S ag 10 es 1: eg De Praha Hybernská ul.7. Sosialdemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEIN MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Dic Das Ergebnis der Suvich- Reise: irs tte nd Gen Die บะ Der mer mit b= as 8, er d er de t: d; et g 1 a 0 r 8 Sonntag, 21. Jänner 1934 Heraus mit der Einzelpreis 70 Hoffer ( einschließlich 5 Meller Parte) Nr. 17 Oesterreichs Unabhängigkeit 40- Stunden- Woche! garantiert Deutliche Spitze gegen Deutschland Wien, 20. Jänner. Der italienische Staatssekretär Suvich ist heute abends aus Wien abgereist. Ueber seine Verhandlungen wird erst am sväten Abend ein offizielles Kommuniqué ausgegeben, in dem es am Schluß heißt: Das Problem der Verkürzung der Arbeits. Wachstum der Produktionsmöglichkeiten angezeit auf 40 Wochenstunden wird von Woche zu schwollen ist. In der Ziegelindustrie Woche immer dringlicher. Das gewaltige Heer fann ein Arbeiter täglich 450 8iegel herstellen, der Erwerbslosen schwillt wieder bedrohlich an. eine Maschine erzeugt deren 40.000. Im Die geringen saisonmäßigen Besserungen wer Braunkohlen Bergbau räumt eine den mit Winterbeginn sehr rasch mehr als wett. Dampfschaufel täglich so viel Erddede ab, wie gemacht. So ist auch in diesem Winter nach der 400 Arbeiter. Eine von neun Arbeitern be sommerlichen Abschwächung die Zahl der Erdiente Owen'sche Flaschenmaschine werbslosen in diesem Lande wieder im Steigen stellt soviel Flaschen am Tage her, wie früher begriffen. Die Grenze von 700.000 ist bereits 60 bis 90 Arbeiter. In der Schuhinduüberschritten, wann und wo der Knickpunkt er- ftrie machen 100 Maschinen 25.000 Schuh reicht wird, kann noch immer nicht gesagt wer- macher überflüssig. So kann man durch alle Inden. Werden hiezu noch rund 500.000 Sturz- dustriezweige hindurchgehen, überall findet man von besserem Nußen sein fönnten, sprach von Ausarbeiter gerechnet, dann geben diese Zahlen un- eine, ganze Armeen von Menschen ersetzende zeichen eines gewissen Anstieges der österreichischen gefähr einen Ausdruck unseres Wirtschafts- Maschinenleistung. Auch die Produktionsstatistik Wirtschaft und erklärte, dies Der Besuch und die verschiedenen Unterredungen die während diefer drei Tage stattfanden, standen im Zeichen eines außerordentlich herzlichen Einvernehmens und haben eine neuerliche klare Bestätigung des vollen Gleichklanges der bereits in Riccione besprochenen Außenpolitik, har: vtfächlich der Erhaltung der vollen Unabhängigkeit und der Neugestaltung sowie des wirtschaftlichen Wiederaufbaues Desterreichs erwiesen. Aus einer Ansprache, die Suvich bei einem Brejſeempfang hielt, scheint tatsächlich hervorzugehen, daß Italien der Regierung Dollfuß Deutschland gegenüber politisch den Naden steifen vill. Suvich erklärte in dieser Richtung u. a.: Die Bedeutung, welche Desterreich infolge jeiner Stellung in Mitteleuropa und insbesondere im Donaubeden in einem größeren Maße zutomme, als es seinem territorialen Umfang und feiner Bevölkerungsanzahl entsprechen würde, fei offensichtlich. Damit Desterreich erfolgreich und im Interesse aller die Miffion und Funktion aus. üben fönne, die ihm in eindeutiger Weise von einer jahrhundertelangen eigenen österreichischen biete die sichere Gewißheit, daß die Lage in Defterreich bald wieder hergestellt wäre, foferne die all. gemeinen, u. zw. nicht nur die wirtschaftlichen, fondern auch die politischen Umstände fich beffern fönnten, für welch lettere Defterreich be fonders empfindlich sei und deren Nüd schläge es direkt und unvermeidlich ausgefent fei. Wir konnen nur wünschen, erklärte Suvich, dar bies so bald als möglich geschehe.. elends. der letzten Jahre erweist diesen Umstand. Der deutsche Kohlenbergbau beschäftigte 1925 noch 557.000 Arbeiter bei einer Förderung von 133,000.000 Tonnen. Im Jahre 1929 war die Zahl der Arbeiter auf 517.000 abgefunken, die Fördermenge aber auf 163,000,000 Tonnen gestiegen. Aehnliche Beispiele ließen sich in allen anderen Industrien aller Länder wiederfinden. Aehnlich ist es in der ganzen Welt. In Deutschland geht die Arbeitslosenziffer trotz aller statistischen Mäßchen des Propagandaministe riums sicherlich nicht unter die 5,000.000. Grenze hinunter. England verzeichnet ebenfalls noch immer mehr als 2,000,000 Arbeitslose. Italien rechnete 1932 mit 1,129.000 Vollarbeitslosen und dazu noch mit einer hoch in die Diese Leistungssteigerung erstredt sich nicht auf bis zubuſtele, fonbern auch gleicherBehntausende gehenden Kurzarbeiterziffer.Grant nur auf die Industrie, sondern auch gleicher. Die Wiener Allgemeine Zeitung" schreibt, reich hat rund eine halbe Million Arbeitslose. weise auf die Weltlandwirtschaft, bie in weiten Tradition und seiner geographischen Lage zuge- ob internationale Schritte unternommen werden. Man kann diesen Spaziergang durch alle Län Gebieten der Erde regelrecht industrialisiert wiesen sind, sei es vor allem notwendig, daß dem um Oesterreich von dem Drucke der National der der Welt ausdehnen; wohin man auch blickt, worden ist. Auch hier ist eine Vermehrung der Lande die normalen Verhältnisse sozialisten zu befreien, ist zurzeit noch nicht ent überall findet man Millionen Menschen, seit Erzeugung eingetreten, die alle Märkte über. cines unabhängigen und ruhigen schieden. Es bestehen aber heute keine Zweifel Jahren aus dem Erwerbsleben ausgeschaltet, schwemmte und zu ganz schweren wirtschaftlichen Lebens gesichert werden. Diese Auf- mehr, daß Mitteleuropa, das unter den Ereig- verzweifelt, feelisch verfümmert, unterernährt Zusammenbrüchen geführt hat. Hier feiert der faffung vertritt Italien feit langer Zeit, fowohl nissen in Desterreich sehr leidet, nicht unmit Silfe einer Arbeitslosenunterstützung, die Irrfinn fapitalistischer Wirtschaftsmethoden aud) auf politischem als auch auf wirtschaftlichem Ge- tätig zusehen werde, wie aus Deutsch zum Leben taum ausreicht, in manchen Ländern seine widerlichsten Triumphe. Während auf der land nach Desterreich Erplosivstoffe, Munition und aber auch dem glatten Hunger, oder auf Gedeih einen Seite 30 Millionen Arbeiter ihre schät Suvich spielte dann auf Mussolinis Instruktionen zu deren Verwendung importiert Wohltätigkeit ausgeliefert. Nur in den Ländern bedürftiger Angehörigen nicht mehr voll ernäh eine engherzige bürgerliche zungsweise 120 bis 140 Millionen versorgungs. mit starken Gewerkschaften und einer planmäßiren können, ja sie hungern lassen müssen, wer gen Sozialpolitk gestaltet sich das Schicksal die den auf der anderen unerhörte Mengen an jer Parias des modernen Stapitalismus, gestützt auf die gewerkschaftliche Straft etwas gün stiger. Dennoch ist es auch hier nicht möglich, Elend in Wohlstand und wirtschaftliche Sicher heit zu verwandeln. Auch hier wirft die Not der Massen gewaltige Wellen. bietc. Donau plan an, in dem die Wege angedeutet werden, In nächster Zeit könne mit diesbezüglicher seien, die der ganzen österreichischen Wirtschaft Maßnahme gerechnet werden. Dafür Wirtschaftsblock mit Ungarn als Gegengewicht gegen die Kleine Entente Neue Nazikrawalle Wirtschaftsblods gedreht haben. verlekt. und Zusammenstöße Lebens und lebenswichtigen Genußmitteln zur Erhaltung rentabler Preise sinnlos vernichtet. So hat Kanada 1932 2,000.000 Bushels WeiAber auch die wirtschaftlichen Ergebnisse zen einfad) berbrannt. In Brasilien wurden und des Besuches scheinen ziemlich weitreichend zu werden noch immer in einem organisierten Resein. So schreibt das christlichsoziale Neuig gierungsfeldzug zum Vorteil der Staffeeprodufeitsweltblatt", es habe sich bei diesen VerhandDiese Arbeitslosigkeit rund um den ganzen zenten stündlich 4000 Sad Kaffee in den AlleYungen darum gehandelt, Desterreich unter itaErdball 26 bis 30 Millionen Menschen um moasimpfen verbrannt. Auf diese Weise wur lienischer Rückendeckung zu einer Wirt- Ernstere Zusammenstöße ereigneten sich wieschaftstorporation mit Ungarn der in Steiermar!. Dort wurde heute der faßt sie ist nicht allein eine Folge des Kon. den bis jetzt 13,578,000 Sad vernichtet. Aber zusammenzuschließen, um durch ein Gegenge- Führer der steirischen Heimwehr, die bekanntlich junfturniederganges, sondern zu einem großen außerdem sind bis jetzt auch noch rund 30, Milicht gegen die Staaten der Kleinen Entente au zu den Nationalsozialisten übergegangen ist, der Teil technologisch begründet. Das heißt, lionen Kilogramm Staffee einfach ins Meer geschaffen. Man dürfe sich nicht wundern, wenn Landtagsabgeordnete stammerhofer ver- eine sehr große Anzahl von Arbeitslosen können schüttet worden. Australien vernichtete 800.000 Desterreich, das durch ungewollte Sperrfetten haftet. Als Antwort darauf veranstalteten die auch dann nicht wieder in die Betriebe zurück- Schafe, um die Wollpreise zu halten. Dänemark auf der einen Seite behindert wird, durch einen steirischen Heimatschüßler in Si. Marein geführt werden, wenn die Strise abgeflaut und ließ 1932 25.000 ühe durch den Schinder zit offensiven Vorstoß nach der anderen Seite sich Demonstrationen, bei der sie gegen die interbe- in eine bessere Stonjunktur umgeschlagen sein Schweinefutter verarbeiten, dafür bleiben in die Raum zu schaffen suche. nierende Gendarmerie mehrere Schüsse abgaben. wird. In Amerika hat man berednet, daß selbst sem Jahre wöchentlich rund 50.000 Schweine Diese Bemerkung des Blattes scheint Die Gendarmerie ging mit gefälltem Bajonett bei voller Proſperität der Wirtschaft nur mehr unverkäuflich. Auch sie sind jetzt dem Vernich. darauf hinzudenten, daß die Unterhandlungen gegen die Demonstranten vor und konnte ſchließ die Hälfte aller jekt Arbeitslosen wieder ver- tungsprozeß überantwortet. Das sind nur kurze zwischen Suvich und Dollfuß sich um die Frage lich die Straßen fäubern. Vier von den Heimat- wendet werden könnten. Die andere Angaben aus einer überlangen Liste von sinn. eines österreichisch ungarisch en schüßlern wurden durch Bajonettstiche schaver älfte bleibt auf der Strede. Sie losen Vergendungen notwendiger Güter. ist durch die technische und organisatorische Aus- Wir leben im Zeitalter des goldenen gestaltung der Betriebe zur ewigen Arbeitslosig. lleberflusses, für Armut ist darin fein Play. teit verdammt. Aehnlich wie dort liegt es in Wir leben in einem Zeitalter, in welchem dic allen Industrieländern. Für Deutschland berech. Massen sich Muße und Lurus in einem Umnet man die technologische Arbeitslosigkeit auf fange leisten fönnten, wie sie ihn nod) niemals 1.5 bis 2 Millionen Menschen, in unserem Lande erträumt haben...." Diese Worte sprach im dürfte auch rund ein Viertel, bis ein Drittel der verflossenen Sommer in Wien vor einer großen Arbeitslosen zu den durch die Rationalisierung Unternehmertagung ein weitblickender amerika. Paris, 20. Jänner.( Savas.) Die deutsche| genteil, fie intereffiere sich für diese und ersuche überflüssig gewordenen Sträften gerechnet wer- nischer Geschäftsmann, der Warenhausbesizer Antwort auf das französische Memorandum um Aufklärung über einige Punkte. den können. Allein durch die bessere organisa- Filene aus New York. wurde gleich nach ihrem Einlangen in Baris dem Der Temps" schreibt: Das bedeutet teines torische Anordnung des Arbeitsprozesses, durch Solange dieser irrsinnige Widerspruch Außenminister Paul- Boncour nach Genf über- wegs, daß auf dem Horizont bereits einige Abfom die bessere Auslese der Arbeiter mit Hilfe psy zwischen der welterschütternden, alle Maijenkauf mittelt. In seiner Abwesenheit wurden in Baris men auftauchen, noch bedeutet dies die Bereit- chologischer Maßnahmen, durch die Zeit- und kraft vernichtenden Arbeitslosigkeit auf der einen felbst weder amtliche noch halbamtliche Mitteilun- willigkeit der Berliner Regierung zum Abschluß Bewegungsstudien und die Einführung des Lau- und der Gütervernichtung oder der immer weigen über den französischen Standpunkt zur deut- solcher Abkommen, nichtsdestoweniger ist es inter- fenden Bandes dürfte sich nach zuverlässigen Be- ter um sich greifenden Broduktionseinschränkung schen Antwort bekannt. An informierten Stellen essant, festzustellen, daß die deutsche Regierung rechnungen die 2e i st ungsfähigkeit der auf der anderen Seite anbauert, wird das von wird jedoch erklärt, daß die deutsche Antwort im auf gewaltsame Methoden, wie dies 3. B. Betriebeum das Drei.bisSieben. Filene geforderte durchaus mögliche Glück den ganzen bei weitem verföhnlicher ist, als man ihr vorjähriger plößlicher Abgang aus Genf war, fache erhöht haben. Um wieviel diese Massen nicht erblühen, wird die Kriſe fich weidies nach der lärmenben Schreibweise der deut verzichtet und daß sie sich für Verhandlun- Stapazität infolge der mehrleistenden technischen ter durch die Welt fressen, wird sie an einem schen nationalsozialistischen Presse hätte erwarten gen und Debatten entschieden hat. | können, und daß sie hauptsächlich die Tür zu Paris Soir" wirft aber die Frage auf, ob Ausrüstung, der verbesserten Maschinentechnik immer weitergehenden Schrumpfungsvorgang weiterendiplomatischen Verhand der versöhnliche Ton der deutschen Antwort und also, gestiegen