure wurde mehrmals angeprangert. Die angegriffe= nen Deputierten wollten sich sofort verteidigen, doch wurde ihnen vom Vorsitzenden nicht das Wort erteilt. Sie werden erst nach Erledigung der Interpellationen vor der Abstimmung sprechen fönnen. Preußen muß bleiben Hindenburg wünscht es Der reichsdeutschen Presse ist ein Verbot zu gegangen, über die Frage der Reichseinheit etwas zu veröffentlichen. Dieses Verbot hat, wie der in Starlsbad erscheinende Neue Vorwärts" mitteilt, eine interessante Vorgeschichte. Für den 18. Jänner, den Tag der Reichsgründungsfeier, an dem auch der neue Reichstag wieder tagen soll, war eine Proflamation in Aus sicht genommen, die praktisch das Ende der Länder und die bolle Reichseinheit bedeutet hätte. Gegen diesen Plan erhob sich jedoch mit ungewöhnlicher Heftigkeit der alte Sindenburg. Er erflärte, das würde die Zerschlagung Breußens bedeuten und Damit wolle er nicht auch noch sein Gewissen beTasten. abgefallen ist. Der entschiedene Einspruch des Reichspräjis denten zwang Hitler, das Projett aurüdzustellen. Der Presse wird Schweigen geboten. Sie darf natürlich auch nicht mitteilen, daß Hitler von Hindenburg die Ersetzung des Reichswehrministers Blomberg durd) Röhm gefordert hat und damit Die neue Spannung zwischen Hitler und Hindenburg hat u. a. auch die Folge, daß die Frage der Nachfolgerschaft Hindenburgs in engeren Streifen wieder lebhafter besprochen wird. Dabei steht die Kandidatur des bayrischen Generals von Epp im Vordergrund. An die Stelle der ..Bolfswahl" soll die Wahl durch den Reichstag treten. Goebbels am Pranger der Welt Seite 3 Hitleragenten an der Arbeit Die schäbige Rolle der KPČ Von Dr. E. Franzel. Die seit Ende Dezember als Ersanblätter der verbotenen Nazipresse erscheinenden angeb lich kommunistischen Zeitungen beschäftigten sich in ihrer Ausgabe vom 4. Jänner in einem drei Spalten langen Artikel mit meinen Ausführun gen in der Dezember- Nummer der Tribüne". Ich habe dort das Problem der Nationalverici digung in der Tschechoslowakei" behandelt und vor allem zwei Forderungen herausgearbeitet: die Wiederherstellung der DemoIratie in Oesterreich, da ein fascistisches Desterreich die Verteidigung der Tschechoslowakei so gut wie illusorisch macht, und die Moder nisierung des Heerwesens in der Weise, daß einerseits eine Leine Berufss armee geschaffen, andererseits cinc milizartige Voltsarmee mit furzer Diensta geit gebildet, vor allem aber in der Gestalt eines Landsturms oder einer Mobilgarde der Kampf gegen den Fascismus in den bedrohten Grenzgebieten jenen Staatsbürgern anvertraut wird, die an diesem vor allem interessiert sind, also den demokratisch gesinnte:. Werktätigen. Selbstverständlich erscheint die Politik der Kommunazi- Presse gegen diese meine Ausführungen unter dem Titel„ Ein soziala fascistischer Stratege des neuen Belts frieges". Die Art der Polemik unterscheidet sich in nichts von anderen Pamphleten gleicher Herfunft, das heißt, sie beruht auf einer raffinier ten Entstellung des Sachverhalts. Man setzt neben richtige Zitate plötzlich Worte in Anführungszeichen, die ich gar nicht gebraucht habe, so daß der Eindruck entsteht, sie seien ein Bestand= teil meines Artikels. Wo ich Tatsachen feststelle, zitiert der saubere Polemiker einzelne Worte und schicht dazwischen seine Betrachtung, wiederum, als handle es sich um die bloße Wiedergabe meiner Ansicht, während er sie gröblich verfälscht. Ein Beispiel: beBor kurzem wurde im deutschen Rundfunt| Wohl aber au der Saar. Denn hier herrscht nicht und in deutschen gleichgeschalteten Blättern mitges Sitler. Borsichtig feige wagte sich als einzige Saars teilt, Mar Braun, der Führer der jaarlän seitung das„ Abendblatt" heraus. Es brachte mit Ich schrieb: Der Kommunazi bischen Sozialdemokratie, habe eine Riesenunter allem Vorbehalt die Meldung der Hitler- Nachrichtens Was Frankreich ..zittiert": schlagung begangen. An dieser Meldung war kein agentur. Vor Gericht konnte ihm nicht viel paſſieren, trifft, so versucht es Natürlich beginnt er mit wahres Wort. In Deutschland selbst konnten die da die eigene Stellungnahme fehlte. Wir waren gut seine Sicherheit". diese Frankreich), dem anerkann Ehrabschneider nicht gestellt werden, da dort ja beraten in unserer Tattit, denn am Samstag, genau große Sehnsucht der ten Führer dieser Front. Sozialdemokraten vogelfrei sind und auf keinen eine Woche später, hat das„ Abendblatt" sich selbst französischen Nachkriegs- Begeistert preist Fall Recht finden. Aber eine saarländische Zeitung zu der ebenso ungeheuerlichen wie niederträchtigen generation, durch einen er die französischen Invar so unvorsichtig, die freche Verleumdung wie- Berleumdung unseres Genossen Mag Braun bekannt. gewaltigen Festungsgür genieure als die besten berzugeben, die vom deutschen Rundfunk übrigens, Nun gibt es feinen Rüdaug mehr, wir haben die Bertel zu verstärken. der Festungsbaumeister En als Ostwall der natürli ropas", deren neues febr um wirksamer zu ſein, einige Male wiederholt lumber am Bidel. Bor dem Gericht werden sie au chen Festung Frankreich fostspieliges Sert mei wurde. Dieſe Unvorsichtigkeit des ſaarländischen Strede gebracht. Und ihnen wird eine noch so ge ungefähr den Linien der felsohne де eine Meister Gleichschaltungsblattes gibt Mar Braun die Mög- faicte Ausrede helfen, sie werden vor den Augen des alten Feitungsgürtel leistung sein wird." lichkeit, die Schurken zu stellen und dadurch auch ganzen deutschen Saarvolfes als das demaskiert, folgt, aber den Erfordie Methoden des Herrn Goebbels an den Pran was sie sind: als ganz gemeine Volksbetrüger und dernissen des modernen ger der Welt zu stellen. Erst hatte dieser Herr Bolfsverführer. Und damit werden auch vielen deuts Krieges angebaßt ist. einen Mordbuben gegen May Braun vorgeschickt. fchen Bollsgenossen an der Saar die Augen geöffnet, Als die dem Führer der jaarländischen Sozial- die heute noch an Hitler glauben. Sie werden den demokratie zugedachte Bombe ihre Wirkung ber- Beweis erhalten, wie infam fie belegen und betrogen fehlte, entschloß sich Goebbels, May Braun mora merden. Dieser Prozeß, wie der Proses Höltermanns ich zu töten. Es wird ihm, was ihm in tausend gegen die ,, Saarbrüder 3ta." wird ein für allemal Fällen in Deutschland gelang, diesmal nicht gelin- Stlarheit schaffen, wo die Verleumder und Lügner gen. Noch herrscht Hitler nicht über die Saar. figen und wo die wahre deutsche Freiheitsfront steht, die für Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit kämpft, gegen Lüge, Berleumdung und Terror an der Saar." Zu dem Vorfall schreibt unser saarländisches Bruderblatt die„ Volksstimme": Die franzöfifchen Inge nieure sind seit Vauban immer die besten seitungsbaumeister. En ropas gelvejen, und ihr neues. icht totipieliges Wert wird zweifelsohne eine ähnliche Meisterleistima fein wie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Befestigung von Baris, wic vor 1914 die von WerGenosse che venels, von dem Braun die „ In Deutschland haben die Bericumder nun die unterschlagenen Gelder haben soll, stellt in einem dun. macht. Sie wollen sie auch an der Saar. Also wird Schreiben an den Verlag der Boltsstimme" fest, im Goebbels- Rundfunk Max Braun, der Führer daß er Braun überhaupt kein Geld gab. Die als er unter Anführungszeichen zitiert die Ich habe im Grunde nicht mehr geschrieben, der deuisazen Freiheitsfront, der UnterschlaFrankfurter Zeitung". die anständigerweise dice st ste I lung einer Tatsache. gung bezichtigt, woran natürlich nicht ein gegen Braun erhobene Beschuldigung als erfunden schiebt sein fälschendes begeistert preist Feststellung Er wahres Wortist! In Deutschland fann sich bezeichnete, wurde von den Nazis mit Drohungen er" ein, so daß der Leser glauben muß, ich täte niemand gegen diese ungeheure Berleumdung wehren. überhäuft. das wirklich. Was das Urteil über die franzö sischen Ingenieure betrifft, so bitte ich den Herrn, doch gegen Friedrich Engels zu polemi fieren, der am 21. Oftober 1870 in Nr. 1775 der Pall Mall Gazette" geschrieben hat: ..... und obgleich mir selbstverständlich über die Einzelheiten in lingewißheit sind, fönnen wir sicher sein, daß die Erdwälle( vor Paris; E..) mit all der Sor falt, Vorsicht und Sachkenntnis entworfen und ausgeführt worden sind, die dem französischen Ingenieurstab seit mehr denn zwei Selbst dem Henker schauderte! ahrhunderten den erſten PlakgeEr legt sein Amt nicber. Lubbe von Goering beseitigt. politischen Gründen Lubbe am Leben zu lassen. Um das zu verhindern, hat Goering alle minen Baris, 11. Jänner.