IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEIN i MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION und rawMTUNO mag mi., fochova». teiefom sm. administiatiomTelefon sw*. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR■ WILHH.M NIESSNER. VERA NTW OtTlICHER REDAKTEUR. OB. EMU STRAUSS, FRAG. Elazehmrft 70 IWler (alnichllafillch 5 Heller Porto) 14. Jahrgang Samstag, 20. Zanner 1934 Nr. 16 Der Ion angeblich entgegenkommend eine Ohrfeige. Auch daraus entstand eine Duell- bildete, die letzten 2 soederung, die ebenfalls noch nicht ausgetragen ist. I reichs 5» widerrufen. Berlin, 19. Jänner. Der Rcichsminister für auswärtige Angelegenheiten Baron Neurath übergab heute abends dem französischen Botschafter in Berlin Francois P 0 n■ cet die Antwort der deutsche« Regienmg auf das französische Memorandum in der Abrii- stnngSfrage und erläuterte den Inhalt des Schriftstückes. Die dentfchc Antwort umfaßt 14 maschinengeschriebene Seiten und enthält außer Bemerkungen z« den französischen Vorschlägen auch das Ersuchen der deutschen Regierung, die französische Regierung möge in gewissen Punkten ihre Stellung naherpräzisieren. Die Antwort soll, wie daSDNB meldet, in entgegenkommendem Tone gehalten sein und der Fordernag der von beiden Seiten gewünschten Verständigung entgegen kommen. Seine Tendenz sei die Fortsetzung und die Vertiefung der begonnenen Aussprache. Ebenso empfing Freiherr von Nenrath den englischen Botschafter Sir Erie Phipp» und übergab ihm die Antwort auf das Memorandum, das dieser im Auftrage der königlich englischen Regierung dem Reichskanzler am 20. Dezember v. I. überreicht hatte. Arns, 19. Männer. Heute nachmittags trat das engere P- r ä s i d i u m der AbrüstungSkon« serenz zusammen. An der Sitzung beteiligte sich .llonfereitzvorsihcndcr Henderson, wcitcrS der stellvertretende Vorsitzende P 0 l i t i S und der Referent Dr. Benes. Das Hauptinteresse der Beratungen des engeren Ausschusses betrifft das Datum, zu dem die weitere Etappe der Abrüstungskonferenz eröffnet werden soll. Bisher ist nichts Festes beschlossen worden, doch wird über das Datum des IS. Feber erwogen, an welchem Tage das Präsidium der Abrüstungskonferenz darüber zu entscheiden hätte, wann der HauptauS- schuß zusammentreten soll. auf deutscher Seite alS««zureichend angesehen. 9. Die ReichSregrerung ist der Ansicht, dass rS notwendig sei, gleichzeitig mit der Frage der Armeestärke auch die Frage ihrer Ausrüstung einer Lösung-uzusübren, und sie erhebt die Aufforderung, daß gleich vtn Anfang an der neuen deutschen Armee alle Arten von Verteidigungswaffen zuerkannt werden. 4. Die deutsche ReichSregierung wirst weiter» die Frage auf, waS Frankreich mit den KO Prozent seiner Militärflugzeuge zu unkerneh- mcn gedenke, die laut dem französischen Memorandum au» denr Dienst gezogen werde^ sollten; weiterS fragt sie, welche Luft st reit» tröste Deutschland zuerkannt werden würden. Ole deutsche Antwort Überreicht Frankreich kündigt den deutschen Handelsvertrag Paris, 19. Jänner. Havns teilt mit, die französische Regierung habe endgültig beschlossen, den deutsch-französischen Handelsvertrag von 1927 dreimonatig zu kündigen. Der französische Botschafter in Berlin ist angewiesen worden, der Reichsregierung diesen Beschluß heute mitzu- teilen. Die Kündigung des Handelsvertrages wird im allgemeinen sowohl in der französischen Handels- und Jndustriewelt, als auch in der Presse g u t g c h e i h e n. ES wird ztvar nicht ertvartct, daß dieses radikale Mittel das Defizit in der französischen Außenhandelsbilanz verbessern werde, doch nimmt man allgemein an, daß es wenigstens dem Ivachsendcn krassen Mißverhältnis ztvischen den beiderseitigen Einfuhrziffern Einhalt bieten werde. Allgemein wird darauf verwiesen, daß den unmittelbaren Grund für diesen Schritt der fran» zösischen Negierung die Ablehnung Deutschlands bildete, die letzten Dekrete zuungunsten Frank- Die deutsche Regierung soll nach halboffi- zirllen Meldungen den Wnnsch haben, cS möge in dm direkten diplomatischen Verhandlungen zwischen Frankreich und. Deutschland sortgefahren werden, und sie teilt aus diesem Grunde ihre Einwände bloß in Form von Anmerkungen mit, die eine nähere Antwort französischerseitL erforderten. Die deutschen Einwände betreffen, wie verlautet, insbesondere vier Punkte: 1. Die deutsche Regierung sieht die „P r 0 b e f r i st" in jedweder Form als unannehmbar an. 2. Die Zahl von 200.000 Mann, die nach dem französischen Memorandum für die neue deutsche Armee zuerkannt werden sollte, wird Fortsetzung der Abrüstungskonferenz In weiter Ferne die Bedrückten und ei» Schurke ist nur, Ivcr heute in Deutschland angesehen ist oder gar in den gleichgeschalteten Zeitungen„Meinung" macken darf. In die Front der Greuclhctzcr gegen die Tschechoslowakei ist neuerdings auch die„Presse- korrespondenz deü Deutschen AuSlandS-Jnstitules in Stuttgart" ciugeschwcukt, daS sich zur Aufgabe gestellt hat, die Ausländsdeutschen zum„Verständnis" für die deutschen Zustände zu erziehen. Unter dec Ueberschrift„Es schreit gen Himmel" veröffentlicht diese seltsame Pressekorrespondenz einen Bericht über die„brutale Unterdrückung des Sudetendeutschtums", das cS selbstverständlich, um seine verlogene Hetze halbtvcgö glaubhaft zu machen, mit den Sudetcn-Fascistcn gleichsctzt. Da wird nun berichtet über die Beschlagnahme und die Einstellung faszistischcr Zeitungen, über die Polizeiaufsicht, unter die einige Dutzend Hakenkreuzler gestellt lvurden und über die Auflösung einiger Ortsgruppen des Bundes der Deutschen in Böhmen. Die Pressekorrespondenz des Deutschen Auslandsinstitutes beschließt ihre„Anklage" mit folgendem Satz:„DaS Unrecht, das man unseren sudetendentschen Volksgenossen unter der äußerlichen Währung von Recht und Gerechtigkeit antut, schreit gen Himmel!" Wir haben dieses Deutsche Auslandsinstitut, daS sich erfrecht, sich als kultureller Wortführer deS Auslandsdeutschtumö zu bezeichnen, schon toiedecholt darauf austnerksain gemacht, daß es, wenn eS für deutsche Kulturbelange kämpfen will, in Deutschland genug zn tun hat. Dort ivird der Name Deutschlands, dort wird die deutsche Kultur!u einer Weise geschändet, daß man sich fast schämt, ein Deutscher zu sein und seine Zugehörigkeit zu dieser einst- Hitlerhetze gegen die Tschechoslowakei Neue Lüsenflut in der gleichgeschalteten Presse Zwei Duelllorderungen Paris, 19. Jänner. Gestern kam es nach einer stürmischen Kammersihung in den Wandelgängen zu einem sckweren Zusammenstoß zwischen dem Unterrichtsminister de Monzie und dem Deputierten H e n r i 0 t, der Monzie in der Kammer beschuldigt hatte, er Hobe im Jahre 1926 als Advokat die Ivcgcn Mitschuld an einem Diebstahl verhaftete Frau Stavisky im Gefängnis besucht. Der Minister schickte dem Deputierten sein« Zeugen. Heute vormittags gab der Sozialist Le- grassier, der sich dlirch einen Artikel des na- tionalsozialistiscken Abendblattes„Liberte" persönlich getroffen fühlte, dem Direktor dieses Blattes, dem Deputierten F e r r ij, in der Kammer hätten.„Sind deutsche Marxisten denn überhaupt Deutsche? Sic sprechen doch nur deutsch!"— WaS die Herren Führer der sudctcndcutschcn Na- tionalsozialistcn allerdings nicht hinderte, selbst in der Zeit, da sie noch ans dem hohen Roß saßen, zu dem deutschen sozialdemokratischen Minister Klinken putzen zu gehen und ihm für seine Arbeit iin Interesse des Sndetendeutschtnms mehr als einmal Anerkennung zu zollen. Nach diesen Ergüssen redet der„Frciheits- lampf" den Tschechen ins Gewissen. Was babcu die Tschechen davon, sragt er. wenn H n n d e r t e örtlicher völkischer Gewerkschaftsführer ringe- kerlcrt würden; sie hätten sich doch nicinalü um Politik gekümmert und nie gegen die Tschechen, sondern nur um den Kampf gegen den deutschen llntcrnehmcr— welch ein Bekenntnis zur „Volksgemeinschaft"!— gekümmert. „Diese Gewerkschaftsführer werden tbtiifu wie die Parteiführer, im sndetendeutschrn Dorf wir in der Stadt die angesehnste» Menschen unter allen Mitbürgern, paarweise aneinandrrge» feffelt inS Gefängnis ringeliefert... Wie töricht! Warum fall der angefehene Man» plötzlich ei» räudiger Hund fein, wenn er in Kelten durch die Straßen geführt wird? Nicht, daß dir nach Freien abgeschreckt werden, aber die Ketten nnd da» Gefängnis verlieren Ihren entehrenden(fharakter. Es wird zur Ehre, das gleiche Schicksal zu erleiden, wie der Führer." Auch hier hat der Artilclschrcivcr das deutsche Vorbild vor Augen. Im Hunncnrcich wurden mit gefangenen Marxisten große Aufzüge veranstaltet; sic wurden zur Belustigung der verhetzten Volksmassen durch die Straßen geführt und dem größten Schimpf ausgesetzt. Ja, man hat sogar Mädchen au den Pranger gestellt, iveil sic mit Juden verkehrten. Was in Deutschland alltägliches Schauspiel ist, hat der„Frcihcitslainps" für die Tschechoslowakei erfunden. Denn es ist hier niemals vorgckommcn, daß die„angesehensten Mitbürger" um ihrer Gesinnung nullen, paarweise gefesselt, durch die Straßen iu die Ge- säugnisje geführt lvurdeu. Hingegen ist es richtig, dpß ein angesehener Mann auch dann nicht zum räudigen Hund wird, wenn er von SA-Buvcn an den Pranger gestellt wurde; denn jede Schikane, über das schreckliche die ein Hunne an einem Deutschen begeht, ehrt Desdiwerdc Oesterreldis Beim Völkerbund? Berlin, 19. Jänner.(EPB.) In Berliner diplomatischen Kreisen verlautet, daß der österreichische Gesandte T a u s ch i h dieser Tage dem Rcichsaußemninister Neurath die Forderung überbrachte, die Nei^>sregierung möge sich verpflichten, sich nicht mehr in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs ciuzumischen. Gleichzeitig soll die österreichische Regierung die Forderung gestellt haben, die ReichSregierung solle ausdrücklich die staatliche Unabhängigkeit Oesterreichs aner- lenncn. Sollte die ReichSregierung nicht bereit sein, diesem Ansuchen zu entsprechen, beabsichtige die österreichische Regierung sich mit einer Beschwerde an den Völkerbund zu wenden. Wir berichteten vor einigen Wochen Uber unglaubliche Falschmeldungen, die im schlesischen Pressedienst der NSDAP über die Zustände in der Tschechoslowakei enthalten Ivarcn. Nunmehr scheint die deutsche Presse Weisung bekommen zu haben, einen konzentrischen Angriss auf die Tschc- chojlowalei, bzw. aus die demokratische Regie- rungSform unseres Landes zu unternehmen. ES versteht sich, daß die Hitlcrprcsse loeder vor der widerlichsten Heuchelei, noch vor Fälschungen zu- rnckschreckr. Hat sic doch in den auS der Tschechoslowakei gcsliichteten Nationalsozialisten Bundesgenossen bekommen, deren Charakter dem geistigen und moralischen Niveau der hunnischen Hctzprcsse entspricht. Am 8. Jänner flüchtete der Lehrer Langhans aus Fischern nach Deutschland. Wenige Tage nachher war schon belannt, daß dieser bedauernswerte Emigrant, der hier mit seinen Kumpanen die Flüchtlinge aus Deutschland wüst beschimpfte, in Sachsen einen schönen Posten erhalten hat. Und schon ztpci Tage nach seiner Flucht, nämlich am 19. Jänner, war das„Martyrium" dieses„sudetendeutschcn Freiheilshelden" schon im sächsischen Hauptorgan der Nationalsozialisten, dem Dresdener„Freiheitskampf" dargcstellt. Der „FreihcitSkamps" gibt das Dekret wieder, mit dem Langhans aus dem Karlsbader Polizeirevier und anö dem Polizeirayon JoackimSthal auSgewirscn wurde. Der Bruder deS Langhans, so berichtet der „Frciheitökampf", sei unter Polizeiaufsicht gestellt worden.„Hiefür loird kein Grund angegeben und man kann nur annehmen, daß die Parteizugehörigkeit seines Bruders Grund genug für die tschechischen Behörden gewesen ist, eine solche Maßnahme anzuordncn, die sonst nurbeiBer- dreckern angewendet wird."