Nr. 90. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Brets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. blasts als we owen16. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Um den Magen des Volks. Dienstag, den 18. April 1899. Das ist des Pudels Kern. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. 11 auf öffentliche Kosten erfolgen. Sie muß verbunden sein mit und Vertretung alle politischen Rechte abgenommen sind, dann obligatorischer Viehversicherung, damit der läßt sich darüber reden, ob die Städte- Ordnung beizubehalten Bauer bei Erkrankung eines Schlachttieres keinen Verlust zu sei. Berlin steht an Rechten der Selbstverwaltung dann hinter Das schöne Geschichtchen von dem„ guten" französischen befürchten hat; und sie muß so erfolgen, daß das ausländische dem letzten Dorf zurück und gewinnt ungefähr den Charakter König Heinrich dem Vierten: Jeder von meinem Volt soll ein Fleisch nicht abgesperrt und der Fleischpreis nicht eines Gutes, das von einem Ostelbier bewirtschaftet wird, Huhn im Topf haben! ist von der Geschichtskritik als Fabel fünstlich erhöht wird. erkannt, und anderen ähnlichen Fürsten- Anekdoten nach in und saldi pad oder eines Königreichs Stumm. Dieses kommunale Zukunftsbild entwirft die Bost". Unden Papierkorb grworfen worden. Was aber vor 300 Jahren Die Socialdemokraten wollen auch, daß unser Volt bloß gefähr dasselbe sagen auch die dem Finanzministerium nahenoch zu gut war für Fürsten, das ist heutzutage eine all gesundes Fleisch in seinen Magen bekomme, aber sie wollen stehenden Politischen Nachrichten", die die Nachtägliche Wahrheit und Wirklichkeit; und wenn es auch nicht auch, daß das Fleisch nicht zu teuer werde für den richt von der Aufhebung der Berliner Selbstverwaltung zwar gerade Fürsten sind, die für den Magen des Volks eine so Magen des Voltes. In England, wo die Fleischeinfuhr ein socialdemokratisches Märchen nennen genau wie es rührende Fürsorge befunden, so sind es doch die" Edelsten frei ist, essen die Arbeiter nach amtlicher Statistik dreimal ein socialdemokratisches Märchen ist, daß durch die Zuchthausder Nation". Jene" Edelſten", die sich selber für mehr so viel Fleisch als in Deutschland und das Fleisch vorlage die Koalitionsfreiheit vernichtet wird dann aber halten als Fürsten, und deren Stolz sich in dem klassischen ist um ein Drittel billiger. Das Pfund vortrefflichen Hammel- als Körnchen Wahrheit" folgendes aus unseren„ Ausfleisches( Keule) ist in London schon für 50 Pf. zu haben streuungen" herausklauben: australisches Fleisch, aber wohlschmeckend, nahrhaft und gesund. Wort ausdrückt: Und der König absolut Wenn er unsern Willen thut. " Die Debatte wurde gestern nicht beendigt noch die heutige Sigung ausfüllen. Politische Uebersicht. Berlin, den 17. April. Der Spree- Präfekt. Die Herren„ Edelſten" haben sich im Laufe der Zeiten sie wird wunderbar gebessert. Im Mittelalter stahlen sie dem Bauer die Gans vom Hofe und die Kuh aus dem Stall. Heute ist Das deutsche Volt hat aber von neuem Gelegenheit, zu ihr höchstes Ziel, daß jeder Mann und jede Frau vom Volfe sehen, wer in der That ernst besorgt ist um seinen Magen, eine gefunde Gans in den Topf bekommt was noch besser die Socialdemokraten oder die Junker. Bei der Junkerist als das Huhn des Franzosenkönigs und außerdem ge- fürsorge für den Magen des Volkes kann das Volk verfundes Kuh, Rind-, Schweine- und sonstiges Fleisch. Nur hungern, gesund, so daß es dem Magen des Volfs keine Beschwerden macht. Erkrankt zufällig in Polen und Rußland eine Gans -flugs sind die Edelsten" bei der Hand und schließer die Grenze, damit keine Gans die Pestilenz in das deutsche Land und ungesunde Nahrung in den Magen des deutschen Volkes bringe. Und wird irgendwo in Polen, Rußland, Dänemart, Holland, England, Amerika eine Ruh, ein Rind, ein Schwein von Unwohlsein ergriffen flugs sind die Edelſten" da und verlangen Schließung der Grenze, damit tein ausländisches Schwein, Nind und sonstiges Stück Vich den Magen des heißgeliebten deutschen Volkes verderbe. Daß durch diese bewundernswürdige Fürsorge der„ Edelſten" die Fleischpreise in die Höhe getrieben werden das kann nicht ins Gewicht fallen, denn was besagen 20, 30, 40 Pfennige mehr oder weniger für das Pfund Fleisch, wenn das unschäßbare Gut der Volksgesundheit in Frage steht? Und daß die verteuerten Fleischpreise Gold, viel Gold in das Portemonnaie der Edelsten" bringen das ist purer Zufall, der dem praktischen Christentum und der biblischen Nächstenliebe nicht Abbruch thut. Im Gegenteil: das praktische Christentum und die biblische Nächstenliebe ist ja die einzige Triebfeder unjerer Edelſten". " Mit dieser Nächstenliebe geht es wie mit anderen guten Eigenschaften. Je mehr sie geübt wird, desto mehr erstarkt fie. Mit Betrübnis mußten die Edelsten sehen, daß trotz ihrer Wachsamkeit doch ausländisches Fleisch nach Deutschland geYangt, das, wenn auch nicht offenfundig ungesund, doch entschieden verdächtig ist und in ihrer unerschöpflichen Herzensgüte, erjannen sie einen Plan, wie alles ausländische Fleisch dem Magen des geliebten deutschen Volkes sich fern halten läßt. Das geliebte deutsche Volk soll kein Fleisch essen, das nicht vorher genau von Sachverständigen untersucht ist. Man denke, diese Selbstverleugnung der „ Edelſten", die aus Liebe zu dem deutschen Volt sogar ihren Haß gegen die Juden, das verfluchte Volt, welches Chriftus gefreuzigt hat, fallen lassen und im Wesen sich für das Mojaische Schächten" begeistern! Alles aus Liebe! Aus heißer Liebe zum Volt, und aus zärtlicher Fürsorge für den Magen des Volfes. " Ein Fleischschau- Gesetz wurde gefordert und von der Regierung, die den„ Edelſten" nicht leicht etwas abschlagen fann, bewilligt. Aber, als die Regierung an dem Gesetz arbeitete, fielen ihr gewisse„ Stüdchen Papier" in die Hände, beschrieben mit Verträgen. Verträgen zwischen uns und den Amerikanern, Russen und anderen Völfern. Und um Zusammenstöße und 3011triege zu vermeiden, unterließ die Regierung es, das Fleischbeschau- Gesez, das sie dem Reichstag unterbreitet hat, auch auf das ausländische Fleisch und ausländische Fleischwaren auszudehnen. Durch diese Unterlassungssünde hat sie das gefühlvolle Herz der„ Edelſten" auf das tiefste getränkt, und in der geftrigen Sigung des Reichstags, wo das Fleischbeschau- Gesetz zur ersten Beratung fam, gab Graf Iindow ström den Schmerzen der mitleidsvollen Engel von„ Edelſten" so schmelzenden Ausdruck, daß man hätte Thränen vergießen fönnen. Und ein agrarisches Pfäfflein aus Bayern sekundierte dem gräflichen Bruder in Christo und praktischem Christentum. Dies Gesetz ohne Bestimmungen, die den hermetischen Ausschluß des verdächtigen fremden Fleisches bedeuten, will den Edelſten" und ihren Genossen gar nicht gefallen. Es verursacht dem armen Mann zu viel Scherereien und Kosten. Es verhütet nicht, daß der Magen des Volkes durch ungesundes Fleisch vergiftet werde. Auch bei den liberal- bürgerlichen Parteien findet das Gesetz feinen Anklang " es sei ein Eingriff in den freien Verfehr usw. fie meinen, " Während die offiziöse Presse jeden Tag es für notwendig hält, die angebliche, aus der Gesamtanschauung des Staisers wohl begreifliche Aeußerung über die Annexionen von 1866 abzuleugnen, äußert sie sich über die geplante Provinz Berlin" sehr interessant, indem sie schweigt. Dagegen schreibt die" Post" bereits die Begründung für jenen in Aussicht stehenden Gesetzentwurf: alex vites Man wird über kurz oder lang dazu übergehen müssen, Berlin mit den Vororten zu einem weiteren Kommunalverbande zu vereinigen und diesem Kommunalverbande zugleich eine gemeinsame regiminelle Spize zu geben. Sodann unterliegt es auch keinem Zweifel, daß die ReichsHauptstadt längst über den Rahmen hinaus gewachsen ist, für welchen die Bestimmungen der Städte- Ordnung von 1853 bestimmt waren. Die Verwaltung hat einen solchen Umfang angenommen, daß von der einheitlichen follegialen Verwaltung durch den Magistrat, wie sie die Städte- Ordnung voraussetzt, feine Rede mehr ist. Die einzelnen städtischen Verwaltungszweige stehen vielmehr nahezu selbständig nebeneinander, und die Einheitlichfeit der Verwaltung wird nicht sowohl von dem Magistrate, als von der Stadtverordneten Bersammlung gewahrt. Die Folge davon ist wiederum ein Uebergreifen der städtischen Vertretung in die nach dem Wortlaut und Sinne der StädteOrdnung dem Magistrate allein zustehende Exekutive und somit eine Verschiebung der Grundlagen der städtischen Verfassung, wie sie in der Städte- Ordnung von 1858 vorgesehen ist, zu Gunsten der Stadtverordneten- Versammlung. Entspricht diese Verschiebung dem bestehenden Nechte nicht, so ist sie auch praktisch nicht unbedenklich, weil die StadtverordnetenVersammlung auch ihrerseits nicht geneigt ist, die nach der Städte Ordnung ihrer Zuständigkeit gezogenen Grenzen inne zu halten, sondern es liebt, sich als politische Körperschaft aufzuspielen und politisch zu demonstrieren. Diese Tendenz der StadtverordnetenBersammlung, eine Art von Nebenparlament zu spielen, hat befanntlich wiederholt zu einer Staffation von Beschliffen der Stadtverordneten- Versammlung durch das Ober- Verwaltungsgericht geführt; fo 1895, als die Stadtverordneten- Bersammlung gegen die Umsturzvorlage, und 1898, als sie für die Märzgefallenen und die Märzrevolution zu demonstrieren gedachte. Erwägungen diefer Art scheinen auch in, städtischen Kreisen die Ueberzeugung hervorgerufen zu haben, daß die städtische Verfassung von Berlin nicht nur verbesserungsfähig, sondern auch verbesserungsbedürftig ist.. " Daß die Einrichtung einer Provinz Berlin nicht zu einer Beseitigung der fommunalen Selbstverwaltung führen würde, erhellt schon aus der Thatsache, daß die preußischen Provinzen eine eigene tommunale Verwaltung, welche durchaus auf dieser Grundlage des Es würde allerdings Eelfgovernments fonstruiert ist, besitzen. wohl eine Reihe von fommunalen Aufgaben, welche heute von der Stadtkommune Berlin wahrgenommen werden, auf einen solchen höheren Kommunalverband übergehen, und ebenso würden die staatlichen Funktionen, welche jezt die städtischen Behörden von Berlin wahrnehmen, soweit sie gemeinsam für einen solchen neuen Kommunalverband auszuüben find, auf die zu bestellende Staatsbehörde übergehen. Würde der Umfang der Geschäfte der städtischen Verwaltung auf diese Weise nach verschiedenen Richtungen hin wesentlich eingeschränkt, 10 würde vielleicht die Möglichkeit gegeben sein, für Berlin die Städteverfassung nach der StädteOrdnung von 1853 im wesentlichen beizubehalten. " Es dürfte allerdings in der Absicht liegen, einen neuen Regierungsbezirk Charlottenburg zu errichten und so für eine intensivere Einwirkung der Regierung auf die Entwickelung dieses Bezirks zu sorgen. Das hat aber mit der Frage der kommunalen Selbstverwaltung nichts zu thun. Insoweit es sich um die inneren Angelegenheiten der Gemeinde handelt, reichen noch für einige Jahre die bestehenden Einrichtungen aus, um eine sichere Ordnung der Verwaltung einigermaßen zu gewährleisten." Die Frage dürfte demnach nur noch sein: ob die Selbstverwaltung Berlins auf einmal oder stückweise ganz beseitigt werden soll. So soll die Bevölkerung a II mählich an den Gedanken gewöhnt werden, der anfangs als die Ausgeburt eines überphantastischen Reporters erscheinen konnte. Die verhetten" Beamten. Der Reichs- Anzeiger" bringt folgende Kundgebung: Einige von Beamten des Reichs und Preußens gebildete Vereine haben eine bedanerliche und bedenkliche Haltung angenommen. So fern auch der Reichsregierung und der preußischen Regierung die Absicht liegt, den Beamten die Bildung von Vereinen und Gesellschaften zur Verbesserung ihrer wirthschaftlichen Lage, zur Hebung der geistigen und fittlichen Ausbildung der Mitglieder und zur Förderung ihrer Standesinteressen zu verwehren oder sie in ihrem Petitionsrecht zu beschränken, so bestimmt muß doch von den kaiserlichen und königlichen Beamten erwartet und verlangt werden, daß sie dabei diejenigen chranten innehalten, welche für alle Beamten durch ihren geleisteten Eid und ihre amtliche Stellung gegeben sind. Die Teilnahme an Vereinen, welche hiermit in Widerspruch stehende Bestrebungen verfolgen und insbesondere beabsichtigen, durch den massenhaften Zusammenschluß von Vereinsmitgliedern einen Druck behufs Durchsehung ihrer Fordernugen auf die obersten Reichs: und Staatsbehörden zu üben, und die Erreichung ihrer Forderungen nicht von der Fürsorge des Reichs oder des Staats erwarten, sondern dieselbe zu ertrogen unternehmen, deren officielle Organe sich einer unzulässigen und ungehörigen Sprache bedienen, die Unzufriedenheit schüren, das Vertrauen zu den Vorgesetzten untergraben und sogar durch eine fortgesette Herstbsetzung der Achtung vor den legteren die Disciplin gefährden, ist, wie die Beamten bei objektver Prüfung selbst einsehen müssen, für sie nicht statthaft. Die kaiserlichen und königlichen Beamten werden, wie die Reichs- und Staatsregierung zuversichtlich vertrauen, auch ohne daß sie von den vorgesetzten Behörden auf die Unzulässigkeit eines solchen Verhaltens besonders aufmerksam gemacht werden, sich von derartigen Bestrebungen fernhalten und, falls das Bewußtsein ihrer Beamtenpflicht sie vor der Teilnahme an denselben bisher nicht ohnehin bewahrt hat, in Zukunft die bezeichneten Vereine meiden und die betreffenden Fachorgane nicht weiter durch ihre Beteiligung an denselben fördern. Die kaiserlichen und königlichen Beamten müssen ihren alten Ruhm der Treue, der untentwegten Pflichte rfüllung und der Disciplin sorgfältig wahren und sich hüten, durch unzulässige Agitationen auch nur den Schein zu erwecken, als wenn sie selbst unbewußt auf Wege gerieten, welche durch die unausbleiblichen Folgen dem Staate und ihnen selbst nur zum schwersten Schaden gereichen würden. Niemals mehr als in der gegenwärtigen Zeit, wo die Umfturzpartei an den Grundvesten unseres Vaterlandes zu rütteln sucht, ist dies eine der obersten Pflichten aller öffentlichen Beamten. Sie müssen es als eine Ehrenpflicht erkennen, in dieser Richtung der königstrenen Bevölkerung ein Vorbild zu sein. Börse einem Wegelagerer herauszugeben. en Sie müssen es als eine Ehrenpflicht erkennen. Eine Ehrenpflicht, zu der man von außen gezwungen wird, hat Mit der Bildung eines neuen Regierungs- große Aehnlichkeit mit der Ehrenpflicht eines Wanderers, seine bezirts Charlottenburg, würde eine ganze Reihe der Fragen, welche die nahen Beziehungen zwischen Berlin und den Die löbliche Obrigkeit hat nichts dagegen, wenn ihre AnBororten in immer stärterem Maße aufwerfen, auf die Dauer gestellten sich zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage nicht zu lösen sein. Diese Einrichtung würde daher schwer aber sie dürfen es nicht massenhaft lich mehr, als ein Provisorium bedeuten und nur einen Notbehelf zusammenschließen Und Graf Bojadowsky hat recht viel Mühe, fein für die Zeit bilden, bis der Gedante einer gründlichen Neorgani- thun, sie dürfen keinen Druck ausüben, sie dürfen nichts erKindlein zu verteidigen. Er kennt seine Pappenheimer und sation der staatlichen und kommunalen Verhältnisse der Reichs- trogen, sondern sie müssen hübsch bescheiden warten, bis der weiß, wessen das praktische Christentum" der„ Edelſten" hauptstadt und ihrer Umgebung spruchreif geworden sein wird." Segen von oben träufelt. Ihre Vereinigungen sollen eine fähig ist, wenn es gilt, für den Magen des Volkes zu sorgen. Hier haben wir schon die Rede, die Herr v. d. Rede oder Art Wartehallen für die Ankunft der vorgesetzten FürUnterstügt wurde er eigentlich nur von der socialdemokratischen sein Nachfolger bei der Einbringung der Spree- Präfeftur forge sein, und nebenbei Ruhmeshallen, in denen Partei, die auch gesundes Fleisch für den Magen des Voltes Vorlage halten wird. Berlin ist politisch, übermütig geworden, die Männer an der Spike bewundert werden. Der will. Aber wie Genosse Wurm ausführte, die Fleischbeschau das fann nicht länger geduldet werden es muß zur Pro- Erlaß des Reichs- Anzeigers" ist ganz in dem Stil gehalten, darf weder Kosten noch Scherereien verursachen sie muß vinz geduckt werden. Erst wenn der Berliner Stadtverwaltung den neulich ein Fachblatt der Eisenbahnerbeamten anwendete: " as ein Minister gewollt und nicht erreicht hat, wird er für fernere 3eit zu erreichen suchen, bis dahin wollen wir uns zufrieden geben. Wir, meine Herren Kollegen, wollen ihm für das Eintreten für uns dadurch unsern Dant abstatten, daß wir durch stete Pflichterfüllung uns der Vertretung würdig zeigen und die jüngere Generation in diesem Sinne erziehen. Wer am 26. Januar d. J. der Kaisergeburtstagsfeier bei Stroll beigewohnt hat, muß