Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSIOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, Redaktion und Verwaltung mao xi!., fochova«. telefon sm. Administration telefon ssm. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR■ WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURI DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 14. Jahrgang Samstag, 3. Feber 1934 Nr. 28 Ate Tiroler Generalprobe Die Gesandten bei Dollfuß Wem noch nicht mit voller Schärfe zum Bewußtsein gekommen ist, wohin die Dinge in Oesterreich bewusst und planmäßig getrieben werden und daß Dollfuß ein hundertprozentiger Fascist ist, dem könnte der Heimwehrputsch in Tirol die Augen öffnen. Und ein Putsch war eS, auch wenn er vorläufig nicht die ihm gesteckten Ziele erreichen und etwa abgcblasen werden sollte, wenigstens ein Putsch auf Probe und in Vorbereitung dessen, woraus der Bun- deskanzler lossteuert: auf die Errichtung einer fascistischen Gewaltherrschaft. Anscheinend ganz ahnungslos hat sich daS offiziöse Ausland und auch ein großer Teil der österreichischen Bevölkerung dem Wahne hingcgeben, das System Dollfuß sei ein Hemmnis dcS Nationalsozialismus und wer nicht tiefer zu blicken vermag, deni konnte Dollfuß dies auch erfolgreich aufschwatzen. Nun zeigt es sich, was wir immer behaup- let haben ,daß es gerade dieses Sy st em ist, welches den Nationalsozialismus stärkt mid dem FastisniuS zustrcbt, einem FasciSnms, der, Äelche besondere Form er in Oesterreich auch immer wählen wird, den Lenkern der demokra- tischen Staaten Europas als wenig geeignet er- scheinen müßte, ihr Ziel, die Bewahrung der Unabhängigkeit Oesterreichs dauern- zu ge- pährlciste», zu erreiche».., Innsbruck und eine Reihe größerer Orte 'm. Tirol sind zur Zeit von bewaffneten Heim- Wchrformationen beseht. Das ist durchaus- im sinne und Befolgung einer Weisung des Bundeskanzlers geschehen, der in seinem letzten Erlaß die Heimwehr gegenüber dem„fluchwürdi- gen Treiben aller Staatsfeinde und Terroristen" zur„Selbsthilfe" aufgerufen hat. Vor einigen Togen Hot neben anderen Opfern dcS von Deutschland aus getesteten nationalsozialistischen Terrors an der Tiroler Grenze ein Finanz- wachbcomtcr als Opfer nationalsozialistischer Mordgesellen sein Leben lassen müssen und sicher hat die Zerstörung von Sachwerten durch die täglichen Terrorakte berestS einen bedeutenden llmsang angenommen. Aber dennoch wäre es sehr naiv, zu glauben, die Mobilisierung der Heimwehr und die Besetzung der Tiroler Städte durch sie diene ausschließlich dem- Willen, der von den Nazis gcwähllcn barbarischen Art des politischen Kampfes ein radikales Ende zu setzen. Was sich in Tirol vollzogen hat, daS ist vielmehr die Vorbereitung zu dem von Dollfuß geplanten Staatsstreich, ist die Probe auf daS Exempel, der die nationalsozialistischen Gewalttaten nur als der Vorwand dienen. Dollfuß hat bisher alles unterlassen, um die schwache Basis, aus der seine Regierung sicht, zu verstärken, der Eindruck ist nicht fortzuscheuchen, daß er nicht ohne Absicht nichts Entscheidendes unternimmt, um den Hoff- nungcn der Nationalsozialisten, die durch den geringen Rückhast der Dollfußregierung in der Bevölkerung genährt werden, ein Ende zu berei- ien, damit ihm nicht der Vorwand dafür verloren gehe, daß eine airdere Art des Regierens nicht möglich sei, als die von ihm beliebte. Der Tiroler Heimwehrputsch, mit Wissen und Willen des Dollfuß durchgeführt, liegt ganz auf der Linie seines Planes. ES hieße vertuschen und beschönigen, wollte man den vollen Ernst der Lage in Oesterreich, svic er nun niit ganzer Schärfe zum Ausdruck kommt, verkennen. Gayz offenkundig betreibt Dollfuß die Taktik des Hinhaltens und Zer» mürbenS. Nicht des Zermürbens des National. sozialiSmus, welchem Spuk- bei gutem Willen ein rasches Ende bereitet-werden könnte, son- decn des Zermürbens der Abwehrkraft der so- zialistischen Arbeiterschaft. DaS Regime Dollfuß war schon bis jetzt ein unverhüllt absolutistisches upd mit den Schlagworten:„Hitler bedroht Oesterreich!",„Der Nationalsozialismus will Oesterreich die Unabhängigkeit rauben!" hat er dst mgMche Notwendigkeit feiner Gewaltherr? Wiener Militär nach Tirol DoHfuß will keine Verständigung mit den Arbeitern Intervention des englischen und französischen Gesandten in Wien Inticliledeiiei Auftreten der Tiroler Sozialdemokraten I Wien, 2. Feber.(Eigenbericht.) Der Plan der Fasristcn, durch den gestrigen Putsch in Tirol bett ersten entscheidenden Schritt zur MaaNergreisnng zu machen, scheint vorläufig durch den entschiedenen Widerstand der Arbeiterschaft zum Stillstand gekommen z» sein. Vertreter der Tiroler Arbeiterorganisationcu waren noch in der Rächt ans gestern bei der Landesregierung erschienen und hatten erklärt, daß die Erfüllung der-Hcimwehr- sorderung nach Anflösnng der sozialdemokratischen Partei in Tirol als Kriegsfall betrachtet werden würde und sofort zum Wider st and mit allen Mitteln und zur Stillegung der Betriebe fuhren müßte. Eine weniger entschiedene, aber auch ablehnende Haltung gegenüber dem Putsch.zeigten di« christlichen Gewerkschaften, dir in einem Ausruf erklären, dir Arbeiterschaft werde sich ihre Organisationen nicht zerschlagen lagen und lehne es ab, daß ihre bisherigen Führer von Personen verdrängt werden, dir die Interessen der Arbeiterschaft nicht vertrete» könne». ihrerseits keineswegs die Absicht hat. mit einer Regierung, welche die FrciheilSrcchte mißachtet, zu arbeiten. Zwischen den Hrimwrhrsührrrn und der Tiroler Landrorrgirrung finden nnnntrr brochrn Verhandlungen statt. Ter Propagandaministrr Tr. S t e i d l e, der bekanntlich Führer der Tiroler Hcimwehr ist, ist nach Innsbruck abgrreist. Man erklärt, daß er die Ans gäbe hat, dort ein.Kompromiß zwischen den Heimwrhrrn und der Landesregierung herbei zuführcn. Daß dir Situation in Tirol immer noch außerordentlich gespannt ist, geht daraus hervor, daß es im Pcrlause des heutigen Tages zu Zusammenstößen mit der Bevölkerung kam, wrbei zwei Personen von der Hcimwehr schwer verletzt wurden. Dir Regierung hat ein weiteres Regiment ans Wien nach Tirol geschickt. Ta Wien nunmehr von Militär säst entblößt ist, wnrde die Wiener Schntzbrigade durch Einberufung aller verfügbaren Hrimwehrlcnte verstärkt. Was, die Bewaffnung dieser Leiste bedeutet, wird klar, wenn man bedenkt, daß dir Truppe vor kurzer Zeit der Konspiration mit den Nazis überführt wurde. Die täglichen Böller Wien, 2. Feber. Hu Neuulircheu an dcr Sndvahn wurde gestern der Arbeitslose Lud- w i g G a u s b e r verhaftet, der nacki längerem Leugnen cingestand, durch längere Zeit Papier böller und sonstige Sprengstofflörper fabriziert zu haben. In St. Pölten sind im Lause des gestrigen Tages vier Papierböller explodiert, darunter einer im dortigen Domhof. In Graz explodierten zwei Bomben. Durch diPExplosion der beiden Bomben wnrde ein Sachschaden von ca. 2006 Schilling verursacht. In Telfö in Tirol platzte gestern ein Papierböller, wodurch 38 Fensterscheiben zerschlagen wurden. In Villach wurden in den Hof des Polizcilom missariatcs zwei Papierböller geworfen. In Spi tal an der Drau sind im Laufe des gestrigen Tages sechs Papierböller geplatzt. Sabotage-Akte der Nazi Die Nationalsozialisten in der niedcröster- reichischen Provinz versuchten an einigen Stellen die Beförderung der Teilnehmer an der heutigen Bauernmanifestation in Wien mit der Eisenbahn zu sabotieren. An einigen Stellen wurden die Telegraphen» und Telephondrähte zerrissen oder andere Hindernisse gelegt, um eine Verspätung der Züge herbeizuführen. Die nationalsozialistischen Sabotageversuche scheiterten und nur in vereinzelten Fällen halten die Züge eine Ileine Verspätung anfzuweisen. s>n Wien warfen unbekannte nationalsozialistische Täler an einigen Stellen Petarden. Auch auf der Ringstraße und beim Nord- wcstbahnhos explodierten während des Umzuges Petarden. Die Explosionen verursachten aber tein Unglück. Zurückgezogene Heimwehrforderung Dir Tiroler Landesregierung setzte sich»ach der Erklärung der sozialdemokratische» Arbeitcrvcrtreter mit der Wieuer Zentralrcgicrnng in Verbindung. Am Laufe der Nacht wurde de» sozialdemokratische» Funktionären mitgeteilt, sie mögen dieForderungder Heim wehre»«ach Auflösung der sozialdcmokratisckien Partei alszurückgezoge n betrachte». Inzwischen waren aber auch in Wien Ereignisse emgetrrtrn, dir Herrn Dollfuß zur Vorsicht mahnte». I» de» Abcndstnndeu erschiene« beim Bundeskanzler dir Gesandten Eng laads und Frankreichs, die daraus hinwiesrn, wie sehr ihre Rogirruugrn über die Entwick- luag der Ereignisse in Oesterreich besorgt seien und daß besonder» die Vorgänge in Tirol große Unruhe Hervorgernfen haben. Wenn auch nicht bekannt wurde, welche Auskunft Dollfuß de» Diplomaten gegeben hat, so kann man doch nnnehmen, daß dir Intervention nicht ohne Eindruck geblieben ist»ad ihm de» a« ß e r o r d e n t l i ch e» E r» st der Lage klar gemacht hat. Domhof. In Es ist aber bezeickmend. daß die Regierung> gestern fünf Papierböller sowie bei einem Empsaug der AuslaudSfourualisten in Wien erllären ließ, es venünden keine psycho- | logischen Voraussetzungen für eine Verständigung der Regierung und der Sozialdemokratie und die Regierung habe auch nicht die geringste Absicht, eine solche Verständigung herbeizusühren. Der Parteirat der Sozialdcmolratic habe ja bereits erklärt, daß die sozialdemokratische Partei auch Der Bauernaufmarsch Der Aufmarsch der niederösterreichischen Bauern in Wien, an welchem nach Angaben der Regierung 100.000 Menschen teil nahmen, wäh-i rend unparteiische Beobachter höchstens 85.000 Personen gezählt haben, gab der Regierung Gelegenheit, darauf hinzuweisen, daß sie noch nicht ganz ohne Gefolgschaft ist. Nachdem der Zug, in Welchem vor allem die vielen Musikkapellen aus- fielen, die Halle deü Nordwestbahnhofeü erreicht hatte und eine Feldmcsse zelebriert worden war, sprachen der Obmann des Niedcrösterreichischen Bauernbundes R e i t h e r, der dem Sozialismus jeder Art den Kampf ansagte, und der Bundeskanzler, der erklärte, daß die Negierung dem Terrorismus auch weiterhin mit Festigkeit entgegen- treten werde und wiederum darüber»läge führte, daß die Nationalsozialisten aus dem Reiche Unterstützung erhalten. Der Niederüsterreichjsche Bauernbund besieht zum größten Teile aus Organisationen, die sich bisher einer fascistischen Gleichschaltung widersetzt haben.: Ob sie diesen Widerstand angesichts der Haltung des Bundeskanzlers nicht aufgeben werden, ist keineswegs klar. Die Reden auf der heutigen Kundgebung in Wien waren so zweideutig, daß sie den Bauernbund in keiner Weise gebunden haben. schäft zu begründen gesucht. Und leider haben sich jene europäischen Mächte, die kein vergrößertes Hitler-Deutschland wollen, durch diese Melodien betören lassen, haben ihn, den kleinen Kanzler, als wackeren Kämpen gegen die Pest des Nationalsozialismus sehr geschätzt. Mit dem hingehaltcnen Köder hat Dollfuß daS bürgerlich, demokratische Europa cingcfangen und wohlwol- lend schloß es die Augen davor, daß Dollfuß in Wirklichkeit stets nur halbe Maßnahmen gegen den Nazi-Teeror unternahm, daß er. bis in letzte Zeit hinein gegen seine Urheber eine geradezu evangelische Milde betätigte und zu gleicher Zeit um so schärfere AusnahmSversü- gungen gegen die Demokratie und gegen die sozialdemokratische Arbeiterschaft erließ. AlleS erschien röcht,„wenn-dabei nur die Unabhängig- kost Oesterreichs zu,verbleiben schien. Der Mann auf dem Bundeskünzlerposten, der so erfolgreich verstanden" hgt,.