( Inpreß.) Das Setre- springen lassen und den äußersten Drud eingetariat des Untersuchungsausschusses zur Aufflä seßt, um die für die breite Deffentlichkeit plöbliche Repressalle gegen säumigerung des Reichstagsbrandes nimmt in einem aus- Sinrichtung Lubbes zu erzwingen. Der Untersu führlichen Sommuniquee zu der vollstredten Hin- chungsausschuß hat sofort nach dem Urteil die AufSchuloner richtung van der Lubbes Stellung. Der Unter- hebung der Todesstrafe für van der Lubbe gefor Washington, 11. Jänner.( Heuter.) Der suchungsausschuß erklärt, daß diese überhaftete dert und festgestellt, daß nur die Mittäter ein InSenat nahm heute einmütig den von dem Repu- Hinrichtung nur durch einen unmittelbaren Drud teresse an seinem Tode haben könner blikaner Johnson vorgelegten Gefeßentivurf an, von Seiten Goerings zu erklären ist. Mit der Hindurch den alle privaten und öffentlichen finanziel- richtung van der Lubbes hofft Goering, einen der Yen Transaktionen mit allen fremden Regierungen tvichtigsten Zeugen zur endlichen Aufklärung und verboten werden, welche die Naten auf ihre Feststellung der wahren Brandstifter für ewig Schulden an Amerita nicht abführen. Das Gefeß ſtunum gemacht zu haben. Goering befürchtete, daß bezweckt, Anleihen für die nichtzahlenden Länder die immer stärker einsetzende internationale Prozu berhindern und die staatliche Aufsicht über die testbewegung, die besonders start in Holland war dem Ausland gewährten Anleihen, deren Emis- und stürmisch die Erhaltung des Lebens van der sion von den Vereinigten Staaten verbürgt wird, Rubbes forderte. seine Konkurrenten im Hitlerzu garantieren. Ministerium hätte bewegen fönnen, aus außenDer Bayonner Finanzskandal Seitdem Göring Polizeiminister ist, find allein in Preußen mehr als 50 Todesurteile mit dem Handbeil vollstreckt worden. Als Scharfrichter fungiert der in Magdeburg wohnende Wäsche reibesizer Gröppler, der diese Funktion un Nebenamt ausübt. Wie der..Sopade- Information" aus Magdeburg mitgeteilt wird, hat GröppTer fein blutiges Amt niedergelegt. Gröpplers Teste Betätigung" galt drei jungen Arbeitern. Bei ihrer Hinrichtung, die mit dem Handbeil vollzogen wurde, spielten sich grauenerregende Szenen ab. Gröppler erlitt einen Nervenzusammenbruch. Vielen Gefangenen, die von ihren Bellen aus die dringenden furchtbaren Schreie der zum Nichtlos geschleppten Arbeiterjungen anhören mußten, ging es ebenso. Gröppler erflärte seinen Borgeseßten, zu weiterer Amtierung als Scharfrichter seelisch nicht mehr in der Lage zu sein. An seiner Stelle übernahm der Roß ich lächter Bo II mann jun. aus Magdeburg das jest so ertragreich geEin Deputierter kompromittiert:: Zwei Chefredakteure verhaftet Bayonne, 11. Jänner.( Havas.) Der Dubarry und Aymard sind heute Vormittag Untersuchungsrichter stellte gestern abends das in ihren Wohnungen verhaftet worden. Sie Ansuchen um Aufhebung der Abgeordneten Im werden voraussichtlich sofort nach Bahomme über- bom Innenplay" des Gerichtsgefängnisfes zu ihnen munität des Deputierten Gaston Bonnaure ( radikaler Sozialist) und erließ außerdem Bor führt. führungsbefehle gegen den Direktor des Blattes Andererseits foll Stawiski auch die Wahl Bolonte" Albert Dubarry und den ehemali- kampagne des Deputierten Bon= gen Direktor des Blattes ,, Liberté" Camile Aymard. Dubarry soft verte Cami naure finanziert und deſſen Schneider trag von 2 Villionen Franken, Ahmarb einen fol- rechnungen in der Höhe von 15.000 Franken bethen von 55.000 Franken erhalten haben. zahlt haben. wordene Blutamt. sichert haben" oder über einen Repräsentanten des Ingenieurstabes in Nr. 1737 der genannten Zeitung am 7. September 1870: ,, Monialembert, ein französischer Saballerieoffizier, aber auch ein Militäringe nieur von ungewöhnlichem und viel leicht unerreichtem Genic, schlug als erster in der giveiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vor, Festungen mit einzelnen detachierten Forts in solcher Entfernung zu umgeben, daß der Platz selbst vor der Beschießung geschützt würde..." und über Paris in der gleichen Folge der Pall Mall Gazette": ..Seine Werke sind Muster ihrer Art. Sie sind von größtmöglicher Einfachheit, ein cinfacher Gürtel von Bastionen..." Aehnlich wie mit der obigen Jrreführung verhält es sich mit dem Sat, Seine volle Anertennung hat Polen...", denn auch dort habe ich nichts anerkannt, so wenig wie ich etwas gepriesen habe, sondern ich habe, was der Hitlerfreund dann auch wörtlich zitiert, einfach fe ft Seite 4 gestellt, daß Polen ein Höchstmaß von Müstungen aufgewandt und einen Sicherheitspalt mit Rußland abgeschlossen hat. Was an dem Artitel der angeblich fommu nistischen Zeitungen aber vor allem intereſſiert, ist nicht die Technik einer feigen und Bübischen VoTemif, in der die Mostowiter ja seit Jahren Herborragendes geleistet haben, sondern die Gejinnung, die aus der ganzen Argumentation spricht. Der Artikel atmet glühende Liebe zu Hitlerdeutschland und stroßt vor verhaltenem und schlecht verhohlenem Haß gegen die demokratischen Staaten. Man lasse nur den Tonfall von Säßen und Morten wie den folgenden auf sich wirken: Freitag, 12. Jänner 1934 ,,... untersucht er den Stand der Kriegsvorbereitungen und damit der Kriegsaussichten der imperialistischen Front, der er angehört und in deren Interesse er nun seine ganze ,, militärstrategische Begabung"( fälsch lich zitiert und von mir nicht gebrauchi; E. F.) mobilisiert... Taft but not least Herrn Franzels geliebtes Vaterland- dic Tsche choilowafci... Das österreichische Problem wie der sozialfascistische Berater des tschechoslowakischen Generals it a bes es sicht... Er ist sich also keine Sefunde darüber im unklaren, daß die tschechoslowafische Armee im gegebenen Zeitpunkt in Dester reich einmarschieren wird... stellt sich waffenflirten d als der Militärstratege des imperialistischen Sozialfascis= mus vor, der nicht nur leidenschaftlich nach dem Präventivkrieg ruft.. Im Interesse des tschechischen Imperia limits ist der Sozialist Franzel bereit, sich mit dem Tod und Teufel, sogar mit Otto von Habsburg, su verbinden. Kann es eine glühendere. Bas Kassiererin unterschlägt 180.000 Kč terlandsliebe geben?" Könnte es, frage ich dagegen, eine Nazizei ing geben, die böhnischer, gehässiger, nationalisti scher die Interessen Hitlerdeutschlands wahrnehmen würde? Wozu braucht Hitler in der Tschecho flowatei noch Barteien und Zeitungen! Die KPE ist seine beste Agentur. Mein Gedanke der republikanischen Mobilgarde, die sich ,, aus den besten und verläßlichsten antifascistischen Elementen ergänzen" müßte, wird unter der flinken Hand des Hitlerverehrers zu einer Waffe auch gegen den inne ren Feind", und zwar nicht gegen die Fascisten, sondern gegen das revolutionäre Proletariat, gegen die Werktätigen der nationalen Minderheiten". Ich fordere also die Einordnung der Arbeiter in den bewaffneten republikanischen Landsturm, Der ewige Kampf ums Brot mit dem schwarzen Tod Tagesneuigkeiten Grippe- Epidemie in Tokio Mr. 9 Bestellte Eisenbahnräuber? Befing, 11. Jänner. Eine Gruppe chinesis scher Räuber hat einen Zug bei Kirin angehal ten und versucht ihn auszurauben. Die japanische und mandschurische Wache verteidigten sich. Da bei wurden 