— Die polizeilichen Schikanen haben nach der Behauptung der hunnischen Zeitung dem Langhans das Leben tn seiner böhmischen Heimat nmnöglich gemacht; au diese Weise verliere daS Sudetcndeutschtum seine I geistigen Führers!) Damit aber neben der Heuchelei die Drohung nicht fehle, schreibt der „Frcihcitskampf", daß mit solchen Methoden weder eine Befriedung der tschechoslowakischen Innenpolitik, noch auf die Dauer eine Verbesserung dcrdeutsch-tschc- chischen Beziehungen möglich sei. Noch bevor diese„Enthüllungen" Schicksal des armen Emigranten LanghanS erschienen waren, nämlich am 9. Jänner, nahm der „Freiheitskampf" in einem sozusagen grundsätzlichen Artikel zu den Zuständen in der Tschcchoslo- Ivakei Stellung. Sein Verfasser ist eben jener 2 der bis zur Auflösung der DNSAP. in einem großen Teile der gleichgeschalteten sudctcndeut« sckcn Bürgcrprcssc sein Unwesen trieb und also zur.Kritik an den Zuständen in der Tschechoslowakei allen politischen Gauklern als hinlänglich legitimiert erscheint. Da wird behauptet, daß die tschechoslowaki- sche Regierung daran gehe,„nationale Sudetendeutsche" auSzubürgern, alle gewesenen Nationalsozialisten in öffentlichen Stellungen aus dem Amte zu jagen und den Privatunternehmern von Staats wegen ihre Einstellung zu verbieten. Herr 1 brauet, um diese Behauptungen aufzustellen, nicht einmal seine üppige Phantasie zu Hilfe nehmen: er kann sich darauf beschränken, die von den Hunnen gegen die Marxisten und Demokraten getroffenen Maßnahmen wiederzugeben. Waü ihm im Dritten Reich als selbstverständlich erscheint, lvenn cS gegen die„marxistischen Verbrecher" gerichtet ist, ist jedoch in der Tschcchoflo- loakei noch lange nicht Gepflogenheit; hier kann sich selbst der sogenannte nationale Deutsche viel Ivohler fühlen, hier kann er.ungefährdet durch den Terror und die kontrollose Justiz einer bewaffneten politischen Privatarmee seinen Geschäften nachgehen, hier lebt jeder Deutsche freier als hie Untertanen des Dritten Reiches- in ihrem deutschen Vaterland. AnSgebürgert lvurde noch niemand. ,Es kann nicht fehlen,, dasi der Herr 2 des „FreihcitSkamps" seinen Lügen über die Verfolgung der Sudetendentschen Beschimpfungen gegen die Sozialdemokratie anfügt, von denen er sagt, daß sie sich niemals im deutschen Lager befunden Teil« 2 SamStag, 20. Jänner 1984 9t. 1« Italienisch-rumänischer Freundschaftspakt nicht mehr erneuert! Paris, 10. Jänner. Die Blätter melden aus Rom, daß das gestern abgelaufene Freundschaftsabkommen zwischen Italien und Rumänien nicht wieder erneuert worden sei. Abgeschlossen Im Jahre 1026 auf sechs Jahre, wurde das Aükom- inen seit dem Jahre 1032 immer wieder für sechs Monate verlängert. Diesmal habe die italienische Regierung es nicht für notwendig gehalten, an eine neue Verlängerung zu schreiten, und zwar mit der Begründung, daß sie lieber a b w a r- t'cn Ivolle, bis es die llmstände erlauben, ein neues Abkommen abzuschließen. das den letzten internationalen Bedürfnissen besser entspreche: malS angesehenen Nation nur dadurch zu rechtfertigen vermag, das; man all daS, tvaS groß und bewundernswert an ihr ist, gegen die Hunnen und ihr Auslandsinstitut verteidigt. In der Tschechoslowakei sind die Fasci« st c n zu Paaren getrieben worden, deren Hetze die kulturelle und politische Freiheit der gesamten Nation gefährdet hat. Das Sudetendeutsch' tum bedankt /ich, mit den Hetzern und Feiglingen gleichgesetzt zu tvcrden, die vor einer ordentlichen gerichtlichen llntersuchung oder einer bloßen Polizeiaufsicht tapfer nach Deutschland emigriert sind und mit der Zuteilung fetter und einträqli- cher Posten belohnt wurden. DaS Deutsche Aus. landsinstitut, das über die Unterdrückung der fascistischcn Gefahr greint, weiß natürlich ganz gut, daß in Deutschland Fehntausende Marxisten im Konzentrationslager sind, ohne daß gegen sie ein ordentliches Gerichtsverfahren auch nur in Aussicht stünde oder andere Beschuldigungen erhoben werden könnten, als eben nichthunnischer Gesinnung zu sein. Man hat in Deutschland nicht ettva nur einige Ortsgruppen irgendeiner sozialistischen Verbindung aufgelöst, sondern alle proletarischen Parteien und die Gewerkschaften beseitigt und ihre Riesenvermögen kurzerhand gestohlen. Mai« hat den Reichstag angezündet, dann eine Prozeßlomödie veranstaltet und daS Werkzeug GocringS hingcrichtet. Man hat Bücher verbrannt. Gelehrte vertrieben, Tausende um ihrer Gesiiniung willen seelisch und körperlich gefoltert und sie brotlos gemacht. Kurz, mm« hat Deutschland in einen Kerker und daS Volk Goethes ineinBolkvonHeloten verwandelt. Dies alles wird den Ausländsdeutschen, ivird überhaupt den Menschen außerhalb Deutschlands erst richtig klar,'wenn'hunnische Zeitungen oder daS Auslandsinstitut in heuchlerischer Weise nach Gerechtigkeit für ihre GesinnungSkumpanc! rufen, nachdem sie vorher die Zustände in anderen j Ländern journalistisch der deutschen Schande „anzupaffen" versuchten. Für ihre Rechte treten die Sudctendcutschcn selbst ein. Fascisten aber, die diese nur in einer Demokratie gedeihenden Rechte beseitigen wollen, haben sich auf sie nicht zu berufen. Wenn die hunnische Presie, die das Sprachrohr von Mördern und Brandstiftern ist, für sie cintritt, werden die Demokratien geehrt, die mit der fascistischcn Pest radikal aufgeräumt haben. Die Lügen der Hunnenpresse über die Zustände im sudetendeutschen Gebiet und der Versuch, Sudetendeutschc und Fasei- sten gleichzusctzen. mehren nur die Schande der Hunnen. 0er Hetzknappe des Herrn Spina Das Kampfmittel der jungen Generation Im Sudetendeutschen Landstand: Verleumdung Im Bund der Landwirtt ging es noch vor lvcnigcn Wochen drunter und drüber. Die Jungen machten Front gegen die Alten. Einer der Ju- gendsührcr des Bundes der Landwirte sagte im Herbst ganz deutlich, daß die Landjugend nur den Teutschci« Turnverband als Führer anerkenne. Die junge Generation im Bund der Landwirte stellte sich also hinter Herrn Henle st« und seine Aktion zur„Vereinheitlichung dc'S Sudentendeutsch» tumS" und zur„Uebertvindung des Parteiwesens". Und einer der Führer der Partei, Herr Abgeordneter Toni Kühler, hat in nationalbürgerlichen Blättern geklagt, daß auch der Bund der Landtvirte die völkischen Rechte nicht tvahre. lind ein ailderer Jugendführer sprach sogar davon, daß der Bund der Landtvirte einen großen Betrug an den Bauern verübe. Diesen Acußernn« gen folgten rebellische Taten der Jungen; es tagten Sonderkonferenzen, die der ParteüeUung Fehde ansagtcn und die Verbindung der Deutschen Landjngend mit der fascistischcn Bewegung ging soivcit, daß Herr Dr. Hetz, ein Vertrauensmann dcü Bundes der Landjugend, vorübergehend in Untersuchungshaft kam. Es ist also begreiflich, daß der Bund der Landtvirte das Bedürfnis hat, diese peinlichen Zlvischcnfällc vergeßlich zu machens Herr Dr. Spina hat in seiner Eigenschaft als Feldmarschall des Sudctendcutschcn Landstandes gctvisic organisatorische Maßnahmen getroffen, die den Wünschen der Jugend entgegcnkommen; diese Maßnahmen gipfeln in der Berufung eines der jungen Rebellen, des Gustav Hacker, zur Stellvertretung Spinas in der Führung des Sudetendeutschen Landstandes. Besiegelt lvnrde das Geschäft. das die Jungen mit den Alten abwickcltcn, durch eine Führertagung der Landjugend in Hirschberg, in der die rebellischen Jugcndstihrer ihre jüngste Vergangenheit abschworen und dafür ein Lob des Herrn Spina für ihre Treue und Standhaftigkeit einsteckten. Ein Herr mit spmbolischcm Namen, nämlich Herr Dr. Hetz, der in Gesprächen mit Sozialdemokraten auch anders kann, hielt auf dieser Führertagung die einleitende Rede. Wir hätten von ihr als von der Aeußerung eines Halbfascisten nicht Notiz genommen, wenn sie nicht mit einer der niedrig st enBerleu mdungen aufgeputzt wäre, die jemals gegen die deutsche Sozialdemokratie dieses Landes erhoben tvnrde. Herr Hetz hatte die Kühnheit, folgendes zu behaupten: «Wir erlebe» heute mit größter Betrübnis, daß ost, wenn von deutscher Art, deutscher Ehre und deutscher Ordnung gesprochen wird, Angriffe gegen den Staat darin erblickt werden. ES gibt da eine Gruppe, die jedrSErhalten der de«tschen K«lt«r als staatsfeindlich a u ö l e g t,• und das ist der M a r z i S» m u S. Wir müssen dagegen Abwehrmaßnahmen ergreifen." Diese Äbwehrmaßnahmen bestehen offenbar darin, daß Herr Dr. Hetz kein Bedenken trägt, z.B. in der Jugendlichenfürsorge mit Sozialdemokraten zusammenzuacbciten und ihr sachliches Wirken. ES fiele ihm auch schwer, für seine Behauptungen, etwa in der unmittelbaren Auseinandersetzung etwa in der unmitclbarci« Auseinandersetzung auch nur den Schatten eines BelvciseS zu liefen«, Ihn in der„Deutschen Landpost" zu, erbringen, die seine Rede Ivicdergab, wird ihin«licht einfallen— denn dieses Blatt ist zu einer sachlichen Auseinandersetzung mit»ns nicht willens und nicht fähig. Trotzdein sei der Herr Dr. Hetz gefragt, woher er daS Recht zu seiner Behauptung nimmt, die den Tatsachen so kühn ins Gesicht schlägt. Wenn irgendjemand den Kampf gegen den kulturvernichtenden FasciSniuS um der deutschen.Kultur willen geführt hat, dann ist cS eben die deutsche Sozial« deniokratie, die von der„Deutschen Landpost" mehr als einmal darob geschmäht wurde. Zu einer Zeit, als die Hetz und Konsorten vor den Flam- men der hunnischen Scheiterhaufen standen und angesichts dieser Schande eitel Freude und Entzücken äußerten, haben wir unsere Stimme zum Schutze der deutschen Kultur erhoben und lvir haben, als die deutsche Landjugend schon sehr deutlich mit den sudetendeutschen Fascisten liebäugelte, unseren Kampf gegen di« Jung und Krebs geführt, um die kulturclleFrcihcit des sudetendeutschc» Volkes zu schütze», die durch die Gleichschaltung der gesamten Seht die Herren Demokraten! Dr. Bacher ist weiter Mitarbeiter eines lascistlschen Blattes l Wir haben vor einiger Zeit darauf hinge- wiesen, daß der dentschdeniokratische Abgeordnete Dr. Bacher, Leitartikler der— seit ihr die Einstellung droht— lammfrommen und loyalen „Bohcmla", noch Korrespondent der„Breslauer Neuesten Nachrichten", also eines völlig gleichgeschalteten fascistischcn PropagandajournaleS des Herrn Goebbels ist. Freilich hat er seine Beiträge dort«uir unter der Ehifre„Dr. B." veröffentlicht, aber ein gleichzeitig in der„Neuen Freie«« Presse" erschienener, vollkommen analoger und mit„Dr. Franz Bacher" unterzeichneter Artikel lies; damals den eindeutigen Schluß zu, daß cs Bacher noch immer vereinbar findet, in der Tschcchoflotvalei den Deinokraten zu spielen, Sorge un« das Schicksal dec schechoslowaki- schen Demokratie zu heucheln und zugleich Mitarbeiter eines gar nicht verkappten, sondern ganz nffenen Naziorganes zu bleiben. Inzwischen wurde dem Blatte seitens«msercr Regierung we«. gen seiner fascistischen Propaganda'die Einfuhr sn die Tschechoslotvakat verboten. Durch einen Zufall konnten wir al>er feststeven, daß Herr Dr. Backer trotzdem es auch jetzt noch nicht für notwendig findet, seine Beziehungen zu Hitler- Deutschland zu lösen, denn an« .'M. Dezember 1933 ist in dem erwähnten Blatte neuerlich ein sehr ausführlicher Artikel seines „PragerKorrespvndcntcn Dr.B."" erschienen, von dem man Wohl sagen kann, daß er, da unsere seinerzeit ausgesprochene Vermutnttg nicht in Abrede gestellt ivurde, mit Dr. Bacher identisch ist. Seht sie euch an, die Herren Demokraten! Nächstens«verden sie«viedcr von den„unvergänglichen Freiheitörechten" fasieln, die sie zn schützen Vorgehen! Aber Bedienstete eines sasci- 3 H.m. de Jong: VkräcMungene Jfode Cin Xomoo In vier kpisoäeo Autorlxlorlo Ueborsetzung aus dem Holländischen von E. R. Fuchs. Und er streckte unwillkürlich seine Hand hin. Aber unter seiner Schlammschicht errötend, gab ihm der kleine Strolch gleichgültig einen Klapps darauf und sagte unfreundlich: „Mach keinen Sums... man kann doch niemand vor seinen Augen ersaufen lasten. Auch schon was!" Er dachte einen Augenblick nach. Dann fragte er: „Wohnst dort hinter der Mauer?" „Ja... aber nur im Sommer ein paar Monate." „Nur im Sommer?... Und im Winter bann?" „In der Stadt... Ganz wo anders." Diese Geschichte fand der Landstreicher etwas merkwürdig. Er lachte.