- den- österreichischen Schilling hcruiftcrzuwirtschasten, hätte längst ohne Hitler seine Unfähigkeit bewiesen und längst schon wüßte alle Welt, was hiiüer dem stinkigen Eigenlob und den armseligen Phrasen, mit denen er ständig paradiert, steckt. Dollfuß, der Nazi-Gegner l Hat er nicht von Hitler gelernt, daß man auch ohne Parlament regieren könne, wobei der christlich-fromme Herr vor einem Vcrsassungsbruch ebenso wenig Bedenken hat,, wie seine fascistischen Vorbilder? Hat er nicht seincrzest den Hitlerleutcn ein Bündnis angebo- test, ihnen zwei Sitze im Ministerium bereitgestellt und hat er damit nicht klar dargetan, daß er den Hitlerismus mit einige» kleinen Modifikationen durchaus für ministcrfähig und büiidni^reis hält? Und seine innige Verbundenheit mit Ttarhcmberg, der die Beseitigung aller Part-ien und die Errichtung des reinen sascisli- schon Staates für sein ausdrückliches Ziel er- klärt! Soll man sich mehr wundern über die Ahnungslosigkeit oder iiber die Beschränktheit jener Faktoren, welche in Dollfuß noch immer dcn Mann feiern, der heroisch die Unabhängig koit Oesterreichs verteidigt, obwohl ihnen doch cinleuchten müßte, daß dieser llnabhängigleit von feiten Hitlcr-Deutschlands eine ernsthafte Gefahr nicht droht, daß Hitler sich, wenn erst eine österreichische Regierung da wäre, welche festercn Boden unter den Füßen hat, es sich Wohl überlegen würde, in Oesterreich eiuzumar- schiercn und daß die von Dollfuß erstrebte fasci- stische Regierungsform erst recht die Hoffnungen Hitler-Deutschlands aus Vernichtung der Unabhängigkeit Oesterreichs stärken würde. Der Heimwehrputsch in Tirol hat schlag- lichtartig die Situation erhellt. Wird Europa auch darnach noch in seiner Blindheit verharren?! «die 2 LamStag, 3. Frier 1984 M.r» veutscke(Zesenrezieruns? Lorlalclemoleratlscke Partei Jugoslawiens wird neu gegründet Belgrad, 2. Fever.(Avala.) Der große Kongrcst zwecks Borbereitungen zur Reugrlindung der sozialdemokratische» Partei in Jugoslawien, wird am 3. nnd 4. Feber in den Räumlichkeiten der Belgrader ArbeitSkammrr abgrvalten werden. An dcm Kongreß werden auch zahlreiche Delegierte aus dem Auslände u. a. der ehemalige Minister Dr. Leo Winter und Redaktcnr Jirout aus der Tschechoslowakei, der ehemalige Präsident des österreichischen NationalrateS Dr. Renner nnd der ungarische Abgeordnete Payer teilnehmen. »er nalionalsozialBliidie Ansturm aul die Unabhdnnlnliell OestFrreldis Berlin, 2. Feber. Die deutsche Regierung hat die Antwort auf die österreichische Beschwerde in Berlin veröffentlicht. Darin wird behauptet, daß es sich nicht um einen Konflikt zwischen den beiden Staaten handle, sondern um die„AuSein- andersctzung der österreichischen Regierung mit einer historischen Bewegung." Deutschland sei befremdet, daß es einer Bedrohung der österreichischen Unabhängigkeit verdächtigt werde, denn es habe immer darauf Bedacht genoinmen, eine Verschärfung der Lage zu vermeiden. Die österreichische Legion sei aufgelöst wor- den und es fei unwahr, daß die Flüchtlinge an der Grenze konzentriert seien. Ebenso leugnet Deutschland, daß Sprengstoffe und Propagandamatcrial nach Oesterreich befördert lvurdcn und eS sei ausgeschlossen, daß amtliche oder parteiamtliche Stellen an Schmnggeltranüporten beteiligt waren. Die Presseangrifse auf Oesterreich seien nur eine Ant» wort auf Ausfälle der Wiener Blätter gewesen. Am deutlichsten spricht der Hohn aus jenem Absatz, in welchem behauptet wird, daß die Rundfunkhetze gegen Oesterreich den internationalen Gepflogenheiten nicht widerspreche und die Borträge über Oesterreich lediglich zur Information der reichsdeutschen Hörer bestimmt seien. voiikuü' Doppelspiel Am interessantesten ist die Bestätigung des Doppelspiels, welches Dollfuß treibt. Die deutsche Antwortnote stellt fest, daß der reichS» deutsche LegationSrat Erbprinz zn Waldeck und Pyrmont seinerzeit mit Wissen und Billigung der österreichischen Rcgierimg Habicht nach Wien zu einer Zusammenkunft mit Dollfuß begleiten sollte. Diese Zusammenkunft wurde dann überraschend abgesagt. Bei einem zweiten Bersuch in Wien wurde der Prinz in Frauenfelds Wohnung ge- meinsani mit Alberti verhaftet. Gesandter Tauschltz nach Wien berufen Der österreichische Gesandte in Berlin Jng. Tauschltz wurde heute telegraphisch zur Berichterstattung nach Wien berufen. Eine Aktion Otto Strassers Zuerst hat vor einiger Zeit schon Willi Schlamm in der»Weltbühne" den Gedanken eines deutschen„G egen Parlaments" entwickelt, das die antifascistischen Kräfte zusammenfassen und die Grundlinien deS gemeinsamen Kampfes verschiedener Richtungen gegen Hitler fcstlegen sollte. Nun tritt Otto Strasser im Nmnen eines Aktions-Komitees der Deutschen Revolution an die Oeffentlichkcit. Das Komitee nennt sich eine »Deutsche Gegenrcgierung" und erklärt als sein Ziel, den Kampf gegen die Diktatur der Reaktion und Hitlerpartei zu vereinheitlichen wobei eS„schon heute" die Maßnahmen vorbereite, die nach dem Sturze des HttlersystemS in Deutschland durchzuführcn sind. Leider erfährt man nicht, wer sich hinter den „sozial-, national- und kulturrevolutionären Gruppen und Einzelpersonen" verbirgt, die das Komitee gemeinsam mit der Schwarzen Front Strassers gebildet haben. ES ist selbstverständlich unmöglich, in De u t s ch l a n d arbeitende Gruppen anzuführen, sofern eS sich aber um Emigranten und ihre Vereine handelt, sollten sie doch ans Licht der Oeffentlichkcit treten, wenn sie schon zn einem so großen Zuge Ivie der Bildung der«Gegenregierung" ausholt. DgS Komitee wird in Prag eine von Strasser redigierte Wochenzeitschrift„Die Deutsche Revolution" hcrausgeben und verweist auf die Schriften Otto Strassers als Dokumente seiner grundsätzlichen Einstellung. Demnach handelt eS sich bei der neuen Organisation wohl um eine im wesenlichen auf die Schlvarze Front beschränkte Aktion. Es ist bedauerlich, daß der Begriff einer einheitlichen Kampffront in gewissem Sinne mißbraucht wird, um eine Ein« zelaktion zu decken. Denn so wenig heute schon eine Gegenrcgierung gebildet werden kann, so nötig wäre sicher eine Koalition der Hit- lcrfcin blichen Gruppen, denen sehr viel gemeinsam ist. llm so mehr ist das ganz selbständigen Vorgehen Strassers in einer Form, die den Anspruch auf die alleinige Vertretung der Deutschen Revolution erhebt, zu bedauern, als der Aufruf des Komitees„An das deutsche Voll" eine gewisse AnnähcrungStras» serS an die marxistische und von ihm vor wenigen Monaten no^ heftig befehdete Links« opposition verrät. In der Einleitung deS Aufrufs kehrt freilich ■ noch die-typisch Strasserfche Wendung wieder, daß „Reaktion und Kapitalismus" es verstanden haben, sich unter dem„Deckmantel des Kampfes gegen den Marxismus" in die Regierung zu drängen, um damit die ohne« hin unzureichende revolutionäre Energie der Hitler-Partei völlig zu brechen. Als ob nicht Reaktion und Kapitalismus die Hitlerpartei immer in der Tasche gehabt, sie bc. zahlt und in den Sattel gehoben, vom ersten Augenblick der sooenannten»nationalen Revolution" an gegängelt hätten! Sie hatten eS nicht nötig, sich„hineinzudrängen", denn sie saßen vom Anfang an diesem Tisch, sie brauchten die unzureichende revolutionäre Energie nicht zu brechen, denn diese existierte überhaupt nur, soweit sic in der Agitation unumgäng lich nötig war. Otto Strasser braucht sich nur seine» berühmten Gesprächs mit Hitler zu erinnern, um zu erkennen, daß Adolf nie ein Sozialist gewesen ist und nicht erst von Papen und Sckimitt hineingelegt werden mußte. Der Aufruf stellt aber doch, sich der marxistischen Ausdrucksweise nähernd, fest, daß die Klassenherrschaft des Besitzes über die Arbeit uneingeschränkt in Kraft blieb und wendet sich gegen Kapitalismus, Parteiherrschaft und Kirchendiktatur. Die Neuformung deü deutschen Lebens aber dränge zum Licht im Deutschen Sozialismus, in der ständischen Selbstverwaltung und Im arteigenen Gottglauben. Das ist nun wieder ganz Otto Strasser! Der So- zialismuü als eine deutsche Angelegenheit, die ständische Selbstverwaltung als Kompromißformel für Hitlerschcn Sozialismus, Ständestaat a la Dollfuß, Gildensozialismus, Syndikalismus und was sonst man sich darunter vorstellen mag, und endlich den arteigenen Gottglauben an den Deutschen Herrgott, Sohn WotanS. Ganz entgegen dieser ersten Formulierung kommt der Aufruf, der auch stilistisch kein Meisterwerk ist und von Wiederholungen und Widersprüchen strotzt, dann zu einer wesentlich klarerer» Kundgebung der Ziele ter deutschen Revolution. Es wird„völlige Unabhängigkeit deS Glaubens" gefordert, das freie sozialistische Deutschland innerhalb der durch wahre Gerechtigkeit befriedeten Europäischen Föderation und die ständische Selbstverwaltung wird durch den fester zu greifenden Begriff der BedarfsdeckitngSwirtschaft deS nationalen Sozialismus erseht, worunter man immerhin auch die autarke Durchgangsform des Sozialismus auf seinem Wege zur Weltwirtschaft verstehen kann. Im Rahmen dieser neuen Gesellschaft, die demnach als europäisch gedacht wird, soll auch die Minderheitenfrage, einschließlich des JudenproblcmS gelöst werden, und zwar unter»Anerkennung des Grundsatzes der Verschiedenheit, aber der Gleichwertigkeit aller Völler und unter Hochhaltung der gleichen Menschenivürdk". Jjs'der ständischen Md^nällo- nalen Selbswerivaltung werde sich eine Führerschicht der höheren Leistung und des festen Charak- terS bilden. Auch das ist nicht restlos klar. Die Schlußparolen des Aufsatzes lauten: Gegen den'uternationalen Kapitalismus— für den nationalen Sozialismus! Gegen Fascismus. und Reaktion— für Volksgemeinschaft und Selbstverwaltung! Gegen das Versailler Diktat wie gegen jeden Imperialismus— für Deutschlands Freiheit im freien Europa! Wenn man Aufruf und programmatische Forderungen deö Strasser-KomitccS mit dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Programm