8 Personen getötet und 15 verletzt. mit dem Tode und ist nun am Mittwoch abend im Krankenhaus gleichfalls seinen schweren Verlegungen erlegen. Veruntreuung eines Postmeisters. Der Postmeister Visa in Niederleutensdorf brachte bei der Gendarmerie zur Anzeige, daß in seinem Amt ein Diebstahl verübt und 23.000 Kč Amtss gelder entwendet worden seien. Bei einer ein gehenden Vernehmung Pisas gestand dieser, daß er das Geld verunirent habe. Die Postbehörde hat daraufhin sofort eine Revision des Amtes angeordnet. Gründung eines Verbandes emigrierter deutscher Lehrer. Aus Deutschland durch den Hitlerterror vertriebene Lehrer haben sich zu einem Verband deutscher emigrierter Lehrer zusammenges schlossen. Diese Vereinigung, die auf Anregung des dem Internationalen Gewerkschaftsbund an gehörenden Internationalen Berufsjetretariats der Lehrer gegründet wurde und eng mit dieser Organisation zusammenarbeiten wird, soll alle diejenigen emigrierten Lehrer umfassen, die ihre Aufgabe darin sehen, neben der selbstverständlichen Teilnahme am allgemeinen fascistischen Stampf sich besonders auf die Arbeit für die Schule eines befreiten Vaterlandes zu Proletariern auch. Doch auch eine grausam ausrüsten. Bezweckt wird: Vorarbeit für die gleichende Gerechtigkeit gibt es: daß sich) wenn das auch nicht von Person zu Person, aber doch von Generation gegen Generation- die Töch ter an den Vätern rächen! Bilfen, 11. Jänner. Die Pilsener Polizei verhaftete am Mittwoch die 43 Jahre alte Maric Strenger Frost in unseren Gebirgstälern. In Křížková aus Pilsen, Buchhalterin und Kassiererin unseren Gegenden, die noch immer im Gebiete der bekannten Steinmeßfirma Johann Eingros eines Druckherdes liegen, dauert das ruhige Wetin der Prager Vorstadt, von der festgestellt ter an. In den tieferen Lagen, besonders in den wurde, daß sie ihren Arbeitgeber seit dem Jahre Gebirgstälern, wurde Wittivoch nachts ſtellen1920 um 180.000 Kč geschädigt hat, die sie für weise ziemlich ſtrenger Frost verzeichnet. Die tief sich behielt. ften Minima meldeten Sliač minus 16, Polička, Turč. Sv. Martin und Rimavská Sobota minus 15, Böhm. Budweis und Spišská Nová Bes minus 14 Grad Celsius. Demgegen über dauert auf den Bergen der böhmischen Länder die Erwärmung an. Die S ch neetoppe hatte gestern früh nur minus 1 Grad Celsius, die atra in gleicher Höhenlage ciiva minus 10 Grad Celsius. Auch heute wird das Weiter vorausfichtlich noch unter dem Einfluſſe des Druchochs bleiben. Die Temperatur in Prag betrug gestern um 8 1hr minus 4,3 Grad Jn den tieferen Lagen Nebel oder Nebelgewölk, sonst ziemlich heiter, auch im Sarpathengebiete, auf den Bergen allmähliche Erwärmung und besonders in den ZäTern stellenweise strenger Nachifrost, ruhig. Schule des Vierten" Reich e s, Nachrichtendienst, Kinderkorrespondenz soweit als möglich, auch Stellenvermittlung, gegenseitige Hilfe und Vertretung. Alle Fragen der Schulor und Ausbildung und Erziehung der sozialistischen ganisation, der Verbindung zwischen Produktion Erziehungsgrundsätze und ihrer Praris müssen studiert und beantwortet werden. Eine wichtige Aufgabe ist die Beobachtung aller ideologischen, pädagogischen, soziologischen Vorgänge in der fai cistischen Schule. Zur Teilnahme an dieser Arbeit jind alle emigrierten antifascistischen Lehrer eingeladen. Zuschriften, Anfragen und Anmeldungen mands émigrés, Strasbourg- Robertsau, 18 Route sind zu richten an: Union des instituteurs allede la Wanẞzenau. Den Schwager erschlagen. Der 31jährige verheiratete beschäftigungslose Schmiedegehilfe Johan Zizka aus Holeischen bei Staab schuldete vice bei Stankov 8000 Kč, die Javorský einseinem Schwager Franz Javorský aus Strýčkomahnte. Am letzten Tag des vergangenen Jahres gerieten die beiden Schwager auf der Straße zwischen Hlohovičky und Stankov in Streit, wobei Bizka den Javorstý erſchlug. Von dem Verbrechen Täglich sterben 150 Menschen. Paris, 11. Jänner. Wie der Matin" aus Tokio meldet, ist dort eine ungewöhnlich starte Grippe- Epidemie ausgebrochen. 30 Pros. der Bevölkerung der Hauptstadt find an Grippe erkrankt. Täglich sterben durchschnittlich 150 Personen. Alle Krankenhäuser sind überfüllt. Kran gebrochen zwei Tote Notterdam, 11. Jänner. Ein folgenschwerer die Arbeiter niederzuwerfen! Dieser ganze Unglüdsfall ereignete sich am Mittwoch nach wußte man ursprünglich nichts, weil die Gerichtsabsurde und scheinbar wirre Gedankengang erhält mittags im Vultanhafen von Vlaardingen, wo tommission feststellte, daß sich Javorský beim natürlich dann seinen Sinn, wenn man nüchtern die für Deutschland bestimmten Eisenerzladungen In ärztlicher Pflichterfüllung gestorben. Sturz vom Made auf der vereisten Straße erschlaund ohne Sentimentalität der Tatsache ins Ge- aus den Seeschiffen in die Rheintähne umgeladen Mittwoch fand in Rom die Beerdigung des her- gen habe. Nach dem Begräbnis verlautete, daß die ſicht ſicht, daß die se o mmunisten längst werden. Plößlich brach einer der Verbindungs- vortragenden Arzies, Profeſſor Triolo, statt, Angelegenheit einen weit tragischeren Hintergrund nur Verbündete und Agenten des träger an einem der beiden großen fahrbaren der türzlich am Operationstisch, mit dem Stalpell have, weshalb sich die Fahndungsstation in KlatSitlerfascismus sind. ,, Lieber zehnmal Sträne und die Ladebrüde brach in sich zuin der Hand, vom Tode ereilt wurde. Professor tau des Falles annahm, die den Täter verhaftete mit Jung, als einmal mit Euch" hat der kommu- ſammen. Der Ausleger, eine Lauflage und ein Triolo war in größter Eile an das Bett eines und soviel Beweiſe ſammelte, daß dieser ein Geniſtiſche Sekretär Luft in Wagſtadt den Sozialde- Greifer, in dem sich gerade 8 Tonnen Eisenerz Schwertranten berufen worden und hatte auf ſtändnis ablegte. motraten im Oktober zugerufen. Der Autor der befanden, fielen mit donnerndem Getöse auf den den ersten Blid erkannt, daß deſſen Leben nur Von der Hochzeit in den Tod. In der Nähe Polemik in den brannroten Kommunistenblät deutschen Leichter ,, Altstadt" auf, in dem Eisendurch eine sofortige Operation zu retien sei.. In der Ortschaft Olteniti im Wilna- Gebiete brach ein tern vom 4. Jänner sagt rechi unverblümt: Licdiesem Augenblick wurde der Arzt von starten mit Hochzeitsgästen besetzter Schlitten, der erz aus dem neben ihm liegenden Dampfer ber zehnmal mit Hitler, als einmal mit der De- Baïdur" geladen werden sollte. Die„ Altstadt" Sersträmpfen befallen. Mit Aufbietung äußer über einen zugefrorenen See fuhr, im Eiſe ein. mokratie! Während er Frankreich und seine Ber- brach mitten durch und versant zum größten Teil fier Willenskraft gelang es ihm jedoch, die schwie Drei Personen fanden den Tod. bündeten des Imperialismus zeiht, fällt kein ein- mit der Ladebrüde in die Tiefe. Hierbei famen rige Operation zu beenden. Nurz darauf ſank er siges hartes Wort gegen Hitler. Nicht die Faſci zwei Hafenarbeiter, die sich in einem fleinen an am Operationstisch tot zu Boden. An ſeinem Beſten, sondern die demokratischen Staaten( die der Lauffage eingebrachten Häuschen befanden, gräbnis nahmen unübersehbare Menschenmenums Leben. Die Zuschauer des Unglücs mußten gen feil. ftadt" befindlichen beutſchen Céduljer, von denen einer bewußtlos war, in Sicherheit zu bringen. Bourgeoisie von heute und der Sozialfascismus) greifen zur Gewalt und rüsten zum Striege aum ein geſchichtlich zum Tode berutteiltes Gesellschaftssystem noch einige Beit au erhalten". Der Sozialdemokratic wird, weil sie zum Stampf gegen Hitler aufruft, vorgeworfen, sie verteidige die Bourgeoisie gegen den Ansturm des revolutionären Proletariats". Also find die braunen Horden Hitlers die Vortruppe des revolutionären Proletariats"? Daß die Hitlerdiktatur dabei aller Welt dauernd versichert, ſie ſtehe zum Stampf gegen Sowjetrußland bereit, daß sie trop aller Anbiederungsversuche der Russen an den Fascismus ihre Mission betont, den