«Du wanderst also zweimal in« Jahr?" fragte er vertvundert.„Was für'«« Wandervogel!" Nun lachte auch der andere. „Ist das n schöner Garleng" .„Ja... gleich hier ist. eii« alter Obstgarten" Der kleine Vagabund spitzte die Ohren. „Teufel noch einmal!... Sollten wir da »ich'nein kommen?... Da gibtü doch sicher was zum Naschen. Wirklich'n Pech, daß das Brett toeg ist!... Wenn ich auf deine Schullern steigt, könnten wir wohl über die ll«ine Mauer kommen!...'• „Die Pfirsiche sind gerade gepflückt worden und daö übrige ist noch nicht reif," gab der ander« zu bedenken. „Nu ja, tvir können sowieso nicht nüber," sagte der kleine Landstreicher gelassen. Da««n ertvachtc sein praktischer Sini« und nachdenklich bemerkte er: „So können lvir nich nachhaus mit all dem Schlamm und Dreck an unsere«« Kleiden«... Und du besfinunt nich mit deinen« schöne«« Anzug!... Du kriegst sicher lvaS auf deine Hinterbacken ab! ... Nu, und mein Vater schlagt mich pockennarbig, lvenn ich so hcimkomine."• „Pockennarbig?" fragte der fremde Knabe verwundert.„WaS ist das?" „Nu, rat, he?... Scheckig und blau..." Er lachte. „Bist sicher ein vornehmer Bursche, lvaS?" erkundigte er sich spöttisch. „Du redest so fein!... Sicher'n getvaltig strenger Vater?..." Der andere nickte. „Wie heißt du?" „Peter." „Zerspring! So heiß ich auch!... Peter Zanzi... Mein Großvater war'n Italiener, weißt,'n Schornsteinfeger... Wie heißt du sonst noch als Peter?" Einen Augenblick zögerte der Knabe, dann sagte er: „Bon Ahrcmberg... Peter von Ahremberg." «Ein schöner Name", lobte der andere.„Aber ich werd dich Piet nennen, sonst kommt'n Durcheinander'raus." Der Gerettete nickte zustimmend, starrte verlege«« auf seine Schuhe, aus denen das schmutzige Wasser hcrvorsickerte, lvenn er ein wenig die Zehen bewegte. Plötzlich schauerte er vor Kälte. Der lleine Landstreicher stand aus dem Grase auf. „Weißt lvaS", schlug er vor.„Wir gehn in den Wald, ein Biertelstündchen marschieren. Da weiß ich'nen feinen Bach, Mann, und da lvaschcn wir unsere Sachen sauber und puddeln fein im Wasser rum... Das ist so rein, Junge... grad als ob's aus der Wasserleitung, käm..." Der andere stinmrte seufzend zu. Wieder blickte er ängstlich nach der Mauer, dann sagte er gelassen: „Gut... gehn lvir also!..." „Voraus«nit der Geiß!" lachte der kleine Vagabund»nunter.„Gehn lvir fein baden, Junge ... Und zuerst ein Stück feste laufen zum Warmwerden, denn mich beutelts vor Kälte... Obacht!" iinterbrach er sich selbst.„Muß meine Stichlinge mitnchnien..." Er drehte sich um und hielt Ausschau nach seiner Blechbüchse. Aber die war nirgcnds zu sehen. Nur die Angelrute lag noch am Ufer. Verdutzt suchte er im GraS, aber es war da keine Spur von seinem Fang mehr z«« finden. „Gottverdammt!" fluchte er enttäuscht.„Hab sie sicher ins Wasser geschubst, als ich dir nachgesprungen bi««... Ein gutes Geschäft das! Bin da'n paar Stunden für nichts gesessen und hab nach Rotbarschen gefischt..." Aergerlich schleuderte ec die improvisierte Angel in den Graben. „Dal Die muß dann auch nach!... Kann doch nichts mehr damit anfangen..." Damit war di« Sache erledigt. „Komm, Piet", rief er.«Wir brechen auf! ... Die Barschen solle«« die Pest kriegen!... Wir gehn puddeln!" Und lachend fügte er hinzu: „Jesses, wie schaust denn du a««Sl Ganz wie '«« Mohr!... Und du läufst gerade, als ob du in dein« Hosen gekackt hättest! Er lachte unbändig. Der andere errötete und antwortete verärgert: „Nun, und du vielleicht?... Du stellst selbst im Schkcunm und gar so elegant kaufst du auch nicht!" „Elegant!" kicherte Peter.„Mein Hinterer ist elegant!... Koinm, Dämling. Willst viel- lcicht daS Fieber kriegen? Lauf! Vorwärts!..,." Dam« eilten sie Hand ü« Hand weg von« Wassergraben, durch eine Wiese, den schmalen Weg sudetendeutschen Presse und der gesamten ntcht- marxistischen jungen Generation bedroht war. Die Hetz und Genossen haben sich schon damals als schlechte Wahrer sudetendeutschen Kulturgutes erwiesen; eS drängt sie offenbar, die Stimme ihrer bösen Gewissens dadurch zu übertönen, daß sie die Sozialdemokratie beschinipfen. Herr Dr. Spina, der nach diesem Hetz sprach, hat kein Wort des Tadels fiir dci« ungehcuerlichrn Ausfall seines Hetz-Knappen gefunden; und es ist doch bekanirt» daß er nicht nur Führer des Sude« tendeutschcn LandstandcS, sondern auch Minister dieses Landes ist, der ja wissen muß, wie die deillschen Sozialdemokraten auf kulturellem Gebiete kämpfen ui«d was sie erreichten. Bedeutet sein Schweigen gegeitübcr dein Hetz Zustimmung? Herr Dr. Hetz, der für die junge Generation des Sudetendeutschen Landstandes das Recht in Anspruch nimmt, mit der Waffe der Verleumdung gegen die Sozialdemokratie zu kämpfen, möge zur Kenntnis nehmen, daß sein gehässiger Ausfall nicht nur diese Ertviderung zur Folge haben wird. Die jungen Marxisten, denen er bisher in der Fürsorgcarbeit begegnet ist, werden starke Hemmungen haben, sich nach dieser Leistung mit ihm noch einmal an einen Tisch zu setzen. Ist es mich die Auffassung des Herrn Köhler, des Reichs- jugendführerS, daß cS Aufgabe der jungen Generation im Sudetendeutschen Landstand sei, den politischen Kampf durch giftige Verleumdungen zu verschärfen? K. K. stischen, antidemokratischen, die Ideale der De- «nokratie und jede freiheitliche Regung täglich verhöhnenden und durch de»« Kot schleifenden JournaleS zu sein, daß ficht sie nicht an. Und nichts anderes— vor allein keine Regung von Schau«— wäre imstande, die Verbindung dcü Herrn Bacher mit diesen« feinen Blatte abzubrechen, als etwa eine Verordnung des Herrn Goebbels, daß auch die ausländischen Korrespondenten seiner Lügenblätter die arische Abstainmung bis zur Großniuttcr»ach- Iveisen müßten! Per tschechoslowakische AuBenhandel 1934 Ausfuhr 28 Prozent, Einfuhr 29 Prozent dcs lrtzten KonjunkturjahreS Das Statistische Staatsamt verösfeirtlicht soeben daS Ergebnis des tschechoslowakischen Außenhandels, woraus man den geradezu katastrophalen Rückgang unserer Ausfuhr und Einfiihr entnehmen kann. Danach betrug in Mstliarden AL: Die Einfuhr ist gegen 1029(letztes Konjunkturjahr) auf 20 Prozent ihres früheren Wertes, die Ausfuhr auf 28 Prozent zurückgc« gangen, die Krise hat uns also fast drei Viertel unseres Außenhandels(dem Werte nach) gekostet. Selbst gegen das Vorjahr beträgt der Rückgang bei der Einfuhr 28, bei der Ausfuhr 21 Prozent. Die Aktivität der Handelsbilanz iin ganzen Jahre beträgt 21 Millionen AL gegenüber einen« Passivum iin Vorjahr von 144 Millionen AL und einem Aktiv»»« 1020 von einer halben Milliarde. Einfuhr Ausfuhr 1020 80.-^’.. . 20.5 1080 16.7 17.5 1981 11.8 18.11 1082 7.40 7.34 1033 5.83 5.85 entlang, der uahc in« dunklen Schatten eines alten Buchenwaldes verschwand. II. Sic kamen zu einer Lichtung im Wald; ein kleiner Bach rieselte«nit murmelnden Wcllchen über sein schwach gerilltes Sandbett. An den Ufern pendelten grüne Farnwedeln und lebendige Mauerpfläuzchen mit üppigen runden Blättern und kleinen, weißen Blumensterncn. Das saftige Ufergras trug zierlich tvippende Rilven, silbrig bepudert. ES schiinmertel« die weiße«« Dolden des Kerbels und gefleckten Schierlings und das zarte Rot der freundlichen Kuckucksblumen. Rund im schübeirden Kreis die glänzenden, stattlichen Bu- chcnstämmc und unter'ihren breiten Kronen ein Gelvimmel spitzer Sonnenstrahlen in der grünen Dämmerung. Die Luft Iviedcrhallte von Bogel- gesang, ein wenig schläfrig zu dieser wannen Nach- «niltagSswndc. Und am Ufer des Bächleins, halb verborgen hinter dem üppig aufschicßenden. saftigen Pflanzenwuchs. saßen die beiden Peter, sstlit- ternackt. die Zehen in daS sprudelnde Wasser getaucht, und schauten nach ihre«« Kleidern, die zerknüllt, aber auöaelchwennnt und halb schon trocken im Sonnenschein über das Gras gebreitet. In beider Augen stand Staunen. Lange Zeit schwie- aci« sie. Endlich erleichterte der kleine Strolch sein Herz. «Gott! WaS für feine Sachen, sag!... Man kann gut sehn, daß dl« ein feiner Kerl bist... Ein seidenes Hemd..." Er grinste. „Unde...'n Spitzenkragen an dem WamS ... und Manschetten... und alles aus Saint... Ist das dein»MtagSkleid, Piet?..." „Ich trag immer so etwas", antwortete Piet ausweichend. (Fortsetzung folgt.) Wr. 1« SamStag, 20. Jänner 1934 Sette 3 Preußen und Bayern bleiben »•» RADION einfach einweichen, 5.84 C) RADION wirtschaftlichen Betriebe. A) Bl tcn. Heule gibt es leinen Unterschied mehr, cs ist alles gleichgeschaltet, überall dasselbe. Wenn es richtig ist, das; neben Hindenburg auch Moeriug der Auslösung Preußens widerstanden hal, so widerholt der Ba»er Gocring hier das Vorbild des Berliner Inden Eisner, der Bayern 1919 nicht aufgeben wollte, freilich trotzdem ermordet wurde und bis zum heutigen Tag auf das niederträchtigste be- fchlmtzst wird. Nach außen hin hat die innere Teilung Deutschland nie geschwächt. Das hat sich 1870 ebenso erwiesen wie 1914. Daran ändert die große Sprachverschiedenheit nichts, von der man z. B. aus dem Weltkrieg erzählt, da» in Oberbayern die Insassen eines notgelandeten Militärflugzeuges verhaftet und als vermutliche Engländer nach München transportiert werden, tveil sie eine fremde Sprache redeten und keine Verständigung mit ihnen möglich sei. Auf dem Generalkommando in Minchen wurden die Flic- ged allerdings sehr bald freigelasse», denn eö waren Offiziere von«— sächsischen Gardercgimenl. Ob Hltlcrdculschland siebzehn- oder dreigeteilt oder ganz ungeteilt ist— es bleibt eine Schmach der Menschheit und eine ständige Gefahr für den Frieden! Hallen Sie sich jemals ein Bild von der enormen Gewichtsmenge der Wäsche gemacht, die eine Hausfrau in diesem Zeitraum für ihre Familie zu waschen hat? Ist Ihnen je die ungezählte Zahl der Stunden zum Bewußtsein gekommen, die sie, gebückt über dem Waschtrog, mit dem Rumpeln und Reiben der Wäsche zubringen mußte? ... Oie moderne Frau braucht sieh heute mit der Wäsche nicht mehr abzuplagen, denn heute ist das Waschen einfach geworden... mit die die zu wäscht eine Hausfrau in 4 Jahrzehnten! für notwendig, irgendeine Kundgebung über die Bedeutung der Bisinarckschen Taten für die gegenwärtige Zeit gu veranstalten. Die Erklärung dieser Abseng ist nun nicht schwer. Erst der 30. Jänner als Jahrestag der Kanzlerschaft Hitlers wird in Deutschland als großer Nationalfeiertag begangen werden. Stärke von 400 Mann am Bahnhof zufamnicii und drangen auf den Perron, wo sie aus den Geleisen Barrikaden errichlelcn oder sich selbst aus die Geleise legten. Dadurch machten sic die die Absahrl des Zuges unmöglich und erzwangen schließlich die Freilassung des verhafteten Nationalsozialisten. Als die lstendarmeric Verstärkung erhielt, unternahm sic einen Bajonettangriff gegen die Demonstranten, tvobei ein Nazi getötet und einer schwer verletzt wurde. Wien, 19. Jänner, lEigenbericht.) Die Nazi haben ihre Drohung, die Ezzesse nnläsilich des italienischen Besuches in Wien heute noch zu steigern, in die Tat umgeseht. Schon vormittag begannen die AuSschrcituii- gcn im Zentrum der Stadt, das die Regierung mit Tausenden Wachleuten zcrnicrt hatte. Trotzdem konnten die Nazi an fünf verschiedenen Stellen der Ringstraße Sprengkörper werfen, die großen Schaden anrichtetcn. Vor der technischen Hochschule auf dem Karlsplatz zogen die Nazi Hakenkreuzfahnen auf. Dabei kam cs zu schweren Z u s a m m e n st ö ß e n mit der Wache, die mit Gumniiknüppeln gegen die Demonstranten losging. Der Kampf verbreitete sich bald über die ganze Ringstraße bis zum Rathaus. Bei diesen Schlägereien wurden zwölf Nazi verletzt. Die Zahl der Verhafteten ist sehr groß, , aber noch nicht genau bekannt. Von der eigenen