der SPD vergleicht, wird n>an erst die Gefahr der Unklarheit in den Kundgebungen der Schwarze:: Front und den Nutzen der geistigen Klärung ermessen, die sich in der. Sozialdemokratie seit der Broschüre»Revolution gegen Hitler" und auch noch seit der MileS-Broschüre vollzogen hat. Otto Strasser hat sehr starke Kräfte für sich: er und seine lleine Truppe treten unbelastet durch Tradition und eingewurzelte Ideologien mit sehr viel OptimiS m uS u n d E n e r g i e auf die Bühne der Geschichte, auf der sic, wie wir nie geleugnet haben, Ivahrscheinlich noch eine Rolle spielen werden. Gerade auf der neuen Platifonn des Aktionskomitees zeigt sich aber doch eine Dürftigkeit der Ideen, eine Verwirrung im Wesentlichen, die uns beweisen, daß eS an der Schwarzen Front wäre, den Weg zu marxistischer Klarheit zu suchen, keineswegs an uns, den vielgescholtencn Marxismus gegen die gutgemeinte, aber von Zielsicherheit weit entfernte Ideologie Otto Strassers einzutauschen. Nur wer das erkennt, wird eine„deutsche Gegenrcgierung" schaffen können. Dimitrow nach Berlin überfahrt Berlin, 2. Feber,(dnb.) Die bisher in Schutzhaft gehaltenen Bulgaren Dimitrow, Popow und Tanew sind nach Berlin übrrgeführt worden. Monarchistische Verbände verboten Berlin, 2. Feber. Auf Grund einer Anregung des preußischen Ministerpräsidenten hat sich der Reichsinnenminister veranlaßt gesehen, die Landesregierung zu ersuchen, allemonarchi- stischcn Verbände sofort aufzulösen undzuverbieten. Diese Maßnahme hätte sich nach einem offiziellen Kommentar erübrigt, wenn sich die Verbände der gebotenen Zurückhaltung befleißigt und auf die Pflege rein geschichllicher Erinnerungen beschränkt hätten. Der nationalsozialistische Staat werde die historischen Verdienste großer deutscher Fürsten und preußischer Könige stets anerkennen. Er könne es aber nicht dulden, daß sich»dunkle Elemente" in die monarchistische Bewegung einschlcichen und den Versuch machen. siezueinerOpposition gegen den Nationalsozialismus auszu- bauen. Schon solche Versuche verstoßen angeblich gegen Sinn und Geist des Gesetze? gegen die Neubildung von Parteien vom 14. Juli 1933, dar die nationalsozialistische Arbeiterpartei als die einzige in Deutschland bestehende Partei anerkannt habe. 176 Jahre Zuchthaus Hamburg, 2. Feber. In dem großen.Hamburger Sprengstoffprozeh, der das hanseatische Sondcrgericht seit zwei Wochen beschäftigte, wurde heute das Urteil gefällt. Von den 31 Angellag- ten wurden zwei freigesprochen. Gegen einen Angeklagten wurde daS Verfahren abgctrennt, die übrigen 28 Angeklagten wurden zum Teil unter Einbeziehung früherer rechtskräftig erkannter Strafen zu inSgefa:::! 176 Jahren Zuchthaus und 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Hauptange- llagten erhielten Strafen Im Ausmaß von 10 bis 25 Jahren Zuchthaus. 14 6. M. de Jong: Vfa&MunqiM Hacke tin XtMnon in vier tpteoden Autorisierte Ueberaetzung aus dem Holländischen von E R Fuchs. Verdammt... Was rauschte das Korn!... Sollte der Teufelshusar doch auf ihn zukommen? ... Er mußte weg, und schnell... ganz still und gebeugt weghuschcn... Dort drüben tvar der Mühlbach mit seinem Schilficht und seinen lilienbewachsenen Ufern... Wenn er dorthin kommen könnte, könnte er sich bis znm Hals ins Wasser stecken, den Kopf zwischen dem Röhricht... kaum, daß der berittene Wlpel ihn da fand... Vorsichtig krgch er weiter, eifrigst bemüht, die Aehren so wenig als möglich zu bewegen... Da erfaßte ihn etlvaö mn Bein und mit einem schrillen Schrei fiel er vornüber und zerrte und zog an seinem Fuß, aber es Ivar ihn: genau so, als ob er st: eine Schlinge geraten Ivärc, und er begann verzweifelt zu fluchen nnd zu schiinpfen. das Gesicht in die duftenden, trockenen Halme gepreßt, wüst umherschlagend mit seinem freien Fuß. Hinter ihm erscholl lautes Rauschen, als ob Wasser durch eine Schleuse brauste, und eine starke■ .Hand erfaßte ihn bei den Schulten: mü> hob ihn auf. Peter gebärdete sich wie toll. Sein Fuß war mit eineinmal befreit aus der Schlinge der ver- knüpften Halme und er kämpfte verzweifelt, kämpfte fiirFreihcit undLeben, schlug, trat, kratzte, biß wie rasend... Aber der Wachtmeister um- llaunncric ihn mit seinen Armen wie ein Schraubstock und drückte ihn an sich, das; ihm der Atm: aus den Lungen gepreßt wurde und er wie ein Frosch in Gefahr zu quaken begann. „Verdammter Rotzbub!" fluchte der Husar. »Halt dich still!... Ich w'll dir doch nichts Böses tun!... Ich soll dich nach Hause bringen, das iS alles... Halt die Pfoten still oder ich mach Brei mw dir!" „Hab nifcht getan!" gellte PcterS schrille Stimme.„Laß mich los. Schmutzfing!....Hab nich mal gewußt, daß das der Kronprinz Ivar!... Wie hätt ich's wissen sollen?... Er hat'ö mit keiner Silbe gesagt!" Er heulte wie ein zum Tode Verurteilter, in langen, gelleiwen Tönen. All sein Mut und seine Frechheit— die eines hartgesottenen Lausbuben — verließen ihn und schlaff hing der magere Körper in den starken Armen des keuchenden Wachtmeisters^ Den erfaßte Mitleid mit dem krampfhaft schreienden Knaben und er sagte: »Nu so hör doch auf mit dem Rumschlagen! ... Wenn du nischt Böses getan hast, brauchst du dich auch nicht zu fürchten!" „Nicht inS Gefängnis?" schluchzte Peter argwöhnisch. «Du bist verrückt, Junge! Komm, ich muß dich jetzt Hein: bringen für den Rittmeister. Wo wohnst du?" Ein lleiner Lichtstrahl drang in PcterS entsetztes Herz. Bebend nannte er ihm die Gasse, in der seine Eltern lvohnten. x „Nu dann komm mit... lverd dich hülten auf mein Pferd setzen und dann reiten wir dahin." Mit aroßen Schritten watete der Husar durch das jtzoo:. ständig die Hand deü kleinen Strolches festhaltend, der strampelnd mitging und sich nicht mehr sträubte. Der Wachtmeister murrte innerlich. Der Ritt zur Stadt macht« ihm einen unangenehmen Strich durch die Rechnung.... Seine Herzallerliebste sollte heute abeich- vergeben- schmachten nach'«stier breiten Brust und dcm gierigen, schnurrbärtigen Mund.-. Der verdammte Lausbub auch! Das Pferd Ivar an einen Zaun gebunden, die Zügel!'* er den Kopf,. und es wieherte fröhlich, als es fest:«» Herrn nahen sah. Dieser nahm den Bursckien unter den Arm und setzte ihn rittlings hinter den Sattel. „Jetzt halt dich an mir fest," kommandierte er barsch; Peter nickte gehorsam und schaute verdutzt von seinem hohen Sitzplatz aus die dämmernde Welt ringsum, die jetzt gawl anders aussah. In: Westen verblich da? letzte Abendrot zu einem glänzenden Rostbrann in: pcrlmuttersarbcnen Himmel. Ein paar hochdahinziehende Wolken glühten rosig angehaucht mit feuerfarbcnen Rändern. Und über die Erde breitete sich die Fahlheit der Dämmerung wie ein stets dichter werdender Rauch, der alle Formen verschleierte, alle Farben langsam verlöschte. Noch ragten die Türme der Stadt und die rauchspeienden Schornsteine schwarz gegen den verdunkelnden Himmel. Ruhig trabte das Pferd Uber die Straße. Der Mann vor Peter wippte im Sattel regelmäßig auf und ab und dieser begriff nicht, wie er das bewerkstelligte. Er selbst wurde auf dcm schwitzenden Pferderiicken auf und nieder geworfen und es schstu: ihm, daß er zeitlebens ein Narr gewesen, wenn er das Reiten auf einem Pferd sehistichst gewünscht hatte. Es war eine ausgesuchte Marter und mit jeder Minute verstärkte sich sein unbehagliches Gefühl und stechender Schmerz begann seine heimgesuchte Ditzfläche zu brennen. Aengstlich und verdrossen klammerte er sich an den gleichgültig wetterreitenden Husaren, der eine Pfeife rauchte und sich augenscheinlich nicht bewußt war, daß hinter ihm ein gepeinigter Knabe mithopsie, der auch ohne die Mißhandlung durch einen wunderlich stoßenden, wetzenden Pferderiicken unglücklich genug war. Er dacht« eben daran, sich heimlich vom Pferd gleiten zn la^en und zu fliehen. Aber einem Pferd ihm den Kopf-ertrainvelte?... Und selbst wenn er gut davon kam, welche Chance hatte er dann noch gegen diesen Reiter?... Das Beste war, ruhig abzuwarten, ob sich eine geeignetere Gelegenheit bot, die B«ike->zwischeu die Achseln zu nehmen.., Eü war ihm wohl versprochen worden, daß niemand ihm Böse- tun würde und daß er I bloß nach Hause gebracht werden sollte, aber diese Art von Gerede war zu durchsichtig, als daß es Peter nicht durchschaut hätte. Natürlich ritten sic geradewegs auf's Polizeirevier und Peterchcn Ivar der Gelackte. Wurde ins Loch gesteckt wegen diesem Rohkcrl von einem Kronprinzen... Allmächtiger Gott, was sollte das noch werden!... Und Ivie glühten nnd schmerzten nnd stachen seine armen Hinterbacken! Der Wachtmeister klopfte am Stiefelschast seine Pfeife aus. Dann sagte seine knarrende, barsche Stimme: »Halt dich fester an, Junge... Wir werden schärfer reiten." Aengstlich klammerte Peter seine Arme nm die Mitte des Reiters und in demselben Augenblick schien eS ihm, daß das Pferd in weitem Bogen In die Luft sprang. Aber cs begann unter den Sporen deö Husaren bloß zu galoppieren und nun ging- in tollem Ritt weiter. Wie estr Wirbelwind schoß daü Pferd die Straße entlang und Peter schrie auf, schloß fest seine Augen und hielt sicki mit de« ganzen Kraft seiner Arme fest, um nicht Iveggcschlcudcrt zu werden. Aber gar schnell bemerkte er, daß das regelmäßige Auf und Nieder deö schnellen Galopps viel weniger schmerzhaft und unangenehnt Ivar als das furchtbare, schiit- terndc Stoßen des Trabs. Er öffnete wieder seine Augen, tief atemholend, und betrachtete durch den Arm de- Wachtmeisters hindurch die Lichter der Stadt, die aus der tiefen Finsternis aufblinkend auf das eilende Pferd und feine doppelte Las! fielen. Die würden nun wohl rasch dort sein... Und Ivas dann?... Die Polizei... das dunlle, leidige Gefängnis... tief unter der Erde viel« leicht, in einem schimmeligen Keller, voll mit stinkigen Pilzen, Ratten, Kröten, Fledermäusen und Spinnen... Und er konnte nichts unternehmen, um seinem Schicksal zu entrinnen! t Fortsetzung folgt.) SfltttBfrt«, 8. Feber 1034« CÄ»8 Rache für einen SA-Spltzel München, am 81. 7. 