Volschewismus zu vernichten, nicht einmal das hält die Kommu= nazi ab. in Treuen zu Hitler zu stehen. Mit ihm fühlen sie sich eins und solidarisch. Wer gegen Sitlerdeutschland ist, wer von den Rüstungen des Fascismus, von der Kriegsgefahr spricht, der ist ein Imperialist" und Sozialfaſciſt. Wer den Faſcismus im Lande bekämpft, der ist gegen das revolutionäre Proletariat" der HPC und der weiland DNSAP. Wahrhaftig, Hitler kann mit diesen Agitatoren zufrieden sein! Fünfzehn Jahre haben ſie, ſo ben zu organisieren, den Bazifismus lächerlich gemacht und blutrünſtig nach dem Strieg gebrüllt. Nun, da über Krieg und Frieden die Bandenführer des Fascismus entscheiden und den andern nur übrigbleibt, sich zu wehren, sind die die reinsten Lamperin, waschechte Pazifisten von einer Frie densliebe, die nur durch Hitler und Goebbels noch Yange es eine Chance gab, den europäischen Frieüberboten wird. Ich weiß nicht, ob man berrn Jung die fomnuunistische Preſſe, die sein Werk so wacker fortjeßt, zur Lektüre über läßt. Aber daß Serebs, wenn er sieht, wie mannhaft sich die Freund und Neimann für die braune Cache schlagen, gerührt ſein und daß er beim Reichshegelvart ein gutes Wort für sie einlegen wird des bin ich gewiß! darauf beschränken, die beiden auf der Die Sammlung des Brürer Revierrates gunſten er minterbliebenen pite her Osseter Grubentatastrophe begegnet auch weiter hin bei allen Schichten der Bevölkerung großem. Die neue Massense. Der„ Reichenberger Verständnis. Vis Sonntag vormittags sind ins Zeitung" wird von einem bösen, erschütternden gesamt Kč 235.347.10 eingegangen. Weiters Wiedersehen in einem Prager„ Massage- Salon" liesen zahlrei e Sachspenden ein, so z. B. sven, berichtet: Ein Stammgaſt erkannte in einer und Wäsche, J. Šturm( Weberei in Starkenbach) dete die Volksschule in Vápenný odol Kleider neuen Masseuse, die von„ Madame" als„ hoch- Tertilwaren, die Schulverwaltung in Braunau prima Blondine" angekündigt war, die eigene Wäsche und Schuhe usw., die Stadt Landskron Tochter, die zu Hause über den Antritt einer 1000 Kč. Stelle in einem Bureau berichtet, in Wahrheit Es wird weiter vernichtet. In der Zeit vom 16. bis 30. Dezember 1933 sind in Brasilien 523,000 Sad Staffee zerstört worden um den Preis nicht zu drücken. Insgesamt wurden im vergangenen Jahre 26,065.000 Sad Kaffee ver nichtet. – Die aveitende Bevölkerung Hub weil sie zu arm ist unterdessen mit allerlei Surrogaten vorlieb nehmen. Von der Dreschmaschine erfaßt. In Biskufupice vei rotavice arbeitete der Landwirt Franz Borel mit der Dreschmaschine. Als er den Motor andrehte, wurde er von der Maschine erfaßt and mit Heftigkeit an die gegenüberliegende Wand der Scheune geschleudert. Durch den Anprall zerichlug er sich den Schädelknochen und erlitt an emigen Stellen Quetschungen des Rückenmarkes. haus nach Třebič gebracht. In sehr ernstem Zustande wurde er ins KrankenTagen wurden in Split die erſten FrühjahrsSchon Frühling in Dalmatien. In diesen blumen, Schlüsselblumen und Veil den verkauft, welche infolge des in ganz Dalmatien herrschenden ungewöhnlich schönen Wetters aufgeblüht find. Hakenkreuzmaler verhaftet. In Auſsig wurde aber den Beruf einer„ Maſſeuſe" ergriffen Donnerstag früh festgestellt, daß im Schußze des hatte. Daß dieser Beruf sie mit dem eigenen Va dichten Nachinebels das große ſteinerne Staatster zusammenführen werde, konnte sie natürlich wappen an der tschechischen Masarykschule, ferner nicht vermuten, auch wenn ihr des Vaters„ aben die Wände des Stiegenhauses in der deutschen teuerliche" Neigungen vielleicht nicht fremd Realschule, der Eingang zur deutschen Gewerbewaren. Gewiß ein tragisches, feineswegs ein schule und viele andere Stellen mit Hakenkreuzen komisches Ereignis. Aber nicht so erstaunlich. In und Aufſchriften wie„ Heil Hitler", beschmiert Schüler durch Explosion verunglückt. In einer guten Gesellschaft, die es für selbstver- worden waren, und zwar mit einer weißen Farbe, der elterlichen Wohnung unternahm Donnerstag Monotonie der Ehe zu erholen, zu Prostituier bekannte eifrige jugendliche Anhänger der aufne Folge hatte. Durch die Explosion erlitt der Junge ständlich hält, daß Väter, um sich von der die sich nur schwer entfernen ließ. Die betreffen der 12jährige Gymnasiast Walter Sietl in Görlau den Schulen verständigten die Polizei, die ihr einen chemischen Versuch, der eine Explosion zur ten gehen oder Masseusen aufsuchen, ist es selbst- lösten deutschen nationalsozialistischen Partei ver- schwere Verletzungen beider Augen und Hände. verſtändlich, daß Töchter Proſtituierte werden. haftete. Bei den Haussuchungen in den Woh- Er wurde, weil eine Erblindungsgefahr besteht, Es müssen nicht juſt Väter und Töchter aus den nungen der Verhafteten wurden gut versteckte sofort in die Prager Augenklinik übergeführt. gleichen Familien sein, aber Angebot und Nach- Gerichtshaft eingeliefert. frage regeln auch diesen Markt, der ein durch. bereits gestanden. Alle Verhafteten wurden in die der Gleichschaltung der Gewerkschaften auch der Wieder ein Opfer. In Kiel wurde anläßlich aus tapitalistischer ist, und so lange es unsere Maleriverkzeuge gefunden. Zwei Täter haben Geschäftsführer des Metallarbeiterverbandes verderzeitige gesellschaftliche Ordnung gibt, ist. Die Liebestragödie im Auto. Wir haben vor haftet und ohne irgendwelches Verschulden im Gedaran nichts zu ändern. Schenßlich ist nur die einigen Tagen über eine Liebestragödie berichtet, fängnis gehalten. Seine Frau nahm sich die Verbürgerliche Heuchelei, die einen Beruf, den sie als die sich auf einer Landstraße bei Brünn abge- haftung so zu Herzen, daß sie trübsinnig wurde. notwendiger denn manchen anderen anerkennt, spielt hat. Befa itlich hat d Wäschereib.finers- 3weimal versuchte sie in dieser Zeit, sich das Leben ächtet und nicht bei seinem Namen nennen will, John Johann Starolet in einem Auto ſeine zu nehmen. In der Nacht vom 2. zum 3. Jänner und vielfach scheußlich ist, daß es auch auf die Beliebte, die 18jährige Irma Pavlas, durch vergiftete sie sich in einem Anfall von Geistesgeeinen Revolverschuß sch: ver verletzt und dann die störtheit mit Gas. ſem Markte zwischenhändler gibt, die die großen Waffe gegen sich gerichtet. Die beiden wurden Profite einſteden. Den Arbeitskräften, den aus. schwerverletzt aufgefunden und ins Brünner Krangebeuteten Masseusen, bleibt außer fargem Rohn fenhaus gebracht, wo das Mädchen noch am gleis das Berufsrisiko, die Krankheit, wie anderen chen Tag gestorben ist. Starolet rang einige Tage h. b. find gestern Mitternacht von San FranSechs amerikanische Marine- Großflugzeuge islo zu einem Nonstopflung nach onv= Iulu gestartet. Freitag, 12. Jänner 1934 Das„ Columbia- Haus“- die Hölle von Berlin Von Rudolf Werner. Das Columbia- Haus ist eine alte Militärkaserne dicht am Flughafen Tempelhof, ein roter Backstein bau, alt und häßlich. Als Militärfaserne diente es seit langem nicht mehr. Völlig verkommen wurde es der ES übergeben, die dort die Gefangenen der Geheimen Staats- Polizei" zu bewachen und zu foltern und zu terrorisieren hat. Mancher Soldat hat dort seinen Dunkelarrest abgesessen, und jeder Gefangene von heute beneidet die Militärgefangenen von gestern, von deren einstiger Gefangenschaft noch Heute Zeichen in den Zellen Beugnis ablegen. Milis färstrafen waren gestern und sind noch heute schärfer als Zivilstrafen, aber sie sind ein Scherz gegenüber dem, was sich im Jahre 1938 in dieser Saferne abspielt. Die Gefangenen, die von dort ins Konzentra tionslager famen, waren froh. Denn mit wenigen Ausnahmen glaubten sie es dort besser zu haben. Man hat doch dann wenigstens seine Ordnung, seine Wäsche, sein Bett, sein Essen, einen Kamm, Scife, Post und weiß im übrigen, woran man ift", fagten vicic. Und die Gefangenen, welche vom Columbia Haus nach dem Alexanderplatz kamen, die fühlten sich sogar von der Hölle ins Paradies versetzt. Auch