den Eindruck mit nach Hause genommen haben, daß unser Herr Minister ein Vater feiner Eisenbahner ist, und ein Vater wird seinen Kindern die Erfüllung berechtigter Wünsche nicht versagen. Unsere Stellung fann daher nur durch besonnenes Berhalten jedes einzelnen gehoben werden und uns dem Ziele unserer Wünsche ent gegenführen. Aller Segen kommt von oben. Reichen Sie Daher vertrauensvoll und ohne Scheu ein turzes sachgemäßes Gesuch bezüglich der II. Klasse für die Zugführer auf dem Juftanzentvege ein." E Wir glauben denn doch, daß man den Charakter und den Stolz unserer Beamten erheblich unterschäßt, wenn man ihnen ansinnt, daß diese Sprache der allgemeine Beamtenjargon sei. Wenn die Regierung kein anderes Mittel mehr kennt, um die ihr, wie sie fühlt, entgleitende Beamtenschaft fest zuhalten, als diese Ermahnung zur Demut, dann ist ihr nicht mehr zu helfen., el a moitida qxD Abgeordnetenhaus. betriebe gemäß den Forderungen der Streifleitung einrichten| haben, nämlich die erft richtige Aufnahme der Tigerbal. Er sagte in müssen. Wenn derartiges aber schon vor der obligatorischen, gesez- feinem Vortrag unter Beifügung einer besonderen Kartenstizze. Auch mäßigen Einsetzung des Gesellenausschusses hat geschehen können, die Tigerbai fanden wir wesentlich anders, wie sie bisher geschildert die viel größer, direkter und entscheidender wird fünftig der Ein- wurde. Zunächst hat sie, wie aus meiner Kartenstizze zu ersehen ist, fluß der Gefellen, mau fann es ruhig sagen, der Soeialdemokratie eine gänzlich andere Form, als die bisher auf allen Karten nach dem Jnkrafttreten der§§ 103 i und 108 k des Reichsgesetzes eingetragene." Herr Dr. Esser hat diese Bai, die eine Tiefe von vom 26. Juli 1897 sein! Und gesezt den Fall, der Gesellenausschuß 25 Kilometern und eine Breite von 22 Kilometern hat, in einem ließe sich in der reorganisierten Gewerbekammer vermeiden(!). mit fritischem Material belasteten Artikel in der wissenwas jedoch starken und berechtigten Zweifeln begegnet, so bleiben schaftlichen Beilage des Amtlichen Kolonialblattes" geschildert doch immer die im Junungsleben durch den Gesellenausschuß und auch da das Erforschungsverdienst für sich in Anspruch beeinflußten Handwerker in einer solchen Gewerbekammer, genommen. In Wahrheit hat Herr Dr. Esser diese Karte eins welche Handwerker in den die Industrie betreffenden Fragen mit fa ch von einer zur Zeit seiner Reise erschienenen portugiesischen zuftimmen die Berechtigung haben und so eine der Industrie un- Karte fchlantweg nachgezeichnet. Wahrscheinlich hat er erwünschte Einwirkung auf die Beschlustfassung industrieller An- geglaubt, daß unseren Kartographen diese allerdings in Deutschland gelegenheiten auszuüben im stande sein würden. Da aber nach nur in wenigen Exemplaren vorhandene Karte unbekannt sei. Darin §§ 95 und 95 a des erwähnten Gesetzes die Bildung und Mit hat er sich aber getäuscht." Der treffliche Dr. Esser hat schließlich auch noch ein Buch heraus. wirkung des Gesellenausschusses bei den Immungen unvermeidlich Dr. Wagner' ist, so ist für die Industrie ein Zusammengehen mit dem gegeben unter dem Titel„ Von der Westküste Afrikas." durch den Gesellenausschuß unfrei gewordenen Handwerk bemerkt zu dieser schriftstellerischen That: Er nemt es Jagd- und gefährlich und bedroht ernstlich der hiesigen Industriellen Existenz wirtschaftliche Streifzüge. Ich habe mich fiberzeugt, daß die Eigenund Konkurrenzfähigkeit." tümlichkeit dieses Buches thatsächlich in den fühnen Streif" Herr im Hause" wollen die Herren Großindustriellen a igen besteht, die der Verfasser in das geistige Eigentum fein who ben Arbeitern teinen Einfluß auf die Verhältnisse an der er unternommen hat. Jedenfalls werden Herr Profeſſor einen ber Induſtrie einräumen, obwohl es sich dabei natürlicherweise Wohltmann und andere Gelehrte sich sehr geschmeichelt gefühlt haben, nur um die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse handeln kann. als fie faben, wie ihre Gutachten und Berichte Herrn Dr. Giſſer ſo in Fleisch und Blut übergegangen waren, daß er glaubte, sie wären Sie fürchten, die durch die Socialdemokratie zum Selbst- seinen eigenen Erfahrungen entsprungen und daß er die üblichen bewußtsein und zur Erkenntnis ihrer Interessen erzogenen" der entlehnten Rede hinzuzusetzen ganz vergaß." Arbeiter könnten den Gesellenausschuß dazu benußen, für ihre Dr. Wagner faßt das Ergebnis seiner Betrachtungen in die Der vierte Tag der Beratung der Kanalvorlage brachte endlich eigenen anstatt für die Interessen der Unternehmer zu Worte zuſammen: Dr. jur. Effer iſt aus der Reihe der wissenschaftin die bis dahin so einförmigen Verhandlungen etwas Abwechslung wirken. Als ob der Gesellenausschuß nicht gerade zu dem lichen Männer gestrichen, jein Reisebericht ist in den Papierforb der Das ist namentlich dem Eingreifen des Handelsministers Brefeld zu danken, der in längerer Rede die Notwendigkeit des Kanals zur Zwecke geschaffen worden wäre, die Interessen der Gesellen geographischen Wissenschaft geworfen. Es wird kein Geograph mehr feine Zeit an die Efferschen Reiseberichte zu verschwenden brauchen. Bewältigung des immer steigenden Verkehrs betonte und hierbei Sen wahrzunehmen. An einer anderen Stelle der Broschüre schildert Dr. Wagner, Agrariern nicht gerade Schmeicheleien fagte. Er sprach unter großer Wie schwach muß sich übrigens die Industrie" in Ham warum und wie Eiser sich mit besonderer Bähigkeit um die Gunst Unruhe und großem Lärm auf der Rechten von vorgefaßten burg fühlen, daß sie den doch gewiß nicht mit großen Rechten des Kaisers beworben habe. Der schwerreiche Dr. Effer verfolgte Micimumgen, die man nur schwer überwinden könne, und warnte die ausgestatteten Gesellenausschuß selbst dann noch fürchtet, wenn in den Kolonien nicht Forschungszwecke, sondern materielle Herren davor, einen nach so langer Mühe endlich zu stande ge- er in der Gewerbekammer selbst gar nicht vorhanden ist, großkapitalistische Interessen. Um diese möglichst zu fördern, tommenen Entwurf an den Sonderinteressen einzelner Landesteile fondern nur mittelbar durch die von ihm beeinflußten" wollte er Mitglied des Kolonialrats werden. Das scheitern zu lassen. Kolonial amt mochte ihn aber nicht haben. Aber fagt Diese an einem preußischen Minister den Konservativen gegenInnungsmeister zur Geltung kommt. Indessen, die vielleicht sind fiber ungewohnte Sprache erregte bei den Agrariern starke Miß" Es giebt einen höheren, als den Kolonialsocialdemokratischen sich Effer: ftimmung und Noch mehr als Direktor. Wen der Kaiser ehrt, den darf ein taiserlicher Beamter borgeschütt. gab dem Dauerredner Gamp( ft.) Anlaß. Gefellenausschüsse" Namen aller Kanalgegner dagegen zu protestieren, als die Socialdemokraten mögen den Vertretern des Groß nicht zurückweisen, der ist gefeit gegen die Bureaukratie". Es iſt jedenfalls ein Zeichen von Schneid und Zielbewußtsein, daß Herr ob sie sich in in ihrer Stellung zu Gesezentwürfen von fapitals die Mittelständler ein Greuel sein. Der Dr. Esser direkt an die höchste Instanz ging. Die Aufmerkjaniteit Sonderinteressen Teiten lassen. Ernst wird man ja einen Zukunftsstaat brennt ihnen noch nicht auf den Nägeln, aber der des Kaisers versuchte er zunächst durch verschiedene ehrfurchtsvolle folchen feierlichen Protest nicht nehmen, denn wenn irgend jemand, Vergangenheitsstaat der Bünstler scheint ihnen gefährlich. Sie Präfente zu erregen, Photographien aus seiner großen Afrika- Expedition, so haben sich die preußischen Junker stets und ständig nur von fürchten in ihrer großkapitalistischen Aktionsluft durch die eine Büste Friedrich II. usw. wanderten ins Schloß. Herr Dr. Eſſer Sonberintereffen leiten lassen, und Herr Gamp kann es in dieser Fesseln brengt zu werden, mit denen die Mittelständler die hat zwei Jahre fast fich gedulden müssen, bis sich endlich ein MitBeziehung getrost mit den echten Junkern aufnehmen. Auch die Berwahrung des Herrn Gamp gegen die„ Unterschiebung", der Kampf Entwickelung zügeln zu können wähnen. Der Großhandel ist glied der Hofgesellschaft seiner erbarmte und als ,, unverantgegen die Stanäle werde von„ verkehrsfeindlichen" Agrariern geschürt, ihnen wahlverwandt, er ist die Ergänzung der Industrie, aber wortlicher Ratgeber beim Kaiser die Verdienste des fei verkehrsfeindlich gefimt, erregte selbst bei einigen Nationalliberalen schafft", ihnen lästig. So wollen sich die Industriellen lieber Dr. Effer dem staunenden Publikum in Klubs und Theater feinen ist nicht allzu tragisch zu nehmen. Seine Bemerkung, fein Agrarier der ältere Bruder Handwerker ist, trotzdem er auch„ Werte errn Dr. Eiser in das gehörige Licht feste. Die udienz wurde bewilligt und am selben Abend noch konnte Herr ein verständnisvolles Lächeln. Im übrigen sprach der agrarische mit dem„ unproduktiven" Handel, der ihnen auch gesellschaft schönen Orden präsentieren und gleichzeitig dem verhaßten AusRedner, wie das seine Gewohnheit ist, von allem möglichen, was lich standesgemäßer" scheint, wie mit dem braven produktiven wärtigen Amt einen empfindlichen Schlag durch Veröffentlichung der mit dem Stanal überhaupt in feiner Beziehung steht, von der Be- Handwerk gemeinschaftlich organisieren. abfälligen faiserlichen Worte über die Kolonialbeamten versehen. lastung der Landwirtschaft durch die Armengefeßgebung, von den Herr Dr. jur. Effer, Juhaber des Kronenordens zweiter Klasse und hohen Schullasten, die die Landwirtschaft aufzubringen habe, u. a. m. der Telegrammadresse Kakaobaum", Oberleutnant der Landwehr, Einen eigentlichen Grund gegen die Vorlage hat er trotz der Länge Mitglied des Klubs der Millionäre, war der Held des Tages und seiner Ausführungen nicht anzugeben geivußt. Genosse Singer schreibt uns: Der Verfasser des Artikels eine Bersönlichkeit, mit der das auswärtige Amt zu rechnen geim Auf Gamps Rede antwortete Richter, der sich in der eigenartigen E TdStadt für Land. schonen. Situation befand, die Regierung gegen die regierende Bartei in Schuß" Stadt für Land" rennt offene Thüren ein, indem er, angeb- zwungen war." Diese Darlegungen des Herrn Dr. Wagner erscheinen völlig zu nehmen, er feste fich aber mit gutem Humor darüber hinweg lich im Gegensatz zu mir, dafür eintritt, daß die Telephoneinwandsfrei. Der Verfasser ber Broschüre ist Kolonialfreund und und entledigte sich seiner Aufgabe nicht nur zur Zufriedenheit seiner gebühren für das platte Land niedriger sein sollen, als die einwandsfrei. Der Verfasser der Broschüre ist Kolonialfreund und Monarchist, er will im Interesse der Kolonialpolitik und der WiffenParteifreunde, sondern auch des Ministers v. Miquel, der ihm auf- Gebühren in den großen Städten. Genau dasselbe habe ich schaft über Individuen wie den Dr. Effer Klarheit schaffen. merksam zuhörte und fiber den neuen Bundesgenoffen fichtlich erfreut in meinen Ausführungen über das Telephongeset verlangt, Der Fall Effer ist gleichermaßen kennzeichnend für den kolonialschien. Richter ist durchaus kein Kanalschwärmer, er hat 1886 gegen indem ich die Reichsverwaltung aufforderte, die Gebühren für politischen Geschäftsrummel, wie für die Zustände innerhalb der den Dortmund Ems- Kanal und 1894 gegen den Dortmund- Rhein- das platte Land und die kleinen Städte herabzusetzen und Reichsregierung. Die Geschichte von Herrn Esser bietet das Gegen, Sanal gestimmt, und wenn er heute für die Vorlage eintrat, fo ge- die Großstädte mit einer Erhöhung der Gebühren zu ver- bild zu dem ruhmsüchtigen Draufgängertum der Leift und Befers. schah es lediglich aus praktischen Erwägungen heraus. Mit feiner Fronie geißelte Richter das Gebahren der Kanalgeguer, insbesondere des Grafen Strachwiz, der sich bekanntlich bereit erklärt hatte, falls der Kanal nicht gebaut werde, 800 Millionen für neue Militärforderungen zu bewilligen. Unter großer Heiterfeit des Hauses fragte er den Centrumsagrarier, ob er vielleicht mit einer Vollmacht von Dr. Lieber versehen sei. In larer Weise legte er dar, daß Der Kanal fich auf alle Fälle rentieren werde, und in scharfen Worten kritisierte er das Verhalten der Leute, die für Militarismus und Marinismus immer Mittel übrig haben, aber bei Kulturaufgaben sparen wollen. Auch dem Minister Miquel versetzte er einen kleinen Hieb, weil er nicht energisch genug den Kanalgegnern entgegengetreten sei. Den Schluß seiner Ausführungen bildete eine scharfe Verurteilung der agrarischen Interessenpolitit. Die Reden der Abgg. Wallbrecht( natl.), der für die Vorlage, und des Abg. Beuchelt( fons.), ter gegen dieselbe sprach, boten nichts Bemerkenswertes. Morgen: Fortsetzung. An erster Stelle wird der Führer des Bundes der Landwirte, Frhr. v. Wangenheim, zu Worte tommen, Der Herr Esser flimmt auf der Leiter der Plagiate und Vorspiegelungen empor zu hohem Ansehen als kühner Forscher im dunkeln Erdfeil. Als leitenden Grundsatz habe ich aufgestellt: 7 " Die Benutzung der Fernsprechleitung soll für die Teilnehmer Amtliche Streife blicken zu ihm auf als einer höchst verdienstvellen Persönlichkeit. Es gelingt dem Maine, eine mehr namentlich für die ländlichen und kleinstädtischen Teilnehmerverbilligt werden. Diese Verbilligung darf aber nicht erfolgen auf stündige Audienz beim Kaiser zu haben und von diesem mit beson deren Auszeichnungen bedacht zu werden. Und kaum hat er diese Koſten des in den großen Städten wohnenden Teils der Fernsprech- Höhe bürgerlicher Ehrungen erreicht, bricht die ganze Herrlichkeit zuTeilnehmer." manns ab? Richten Sie, meine Herren, in den fleinen Städten und auf sammen! Wie konnte es kommen, daß eine Persönlichkeit wie Herr dem Lande das Fernsprechwesen so billig ein wie Sie wollen, Eller Fürsprache fand beim Reichsoberhaupt? Wer sind die„ Verwir werden keinen Widerspruch dagegen erheben," sagte ich an antwortlichen", die derartige Dinge spinnen? Und wie finden sich einer anderen Stelle meiner Rede und fügte hinzu: Wenn die die Verantwortlichen der Regierung mit der Ehrung dieses KaufGroßstädte, in denen nach meiner Meiming eine Verbilligung der im gegen Telephongebühren außerordentlich notwendig ist, wärtigen Augenblid, wo es sich um die Ausdehnung des Ferns Eine Interpellation über die Koalitionsfreiheit. sprechivesens auf dem Lande handelt, sich darauf beschränken, die Man schreibt uns aus Altenburg: In unserem sonst so stillen geplante Erhöhung zu bekämpfen, und verlangen, es bei den Landtag tam es am Donnerstag vergangener Woche zu einer äußerst Sätzen, die jetzt gezahlt werden, zu belassen, so ist dies, glaube heftigen Scene. Unser Parteigenosse, der Landtags- Abgeordnete ich, ein genügendes Entgegenkommen, welches aus der Erkenntnis se äppler hatte eine Interpellation eingebracht des resultiert, daß die Ausdehnung des Fernsprechwesens auf dem Inhalts: Lande eine unbedingte Notwendigkeit ist." Wie kommt die herzogliche Staatsregierung dazu, für die Arbeiter von Meuselwig. Neupoderschau und Umgegend die gesezlich gewährleistete Versammlungsfreiheit und auch das Roalitionsrecht illusorisch zu machen? Wann gedenkt sie den gefeßmäßigen Zustand wieder herbeizuführen? Zur Vorgeschichte dieser Interpellation sei bemerit: In Meuselwig, Industrie, Mittelstand und Socialdemokratie. Diese Proben, denke ich, genügen um zu beweisen, daß Verband der Eisenindustrie Hamburgs, der Verein der ich das Princip:„ Das platte Land auf Kosten der großen chemischen Industrie von Hamburg- Altona, der Verein des Städte zu„ begünstigen", nicht hart angegriffen", sondern Holzgewerbes von Hamburg- Altona und der Verein der nur das fistalische Bestreben der Postverwaltung bekämpft Cigarrenfabrikanten von 1890 haben an den Senat eine Ein- habe, wonach die Herabsetzung der Gebühren auf dem Lande im Brauntohlenrevier gelegen, wurden anläßlich des letzten Berggabe gerichtet, die in mehreren Beziehungen sehr interessant und in den kleinen Städten durch Erhöhung der Gebühren arbeiterstreils polnische Bergarbeiter in großen Maffen als Streit ist. Sie wünschen bei der bevorstehenden Reorganisation der in den Großstädten ausgeglichen werden soll. Nach meiner brecher eingeführt. Die Behörde im trauten Verein mit dem UnterGewerbekammer und der Intereffenvertretung der Ansicht muß ein etwaiger Einnahme- Ausfall durch die zweifel- nehmertum war sorgsam darauf bedacht, daß uns dort kein Saal zu Erst ant Industrie nicht mit der Handwerkerkammer, los stattfindende Vermehrung der Anschlüsse Deckung finden einer Versammlung zur Verfügung gestellt wurde. sondern mit der Handelskammer vereinigt zu werden, und sollte das wider Erwarten nicht eintreten, von der Gesamt- 10. Dezember 1898 war es möglich, dort einen Saal zu bekommen. Der damit die Industrie nicht den focialdemo- heit getragen werden. tratischen Gesellen Ausschüssen überantwortet werde. In der Begründung heißt es unter anderm: dot Deutsches Reich. Effer Münchhausen. 