1038. C) .,, j lllllt L UCIIl AllCl,>|C(JILlpUlllQliUC P C V neuerlich anuerau- Brünner Bürgermeisters" bringt die Ohne Rumpeln, ohne Reiben schonend und resch blOtenweihe Wüsche durch Radion. Tie Mandatsausteifung für Aussig-Land. Tas Bezirksamt in Aussig hat gestern insgesamt 202 Dekrete erlassen, die einerseits die Ernennung neuer Gciiicindcfunktionärc, andererseits die Einsetzung in höhere Funktionen, sowie schließlich die Ernennung neuer Ersatzmänner in die Gemeinden enthalten. Im Anssigcr Bezirk außerhalb Aussig- Stgdt wurden 142 Mandate der deutschen Nationalsozialisten und 23 Mandate der deutschen Na- twnalpartei, insgesamt 165 Mandate, aufgehoben. Neu gewonnen haben: Die deutschen Sozialdemokraten 64, der Bund der Landwirte 43, die deutschen Christlichsozialen 12 und verschiedene Wahlgruppen 46 Mandate. A) B) Es ist ja so einfach: Washington, 2. Feber. Die amerikanische Regierung studiert mit großer Aufmerksamkeit die inhaltliche Zusammenfassung der britischen AbrÜstnngsdenkschrift, die der britische Botschafter Außenminister Hüll übergeben hat. Eine offizielle Stellungnahme der Regierung wird mit der Begründung abgrlehnt, daß dir von London und Rom ausgehenden Borschlägr mehr denn je erweisen» daß es sich noch immer um rin reineuropäisch esProblem handle, um die Einigung zwischen dem deutschen und dem französischen Standpunkt. Unter keinen Um- stönden wollen die Bereinigten Staate» sich in diese Dinge mische», wenn sie auch dringend hoffen, daß die deutsche»nd die französische Regierung bald zu einem Ergebnis gelange» werden. abends die Wüsche einweichen, früh Redlon in keltern Wasser auf- lösen und die Wüsche dann In der Lösung mindestens 15 Minuten kochen, die Wüsche erst werm, denn kelt schweifen, bis das Wasser klar bleibt... und fertig ist die Wüsche 1 Der Chef deö Stabes: gez. Röhm. F. d. R. unleserlich. Gruppenführer. Der Oberste SA-Führer. Eh. Rr. XXXX/83. Betreff: DiSeiplin. Verteiler MN. Dalatiler als Untersuchungsrichter im Fall Stnviski. So unglaublich es klingt, diese Zahl ist nur ein kleiner Teil dessen, was eine Hausfrau für ihre Familie zu waschen hat. Wie viele Stunden muhte sie früher, über den Waschtrog gebüdtt, damit verbringen, die Wäsche zu reiben und zu rumpeln I Heute hat keine Hausfrau diese Mühe mehr nötig. Es gibt ja Radion. Und Radion verrichtet die Arbeit allein. auf die Journalisten empfangen. Sonntag abends iverden die drei Minister die Rückreise antreten. Reihen bis zu z io ö l f Marxisten nm» z u I e g e n. Ties haben die Vorfälle von Braunschweig gezeigt, dies wird durch den neuen Massenmord wiederum bewiesen. Verantwortlich Abrüstung— ein rein europäisches Problem Amerika lehnt Jede Einmischung ah wäscht eine Hausfrau in 4 Jahrzehnten! Plag'Dich nicht RADION Konferenz der Baikanstualen Belgrad, 2. Feber.(Avala.) Die Konferenzen der vier Außenminister der Balkanstaaten (Rumänien, Türkei, Griechenland und Jugoslawien) werden morgen um 10 Uhr im Arbeitszimmer des jugoslawischen Außenministers Jev- tii beginnen. Am Sonntag werden die vier Minister zur Schlußsitzung zusammentreten und hier- Mit der Veröffentlichung dieses Befehles, der auch den SA-Führern in den Konzentrationslagern zugestellt wurde, sind die bei der Ermordung von Marxisten zu beachtenden„Grund- freitägige„Deutsche L a n d p o st" eine Notiz, die also beginnt: „Der sozialdemokratische(l) Bürgermeister von Brünn, Tomeö, hat eine Fleißaufgabe, zu der er weder verpflichtet, noch berechtigt tvar, gemacht. Er hat durch eine Kundgebung mitgeteilt, daß Brünn eine einsprachige Stadt ist." Der Sperrdruck des„sozialdemokratische n" Bürgermeisters und das Rufzeichen daneben stehen so irrt Original und sollen so, Ivie der ganze Inhalt dieser „Landpost"-Notiz die besondere Verwerflichkeit der Handlung darin», iveil sie eben die eines So- zialdemolraten sei. Wir stellen fest— was allgemein bekannt ist— daß der Brünner Bürgermeister Toms nicht tschechischer Sozialdemokrat, sondern tschechischer R a t i o n a l s o z i a l i st ist. Wir nehmen an, daß die„Deutsche Landpost" richtigstellen Ivird, wobei inan aber auch wird erkennen können, ob ihre Leichtfertigkeit Hand in Hand mit ihrer Unwissenheit geht — oder aber, ob es sich nicht um Unwissenheit und Leichtfertigkeit, sondern inn etwaSande- r e s handelt, für daö Ivir augenblicklich noch nach dem Namen suchen... RADION wäscht allein für dieses Abschlachten Wehrloser ist in erster nie die Führung der SA, also der Reichskanzlel selbst, und sein„Busen"-Freund Röhm. Der Geheimbefehl, den der Stabschef der 2 über die„Sühne" für Morde an SA-Lente» an l gegeben hat, lautet: Entspannung in Drin Belegschaften von„Zentrum" und„stolum- i b»s" ausgefahrrn.— Obrrtags 1100 Streikende. Brüx, 2. Feber. Die Bergarbeiter ans der Grube„Zentrum" und ,„Kolumbus", sind Freitag den 2. Feber zwischen IN und 11 Uhr anSgeiahren. j so daß der H u n g e r st r e i k untertags beendet ist. In die Grube sichren die Ret-! tungS- und SicherheitSmannschasten ei». Tie! ausfahrenden Bergleute tvaren ziemlich schwer er-! schöpft, ihr(Gesundheitszustand gibt aber zu Befürchtungen keinen Anlaß. Beiin Ausfahren der I Bergleute versammelten sich vor der Grube„Zentrum" etwa 130 Personen. Tie Abgeordnete Ho- dinovä-Spurnä versuchte eine Rede zu halte», doch wurde sie daran gehindert. Die Belegschasten sind ausgesahren, nachdem ihrem Ersuchen nach einem Generalpardon seitens des Revierbergamtes und der Be- zirkSbehörde entsprochen worden war. Nur bezüglich jener Uebertretungen, die gerichtlich geahndet werde», konnte ein Generalpardo» nicht zugesichert werden. Das Ausfahren vollzog sich in Ruhe und vollständiger Ordnung. Mit Rücksicht daraus, daß die Belegschasten der Aufforderung deS Revierbergamtes, ausziisah- ren nachgekommen find, wird die Bergbehörde die Kommission betreffend die Trennung der Betriebe „Zentrum" u.„Humboldt H" i men. Die Durchführung der Kommission wird seitens der Bergbehörde an die Bedingung geknüpft, daß eS obertagS bei den Schächten zu keinen Ansammlungen kommen darf. Der Streik wird inzwischen obertagS fortgesetzt. Während auf dem Himmelfürstschacht heute wieder gearbeitet wurde, schlossen sich die Schächte „Minerva",„Poseidon" und„Ellh" dem Streik an, so daß heute auf acht Schächten gestreift tvurde. Es befanden sich 1108 Mann im AuSstand. Geheimer Mordbefehl Röhms Massenmord an Schutzhäftlingen Ich bin bestrebt, in jeder Richtung die Rechte der SA als staatlich anerkannter Truppe der nationalsozialistischen Revolution zu sichern und zu tvahren. Die bevorstehende Verordnung über die SA-Gerichtsbarkeit wird diesen Bestrebungen die gesetzliche Grundlage geben. Ich decke auch und lleranttvorte gerne jede Handlung van SA-Männern, die zwar den gesedlicheu Bestimmungen nicht entspricht, aber den ausschließlichen Interesse» der SA dient. Hierzu gehört z. B., daß als Sühne für den Mord an einem SA-Mann durch den zuständigen SA-Führer bi» zu 12 Angehörige der seindlichen Lrnanisatioiien, von der der Mord vorbereitet wurde, gerichtet werden dürfen. Dieses Gericht ordnet jedoch der Führer an; es wird kurz und soldatisch vollzogen. Mir liegen jedoch, tveiin auch nur vereinzelt, Meldungen vor, in denen Angehörige der SA— ich mag sie nicht SA-Männer nennen, denn das sind sie nicht— unerhörte Uebergrifse sich zuschulden haben kommen lassen. Hierher gehören: Befriedigung persönlicher Rachebedürsiiisse, unzulässige Mißhandlungen. Raub, Diebstahl und Plünderung. Ich fordere, daß gegen solche Schänder des SA-Kleides mit rücksichtsloser Schärfe, vorgegangen:vird. Es ist gänzlich falsch und tvidersvricht dein Ebrenbegrisf der SA und dem wahren.strnneradschaftsbegrisf, solche Schurken zu decken. Diese alleiit sind e», die. den guten Ruf der SA aufs Spiel setzen. Solange nicht die SA-GerichiSbarkeit eingeführt ist. sind diese. Verbrecher, wenn ihre Tal nicht sofortige Sühne durch den Tod als Erempel erforderlich macht, mit Schimpf und Schande ans der TA auSzufchließei« und dem zuständigen Gericht zu überstellen. ES liegt im Interesse der SA, daß diesen Burschen die. Ebre abgesprochen ivird und sie hart bestraft werden. Nur dann kann ich auch uül den« notwendigen Geivicht bei dei« staatlichen Behörden die Forderung vertreten, daß SA-Männer nicht von der Polizei, sondern nur von SA-Männern verhaftet werden dürfen. Wir«Nüssen unsere Reihen sauber hallen»md jede Regung eines Ungeistes, einer SA- widrigen Einstellung niit Stumpf und Stiel sofort und gründlich aiiorotten. Ich mache in Zukunft die Führer persönlich verantwortlich, wenn sie falsche Nachsicht üben und nicht rücksichtslos durchgreisen. Das Deutsche Nachrichtenbüro hat miigeteilt, i daß der frühere Kommunisteiiführer K a t t» t r, der mit Thälmaim eng befreundet war, von bisher! unbekannten Tätern erschossen worden ist. Es behauptet, Kattner sei einem kommunistischen Fememord zu««« Opfer gefallen. Er tvar nämlich dazu auSersehen, in dem bevorstehenden Hochverrats-" prozeß gegen Thalmann HauptbelastungSzeuge zu sein und befand sich, Ivie das„Deutsche Nachrichtenbüro" berichtet, ii. Ang.»blicke seiner Ermordung gerade auf dem Wege zur Polizei, uw die an der Ermordung der Polizeibeamten Anlauf und Lenk Schuldigen zu denunzieren. Diese Mi Polizisten wurden vor zwei Jahre» bei o>ner Schießerei auf dem Bülowplatz getötet. Die C'- mordmig.stattnerS soll auf offener Straße erfolgt sein. Während da.„Deutsche Nachrichtenbüro" bisher alle an Sozialdemokraten und.stomm» nisten begangenen Morde verschwieg, hat es diesmal siir die breiteste Bekanntmachung des Verbrechens gesorgt. Im deutschen Rundfunk wurde einigenmle au- diesen„Fememord der stommu- nisten" hingewiesen. Mit dem.statiner muß es also eine besondere BowaudtniS haben. Er scheint ein gefährlicher SA-Spitzel gewesen zu sein. Für diese Annahme spricht das, was de. Ermordung des.statiner folgte. Angehörige der StaatSvolizei'-aben nämlich vier kommunistii sie Spitzenfunktionäre, die sich schon seit einigerZeit in Haftbefinden, an» einem Berliner Gefängnis geholt, nm sie nach Potsdam zur„Vernehmung" t.i bringen. Sie sollten, wie das„Deutsche Nachrichtenbüro" angibt,„über den Fememord aussagen". Selbstverständlich werden weder die Namen der vi'r Leute mitgeteilt, noch wird bekamitgegeben, wie lange sie sich in Haft befinden. ES würde dadurch nämlich sofort offenbar, daß sie, da sie ini Gefängnis waren, mit der Tat nichts zu tun haben konnten. Die deutschen amtlichen Stellen behaupten, die vier.siommunisten hätten beim Passieren des sogenannten KilometerbergeS in Wannsee ein:» Fluchtversuch gemacht. Sie seien aus dem Wagen"esprun"en, um in das„angrenzende Wald- gelände" zu entkommen. Wie sich der Mord an den vier unbelvaffneten Häftlingen ereignete, schildert das„Deutsche Nachrichtenbüro" so: „Die Polizeibeamten nahmen sofort die. Verfolgung der'"flüchtenden Kommunisten auf. Als diese auf mehrmalige Haltrufe nicht stille standen, sondern ihrerseits gegen die Beamten mit Gewalt vorzugehen versucht hätten, feuerten diese aus ihren Diensttvaffen ans die Kommunisten, diege< troffen zu Boden sanken. Sie sind bald nach dem Fluchtversuch an ihren Verletzungen gestorben." Die schon aus der Stilisierung erkennbare Verlogenheit der amtlichen Meldung wird noch klarer, wenn man weiß, daß das Gelände beia: Kilomeierberg für einen Fluchtversuch völlig ungeeignet ist. Ehe man nämlich den„na-1 he» Wald" erreicht, muß man über ein groß s Stück völlig freien Terrains laufen, auf dem si- Düchtige geradezu als Schießscheiben auSnehm.» müßten. Die vier Leute sind ermordet worden — gerichtet von der SA, die in.statiner einen oer ihren verloren zu haben scheint. Diesen vier Ermordeten werden noch weitere folgen, denn die SA hat das Recht, für jeden Gefallenen aus ihreu Paris, 2. Feber. Tie Untersuchung in Angelegenheit Staviskis, welcher bisher in den pidfran- zösischen Städten Bahonne und Pau geführt tvurde, ist nunmehr nach Paris verlegt worden, wo sie konzentriert Ivird. Tas Ansuchen des Direktors der„Libertö" D n b a r r h, ihn einstweilen aus der Haft zu entlassen, tvurde abschlägig beschieden. Ministerpräsident D a l a d i e r setzt mit den Ministerien für Justiz und Inneres die persönliche Prüfung der sich auf den Fall S t a v i s k i beziehenden und insbesondere die kompromittierten Persönlichleiten u. Staatsbeamten betreffenden Dokumente fort. Spätestens am Montag beabsichtigen die Minister die Sanktionen gegen die Beschuldigten bekanntzugeben. I sätze" enthüllt. Wir sind neugierig, ob j Hunnen angesichts der vier Hingerichteten kommunistischen Häftlinge den Mut haben werden, die i Echtheit des Dokumentes zu bezweifeln. Konferenz der tschechische» fozialdeniokrati- schen Lehrer und Professoren. Donnerstag, den 1. Feber, sand in Prag der achte Kongreß der l tschechischen sozialdeinokratischen Lehrer und Pro-! fessoren statt. Ten Vorsitz führte Genosse B e j r, als Gaste ivaren Schuluiiiiister Genosse Dr. Derer und der Zentralsekretär der tschechischen! Sozialdemokratie. Genosse D n n d r. erschienen, j die deutschen sozialdemokratischen Lehrer vertrat! Genosse F i s ch e r. In seiner BegrüßungS- I ansprache befaßte sich der Sclnilminiiter mit der Stellung der Intelligenz im Volke, die sich jetzt\ verändert habe, die Intelligenz müsse mit der i Masse gehen. M i t d e r M a s s e g e m e i n-! s a m m ü s s e sie den.st a m p f des Sozialismus für eine Neugestal- t u u o der Welt a u f n e h m e n. In der ESR. müsse die Intelligenz zur Verteidigerin der Demokratie werden. Das Haupireferat über Kultur und Politik hielt Genosse Prof. Dr. R ä d l, über die Organisationssragen sprach Genosse Prof. Dr. stalivoda. Es wurde beschlossen, eine Zeitschrift herauSziigeben und ein Sekretariat zu schassen. Leichtfertigkeit— oder noch etwas anderes? Ulster dem Titel„D ieFleißaufgabedes i Seit« 1 «r. 38 Samstag, 3. Fever 1084 I Ursachen festgestellt die ALPA Epidemien, von Maßnahmen zur zwangsweisen hierauf hat der ReichSmiuistcr dcö Jnnent äuge« reichs, der Tschcchoslovakei. Polens und Ungarns beeinflußt wurde, hielt das Angebot der Konsortiums^für ungeeignet und gab der Ansicht Ausdruck, daß auf die Industrie der erwähnten Staaten Rücksicht genommen werden müsse, der die Beteiligung bei der neuen Konkurrenz ermöglicht werden wiü>. Ist Abhärtung geboten durch regelmäßige Körpermassage mit dem Menthol-Franzbranntwein Brennender Funkmast stürzt um Loirdon, 2. Feber. Der 165 Meter hohe Mast Lebensmöglichkeit hat und kein Grund zu einem Einsperren vorhanden ist, muß die Heimatöge- meinde Sandau den Burschen erst verpflegen und dann das Reisegeld geben, damit er wieder zu seiner Mutter, bei welcher er seinen ordentlichen Aufenthalt hat, gelangen kann. Wäre eö nicht einfacher gewesen, den Burschen, der minderjährig ist. gleich seiner Mutter zuzuweiscn, ohne erst den ganzen Apparat mit Schubpaß u. a. in TätigkeU treten zu lassen? Jedenfalls aber wäre der von uns vorgeschlagcne Weg beträchtlich billiger, vielleicht auch humaner. Aber der Amtsschimmel ist weder billig noch human, er ist lediglich alt. Ein Uebercifriger. Bor einiger Zelt ging durch die Tagespreise die Nachricht, daß ein Organ Sturm über Westeuropa Donnerstag ivütete über England und Irland ein heftiger Nordsturm, der mit besonderer Heftigkeit über dem Acrmelkanal und der Nordsee tobte. Zwei Dampfer auf der Strecke Dover— Ostende durften den Hafen nicht verlassen. Ein Rettungsboot aus dem Hasen Filcy bei Vorkshire rettete während dcö heftigen Sturmes die Mannschaft deS Motorschiffes„Cnrchclydc".— Auch in Frankreich wütet ein heftiger Sturmwind, der sowohl in den französischen Küstenstädtcn als auch in Paris erhebliche Schäden verursacht hat. Biele Schiffe mußten in die Häsen flüchten und waren genötigt, die Wciterfahrt aufzugeben. ftein Jmpfz« ,«q m hr im Dritten Reich Berlin, 2. Feber. Die bevorstehende Revision des Jmpfgesetzeö wird voraussichtlich die söge- TagcsncuigKeiten Kolinfl-— ein Betrüger Tic Ermittlungen der Prager Polizeidirek- tion haben ergeben, daß cs sich bei dem vor einigen Tagen über die deutsche Grenze verschleppten» 42- jährigen angeblichen Kaufmann Josef K o I i n- s k h um einen vielfach vorbestraften Betrüger handelt. Kolinskh soll den deutschen FiSkuS dadurch geschädigt haben, daß er Zollvignetten, die deutsche' Aemter bei Zigarcttenpapierscndungen aufzuklcben pflegen, sich in der Tschcchoslovakei drucken ließ und sie dann nach Deutschland brachte. Dokument ist u. a. vont Professor Molts chatt o w, vom Kommandeur der Stratosphärcnbal- lonü in der Sowjetunion Prokofjew und den Ingenieuren S c m e n o w und P r i l u tz k i unterschrieben. Ehrung der Stratosphärenflieger Mokkan, 2. Feber.(Taß.) Das Exekutivkomitee der Sowjetunion beschloß, den drei ums Leben gekommenen Stratosphärenfliegern Fedos- senlo, Wasscnko und Ussynkin für ihre Rekordleistung und ihre heroische Forschungvtätigkcit den Lenin-Orden zu verleihen.— Die Gesellschaft Ossaviack'im beschloß, auf dem Territorium des Moskauer Zentral-Aeroklubs für die verunglückten Stratosphärcnflieger Fedossenko, Wasscnko und Usyskin ein Denkmal zu errichten. Der Gesellschaft sind zahlreiche Beileidstelegramme aus Arbeiter« und Kollcktiwirtschaftler-Kreiscn, sowie auch aus dem Auslande zugcgangen. Mißerfolg deutscher Exporteure tu Bulgarien Sofia, 2. Feber. Der Ministerrat lehnte nach Anhören der Referate des Eisenbahnmini- stcrS, des Ministers für öffentliche Arbeiten und deö Kriegsministers das Kompensationsgeschäft des deutsch-österreichischen Industrie-Konsortiums mit der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabrik in Köln a. R. an der Spitze ab. Dieses Konsortium wollte 4% Millionen Kilogramm alten Tabak j gegen die Lieferung von Industrie«, hauptsächlich Eiscnbahnmaterial, im Gesamtwerte von 000 1 Millionen Lewa abnehmcn. Die Ablehnung wird Sie grenzen an de« Balkan! Der bcrüch. i„von" LeerS besorgt in der den deutschen Metallarbeitern gestohlenen„Metall- ° We^s:„-'Feu-7sckflange arbeiterzeiülng» die wöchentliche außenpolitischc Daö gesamte Personal der, Umschau. In der letzten Nummer teilt dieser Ein Schnupfen dauert 9 Tage, sagt man. Weich' eine unangenehme Zelt! Sie sind mißmutig und verdrossen. Ihre Tagesarbeit leidet unter Ihrer körperlichen Indisposition. Deshalb empfinden Sie die Nachteile dieser Erkrankung noch viel'ängcr auch dann,«renn sic keine schlimmeren Folgen hatte Setzen Sie sich solchen Unannehmlichkeiten nicht aus Gemeindeamt deutsch adressiertes Poststück deS Stadtrates Karlsbad wegen dieser sprachlichen Ausstattung mit Strafporto belegt hat. Wie uns der Stadtrat Karlsbad niitteilt, wurde er nunmehr über Weisung der Post- und Telegraphendirektion in Prag verständigt, daß der Vorgang des Postamtes in Pkerov unrichtig war. Kaltrö Wetter bleibt. Donnerstag gab es nur noch in Westböhinen und in der Umgebung des Gesenkes leichte Schneefälle. Im allgemeinen hat die Auöhciterung weitere Fortschritte gemacht, und die Fröste haben sich fast durchwegs weiter verschärft. Der Zufluß kalter Luft aus höheren Breiten wird nunmehr aufhören; gleichlvohl sind in den Niederungen auch morgen noch kräftige Strah- lungSfröste zu erwarten, während auf den Bergen bereits eine Erwärmung einlreten dürfte.— Wahrscheinliches Wetter heute: Noch immer vorwiegend heiter, auch im Osten der Republik Abflauen deS Windes, in den Niederungen ziemlich starke Strahlungöfröstc, auf den Bergen wärmer. Erfinder alö Betrüger. Bor dem Schwurgericht in Zürich begann gestern der Prozeß gegen einen gewissen Propst aus Bern, der alö Erfinder eines sogenannten GcschoßbooteS Betrügereien in der Höhe von etwa einer halben Million schweiz. Franken begangen hatte. ES war ihm gelungen, diesen Betrag von schweizerischen Kaufleuten zu erhalten, denen er vorgeschwindelt hatte, die briti- schc Admiralität habe die Erfindung für 1% Millionen Pfund Sterling aufgekauft. Ein Modell deS GeschoßbooteS sei zusammen mit den Plänen nach London geschickt worden. Weiter gab der Angeklagte an, von der technischen Hochschule Braunschweig sei ihm ein Ehrentitel verliehen worden. — Der Hauptzeuge, der mit 170.000 schweiz. Franken geschädigte Leiter einer Bankfiliale erklärte, er habe an die Verwirklichung der Pläne und an die Echtheit der Unterlagen geglaubt. Der Protest der Pariser ühauffeure hat Donnerstag abends eine weitere Ausdehnung erfahren. Infolgedessen verkehrt« in Paris von 21 Uhr ab, die ganz« Nacht hindurch fast kein einziges Autotaxi. Die Chauffeure hielten gestern abends eine Protestversammlung gegen die Erhöhung der Abgaben von Benzin und Betriebsstoffen ab. Reichstagsbrand—«in Razisteg! Das amtliche Organ der NSDAP, Gau Hessen, der„Hessische Landes-Zeitung", veröffentlicht zum Jahrestag der Machtergreifung durch Hitler eine„Sie- Für Ihre Gesundheit MoStnu, 2. Feber.(Taß.) Die Ergebnisse der Arbeit der Kömtniffiott am Orte der Katastrophe dcö Stratosphärenballons werden nunmehr veröffentlicht. Die Kommission stellt fest, daß ein Teil der wissenschaftlichen Apparate der Piloten zerschlagen und ein anderer Teil halbzerstört wurde. Die Niederschriften der Flugteilnehmer und jene dcö Barographen sind vollkommen erhalten. Die Kommission stellt fest, daß der Stratosphärenballon um 12.88 Uhr die Höhe von 22 Kilometern erreichte und sich auf dieser Höhe bis 12.