die Angehörigen wußten nun endlich, wo der Verhaftete ist. Die Behandlung durch die Polizei ist noch heute allerdings mit immer häufiger werdenden Ausnahmencinwandfrei. Es ist merkwürdig und muß doch ausgesprochen werden, daß fast alle Gefangenen in der Polizeihaft eine Erlösung vom SA- und SS Terror jahen. Aus diesem Erlebnis heraus hat man cher Sympathien für einen eventuellen Militärputsch Brot und Wasser, vor allem Juden oder ehemalige Seite 5 bekannte Führer. Ein Jude, der im Grunde wegen VERLANGET UEBERALL einer Familienangelegenheit dort saß, hatte wochenlang Handschellen um und mußte im Keller zubrin gen, wo auch andere, schwere Fälle" untergebracht sind. VOLKS ZÜNDER SOLO A.S.I Nachdem Gürtel, Hosenträger, Kamm, Geld, Messer und alles abgenommen wurde, kam man halb verwildert in eine Belle hinein, wo je nachdem Stroh- Einigemale wurde ich nachts aufgeschreckt. fäcke, ein Militärbett, loses Stroh oder überhaupt Irgendjemand hatte den Einfall bekommen, mich au nichts vorzufinden war. Meist waren zwei bis drei schifanieren. In der Regel fast den ganzen Tag Personen in einer Zelle von 25 Kubikmeter. Abort ohne Beschäftigung, ohne Zeitung und Buch in der war nicht drin, man mußte z. B. zivecs Austretens Belle fißend und den Abend erwartend, muß ich auseinen Eisenstab herausschieben, an dem das dem Kor- gerechnet des Nachts zum Arbeiten geholt werden. ridor zugewandte Ende eine Fahne darstellen sollte. Wiederholt haben SS- Leute, die besoffen vom BumWenn man Glüd hatte, durfte man außer der Zeit mel zurückkehrten, wahllos Gefangene zum Schifanic austreien gehen, normalerweise aber nur beim ge- ren und Berprügeln aus den Zellen geholt. Ich rede meinsamen Hinausführen. Oft wurden die Gefange- nur von Selbsterlebtem. So hörte ich z. B. des öfte nen, besonders Juden, durch Nichtbeachten der her- ren, wie ein Jude, der einen SA- Mann ermordet ausgeschobenen Fahne schikaniert. Baden gab es nicht, haben soll, geschlagen wurde. Es war ein inpischer die Seife, die man hatte, wurde abgenommen, ebenso Ost- Zude. Körperlich schivach, degeneriert, hilflos. der Najierapparat. Rasieren konnte man sich, ie nach Niemals wird ein solcher Jude einen SA- Mann überWache, einmal, höchstens zweimal wöchentlich. Dann fallen! Er war völlig zerschlagen, hatic Handschellen aber mit solchen Slingen, die von der SS abgelegt um und an den Füßen Ketten. Blut und Speichel waren und sich ein starkbärtiger Mensch unmöglich flossen ihm aus dem Mund, er lispelte nur noch, und rasieren konnte. Viele hatten darum einen langen wenn er zum Austreten geführt wurde, taumelte er Bart zu stehen. Zum Spott auf die Deutschnationa- über den of, wo er dann tros allem noch Kniebeu- verübt werden, die deutſche Rechtsprechung ſich am len bekommt jeder Gefangene ein sogenanntes Bolle- gen machen mußte. Er jammerte wie ein Hund, der offenen Martie täglich weiter prostituiert, ſetzen die hemd, das Hemd der ehemaligen Anhänger der sterben möchte und nicht sterben kann. Ich sah ihn getarnten judetendeutschen Nazi Deutschnationalen Front, außerdem wird die Schirm noch einmal an einem Tage, wo er das ihm gereichte blätter ihre Maulwurfsarbeit mit aller, durch mütze der Stahlhelmer, allerdings ohne Schirm und Brot verweigerte und iroß aller Fußtritte der SS- das Schutzgesetz gebotenen Vorsicht fort; den Minen, Kokarde, geiragen. Wo sich ein Funke von Solidarität Leute regungslos am fahlen Boden seiner dunklen die von Deutschland gegen unsere Grenzen borgerührt, wird zwischengefuntt. Eines der größten Ver- Belle lag. Dann sah ich ihn nicht mehrtrieben werden, graben diese heimischen Naziblätter brechen ist, wenn ein Gefangener seinem Leidensge wat er sich erholt, ist er gestorben, hat er ausge- die ihren entgegen; sie hoffen, die letzte dünne Wand nossen, der nur trocken Brot erhalten soll, etwas von litten? Das weiß ich nicht. Aber Schupobeamie haben bald durchbrechen und mit fröhlichem„ Heil Hitler" seinem Mittagessen abgibt. Darauf steht Brügel. Das mir erzählt, daß sie wüßten, was in Columbia los den reichsdeutschen Nazis die Bruderhand reichen zu Mittagessen war sehr dünn, sehr wenig und manch sei, genug seien nach dem Alexanderplatz gekommen können! Verschweigen all das Schändliche, was mal faum zu essen. Oft gab es nichts, weil es nicht- und am nächsten Tag„ eingegangen". Ins in den Konzentrationslagern am deuischen Körper Im Columbia- Haus waren nicht nur Marria Schmals beschmiert, dazu„ Kaffee". Abends, gegen tot iſt. reichte. Zum Frühstück gab es Brot mit eitvas Staatsfrankenhaus fomnnt man erst, wenn man fast und Geist verübt wird, jede Mist meldung der gleichgeschalteten Presse zum Abdrud bringen, soweit sten", auch Schutzpolizisten, Reichswehrangehörige, 5 Uhr das gleiche. Verschiedene befamen nur trodenes fie mur das Dritte Reich als Paradies und unsere Ludendorffanhänger, Leute vom Tatkreis, von Demokratie als Hölle erscheinen läßt, und diese Strasser ust. Und einer der nationalen Oppositionel Lügenmeldungen mit allen Trids des gefügigen Seh Ten sagte mir einmal, daß er sich in die französische lastens in das gehörige Nazi- Licht stellend: durch beGefangenschaft zurückschne, wo es ihm entschieden deutungsvolle Fettschrift, durch geheimnisvoll andenmenschlicher erging als in dieser Folterkammer am tenden Sperrdrud, durch hämische Fragezeichen, durch Tempelhofer Feld. hintveisende Ausrufungszeichen das sind die Stinktöpfe, deren sich unsere geiarnie Nasipresse bedient, um dem Gößen Hitler Opfer darzubringen! Und die Opfer sind die armen, beschränkten Leser. gewonnen. Zunächst wußten wir alle meist nicht, wo wir uns eigentlich befinden,( Die Angehörigen durften es überhaupt nicht erfahren.) denn in der grünen Minna", wie die verschlossenen Polizeiwagen mit dem wir befördert wurden, in der Sprache der Berliner heißen, war es dunkel. Die sehr niedrig über uns hintvegsurrenden Flugzeuge haben vermuten lassen, daß in der Nähe ein Flugplak sein muß. Wenn wir in Reih und Glied auf dem fleinen Hof der Kaserne standen, um die üblichen primitiven Berhöhnungen und die Fußtritte in Empfang zu nehmen, brummien die Flieger über uns hinweg, in jedem den einen Gedanken auslösend:„ Mensch, da drinn' fihen und ab." Hätte ich getoußt, daß ich in diese Hölle bes fördert werden sollte, wäre ich getürmt", sagte mir einer, als wir zehn Mann in einer Reihe auf der Latrine saßen, wo dann immer etwas Gelegenheit zum Sprechen war. Aber," so fuhr er fort, ich dachte mir: na, wenn dich die Krimis holen, dann ift die Sache ja nicht so wild. Aburteilen können sie mich ja nicht, weil ich keine strafbare Handlung begangen habe, und die Polizei wird mich ja nicht verschlagen." Er war einer der Vielen, die auf den Erlaß von Goering, wonach SA- Leute nicht mehr allein auf eigene Faust verhaften dürfen, in der Weise hereingefallen sind, daß sie annahmen, damit hört der Terror auf, oder wird er wenigstens gemildert. Wir erlebten nun alle, daß der einzigste Unterschied zu den ersten Monaten der„ nationalen Erhebung" der ist, daß dic Foltereien jetzt staatlich sanktioniert sind. Man wird von der Geheimen Staats- Polizei verhaftet, wird zum Revier geschafft oder gleich nach der Bring Albrechtstraße und landet erst dort, dann aber ziemlich plöglich bei einer SS- Wache, die je nach dem Betrieb aus 3 bis 10 Personen besteht. Jeder Neuanfömmling wird höhnisch in Empfang genommen. Er wird registriert und muß sich dann, mit dem Geficht gegen die Wand, Hände an die Hosennaht, stramm neben die vor ihm Eingelieferien aufstellen. ( Schluß folgt.) Gandhi auf der Frauen- Kundgebung Mahatma Gandhi( auf der Bühne) wird von Srimathi Durga( rechts) begrüßt, die seinerzeit die Bewegung des zivilen Ungehorsams leitete. Der unermüdliche Kämpfer für Indiens Unabhängigkeit, Mahatma Gandhi, rief zu ciner Massendemonstration in Madras auf, der Tausende von Frauen Folge leisteten. Ma