1100 1 Redacteur der Altenburger Volkszeitung", Genosse Sticklen, hielt einen sehr stark besuchten Vortrag über Menschenrechte. Drei Stunden nach Schluß der musterhaft verlaufenen Versammlung wurde einigen Arbeitern im Stadthaus- Restaurant die Abgabe von Bier wegen inzwischen eingetretener Polizeistunde verweigert; barAls ein gewichtiger Grund gegen eine Vereinigung von aus entspann sich eine Schlägerei mitüblichen Verhaftungen und obliIndustrie und Handwerk in einer Kammer ist dabei( bei Be- Im Dezember 1898 wurde Dr. Esser, der einige Beit in gatem Auflauf, was zur Erhebung einer Anklage wegen Landsprechungen von Vertretern der Industrie) die Gefahr angeführt Kamerunt gewesen, von deutschen Kaiser in langer Audienz friedensbruchs und auch zur Verurteilung der Beteiligten führte. worden, welche der Industrie durch den Gesellenausschuß in einer empfangen und schließlich mit dem Kronenorden zweiter Stlasse In der Verhandlung vor der Straflammer zu Altenburg war der folchen kombinierten Kammer( Handwerk und Industrie) drohe. geschmückt. Der Staiser schloß die Aussprache mit den Worten: Ich Borfizende, Landgerichts- Direktor Dr. Frommelt eifrig bemüht, Beweisen doch die Vorgänge der letzten Zeit im Handwerk wünschte, daß ich für jede unserer Kolonien einen Mann hätte einen Zusammenhang zwischen der Versammlung und dem Krawall, deutlich genug, daß nicht unbedeutende Theile des Hand- wie Sie. was von den Angeklagten entschieden bestritten wurde, zu konstruieren. verts fchon jet in ihrer Entschließungs- Es folgten jedoch alsbald schwere Angriffe des Dr. Hans Jm Urteil stellte man diesen Busammenhang, der von keiner Seite freiheit durch die fast durchweg miter focialdemo- Wagner gegen den soeben außerordentlich geehrten Dr. Effer. bestätigt worden war, fest" und sofort erließ die Regierung für fratischem Einfluß stehenden Gesellen sehr start be- Diefer, da er Landwehroffizier ist, wurde vor das Militär- Ehren- diesen Bezirk ein generelles Versammlungsverbot. einträchtigt find. So hat die Tischlerimmung sehr zum gericht gezogen, wo das Untersuchungsverfahren noch schwebt; auch Der Landtags- Präsident Geh. Regierungsrat Ogwald, eigenen Schaden am 3. September 1897 einem focialdemokratischer- im Reichstag brachte Bebel die Sache zur Sprache. Sept tritt Oberbürgermeister von Altenburg, bestritt nun, daß es sich um eine feits(?) auf sie ausgeübten Drude nachgeben und die probeweise Dr. Wagner mit einer bei Hermann Walther hierselbst erscheinenden Interpellation handele, es sei lediglich eine Beschwerde eine Ente neunstündige Arbeitszeit bewilligen müssen, wobei der Zujazz in Broschüre an die Deffentlichkeit, in der er mitteilt, man habe ihm deckung, die er nicht bei der Einbringung der Interpellation machte, der Bewilligung:„ Sollte jedoch die neunstündige Arbeitszeit in 3000 M. für sein Material gegen Esser geboten und andere lockende sondern erst 24 Stunden später. allen Werkstätten am hiesigen Plage, wo Tischlergesellen be- Bersprechungen gemacht, wenn er nichts mehr gegen Dr. Esser Genosse Käppler begründete in fräftiger Weise die Interpellation, fchäftigt werden, für dieselben bis zum 1. Januar 1899 fchriebe; wir Afritaforscher schwindeln alle ein mehrmals durch den Bräsidenten unterbrochen, der mit Wortnicht allgemein eingeführt sein, so find die Mitglieder bißchen", sagte der ehrliche Makler. entziehung drohte. Unfer Staatsminister v. Helldorf wurde von dieser Verpflichtung beranlaßt, der Tischlerimmg Dr. Esser scheint aber nicht nur ein bißchen geschwindelt durch die Nede in höchst erregtem Tone zu entbunden" deutlich ihre Widerstandslosigkeit und ihr zu haben. Am 6. Februar 1897 hielt er in der Berliner verkünden, daß die Regierung auf Mittel und Wege Bestreben, in abwartender Stellung den Kampf der Judustrie allein Gesellschaft für Erdkunde einen Vortrag über seine Reise ins Kunene finnen werde, um für die Zukunft derartige Reden im Der Geh. Staatsrat zu überlassen, bezeugt; ganz abgesehen davon, daß dieser Busat land. Thatsächlich aber hat Dr. Esser diese 1000 Kilometer lange Landtage unmöglich zu machen! cine birekte, thatsächlich bereits in drei Streits im Holzgewerbe Route gar nicht gemacht. Er selbst hat vor dem Militärehrengericht v. Borries, der die Interpellation beantwortete, verstieg sich das befolgte Aufforderung enthielt, die für die hiesige Industrie unzugestanden, daß seine Ausflüge in Stamerun nicht mit den Angaben bei mit dankenswerter Offenheit zu dem Sage: Ueber dem erfüllbare Forderung des Neunstunden- Tages feiner Reisebeschreibung übereinstimmen. Dr. Wagner behauptet Koalitionsrecht der Arbeiter steht das Recht des Bürgers Das hat felbst ein überall durch Arbeitseinstellungen zu erzwingen. Zwar hat die aber, Effer habe nur einige fleine, für die wissenschaftliche Er- auf Friede, Ruhe und Ordnung!" Industrie trotz des großen Aufwands von Terrorismus() von forschung gänzlich betrachtlose Ausflüge gemacht. Er habe sich die v. d. Rede, nicht einmal ein Stöller fertig gebracht und wir würden feiten der Streitenden es vermocht, Widerstand zu leisten, hingegen Reiseschilderung von einem anderen Reisenden in die Feder dittieren es begreifen, wenn sie mit einem Gefühle des Neides auf den altenaber hat das Handwerk auch im türzlich beendeten Bäckerstreit sich lassen. Es ist nichts mit dem„ kühnen Forschertum" und den burgischen Staatsrat, den ehemaligen preußischen Landrat, blicken ebenfalls den Forderungen der sozialdemokratischen Streifleitung zum Lebensgefahren", die wirkliche Reise Essers habe etwa den Wert und vielleicht sich um einen Altenburger Regierungsposten bewerben würden. Teil unterwerfen müssen. Von 308 Hamburger Bädermeistern haben 75 einer Spreewaldpartie. trog ber von den verschiedensten Seiten ihnen zu tell gewordenen Herr v. Borries ging aber noch weiter, indem er benterfte, daß Hilfe vor der Socialdemokratie tapitulieren und ihre Bäckerei Stüdlen auf die Arbeitermassen keineswegs beruhigend wirke; Dr. Effer hat aber auch den Anspruch erhoben, einen sehr wert vollen Beitrag zur Kartographie des Kunenegebietes geliefert zu bas gehe schon aus seiner Strafliste hervor, nach der er allein wegen 18weden erfolgen, während es fiets zu berbieten ist, wenn der Sehr kompromittierend für Esterhazh fib auch Beleidigung nicht weniger als 16 mal, darunter mit mehr als acht ausreichende Unterricht schulpflichtiger Kinder nicht durch be- die Aussagen Guenées, eines Agenten eines bürgerlichen Monaten Gefängnis bestraft wurde. Daß es sich lediglich um Breß- fondere Vorkehrungen gesichert bleibt, worüber eine Aeußerung des Detektivbureaus. Der Zeuge erklärt, er habe immer geglaubt, Delikte handelte, fagte der Staatsrat nicht, sonst wäre der Eindruck zuständigen Kreis- Schulinspektors einzuholen ist. Ueber das Feil- Esterhazy mache doppelt Spionage, entweder a us feiner Worte selbst auf die Kommerzienräte und Bauern, welche bieten von Druckschriften bestimmt die Ministerial- An- eigenem Antriebe oder auf Befehl. Ein weiterer die Mehrheit unseres Parlaments bilden, abgeschwächt worden. weisung, daß zur Prüfung, ob solche Druckschriften in sittlicher oder Beuge, Namens Desderine, der Polizei- Agent im Kriegs" Der Staatsrat konnte sich diese Handlungsweise umsomehr er- religiöser Hinsicht ergerniß zu erregen geeignet sind, der Ortsministerium gewesen ist, sagte ans, er sei in April 1896 lauben als nach der famosen Geschäftsordnung unseres Landtages polizeibehörde einverzeichniß und dem Bezirksausschuß nach Aufforderung vom Obersten Picquart beauftragt worden, den Esterhazy eine Besprechung der Interpellation oder der Antwort der Regierung je ein Eremplar der Schriften einzureichen ist. Doch kann von der zu überwachen. Er habe herausgefunden, daß Esterhazy mit unzulässig ist. Wir können uns nunmehr darauf gefaßt machen, Einforderung der Bücher abgesehen werden, wenn deren Inhalt all- chlecht beleumundeten Personen verkehrte, daß daß von der Regierung im Einverständnis mit der erzreaktionären gemein bekannt ist oder die Namen des Verfassers und er Briefe aus Basel und Spa empfangen; er habe Esterhazy eines Mehrheit des Landtages die Geschäftsordnung derart geändert wird, erlegers annehmen laffen, daß Verbotsgründe nicht vorliegen. Tages gefehen, als er in eine fremde Gesandtschaft eintrat, wo er daß damit Maulkorbbestimmungen für die Abgeordneten geschaffen Wenn Wandergewerbetreibende zur Unterbringung der eine Stunde verblieb. werden. Familien Wagen oder Buden benußen, so ist deren Zus Für die Revision des Dreyfus Prozesses hat stand und Benutzung in gesundheits- und fittenpolizeilicher Beziehung sich nun auch der frühere Minister Barthou ausgesprochen, Er Die Bernstein: Debatte hat allerlei hübsche Selbstklärungen zu überwachen. Bei der Vernehmung solcher Personen, die wegen hielt bor seinen Wählern in Oloron eine Rede, in unserer Gegner zur Folge. So schreibt Janus( Oppenheimer) in der strafbarer Handlungen aus Gewinnfucht gegen das welcher er ausführte, daß die Revision des Dreyfus- Prozesses Welt am Montag": Eigentum, die Sittlichkeit, wegen Brandstiftung, Landfriedens- unvermeidlich und dreifach gerechtfertigt sei, Diese fleine Gruppe( der Anhänger eines liberalen Bu- bruchs u. a. verfolgt werden, soll die Polizei stets feststellen, einmal wegen der Unregelmäßigteifen in der funftsstaats) blieb bei der Ueberzeugung. daß die Vollendung ob sich die betreffende Person im Besize eines ander- Untersuchung, dann wegen der Ungeseglichkeit der Demokratie auch die Vollendung des Socialis gewerbescheines befindet, worauf die Staatsanwalt des Prozesses und schließlich wegen der Verbrechen, die, mus bedeuten müsse. Sie blieb dabei, daß die beklagenswerte Ber- chaft unverzüglich die etwa notwendige Burüdnahme der Ge- wie festgestellt, von Henry und du Baty de Clam begangen zerrung der Güterverteilung nicht, wie der Kommunismus behauptet, werbe- Erlaubnis durch die betreffende Behörde veranlassen soll. feten. Die Revision, führte Nedner aus, dürfe weder als VerDurch die freie Konkurrenz" verursacht sei, sondern gerade um gekehrt, daß alles Unheil aus der Thatsache komme, daß die meister fahren fort, dagegen zu wühlen. Seitdem im Reichstag der auf welche das Land ihre teueren Hoffnungen ſege. Die Bäckerei- Verordnung kommt nicht zur Ruhe; die Bäder- geltung noch auch als Drohung gegen die nationale Armee erscheinen, Konkurrenz noch nicht vollkommen frei fet! Sie behaupteten, Staatssekretär des Innern, der für die Wünsche des Unternehmerdaß die Verteilung des nationalen Güterertrages fich immer mehr tums stets ein williges Ohr hat, die Ankündigung machte, daß an Italien. dem socialistischen Jdeal annähern werde, wenn das Koalitions Stelle der Bestimmung über Magimal- Arbeitszeit eventuell dung zufolge dürfte die chinesische Regierung munmehr den Italien in China. Rom, 17. April. Einer Belinger Melrecht der Arbeiterschaft loyal anerkannt werde, wenn die organi- eine solche über Mindest- Nuhezeit treten könnte, wittern die wünschen Italiens, betr. die Bachtung der Seeſtation Sanmunfierte Regierungsmacht bei den Lohnkämpfen mindestens eine wohl Meister Morgenluft. Der Vorstand des Verbandes Der Borstand des Werbandes, gewerbe- bai gegen Entrichtung eines jährlichen Bachtzinses unter Beibehalwollende Neutralität beobachten würde, wenn Schutzölle, Liebes- treibender Bädermeister Mitteldeutschlands zu Stassel wendete tung der chinesischen Oberhoheit entsprechen. gaben, Prämien usw. fortfallen und alle Gesetze aufgehoben würden, fich in einer ant Petition welche der Bewegung des Bodens zum besten Werte" Hindernisse hebung oder Umgestaltung der Verordnung, betreffend den also noch mit einigen Fragezeichen zu versehen sein. den Reichstag wegen Auf Bu beachten ist, daß die Nachricht aus Rom kommt. Sie dürfte bereiten, wenn eine gerechte, der Leistungsfähigkeit entsprechende Betrieb von Bädereien und Konditoreien vom 4. März 1896. Steuerverteilung statthabe und alle Bereicherung einzelner aus derselben wird behauptet, daß durch diese Verordnung, namentlich Der Gesundheitszustand des Papstes scheint wieder mehr Steuermitteln aufhöre, und wenn schließlich eine gehobene Schul- burch die Bestimmung über den Marimal- Arbeitstag, das gefestet zu ſein. Er hat am legten Sonntag in der St. Peterskirche bildung die Rekruten der Arbeit besser und gleichmäßiger vorbereite." Bädereigewerbe empfindlich geschädigt und das Einvernehmen Die Messe celebrierte der Kardinal Mazella, der Papst erteilte dem Gottesdienst zur Feier des Jahrestages der Krönung beigewohnt. Damit sind die national focial Gepuderten glüdlich wieder bei Deden dem allerältesten anarchistisch- liberalen Manchestertum angelangt, das zwischen den Meistern und ihrem Personal gestört und ein De den Segen. Die Feier, der gegen 80000 Menschen beiwohnten, an das Wunder glaubt, die Dinge harmonisierten sich ganz von nunzianten unwesen hervorgerufen werde. Die Bäckerei- dauerte etiva 2 Stunden. felbst", wenn man ihrer Entwickelung nur freien Lauf läßt. Statt eitung" fündigte vor kurzem schon an, daß an Stelle des zwölfftündigen Spanien. vernünftiger, planmäßiger Organisation die absolute Freiheit, die Maximal- Arbeitstages eine Minimal- Ruhezeit pro Woche in Ausfich feine Eingriffe in das Walten der wirtschaftlichen Naturwürde noch eine Verschlechterung mehr bedeuten. Es ist ja sehr gangenen Sonntag stattfanden, ist es an mehreren Orten zu Unsicht genommen sei. Die Festsetzung der Ruhezeit pro Woche" Bet den Wahlen zur Deputiertenkammer, die am ver gefeße gestattet! Der Märchenglaube an die Vorschung einer wahrscheinlich, daß die Nachricht den Thatsachen weit vorauseilt, bei ruhen gekommen. Wie der officiöse Telegraph meldet, ist es in Straft, die eine in Freiheit von selbst" sich herstellende Harmonie der bekannten starten Strömung, die gegen die Socialreform heute Bilbao zu einem Zusammenstoß zwischen Anhängern des focia= erzeugt dieser Inbegriff des Manchestertums ist die neueste Weis- herrscht, kann man jede Verschlechterung derselben wohl gewärtigen, liftischen Kandidaten Iglesias und denen des Regierungsheit derer, die Bernstein für sich in Beschlag zu nehmen suchen.- und die Arbeiter werden gut thun, sich nicht in Sicherheit zu wiegen. Kandidaten Echevarria gekommen, wobei einige Schüsse ge= Der„ Alldeutsche Verband" sucht sich durch eine fröhliche Selbstverleugnung die Reichstags- Blamage abzuwaschen. Er erläßt nehmen wir folgendes: Dem Invaliden Franz Brzy biisti in Balencia gerieten die Anhänger der beiden republikanischen Sociales aus Oberschlesien. Der„ Brest. Morg.- 3tg." ent- wechfelt wurden; dreizehn Personen wurden verwundet. folgende Erklärung: Kandidaten aneinander, wobei eine Person verlegt wurde. In die Ruhestörer vorgehen, ein Wahlagent wurde dabei getötet. Auch in Cadix herrscht große Aufregung. " In " Der Vorstand begrüßt mit Genugthuung die am 14. April/ Martinsschacht ist auf ein Unterstützungsgesuch folgende Antwort zu Gullar( Proving Granada) mußte die Polizei geschlossen gegen im Reichstage abgegebene Erklärung des Staatssekretärs v. Bülow, daß die Reichsregierung die Aufrechterhaltung der vertragsmäßigen Rechte Deutschlands auf Samoa als nationale Ehrenfache empfinde und diese nicht verkürzen lassen werde. Der Vorstand wird nach wie vor fräftigst jede Reichspolitik unterstüßen, die diese deutschen Nechte und Interessen mit Stetigkeit und Festigkeit vertritt und die deutsche Wehrkraft zur See in den Stand setzt, solche voll zu. schützen." Die Zustimmungserklärung für Herrn b. Bülow, den die alldeutsche Bresse doch herzhaft mißachtet, rettet die Herren nicht vor der Mitschuld an der Lehriade. Die Alldeutschen haben noch viel tolleres Zeug geredet und geschrieben, als Lehr im Reichstag vor zubringen wußte. Das Hohngelächter des Reichstags haben sie ebenso redlich verdient wie ihren Water- den Start Peters, welcher der Begründer dieses spekulativen, täppischen Chauvinistenklubs. teil geworden: Ihrem Unterstützungsgesuch vom 17. d. M. Kann diesseits teine Folge gegeben werden, weil die aus der Pensionskasse und aus der Invaliditätsversicherung Ihnen zufließenden Beträge voit 34,70 M. monatlich zum notdürftigen Unterhalt von drei Personen als ausreichend erachtet werden müssen. Schlej. Att.