-15 Uhr hielt, worauf der Abstieg begann. In daö Bordjournal wurden die Notizen regelmäßig eingetragen, die letzte nm 18.10 Uhr. j Diese Zeit betrachtet die Kommission als den Bc»! ginn der Katastrophe. Der Barograph setzte um 10.21 Uhr die Arbeiten ans. Die Zeiger der Ta- I schenuhr Waffenlos blieben infolge dcö Aufschlages um 16.23 Uhr stehen. Alle befragten Einwohner geben als Zeit des Absturzes der Gondel die Zelt nach 16 Uhr an. Dir Katastrophe wurde verursacht durch die überaus progressiv wachsende Schnelligkeit deS Niederganges des Stratosphärenballons, wodurch augenscheinlich das Zerreißen eines Teiles des Stropps(TanringS) und eine Störung dcö Gleichgewichtes deS ganzen Systems hcrvorgrrufrn wurde. Aus diesem Grunde schlug die sich von der Hülle loSreistrndr tUondcl an dir Erde. ES wurde festgcstellt, daß die Teilnehmer am Fluge infolge diese- Aufschlages um» Leben gekommen sind. ES wurde keinerlei Anzeichen einer Bereifung der Hülle und der Gondel entdeckt. Ein von einem Radioamateur bei Homel empfangenes Radiogramm, welches eine Bereisung des Stratosphärenballons mitteilte, entspricht daher nicht der ! Wirklichkeit.AnS allen erhalten gebliebenen Niederschriften geht hervor, daß die Besatzung de« Stratosphärenballons während der ganzen Flugzeit b:S 1-1.10 Uhr guter Stimmung und fest über- I zeugt war, daß ihre Landung gelingen werde. Es I ist gelungen, aus den Niederschriften und den Resten der Apparate die große wissenschaftliche Arbeit, welche die Flugteilnehmer geleistet haben, festzustellen. Die Kommission setzt das weitere Studium der gefundenen Materialien fort. Daö Herr einer breiteren Ocffentlichkeit mit, daß r „Deutschland seit dem Weltkrieg an den Balkan j des Postamtes in Pkerov(Prerau) ein an ein grenzt". Er wolle damit zwar nichts Absprechen- des über den Balkan sagen, aber auf Grund E der verschiedenen Ereignisse glaube er sich zu dem erwähnten Urteil berechtigt. Und welche Ereignisse sind eS, die dem Nazi für sein Urteil maßgebend sind? Daü verbrecherische Bombenattentat auf den D-Zug Berlin—Wien—Agram und die nicht minder verbrecherische Tätigkeit der organisierten Nazi-Terrorbanden in Oester- reich! Zunächst arrangieren sie also Verbrechen, um dann mit fromniem Augenaufschlag fest- stellen zir können, daß die Welt heute balkani- sicrt sei. Der Herr LeerS hat aber offensichtlich die Begriffe verwechselt: Deutschland grenzt nicht an den Balkan, vielmehr haben die Ustlr- Patoren daö Dritte Reich in einen Staat verwandelt, dessen Zustände wahrscheinlich von jcdent Balkanland abgelehnt würden. Sie sind ! es, die ihre organisierten Verbrecherbandcn über I die Grenzen schicken, sie sind cS, die aus öffcnt- t lichen Geldern Millionen und Abermillionen I alle möglichen Attentate finanzieren, sie sind eS, die zu einer Gefahr für alle anderen Völker Europas geworden sind. Nicht Deutschland ! grenzt an den Balkan, sondern die Welt hat daö 'Unglück, eine Eiterbeule an ihrem Körper zu mfi" den hohen" Preisen,'die"bis H'^rözent! haben, die ihn verpestet und die ihren Gisthauch über denen des freien Marktes liegen, begründet.! auch auf die noch gesunden—eile dieses Körpers Der Ministerrat, dessen Entscheidung auch durch l zu übertragen bemüht ist. Und die Welt kann das Einschreiten der hiesigen Gesandten Frank- und wird nicht gesunden, solange diese Eiter reichs, der Tschcchoslovakei, Polens und Ungarns beule nicht aufgestochen ist. Der AmtSschimmel. Eine im Grunde genom mene tieftraurige Sache, die aber eines gewissen Humors nicht entbehrt, hat sich dieser Tage in Tetschen zugetragen. Der Ivjährige Bäckergehilfe E. K., dessen Mutter in E. bei Tetschen wohnhaft ist wurde bei der Arbeitünachfrage bei Bäckermei stern von einem Polizisten ertappt und festgenom men. Sofort wurde seine Abschiebung nach der HeimatSgemeinde Sandau durch die BezlrkSbe- hörde Tetschen angeordnet. Schön im Dienstwege i wird der junge Mann, der nicht, weiter getan hat, nannte Gewiffensklausel bringen, durch die gründ-' als um Arbeit nachzufragen, nach der nächsten süßlichen Gegnern derFmPfung die Möglichkeit ge» Schubstation, d. i. Bensen, abtransportiert. Von geben wird, unter bestimmten Voraussetzungen die dort wird er ordnungsgemäß mit Papieren verse- Besreiung von Zwangsmaßnahmen zur Durch- hen, der Heimatsgemeinde Sandau überstellt. führung der Impfung zu erreichen. Im Hinblick Nachdem der junge Mann aber in Sandau keine dec Funkstation dec Admiralität in Walthan bei.ordnet, daß in den Regelfällen, also außerhalb der Grimsby, der am Mittwoch abends in Brand ge- Zeiten besonderer Gefährdung deö Volkes durch raten war, ist jetzt völlig zerstört. Das Feuer Epidemien, von Maßnahmen zur zwangsweisen dauerte den ganzen Donnerstag über an. Nach- Impfung und von der Einleitung von Strafver- mittag brach der Oberteil des Mastes zusammen, ahren wegen Unterlassung per Impfung Pnstwet- abendS ergriffen die Flammen auch den untersten* en ubstand genommen werde. Teil, der ebenfalls umftürzte. Durch rechtzeitiges Lösen der Haltcseile war eü zum Glück gelungen, den Sturz dcö Antennenmastes auf die anliegen- den Gebäude zu verhindern, ansonsten unabsehba- 1----’— rcö Unheil gestiftet worden wäre. Der Mast lag nach dein Absturz wie eine riesige auf dem Erdboden. C..." Funkstation löschte den Brand. Das Begräb is der Helden Moskau, 2. Feber.(Taß.) Seit gestern ist Stadt mit Trauerfahnen beflaggt. Die Urnen niit der Asche der Helden deö Stratosphärenfluges, die im Saale des Zcntralexckutivkomitecs ausgestellt sind, sind mit einer Fülle von Blumen bedeckt. Bei den Urnen steht eine Ehrenwache. Zehntausende Menschen defilierten an ihiien vorbei, um von den tragisch umS Leben gekommenen Helden Abschied zu nehmen. Heute nachmittags fand ans dem Roteil Platz unter Teilnahme von Mitgliedern der Regierung, der leitenden Persönlichkeiten der Kriegs- und Zivilluftschiffahrt, von Heereöabiei- lungen, Delegierten des 17. Parteitages und hunderttausend werktätigen Personen ein überaus festliches Begräbnis statt. Beim Lenin-Maufoleum wurde ein Trauer-Meeting abgehalten, an dem die Bolkökommissare Stalin, Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow. Oroschonikidse. Kirow und Posty- schcw u. a. teilnahmen. In den sodann gehaltenen Ansprachen wurden die Verdienste der Helden um die Eroberung der Luft hcrvorgchoben. Unter Geschützsalutcn wurden die Urnen in die Kremlmauer cingemaucrt. Die„Europa-Stunde“ Ein Blick in daS„offizielle deutsche Organ des tschechoslowakischen RnndfuntS!" Ein Leser schreibt unS: Durch Zufall kam ich in den Besitz dcö Heftes-1, Jahrgang 1084, der Funtzeitfchrift „Europ a-S t u n d c", des„o f f i z i e llen deutschen Organs dcö tschechoslowakischen Rundfunks(Radiojournal)". Diese Zeitschrift erscheint im Verlag Gebr. Stiepel, Ges. m. b. H. in Rctchenberg und wird von diesem Verlag als ideale Funkzeitschrift für alle tschechoslowakischen und europäischen Sender bezeichnet. Den tschechoslowakischen Teil(„Deutscher Rundfunk der Tschechoslowakei") leitet die Prager Urania(Direktor: Dr. Oskar Frankl). Mit AuLnahnte dieses-Teiles ist alles andere reichsdeutsche Arbeit. Hier der Beweis für meine Behauptung: Die Aufsätze„Schach dem Lokalsender!",„Mit, temächtliche Jagd nach den neuen Wellen!",„Funktheater,"„Gcnerakappell" und„llnser Stunden» Programm" sind auffallend auf Berlin bzw. Deutschland„abgestimmt". 1. Im Aufsatz„Schach deut Lokalsender" sehen wir Angaben über die Feldstärke laut der Messung in Berkin und Daten über eine mittlere Bodenleitfähigkeit, wie sie in Deutschland im allgemeinen in Bertacht kommt. 2. Der Aufsatz„Mitternächtliche Jagd nach den neuen Wellen!" befaßt sich nur mit den reichsdeut- schenMeffungen und hebt in überschwänglicher Weise die musterhafte Organisation der deutschen Sender hervor, lieber die Ergebniffe der tschechoslowakischen Sender kein Wort; auch über die österreichischen keine Silbe. Daö muß doch sonderbar amnnten, wenn in einem„offiziellen Organ des tschechoslowakischen Rundfunks", die reick;sdeutschen Messungen hervorgehoben, die reichsdeutschen Sender über den grünen Klee gelobt, die einheimischen Sender aber„auögeschaltet" werden. Im„Funktheatcr" erscheinen ausschließlich relchsdentsche Programme besprochen. Ter„Generalappell" ist auf die Luftlinie von Berlin„eingestellt". Der Abschnitt„linser Stunden-Programm" ist der deutlichste Beweis für meine vorhin gemachte Behauptung. In„Unserem(!) Stunden-Pro- gramm" sehen wir an allen Tagen zuerst die reichsdeutschen Sender, mit Berlin an der Spitze und dann folgen„unterm Strich" die t s ch e- choslowakischen Sender, und anschließend au diese die übrigen ausländischen Sender in alphabetischer Reihenfolge angeführt. Der„Funkbericht vom 0. bis 18. Jänner 1084" ist mtSschließlich auf Deutschland„abge- stimmt". Man bedenke: das ist offizieller, amtlicher Zustand in der E. S. R. geStabelle vom 30. Januar". Als Nazisieg wird unter dem 28. Feber 1033 verzeichnet: „Reichstagsbrand durch Kommunisten". Hebung eineS 6800-Tonnen-DampferS. Dem Präsidium des kommunistischen Parteitages in Moskau ist ein Rapport der Epron(Expedition für Unter- wasserarbeitcn) über die Hebung deS im Jahre 1018 bei Noworossijsk versunkenen TranSportdampferS „Gencrosa" mit einer Wasserverdrängung von 6800 Tonnen zugcgangen. Die Hebearbeiten wurden trotz der herrschenden Winterstürme günstig beendet. Die „Generosa" wurde in den Hafen von Noworossijsk geschleppt. Wie schnell sind elektrische Wellen? In der Radiostation deS Vatikans werden seit einigen Wochen interessante Versuche vorgcnommen über die Fortpflanzung elektrischer Wellen zwischen dem Vatikan und Sydney. Die Station der „Arnalgamated Wireleß Australasia", hat sich angeboten, die Signale der Radiostatton des Vatikans zu empfangen und sie durch Relais zurückzusenden. Von der Radiostation des Vatikans wird mittels des Belinographen ein Signal von einigen Tausendsteln einer Sekunde abgeschickt, und man vereinbart dann im Empfangszylinder sowohl daS abgehende, als auch das zurückgesandte Signal. Da der Zylinder äußerst regeltnäßig einmal in der Sekunde sich dreht, gestattet die Entfernung der beiden Signale mn Empfangszylinder bis zum Tausendstel einer Sekunde, die Zeit, welche die Wellen für den Weg vom Vatikan-Hügel bis Sydney und zurück beanspruchen, abzumessen und aus Grund dieser Zeitangabe die Länge des Fort- pflanznngsweges und bis zu einer gewissen Art mich die Wurfbahn der Wellen zu fixieren. In der nächsten Zeit hofft die Radiostation des Vatikans die gefundenen Ziffern verlmitbaren zu können. Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus de» Programmen» Sonntag» Prag, Sender L. 12.10: Schallplatten, 14.05: Deutscher Arbeitsmarkt, 16.Ü0: Theater für Kinder, 17.35:, Violoncellokonzert, 18.25: Deutsche Sendung: Kng. Friedmann: Zehn Minuten für den Bastler. Sender S. 14.80: Konzert des Salonorchesters, 14.45: Deutsche Arbcitersen- dung: Heinrich Fischer: Emigration vor 80 Jahren (Birne, Marx, Engels), 15.10: Deutsche Sendung: Else Arnold-Schauer rezitiert, 15.45: Deutsche Pressenachrichten, 20.80: Eine Stunde Jazzmusik, 21: Europäisches Konzert.— Brünn. 15.40: Jugendfunk. 13: Nachmlttaaskonzert. 17.55: Schallplatten,. 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Müller: Wagner in Italien.— Preijbnrg, 12.85: Mittagskonzert, 17: Violinkonzert.— Kakchan, 17: Kinderstunde.— Mähr.-Ostrau, 18: Unterhaltungskonzert.— Wien, 8.80: Frühkonzert: 12.80: Unterhaltungskonzert, 15: Büchcrstundc, 17.05: Englische Kammermusik, 10: Robert Schumann, 20: Bunter Abend.— HcilSberg, IS: Feierabendmusik. ».r« Comltag, 8. Arter 1834 Seite 5 PRAGER ZEITUNG Die Konst and Wissen I mit diesen Händen seht in die unmittelbare Nähe de» noch glühenden FcncrS kam, erlitt er schwere Brandwunden. Pospisil muhte sofort ins Kranleu- Hans gebracht werden, wo er vorläufig in Behänd» Inng bleibt. nach Erleichterungen in der Kreditpolitik unserer Notenbank und nach Auflockerung unseres Kapitalmarktes Die Bestimmungen unserer Ra Schwerer Unfall beim Heizen Einen schweren Unfall erlitt gestern der 36- sährigc Konrad P o s p i S i l in seiner Wohnung in Michlc. Pospi-il beschäftigt sich mit der Her- steNung von Luftballons, wie sie Kinder ,;»»»i» Spielen haben. AIS er gegen mittag seine Arbeit beendet hatte, ging er zum Ofen, nm Kohlen aus;ulc- ''. Decket vergas; PospiSil aber ganz, das; seine Hände von der Arbeit an den Luftballons noch mit Mitteilungen aus dem Publikum. Bei rauhem, kühlen« und veränderlichem Wetter entsteht den Rhenmatskeri» große Pein. Durch Massage mit Franzbranntwein Alpa erreiche«« Sie große Erleichterung. Der Blutkreislauf tvird äusserst lebhaft, gewährt eine entsprechende Körpercrnährung, wodurch Muskelstärkung und günstige Nerbenbeeinflussung erzielt tvird. Beraten Sie sich mit Ihren! Arzte über die Art der Massage. 160 die Lage unserer unserer National» Kredite» auf Weck» den heutigen Be- '2:;; iü r» v c i, c n Äolkstüinnliche Bor ienStng 7>/r« T a n g o u m M i t-- Mittwock» 7’i: Boris tii o» WnnerStag 7>/2: Z u ebener 2 l o ck, neuinszeniert, C 2.— ras Hochzeit, Ehkln» l>, 3: W a l l e n st e i n» Tod. : 8u ebener Erde und Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Hau» oder bei Bezug durch die Bost monatlich i<ö 16.t-, vierteljährig Kö 48.—, halbjährig Kt 66.—, ganzjährig Kd 162.—.— Inserate werden lau» Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Die Zeitungoframatnr wurde von der Post» und Telegraphen direktion mst Erlast Nr. 18.800/VII/1980 bewilligt Druckerei:„Otbi»", Druck.. Berlag»» und gettnngS-A..B., Prag. Dresdner Pbilharmonie vor dem Zusammenbruch. Die seit 64 Jahren bestehende Dresdner Philharnionie steht vor dem Zusammenbruch. Ihre Mitglieder, 60 Musiker, haben auf ihr Januar» gehalt nur noch kleinste Abschlagszahlungen erhal» ten. Wanda Landovskä, die einzige Meisterin alter Werke für Cembalo, wird im dritten Abonnement- Konzerte der Mozartgemeinde an« 12. Feber in Prag zum ersten Male gehört. „DoS Lied von der Erde". Eimnalige Aufführung im III. Philharmonischen Konzert am 12. Feber. Dirigent: Szäll, Solisten: Kindermann, Riawetz.(Philharm. Extra-Abonn.) Kartenverkauf täglich. Morgen Premiere von Mufforgskuü großer Ehoroper„Bort» Godunow" in der Bearbeitm>g von Rimssii-Korsakoff unter Mitwirkung fast des gesamten Opernpersonals. In den chorischen Massenszenen über zweihundert Besänftigte. Neue Ausstattung. Titelpartie: Kmnmersätiger Theodor Scheid!. Dirigent: Szöll. Regie: Mordo. Ausstattung: Pirchan.(C. 1.) „Zn ebener Erde und erster Stock"(Die Launen des Glücks), Nestrohs Posse rnit Gesang, Donnerstag neuinszeniert. Regie: Gellner.(C. 2.) Vie kickrize Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy, Palais Koruna. der Kleinen Bühne: Samstag Sonnlag 8: D e- Sack, Erstaussühcung.— Dienstag 8: Weister Andere Seite.— Tack.— Freitag 8: Berkoui>, Kultur- Samstag 8: Katz im Sack sen, um die Lähmung der Wirtschaft zu übertvin» den, doch weitgehende Meinungsverschieden heiten. In der Tschechoslotvakei, die ein Expvrtstaat ist, steht die Förderung unseres Exports mit Recht im Mittelpunkt der Fragen, die augenblicklich Gegenstand öffentlicher Diskusionen sind. Die verschiedenen Pläne, die zur Förderung des Ex- ports aufgestellt lvurden, laufen im Wesen auf eine Subventionierung des Exports hinaus. Die Gefahr, datz sich das Ausland mit handelspolitischen Maßnahmen gegen dieses Dumping tvehrt, ist grost. Darum sind die Be denken. die die Sozialdemokratie gegen dieses Exportförderung vorbrachte, berechtigt. Unser Ex port must auf gesünder«; Grundlagen gestellt werden, damit er sich behauvten und neues Ter rain gewinnen kann. Deshalb vertritt die So zialdemokratie die Anffassnng, dast zunächst unsere inländische Wirtschaft auf gesunde Grnndlage» gestellt werdeil must, um sich auf dem Auslandsmarkt erfolgreich behaupten zu können. Es gilt also, zunächst unsere inländische Wirt schaft in Ordnung zu bringen. Die Konkur renzfähigkeit t s ch e ch o s l o w a k i- scher Erzeugnisse im Aus land ist keine Frage unseres Lohn niveaus. Unsere Löhne sind tiefer als in den meisten unserer Konkurrenzländer: der Anteil der' Löhne an den Produktionskosten ist so gering, dast! er längst keine entscheidende Rolle in der indu striellen Kalkulation mehr spielt. Aber unsere Industrie ist infolge de» überstürzte« technischen Fortschritt» überschuldet. Die Banken haben der Industrie in den Jahren der Hochkonjunktur.Kredit« geradezu aufgedrängt. Der hohe Schuldenstand unserer Industrie ver ursacht eine gewaltig« Zinsenlast. Daneben sollen die Kredite zurückgezahlt werden. Ihre Ver zinsung und Tilgung war jedoch schon in den Kon» junktursahren schwierig. Sie ist in der Zeit sinken den Warenabsatzes noch schwieriger geworden. Unzählige industrielle Kredite sind„eingefroren". An ihre Rückzahlung in absehbarer Zeit ist nicht zu denken. Die Zinsen, die diese ungeheuere Verschuldung unserer Industrie verursacht. machen einen großen Prozentsatz der Regie unse rer industriellen Produktion aus. Viele Betriebe arbeiten nur deshalb mit Verlust, weil die Regie der Dankzinsen nickst mehr auö dem Erlös des Warenabsatzes gedeckt tverden kann. Der Rück fluß der in den Konjunkturjahren ausgenommen»:« Bankkredite zu den Geldinstituten ist gehemmt. Eine Auswechslung der teueren Kredite gegen billigere ist bei der völligen Erstarrung uns-reS Kapitalmarktes unmöglich. Aber dazu kommt, daß in der Krise die Nachfrage nach bestimmten Kredite» sogar gestiegen ist. In den Jahren der Hochkonjuisttur hat unser« Wirtschaft vor allen: langfristige Anlage» lredite in Anspruch genvnunen. Sie wurden zur Ausgestaltung und zum Ausbau unserer In dustrie, zum Ersatz alter und zur Anschaffung neuer Maschinen verwendet.£ Bedarf an kurzfristigen Betriebskrediten geringe» als heute. In der Krise aber wird lveniger in. vesiiert, weil Neuanlagen keine Aussicht auf Ren tabilität haben. Dagegen nimmt der Bedarf an Betriebskrediten, die zur Finanzierung des Warenabsatzes gebraucht wer- deu, z u. In der Hochkonjunktur sind kürzere Zahlungsfristen üblich. Der Gegenwert geliefer ter Waren geht ziemlich rasch ein. In der Krise dagegen kann zrlmeist rind vor allem in» Ausland nur gegen lange Zahlungsfristen geliefert wer» den. Die Jndnstm'e muß oft Monate warten, be vor sie Geld für ihre Ware bekoinmt. Unter sol chen Umständen hängt sehr viel davon ab, ob in», besondere unsere Exportindustrien die Möglichkeit haben, sich selbst Kredite zu beschaffen, um sie ihren ausländischen Abnehmern wieder zu ge» währen. Nur wenige Exportbetriebe sind heute so kapitallräfiig, um Monate auf den Gegenwert der gelieferten Ware zu lvarteu. Viele Geschäfte gehen unseren Exportindustrien verloren, weil sie nicht mehr in der Lage sind, solche langfristige Warenkredit« zu gewähren. In früheren Wirtschaftskrisen war 1. UL-.-- Ueberwindung dieser Schwierigkeiten leicht. Das welchen» Ausmaß rationalisiert wird und ob zum Angebot von Krediten nahm desto mehr zu, je Zwecke der Rationalisierung Kredite gewährt wer- T«r für die SPD-Emigranten vorgesehene : die Geschichte der Tschc- choslowakischei» Republik ui»d ihrer Arbeiterbewegung kann nächsten Montag noch nicht stattfinden. Der BersmumlungStag tvird an dieser Stelle noch be- tanntgegeben werden. I unseren Export und damit Wirtschaft. Die Bedingungen bank für die Gewährung von sel und Wertpapiere müssen dürsnisscu der Wirtschaft angepaßt tverden. Lockerung dieser Bedingungen iviirde viele Be-1 triebe in die Lage versetzen, Exportaufträge her-j ciiizuuchmeu, auf die sie heute verzichtet» müssen, j fünfte^vrtrag, über weil sie sich im Wege des Wechseldiskonts und der,“ Bevorschussung von Wertpapieren nicht die not-! wendigen Betriebsmittel verschaffen können. So sehr aber die Sozialdemolratie Erleich-1 terungen in der Kreditpolitik unserer National-1 bank und eine den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechende Auflockerung unseres Kapitalmark tes befürwortet, so entschieden wendet sie sich gegen alle Versuche, mit Hilfe einer künstlichen Berniehrung de» Notenumläufe» eine vorüber gehende Scheinkonsunktur herbeizuführen, der in absehbarer Zeit schon ein Rückfall in eine wahr- j scheinlich heftigere Krise folgen müßte. ES ist eine gefährliche Illusion zu glauben, dal) r» möglich wäre, die Wirtschaftskrise mit der Rotenpreflr zu bekämpfen. Die Befürtvorter solcher Maßnahmen haben in Wirklichkeit etwas ganz anderes im Sinne. Ihne»» handelt eS sich darum, die drückende Last der Bankschulden durch eine Entwertung unserer Krone auf die Keinen Sparer und auf die Löhne zu überwälzen. Die Inflation ist in einein Lande, wo die Kapitalbildung in so starkem Maße auf der Sparsamkeit hu»»derttausender Menschen beruht.