Bombe erfaßt In JglS bei Innsbruck unternahm der Nationalsozialist Eder den Versuch, eine Petarde zu schleudern. Dieselbe explodierte jedoch vorzeitig und riß ihm die Hand vom Leibe; Eder erlitt mich noch weitere schwere Berlchnngen. bisherigen preußischen Ministerpräsidenten General G o c r i n g. Reichskanzler Hitler wird allerdings auch weiterhin formal preußischer Statthalter bleiben. Was die Sonderstellung Bayerns betrifft, ist die Erklärung eher in dem allgemeinen politischen Programm der Nationalsozialisten zu suchen. Die nationalsozialistischen Kreise rechnen nämlich damit, daß durch die vollkommene Zentralisierung Deutschlands ein neues Hindernis für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland entstehen würde und wollen demnach Bayern als Land reservieren, das, da es in vieler Hinsicht Oesterreich verwandtet ist als die übrigen Teile Deutschlands, Oesterreich in feinen Schoß aufnehmen tvürde. Landbund gegen Verfassurgsreform Für Mitbestimmung deö Volkes. Der Landbund hat gestern einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt: Die in der Tagespreise mitgeteiltcn Richtlinien zur geplanten Berfassungsreform lehnt der Lan dbun d ab. Eine Verfassungsresorm im ständischen Sinne, für oie der Landbund stets eingetreten ist, kann nur dann zweckentsprechend sein, sofern das A b st i m m u n g s r e ch t des B ö l k e S g e w ä h r l e i st e t ist. Der Landbund wünscht angesichts der schwierigen Lage rascheste Beschleunigung der Vorarbeiten, um Verfassungskrise ehestens zum Abschluß bringen. ismarck in der Rumpelkammer ReichsgründungstHB wird nicht mehr gefeiert Berlin, 18. Jänner. Der aus den 18. Jänner fallende 63., Jahrestag der ReichSgrün- d u n g war in früheren Zeiten ein großer Nationalfeiertag in Deutschland, ivobci besonders die Verdienste Bismarcks gefeiert tvurdcn. Heuer ging dieser Jahrestag f a st unbemerkt vor« Plag'Dich nicht Die Staatsbahnen im Monat Oktober 1933 Ein Bericht deS Eisenbahnministeriums über die Betriebsführung der Eisenbahnen im Okto- der des Vorjahres führt an: Die Betriebs-! einnah in en bctnigen im Oktober 1933 321.8 Millionen XL, das ist um 25.5 Millionen KL(7.33 Prozent) weniger als im Oktobers 1932. Die Einnahmen aus der Personenbeförderung sanken unr 8.22 Prozent, auö der Güterbeförderung um 9.24 Prozent, die übrigen Einnahmen stiegen um 2.15 Prozent. Die Betriebsausgaben betrugen 324.-1 Millionen KC, das ist um 27.9 Millionen KL(7.92 Prozent) tvcniger als im Oktober 1932. Die SacheauSgaben waren um 14. 2 Millionen KL, die PcrsonalauSgaben um 13.7 Millionen KL geringer. Befördert wurden 17.8 Millionen Personen, wn 91.000(0.52 Prozent) weniger als im Oktober deS Vorjahres. An Waren wurden 5.4 Mil- lionen Tonnen befördert; der Rückgang beträgt 0.5 Millionen Tonnen, das sind 8.5 Prozent. Die Zahl der A n g e st e l l t e n toar unr 17.546(11.11 Prozent) kleiner als im Oktober 1932; sie betrug 140.864. In der Zeit von Jänner bis Oktober 1933 betrugen die gesamten Betriebseinnahmen 2532.1 Millionen KL; sie san- km gegenüber der gleichen Zeit deS Vorjahres um 377.9 Millionen KL oder 12.99 Prozent. Die Betriebsausgaben ohne Abschreibungen) waren um 315.7 Millionen KL(11.19 Prozent) kleiner und betrugen 2822 Millionen KL. In der Zeit von Jänner bis Oktober 1932 erreichte der Rückgang der Betriebseinnahmen 629.9 Millionen KL(17.80 Prozent), die Betriebsausgaben sanken nur um 184.2 Millionen KL, daS ist Prozent. RADION Der Faselst Fey kriegt einen Orden Unterstaatosetretär« uvich hat gestern dem Vizekanzler F e y das ihm vom Könige von Ttalleu verliehene Großkrenz des Mauri tiuS-OrdcnS überreicht und ihm bei dieser Gelegenheit die Glückwünsche Mussolinis übermittelt „Göring seufzt erleichtert“ Amsterdam:„Het Volk" schreibt zur Hinrichtung van der LubbeS:.... Gefährlich, höchst gefährlich, Ivar und blieb dieser holländische Schweiger für die nationalsozialistische Brandstifterbande. Die Möglichkeit, daß dieser armselige Mensch, von der nationalsozialistischen Vergiftung seines Gehirns befreit, einst doch den jetzt gc- schlossencn Mund auftun tvürde, um die wirklichen RcichstagSbrandstistcr zu neunen, blieb offen. Von diesem Albdruck hat sich daS Hitlertum radikal befreit. Dem letzten Zeugen, der das Geheimnis des Brandes hülle entschleiern könne»; wurde in eine andere Welt geholfen. Göring, der die unterirdischen Gänge seines Palais für die Nazi-Fackelträger weit geöffnet hatte, muß einen erleichterten Seufzer von sich gegeben haben: Gott sei dank, I dieser Ankläger ist nicht mehr." Zusammenstöße auf der Ringstraße I Bei dieser Gelegenheit soll eine Reform,deS > Organismus des Deutschen Reiches Ls ist ja so adencks die WSsche früh Radlon In kaltem Wasser auflösen und die Wäsche dann In der Lösung mindestens 15 Minuten kochen, die WSsche erst warm, dann kalt schweifen, bis das Wasser klar bleibt.. und fertig ist die Wfisdiel Ohne Rumpeln,ohne Reiben schonend und rasch blQtenwei6e Wäsche durch Radlon. der Widerstand der Hein,wehren gegen die Hit- gesehen, daß die bisherige S o n d c r st c l l u n g sl* 1-' i und Bayerns gewahrt werden, dagegen alle übrigen deutschen Länder zu Fristverlängerung zur Anmeldung der Um- i Bin Tn*an in satzstruer für die Landwirte. Mit Rücksicht auf die I Clll I OlCT Ifl K>riCS*aMl Verhandlungen über die Neuregelung der pau-! skalierten llmsatzsteucr für Landwirte, hat das Finanzministerium allen Landlvirten die Frist * für die Einreichung der Anmeldung zur Umsatz steuer für das Jahr 1933 bis zum 31. März vor längert. Diese Fristverlängerung betrifft das Be DI« Verschuldung In der Tschechoslowakei Oeffentliche und private Verschuldung 113.4 Milliarden KL. In dec lebten Nummer des„Statisticky, obzor" veröffentlicht Dr. Pavel S m u t n h einen Artikel über die Verschuldung in der Tschechoslo wakei, dem wir die nachstehenden zusammenfassen- den Ziffern entnehmen: ES beträgt die Vcrschul- schuldung des Staates 38.7 Milliarden KL, die der Selbstverwaltung 11.1, zusammen also die öffentliche Verschuldung 49.8 Milliarden. Die private Verschuldung beträgt 59.6 Milliarden, davon entfalle» auf die Land- und Forstwirtschaft 12.8 Milliarden, landwirtschaftliche Industrie und landwirtschaftlicher Handel 4.1 Milliarden, Industrie und Gewerbe 18.9 Milliarden, Handel 4.9 Milliarden, Baugenoffenschaften 3.7 Milliar den, Baukredit» Einzelner 9.2 Milliarden, alles übrige(Konsum-, Spekulationskredite etc. 6.0.. Milliarden). Schließlich kommen hiezu noch allem in der Landesgerichtsgasse, wo die Polizei Steuerrückstände im Betrage von 4 Milliarden,! 9, i t blankem Säbel vorging. Einige so daß sich die gesamte öffentliche und private Nazi wurden dabei leicht verletzt. Verschuldung mitsamt den Steuerrückständen auf Die Fesworstclluug im Burgthcater fand 113.4 Milliarden stellt. pur geladenen Gästen statt; alle Verkaufskar- tcn wurden für ungültig erklärt. Festvorstellung mit Hindernissen Die Unruhen in den Straßen hielten dann den ganzen Tag über an. Abends entzündeten die Nazi gegenüber dem Burgthcater. wo eine Festvorstellung zu Ehren Suvichö veranstaltet wurde, e i n g r o ß e S H a 1 c n k r c u z. Während die Feuerwehr nock mit dem Löschen beschäftigt war, explodierten unmittelbar vor dem Theater wieder drei Sprengkörper, die eine große Zahl von Fensterscheiben des BurgthcaterS zertrümmerten. Polizei säuberte daraufhin die Ringstraße und drängte die Demonstranten in die Nachbarbc« zirke ab. Dort wiederholten sich die Tumulte vor Die Erhaltung deö preußischen Staates cr- , u. zw. Als die Hitlerregierung bald nach ihrem Beginn das Aufgehen der deutschen Länder im Reich ankün- digte, erntete sie dafür helle Bctvundcrung, sogar biweit hinein in die Linke! Dort erinnerte mau sich, 'wie man selbst 1919 in der Jugend der Republik da- ' gleiche Streben hatte, da» aber nm Pariikulari-muS Idcr Länedr scheiterte. Gerade die bayrische Revo- ■ lutionSregierung hatte sich vor diesen Partiknlari-muS I gespannt, um so die Bauern zu getvinucn und die ! Hetze gegen die landfremden Heimat-losen" zu entkräften, die an der Spitze ständen. In der Borzeit hatte es große Unterschiede zivischeu den Ländern gegeben. War Preußen der absolute Polizeistaat, so hielt der Süden daran fest, modern zu sein. Dort halten auch die Arbeiter ein Landtag-Wahlrecht, dort gab cS eine ungleich größere Preßfreiheit und dort sanden Ausländer, die als Sozialisten au- Preußen ausgctvicseu waren, ein sichcre- «syl. In der Republik Ivar diese» Verhältnis u m« gekehrt— nun war Preußen der Hort der Demokratie, während Bayern, später auch Württemberg, der monarchistischen und dann der hakenkreuzlcrisch getarnten RcakUou Unterschlupf nnd Hilfe gctvähr- Noch ernsteren Charakter hatten die Zusammenstösse in der Provinz, vor allem iu Steiermark, wo in K r i e g l a ch rin Toter und ein Schwerverletzter zu verzeichnen sind. „.. I Dort war ein Nationalsozialist verhaftet kcnntniS zur Umsatzsteuer für den gesamten Erlös worden, der in das Konzentrationslager in Wöl- und den Wert des eigenen Verbrauches aller land- lcrsdorf transportiert werden sollte. Die Nationalwirtschaftlichen Betriebe. sozialisten schlugen Alarm, rotteten sich in der Nit Gottes Hilfe... Oesterreichische Politik. Treffend charakterisiert daS gestrige .„Le skä Sl o v o" die österreichische Politik mit dem Hinweis darauf, daß der Entwurf der neuen österreichischen Ständeverfassung in der Einleitung sich auf den lieben Gott beruft: Es entspricht der altöstcrreichischen Tradi- üo». daß die österreichische Regierung in dieser Not zum lieben Gott flüchtet>md sich anschickt, in seinem Namen eine neue Verfassung zu ver- künden, welche das Land in einen christlichen. über. Die offiziellen Hauptpersönlichkeiien deö na- Ständestaat verwandeln soll. Mit Gottes Hilfe> tionalsozialistischen Regimes hielten cs nicht wurde, lote wir uns erinnern, in Oesterreich schon manches begonnen, was nicht gerade glücklich ge- endet hat, und auch eine neue Verfassung von der Gnade GotteS birgt nicht die Garantie gegen j den Widerstand der Hitlerianer in sich.. Mit! staatlichen Jg„ Hilfe der Sozialdemokraten und überhaupt aller! verkündet werden, die die bisherigen Länderein- antihitlcrischcn Strömungen ließe sich, Ivie es richtungen beseitigen soll. Der ursprüngliche ra- scheint, ctlvas mehr auSrichten als mit Hilfe j hjkale Plan dieser Reforin mußte st a r k a b g e- Gottes, allerdings unter der Voraussetzung, daß;i n b c r t werden. Es wird fast als sicher an- leriancr nicht geringer sein tvird als gegen die Preußens Sozialdemokraten. Dem Willen Gottes sich hin- werden, dagegen ane uvngen oemicyen vano zugcbcn, ist sicher nicht die einzige Möglichkeit in xj„em Ganzen zusannnengcschlosscn werden, der heutigen Situation, besonders wenn wir er-<-•—-■■-—■ toäßcn, was von diesem Willen einst Herr Papen närt H^Ä'^VÄnlschcn^Riicksichien? bei Beginn des Reguneö Hitler gesagt hat. Die Einerseits ans der Rücksicht auf den pcrfön- Wege des H-rni sind, w,e das Sprichwort sagt, i j ch e n W u n s ch H i n d e n b u r g s, anderer- unerforschlich und niemand ivc.ß, was aus sei-1 fciu auS bet Rücksicht auf die starke Position deS nem Willen entspringen Tann— oft Nicht cm-* mal derjenige, der sich ihm anvertrnut. «eite 4 9bt. 1« SamStag, 20. Jänner 1084 A L P A A Tagcsncuigkcitcn der Schacht 9 teilt »och S, beim nach Jede Stacht Di« auf unsere milden Augen sinkt Ist ein Schatten, der»ms malmt nnd winkt Au- dem Schacht—. * Jede Stacht Pocht der Herzschlag an den harten Stein, Pocht und möchte in da» Wvnu ipitctn Tief im Schacht—. * 7.80: Welt, Sen« Land» Jede Nacht Sind wir auö den« Schlasc aufgeschreckt. Hot und nicht rin wrhrr Schrei geweckt ÄuS dem Schacht—? ch Jede Stacht Tritt der hnndrrtvierzigfachr Tod In den dumpfen Schlas der großen Slot— Leb« In der deutschen Arbcitersendung beim Pra- gcr Rnndftink spricht Sonntag nm 14.45 Uhr Minn1en". 