hatma Gandhi legte bei dieser Versammlung eine weit versöhnlichere Haltung zutage als in den letzten Jahren. Deutschland exportiert Stinktöpfe! Bon' Unus. Volkswirtschaft und Sozialpolitik Sowjetrussische Wirtschaft Die Sowjetregierung hat im Dezember 1933 ein Gesez veröffentlicht, das die massenhafte Produktion von Ausschußwareeindämmen foll. am werden Gefängnisstrafeu nicht unter fünf Jahren angeordnet für Direttoren von Trufts und Betrieben und für administrative und technische Angestellte, die für die Produktion minderwertiger oder unkompletter Erzeugnisse die Verantwortung tragen. Der Jahresplan der Steinkohlenindustrie wurde in den ersten elf Monaten 1933 nur 31 84,1% erfüllt; im gleichen Zeitraume erreichte die Stahlproduktion 69,3% und die Produktion der Walzwerke 70,2% des Jahresplanes. Zur Steigerung der LeichtindustrieProduktion und der Vermehrung von Waren des Massenkonsums sollen nach dem Wirtschaftsplan für das Jahr 1934 in der Leichtindustrie 1035 Millionen Rubel investiert werden. Im Jahre 1933 betrugen die Investierungen nur 645 Millionen Rubel. Um zu verhindern, daß auch in diesem Jahre tvieder Zehntausende von Traktoren wegen un fachmännischer Behandlung und mangelhaften Reparaturen bei der Feldarbeit versagen. ist eine großzügige Oraganisation der Repa raturen eingeleitet worden. 94.000 Traktoren sollen einer Generalreparatur und 83.000 Trattoren einer mittleren Reparatur unterzogen werden. Es ist verhältnismäßig still geworden im Blättöpfe, gefüllt mit den Neden Goerings, Goebbels, Je nach Lust und Laune der jeweils Wachthabenden terwalde um Hitler herum bei Anbruch des neuen und den stinkendsten von allen: Streichers. Papier und je nach dem Fall muß der Gefangene Kniebeu- Jahres 1934. So was wie„ dicke Luft" scheint über böller, geladen mit Hitlers„ unabänderlichen", gen bis zur Bewußtlosigkeit machen. Ein Reichsban- dem Dritten Reich zu lagern; man fann es auch und elend verpulvertem Programm"! nermann sollte eine halbe Stunde solche Stniebeugen brüdende Schwüle" nemmen, oder auch, poetisch aus- So sieht der Stampf dieses Herzogs der Teut durchführen. Als diese herum war, tonnic er, nachdem gebrüdt:„ Ruhe vor dem Sturm." Hitler, dieser Nenschen" aus, der Nachfolger der Cymbern und Teuer die halbe Stunde ohnehin stöhnte und feuchte, ner vor sechzig Millionen Nullen, redet nicht mehr tonen, die mit nackter Brust gegen die Schwerter der nicht aufhören, sondern mußte weitermachen, bis er soviel; das, was er mit seinen Reden, Posen und Römer rannten! Man ſtelle sich bloß das„ Nib eumfiel. Man gab ihm Fußtritte, dann Rizinusöl und Drohungen zu erreichen hoffte: den sivilisierten Völ- Iungenlied" vor umgearbeitet von dem Indiens Industrialisierung dabei wurde er ständig verhöhnt. Am nächsten Tag fern Furcht einzuiagen, ist ausgeblieben; jie Piationaldichter Gerhart Hauptmann: Siegbeim Ererzieren sah er furchtbar zugerichtet aus, er Der Industrialisierungsprozeß Indiens, des fürchten ihn nicht, es graust ihnen nur vor ihm. fried besiegt Brunhilde im Schmeißen von Stintfonnte kaum laufen, hintte und atmete schwer. Auf Frankreich hat wohl Schen vor einem Krieg. töpfen, und Tronie Hagen wirft dem dürftenden größten Koloniallandes des Britischen Weltreider SS- Wache fallen viele vor Hunger um, denn es aber keine Furcht vor Hitler; England verbirgt Siegfried einen Papierböller in den Nacken!" ches mit mehr als 350 Millionen Menschen Begibt dort nichts zu Eſſen. Und wenn jemand ſpricht, seinen Abschen vor dem Hitlerregime unter der. Marte Ich möchte das neue Deutschland mit einem Teig ver- völkerung, sei hier an Zahlen veranschaulicht, die gibt es Ohrfeigen, Fußtritic oder etwas mit der Artilleriepeitsche, die jeder SS- Mann in der Hand hält. des Arztes, der dem Geistestranten gut zurcdet, da gleichen, in dem die Ingredienzien so zusammen die fortschreitende Entwicklung der Textilindustric mit er nicht tobsüchtig werde, und die internationale gefnetet, also gleichgeschaltet sind, daß keiner mehr -Zahl der Fabriken Spindeln in 1000 Webstühle tn 1000 Arbeiter in 1000 Baumivo verbrauch in 1000 307 1914 1918 193 271 262 56 146 14 44 4946 40 161 1453 6779 104 260 2143 6654 116 282 2085 Von der SS- Wache aus werden die Gefange- gute Seinderstube kurz und flein schlägt; Italien weiß, aus was er besteht; dieser mächtige glatte Teig belegen. In Indien gab cs: nen, ic nach Anordnung der zuständigen Kommissare, schüttelt dem Freund offiziell die Hand, und unter fann aber dem Echidsal aller Teige nicht entgehen: enitveder nach dem Columbia- Haus, nach dem Ale- or Augen fast EM:„ Zieber Junge, nu blamier' er fängt an au gären; es iſt mätig viel efe ganderplatz, nach Oranienburg, ins Frauengefängnis mich und meinen Fascismus nicht länger; daß du drin: schon steigen Bläschen hoch; der Bläschen und oder sonstvohin befördert. mid) topieren willst, ist ja sehr schmeichelhaft für mich, Blasen werden immer mehr; der Teig steigt hoch), Bei der Ankunft im Columbia- Haus beginnt aber selbst der Kopist muß aum wenigsten das Tech twölbt sich, läuft über den Rand der Schüssel. Nun dasselbe Fragen wie bei Einlieferung in der Prinz- nische- vom Geistigen nicht zu reden beherr tömmen sie ja den Teig, den sie angerührt, selbst auf- 1890 Albrechtstraße.„ Doch nischt gemacht, was?"" Tot- schen, sonst ist er ein Stümper! Wenn du deine fressen ob er ihnen gut bekommen wird, das ist die 1900 schlagen müßte man euch alle, ihr Hunde!"," sagte Justitia weiter so mißbrauchst, wie bis jetzt, paz' auf Frage! Auch der deutsche Gesandte hat anfgehört, sich am Ende kastrieren sie dich, nach deinem eigenen der eine. Die Lumpen ooch noch uff Staatskosten durchfuttern," ein anderer. Jeder solche und ähnliche Gesez, wegen unheilbarem Satyrismus! Salve!" über die übelwollende sozialdemokratische Presse" zu 1922 298 7331 135 344 2204 Oberflächlichkeiten, die manche Häftlinge sehr nieder- Das fleine Oesterreich möchte Hitler gerne mit beschweren; wie wollte er sie auch vor Gericht ziticbrüdten, dem größten Teil aber nichts taten. Die einem Fußtritt erledigen, doch könnte sein Fuß aus- ren? Die Beklagte brauchte ja bloß ein corpus Diese Entwicklung hat stattgefunden, obwohl Alten aber, die sich von Zwanzigjährigen kommandie- rutschen, und eitva in die tschechoslovakischen Bajo- delicti, einen der Stinktöpfe mit dem Aufdrud die britisch- indische Regierung durch eine rigorose ren lassen mußten, litten sehr darunter. Wirklich nette treten; also lieber vorsichtig! Und so sendet er made in germany" auf den Richtertisch zu stellen, geistreiche Angriffe hat man nie gehört, es war bei auf dem ungefährlichem Wege über Bayern seine um die Kläger zur schleunigen Flucht zu veranlassen! 