«in Spiel mit dem Feuer. Auch nur eine kleine Inflation würde genügen,»un die letzten Reste der Spartätigkeit zu vernichten. Wäre so di« Inflation sicher das bequemste Mittel zu einer teilweisen Entschuldung einer überschuldeten In dustrie. so Iviirde sie für hunderttausende Besitzer fleiner Spareinlagen die größten Opfer ver ursachen. Mit der Inflation würden die Waren preise steigen. Aber die Löhne der Arbeiter und die Gehälter der Angestellten würden den Waren preisen kauin folgen. Herabsetzung deS Wertes der Spargroschen und der Kaufkraft der Löhne lvärei» die unausbleiblichen Folgen. Darum hält die Sozialdeinokratie konsequent an der Wertbeständigkeit unserer Krone fest. Der Klub der sozialdemokratischen Abgeordneten nnd Senatoren hat sich für eine organische, den Brdilrfniffen unserer Wirtschaft entspringende Kreditausweitung entschieden. Aber er geht ii» seinen Forder»»ngei» noch über diese Maßnahme hinaus. Bon der Er kenntnis geleitet, daß die Konkurrenzfähigkeit unserer Jndirftie im Ausland durch die hohe in dustrielle Verschuldung beeinträchtigt wird, ver langt er die planmäßige Bekämpfung der Ur sache»», die diese Ueberschuldung herbeigeführt habe»», und der Gefahr, daß diese Ueberschuldung noch vermehrt tvird. Er fordert die planmäßige Nationalisierung nicht nur, um die Wiederkehr und die Verewigm»g der technologischen Arbeits- “"» der Ber« > schwendung eines großen Teiles unseres Natio- nalverniögenö, einer dauernden Erstarrung unse res Kapitalmarktes und damit ei»»er dauernden Lähmung unserer Wirtschaft vorzubeuge»». DaS Geld, das die Banken in früheren Jahren für eine tvahnwitzige und überfpan»»te Rationalisierung in Fora» von.Krediten auSgaben, ist zum Teil das Geld fremder Leute. Es ist weder für die Sparer noch für imfere gesamte Wirtschaft gleichgültig. w i e dieses Geld angelegt und verwaltet wird. Eine öffentliche Kontrolle der KredUpolitik unserer Banken soll die Vergeudung dieses ihnen anver- > trauten fremde»» Geldes vermeiden; die plan mäßige Nationalisierung soll ver» hindern, daß durch planlose A»»wei»du»»g des tech nischen Fortschrittes in Hinkunft wieder zehntau sende Arbeiter und Angestellte ihren Arbeitsplatz verlieren u»»d Hunderte Millionen XL nutzlos für unrentable und für überflüssige Investitionen auSgegeben tverden. Di« Sozialdemokratie befürwortet also auch auf dem Gebiete der Rationalisierung»md der ^Kreditpolitik weitgehende Planwirtschaft. Es ist die nicht Sache des Einzelunternehmers, ob und in I den dürfen. Darüber darf i»» Zukunft»»icht mehr das Profitinteresie des einzel»»e>» Unternehmers > oder der Bankei» entscheiden, sondern das Interesse der Allgemeinheit. Könne»» so einerseits Erleichterungen der Kreditpolitik»inserer Notei»bank zur teillveisen llebertvindung vieler chwierigleiten unserer i»»dustriellen Wirtschaft tvird. Hingegen war der' losigkeit zu verhindern, sondern um taut: Ihr Arzt". Belvedere:„Brn- Earlton:„Herr Taval, der r>crr Sabal, der Millionär". „Ihr Arzt". Lido: Maerska:„Ich und Rsxh:„Ihr Arzt". Baldek:„Ihr Die Erkenntnis ist Allgeineingut, daß die privaüvirtschaftliche Initiative nicht inehr hin reicht, um die Wirtschaftskrise zu überwinden. Der Mechanismus der Privatwirtschaft, der einst ohne Einsatz wirtschaftspolitischer Macht» mittel des Staates die Wirtschaft von Krisen er löste, funktioniert nicht mehr. Auf die automa tische llebertvindung der Krise zu warten, hieße j die wirtschaftliche Depression veretvigen und der» zialdemokratie zu der Forderung Zustand der Masiennot auf unabsehbare Zeit ver engern. Obgleich die lieberzeug»n»g allgemein ist. daß der Staat seinen Teil zur lieberiviudung der j Wirtschaftskrise beitrage»» muß, so herrsche»» über bewogen haben. Im Kampf gegen die Krise Krediterleichterung für die Industrie— Keine planlose Rationalisierung I»IIUli)IBM!■.«.!■!!■■■■!»!■■■ Freitag„Figaros Hochzeit" mit Will« Dom- graf-Faschänder von der Berliner Staatsoper a!s Figaro. Dirigent: Szell.(D. 1.1 ^katz im Sack" So»n»tag V/z Uhr Erstaufführung in der Kleinen Bühne. Wochensptewian deS Neuen Tentfche»» Theater«. Samstag 7 M>: Goldenes P rag.— Sonntag 2/i: Les petita riens. Der eingebildet e K r a»»k e, 7: Boris Godunow, Erstaufführung, Et.— Montag~, /i‘"> w e i H« r ze n in» Dreivierteltakt, stellung, AA.— D l« rnacht, A 1.• duno lv, B 2.— Erde und erster Freitag 7J4: 5 i n« D 1.— Samstag Tchülervorilelinng, S erster Stock, A 2. Wochenspirlplan 8: ,D i e andere Seite f i r c e, 7»/J: Katz im: Montag 8: Tovarisch. Flieder.— Mittwoch S: Donnerstag 7i? halb 8). Koruna:„Es war einmal ein Chaplin". Kowa:„Der etvige Jude". Lucrrna:„Der ewige Jude". Olhinpte:„Vergessene Patrioten".»Samstag und Dienstag»m» 22 Uhr russische Filme-, Praha: ..Simm» über der Sahara". Sknut:„Slurm über der Sahara". Bajknl der und Tö-wester" Millionär". Favorita Illusion: Fhr Arzt". Kapitol „Der güte Tramp Beruaöek". die Kaiserin Arzt". Vorträge »Sozialismus als Kulturproblem Mit diesen» Vortrag des Genossen Tr. Franzet eröffnete am Donnerstag dec Bildungsaudschuß unserer Prager Parteiorgauisalio»» einen voltslün» licheir Vortragszhklus über K u l t u r s r a g e n und Sozialismus. Was schor» der Vorsitzende, Genosse Goldschmied», in seine»» einleitenden Wörter» gesagt harte: daß es nur scheinbar ein Abgleiten von de»» Ausgaben des Tages ist, wenn»vir iir der Zeit schtvierigster wirtschaftlicher und politischer Problenre zkulturfragen erörtern, das beivies dar»»» Dr. Frau- zel in seinen» schönen, ungemein anregender» Bortrage. inden» er uns den proletarischen.Klassenkamps als Kulturproblein zeigte, zunächst als Kampf um die Anteilnahme der bisher von aller Kultur Ausge- schlojjenen um Anteilnahme au der Kultur, dann als Ringen um neue Kult Urformen und neuer» kulturellen Inhalt. Aus der Darstellung der Maflenbeein- slussung durch die in bürgerlichenHänden befindlichen Instrumente der öffentlichen Meinung und durch die industrialisierte Erzeugung von Knnstersatz, von Kitsch, ergab sich zwingend die Notwendigkeit betvuß ten Kultrrrkampfes.— Dr. JranzelS Vortrag war einleitender Vortrag, eS konnte also kein Teilgebiet erschöpfender behandelt tverden. Aber es gibt, kau»» ein Gebier des Kulturlebens, das nicht wenigstens erwähnt und den» Kullurbilde unserer Zeit einge gliedert tvurde, so daß beste Vorarbeit für die kom menden Vorträge geleistet wurde. Auf sie soll hier besonder» uackidrüitlimj» Hingeiviesen werden.— Ten» Bortrage folgte eine inieressaute Wechselrede. aus ihre Anfragen und Anregungen antwortete Dr. Franze! in einem kurze»» Schlußtvorie.— Da an» I Donnerstag gleichzeitig noch inehrere andere Beran. skalkuiigeu sozialdemolratischer Organisationen stau fanden, waren man-t-e Genossen und enojsinnen, die geiviß gerne an diesen» Borlrage teilgeuommei» hätten. am Kommen Verbinder». Sie sollen ück» die nächsten Bortragsiaoe freihalteu: den 1k>. und 22. Feber, den le, 8. und 15. März- Es folgen Borträge über da» Theater, den Film, die bildende Kunst, über Sozialismus und Religion und über sozialistische LebenSsüb r»»ng. Alle Vorträge in» Varteiheim!—fl>— beitragen, so soll die planmäßige Ralionalisie- rung nnd Kapitalleitnng der Wiederholung einer Entwickln»,; Vorbeugen, die unsere Wirtschaft mit it» die heutigen Schwierigkeiten geführt hat, der«»» llebertvindung der Privatinitiative bisher nicht gelang und auch in Zul»n»ft nicht mehr gelingen rascher sich die Krise der Depression näherte. Es| Ivar eine Leichtigkeit, sich gcgei» entsprechende Sicherstellungen die nottvendige»» Betriebskredite zur Erhaltung des Ware»»absatzes zu beschaffe»». Heute ist das, da die Rückzahlung der langfristigen Kredite noch nicht in Fluß gekomn»«»» ist. un- glcich schivieriger. Diese Schwierigkeiten si»»d es, die die So« die Maßnahmen, die»niternommen'lverden müs- tionalbank für die Gewährung von Krediten auf gen. r——*■:- ost...- k—:..irjr—...— Wechsel und Wertpapiere stamme»» a»lö der Zeit Hirn, guter Konjunktur. Gegenwärtig erschwere»» sie Benzin beschmiert»varen. Als der Mann ...A Oaa«• I Hilf Xtatait Aetl» hott In hU ittmit Hl» Die andere Seite, Sheriff« Kricgssiück, vor fünf fahren geschrie- ! ben und seither oft gesviel», bat bei der Prager deutschen Erilaussühruug in der Kleinen Bühne seine unverminderte, ja gesteigerte»heatralische Schlagkraft belviesen; nicht so dei» ideellen Wert einer me»»schlick»eu Tendenz, die heute nierklvürdig brüchig geworden ist. Jene Objektivität, die ziir Zeit der erpressionistischei» und piSkaioreSlen Plakatstücke ein Vorzug Ivar, ist heute, wo uns das KriegSproblein in den barbarischen Formen von Giftgas und Bakterien hundertfach gesteigert nahesteht, von Ucbel. Die Entschlossenheit der Kriegshetze hat uns gelehrt, d.»ß es gegen sie nur eine geistige Haltung gebe»» kann: die einer ebenso entschloflenen Abwehr. Wenn Sheriff jeden eindringlich-echten Aufschrei gegen den j Krieg a»empo durch eine Regung sporilich-en lischen »Korpsgeist kompensier», wen»» die pstichologiscke Folgerung feiner Heide»» nach dem entsetzlichen Erlebnis nichts anderes ist al» ein„Weitermachen", so ist der in friedlichen Zeiten sympathische Gehalt seines Dra« 1»nas vor den apokalyptischen Schrecken des droher»den Untergangs uninteressant geworden; und wenn Volk« end» der„Drückeberger" de» Stücke« al« patholo- : gisch-unsympalhische Figur gezeichnet»vird— sagen wir ci laut, daß ihm unsere Sympathie gehört, selbst ai» dieser Stelle, wo er ,,stört".— So bleibt , ein spannendes, vorzüglich gebautes Theaterstück, das Sudermaun uähersteht als Barbusse, llnter H ö l z- l i n 2 Spielleitung kommt eine bemerken'-io.'rtc Ausführung zustande; bei der besonders glücklichen Be- , setzung, in der sich Schauspieler- nnd Rollenindiri- dualilät fast immer decken, muß er den Darstellern nur freien Laus laffen, nnd das tut er mit sicherstem Bühneninstinkt. Fm Mittelpunkt steht 2 t r ö h l i n als Stanhope. Er beweist, daß er, selb!» an höchsten Vorbildern gemessen, durchaus imstande ist, eine groß« schausvielerische Figur zentral zu gestalten, nnd er wäre vollendet, wen»» er hin nnd wieder den leidenschaftliche»» Ausbruch durch Verhaltenheit ersetzen würde; so könnte die Gejialr»»och an Dämonie gewinnen. Außerordeittlicki ist B a l k s O-borne: seine Abschiedsszene vor de»n Tod und sein letztes Gespräch mit Raleigh gehören zu de»» tiefsten Eindrücke»» des Abends. Frey, ein Spezialist kür so schülerhafte Naturbursche»» wie den Raleigh und darüber hinaus, wie sich in den lebten Bildern zeigt, auch tragischer Töne fähig, überträgt seine ganze komödiantische Freude zwanglos und bezwingend auf das Publikum. Die Herren Renner, Ia- nitfchek, S ch»n e r z e n r e i ch und H ö I z I i n bolen lebendige Thpenleistungen. Das Publikum imirdc von der sauberen Theairalik des Stückes und von der ausgezeichnete»» Aufführung sehr gepackt. H. Fischer. Mt. S8 GamStag, 3. Arier 1834 Tief erschüttert teilen wir die traurige Nachricht mit, daß unser hochgeachteter Ge schäftsführer FRANZ KNOBLOCH am 1. Feber 1934 unerwartet rasch aus dem Leben geschieden ist. Wir schätzten in ihm dankbar die Kameradschaftlichkeit, die uns alle gemeinsam um schloß. Er wird uns zeitlebens unvergeßlich bleiben. Die Angestellten des Arbeiter-Konsumvereines Bodenbach ARBEITER- KONSUMVEREIN' BODENBACH reg. Gen. m. b. H. Aufs tiefste ergriffen, geben wir die traurige Nachricht, daß unser überaus verdienstvoller Obmann und Geschäftsführer, Genossenschafter FRANZ KNOBLOCH nach längerem Leiden in seinem 57. Lebensjahre am 1. Feber 1934, abends 8 Uhr im Krankenhaus zu Tetschen, für uns alle viel zu früh, sanft verschieden ist. Der Verstorbene wird uns stets in dankbarster Erinnerung verbleiben und sein leuchtendes Vorbild wird uns allezeit bei unserem ferneren Handeln leiten. Die irdische Hülle des teuren Verblichenen wird seinem eigenen Wunsche und dem der Familie gemäß in aller Stille nach Brüx überführt. Die Einäscherung des uns Unvergeßlichen erfolgt dortselbst am Montag, den 5. Feber, um 10 Uhr vormittags. Ruhig und bescheiden, wie er gelebt, wollte er auch in das Schattenreich eingehen. Bodenbach, am 2. Feber 1934. Der Vorstand und Aufsichtsrat