10 Pressemeldungen. — Strafchnih: 15.10„Stunde für die Frau". 15.25 Stefan Lux:.Lyrik des Alltages". 15.45 Pressenachrichten. Die Wärmewelle Kühlere Lust rückt vor Staatsaustalt für Meteorologie Programm der Prager deutschen Sendungen vom SamStag, 27. Jänner Liblih: 10.15 Nachrichten. 14 Börsenbericht. 18.10 Jugendstunde. Fachlehrer A. Bittner:„Mit Sven Hedin in Asiens Wüsten". 18.25 Deutsch« Sendung.— Strafchnih: 15.10 Deutsche Sendung. 15.40 Kulturrelief. 15.50 Pressemeldungen. mit:: Die Die Triumph der Unmenschlichkeit. Wenn durch die Presse der.idusturwelt, jener Presse also, die ausserhalb der deutschen ReichSgrenzen erscheint, schlechterdings unfassbare Meldungen über die Greuel braunhemdiger Barbaren gehen, tvenn der Norinalmensch im nngeknechteten Teil der Erde von den Folterkammern der Geheimen Staatspolizei, dem kulturfeindlichen Ban- dalismns siaaisoffizieller Chefdramatnrgcn, die den„Revolver entsichern, wenn sie das Wort Kultur hören", liest, kurzum, wenn die ganze Roheit eines unmenschlichen Systems, das auf der Lüge ausbaute, um in der Bestialität zu enden, in kleinen, nüchtertien Meldungen vor unser Singe tritt, heult von drüben das Echo hysterisch zurück.„Lügei"„Hebe!"„Emigran- tenschwindcl!" Doch wie ist es in Wirklichkeit? In Nürnberg lebte bis in diese Tage der Ober- shidiendirektor Walter M ö h r i n g, ein gütiger, prächtiger, sozial beseelter Mensch. Ein Pädagoge, wie ihn die Jugend braucht. Kein hochmütiger Lernfnxer, kein Nürnberger Trichter, der nach verstaubtem Schema totes Wissen vermittelte, sondern ein Fugenderzieher, der mit der Zeit und ihren Problemen ging. Niemand vermochte MöhringS pädagogische und allgemein-menschliche Qualitäten anzuzweiseln. Mer ein»-Verbrechen" konnte man dem Obcrsiudien- direktor allerdings zum Borwurf machen: er war kein brauner KousunkturriÜcr und Gc- schäftemacher, er war ein Alaun mit Gesinnung und blieb auch nach Hitlers Machtergreifung Sozialdeyiokrat und Marxist! Ein Kesseltreiben setzte gegen den aufrechten Menschen ein. Die Brutalität der Nazis ist sprichwörtlich, die Gemeinheit im Umkreise des pathologischen Fran- lensiihrers Streicher ist jedoch noch von besonderem Format. Man warf den Mann, dcni sein Beruf alles war, frist- und pensionslos aus seiner Stellung. Soviel Niedertracht brach Mäh- rings Herz— der Kämpfer verzweifelte. Dieser Tage fand man ihn erhängt in seiner Wohnung aus. Und nun geschah das Fürchterliche. Die „Fränkische Tageszeitung", das massgebliche, offizielle Naziorgan, beschimpfte den Toten in der viehischsten Weise und schloss, seine Leichenschändung mit den Worten:„Kein Mensch wird ihm eine Träne nachweinen". Wir Menschen des 20. Fahrhnnderts wissen, das; selbst die Wilden Respekt vor ihrem gefallenen Gegner empsin den. Sogar dec Mörder scheut davor zurück, seinem Opfer zu nahen. Einen so reinen und makrl- Xampk gegen die Grippe! erste grosse Wärmewelle dieses Jahres hat am Donnerstag und Freitag Mitteleuropa erreicht. Sie ist durch den Zufluss warmer Luft aus dem Westen veranlasst. In den tvestcurvpüischen Küstenstaaten begann sich der Wetterwechsel bereits nm den 4. Jänner cinzustelleu, als zum ersten Male Iviedcr tiefe Störungen vom Atlantischen Ozean nordostwärts vordrangen. Im Osten des Binnenlandes leistete die kalte Luft dem Tau Wetter lange Widerstand. Prag hatte in den lebten zwei Wochen zehn Tage mit Maximaltcmpc- raturen über Null Grad, Kascha» nur vier Tage. Am Freitag wurde in den Niederungen Böhmens am Morgen bereits Plus 10 Grad C. erreicht. Prag Haie die höchste F r ü h t e m p c r a- tur seit d e m 24. O k t o b e r des Vorjahres. Auch auf den höchsten Bergkämmen Böhmens ist die Temperatur über Null Grad gestiegen; im Riesengebirge wird die S ch n c e s ch m e l z c durch ausgiebige Regen- fälle im Oberlaufe der Elbe unterstützt. Vom Atlantischen Ozcan rückt bereits k ii h l e r e L u f t gegen das Binnenland vor. Im Westen des Staates dürfte cö sich schon in der Nacht ans Samstag abkühlen; in den höheren Lagen ist wieder Frost und zeitweise Schneefall wahrscheinlich. losen Märtyrer wie Walter Möhring selbst im Tode mit dem Unrat ihrer Missgesinnung zu bewerfen, blieb diesen Menschen vorbehaften. Sie find wirklich Spitzenreiter, aber Spitzenrester der Umnenschlichkest! Das Begräbnis Olnkar SevkikS findet Sonntag vom Sihungösaale des P i s e k c r Rathauses, aus statt. Bei den Trauerzeremonicn Ivird der Philharmonische Verein„Smetana", dessen Mit-| griinder und Mitarbeiter der Verstorbene war,' Griego„Peer Gynt" und ein Werk von Bcetho- i ven zum Vortrag bringen. Auch der Gesangverein„Hlahol" wird mittvirkcn. Die Kinder sämtlicher Pisekcr Schulen werden beim Leichenbegängnis Spalier bilden. Unter den ersten, die der Schwester des Messiers Scvkil eine Beileidsdeve- schc sandte», war Scvciks berühmter Schüler Jan Kubclik. Saldntenselbstmard— Ursache unbekannt. Freitag warf sich der 22jährige Soldat des Brüxer Infanterieregimentes Nr. 9 Wenzel S l ä in a aus 8riebschütz vor einen heranbrausenden Personenzug. Den Unglücklichen wurde der Kopf vom Nmnpse ge-> trennt. Die Ursache deS Selbstmordes ist unbekannt. Unsere Monatsschrift„Tribüne"• seit dem Beginn ihres neuen, des Jahrganges in neuer Anöstattung und in grösserem Umfange. Jedes Heft bringt eine acht Seiten starke Beilage„M ittcilungen der Zentralstelle für das BildungS- w e f e n". Heft 1 des neuen Jahrganges enthält folgende Aufsätze: Emil Franzel: „Schicksalsjahr Europas", Karl Kants ky: „Was tun?", Josef Hofbauer:„Blick auf morgen", PaulSzende:„Gedanken zur Planwirtschaft", Dcsider Hort:„Revolutionäre Demokratie"; ferner folgende B e- m e r k u n g c n:„Die besiegte Wehrmacht", „Neubau durch Roosevelt?",„Die Krönung deö Dinta",„Neue Form— der alten Lehre",„DaS Rollen der Köpfe",„Der politische Hut",„Die deutschen Zeitschriften billiger?",„Eigenständische Kleidung". Bücherschau.— DaS Einzel, heft der„Tribüne" l*' 40 KL. Wir machen alle Funktionäre der Arbeiterbelveguug nachdrücklich auf die„Tribüne" aufmerksam. ES muss dafür gesorgt werden, dass alle Organisationen unsere Zeitschrift abonnieren. B»l BerkrhrSmifällen auf den englischen Strassen kamen im verflossenen Jahre im ganzen 7125 Personen unVS Leben. 210.401 Personen wurden verletzt. Die Zahl der Gelöteten ist um 458 höher als im Jahre 1082. Im ganzen wurden 191.820 VerkehrSunfälle verzeichnet. Im Hinblick auf diese Ziffern äusser» die Londoner Blätter die Ansicht, dass daS Berkehrsministerium unverzüglich an eine 2000 Totenverbrennungen in Indien Muzaffarpur, 19. Jänner.(Reuter.) In Gemeindeautomobilen wurden an die Grenze, an welcher nach indischem Rituö die Toten verbrannt werden, 1100 Opfer des Erdbebens gebracht. Nach verschiedenen Berichten wurde eine ungefähr gleiche Zahl voll den nächsten Verwandte» der Opfer verbrannt. Unter den Trümmer» befinden sich an 100 Leichen. Vom Rundfunk Empfehlenswertes au» den Programmen: Sonntag: Prag, Sender L.: 6.45: Gymnastik, .Frühkonzert, 0.85: Aus der literarischen ! 11.00: Konzert, 14.15: Sozialinformationen, ^der St.: 14.80: Deutsche Sendung: wirtschaftofnnk, 15.00: Konzert deö deutschen Sängerbundes, 15.80: Im Namen der Gerechtigkeit, Hörspiel, Sender L.: 18.00: De:»tsche Sendung; Witrek: Hans Kudlich-Spiel, 19.85: Kybal: Portugal: Land, Menschen und Kultur, 22.25: ., W_... iDentsche Pressenachrichten.— Brünn: kostet 4 Kc, der Jahrgang 0.85: Ans der Lyrik, 10.00: NachmittagSkonzert, —*““18.00: Deutsche Sendung: Tanzmusik aus vier Jahrhunderten, 22.80: Konzert.— Pressburg: 12.15: MittagLkonzert.— Wien: 8.00: Die bedeutendsten Klavier- und Orgeltverke von Bach, 11.20: Symphoniekunzert, 17.20: Schallplattenkon« 'zert, 20.00: Die lange Jule, Drama von Karl Hauptmann, 22.05: Abendkonzert:.— HetlSberg: •’3 00: Beethoven. I Amtlich bestätigte SA-Greuel SS-Mörder vor einem deutschen Gericht DaS Berliner Sondergericht für die Aburteilung von Verbrechern innerhalb der SA. und TT. hat am 20. Dezember die TS.-Männer, Bauarbeiter Paul Dahlke und Leopold K n l f f, zu je 19 Jahren Zuchthaus und die SS.-Leute, Banarbeftcr Otto Pausegrau nnd Dreher Josef Ochsenpfvrt, zu je 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Während der ganzen Verhandlung, auch während der Urteilöbe grüistning, blieb die Orffcntlichkeit ausgeschlossen. Man wählte als Vorwand die angebliche Grfä lirdnng der Sittlichkeit, lieber die Einzelheiten der'Verhandlung ist nichts in die Lcffentlichkei t gedrungen. Aber man hat erfahren, dass der Vorsitzende des SondergcrichtrS, Landgericht Sdirrktor Rehn, einer der schärfsten nationalso- zinlistischcn Richter, in der Urteilsbegründung erklärt habe, nach solchen Vorfällen, wie sie in der Verhandlung bekanntgegebrn worden seien, würde eS kaum noch gerechtfertigt erscheinen, Anklagen wegen der Verbreitung von Greurlmärchrn Die Vorgänge, die zur Auflageerhebung we gen gemeinschaftlichen Todschlages führten, sind für die Gesinnungs« und Gemütsart gelvisser Teile der Hillermiliz ebenso charakteristisch, wie die RechtSzustnudc in Deutschland charakterisiert tvcrden durch die Mühe, die es kostete, die Ver brecher ihrer Bestrafung, zuzuführen. Der Anklage lag folgender Tatbestand zu grunde: Der 33 Jahre alte Arbeiter Max Lu ca ö hatte die Nacht vom Sonnabend den 2. De zember, zum Sonntag, den 3. Dezember, in einem Lokal zugebracht, in dem sechs SS-Leute das Pu blikum durch dauernden Gesang belästigten. Er hatte schliesslich den DT-Leuten zugcrufen:„Hört doch endlich mit.eurem dämlichen Gesinge auf." Es ist vor Gericht bestätigt lvorden, dass LucaS ein ganz harmloser Mensch Ivar, de» nie einer Partei angehört und sich überhaupt nie politisch betätigt hat. Vie Geschlechtsteile angeschnitten Tie sechs bewaffneten SS-Leute fielen dar« auf über Lucas her, richteten ihn fürchterlich zu und lvarfcn ihn in den Neuköllner Stichkanal. Es gelang dem Lucas trotz seiner schweren Verletzun gen und obwohl der Kanal etwa 40 Meter breit ist. das Ufer zu erreichen. Darauf ergriffe» die SS-Männer ihn tviedernm, schlugen ihn einfach tot und warfen ihn auf die Strasse vor dem Stra ssenbahnhof Mittellnischiveg bei Neukölln. Dori fanden Nationalsozialisten die Leiche nnd benach richtigte» sofort die Polizei. Nach der Feststellung der Polizei wies die Leiche fürchterliche Verstüm melungen auf: DieGeschlechtsteile waren a b g e s ch n i 11 c n, der Bauch war durch Messerstiche von oben bis unten in eine formlose Masse verwandelt, der Körper lvar so zugerichtet, dass die Polizeisachverständigen annah men, der Mord sei offenbar von sexualpathologi schen Momenten mit bestimmt worden. Geheime Feldpollzel vollstreckt Halthelehl nicht Auf Grund der polizeilichen Ermittlung wurde ein Haftbefehl wegen Mordes gegen die Pierre. 