3ollpolitik die Erstarkung der indischen Tertilinjebem dasselbe, immer dieselbe Platte, phantasielos, Waffen an die österreichischen Ephialtesse, Waffen, die Während im Reich die Schandtaten, unbeirri duſtrie zugunsten der englischen Textilindustric seinem urteutschen Wesen entsprechen: Stink- von der Weltmeinung, am laufenden Band weiter sehr erschwert hat. hohl, blöd, -W 1931 339 9310 182 395 2683 Seite 6 Nachrichten von übermorgen Berlin. An der Hochschule für Bevölkerungspolitik fand heute die erste feierliche Promotion statt. Scharführer Pg. Dieter Minnemüller, der die Staatsprüfung in Jus primac noctis mit größtem Sönnen abgelegt hatte, erlangte die Doftorwürde. Seine Dissertation über Römisches Recht und Recht der ersten Nacht( fein Vergleich) wird in einer gröBeren Auflage in Druck erscheinen. Dr. juris p. n. Minnemüller wurde zum Fernzeugmeister der S. Brandenburg bestellt. Freitag, 12. Jänner 1934 PRAGER ZEITUNG Die Kehrseite des„, fidelen“ belen“ Nachtlebens Das Personal der ,, Alhambra“ vor dem Arbeitsgericht 65.000 Kronen Kautionen- Arbeitsgericht unzuständig Brag 11. Jänner. Wieviel tiefes Elend sich| Befizer und alleinigen Konzessionsinhaber Archihinter dem bürgerlichen Glanz des Nachtlebens verbirgt, davon können die Angestellten dieser A mü tekten Wehr, Paris. Der Kolonialminister dementiert, daß er falsche Gutscheine der Sozialversicherungsanstal- fier industrie ein trauriges Lied singen; vom der von den Angestellten in dieser Eigenschaft als ten als Börſentip empfohlen habe. Der Sozialver- Artisten und Musiker bis zum Kellner und Unter- Dienstgeber angesehen wurde. Ein Teil dieser sicherungsminister bestreitet, daß er gefälschte Stolohaltungspersonal jeder Art. Blizzartig wurde die Klagen fam vor GR. Dr. Dittrich zur Verhandnialpapiere zur Dedung seines Guthabens bei der Problematit dieser Eristenzen vor einigen Wochen lung. Die beklagte Partei erhob die Einwendung, Bank von Indochina verwendet habe. Der Finanz beleuchtet, als das Personal des„ Theatre daß das Arbeitsgericht nicht zuständig minister erklärt, daß er das Blatt„ La Morale Pu Alhambra", des befannien, als„ erstrangig" sei, da es sich um kein Dienst- oder Arbeitsblique" niemals mit falschen Aktien der Luftfahrtgesellschaft gekauft oder bestochen habe. Der Luft- Streit trat, weil diese Angestellten auf keine Arch. Wehr handle. Die Verträge seien vielmehr von geltenden Etablissements, spontan in den verhältnis zwischen den Angestellten und dem fahrtminister ist zurüdgetreten. Die Nachricht von weise zu ihren Gagenfommen konnten Direktor Blumenthal unterschrieben und abgeeiner Ministerfrise wird dementiert. und in einzelnen Fällen buchstäblich dem Hunger ſchloſſen worden. ausgeliefert waren. Der Direktor des Unternehmens, Ostar Blumenthal, entschuldigte sich mit dem schlechten Geschäftsgang. London. Eine Kläung der weltpolitischen Lage steht insofern unmittelbar bevor, als der englische Außenminister der Einladung des rumänischen Ges sandien in Brüssel, einer gemeinsamen Beratung der baltischen Randstaaten über das Saarproblem beizu wohnen. Folge geleistet hat. Der französische Gegenbesuch in Rom mußte auf Intervention des spa nischen Geschäftsträgers in Tokio unterbleiben, doch rechnet man mit einer baldigen Eingliederung dea Bölkerbundes in den Viermächtepakt auf Grund der Vermittlungsvorschläge Monakos. Karo. Kleiner Betriebsunfall Eine bezeichnende Kunde kommt aus dem ,, Dritten Reich": Die Sache machte damals in Prag viel Aufsehen und man verstand allgemein die Aktion der Angestelltenschaft, um so mehr als diese nicht nur um ihre rückständigen Gagent bangte, sondern auch um verschieden erlegte Kautionen, die bei nenn Angestellten 65.000 Kč ansmachen die Verträge die Stampiglic Theater AlhamDer Klagevertreter wies darauf hin, daß unter bra" gesetzt wurde, dessen Konzessionsträger nur Arch. We yr sei, so daß die Unterschrift Blumenthals mur als die eines Vertreters oder Be vollmächtigten anzusehen sei und demnach Arch. Wehr als Dienstgeber betrachtet werden müsse. Das Gericht schloß sich dieser Ansicht an und er flärte das Arbeitsgericht für unzuständig. und bis heute nicht zurückgezahlt sind. Herr Blumenthal verlebte einige Zeit in Unter- Die Sache wird an das Zivilkreisgericht suchungshafi, aus der er kürzlich entlassen abgetreten werden. Wir werden die Sache im Auge wurde. Näheres über die strafrechtliche Seite behalten. Für die Arbeitnehmer aber ergibt sich die der ganzen Sache ist natürlich im Stadium der Vorganz allgemein gültige Lehre, beim Antritt eines untersuchung nicht zu erfahren. Dienstverhältnisses sich genau darüber zu informieren, mit wem sie den Arbeitsvertrag schließen. Denn es ereignen sich Fälle, wo solche mehr oder weniger zufällige„ Unklarheiten" dem Angestellten teuer zu stehen kommen. Die zivilrechtliche Auseinandersetzung der bedauernswerten Angestelltenschaft begann mit Ein Der Scharfrichter Gröppler, der Mann, bringung einer ganzen Reihe von Klagen vor dem bei dem Hitlers Arbeitsbeschaffungsprogramm am Arbeitsgericht gegen den erfolgreichsten in Funktion getreten ist Millionen war es bekanntlich eine höchst illusionäre Sache hat um seine Demission nachgesucht. für die Herr Gröppler, gewiß ein Handbeil- Spezialist von bestem Schrot und Korn, war der se eliGerichtssaal rb. triotischen Gründen habe er keine tschecho= flowakische Banknote gewählt. Die Geschworenen erkannten ihn, ungeachtet feiner außerordentlich geschickten Verteidigung Nr. 9 III.Ts lectinslowakische beiter Olympiage Frag 6. Ja 1934 ren 3 stafetten laufen. die mit einem 10. Die an der Grenze liegenden Vereine können Grenztreffen verbunden werden können. 11. Die Nad und Motorradfahrer fönnen internationale Stafetten organisieren. Desterreich und die Tschechoslowakei haben bereits eine Stafette Wien- PragTeplitz beschlossen. 12. Die Stafette fann ein in einem Holz- oder den Vereine sein. Diese Treuegelöbnisse fönnen vei Metallstab eingelegtes Treuegelöbnis der teilnehmen der Kundgebung verlesen werden. Das Wiener Arbeiterkraftsportler Meeting am Sonntag nahm einen schönen und glatten Verlauf. Der Wettstreit der Stemmer dauerte allein zwei Stunden und brachte auch eine neue Best a Leistung Oppenheim( Eiche 12) erreichte im Mit tel- B- Gewicht im rechis Reißen eine Leistung von Bezirk Süd mit 1274.10 sig. Den Städtewett 84.70 Kg. Sieger in dieser Konkurrenz wurde der ampf der Ringer, die die Wiener mit 6.5: 7.5 schen Belastung nicht mehr gewachsen, die Nachspiel zu einem Schwur- ul dig, und der Gerichtshof verurteilte ihn au Schlechtpunkten bejitegten. die letzten, an Arbeit überreichen Monate mit sich gebracht haben. Der resignierende Henker hat bereits einen Nachfolger erhalten, der den Alltäglichkeiten der Barbarei weit gefaßter gegenübertreten wird. Hitlers neuer Gehilfe ist nicht nur Roschlächter, sondern auch ein trai nierter A.- Mann, ein Individuum also, dem die Umstellung auf Menschenschlächterei bestimmt keine seelischen Indispositionen bereiten gerichtsprozeß. Verurteilter Falschmünzer wegen Beleidigung der Nation vor Gericht. fünf Jahren schweren sterkers. Er er flärte, das Urteil anzunehmen, fügte aber, zu der Geschworenenbank gewendet, hinzu, er schäme sich nach diesem Urteil seiner Zugehörigteit zum tschechischen Volt. Er wurde wegen dieser Aeußerung ivegen Be leidigung der Staatsnation im Sinne des Schußgefeßes angeflagt und heute vor dem Senat Marečet au zehn Tagen strengen Arrest& berurteilt. rb. Brag, 11. Jänner. Am 23. September v. J. wurde vor dem hiesigen Schwurgericht eine bier töpfige Falschmünzer bande abgeurteilt, die sich auf die Herstellung von Fünfdollar der 22jjährige Kupferstecher Bohumil Cernik, der noten spezialisiert hatte. Hauptangeklagter war zu seiner Verteidigung anführte, er habe sich auf Der Roßschlächter Bollmann jr. ist ein alter die Fabrikation der amerikanischen Banknote mu brauner Terrorist, ein erprobter Fachmann der deshalb eingelassen, weil er auf sein außer Menschenjägerbranche, der sich bei so manchem hin- ordentliches Talent habe hinweisen wollen. terhältigen lleberfall auf Reichsbannerleute und deshalb habe er sich die Imitation einer so außerrenschutz. lleber dieses Thema spricht als Gast der wird. ordentlich schwierig nachzuahmenden Jungsozialisten bewährt hat. Note vorgenommen, die denn auch tatsächlich als Dem Verdienst, ſeine Krone, den Terrori- Meisterstüd der Fälscherkunst bezeichnet wurde. Tatsten sein amtlich beglaubigtes Fallbeil! fache ist, daß der junge und sehr intelligente Mensch, der sich in einer mehr als einstündigen, fließenden und rhetorisch) musterhaften Rede verteidigte, unge achtet seiner Fähigkeiten feinerlei Beschäfti Die braunen Mörder sind aus einer gewissen technischen Verlegenheit befreit; unausdenkbar die Möglichkeit, daß durch eine Störung der Maschinerie der Vollzug Dorträge u. Deranstaltungen Die neue Gesetzgebung über Presse und EhDeutſchen juriſtiſchen Geſellſchaft in Prag heute, Freitag, den 12. Jänner 1934 um 64 Uhr im Deutschen Hause" Gen. Dr. Egon Schwelb. Gäste