EtanW* 70 Welter (•toicMtoWleh I Heller Porto) ÄmülötMÄrrüt IENTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEIN T MIT AUSNAHME DES MONT AG TKGL.CH FRÜH. Redaktion und Verwaltung prao xii., fochova«. telepon sxn. Administration telepon smt. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR! WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Dienstag, 23. Jänner 1934 Nr. 18 nischon Politik der Wunsch ausgcsprDchen, das; hinsichtlich Sowjet rußlandS ein Schritt nach vorwärts getan werde.) In Bezug auf die Propaganda und die revisionistischen Bewegungen wurde seitens der drei Minister die Haltung unterstrichen, welche bereits bekannt ist und welche aus die ungünsti- gen Folgen fiir den Frieden und für die Bczic- hungcn der guten Nachbarschaft zwischen den Völkern hinwcist. Ter Ständige Rat beschäftigte sich mit den Ergebnissen der vom 0. bis 17. Jänner in Prag stattgefundenen W i r t scha f t S k o n s e r e n z der Kleinen Entente. Er nahm diesbezüglich die Resolutionen, auch über den Plan betreffend den Handclöverlehr zwischen den drei Staaten der Kleinen Entente für das Jahr 1034, zur Kenntnis. Es wurde beschlossen, die diesbezüglichen Beschlüsse den drei Regierungen zur Begutachtung zu überreichen. Schließlich wurde eine Serie von laufenden Angelegenheiten, welche die drei Staaten berühren, geprüft und die entsprechenden Besch tu sse gesagt. Die nächste ordentliche Tagung des Ständigen Rates wird im Monate Mai in Bukarest stattfinden. Am Vorabend des Jahres II Die Innerpolitische Gruppierung Im Dritten Deich Stockholm, 21. Jänner. Schweden, das bereits durch die Vergangenheit des Ministcrpräst- drnten Göring, der bekanntlich in einer Heilanstalt in Schweden eine MorphiumrntzirhungSkur dnrchgcmacht hat, genauer als andere Länder über das eigentliche Wesen des Nationalsozialismus aufgeklärt ist, wird im Augenblick aus-crordeutlich durch eine Nachricht bewegt, drrzufolgc die deutsche Negierung dem Profefsor U l i ch auf Gründ seiner sozialistische» Nebrrzcugungen verboten hat, seine Lehrtätigkeit fortzusctien. Der Gelehrte ist bekanntlich der Gatte Elsa BrandströmS, der Tochter des ehemaligen schwedischen Gesandten in Rußland, die lange Jahre hindurch mit ungewöhnlichem Opfermut sich der deutschen Gefangenen angenommen hat, die ihr den ehrenvollen Beinamen der»Engel von Sibirien" gegeben hatten. Vor ihrer Abfahrt auS Deutsch-, land sind Herr und Frau Ulich Gegenstand rührender Ovationen und AnhänglichkcitSbeweise von feiten früherer Gefangener in Rußland gewesen. Das Regierungsblatt„Social Demokraten" weist besonders auf die unverminderte Dankbarkeit der früher von Frau Ulich Betreuten hin und fügt hinzu, die d e u t s ch c, R e g i e r u n g müßte vorScham erröten. Die deutsche Gesandtschaft in Schweden hat sich selbstverständlich sofort mit einer amtlichen Erklärung eingefunden, kant der Herr und Frau Ulich durchaus nicht auf Nimmerwiedersehen Deutschland verlassen hätten; nichts berechtige zu der Annahme, daß ihre Abreise endgültig sei. Die schwedischen Blätter behaupten nach wie vor das Gegenteil. Papen nennt sechs Millionen Arbeitslose Berlin. Der Vizekanzler von Papen erklärte in einem kurzen Aufruf für den»Kampf gegen Hunger u. Kälte":„In seinem erbittertenKanipfe jegen Hunger und Kälte ist das deutsche Volk allein auf sich selbst angewiesen. Von Sieg oder Niederlage hängt das Schicksal von sechs Millionen notleidender Volksgenossen ab." .Daß damit nur die Arbeitslosen gemeint sein können, geht daraus hervor, daß kürzlich amtlich die Fahl der insgesamt UnterstützungSbedürf- ügen(Arbeitslose, Wohlfahrtsempfänger usw.) mit rund 1ö Millionen angegeben wurde. Freihafen in Triest? Triest, 22. Jänner. In hiesigen Wirt- schaftstreisen wird eine baldige Entscheidung über dir Errichtung einer österreichischen Hafenzonr in Triest erwartet. Auch soll der Plan einer neuen direkten Eisenbahnverbindung, dir Wir» mit Triest verbindet, bereits fertiggeftellt sein. Die neue Strecke wird uni 50 liilometer kürzer sein als die bisbrrige und jugo- siawischen Boden nicht berühren. Man hofft, daß durch die neue Strecke und durch die Verbilligung der Eisenbahntaris« der Triester Hafen eine Belebung erfahren wird.. Nach dem Wiener„Morgen" besteht auch die Absicht, einigen hundert Oesterreichern die Ansiedlung in Triest zu ermöglichen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, daß eigene Handelsdampfer unter österreichischer Flagge in den Dienst des österreichischen UebcrscchandelS gestellt werden. Diplomatische Ahtton DoiliuB konferiert mit den Gesandten Frankreichs und Englands Wien, 22. Jänner. Bundeskanzler Dr. Dollfuß empfing heute den französischen und den englischen Gesandten. Wie verlautet, galten die beiden Konferenzen der bevorstehenden diplomatischen Aktien der Regierung gegen dm nationalsozialistischen Terror. Wie der„Abend" mittcilt, wurde dem italienischen llntcrstaatssckretär S u v i ch während seines Aufenthaltes in Wien amtliches und dokumentarisches Material über die Tätigkeit der nationalsozialistischen Partei gegen die Selbständigkeit Oesterreichs, über deren Einmischung in die österreichischen Verhältnisse und über Terrorakte dorgelegt. Aus dem Material gehe zweierlei hervor, daß die Bewegung gegen Oesterreich von Deutschland organisiert sei, u. zw. von Stellen, die nicht alü privat und auch nicht als Organe der politischen Partei angesehen werdm können. Rütlischwur auf dem Ballhausplatz Für heute wurden die Landesführer der Vaterländischen Front nach Wien zu einer Tagung berufen. Dollfuß ließ aus diesem Anlaß aus dem BallhauSplad eine„spontane" Kundgebung organisieren, bei der er u. a. erklärte: Wir können heute hier nicht Klage führen über das, was über die Grenzen hereinkommt, denn darüber werden wir uns an anderer Stelle und in anderer Form auSeinandcrsetzen. Air wollen heute vor aller Welt sagen, daß eS mit unserer Geduld zu Ende ist. Nack Dollfuß sprach Vizekanzler Feg, der „gelobte", jeden Staatsfeind bis zum äußersten zv bklämpfen. Ein feierlicher Händedruck zwischen ssch und Dollfuß löste nach dem offiziellen Bericht angeblich„brausenden Beifall der Masten" a«S. Drohungen gegen Kardinal Faulhaber Hannover. 22. Jänner. Auf einer nationalsozialistischen Kundgebung sprach hier am Sonntag der Leiter des außenpolitischen AmteS der NSDAP Alfred Rosenberg über den „Kampf der Weltanschauungen". Der Redner führte zur Frage„Nationalsozialismus und Kirchen" ii. a. auö: Wenn Kardinal Faulhaber die konmiunistische Bewegung mit dem Germanentum vergleiche, so müste an daS deutsche Volk ein Appell gerichtet werden, ob cs willens sei, derartige Redensarten zu dulden, l Zurufe: Nein, nein!) Diese Leute hätten alle ilrsache, in die Reichskanzlei zu gehen, und ihren Dank dafür ab- zustattcn, was der Kanzler für daS deutsche Volk und die beiden christlichen Kirchen geleistet hat und daß sie überhaupt noch predigen könnten. Annahme der Rooseveitschen Währungsvorlage Washington, 22. Jänner,(Reuter.) Nach der Annahme des Abschnittes des Rooseveitschen Währungsgesetzes, der die Uebertragung der Goldbestände der Federal-Reserve-Bankcn auf das Schatzamt Vorsicht, hat daS Repräsentantenhaus Sonntag in später Nachtstunde auch die gesamte DähningSvorlage mit 300 gegen 40 Stimmen gutgeheißen. I Katholische Demonstrationen i in Stuttgart Theologieprofessor gegen die„Deutschen Christen** Berlin, 22. Jänner. In Stuttgart Haben gestern, wie der„Völkische Beobachter" meldet, 1( n t b o(i f di c Demonstrationen statt gefunden, dir gegen die»ationalsozialistische Be wegung der Deutschen EHristen gerichtet waren. > Anlaß z» den Trmonstrntionen gab eine Festrede | des Tiiblngrr Theologieprofestors Adam, der in Anwesenheit des Bischofs Dr. S P r o l l und | anderer führender Persönlichkeiten der Württem- bergischen Katholiken sehr scharf die nationalsozia listische GlnnbcnSbcwegung kritisierte. Er bezeichnete, dein„Völkischen Beobachter" zufolge, den Riß, der seit Luthers Tat durch das deutsche Volk gehe, als gerecht und als Strafe. Die katholische Kirche sei leidenschaftlich dagegen, daß die nationalsozialistische Glaubens bewegung die Jugend in ihren Bann ziehe. Wenn die deutsche Glaiibeusbewcgunn biologisch eingestelli • sein will(Rassenfrage), dann sei dies für die katho lische Kirche Aberglaube. Tie katholische Kirche frage die Männer der katholischen Glanbensbetoe- gung, wie sie Zeugnis ablegen könnten von der Be rechtigung ihres Glaubens. Des weiteren befaßte sich Professor Adam mit der deutschen Geschichte, von der er sagte, sie kenne keine Männer, die wie PetruS und Paulus ihr bis heriges Lebensideal zerbrochen hätten, um einen größeren zu folgen. Die Glaubensbewegung Dcut- I scher Christen wisse nichts von Propheten, sie Wiste nur von Mythen, Märchen und Sagen. Für die Agram, 22. Jänner. Heute fand im BanatS- > Palais in Agram die Konferenz des Ständigen I Rates der Kleinen Entente statt, zu der sich die Außenminister der drei Staaten eingefunden hatten. Nach der zweiten Sitzung am Nachmittag übergab Minister Dr. Benes den Vertretern der in- und ausländischen Preste ein Kommuni- qucc über die Ergebnisse der Beratungen. Danach fand zwischen den drei Ministern ein Gedankenaustausch über die allgemeine politische Lage statt, wobei die lebten internationalen Ereignisse erörtert wurden, welche die Interessen der Kleinen Entente berühren. Die vollständige llebercinstimmung der Anschauungen der drei Minister über alle erörterten Fragen ermöglichte die Feststellung der in Zukunft einzuhaltenden gemeinsamen Haltung. Weiter bildeten den Gegenstand der And . spräche die Fragen über die Abrüstung, über den Balkan. Pakt, über die Beziehungen der KlrinenEntente zu ihren Nachbarn sowie über die B e- Ziehungen mit Sowjrtrufilaud und über die Entwicklung dieser Beziehungen in der Zukunft.(Nach einer Meldung der Belgrader„Politika" wurde seitens der r u m ä- Ratstagung in Agram i beschäftigt sich u. a. mit den Beziehungen zu SowjetruBland Bald jährt sich der Tag, an dem Adolf Hilter die Zügel der Negierung in Deutschland ergriff und den Anbruch des Dritten Reiches vcriünvctc. Die Nationalsozialisten betnuptc», daß die Revo- lution beendet und eine neue Zeit angebrochen sei. Nach ihrer Ansicht Ivurdc die Revolution, in der mit einer nie gekannten Vehemenz und Brutalität alles vernichtet wurde, was auch nur den Anschein einer früheren Gesinnung oder Gesittung trug, ans den Befehl des Führers in dem Augenblick av- gcstoppt. als sic die tiinftlich erwählten Schranken einer kapitalistischen Diktatur übernehmen wollte. Das Erreichte wurde teiltveisr durch Gesetze verankert, der neue Zustand legalisiert, die Einheil zwischen Staat und Partei verkündet. So erschcinl heute, mn Vorabend des Jahres l l des Dritten Reiches, dem Besucher das neue Deutschland als ein Staat der Einheit und Einigkeit, als ein Staat, in deni das Volk mit seinem Führer eins ist. und in dem politische Meinungsverschiedenheiten, ani tvelchem Gebiet auch immer,.vollkommen aus der Welt geschafft sind. In dieser Beziehung ist cS auch völlig gleichgültig, ob sie durch einen ungeheuren Terror unterdrückt wurden, aus lleberzeugung oder aus innerer Schiväche aufgegeben und wider standslos unterlegen sind(Gleichschaltung). Nack' außen hin macht das völlige Fehlen jeder Oppo- sstionsschicht» ja sogar jeglicher leiser Kritik, einen bestechenden und dadurch um so gefährlicheren Eindruck. Trotzdem aber ist in Wirllichleit die Einheit von Staat und Partei nicht restlos geglückt. Tret', allem haben sich die verschiedenen natürlichen poli tischen Strömungen, die niemals ganz ansgemcrzi werden konnten, heute schon tvieder zu ansehnlichen Gruppen verdichtet, die gegeneinander einen unterirdischen, vorsichtigen, aber um so heftigeren .stampf führen. Wenn eS auch heute, ein Jahr nach Beginn des nationalsozialistischen Zeitalters, offiziell keine andere politische Partei als die nationalsozialistische in' Deutschland gil t, so stebt fest, daß sich starke innerpolitische Einflüsse verschiedenster Couleurs bereits wieder zur Geltung z» bringen wissen und heute schon Regierungsmai', nahmen becinslusscn. Diese politischen Gruppierun- gen aufzuzcigen ist deshalb nötig, weil dadurch bewiesen wird, daß es unmöglich ist, weder durck' Gcwaltmaßnahmcn, noch durch„Vernunftgründe" oder Propaganda ein ganzes Volk einmütig fiit die vollendete Form des Kapitalismus, für den FafciSmuS, zu gewinnen. Als erste Gruppe, die heute wieder eine zu nehmende Rolle spielt und die allen Anstrengungen der nationalsozialistischen Führer zum Trotz eine gerade in der letzten Zeit auffallende verstärkte obstruktive Tätigkeit bemerken läßt, muß man jene politisierten katholischen Kreise nennen, die sich besonders im Süden des Reiches aus ihrer Lethargie befreit haben und als geistiges und geistliches Oberhaupt den Kardinal Faulhaber in München erkoren haben. Ohne die Dedcutung dieser Gruppe zu überschätzen, darf man behaupten, daß sic im Begriffe steht, durch geschickte Ausnutzung der alten Gegensätze zwi- schen Süd und Nord eine nicht zu übersehende passive Resistenz zu formieren, die dem Einheitsgedanken des nationalsozialistischen Staates noch große Schwierigkeiten bereiten kann. Die freimütigen religionsphilosophischen Predigten Faulhabers und die stille aber um so heftiger betriebene Kleinarbeit der katholischen Geistlichen auf dem Laude führe« diese Gruppe, die natürlich das politische Moment hinter dem religiösen verbirgt, eine ganze Anzahl von enttäuschten, in ihren heiligsten Gefühlen verletzten und kritisch denkenden Menschen zu. Sie rekrutieren sich aus den Kreisen des früheren Zentrums und der Bäurischen Vollspartei, haben jedoch lvedcr eine innere noch eine sichtbare äußere Verbindung zu diesen überlebten und vollkommen aufgcriebenen Parteien. Diese Gruppe ist heule noch völlig ziellos, da sic an Stelle einer aktive» nur eine passive Kritik und auch die nur in vorsichtiger Weise anSüben kann. Gruppe zwei sind die Elemente, die sich ans den e h c m a l i g c n D c u t s ch n a t i o n a l c n rekrutieren und um Hindenburg alö stzmbolischeii Mittelpunkt scharen. Ihr Einfluß, der nach außeu- I katholische Kirche sei die jüdische Geschichte ein einzigartiges Erlebnis, weil sich in ihr das einzigartig«| Erlebnis Christi ereignen konnte. Die uniformierte katholische Jugend hat sich| nach Schluß der Festrede vor der Halle trotz des^ ' polizeilichen Verbotes zu DeinonstrationSzügcn! • versammelt und nach deren Auslösung durch die! i Polizei an anderen Stellen der Stadt neue Züge I gebildet. I «eite 2 DienStag, 23. Jänner 1934 Nr. 18 Hindenburg auf dem Wege der Besserung Berlin, 22. Jänner, lieber das Befinden des Reichspräsidenten von Hindenburg wird amtlich mitgctcilt, das; der Reichspräsident, der auch während seiner Erkältung seine laufenden Dienstge- schäfie wcitergcsiihrt hat, sich auf dem Wege der Besserung befindet. hin überhaupt nicht ,;ur Geltung gelangt, ist doch immer noch oder schon Ivicder so gross, das; er oftmals den Nationalsozialisten schlvcrc Ungelegen- heitcn bereitet. Ihn volllommen zu brechen ist haute das Hauptziel der Partei und die Reorganisation der Reichswehr soll weniger ans äugen- polilischcn als vielmehr ans diesem innerpolitie schen Grunde möglichst schnell drirchgeführt werden. Die stärksten Proponenten dieser Gruppe, die über 70 Prozent des ehemaligen Stahlhelms und sicher über ebensoviel Prozent derReichswehr verfügt, ist nach dem politischen Tod Hugcnbcrgö der Reichsanstcnniinlster von Neurath, der Tlaaisselre- tär Meispier und der Lohn des Reichspräsidenten, Client von Hindenburg. Im duntlcn Hintergrund steht>vie gewöhnlich der Vizekanzler von Papen, seiner JnrrigantenroUc bewußt. Auch hier handelt es sich heute noch nicht um eine nicht einmal getarnte Partei, sondern nur um verärgerte und in ihrem Stolz gekränkte Reaktionäre, die versuchen, mit dem alten diplomatischen Knlissenspiel Einflug auf die Gestaltung des Drittelt Reiches nehmen zu tönncn. ' Die nationalsozialistische Partei selbst zerfällt' in drei deutlich wahrnehmoarc Gruppen uitd verschiedene kleinere, völlig einfluglose Abztvei- gungcn. Da ist vor allein die große, heute äußer- lich die gesamte Macht beherrschende dritte Gruppe, die Hitler-Gruppe. Zu ihr gehören vor allem der RcichSinncumimsler Frick, der künftige Herr der Reichswehr, Rühm, und der Statthaltcr und Chef für den geheimen Polizeidicnst in Deutschland mit Ausnahme Preußens, Himmler. Ihre materielle Machtbasis besteht aus der Hitler treu ergebenen gesamten ST, aus den alten, erprobten Mitgliedern der SA, dem Kern der NTBO. und als unbediugtcit Anhängern und Gefolgsmännern ans dem mittleren und unteren Beamlcniinn. Ihr starker und gefährlicher Widerpart ist Gruppe vier, die sich um den Ministerpräsidenten G o e r i n g scktart. Sie besitzt in dein sicherlich unterschätzten Instrument der„Gestapa" eine ungeheuerliche Machtfülle, die sogar die höchsten Führer in Angst versetzt. Diese deutsche Tscheka, die Goering unterstellt ist, hat noch weit mehr Einslug als ihr russisches Vorbild. Vor ihr zittern selbst die Gewalthaber und der innere Hauptkamps in der Partei geht ausschlicjzlich darum, diesem 'Machtinstrument GocringS enltveder ein anderes ebenso brauchbares, tvie die RcichSivehr, entgegen- zustellen, oder Goering die Gcstapa zu entwinden. Zur Gefolgschaft der Gocring-Gruppe zählen große Teile der SA und ihre((einen und mittleren Funktionäre, aber auch hohe und höchste Beamte, die von Goering gut dotierte Staatöstellen zuge- wiesen erhielten und in ihm den Mann sehen, der ihnen zur weiteren Karriere verhilft. Außerdem segelt die Schwerindttstrie in Goerings Fahr- tvasser. der von ihr als sicherster Hort gegen etwaige«sozialistische Tendenzen" in der Partei angesehen wird. Sein rücksichtsloses Vorgehen schciitt den Industriellen eine Sicherung gegenüber! Experimenten zu sein, die ihre finanzielle Machtposition gefährden könnten. In schärfstem Gegensatz zu dieser Gruppe befindet sich Gruppe fünf, deren Führer der Propa» gmtdaniiuister Goebbels ist. Ztvar tendiert er vorläufig noch mehr nach Hitler, jedoch weis; man bei ihm, der der Papen der Nationalsozialisten ist, nie ganz genau, wie lange er dem jetveiligen Machthaber die Treue hält. Dazu kommt noch, daß Goebbels durch die raffinierte Handhabnng der propagandistischen Machtmittel in der letzten Zeit selbst ein ungeheuer wirksames Instrument besitzt, das er beeinflußt und jederzeit pro domo ciusetzcn kann. Wenn mau die Richtung Gocbbcls-Lch, die eigentlich nur ein Zweig der Gruppe Hitler ist, heute als eigene Gruppe bezeichnet, so deshalb, lveil sie in ttoch lveit betonterem Gegensatz zu Goering stehl und sich von Hitler durch starke Be- touuug ihrer sogenannten sozialen Ziele lvesenlich unterscheidet. Zu deit GocbbclSanhäugcru zählt man hauptsächlich die Arbeitcrniassen, die dem FasciömuS noch Gefolgschaft leisten sowie große Teile der Angestelltenschaft. Als Gruppe sechs müßte utan die ehemaligen marxistischen P a r t ei e n bezeichnen. denen zwar jetzt noch jegliche Aktivität' utttcrbuudcn ist, die aber doch start beachtet tvcr- i den müssen. Die Stoßkraft dieser Opposition ist durchaus nicht gebrochen und auf illegalen! Wege> werden merkbare Erfolge unter den ivirklicheu Arbeitern der nationalsozialistischen Partei erzielt. Die Abarten dieser sechs großen Gruppen besitzen keinerlei GcltungSkrast. Zu ihnen rechnet sich die Kronprinzen-Gruppc, ein abgesprungener Teil der Hindenburg-Gruppe, die zu dieser und den nationalsozialistischen Gruppen gleichzeitig intime Beziehungen unterhält. Ferner die „Schwarze Front" mit starken Verbindungen zur SA und NSBO, die bcinüht ist, devOpposition in« ucrhalb der Partei eine einheitliche Linie»nd einheitliche Ziele zu geben, bis jetzt allerdings völlig ohne Erfolg. Unter diesen Gruppen spielt sich dem außenstehenden Beobachter vollkommen verborgen, ein schwerer innerpolitischer Kampf ab, dessen Ausgang heute noch völlig ungewiß ist, der aber eines Tages zweifellos aus den Kulissen an die Rampe der Oeffentlichkcit geschleppt werden Ivird. Wenn auch äußerlich am Vorabend deü Jahres I I im Drittelt Reich mit den Augen eütcs »Volksgenossen" gesehen alles in schöttster Ordnung und Eintracht ist, so bestehen doch in Wirk» lichteit st a r k e innere Gegensätze und S t r ü m u tt(j c tt, deren Erkennen erst ein wahres Bild des politischen neuen Deutschland vermitteln. C. H. Henleinfront- Goeringfront Ein Schimpfexzefi der Neuhltlerianer Herr Henlein ist ausgczogcu, um die sudeten-!—„Auf eurer Den»»Ziererei hin 60.000 deut;chc Polttil aus ucuc, edlere Grundlagen zu! stellen. Er tvollte das Parteitvesett überwinden! und den politischen Kampf seines ost so häßlichen 1 polemischen Beiwerks entkleiden. Das heißt, er hat vorgegeben, dies zu«vollen. Er hat auch damit an die Goebbels und Goering erinnert, die vor- der Machtübernahme in den salbungsvollsten Worten von einer Erneuerung der Politik spra- i chen, um daun als Minister zu zeigen, wie! ordinär ein Mensch sein kamt. Der sudetendeittsche Hitler hat vor tvcnigen i Tagen erst bewiesen, daß seine Presse trefflicher! zu lügen versteht, als es je ein nationalsozialijti- i sches Organ tat; der Bericht der Hcnleinschen I Pressestelle über die Graslitzer Versammlung war ein Meisterwerk der Lüge nitd Fälschung. Jetzt aber haben seine Aithängcr den Betvcis geliefert, daß in der Henleinsront nicht nur gelogen Ivird, sondern daß tnan dort auch noch ordinärer zu schimpfen vermag, als selbst! Goering. Nach der Graotitzer Versammlung wurde nämlich von den Henleiitlcuten ein hcktographicr-1 tes Flugblatt verbreitet, das sich„An alle ehrlich 1 und logisch Deutenden l" tvcndet und Wort um Wort verrät, daß seine Schreiber bei Hitler und Goebbels in die Schule gegangen sind. Man lese die„wirkungsvollsten" Argtnnenic, die dieses Flugblatt gegen die Sozialdemokraten vorzubringen hat: „Den roten Nolts Verrätern und S t r a u ch r i ttcrn ins Stammbuch!" die roten Verbrecher..."—„... roten Denunzianten..."„Diese roten Ober- g a u n e r..."— ihr Obergauner und K o n s u m e i n b r e ch e r..."— ihr! Spitzbuben, die ihr euch von blutigen Arbei-! tergeld die Schmerbäuche augesressen habt..."—„Ihr rote» S ch w e i n e..." —„Ihr schmutzigen Den un z i a n t e n.."! Arbeiter um die Unterstützung gebracht wurden.. —„Bleibt in euren Löchern, wo ihr ungestört und in Ruhe die Erfolge des Privatsozia» liSmus genießen könnt."—„Der Volk-sei- stille, das Verrät crblat t."—„Ist euch um eure S ch m e r b ä u ch e und fetten Pfründen bange, ibr Gauner habt doch jedes moralische Recht verwirkt, Uber das Geschick des Snde- lenvolkeö mitznfprechen."—„Dn stinkende Pressehnre Bolkswille".—„Aber ihr habt Angst nm eure. Positionen ihr Banditen!" „... borniertes rotes sozialdemokratisches Bi i st v t e h."„Ihr lieben Bottzen und du fettge fressen er Feldhecrde Witte, du A r b e i t e r v e r r ä t e r."„Bezirk Graslitz tvird aufgegeben, ist für unS roten Gralovatierer verloren und kann auch Herr Wunderlich(unser Graslitzer Bezirkssekretär. D. Red.) keine Wunder mehr wirken, höchstens, das; er noch ein blaues Wunder am eigenen Leibe erleben wird." Dies ist eine etwas rauhe Sprache, aber die Anhänger Henleins haben ja von den Führern der SA nichts anderes gelernt. In der fndctendent- jchcn, Politik ist freilich, trotz der Tradition, die „Der Tag" vermittelt und vor kurzem ein Führer der Deutschen Laudjitgeud fortgesetzt hat, dieses Niveau der Polemik eigentlich bisher noch nicht erreicht Ivordcn und insofern ist eö dem Herrn Henlein tatsächlich gelnngcn, eine.Erneuerung" des politischen Getriebes herbeizusührcn. So hat Goering erst zu reden gewagt, als er Ministerpräsident war. Wessen hätteit wir uns zu versehen, wenn die Henleinleute einmal zur Macht kämen? ES ist immerhin erfreulich, daß die Henlein- burschen aus ihrem nakionalsozialiftischen Herzen leine Mördergrube machen und so reden, wie es ihnen die schmutzig-blutige SA-Phantasie eingibt. Sie tragen so dazu bei, daß das sudetendeittsche Volk den eigentlichen Charakter der Sudctendent- schcn Hcimatsront kennen lernt. fl. m. de Jong: VluiMunyeM Jfade ün, Vornan in vier CpUoden Autorisierte Uobersctzunff aus dem Holländischen von 2. R. Fuchs. „Rn, ich schon!" prahlte der kleine Landstreicher aufschneiderisch und bei deut ungläubigen Blick des anderen rief er zornig:„Glaubst cs vielleicht nich?" „Nein", antwortete Piet ruhig.„Ich glaub, daß du jetzt lügst." Peter betrachtete ihn verdutzt. Das sagte der Kerl da so kaltwcg... Das Empörendste daran war, daß er lvirklich gelogen hatte, aber so etwas lonnte mau sich doch nicht sagen lassen! Wut stieg in ihm auf. Er hielt seinem neuen Bekannten eine braune Faust unter die Nase und schrie:«Sag das noch einmal, wenn dii Schneid hast!... Bin ich ein Lügner?" Piet betrachtete die Faust, die voll Schorf war von halbverheilten Kratzern und Schranuneu, und beharrte mit ruhiger Starrköpfigkeit: »Ich glaub nicht, daß du in Heuschobern geschlafen hast." „To?" höhnte Peter nocki unentschlossen, „glaubst du das nich?... Und wenn ich eö doch sag, Dummkopf?" „Mau kau» ja alles sagen", meinte der andere. Da kochte nun Peter über. Er lvars sich auf seinen Beleidiger und faßte ihn um den Leib. Aber auch Piet packte fest zu und wehrte sich kräftig. Kämpfend rollten sic im Gras, schlugen aufeinander ein, stießen und stampften, schrieen und drohten, paßten nicht auf. wohin sie kamen, und glitten plötzlich mit einem Plumps über das Ufer in das kalte Wasser dcö Baches. Vor Schrecken kreischten sie auf und beeilten sich, herauszukom- mcn, ohne noch ihres Streites zu gedeulcn. Speiend, schluckend, hustend nnd das Wasser aus den Augen wischend standen sie einander gegenüber und nach einer Pause schimpfte Peter: „Blöder Kerl!'s Ivar deine Schuld!" „Der Schlag soll dich treffen!" sagte Piet gelassen. Peter blickte ihn erstaunt an. „Da schau her!" entfuhr es ihm.„Das vornehme Kerlchen fängt zu fluchen an! Ich dacht, du bist ein richtiges, in Seide gewickeltes Faschen« kind!" „Zerspring!" erwiderte ihm Piet grob und schnitt ein Gesicht, als ob ihm das derbe Wort gut auf der Zunge schmeckte. Dann begannen sie alle beide zu lachen und kletterten die Böschung hinauf, um sich aufs neue in der Sonne zu trocknen. Peter grübelte doch noch über die Beleidigung nach und fand ein Kompromiß: „Siehst", begann er,„ich habe-tagsüber schon in einem Heuschober geschlafen, mittags, als wir über Gräben gesprungen Ivaren... Glaubst du das vielleicht auch nicht?" Piet besann sich einen Augenblick und be- schrüt den Ausweg: „Tas wohl", erklärte er und neugierig fügte er bei:„Sind nur Jungen unter sich über Gräben gesprungen und in Heuschobern gelegen?" In seiner Stimme schwang ein Ton von Eifersucht und Peter schaute ihn befremdet an: „'türlich!" sagte er langsam, wieder im vagen Gefühl, daß der andere ihn beschummeln wollte.„Hast das noch nie gemacht?" „Nein, noch nie... Ich darf nie weg von zu Hanse. „Zum Teufel!" fluchle Peter ehrlich entrüstet.„Ich darf auch nie nich... aber dann geh ich doch... Wenn du alles grab sein laßt, was sie dir verbieten, kannst dich gleich in'nen Sarg legen. So brav bin ich nich!" Er fand, daß sein neuer Freund unglaublich wenig von der Welt wußte oder vielleicht eine elendigliche Memme war. Neugierig und verstimmt betrachtete er ihn. „Bist so schrecklich folgsam?" fragte er Verächtlich.„Tust brav alles, was sie dir sagen?... Nu, bei mir sollen sie's nur mal versuchen!" Einen Ellenbogen in der Luft, vcrivicö er alle Gedanken an eine solche Bravheit in daS Reich der Fabel. Piet lachte leise. „Nein", erklärte er,„sie sagen ost genug, daß ich viel zu ungezogen bin Aber man kann nicht alles machen... Weglaufen, um mit anderen Jungen über Gräben zu springen... das ist mir noch nie eingefallen."„Und heute mittags dann?" „Ja... aber ich hab doch gedacht, allein etwas herumzulaufen... Ich wollte fein frei sein, den ganzen Nachmittag... aber auf ein Freundchen hatte ich nicht gerechnet." „Nu, dann hast Schwein gehabt," grinste Beter.„Und jetzt gehn wir zusammen durch, was? Oder bnt ,£" nich?" Gleich trat Augst uitd Unschlüssigleit in das Gesicht dcS andern. „Wohin willst du eigentlich?" fragte er unsicher. Peter holte mit seinen Armen west aus. „Weg" erklärte er.„In die Welt... weit weg, in fremde Länder und so... Wir müssen schaun, daß wir an die See kommen... Wenn wir gegen Abend zum Bahnhof gehn und über das Geländer tlettern, können wir in einen Güterwagen kriechen... Sind wir morgen früh in einer Stadt am Ästcer... Und dann schlüpfen wir heimlich auf'n Ucbersecschiff und kommen nich an'n Tag, ch daß wir mitten auf hoher See sind... Und dann werden wir wohl Kajütenjungen oder so... Wer weift, kommen wir in Chstta oder Afrika an Land... Und da drücken wir uns wieder von Bord und so wandern wir durch die ganze Welt... Sind wir dann den ganzen Acrgcr los... Nu?" Piet blickte seinen energischen Kameraden an. Zwischendurch sah er die Visionen all dieser wunScharfe Sprache gegen den Exkaiser Weimar, 21. Jänner. In seiner Rede auf dem ReichSbaucrntag führte ReichSbaucrnführer R. Walter D a r 6 c in Besprechung des Standpunktes des Reichskanzlers Bismarck und sei« neS Nachfolgers Caprivi zur Bauernpolitik sowie in Besprechung der historischen Bedeutung der Bauern in Deutschland u. a. auS: Ein gnteS Geschick hat cS dem letzten deutschen Kaiser ermöglicht, dass er sein Leben i m Exil beenden kann, und hat ihm den Tob auf dem Schafott erspart, den Konrad von Hohenstaufen erlitte» hat. (Konrad der Jüngere von Hohenstaufen, genannt Konradin, war das letzte Glied seines Stammes und wurde als Sechzehnjähriger im Jahre 1268 in Neapel auf Befehl Karls von Anjou hingcrichtct.) Ein„Ehrengericht des Volkes"? Zur Urtcilfällung über Stavifklw Helfershelfer Paris, 22. Jänner. Zahlreiche Deputierte, hauptsächlich aus den Reihen der Rechten streben neuerdings die Einsetzung einer parlamentarischen Untersuchungskommission an. Ministerpräsident C h a u t e m p S, der bereits einmal diese llnter- suchnngslommisjion a b g e l c h n t hat und das Vertrauen der Kammer erhielt, soll persönlich geneigt sein, ein sogenanntes„Ehrengericht des Volkes" cinzuführen, das unparlamcn» tarisch wäre und sich ans Personen zusammenset- zen würde, die hohe Achtung genießen. Dieses Ehrengericht hätte daS Recht, alle Personen einer lknlcrsnchnng zu nnkcrziehen, die verdächtiger Beziehungen beschuldigt sind, und als Schiedsgericht über alle Schuldigen ohne Unterschied, ob eö nun Mitglieder des Parlaments, hohe Staatsbeamten oder Privatpersonen sind, ein Urteil zu fällen. Neue Ohrfeisenszenen Diesmal im Justizpalast Im Pariser Jnstizpalais kam eö heute vormittags zu einem Handgemenge zwischen dem Advokaten und radikalen Deputierten Hesse und dem Advokaten Lhermitten. Letzterer näherte sich dem Advokaten H esse(der bekanntlich Rechtsvertreter Stavifkhs war) und schrie ihn an:„Wie tonnen Sic sich unterstehen, sich im Justizpalais zu zeigen? Sic gehören nicht hierher!" ES kam zunächst zu einem Wortgefecht, das sich immer mehr steigerte, bis schließlich Deputierter Hesse, der weit größer und stärker ist, Lhermitte mit der Faust ins Gesicht schlug. Dieser erwiderte den Schlag und auch einige aitdere Advokaten beteiligten sich an dem Handgemenge. Der Talar deö Advokaten Hesse wurde vollkommen zerfetzt. Der Fall wird vor der Advolatcnkammer ein Nachspiel haben. Am Nachmittag sandte Hesse einem anderen Advokaten namens Dr. Acincix zwei Zeugen, weil er sich durch den von Dr. Aeineix im heutigen „Paris Midi" veröffentlichten Artikel über„Advo- latcn-Deputiertcn" beleidigt fühlt. derbaren Dinge, die der andere aufgezählt halte.. Frei sein, keinen Hofmeister, keine strenge Förmlichkeit, keine ewigen Aeanständigungen und Zu« rechtweisungcn... So ein ganz gewöhnlicher freier Knabe sein, tun was malt will... über das Meer fahren... wunderliche Länder durchwandern... sich nicht mehr herumdrchen in der sattsam bekannten glanzvollen Welt, in der alles kalt und streng war, wo immer alle nur gut darauf achteten, ob er wohl tat, was man von ihm erwartete... auf die Straßen laufen, über Eeäben springen, im Walde spielen, durch einen Bach plätschern... mit so einem kecken Jungen plaudern, der sich alles getraute und alles gerade so hcraussagtc, wie er cs meinte. „Nun?" beharrte Peter ungeduldig.„Gehst du mit oder bist zu schcißerig dazu?" Piet war ganz und gar unbekannt, waS scheisserig tvohl für eine Eigcnsckmst sein sollte, aber auS dem Ton, iit dem cs ausgesprochen wurde, erkannte er, daß Knaben wie Peter dagegen ein tief eingewurzeltes Vorurteil hatten. Und er bewunderte diesen tapferen Peter sehr. Darum sagte ec schnell: „Ich will sehr gerne!" Aber kaum hatte er dies ausgesprochen, überkam ihn für einen Augenblick ein Schwindclgefühl, als ob er sich bereit erklärt hätte, sogleich in eine dunkle Tiefe zu springen, in der er sich rasch und sicher den HalS brechen werde. Doch Peter ließ ihm nicht viel Zeit zum Nachdenken. „Fein!" rief er aufspringend.„Komm, vor« tvärtS, dann zieh» wir uns schnell wieder an... DaS Zeng ist beinah trocken und bald wird's an unserem Körper trocken." Während des Anlegens der kühl-feuchten Kleider schwätzte er lustig weiter. „Wir haben noch genug Zeit... den halber« ten Nachmittag noch... Gehn wir aus dem Wald nnb inS Land hinein, über alle Gräben und Zäune... Jesus, was hab ich für'n Hunger." (Fortsetzung folgt.) «r. 18 Dienstag, 23. Jänner 1884 Lett« 3 Wühlarbeit der Maxis Von einem besonderen Korrespondenten Der Schlag, den die Prager Regierung der deutschen nationalsozialistischen Bewegung in der Tschechoslowakei verseht hat, ist für die sudetendeutsche nationalsozialistische Bewegung zlvar hart, aber anscheinend doch nicht tödlich gewesen. Die nationalsozialistischen Kreise in Sudetendeutschland sind nämlich bereits wieder dabei, die eine Zeitlang mit Berlin abgebrochenen Fäden aufzunehmen. Vorsichtshalber haben die sudetendeutschen Nazis es doch vorgezogen, in Zukunft nicht mehr direkt mit den nationalsozialistischen Stellen im Reiche zu verkehren. An Stelle der reichSdcutschcn Parteizentrale ist der angeblich nur rem kulturelle Ziele verfechtender„BolkS- bund für das Deutschtum im AuSlandc" getreten. Auf Anweisung der NSDAP-Stellen hat dieser Verband in der letzten Zeit eine sehr ausgedehnte nazistische Propagandatätigkeit aus tsche- chostotvakischcm Gebiete ausgenommen. Diese Tätigkeit besteht zur Zeit zur Haptsachc darin, die sudctcndeutschc Bevölkerung mit nationalsozialistischer Propagandaliteratur zu versorgen. Biele zehntausend Exemplare in der Tschechoslowakei verbotene Broschüren, Zeitschriften ultv. sind in der letzten Zeit von der V. D. A. nach den deutschen Teilen der Tschechoslowakei geschickt worden, z. T. zwischen Sendungen schöngeistiger Literatur verborgen gehalten. Weiter besorgt der P. D. A. die Verbreitung einer in Deutschland gedruckten„illegalen" sudetendeutschen Zeitung, die den Titel„Sudetendcutscher Beobachter" trägt. ilm die sudetendeutschc schulpflichtige, bzw. schulentlassene Jugend möglichst ungestört im Hitlcrianichen„Geiste" erziehen zu können, ist nach dein Verbot der sudetendeutschc» nationalsozialistischen Bewegung ein Teil dieser Erzic- huugsarbeit ins Dritte Reich verlegt worden. Der unter besonderer Mitwirkung des V. D. A. ins Leben gerufene ReichsauSschuß„Brüder in Rot" in Berlin hat in der letzten Zeit zahlreiche sudc- tendeutsche Kinder in Deutschland, angeblich zu Erholungszwecken, untergebracht. Diese ,, Erholungsaufenthalt" tvird aber mit einer sehr intensiven nationalsozialistischen Beeinflussung der Üindcrseelcn verbunden. Ein Teil der schuler« wachsencn sudetendeutschen Jugend hält sich ztveckS Teilnahme an besonderen B. D. A.-Wehrsportlehrgänge» in Deutschland auf; kommt diese Jugend zurück, kann ihnen dann keine Behörde beweisen, das; sie in Verbindung mit dec reichsdeutschen NSDAP, oder der SA. gestanden haben. Die Verbindung mit dem V. D. A. ist ja harmlos, iveil dieser Verband mir lultureller Be- ireuungSvcrband ist! Ein merkwürdiger„knltu- reller BeirenungSvcrband", der nicht nur die Jugend in Wehrsport unterrichtet, fordern sic auch mit Dolchen versieht! Die französische Presse bc- nchlctc lürzlich, das; in der Tschechosloivakei Dolche mit der Inschrift„Spende des B. D. A." und dem Warenzeichen„Mercator" gefunden worden seien. Im Zusammenhang mit der getarnten na- üonalsozialistischc Propaganda in der Tchccho- slowakei soll noch der bevorstehende„B. D. Ä.- 2psertag für die Winterhilfe" erwähnt werden, eine am 26. Jänner in ganz Deutschland stattfin« dendc Haus- und Straßensammlung, dessen Ertrag u. a. auch für das Sndetendcutschtum, so tocit cs nazistisch eingestellt ist, bestimmt ist. Die Erträgnisse des OpferiageS sollen so z. B. zur Ilnterstiitzung der sudetcndeutschen notleidenden Heimarbeiter, Landlcutc, Arbeiter ustv. vertvandt werden. Cs besieht wohl kein Ztveifel daran, das; diese Unterstützung in erster Linie als eine Art „Siimmungsmachc" gedacht ist. Reorganisierung der französischen Polizei im Gefolge der Ttavisky-Affäre Paris, 22. Jänner. Außer der Bestrafung und der Disziplinarnntersuchung einiger hoher Polizcibeamten, die beschuldigt sind, im Zusammenhang mit der Tätigkeit StaviskhS ihrer Amtspflicht nicht Genüge geleistet zu haben, legte Ministerpräsident und Innenminister Chnute m p s heute nachmittags der Kammer einen Entwurf zur Reorganisierung der Polizei vor. Der sogenannte Erkundungsdienst bei der Pariser Polizeipräfektur sService dcS Rei'seignementS Göncraux) wird direkt der Sicherheitsabteilung(Suretk Gtniirale) beim Innenministerium angegliedert lverden. Die Direktoren der beiden Dienste werden in den Ruhestand verseht werden. Der künftige Vorstand wird die beiden Abteilungen in seine Hände vereinigt haben. Bisher bestand zwischen den beiden Erkun- dungsdicnsten vielfach ein gespanntes und häufig ein RivalitätSbcrhältniS und die beiden Abteilungen verstanden sich nur selten dazu, einander ihre Arbeit zu erleichtern oder die Ergebnisse ihrer Untersuchungen auszutauschen. Die im Zusammenhang mit der Stavisü;- Afsäre verhafteten Journalisten A y m a r d und Darius wurden am Samstag von Bayonne nach Pau gebracht. Während des Transportes waren beide wie gemeine Verbrecher an den Händen gefesselt. Dollfussiaden gegen die Arbeiter Wien, 22. Jänner(Eigenbericht.) Wie eS mit. den sogenannten BcrsöhnnngSabsichten des Hern» Dollfuss in Wahrheit beschaffen ist, hat man in der Nacht ans Sonntag gesehen. Dollfuss hat um halb 1 Uhr uachtS über die„Arbcitrr-Zri- tnng" neuerdings für die Dauer von zwei Monaten ein BrrbrcitungSverbot verhängt. Diese Maßregelung wird angeblich darauf zuriickgefiihrt, daß dir„Arbeiter-Zeitung" während der Anwesenheit des italienischen Staatssekretärs Suvich in Wien in einem Leitartikel die Regierung daran erinnert hat, sic möge auch die Frage Südtirols zur Sprache bringen. Der Leitartikel wurde, wie man hört, auf Verlangen Sn- vichS konfisziert. Gerade die Ereignisic, die dem Besuche des Abgesandten Mussolinis in Wien vorangingen und ihn begleiteten: die Konspiration dcö Heimwehr- führcrs Alberti mit den Nazis, die Feststellung, daß auch die Hcimwehrcn höchst unzuvcrläsiige Bundesgenossen des„autoritären" Kanzlers Dollfuß sind, die lärmenden nationalsozialistischen Demonstrationen, haben neuerlich gezeigt, auf wie schmalem und unsicherem Fundament das jetzige sich so stark gebärdende Regime ruht. Zugleich Kamps gegen die terroristischen Nationalsozialisten und gegen die sozialdemokratischen Arbeiter und außerdem Brüskierung aller noch deinvkralischcn Elemente, vor allem also der christlichsozialen Ar- beiter und eines wesentlichen Teiles Bauernschaft — das mußte weitesten Kreisen der österreichischen Bevölkerung und den« Auslände als so aussichtslos erscheinen, daß man anzuiiehmcn geneigt war, Dollfuß werde sich schließlich dock nm eine Verständigung mit den Arbeitern bemühen. Darauf schien auch eine Rede dcS Bundeskanzlers vor der Ehristlichsozialcn Vereinigung kam Donnerstag voriger Woche) hinzudeuten, in der er sagte,„an der neuen Formung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft mitzuarbeiten", und damit falle seines Erachtens auch die bisher vorhandene Antithese des KlassenkainpfeS weg und„die Arbeiterschaft muß ernstlich erlogen, ob nicht auch für sic die Pflicht besteht, mit voller innerer Bereitschaft für die Zusammenarbeit und ihre neuen Formen cin- zutretcn". Wenn diese Erkenntnis in die breitesten Kreise hinanSdringc, dann hoffe er schon für die nächste Zeit auf ganz neue Möglichkeiten der Einbeziehung auch der bisher abseits stehenden Kreise in die große Front der Verteidiger der österreichischen Unabhängigkeit und deö Aufbaues eines neuen Oesterreich. Das war am.Donnerstag. Am SamStag aber Ivurde die„Arbeiter-Zeitung" neuerlich konfisziert und Samstag Ivurde zum zweiten Male der„Arbeiter-Zeitung" das Recht der freien Kolportage, der Zustellung durch Austräger und des Verkaufes in den Trafiken entzogen, und zwar aus die Tauer von zwei Monaten. Dollfuß verbindet also seinen Appell an die Arbeiter mit neuen Attacken gegen die Arbeiter. Er nahm also den Arbeitern zugleich die Möglichkeit, sich ernsthaft mit seinem Aufruf an sic zu beschäftigen. Ain Sonntag trat der Parteivorstand der österreichischen Sozialdemokratie zusammen und machte folgende Feststellungen: „Der Bundeskanzler Hot in seiner Rede vonl 18. Jänner einen Aufruf an die Arbeiter und an dir„ehrlichen Arbeiterführer" gerichtet. Dir Exekutive des ParteivorstandrS hat Samstag eine Stellungnahme der Partei zu dein Aufruf vorbereitet und den Parteivorstand zur Beschlußfassung darüber einberufen. Ehe aber der Parteivorstand zusammentrat, ist daö Ber- breitungSveriat über die„Arbeiter-Zeitung" verhängt worden. Die Erregung, die dieseMaß- regelung deS Zrntralorganö der Arbeiter tu der Arbeiterschaft hervorgerufen hat, macht»S drni Partrivorstand derzeit unmöglich, zu diesem Appell Stellung zu nehmen. Im übrigen wird der bereits einberufene Parteirat demnächst Gelegenheit haben, über dir gesamte pokitifchr Lage zu beschließen." Damit sind alle Gerüchte über angebliche Verhandlungen zwischen der sozialdemokratischen Partei und der Regierung aus der Welt geschafft. Zur Verteidigung der Unabhängigkeit Oesterreichs sind die Sozialdemokraten seit jeher bereit. Dazu bedürfte cö keines besonderen Appells. Dollfuß aber scheint zu glauben, er könne gleichzeitig die Arbeiter für diese Bertcidigimg in seine Front locken, sie von ihren Führern und ihren Organisationen läsen, und sein„Appell" entpuppt sich iiuii als nichts anderes als das alte Lied, die Arbeiter tvären schon„brav", wenn nur ihre sozialdemokratischen Führer nicht wären. Da aber die Arbeiter zii ihren Führern stehen, muß der Plan des Kanzlers mißglücken, es bleibt also bei der Vielheit der einander gegenüberstehenden Fronten, Oesterreich bleibt weiterhin für seine Nachbarn ein bennnibigendesRäisel und das Tor- gcnlind der europäischen Politik, weil Dollsuß sich daraus kapriziert, zugleich mit den Nalionalsozia- lijtcn auch die Arbeiter nicdcrzuwcrfcn. ** klcbrigcns tvird heute bekannt, daß ausländische Blätter auf Grund der Meldung eines Wiener Boulevardblattes Nachrichten über angebliche Differenzen zwischen der sozialdemokratischen Partei und den Gcwcrkscktaften verbreiten. Diese Nachricht beruht auffreierErs in düng des betreffenden Wien et Blattes, daö von der Regierung informiert wird und offenbar den Versuch inachcn will, durch diese Falschmeldung den Jntcrcsicn. der östcrreichisck)cn Faseisten zu dienen. Die Sozialisten— die stärkste Partei Spaniens Madrid, 2t. Jänner. Obwohl eine offizielle Statistik über die letzten spanischen Wahlen noch nicht erschienen ist, ist daö sozialistische Parteisekretariat in der Lage, eine annähernd vollständige Zusammenstellung der abgegebenen Wählerstimmen zu veröffentlichen. Diese Stimmenzahlen geben ein wesentlich anderes Bild, als die Zahl der den einzelnen Parteien zugefal- lenen Mandate. Tie Koalition der Mitte und der Rechten, die sieben Parteien umfaßte, erhielt 3,385.000 Stimmen, zu denen noch 700.000 Stinnnen kommen, die die Radikalen in einigen Wahlkreisen, in denen sie allein kandidierten, bekamen. Tas ist zusammen ungefähr die Hälfte der abgegebenen Stimmen. Aber von den 473 Corteösitzen erhielten diese Parteien 335, also um 42 Prozent mehr, als dem Stimmenverhältnis entsprechen würde. Die Sozialisten erhielten in den Wahlkreisen, in denen sie allein kandidierten, 1,722.000 Stimmen, zu denen noch 700.000 Stimmen kommen, die in Katalonien, wo sie mit anderen Linksparteien koaliert waren, auf sie entfielen. Sie sind demnach mit 2,400.000 Stimmen die stärkste Partei Spaniens und würde» ohne die Tücken deS Wahlrechtes im Parlamente 142 Sitze haben, also nm drei Viertel mehr, als sie tatsächlich besitzen. Diese Zahlen zeigen, welche Bewandtnis es in Wirklichkeit mit dem Rcchtssicg in Spanien hat. Grabschändung Wie das„Pariser Tageblatt" aus Breslau erfährt, sind dort die Gräber des im Mai vorigen JahreS im Konzentrationslager vom Fememörder und jetzigen Polizeipräsidenten Heineö zur Strecke gebrachten Rechtsanwalts Dr. E ck st e i n, des Führers der sozialistische» Arbeiterpartei, und seiner schon vor einigen Jahren verstorbenen Fran, der sozialdemokratische» Stadtverordnete» Clara Ziels-Eckstein, in geradezu vandalischer Weise von ■ den Nationalsozialisten verwüstet worden. eetar ter Ullstein In Wien erscheint seit Oktober die„Wiener Illustrierte", die sich auch die Tschechoslowakei und wahrscheinltcki ebenso andere Nachbarländer Deutschlands als Absatzgebiete zu erobern sucht. Die Mutmaßung, daß cS sich bei diesem Blatt um eine» getarnten Ersatz der sowohl in der Tschechoslowakei als auch in Oesterreich verbotenen, völlig im Dienste deS Hakenkreuzes stehenden„Berliner Illustrierten" bandelt, lag nahe für die, lvclche wußten, daß an der Wiener Druckerei Waldheim, Eberle& Eo., in der die„Wiener Illustrierte" gedruckt tvird, der Berliner Ullstein-Verlag mit beträchtlichem Kapital beteiligt ist und daß der Chef dieser Zeitschrift der frühere Redakteur der „Berliner Illustrierten" Herr Korfs ist. Diese Mutmaßung ist jetzt durch ein recht fatales Malheur ganz und gar unfreiwillig bestätigt worden. In einer der letzten Nummern der „Wiener Illustrierten" stand nämlich in der Rätselecke die llcbcrschrift:„Lösung der Rätsel aus der.Berliner Illustrierten' voin vorigen Donnerstag." So hat ein Lapsus der Redaktion die bisher so gut sitzende Tarnkappe zerrissen und den Tatbestand eindeutig enthüllt, daß das llllsteinkapital auf diese Weise das Verbot der„Berliner Illustrierten" tvcttzumachcii sucht. Es ging dabei recht vorsichtig zu Werke und gab der„Wiener Illustrierten" ein barmloS neutrales Gesicht, daö die Leser in den deutschsprachigen AuSlandsgebietcn darüber hinwegtäuschen sollte, daß sie mit dem Kauf der„Wiener Justrierten" das Ullstein-Unternehmen und damit wider Willen die nationalsozialistischen Geschäftemacher füttern. Dieser Berliner Ullstein-Verlag ist nämlich nicht einfach dec von früher, der nun ettva im Auslände Fuß zu fassen und sich damit der Gleichschaltung zu entziehen versuchte. Er ist vielmehr völlig gleichgeschaltet. Die Akiicumajoriiät ist auf dem Wege einer BerrechnungSschenknng an fascistischc Treuhänder auS dem Bereiche der nationalsozia- listischen Kulturorganisationen, deö Propagandaministeriums ustv. übergegangen. Einige Restexemplare noch zu haben! Bestellt, ehe die Auflage vergriffen ist! Kfi 1V.—. Das Arbeiter-Jahtbutfi 1934 im Urteil der sozialistischen Weltpresse: „Die deutsche sozialdemokratische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakischen Republik hat ein Arbeiterjahrbuch hcrausgege- ben, das sowohl an Reichtum als mich an 33 bat eine dieser 1 Gruppen, und zwar die im Kanntitztal, unter der Leitung des früheren Abgeordneten Elstnrr he I schloffen, zur soziaidemotratisdien Partei zurück- > Nilrhrrn. Diese Gruppe zählte 35 mäntlkichc itnb <> weibliche Mitglieder. Der Uebrrtritt der vormaligen Kommmiisten zur Partei ist am Sonn- ! tag in einer Versammlung der sozialdcml kruli- ! scheu Partei vollzogen worben. Sechs Kommunisten in Bruch verhaftet Brüx, 22. Jänner(ÜPB). In der letzten Zeit wurden im Briirer Revier eine Reihe von ‘ Flugschriften verbreitet, in welchen zum nllgemei- ! nen Streik aufgesvrdcrl wnrdc. Die Fingblältcr ' waren auf einem Vervielfältigungsapparat berge- , stellt und die Herstelliing der Flugblätter erfolgte, wie die SicherheitSbchörden feststellen konnten, abtvechselnd in verschiedenen Orten, wodurch die Aussinduug deS Apparates verhindert lverden j sollte. Jetzt gelang cs, in Bruch die Hersteller i nnd Verbreiter der Schriften ausfindig zu machen und den Vervielfältigungsapparat zu bc- schlagnahnicn. Im Zusammenhang damit Ivltrden voll der ! Gendarmerie sechs Kommunisten vcrhastei und dem Oberlcutcnsdvrfer Bezirksgericht eingekicsert. Auch in W e h c d i tz bei Karlsbad verhaftete die Gendarmerie Samotag nachts vier Kommunisten wegen Verfassung und Verbreitung staatsfeindlicher Flugblätter, die iu Karlsbad und Umgebung abgesehi wurden und die auf einer Schreibmaschine hergcstcllt worden waren. Unter den Verhafteten befinden sich zwei r c i ch s- deutsche Emigranten kommunistischer Gesinniing und der kommunistische Gcmeinderat Anton G ö s s l. Verbotene Zeitschriften aus dem Dritten Reich. Durch Erlaß des Jilnenmiilisterillinö werden folgende Zeitschriften in der Tschechoslowakei verboten: Die Flugblätter des„FichtebundcS e. V.",„ReichSb..nd für den Kampf gegen Versailles", die Broschüre„Der Tchlcichkampf gegen die Revisionspropaganda", der Kalender„Der deutsche Junge". Ferner wurden verboten die periodischen Zeitschriften:„Nationalsozialistische Landpost" in Berlin,„Hämmer" in Leipzig, „Deutsche Rundschau" in Berlin mtd„Der Türmer" in Berlin. Seit« 4 Sienffo«. 23. 3tatn 1934 Sr. IS Motulckka doch acincsfltfwrt? Tagcsncuighcltcn Warum? m xändacttrife Neubau Geisel lüevlonon er Velrvonkongrev n Dora Der Prager Kindermoro rolaen eines Rattendrffes aenrrden. üerrno 'Air B e r n, H übergeben !le> n I Reisende verbrannt Rarun- Feine. nach Jugoslawien kommen, an der Grenze durch jugoslawische Wagen zu ersetzen. der sür eines Znfettiouspavillons in Trantenau In dem direkten Wagen, in dem die Höllenmaschine explodierte, befanden sich, Ivie jetzt festgestellt wurde, insgesamt 13 gleisende, von denen drei verbrannten und einer schwer verletzt wurde. Brunn «i Rär Wintersport und Alkohol. -r Run d. Llnmoick stopf weg! Alt, am Sonntag nachmittag schlag fünf Uhr im Prager Gase Boulevard ein Stück Dcckenbelag— von beachtlicher Tischplat- tcngrößc— hcruntcrkain, mit Gepolter und Geprasseln, geschah nichts Ernstes, denn im Seitengang, wo das Gipsgcwittcr niederging, stehen nur landwärts Tische. Ein Krach— ein paar Helle Qnictscher— ein Durcheinander im über- lullten Raum wie während der Fütterung im Asscnhaiis— Gestampfe, Gebürstc und Geklopfe die Me tonn macktz portsmann an! Die Republik nunmehr, wie dem »nehmen ist, ein End« on unserer Lan- t j C i und die 4 Viel dazu dem Trau- ljusage ge- avillons '.tt Letz-bau m loti’- alS Einbr ei ihm Röhn» wehrt siili- Le d: Erich Miihlar Kellerbrand in, 16 Uhr ein Feuer mn lamenis Fe Wiener Ise In einem einer Wanl '.teuer gefa llt» ii ch e schwaden füllt gende Rauch im Larlamcr Bibliot Autlnnd locltbekannt und sieht mit den in Montag bis >t fori. Es wer- stata- »vcr- Aachschla^cniMtrisl, wisseiiichaftlichtn ur und Auslände««ul auch viele Solvjelnnioi in auch im aiislandi'cher' wiNenlchaltlichen Organisationen jlnndiger'Verbindung. da« aber alle Reuheilen der < rechnischen Literatur des Jn- chwß gibi. Die Bibliothek bedient beken in anderen Slädren der rchiasck»edri»-Biblio»hek Tie Sck'wei-crische Tcpeschenngentur meldet aus Lasel: Tic bei Wechrn bei einen» ttcberfall auf die Wcvrr-Bant wurden an» 2a»nstag von der Polizei in einer Pension gc° Minister sür Gesundheitswesen empfängt ain Mittwoch, den 24. ds-, I Wettervoraussage für heute- In stellenweise nebelig. wechselnd bewölkt, Tc wenig verändert, aus wäriner. Raubiibcriall in fielen nach 22 llhr zn Emilie T r e s o v ä in ibri Husovice. Tie Räub» mit den Räubern und die Ränder barem sowie von ungefähr sovä a övlickier Leichtsinn. 2 r Bic Ti« Leningrader£ Namen deo berühinie:: r. unter dem dringenden Lerdachte Gerichtes ver- e Schneider- i Brür ver- t. Er leugnet gefunden. das Selbstmord au» Gattenliebe Jglau, bau» in am narl." a m r a gftcossen drei Woche» Air seine 40 Jahre o daß ihrem Manne ni sie sein Leide»» nick«: li n n g»e sich. Tas Legröb leule findet gemeinsam starr. ,'äß! erwachiene und bereits v Drei ei n g r c l>, 22. Jänner. Henke»n» 5.50 Uhr früh explodierte auf der offenen Eisenbahnstrecke Steinbrück-Agram nnweit der Station Brozicc in dem direkten Waggon Bcrlm—Wien— Zagreb- Suschnl, welcher dein Schnellzug Wien-Zagreb nngrkoppelt war»nid welcher nm 21.10 Uhr aus Wien abgegangrn ist, eine Höllenmaschine. Rach der Explosiv»» ergriffen die Flammen den g n n z c n W n g e n, welcher in kurzer Zeit v c r b r a n n 1 c und beschädigten den anschlie- üenden Scktlaswngen. In» direkten Wage nBcrli n—S» schal befanden sich vier Reisende in der zweiten tzlasse, von welchen drei verbrannt sind,»vährcnd der vierte verletzt und ins Spital von BrcZicr überführt wurde. Einer der Lrrbrannten ist Dr. Johann Fritsch aus Wien. Die Stelle auf der Strecke, an der die Höllenmaschine explodierte, ist etwa 30 Uilonicter von Agram entfernt. Durch die bisherige Untersuchung wurde fcstgestellt, das; die Höllenmaschine nicht auf jugoslawischem Gebiet in den Zug gelegt wurde. Taher hatte die Eiscnbahndircktion angeordnet, alle direkten Wagen, die aus Oesterreich ZeMe MOtitt in Ser@M töten drei Polizeibeamte und begehen Selbstmord Bern, 22. Jänner. den deutschen Raubmörder, die vor zwei zweiPeamte töteten, stellt. Sie erschossen zwei P o l i z i st k n und töteten ans der Flucht in die Jura- Berge einen Detektiv und verlcn»cn einen z weilen s ch w e r. Am Samstag nnd Sonntag wurden die Raubmörder»ni» gewaltigem Polizeiaufgebot in dei» Jura-Bergen nnd deren Umgebung gesucht. Sie erschossen sich beute früh in dein von der Polizei ninzingelten St. Margarethen-Park an der Ttadtgrenze. niemand gemeld e»»indes unsgksa no, als ob zu den Vie » der letzten Zeit ein >ttte. Die indische Stadt Katmanda zerstört London, 21. Jänner. Tie stad» stntmanda soll durch das Beben zerstört worden sein. Sie war mehrere Tage von der Uinwelt abgcschnitten. Tic ans dein Jagd-Lager deö Maharadscha von Nepal cingelaufencn Meldungen besagen, daß große B e r w ii st u n g e n und Mcnschen- Verluste in Nepal überhaupt verzeichnet wnr- den. Tic indische Regierung hat fieberhafte Bc- »nühungen unternoinmcn, die Verbindung mit Uatmanda wiedcrherzustellen und der Stadt Hilfe zu senden. Da man jetzt glaubt, daß die dichtbevölkerten Täler von Nepal sogar das Zentrum der Erdstöße waren, wird nach Wiederherstellung der Verbindungen mit weiteren Nachrichten über große Menschcnverluste gerechnet. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» aus den Programmen: Mittwoch: Prag, Sender L.: 10.15: Tcutsche Nachrichten, 14.30: Nonzerr des SaloiwrcheklerS, 10.10: Teursche Sendung: xiudersluudc, Pressenachrickren, Sender L. 16.50: tzindcrtbeatcr, 17.35: Nlavicrmuiik, IS.25: Deutsche Sendung: Grilrmann: Zeh»» Minurei» für Radiobastler, Arbeircrfunk: Heinrich Wondrak-ÄarlSbad: Wenböhmen in der tzriic. Berich» von» ArbcitSmarlt. Sender S. 10.05: Tanzlieder, Tender L. 10.20: Französischer Sprachkurs. 10.35: Arbeiterkonzcrt, 2l>.40: Gusrav Nadler: Sinfonie C-Dur, 22.15: Derichrerirarmng für die III. Arbeiter.£Inuwiade. Brünn 11: BormiriagSkonjert, lü: tzonzerl, 15.25: Deutsche Sendung, Arbeiiersunl: Löw: Sozialismus und Sozialisierung. 20.35: Sm- ionischer.ziarneval.— Pretzburg 16.80: Orchciter- konzcr».— Wien 12: MittagSkoiuert, 16.40: Als Skilcbrcr in Afrika, 20.35: Vorlesung von Raoul Aslan.— Frankfurt 17: Heitere Zkammernnlsik.— Breslau 22: Beethoven: Klaviersonalen, > erst Alkohol den rin richten jeden t gekränkt, wenn l ihr den Alkohol ibr denen einen Borlvurs csrhaltcn. Nur un- den Enlbalisainen en nicht zu den lln- Ein richtiger Sportsmann trainiert das ganze Jahr. Cs enlipricht jedoch nicht dem Wesen des Trainings, sich i»ur die Technik der betreffenden Sportan anzucigncn. Man»nuß vielmehr seine ganze Lebensweise aus große körperliche Leistungen cinstcllen. Deshalb Enthaltung vom Alkohol!— Ter berechtigte Freudenrausch nach einem sportlich?» Sieg darf nicht zu einen» Alkoholrausch werden. Die zweitgrößte Bibliothek der Welt in Leninorir. Ter Wirlschastsbeirat zur Frage Exportförderung. Tie Berarnngskörperschasl WirtschaktSsragen hielt, wie amtlich gemeldet wird, eine Reihe von Sitzungen ab, in denen die Möglichteiten einer Gesundung unserer Ausfuhr erörtert wurden. Ihre Arbeiten hat sie nunmehr mit der einmütigen Annahme einer Resolution beendet, ii» welcher der Standpunkt der Beratungskörpcrschaft in dieser Angelegenheit dargclegt wird nnd die der Regier»n»g werden soll. So fängt die Benvaltungsreforn» grösste Behörde der Tschechoslowakischen ist das Böhmische Landesamt in Prag, ivelchcs leinschließlich der Rechnungöabtcilnngcn) 110 Abteilungen umfaß», die in einer ganze»» Menge, von Gebändcn ans den» linken nnd rcchlenMoldau- user verteilt sind. Angesichis des foruvährendcn Ruses nach Bcrwallnngsresorm nnd der Nouvcn- digleit in der össentlick'en Berivaltung zn sparen, hat sich nun auch die Landesbehördc entschlossen, mit der Reform zu beginnen, die zunächs» darin beneln. daß man einzelne Abteilungen auflässt. Tic erste Abteilung, die n»»n ausgelassen wird, ist die Abteilung R, das isr— die Abteilung für B c r w a l l u n g s r e f o r in. Tic Böhmische Landeöbehördc iängt also die Bcrivalinngrcsorn» daini» an, daß sic die Ablcilung für BerivaltungS- rcsor»» auslöst— jedenfalls ein rcclu originelles Beginnen. Ilm der Wahrheit zu dicncn,»volle»»»vir allerdings-noch sagen, daß die ausgelassene Abteilung den» Präsidium zugcwicscn wurde nnd daß auch die Abteilungen 31, 37, 40, 58 und 62 auf- gc lassen worden sind; dennoch wird aber die Auf- kassung der Verlvaltungreforinabteilung als Beginn der Berwaltnngsreform überall das gebüh- '»ende Schmunzeln Hervorrufen. Neun Tote bei einem Lagereinsturz in Hüll n sechsstöckige! Einige konnte»» noch lich getötet worden. DergungSmannschast R ilscn wann, tngern nach hr„Nieder- : machte ein- ch-. Und man blieb! wie angewurzelt j guten Ton.— rklich zum guten es leltlame Bench- ' Ob jemand von kuck Gips erschlagen! nehmen ist gemeinhin das i nn Hitler von der Böl- »ncn. beargwöhnen die - und stellen sich drun- Ob jemand nem Ilriez erschlagen werden soll oder von Stück Gips— das Benehmen ist doch das gleiche!'Heute schon haben Fachleute ecke des Eafö Boulevard eingehend gc- print der Schaden ist behoben, der etwa noch sallfüchtige Belag festgemacht. Wer bringt im Bölkerkos'ce die Teckc in Ordnung? Der den Kopf hinhält, ist klar— wer aber bringt die Teckc in Ordnung? Tas Begräbnis Srviits, des meisterlichen Biolinpabagogen, land Tonnrag in Pisck in feier- lichstcr Wcii'e ira:». Gegen 10.000 Menschen nahmen daran teil. : Nntrrsuchungskommisiioi» vorn Nelson- scyt ihre Arbeiten seit Montag bis aus denn Drürcr tkreisgcrich » die im Zusaminenhang mit der vcrbasictcn Personen vcrnomincn ft. Uu c« t a q.£ic r-rr iotM br-iiiern. Die ch auf sechs M i l l: s u r r' 1 2 e wodurch, Schach»- ie nut J. der Selt| weiteres nirbe. 3ie loirb nur vn? Ml Bibliothek des| den nui» äashinatoner ft ßn91 c 1 ff er übertrolien. strovhe 1 ^re Bibliothek x.r/mfer tlich umsanareiiüeü den. flr. 18 Dieuötag, 23. Jänner 1931 Seite 5 Erlebnisse in Sowset-Rußland Steigende Teuerung, keine Lohnzulagen, Lohnrückstände i Ml» die die dem in Er. | neu Alter ausgearbeitet sind. In diesen allmonatlich vorgenommenen Tests Ivar der Asse dem Mcnschcnkinde unterlegen. Das Schliißergelnitü zeigte aber leinen so grossen Unterschied, da der Affe<12 neue Tests erfolgreich abgelegt hat und der Junge 46. Der Affe lernte aufrecht gehen, beide Arten von Verdautmg erstaunlich zu kontrollieren I und die betreffenden Bedürfnisse rechtzeitig anzu« i melden, um stubenrein zu bleiben. Jin Alter von I achtzchneinhalb Monaten verstand der Junge 68 Worte oder Sätze, während der Affe von 16 Mona- tcn auf 68 Worte oder Sätze richtig reagierte. Bei sogenannten verspäteten Reaktionen reagierte das Kind richtig nach fünf Minuten, versagte aber sagte. Weiter fragte er, sind, da doch niemand um Als ich ihm wenigstens unhaltbaren Verhältnisse nach zehn Minuten, während der maximale Zwischenraunt für den Affen 80 bis 60 Minuten betrug, so daß das Schimpanscnbabh ein unvergleichlich besseres Gedächtnis zeigte. Diese Befunde find in einem wohlillustrierten Buch festgelegt, worin die Untersuchungen in folgende Kapitel eingeteilt sind: Grundlegende Aehnlichkciten und Unterschiede, Gesundheit, Essen und Schlaf, Geschicklichkeit, Armbcwcgungcn und Gehen, die Sinne, das Spiel, Soziales und Anhänglichkeitövcrfahren, emotionelles Verhalten, Lernen, Gedächtnis und Wiedererkennen, Jntelligcnzverhalten, Verständigung und Sprache. R. S. Der Affe ist fähiger als der Mensch? Des Resultat psychotechnischer Untersuchungen. Das Ehepaar W. N. und L. A. Kellogg, beide Verufspsychologcn, haben das interessante Experiment durchgeführt, ein siebeneinhalb Monate altes, in der Gefangenschaft geborenes Tchimpansenbabt) neun Monate lang im eigenen Hause in ständiger Gesellschaft ihres eigenen neunmonatigen Sohnes aufzuziehen. Der Affe wurde niemals als Haustier behandelt, sondern ils ein Kind. Er wurde gekleidet, gebadet, ernährt, und man spielte und sprach mit ihm, genau so, als lucttn er ein menschliches Kind wäre. Die Untersuchung zielte nicht so sehr auf eine formale Experimcntation hin, lvie sie in psychologischen Laboratorien durchgefiihrt wird, sondern darauf, welche Wirkung menschliche gesellschaftliche und psychologische Umgebung Mtf tierisches Schimpan- senvcrhaltcn haben würde. Neun Monate lang wurden Tests für Sin- neSfähigkciten und motorische Reaktionen, Lernen, sogenannte verspätete Reaktionen usw. vorgenom- Genossc Pokapka ein Sechziger Jeder Arbeiter wird cs verstehen, das; tvir einem Genossen, der seit vielen Jahrzehnten in den Organisationen der klassenbewussten Arbeiter schäft tätig ist und die höchsten Funktionen bekleidet. Ancrlcnttnng für seine Treue zur Belvcgung zum Ausdruck bringen. Josef PoLapka in Aussig, der am Montag sein sechzigstes Lebensjahr vollendete, ist heute noch erster Vertrauensmann der„Chemischen" in Aussig, Vorsitzender des Arbeiter-Tum- und Lportverbandeö und ist immer am Platze, wenn ihn die Partei braucht, die ihm durch viele Jahre dar Amt des Kreisvertrauensmannes übertragen batte und als Herausgeber des Ausfiger Parteiorganes bestimmte. Diesem braven Genossen Dank für seine Mühen und Opfer zu sagen, ist uns ein Vedürsnis. Wir wünschen ihm und unS noch viele Jahre der Zusammenarbeit. Nnrlielichc Kinder sind zu beneiden! Wie das 'LTZ-Büro meldet, hat der ReichSinnenministcr Frick gegenüber der ReichSgcmeinschaft der freien! Wohlfahrtspflege feine Stellungnahme hinsichtlich! der Arierbestimmung bei unehelichen bcztv. -en Adoptivkindern klargestcllt. Der Minister betont u. a„ das; die in der Heiratsurkunde der Ellern vermerkte Feststellung ihrer christlicheit Konfession die nichtarischc Llbstammung des einen oder beider Elternteile nicht auöschließe. Eine Nachprüfung und ein Zurückgehen auf die llrgroß- cltern werde insbesondere dann erforderlich sein, wenn der Name jüdisch klingt oder sonstige Um- iiände vorlicgen, die darauf schließen lassen, das; die Grosjeltem ursprünglich Inden waren. Ein Grogelternteil sei aber nur dann als nichtarisch anzusehcn, wenn seine beiden Eltern nichtarisch I waren. In Bezug auf das Bcmsöbeamtcngcsetz wird scstgestellt, das; der uneheliche Sohn einer! Arierin unter das Gesetz falle, wenn sein Vater oder dessen Vater oder Mutter nichtarisch Ivar. Wenn standesamtliche Register, GerichtSaktcn usw. leinen Aufschluß geben könnten und auch sonst nichts nachzulveisen ist, wer der Vater war, werde ei dabei sein Bewenden haben müsien. Die Frage nach dem Arierium eines unehelichen Kindes, das wegen Fehlens der VaterschaftSancrkennnng nicht in der Lage ist, Nachweise über seine Abstammung väterlicherseits beizubringen, beantwortet der Minister dahin, daß ein solches Kind bei arischer Herkunft mütterlicherseits bis zum Beweise des Gegenteils oder wenn nicht besondere Umstände deS Falles dagegen sprechen, als arisch anznschen sei. Man kann es nicht genug oft wickkerholen! Während seit 1028 die Wcltproduktion um 46 Punkte zurückgegangen ist sdeutscheö Institut fiir Konjunkturforschung) haben sich die RüsüingSauS- gabcn fast um 10 Punkte erhöht. Im Jahre 1980 bis 31 haben die Völker der Welt an 160 Milliarden XL für Rüstungszwcckc au-gegeben, tast 5 Prozent deS Wertes der intcmationalcn Wcrproduktion und um zwei Drittel mehr als im Jahre 1013. Auf den Kopf der Bevölkerung nitsielen in Frankreich 432 XL, in England 400 K£, in Holland 320 XL, in den anderen europäischen Staaten 160 bis 200 XL. Die großen NiiftungSfirmen sind voll beschäftigt und zahlen 20 bis 25 Prozent Dividenden. Da Deutschland angeblich keine Rüstungsindustrie hat, weiß man nichts über die dortigen Verhältnisse. Jedenfalls tritt ou$ diesen Ziffern der Rüstungswahnsinn Rat zutage und die Notwendigkeit mit allen Mitteln daran zu arbeiten, diesen Milliardcnftrom auf friedlichere Gebiete abzuleiien. Klaffenkämpfe in Palästina. Wie der„Neue Weg", das Blatt der jüdischen Arbeiterpartei in der ESR. meldet, ist es in der letzten Zeit in Pa- lästina zu verschiedenen Streiks gekommen. Die Ursache dieser Streiks ist, daß jüdische Plantagen- besiher jüdische Arbeiter kündigen und statt dessen billigere arabische Arbeitskräfte einstellcn. Als sich da$ in Kfar Saba jüdische Arbeiter nicht gefallen ließen, nahm dec Unternehmer Polizei und jüdische Faschisten zur Hilfe. Die Faschisten sind eben überall gleich, sie besorgen die Geschäfte der Ilnter- nehmcn gegen die Arbeiter. „325. Jahrgang". Die„München-AugSburger Abendzeitung" begeht in diesen Tagen ihr 825jähri- neS Bestandsjubiläum. Sie ist die älteste bestehende Zeitung in deutscher Sprache. Drei Jahrhunderte lang war der Erscheinungsort des Blattes Augsburg. 1012 siedelte das Unternehmen nach München über. rs en offen? die Verbreitung unserer Zeitung agitieren. Setzt euch überall für unsere Partripressc ein. In das Heim des Arbeiters gehört die Arbeiterpresse. Darum, Genosse» u. Genossinnen U» kennen, wieviel tausende unschuldiger Opfer in Rußland weggeschlcppt worden sind, ohne daß jemand wiißtc, wohin, und die niemand von ihren Familien wiedersah, weil ihrer viele unschuldig hingerichtct worden sind, und auf die anderen nichts anderes wartet. Mögen sie auch bekennen, daß sic Hunderte unschuldig cingespcrrtcr Landwirte wie eine Herde Scbase von bis an die Zähne bewaffneten Menschen zum vorbereiteten Erschießen schleppen. Wenn die Kominunistcn bei uns auf die Wohnungsfrage Hinweisen, sollten sie erst die Wahrheit darüber sagen, wie cs in Rußland aus« schaut. Von ihrem Werke, d h. von der Zerreißung der Partei, sind weder die Arbeiter, nach die Landwirte fett geworden. Mit der Familie bin ich nach Prag am 15. Jänner 1933 um 6 Uhr abends gekommen. Bier Nächte waren tm'r bei einer bekannten Familie in Karolincnthal, dann habe ich in Mo« drany gemietet. Einige Wochen lag ich ohne Möbeln auf dem nackten Fußboden Ich ging ins Zentralsekretariat der Kommunistischen Partei mit der Bitte— und gleichzeitig verdolmetschte ich die Wünsche anderer— sic mögen bei den Sowjetbchörden gegen das unmenschliche Verfahren mit unseren Arbeitern und Staatsbürgern in Rußland cinschreitcn. Wie groß war aber meine Ucbcrraschung, daß auf eine so wichtige Bitte als der von der ärmeren Bevölkerung gewählte Abgeordnete Hntöka(und um arme und verelendete Arbeiter handelte es sich) antwortete, ich möge achtgebcn, daß mir die Sache nicht vorbeigelänge. Das bedeutet, daß er sich der Tatsache bewußt Ivar, daß, wenn der kommunistische Apparat bisher alle tvahrcn Nachrichten zu ersticken imstande war, er es auch weiter imstande sein werde, was er auch Ivarum wir gekommen uns geschrieben habe, teilweise die dortigen schildern wollte, antwortete er:„Wir werden das schon uniersu^en." Nun ist die Reihe an den Arbeitern, sich ein Urteil zu bilden über Worte, vorgetragen von einem Führer, zchntausende von Arbeitern ihre Stimme gegeben haben. Als es sich um ein Einschreiten zugunsten der Arbeiter handelte, lehnte er ab... Die Ursache meiner Abreise aus Sowjet- Rußland war die, daß von Ende 1030 vis Ende 1932 alle Preise um 400 b!S 5,00 Prozent gestiegen sind. Dagegen gab es nicht eine Kopeke Lohn zulag c. Außerdem wurden mir vom Juni 1032 nur 50 Prozent des Lohnes auSge- zahlt und dazu bedurfte es noch eines großen Geschreies. Infolge der schlechten Organisation der Arbeit der führenden Organe ergibt die völlige Arbeitsleistung nicht einmal den Lohn, und die Banken wieder reden sich darauf aus, daß sie für eine unsichtbare Arbeit nichts geben, was wieder nur der Arbeiter davonträgt. Nach den Sowjetgesetzen gebühren mir noch 3431 Rubel und 34 Kopeken, welche mir die Sowjets schulden. Vor der Abfahrt mußte ich aber über Befehl des Herrn Sägelmann einen Revers unterschreiben, daß ich völlig zufrieden wegfahre und daß ich den Sowjets gegenüber keine Forderungen habe. Die von mir am 28. September vorgelcgte Erklärung, welche die Abfahrt betrifft, wurde mir vorenthalten, trotzdem ich die Abschrift in Händen hatte und die Abfahrt absichtlich um dreieinhalb Monate hinausgeschoben. Fünf Tage vor der Abfahrt trugen die führenden Herren Tobaryschcn- Kommunistc!' wie Diebe die Möbel aus meiner Wohnung und meine Familie i. atzte bis zu ihrer Abfahrt auf dem Erdl'den schlafen. In Sowjet- Rußland unterscheiden sich die Familienverhält- nisse von den hiesigen Verhältnissen der arbeitslosen Ernährer!, trotzdem die hiesigen Bcr- hältnisse kein Lob verdienen. Was haben übrigens hierzulande die kom- munistiscken Führer im Jntcreffe jener Arbeiter getan, welche sie->im Zwecke der kommunistischen Agitation zu strüslichen Handlungen verleitet haben und die dann eingckerkert wurden? Haben sick diese eifrigen Führer irgendeinmal um t-ic Familie eines solchen Arbeiters gekümmert? Das ist wohl noch niemandem geschehen und es war»» auch solV"alle, daß sie einem Aioeiter nicht einmal einen Re-hilbertretec gaben. Hgndilte es sich aber um einen kommiinistischen Führer, da sorgt der Stab der Führung für alles mögliche. Es gab auch Vorfälle, daß man für einen Funktionär Zchntausende zusammenbrachte, damit er entlassen werde, obzwar seine Familie in ihrer Existenz nicht gefährdet war. Der tschechische Bauarbeiter Josef Ncdvkd, der gegenwärtig arbeitslos ist, war voni Mai 1630 bis Dezember 1982 als Diaurer Sowjet-Rußland tätig. Es hat über feine lebniffe ein« kurze Broschüre geschrieben — eine längere Schrift kündigt er an— der wir einige Stellen übersetzt haben: Im Jahre 1030 war ersichtlich, daß Baubcwegung von Jahr zu Jahr schwächer wird und daß cs in absehbarer Zeit keine Aussichten auf eine Besserung der Verhältnisse für Familienerhalter geben werde. So wie viele andere habe auch ich die Sehnsucht empfunden, nach Sowjet- Rußland zu gelangen, mit der besten Absicht, die nur ein Familienvater haben kann. Einerseits dachte ich, daß bei ständiger und ganzjähriger Beschäftigung die Familie keinen Mangel leiden und daß auch den Kindern nicht die gefürchtete Arbeitslosigkeit drohen wird, welche in die Familien und das Leben noch keines einzigen Glück und Gesundheit gebracht hat. Ein weiterer Grund meiner Sehnsucht war, daß ich schon die Fünfzig überschritten habe. Anfang Mai 10.30, nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit, erfüllte sich meine Hoffnung und ich wurde als Maurer in eine zwciundzlvanziggliedrige Gruppe von Bauarbeiter cingereiht, welche nach Sowjetrußland fuhren. Die Arbeitsgruppen aus anderen Staaten waren viel stärker. Alle diese Arbeitsgruppen hatten nur einseitige Informationen über die dortigen Verhältnisse, und zwar von führenden Organen der Or- ganisation. Einerseits konnten die Mitglieder der Gruppen nickt russisch und andrerseits wußten sie nicht, daß die Leute, mit denen sie Iknigang pflogen, nichts verraten dürfen. Zufällig habe ich in Moskau erfahren, daß den Sowjets nicht so sehr an der Arbeitsleistung der angrforderten Arbeitsgruppe» grsegen ist, alö vrilmehr an der ziemlich ausgedehnten Korrespondenz mit der ausländischen Arbeitcröffentlichkrit, und so interessierten sic sich mehr um die häufige Korrespondenz der Ausländer, als um ihre Arbeitsleistung. Später kam ich aus eigener Ilcbcr- zeugung gleichfalls zu der Ansicht, daß diese raffi- nierte Aktion mit den Arbeitsgruppen nichts anderes ist, als kommunistische Agitation. Alles übrige ist nebensächlich, aber fiir die Agitation haben die Sowjets genug Geld. Die friedliebende Kommunistische Internationale hat als das wichtigste im Aufbau des Sozialismus des ersten Fünfjahresplanes die Schaffung der Schwerindustrie vorgesehen. Mit diesen Worten— dem Ausbau der Schwerindustrie— hat man in Wirklichkeit in ganz Rußland überall einen fieberhaften Aufbau von Waffenfabriken und ähnlichen Unternehmungen maskiert. Alles andere war nebensächlich. Z. B. die Landwirtschaft, die Verpflegung und die gesamte Leichtindustrie. Das einzige, was in Sowjet-Rußland im Laufe des ersten FünsjahrcS- planes aufblühte, waren Waffenfabriken. Und es zeigte sich auch, daß mit diesen koloffalcn und ■ aufblühcndcn Waffensabriken und der erzeugten Munition ein Hundcrtsechzigmillionenvolk nicht ! mit Nahrungsmitteln, Kleidern und Schuhen ver- : sehen werden kann... Wenn bei uns die Kommunisten gegen die ' vormilitärische. Erziehung der Jugend protestieren, dann müßten sic zuerst bekennen, daß in ' Sowjet-Rußland die vormilitärische Erziehung nicht nur deS männlichen, sonder» auch des weiblichen Geschlechtes» ni''t ausgenommen die Schulkinder beiderlei Geschlechtes, obligatorisch ist. Wenn die Führer unserer Kommunisten von der Freiheit des Wortes und der Presse bei uns reden, mögen sic vorher sagen, daß die russische Nation zufrieden wäre, wenn sie nur 50 Prozent deffen hätte, waS mau den Kommunisten bei unS erlaubt. Wenn bei uns die besorgten Tovarhsche kritisieren, daß den Arbeitern schlechte oder gekürzte Löhne ausbezahlt werden, dann mögen sie bekennen, daß man in Sowjet-Rußland leicht die Arbeiter zusammenzählen könnte, denen die Sowjets nicht den bis zu zwei Monaten rückständigen Lohn schulden. Weiters erlaubt sich, soweit cs sich um Lohnfragen überbaupt handelt, niemand auf der ganzen Welt das, was sich die Sowjets erlauben. Wenn man bei unS von der Einkerkerung von Arbeitern redet, Ivas nur dann geschieht, wenn die kommunistischen mrn. Weiterhi« wurden beide Versuchsobjekte nach! Führer in ihrem Interesse, damit sic von Moskau bekannten pshchotechnischen Aufgaben, die Tests/gelobt werden, die Arbeiter irgendwohin jagt und veprüft, die fiir die Kinder vor dem schnlpflichti- dann von ihnen wcglaufcn, so sollen sic auch he- rar das wohl der Kinder der Republik Bürger und Bürderinnen der Tschechoslowakischen Republik! Die schwierige Wirtschaftslage, von der die ganze Welt betroffen wurde, wirft auf die Zukunft unseres Volkes und Staates drohende Sckiatien. Wie überall, so wächst mich bei uns eine Generation von durch Not und Hunger Physisch und moralisch bedrohten Kindern heran. Die Demokratie, die wir heute repräsentieren, darf und wird nicht zulassen, daß die Generation, die nach uns kommt, an ihrer Lebenskraft Schaden nimmt« Die bi» jetzt zur Rettung der durch die wirt« schastliche Not bedrohten Kinder gewidmeten Mittel reichen bei weitem nickt für die Größe und Anzahl der Ausgaben aus, für die wir als Väter, Erzieher und Führer der künftigen Generationen verantwortlich sind. Es ist dringend und äußerst notwendig, diese Hilfe zu vervielfältigen, die bisherige aufopfernde Arbeit zu konzentrieren und die Reiben der freiwilligen Helfer nm einen jeden, der dies lesen wird, zu verniehren. Unter Berufung aus die ehrenvolle Tradition der Vergangenheit wenden sich alle geistigen Arbeiter neuerdings an alle mit einem inständigen und warnenden Appell. Wir rufen und bitten euch, Männer und Frauen unseres Staates ohne Unterschied, folgendes zmn Gegenstände eurer außerordentlichen, gemeinsa- I men und freiwilligen Fürsorae zu machen: Schützet die Jugend an Leib und Seele und sichert das Leben der Künftigent Gerade in so schwierigen Zeiten dürfcr wir in einer Sache, die in unserer Wiacht liegt, nicht versagen. Wir ersuchen unb bitten euch alle, sich in dieser Sache zusammcnzusindcn und einander die Hände zu einer langen Kette zu reichen, wie es diejenigen tu«, die einen Ertrinkenden retten wollen. Wir laden vor allem die Verbände und Organisattoncn aller Zungen und Schichten ein, daß sie ihren übrigen Aufgaben noch dieses gemeinsame Werk hinzufügen und in weitestgehendem Maße diesen allgemeinen und freiwilligen Dienst auf sich nehmen: Den D i e n st für das Wohl der Kinder der Republik. Eine Demokratie, die nicht Führerin, Lehrerin und Ernährerin künftiger Generationen wäre, die nicht verstünde, in schwerer Zeit au» sich selbst heran» eine Organisation der freiwilligen Hilfe und des freiwilligen Dienstes zu bilden, würde vcrsäunicn, int richtigen Zeitpunkte eine. sclbsterhaliende Tat des Glaubens an sich selbst und de» Glaubens mi den Menfcken zu vollbringen. Wir miiffen arbeiten und Opfer bringen. Wir nifen das Gewissen und den guten Willen aus. S. M. Pb. Dr. Karel Domin, Rektor der tschechischen Karlo-llniversität in Prag, S. M. PH. Dr. Gerhard Gesemann, Rektor der Deutschen Universität in Prag, S. M. PH. Dr. und JllDr. Bohuä Tom ja, Rclior der Komenskh-Univcrsität in Bratislava, S.M. JllDr. Jan Zavrcl, kliektor der Masarvk-llnivcrsität in Brünn, S. S. Th. Dr. Fr. Bcdnäk, Dekan der evangelischen Hus-Fakullat In Prag, S. S. Th. D/», Bedkich Basel, Dekan der theologischen Cvrill- und Method-Fakultät i« Olmütz S. M. Dr. Karel Eupr, Rektor der Tschechischen Technischen Hochschule in Brünn, S. M. D. Fanta. Rektor der Deutschen Tech- nischcn Hochschule in Brünn. S. M. Ph. Dr. Wilhelm Ginicl, Rektor der Deutschen Technischen Hochschule in Prag, S. M. Jng. Dr. Jaroslav Milbauer, Rektor der Tschechischen Technischen Hochschule in Prag, S. M. Mar Svabinskh, Rektor der Akademie der Bildenden Künste in Prag, Profeffor Josef Suk, Rektor de» staatlichen Dlusikkonscrvatoriums in Prag. Pros. I. B. Foerster, Präsident der Tschechischen Akademie für Kunst und Wiffcnschaft, Univ.-Prof. Dr. Otto Großer, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft fiir Kunst und Wissenschaften in der Tschccho- flowalci, Dr. Gabor Orban. Borsitzendcr der Ungari- fchcn Masarpk-Alademic, Dr. Josef Skultctp, Verwalter der Matice SloveuSkä in Turii. Sv. Martin. Martin Benka, Bors, des Vereins slov, Künstler, Arch. Josef Golär, Bors, des Vereins bildender Künstler„Mäncs", Arch. V. Hrdlicka, Vorsitzender ' des Klubs bildender Künstler„Ales", in Brünn, Väc- ' lav Rabas, Vorsitzender der Sektion für bildende > Künste der Ilmcleckä Bcscda, V. Silovsku, Vorsitzender des Vereines tschechischer graphischer Künstler ;„Hollar". Direktion und künstlerisches Ensemble des Na- tionaltheaicrö in Prag, Direktion und künstlerisches ' Ensemble des Deutschen Theaters in Prag, Direktion ’ und künstlerisches Ensemble des Stadithcaters in Kräl. ; Binohradp, Direktion und künstlerisches Ensemble des ' LandcSthcatcrS in Brünn, Direktion und künstlerisches Ensemble der vereinigten Deutschen Theater in Brünn, Direktion und künstlerisches Ensemble desElowakische» » Nationaltheaters in Bratislava, Direktion und künstlerisches Ensemble deS Mähr.-Schlesischcn National- . ihcatcrS in Mähr.-Ostrau. Dir. Fidelio F. Finke. Alois Höba, Dir. Jaro- , slav Jcremiäs, Jaroslav Kociän, Jaroslav Stilita, Dir. I. Kunz, Josef Langer, Vittslav Noväk, Bäclav Stk- ' pän, Väclav Ta sich. Friedrich Adler, BoZena Beneöobä, Mar Brod, : Karel Eapck, Karel Engelmüller, Hana Gregorovä, ' Jozef Gregor-Tajovskb, Györi DeSzö, Jan Herben, < Jgnät Herrmann, Jaroslav Hilbert, Joses Hofbauer, : Josef Hora, Jän Jescnsth, Josef Kopta, F. B. Kreskt, , Frank. Kubka, Jaroslav Kvavil, Frantiöek Langer, Emil Boleslav Lukäk, Jiki Mähen, I. 2., Machar, Marie Majerovä, Elena Maröthp Solt^sovä, Rudolf ' Wiebel, Josef Müblbcrger. Arne Noväk, Karel Novh, : Ferdinand Veronika, Martin RäznS, Jaroslav Seifert' 1 Karel Scheinpslng, Dr. Ivan Stodola, Fr. X. Svo- , boda. Fr. X. Saida, Fräkia Srämek, A. M. Tilscho- i vä, Karel Toman, Milo Urban, Jan Brba, Franz , Werfel. Seite 6 9tr. 19 Dienstag, 23. Jänner 1934 PRAGER ZEITUNG Hun- Kann der europäische Krieg verhindert«erden? F F l lllvlll UllllllUltUlll Lilli l’llllllll III* l ll» 01(11 Illi*, /w i M f-, v mt i r• tu ,»« s-.. naben. nämlich über benMann, den seineGattln mrt deutsche Kreditinstitute werden in den AivannS rn,,. r»n,er betrügt miil ikl, nnr niAf cm» Literatur MANN ER und I FRAUEN« * Die neue Weltbühne(Prag I., Melantrichov. 1), Heft 8 des neuen Jahrganges ist soeben erschie neu und enthält unter anderem folgende Beiträge Wilhelm Stefan: Vom Beginn der Sklaverei.— MN Schlamm: So wollen wir Deutschland.— Ilja Ehre»bürg: Andrk GideS Weg.— Mar Vergne t: Berliner Arbeiter heute.— M. Mas Io io: Die Sterilisierung der Deutschen.— Paul Westheim: Universität der Hohlrämne. „Prager Tagblatt" folgend, auf dem Zettel Herrn Millöcker als Komponisten angeben! Aber spielen soll man Millöcker und Suppt, Straub und Offenbach! Überall erhältlich/ und einen krampfhaft lustigen Gespensterreigen nns- tühren, den nnr noch gewisse. Werbekünjtler der Filmindustrie für amüsant erklären.—eis— Deutsche sozialdemokratische Bezirks- organisation Prag > eine Kommission eingesetzt, die die Rechnungen überprüfen soll. Auch sonst war diese Tagung reich an persönlichen Z u s a ni m e n st ä st e n! In sportlicher Bezie- bnng soll wohl ein Aufschwung im abgelansenen Jahr zu verzeichnen gewesen sein, aber— die Zahl der Aktiven nahm ab!— Alles in allen»: kein erfreuliches Zeugnis, das sich da ein bürgerlicher Verband anSstellt! mit Dortrag des iSenoffen 9r.6mil9ronjel; ihm selber betrügt, will ich gar nicht sprechen. Ich bewundere aber die Arbeit des Regisseurs Mord», des Bühnenbildners Burger und fäintlicher Darsteller, die es zustande brachten, aus diesem Schmarren einen ganz vergnügten Abend zu»nachen. Bor allem brachte Herr Dudek Stinunung auf die Bühne, mit einem kleinen, durch eine Ueine Kanaille verrückt tverdendei» Sviester, der sehr niensch- lich gesehen Ivar und viel Heiterkeit verbreitete, so dast er tviederholt Beifall auf offener Szene einheimste. Frau Walter ist eine schöne Frau mit fabelhaften Tioletten und macht einen„Gesang", der schließlich eine noch bessere Sti»n»ne und Technik zuschanden machen müßte, durch ein paar Stae- eati errräglich. Fräulein d'Ä m a r a versteht eS, drei Stunden lang temperamentvoll zu sein und Herr Padlesak hilft mit Liebenswürdigkeit, Eleganz, Sicherheit und Bescheidenheit dem Herrn Direktor über die Tatsache hinweg, daß er es sich leisten kann, seinen Operettentenor zwar-— Gott, wir haben s ja! — zu bezahlen, aber auf keinen Fall zu beschäftigen. Herr D ö r n e r ist, wie immer, sehr lustig, Herr H a r p r e ch t überzeugend. Frau Reiter läßt mit Humor alle abgestandenen und darum erst recht widerlichen Witze über eine' ältere und darum natürlich betrügenswerte Gattü» über sich ergehen, während Herr Renner, einer der ersten Schauspieler deS Ensembles, eine kleine Charge spielt, für die das größte Operettentheater der Welt nicht einen solchen Mann strapazieren würde! Daü Publikum zeigte sich von der ambitionierten Darstellung außerordentlich mnüsiert. Aber wie ginge es erst»nit, wenn man ihm eine wirk- licheOverette vorsehtel ES weiß ja— samt manchen Berufenen— gar nicht mehr, wie das tut! Meinetwegen soll nian„Boeeaccio" spielen und, dem mehrmals ein paar Tanzrhythmen verlangt, wird sich _, wie denn dieses Ding da über haupt zum Namen einer Operette gekommen ist. Herrn KomloS aber, dem Dirigenten des Abends, muß nachgesagt werden, daß er sein ganzes Temperament dafür einsetzte, um den Unwert dieser Pseudomusik so deut»ich und lärmend wie nnr möglich in Erscheinung treten zu lassen. Wer von den beiden Librettisten. Stephän Bökeffi und Läszlö Badnai, die himmelschreiend blöden Verse der Ge- sangStexte auf dem Geiviffen hat. weiß ich nicht. Auch nicht, wer dafür gesorgt l>at, daß die Handlung dieser „Operette" ein genaues Spiegelbild jenes Lebens tvurde, das den Besuchern der ödesten Filme vorgesetzt wird. Ich weiß überhaupt nicht, Ivo die Positiv« dieser Operette beginnen— das Publikum unterhält sich sogar in den» Angenblick, da einer mit der natürlichsten Miene von der Welt auf die Szene kommt, um zu berichten, daß er eben beim Spiel eine Million gewonnen habe. Ueber den„roten Man merkt förmlich, wie sich dieser gernde seiner Not schäint. Und seiner Ausweglosigkeit. die ihn zwingt, sein innerstes Selbst im lärmdurchslutelen, incnschenüberfüNten Automaten täglich mit Füßen zu treten. Jeden Mittag nn» 1 Uhr... So wie hier iverden überall in der Welt Menschen gemordet—. Zu Tausenden, zu Zehntausenden, zu Hunderttausenden Im Namen des Prosits, der alles entschuldigen soll. Alles! Pierre Der film Unter Deinem Schutz Was dieser polnische Film propagiert, ist fragwürdig. Und wie er eü propagiert, ist unbeholfen und ausdringlich. Er verherrlicht daü Militär»nit schlecht vorgetragenen Soldatenliedern, mit fadem OssizierSburschenhumor, mit Familienstolz, Propel- lergeheul und Flngakrobatik, bis schließlich der Held herunterstürzt und zum Krüppel wird, waS ein willkommener Anlaß ist,»nn mich noch die wundertätige katholische Kirche zu glorifizieren, insbesondere jenes Bild der Muttergottes von Czenstochau, bei deffen Anblick m»S Siechtum Gesundheit wird. Man kann sich nicht einmal vorstellen, daß dieser Film einem fronimen Katholiken behagt: denn er macht aus Gebeten, Gottesdiensten und Wallfahrten schlechtes Theater und photographiert religiöse Symbole mit einer Kraßheit, die sie zu Fetischen macht. An dem Regisseur dieses Films(er heißt Karl Borowsk»;> und an den TarsteUern(die schöner t»»n als sie sind) hat die Heilige von Czenstochm» wede» Gnade noch Wunder geübt. JhreLeistungen sind kümmerlich u»»d ihr Filn» ist ein künstlerischer Krüppel geblieben. Die Szenen Ivechseln wie bei einem Licht- büdervortrag, die Sprache und das Spiel sind pathetisch, steif und überdeutlich, die Handlung hat nichts Fesselndes und UeberzeugendeS, so daß die Macker dieses FilmS vai» feiner werbenden Wirkung nichts zn hoffen— und wir anderen nichts von ihr zu befürchten haben.—eiS— Donnerstag, 25. Jänner nm 8 Uhr abends Gewerkschastshaus Prag, Perßtyn geschranli. deutsche Theatervorführnngen fast unmöglich gemacht. Dt.-.WWW deutsche Sendungen selbst dann nicht vermittel»». Iveun die anderen Sender Italiens deutsche Aufführungen übertrugen. An» schwerste»» aber wurde die wirtschaftliche Bedrängnis empstin-! den: im Weinbangebiet mehrten sich die Zusam- menbrüche, stieg de»' Hunger. Dei» Behörden! wurde eine Denlschrift überreicht, in der nach-j gewiesen wurde, daß sich der Bratverbrauch in diesen Gemeinden seit 1930»in» 50 Prozent, der Fleischverbrauch nm 70 Prozent, der Tabakver- l'rnnch nn» 85 Prozent verringert hat. Schuld a>» dieser Verarmung hat vor allem die Steuer» p o l i t i k. So mußte ein Bauer in der Gegend von Bozen ii»i Jahre 1932 den sechSnndztvanzig- fachen Grnndstenerbetrag zahlen gegenüber einem gleichbegüterten Bauern in Alt-Italien.' Große Gewerkschaftskundgebung für die 40-Dtunden-Woche. Im großen Saal auf der Slawischen Insel fand am Sonntag ei»»e massenhaft besuchte Manifestation der freien Gewerkschaften statt, die im Rahmen der iiiternatio»»alen Propagandawoche für die 40-Stunden-Woche demonstrierten. ES sprachen die Gen. Tayerle, Jelinek, Klein, Slach, Hejda und Arodecky. Die riesige Teilnahme der Arbeiter und Angestellte»» überzeugte, daß der Ruf nach der-tO-Stnnden-Woche einer elementaren und auf die Dauer nicht aufzuhaltenden Bewegung entspringt und daß die organisierten Arbeiter und Angestellten entschlossen sind, alles daranzuseheu, damit ihre Forderung' gehört werde. anSgleick» getrieben, die Sieuererekuiionen bei dei» Bauer»» mehren sich in erschreckender Weise. DaS Blatt, das diese Mißstände schildert, stellt fest, daß die Lage Südtirols so besoi»derS bedrückend wurde in einpr Zeit, da in Deutschland der RationalsozialiSmuS zur Macht gelvinmei» ist, der sich so guter Beziehungen zum italienische»» FaseismnS rühmt. Und eS bedauert, daß auch der österreichisch- italie nische Freundschaftvertrag leine Wendung zmn besseren gebracht hat. Im Gegenteil. sagt das Blatt, das völlige Verschweigen der Südtiroler Not in der Presie Oesterreichs ist mitsch»lldig nn dieser Verschlechterung der Lage, weil sie der Willkür der italienischen Beamten freie Hand läßt, die nicht mehr die Rücksichl walten lassen müssen, die früher, in demokraiischer Zeit. auS Gründen der Staatsklugheit notwendig war. Dieser Hilferuf aus Südtirol ist ein»»euer Beweis für den Verrat der Nazi an dem deut- schen Volk i>» Südtirol, al>er auch ein Beweis für die Niedertracht des österreichischen Heimwehr- fusciSinuS, der das alt-österreichische Land jenseits des Brenners aufgibt um den Preis der faseistischen Freundschaft l Kunst und Wissen Tango um Mitternacht Für die Musik dieser Operette, die jetzt in» Bezugsbedingungen: Bet Zustellung ins Haus oder bei Bezug dnrck die Post monatlich stä 16.—, v»erteijahrig Kd 48.-. halbjährig Kö 96.—, ganziahrig Kd 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuflripten erfogt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphen- »ireltion mit Erlaß Sir. 18.800/VH/1080 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS". Druck-, Verlags- und ZeitungS-K.-G., Prag. 14. Herqoslellt aui quter, gekämmter Wolle, saugen sie die FeucnHgkoit auf und schützen somit Ihre Gesundheit. Sie halten Ihre Fusse immer trocken und warm. ÜC dÜ£ Ihre Hoheit, die Verkäuferin Der Titel dieses retchsdeutschen EingsangfilmS sagt so viel über seine Verkitschtheit und Wirklich- keitöverzerrung aus, daß eine Kritik seiner Hand- liing und seiner Darstellungsmittel sich erübrigt. DaS„Genre" ist hinreichend bekannt: eine verfilmte — und für die Leinioand noch eigens verflachte— Operette(in diesem Falle eine von Benatzky: „Meine Schwester und ich"), eine Regie, die mit ihrer längst abgegriffenen Routine immer noch zu unterhalten oder gar zu blenden meint(Karl Hartl hat sie geführt), und eine A»»sammlung von Darstellern(darunter W tl l tz Forst und Paul Kemp), die ihr Talent in neckische Typen eingeztvängt haben Ans der Partei S. I. I. Dienstag 8 Uhr im Vereinsheim Na- rodni ti. 4, Ndusikabend. Zn Prag, mittags Puntt ein Uhr... In einem Prager Automatei» koimnt jeden Mittag Punkt 1 Uhr ein peinlich sauber, aber überaus dürftig gekleideter Mensch, ettva Mitte der Vierzig. Erfchtitternd ist eS, diesen» Mann ins(üesicht zu sehen. Hier kämpft ein von der Rot Gezeich neter einen erbannungslvsen Kamps mit dem Le ben und»im seine Menschenwürde. Ein Gesicht, in das sich. r Hunger förmlich eingekerbt hat, Augen, die eine Hoffnungslosig keit von so erregendem Ausmaß beschattet, daß man erschrocken stehen bleibt.— Der Kopf ist ausdrucksvoll, fein modelliert, und gerade das läßt die Zeichen des Elends um so schärfer hervortreten. Der Mann, der Punkt 1 Uhr ii» den Automa ten kommt, setzt sich still an einen Tisch und war tet... Manchmal»vartet er über eine Stunde.. Auf waS er nnrtel? Auf einen eiligen Gast, der vergißt, seine Suppe auSzulöffeli» oder sein Gu lasch vöUig zu verzehren... Oder a»»f einen, dem eS nicht schmeckt und der seine Portion stehet» läßt... Dann greift der Unglückliche mit scheuem. zögerndem Seitenblick nach der Schüssel und ißt„„....„ die Reste mit verhaltetter, gezügelter Gier in sich sich ewigen Ruhn» ertverben, wenn sie das utopisch hinein. klingende Projekt durchführen würde. Spiel mit-Ist. Vor dem Cast Coniine»»tal hängt ein Schild, auf dem z»» lesen ist:„Wegen Neueinrichtung auf kürzere Zett geschlossen. Wiedereröffnung wird rechtzeitig bekanntgegeben." Man muß sich über diese ein Ivenig leichtfertige Art, dem Publikum Sand in die Augen zu streuen, doch einigermaße»»»mindern. Bon einer„Neuem-] richtung" kann in diesem Falle dock kaum die Rede sein! In» übrigen wird von Tag z u T a g dringender, was mit der 40 l ö p s i g e n Belegschaft geschehen soll. DaS Lokal ist bereits k> Tage geschlossen, der Ausfall für die Angestellten schon sehr empfindlich. ES ist wirklich unglaublich, daß die Angestellten die Leidtragenden sein sollen, wenn sich zwei Kapitalistengruppen gegenseitig ihre finanzielle»» Sünde»» um die Ohren schlagen. Da beide Parteien alle Minen springen lassen, uni Recht zu behalten, ka»»n daS »venig erbauliche Spiel noch recht lange da»»ern. Was wird, so fragen wir, inzivischen aus den Angestellten? Prager Trinkwaller— ein Jungbrunnen? Unser Trinllvaster soll zlvar einwandfrei sein, al>er sehr wohlschmeckend ist es in nianchen Stadtteilen, i wo gechlortes Moldanwasser zugesetzt wird, nickt. Und doch wäre dem leicht abzuhelfen, sagte in einem Vortrage der bekannte Radiumsorscher Prof. Slollasa. Mit dem Radimn, das in den Kellern der Ministerien behütet wird, Ivie ein Nibelungen- schatz. könnte mai» das gesamte Prager Trintivasier nicht nnr bakterienfrei, sondern direkt zu einem Jungbrunnen machen. Die Stadtvertreinng würde ||l.„ VIVIUVI, IMV.IVM.,|lk vuv„..■,■.(»»» I klingende Projekt durchführen würde. uncl kür die jetzige ungesunde I Witterung beschaffen Sie sich I unsere WpUsockm i’iifcNuuUr, I Der Verrat an Südtirol Der„Südtiroler" gibt eine Uebersicht übe» die Lage der Deutschen in Südtirol im abgelan- fenen Jahre und kommt z»» den» Ergebnis, daß sich die Verhältnisse sowohl in politischer als auch in lultnreller Hinsicht, vor allen» aber aus »rirtschastliche»»» Gebiet ungemei»» verschlech tert haben. Die Verfolgungen wegen deutscher Gesinnung haben zngenoinmen: im letzten Jahre gab eö mehr Zwangsverschickungen,»mirden mehr deutsche Südtiroler vertvarnt oder unter Polizei aufsicht gestellt als in allen früheren Jahren seit der Annexion z»»sa»nmen. Unnachsichtlich w»»rde gegen die deutsche Pfarrergeistlichkeit vorgegan gen, weil man in ihr einen Hort des Widerstan des gegen die Entuationalisiecung sah, die In- 0.... iicitb wurde in den Schulen»wch mehr drangsa->^L^^utsck^ Theater erstaufgefuhrt wurde ist L"',"Ä»L'T Sen faseistischen Jugendorganriatwnen so stark. weder bei ihnen noch bei den Klassikern Anleihen wie nn vergangenen. Deutsche Kunstdenkmäler, macht und ehrlich für die eigene EinfallSarnmt ein- wie der König-Lanrin-Brunnen in Bozen, wur- steht. Wer voi» einer Operette im Musikalischen den zerstört, daS Halte»» deutscher Zeitungen ein- mehr als etliche, gar nicht ange»»ehme Gerä»»sche und .«««/■••Äiifi c«n....-, itichr nU piii tmnr TanirhhfhmAti twrlntinf tnirh fu» 'ei' Bozener Radiosender durfte^llebltch fragen. Sport• Spiel• Kürperpflege Bürgerlicher Sport 30.000 Schilling Ablöse verlangt in Wien der Floridodorfer AC. für seinen Torinann P lat< z e r, der auch in der Ländermannschaft»tätig ist; das ist für österreichische Verhältnisse ei»» l> o r r e n« der Betrag. Platzer gehörte den» FAC. fünf Jahre an und erhielt ein Gage von 300 Schilling, hatte aber weiter keine Verdienstmöglichkeit. Für Platzer interessiert sich die A»»st r i a stark. Aber es ist fraglich, ob sie de»» geforderte»» Betrag als Ablöse zahlen wird. Man hört, daß sich FAC.»nit 10.000 Schilling und dem Austria-Tormann Billich als„Drausgabe" auch zufrieden geben werde. 50.000 Ke Defizit! Der Tschechoslo tv a< k i s ch e Leichtathletikverband hielt dieser Tage in Prag seine Jahresversamm- l»» n g ab, die ein— nach Berichten bürgerlicher Blätter— sehr unerfreuliches Bild bot. Die Rechenschaftsberichte wurden einer scharfen Kritik unterzogen und dem Vorstand tvurde das A b s o l u t o r i u»n mir Wochenspitlplan des Reuen Deatsche« Thea- mit Vorbehalt erteilt! Der Vorstand konnte «er. Heute, Dienstag, den 28. d. M., halb acht''äml'ch ke» n e pla»t s, ble Erklä rvv, Uhr: Der Wildschütz, A 1.— Mitt-' iiber daS große Defizits erteilen und eS wurde du. »voch halb 8 Uhr: Wallensteins T o d, B 2. Jjp? — Donnerstag halb 8 Uhr: Zauberflöte, Zyklus ll, C 2.— Freitag halb 8 Uhr: Tango »»m M i t t e r n a ch t, D 1.— SamStag 7 Uhr: Lohengrin, A 1.— Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Heute, Dienstag, den 28. d. M., 8 Uhr: Weißer Flieder.— Mittwoch 8 Uhr: Weißer Flie- d er.— Donnerstag 8 Uhr: Les petitörienS, Der eingebildete Kranke.— Freitag 8 Uhr: Wei- sie r F l i e d e-» Kulturv-rbandSsr-unde»md freier fslMS lN rfSYSf LlrflfSPiPlhällSern Verkauf.— SamStag, 8 Uhr: Towarisch. Alsa:.^Liebelei".— Avion:„Abenteuer am Lido".— Beränek:„Leise flehet» meine Lieder".— I Fenix:„Ein Herz für ein Lied".— Flora:E?Ata Feniz:„Kinder der Großstadt".— Flora:„Ein Herz für ein Lied".— Hvkzda:„Die Sintflut".— Julis:„Unter Deinem Schutz".— Koruna:„Die Sintflut".— Radio:„Leise flehen meine Lieder".— Stunt:„Der Ruf des Herzens" Alma:„Ein Herz für ein Lied".— Bajkal:„Ein Herz für ein Lied".— Belvedere:„So ein Hunde leben".— Favorit:„Ein Herz fiir ein Lied".— Lido:„Ein Herz für ein Lied".— Louvre:„Leist flehen meine Lieder".— Rory:„Leise flehen meine Lieder".— Sport:„Das Verbrechen im New Nor ker Aquarium".— Baldek:„Ein Herz für«in > Lied".