460,231 K t Brüx, 10. Jänner. Die Sammlungen Revierrat zu Guusten der Hinterbliebenen den bei der Osseker Grubenkatastrophe»mS Leben gekommenen Bergarbeitern der Grube „N e l s o n" ergaben bis zum heutigen Tage XL 489.231.75. zu erheben. Täter— die oben benannten Angeklagten und zwei SS-Männer höherer Charge— erlassen. Aber die geheime Feldpolizei, die die Disziplinarbehörde der SS- und SA-Leute ist, toeigerte sich, dcik Haftbefehl zu vollstrecken. Man liess die Täter zunächst gemütlich in der General-Pape-Strasse sitzen. Schliesslich wurden die Mörder doch verhaftet. Die erste Folge davon war, dass die beiden SS-Leute der höheren Charge, über deren Name» nur nicht erweisbare Gerüchte umgehen, sich vor ihrer lleberführung ins UntcrsudmugSgesäng- »iS in der General-Pape-Strasse erhängten. Die vier anderen SS-Männer aber kamen endlich vor ihren Richter. Die Zahl und Schwere der Verurteilten Fälle zeigt, wie stark die Hitler-Miliz von verbrecherischen Elementen durchsetzt ist. Die SA« Leitung hat ja dieses Verbrechertum in den Reihen der Garde des Dritten Reiches gezüchtet. Lebendig in Sarg gelegt Gerade was die Personen der beiden in obigem Falle Angeklagten Kalff und Panse« grau betrifft, so hat man ihnen gegenüber eine sträfliche Nachsicht wallen lassen, die doch überaus bezeichnend ist. Kalis und Pansegrau hatten nämlich zu jenem SS-Kom^ando gehört, das die Besetzung des HanseS des Deutschen Freidenkcrver» bandes in der Gneisenaustrassc in Berlin-Neukölln dnrchführten und dort Dinge vollführtcn die das Schlimmste an Roheit bedeuteten. Unter anderem legten die SS- und SA-Leute einen der Sekretäre des Verbandes in einen Sarg, den sie im Magazin dieser FeucrbestailungSorganisation gefunden hatten. Sie schloffen den Sarg und führten ihn mit dem eingeschloffenen Mann unter Absin- gung nationaler Lieder durch die Stadt. Der Sekretär ist geisteskrank geworden. Die Fälle, die sebr zahlreich an die Sondergerichte vertvicscn werden, sind teilweise so furchtbar, dass man schon nicht mehr wagt, sie vor den eigentlich zuständigen provinzialen Sondergerichten verhandeln zu lassen. Man bringt die Verhandlung vor das Berliner Sondergericht, weil in der Provinz die Einzelheiten sich schneller Herumsprechen würden. «r. 16 SamStag, 20. Jänner 1984 Tritt 5 PRAGER ZEITUNG Wär ihm die Freiheit wert, seht' Eishockey (icrtchtssaal im* fi* l a a.> m t_ Mi.«—.. y i vcon) Virovvniitntcr, ido du ivtitutipoiUiQ)cn<" vi"un vvvGVI Wie stark daS Interesse für da« EiShockeyspiel s ao,u»a«Zr.-" ,,„h ist, beweist die Drtsache, dass in Prag, da» eine.^tnbc« Turn und j... ÖS0W6 de« toten Soldaten Kunsteisbahn besitzt, Spiele mit etwa 10.000 Zu-,*****xbanbefl der D L. I. L.»H.-VOS)ty0Ne wevly 02S wleN VOIVlUeN schauern, insbesondere bei kanadischen Mannschaf. Tschechoslowakische Arbeiter-Olympiade) stattfmden, Häßlicher Hintergrund eine« ErpreffungSprazesseS der» sie eS gibt das in im Hit- Prag, 10. Jänner. Eine ErpressungSgeschichte niit mehr als sonderbarem Hintergrmid wurde heute vor dein Strafsenat H r u b a verhandelt. Ihre Borgeschichte reicht bis in das Jahr 1010 zurück, wo der heute angeklagte ehemalige Rottmeister des Sanitätsdienstes Ladislav D u d a k noch als Präparator in einem slowakischen Reservespital Diensi machte Als solcher bekam er eines Tages von seibern Vorgesetzten, einem Reservearzt, der in Zivil Zahnarzt war, einen sonderbaren Befehl. ES war soeben ein Soldat gestorben, der dem Arzt durch fein wunderschönes Ge- b i fi ausgefallen war, und dieser tvar davon so entzückt, das; er dem Prät'arator-Roltmeister den Befehl gab, der Leiche den Kops ab zu« Anlässlich der Winterspiele der IH. Tschechoslowakischen Arbeiterolympiade in Gross- Hammer— am 27. und 28. Jänner— werden auch Eishockeyspiele auSgetragen. Die folgenden Ausführungen werden daher viel zum Verständnis beitragen. Man nennt das Eishockeyspiel das schnellste aller Spiele. Von der Wahrheit dieser Behauptung ist jeder überzeugt, der zum ersten Male Eishockeymannschaften im Kampf sieht. Kurz einiges über daS Spiel selbst. ES wird von sechs Mann in jeder Partei gespielt. Der Torwart hat daS Tor zu hiiten, ihm stehen zwei Verteidiger zur Seite, den Angriff auf daS Tor bewerkstelligen drei Stürmer. Bei einem EiShockeyspiel sind also zwölf Mann im Spielfeld, das meist 25 mal 60 Meter grast ist. Das Tor ist 1,22 Meter hoch und 1.83 Meter breit. DaS sind international festgelegte Maste. Gespielt wird mit einer Hartgummifcheibe von etwa Hondtellergrösse. Man benutzt deshalb eine Scheibe, weil ein Ball auf der glatten Eisfläche zu schnell laufen würde; schwarz ist die Scheibe deshalb, damit sie vom blaick- weisten Eis gut absticht. Die Kunst des Spieles liegt in der vollkommenen Beherrschung des Schlittschuhlaufes hinsichtlich Schnelligkeit, Sicherheit und Kunstfertigkeit. Es ist das die erste Bedingung, die an einen Eishockeyspieler gestellt wird, aber nicht die einzige. Mehr wie jeder andere Spieler must der Eishockeyspieler die ihm von der Natur mitgegebene Fähigkeit haben, blitzschnell die Situation auf dem Spielfeld— wozu auch die gegnerische Mannschaft gehört— überschauen und erfassen zu können. Wer bei der Schnelligkeit des Spiele» das nicht kann, wird nie ein Eishockeyspieler werden, der auch nur eüiigermasten die Gewähr bietet, in diesem Sportzweig etwas zu leisten. Bei so einem schnellen Spiel sind narurlich Zusammenstösse unvermeidbar, und man must beim Eishockey in bezug auf den Begriff ..harte» Spiel" und„Foul" ander« Dkaststäbe anwenden als bei Spielen auf dem Lande. Gespielt Hoffmann von Fallersleben Zum 00. Geburtstag am 20. Jänner Kein grosser Poet Ivar er, aber doch auch mehr als der Dichter des Lieds„Deutschland, Deutschland über alles". Er Ivar auch ein revolutionärer Dichter, Dichter des nach den sogenann- „BcfreiungSkricgen" so sehr und schwer enttäuschten liberalen Bürgertums, und er hat für seine politische Dichtung auch bnsten müssen: er wurde seiner Professur in BrcSIau verlustig. Und dann führte er viele Jahre lang ein unstetes Wanderleben, als„letzter fahrender Sänger" durchzog er ganz Deutschland und trug Wander- und Gassenlieder, Liebes- und Trinklieder und vaterländische und freiheitliche Dichtungen vor. AlS politischer Dichter ist er nicht mehr hcrvorgetrctc». Aber er darf doch nicht nur als der Verfasser schöner, heute»och viel gesungener Kinderlieber l»Alle Vögel sind schon da" und„.Kuckuck ruft'S ans dem Wald") fortlebenl Als„Dichter der„Unpolitischen Lieder", die zu Beginn der Vierziger Jahre de» vorigen Jahrhunderts erschienen, als Verfasser revolutionärer Gedichte, die daS Bürgertum vergessen hat und über die auch die marltgängigcn Literaturgeschichten gern schlveigcnd hinwegglcitcii, ist er auch dem Proletariat teuer. „Ruhe um jeden Preis I So will' wenn genügend viel Anmeldungen vorhanden sein werden, auch in Neratovice(Fahrpreis einschliestlich Verpflegung 55 XC) und in Fung-Bunzlau(Fahrpreis einschliestlich Verpflegung 43 Kd). Anmeldungen müssen spätestens bis 25. Jänner beim Evaz D. T. I. E., Prag II., Havlikkova 5 a, oder bei der Pcrsonenkasia Ar. 13 am Masarybahnhose unter Bezahlung deS vollen Fahrpreises erfolgen. Es ist möglich, sich zur Expedition, die mit dem Sport- Schnellzuge am Samstag, den 27. Jänner, uni 1-1.30 Uhr, Prag verlässt, zu melden. Der Fahrpreis beträgt dann mit der Verpflegung am SamStag abends und Sonntag ganztägig 70 X£. Das Nachtlager von Samstag auf Sonntag ist gesondert zu bezahlen. Deutsche Schule, Prag VII., Elternvrrsamm- lung, Montag, den 22. Jänner, 20 Uhr, Messepalais. Frau Dr. Bornstein: Est» und Schlafstörungen der Kinder. Fra« Hannnerschmidt: Sollen Kinder die Zeitung lesen? Gäste lviNkommenI Grosser Angestellten. Ball, Heincsaal, Weinberge, SamStag, den 3. Feber. Entree 10 KL. Die„Deutsch» Presse" hat nicht dazu geschwiegen. Sie hat. was wir hier oft„anerkannt" haben, die illustrierten Propa« ganda-Teilte der braunen Filmindustrie regelmästig im redaktwnellen Teil veröffentlicht— und sie hat sich vor ihren Lesern damit gerühmt, dast man ihren Berichterstatter„im eleganten Cadillac" zum Barrandow befördert hat, als dort der paradiesische braune Anita-Film gedreht wurde. Der Fall dieser„Deutschen Presse" liegt also klar. Auch von der ler in Lauf« und Spieltechnik grenzten oft ans Artistische. Die Arbeitersportler sind leider nur auf Natur bahnen angewiesen, und die gibt es in unserem Klima so selten, dast ein ausreichende» Training nicht möglich ist. Dagegen werden in den bekannten Win tersportorten St. M'ritz, Davo» usw. von den bürgerlichen Eishockeymannschaften sehr viele Kämpfe veranstaltet. Doch auch bei den Arbeitersportlern— speziell in Oesterreich und Lettland— wird da» EiS- bildet den Körper fest"durch und Körperbildung stehtVerkündung verbundenen Feier um ettva 20 Uhr«ad ja beim Arbeitersport au erster Stelle. die Ankunft in Prag vor 28 Uhr. Der Zug hält. 200 J.G.-Maler verhaftet. Sämtliche Maler und Anstreicher— insgesamt rund 200—, die in den Betrieben der J.G.-Farüenindustrie, Leverkusen, beschäftigt waren, wurden verhaftet, nachdem an der Jnnenmauer in riesigen Buchstaben die Anschrift angebracht worden tvar:„Unter Brüning und Papen hatten wir nocki einen Braten, bei Hitler und Gocring langt«S nicht mehr zum grünen Hering." Milchwildwrst in der amrrikanischcn Milchwirtschaft. Der Farmcrstrcik in den Staaten deS Mittclwcstcnö wurde mit echt amerikanischen Mitteln durchgcfiihrt. Mehrere Molkereien, die sich dem Streik nicht angeschlossen hatten, wurden in die Luft gesprengt, eine ganze Reihe von Ortschaften von der Zufuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse ganz abgcschiiittcn. Tclephonleitungen wurden durchschnitten, in Jolva haben die Farmer sogar eine Eisenbahnbrücke zerstört, der Wert der vernichteten Milchproduktion beträgt viele tausende Dollar. An 280.000 Farmer und Händler beteiligten sich am Streik, der eine Heraufsetzung deü Preises für Milch und Milchprodukte berbeiführen soll. Seit Aufhebung der Prohibition istderBerbrauchvon Milch und Sahneeiserheblichgesunken. „Bohemia" hat niemand erwartet, dast sie gegen den hitler- deutschen Film Stellung nimmt. Sie behandelt ihn mit demselben Wohlwollen, mit alle» hitlerdenische betrachtet. Aber ein demokratisches Tagblatt in Prag. Gegensatz zur bräunlichen„Bohemia" Ier-Reick> verboten ist und im politischen Teil nichi selten sein Mistsalle» an den Massnahmen und Kundgebungen des braunen Terror» änssert. Was veranlasst dieses Tagblatt, der hitlerdeutfchen Film- der besitzende Bürger! er auch diese daran." Wär ihm die Freiheit wert, seht' er auch diese Diese Worte Hoffmanns»von Fallersleben sind heute nicht minder richtig als vor einem Jahrhundert, und tvas er in seinen„Spitzkugeln" über Preusse» sagte, das gilt heute für das ganze Deutsche Reich Hitlers: „Unter preustisch versteht mm«: bnremckratisch verwaltet, militärisch geschult und polizeilich be« Ivacht." Und deshalb teilen heute so viele, teilen heute Millionen die Sehnsucht Hoffmanns von Fallers- leben: „O Märchen, tvürdest du doch wahr nur einen einz'ge« Tag im Jahr, 0 Knüppel au» dem Sack! Ich gäbe drum, ich weist nicht was, und schlüge drein ohn Unterlast, frisch: Knüppel auS dem Sack aufs Lumpenpack! Aufs Lumpenpack!" Der Goevvelü-Fttnr in Vrag! An»^arranboto, am Wenzelüplatz und auf der«nseratenfeite wird gewöhnlich dreimal eine Viertelstunde lang mit Pausen zwischen den Spiclabschnitten. Gewonnen hat die Partei, die die meisten Tore schoss. Daö ist meist eine grosse Kunst, denn die Scheibe— im Fachiargon Puck genannt— darf nur mit dem Hockeyschläger, einem unten fast rechttvinklig umgebogenen, kellenartig verbreiterten Stock über das Spielfeld bewegt und ins Tor befördert werden. Und hier steht der wegen der Wucht der anprallenden Scheibe dick gepolsterte Torwart mit einer grösseren Kelle. Ihm ist eü gestattet, die Scheibe zu halten oder aufzufangen wie es ihm beliebt. Manchmal bietet eS«inen grotesken Anblick, wenn er, unterstützt von seinen Verteidigern, aber hart bedrängt von der gegnerischen Mannschaft, sich der anfliegenden Scheibe entgegengeworfen hat, nun auf dem Eise vor seinem Heiligtum liegt, vielleicht noch andere Spieler mstgeriffen hat und sich mit Händen. Füssen und dem ganzen Körper bemüht, das Tor zu decken. Aber gerade bei Dast die von gewissenlosen Geschäftemacheri, be« sorgte hitlerdeutsche Filminvasion in die Tschechosio- tvakei eine unerträgliche Herausforderung aller Anti- fascisten dieses Landes, dass sie eine Tributerhebung für den braunen Terror bedeutet und dass sie schliesslich eine Attacke gegen Geist nnd Geschmack des Filmpublikums darstellt, ist hier oft genug betont worden. Allmählich beginnt auch bei anderen die Erkenntnis zu däininern, dass die Gefahr dieser braunen Ueberschwemmung sehr ernsthaft ist. AIS die Berleihsirmen M e i st n e r nnd Wolfram ihren „vorteilhaften" Vertrag mit der braunen Filmindustrie abschlossen, der uns für die laufend« Spielzeit drei Dutzend hitlerdeutsche Leinwandgreuel beschert nnd wt3 das Vergnügen verschafft, ein Bat- taillon der von Goebbels kommandierten Kurbelarmee am Barrandow manövriere» zu sehen, wurde hier aus daS Skandalöse dieses Geschäftes hingewiesen. Jetzt sind die Tatsachen, die wir voraussagten, Wirklichkeit geworden. In den Prager AB«AteIierS ist der hitlerdeutsche Film„Anita im ParadieS" Othello kein Mohr, so>,dern ein Italiener gewesen sei. Shakespeare hat den Stoff zu seinem Othello- Drama aus einer Sammlung von Erzählungen Giovanni Battista CiiicioS entnommen, der von den Italienern Giraldi genannt wird. Girakdi 1 gibt aber den Namen seines Helden nicht an, er - nennt ihn nur„Capitauo Moro". Der Graf Da-» I mosta hat die Gerichtöalien von Venedig aus dem Jahre 1515 geprüft, die die Klage gegen den In» fanteriehaupimaim Francesco Dasessa betreffen. Die Verhandlung sand vor deni Rat der Zehn statt, der nur Mordsachen verhandelte, und man kann deshalb ohne weiteres, obwohl die Akten die Anklage nicht ausdrücklich benennen, aus dem Gerichtshof auf die Art des Vergehens schliessen. Dieser Kapitän Desassa, der damals zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, sei das Urbild des Othello. Er wurde Jl Eapitano Moro genannt, nicht weil er ein Mohr war, sondern weil er aus dem Süden Italiens stammte und sich durch«ine besonders dunkle schwarzbraune Gesichtsfarbe auszeichnete, wie sie in Siiditalien öfter vorkommt. 1 mauern, msvewnoere vei lanaoymen weanmmas-. ten, keine Seltenheit sind. Man sieht dabei EiSho-1 fertigt die Eisenbahnverwaltung am Hauptwett- ckey in höchster Vollendung, die Leistungen der Spie- kampftage, den 28. Jänner, eventuell am 4. Feber von Prag einen Sonderzug zu folgenden Bedingungen ab: Der Fahrpreis beträgt 65 XL für Pie Fahrt von Prag und zurück einschliesslich ganztägiger Verpflegung(Frühstück, Mittagmahl, Nachtmahl), weiters Unfallversicherung und ebentuell Führer für eine Sondertour. Der Fa.>r/rcis ohne Verpfl"-rung ' mit Unfallversicherung beträgt 46 XL. Der Zug , fährt ab Prag uni etwa 5 Uhr früh(Sonntag) und kommt in Gross-Hammer um 8.80 Uhr vormittags Hockey jetzt planmässig gepflegt, schon daö Training, öv. Die Rückfahrt erfolgt nach der mit der Steger- Dir Angestellten klagen die Bersichrrungs- A.-G.„Bierkur". Aach der Kündigung des Kollek- UvvertragcS verbandelte der„Merkur" mit den Angestelltenvcrtrclern über eine Neuregelung der Bezüge und ein ncneS Uebcreinkommen. Bei der am 28. Dezember l. I. ftatigefundencn letzten Verhandlung wurde seitens der Gesellschaft an die Organisation appelliert, bis zur zweite» Jänner- Woche a. c. nichts gegen die Gcsellsäiaft zu nnter- nchmen,>vas zugcstandeu und auch eingehalten wurde. Aber am 1. Jänner 1934 setzte der„Merkur" die Angestelltenbezüge um 10 bis 20 Prozent herab. Mit begreiflicher Entrüstung lehnten die Angestellten diese diktierte, den Gesetzen nnd bisherigen Gepflogenheiten ividersprcchende Reduktion der Bezüge ab und beschlossen, gegen den „Merkur" eineM assen klage einzurcichen. Bemerkenswert ist, dass die in die hunderttausende gehenden Bezüge der Funktionäre nicht herabgesetzt wurden, was die um so grössere Erbittcrukig „„„ u ,. r„ T1,„ der Angestellten hauptsächlich gegen den amtSfüh» solchen Drängeleien findet ost ein Stürmer ein Loch. 1 rsnden BerWaltungSrat, Dr. Dubskh, den durch da« er den Puck überraschend-insendet. Haupturbeber der ganzen Affäre, erklärlich macht. - Nach Gross-Hammer, wo di« wintersportlichen 14 CMte 6 StamMng, 20. Jänner 1S34 Kr. 19 verhindert werden? ent« Kul- Konst und wissen (x„..... Dr. Stern führte tverter an, oaf; auch nach vem sch ne r den, um dann bte Zahne^^ansLnprapa-«geafatl der vcriodischcn Ursachen der aeaenivartisen unerläßlich ist. Die der Hä je k. Zunächst vertrugen tfte sich gut, später be» I Außenministers, Dr. Krofta, Professor der 6st-. WS u■% w rw•« m,—. Vvll IllIV, VIC fiVllll.il v>L' wl I* yUHU W L och.satt znr Anzeige und der Reservearzt kan» in Arbeitskraft durch Maschinen und Automaten weiter^ 4 i i bli nn tunte r f»i ch u n g, wurde eines I n^rken. ja. daß sie sich sogar verstärken werden, so von K a m e n e c im polnischen Grenzge» a u S Donnerstag. 2i>. Jänner um 8 Ahr abends Deutsche sozialdemokratische Bezirks organisation Prag Wirtschaftskrise, die heute schon teilweise ttberwun» >. die Folgen der Ersetzung der menschlichen Neber die bildende Kunst. Max DSri.) Religion und Sozialismus. .Heinrich Hofmann.) : Sozial^'ische Lebensführung. «Hofbauer.) Alle Vorträge finden unter der Leitung Deutsche sozialdemokratische Bezirks- organisation Prag kam aber die Freundschaft einen Rist, als Kovaiik, der ein Paar Rcservefchuhe gegen einige schachteln Zigaretten»mgetanscht hatte, sich schließlich weigerte, dem MikrS immer wieder von diesem Rauchzeug abzugeben. Es gab Auftritte und Streitigkeiten. Schliestlich schob man die Häftlinge einen nach dem andern über die Grenze ab nutz im Herbst b. I. waren die erfolglosen Arbeitsucher wieder daheim. Sei es nun, dast Mikcö seinem ehemaligen Zellengenossen nicht verzeihen konnte, dast dieser auf die Dauer nicht gewillt gewesen war, seine Zigaretten mit ihm zu teile», oder dast andere Motive mitspiclten— kurz, er zeigte Sloväkek an, dast dieser in der gemeinsamen Haft allerlei radikale Reden geführt, und u. a. auch erklärt habe, er werde nach seiner Heimkehr unseren Justizmiuister abkrageln. Diese Anzeige gab Anlaß zu einer strafgerichtlichen Verfolgung d«S Bezichtigten wegen Verbrechens der öffentlichen"Gewalttätigkeit, begangen durch gefährliche Drohung. Heute stand Slovaktk unter dieser Anklage vor Gericht. Er bestritt auf das entschiedenste, jede derartige Aeusterung und tatsächlich deuten alle Umstände darauf bin, dast er zu unrecht beschuldigt worden ist. Der dritte Zellengenosse Wenzel H ä j e k kommt als Zeuge nicht in Betracht, weil er taub ist. Der Hauptzeuge Mikeä, von dem die Strafanzeige ausgegangen tvar, erwies sich als ein Mensch mit völlig zerrütteten Nerven, der aus russischer Kriegsgefangenschaft als menschliches Wrack zurückgekehrt ist. Seine Aussage enthielt so viele Widersprüche, dast der Gerichtshof schließlich seinen Aussagen nicht die Bedeutung einer vollwertigen Zcugenschäft zngestehch» konnte und den' Angeklagten mangels eines vollgültigen. SchuldbeweifeS f reist' r a cv. rb. des Bildungsausschuffes statt. Diskussion nach jedem Vortrag. Rc giebeitrag für den gesamten Kurs 10 Kk.(Zu entrichten am Beginn des ersten Abend».) Beitrag für jeden einzelnen Abend 3 KC. Anmeldungen(auch von Nichtmitgliedern der Partei und der Kuliurorganisationen) sind sofort zu richten an Genossen L. Goldschmidt.«Sozialdemokrat". Prag XII., Fochova 62. Redereien im sowjetrufsifchen Kriminal. Eine sonderbare Denunziation Prag, 10. Jänner. Jnr SowjetgefänguiS Podolski', biet der Sowjetunion fasten drei Leute der Tschechoslowakei, alle wegen illegalen Grenzübeetvittes. Der 80jäh- rige Schlosser Josef SlovaCtk, der im Mai v. I. mit einem Proviant von d, r e i Brotlaiben in tagelangcr nicht ungefährlicher Wanderung durch polnisches Staatsgebiet sich über die Sowjet- grenze gestohlen hatte, fand dort einen sehr unfreundlichen Empfang. Er fast volle acht Monate im Gefängnis»nPodolfkiKamenec in Untersuchungshaft und seine Zelle teilten zwei andere Tschechosloloaken. Albert MikeS und Wenzel Die Feuerbestattung der am 18. dS. verschiedenen Frau Klara Tausfig, Gattin des Prager Advokaten Dr. Oskar Taussig, findet heute um sh 12 Uhr vormittags im neuen Krematorium statt. 2288 Mitteilungen aus dem Publikum. Die Grippeinfektion beruht stets auf einer verminderten Widerstandsfähigkeit des Organismus. Stärken Sie daher Ihren Körper durch gleichmähtz andauernde Massage mit Alpa-Mentholfranzbramt- wein. Eie schützen sich dadurch verläßlich vor der Grippe. Eine Desinfektion des Mundes, der Nasenhöhle und aller sonstigen Atmungsorgane durch Alpa macht Sie widerstandsfähiger gegen Infektion. 168 von...... weltberühmte V iol i n p ä d a g o g e Ö t o ka r S evkik.— Sevkik, der ursprünglich Virtuose war und große Konzertreisen unternahm, die ihm Ruhm und Ehren elnbrachten, war Schüler des deutschen Geigers Anton Bennewitz am seinerzeitigen utraquistischen Prager Musikkonservatorium. Wegen eines Augenleidens entsagte er sehr bald der Virtuosenlaufbahn und, widmete sich ausschließlich der Pädagogik. Als Violinlehrer erwarb sich Sevlik beispiellosen Ruhm. AuS allen Länden» der ganzen Welt strömen ihin die Schüler zu, üni seiner Wundermethode teilhaftig, zu loerden. Tatsächlich hatte.Sevkik■ eine eigene und auf neuen technische» Grundlagen aufgebmite Lehrmethode, die er auch in seinen violinpädagogischen Werken niederlegte und die in der besmideren Bogentechnik und im sogenannten„Halbtonsvstem" bestand. Der große, volle Ton. der energische Bogenstrich und eine auf» vollkommenste au-gebildete Technik deü Geigenspieles sind die greifbaren Merkmale der Sevkikschen Biolin- pädagogik, sind Merkmale, an denen alle Sevkik- Schüler zu erkennen sind. Ihre Zahl ist. Legion; die meisten haben ihren blendenden Weg als Konzertkünstler gemocht oder wirken in hervorragenden Or» chesterstellungen. Die violinpädagogischen Werke SeviikS umfassen: Die Bioltntechn.il ini allgemeinen, die Bogentechnik, Trlllerstudien, den Lagenwechsü, Pie Doppelgriffe und eine„Schule de« Biolinvortrage» auf melodischer Grundlage"., Der Biolinpädagoge Sevkik wirkte außer in. seinen, Heimatland'(er war Professor und später Meisterlehrer de« BiolinspieleS am Prager. Konservatorium) auch in Rußland und Amerika. Bor mehreren Jahren zog er sich nach der südböhmischen Stadt Pisek zurück, wo sich alljährlich im Sommer ein großer Schülerkreis um den greisen Meister sammelte. mit Dortrag de, r.(Smit 3r an sei: Kann der europSlsche Krieg Disziplinarvergehens schuldig befunden und mit zehn Tagen Zimmerarrest bestraft. Der!"‘ a£/’ Befehl eines Ve»gesetzten auLgef'ührt hattet Heute— fünfzehn Jabre später— kan» diese sicherlich recht unschöne Sache in anderem Zusau»« menhang noch einmal strafgerichtlich zur Erörterung. Der betreffende Arzt kehrte kurz nach diesem Vorfall. ins Zivilleben zurück und ist heute als Di» striktSarzt in einer nordböhmifchen Stadt tä- »ig. Der Rottmeister wiederum wurde spä- ter aus anderen gründen aus dem Militärdienst entlaffen, geriet in Not und führte ein V aga» b n n d e n l e b e n, während dessen er auch mehrfach wegen kleinerer und größerer BetrngSdelikte und ähnlichen» mit dem Strafgesetz in Konflikt kan». Auf seinen Irrfahrten kam er auch in die Stadt, wo der Arzt beute ansässig ist und als er durch Zufall erfuhr. dast sein ehemaliger Vorgesetzter dort seine Praris ausübe. suchte er ihn auf und brachte ihm die Sache von dem abgeschnittenen Kopf deS Soldaten eindringlich in Erinnerung. Der Arzt, dem das recht unangenehm sein mochte, lleidete den ganz her» avgekonnnenen ehemaligen Rottmeister neu ein und versah ihn auch mit Geld, um ihn so bald als möglich loszuwerden. Aber schon an» nächsten Tag erhielt der Arzt von seinem gewesene»» Untergebenen einen E r p r e s s u n g S b r i e f, in welchen» Vieser nicht lveniger als 6.800 Kc Schweigegeld verlangte, andernfalls werde er de»» Arzt ins Gerede bringen. Austerden» beschuldigte er den Doktor in diesem Schreiben, er habe den Soldaten durch Jnjek» krönen absichtlich umS Leben gebracht, um sich seines schönen Gebisses zu bemächtigen. Daraufhin erstattete der Arzt die Strafanzeige wegen Erpressung. Bei der heutigen Verhandlung, verteidigte sich der Angeklagte, er'habe unllberlegterweise und unter den» Druck seiner Notlage gehandelt. Die Bcschnldi» gung, dast der Arzt den Soldaten um des Gebisses lvillcn aus der Welt geschafft habe, sei natürlich erfunden. Schließlich wurde er des Verbrechens der Erpressung schuldig erkannt und zu sechs Monaten Kerkers verirrteilt, und zlvar u n b e d i»» g t, denn der Angeklagte ist fcho»» mehrfach vorbestraft. rb, schichte an der tschechischen Universität in Prag, eine»» Vortrag über das Werden der nationalen Verhältnisse in der Tschechoslowakei. Er gab zunächst ein Bild der Besiedlung deS Landes voin.6. bis 10. Jahrhundert, da die Bewohner zum allergrössten' Teil Slätven' gewesen sind. Im 12. Jahrhundert begann dann' die deutsche Kolonisation,, die eine vollkommene Unüviilzung in den nationalen Verhältnissen deS Landes mit sich brachte. Die deutschen Kolonisten haben sich große Verdienste um die wirtschaftliche und- kulturelle Entwicklung unserer Länder erworben. Gegenüber der Erstarkung deS Deutschtums trat dann im 14. Jahrhundert eine Reaktion ein, in der Zeit Karls IV. erlangten die Tschechen Iviedcr das Uebergewicht, einzelne von Deutschen gegründete Städte Nmrden tschechisiert. Seit dem 16. Jahrhundert aber erstarkt wieder das deutsche Element, der Ausstieg des Wirtschaftslebens bringt»vieder deutsche Kolonisten ins Land, den Hö» bevunkt erreicht diese Entwicklung durch die Zentra» lisierungStendenzen Maria Theresia»»md JosefS I I.. die zu einem Vordringen des Deutschtum» bis an die Tore von Pilsen»md Prag führen. Seit dem 10. Jahrhundert, da sich daS große geschichtliche Ereignis deS Erwachens der tschechischen Nation vollzieht, he« ginnt wieder daS Vordringen des Tfchechentum». Krofta schloß seinen Vortrag mit der Bemerkung, daß dn-Lause der Geschichte sowohl die Tschechisie« rung, al» mich die Germanisierung meist nicht absichtlich erfolgt ist, sondern tiefere wirtschaftliche Gründe hatte. E. St. Zum Lade Otokar Eeväik» In Pisek in Südböhmen starb im Alter 82 Jahren der tschechische Geiger und Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Han« oder bei Bezug durch dje Post monatlich KC 16.—. vierteljährig. KC 48.—, halbjährig KC 96.—. ganzjährig Kc' 192,—.— Inserate werden laut Tarif billiast berechnet Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung der Retournmrken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Bost» und Telegraphen» " pirektfon mit Erlast Nr. 18.800/VU/10B0 bewilligt.—Druckerei.„Orbis", Druck». Verlags» und ZeilungS-S.-G., Prag.>- BÖHMISCHE UNION-BANK (VEREINIGT MIT DEM ALLGEMEINEN BÖHMISCHEN BANK-VEREIN) Zentrale In Prag AMmÜpilJl v 200,000.000— Rsumfiaü Kl 201,550.0«- FILIALEN: Asch, Aussig, Bodenbaoh» Böhalsoh Budweln, Bratislava, Braunau I. B„ Brünn, Brüx, Errlwaldau, Vry- fiele. Gablonz.a. N., Graslitz, Hohenelbe, iulau,-hlgerndon, Karlsbad. Königinhof a. E. Lcllnerilx, Msriwnbad. MMhr.* Ostrau, Nlhr.'Bohönberg. Neu-Titsclieln* Olmütz, Pardu bitx, Pilsen, ProOnüz, Reichanberg, Rumburg. Saas, Tep* IltS’Schönau, Trautenau, Troppau. Warnsdorf, Zwi lau. EXPOS1TUREN; Prag Lieben und Prag*Weinberge. Zutkar- A tailungan: Brog, Bratislava, OlaiOti, Troppau, Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prfkopy, Palais Koruna. Volkstümlicher Kurs über kulturelle Fragen Der BildungSausschuß der Bezirksorganisatioi» Prag veranstaltet im Feber—März 193-1 einen populären Lehrkurs über kulturpolitische?tr«» g e u. der eine notwendige und sicherlich begrüßenswerte Ergänzung der bisher peranstaltetcn politischen KurSabeiide darstellen soll. ES ergeht hiermit an alle Mitglieder der P a r« t ei und der deutschen sozialistischen Kultur« o r g a n i s a t i o n e n in Prag und an alle Freunde unserer Bcivegung die Einladung zur Teilnahme an den für sechs Abende anberauniten Kurs Kulturfragen des Sozialismus Die Vorträge sindcn immer in der Zeit vom 1. Feber bis 13. März Donnerstag abends halb 8 Ilhr im Parteiheim (Prag I I.. Närodni 1) statt, wobei nur der 8. Feber (mit Rücksicht auf die an diesem Abend stattfindende Generalversammlung der Bezirksorganisation) fällt. ipoil• Spiel• Körperpflege Der weiteste Arbriterskisprung: 65 Meter! Die W»e>»er»Wald-Schanze der Arbeiterwr« ner von HoderSdorf-Weidlingau hatte am vergangenen Sonntag ihren großen Tag und der Schanzenrekord von 55>,h Meten» jwurde achtmal übersprungen. Die großen Weiten, die erzielt wurden, sind zum Teil auf die llinstellung der Springer in der Körperhallung zu» rückzuführen. Viele haben sich den Kippsprung (aerodynamische Techitik) angelvöhut, durch den der Luftwiderstand bedeutend verringert wird. Ueber 8500 Zuschauer' sahen ausgezeichnete Leistungen. Reinhardt(Bischofshofen) sprang außer Konkurrenz 63 Meter und stellte damit einen neuen Schanzenrekord auf.' ES ist nicht un» wahrscheinlich, daß Reinhardt an den Wettkämpfen in Großhammer teilnehnien wird. Dal offizielle Springen gewann Reinhardt mit 58, 58'/,, 50 Meter und Note 10.611 vor Puchinger (Salzburg) mit-19'/,,-18%, 57% Meter und Note 18.666. Es sprangen 28, von denen 10 immer noch über 50 Meter kamen. Am BundeSfest in Lettland haben folgende Verbände ihre Meldungen abgegeben: zum Wintersportfest, daö im F e b e r d. I. stattfindet: Finnland, Estland, Polen, Oesterreich»ind Rußland; mil S o m m c r f e st i m I u n i d. I. nehmen teil: Tschechoslotvakei lDTJ.), Oesterreich, Polen, Dänemark, Norwegen, Litauen, Estland, Finnland und Rußland. geschichtlichen Grundlage» nationalen Verhältnisse der Tschechoslowakei Ein Vortrag deS Ministers Krofta Jui Rahnien der Gesellschaft zum Studium der nationalen Fragen hielt der Stellvertreter des rieren, was dann auch geschah. Eine Pflegerin, die den Präparator bei dieser Arbeit überraschte, brachte 7?,*,'s Die Parftellnng für Offek.(„Pünktchen und Anton") an» Deutschen Theater hat eine Einnahme von 0468'KC ergeben, die dem wohltätigen Zweck zu» geführt tvurde. Alle Ang. e st eilten deS Theaters, mich die Logenschließer und Garderoberinnen haben an,diesem Tag auf ihre Honorare verzichtet. DaS II. Philharmonische Konzert deS Deutschen Theaters am Montag, den 22. Januar; vermittelt dem Prager Publikum die Bekanntschaft mit dem russischen Geiger S. D u f ch k i n, der Strawinskys neues Violinkonzert zur Erstaufführung bringen wird. DaS übrige Programm umfaßt außerdem Schuberts, hier seit vielen Jahren nicht gespielte große C-Dur-Symphonie Nr. 7 und die„Dramatische Ouvertüre" von Josef Suk(änl. seines 60. Geburtstages). Dirigent: Georg Szdl.(Philharm. Ertra-Abonnement.) Sonstige Einzelkarten von 3 KC bis 35 KC. täglich Beginn 8 Uhr. Wochenspielplon des Neuen Deutschen Theaters. Samttag hall» 8 Uhr: Erstaufführung: T a ng o nm Mitternacht, C2.— Sonn tag 11 Uhr vorn».: Pünktchen und Ant on. AA, halb 8 Uhr nachm.: ZweiH erzen im Dreivierteltakt, AA, bald 8 Uhr abds.: G-oldeneS Prag, B 2.— Montag 8 Uhr: 11: Philharm. K o n ze r t, AA.— Dienstag halb 8.Uhr: DerWildschütz, Al.— Mittwoch halb 8 Uhr: Wallensteins T o d, B 2. — Donnerstag halb 8 Uhr: Z a n b e t f löte, ZykluS ll, C 2.— Freitag halb 8 Uhr: Tango um.Mitternacht, D 1.— SamStag 7 Uhr: Lohengrin, A 1.— Wochenspielpla» der Kleinen Bühne: Samstag I 8 Uhr: WeißerFliede— Sonntag 3 Uhr: I Schönste E b e, 8 Uhr: Towarisch.— Mon-1 tag 8 Uhr: Theo macht alles, Bankbeamte! und freier Verkauf,'— Dienstag 8 Uhr: Weißer!, Flieder.— Mittwoch 8 Uhr: Weißer Flie-1 d er.— Donnerstag 8 Uhr: LeS petitSrienS, II Der eingebildete Kranke.— Freitag 8 Uhr: W e i- ll ße r F liebe r, KulturverbandSfreunde»md freier ll Verkauf.— SamStag 8 Uhr: Towarjfch.— II lilli-tlniiilir Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion kür die 0. S. R. In Prag General-Agentschaft Reichenberg empfiehlt sich zum Abschluß von Feuer- Unfall-, Haftplicht-, Einbruch-, Auto-,Transport-, Pferde- und Vieh Versicherungen zu kulanten Preisen. 2265 Bargarantiemittel in der ÖSR. 56 Millionen. Büros: Prag, Närodni tt. 17. Relehenbeig', Sohiltzeng. Nr. 21 Brünn, Theatergasse Nr. 6. I Vorträge Ueber die Verkürzung der Arbeitszeit referierte vor einer zahlreichen Zuhörerschaft am 18. ds. im Rahmen dec von» Soziale»» J»»stitut veranstalteten Vorträge der lsseneralsekretär der Zentralsozialversicherungsanstalt Genosse Dr Evzen Stern. Einleitend hob er hervor, daß die Divergenz zwischen Produktion und Verbrauch haupisächlich infolge der Rationalisierung verschärft worden sei.. In der überwiegenden Anzahl der Produktionszweige ist heute gegenüber der Vorkriegszeit hie Erzeugung verdop- velt, wobei jedoch die Zahl der Beschäftigten erheblich zurückgcgangen ist, so daß der gesteigerten Massenproduktion der Industrie und Landwirtschaft allgemein eine geringere Konsumentenbasis zur Ver« ! fügung steht alb. der iechuisch minder eniwickelten I Produktion vor dem Kriege. Stern führte»veiter an, daß auch nach dem daß infolge dieser technologischen Arbeitslosigkeit an ... ieine dmiernde Gesundung unsere» Wirtschaftslebens ÄTfc d-..^cha,,pt nWtju benfcn«st. Genosst Stern WH bte Zahl der durch die Ratio»»al»sterung und Mechant« ' sierung dauernd aus dem Produktionsprozeß au»geschalteten Arbeiter bei uns auf mindestens 200.000. Dabei »st die Durchrationasificrung unserer Industrie üsw. noch lauge nicht beendet und wir werden wahrscheinlich unter dem Druck der AuSlandSkonkut^enz gezwungen sein, unsere Standard-Textilerzeugung voll, ständig zu automatisieren. Gibt eS doch heute schoi» in Amerika»n»d Japan Fabriken, wo hundert Auto« »naten-Siühle von einer einzigen Arbeitskraft kontrolliert werden. Wenn nun aber durch den technischen Fortschritt die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten ganz bedeutend reduziert wird, wobei gleichzeitig die Erzeugungsquote pro Kopf außerordentlich ansteigt, so ist die logische Konsequenz dieser Entwicklung eine Verkürzung d e r Arbeitszeit. Tas Internationale Arbeitsamt hat abgeschätzt, daß durch«ine Verkürzung der Arbeitszeit von-18 auf 40 Stunden (in Betrieben mit koutinuierlichcr Arbeitszeit von 56 auf-12 Stunden) die Zahl der Beschäftigten um 20 Prozent gehoben werden könnte. Bei der heute allgemein verbreiteten Kurzarbeit in den Betrieben, muß diese Erhöhung freilich niedriger eingeschätzt werden, sie dürfte aber itnmerhin mindestens 10 Prozent betragen. Man könnte sohin durch die Einführung der Fiinftagctvochc zu je acht Stunden nur in unserer In» dustrie, ohne den Bergbau und'den Verkehr, ungefähr 1 5 0.0 00 neue Arbeitskräfte in d»e Betriebe ein st eilen, was die Ersparnis eiites vollen Viertels der heutigen Ausgaben für die Ar» beitslosenfürforge bedeuten würde. Gleichzeitig könnte aber damit in wirksamer Weise der JnlaitdSkonsum gehoben werden, wontit wieder die Belebung verschiedener Industriezweige verbunden wäre. Durch eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 40 Stünden unter Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Verdienste, tvürde sich eine durchschnittlich vierprozen, tige Verteuerung der Produktionskosten unserer Industrie ergeben. Diese Verteuerung würde aber wieder durch die Verbilligung der Betriebskosten bei allge» meiner Einführung der Fünftagewo/'e ausgewogen, ferner durch eine größere Arbeitsintensität, weil bei kiirzerer Arbeitszeit die Leistungen der Arbeiter er» fahrnngSgemäß steigen. Der Vortragende schloß mit der Feststellung, daß die Maschinen dazu da seien, um den Menschen die Arbeit zu erleichtern, nicht aber dazu, um ihnen Arbeit und Brot wegzunehinen. Die technische Kultur und der technische Fortschritt haben sich in den letzten Jahren so vervollkommnet, daß eine Verkürzung' Arbeitszeit Das Programm: 1. Feber: Einleitung: Ter Sozialismus al» turproblem. tDr. E. Franzel.) 13. Feber: Unsere Steilttng zum Theater. »Goldschmidt.) 22. Feber: Unsere Stelirmg zum Film. (Dr. Lustig.) 1. Mär«: (Dr. 8. März: 1 (Dr. 13. März: Aus der Partei Freie Bereinigung sozialistischer Akademiker. Montag, 6 Uhr: Wichtige AuSschußsttzung.