willkommen. Kunst und Wissen Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag 7: Towarisch", D 1. Samstag 7: Wallensteins Tod". neu einstudiert. A 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Freitag 8: Gastspiel ,, Der blaue Vogel". Literatur ,, Sozialärztliche Rundschau". Redaktion: Dr. Paul Stein, Wien V, Rechte Wienzeile 97 Adminiſtration für die ESR. Prag XII., Slezslá 18 ( Parteisekretariat). Inhalt des Jännerheftes: Dr. Ernst Kupelwieser: Soja als Volfsnah rungsmittel. Dr. Rudolf Dreiturs: Die Er siehungsberatung in Wien. Dr. Siegmund Pel ler: Mönche der Sintichungen am laufen- gung finden fonnte. Seine fünſtleriſchen Arbeiten Sport Spiel Körperpflege wirtschaftsfriſe und gesundheitliche Gefähr den Band ins Stoden geraten könnte. Herr Bollmann, der Nachfolger, wird viel zu tun bekommen! Denn, wenn auch der vollzie hende Henker fireikte; die vorbereitenden Henker im Richtertalar leiden an derartigen sentimentaTen Berufsstörungen sicherlich nicht! brachten so gut wie nichts ein und seine Bemühungen, in der staatlichen Münzanstalt eine entsprechende Anstellung zu finden, schlugen fehl. Schließlich habe er sich zu der verzweifelten Aftion hinreißen lassen, um durch die erstklaſſige Nach ahmung einer schwer zu imitierenden fremden Note die Aufmerksamkeit auf sich zu Tenfen. Aus pa= Bemerkungen mur heldisch, grandios, noch nie dagewesen, sondern| fast auf den Satz des Wohlfahrisempfängers herabauch für die kommenden Jahrtausende bestimmt. gesetzt worden." Eine Bierde des Dritten Reiches und ein Ed= Das Erwachen im Dritten Reich ist kein erbaupfeiler ist bekanntlich das Erbhofgesetz". Die deutliches. schen Bauern sind davon so begeistert, daß befanntlich) Versammlungen, die dieser Begeisterung hätten Die Rassenverbesserung im Dritten Reich wird Ausdrud geben können, als partei- und staatsge- von der Wiener Arbeiterzeitung" auf folgende forjährlich verboten wurden. Im deutschen Reichsge- mel gebracht: sehblatt erscheint bereits die atveite Verordnung zu diesem Grundgesetz deutschen Rechtes", und zwar mit dem Zwed, Inflarheiten über das Erbhofgesetz zu beseitigen. Den Edpfeiler möchten wir gerne sehen, der sein Jahrtausend überdauert- nachdem er kurz nach Errichtung schon geflidt werden muß. Hungertod und Konzentrationslager für Arbeitslose. Insa. In der„ ,, Deutschen Bodenseezeitung" ist über eine Sitzung des Stadtrates von Singen zu lesen: Das Erwachen. Der Treuhänder der Arbeit für den Wirtschaftsbezirk Schlesien teilt mit: ,, Die Prüfung der Lohnverhältnisse im Tiefbaugewerbe Oberschlesiens hat ergeben, daß der augenblicklich bestehende Tarif dem Arbeiter nicht einmal das Eristenzminimum garantiert. In den meisten Orten Oberschlesiens liegt der Wochenlohn sogar unter der Wohlfahrtsunterstützung. ,, Wer dem Hitler- Terror widersteht, wird entmannt. Die andern haben es nicht nötig..." nen Adolfs und Josefs machen, ist in der Sprache ,, Ewige Geseke der Braunen." Was die Mandes bescheidenen Propaganda- Josef bekanntlich nicht Der Stadtrat erteilt den vom Bürgermeister festgelegten Bestimmungen hinsichtlich arbeitsscheuer Personen seine Zustimmung. Auf Grund einstimmigen Beschlusses soll auch in Zukunft ledis gen, arbeitsscheuen Unterstübungsempfängern jede. Unterstüßung entzogen werden. Verheiratete arbeitsschene Unterstützungsempfänger sollen un ter Zuhilfenahme der Kreisleitung umgehend nach einem Lager übergeführt werden, während ihre Familienangehörigen der Wohlfahrtspflege überwiesen werden." • Internationaler Stafettentag dung der Jugend. Dr. Josef K. Friedjung: Rund um den Bonkott Hitler- Deutschlands bei der Aerzten. Notizen. Ganz besonderes Intereffe Als Abschlußfundgebung der Arbeitersportverenigegengebracht werden. Dr. Peller zeigt in sei sollte den Artikeln Dr. Pellers und Dr. Kupelwieser? bände der SASI. findet im September 1934 in nem Artitel„ Wirtschaftstrise und gesundheitliche Ge allen Ländern ein Stafettentag statt. Für die Durchfährdung der Jugend", der durch die gebrachten Tat führung dieser Demonstrationsveranstaltung hat der technische Ausschuß der SASI. folgende Nicht linien erlassen: den. 2. Verpflichtet zur Teilnahme sind alle Sparten, auch die Kinder. 3. Der nternationale Stafettentag findet an einem Sonntag im September 1984 statt. Er soll möglichst in einem Lande an einem vom Verband bestimmten Tag ſtattfinden. Bo diese Möglichkeit nicht besteht, kann der Stafettentag an einem Sonntag im September stattfinden. sachen besonders wertvoll ist, wie schwer es ist, über diese Materie objektive Daten zu erheben. Auch in der CSR. ist die öffentliche Gesundheitskontrolle 1. Der internationale Stafettentag soll eine aller Altersstufen und Berufsklassen ungenügender große Propagandaveranstaltung unter Teilnahme der als ungenügend sie fehlt bei uns völlig. Die Ge gesamten Mitgliedschaft der SASI. wer- sundheitskatastrophe, die der Wirtschaftskatastrophe folgen dürfte, wie sie der Kriegs- und Inflations, fatastrophe gefolgt ist, fann mit einer verläßlichen Statistik des Grauens fann den Menschen dasGrauen Statistik gewiß nicht aufgehalten werden. Aber eine lehren, kann lehren, daß es notwendig ist, das Grauenhafte aktiv zu bekämpfen. Dr. Kupelwieser bringt interessante Vergleichszahlen über Eiweiß, und Kalorienwert der Sojabohnen und der heute gebräuchlichsten Nahrungsmittel. Da aber Protein und Nennwerte feinen Konsumptionsreiz bieten, ber gißt der Autor nicht den niedrigen Tauschwert und die Verwendbarkeit der Sojabohne in der Küche mit lichen, insbesondere die landwirtschaftlichen Experten zuteilen. Es wäre wünschenswert, wenn nach den Physiologen und Köchen, sich auch die volkswirtschaft mit dem Sojaproblem beschäftigten. gialärztliche Rundschau" kostet pro Heft Kč 3.Die Sos im Jahresabonnement Kč 30.-. 4. Die technische Verbandsleitung führt eine genaue Statistit über die Art der Durchführung und die Zahl der Teilnehmer, Männer, Frauen und Kinder getrennt. die verschiedenen Svarten getrennt. Für die Hand5. Die Ausschreibung der Laufstreden erfolgt für und Fußballspieler fönnen Mannschaften zu 11 Läufern zusammengestellt werden, die eine bestimmte Strede zu laufen haben. 6. Für Frauen und Kinder kommen nur furac Streden bis 100 Meter in Frage. 7. Die Wassersportler fönnen, wo die Möglichkeit besteht, die Stafette durch) Schwimmen oder Wasserfahren weiter tragen. 8. Am Ziel der Stafette fann eine Kunds gebung für Frieden und Freiheit stattfinden. 9. Eine quie Propaganda sind auch ern= stafetten. Alle an der Strecke liegenden Vereine haben eine bestimmte Laufstrecke zu befeßen. Das Biel ist ein größerer Ort, wo die Stundgebung ſtatileitung( Gruppe, Bezirk) beſtimmte Laufstrecken aus findet. Bei diesen Stafetten erhalten die an der Strecke liegenden Vereine von der Organisationsnewvicfen. Das Biel ist eine in der Mitte liegende Mit diesen Bestimmungen kann jeder ledige Arbeitslose, der vom nationalsozialistischen BürgerDer Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Hungertode ausgeliefert werden. Als arbeitsscheu" meister als arbeitsschen" betrachtet wird, dem für Westfalen erklärt:„ Durch die dauernden wird natürlich betrachtet, wenn sich ein Arbeitslofreiwilligen Abzüge und Spenden und durch Kurz- ser weigert, sich zu jedem Lohn oder für das bloße Stadt, die von den Läufern von allen Seiten erreicht arbeit ist das Einkommen des deutschen Arbeiters Essen verkaufen zu lassen. -wird. Urania Kino. Ab heute M. R. Fräulein Yo Yo ein reizendes Spiel mit Dolly Gaas, Willy Forst. Hörbiger, Sima. Wo verkehren wir? Café„ Continental", Prag. Graben Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192.-.- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken. Direktion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1930 bewilligt.- Druckerci:„ Orbis", Druck, Verlags- und Zeitungs- A.- G., Prag. - Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphen