IENTRALORGAN PER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEM ARBEITERPARTEI IM DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung frag xh., fochova u. trlefon s»Z7. Administration telefon Sioze. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Mittwoch, 31. Jänner 1934 Nr. 25 lubiläumstagung des Scheinparlaments Die Länder bleiben Berlin, 30. Jänner. Heute trat der Reichstag zur Entgegennahme der Regierungserklärung zusammen. Die Sitzung war do» dem«blichen Pomp begleitet, der darüber hiuwegtänschen soll, was die Hitler-Regierung seit ihrem Amtsantritt am dentsche« Zolle alles verbrochen hat. Nach einer einleitenden Rede Goering» brachte Innenminister Frick einen Antrag zur Verlesung, der die berühmte„R e i ch S r e f o r m" beinhaltet. Es heißt darin: Die Volksvertretungen der Lander werden aufgehoben. Die HoheitSrechte der Länder gehen auf das Reich über. Die Landesregierungen»nterstehra der Reichsregierung. Die Rrichsstalt» Halter unterstehen der Dienstaufsicht des ReichsinneuministerS. Die Reichsregierung kau« neue» Verfassungsrecht setze». Der Reichsminrster erlaßt die zur Durch führuug des Gesetzes erforderliche» Rechtsverordnungen und VerwaltnngSvorschriste». Die Annahme des Gesetzes zum Neuaufbau des Reiches in allen drei Lesungen durch den sogenannten Reichstag war wohl das Erschütterndste an Komik, das sich jemals eine gesetzgebende Körperschaft geleistet hat. Allerdings muß man sage», daß diese» Gesetz nichts wesentliches an de« schon gegebenen Ausland ändert. Alle großen Pläne zur Neuausteilung de» Reiches nud Einführung einer Gauverwaltung find zu Wasser geworden. Die Königreiche Goering» und EppS bleiben, wie sie sind, alle» weitere ist der Zukunft überlasse». Mit Ausnahme der Auflösung der Landtage hat sich also gegenüber dem bisherigen 8»' ftandc nichts geändert. Die Landesregierung«» bleiben bestehen und für die entfallenden Land- tagsdiäten der Nazi-Abgeordneten wird sich Wohl mich unschwer ein Ersatz finden lassen. Die Abstimmung Mer die„Reichsreform" soll nach der Hitlerrede erfolgen, Goering erteilt dann dem Reichskanzler Hitler da» Wort zur Regierungserklärung. Hitlers Festprolog Das Jahr 1988, das Jahr der nationasoziali- siischrn Bewegung, hat eine durchgreifende Wen- tmg und Aenderung auf allen Gebieten unsere» deutschen Volkes gebracht. In knappen zwölf Monaten wurde eine Welt von Auffassungen und Einrichtungen beseitigt und eine andere an ihre Stelle gesetzt. Die Berücksichtigung zweier Erscheinungen ist Irichtig für das Verständnis dieser Vorgänge diese» Jahres in Deutschland. 1. Untergräbt der furchtbare Krieg die Festigkeit der Autorität der Reiches und führt endlich zum Zusammenbruch, nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Aktiver Träger dieser Bewegung ist der Marxismus, passiv nicht verantwortlich dafür aber ist die bürgerliche Demokratie. 2. Vernichtet der Vertrag von Versailles die Freiheit des Reiches. Das Ergebnis ist jene endlose Folge politischer und wirtschaftlicher Erpressungen. Der nationalsozialistische Raffengedanke und die ihm zugrunde liegende Raffenerkenntnis führt nicht zu einer Geringschätzung oder zu einer Minderbewertung der anderen Völker, sondern vielmehr zur Erkenntnis der gestellten Aufgaben, nämlich einer allein zweckmäßigen Lebenserhaltung und Lebens- betvahrnng des eigenen Volke». Nicht weniger einschneidend ist die Auseinandersetzung de» neuen Staates mit den beiden christlichen Konfessionen. Erfüllt von dem Wunsche, die in den beiden Konfessionen verankerten großen sittlichen Werke dem deutschen Volke zu sichern, habe» wir die politischen Parteien beseitigt, die religiösen Institutionen aber gestärkt. Protest segen Monarchisten Die deutschen Stämme sind gottgewollte Bausteine unseres Volkes. Die politischen Gebilde der Einzelstaaten aber sind Ergebnisse eines zum TeU sehr schlechten Handelns von Menschen vergangener Zeiten. Sie sind Menschenwerk nnd daher vergäng- üih. Ich möchte daher an dieser Stelle Protest einlegen gegen die erneut vertretene These, daß Deutschland nur wieder glücklich sein könnte unter seinem «wgestammten Bundesfürsten. Nein, ein Volk sind wir und in einem Reiche Iwllen wir leben. Wir haben daher in diesem Jahr« bewußt die Autorität des Reiches und die Autorität der Regierung jenen gegenüber durchgesetzt, die als schwäch'che Nachfahren und Erben der Politik der Vergangenheit glaubten, auch dem nationalsozialisti schen Staat ihren traditionellen Widerstand ansagen zu können. Ich selbst fühle mich nur als Beauftragter der Ration zur Dnrchfiihrung jener Reformen, die es ihm einst ermöglichen werden, die letzten Entscheidungen über die endgültige Verfassung de» Reiche» zu treffen. Hitler gab dann einen llcberblick über die bisher geleistete und in Angriff genommene Reform und Aufbauarbeit auf allen Gebieten. In einem Viertel der Zeit, die ich mir vor der Märzlvahl anSdednngen hatte, führte er au», find ein Drittel der Erwerbslosen wieder in eine nützliche Tätigkeit zurückgeführt worden. Verkommene Emigranten Wenn verkommene Emigranten gegen Deutsch- land mit echter Dpitzbutengewandtheit nnd verbrecherischer Gewissenlosigkeit«ine leichtgläubige Welt zn mobilistrren versuchen, so werden deren Lägen mn so kürzere Beine haben,«IS Bitte tausende Ausländer nach Deutschland kommen und mit eigenen Augen die tatsächliche Wirklichkeit sehen können. Zu diesen Feinden deS neuen Regiment» möchte ich auch die Clique jener unverbesserlichen Rückwärtsschauer rechnen, in deren Augen die Völker nichts anderes sind, als besitzlose Faktoreien. SSuberungsaktion beginnt Gefährlicher al» diese sind aber zwei Kategorien von Menschen, in denen wir eine wirkliche Belastung des heutigen und künftigen Reiches erblik« ken müssen. CS sind die»: 1. jene politischen Wandervögel, die stet» dort anftanchen, wo Sommerzesi ist und gerade geerntet wird. Charakterlich schwache Subjekt«, die sich als wahre Konjunkturfanatiker auf jede erfolgreiche Bewegung stürzen und durch überlaute» Geschrei und llvprozentigeS Betragen die Frage nach ihrer früheren Herkunft und Tätigkeit von vornherein zu verhindern oder zu beantworten trachten. Von diesen aufdringlichen Parasiten den Staat und die Partei zu säubern, wird besonders für die Zukunft eine wichtige Aufgabe sein. Mr die Hilflosen: Kastration Und eine weitere schwere Belastung ist das Heer jener, die aus Erbveranlagung von vornherein auf der negativen Seite de» völkischen Leben» geboren wurden. Hier wird der Staat zu wahrhaft revolutionären Maßnahmen greifen müssen. Wetm dabei besonders von konfessionellen Seiten Bedenken vorgebracht werden und gegen diese Gesetzgebung opponiert wird, so habe ich darauf folgend zu antworten: Wenn sich die Kirchen bereit erklären wollten, di« Erbkranken in ihre Pflege und Obsorge zu nehmen, sind wir gerne bereit, auf ihre Unfruchtbarmachung Verzicht zn leisten. Der Fsthrep wandte sich daun an die Partei, an die nationalsozialistische Bewegnng mit ihren in langen Jahren disziplinierten Anhängern, der es zu verdanken sei, daß diese nationale Erhebung im großen so mustergültig hab« durchgefnhrt werden können. Leichenrede für den Stahlhelm Wenn der Stahlhelm in diesen 12 Monaten mehr und mehr zum Nationalsozialismus steht, um endlich in einer Verschmelzung dieser Verbrüderung den schönsten Ausdruck zu geben, dann hat die Anne» i und tbre Führung in der gleichen Zeit in bedingungsloser Treue und Gefolgschaft zum neuen Staate gestanden und unS vor der Geschichte überhaupt erst den Erfolg unserer Arbeit ermöglicht. Friedensschalmeien Grundsätzlich geht die deutsche Regierung von dem Gedanken aus, daß es für die Gestaltung unserer Beziehungen zu anderen Ländern selbstverständlich belanglos ist, welcher Art die Verfassung und Re- gierungüform sein mag, die Völker sich zu geben• belieben. Wenn Herr Stalin in seiner letzten großen Rede der Befürchtung Ausdruck gab, in Deutschland möchten sowjetfeindliche Kräfte tätig sein, so mutz ich an dieser Sielle diese Meinung dahin korrigieren, daß, genau so wenig, wie in Rußland«ine deutsche nationalsozialistische Tendenz geduldet werde, Deutschland «in« kommuniitislbe Tendenz oder gar Propaganda lutlden wird! Wir begrüßen aber auch da» Bestreben nach einer Stabilisierung der Verhältnisse im Osten durch ein System von Pakten, wenn die leitenden Gesichtspunkte dabei weniger taktisch-polisischer Natur sind, als vielmehr der Verstärkung deS Frieden» dienen sollen. Die deutsche Regierung war daher glücklich, bei dem Führer deS heurigen polnischen Staates Marschall Pilsudski, die gleiche großzügige Auffassung zu finden. Zur Frage Oe st erreich» führte Hitler aus: Die Behauptung, daß das Dentsche Reich beabsichtige, den österreichischen Staat zu vergewaltigen, kann durch nichts belegt oder erwiesen werden. Allein e» ist selbstverständlich, daß eine die ganze deutsche Ratio» erfassende und sie anss tiefste bewegende Idee nicht nur vor den Grcnzpfäblen eines Lande» halt machen wird, da» nicht nur seinem Volke nach deutsch ist, sondern seiner Geschichte nach al» Deutsche Ostrnark viele Jahrhunderte ein integrierender Bestandteil deS Deutschen Reiches war, ja dessen Hauptstadt ein halbes Jahrtausend lang die Ehre hatte, die Residenz der deutschen Kaiser zn sein und dessen Soldaten noch im Weltkriege Seite an Seite mit den deutschen Regimentern und Divisionen mar- schierten. Hitler macht Komplimente Bezüglich Italiens drückte Hitler die freudige Einpfindung au», daß die traditionelle Freundschaft zum fascistischen Italien in den Beziehung«« der beiden Staaten eine weitere vielfältige Festigung erfahren hat. So-wie sich die nationalsozialistische Regierung bemühte, eine Verständigung mit Polen zu finden, war eS auch unser ehrliche» Bemühen, die Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland zu mildern, und, wenn möglich, durch eine Generalbereini- gung den Weg zu einer endgültigen Verständigung zu finden. Wir begrüßen auch dankbar, daß die Regierung Großbritannien» sich bemüht, einer solchen Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen ihre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Ter mir gestern vom britischen Botschafter überreichte Entwurf eines neuen Abrüstungsvorschlages wird von uns niit bestem Willen geprüft werden. Der letzte Akt der Posse Nachdem der Reichskanzler beendet hatte, erhoben sich die Anwesenden pflichtgemäß sowohl im Saale, wie auch auf den Tribünen und brachten ihm stürmische Ovationen dar. Darauf erhob sich Präsident Goering und verkündet«, daß das HauS»unmehr in die Lesung deS Gesetzes zum Neuaufbau des Reiches, eintrete. Da Wortmeldungen nicht vorlicgen, werden alle drei Lesungen ohne weiteres erledigt. Volksbeauftragter Hitler! Von Friedrich Stampfer Adolf Hitler hat sich gestern der Welt als Beauftragter des deutschen Vol- keS vorgestellt. Aber als er vor einein Jahr zum Reichskanzler ernannt wurde, war das deutsche Volk im Begriff, sich von ihm avzn wenden. Selbst der verbrecherische Betrug des Reichstagsbrandes verschaffte ihm nickt die Mehrheit. Erst»rach acht Monaten beisvielloscr Unterdrückung wurde das dentsche Voll für seine Herrschaft reif. ES hat schon eimnal in Deutschland Volksbeauftragte gegeben. Ihre erste Tat>var, die Freiheit der Presse herzustellen, die Gesindeordnungen auszichebcn, den Arbeitern daS Koalitionsrecht zuriickzugebcn, das gleiche Recht aller Volksgenossen zu sichern und den Achtstundentag zu proklamieren. Tann stellten sie sich— leider zu früh, nmst man hcnte sagen— dem Volke zu freien unbeeinflußten Wahlen. Heute nennt sich Adolf Hitler ihnen gegenüber dm„b e s s ern D c m o k r a t e n"— nachdem er den Arbeitern alle Rechte wieder genommen hat! Er rühmt sich jetzt, am 24. April den Befehl zur Besetzung der 0c- Werkschafts Häuser gegeben zu haben, die am 2. Mai erfolgte. Zwischen Erteilung und ÄuSsuhrung des Befehls verhandelte man mit den Gewerkschaftsführern. liest durchblil ken, daß ein modus vivendi zu finden sein werde, und verleitete die Verblendeten zu dem entwürdigenden Beschluß, sich an der besohle neu Maifeier zu beteiligen. Man hat den Gewerkschaften genau dieselbe„deutsche Treue" zuteil werde» lassen wie den deutschnationalen Bundesgenossen, deren letzte Reste bei der gestrigen Veranstaltung dnrck Fernbleiben glänzten. Von dem neuen Gesetz zur Militarisierung der Arbeit sagt Hitler nicht unzutreffend, ec- habe„die Armee der Arbeit geschlossen in die neuen Machtverhältnisse hineingestihrt." Ja Wohl, so geschlossen, das; man die Ketten klirren hört! Und„die neuen Machtvcrhältnisse"— darist der alte Herr im Hanse-Standpunkt des Unternehmers. Hitler hat cs nicht siir notwendig gehalten, auch nur daS dcnmgogische Schauspiel cineS Schcinkampscs gegen die Kapitalisten zu bieten. DaS überläßt er Goebbels nnd dem Lustgarten. Desto mehr tobte der Volksbcanstragte Hitler gegen die Monarchie. Gegen sic ist im deutschen Reichstag gewiß schon Besseres gesagt worden aber gewiß nichts Lauteres und Heftigeres. Leider ließ sich an dem Beifallslärm nicht erkennen, ob auch die prinziichcn Patschhändchen Auwiö an ihm beteiligt waren. Nach den Schilderungen, die Hitler von den verflossenen Dynastien gegeben hat, muß da§ deutsche Volk glücklich sein, daß cs diese egoistische nur auf die eigenen Interessen bedachte Gesellschaft loSgewordc» ist. Aber mit Verlaub, Adolf Hitler, haben etwa S i e die Monarchie gestürzt? Oder sind das nicht wir Sozialdemokraten gewesen, wir„No- vcmberverbrccher"? Allerdings war cS nicht unsere Absicht, die konstitutionelle Monarchie durch eine asiatische Despotie zu ersetzen, in der ein redseliger Hysteriker den Despoten spielt. Hitler akzeptiert heute„innerlich" Locarno. Mer als Strescmann den Locarnovcrtrag abschloß, nannte ihn sein„Völkischer Beobachter" wörtlich einen Hund, den man totschlagen müsse. Hitler ist heute davon überzeugt und durchdrungen, daß Deutschland den Frieden braucht. Er scheint heute'reif zum Ehrenmitglied der Deutschen Fricdcnsgcsellschaft, dessen vormaligen Sekretär, Gerhart Seger, er als einen der ersten ins Konzentrationslager sperren ließ. Hitlers Außenpolitik ist für einen, der ein Jahrzehnt im Auswärtigen Ausschuß des Reichstags gesessen hat, überhaupt ein besonde. Mittwoch, 31. Jänner 1931 rrr Qknufc. Lirescmann trieb Locarnopolittk in I der J'klnfioii, durch sie binnen vier, fünf Jahren die Revision der Ost grenze erreichen zu können. Darum war für ihn jenes „Ost-Loeorno", das jetzt Adolf Hitler abgeschlossen hat. ganz indiskutabel. Trotzdem war er ein Landesverräter, und Hitler ist der Retter des Vaterlandes. Das Tollhaus wird noch toller, wenn man beobachtet, wie sich der Volksbemtstragte Hitler vor P i l k u d s k i verbeugt, um gleich daraus in weitem Bogen aus Dollfuß zu spucken Zugegeben, bevor das Dritte Reich ausbrach, war dos Verhältnis zu Polen weniger gut, als cs augenblicklich zu sein scheint, aber ungetrübt herzlich war das Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten Deutschland und Oesterreich. Ter Nationalsozialismus hat nicht| nur innerlich dos deutsche Volk in zwei Teile zerrissen, von denen der eine sich in seinenr Sie- gerübcrmut svreizt, während der andere di» grauenhostcste Unterdrückung erleidet, eS hat auch außenpolitisch die schmählichste Situation geschaffen. die sich überhaupt denken läßt, in dem er der West das Schauspiel eines neuen 1866 bot. Gleichberechtigung Deutschlands— der Volksbcaustragte Hitler tut, als ob er sie erfunden hätte. Vielleicht haben wir Tozialdemo- kraten nicht so laut nach ihr geschrieen, ober sicherlich haben wir mehr fiir sie g e t a n. Tenn der Erfolg im Kampfe um die Gleichberechtigung fetzt bei den anderen ein Gefühl der Achtung voraus, das nicht durch Gebrüll und Waffcnklirren, sondern nur durch kulturelle Lei stungen hervorgerusen werden kann. Hitler sprach gestern auch von den K u l- t u r n a t i o n e n. Ein seltsames Wort, wahrhaftig, in dem Munde dieses Mannes, der das deutsche Volt aut den Reihen der Kulturnationen hinaus in die Barbarei gestoßen hat! Er beklagte sich unter anderer« auch über das Aus- land, das den obersten deutschen Gerichtshoj verhöhne. Aber die schliminste Verhöhnung dieses ober st en Gerichtshofs ist nicht im Ausland, sondern im Inland begangen worden, als vier Männer in Hast behalten wurden, die der oberste Gerichtshof f r e i gesprochen hatte. Eine Kulturnation wird Deutschland erst wieder werden, wenn eS wieder politisch denken gelernt und sich von der Herrschaft dieses sonderbarsten aller„Volksbeauftragten" befreit haben wird. Möge keiner, der gestern am Rund- funk die rednerischen Exzesse des Führers und die Exerzitien einer militärisch gedrillten Der- sammlung von„Gesetzgebern" kopfschüttelnd miterlebte, vergessen, welches namenloses Grauen sich hinter diesem lärmvollen Thea- ter verbirgt. Den Sirenengesängen der Diktatur daS Ohr zu verschließen, mißtrauisch zu sein, ist Pflicht eines jeden, dem daS Schicksal der Menschheit am Herzen liegt Denn der Mann, der gestern sprach, ist ein Unglück fiir Deutsch, land nnd eine Gefahr für die Welt. Die gesamtstaatliche Kinderhllisahtion I I Kenstllalerende Versammlung der„Demokratie Iflr die Jagend"— Vorsitzender: Kanzler Samai Auirnl an. die önentildikett Im großen Sitzungssaal« des TyrS-HauseS aus der Kleinseite in Prag fand gestern vormittag die konstituierende Versammlung der gesamt« staatlichen Aktion„Die Demokratie für die Jugend" unter Teilnahme von etwa 200 Delegierten statt. Kanzler Dr. S a m a l hob hervor, daß sich gleich auf den ersten Appell zur Arbeit an der Hilfsaktion für die unter der gegenwärtigen.Krise leidenden Kinder zahlreiche Korporationen und Einzelpersonen gemeldet haben, daß niemand von der Mitarbeit an diesem Werke ausgeschlossen ist nnd daß kein Unterschied I in bezug auf Nationalität, Rasse, Konfession und soziale Stellung gemacht werden wird und gemacht werden darf. Keine von den Kinderfürsorge-Korporationen wird durch diele Aktion in ibrer Selbständigkeit bedroht iverden. Nunmehr handelt es sich darum, die bisherige Kin« dersürsorgez« konzentrieren nnd zu I ergänzen. Die BorbercitungSarbeiten Iverden! möglichst beschleunigt werden. Im deutschen Teile seiner Ansprache betonte Tr. Samal. daß die Aktion im Zeichen der Annäherung der beiden in diesem Staate wohnenden Völker- st ä m m e vor sich geht. Nach kurzer Debatte wurde ein 3vgliedriger erweiterter Ausschuß und ein 18gliedriger engerer Ausschuß, mit Kanzler Tr. Samal an der Svitze, gewählt und folgende Kundgebung beschlossen: Der gesamten tschechoslo wakischen Oeff entlieh keltl Sur den Ausruf der tschechoslowakischen Schriftsteller. Künstler und Repräsentanten der Wissenschaft, daß in dieser Zeit der Not eine außerordentliche Fürsorge dem körperlichen und sittlichen Schutz der von der Not bedrohten Jugend gewidmet werde, hat ssch die Mehrheit unserer humanitären, kulturellen, gumnastischen und wirtschaftlichen Korporationen zur Mitarbeit gemeldet. Ihr« Vertreter ver'ammelten sich am 3V. Jänner im Tprö-Hame in Prag und wählten einen gemeinsamen Aktionsausschuß. Taniit tritt die Aktion„Demokratie für die Jugend"', des Iniandsnrarkta* Rach einem Bericht des Völlerbundsekreta- riateS ist der Umfang des internationalen Handelsverkehres im Jahre 1933 etwas größer gewesen als ein Jahr zuvor. Leider hat die Wirtschaft der Tschechoslowakei im Jahre 1933 keinen derartigen Erholungsprozeß, wie die Weltwirtschaft im allgemeinen, durchgemacht. Im Gegenteil. Sowohl die Produktion, als auch der Außenhandel du Tschechoslowakischen Republik lagen im Jahre 1938 tiefer als 1932» insbesondere ist unsere Ausfuhr ungefähr um ein Fünftel geringer geworden. Die ungünstige Entwicklung des Exportes, welche in vielen Branchen Einschränkung, ja Stilllegung der Betriebe zur Folge hatte, sieht fest einiger Zeit im Mittelpunkt des staatspolitischen Interesses. Um den Export zu heben, um stillstehend« Räder wieder in Gang zu bringen, um die außerhalb des Produktionsprozesses stehenden Arbeiter wieder in die Betriebe zurückzuführen, hat man verschiedene Pläne ausgearbeitet, unter denen der Plan des ehemaligen FinanzminifterS Englisam meisten Beachtung gefunden hat. Wir haben das Wesen dieses Planes schon in früheren Artikeln auseinandcrgesetzt und wollen daher jetzt nur kurz feststellen, daß der Vorschlag des ehemaligen Finanzministers darin besteht. daß der Exporteur für die abgelieferten Valuten mehr Kc erhält, als dem offiziellen Kurs entspricht, ivährend der Importeur die fremden Valuten zu einem höheren Preis als dem Börsenkurs kaufen muß. Durch eine solche Subventionierung dev Exportes soll nun der Exporteur in die Lage versetzt Iverden, seine Waren billiger auf den Welrmarkr zu bringen und so imKonkurrcnzkampfc mit den Industrien anderer Länder besser zu bestehen. Die Beträge, die man zu dieser Unterstützung benötigt, werden also durch eine Abgabe der Importeure hereingebracht. Es ist nun klar, daß der Importeur die Abgabe nicht auS eigener Tasche zahlen, sondern sie übcrlvälzen wird. Eine ISprozentige Jmportab- gabe würde bei einer Einfuhr von rund sechs Milliarden, wie sie 1933 betragen hat, etwa 900 Millionen ausmachen. Man kann nun darüber streiten, ob der ganze Betrag auf den Verbraucher übcrwälzt würde, sicher aber ist, daß der i n- ländische Verbrauch eineMehrbe» lastung von einer halben biS dreiviertel Milliarde zu tragen hätte. Zweifellos müßten die Preise der Importwaren in die Höhe gehen, sowohl die Nahrungsmittel, die man aus dem AuSlandc einführt, als auch die industriellen Rohstoffe und damit auch jene Jndu« striewaren, welche auS ausländischen Rohstoffen hergestellt werden. ES entsteht nun die Frage, ob im gegenwärtigen Moment der inländische Verbraucher wirllich eine solche Mehrbelastung von mehr als einer halben Milliarde zu tragen imstande wäre. Die Antwort auf diese Frage kann vom Standpunkt der arbeitenden Schichten gleichfalls nicht zweifelhaft sein. Sett dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise gehen die Löhne und Gehälter der arbeitenden Klasse ununterbrochen zurück. Beweise dafür zu erbringen, ist nicht notwendig. Jeder Arbeiter und Angestellte weiß davon. ein Lied zu singen. Damit man sich nur llar sei über den Umfang des Rückganges der Löhne, sei fest- gesteltt, daß z. B. bei den Textilarbeitern der 11 H. m. ft Jom: VwitMungtM Hacke Cin Xomon in wer CpUodtn Autorisiert« UeberseUunv au« dem Hol Und Ischen von ß. R. Fucbi „Müssen wir nicht zuerst irgendwohin gehen fi« waschen?" fragt« Piet besorgt. „Waö?... Darum?... fragte der andere grenzenlos verächtlich.— „Nun?" überlegt« Piet zweifelt.„Sie sind wohl ein wenig unsauber geworden nach und nach, nicht?" „Was nützt da Wasser?" sand Peter.„Sie gehen im Nu in die Flamm« und wenn da'n Schmutz dran ist, nu, dann brennt'ü das am besten ab, Hörste, quassel nur nich... Und wenn sie dir zu schmutzig sind, bleib nur mit deine Pfoten weg... ich will sie dann ganz allein verschinau- sen." Piel überwand seinen Ekel und begriff, daß die Umstände nicht darnach waren, um das wählerisch« Herrchen zu spielen, und tapfer versichert« er: „Schmutzig!... Nein... schmutzig gerade nicht... Gehen wir sie nur schnell abbraten dann." Ein paar Stunden später saßen sie einander mit ernsthaften Gesichtern, jeder auf seiner Seite des Feuers, gegenüber und versuchten, das dünne Kupferdrähtchen gleichmäßig zwischen ihren Fingern zu drehen, um die leckeren Froschschenkelchen gar zu braten. „Siehst," begann Peter, in neuen Phantasien schwelgend.„Nun sind wir Pelzjäger in dev Prärie von Amerika und wir braten einen feinen Bison- Häcker Uber unserm Lagerfeuer... Ich hab'n geschossen und du hast die feineKeule rausgeschnitten, und das wird'n riesiges Abendessen, Bursche!" Piet übernahm gelassen seine weniger belang reich« Rolle, aber er schaute mißtrauisch auf den Bisonbuckel, der in den Flammen und im Feuerrauch hin und her schwankt« und merkwürdig schnell seine Farbe veränderte: da Ivar nichts Blankes mehr zu entdecken, alles wurde schwarz und schivärzer. Sem Kamerad merkte die zweifelnden Blicke, aber er lachte ermutigend: „Daü ist nur'n bißchen rußiger Anflug, hörst... macht nichts... schmecken drum nur noch leckerer." „Ja aber du sagtest, gab Peter zu bedenken, daß sie braun braten müssen, und nun werden sie ganz schwarz." „Na ja... die kratzen wir natürlich ab... darunter müssen sie braun sein..." „Aber wie kannst du daü nun sehen?" „DaS kann man gar nicht sehn... das muß man wissen, Esel!... Das musi man fühlen!" „O... und woran fühlt man das?" „Dreh nur und laß das andere meine Sorge sein... Wirst schon sehen!" schnaubte der Anführer und Viet drehte, bis er ein krampfiges Gefühl in seinen Fingern und dem Daumen svürte: aber seine empfindliche Nase getvahrte einen unangenehmen Geruch versengten Fleisches und ängstlich Ivarnte er: „Sie verbrennen, Peter l" „Du Tcvp!" antwortete kurz und kräftig sein Kamerad.«Dreh nur Iveiter und halt deine Klappe dicht!» Aber ein wenig später bemerkte auch er den brandigen Geruch der mürben Bisonkeule und er kommandierte:„Lorl" Hierauf zog er den Draht mit den schwarz angerauchten Froschschenkelchen zu sich nnd int Nu lag Piet bäuchlings bei ihm, begierig und neugierig auf den unbekannten Leckerbissen. Peter zupfte ar. den schwarzen Dingern, die wie fremdartiger Zierart eines barbarischen Volkes zu einer Kette auf den Kupferdraht gereiht waren, aber zog seine eiligen Finger schnell wieder zurück und steckte sic fiuchend in den Mund:„Au! Sodo- miter!... Die Dreckdinger sind glühend!" Er sog emsig an seinen schmerzenden Fingerspitzen und betrachtete zornig seinen Gefährten, der sich uitterstanden hatte zu lächeln. Daim ging er vorsichtiger zu Werk bei der Untersuchung, ob die Götterspeise schon gar wäre, und zu seinem Entsetzen mußte er feststellen, daß die saftigen Schentelchen wie steinharte Kohlenstückchen an dem Draht hingen. Prüfend steckte er eine Kostprobe in den Mund, aber er spuckte sie voll Ekel sofort wieder ins Feuer, wischte die schwarzen Splitter von Zunge und Lippen, prustete und fluchte erbärmlich. «Verbrannt, he?» fragte Piet erleichtert, aber er getraute sich nicht zu lachen über daS grimmige und ekelverzerrte Gesicht seines enttäuschten Gefährten. «Gallenbitter, verdammt!" raste Peter und auf der Suche nach einem Sündenbock, an dem er seine schleckte Laune auslaffen konnte, fügte er hinzu:„Hättest auch besser aufpaffen können als Maulaffen feilhalten I" Aber diese Ungerechtigkeit ließ sich Piet nicht gefallen. «Der Schlag soll dich treffen!" schalt er bösartig zurück. Selbst'n Trottel! Hab dich doch gewarnt, aber du hast immer nur gesagt: drehen!.. Und weil jetzt alles verbrannt ist, soll ich die Schuld haben... Such dir'n andern Narrenl» Peter guckte ihn mit weitaufgerissenen Augen an, erstaunt über den heftigen Ausfall und wütend darüber, daß er recht hatte. Aufreizend gelassen schnarrte er: „Hör mal das Wickelkind!... Geh nur schnell zu deinem Hofmeister und bitt ihn, daß er dir die Nase putzt... Verdammt!... Ml die göttlichen Froschschxnkel verdorben!... MU dir geh ich noch einmal fort!" Piet deutete vielsagend auf seine Stirn, ging aber weiterem Streit aus dem Wege und lenkte versöhnlich ab: „Müssen wir jetzt nicht sehen, wie eS mit den gebratenen Erdäpfeln steht? Gleich sind sie auch verbrannt." Peter bekam augenblicklich Deine. Der Zwist und seine Ursache waren vergessen. Hastig scharrte er mit seinem Stock ein paar Kartoffeln aus der heißen Asche heraus. Doch er war vorsichtig geworden; er.rollte sie in eürem Zipfel seines Taschentuches, um die heiße Asche abzupuhen und dann ließ er sie von einer Hand in die andere gleiten, bis sie etwas abgekühlt waren. Sie waren leicht zu sckälen und eß schien, daß sie innen weich und krümelig waren, doch noch glühend heiß. Aber dies irar kein unüberwindliches Hindernis. Sie bliesen, rollten die heißen Stückchen mit ihrer Zunge im Munde hin uiü> her, schauten einander entzückt an und priesen in nur halb verständlichen Lauten den unübertrefflichen Wohlgeschmack dieses miSgesuckten Leckerbissens. Und sie schmausten fort und fort, bis kein einziger Erdäpfel auS der Asche mehr zum Vorschcüi kommen wollte. Freilich hatten sie schmerzende Finger und eine verbrannte Zunge, aber daS hinderte sie nicht, hoch und heilig diesen göttlichen SchmauS zu preisen, den sie sich verschafft und zubcreitet hatten, und abwechselnd ihre Dummheit zu verfluch«;, daß sie den Bauerntölpeln nicht noch viel mehr geklaut hatten. „Und nul" trunipste Peter auf,„Jetzt solst sehen, welche Ueberraschung ich noch habe.» „WaS denn?" fragte Piet gierig. Sei» Begleiter lächelte geheimnisvoll, steckte seine Hand in die Bluse uick sagte: »Rate!» „Schokolade?» „Da war ich'n schöner Narr!... Nein, Mann, viel was Besseres!" „Glacierte Maroni?" fragte hoffnungsvoll Piet. (Fortsetzung folgt.) Vor 50Jahren SSöalüfri N-rLSla Aime Sttiiil: y NLÜ ift chreiben gericb^ I Ä HCUUDVU quvi.i. Ä/ii i tersuchung eingeleüet. Eine Herabsetzung deS Wertes unserer würde den Realwert des Lohnes der Ar- be- der und zu» o t 1 atuxrönöert'; c n e I; Be« An» rrrtn: Jer Srtcrttr»cntfxn< irrtS ICO Kc tu' Eine Belastung deS Massenverbrauches Verhandlungen mH den Neosoziaiistcn gescheitert Die Verzögerung der Kabinettsbildung darauf zurückzuführen, daß Daladier gestern lange mü den Neosozialisten über ihren Eintritt in die Regierung verhandeln. Diese stellten die Bedingung. daß ihr Kandidat Marouet das Innenministerium erhalte, womit die anderen Parteien jedock nicht übereinsrimmten. Die Reo« sozialisten traten daraufhin heute vormittag- zu einer Sitzung zusammen, in der sie mit 1v gegen 13 Stimmen die Beteiligung an der Regierung ablehnren. Daladier dehnte nach der Weigerung der Neosozialisten sein Kabinett weiter gegen die rechte Mitte bis zur Fraktion Tardieu aus, so daß sein Kabinett einen sichtlichen Konzen- trasion-charakter besitzt. Er beabsichtigt, sich weder auf die Unterstützung der Sozialisten noch der Neosozialifien zu verlassen. Stavlskys Advokat von einer wütenden Volksmenge verfolgt Paris, 30. Jänner. Der Advokat Sravi» skys Deputierter Bonnaure wurde geftem nachmittags und abends vom Untersuchungsrichter in Bayonne einem Verhöre unterzogen, welches über fünf Stunden dauerte. Das Verfahren gegen Bonnaure wird fortgesetzt, doch wurde er a u f freiem Fuß belassen. Eine etwa 2000 Personen zählende Volksmenge. welche mü Bestinuntheü die Verhaftung Bonnaures erwartet hatte, verfolgte ihn, als er 1 Pfand--- 475 Dollar Die Formel der WlhrunsmabtUderuns? Washington, 30. Jänner. Finanzminister Morgentbau erklärte, daß die amerikanischen Bespreuungen mit Großbritannien über die DährungSfrage bereit- in kurzer Zeit beginnen werden. .Wall Street Journal' teilt mü. daß die amerikanisch« Regierung mü den britischen Fi- nanzkreiken nicktosfizielle Verhandlungen über den DährungS-modu- vivendi ausgenommen. bar, nach denen da- Pfund Sterling im Verhält-■ niS von 1.75 Dollar gleich einem Pfund Sterling. stabilisiert werden soll. Wie unsere Arbeiter leben Aus der Statistik der ZentrajsctiahferskherwosartstaM Katholische Umzüge— eine „Provokation“ Zusammenstöße mit Hitlerjugend m Köln Verlin, 30. Männer. Dem karbolis-be» Au« gendverband in Köln ist durcb den Polizeipräsi« kanten jede Betätigung unter freiem Himmel big auf weiteres verboten worden. Anlaß zu dieser Verfügung war das Verhalten des Iugcndver« bandeS, der trotz dem ausdrücklichen Verbot, in bunter Tracht und geschlosieiter Formation Um« züge veranstaltete. ES kam dabei zu Z u s a m• menstößcn mit der Hitlerjugend. Rach der Darstellung des.Westdeutschen Beobachters' haben sich nicht nur die Mitglieder der katbolischen Verbände zu.Provokationen" gegenüber der Hitler-Augend dinrcißen lasten, sondern es soll sich auch ein katholischer Geistlicher in beleidigender Weise über die Hiilcr-stugend Aeu?rreS: Sil(> SS«c rotz letzt sie st wieder in Bewegung! Gesteigerte Ifahenhrcuz- ahdonen in Oesterrel® lberichr.l Infolge ie Ncrvosüär der inn da» ngelün« werden, kam es Abend« Errlo- !r Tech« und eine Der Das Kabinen Daladier Ohne Nttsezwisiei Paris leStctg nnf« nenn fu bin »Mxawtnwsron» Iti nodi s c n< Bedenken gegen den . Man muß die ige fasten, daß die Verwirk! Übung des ergreifen. wache choslowaki'chen olge wäre dann sondern eine Ein» hr- au» der Tschechoslowakei gerrn Preis exportiert, wüsten sei: !er m England ändert seinen Abrästungsplan Lonva«. 30. Männer.»Reuter.> Dir fentüLun; des Weißbuches der britikäxn rung über die Abrüstung-frag: wird für | Feder erwartet. ES werden darin einige Iderungen gegenüber dem örinfcher sturtgSenuvurf vorgrschlagen werden. Das britische Abrüstungsmemorandum wurd I.trr'rm Bntn britischen Botschafter in Berlin Ser ^lcr Hitler überreicht. Erne Kopie wurd chzcirig Ser französischen Regierung übereil. Goerlng verlangt Auslösung aller monarchistischen Verbände Berlin. 30. Jänner. Der preußische Minister. präsidcnrAnnenministerGoering darre heure an Sen Rcick>sinnenminisrer Dr. Frick ein—“ tu, in dem er die sofortige Auflösung aller monar chistischen Verbände und Organisationen verlangt In dem Schreiben GoeringS heißt eS u. a.:„Ter neue Staat ist nicht geschaffen rvorSen in hejrigcir Kämpfen gegen links, damit jetzr wieder von Ser andcrcn Seite neue Nutznießer ihre eigenen tznter-' essen in den Vordergrund stellen. Jeder. Ser am Sraate und Reich« Adolf HirlerS rührt, wird un» erbirrlich bekämpfr werden. So rvie ich den Kom- muniSmuS niedergeschlagen hab«, will ich mit gleicher RücksichtSlosigleit und mü Ser gleichen Härte auch mü anderen Gegnern der narionalso» zialistischen Sraatsführung und den mü ihr unzu friedenen Elementen ausräumen, auch wenn sic sich monarchistisch verbrämt haben. Der neue Staat kennt keinen Streü um die Staatsform. Non» archic und Republik sind ihm gleich fremd, beide haben versagt. SA-Mann angeschossen von wem? Köln, 30. Männer. Ter SA-Mann Gottfried n e i ß aus Köln-Dünnwalü wurde am Montag gegen 14 Uhr. als er mü seinem Fahrrad den Birkenweg in Köln-Dünnwald entlang fuhr, von einem auf dem Wege stehenden Manne durch einen...... Rückenschuß schwer verletzt. Der Täter soll in den j geäußert haben. Die Staatspolizei hat eine llu» angrenzenden Wald entflohen sein.«tersuchung eingeleüet. Dien. 30. Männer.(Eigen verschiedener Anzeichen schein: Sie^croonrw Negierung gewachsen zu sein, ivenigstenö k-'^r auS Borbereüungen zur Abivedr eines a Sigren Anschlages der Nazis geschlossen Auf allen wichtigen Plätzen Ser Stadt während des Tage- und besonders in Seit stunden zu Aufläufen und den üblichen sionen. Besonder- in der Universität und S nii kam eS zu Exzessen der Hakenkreuz!«! außerdem zu dem Versuch, in Ser llniveriüä: Höllenmaschine zur Explosion zu dringen. Portier konnte Sen Anschlag verhindern. In Tirol wurde die Hcimwebr zur reitschaft Mtsgeruscn. da sür heute nacht ein griff der Nationalsozialisten enoartet wird Mtni'rrrvrastd«u hier; Justiz und Stellvertreter des Mmisterprästdeu- ren: Penaneier: Inneres: Ar»t; Finanzen«ad Budget: P i< i ti; Krieg: Dörrst Fadrv: Landwirtschaft: D» e«i l l c snaveräudertl: Flugwesen: Pierre 8 Suloniea:» r Ion» Handel: Mis.'lcr: Rationale Erzirbmig: Kriegsmarine: Cbavvedelaine; Handelsmarine: G a q l« 8 l> a m d re: Pension«: D u c o Post. Telegravben und Telephon: Bern irr: OeffenUicheS Gesanddeii-wes«: L i- d» n n e: Artei«»: Baladier: Leffentltche Artestc»: Pag«»«-inner. ändert). Außer Sen 17 Ministern gehören dem Kabi- roch ach: UnterstaatSsekreräre an. Von den 25 Kabiyettsmitgliedern gehört Ser Ministerpräsident und weitere 14 Minister, bzw. llnterstaatS- sekretäre, der radikalen Partei an. Di« übrigen Portefeuilles verteilen sich aus Sie unabhängige und Sir radikale Linke(je drei Sitz«); je einen Sitz haben die republikanisch« Link«, die Tardieu-Gruppe. ein republikanischer Sozialist und ein Unabhängiger. rlchechoslowakischen A: schr Seü Jahren wird Zucker zu einem viel gerb. al» wir im Inland bezahlen. Dir i Jahren 6 XL für 1 Kilogumun Zucker zahlen, während man Sen Zucker ins Ausland um 1 XL verlauft. Mü jedem Jahr aber sinkt der tsckechs- slowenische Zuckerexporr. so daß unsere ZuckrrauS- fuhr nicht nur zu einer geradezu wucherischen Ausbeutung des inländischen Konsums geführt bar. sondern beute vollkommen sinnlos ist. Dill mandiesesinnlokeAutzenhandelA» Politik, die man bisher beimZucker betrieben hat, nun auf alleDa- rrn ausdehnen? Dill man den inländi- schrn Verbrauch vollkommen ruinieren? Professor EngliS ist ein Volkswirtschaftler von Ruf. er kenm die wirtschaftlichen Zusammenhänge und weiß. Saß eineExportförderung. die nicht sehr ins Gewicht fiele, mit einerDrosselung deSJnlandS- Marktes zu teuer erkauft wäre und Satz die AröeüSlosigkeü hiedurch nicht geringer würbe. Die deutsche Sozialdemokratie wird die B e- strebungen nachFörderung unseres Exportes mit allen Kräften unterstützen. Ein großer Teil der deutschen Arbeüer ist in der Exportindustrie beschäftigt und Sie Sozialdemokratie vertritt das Lebensinteresse dieser Arbeiter, wenn sie ihren polüischen Einfluß dazu verwendet, daß unsere Ausfuhr wieder lebt wird. Die Beschäftigung der Arbeüer in Exportindustrir würde ihre Kaufkraft heben parsende Arbeiter in den Produktionsprozeß rückführen. Dadurch würde auch der innere Markt gestärkt werden, also eine Entwicklung eingeleüer werden, dir durchaus von wohltätigem Erfolg für die arbeitende Klasic begleitet wäre. Aber jede Exportförderung mutz, wenn sie nicht versagen soll, zwei Voraussetzungen haben: Die Erhaltung deS Wertes unsererKrone und di« Erhaltung deS Lebensniveau s d e r arbeiten d^e»Schichte n. Krone beiter senken und heftige soziale^ Kämpfe Hervorruf«. 7- durch Jmportabgaben würde eine Senkung des Lebensniveaus der Massen und dadurch eine Schwächung der Kaufkraft des inneren Markte- becheiführen. Exportförderung, Erhaltung des Wertes der Krone, Erhaltung des Lebensniveaus der arbeüenden Schichten— das ist das Gebot der Stunde. D«m wir wriscn:?:r Ervckr Äcct in ttltj An :t«2 SO. Jänner 1SS4 gu:' Denn er zeig: Sttte 4 SHttwvft. 31. Jännrr 1934 Nr. 25 Korruptionäre«m Aajröek Diskrete Dispofitionsfonds und„Kleinigkeiten" iait er, Zajicek, ksrd> Aestecbvngen be-cklenni- «en wollen, die im Utrft der 3ttt jn drei Millionen cnsrsachlen leien. .,Montc Bcr’i.itr pcftfxxHcn n?ot*€n. Tieler Berironenemann, der inzwischen ver- liordese Tr. liateläk, bade eine Pr»vist»n von 20 di» 30 Prozent für»erlangt, war- einem Betrog von 4 bis 5 Millionen entsprochen bitte. Der Haupt-Aenge sagt ans| Tirrttoro der Kommerziolbank Wenzel‘EtHaf. gelegt, der ausdrücklich forderte, daß die Korrefpon» den- uttd die Kentokorremen vertraulich auf seinen Namen aeiÄiit werden, da auf Wunsch Tr. LarifchS die ühri~e S?effntte”iif^i4t in der gattzen Zireftixm! ntt&ts davon erfahren sollte. Auch weis; der Zeuge nichts tovon, daß da4 Konto Sevatato zu dem Zwecke! angelegt wurde, damit aus demselben Auszahlungen für diskrete Zwecke, d. i. für Bestechungen erfolgen. Er und alle Beamten in der Bank erachteten das Konto als ein ordentliches Konto der Larifch-llntet-1 nebmungen. Sodann beannrorrer Zeuge die vom Ge« I richtSvorlidenden an ibn gesellten Iragen. Er äußerl I >'ich auch über die UnterschriftSdvkumente, die laut der I Instruktion der Zentralbank jedes drirre Jair erneuert Verden müllen. Tie GescbäftSbeziebnngen der I kein Vertrauen-u dem Gelchält baöen könne und! stellte dem Angeklagten Zajikek einen von diesem aus- gestellten Wechsel über eine Million! blö ziirütk, da trotz mehrfach verlängerter Frist die I Sache nicht zur Beendigung kam. Ter als erster Zeuge vernommene, inzwischen rensionierte Tirektor d«L ESkomvteban!- Filiale I Osttau Rudolf N a r k l erklärt, er bade von irgendwelchen„diskreien Zwecken" das„Konto Sepa- r a t o Z" keine Ahnung gehabt. Er habe Zajikek logar auf die Unwirtschaftlichkeit der Methode aunnerklam gemacht, für eine hoch v a s-1 siveS Konro schwere Schuldzinsen zu zahlen, durch welche die geringen Einlagezinsen aus dem andern, aktiven Konto vollkommen aulgezebrt wurden. Auf den Vorschlag des BankdirektorS, die beiden Konti I zusammenzulegen, hab« dieser geantwortet, er halte den Zeitdunkt für eine solche Zusammenlegung„nicht für ovvortu n". Die Kleinigkeiten Aufsehen im Auditorium erregte eine charakteristische Bemerkung deS Angeklagten auf die Frage deS Staatsanwaltes, wie er das trotz seiner Ber- rechnung-versume bestehende Manko von einer Million Xe erklären wolle. kZajikek hatte be- ftmntlich erklärt, drei Millionen für Be- stechungen verbraucht und um zwei weiter« Millionen„durch Banner" bei Spekulationsgeschäften geprellt worden zu sein.) Der Angeklagte tat dies« Frag« mit der geringschätzigen Bemerkung ab, diese restliche Million setze sich aus „Kleinigkeiten" zu je 50.000 bis l00.000 Kä zusammen, die er„so nebenbei" für den gleichen Zweck aufgemendel babe. Daß eS„Kleinigkeiten" seien, erläutert Zajikek humoristisch an einem Fall, wo einer der kleinen Kor- ruvtionäre nach Empfang von 50.000 Kd enttäuscht gefragt habe:„So wenig?'" Als Zeugen für diese Bestechungen beantragte Zajicek die Advokaten Tr. A r n o s t, Dr. Sternberg und den Notar 2r. F r e n e l in Prag. Zum Schluß des VerhandlungStages erklärte Zajirek noch, er sei n i ch t geflohen, sondern nur„a b g e r e i ft". Nach Erhalt seiner Dienstenthebung habe er seine Absicht, mit den Rechmmgsbelegen zu seiner Rechtfertigung nach.ft a r w i n zurückzu- kchren, aufgegeben und vorgezogen, zuerst einmal zur Regelung seiner anderen Angelegenheiten außer Landes zu gehen. Zur Erklärung des Mißbrauches der Personaldokumente seines Freundes bemerkte er obenhin, dafür seien eben wichtige geschäftliche Interessen maßgebend gewesen, die erfordert hätten, daß er unerkannt bleibe. Ter zweite Tag wurde durch ein« Reihe von Beloeisanträgen der Verteidigung r.ingeleitet, durch welche dargetan werden soll, daß der Angeklagte w i r k l i ch h n h e Bestechungsgelder ausbezahlt, bzw. den vorerwähnten Millionenwechsel zu Bestechungszwecken ausgestellt hat. Ferner sucht die Verteidigung die Nichtigkeit der von den Kontrollorganen berechneten desraudierten Summe zu bestreiten. U. a. wurde auch die Ladung Dr. E n g l i&& beantragt, der bestätigen sollte, daß sich der Hauptzeuge Peska bei ihm über die„polnische Angelegenheft" informiert habe und also über die Sachlage unterrichtet gewesen sei. Der Staatsanwalt protestierte gegen die Anträge, wobei es zu den ersten Zusammenstößen zwischen Anklage und Verteidigung kant. Schließlich gab der Gerichtshof nach Beratung den Anträgen teilweise statt. DeS weiteren versuchte Zajikek zu erklären tvarum er verschiedene Geschäfte unter falschem Namen gemacht hat. Die Veranlassung hiezu gab angeblich ein Advokat Dr. H a r b i ch, mit dem er gemeinsam Naphthagruben in Polen besaß, der aber so wenig Geld in das Unternehmen gebracht habe, daß Zajikek ständig an alten Schulden nn zahlen hatte. Deshalb habe er, um ungestört seine Forderungen kassieren zu können, seinen Freund Frank Raab und den Pariser Hotelportier Erbin TagcsnculghcNai Hakenkreuzfahnen in ostböhmischen Gemeinden Offenbar um die Jahresfeier des Hitler- regimeS in Erinnerung zu bringen, brachten Hakenkreuzbuben in der Nacht vom Montag auf Dienstag in einigen Gemeinden deS Bezirkes Trauten au Hakenkreuz fahnen reichsdcutschen! Ursprungs an Häusern und Bäumen an. So wurde in P a r s ch n i tz bei Trautenau daS tschechische Schulgebäude mit dem Banner der Hunnen geziert, während in Oberaltftadt die Fahne auf einem hohen Baume befestigt wurde, der nachher mir Wasser übergossen, vollständig vereiste, so daß eS den Gemeindeorganen selbst mst Steigeisen nicht gelang, die Fahne zu entfernen. Schließlich gab die Gendarmerie den Auftrag, den Baum zu fällen, damit die Schandfahne'beseitigt werden konnte. Diese Aktion der Hakenkrruzler soll wahrscheinlich die Antwort auf die letzten Verfügungen der Trautenauer Bezirksbehörde sein, welche die seinerzeitigen Verbote gegen die.Hakenkreuzturnvereine restloSzurückgezogenhat. Helden der Arbeit L o n d o n, 30. Jänner. ter der Regierung sprechen wird. DaS Geburtshaus Defreggers eingeäschert. In Stronach bei Linz ist daS Geburtshaus des berühmten Malers Franz Defregger vollständig eingeäschert worden. Der Brand brach im Hinterhaus des Bauerngutes aus und griff dann aus das Wohnhaus Über, das bis auf die Grundmauern zerstört wurde. Postkontroll« i« Deutschland. Die wir erfahren, werden neuerdings zahlreiche in Deutschland eingehende und aus Deutschland abgehende Postsendungen registriert und auf Empfänger und Absender kontrolliert. Grüße an ThomaS Mann..Der Stürmer", Herausgeber: Julius Streicher, Gaulester von Franken und Intimus Adolf HstlerS. veröffentlicht auf der Titelseste seiner Jänner-Nummer eine halbseitige Karikatur, unter der Ueberschrist: „Literaturhistorisches". Auf dem Bild sind die „Fudenliteraturverlage" symbolisiert durch ein großes Schloein, das von einer mächtigen Mistgabel durchstochen ist. Daneben, im Schweineblut ertrinkend, eine Reihe von deutschen Schriftstellern, als erster Thomas Mann, dargestellt mit semiti- scher Hakennase und Spitzbart, aber den Lesern des„Stürmer" durch eine Tafel, die seinen Namen trägt, erkennbar gemacht.(Andere Tafeln enthalten die Namen Einstein, Fulda, Hkrschfeld, Kerr, Remarque). Darunter folgender Text: „Wenn die Sau tot ist, müssen die Ferkel verderben." »Seligsprechung" nach dreihundert Jahren. Nm Sonntag wurde die Liste der Persönlichkeiten, welchen die katholische Kirche die höchsten Ehren zutell werden läßt, durch drei neue Seliggesprochene vermehrt, welche den Märtyrertod für den katholischen Glauben in Südamerika fanden. Die Seligsprechung erfolgte durch den Papst PiuS XI. mittels einer feierlichen Zeremonie. Seliggesprochen wurden die Märtyrer Coceo Gonzales aus Santa Cruz, Alfonso Rodrignez und Juan de Castillo. Die Seliggesprochenen befanden sich unter den ersten Missionaren, welche den wilden Indianern in Paraguay, Uruguay und in anderen Ländern Amerikas den katholischen Glauben predigten. Sie fanden im Jahre 1628 den Märtyrertod. 5i. so daß der Vormerk zu einem Übersichtlichen Bild deS Gesundheitszustandes des Kindes wird. Wer also die MutterberatangSstelle nicht besucht, must den staatlichen(Gemeinde-) Arzt aitfsu- chen! I■■■■■■■■• Neber die Zahl der jüdischen Letzte, die im vorigen Jahr durch die polittschen Verhältnisse gezwungen wurden, Deutschland zu verlassen, veröffentlicht die erste einigermaßen vollkommen« Statistik das„Aerzteblatt für Berlin". Diesem Blatte zufolge haben Deutschland im Jahre 1983 mSge- samt 412 jüdische Aerzte verlassen, von denen 284 auf Berlin entfallen. Auch der größte Tell der übri- gen Aerzte war in Großstädten ansässig. Die angeführten Ziffern sind nicht vollständig und werden sich wahrscheinlich noch erhöben. Was das Ziel der angegebenen Reise der betreffenden Emigranten betrifft, so sind von den Berliner Aerzten 117 nach Palästina, 25 nach Frankreich, 22 nach England, 18 nach der Schweiz, 18 nach Italien oder Spanien, 11 nach Oesterreich, der Tschechoslowakei oder Polen, 9 nach Nordeuropa usw. abgereist. Fast die Hälfte dieser Aerzte steht im Alter von 80 Jahren. Ein Drittel derselben ist 30 bis 44 Jahre alt. 15 Prozent aller emigriertet! Aerzte sind Frauen. Vom Rundfunk Empfehlenswerte» an» den Programmen: Donnerstag Prag, Sender L.: 10.15 Deutsche Nachrichten, 11 Salonorchefter, 18 DeutscheSen- dnng: Jugendstunde mit Musik, 19.05 Schallplatten, 19.80 Zum Komiker gegen meinen Willen, 19.45 Jazz-Symphoniekonzert, 20.40 Mitternachtskonzert, Funkgroteske, 22.25 Smetana-Konzert. Sender S.: 15.10 Deutsche Sendung: Heinz Politzer liest aus eigenen Werken, 15.80: Schubert- lieber, 15.45 DeutschePressemeldungen. Brünn: 12.35 Mittagskonzert, 14.05 Deutscher Ar- beitSmarkt, 17.15 Plauderei mit der Jugend, 17.25 Beethoven, Klavierkonzert A-Dur, 18.25 Deutsche Sendung: Jeremias Kreutz: Gröhe, Hörspiel.— Prestburg: 16.00 NachmitiagSkonzert.— Kaschan: 17.00 Orchesterkonzert. 17.15 Konzertstunde, 18.30 Jugend ohne Heim, 19.25 Symphoniekonzert, 21.00 John GalSworiby, Dichter und Mensch. 20.600Meter über der Erde etratofpOärenHua ver Stuften Moskau meldet am 30. Jänner, daß früh um 9 Uhr rin mit drei Mann Besatzung und den notwendigen Instrumenten ausgerüsteter Ballon zu einem Stratosphäreuflug aufgestiegen sei, der um 11.50 Minuten eine Höhe von 20.600 Metern erreicht hatte. Damit wurde der letzte Höhenrekord, der 18.400 Meter betrug geschlagen. Der Stratosphären-Ballon„Assoatviachim". der heute in zwei Sttmden 38 Minuten zu 20.600 Meter Höhe aufstieg, weist eitlen Raum-, inhalt voit 24.0V0 Kubikmeter aus. Die kugelförmige Gondel hat 6% Kubikmeter, einen Durchmesser von 2.40 Metern und drei her- mettsch verschließbare Seitenfenster. Sie ist un ten mit einem Fenster fitr Photoausnahmen und Beobachtungen versehen. Der Stratosphärenballon war mit Geräten zur Erforschung der kosmischen Strahlen, der magnetischen Erscheinungen, der Luftzusammensetzung sowie mit Apparaten fiir Aerophotoaufnahmen ausgerüstet. Der Kommandant des Stratosphärenballons, Paul Fe- dossejenko, ein früherer Arbeiter, jetzt Ingenieur der Sowjet-Luftflotte, ist 36 Jahre alt. An dem Fluge nahmen ferner der 35jährige Ingenieur Andrei Wassenlo, ein Spezialist auf dem Gebiete der Aerologie und der Luftschiffahrt, sowie der 24jähr>ge Jungkommunist Ilja Ussislin teil. «r.» Mitüvoch, 31. Jänner 1034 Sette 5 Die Spradicnlraße in der Novelle zum Berggesetz Die Katastrophe von Ossel ivnrdc seitens der tschechischen Natioiialdcinokratcii sofort zu einem nationalen Borstoss auögenützt. sie verlangten nicht mehr und nicht weniger, als dass jeder Bergarbeiter die Staatssprache beherrschen muh. Zu dieser unaualifizierbaren Ausnutzung eines gro- hen Unglückes bemerkt die„Plitomnost" vom 17. Jänner 108-1:„Wenn wir aufmerksam die Berichte über die Katastrophe am Nelson III* Schachte lesen, sagt unü nicht der geringste Teil dieser Berichte, dass die ungenügende Verwirklichung der Rechte der Staatssprache die Ursache der Katastrophe sein kann", ferner:„Aua den Photographien sehen wir, dah die Aufschriften am Schachte tschechisch-deutsch waren. Aber auch wenn diese Aufschriften nur tschechisch gewesen tvären, hätten sie an der Sache nichts geändert". Weiters sagt das Blatt:„Möge die Nationakdcmokratie die Sache Ivie immer umdrehen, so wird sie keinen verständigen Menschen überzeugen, dah ihre Anstrengungen nm Verwirklichung der Reckte und Interessen der Staatssprache irgend etwas Ge- ineinsameö mit der Katastrophe am Nelson lll- Schacbtc zu tun haben. Die Nationaldemokratie nennt das Wahrung der Interessen der Staatssprache. Wir neunen es: Sand in die Augen streuen. Es genügt, den Standpunkt der„Nä- rodnt lisch" und der nationaldcmokratisckcn Presse mit dem Standpunkt der deutschen Presse, z. B. des„Prager Tagblatt", der„Briircr Zeitung" zu vergleichen. Es ist natürlich, dah die deutsche Presse kein Interesse daran hat. auf den Schächten die Interessen der Staatssprache zu verwirklichen. Aber in der Sache selbst trifft sich die »ationaldcmokratiscke Presse mit dem Standpunkt der deutschen nichtsozialistischen-'-resse. Der Natio- naldcmokraiie geht es nicht um die Staatssprache, cs geht ihr darum, dah nach der Katastrophe auf dem Nelson Ikl»Schachte die Frage lebendig wurde: was lverdcn wir mit den Schächten ma- chen? Die deutsche Presse bemüht sich uni Beweise, dah eine Enteignung der Schächte Katastrophen nicht verhindern wiirde. Sie zeigt, dah der Staat kein guter Unternehmer ist, dah die private Be« wirtschasung respektiert tverden muh usw. Sind das die Interessen der deutschen Arbeiter? Nein; das sind die Interessen der deutschen Bcrgwerkö- Icsihcr und darin trifft sich die Nationaldemokra« tic mit den deutschen Bergtverksbesihern." Wir glauben nicht, dah diesen Ausführungen, denen wir vollständig beipflichten, irgend etwas hinzuzufügen ist. Im Laufe der Verhandlungen wurde nun verlangt und durchgeseht, dah tatsächlich in die Novelle der Artikel 5 ausgenommen wurde, welcher nunmehr lautet: „Die Regierung wird auü Gründen der öffentlichen Ordnung, der staatliche» Sicherheit und der Sicherheit des Verkehrs, sowie auch einer zweckmähigen Betriebes der Schächte und insbesondere für den Verkehr mit der Belegschaft durch Verordnung Vorschriften über die angemessene sprachliche Befähigung der veraiUwortlichen Betriebsleiter, Ingenieure und AufsichtSorgane, sowie auch Vorschriften über den Schutz der Angestellten gegen den Verlust der Beschäftigung wegen ihrer nattonalen Zugehörigkeit erlassen". Obtvohl wir nun der Ansicht sind, dah auch diese Bestimmung in den nunmehr angenommenen Gesetzentwurf nicht gehört, so müssen wir dock der demagogischen Agitation der deutschbürgerlichen Parteien entgegentretcn. Sowohl im Abgeordnc- tenhause, als im Senat haben die deutschen Christ- lichsozialen die Ablehnung der Vorlage zum Teile damit begründet, dah diese Destinnnung in die Vorlage ausgenommen wurde. Diese Haltung der deutschen Christlichsozialcn entspricht nur ihrer völligen Unwissenheit in solchen Dingen. ES ist ihnen vollständig unbekmmt, dah Sprachcnprüfun« gen im Bergbau längst bestehen, dah auf Grund der Bestimmungen deü Allgemeinen Berggesetzes vom Jahre 1884 die Nevierbergämter schon seit Jahren Sprachcnprüfungen vornehmen und dah im Brüxer Revier allein 0 Aufsichtspersonen die Bestätigung als Aufsichtspersonen mit der Begründung verweigert wurde, dah sie die für den Verkehr mit der Belegschaft erforderlichen Sprachenkenntnisse nicht besitzen und dah hiedurch die Sicherheit in den Schächten gefährdet tvird. Aber noch mehr. In zwei Fällen haben die Betroffenen gegen die Verfügung des Revierbcrgimtcs bzw. gegen die diese Verfügung bestätigenden Erkenntnisse der Berghauptmannschaft in Prag die Bcschioecden an daS Oberste Verwaltungögericht überreicht. In beiden Fällen, und zwar solvohl im Jahre 1025, als im Jahre 1032 hat das Oberste Verwaltungögericht diese Beschwerden mit der Begründung abgewiesen, dah schon auf Grund dcS seit 80 Jahren bestehenden Berggesetzes die Bergbehörden nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet sind, die Anmeldung eines BetriebSaufse- herS, der die Sprache der ihm untergeordneten Belegschaft nicht genügend beherrscht, nicht zur Kenntnis zu nehmen. Hiebei erklärt das Oberste verwaltungögericht,dah es sich nicht um ein« Sprachenprüfung im technischen Sinne handelt, sonder». nur um die Ermittlung, ob der Beschwerdeführer die Sprache in dem für den Dienstverkehr mit d r Belegschaft erforderlichen Matze beherrscht. Ausdrücklich sagt dann noch das Vcrwaltungsge« richt, dah die Ausübung der Funktion eines Betriebsleiters oder eines Aufsehers durch die Kenntnis der Sprache der Belegschaft bedingt ist und dah eine flaglose Ausübung dieser Funktionen Wetter. einen Bruchteil der von de» jüdischen Institutionen, insbesondere auch von den Gewerkschaften, als wirtschaftsberechtigt errechnetet» darslellt. In Palästina herrscht Arbeitermangel. Und dah der gegemvärtige wirtschaftliche Aufschwung deö Landes im Gegensatz Arganifien die Kolportasek Anmerkung: Kraus Ivar ztvcimal Kandidat für das Rcktorenamt. Das erstemal zog die Universität eine Reprise des nazophilcn Sudetenita- liencrö Nicolo vor, das zweitemal erkürte sie sich an seinerstatt, Herrn Gesemann, der sich durch die Erfindung von Dererziiaicn unter den Slawisten einen Namen gemacht hat. Kauft»«Meer Wnft«UGerr Chicago, 30. Jänner. Die Kältewelle hat sich gestern auf viele Staate» ausgedehnt und verursachte viele Strrbcfällr und Verletzungen. Ein heftiger Sturm, der von Aljaöka kam, forderte 11 Menschenopfer in dem Gebiete zwischen der Ostküstr und dem Felsengrbirge. Im Wer nun den Artikel» der Novelle genau liest, sieht, dah er in dem einen Teile nichts anderes ist, als eine Wiederholung dieser Entscheidungen des Obersten Verwaltungsgerichtes, dah er aber in seinem letzten Satz einen Schutz der deutschen Angestellten gegen den Verlust ihrer Stellung wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit enthält. Die Aufnahme dieser Bestimmung ist gerade vom deutschen Standpunkte bzw. vom Stand» punkte der deutschen Angestellten auü ein kolossaler Fortschritt gegenüber dein bisherigen Stande. Es bleibt daher gar nichts anderes übrig, als anzunehmen, dah die Stellungnahme der deutschen Christlichsozialcn entweder auü ihrer Unwis scnheit oder aus deinagogischen AgitationSrücksich ien hervorgeht. nicht gesichert wäre, wenn zum Beispiel in einein Betriebe mit der nur der deutschen Sprache kundigen Belegschaft ein diese Sprache nicht beherrschender Betriebsleiter bzw. Aufseher bestellt wäre, was selbstverständlich auch in gleicher Weise für eine Belegschaft, die sich nur in tschechischer Sprache verständigen kann, gilt. Daraus geht ganz klar hervor, dah die Aufnahme der oben zitierten Stelle in die Novelle nichts anderes ist, als die B e st ä t i g u n g eines tatsächlich bestehenden Zustandes, der nicht auf irgend ein Sprachengesetz, sondern auf den Bestimmungen des Allgemeinen Berg-Gesetzes beruht und durch Entscheidungen des Obersten VerwaltungSgerichtcS sanktioniert wurde. und alle anderen Städte PalästiiraS angesagte Demonstration stattfindcn— legal oder illegal? Wird wieder Blut fliehen— wie in Jerusalem am 18., in Jaffa an» 27., in Haifa am 28., in Jerusalem am 29. Oktober? Nachdem die voi» der arabische»» Exekutive in wirklich unverantwortlicher Weise ii» die Feuerlinie geschickter» Opfer, arme Fellache»» zumeist, zur Ruhe lxstattet waren, begann— eine unruhige Zeit, allerdings mir für die Juden. Die Polizei veranstaltete eine wilde„Touristenjagd" a»»f jene paar tansend Jnnnigranten, die sich mit einem abgelaufenen Touristeiwisun» oder überhaupt ohne Ausweis widergesetzlich im Lande aufhalten. Wer gefaht wurde, sollte erstens der Bestrafung und zweitens der Lan» deSgrenze zugeführt werden; mag er selbst sehen, wie und wo er weiterlebt... Angeber und Spitzel witterten Beute. Die Pechvögel unter ihnen wurden erkannt u»»d fürchterlich verhauen. Die„Glückspilze" verdienten sich ihren Kopflohn. Man erfuhr die Namen derer, die die Paragraphe,»schlinge fing: eö waren alles brav« Menschen, die Arbeit hatten und keinen, am wenigstens aber dem Staate, zur Last fielen. Tut nichts, der J»lde wird— verbannt. So kam ein„illegaler" Schuhmacher ins Gefängnis, der seit seinem ersten Lebensjahr ii» Palästina lebt, jedoch in günstigeren Zeitei» versäumt hatte, sich legalisiere» zu lasten. Der jüdischen Bevölkerung bemächtigte sich eine grohe Erregung. In einem Falle gelang eS,„Illegale", die abtransportiert werden sollten, vom Poli- zeianto herunterzuholen und gewaltsam zu befreien. Aber weniger belächelt als dieses Zwischenspiel wurde der Tag, an dem in Tel-Aviv die auSschlichlich jüdische Polizei der Stadt sich einem gegen die englische Politik protestiere»»dei» DemonstrationSzug der Zionisten«Revisionisten entgegenstellte. Es gab Verwundete. In der ganzen Welt laS mai» von diese»» grotesken Bruderkrieg. Man war erstaunt. Und nicht zuletzt unter dem Eindruck der Wcltmeinung wurde der Touristenjagd Halali geblasen. Im übrigen hat sich die Einwanderungspraxis der MlandatSregiernng nicht geäiidert. Zugelasten werden Kapitalisten mit 1000 Pfund, Handwerker mit 280 Pfund und diejenigen, die eines der der Jewifli Agcnce für die Zeit vorn Oktober bis März bewilligten 2600 Zertifikate bekommen haben— Staate Minnesota wurde eine Temperatur von 30 Grad unter Null verzeichnet. Man er wartet noch Schneestürme, deren Gefahr Haupt- 1IBW„„„ sächlich. in ihrem plötzlichen Einbrüche besteht.. zgEge»» des Wetters der Vortage war der Massen» Selbst in Florida und in Texas ist kein günstiges i-^»(j Beduinen, den die Städte vom Lande her "WnWk erwartet hatten, mlSgeblieben, und so fiel die ganze WDMWWWWWWMWMMMWWWMWWWMMWW Revolution in den(inzwischen weggeschmolzeuen) Schnee. Die Demonstrationen fai»den zwar überall statt, aber dah dem im Orient nie ganz harmlosen Propagandatier schon vorher die Giftzähne auSge- broche»» lvare»», geht daraus hervor, dah selbst die vorsichtigstei» Inden ihre Geschäft« gtösfnet liehen. In Jerusalein marschierten etwa 1-600 Mensch«», in Jaffa weniger als tmisend, in Haifa ungefähr 2500. Auch in Saged, Nablus, Gaza, Bethleben», Tulkerem, Hebron, Rainlen und Jericho verlief alles ruhig. 8tur wenige Denionstranten trugen Stöcke; die arabische»» Pfadfinder folgten ihrer Fahne; zum Schluh der Märsche wurde eine Proklamation verlesen. Die Polizei bekam so gut wie nichts zu tun— abgesehen . davon, dah sie eine Reihe jüdischer und arabischer I Konnnunisten verhaftet« und arabisch abgefahte Pamphlete beschlagnahmte, in denen alle„Arbeiter, Fellachen, Beduinen, Nationalisten, Studenten und Revolutionäre" aufgefordert werden, keinen Zehnte»» und keine Steuern mehr zu zahlen, das in dei» Hände»« der Zionisten»ind EffendiS befindliche Land unter - die Fellachen aufzuteilen, die bewaffneten Streitkräfte niederzuschlagen, die englische Regierung zu stürzen, sie durch eine Arbeiter- und Bauernregie- rung zu ersetzen und schliehlich die Balfeurdcklaratio» zu zerreiben.... Bis sich diese nicht gerade durch Bescheidenheit auSzeichnenden Wünsche erfüllen werden, dürfte noch viel Wasser den Jordan hinabflichen. Aktueller ist die Sorge, ob die Rcgiening nun endlich die paar tmisend „Illegalen", die im Lande sind, amnestieren«md legalisiere»» wird. Oder zerrinnt auch diese so mensch- liche, so natürliche Hosfiuing wie Schnee ain Rha- madan? 30 Grad unter Null... Der Philosoph und du» Dritte Reich Professor Oskar Kraus, der repräseniative Philosoph der deutschen Universität in Prag und Verfasser der„Metzcriade", hat auch in diesen tristen Zeiten den Humor nicht verloren. In einer Vorlesung über Sokrates erwähnte er, dass das Gericht, das dm grossen Viani» zum Schierlingsbecher verurteilt hatte, cs ebenso lvie das Volk von Athen gern gesehen hätte, lvcnn Sokrates geflohen wäre.„Da sic Kulturmenschen waren, be- j stimmt nicht deshalb, um ihn ans der Flucht zu i erschiessen." i Pros. Kraus erhielt eine Einladung zu einem ... I„Deutschen Philosophentag" nach München. Als Am 16. Jänner war das arablsche Fasten zu einzig bemerkenswerten und ersten Punkt enthielt Ende, um» sollte also daS langerwartete, von dm die Tageöordnnng die A b s i n g u n g des arabischen Fasciste»» gewünschte grohe Judenfressen^Horst-WessclliedeS. KrauS lehnte Höfbeginnen— wenn auch„diszipliniert" und nur in flch a(>. erklärte, zu wenig»nusikalifch gebildet „Demonstrationen". Aber angesagte Revolutionen sein, um den Niedergang der deutschen Philo- ftnden nur n» seltenen Fällen statt. Plötzlich entdeck- sophst in ihrer aktuellsten Erscheinungsforni wür- ten nämlich die Araber, dah eS zweckmähig sei, daS digcu zu können. grohe Ereignis noch um einen Tag zu verlegen, auf. „Jdul Fitr", den 17. Jänner. Und dann brach ganz unerlvartet und gewiss nicht in die politische Rech nung gestellt, der Winter auS. Die Deutsche»» haben ihn mitgcbracht, hiess«S. Eil» richtiger Winter mit Nebel, Schnee und scharfer Kälte; die Oelbäume zitterten und die Palmen schüttelten sich. Wie daS »»r»n so ist, wenn es in Jerusalen» schneit: das seltene Ereignis bringt das GeschäflSleben zum Stocken, der Kaufmann vergisst das Brot z»» schicken, Kasfeelstiuser und KinoS bleiben leer, und alles verkriecht sich hinter die armseligen Petroleuinösen, die schlecht riechen I und qualmen, aber nur ii» Ausnahmesällen wärn»en. lind die Araber? Sie froren genau so lvie die Juden, vielleicht sogar»»och mehr. Die Hitze ihrer Rricgvinst schlug»im zur EiSluft der Gleichgültigkeit. Und die Schneelast, die am 16. Jänner über Jerusalen» lag, bedeckte ihre Plä»»e wie ein Mantel der mohammedanischen Nächstenliebe. Ain 17. Jänner war das Wetter wieder schön, aber daS verführerische Lächeli» der Sonne kam zu , spät,»im jetzt noch Schaden anrichten zu können. 3ti Amerika: HSolarkatte Viele rrodelSopfer— Feuerwehr ata KStteovfer vei Grohvrünven R r w N o r I, 30. Jänner.(Reuter.) Im gröherm Teile des Gebietes der Vereinigte»» Staaten herrscht geradezu eine Polarkältr, welcher bereits viele Personm zum Opfer gefallen sind. Schneeverwehungen mit einen» Sturm, der dir StundengrsilNviildigteit von 58 Mrilm hatte, wütete in New Port» wo darunter viele Arbeitslose lcidm. Die Volksküchen verteilm in atlm Städten Nahrungsmittel. Bei zlvci grossen Feuersbrünsten in New Vork wurdcn am Montag 28 F e n e r>v c h r- leute verletzt; 12 von ihnen schwer. Es herrschte ein Stur in w i n d von über 100 Kilo metern Stundcngeschwmdigkeit. Die Kälte war so stark, dass zehn Feuerwehrleute Ivegcn s ch iu c,r c it Erfrier» n.g c n in ärztliche Be handlung genommen werden mussten. Secks andere Feuerwehrmänner waren von der Kälte so erstarrt, dass sic ausserstande waren, sich durch Fluckt zu retten, als eine 20 Meter hohe Mauer einstürzte. Den Bränden fielen zlvei Hotels, zwei Tanzhallen und ein S p o r t h a u S für Boxkämpfe zum Opfer. Z w e i h u n d c r t P c r s o n e n sind vollkommen obdachlos geworden. Der Schaden beträgt 100.000 Dollars. Die eisige Kälte ist so stark, dass der Bürger- incistcr von New Dock Weisungen gegeben hat, j e d e m O b d a ch l o s e n ohne Rücksicht auf alle Kosten unbedingt Unterkunft zu verschaffen. Im östlichen Teil der Vereinigten Staaten sind alle rcgelniässigc F l u g d i e n st e eingestellt ivordcn. Ter Eisenbahnverkehr erleidet überall starke Verspätungen. Bisher sind 20 Todesfälle infolge der ungewöhnliche» Kälte z»i verzeichnen. Vottttk im Gihnee. . Von ErtzÄh Jerusalem Vier Wochen lang währt das mohammedanische, wobei aber zu betonen ist, dass diese Zertifikatzisfer Rhamadanfest. DagS wird gefastet, gegessen nur des Nachts. Und vier Wochen lang sprach die nationalistische arabische Presse davon, dah man'S nach Ablauf des Festes, am 16. Jänner, den Engländern und den_ Juden einmal gründlich geben werde— mit einer I zur Schcinprosperität von 1826 nicht konjunkturell Demonstration. Die Parolen, unter denen marschiert begrenzt sein dürfte, wird auch von nichtjüdischci» werden sollte, waren die alten: Beschränkung der englischen Experten bestätigt. jüdischen Einwanderung; kein Landverkauf an Juden. WaS wollen nun eigentlich die arabischen Quer-'£ Man war gespannt. Wird die für Jerusalem] treiber? Es kreuzen sich hier mehrere Interessen.■ '■~ Ein paar tausend Studenten mögen von einem Groh-Arabien träumen und von dem Wunsche, erst die Juden und dann die Engländer auS dem Lande zu werfen. Die grossarabischen Hintermänner der arabisch-sascistischen Bewegung, die EffendiS, hassen die jüdische Arbeiterschaft als Importeur deS soziale»» Fortschritts. Aber so direkt sagt man das nicht. Man erzählt vielmehr den Massen, dass im Jahre 1863 hunderttausend Juden ins Land gekommen seien. In i Wahrheit sind«S noch keine zehntausend. Und man! erzählt ihnen, dah die„Gefahr" einer jüdischen Mehrheit drohe. Tatsächlich stehen heute etlva. 280.000 Juden etwa 800.000 Mohammedaner und 100.000 Christen, unter denen auch noch viele Araber sind, gegenüber. Die hebräischen Zeitimgen von rechts bis links lvaren bis zum 16. Jänner begreiflicherweise voll Erörterungen in dieser Richtung. Volksversammlungen flagten in bürgerlicher Sentimentalität, dah eS in» Leben der Völker keine Dankbarkeit gäbe.„Was haben wir den Arabern Gutes getan, dah sie so miss- trauisch sind!", erklärte einer der in witziger lieber» spitzung. Ein gelviffeS Machtgefühl stärkte den arabischen Nationalismus, in den letzten Wochen fühlte er sich wirklich oben. In subjektiv fluger Politik gaben ihm die Engländer daS Zuckerbrot der beschlvichiigen- den Shmpathie. Die seinerzeit festgenomnlenen Führer der illegalen Demonstrationen wurden mit geringfügigen Geldbuhen oder überhmipt nicht bestraft. Die Einwanderung blieb gedrosselt— abgesehen! davon, dass infolge der Oktoberunrnhcn und der übertreibeirden llnruhcgerüchte die kapitalistische Jmmi-1 gration sowieso nachgelassen hatte. CMet .Goziakdemokrat" Mittwoch, 31. Jänner 1934 Re.* Jerusalem Im Schnee Die Stadt Jerusalem ist in diesen Tagen von einem schweren Schneefall heimgesuchi worden, der die ganze Stadt in ein ungewohntes Winter kleid gehüllt hat. tlnser Bild zeigt daö verschneite Jerusalem mit der Omar-Moschee, im Hintergrund links den Oelbcrg KMW- Ule m M MMn PRAGER ZE1TBN6 Nachdem die Bilanz des verflossenen Jahres gezogen ist, nehmen nunmehr die Fachleute der Wissenschaft vorsichtig dazu Stellung, waö unü auf Grund des Erreichten das nunmehr begonnene Jahr voraussichtlich an weitreichenden und um« stürzenden Erfindungen und Entdeckungen bescheren toicd. Stratosphären-Wunder über 20.000 Meter. Es ist kaum darair»u zweifeln, das; nach den Vorbereitungen, die man in Rügland, in Belgien, in Amerika und in Spanien trifft, die 20.000-Meter-Firenze der Stratosphäre in diesem Jahr spielend übe' nnden tvird. Bekanntlich halten die Russen den Rekord mit 18.800 Metern. Oberhalb der 20.000-Meter-Grenze verspricht man sich Ivahre Wunder, vor allein in bezug auf die kosmischen Strahlen, deren tvahrer Natur Prof. Teöla so nahe kam. Dr. Robert Millikan aus Kalifornien behauptet, das; er im Laufe des Jahres 103-1 den Beweis dafür erbringen tverde, daß die Natur aus diesen kosmischen Strahlen all ihre Kraft nimmt. In jedem kosmischen Strahl fti so viel Energie vrrborgen, wie 500 Atome Radium zu entwickeln imstande seien. Auf diesem Wege über die Strahlen direkt oder auf dem Umwandlungötvege, den Tesla fand, müßte man also 1031 jene Energiequellen erschließen können, nach denen man seit Jahrhunderten suchend tastete... Fernsehen vor der Vollendung In Europa sind in vier Ländern die besten Spezialfirmen damit bekräftigt, mit großem Kostenaufwand Versuche mit Fcrnseheinrichtungcn zu unternehmen. Im lebten Monat des vergangenen Jahres wurden in England einige Neuerungen getroffen, die das Fernsehen, die Television auf eine ganz neue Basis drängen. Man sagt sogar, das; die Neuerungen derart seien, daß sic 32 Jahre nach dem ersten Radio-Ozean-Spruch die größte fortschrittliche Sensation bedeuten. Seriöse Radio-Ingenieure behaupten, daß im Lause des Jahres 1034 alles Notwendige erfunden werde, um zum Ende des Jahres oder zum Beginn des Jahres 1935 aus dem Radiohören bereits das Radiosehen gestaltet zu haben— das Radiosehcn für jeden Ein Vergleich mit dem Film erkläre alles. Tas Kino sei mit dem stummen Film unvollkoinmcn aewescn. DaS Bild habe durch den Ton seine Ergänzung erfahren. Daö Radio sei unvollkommen ohne daS Bild. Der Ton müsse eben bildlich ergänzt Iverden... ^m Jahre 1035 spätestens seien wir imstande. zn Hause dem Derby bcizuwohnen, bequem iin Armstuhl, tvährcnd sich draußen auf dem Platze die Menschen drängen und auf die Füße treten. >*» Weihnachten— frische Erdbeeren. Im Jahre 1931 wird die südliche Halbkugel der Erde noch nicht allein für die Ernährung der nördlichen Sorge tragen brauchen, wie cs vielleicht eines Tages sein wird. Aber man hat bereits jene Methoden entwickelt und tvird sie zum ersten Male in diesem Jahr praktisch, anwenden, durch die jede Ware tranSport- rind lagcrfest tvird. Man braucht daS Rostbcaf nicht mehr gefroren auS Australien zu beziehen, sondern„frisch". Man baut große Anlagen, die von Kohlcn-Dioxyd durckströmt sind. DaS ist das gleiche Gas, daö ivir aus unserem Selterwasser kennen. Dieses Gas hält alles, Ivas init ihm i>t Berührung komntt, auf unberechenbare^cit vollkommen frisch. Man kann auch Sommerfrüchte bis zum Winter aufbetvahren, so daß also. wiederum nach Fortschritten, die in den-leisten.Taaen erzielt wurden, kein Hindc- rungSgrund. bestünde, um z. B. Erdbeeren vont Sommer bis zu Weihnachten in krischeni und un- vcrändcrtem Instand, nur unter Kohlcn-Dioryd zu erhalten. Die Lagcrmethoden wirtschaftlicher zu gestalten— daö ist die Erfindnna, die wir in Ergänzung der zum Jahresende des verflossenen Jahres gemachten Entdeckung erhoffen... Geimpft gegen Grippe und Schnupfen! Neben den modernen Vitaminforschungen, den Isolierungen» den synthetischen Darstellungen, neben den neuen Erkenntnissen über die Drüsen« funktionen und Hormonbehandlungen ist Ivohl die interessanteste Hoffnung für die ganze Menschheit jene, die wir auf die Jmvfoorbcugung gegen Grippe sehen.. Der Grippe- oder Influenza-Erreger ist bekannt, nian hat ihn auch während der letzten europäischen Grippewelle isolieren können. Ma» hat ihn auch kulturmäßig gezüchtet. Aber man will 1034 zum ersten Male mit Jmpsvcrsuchen in dieser Richtung beginnen. Man will gewissermaßen durch eine Schutzimpfung die Menschheit liegen den Influenza-Erreger immun ma^en. Man würde dieser Krankheit, die heute iwch viel mehr Opfer fordert, als wir uns bei der Vielfalt der Erscheinungsformen der Grippe klar machen, den Schrecken nehiueu, tvie wir den Pocken, der Diphtherie und anderen Krankheiten den Charakter der MenfchhcitSgeißcl nahmen. Und Auto, Flugzeug und Elektrotechnik... Ob<.3 aelingen wird, die sensationellen Flugzeug- und Autoschnellfahr- und Flugrekorde zu übertreffen, ist nur dadurch fraglich, daß die Maschinen, die noch höhere Leistungen erzielen, ungemein teuer sind und praktisch ja zu anderen Zwecken als zu diesem Rckordslug, zu dieser Rckordfahrt nicht zu gebrauchen sind. In vielen Dingen hat sich die Erfindungsmöglichkeit totgelanfcu. So z. B. in der Elektrotechnik, wo kann» mehr grundlegende oder umstiir- zcndc Erfindungen zu crlvarten sind. In der Flnateckmik rechnet man mit einem genialen Einfall. Denn auch hier hat man sich bei der hartnäckigen Verfolgung einer Entwicklungörcihe festgerannt. Wir springen(verlängert) durch die Luft, aber wir fliegen eigentlich nicht. Und so aibt cS noch mancherlei Gebiete, lvo der.»öttlichc Funke zünden muß, um neue Wege zu weisen. Diese Erfindungen kann niemand Voraussagen. Waö wir vom Jahre 1934 an Fortschriften heute schon erlvarten können, sind jene Erfolge, die auf der Bahn der Entwicklung liegen, die lvir bereits beschritten habe». Dr. C. H. (Nachdruck, auch auszugsloeisc, verboten.) Der„Consrtl" und das „Dritte Reich" Herr Oberleutnant Roßbach urteilt über seinen jetzige» Chef. ES war var mehreren Jahren. In Stettin verhandelte man im BerufungSversahren gegen jenen Fememörder Heines, der heute als Polizeipräsident in Brcölau seine sadistischen Instinkte abrcagiert. Auch Herr Oberleutnant Rotzbach, der berüchtigte Organisator der Organisation„D. E.", auf deren Konto zahlreiche Morde an führenden Republikanern zu setzen sind, war als, freundlich lächelnder Interessent erschienen. Wenn man den etwas allzu rotbäckigen Herrn mit dem leichten, unheroischen.Bauchansatz und der provinziellen Jägerhemd-Anfmachnng sah, konnte Der Rat der Sechzig Dieser Tage hat sich in Prag eine Organisation eine sechziggliedrige Leitung gewählt. Raten Sie einmal, wie die Organisation heißt! Sic glauben doch bestimmt, daß es sich um einen tschechischen oder deutschen gesamtstaatlichen Nationalvcr- band oder um eine andere, riesenhafte, nach Zchn- tausenden oder Hunderftauscndcn zählende Organisation handelt! Aber nein! Für solche Körperschaften wäre ein derartiger Leitungsapparat viel zu groß!. Hier gehts um eine noch nicht dagewesene Masse norganisation, um einen Riesenkörper, um einen Verband von immenser, ganz unabschätzbarer, noch nicht dagc- wescner Bedeutung— kurzum(unsere Leser haben cS gewiß schon erraten), um die K r e i S p alle i t u n g der deutsch demokratischen Freiheitspartei. Seht Ihr, wie falsch cS ist, Menschen und Dinge zu unterschätzen? Da habt Ihr immer geglaubt, daß diese Partei nur eine Tischgesellschaft sei und daß sie in den letzten Monaten gar schon unterm Tisch angekommen sei. Ja, Schnecken! DaS lebt. daS blüht, das gedeiht! Mir nichts, dir nichts, sechzig leitende Köpfe. Das soll ihnen einer »achmachen! Zwar hat sich heute früh bei uns ein Mann beschwert, datz er fast als einziger unter den eingeschriebenen Mitglieder» der dcutschdemokra- tischcn Kreispartei in Prag nicht in den Vorstand gekommen sei— aber das macht nichts, dem Manne kann sicher geholfen tverden. Denn wir haben gehört, daß die demokratische Kreisleitung demnächst sich einen h u n d e r t z w a»z i g» gliedrigen Ersatz lvählcn wird, damit dieser Mann und jene, die in den nächsten hundert Jahren noch dieser Partei beitrctcn sollten, auch immer gleich in die Leitung gelangen. Na, macht ihnen daö»ach? KannS ein vollendeteres Vorbild der Demokratie geben? Jeder sein c i g e n c r V o r st a n d— ist das nicht prachtvoll? Jeder Deuischdemokrat bekommt gleich mit dem Aiitgliedsbüchcl den Marschallstab in die Aktentasche oder ins Handtäschchen. Da staunste! Herr Langhaus bereitet bereits eine Mammutaufnahme der dcutschdcmokratischcn Parteileitung vor und„Frauenfrcude— Mädchenglück" tvird sic kostenlos reproduzieren, auf datz jeder Sudetendeutsche sich vorzustcllcn vermag, wie gigantisch seine Partei zu sein vermag, die ihre Köpfe mit Müh und Not in einem Schock unterbringt. ES stehen auch unmittelbar große, weittragende Beschlüsse dieser Körperschaft bevor. Alle Herren und Damen vom Vorstand sollen* nämlich Titel und Uniformen bekommen. Für den ObcrÜachex ist ein Schlapphut mit Pfauenfedern und eine ncudentsch- altdemokratische Reithose mit Lampas a la Goe- ring vorgesehen... Der Film Salo» Dora Orten DaS ist einer von jenen hitlerdeutschcn Schauerfilmen, für die das Wort Barbarei erfunden werden müßte, wenn es nicht schon cxisftcrte. Einer aus der Rotte der journalistischen Konjunkturschicbcr, der einstige Ullstein-Reporter, spätere Hugenbergschreibcr und heutige SS-Mann H. R. Berndorff, hat einen Spionage-Roman„Diplomatische Unterwelt" von sich gegeben, dessen plumpe Phantasien und Plagiate hier von dem Nazi-Regisseur Henrik Saleen zu einem Film verarbeitet worden sind, der nichts ist als eine Anhäufung von Nauf- und Mord- und unsägliche» Kitschszenen. Man kann der braunen Filmindustrie den Autor, beit Regisseur und die Darsteller neidlos gönnen, insbesondere die süßlich-unechte Mady Christians und den stumpfsinnig-hölzernen Paul Hartmann. Alfred Abel verleugnet sein Können in diesem Fikn demonstrativ. —eis. Die Tänzer!« Barber!«« Wenn man uns schon einen reichsdeutschen Film zeigt, der älter ist als Hitlers Terror und Goebbels Nulturverwüstung, tvarum zeigt man dann ein kitschig-reaktionäres Machwerk auS der Zeit, da Herr man sich eines leichten Lächelns nicht ertvehren. Man war versucht, den zu trauriger Berühmtheit gelangten Madgeburger Kriminalkommissär ten Holten zn variiere» und auszurnfen:»Sicht so ein Verschwörer auS?l" Besagter Rotzbach saß in einer Verhand- luugöpause mit einem guten Freund in einem kleine» verschwiegenen CafL, unweit des Landgerichts. Und plauderte, da er sich unbelauscht fühlte, sehr offenherzig über gewisse Leute, über die heute so offenherzig zu plaudern innerhalb der inztvischctl braun gelvordencn Reichsgrenzen mit dem größten Risiko verbnndcn wäre! So nannte er Herrn Hitler zum Beispiel einen„vollendeten Trottel" und einen„Hysteriker, der selbst von seiner engsten Clique nicht mehr ernst genommen tverden würde."„Neberhaupt," so bemerkte der redselige Herr Oberleutnant,„ist diese ganze Partei ein einziger Schtveinestall. Sie machen sich keinen Begriff davon, tvie hemmungS- von Papen Reichskanzler war und gewisse Berliner Filmfabrikantc» sich mit widerlichem Eifer auf die ältesten monarchistischen Themen stürzten, um sich beim„neuen Kurs" beliebt zu machen? Der Regisseur Friedrich Z e l n i k hat damals den alten„patriotischen" Ladenhüter FridericuS hervorgeholt, lenen Schausvieler Otto Gebühr, der die MaSke des großen Friedrich so oft anprobiert hat, bis sie ihm angeblich paßte. Und als Handlung wurde die Affäre des PrenßcnkünigS mit der Tänzerin Barbe- rina benützt, die einzige Weibergeschichte, die aus dem Leben des Königs bekannt ist. Er hat keine sehr strahlende Rolle dabei gespielt, aber im Film spielt er natürlich eine sehr würdevolle. Eö ist eine dumme Geschichte, ein monarchistisches Kostümfest und eine Häufung mittelmäßiger Schauspielerei(lvovon mich Lil Dagover keine Ausnahme ist). Für die hiesige nachträgliche Aufführung dieses Produktes ist kein Anlaß zu entdecken. Sezlaldem kralisthe Fiaien-OrgaUgn nag Ein Frauen- und Nddchenabend findet am D o n n e r s t a g, den 1. Feber l. J„ inn 8 Uhr abends statt. Abgeordnete Genossin Irene Kirpal.Aussig spricht über daS Thema Die Frau Im öffentlichen Leben BezirkSfranentomitee. *» A chtun g! Der Frauenabend findet nicht, wie in den Einladungen angegeben, im Parteiheim, sondern im Hotri Monopol statt. Kunst und wissen Arbcitervorstcllung„Der eingebildete Kranke", Lustspiel von Molierc. Vorher:„Les petitS riens", Ballett von Mozart. Sonntag, den 4. Feber, um hall' 8 Uhr ini Neuen Deutschen Theater. Karten täglich von 8—2,4—0 Uhr bei Optiker Detitsch, Graben, Koruna. Wochenspiekptnn deS Renen Deutschen Theaters. Mittwoch, 7sh Uhr: Zwei Herzen imDrei- vierteltakt, BI.— Donnerstag, 7% Uhr: Der Barbier von Sevilla, CI.— Freitag, 7Uhr: Tie verkaufte Braut, D 2. Bankbeamte und freier Verkauf.— Samstag, 7’,-i Uhr: Goldenes Prag, AA.— Sonntag, 2'i. Uhr: Arbeitervorstellung: Les PetitS rtrnS, Der ein- grbiidrte Kranke; 7 Uhr: Boris Godunow, Erstaufführung, C 1. Wochensplelplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr: T o w a r i s ch. Donnerstag, Uhr: Die andere Seite, Erstausführung.-— Freitag, 8 Uhr: Weißer Flieder.— Samstag, 8 Uhr: Die andere Seite.— Sonntag, 3 Uhr: Desire«; halb 8 Uhr: Katze im Sack, Erst- aufiührung. Lus der Partei Freie Vereinigung foz. Akademiker, Donnerstag, den 1. Feber, Gencralversanimlung um halb 8 Uhr im Heine. Vcreinsnadiriditcn Klub deutscher Buchdrucker in Prag. SamS- I tag, den 3. Feber, im Saale des Handwerler- vcreins F a s ch i n g b a l l, zu tvelchem Masken erwünscht sind. Eintritt im Vorverkauf 10 Kö. an der Kassa 13 KL. GEDENKET bei affen Anfässen der Arbeiterfürsorge! los da einer gegen den anderen intrigiert." Und dann stellte er noch mit besonders bissigem Unterton fest,>vie sehr seine Spieltrupps(die Herr Roßbach damals mit viel geschäftlichem Geschick infzog), unter der unanständigen Agitation der Nationalsozialisten zu leiden hätten. An dieser Stelle der interessanten Unterhaltung Ivar im Unterton die merkantile Verärgerung des Oberleutnants über die unliebsame Konkurrenz deutlich vernehmbar. Weshalb uns da§ gerade cinfällt? Weil der mitteilsame Oberleutnant jetzt im„Dritten Reich" so glänzende Karriere gemacht hat! Ec hat einen ausschlaggebenden Posten im mysteriösen braunen„Luftschuhdienst" bezogen. Aber Gespräche in kleinen verschwiegenen CafLs ä la Stettin wird Herr Roßbach Ivohl nun nicht nwhr führen. Indiskret. Bezugsbedingungen: Bei Zustellung inS Hauü oder bei Bezug durch die Post nwnatlich KL 16.—, vierteljährig KL 48.—. halbjährig KL 96.—, ganzjährig KL 192.—.— Inserate Weeden laut Tarif ' billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten ersogt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 18.800/V1I/10S0 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G., Prag.