ist, läßt sich generell kaum aus- und damit zu immer größerer Berelendung der lungen offen läßt. Die deutsche Antwort, ob- die offensichtliche Neigung zur Fortseßung der rechnen. breiten Mañen aller Bölfer führen. Es gibt wohl sie auf ihrem Standpunkt beharrt, verwerfe Debatten nicht eher ein Manöver zur Zeit- An Einzelbeispielen jedoch kann nur einen Ausweg! Dieser Ausweg ist feineswegs die französischen Borschläge, im Ge- gewinnung darstellen. man ermessen, wie gewaltig auch hier das die Wiederherstellung der Kauf. Verschleppungsmanöver oder Verhandlungsbereitschaft? " Selle 2 fraft der Massen. Kauffraftwiederherstel. lung heißt aber Beseitigung der Welt. arbeitslosigkeit. Bei der hochgetriebe. nen Leistungskapazität der Weltindustrie und der Weltlandwirtschaft, kann diese Arbeitslosigkeit nur eingeschränkt und behoben, zu einem Faftor der Konjunkturanfurbelung gemacht werden, wenn überall in der Welt eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit durch. geführt wird. Darum verlangen wir die 40Stunden Woche! Selbstverständlich muß mit dieser Arbeitszeitverfürzung eine entspre chende Lohnerhöhung verbunden sein, die den durch die fürzere Arbeitszeit ein. tretenden Stundenlohnverlust ausgleicht. Allein in unserem Staatsgebiet könnten wir nach Be. rücksichtigung der ohnehin vorhandenen Sturz. arbeiter, rund 200.000 Arbeitslose wieder in Lohn und Arbeit bringen, wenn die Arbeits. zeit auf 40 Stunden herabgesetzt würde. Diese 200.000 Meschen, zum Teil Familienväter würden wieder ihre Angehörigen menschenwür. dig cristieren lassen können und vor allem, sie würden den Inlandsmarkt beleben. Seit langer Zeit liegt ein Initiativantrag unserer Genossen Macoun und Tayerle im Parlament, er ist sogar schon zu einem Gefeßentwurf des Fürsorgeministers, Genossen Czech, über die Einführung der gesetzlichen 40. Stundenwoche gediehen. Aber auch hier wie überall in der Welt sabotiert der Kapitalismus aus Profitsucht und Denkfaulheit die endliche Erledigung. Sonntag, 21. Jänner 1934 Die Kommunisten haben nichts vorausgesehen ,, Sie waren vom Terror der Nazis überrascht" Eingeständnis eines ihrer Führer In allen Betrachtungen, die von kommunistischer Seite über die Ursachen des Machtantrittes Ditiers angestellt werden, finden wir die Behaup tung, daß der entscheidende Bewveggrund dafür, daß der Fascismus in Deutschland zur Herrschaft gelangen fonnte, das Versagen der Sozialdemo fratie gewesen ist. Die deutschen Kommunisten haben seit 1918 an der deutsche Sozialdemokratie fein gutes Haar gelassen, sie haben sie bis zum 30. Jänner 1932 wütend bekämpft und be= fämpfen sie noch weiter. Gerade deswegen ist es interessant, eine Broschüre des führenden Kommunisten O. P ja tnizi über Die gegenwärtige Lage in Deutschland" zu lesen, welche das ergänzte Stenogramm eines Referates ist, das der Verfasser in der Internationalen Leninschule" im April 1933 gehalten hat. Einleitend machts sich der Verfasser leicht, indem er zwar zugibt, daß auch die Kommunistische Partei die Fascisten in Deutschland an der Machtergreifung nicht gehindert hat, aber daran sei eben die Sozialdemokratie schuld, denn es ist ihr ,, gelungen, die Kommunistische Partei daran zu hindern, im Augenblick des Machtantrittes Hitlers einen wirklichen Widerstand zu organisieren." ,, Der Partei ist es bis auf den heutigen Tag nicht gelungen, sich in den Betrieben Stützpunkte zu schaffen, ohne die eine kommunistische Partei feine ernsthafte Arbeit leisten kann." Ist da noch die Sozialdemokratie schuld, daß die Stommunisten Sitler nicht verhindert haben, zur Herrschaft zu gelangen, findet Pjatnizli ein Die Eingliederung der Arbeitslosen in den paar Seiten später schon die Schuld an den Kom Produktionsprozeß ist zum weitaus wichtigsten munisten selbst. Vor allem hatten die Kommuni Problem der Wirtschaft unseres Landes geworsten feinen Einfluß in den Be den. Unser Export von Industrieerzeugnissen trieben. wird durch die Autarkie- Maßnahmen der Im portländer immer geringer, dafür dehnen sich unsere Fabrifsfriedhöfe immer mehr aus. Es droht die Gefahr, daß durch weitere Betriebs. stillegungen unserer Wirtschaft ungeheure Werte dauernd verloren gehen. Einen solchen Verlust fönnte unsere junge Republik ohne schwere Er. schütterungen wohl kaum ertragen und deshalb muß mit allen erfolgversprechen den Mitteln bersucht werden, den Inlandsmarkt zu beleben und tragfähigerzumachen. Danach war also der Widerstand der Kommuniſten gegen Hitler nicht ernsthaft. Der fommunistische Verfasser der Broschüre gibt aber dann gleich an, daß die Kommunistische Partei von der Kraft des fascistischen Ansturmes überrannt wurde. Die Kommunistische Partei rechnete damit, daß sie von dem zur Macht gelangten Fascismus verboten verden wird, daß dieses Verbot unter Eines der wirksamsten Mittel hiezu ist unzweifelhaft die Verfürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Wochenstunden, weil dadurch Der Fascisten- Fähnrich vor viele zehntausende fleiner Stonsumfräfte geschaf dem Brünner Divisionsgericht fen werden. Und gerade auf diese kommt es an, Wegen Diebstahls soll ein noch weitergehender Konjunfturrüdgang unterbleiben. Der Produktionsapparat der Welt ist ausgebaut und so leistungsfähig gewor. den, daß er nur ausgenügt werden fann, wenn die Arbeitszeit in weitem Ausmaße verfürzt wird. Je länger die Einführung der 40.Stun. denwoche verzögert wird, desto größer wird die Notwendigkeit der Verfürzung der Arbeitszeit auf weniger als 40 Wochenstunden. Deshalb heraus mit der 40. Stundenwoche! A. M. de Jong: Verschlungene Pfade Ein Roman in vier Episoden 4 Autorisierte Uebersetzung aus dem Holländischen von E, R, Fuchs. Er blickte nach dem zerflickten Hemd, den groben, zerstopften Strümpfen... der verschliessenen Hose mit dem aus anderem Stoff eingeflidten Rückteil... der dünnen, farblosen Bluse... den groben, zerrissenen Schuhen... Nur ein Hemd, sonit feine Unterkleidung... und alles fadenscheinig, in Feßen, zerlumpt.. Nun", setzte Peter. seine Nase rümpfend, fort, ich bin froh, daß ich nich den ganzen Tag mit solche Sachen rumlaufen muß... dürft mich nic schmierig machen... friegst du es nie auf dein Hinterteil, wenn du die Kleider beim Spielen schmutzig machst oder zerreißt oder so?... Der andere seufzte. ..Das kommt fast nie vor." ,, Ne, das kapier ich... mit so schöne Kleider Tannst du natürlich nich herumstrawangen..." Er nidte und betrachtete mitleidig seinen neuen Freund. Dann erfundigte er sich neugierig. Sag mal... warum hast eigentlich über die Mamer fragein wollen?... Sait nich durch ein Gitter oder so heraus fönnen?" „ Nein“, erzählte Piet,„ ich darf nicht aus dem Dedmantel irgendeiner Provokation erfolgen wird; daß aber der Terror auf einmal einen solchen ungeheuerlichen Umfang annehmen und daß die Provokation einen so frechen Charakter tragen werde das konnte die Partei nicht voraussehen." Als Folge davon ergab sich, ,, daß die Arbeiterklasse zur sofortigen Abwehr nicht imstande war... Die Fascisten sammelten sehr begabte Menschen aus den fleinbürgerlichen Schich ten um sich und entfalteten cine Massenagitation von ungeheurem Ausmaß, viel besser, als dic Agitation der Kommunistischen Partei. Der Verfasser scheint aber der Meinung zu sein, daß selbst, wenn die kommunistische Agitation der fasciitischen in nichts nachgegeben hätte, die Stommunisten außerstande gewesen wären, gegen Hitler ernstlich anzufämpfen. Er beruft sich da auf die Resolution des Präsidiums der Kommunisti schen Internationale, also einer für die Kommunisten autoritativen Stelle, in der es heißt: ,, Die charakteristische Besonderheit der Situa tion im Augenblick des Hitler- Umsturzes bestand darin, daß die Bedingungen eines siegreichen Aufstandes damals noch nicht herangereift waren, daß sie nur in Keimform vorhanden waren." Aehnlich sagte er auch in seiner Broschüre jelbst, ,, daß es im Jänner 1933 in Deutschland keine revolutionäre Situation gab und daß die Kommu nistische Partei Deutschlands nicht imftande war, den Machtantritt Hitlers zu verhindern."... Der Verfasser geht dann noch weiter und erflärt: ,, daß imier den damaligen Bedingungen eine Aufforderung der Kommunistischen Partei Deutsch lands am 1. März 1933 aum bewaffneten Aufſtand ein Abenteuer und Verbrechen gewesen wäre." Die Resignation, mit der da die Kommuni sten über die Situation in Deutschland in den lez ten Monaten vor dem Regierungsantritt Hitlers sprechen, ziemt wahrhaftig nicht einer Partei, die sich eine revolutionäre nennt. Kein Duell! Nr. 17 Baris, 20. Jännen Die Zeugen des Minis sters de Monzie und des Deputierten Hen riot haben die Vermittlung des Deputierten Francois Pietri angenommen, der an den kompetenten Stellen Untersuchungen darüber anstellt, ob die Behauptungen Henriots in der Kammer bes rechtigt sind und ob Minister de Monzie Frau Simon- Stavisty tatsächlich im Gefängnistranten haus besucht hat. Nach dem bisherigen Stande der Untersuchung scheint es, daß de Monzie tatsächlich in der Klinik war, dort aber eine andere Patientin besucht hat. Die Zeugen gaben ein Schlußprotokoll heraus, in welchem konstatiert wird, daß die Be hauptungen Henriots nicht den Tatsachen ent sprechen, wenn auch bezüglich der Quellen, aus denen er geschöpft hat, über seine bona fides fein Zweifel besteht. Mit Rücksicht darauf ist der Zwischenfall als erledigt anzusehen. tronen, der einen Wert unter 500 Kč hat, zu einer Woche Gefängnis, verschärft durch Einzelhaft und zur Aberkennung der Charge, auf ein Jahr. Hilfe für das deutsche Krankenhauswesen Weiterbau des Karlsbaber Krankenhauses gesichert. In unserer Artikelserie, die sich mit der Misere des deutschen Krankenhauswesens beschäftigt, haben wir uns auch ausführlich mit dem Sarlsbader Krankenhaus beschäftigt. Wir betonten, wie dringend notwendig. es sei, den unterbrochenen Krankenhausneubau zu Ende zu führen, um der unerträglichen Ueberfüllung des alten Krankenhauses ein Ende zu machen. Zur Weiterführung des Krankenhausbaus varen Zuwendungen aus dem Ertrag der Arbeitsanleihe notwendig, auch darauf haben wir nachdrücklich hingewiesen. Zu unsere: Genugtuung fönen wir feststellen, daß unsere detaillierte Stritit von Erfolg getrönt worden ist. Für den Starlsbader Krankenhausbau wird aus der Arbeitsanleihe schon in allernächster Zeit die erste Rate von 700.000 Kč zur Verfügung gestelli werden, so daß der Weiterbau gesichert ist. Insgesamt wird Karlsbad 2,750.000 Kč erhalten. Hossen wir, daß auch in anderen Bes ziren, in denen die Krankenhausnot genau so drückend oder vielleicht noch drückender auf der Bevölkerung lastet, die finanzielle Hilfe nicht ausbleibt. Daß die radikale Abstellung der vielfachen Mängel in erster Linie eine finanzielle Angeles genheit ist, haben wir in unserer Artikelserie ausführlich dargelegt. ček erhalten, der Wirtschaftsführer der Střelecká jednota" war. Einige Führer dieser Vereinigung, darunter auch Janičet, waren Fascisten. In der Kritik an den Plänen des Generalstabes. In gestrigen Verhandlung gab Tesat zu, daß er einen der gestrigen Ausgabe befaßt sich das„ Cesté Rudjad mit Patronen dem Janiček geschidt habe, Slovo" mit den im Ministerium für nationale Gestern, gerade am Jahrestag des Fascisten doch sei dies mit Wissen des damaligen Komman- Berteidigung studierten Plänen einer Verlänge überfalles auf die Infanterielaſerne in Schimis danten- Stellvertreters, Stabskapitän Vystrčil, gerung der Präsenzdienstzeit auf achtzehn bei Brünn, hatte sich der in dieſe Affäre verwitschehen. Dieser sagte als Zeuge aus, daß ihm da- Monate und bemerkt dazu:„ Neben den politischen felte, vom Staatsgerichtshof freigesprochene Fähn von nichts belanni sei. Der Soldat Ollinger, der Faltoren wird allerdings das Finanzminirich des 43. Infanterie- Regiments in Brünn, damals bei dem 43. Infanterieregiment diente. iter i um ein gewichtiges Wort zu sprechen haben, Tesat, vor dem Brünner Divisionsgericht wegen und gestern gleichfalls als Zeuge einvernommen weil bisher weder im Miniſterium noch im Gedes Verbrechens des DiebstaIes zu verant- wurde, gab an, daß er seinerzeit über Auftrag Teneralstab Klarheit darüber besteht, wie der er worten. Die Anklage behauptet, daß Tesat, der saks einen Rudjad mit Patronen aus der Reserves höhte Aufwand für die verlängerte Dienstzeit, mit früher dienstführender Rottmeister des 43. Infan- Offiziersschule zum Fähnrich Janiček getragen welcher im Staatsvoranschlag nicht gerechnet terie- Regimentes war, im Jahre 1928 oder 1929 habe. Da Tesat der Diebstahl der zwei Kisten Pa-| wurde, gededt werden soll." zwei Kisten und einen Rudsad mit Patronen tronen nicht nachgewiesen werden konnte, verur- Justizminister Dr. Alfred Meißner empfängt aus der Reserveoffiziersschule des Regiments ent- teilte ihn das Divisionsgericht nur wegen Ueber- am 23. d. M.,( Dienstag) Parteienbesuche nur wendet hat. Die Patronen hat der Fähnrich Jani- tretung des Diebstahles eines Rucsaces mit Pa- bis 11 Uhr. „ Was ist das für'n Ding?" Nun... ja... mein Lehrer." Peter mußte darüber nachdenken. Dann brad er in Lachen aus und gab seinem Kameraden einen freundschaftlichen Schlag auf die Schultern.„ Sag: Fopp mich nich... Schaffst du deinem Schulmeister an?" Befremdet betrachtete ihn der andere. " Nun, befehlen", erwiderte er.„ das ist doch nicht befehlen, wenn ich ihn bitte, mir von drinnen etwas zu holen." und tut er's, wenn du ihn bittest?" Natürlich warum denn nicht?" Peter ließ sich rüdlings ins Gras fallen, schlenterte mit seinen Beinen in der Luft und brüllte vor Lachen. Als er wieder zu sich kam, wicherte er: „ Nu, was mußt dann immer nen Doktor um dich haben? Wenn du doch nich krant bist?" „ Ja, aber' s ist kein Doktor, der frante Menschen gesund macht... Er ist Doktor der Philofophie." " O". antwortete Peter und betrachtete ihn nachdenklich. Er wußte nicht genau, was er davon halten sollte; foppte ihn der Bursche oder hatte er ein Mädchen zu viel im Kopf?... Dann erinnerte er sich wohl, in Büchern von reichen Kindern gelesen zu haben, die für sich allein einen Lehrer hatten. Vielleicht gab es solche Dinge wirklich und er hatte hier solch einen seltsamen Vogel vor sich. Neugierig fragte er: „ Dein Vater und deine Mutter sind sicher stintig reich?" " Ich glaub schon, daß sie ziemlich reich sind, ia", antwortete Piet bescheiden und lächelte. „ Fein", seufzte Beier. Ich möcht, daß auch die meinen etwas dicker in der Wolle säßen... was ich nich alles tun würde!" „ Ne, das is gut?... Sollit es mal mit unserm Lehrer versuchen!... Ich hör mich selber: Lehrer, heb mir den Bleistift auf... Lehrer, hol mir mein Taschentuch, es liegt hinterm Wasserkübel in der Küche... Lehrer, lauf zum Zuckerbäder... ör, für einen halben Cent etwas taufen, einen halben Cent zurückbringen... Und daß er dann wirklich geht!... Sag, tut er das wirklich für dich?" Er wartete die Antwort nicht ab, klatschte sich auf seine fräftigen Schenkel, Tachte über eine solch närrische Idee und schloß dann:„ Nu... mußt auch' nen Bauernhengst von' nem Lehrer haben, hörst! Der unsrige schlüg dich windelweich!" Der andere starrte ihn verwundert an. Dann dem Part. Aber ich wollte doch heraus und darum glaubte er, so beiläufig zu verstehen, warum sich dieser Junge so unbändig wunderte, und er er zählte: hab ich meinen Hofmeister hineingeschickt, um etivas für mich zu holen, und dann habe ich meinen Plan ausgeführt. Ich habe tagelang nachgedacht. hörst du, und ich wußte, vie ich zu gehen hatte, um in den alten Obstgarten zu tommen." Beter überlegte ernsthaft. Und nach einer Pmte fragte er nachdenklich: ..Ben hast du hineingeschickt, sagst du?" „ Meinen Hofmeister." Dann fiel ihm plößlich wieder ein, was er soeben vernommen hatte, und er fragte neugierig. " Darfst nie allein weg?" ,, Nein, nie." Immer geht der Quengelstrumpf von' nem Lehrer hinter dir?" " Ja... wenn ich nicht bei Vater oder Mutter bin." Auf solche Art hatte man was, wenn man reig Bestürzt versetzte sich Peter in diese Lage. war!... Da könnte man ia genau so gut im Gefängnis siben! ..So hast dich also gedrückt?" „ Gedrückt?... Was bedeutet das?" „ Nu... daß du Beine gemacht hast... Ja, aber mein Hofmeister ist kein gewöhns licher Schullehrer von einer Klasse... Er ist ein Doktor... Ich muß ihn immer Doktor nennen... gelaufen..." Und er muß nur mich allein unterrichten und mit mir spazieren gehen und so." „ Bist denn krant?" „ Nein, wieso?" | tun, wenn ich du wär... Ich bin heut auch weggelaufen, sichst du... Jch müßt Erbsenausklauben, daheim... Aber ich hab mich gedrückt, als meine Mutter grad aus dem Zimmer draußen war... ' S ist zum Schlagtreffen!... wir sind eigentlich zwei Flüchtlinge, fag!" " Ja", antwortete Piet mit einem leichten Seufzer.„ Aber wenn wir heim kommen..." Vuh", verscheuchte Peter flugs alle trübsinnigen Gedanken. Auch was!... Strach, einen Pad Prügel auf den Buckel... Aber den feinen Tag haben wir schon gehabt." Dann tam ihm ein wunderbarer Gedanke: „ Und wenn wir nun ich mehr heimgehen?" Erschroden richtete sich Peter im Grase auf und betrachteie seinen Kameraden. Dieser nickte bekräftigend mit dem Kopf. " Jah meins ernst", sagte er.„ Was gilt's? .. Die kümmern sich schon viel um uns daheim!... Bei uns gibts Kinder genug und was hab ich sonst zuhaus?... Schläge und Erbsenflauben für den ausgedörrten Graupner... Nu, und du... Immer so'n Schulmeister hinter dir, als ob's' n Gefängniswärter wär... Du kannst gar nie frei spazieren oder spielen... Su!... Väter und Mütter tun mit einem grad, was sie wollen!" Weglaufen?" sagie der andere nachdenklich. Er schaute starr vor sich hin, als ob er in der Ferne etwas sähe, und es war sicherlich etwas Schönes, denn ein schwaches Lächeln erschien auf feinen Lippen. Peter schob sich etwas näher an ihn heran. " Fein, Junge", redete er ihm zu.„ Nur immer das tun, was man will... Kolossal!... Weg- Wir gehn weit weg... in der Nacht schlafen wir bei den Bauern in einem Heuschover... Hast wohl schon mal in nem Heuschober geschlafen?" ..Nein, noch nie", bekannte Peter ein wenig ..D... ja... ich bin weggelaufen." Das Klang etivas verängstigt, aber Peter beruhigte ihn alsogleich. ..Ganz recht, hörst!... Das würd ich auch " ärgerlich. ( Fortseßung folgt.' t, " E" RED ch C G 3 ft 91 t 3 3 1 Str. 17 Lenin Heute jährt sich zum zehntenmale der Todes= tag Lenins, der Tag, an dem eine der stärksten Persönlichkeiten, welche die Arbeiterbewegung seit threm Bestehen hervorgebracht hat, ihre Augen für immer gefchloffen hat. Wie bei allen großen, schöpferischen Menschen, verbindet sich auch bei Lenin historische Leistung und historisches Verdienst mit tragischer historischer Schuld. So kam es, daß dieser große Revolutionär und Schöpfer des neuen Rußland nicht die genügende Einsicht in die Bewegungsgefeße der westeuropäischen Arbeiterklasse besaß und darum die Spaltung nicht zu überwinden vermochte, sondern sie verewigte. Die Sprengung der Konferenz der drei Internationalen im Jahre 1922 war sein Werk. So groß aber auch diese Schuld ist, wird dennoch jeder revolutionäre Sozialist aus den Werken und Taten Lenins tiefe Erlenninisse schöpfen. Der Leitgedanke Lenins, der Standpunkt, von dem aus er alle Tagesfragen betrachtete, war die Aktualität der Revolution. Darin war er der große Schüler von Mary. In jeder Situation versuchte er vor allem zu er forschen, wo die Ansazpunkte für eine Umwäl= zung der Gesellschaft gegeben sind. Eben darum war aber für ihn die Revolution nicht ein starrer, mechanischer Begriff, nicht ein einmaliger Aft. sondern ein Prozeß mit dialektischen Umschägen. Diese Auffassung unterscheidet ihn grundsäßlich vom Revisionismus Eduard Bernsteins, der an Stelle der Revolution die Evolution, das Hineinwachsen in den Sozialismus ſetzt. Sonntag, 21. Jänner 1934 möglich, wenn die Aktualität der Revolution ge- Aktionsfähigkeit beider Teile verhinderte und ge= Seite 3 geben ist. Da fie in Westeurova nicht gegeben rade dadurch beitrug, die Sittualität der Revoin- Die wintersportlichen Wettkämpfe war, war die proletariche Massenpartei die ein- tion wieder entschwinden zu lassen. zig mögliche Organisationsform. Es wäre müßig raten zu wollen, wie fich in Groß- Hammer Der historische Fehler Lenins bestand darin, die Geschichte entwidelt hätte, wenn Lenin die tionen der westlichen Arbeiterklasse vom Refor- hätte. Die Arbeiterklasse aber möge aus dem daß er es nicht verstand, die großen Organisas Entwidlung dieser zehn Jahre noch mitbestimmt der III. Tschechoslowakischen Arbeiter Olympiade mismus zur Revoltion zu führen; daß er bei der fritischen Studium der Werke dieses Revolu= Spaltung meinte, auch im Westen eine Organisationärs sowohl den Abgrund erkennen, der ihn tion der„ Berufsrevolutionäre" zu schaffen, trennt von den Epigonen, die ihre eigene Infähig während er in Wirklichkeit nur eine zweite feit mit Zitaten aus seinen Werken zu deden verMassenpartei schuf und durch die Spaltung die suchen. 14. bis 21. Jänner: verden eine reiche Konkurrenz, besonders in Stie bereits 2, aus Ungarn 7, aus Oesterreich 3 Bett lauf und Sprung, enthalten. Aus Finnland find fämpfer gemeldet; die Meldung aus Polen wird noch erwartet. Aus der Tschechoslowakei beteiligen fich an den Wettkämpfen der Verband der D. T. J. C., der Arbeiter Turn- und Sportverband, der Berband der tschechischen Arbeitertouristen und der Touristenverein Die Naturfreunde". Die Hauptvettkämpfe beginnen am 27. Jänner um 9 1hr vormittags und werden am 28. Jänner nachmittags mit dem Stispringen von der Echange in Plavn, abends dann mit der feierlichen Siegerverkündung abgeschlossen. Am 21. Jänner finden in Groß- Hammer die Wett kämpfe der Kinder im Sfilaufen und Springen ſtatt. „ Auf zum Kampf für die 40- Stundenwoche!“ Für die in- und ausländischen Wettkämpfer Unter diesem Titel veröffentlicht ,, Le Mou- schlossen werden, ob Unglück und wurde zur Fahrt nach Groß- Hammer eine auker rement Syndical Belge", das Organ des Belgi Ungerechtigkeit ihren Fortgang das Eisenbahnministerium bewilligt. Die Ermäßi ordentliche Fahrpreisermäßigung durch schen Gewerkschaftsbundes, an erster Stelle einen nehmen oder ob den Arbeitern gung beträgt beiläufig 50 Prozent nach Personen= Kampfruf für die vom Internationalen Gewerks Gerechtigkeit widerfahren tarif 4 auf einzelne Ausweise, welche die Staates schaftsbund für die Zeit vom 14. bis 21. Jänner bahndirektion Prag durch den Verband der D. T. anberaumte internationale Kampagne zur Erobe3. E. herausgibt. Um diese Ermäßigung zu er rung der 40- Stundenwoche, deren Los in diesem Zu Beginn des neuen Jahres wollen wir reifen, 1..üssen alle gemeldeten W.tifämpfer un Jahre auf der Internationalen Arbeitskonferenz nicht nur durch eine große Kampagne zugunsten verzüglich an die Adresse Svaz D. E. J. E., entschieden wird. In dem Aufruf heißt es u. a.: Praha II Havličkova 5a" folgende Angaben sen= der 40- Stundenwoche einleiten, sondern den: Vor- und Zuname, Name und Siz des Verwir wollen auch den Beweis des bandes, dem sie angehören, Name der Antrittstation unerschütterlichen Glaubens und der Strecke, die sie benüßen wollen. Die notwendigen Ausweise für die Fahrpreisermäßigung in eine beffere Zukunft erbrin werden ihnen dann nach Eintragung bei der Staatsgen." bahndirektion zugefandi. Die Wettkämpfer müßen sich bei der Fahrkartenausgabe und dem Zugspers „ Die Propagandawoche soll eine Massen- sonal gegenüber sowohl mit dem erwähnten Mus bewegung werden. Sie soll den Regierungen weis als auch mit der Verbandslegitimation auss zeigen, daß die Arbeitszeitverkürzung dem weisen. Willen aller Werftätigen aller sozialen Schichten entspricht. Sic soll den Delegierten des Internationalen ArInternationale Kampagne zur Eroberung der 40- Stundenwoche ,, Es ist unerträglich geworden, daß der noch in Arbeit stehende Teil der Werktätigen 48 Stunden in der Woche arbeitet, während Millionen von Arbeitern erwerbslos find. Die organisierte Arbeiterschaft ist fest entfchloffen, diesen Zustand nicht länger zu dulden. Wenn die Arbeitszeit nicht verkürzt wird, wird die Arbeitslosigkeit zu einer Dauererscheinung. Die Forderung der 40- Stundenwoche ist für die Arbeiterschaft eine Lebensfrage. Wir wollen alle unfere Kräfte einsetzen, um sie zu erobern. Das Unter nehmertum wird einen gehässigen Widerstand an den Tag legen. Aus diesem Grunde ist die nächste Internationale Arbeitskonferenz, die cine internationale Konvention annehmen soll, von größter Wichtigkeit. Es wird dortbewird." beitsamtes Mut und Kraft geben in ihrem Hindenburg erkrankt Kampf zur Verwirklichung dieser Forderung. Durch eine große Massenaktion soll dem Arbeit gebertum gezeigt werden, daß nichts unsere Bewegung aufzuhalten imstande ist. 1934 muß zum Jahre der Eroberung der 40 Stundenwochewerden!" Für terrorfreie Saarabstimmung Berlin, 20. Jänner. Reichspräſident von Hindenburg leidet zur Zeit an einem Erkältungsfatarrh und hat infolgedessen die für gestern und heute vorgesehenen Empfänge und Besprechungen absagen müssen. Die Festhaltung der Bulgaren Der Kampf Goerings gegen die anderen Ueber den wahren Grund der niederträchti Völkerbundrat setzt Dreierkomitee einen Feſthaltung der drei freigesprochenen Bulga Genf, 20. Jänner. In der Schlußfißung der gegenwärtigen Seffion befaßte sich der Völkerbundдеден rat mit der Frage des Plebiszits im Der Berichterstatter Aloisi( Jialien) führte u. a. aus, heute sei nicht die geeignete Zeit, eine eingehende Debatte über die Maßnahmen aufzunehmen, die im Saargebiet getroffen werden müssen. Deshalb werde ein dreigliedri ger Ausschuß eingesetzt werden, der das Problem sowohl vom Gesichtspunkt der rechtlichen Bestimmungen des Friedensvertrages als audi vem technischen Gesichtspunkte aus prüfen werde. Lenin bestreitet die Möglichfeit einer rein proletarischen Revolution.„ Wer eine reine soziale Revolus tion erwartet, der wird sie niemals erleben, und Saargebiet. ist nur in Worten ein Revolutionär, der die wirkliche Revolution nicht versteht." Jede wirkliche Revolution fann nur als allgemein- demoIratische Revolution einsehen, die erst später in die proletarische Revolution umschlägt. Darum ist sein Leitsatz der Sag des Kommunistischen Manifeftes: Die Kommunisten unterstüßen jede revolutionäre Bewegung." Den Bundesgenossen sieht er in den Mittelschich ten, vor allem im Bauerntum. Darum gibt er die Parole: Arbeiter und Bauern aus, die auch unsere Parole ist, eine Losung, die aber nur sinnvoll ist als Bündnis zur leberwindung des liberalen Stapitalismus oder, wie es in Rußland ausgedrüdt wurde, zur Aufrichtung der demokratischen Diktatur der Arbeiter und Bauern." Die Resolution des Völkerbundrates über das Plebiszit im Saargebiet lautet: ,, Der Völkerbundrat hebt hervor, daß er seine Pflichten hinsichtlich der Vorbereitung und Genf bleibt weiter ausgeschaltet Um die diplomatischen Verhandlungen nicht zu stören Durchführung der allgemeinen Volksabstim mung im Saargebiete im Jahre 1935 in der Weise erfüllen wird, daß die freie und geheime und ehrliche Wahl gesichert werde. Der Völker bundrat fordert den drei genusschuß auf, die Maßnahmen und Mittel zu prüfen, durch die die Ordnungsmäßigkeit des Wahlganges gesichert wurde, und besonders gut die Mittel zu erwägen, durch die die Bevölkerung vor jedem Druck und vor der Ausführung jeder Be drohung geschützt werde, die die Abstimmung beeinflussen könnten, und schließlich die Anregungen zu prüfen, die ihm die Regierungskom miffion des Saargebietes zur Aufrechterhaltung der Ordnung während der Periode der Volts abstimmung unterbreiten würde. Finanzhilfe für Oesterreich Aus dieser Auffassung der Revolution entvon der Tschechoslowakei ratifiziert springt auch die Betonung und Würdigung der nationalen Frage, die Auffassung, daß die Retariat veröffentlichte am 20. Jänner d. J. folgen Genf, 20. Jänner. Das Völferbundssefrebolution ohne gesaminationale Arise nicht mög lich ist." Darum glaubt Lenin auch, daß die prodes Kommuniqué: Der tschechoslowakische GeTetarische Revolution nur möglich ist als Stampf Genf, 20. Jänner. Das engere Präsidium sandte in Bern Künzl- Jizersin unterzeichnete aller Unterdrückten in einem Lande und im Bünd- der allgemeinen Abrüstungskonferenz, d. i. Vor- heute als ständiger Delegierte beim Völlerbund nis mit den unterdrüdten Nationen.fißender Henderson, sein Stellvertreter Po= das Protokoll vom 15. Juli 1932 über die finanAuch hier setzt er die Linie des jungen Mary von litis und Berichterstatter Dr. Beneš, verzielle Hilfe für Oesterreich zur Unterstüßung der 1848 fort, modifiziert allerdings durch seine öffentlicht nach längeren Beratungen ein Kommu- Aktion für dessen wirtschaftliche und finanzielle Theorie voum Imperialismus, die wir leineswegs niquee, in dem es u. a. heißt: Geſundung. Die tschechoslowakische Regierung in allen Punkten für richtig halten. verpflichtete fich zu einer Anleihe von 4 Millio nen Schilling. Der Vorsitzende, der Bize- Vorsitzende und der Berichterstatter sind nunmehr zu der Ueberzeugung gelangt, daß mit Rücksicht auf den Es handelt sich hiebei um die Durchführung des Fortschritt der bisherigen diplomatischen Ver- Lausanner Vertrages über die Anleihe für Desterhandlungen es nicht geeignet ist, diese Aktion reich. Die Tschechoslowakei verpflichtete sich durch die durch eine sofortige Eröffnung der Konferenz- sen Lausanner Vertrag wie die anderen Staa arbeiten zu unterbrechen. ten zur Teilnahme an der Anleihe für Desterreich Die Regierungen der eben untereinander in und führt jetzt diese Verpflichtung formal durch. Verhandlung stehenden Staaten werden ersucht werden, den Vorsitzenden der Konferenz über die Situation noch vor dem 10. Feber zu informie ren, damit so das engere Präsidium, das am 13. ever zusammentritt, die Tagung des eigentlichen Präsidiums einberufen kann. Seine bedeutendste Leistung aber ist die Erneuerung der margistischen Staatstheorie, die Lehre von der Umwandlung des Staates durch die Revolution und von seinem späteren Absterben", vom Verhält nis der Demokratie zur Dittatur. Sein Programm einer revolutionären Demokratie ist das alte marristische Programm von 1848. Es ist kein Zufall, daß diese Erneuerung der Mary'schen Staats- und Revolutionstheorie gerabe in Rußland erfolgte. Denn in West- und und Mitteleuropa war eben die Revolution durch Jahrzehnte nicht aktuell; es fehlte dem Proletariat an Bundesgenossen, weil in der Epoche des expansiven Kapitalismus die Mittelschichte ökonomisch saturiert, gesättigt und daher unrevolutionär waren. Darum mußte hier auch die Nom, 20. Jänner.( Stefani.) Das Amts Organisationsform des Proletariats blatt veröffentlicht ein tönigliches Dekret über die cine andere sein. Lenin glaubte nicht an die spon- Auflöſung der Abgeordnetenkammer. Die Konfötane Entwicklung der Arbeiterklasse zu revolu- derationen und die hiezu berechtigten Körperschaf tionärem Bewußtsein, die Arbeiter tönnen aus ten werden die Standidaten für den Großen Rat jich heraus nur trade- unionistische Vereinigungen bis zum 15. Feber in Vorschlag bringen. Das bilden, die ihren Stampf um Verbesserungen der nationale Einheitskollegium ist für den 25. März Lebenshaltung innerhalb des bürgerlichen Staa- einberufen, um das vom Großen Rat aufgestellte tes führen. Ihnen setzte er die Organisation der Verzeichnis der Abgeordneten gutzuheizen. Senat Berufsrevolutionäre" gegenüber. und Abgeordnetenkammer werden für den 28. Aber diese Organisationsform ist nur sinnvoll und April einberufen werden. ,, Neuwahlen" in Italien Handelsvertrag gekündigt ren in Hitlerdeutschland erhält der Londoner „ Daily Herald" folgende Informationen: Auch in dieser Frage schwankt Hitler unentschlossen zwischen zwei Parteien innerhalb des Kabinetis. Neurath und Goebbels drängen auf schleunige Abschiebung Dimitrots, Popows und Ta neffs, denn sie erkennen in der weiteren Festhal tung der Freigesprochenen die schwerste Belastung Hitlerdeutschlands vor der Welt. Goering dagegen besteht darauf, daß Dimitrow für die Kennzeichnung bestraft werde, die er dem preußischen Gewalthaber vor dem Reichsgericht hat zuteil werden lassen. Er droht damit, Wilde gegen Dimitrow als Verrat am Staate zu brandmarten und Proteſtfundgebungen zu veranstalten. Die Goeringleute sehen in dem Verlangen nach Dimitrows Bestrafung eine Befestigung ihres schwindenden Einflusses und die Erringung des Uebergewichtes über die„ Gemäßigten". Sitler fürchtet Goering, hat aber auch Angst davor, der„ Weichheit" beschuldigt zu werden. So können die drei Freigesprochenen bei jener„ besten Gesundheit", die Dr. Teichert eben befundet hat, im deutschen Gefängnis blei ben, bis der Streit zwischen den Häuptlingen entauch erklärt, die Dauer der weiteren Saft ſei unschieden ist. Der Mutter Dimitrows hat man denn absehbar, und hat ihr auch Habſeligkeiten ihres Sohnes übergeben. Pappenheim „ Auf der Flucht erschossen" Der frühere Redakteur der sozialdemokrati schen„ Voltsstimme" Samalkalden, Pappenheim, ist bei einem Fluchtversuch aus dem Lager Börgermoor erschossen worden. Mit der Ermordung wehrloser Gefangener macht man heute nicht mehr viel Aufhebens, sie gehört zu den stän digen Gepflogenheiten des Dritten Reichs. Niemand wirft die Frage auf, mit welchem Reci Menschen erschossen werden, die sich einer willkür lich über sie verhängten Gefangenschaft durch die Flucht zu entziehen versuchen. Man weiß überdies, daß der sogenannie Fluchtversuch" nichts als eine Redensart ist, um einen verübten Mord nicht eingestehen zu müssen. Neue Verhandlungen beginnen Berlin, 29. Jänner. Die bereits am 17. Der erschossene Genosse Pappenheim war, Jänner durch die hiesige französische Botschaft an- wie der„ Neue Vorwärts" Karlsbad mitgekündigte Kündigung des deutsch- französischen teilt, einer der reinsten Idealisten, die je einer Handelsabkommens vom August 1927 ist durch politischen Bewegung gedient haben. Im engen eine Note des französischen Botschafters vom 19. Wirkungstreis, im Stiffen zu arbeiten, alles für Jänner bestätigt worden. Die französische Note die Sache zu tun und nichts für sich zu verlan gibt dem Wunsch Ausdruck, daß zur Vermeidung gen, war seine Art. Eine Augenſchwäche, die ſich einer Unterbrechung der Handelsbeziehungen zwi in den letzten Jahren immer stärker bemerkbar schen den beiden Ländern und zur Schaffung einer machte, hatte ihn in einen fast rührend wirkenneuen vertraglichen Grundlage für den beiderseiti- den Zustand törperlicher Silflosigkeit versetzt. gen Güteraustausch möglichst bald Verhand Troßdem hat es denen, die als Herren über ihn Iungen eingeleitet werden sollen. Dieser gefeßt waren, gefallen, ihn zu töten. Sie haben Wunsch wird von der Reichsregierung geteilt. Es den hilflosen„ auf der Flucht erschossen"- trafi ist daher zu erwarten, daß diese Verhandlungen, jener Art von Legalität", die das Reichsgericht binnen furzem beginnen werden. in Leipzig gegen uns verteidigt. Cette 4 Tagesneuigkeiten Kindertragödien Mord Prag, 20. Jänner. Am Mittwoch wurde, wie wir berichtetet haben, in Prag XIX., in der Müllabfuhrstation der Fuß eines ungefähr zehn Monate alten Kindes gefunden. Nunmehr wurden in einem anderen Behälter die linke Hand des Leichnams gefunden. Die anderen Leichenteile fehlen, Bisher sucht die Polizei vergeblich nach einer Spur des Täters. Selbstmordversuch eines Vierzehnjährigen Prag, 20. Jänner. Im Garten seiner in Nedvědi bei Ihřiněves wohnenden Eltern schoß sich gestern früh der vierzehnjährige Josef Ratz housty aus einem Revolver an und wurde in Hoffnungslosem Zustand in das Weinberger Kran fenhaus gebracht, wo er sofort operiert wurde. Die Ursache der Verzweiflungstat ist nicht bekannt. Die Gendarmerie untersucht, wie der Schüler in den Bejizz der Schußwaffe tommen fonnte. Der Bau der neuen Elbe- Brücke in Aussig Sonntag, 21. Jänner 1934 Die Arbeiten werden von der bebördlichen Unter- befann sich auf die Verantwortung den Leben!. fuchungskommission geleitet. Das Ergebnis der den gegenüber. Witwen und Waisen vor der Gasanalysen wir vorläufig nicht bekanntoegedrückendsten Not des Tages zu schützen war die ben. Eine Seffnung der Schachtdecke hat entgegen erste Aufgabe. Viele gaben und jene am meianders lautenden Meldungen bisher nicht stattgefunden und wird auch in absehbarer Zeit faum vorgenommen werden. Flugzeug Marseille- Paris verunglückt Baris, 20. Jänner. Das Verkehrsflugzeug der Strede Marseille- Paris ist am Samstag Vormittag bei Ear om b( Departement Vauc Tufe) abgestürzt. Der Pilot, ein Sohn des Sena tors Lefevre de Prey und der Bordsunter find mit dem Flugzeug, das beim Anprall auf den Boden in Flammen aufging, verbrannt. Unweit von Orleans stürzte ein anderes Flugzeug ab, wobei der Pilot, der bekannte Indienflieger und Rekordmann Man Mohan Sing, fchiver verletzt wurde. 3 Nr. 17 sten, die am wenigsten hatten. Aber dies spon tane Solidaritätsgefühl der Hunderttausende weckte die Verkommenheit von einigen, die nichts Menschliches mehr an sich haben. Eine Verkom menheit, die uns zeigt, wie schwach die Firnis der Zivilisation ist, die die Schreden dieser Welt verdeckt und zu welchen Ungeheuerlichkeiten das Chaos der Gesellschaftsunordnung Irregeleitete zu treiben vermag. Wenn wir die Zeitungen aufschlagen und erfahren, daß ein trainierter Gauner dem millionenschweren Couponabschnei der X. oder dem vom Zinswucher lebenden Vil lenbesitzer 8. eine respektable Summe abgejagt hat, ertappen wir uns bei einem jast schadenfrohen Schmunzeln. Nicht, daß wir die Unmoral des Spizbuben billigen würden, aber unmöglid) fönnen wir uns bei dieser Nachricht zu erheblicher jittlicher Empörung aufschwingen; Petroleumkönig Sinclair verhaftet wir registrieren sie gleichsam achfelzuckend, in Sarry Sinclair, dessen Petroleumfonzern immer Vor einigen Tagen wurde die Anzeige er der beruhigenden Gewißheit, daß die geschädig mehr eine starte Stonkurrenz für die beiden weltaus Robots 32.600 Kč unterschlagen habe federleicht zu tragen. Hier aber hat die Hem Dutch Shell wurde, ist verhaftet worden und mit stattet, daß der Bahnhofangestellte Sed lacetten Gentlemen in der Lage sind, diesen Verlust umfassenden Trusts Standard Oil und Royal mungslosigkeit nach den Aermsten gegriffen und 24 anderen" ührenden Wirtschaftlern der USA selbst die Toten zum Objekt der Spekulation wegen Betruges und Untreue angeklagt worden. gemacht. Und so wächst aus dieser„ Beispiellosigkeit" eine flammende Anklage gegen ein Ge- watische Republik hatte i. J. 1921 13,612.424 ſellſchaftssystem, das, mit unbeschränktem Reich und i. J. 1930 14,729.536 Einwohner. Die tum auf der einen, und würgender Not auf der Schüler betrugen alſo in den beiden Fällen 19.1 Prozent, bzw. 16.7 Prozent der gesamten anive anderen Seite, Menschen in eine derartige, ersenden Bevölkerung. schütternde Erniedrigung zwingt! Defraudation eines Eisenbahners und verschiv.on sei. Diese Meldung wurde nicht veröffentlicht, um die Verfolgung nicht zu erschwe Donnerstag fand in Aussig die antliche ren. Nun traf aus Ebersbach an der Grenze die tommiffionelle Begehung des Bauplazes für die Nachricht ein, da dort beim Heberschreiten der neue Elvebrüde statt, an der auch die Vertreter Grenze Sedlaček verhaftet wurde, der des Landesamtes teilnahmen, Ende Jänner wer sich dadurch verdächtig gemacht hatte, daß er viel den die Erdarbeiten auf dem Schreckensteiner Ufer Geld verausgabte. Die Hälfte des Betrages wurde und im Juni auf dem Aussiger Ulfer aufgenommen bei ihm noch vorgefunden. werden. Die Brücke wird eine Länge von 184 und eine Breite von 17.5 Metern aufweisen und auf drei Bogen geſtüßt sein. Die beiden Bogen über der Erde haben eine Spannweite von 30 Metern, der mittlere über der Elbe eine solche von 123.6 Metern. Granaten und Patronen im ausgetrockneten Elbe- Flußbett bei Wegstädtl vergraben Die Sammlungen für Ofset Brür, 20. Jänner. Das Interesse für die Hilfsaktion zugunsten der Opfer der Grubentata strophe am Nelsonschacht in Offet hält unvermindert an. Bis zum heutigen Tage sind dem Revierrat in Brür insgesamt Kč 535.165.85 zuge kommen. Der Zirkus Kludsky ist, wie aus Wien gemel det wird, mit dem gesamten Inventar und mit allen Tieren verkauft worden. Der Käufer ist der Kaufmann Ruhe aus der Stadt Alfeld in Deutschland. Eisenbahn- Attentat. Wie ein japanisches Telegraphenbüro meldet, wurde auf der chinesis schen Ostbahn bei Chandochedzi ein ja pa= nischer Panzerzug zur Enigleisung geEin Schulinspektor ols Betrüger weise. In der vorleßten Nacht hat sich vom Nord- bracht. Viele Soldaten sind getötet verhaftet worden. Auf dem englischen Flugzeugmutterschiff ,, Fu Wieder fälteres Wetter? Freitag stiegen die Temperaturen in den Niederungen Böhmens auf Plus 10 bis Plus 12 Grad E., Mähren auf Plus 4 bis Plus 7 Grad E. In der Slowakei wurde die höchste Temperatur in Starý Smokovec mit Plus 8 Grad verzeichnet. Das Tagesmittel der Tempe ratur in Prag Plus 9 Grad war um 10 Grad über Normale und entsprach der Normaltemperatur vom 18. April. Niederschläge fielen nur ſtrichWeg städt 1, 20. Jänner. In diesen westen her wieder eine Abfühlung über das Tagen fanden Fischer im ausgetrockneten Flußbett Uzhorod, 20. Jänner. Auf Grund eines von Binnenland ausgebreitet; in den Niederungen san der Elbe, fünf Meter vom Ufer, in der Stadt der Staatsanwaltschaft in Chust erlassenen Sted- en die Temperaturen in die Nähe des Gefrier- rious", das am Mittwoch von Gibraltar nach Malia Wegstädtl ſechs Handgranaten. Drei von ihnen briefes verhaftete die Gendarmerie Fahndungs- punktes. Der Panzer und der Fichtelberg melden abgefahren war, sind mehrere Mann der Besakung waren jogenannte Kufurruz Granaten: ferner station in Chust den Schulinspektor Michal Dou wieder- 4 Grad, die Schneekoppe 7 Grad C. an Fledjieber erfrankt. Das Kriegsschiff ist daher befanden sich darunter eine italienische Vetarde, bravský in der Bezirksstadt Volové. Er wurde Der Zufluß fühler Luft aus höheren Breiten hält nach Gibraltar zurückgekehrt und unter Quarantäne eine ruſſiſche und eine reichsdeutsche Granate. nach dem vom Untersuchungsrichter vorgenommen. Wahrscheinliches Wetter gestellt worden. Die extrantien Matrosen wurden Außerdem wurden 19 Manlicher Patronen Verhör in der Haft des Chuster Kreisgerichtes heute: Veränderliche, im allgemeinen abneh nach dem Militärlazarett gebracht. belassen. Es wird ihm zur Last gelegt, Geldsummende Bewölkung, keine oder nur geringfügige Gefchos aus der Kriegszeit und ein scharfes men, die vom Schulreferate in izhorod zur Be- Niederschläge, leichte Nachtfröste. abflauender tschechoslowakisches Geschoß, das erit jüngst zahlung von Silkslehrern angewiesen worden Wind aus nordwestlichen Richtungen. entwendet wurde, gefunden. Die Granaten wwaren, zurüdbehalten zu haben. und Geschosse wurden nach dem Urteil der Militärsachverständigen aus Theresienstadt etwa im Oktober des Vorjahres in die Elbe geworfen. Die Garnison in Theresienstadt entsandte nach Wegnen, ein scharfes rumänisches Dum Dum Etwas Beispielloses! Vor einigen Tagen wurde in Prag eine Frau gefaßt, die mit gestädtl einen Offizier und Soldaten, welche die fan Haus Handgranaten, die unversehrt waren und explo- fer dierten, unschädlich machten. Im Oktober waren zu Haus gng, um die Toten im Schacht zu beauch Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der stehlen. Von amtlicher Seite muß eine Warnung aufgelösten Parteien vorgenommen werden. ergehen, sich mit privaten Sammlern einzulaj. Dic Angelegenheit wird strenge untersucht. sen! Tief unten in der Hölle des ausgebrannten Nelsonschachts ruhen die verstümmelten Körper der Bergleute. Dies Grab ohne Mitleid grub die blindwütende Natur, die ihre Opfer nicht mehr herausgegeben hat. Obertags liegen die dreizehn, die man bergen konnte, bergen konnte als Leichen. Als die Nachricht vom Drama im Nelsonschacht durch die Städte und Dörfer der Republik eilte, trauerte ein ganzes Volk um dieſe Männer, die nicht ohne Schuld pflichtver. gesjener Unternehmerinstanzen im Dunkel des Schachtes ihr Leben laffen mußten. Man Nelson I bleibt vermauert Chemische Untersuchungen der Grubenluft Offet, 20. Jänner. Auf den Schächten der Grube ,, Nelson" werden täglich einigemale Probender Gruben Iuft entnommen und auf ihre chemische Rummensehung untersucht, um die Zusammensetzung der Gase in tieferen Lagen ten Ben zu lernen. Durch die Schachidede, werden Lange Rohre in die Schächte eingeführt, durch welche die Zufinroben entnommen werden. Vom Prager Rundfunk Tragödie von zweihundert Schafen. Bei Stöln hatte ein wandernder Schäfer Donnerstag abends feine Schafherde insgesamt 240 Tiere über Nacht in der Nähe von Mahen eingepfercht, um sic am anderen Morgen weiterzutreiben. Im Laufe der Nacht drangen plötzlich wildernde Hunde ein, die die Tiere auseinanderjagten und schließlich in einen Bad trieben. 107 Schafe ertranken, während unge fähr 13 Tiere von den Hunden zerrissen wurden. Babireiche Tiere haben Sinochenbrüche und andere Verlegungen davongetragen. Das tschechoslowakische Schulwesen im Jahr schnt 1921/22 bis 1930/31. Das Statiſtiſche Staatsamt hat in seinen Außerordentlichen Mitteilungen( Jahrg. 3 Nr. 1-12) eine Entwid lungsübersicht des tschechoslowvalischen Schulwesens im Rahmen der Jahre 1921) 1921/ 22-1930/ 31 veröffentlicht. Die Uebersichtstabellen, die neben den absoluten Daten auch sehr anschauliche Inder- Ein vergastes Dorf. Durch ein in einem Lis zahlen enthalten, umfassen nur die angeführten fener entwidelten fich Giftgafe, die in großen Schivasavoner Phosphorbergiverk ausgebrochenes Großzehn Jahre, da dieses Jahrzehnt ein abgeſchloſſe ben nach dem Dorfe Louza getrieben wurden. Das nes Ganzes bildet und eine etwaige Ergänzung Dorf wurde sofort von sämtlichen Bewohnern flucht durch die neuesten Daten keine Schwierigkeiten artig verlassen. Von Lissabon ist eine große Anzahl mehr bereitet. Ein großer Vorzug der Veröffent von Gasmasken nach der bedrohten Gegend entsandi lichung ist ihre Uebersichtlichkeit, die eine rasch worden. Orientierung und verläßliche Vergleiche ermöglicht. Aus den Summendaten geht hervor, daß sich die alljährliche statistisch verarbeitete Schülerzahl im Jahrzehnt 1921/22 bis 1930/31 zwischen 2,605.607 und 2,460.459 Schülern bzw. Hörern bewegt. Wir erhalten eine Vorstellung von dieſer Zahl, wenn wir sie der Bevölkerungszahl des ganz zen Staates gegebenenfalls der einiger euro päischer Staaten gegenüberstellen. Die TschechosloVom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Montag: Brag: 11.00: Sender L.: Konzert des SalonDienstag: orcheſters, Sender G., 14.50: Stonzert, 15.15: entice Sendungen: Stunde für die Frau, Heiteres Programm auf Schallplatten, Deutsche Preisenachrichten, Sender 2.: 16.50: inderfunt, 18.25: Deutsche Sendung: L. Goldlieder sind keine Sünder deutscher Kultur vor der verderbten Genüsse der lasterhaften Großstädter. Ach, schmidt: Musikvorschau, 19.05: Lieder zu Balalaita, Welt. Wahrscheinlich wird sich die Sendeleitung doch wenn der Herr Doftor wüßte, wie ſpießerig die über: Sender 2.: 19.00: Deutsche Pressenach endlich von berufenen Fachleuten beraten lassen müßwältigende Mehrzahl der Großstädter" ist, wie drol- richten, 19.20: Prof. Dr. Musik: Stinder in der Das große und erfreuliche Ereignis ist eingeire- sen, wobei freilich einer da sein müßie, der die Nich lig chrvuſſelig in der Aufmachung des eschen ihr wüste, 20.00: Philharmonisches Konzert, 22.15: ien: die Prager deutsche Sendung ist wesentlich ver- jung teist. Wird man sich endlich dazu entschließen? Vergnügen, er wäre nicht mehr so böse auf uns. Deutsche Nachrichten, 22.30:. Schmidt singt mehrt worden und man hat lingerweise den Straschniger Zender herangezogen. Er macht seine Sache ſellſchaftsspiel Schneiderlein, leih mir die Scher!" tiger der Natur in den Augen des Herrn D. Böhme; funt, 17.15: Neuerscheinungen in der franzöſiſchen wird man endlich aufhören mit dieſem munteren Ge- Grad ſo ſchlimm jind wie rationaliſtiſchen Veraewal: Arien. Brünn 12,35: Mittagskonzert, 15.40: Frauentechnisch sehr gut und darf als vollgültig neben dem als welches sich unsere Programmgestaltung bisher er verlangt, um die bäuerliche Stultur vor Unglauben Literatur, 18.25: Deutsche Sendung: Deut Libliver Stollegen angesehen werden: auch jene chau erwiesen hat? und Fabriksschlöten zu retten, die religiös gerichtete sche, flassische Monologe, 19.15: Kinder mujizieren. vinistischen Nebereiferer, denen jedes deutsche Wört Wir wollen die interessantesten Sendungen der Landschule, ſwärmt von Erziehung zur Ber=| Preßburg: 16.00: Nachmittagstonzert, 19.35: Smelein mehr gefährlich schien, müssen gestehen, daß nun Wode herausnehmen, alles zu hören, geht über sönlichkeit und Voltsaufbau, tut dies aber vathetisch tana- Stonzert. Wien: 12.30: Unterhaltungsmu feit einer soche bedentend mehr Deutsch aus Prag die Straft und Geduld eines Einzelnen, selbst wenn er und mit so vielen kunstreichen Fremdwörtern, daß sir, 19.25: Simone Boccanegro, lyrische Tragödie erschalli, ohne daß die Welt gewadelt hätte. die Zeit dazu hätte. Georg Lippmann las Grotes ihn die ländlichen Hörer kaum verstanden haben von Verdi, 22.35: Abendfonzert Nun muß aber auch die Sendeleitung dafür sorten von Walter Seidel, Die 2. Stizze, der dürften. Wir aber habens verstanden und bedanken gen, daß das deutsche Wort aus Prag würdig er- leere Blau", war recht fein, aber nicht so ganz neu uns schön! Es war erbaulich). schalle: würdig der deutschen Kultur, die wir hier ja und auch nicht so sehr grotest; die 1. aber war so Sehr ernst zu nehmen und sehr inhaltsreich, noch in ihrem weitesien, freieſten Umfang, in ihrer grotest, wie Herrn Seidels Verichte aus Stnut Dam wenn auch ideologisch in manchen Buntien anfechibar, ganzen Tiefe und in des Wortes heiligster, höchster, funs Seim, der Journalist Dr. Stößer ist als die Ausführungen Prof. Dr. Heinrich Rauchbergs über menschlichster Bedeutung nehmen können, und würdig ebenso erwünschter Gast in den Olymp eingedrungen, die Krise des Völkerbundes. Idealismus der demokratischen Republit, deren schönster Vorzug wie sein Autor in das Haus des großen Dichters. ohne materiellen Unterbau fanns nicht schaffen, eben darin besteht, daß sie ihren Völkern die Bewäh- Also unbedingt eine vor Europa repräsentative An- Vazifismus und Nüstungsindustrie vertragen sich rung solcher Stultur ermöglicht, sie darin nach Kräf gelegenheit! Vorher las der Dichter Louis Fürnhalt nicht! ten unterſtützt. Die Aufgabe der Sendeleitung ist noch berg eigene Gedichte, darunter ſchöne und Beide Arbeitersendungen waren ergrößer, noch wichtiger für das Gesamtdeutschium, ia echt gefühlte Verse, schon viel besser und erfreu= freulich: des Genossen Emil Ha a se dur ihre Sachfür Europas Geſamifultur geworden,- iſt ſie ſich licher! Archivrat Dr. Anton Moncha behandelte in sei- lichkeit erschütternde Angaben über die Diefer Kaiadessen bewußt? Handelt sie danach? ner Gedenfrede den verstorbenen Hermann ſtrophe und die im Vergleich zu ihrem furchtbaren Stafchau: 12.30: Orchesterkonzert, 17.00: OrchesterBahr schr milde, sehr entgegenkommend und ver- und gefährlichen Leben rührend bescheidenen Forde= ſtehend: Dies liegt wohl in des Redners eigener, rungen der Sohlenarbeiter und Genoiſen Gold in Indien, 18.05: Reise durch pocharmenien, 19.00: fonzert. Wien: 15.50: Jugendstunde, 16.55: Feit freundlich versöhnlicher Natur. schmidts schwungvoller Aufruf, in Notwehr die Wiener Stimmungsbilder, 21.35: Stammermusic, Einige aufflärende Worte über die neue Wel- Freiheit zu verteidigen aegen die drohende Unfrei 22.55: Abendkonzert. Frankfurt: 16.30: Stam lenverteilung, ihre Schwierigkeiten und Vor- heit"). teile, Uebersetzung eines Vortrags des Ing. Raymond - Berlin: 19.00: Orcheſterfonzert. Braillard, haben aller Empfängern fierlich gut getan, wenn auch nicht wesentlich mehr gehört ward der letzten Erhebung im Sommer 1933 hören den Auch die Zahl der Schulfunkhörer wächst. Nach als was in den Reiimmeen au lesen stand. deutschen Schulfunt 934 Bolts- und Bürgerschulen. In den letzten Tagen meldeten die Bezirke Bischofsich meistens um fleine Landschulen, für die eben der teinis und Taus 30 neue Hörerschulen. Es handelt Schulfunk einen besonders wertvollen Bildungsbehelf bedeutet. Es sollen noch feine Schlüsse gezogen werden nach tung von den Ereignissen vielleicht überrascht wurde, sich in der Programmgestaltung nicht so rasch umund einstellen konnte auf die neuen Verhältnisse. Also Nachsicht, aber nicht auf die Dauer. Wir müssen verlangen, daß nun nicht etwa nur eine quantitative Zunahme der gewohnten Sendungen eintrete, sondern daß auch Sinn, Wesen, Charakter, Absicht. Ziel unserer deutschen Sendung neu, tiefer, weitschauend ge= bildet werden. Das fann nicht erreicht werden, indem man sehr nette und auch lehrreiche Vorträge für die Hausfrauen einfügt, Stasperltheater ivielt, die heimat liche Wandartdichtung pflegt, auch Wiener Schlager den Ergebnissen dieſer erſten Woche, da die Sendelei Gemütvoll und rührend haben sich diesmal unfere aararischen Lands- und Volksgenoffen eingestellt: Hermann Lothring schilderte den Sonntags= frieden in der Bauernstube, durch Radio veredelt, nicht ohne einen ganz kleinen Hieb auf die Gut und ausgiebig die bedeutend vermehrie Berichterstattung. Summe der Woche: die von Körperschaften be treuten Teile der Sendung wahren ihr bewährte esen: was die Senbereitung daan but ist herzlich nie. Mir warten ab. Fürstenau. *) Am Freitan brechte die deutsche Arbeitersendung zum erstenmal eine aktuelle Beitungsschau( Genosse Kern). D. Red. Prag, Sender 2.: 10.15: Deutsche Nac richten, 10.20: Deutscher Schulfun!, 12.35: Konzert des Streichorchesters, Sender S. 14.45: Klavierkonzert, 15.10: Deutsche Sendungen: Lieder zur Laute, Sender 2.: 16.35: Kinderede, 18.25: Deutsche Sendung: Lic der heimischer Komponisten, 19.05: Schallplatten, 20.20: Die Welt in der Umgestaltung, 21.30: Nonzert für Violine und Klavier. Brünn: 17.50: alit Aktualitäten der Woche, 18.25: Deutsche Sen= Breßburg: 17.35: Violinkonzert. mermusit. * Str. 17 Togal gegen Grippe, Erkältungskrankheiten, Rheumatismus, Gicht, Kopf- und Nervenschmerzen.' In allen Apotheken erhältlich. Generaldepot: Brauners Apotheke Zum weißen Löwen", Prag II., Přkopy 14. Sonntag, 21. Jänner 1934 nieder. Der andere wurde niedergeschlagen. Dann| Streuten ihm die Banditen geriebenen Stalk in die Augen, so da er ebenfalls handlungsunfähig wurde. Auch er mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Volkswirtschaft und Sozialpolitik PRAGER ZEITUNG Seite 5 Eine Deputation der Angestellten des Café Don Juans Balfonzimmer erscheinen als Wände die Continental sprach Samstag in Begleitung des Stadts Bäume der Partszenerie, der Festsaal ist von Eins verordneten Genossen Dr. Schwelb beim Magistrate sturzgefahr bedroht usw.). Und seinen Anreiz auf vor und wurde vom Primator- Stellvertr. Kellner das Publikum übte der gyflus auch nicht; das Theas empfangen. Der Zweck der Vorsprache war es, im ter war sehr schlecht besucht. E. J. Interesse der 45 durch die Vorgänge in ihrer Existenz bedrohten Angestellten, eine Lösung zu erwirken, damit die an dem Vorfalle vollkommen unschuldigen Das internationale Eisenkartell Die im vorigen Jahre gegründete InterWeißer Flieder nationale Robstahl- Exportgemeinschaft, eine Orga45 Angestellten nicht das Opfer der Sreitigkeiten Unter diesem Titel spielt jetzt die Kleine Bühne clung des Exports, hat in der jüngsten Zeit m. b. 5. werden. Wizebürgermeister Kellner erteilte halt mit der Stomödie gar nichts, mit dem Lustspiel nisation der Eisen- und Stahlerzeuger zur Re- vischen den helenten Wurm, deren Zwangsber eine„ Komödie" von Lennor; es handelt sich aber um wesentlichen Zuwachs erfahren. Bisher waren in nad) Rüdsprache mit dem Gewerbereferenten der De waltung, den Gläubigern und der neuen Gesellschaft ein Kriminal- und Detektiv- Stüd, dessen Art und Inihr die Tschechoslowakei, Deutschland, Frankreid putation die Auskunft, daß das Stonzessionsgesuch chen geschaffen wird etwas peinlich in der Umnur das gemein hat, daß wiederholt Anlaß zum Laund Luxemburg zusammengeschlossen, auch belgische der neuen Gesellschaft m. b. 5. zwar eingebracht fet Schwerindustrielle gehörten dazu, doch hatten diese und das Verahren darüber anhängig ist, daß jedoch gebung eines Selbstmordes oder gar Modrs. Aber man unter der Konkurrenz von Annenseitern zu feisen über das Gesuch noch nicht entschieden ist und die hat eben auch darin von Edgar Wallace gelernt, daß Von diesen ist jetzt das große belgische Werk auf jede Bluttat mindestens eine lustige Berson tomEntscheidung erst nach einer gewissen Zeit ergehen men muß! Im übrigen ist aber dieser Weiße Flies lann. Der Magistrat seinerseits lehnt es nämlich Clabecq dem Eifentartell beigetreten. Sch we den ist Mitglied des internationalen Röhrentartells geworden, während das polnische Eisenhüttenſyndikat zu einem Abkommen mit der deutſcheri Rohstahlgemeinschaft über den Austausch von Walzeisen gekommen ist. Damit ist auch Polen in die internationale Eisenkartellierung einbezogen. am 20. Jänner seinen Geburtstag gefeiert. Es Das gleiche gilt auch von dem Verband der en geinen provisorischen modus vivendi derart eingen fennt. Und dabei wird es das Parkett ganz gewiß Hoffmann von Fallersleben hat natürlich nicht, wie es im geftrigen Sozialdemokrat" stand, waren am Samstag sechzig Jal. seit dem Tode des am 2. April 1798 geborenen Dichters vergangen. Die Leser haben übrigens selber den Fehler richtiggestellt. 30.000 Franken Lohngelder geraubt. Zwei Beamte der Völflinger Hütte( Saargebiet), die eine Staffette mit etwa 30.000 Franten Lohngelder bei sich führten, wurden Freitag abends bei einer Eisenbahnunterführung von vier bewaffneten Männern überfallen. Als die Banditen die Beam ten herankommen sahen, gaben sie mehrere Schüsse auf sie ab. Einer der Beamten wurde mehrfach am der Kampf um die günstige Position geht Hinterkopf verwundet und liegt schwer verletzt dar- vielmehr in ihrem Schoße ungeschwächt fort. auch ab, sich für eine der an dem Stritte beteiligten der" recht geſchickt aufgemacht und zwei Bilder lang Barteien zu engagieren. Dadurch ist die Wieder iſt man voll Spannung. Dann freilich lebt das Stück eröffnung des Staffeehauſes bis auf weiteres in von Skonſtruktionen und man ist gar nicht mehr neuFrage gestellt. Cine Sicherstellung der Erizaierig zu erfahren, wer denn eigentlich der Täter sei. itenzen der Angestellten fönnte, nur dann erzielt und es ist nur charakteriſtiſch für dieſe ganze Art und eine weitere Schädigung des Unternehmens selbst Literatur", daß man es doch einigermaßen als origi nur dann vermieden werden, wenn sich die neue Ge nell empfindet, wenn die von allem Anfang meist vers sellschaft m... und die Zwangsverwaltung über dächtigte Person sich zum Schluß zur Täterschaft be lischen Eisen- und Stahlfabrikanten durch einen am 1. Jänner 1934 mit der Internationalen Roh- die alte Stonzession weitergeführt wird. würden daß das Unternehmen bis auf weiteres auf stahl- Erportgemeinschaft abgeschlossenen Kartell für Schiffsbleche. Die unmittelbare Auswirkung vertrag über die Aufteilung der Exportaufträge dieses Kartellvertrages ist eine Preiserhöhung für Schiffsbleche; wie ja überhaupt die gesamte Mor tellierung der Kapitalisten nicht eine Organisation zur Steigerung und Stre stellt. Darum beseitigen ihre Existenz auch nicht die Genenfähe unter den fris Damaskus- Bagdad in 18 Stunden! Das besiegte Kamel ( Nachdruck, auch auszugsweise, verboien.) wenig unreaclmäwig und von Flußtälern in Gebirasstraßen wechselnd, Ramadi entgegen. Damastus, im Jänner. Auf der Wüstenfahrstrede Damas Iralesische Paszkontrolle, Kaffee, die schon er fus Bagdad find zur Erhöhung der Be- wähnten Eier, und dann ist man über die Maude quemlichkeit der Reisenden die modernsten Brücke hinweg und schon im Vannkreis von BagOmnibusse der Welt mit elegantem Buffet dad.( Man kann übrigens neuerdings auch über und Waſchräumen eingesetzt worden. Die Transjordanien diese Fahrt tun und kommt dann Besiegung der syrischen Wüste durch das über Azrat nach Rutbah.) Auto ist in somit bollfommen geworden. Daß entthronte Wüstenschiff. zeit", die erst knapp 12 bis 15 Jahre zurückliegt, Mit Schrecken wird der Reisende der„ Ursich erinnern, wie er auf dem schivankenden Rücken cines träftigen Kameles mit den Anfängen einer Seetrantheit, dem Durst, der Verzweiflung und einer durch die Dede der syrischen Wüste erzeugten Döfigkeit fämpfte. Stunde um Stunde, Lag um Tag... in Schaffner wurde dabei Millionär. Kunst und Wissen Lehar in der Wiener Staatsoper immer als richtigen sozialen Ausgleich empfinden, daß der unschuldig Verdächtigte schließlich heil davon fommt, der Mord selber aber ungefühnt bleibt, weil doch eben die Polizei qui daran tut, ihre Finger wegzulassen", wenn es sich um Verbrechen innerhalb der „ besten" Gesellschaft handelt. Eine feine Bürgererziehung, eine feine moralische Anstalt! Ausflug nach Spanien Georges Kars( Paris) in der Galerie Dr. Feigl. Galerie St. Feder Gespielt wird, unter der tadellosen Regic Wa I ter Taubs, ausgezeichnet. Frau Meller ist wirkungsvoll die große Dame, die mit Anstand und Empfindung strauchelt und wieder heimfindet, Herr Aus Wien wird uns berichtet: Gö ein sympathischer, charmanter Polizeiinspektor, Als Johann Straui; noch bei Lebzeiten in der Herr rey ein überzeugender Routinier der Liebe: Oper Aufnahme finden sollte, schrieb er eine tomische Fräulein Mov, das Opfer der jugendlichen LeidenOver, immerhin eine Oper, den Ritter Paz- fchaft für einen Unwürdigen, gibt in beherrschter und man", dessen gutgemeinten, anständigen, aber lang- doch überströmender Empfindung den wärmsten, weiligen und betulichen Text Ludwig Doczi gelie- menschlichsten Augenblick des Abends und weist so fert hatte. Franz Lehar ist flüger. Da ihm ein wiederum ein Talent nach, zu deffen richtiner Wür Machtgebot die Staatsoper geöffnet hatte es ist mehr digung die Direktion sich anscheinend nicht entschließen als wahrscheinlich, daß der Direktor der Staatsoper, fann. Menschlich auch, den Anlaß überragend, Herr Clemens Sera u B, das Werk wenig oder gar nicht Taub als ein fubalterner Polizeibeamter, der mit fannie, als es angenommen wurde schrieb er nicht ieder Geste interessiert und amüsiert. Ausgezeichnet eine Over, sondern eine Operette. Seine Librettisten auch alle anderen, vor allem Herr Schmerzens Sinepler und Beda wollen durchaus nicht eine Operette reich als mauvais sujet mit Charakter und Besse geschrieben haben, cher eine Oper; aber da man vor rungsabsichten, Herr Ströhlin als fluger und gedieser Bezeichnung doh zurückschredte, gilt diese leyte fühlsstarker Gatte, in fleineren Aufgaben die Damen Operette„ Guiditta" nunmehr als„ musikalische Ondra. Reiter und Sommer, die Herren Komödie." Eine Komödie iſt's, tertlich zum Gott Janitschek und Stadler. 2. G. erbarmen; ihr Gefühl ist ebenso die Sentimentalität der Operette, wie ihr, mit Mespelt zu sagen, Humor durchaus der Humor der Operette, und nicht der beſten ist. Ansonsten glauben die Librettisten sich der Over zu nähern, wenn sie an einen erträglichen Ope im Rahmen dieser Schilderung einer rettenschluß fast jedesmal noch eine unmögliche va nicht am Plaze, romantische Bilder zu entwerfen." Guiditia" mit Maßen unterhaltlich ist. Der Dialog net: Georges Sears, ein gebürtiger Prager. der angenehmen Fahrt durch glühende Wüstenzonenthetische oder weinerliche Szene hängen, die jedesmal stellung Ausflug nach Spanien", eine Serie von auch langweilig ist; wie denn überhaupt die ganze 19 Delgemälden und 13 Rötelzeichnungen, eröff Mit der Romantik wären die beiden Leute aus ist unbeschreiblich, die Verse niederschmetternd. Abedeen, die vor genau 10 Jahren zuerst diese Lehars Musit ist dort am besten, wo sie der Vereinst als Georg Karpeles nach Paris zog, um jich modernste Karawanenmöglichkeit erdachten, nicht suchung, große Over zu machen, nicht unterliegt und findet, daß Natur überall gleich schön ist und wendet hier in Kunst und Namen zu internationalisieren, veit gekommen. herzhafi Operette macht. Den Erfolg dürften überall sich der Landschaftsmalerei zu. Er predigt einen die Tangduette der Soubrette und des jugendlichen Komifers bilden. Also eiwa„ Uns ist alles einerlei" welch herrliche Formulierung des Zionisten Veda für den chriftlich autoritären Oesterreicher oder der Walzer„ Zvci, die sich lieben, vergessen die Welt", und noch ein Schlußduett. Die eigentlichen Helden der Operette, even jene Guiditta und der unglückselige Sauptmann Octavio, haber es nicht so gut, da sie ihre Rollen selber tragen müſſen und nicht von ihnen gefragen werden. Neit ist der Tango Schön ist die blaue Sommernacht" und als neuester Richard Tauber Schlager wird wohl das Lied Du bist meine Sonne" geften müssen; mit dem vielgesungenen und weitbes fich nicht vergleichen. Jarmilla Novotna in der rühmten Dein ist mein ganzes Herz" läßt es sich freiTitelrolle fejjelt durch ihre Persönlichkeit, von der ein eigentümlicher Reiz ausstrahlt, durch ihren Geschmad, weniger durch das, was sie zu singen hat, als viel mehr durch die Art, wie sie es fingi; das Lanzen aller dings ist nun gerade ihre Sache eben nicht. Schließlich durchqueren jetzt im Jahre 25.000 Reisende und 10.000 Tonnen Nublajt die ſhrische Wen nicht ein großes, ein sehr großes Ge- Wüste. ein GeWüste. Wenn man dabei auch die Kamellasten jchäft lodic, wen nicht eine unwiderstehliche wissen und die Flugzeugtransporte mit einschließt, so hat schaftliche Neusierde trieb, der tat diese Reise nicht doch das Auto hier den Lorbeer errungen. zum zweiten Male. Wie würde das Auge des Reisenden strahlen, wenn er heute seinen Play in Damaskus belegen lann, nicht auf dem Kamelrüden, sondern in dem 600 3 Riefenomnibus. System Nairn( In dianapolis) mit allem Komfort, mit allen zeit gemäßen Bequemlichkeiten". 22 Stunden nach dem bisherigen Fahrplan mit zwei längeren Aufenthalten, wo man im Wüstensand gekochte Eier verschlingen konnte, 18 Stunden nach dem neuen Fahrplan der shrischen Wüste. Die Menschen haben sich die Wüste wahrhaft leicht gemacht. Das Kamel ist auch dem Orientalen, gegen über dem die zehnfache Geschwindigkeit entwideln den Auto, zu langsam. Und für das Flugzeug ist er nicht immer Fatalist genug. Nach Osten wandern die Güter des Westens, vor allem für den Irat und Persien bestimmt. Aus Persien wandern Teppiche und Felle mit den Autos westwärts. Vor einigen Tagen sah man auf den Autos, gut verteilt aufgebaut, die Maschinen für die Zuckerfabriken in Persien ihre Wüstenfahrt antreten. Der Mann, der das große Geschäft machte in der Wüste, ist der ehemalige Schaffner bei der Die Operette im Opernhaus hatte, von Lehar Irak- Eisenbahn, Heim Nathaniel aus Bagdad. Er ist heute General- Agent für den größten Teil des ſelbſt dirigiert, wie nicht anders zu erwarten war, Güterumschlags nach dem Westen. In knapp zehnmal, nicht weniger start, obwohl nicht so lärmend ge= iumuliuösen Erfolg; er wäre, zumindest für das erste Fahren hat er seine fünf Millionen rein verdien wesen, wenn man mit der Opereite nicht zugleich auch ies Geld auf die Seite gebracht. Dafür sichert die üblen Sitten einer beliebigen Overettenpremiere er aber auch jedem, der zahlt, eine reibungslose in die Staatsoper verpflanzt hätte. Autoreise von Haifa bis- wenn er will Teheran zu! Hätten wir damals..." So fann man denn für 100 bis 140 Mart, je nach den Komfort- Ansprüchen, die man stellt, durch die Wüste fahren. Da möchte jeder Globetrotter sein! Man steht ein wenig früher auf, als es sonst in Damastus üblich ist, stärkt sich mit einem ordentlichen Frühstück, das in der Morgenkühle gut verdaulich ist, bewundert noch einmal den Riefenomnibus 20 Meter lang, mit Ventilatoren, mit 32 Pläßen, mit Waschräumen, mit dem ermutigenden Estisch, bestaunt den vorgespannten Traktor, der diesen Omnibus durch die Wüste zerten soll und vertraut sich den federnden Siben am. Das nennt der Mensch nun Wüstenreise. In einer Stunde ist man in Khan Abu Shaht. Da ist der syrische Zollposten, gut beivaffMancher unter den weißen Passagieren hat net auf einsamer Flur. einst unweit dieser Zonen auf dieser oder jener Und nun liegt die Wüste vor uns. Eigent- Seite im Weltkrieg an den türkischen Fronten gelich ein wenig anders, als wir uns das so ges standen. wöhnlich vorstellen. Da gibt es kaum eine Un-" Wenn wir damals solche Wagen gehabt regelmäßigkeit in der harten, festen Plateaufläche. hätten wie schnell hätten wir Bagdad genom Dieſes Plateau ist für 350 Stilometer fo even- men, wie schnell hätten wir die türkische Flanke mäßig, daß keine Autostraße idealer sein tönnte. aufgerollt!" knirscht der Engländer. Man hat das größte Autorennfeld der Welt vor Mit einer Handvoll guter, Kleiner Tants mit fich. starten Motoren, mit einer ausreichenden Autowie anders hätte der Serieg hier versorgung, ausgesehen denkt sich der Deutsche, der von alten Erinnerungen an Kamele und Waſſernot geMit Höchstgeschwindigkeit braust man über die Büste dahin. Der Chauffeur richtet sich in Ermangelung der Wegiveiser nach seinem Kompak und fährt gut dabei. " plagt, zurüddenkt. Die europäische Strake möchten wir sehen. Heute jagt man mit dem moderniten Omniwo man so wenig durchschüttelt wird, der Wagen bus der Welt durch die inrische Wüste und tann in wenig strapaziert wird, wie auf dieser Wüsten- ein Lachsbrötchen dabei essen oder einen Cocktai! schlürfen, wenn es unbedingt Lachs oder Cocktail sein müssen... fahrt. D. V. Mozart- Beethoven- Zyklus? neuen Realismus und sicht nicht, daß das, was er tut, uralt ist. Sleinere, hell gehaltene Bilder zen gen von Mal fun st; Stars ist ein Routinier, einer, der mit dem Pinsel denkt. Nicht gerade sehr sym pathisch. Seine Prager Ausstellung zeigt Bilder nien, den er vor kurzem gegen Paris eingetauscht aus feinem neuen Wohnsitz Tossa del Mare in Svahat. Hier leitet Stars eine Malschule und lerht das, was seine neuen Bilder wieder beweisen: falt durch bachte Malartristik. Verblüffend und großartig auf den ersten Blick, aber leer, wenn man näher hinsieht. Es gibt da ein Badebild zu sehen: ein wunderbares Blau in scharfem Kontrast zum Braun der Afte zeigen ein tiefes Durchdenken, ein vorher ge= naten Menschen. Aber auch die Portraits und wolltes und nachher ausgeführtes Empfinden. Echtes Empfinden aber muß unmittelbar, eben ents standen und schon festgehalten, aber nic durchdacht sein. Das ist der einzige Vorwurf, den man ihm machen lann. Aber er ist ein sauberer Könner, seine Gemälde werden an hellen, glaiten, modernen Bimmerwänden erfreulich wirken und gut aussehen. Und das ist schon viel. R. F. -Montag, 8 Uhr: II. Philharmonisches Konzert. Dirigent: Széll. Solist: S. Dushkin( Violine). Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Sonntag, 11 Uhr: Pünktchen und Anton. AA, halb 3 1hr nachm.: 3 weieren im Mit Wolfgang Amadeus Mozarts, Prager" Dreivierteltatt, AA, balb S Uhr abds.: Oper Don Giovanni" wurde vorgestern im Goldenes Prag, B 2. Montag 8 Uhr: Prager Deutschen Theater ein Mozart II. Philharm. Konzert, AA.- Dienstag Beethoven Obernzyklus eröffnet. halb 8 Uhr: Der Wildschi, A 1.- MittVergeblich fort man nach den Gründen, die die- och halb 8 Uhr: Wallensteins Tod, B 2. - Donnerstag halb 8 Uhr: 3 auberflöte, sen Cyflus" verschuldet haben. Stein besonderer Anlaß gebot ihn, fein Publikumswunsch begründete ihn. Byflus II, C 2. Freitag halb 8 Uhr: Tango 13 3hyllus tann er nicht gewertet werden, da er um Mitternacht, D 1.- Samstag 7 Uhr: höchst unvollständig ist, da er nicht einmal ein ein- Lohengrin, A 1. siges weniger bekanntes Werk als besondere Gabe Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Sonniag bringt. So hätte man wenigstens mit einer ausge- 3 Uhr: Schönste Ehe, 8 Uhr: Towarisch. aeichneten, neugefestigten Aufführung der angefeßten Montag 8 Uhr: Theo macht alles, Bantbeamte Opern dienen sollen. Aber die vorgestrige Auffüh- und freier Verkauf. Dienstag 8 Uhr: We is er rung des ,, Don Juan" zeigte, daß man sich nicht ein- lieder. Mittwoch 8 Uhr: Weißer Flie mal dieser fleinen Mühe unterzogen hatte. Man der. Donnerstag 8 Uhr: Les petits riens, hörte und sah einen im Musikalischen unsicheren und Der eingebildete Stranke. Freitag 8 Uhr: Weiim Szenischen mangelhaften„ Don Juan", der keine erlieder, Stulturverbandsfreunde und freier Samstag, 8 Uhr: Towarisch. Empfehlung für die weiteren Overnabende des 3y- Verkauf. flus war. Dabei ist zu bemerken, daß das gegen wärtige Solistenensemble des Don Giovanni" sehr wohl geeignet wäre, eine festliche Aufführung der Over zu gewährleisten, da in ihm ebenso schöne Stimmen vertreten sind( Fr. Merker, Fri. K one ni, Herr Sagen und S. Ria be c) wie bedeutende Spieltalente( Frl. Eisinger und Herr Bandler). Aber Unsicherheiten, wie etwa dic Herrn Hagens im Reich' mit die Hand"-Duett und So geht es bis Nutbah, der Dase, die sich borzüglich zum Garagenplak entwidelt hat. Man Langsam wankt am Horizont die Silhouette andere, bewiefen die mangelhafte Vorbereitung. nimmt Benzin in versandeten Flußtälern des eines traurigen. Samels, cinst Held der Wüste, die Bagatellisierung der Aufgabe ebenso wie die szeEuphrat. In nächtlicher Fahrt braust man, ein heute Transportmittel dritter Klasse... I. I. nischen Schnitzer der Regie Herrn Mordos( in Verlangen Sie in jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa. HEGNER& Cle., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN! 445 Seite 6 Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag Volkstümlicher Kurs über kulturelle Fragen Der Bildungsausschuß der Bezirksorganisation Brag veranstaltet im Feber- März 1984 einen popu lären Lehrturs über tulturpolitische Fra gen, der eine notwendige und sicherlich begrüßens werte Ergänzung der bisher veranstalteten politischen Kursabende darstellen soll. Es ergeht hiermit an alle Mitglieder der Var tei und der deutschen sozialistischen Kultur organisationen in Prag und an alle Freunde unserer Belegung die Einladung zur Teilnahme an den für sechs Abende anberaumten Kurs Kulturfragen des Sozialismus Sonntag, 21. Jänner 1934 Vereinsnachrichten Deutsche Volksfinggemeinde Prag Die seit einem Jahr bestehende Voltsjinggemeinde ist durch ihre Veranstaltungen der Parteiöffentlich feit bereits zur Genüge bekannt und hat sich durch ihre Darbietungen viele Freunde gewonnen. Das Bestreben dieser jungenkulturorganisationen geht da hin, den Verein noch weiter auszubauen und alle noch fernſtehen fangesfreudigen Parteimitglieder zu erfassen. Dem jest bestehenden Männer chor foll nunmehr auch ein Frauendor angegliedert wer den. Die Proben finden allwöchentlich Dienstag von 8-10 Uhr abends im Vereinslofale Breg II., Smetschkagajse 27, IV. Stod, linte Stiege, statt. Anmeldungen find an Gen. Ant. Schiffner, Prag II.. Fügnerovo nám. 4, zu richten. Die Vereinsleitung. nach Prag befördert und hier aufgeführt hat, ist un- f erfindlich. Auch beim schärfsten Hinschen fann man in dieser Geschichte vom armen Erfinder, in den sich zufällig die Tochter seines Financiers verliebt, nicht die geringste Spur von Originalität und Hus mor entdecken. Ein ungenießbares Gemisch aus Albernheit und Rührseligkeit, von Friedrich Bel= n if, mit plumpen Uebertreibungen und Wiederho lungen inszeniert und von einer Schar teilweise namhafter Darsteller so schematisch und gelangweilt gespielt wie man es anders nicht verlangen fann. Ein lautes Gähnen ist das treffendste Urteil über Filme -cissolcher Art. Urania- Rino ,, Das Konzert". Mit Olga Tschechova, Oskar Starlsweis, Janssen, Grableh, Ellinger.( Nach der Komödie von Hermann Bahr.) Vorstellungen täglich halb 6 und 49 Uhr, Sonntag 2, 4, 6, 49 Uhr. Urania- Kino, Sliment ská 4, Fernsprecher 61623. 1. Beber bis 15. März Donnerstag um beſtimmtes Crideinen erfudit, da mit dem Bro Sport Spiel Körperpflege Die Vorträge finden immer in der Zeit vom abends halb S 1hr im Parteiheim ( Prag II., Národni 4) statt, wobei nur der 8. Feber ( mit Rücksicht auf die an diesem Abend stattfindende Generalversammlung der Bezirksorganisation) entfällt. Das Programm: 1. Feber: Einleitung: Der Sozialismus als Kulturproblem.( Dr. E. Franzel.) 15. Feber: Unsere Stellung zum Theater. ( Goldschmidt.) 22. Feber: Unsere Stellung zum Film. ( Dr. Lustig.) 1. März: Ueber die bildende Kunst. ( Dr. Mag Déri.) 8. März: Religion und Sozialismus. ( Dr. Heinrich Sofmann.) 15. März: Sozialische Lebensführung. ( Hofbauer.) Alle Vorträge finden unter der Leitung des Bildungsausschusses statt. Diskussion nach jedem Vortrag. Regiebeitrag für den gesamten Kurs 10 Kč.( Bu entrichten am Beginn des ersten Abends.) Beitrag für jeden einzelnen Abend 3 Kč. Anmeldungen( auch von Nichtmitgliedern der Partei und der Kulturorganisationen) find sofort zu richten an Genoffen L. Goldschmidt,„ So zialdemokrai“, Pran XII., Fochova 62. Bei Müdigkeit, Gereiztheit, Angstgefühl, Schlaflosigkeit, Herzbeschwerden, Blutdrud regt das natürliche Franz Josef"-Bitterwasser den Blutkreislauf im Unterleibe nachhaltig an und wirkt beruhigend auf die Wallungen. Aerztlich bestens empfohlen. 2106 Gerichtssaal Die Kuppelproviſionen der Gastwirtin Dienstmädchen zur Proſtitution angehalten und zur Abtreibung verleitet Die nächste V robe findet am Dienstag. den 23. Jänner, statt. Alle Sangesgenossen werden gramm für unsere nächste Veranstaltung nunmehr begonnen wird. Der Film K.nder der Großstadt freunde am lesten Sonntag in Biener Bald Jeden Tag zur Nr. 17 Mund- und Halspflege Lakerol Es desinfiziert Mund und Hals, beugt Husten, Heiserkeit und Infektionen vor, wirkt erfrischend und durststillend. IN ALLEN APOTHEKEN U. DROGERIEN. Mitteilungen Die Stimeisterschaften der Wiener Naturder„, Urania“ wiesen eine so starke Beteiligung auf, daß die Sla Lommeisterschaften für die Frauen und die Jugend- Wochenprogramm vom 21. bis 27. Jänner 1934 lichen nicht mehr durchgeführt werden konnten und ipäter nachgeholt werden. Den Langlauf über Sonntag halb 11 Uhr:„ Aus dem Tagebuch Das ist ein guter Film und ein Film de: 15 Kilometer( A- Klasse) gewann Schwarzendorfer einer Frauenärztin". Kulturionfilm. Für Jugend Güte. Mit dem Mut zur Wirklichkeit zeigt er die( Naturfreunde) in 1:02:59 vor Fiedler( Wiener liche nicht geeignet. Arb.- Turnverein) in 1:05:39. In der Kombination Montag 8 Uhr: Erneuerung der Lebens- und mageren Gestalten und frühreifen Gesichter der Pabesetzte Schwarzendorfer ebenfalls den ersten Plab Arbeitskraft"( Der Kampf der Wissenschaft gegen riser Proletarierfinder, mit Lächeln und Ernst spürt und gewann die Meisterschaft mit 119.4 Punkten. Das Altern). MUDr. Heinrich Viktor Selcin er ihren Liedern, Spielen und Wegen im Kinderheim Den Sportlerinnenlauf über 7 Stilometer holte sich( Wien). nach, und mit wunderbarer Behutsamkeit und ergrif- Rapoud)( Naturfreunde) in 26:22. Im Slalom fener Anteilnahme veranschaulicht er des seelische lauf der Sportler siegte Pötsch( Naturfreunde)_in Schicksal eines halbverwaisten Mädchens, das nach 44.7 und 100 Punkten. Die Naturfreunde wollen mütterlicher Liebe verlangt und zum eifersüchtigen nach Großhammer au den Winterspielen drei Weltfämpfer entsenden; voraussichtlich Feind jener anderen Liebe wird, die ihre Mutter Schivarzenberger, Stöd und Tartar. als frendloses Gewerbe ausübt und die schließlich, wenn auch von allen als Glück empfunden, die beste unter den guten Frauen dieses Kinderheimes von ihrer Wirkungsstätte entfernt. Filme in Prager Lichtspielhäusern Alfa: Liebelei". Avion: Abenteuer am Lido". Beránek: Leise flehen meine Lieder".. Fenir:„ Ein Herz für ein Lied". Flora: ETAta Fenix:" inder der Großstadt". Flora:„ Ein Herz für ein Lied". Hvězda:„ Die Sintflut". Julis: Unter Deinem Schuß". Koruna:„ Die Sintflut". Radio: Leise flchen meine Lieder". Staut:„ Der Ruf des Herzens". Alma:„ Ein Herz für ein Lied". Bajkal:„ Ein Herz für ein Lied". Belvedere:„ So ein Hundeleben". Favorit: Ein Sers für ein Lied". Lido:„ Ein Herz für ein Lied". Louvre: Reise flehen meine Lieder". Rogy:„ Leiſe flehen meine Sport:„ Das Verbrechen im New Yorfer Aquarium". Baldek: Ein Herz für ein Qied". Manche werden die Behutsamkeit der Gestaltung in diesen Film bedauern, weil die sozialen Fragen, zwischen denen er sich bewegt, weil die Not, in der sein Milieu wurzelt, schärfere Lichter und Sätze zu fordern scheinen. Aber das künstlerische Ergebnis aibi dem Gestalter recht. Was der Regisseur Benoit Levy hier mit ein paar verständnisvollen Darstellern und mit einer Schar von unglaublich unbefangenen, chmutzigen und grimassenschneidenden Kindern zu wege gebracht hat, ist ein Werk eindrucksvollster Art: ein Film, den man mit bewundernden Augen und den man mit dem Herzen erlebt. Ein Film, der mit seiner Natürlichkeit und seinem liebenden Verstehen hilfloser Seelen doppelt zu begrüßen ist in einer Beit, in der nicht nur der Film der rohe Lärm, die laute Verlogenheit und die plumbe Aeußerlichkeit zu triumphieren drohen. Daß diese Maternelle" cin Welterfolg geworden ist( und im Hitler- Reich mehr Bublifum fand als alle Goebbels- Idiotien zusam Deutsche sozialdemokratische Bezirksmen), ist eines von den guten Zeichen dieser Zeit. Man muß sich schon an Filme wie„ Mädchen in Uniform" oder den( freilich viel härter zupackenden) Russenfilm„ Der Weg ins Leben" erinnern, um Ber gleichsmöglichkeiten mit diesen„ Kindern der Großstadt" zu finden. In jenen beiden Filmen wurde das Prag, 20. Jänner. Die Gasthausbesiverin Bo- soziale Milieu deutlicher gezeigt als hier- aber jena Poliva aus einem Dorf bei Stra I up hat hier wird es mit einer bisher unbekannten Kunſt seinerzeit das 19jährige Dienstmädchen Jlona Ve in den Regungen der Kinderseele widergespiegelt. Wie ron für einen MonatsIohn von 100 Kč die fleine Bauleite Flambert diese liebebedürftige aufgenommen. Das war wenig, aber die Gastwirtin und herbenttäuschte Marie darstellt, das ist in seiner erflärte dem Mädchen, sie könne sich einen hübschen Nebenverdienst schaffen, wenn sie ihre Stammer findlichen Echtheit und schauspielerischen Reife einzigfür liebesbedürftige, alfoholisierte Gäste offenhaartig. Nur Madeleine Renaud kann sich unter den ien wolle. In einiger Tüchtigkeit" fönne sic es auf erwachsenen Darstellern mit dieser Leistung messen. einen ansehnlichen Monatsverdienſt bringen. Das Mädchen ließ sich überreden und verpflichtete sich sogar, von jedem zahlenden Gast ihrer Dienst reberin zehn Kč abzuführen. Stein Wunder, daß die Wirtin ihrerseits dieses Geschäft nach Sträften forcierte und ihre Provision jedesmal mit großer Pünktlichkeit einirieb. Im ganzen führte Ilona in den vaar Wochen ihres Dienstes 240 Kč als Suppelprovision ab. Dann wurde sie schwan ger. Lieder". Donnerstag, 25. Jänner um 8 Uhr abends organisation Prag Gewerkschaftshaus Prag, Perštýn Barteimitgliederversammlung mit Vortrag des Ihre Maternella" ist eine anmutige Gestalt aus Genoffen Dr. Emil Franzel: Güte," Schlichtheit und Freude, und aus Güte, Schlichtheit und Freude ist der ganze Film gemacht. Kann der europäische Krieg -cisEs war einmal ein Musikus. Warum man dies verhindert werden? sen um alte Schlager herum gruppierten und mit bärtigen Witzen garnierien Berliner Film- Abfall ( dessen Herkunft, wie gewöhnlich, ungenannt bleibt) Prager Konzertsaal Montag 49 Uhr: Aus dem Tagebuch einer Frauenärztin". Kulturtonfilm. Für Jugendliche nicht geeignet. Dienstag halb 6 Uhr: Gedächtnisausbildung unter besonderer Berücksichtigung der Bühnenkünst ler. Dr. Bruno Fürst." Dienstag 8 Uhr: Sozialethit Bernard Bolza no3 in ihrem Einfluß auf das Geistesleben Böh mens". Univ.- Prof. Dr. E. Winter. Lord. Mittwoch 3 Uhr: Kindernachmittag. Der fleine Mittwoch 8 1hr: Kann Optimismus uns ges sund machen", Dr. Josef Löbel. Donnerstag 8 Uhr:., Selten, Germanen und Slawen im vorgeschichtlichen Mittel- und Osteuropa. Univ.- Prof. Dr. onhard Fran 3. Freitag 8 Uhr: Naturalismus und Impressio nismus". III. Die Wende zum Erpressionismus: Paul Césanne. Dr. Mar Deri. Samstag 3 Uhr: Schön bist du, o Schweizerland". Kulturfilm. Samstag 8 1hr:„ Filmrückschan". 2. Abend. Masaryk- Bolkshochschule Sonntag 10 thr: Opernstudio. Sonntag 10 Uhr: Sandelskurs. Leitung: Schulleiterin F. Schenk. Werden Sie Mitglied der Urania! Jahress beitrag 18 Kč, für Familienangehörige 3 Kč. llra nia- Stassa, limeniská 4, Fernsprecher 23, 62441, täglich geöffnet von halb 10 bis halb 1 Uhr und Kuckuck Kuckuck ist die schönste illustrierte Wochenschrift Überall erhältlich! S Der Wirtin war diese Störung des Geschäftes - die Herren Petelty, 3ita, 3ahradnik monic symphonischen Werken deutscher Meister ge unangenehm und sie setzte ihrer Angestellten au, sich und Jaros die die Wiedergabe der Smetana- widmet. Zur Aufführung gelangte Franz Schu des Kindes zu entledigen. Sie gab ihr nicht nur die schen Streichquartette übernommen hatten, mehr berts Unvollendete Symphonic in H- moll und Gu Adresse einer bekannten Abtreiberin, sondern verAuch im neuen Jahre hatten wir bisher keinen oder weniger zurückſtehen, weil ihr Spiel manches stav Mahler 3 Neunte Symphonie. Die inhaltliche suchte sie sogar, zu einem eigenhändigen Ein= Mangel an Konzertgelegenheiten. Es muß sogar an künstlerischer Hingabe und sorgfältiger muſikali- Verwandtschaft dieser beiden symphonischen Werke griff an sich selbst zu veranlassen, zu welchem 3wed fie ihr einen mit Gummi überzogenen festgestellt werden, daß die bisherigen Konzerte der scher Durchführung vermissen ließ. Auch der große fällt auf, wenn man sie an einem Abend unmittelbar Wintersaison ausnahmslos künstlerisch bedeutend und akustisch mangelhafte Smetana- Saal erwies sich hinter einander hört; Schmerz und Resignation, Draht ausfolgte und ihr eine genaue Gebrauchswaren. An erster Stelle möchte ich diesmal ein für die intimen kammermusikalischen Vorträge als Sehnsucht und Hoffnung auf überirdischen Trost anweisung erteilte. Das Mädchen folgte diesmal Chorkonzert würdigen, das der Prager tj che nicht besonders geeignet. Gin Symphonie sprechen aus beiden, die im langsamen Schlußjah ihrer Dienstgeberin nicht, sondern brachte das Kind zur Welt. Als die Behörden von der Vorgeschichte chische Männerchor ,, Smetana" zur tonzert des Radiojournals, dessen abflingen. Wenzel Talich war beiden Sympho Feier seines fünfundzwanzigjährigen fünstlerische Durchführung das Or chest er der nien ein geistig und gefühlsmäßig gerecht werdender dieser Schwangerschaft erfuhren, wurde die Gastwire st a n des veranstaltet hatte. Dem Namen des Tschechischen Philharmonie unter S. Ausbeuter, der die leidenschaftliche Note Mahlers tin einmal wegen llebertretung der Sup- Bereines entsprechend hatte man es als Festkonzert B. Jirás feinfühliger Leitung besorgt hatte, war ebenso Hervorhob wie den tiefen Ernst Franz Schu velei und dann wegen versuchter Verlei ausschließlich der Tonkunst Friedrich Smetana 3 als tschechisches Repräsentationskonzert im historisch- berts gerade in der S- mollSymphonie, die man meiſt tung zur Abtreibung angeklagt. gewidmet. Sein Programm enthielt acht Männer- nationalen Sinne aufzufassen. Im musifhistorischen nur als Klangstück von beschaulicher Heiterfeit in Vor dem Senat des OGN Tis et leugnete die höre des großen tschechischen Meisters, darunter Sinne bot sein Programm hochinteressante und wert- terpretieren hört. Ganz hervorragend spielte bei dieAngeklagte in beiden Punkten der Anklage jede die wirksamen Chorlieder Widmung". Die drei volle symphonische Werke älterer tschechischer Meister: sem Konzerte das Orchester der Tschechischen Phil Schuld. Die Konfrontation der beiden Frauen ver- Reiter"." Bauernlied" und" ,, Lied vom Meere" so Gine in der Form der Symphonie komponierte, harmonie; in allen Instrumentengruppen flanglich lief recht aufgeregt. Die Wirtin war besonders em- wie die beiden Streichquartette Smeta- frischzügige Ouvertüre in F- dur von dem tschechi wundervoll abgestimmt, mit vorbildlicher Gleichmä pört über die Zumutung, sic habe Prostitution in nas in E- moll und D- moll. Der jubilierende Ver- schen Meister der neapolitanischen Opernschule So Bigkeit im Rhythmus und in der Dynamit.- Unter ihrem Beirish nicht nur geduldet, sondern sogar noch ein unter der Leitung seines ausgezeichneten Diri Mysliveček und eine in der musikalischen Geſtal- den übrigen Konzerten der Berichtszeit sind noch be Provisionen dafür genommen.„ Wenn etwas derar- genten Franz Spilta bestätigte in diesem Kon- tung und im musikalischen Ausdruck bedeutende sonders hervorzuheben: Ein Cembalo- und tiges vorgekommen ist" rief sie vathetisch aus so hat zerte neuerdings die von mir schon früher ausge- Symphonic J. V. Voři šef, einem Schüler des soz Kammermusika bend, den der vortreffliche das diese Person selbst hinter meinem Rüden unter- sprochene Meinung, daß der Chor„ Smetana" unter genannten Prager Musikpapstes" W. Tomaschet Prager Cembalist Frank Pollak gemeinsam mit nommen". Das ist übrigens die stereotype Verteidi- allen den berühmten tschechischen Virtuoſenchören und Zeitgenossen Beethovens. Die nationale Richtung einem Streichtrio( Lechner, I ouň und Nugung aller wegen Stupvelei Angeklagten, mag es sich gegenwärtig der vollkommenste und beste ist. Seine des Programmes vertraten: Ein von Otokar Jere- žičta) und dem Cellisten des deutschen Theateror mun um Gastbetriebe, Majsagesalons oder andere dynamische und rhythmische Disziplin, seine Intona mi as zuſammengestellter Zyklus böhmischer, mäh- chesters Edmund Kurz veranstaltet hatte und bei Stätten heimlicher Prostitution handeln. Nun liegen tionssicherheit und Reinheit, seine stimmliche Ausge- rischer und slowakischer Volkslieder, der aber nicht dem unter dem Titel 3 wei Generationen aber freilich Aussagen von Zeugen vor, die beſtäti- alichenheit, seine gefangstechnische Schulung und seine ganz in den stilistischen Rahmen des Konzertes vaßic, Bach" Werfe von Johann Sebastian Bach, Wil nen, daß sie die wirtin nicht nur zu einem Liebes- Vortragskunst offenbaren eine geradezu ideale Roll- und Friedrich Smetanas ſymphoniſche Dichtung helm Friedemann Bach und Johann Chriſtian Bac abenteuer mit der Ilona animiert, sondern auch endung chorgeſangl. Könnens. Gegenüber den großar-|„ Aus Böhmens Hain und Flur" aus dem Sympho- zur muſtergiltigen Aufführung gelangten, ein Sufselbst in die Kammer des Mädchens geführt habe, tigen chorgefangt. Leistungen des Vereines mußten nienahklus Mein Vaterland". Soliſten des Non- Slavierabend des bekannten tschechischen Viadas zuweilen bereits schlafend angetroffen wurde. feine fünstlerischen Helfer beim Festkonzerte, die zertes waren Frau O. Horáková und St. Ta u nisten Dr. Wenzel Štěpán( als Solisten und über Da sich einige Zeugen nicht eingestellt hatten, Künstler des Ondřicet Quartette 3, der ber. Ihr eigenes Viertes Abonnement Suts Werte Vortragenden) und ein ko nacrtmußte die Verhandlung verta gt werden. Kammermusikvereinigung der Prager Sendestation konzert hatte die Tschechische Philhar- aberd polnischer Musit. E. J. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Poſt monatlich Kč 16.-, vierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192.-.- Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Nückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken.- Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlag Nr. 13.800/ VII/ 1980 betvilligt. Druckerei: Orbis". Druck, Verlags- und Zeitungs- A.- G., Prag.