- Gef. f. Bergb. u. Zink- Hütten- Betr. Remy. Die Gesellschaft hat im letzten Verwaltungsjahre 15 Pro 3. Dividende gezahlt. legentlich einer Militärdebatte vom Kriegsminister angeführt wurde, Sodann möchten wir daran erinnern, daß im Reichstag gebag beim Militär 80 Pf. Verpflegungskosten pro Mann und Tag zu berechnen seien. Die ,, Kreuz- Zeitung" erklärt, fie habe in der Arons- Angelegenheit teine Indiskretion begangen, wie wir ihr sagten, denn die Mitteilung fei ihr von durchaus dazu autorisierter Stelle" zugegangen. Die Indiskretion ist also, wenn die Kreuz- Zeitung" die Wahrheit fagt, von Beamten des Kultusministeriums selbst ausgegangen, wie wir sofort mutmaßten. Die Indiskretion ist also um so schlimmer, Angelegenheit: wird auch nicht weniger schlimm, wenn sie von Beamten begangen wird, die der Kreuz- Beitung" gefimmungsverwandt sind. Ferner erklärt die Kreuzzeitung": Ausland. Ruffische Cenfur- Oberhoheit. Wir gaben fürzlich Kenntnis von der Briefcenfur- Oberherrschaft. die Rußland gegenüber Bulgarien übt. Aus der Schweiz schreibt uns ein dort lebender Bulgare jetzt noch einiges Näheres über diese Seit drei Monaten schon erhalte ich meine Korrespondenzen aus Bulgarien durch Rußland. Alle meine Zeitungen tragen die Stempel der russischen Censur, alle meine Bricfe bald den Stempel Wir wollen aber dem Vorwärts" gern nochmals bestätigen, von Warschau, bald denjenigen von Odessa. Die russische Regierung was wir schon oft genug betont haben, daß unserer Ueberzeugung entblödet sich nicht, alle meine Briefe zu öffnen und viele der nach kein Mitglied einer Partei, die principiell den beselben sind in ihren Händen geblieben. stehenden Staat verneint und an seiner Vernichtung arbeitet, Warum geichieht dies alles? Als ich Mitarbeiter an der in diesem Staate eine antliche Stellung irgens welcher Dépêche" von Toulouse war, wurde die geitung in Rußland, in Art bekleiden darf. Das so einfach und selbst der Türkei und in Bulgarien unterdrüdt. Steines meiner in verständlich, daß der Vorwärts" darüber lachen würde bulgarischer Sprache geschriebenen Werke ist der russischen Censur wenn im focialdemokratischen Butunftsstat ein ausgesprochen entgangen. Russische Regierungsspione verfolgten mich, wo ich ging auf seine Zerstörung hinarbeitender Gelehrter beanspruchen wollte, und stand. Das war nicht genug, man hatte es auf meine geschäftirgend ein Lehramt zu befleiden." lichen Beziehungen, auf meine ganze Korrespondenz abgesehen. So sehr sicht Bulgarien unter russischer Kuntenvormundschaft!" E8 beziehen könne. Frankreich. Die Aussagen Picquarte, Madrid, 16. April. Wie ein Telegramm des Generals Nios meldet, hat General Otis zwei spanischen Offizieren, welche ein Schreiben Rios an Aguinaldo überbringen sollen, in welchem die Freilassung der spanischen Gefangenen erbeten wird, freies Geleit gewährt. General Ofis machte sich anheischig, 1500 gefangene Tagalen gegen Spanier umzutauschen. Rumänien. Bukarest, 16. April. Alle bisherigen Verfuche zur Kabinett8. bildung sind gescheitert. Man glaubt nunmehr, daß Cantacuzene mit der Bildung eines rein tonservative'n Ministeriums betraut werden wird. Türkei. Gemeinsames Vorgehen der Mächte. Konstantinopel, 16. April. Die Vertretungen aller auswärtigen Mächte überreichten gestern der Pforte eine identische Note betreffend die Beschwerden über die Warenanalysen des Zollamtes. Rußland. 0 Die Studentenbewegung ist trop der Unterdrückungsmaßregeln der Behörden durchaus noch nicht erloschen. Vor einigen Tagen sollten, wie die Nat. 3tg." berichtet, an der Petersburger Universität die Halbjahrs Brüfungen stattfinden und etwa hundert von den wieder zugelassenen Studenten hatten sich zu denselben gemeldet. Als sie sich zur Universität begeben wollten, wurden sie von den Gruppen ihrer auf den Straßen versammelten Stollegen mit Vorwürfen über ihre Unterwerfung, ja mit Beleidigungen empfangen. Die Thore der Universität fanden die Studenten mit Polizei- Agenten besetzt. Die Polizei- Agenten verlangten von jedem Studenten die Vorweifung feiner Bulaffungskarte. Diese Forderung, sowie die Berlegung der Universitätsräume durch die Anwesenheit der Polizei versetzte die Studenten in so große Aufregung, daß Wir glauben gern, daß Kreuz Zeitungs" Menschen sich nicht von den hundert zur Prüfung Angemeldeten schließlich nur vierzig vorzustellen vermögen, andere Leute könnten die von ihr zum thatsächlich erschienen. Die anderen erhoben in lärmender Weise Brinzip erhobene linduldsamkeit und Unterdrückungssucht nicht teilen. Die Kreuz- Zeitung" möge aber die zukünftige GesellschaftsBeschwerde gegen die Vertreter der Behörde, worauf dann wieder mehrere Berhaftungen vorgenommen wurden, durch welche die Zahl organisation nach unserem Sinne erleben, dann wird sie frendevoll der Verhafteten auf 150 stieg. Gleichzeitig brach auch an anderen erkennen, daß niemand sich findet, für Absolutismus und Landwucher die der Figaro" in seiner Nummter vom Sonntag und Montag ver- Lehranstalten die Bewegung wieder aus, so im Institut der Civilzu agitieren. öffentlicht, find für die Dreyfus Affäre ebenfalls von großer ingenieure, im Forsttorps, im technologischen Institut, im Berginstitut Köller macht Schule. Ein in Karlsruhe ansässiger Wichtigkeit. der Kaiserin Statharina II., in welchen Anstalten die Hörer erklärten, Deutsch böhme erhielt vom großherzogl. Bezirksamt Karlsruhe In Bitquarts Aussage heißt es, er erinnere fich nicht, ob sie würden sich der Jahresprüfung nicht unterziehen, wenn nicht die einen Ausweisungsbeschluß, weil er in Alt- Landsberg( Preußen) einem anderen vorgelegt worden sei, das Geheim Aftenstüd bon bu bu Bath de Clam oder wegen der Unruhen ausgeschloffenen Kollegen wieder aufgenommen wegen Diebstahls zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt wurde. worden sei, die Mitteilung dieses würden. In den MädchenIhceen entstanden gleichfalls Unruhen, scheint zunächst sehr fonderbar, daß der Mann, nachdem er sich Natur der einzelnen im Dossier enthaltenen Stücke und erklärt jeinen unter die Behörde, die andere Fortdauer des Widerstandes gegen Aftenstückes stehe jedoch außer allem Zweifel; Bicquart erläutert die indem dort die zwei Parteien, von denen die eine Unterwerfing fünf Jahre lang straffret geführt hat, jest auf einmal Doſſier staatsgefährlich sein soll. Es scheint allerdings nur, und die Sache Zweifel darüber, daß diese Stücke Dreyfus zuzuschreiben seien. dieselbe vertritt, sich bekämpfen und wie es heißt, handgemein wird verständlich, wenn man weiß, daß, wie der„ Badische Landes- Picquart sagte aus, er glaube, daß das Schriftstück mit dem wurden. bote" berichtet, der Betreffende Vorstand einer Gewert: Nachrichtenbureau gelangte; aber er habe vont demselben erst und Beschönigungen weitere Fortschritte. Einer Privatmeldung aus Pasjus„ Cette Canaille de D." im Jahre 1898 oder 1894 ins Die Ruffifizierung Finnlands macht trotz aller Ablengmingen schaft ist und in der Arbeiter, speciell Lohn Ende August 1896 Kenntnis erhalten. bewegung agitatorisch thätig war. Wir habent es also Der Zeuge fegte aus Helsingfors zufolge, ist dort auf allerhöchsten Befehl" eine Stomhier wahrscheinlich mit einer politischen Ausweisung auf einander, warum sich dieses Schriftstück nicht auf Dreyfus mission gebildet worden, mit dem Zwed,„ die Grenzen der Befug Grund einer längst vergangenen und zwar recht geringen Strafthat Präsidenten Erklärungen ab über die Artikel des„ Echo de Paris" Gouverneure baldmöglichst genau festzustellen", mit der Begründung, Sobann gab Picquart auf Befragen des nisse und des Wirkungskreises des finnländischen Senats und der zu thun. Besonders hart trifft den Arbeiter die Ausweisung noch, vom 25. April 1898 über die Dreyfus- Sache. Picquart ist der Ansicht, daß in der Pragis die Ueberbürdung des Senates mit Angelegenweil er Familienvater ist. Er hat sechs lebende kinder zu ernähren und außerdem sieht seine Frau auch noch in aller- daß die genauen Angaben über die Schriftstücke des Geheim- heiten des Staatsdienstes sich als schädlich und für das Land als nächster Beit einer abermaligen Niedertunft entgegen. attenstüdes, welche die Artikel enthalten, nur aus dem Nachmuglos erwiesen haben, während andererseits die Notwendigkeit vorHoffentlich, so meint bas oben bezeichnete Blatt, das übrigens richten Bureau herrühren tonnten und macht dann liege, das Ansehen der Gouverneure, deren Stellung gegenwärtig er von mehreren Fällen" von Ausweisungen spricht, ist dieser vom fich nicht auf Dreyfus beziehen Mitteilungen über diese Schriftsticke. Er meint, fie fönnten schüttert ist, zu heben". großh. Bezirksamt Karlsruhe ausgegangene Beitrag zur Aufrecht bafür auseinander, welche er schon den Generalen de Boisdeffre des Blattes Birshewija Bjedomosti" ist auf zwei Monate nicht auf Dreyfus beziehen und seht die Gründe Preskuebelung. Petersburg, 16. April. Das Erscheinen erhaltung der Ordnung" nicht auf höheren Einfluß zurückzuführen, und Gonse während seiner Unterhaltung mit denselben angegeben. denn wir glauben kauni, daß eine derartige Politik die Sympathien Bicquart erinnert sich, daß General Gonje bei seiner Zusammen- untersagt worden, nachdem das Blatt eine dritte Berwarnung für die gegenwärtige Regierungsgewalt erhöht. funft mit ihm fagte: Dann müßte man sich getäuscht erhalten hat. Für den Gewerbebetrieb im Umherziehen ist von den beha ben." Gonje beauftragte Picquart, Boisdeffre hiervon MitAfien. teiligten Ministerien foeben eine neue Anweisung zur Ausfeilung zu machen. führung der Gewerbe- Ordnung erlassen worden. Nach Nach dem Eintreffen des Petit Bleu habe er( Picquart) den diefer Bestimmung follten zuffinftig die Ortsbehörden in den An- Major Curré über Esterhazy befragt; die Aussage habe nicht günstig trägen auf Erteilung der Wandergewerbescheine und der gelautet; Esterhazy babe emes Tages Curré gefragt: Erlaubnis zum Mitführen von Personen die Fragen nach Können Sie mir Auskunft über die Artillerie den Verhältnissen der Antragsteller wie auch ihrer Begleiter, ins Mobilisierung verfchaffen?" Später habe Curré feine besondere in Bezug auf etwaige Bestrafungen, erschöpfend Aussagen abgeschwächt. Im Laufe feiner Aussagen erklärte Wandergewerbescheine zur gewerbsmäßigen Aus Picquart, daß er in einer Note feinen Borgesetzten ersucht habe, führung von Bassionsspielen, zum Wahrsagen usw. find, eine gründliche Untersuchung gegen Esterhazy einzuleiten, über dessen als gegen die guten Sitten verftoßend, an berjagen. Beziehungen zu einem fremden Botschafter Aufklärungen zu ver Ebenso soll den anatomisch pathologischen Museen langen und ihn über die Verwendung der Bapiere zu befragen, welche und asfiguren- Kabinetten, welche welche nicht höheren er topieren ließ. Betreffs des Petit Bleu" befundete Picquart Intereffen der Wissenschaft" dienen, die Burschauftellung ferner, daß unter dem von dem Geheimagenten überbrachten Material von Nachbildungen, welche das Echamgefühl verlegen, nicht sich Stücke eines mit" C" bezeichneten Briefes befanden, welcher die gestattet werden. Auch sollen Wandergewerbescheine zum Feilbieten Worte enthielt: Mein Vater hat mir Fonds geschickt, die Bedingungen von Waren mittels Ausspielung nicht erteilt werden. Die find zu erfüllen." Diese Unterschrift C" trägt auch das Petit Erlaubnis zum Mitführen von Kindern unter 14 Jahren, Bleu". Weiter erklärte Picquart, er habe dem Major Lauth niemals sofern es fich nicht um die eigenen Kinder oder Enkel handelt, ist nahe gelegt auszusagen, daß die Unterschrift des Petit Bleu" die mir in besonders dringenden Ausnahmefällen zu erteilen, jenige des deutschen Militärattachés bedeute, sondern er habe nur und in diesen darf das Mitführen auch nicht zu gewerblichen bestätigen sollen, woher das„ Petit Bleu" stanime. beantwortet. " Allerlei Kriegsbrand in China. Den„ Times" wird aus Peting vom 16. April gemeldet: Die deutsche Truppen abteilung hält Itsch au noch bejezt. Die fofortige Abberufung derfelben ist widerrufen worden, da ein zu früher Südzug hätte mißdentet werden können. Die von China vorgeschlagenen Maßregeln, die feindliche Stimmung in Schantung zu bekämpfen, find noch unzulänglich. Ferner wird den Times" aus Songtong gemeldet: Der englische Torpedobootszerstörer" Fame" mit einer Befagung von 100 Mann des Hongkonger Regiments ging gestern nach dem neuen Gebiet vor und traf hier über 1000 chinesische uniformirte Soldaten an, welche auf den Hügeln, welche Taipoofu beherrschen, sich in einer guten Stellung befanden. Die Chinesen eröffneten das eu er mit Geschüßen und Gewehren, richteten aber feinen Schaden an. Nachdem der" Fame" die Chinesen beschossen hatte, schritten die Truppen des Honglonger Regiments zum An griff und schlugen die Chinesen in die Flucht. Man glaubt, daß die Chinesen einige Mann verloren haben. Demselben Blatt zufolge bewilligte die britische Negierung die von den Chinesen nachgesuchte Frist von 6 Monaten, um die nötigen Anordnungen zur Auflösung der Seezollämter zu treffen. Jund mir würde auch die Polizeistunde gefürzt, was mich doch furcht- 1 ständen den Kontratt zu unterschreiben. Werden die Meister wieder Ein Artikel der" Times" bezeichnet es nach den jüngsten Vor- bar schädigen würde. Also bitte nochmals, mich mit dieser Ver- dem Chicaneur Juul folgen? Dann ist ein neuer, schwererer Konflikt da. tommnissen in Raulung als unmöglich für England, an der Absicht sammlung zu verschonen, es geht nicht. festzuhalten, die Schließung der Bollämter noch weiter hinauszuschieben; England müsse China lehren, daß dieses übernommene Verpflichtungen nicht ungestraft verlegen kann. Partei- Nachrichten. Socialdemokratie und Socialreformer. Zu der Erklärung Socialdemokratie und Socialreformer. Zu der Erklärung unferer Fraktion gegen die Teilnahme an dem Berlepschen Social reformer- Kongreß bemerkt die Münch. Post": = Achtungsvoll Fr. Hente, Gastwirt. Der Konflikt bei den vereinigten Brauereien in Kopenhagen ist dadurch geschlichtet worden, daß der Direktor freiwillig sein Entlassungsgesuch eingereicht hat, das die AktienEine Radikalfur. In der Expedition der„ Voltsstimme" gesellschaft genehmigte unter Anerkennung seiner Verdienste". in Magdeburg sind aus dem gebundenen Belegeremplar auf An- Jm belgischen Kohlenrevier nimmt der Streit weitere Auss ordnung der Staatsanwaltschaft zwei Artikel herausgeschnitten dehnung an. Die Arbeiter fordern 15 Proz. Lohnzulage. Im worden, auf deren Konfiskation das Gericht erkannt hatte. Das Lütticher Bezirk befinden sich 3000 Grubenarbeiter im Ausstand. betroffene Blatt will Beschwerde führen gegen diese Auslegung des In Charleroi wollen die Arbeiter am 1. Mai ihre Forderung Stonfistationsbeschlussǝs. geltend machen. Dem Beschluß, in einen allgemeinen Ausstand einzutreten, wird nur langsam nachgekommen. Sociales. " einen bon „ Daß die socialreformerische" Union Berlepsch Schmoller- Wegen Beleidigung des Grafen von der Schulenburg auf Rottenburg zur Unfruchtbarkeit verdammt list, auch wenn ver- Gr. Krantow wurde am Sonnabend von der Straffammer in Rostock ständige Leute wie Brentano, Sombart usw. ihr nach Kräften Redacteur Genosse Groth zu drei Monaten Gefängnis vers Hilfe bringen wollen, davon sind auch wir fest überzeugt. Trozz- urteilt. Die Beleidigung soll begangen sein durch dem können wir in dem feierlichen Beschlusse unserer Reichstags- im Medlenburgischen Volts Kalender für 1899" veröffentlichten Im ruffischen Ministerium des Jnneren wird eine Reform fraktion, die eine an sich unerhebliche Affaire aur Staatsaktion Artikel mit der Ueberschrift: Wie es um einen Ortsarmen auf der fanitären und hygienischen Verhältnisse der russischen Fabriken stempelt, nicht gerade einen Ausfluß fluger Taktik erblicken. Besser einer gräflichen Besißung in Medlenburg bestellt ist." Die Schilderung vorbereitet. Die in letzter Zeit von einer Kommission von Aerzten wäre es wohl gewesen, man hätte den persönlich Ein- der Verhältnisse dieser Familie entsprach der Wirklichkeit, aber als vorgenommenen Untersuchungen haben nämlich die offenbaren geladenen ohne Angst vor etwaiger übler Nachrede freie Hand deren direkter Urheber war unrichtigerweise der Graf bezeichnet, Mängel der gegenwärtigen fanitären Kontrolle und der diesüberraschenden Anzahl gelassen. Ihnen wäre dann die nügliche Möglichkeit während dieselben der Gutspächter angeordnet hatte. Obwohl be- bezüglichen Vorschriften in einer geblieben, durch vernünftige Anträge und Vorschläge wiesen wurde, daß sich der Arbeiter mehrmals beschwerdeführend an Fällen bloßgelegt. Unter zweihundert im Moskauer Industries noch einmal vor der Oeffentlichkeit zu zeigen, was die Berlepscherei den Grafen wegen der Anordnungen seines Stellvertreters gewandt gebiet untersuchten großen Fabriken mit 45 000 Arbeitern war feine tann, oder vielmehr, daß sie nichts kann." hatte, ohne daß der Graf Abhilfe schuf, wurde trotzdem Redacteur einzige, deren Leitung den gesetzlichen Vorschristen entsprechende Die übrige Parteipresse giebt, so weit wir sehen, die Erklärung Groth zu der hohen Strafe verurteilt. hygienische Einrichtungen aufweisen fonnte. Ju den meisten waren der Fraktion ohne Kommentar wieder. die Arbeitsräume zu eng und die Schlafsäle für die Arbeiter feucht und dumpf, in vielen fand man keine Lazarette, feine ausreichende Lüftung, feine Reinigungsvorrichtungen 2c. In den Räumen der großen Moskauer Zuderraffinerie von Danilowski, welche 4500 Arbeiter beschäftigt, herrschte u. a. eine durchschnittliche Temperatur von 30 Gr. R. und erreichte oft 50 Gr.! In einer Großgerberei fonnten die Schlafräume für die Arbeiter kaum den Anspruch auf menschliche Wohnstätten erheben. Es waren längliche, scheinenartige Baracken mit stallartigen Gudfenstern und zwei Reihen übereinander hängender Schlafmatten. Da die Anzahl der Matten nicht für alle Arbeiter ausreichte, schliefen viele Arbeiter im schmalen Zwischengang- auf der Diele! Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Puter! Auf dem Bau Luisenstr. 67 haben die Innenpuger die Arbeit niedergelegt. Dasselbe ist von dem berühmten Bau in a lensee, wo das Treppenhaus einstürzte, zu melden. Ueber beide Bauten ist die Sperre verhängt. Die Lohnkommission. Deutsches Reich. Zur Aussperrung der Weber in Reichenbach in Schlesien wird uns geschrieben: Versammlungen. Eine Parteiversammlung für den Reichstag8- Wahlkreis Dresden- Altstadt, in welcher zunächst die Delegierten Bericht über die Ergebnisse der Landeskonferenz gaben, führte in ihrem weiteren Verlaufe zu einer ziemlich heftigen taktischen Auseinandersetzung zwischen dem Abgeordneten des Kreises, Genossen Dr. Gradnauer und Redakteur Eichhorn einerseits, und den Redakteuren Genossen Ledebour und Hänisch andererseits. Der Streit drehte sich hauptsächlich um die Haltung und das Vorgehen der„ Sächs. Arbeiterzeitung" gegenüber dem Parteivorstand wegen Nichtaufnahme des Dresdener Zuchthausurteils, und um die Pflege und die Art theoretischer Polemiken. Eichhorn hat bekanntlich nach der Richtung hin auf der Landeskonferenz Stritit an den großen Parteiblättern, speciell Die hiesigen ausgesperrten Textilarbeiter und Arbeiterinnen ant der Sächsischen Arbeiterzeitung" und" Leipziger Volks- stehen nach wie vor fest zusammen und ist der vollständige Sieg uns zeitung" geübt. Das hat die Redacteure des ersteren Blattes, welche sicher, wenn uns eine Unterstüßung zu teil wird. Rigdorf. Der Verein„ Vorwärts" hielt am 11. April seine Diese Kritit speciell auf die gegenwärtige Redaktionsführung bezogen, Die hiesigen Fabrikanten folpotierten bereits das Gerücht, daß Bersammlung ab. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung teilte der zu einer diesbezüglichen Erklärung veranlaßt. Ledebour und der Streit beendet sei und würden die nötigen Bettelpfennige Vorsitzende klein das Wahlrejultat vom zweiten Wahlkreise mit, Hänisch suchten nun wiederholt der Versammlung nachzuweisen, spärlich einlaufen. Dem gegenüber muß betont werden, daß diese das von den Anwesenden mit Beifall begrüßt wurde. Alsdann aus welchen Gründen die theoretischen Polemiten in der jetzt ge- Hoffnungen voll und ganz zu nichte geworden sind. verlas Genosse Müller die Abrechnung, die folgendes ergab: Einpflegten Weise und besonders gegen Bernstein geführt werden müssen, Ausständig befinden sich gegenwärtig 1000 Mann und hoffen nahme 757,43 M., Ausgabe 566,15 M. Dem Vorstandsbericht, den und warum die scharfe Stellung gegen den Parteivorstand notwendig wir auf baldige, reichliche Hilfe. Geldiendungen sind an Richard Genosse Klein gab, war zu entnehmen, daß im verflossenen Viertelgewesen sei. Maßgebend für lettere sei weniger die Nichtaufnahme Müller in Reichenbach i. Schles., Uferstr. 46, zu richten. jahr eine Versammlung und fünf Vorstandssigungen abgehalten in die Liste an sich, sondern die Gründe, mit welchen der ParteiDer§ 8 des Vereinsgesetzes. Obgleich der Reichskanzler worden. Es folgte sodann die Statutenberatung und wurde das vorstand dies gerechtfertigt habe. Das sei aber Opportunismus Fürst Hohenlohe in Aussicht gestellt hat, daß das Verbot des vom Vorstand vorgeschlagene Statut mit einigen Abänderungen von schlimmster Art. Gradnauer wendet sich gerade gegen letztere Inverbindungtretens politischer Vereine aufgehoben werden wird, ist der Versammlung angenommen. In den Vorstand wurden folgende Behauptung und den Vorwurf der Rückzugstaktit und Angst jocben die Filiale des Metallarbeiter- Verbandes in Harburg unter Mitglieder gewählt: Otto Klein, Vorsitzender; Gustav Miller, meierei; ba habe eben die Arbeiter Zeitung" weit über das§ 8 gestellt, also für politisch erklärt worden. In Rücksicht hierauf Staffierer; Hermann Quitt, Schriftführer; Busch, Lehmann, Ziel hinausgeschoffen. Er suchte nun darzulegen, daß in den ist auch bereits die Abhaltung eines Vergnügens verweigert worden. Nimrich und Zeiler, Beisiger; Schulz, Meier und Gründen des Parteivorstandes, obwohl er dieselben selbst nicht billige, Die Harburger Polizeiverwaltung scheint nicht zu wissen, daß selbst Vieweg, Revisoren; urbs, Bibliothekar. Nach Annahme feineswegs Opportunismus zu finden sei. Dagegen, in welcher politische Vereine, wenn sie zu unpolitischen Zwecken, wie Vergnü eines Antrages, 100 M. zur Agitation zu überweisen, erfolgte Schluß Art die" Sächs. Arbeiterztg." wiederholt persönlich polemisiert habe, gungen zusammentreten, Frauen, Lehrlinge und Schüler zulassen der Versammlung. sei ein Vorwurf zu erheben. So sei auch gegen ihn wegen seiner dürfen. seinerungen Ausführungen auf der Landeskonferenz verfahren worden. Gegen Die Bau- Jnnungsmeister in Braunschweig beabsichtigen solche Kritik sei sa chlich eben nicht zu erwidern. Er habe es deshalb unterlassen. Wenn aber die Dresdener Parteigenossen das Ver: infolge der Lohnbewegung der Bauarbeiter sämtliche Arbeiter auf balten der Arbeiterzeitung" speciell in diesem Falle billigen ihren Bauten auszusperren. follten, so müßte es die nötigen Konsequenzen ziehen und dennoch antworten. Und daraus könne möglicherweise ein Standal entstehen, den doch gewiß kein Genosse haben wolle. Genosse Eich horn verteidigte feine Ausführungen auf der Landeskonferenz, bezüglich der Presse und wunderee sich über die ganz unangebrachte Empfindlichkeit seiner Kollegen. Eine ganze Reihe von Rednern nahm für diese oder die andere Anschauung Partei. Ju derselben Weise drückte sich die Stimmung der Versammlung im allgemeinen aus. Fast einstimmig, mit Ausnahme Hänischs und Sindermanns, wurde das Verhalten der Leipziger Genossen in der Frage der LandtagswahlBeteiligung verurteilt. Das sei beschämend für die seitherige Geschlossenheit der Partei in Sachsen. Ebenso verurteilt wurde das Verhalten Kadens auf der Landeskonferenz bezüglich der verurteilten Löbtauer Bauarbeiter. Es wurde eine Mißbilligungsresolution gegen Kaden, ebenso eine solche gegen das Verhalten des Parteivorstandes angenommen, ferner darin der Wunsch ausgesprochen, daß der nächste Barteitag sich mit der Angelegenheit im allgemeinen beschäftigen möge. Ferner wurde eine andere Reſolution angenommen, welche die Haltung der Arbeiterzeitung" im allgemeinen billigt, ohne über die Polemit bezüglich des Zuchthaus Urteils ettvas zu sagen. Nachts 2 Uhr er reichte die Versammlung erst ihr Ende. Sie dürfte wesentlich zur Klärung der gegenseitigen Ansichten beigetragen haben. V In die Redaktion des ,, Volksblattes für Bochum" ist Genosse Paul Wolf aus Bochum eingetreten. Die Tapezierer werden darauf aufmerksam gemacht, daß von Halle aus die Firma Martiel die Heranziehung von Arbeitsfräften versucht. Es wird deshalb nochmals gebeten, den Zuzug fernzuhalten. Die Maler und Lackierer in Frankfurt a. M. find in eine Lohnbewegung eingetreten. Am Sonntag tagten vier große Bersammlungen, die folgenden Beschluß faßten: Wilmersdorf. Hier tagte am 10. April eine Versammlung, in der Frau Meich in einem interessanten Vortrag über das Thema: Die Frau als Genoffin des Mannes im Stampf ums Dasein sprach. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen und sodann be schlossen, am 1. Mai eine Feier in Wittes Vollsgarten zu veranstalten. Groß- Lichterfelde. In einer Versammlung der Maurer, die am 12. April tagte, wurde die Sperre über den Bau des Maurer meisters Schirmer aus Zehlendorf beschlossen. Von einigen Rednern wurde Klage geführt, daß trop der Warnungen leider ein Zuzug von Maurern zu verzeichnen ist. Die heutigen Versammlungen beschließen, am Montag früh die Weißensee. Die Maurer hielten hier am 13. April eine gutArbeit auf allen Werkstellen einzustellen. Das durch die Meister ge- besuchte öffentliche Versammlung ab. Zunächst erstattete der Ver machte Angebot über das Lehr- und Arbeitsverhältnis kann durchaus trauensmann Bericht über den Streiffonds, dem sich eine Besprechung nicht als eine Regelung oder Verbesserung unseres bisherigen Ver- des Bauarbeiterschutz- Kongresses anschloß. Betreffs der Maifeier hältnisses betrachtet werden. Insbesondere gilt das von der Ber wurde beschlossen, daß sämtliche Maurer die Arbeit ruhen laffen werfung eines festen Lohnsatzes für Mindestleistung. Die Versamm und Vormittag 10 Uhr im Schloß Weißensee an der Gewerkschafts lung hält es nach wie vor für unbedingt notwendig, daß für ein versammlung teilnehmen. Sodann wurde beschlossen, vom 18. April beiderseitiges geregeltes Lohn- und Arbeitsverhältnis ein Mindestab sich dem Streifgebiet Berlin anzuschließen. wird festgelegt und fiebt in der willkürlichen Iohn Lohnzahlung einen der größten Schäden, die besonders zu den heutigen niedrigen Lohnfäßen geführt, die Lebenshaltung der Arbeiter erniedrigt Tekte Nachrichten und Depeschen. und auch das Gewerbe im allgemeinen geschädigt haben. Der LohnAusschuß der Gehilfen wird beauftragt, weitere Verhandlungen mit den Meistern anzubahnen." Wie berichtet wird, haben bisher 14 Firmer mit 110 Gehilfen die Forderungen bewilligt. Ausständig find gegenwärtig 1200 Maler und Weißbinder. Zuzug ist streng fernzuhalten. Rückzug der Amerikaner. New York, 17. April. Der Korrespondent des New York Herald" in Manila telegraphiert, die Laguna de Bay werde den der höhere Wasserstand den Kanonenbooten gestatten werde, die Flüsse Insurgenten bis zum Schlusse der Regenzeit überlassen werden, wo aufwärts zu befahren. Zu einer weiteren Bewegung nordwärts bedürfe man der Mitwirkung der Brigade des Generals Lawton. Dieser hob in einer Unterredung die Schwierigkeiten hervor, denen Das erste Arbeiterfekretariat in Heffen wurde am 4. April Eine Parteiversammlung für den 18., 22. und 23. sächsischen hier eröffnet und wird vorläufig wöchentlich drei Tage und zwar Reichstagswahlkreis, die am Sonntag in 3 widau abgehalten montags, Dienstags und Mittwochs für das Publikum zugänglich die Bekämpfung der Guerillabanden in dem tropischen Lande begegne. wurde, sprach sich, wenn auch kein definitiver Beschluß gefaßt wurde, sein. Der Zuspruch ist jetzt schon, trozdem die Eröffnung noch wenig Er bedauere, die eingenommenen Städte wieder auf. im Juteresse der Disciplin für die Beteiligung an den Landtags- bekannt, ein über alles Erwarten zahlreicher. Das Institut schließt wahlen aus, will sich also den Beschlüssen der Landesversammlung sich in seiner Einrichtung den bereits bestehenden Arbeitersekretariaten geben zu müssen; es würde aber alle Streitkräfte seines Komfügen, obgleich sich die vier Delegierten des 18. Wahlkreises auf der an und wird erhalten durch die organisierten Arbeiter der Stadt mandos in Anspruch nehmen, wollte er in allen diesen Städten Garnisonen zurücklassen. Landesversammlung gegen die Beteiligung ausgesprochen haben. und des Wahlkreises Darmstadt- Großgerau mittels fester Jahres Für den Agitationsbezirk Zwickau wurden in das Agitationsfomitee beiträge. Als Arbeitersekretär ist Bildhauer Philipp Müller ernannt die Genossen H. Goldstein, H. Reiher und A. Strunz worden. Die Adresse des Arbeitersekretariats ist: Darmstadt, gewählt. Elisabethenstr. 31, parterre. Für Parteizwecke gingen aus Zwickau ein: Christian P. In Dresden ist für den Bezirk der gesamten Kreishauptmann 10,20. Windhorst 51,15. Heinrich 8. 12,60. Robert B. 10,05. fchaft ein Arbeiterbertreter Verein gegründet worden. August M. 31,95. Adam Sanu Derselbe bezweckt die Verbreitung der nötigen Gesezeskenntnis für Herm. B. 24,70. Alfred 25,25. 21,-. Parteigenoffen Schedewig 99,25. Anton 11,70. Hermann S. die auf Grund der Versicherungsgeseze erwählten Arbeitervertreter 59,50. Feiner Davd 57,10. Baurat 12,40. St.- Anwalt 42,35. und die Wahrnehmung der Interessen der versicherten Arbeiter. Pius der Note 3,-. Bädermeister 5,-. Eine Flasche Rum 14,90. Des weiteren will der Verein auf eine Verbesserung der betreffenden Arthur W. 10,-. Herm. G. 25,55. Herm. G. 3, Gustav 1, Gefeße hinwirken und für Wahl geeigneter Arbeitervertreter Sorge Bapierkiste Zwidau 1,50. Tillner 19,50. Franz H. 7,-. Wadel tragen. Gleichartige Vereine werden um ihre Adresse gebeten, um 5,20. Robert M. 8,50. Richter 9,15. Anton M. 19,75. A. S. gegebenenfalls mit ihnen in Verbindung treten zu können. VorSchedewitz 50,-. A. C. 50,-. S. W. 58,16. Welt Weijer 126,50. fißzender des Arbeitervertreter- Vereins für die Kreishauptmannschaft Heinrich 5,20. Ernst B. 4,20. Emil C. 2,50. Sumuna M. 898,81. Dresden ist Julius Fräßdorf, Midten bei Dresden. Bei dem Distriktskongreß der schwedischen Socialdemo Ausland. kratie, der in diesen Tagen stattfand, bildete den Hauptgegenstand Die Upfalaer Studenten und die Arbeiter. Wir haben seiner die Frage des Generalstreits zur Erlangung des Wahlrechts. Nach Zeit berichtet, wie ein Teil der Upfalaer Studenten sich als Streit vielstündiger Debatte nahm der Kongreß den Antrag des Agitations- brecher bethätigten. Nun fangen andere Teile der Studentenschaft ausschusses an:" Der Kongreß erklärt, daß die Distriktsleitung mit an, sich in entgegengesetzter Richtung zu regen. Etwa 100 Studenten der Parteileitung zusammenarbeiten soll für das Zustandekommen haben an die Verbände der entlassenen Arbeiter ein Schreiben geeiner planmäßigen Agitation unter allen Arbeitern Schwedens für richtet, in dem sie u. a. sagen: sie seien versammelt gewesen, um die baldige Durchführung des Generalstreits, mit über die Frage des Vereinsrechts der Arbeiter zu Beobachtung der früher über die Jufscenierung gefaßten Beschlüsse."- debattieren. Laut Beschluß dürfen wir die Diskussion nicht veröffent lichen, aber das Resultat glauben wir befannt geben zu können. Totenlifte der Partet. In Bremen starb der Bigarrenarbeiter, Wir beschlossen, nicht nur den wegen Behauptung ihres Vereinsrechts Genosse Adolf Ruthe, der seit langer Zeit an einem unheilbaren Leiden erfrankt war. Er war allezeit rege für die Partei- Intereffen entlassenen Arbeitern unsere Sympathie auszudrücken, sondern auch thätig; das Vertrauen der Arbeiter ließ ihn bis zu der legten Wahl Beträge zu ihrer Unterstügung zu sammeln, das Amt eines Beisißenden beim Gewerbegericht versehen. Ebenso verwaltete er lange Jahre das Amt eines Staffierers bei der CentralKranken- und Sterbelasse der Tabafarbeiter. Seine Krankheit hielt ihn nicht ab, noch während der letzten Reichstagswahl seine Kräfte in den Dienst der guten Sache zu stellen. Polizeiliches, Gerichtliches univ. Karlsbad, 17. April.( W. Z. B.) Der Mitte voriger Woche ausgebrochene Aus stand der hiesigen Bauarbeiter ist heute durch Vergleich beigelegt worden. In drei Arbeiterversammlungen wurde beschlossen, morgen die Arbeit wieder aufzunehmen. Saint 26, 17. April.( W. T. B.) Der Giebel der Getreide Markthalle in Zorigny- sur- Vire ist heute eingestürzt. Vier Leichen find bis jetzt unter den Trümmern hervorgezogen worden; außerdem wurden zahlreiche Personen verlegt. London, 17. April.( W. T. B.) ( W. T. B.) Jm englischen Unterhause erklärte der Unterstaatssekretär Brodrick unter anderm: Unser Verauf Samoa ist ermächtigt, fich einer gemeinsamen treter Broklamation der anderu beiden Konfuln anzuschließen, in welcher alle Bewohner aufgefordert werden, die Ankunft der drei Kommissarien abzuwarten und von Feindseligkeiten abzustehen. britische Befehlshaber wird aber verpflichtet sein, erforderliche Maßregeln zum Schuße des Lebens und Eigenthums der britischen Staatsangehörigen zu treffen, falls diese von der einen oder der anderen rivalifirenden Partei bedroht würden. Der Brüssel, 17. April.( W. T. B.) In den Grubenbeden von Charleroi und Mons war der gestrige Beschluß des belgischen Grubenarbeiter- Verbandes, in den vier Kohlenbecken Belgiens einen allgemeinen Ausstand zu proklamieren, heute früh noch nicht zur allgemeinen Kenntnis gelangt, doch hat sich im Beden von Charleroi Die Zahl der Streifenden, welche am Sonnabend 2400 betrug, heute früh auf 4200 erhöht. In dem Beden von Mons ist die Zahl der Ausständigen ganz gering. Für morgen ist der allgemeine Ausstand angekündigt. Ueberall herrscht Ruhe. Nachdem der Schlächterstreit in Kopenhagen kaum Brüssel, 17. April.( W. T. B.) Angesichts des bevorstehenden beendigt ist, droht schon ein neuer Konflikt. Der Gesellen- feindliche allgemeinen Aus standes in verschiedenen Grubenbezirken werden Ober- mungsmeister Juul will die andern Meister bewegen, von den Gefellen den Abschluß eines Vertrages zu fordern, in dem Truppen bereit gehalten, in das Ausstandsgebiet abzumarschieren. Madrid, 17. April.( W. T. B.) Weil in Tortosa( Provinz folgende merkwürdige Bestimmungen enthalten find: Die Ge= fellen haben eine dreimonatliche Kündigungs- Tarragona) der Kandidat der Gemeindebehörde bei der Wahl zur frist die Meister eine einmonatliche! Die Arbeits- Deputirtenkammer unterlag, schossen Beamte der GemeindeZum Kapitel Saalabtreiberei. Das Gewerkschaftskartell zeit richtet sich nach der Arbeit. alle Arbeit außerhalb der behörde auf die Volksmenge, wobei einige Personen verlegt in Brieg erhielt folgenden Brief: gewöhnlichen Arbeitszeit muß ohne Entschädigung aus wurden. In Bilbao beabsichtigten die Sozialisten, eine Ver Da ich erfahren habe, daß Sie bei mir heute wieder eine Ver- geführt werden! Wird eine der Bestimmungen des Stontrakts sammlung abzuhalten, um gegen die Wahlergebnisse zu protestiren. der Geselle ohne Entschädigung fofort- In Saragossa drang eine Anzahl Leute in das Wahllokal und fammlung vom Kartell abhalten wollen, so thut es mit leid, Ihnen übertreten, kann der Geselle ohne Entschädigung sofort mitteilen zu müssen, daß ich das nicht erlauben fann, indem mir von entlassen werden!" Also, bürdet der Meister dem Gesellen zwanzig zerschlug die Wahlurne. Bei den gestrigen Wahlunruhen in Bilbao wurden im ganzen der Polizei solche Schranken und Hindernisse gesezt werden, daß es stündige Arbeit auf und der Geselle thut sie nicht, so tann er sofort mir absolut unmöglich ist. Ich stände egal unter Polizei- Aufsicht entlassen werden. Die Gesellen haben beschlossen, unter teinen Um- 26 Berfonen verwundet; fünf Verhaftungen wurden vorgenommen Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. To Nr. 90. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 18. April 1899. Reichstag. 67. Sizung, Montag, 17. April 1899, 1 Am Bundesratstisch: v. Bosabowsky. Nach Erledigung einiger Rechnungsfachen beginnt die ratung des Gesezentwurfs, betreffend Schlachtvieh beschau. Abg. Gerstenberger( C.) hr. leber weitere Weiter wird darauf hingewiesen, daß das Ausland im Gesetz Fleischbedarfs der Bevölkerung zu sorgen, indem mit den ausländischen besser behandelt sei, als das Juland. Wollten wir indeß für aus- Stegierungen Vereinbarungen getroffen werden, die ein vernünftiges ländisches Fleisch dieselben Stontrollmaßregeln festiegen wie für in- und friedliches Nebeneinanderbestehen ermöglichen. Daß man auf absoluten Verbot von irgend welcher Einfuhr von jener Seite hat man ja kein Hehl daraus gemacht, daß die dländisches, so wäre das gleichbedeutend mit einem agrarischer Seite dazu nicht geneigt ist, das glaube ich freilich. sausländischen Fleisches. Unter den jezigen Verhältnissen ist es aber Hauptsache die Preissteigerung des Viehes sei, erste Be- nicht möglich, auf die Einfuhr ansländischen Fleisches zu verzichten, und nicht der Schuß gegen Seuchengefahr. und Fleisch- da die deutsche Landwirtschaft allein den Bedarf nicht decken kann. Allerdings muß die Kontrolle im Inlande Leuten überlassen Wollte man etwa die Einfuhr lebenden Vichs mehr erleichtern, so werden, die wirklich im stande sind, fie durchzuführen. Die Hinzu würde dadurch die Gefahr der Seucheneinschleppung noch vergrößert. ziehung des Laienelements ist notwendig; denn es ist ganz unmög( auf der Tribüne schwer verständlich): Meinen politischen Freunden Gegenüber dem Hinweis des Herrn Vorredners auf die preußische lich, so enorme Mengen von Tierärzten zu bekommen, die zu dieser wäre ein Fleischschau Gesetz im allgemeinen sehr erwünscht zum Bolizeiverordnung, will ich nur konstatieren, daß dieser Gesezentwurf obligatorischen Fleischschau notwendig wären. Aber ich wünsche, daß Schuße gegen die Ausbreitung von Seuchen und gegen unlauteren auf der Juitiative der preußischen Regierung beruht und im genaue Bestimmungen darüber in das Gesez hineinkommen und Wettbewerb jeder Art. Leider aber muß das borliegende preußischen Staatsministerium einstimmig auch seitens des Herrn nicht alles dem Bundesrat überlassen wird. Gesetz in wesentlichen Punkten bon uns be Landwirtschaftsministers angenommen worden ist. Wir verlangen also, daß die Kontrolle einheitlich durchgeführt tämpft werden; ich glaube, fein Gesez trägt mehr den Einzelheiten werden wir uns in dem stilleren Hafen der Kommission werde, und daß das Reich die Kosten für die Fleischschau trägt. Das Stempel der Zimmerluft, e3 nimmt biel zu wenig ganz objektiv unterhalten können. liegt auch gerade im Interesse der kleinen Landwirte, die sonst in Rüdsicht auf die praktischen Verhältnisse des Lebens. So ist z. B. is Abg. Wurm( Soc.): der Konkurrenz mit den großen immer mehr zurückgedrängt werden. die Bestimmung: Rinder, Schweine, Biegen, Pferde jeden Alters Wir stchen im großen und ganzen diesem Gesetzentwurf Wir hoffen, daß Sie diesen Weg beschreiten werden zur Durchunterliegen einer zweimaligen Fleischbeschau, bisher in feinem sympathisch gegenüber. Die Schwierigkeiten, die der Ausführung führung dieses social- hygienischen Gesezes.( Bravo! bei den SocialStaate geltend und wird große Unzuträglichkeiten mit sich bringen. einer solchen im Interesse der Gesundheit der Bevölkerung durchaus demokraten.) Es giebt wohl bei uns keine Bürgerstände und keine Baueru- notwendigen Fleischbeschau gegenüberstehen, beruhen hauptsächlich in Abg. Sieg( natl.) wirthschaft, in der nicht mindestens einmal im Jahre ein Schwein den Unkosten, die dadurch entstehen können und ganz selbstverständ- hält die Einivendungen gegen den§ 2 für durchaus berechtigt. Dem geschlachtet wird. Alle diese werden nun durch die aus dem Gesetz lich den ärmeren Viehbefizer weit schwerer treffen als den reichen. Gedanken der Vichversicherungen stehe auch ich im allgemeinen sich ergebende Vertheuerung schwer getroffen. Briefe von Bauers- Es ist sehr hübsch, daß auch Herr Graf Klindowström mit sehr sympathisch gegenüber, mur scheint mir die Art, wie Herr Wurm fie Leuten beweisen, daß bei bei diesen bon dem geschlachteten warmem Interesse für die ländlichen Arbeiter eintrat. Wir können sich denkt, nicht wünschenswert. Ich betrachte es als eine der segensSchwein nicht verkauft wird. Da ist doch jene Belastung nur wünschen und hoffen, daß das auch auf anderen Gebieten ge- reichsten Folgen des Gesezes, daß es die Landwirtschaft zwingt, das wirklich überflüssig. Auch nicht der Dienstboten wegen. fchicht. Aber darüber kann ich ihn vollständig beruhigen, daß auch wir Fleisch besser zu machen und infolgedessen die ausländische KonDenn diese üben schon selbst die beste Fleischbeschau. Die würden diese Interessen im Auge haben werden. Eine Kontrolle muß durch furrenz zurückdrängt. Deshalb möchte ich, daß das Gesetz in mög weglaufen, wenn ihnen schlechtes Fleisch vorgesetzt werden würde. geführt werden, da dies im gesundheitlichen Interesse der gesamten lichst scharfer Form zur Durchführung kommit. Für die Und das wird die Dienstherrschaft der Dienstbotennot wegen zu ver- Bevölkerung liegt. Weil wir aber diese Fleischbeschau für social Uebergangszeit habe ich auch nichts gegen die Einfuhr von meiden suchen. Wird der§ 2, der jene Belästigung den Haus- notwendig halten, so nehmen wir keinen Anstand zu erklären, daß ausländischem Vich, das hier geschlachtet werden foll. halten auferlegt, angenommen, so wird ein Sturm der Ent- die Unkosten, die durch eine solche Untersuchung entstehen, der Ge- Wenn man große Biele verfolgt, dann darf man auch nicht fleinlich rüstung durch das ganze Land gehen, bon dem Sie famtheit auferlegt werden( Sehr richtig!), d. h. daß das sein und muß gewijse unangenehme Begleiterscheinungen ruhig erfich gar feinen Begriff machen können. Redner bringt so- Reich die Unkosten der Fleischbeschau übernimmt, gerade so wie heute tragen. dann große Bedenken gegen den§ 5 vor, der von der schon auf allen Gebieten der allgemeinen jocialen Hygiene der Staat Abg. Pachnicke( frf. Vg.): Bildung der Schaubezirke und der Auswahl der Beschauer handelt; resp. die Provinzen, Gemeinden usw. die Unkosten übernehmen. Meine Freunde halten das Gesetz für gut und zweckmäßig, aber er exemplifiziert dabei besonders auf Süddeutschland. Das Bedents Damit sind dann die Hauptschwierigkeiten gehoben, die von im einzelnen für verbesserungsbedürftig. Auch wir sind der Meinung, lichste an dem Gesez ist aber die Bevorzugung des Ausfeiten des Herrn Kollegen Gerstenberger geltend gemacht wurden. daß die Hausschlachtungen gewisser Erleichterungen bedürfen. Was Iandes. Man sollte doch im Gegenteil danach streben, daß Wir sind nicht der Meinung, daß man irgend eine Ausnahme die Auslandsbestimmungen anlangt, so ist festgestellt, daß die Seuchen Deutschland ganz für sich allein bestehen könnte. Und von der Fleischbeschau zulassen könne; auch das Fleisch, das zum in den meisten Fällen ihren Herd im Julande selbst haben. Man dazu gehört vor daß man die Landwirtschaft Hausbedarf gebraucht wird, muß der Kontrolle unterworfen werden. darf daher die Seuchengefahr nicht als Vorwand für protektionistische fonfumfähig macht. Eialem, Sie würde die beste Abnehmerin für unsere Es ist ein ganz veralteter Standpunkt, wenn gejagt wurde, was Maßregeln nehmen. Industrie bilden, wenn sie nur Geld hätte.( Heiterfeit.) Wir müssen geht den Staat das an, wenn ich Fleisch essen will. Das sociale Auch wir sind für alle Maßnahmen, die sanitärnotwendig verlangen, daß das Fleisch, das vom Auslande kommt, denselben Empfinden ist heute bereits so erstarkt, daß es der Staat für seine sind. Die Lebhaftigkeit der Agitation gegen das Gesetz ist nicht Bedingungen unterliege, wie das inländische. Wir können zu Pflicht hält und die Gesamtheit es als ihr Recht fordert, einzus gerechtfertigt. den amerikanischen Beamten kein Vertrauen haben. Und wenn schreiten überall, wo Gesundheitsschädigungen auch des einzelnen Abg. Holk( Np.): es nicht möglich sein sollte, bei dem ausländischen Fleisch dieselben verkommen tönnen. Der einzelne steht mit der Mitwelt in Verbindung Kontrollmaßregeln anzuwenden, so sollte die Einfuhr ganz verboten und wird dadurch eine Gefahr für sie, wenn er sich und damit Einzelheiten sind wir durchaus nicht mit der Vorlage einverstanden. Obligatorische Fleischschau halten wir für nötig, aber in den werden.( Lebhaftes Bravo rechts.) auch die anderit frant machen kann. Wir fordern also, In den privaten Haushalt einzubringen, ist nicht nötig, ein fo daß die Fleischbeschau sich auch auf die Haus= Abg. Graf Klindowftröm( t.): ichachtung ausdehnt und nicht, wie es im§ 2 der Vorlage dringendes gesundheitliches Intereſſe liegt nicht vor. Die Bes In der ganzen Landwirtschaft hat sich nach Bekanntwerden heißt, daß drei Monate alte Kälber und Schweine von dieser Fleiſch helligungen und Kosten, welche den kleinen Leuten durch die Kontrolle dieses Gesetzes eine sehr große Mißftimmung gezeigt. In schau ausgenommen werden. Wir wollen auch die Fleischbeschau hofften Vorteil stehen. Es ist sogar zu befürchten, daß die Vererwachsen, würden wenigstens in feinem Verhältnisse zu dem erPreußen hat man ein biel größeres Verständnis für die noch weiter ausgedehnt wissen auf alle Schlachttiere, wie es z. B. in Landwirtschaft gezeigt, die Materie ist dort durch eine landes- Württemberg der Fall ist. Das sächsische Gesetz nimmt sich mit drossenheit auf dem Lande noch zunehmen und die Leutenot dort polizeiliche Verfügung geregelt worden, die unsern Wünschen gutem Grunde auch der Hunde an. Wenn man in Berlin bisher Auch gegen die Bestimmungen über das aus dem Auslande noch größer werden wird. vollständig entspricht. E2 müssen beim Zustandekommen den Verbrauch an Hundefleisch nicht konstatirt hat, so liegt das eingeführte Fleisch haben wir starfe Bedenten. Statt Fleisch sollte dieses Gesetzes Einwirkungen vorgekommen sein, die wir nicht über daran, daß Hunde nicht in das Schlachthans abgeliefert werden, man aus dem Auslande lieber das lebende Vieh importieren. Da sehen können. Vor allem finden wir in der Vorlage eine un sondern auf anderem Wege geschlachtet werden. In Chemnitz aber berechtigte Bevorzugung des Auslandes. Vor allem giebt es bereits Gastwirtschaften, in dem officiell Hundefleisch vers sei doch eine Kontrolle besser möglich. müssen die Bestimmungen des§ 2 über die Hausschlachtungen der fauft wird. In Dresden find 1894 53 Hunde geschlachtet worden, 1895 Abg. Lenzmann( frs. Bp.): geltenden preußischen landespolizeilichen Verordnung mehr angepaßt 89, in Chemnig 1894: 186, 1895: 202, die zur menschlichen Nahrung Wir haben schon lange ein derartiges Reichsgefeß verlangt. Ich werden. Sehr wesentliche Bedenken haben wir ferner gegen§ 5 dienten. Also müssen auch diese Tiere einer Kontrolle unterworfen lege das Hauptgewicht auf die Frage, ob nicht allzuweit gehende und hier bitte ich vor allem um die Aufmerksamkeit der Herren werden. Vor allem muß aber die Kontrolle im Inlande eine Rücksichten auf die Gesundheit in diesem Gesetze zur Geltung kommen. Socialdemokraten. Die Schaubezirke dürfen nicht zu groß wirklich durchgreifende Kontrolle sein, ich fürchte aber, Das Volk büßt an seinem Wohlstand accurat den Preis des Stückes gebildet werden. Wählte man in Preußen die Amtsbezirke, so daß sich das nach der Vorlage nicht durchführen läßt. Die Schau- Vich ein, das zu unrecht den Stempel der Unbrauchbarkeit müßte der ländliche Arbeiter in Ostpreußen oft fünf Kilometer mit bezirle müssen durch das Gesetz begrenzt jein, damit nicht zu erhält. Ein agrarisches Interesse ist für uns nicht vorhanden. feinem Schwein zurüdlegen, um zum Wohnfiz des Beschaners zu große Bezirke gebildet werden, bei denen dann jede Möglichkeit Steht sich das Volk dabei beffer, so werden wir auch gelangen. Bedenken Sie, wie dadurch das Schwein des armen einer wirklichen Kontrolle ausgeschlossen ist. Allerdings jede Kon- Bestimmungen gegen das agrarische Interesse gutheißen. Gegen die Mannes belastet wird. Diese großen Ausgaben unserem Arbeiter trolle berge die Gefahr, daß der Besitzer möglichst den Krankheits- Beschauer in den Hausschlachtungen haben wir Bedenken. zuzumuten, find wir außer stande und müssen unbedingt verlangen, zustand seines Viehes verheimlicht. Er wird Notschlachtungen vor halten eine obligatorische Fleischschan aber für nöthig. Beffer als daß, wenn nicht der kleine Bauer, so doch wenigstens der Arbeiter nehmen, er wird allerlei Täuschungsversuche zu machen sich bemühen. ein Gesez würde die Erziehung wirken, das Volt vom Genusse rohen von der Fleischbeschau befreit wird und ich nehme an, daß wir dabei( Widerspruch rechts.) Die Bragis beweist es ja! Sonst fönnten die Fleisches abzuhalten. Ich gehe nicht so weit, wie der Kollege Wurm, auf die Unterftigung der Herren Socialdemokraten rechnen können. Biehseuchen im Inlande nicht so um sich greifen. Denn das alle der die Fleischschau noch über die genannten Viehkategorien hinaus Besonders bedauerlich ist für uns ferner die für den Reichs Krankheitsherde vom bösen Ausland herüber gekommen sein sollen, ausdehnen win. Mir genügt das im Gefes gestimmte boll fanzler vorgesehene Ermächtigung, für ausländisches Fleisch noch das glaubt ja nicht einmal ein Agrarier! kommen. Nur der Begriff der Rotschlachtung müßte genauer präcifiert weitergehende Ausnahmen zuzulaffen. Es ist sehr bezeichnend, daß Nein, meine Herren, die Kontrolle allein kann nicht alles entdecken. werden. Der Bundesrath kann nicht dafür die maßgebende Instanz sich die amerikanischen Interessenten mit dem Gesetz einverstanden Dem Befizer des Biches muß selber die Möglichkeit gegeben sein, sein. Die Einfuhr ausländischen Fleisches können wir nicht enterklärt haben. Man hat in der dortigen Presse ausdrücklich dazu ohne Echädigung seiner Interessen selber dafür zu sorgen, daß sein behren, fie darf durch das Gefeß nicht unmöglich gemacht werden. aufgefordert, bis zum Jukrafttreten des Gesetzes nur erstflaffige Bich, wenn es frant ist, auch beseitigt wird. Dazu gehört die Der Arbeiter braucht das ausländische Fleisch. Die Einfuhr auss Bare nach Deutschland zu schicken, später würde die Schundware obligatorische staatliche Biebversicherung, die für das ganze ländischen Fleisches ist das Sicherheitsventil gegen die übermäßige wieder unbehindert die deutsche Grenze passieren können. Bei den Reich einheitlich zu regeln ist. Wie weit auch die Gesamtheit ver- Habsucht der Agrarier, die die Preise so in die Höhe treiben würden, großen Laften, die die Vorlage für den kleinen Mann enthält, ver- pflichtet ist, dazu Zuschüsse zu leisten, das wären speciell zu be- daß die Voltsernährung sehr schlecht dabei fahren würde. Ich langen wir wenigstens eine Versicherung des Viehs von Neichstrachtende Fragen. Daß Daß die Beaufsichtigung der Vichställe schließe mich dem Antrage an, die Vorlage einer Kommission von wegen, oder auch seitens des Staates, nur darf sie nicht auf eventuell ebenfalls zur Reichssache erklärt werden könnte, wie 21 Mitgliedern zu überweisen und habe nur noch an die Kondie Provinzen abgewälzt werden. Obgleich ein Teil meiner Freunde man die Kontrolle der gewerblichen Anstalten zu einer fervativen die Bitte zu richten, ihre eigenen selbstischen Interessen eine Verständigung auch in der Kommiffion für unmöglich hält, allgemeinen Angelegenheit macht, dieser Meinung bin macht, dieser Meinung bin ich doch bei diesem Geseze endlich einmal beiseite zu lassen.( Pfuirufe haben wir uns doch entschlossen, gleichfalls für Ueberweisung der persönlich. Es kann auch kein Zweifel darüber herrschen, rechts. Beifall links.) Borlage an eine Kommission von 21 Mitgliedern zu stimmen. daß ohne eine solche Viehinspektion die Durchführung eines ViehStaatssekretär v. Posadowsky: ( Bravo!) feuchengesetzes und einer richtigen Fleischbeschau unmöglich ist. Diese Staatssekretär Graf Posadowsky: Die obligatorische Schlachtvieh Versicherung war im Bundesrat Vorsorge ist für die Landwirtschaft notwendig, so schrecklich auch diese Gegen die Vorlage find in der Hauptsache zwei Bedenken geltend Forderung jetzt denen erscheint, die gern alles so gehen lassen möchten, nicht durchzusetzen. Ich kann den Herren nur den Rat geben, diese gemacht. Erstens dagegen, daß man die Hausschlachtungen in das wie es vom Großvater her gegangen ist. Die Landwirtschaft müßte Frage in den Einzellandtagen anzuschneiden. Die Frage der Beschau Gesetz einbezogen hat und zweitens gegen eine anscheinende Bevor- zu Verbänden organisiert werden, die sich gegenseitig kontrollieren. in den Haushaltungen wird ja in der Kommission noch eingehend zugung des Auslandes. Demgegenüber hebe ich hervor, daß erstens Eine Fleischbeschau, wie sie hier im Gesez für das Juland geprüft werden. Aber das ist doch z: veifellos, daß in den Haus dieses Gesetz einmal ein hygienisches, im Interesse der Gesundheit festgelegt ist, hat für uns die Vorausseßung, daß die schlachtungen oft ungesundes Fleisch geschlachtet wird.( Lebhafter polizeiliches ist, um die weitere Verbreitung von Vichsenchen weiß, daß sich nur die dagegen sträuben, die immer erklären, daß or referent! Unruhe.) Das preußische Abgeordnetenhaus war noch ber deutschen Staatsbürger gegebenes und dann ein veterinär- Kosten der Fleischbeschau von der Gesamtheit getragen werden. Ich Widerspruch rechts.) Im Landwirtschaftsrat hat das der Correferent, ohne Widerspruch zu erfahren, ausgesprochen.( Rufe rechts: Der zu verhindern und zweitens, daß wir unzweifelhaft berechtigt find, die Landwirtschaft diese und andere Belastungen nicht mehr tragen im vorigen Jahre einstimmig der Ansicht, daß die obligatorische alle Kontrollmaßnahmen, die für das inländische Fleisch gegeben sind, fönne. Es unterliegt doch aber keinem Zweifel, daß solche Unkosten Fleischbeschau auch für die Hausschlachtungen einzuführen sei. Verauch auf das ausländische auszudehnen. Der Widerstand der in die Produktionsspesen fallen und den Preis der Ware verteuern, Agrarier gegen die Einbeziehung der Hausschlachtungen in diefes so unangenehm dies auch für die ärmsten Streise ist, die das Fleisch Gesetz großen Vorteil bringt durch die obligatorische Fleischbeschau gessen Sie doch nicht, daß den inländischen Fleischproduzenten das Gesez hat mich einigermaßen verwundert. Herr v. Mendel- laufen müssen. Trotzdem müssen im Interesse der allgemeinen Geses großen Vorteil bringt durch die obligatorische Fleischbeschau Steinfels, der doch gewiß ein warmes Herz für die Landwirtschaft Sygiene alle Maßnahmen getroffen werden, die für eine gute Ston- und den Schutz, den es gegen unlautere Konkurrenz des ausländischen hat, hat sich im preußischen Landtag folgendermaßen geäußert: trolle des Gesundheitszustandes des Vichs, der Nahrungsmittel usw. Fleisches zu bewirken in der Lage ist. Hierauf vertagt sich das Haus. " Ich möchte bitten, die obligatorische Fleischbeschau nicht nur auf das erforderlich sind. Nächste Sigung Dienstag 1 Uhr( Fortsetzung der heutigen Bes rathung. Gewerbeordnungsnovelle.) Schluß 5/4 hr. Kor Der alte Bekannte oder Wir zum öffentlichen Verlauf gelangende Fleisch, sondern auch auf das platte Damit ist auch der Standpunkt gegeben, den wir gegenüber der Land auszudehnen. Ich weiß wohl, daß dem platten Lande dadurch Einfuhr des ausländischen Fleisches einnehmen. Wir mancherlei Beschwerde auferlegt wird, aber es ist unbedingt not find feineswegs etwa Schwärmer dafür, daß unbedingt alle Bollwendig, daß wir vor dem Lande bezeugen, wir wollen teine Sonder- grenzen geöffnet werden, damit das Ausland alles, was es will, uns maßregeln in unserem Interesse, sondern wir wollen in dem Verkehr herüberschicken föme. Wir verlangen gerade im Interesse der mit Fleisch im Inlande gleiches Recht für alle haben."( Hört, hört!) Arbeiterklasse, daß die Importen untersucht werden. Der Erst am Schlusse seiner Rede hat er sich dann dahin rektificiert, in Herr Staatssekretär meinte freilich, daß dann die Einfuhr Erwägung zu stellen, ob nicht in dünner bevölkerten Gegenden ausländischen Fleisches überhaupt aufhören müßte. Ich glaube das von der Kontrolle der Hausschlachtungen abgesehen werden könne. nicht, denn ich bin überzeugt, daß das Ausland ein großes geschäftAuch im Bundesrat ift erwogen worden, ob man die Fleischbeschau liches Interesse daran hat, seine Waren hierher zu senden und ausschließen solle, wenn es fich nur um Verwendung des Fleisches infolge dessen sich unseren Bedingungen fügen muß. Wenn wir Groß hatte sich gestern unser Redacteur August Jacobey für den eigenen Bedarf oder zum Gefchent an die lieben Verwandten, z. B. sagen: Eure Atteste haben für uns feine Gültigkeit, wir vor dem hiesigen Schöffengericht Amtsgericht I Abth. 148 zu veran den Herrn Pfarrer und an den Herrn Lehrer( Heiter- fönnen in fie tein Vertrauen lehen, weitigkeit, verdann wird das Ausland antworten. ,, stets und ständig". Wegen Beleidigung des Maurerpoliers Bernhard keit) handele. Ich habe mich aber dagegen ausgesprochen, denn von selbst zu uns sagen: Seid doch so gut und schickt uns diejenigen In der Mr. 9 unseres Blattes vom 11. Januar d. J. veröffentunter den heutigen Verhältnissen, wo oft Hunderte von Arbeitern Beamten, die Ihr für zuverlässig erachtet, wir werden fie bezahlen! lichten wir einen Artikel mit der Ueberschrift: Aus der Praxis eines von dem zum eigenen Bedarf geschlachteten Fleisch genährt werden, Etwas Aehnliches existiert ja bereits für die Prüfung der deutschen christlichen Maurerpoliers". In diesem Artikel wurde u. a. behauptet, fann man von einem„ engsten Hausstande" nicht mehr gut sprechen. Waren durch die amerikanische Bollbehörde, wo auch deutsche Beamte daß auf Veranlassung des Klägers dieser von dem Restaurateur Auch im deutschen Landwirtschaftsrat ist die Frage der obligatorischen zugezogen werden. Die deutsche Regierung, die durch die Vorlage einen B. Beutler, Eisenacherstraße, unentgeltlich Speisen und Getränke, Fleischbeschau erörtert. Es ist dort hervorgehoben worden, daß nach sehr vernünftigen Schritt gethan, müßte nun sofort einen zweiten während der Aufführung eines Neubaues in Höhe von täglich 2 bis dem Gutachten ärztlicher Autoritäten öfters Blindheit infolge des Schritt thun und die anderen Staaten, speciell Amerika, auffordern, 3 M. erhalten habe. Ferner war in dem Artikel gesagt:" Groß Genuffes von finnigem Fleisch eingetreten sei. Auch Profeffor internationale Vereinbarungen über die Fleischbeschau und den Fleisch- scheine ein sehr frommer Mann zu sein und zu den Gönnern Virchow hat ausgeführt, daß die Krankheitserscheimmgen im Gehirn import zu treffen. Wir können ja eventuell das Ausland vollständig des katholisch- gewerkschaftlichen Vereins Arbeiterschutz" zu gehören, des Menschen, die mit dem Genuß von finnigem Fleisch verbunden von unseren Grenzen absperren. Natürlich wünschen wir Social denn sobald er jah, daß in dem Schanklokal der Vorwärts" auswird, seit Einführung der obligatorischen Fleischbeschau wesentlich demokraten das feineswegs, da das Bedürfnis nach Auslandsprodutten lag, erging er sich über dies Blatt in abfälligen und wegwerfenden zurüdgegangen feien. vorhanden ist. Da ist eben Aufgabe der Regierung, für Dedung des Nebensarten. Wo ein solches Blatt ausliege, dürften seine Lente" # nicht verkehren, fagte er zu dem Schankwirt und suchte den und hatte den betreffenden Postschein vorgelegt. Angeklagter alsdann sollen mit der Tiergarten- Verwaltung Verhandlungen darMann zu veranlassen, daß er den Vorwärts" abschaffe und v. Egloffstein blieb dabei, daß er nicht gewußt habe, daß über angeknüpft werden, ob dieselbe gegen das Projekt Einwendungen die Märkische Volts Zeitung" bestelle. Um keinen Schaden Schachtel nicht verfügungsberechtigt sei, bestritt auch, von zu erheben habe. eidet wurden. M ein nur " " " Herr Renz habe die Wechsel einlösen müssen. Letzterer sei überhaupt 1 " " 1 Tohales. Der Vorstand. Die Grundbefizer- Vereine hatten zu haben, gab der Wirt dem unaufhörlichen Drängen des Groß nach. Juhasz einen eingeschriebenen Brief mit dem angeblichen Inhalt ers Hatte der Wirt mun geglaubt, daß er durch die bei ihm verkehrenden halten zu haben und hielt den vorgelegten Postschein nicht für Bauarbeiter ein leidliches Geschäft machen würde, so sah er sich in beweiskräftig, da dieser nicht beweise, daß gerade Herr Juhasz feinen Hoffnungen arg getäuscht. Der Polier Groß gab sich bald einen Brief erhalten habe, in welchem nichts weiter stand, als daß Arbeiter Bildungsschule. Donnerstag, den 20. April: Medeals ein Mann zu erkennen, der gern erntet, wo er nicht gefät hat. dieser ihn sprechen wolle. Als Novum tritt heute Schachtel mit le bung( Referate und Diskussion über wissenschaftliche Thematas, Er verlangte von dem Schankwirt einen Tribut dafür, daß die folgender Behauptung auf: Er habe nach dem Diktat eines Zeugen und zwar volkswirtschaftlichen, gewerkschaftlichen und anderen Inhalts). Arbeiter in dem Lokal des B. verkehrten. Er gab dem Wirt zu Levy an den Grafen Egloffstein einen Brief geschrieben und ihn verstehen, daß dieser ihm nicht nur freie Beche gewähren, sondern darin in schroffer Weise aufgefordert, den Wechsel über 10 000 m. Vortragender: Dr. Alfred Bernstein. Freitag, den 21. April: auch sonstige Vorteile zuwenden müffe. 50 W. müßten wöchentlich herauszugeben, sonst habe er sich die Folgen selbst zuzuschreiben. Geschichte( die deutsche Litteratur in den letzten 50 Jahren). Vorfür ihn( den Polier) abfallen. Da der Wirt in der stillen, verkehrs- Angell. v. Egloffstein giebt zu, einen solchen Brief von Schachtel er- tragender: Schriftsteller Dr. Rudolf Steiner. Die Vorlesungen armen Gegend außer mit den Bauarbeitern kein Geschäft zu machen halten zu haben, bestreitet aber, daß darin von einem fehlenden beginnen um 9 Uhr und enden um 1/211 Uhr. Die Bibliothek in der Lage ist, so sah er sich genötigt, in den fauren Apfel zu Verfügungsrecht irgendwie die Rede gewesen sei. v. E. meint, daß ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beißen. Der Wirt fah nach einigen Wochen ein, daß er unter diesen dies wahrscheinlich der Brief sei, über den Juhasz den Postschein in beträgt monatlich 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach pro Kursus Umständen nicht bestehen könne, er traf also mit dem Polier das Händen habe. Beuge Levy bestätigt, daß Schachtel nach seinem M.( Siehe Lehrplan im Juferatenteil.)- Sonntag, den 7. Mai, abends 7 Uhr, im Hörsaal der„ Urania", Taubenstraße, Vortrag des Abkommen, ihm einen wöchentlichen Tribut von zehn Mark baar Diktat an den Grafen Egloffstein einen Brief des behaupteten In- Herrn Dr. Spieß über Photographieren in natürlichen zu zahlen. Als Groß aber das erste Zehumartstück in der Tasche halts geschrieben und eingeschrieben an den Grafen abgeschickt habe. ar ben( mit Experimenten), und nachfolgender Diskussion. Einlaßhatte, ging er zu einem anderen Schankwirt und zog auch einen Dies fönne am 5. Juli gewesen sein, doch wisse er es nicht. farten à 40 f.( inkl. Garderobe) sind in der Schule an den Teil der Arbeiter dahin." Angell. Graf E. wiederholt immer wieder, daß er nach seiner Meinung Unterrichtsabenden zu haben. Zu allen diesen Veranstaltungen laden Der Angeklagte erbot sich, den Wahrheitsbeweis für seine auf- rechtmäßig über den Wechsel bis zur Höhe von 3000 m. verfügen durfte. wir Genossinnen und Genossen ein und bitten um recht zahlreichen gestellten Behauptungen anzutreten. Zu diesem Zwede hatte sein Herr Juhasz leitete s. 3. die Agentur der„ Wilhelma" in der Friedrich- Besuch. Die Mitglieder werden ersucht, recht rege für die TeilVerteidiger Rechtsanivalt Wolfgang Heine mehrere Beugen ge- straße und es werden einige Beamte der„ Wilhelma" über die laden. Gastwirt Beutler befundet unter seinem Eid, daß Möglichkeit vernommen, daß eine Kopie des angeblich von Juhasz name an den Unterrichtsfächern zu agitieren. der Vorgang, der sich zwischen ihm und dem Polier Groß abgespielt geschriebenen Briefes aus den Akten verschwinden könne. Angeklagter hat, in dem unter Anklage gestellten Artikel des Vorwärts" Graf Egloffstein: Er habe schon im Anfang des Verfahrens Buchdrucker Zwangsinnung. Der Bund Berliner Buchdurchaus richtig geschildert ist. Der Hausdiener den Antrag an den Untersuchungsrichter gerichtet, die auf diesen Fall brudereibesiger", der die Errichtung einer Zwangsinnung für Berlin Hennigs, feiner Zeit bei Beutler in Stellung, erklärt, er habe bezüglichen Briefschaften bei Herrn Juhasz, beschlag beantragt hat, motivierte diesen Antrag unter anderem damit, daß Sennias gehört, daß der Polier Groß am Ladentisch zu Herrn Beutler gejagt nahmen zu lassen, da er ganz genau wisse, keinen derartigen er die Schaffung geregelter Zustände im Lehrlingswesen" anstrebe habe:„ auf einem so großen Bau müßten mindestens Brief von Juhasz erhalten zu haben und wie er Herrn Juhasz und daß er der übermäßig zahlreichen Einstellung" von Lehrlingen fünfzig Mart abfallen. Auch eine Gans oder Ente habe tenne es nicht für unmöglich halte, daß dieser die Briefe ver- steuern wolle. er verlangt. Frau Restaurateur Lehmann aus Rigdorf: Groß hatte schwinden lasse. Zeugin Frau Dietel, die den Salischschen Er hat ferner in seiner„ Entgegnung" auf den Protest der vis- a- vis von unserem Lokal einen Bau aufzuführen. Er bohrte Wechsel über 10000 m. vorübergehend in Händen hatte, bekundet, Berliner Buchdruckereibesizer gegen eine solche Errichtung dem Herrn immer an und wollte haben. Mein Mann sollte zum daß sie eines Tages einen von Juhasz unterschriebenen und von Minister gegenüber behauptet, daß der größte Teil der Protestler sich besten geben. Das Effen bezahlte Groß. Zu einem gewissen einem Angestellten der Wilhelma" Cohn geschriebenen Brief er aus solchen Firmen zusammenseßen, welche sich Verstöße gegen die Lindner sprach er sich aber dahin aus, er müsse Essen und halten habe; darin habe gestanden, daß sofort von dem Wechsel vom„ Bunde" aufgestellten Lehrlingsvorschriften zu schulden kommen Trinken umsonst haben. Eines Sonnabends habe Groß von 5000 an ihn, Juhasz, abzuliefern seien und 3000 m. ließen". In Fachkreisen wußte man von Anfang an, was von diesen ihrem Manne eine Gans erhalten, die er auch ohne zur Schadloshaltung von Egloffstein zu dienen hätten. Gegen die Versicherungen des Bundes zu halten sei und erkannte gar bald den Bedenken genommen habe. Am darauffolgenden Sonnabend habe Glaubwürdigkeit des Herrn Juhasz werden noch mehrere Zeugen Endzweck, alle Buchdruckereien mit Beiträgen zur Zwangsimmung Groß auf ein Packet deutend gefragt- ob das sein vernommen. Schneidermeister Sumar bekimdet: er habe Herrn heranzuziehen. Für weitere Kreise jedoch dürfte eine ZusammenBadet wäre! Ihr Mann habe aber nichts mehr gegeben. Nach Juhasz verschiedentlich aus Verlegenheit geholfen, und als er ihm stellung aufklärend wirken, welche der Correspondent für Deutschlands fünfwöchentlichem Verkehr gingen die Arbeiter zu einem anderen eines Tages eine darauf bezügliche Bitte abschlagen wollte, habe Buchdrucker und Schriftgießer", ein Organ der Gehilfenschaft, verRestaurateur. Der nächste Zeuge Restaurateur 3rrgang: Groß Herr Juhasz feine Hand auf den Kopf seines Sohnes gelegt und öffentlicht. Nach derselben haben in Berlin im ganzen 52 Firmen sei mit dem Gastwirth Lehmann in Streit geraten in feierlichstem Tone gesagt: Derselbe solle erblinden und gegen die von den Gehilfen anerkannte Lehrlingsstala verstoßent, sie haben und deshalb zu ihm gekommen. Ich fragte den Polier Groß, wie trumm und lahm werden, wenn er das Geld nicht nach um insgesamt 90 Lehrlinge mehr eingestellt, als sie nach dieser Skala es mit den Marken wäre( das heißt mit den Prozenten), drei Monaten zurückgäbe. Er hat ihn aber schließlich verttagen hätten einstellen dürfen. worauf er erwiderte: Wo ich früher verkehrte, habe müssen. Zeuge Troplowig will durch Herrn Juhasz um Geradezu niederschmetternd für den Bund" ist es aber, wie sich ich für Mittagessen überhaupt nichts bezahlt" 80 000 Mart geschädigt worden sein. Er habe Herrn Juhasz diese Kontraventionen, Lehrlingszüchterei" benannt, verteilen: Ich tassierte mittags von Groß wohl auch ein, gab ihm aber nicht verklagt, weil derselbe unpfändbar fei. Zeuge Rechts- Von den in Berlin bestehenden 436 Buchdruckereibetrieben gedes Sonnabends das Geld wieder zurü d. In der anwalt Dr. Rosenstod: Er sei Vormund des Cirkusdirektors hören 117 zum Bunde", 319 find Nichtbundesmitglieder. Von den ersten Zeit gab ich alles zurüd, später nur 3 M. Ernst Renz und sei bei der Regulierung voit dessen 117 Bundesdruckereien haben nun 28, also 233/4 Proz.! aller MitDies die wesentlichsten Aussagen der Zeugen, die sämtlich ver- Angelegenheiten wiederholt auf die Spuren des Herrn Juhasz ge- glieder gegen die Lehrlingsstala verstoßen, von Nichtbundesmitgliedern stoßen, so beispielsweise bei einem schon Jahre zurückliegenden find es bagegen nur 24, also taum 8 Proz. Maurerpolier Groß erklärte auf sämtliche Fragen des Gerichts- Geschäft, welches Ernst Renz mit ihm gemacht habe. Herr Juhasz Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß sich unter vorsitzenden Amtsgerichtsrath had, daß er stets und ständig" habe mit ihm damals ein Geschäft gemacht, welches bei ihm typisch den Mitgliedern des Bundes", die gegen die Lehrlingsstala verstoßen alles bezahlt habe. Er wiederholte dies stets und ständig" so oft, sei: Er wolle den jungen Leuten Geld verschaffen, wenn sie eine haben, der Bundesvorsißende selbst und zwar mit 3 Lehrdaß selbst der Vorsitzende darüber unwillig wurde. Aber auch Lebensversicherungs- Police nehmen. Die erste Lebens- lingen befindet, dann noch weitere 3 Vorstandsmitglieder mit 8 Lehrzur weiteren Charakteristik des Herrn Groß sei hier bemerkt, versicherungs- Prämie pflege er ihnen dann auf Wechsel zu diskontieren lingen, zusammen also 4 Vorstandsmitglieder des Bundes" mit daß er den Zeugen Hennigs in öffentlicher Verhandlung be- und diese Wechsel werden dann sein Eigentum, weil ihm die erste einem Zuviel von 11 Lehrlingen, d. h. jeder dieser Vorstandsmit schuldigte, dieser habe ihm sein Weißbierglas gestohlen. Brämie als Vermittelungs- Police zustehe. Es sei auch jezt bei den glieder hat im Durschnitt fast 3 Lehrlinge zu viel eingestellt. Die Der noch jugendliche Hausdiener, der die Pflicht hatte, Flaschen und vielen Geschäften, die mit Hrn. Nenz gemacht werden, Hr. Juhasz Bundesmitglieder 2, der Vorstand 3- so will's die Ordnung, so Geschirr auf dem Bau zusammenzusuchen, und dem in der Mitnahme in einem Falle beteiligt. Er habe Herrn Ernst Renz ein will's das Recht. dieses Glases doch Irrtum unterlaufen fein Rittergut verkauft, wofür Herr Juhasz 8000 m. bar Unter diesen Umständen kann man dem Bunde" wohl glauben, fann, mag sich bei dem Maurerpolier Groß fir dies als Anzahlung erhalten hatte. Herr Renz habe dann auch daß er von den schlechten Verhältnissen" im Lehrlingswesen vollKompliment bedanken. Der Zeugin Frau Lehmann, deren Mann vor Wechsel ausstellen müssen bis zur Gesamthöhe von 45 000 W., kommen überzeugt ist, die vorstehenden Zahlen zeigen aber auch, wie etwa 6 Wochen gestorben ist, schleuderte der gekränkte Polier er habe das Gut niemals gefehen und niemals wenig gerade er zur Schaffung geregelter Zustände im Lehrlingsbei ihren zeugeneidlichen Aussagen die Worte ins Geficht: Ach was, betreten und Herr Juhasz habe das Gut schließlich für ein wesen" berufen ist. Ihr Mann war ein roher Patron.(!) So, damit wissen unsere Leser, Butterbrot, d. h. für die darauf haftende hypothet, verkauft und Neue Bestimmungen betreffend die Untersuchung gesund= wer der Maurerpolier Groß ist. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen beantragte der Ver- das Opfer sonderbarer Geschäfte geworden, man habe ihm Tattersheitsschädlicher Wohnungen. treter des Klägers, Rechtsanwalt Modler, die Bestrafung des jäle, Cirkusgebäude, Rittergüter u. f. w. verkauft; nachdem für sich bekanntlich schon verschiedentlich bemüht, die Behörden zu verAngeklagten. Der Artikel stelle den Polier Groß als einen Vampir te novation 2c. Gelder hineingesteckt worden, haben die Verkäufer anlassen, daß falls Wohnungen auf ihre Gesundheitsschädlichkeit der gefährlichsten Sorte dar, der seine Mitmenschen in der scham- die Objekte, die nun einen wesentlich höheren Wert hatten, billig untersucht werden sollen, der Kreisphysikus auch die Ursache der Gelosesten Weise aussauge. Was Groß gethan habe, sei allgemein zurück bekommen und Ernst Renz sei den Leuten 1 500 000 Mart ſundheitsschädlichkeit feststelle. Auf eine Betition des Grundbefizer schuldig geblieben. Die als Zeugen vernommenen Rechtsanwälte Vereins Süden hat nach Unterhandlung mit dem BorfizenIn längeren Ausführungen wandte fich Rechsanwalt Wolf- Gefchte und Justizrat Rosenbaum stellen aus ihren anwalt den, Herrn Hermann Schulz, der Polizeipräsident jest be gang eine gegen diese Auffassung. Wenn es wahr sei, daß die lichen Erfahrungen Herrn Juhasz auch kein günstiges Zeugnis aus. stimmt, daß fernerhin die Untersuchung von Wohnungen auf ihre vom Kläger geübte Pragis Sitte und Gebrauch ist, dann gebühre Zeuge Juhasz bestreitet zunächst seines Wissens, einen Brief Gesundheitsschädlichkeit von dem Kreisphyfifus im Beisein des Hausseinem Mandanten Anerkennung, wenn er rücksichtslos gegen geschrieben zu haben, der den von Frau Dietel behaupteten Inhalt besizers geschehen muß und auch die Baukommission eine derartige Zustände ankämpfe. Die Beweisführung der Wahrheit sei gehabt habe. Ebenso bestreitet er, daß der von ihm dem Unter- Besichtigung vorzunehmen habe, um die Ursache der Gesundheitsvollständig gelungen. Auch sonst enthalte der Artikel keine formellen fuchungsrichter vorgelegte Posteinlieferungsschein derjenige sei, den schädlichkeit festzustellen resp. durch wessen Verschulden die Wohnung Beleidigungen und er erwarte die Freisprechung des Angeklagten. der Angeklagte Schachtel für den von diesem eingelieferten gesundheitsschädlich geworden ist. Uns will scheinen, daß ein EntDer Gerichtshof verurteilte unseren verantwortlichen Redacteur Brief erhalten habe. Der Zenge verbleibt auch heute gegenkommen den Mietern gegenüber eher am Blaze gewesen zu 30 M. Geldstrafe. Der Artikel enthalte formelle Beleidigungen. dabei, daß merkwürdigerweise die aufwäre. Wer da weiß, mit welchen Umständen und Geldkosten es Auch sei nicht dargethan, daß Groß die übrigen Gäste Herrn v. Eglofffiein bezüglichen Schriftstücke aus seinen Privat- verknüpft ist, aus einer gesundheitsschädlichen Wohnung herausaus dem Lokal Beutlers mit fortgezogen habe. Dagegen er aften verschwunden seien. Er habe in der Zeitung zukommen, wird uns beipflichten. achtete der Gerichtshof den Beweis dafür erbracht, daß der gelesen, daß hier der Prinz Neuß gegen ihn ausgespielt werden solle. Auf dem städtischen Schlachthof sind im Monat März dieses Maurerpolier Groß nicht nur bares Geld, sondern auch Speisen und Er habe von dem Prinzen Reuß 125 000 M. zu fordern, die er ein- Jahres 66 377 Schweine( gegen 58 023 im März 1898) untersucht Getränke von Beutler verlangt und angenommen habe. Der Privat- geklagt habe, bis zum Kammergericht habe er gewonnen und dann worden. Davon find 8 Stück wegen Trichinen und 29 Stüd wegen fläger habe selbst zugegeben, ein Zehnmarkstück von Beutler erhalten sei der Prinz plötzlich für geistestrant erklärt worden. Auch bei dem Finnen als zur menschlichen Nahrung ungeeignet zurückgewiesen Er habe das worden. zu haben. Aber auch namentlich das Zeugnis der Frau Lehmann Geschäft mit Ernst Renz habe nur er Geld verloren. Tasse erkennen, daß Groß derartige Berlangen auch an andere Gut auch gar nicht an Renz verkauft, sondern an seinen GeneralEin schweres Brandunglück, dem zwei Menschenleben zum Restaurateure gestellt habe. Solchen verderblichen Mißständen, bevollmächtigten und Socius Hundrieser. die dazu führen, daß die in Frage kommenden Der Staatsanwalt hielt die Anklage im ersten Umfange auf Opfer gefallen sind, hat sich in der Nacht zum Sonntag in dem Gastwirte sich wiederum an ihren Gästen schad recht und beantragte dasselbe Strafmaß wie im vorigen Termin Hause Luisenstr. 21 zugetragen. Hier hat im zweiten Stock des Tos halten, müsse mit aller Entschiedenheit( v. Egloffstein 2 Jahre, Schachtel 2 Jahre 3 Monate und Dietel Seitenflügels der Schneidermeister F. Felsmann eine Wohnung entgegen getreten werden. Dies habe der Angeflagte 9 Monate Gefängnis, außerdem beziehungsweise 2 Jahre, 3 Jahre von zwei Stuben und Küche inne. Die größere Stube diente als aber nur im Auge gehabt und sei deshalb nur auf eine gelinde und 2 Fahre Ehrverluft). Die Verteidiger beantragten wiederum Arbeitsraum für Felsmann und seine Gesellen und zugleich als WohnStrafe wegen der im Artikel enthaltenen formell beleidigenden aus rechtlichen und fachlichen Gründen die Freisprechung, wobei und Schlafzimmer für die Familie, während die kleinere, die einen beRedewendungen erkannt worden. besonders die Glaubwürdigkeit des Zeugen Juhasz angefochten wurde. sonderen Aufgang hat, von einem Schlafburschen bewohnt wird. Am Insbesondere wurde aus des letteren Kopierbuch noch ein Brief Sonnabendabend ging Felsmann mit einem seiner Gesellen um 10 Uhr vom 15. Juli vorgebracht, in welchem Herr Juhasz den Angeklagten in die Versammlung eines polnischen Vereins, dem er angehört. Der Schachtel etwas dringend um die Herausgabe des Wechsels ersucht. Schlafbursche war auch ausgegangen, die am 7. Juni 1874 zu Es geht daraus hervor so behauptet die Verteidigung daß Wongrowig geborene Frau Anna Felsmann geb. Kokolowska blieb Herr Juhasz am 15. Juli noch nicht gewußt, an wen Schachtel den mit ihrem am 22. November vorigen Jahres geborenen Töchterchen Wechsel gegeben, so daß hiermit die Behauptung nicht zu vereinigen Maria Victoria allein in der Wohnung zurüd. Vor der 7. Straffammer des Landgerichts I wurden die am wäre, daß er schon am 5. Juli an den Angeklagten Grafen von kam der Schlafbursche nach Hause. Frau Felsmann war noch Freitag auf gestern vertagten Verhandlungen in dem oben be Egloffftein den streitigen Brief abgesandt haben könne. Nach ein auf und sprach noch durch die Thür mit ihm. Dann ging die zeichneten Prozesse wieder aufgenommen. Den Vorfiz führte stündiger Beratung verkündete der Vorsitzende das Urteil des Gerichts Frau vom Wohnzimmer in die Küche, um dem Kinde, das unruhig wiederum Landgerichtsdirektor Voigt, die Anklage vertritt Staats- dahin, daß der Angeklagte Schachtel wegen Unterschlagung geworden war, etwas Milch zurecht zu machen. Der Schlafbursche Frau Felsmann anwalt Fiebry, die Verteidigung führen die Rechtsanwälte und Untreue in zwei Fällen zu ein Jahr drei Monaten legte sich zur Ruhe und schlief sofort ein. Dr. Halpert, Dr. Davidsohn und Dr. Hugo Marcuse. Gefängnis und 2 Jahren Ehrverlust, Dietel wegen Beihilfe zum stellte die Milch aufs Feuer und legte zugleich einige Windeln Am 7. d. M. war, woran erinnert werden mag, die Verkündigung Betruge zu 4 Monaten Gefängnis und der Angeklagte zum Trocknen auf die Maschine, dann setzte sie sich auf die des Urteils auf den 14. d. M. vertagt worden, am Freitag wurde von und zu Egloffstein wegen Betruges in zwei Fällen zu Küchenbant. Neben ihr stand auf dem Tisch die brennende Lampe, dann die weitere Verhandlung auf gestern vertagt, da die Ver- 9 Monaten Gefängnis zu verurteilen sei. Bei Schachtel und eine Schneiderlampe ohne Fuß, ein Petroleumbehälter mit Cylinder teidigung beantragt hatte, zur Erschütterung der Glaubwürdigkeit Graf Egloffstein wurden je 2 Monate auf die Untersuchungshaft an- und Schirm in einem Drahtgestell. Die Frau, die auf das Kochen des Belastungszeugen Herrn Juhasz die Vorladung mehrerer gerechnet. Ein Antrag auf Haftentlassung des Angeklagten Schachtel der Milch wartete, muß bald eingeschlafen sein und im Schlafe die Rechtsanwälte zu beschließen. Diesem Antrage hatte der Gerichts- wurde abgelehnt, ein gleicher Antrag bezüglich des Angeklagten Lampe vom Tische gestoßen haben. Der Behälter ging in Etüde, hof entsprochen. Zum gestrigen Termine sind deshalb außer Grafen v. Egloffstein, der mit dessen Gesundheitszustand begründet das ausfließende Petroleum fing Feuer und setzte auf dem Boden anderen Beugen auch die Rechtsanwälte Geschte, Jansen, wurde, wurde gleichfalls abgelehnt. liegende Beugreste in Brand. Diese wieder entzündeten die von der Maschine herabhängenden Windeln und die Kleider der Dr. Rosenstock und Justizrat Rosenbaum geladen, auf andere, die schlafenden Frau. Der Qualm, der sich start entwidelte, betäubte ihre Aussage verweigert haben, verzichtet die Verteidigung. Nach die Frau, so daß sie ohnmächtig zusammenbrach, mit dem Kopf $ 267 St.-P.-O. tann zwar eine Urteilsverkündigung bis auf spätestens ant sich eine Scheibe des Küchenspindes einschlug und eine Woche nach dem Schlusse der Verhandlung ausgesetzt werden, Schläfe verwundete. Hilflos lag sie nun auf der Bank mit dem nach§ 228 muß aber eine unterbrochene Hauptverhandlung spätestens am vierten Tage nach der Unterbrechung fortgesetzt werden, widrigen- Die städtische Gasdeputation hielt gestern unter Vorsitz des Stopf in der zertrümmerten Scheibe. Der Qualm drang von der falls mit dem Verfahren von neuem zu beginnen ist. Der Gerichts- Stadtraths Namslau eine Sigung ab, in welcher das vom Stadt- Küche in das Wohnzimmer. Das Kind, das hier in seinem Wagen hof befindet sich daher in der Notlage, noch einmal die ganze Ver- elettriter Dr. Stallmann ausgearbeitete Projett zur elet lag, begann zu schreien. Die Nachbarn vernahmen es, dachten sich Handlung von Anfang an zu wiederholen. Die Beweisaufnahme trischen Beleuchtung des Tiergartens zur Kenntnis- aber nichts dabei, da es öfter bortam. Der Schlafbursche hörte er Tag im ersten festen Schlafe. Bald verstummte ergiebt bezüglich der der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen nahme vorlag. Das Projekt umfaßt 16 Alleen, welche durch 282 nichts, Inzwischen schwelte das Feuer, das nichts Neues. Längere Zeit beansprucht noch einmal der Fall, in elektrische Bogenlampen erleuchtet werden sollen. Es wurde eine auch das Kind wieder. welchem es sich um den Wechsel des v. Salisch über 10000 m. handelt, Unterkommission bestehend aus den Stadtv. Deter, Jacobi und Lüben auch die Bank und das Spind ergriffen hatte, weiter. Zehn den Juhasz durch Vermittelung des Angeklagten Schachtel diskontieren sowie dem Bürgerdeputierten Silbermann unter Hinzuziehung des Minuten nach 2 Uhr fehrte Felsmann aus der Versammlung wollte und der dann durch den Grafen v. Egloffftein begeben worden ist. Dr. Kallmann eingefeßt, welche das Projekt prüfen und event. die nach Hause zurück. Er klopfte an die Korridorthür, erhielt aber Zeuge Juhasz hatte im vorlegten Termin behauptet, daß er dem Grafen Wege auszusuchen hat, bei denen ein wirkliches Bedürfniß der feine Antwort. Da er glaubte, daß seine Frau schlafe, wollte er Egloffftein seiner Zeit mittels eingeschriebenen Briefes mitgeteilt elektrischen Beleuchtung vorliegt. Nach Berichterstattung der sie nicht stören, sondern ging über den zweiten Aufgang nach der habe, daß Schachtel tein Verfügungsrecht über den Wechsel habe Unterkommission wird die Deputation ihre Beschlüsse fassen und Stube des Schlafburschen, um sich von diesem aufschließen zu lassen, üblich. Prozeß Schachtel, Dietel und v. Egloffstein. # Kommunales. gesamten Um Mitternacht der *) Weizen *) Roggen Marktpreise von Berlin am 15. April 1899 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 1 kg 1,60 1,20 1,80 1, 1,60 1, 2,60 2, 15,80 14,60 Schweinefleisch 14,35 13,50 Kalbfleisch " 13,- 12,60 Hammelfleisch Hafer gut 15,40 14,90 Butter " " " mittel gering Richtstroh Heu 14,80 14,20 Gier, 60 Stüd 3,60 2,40 14,10 13,60 Karpfen 1 kg 2,20 4,16 3,60 Aale 3,- 1,80 6,90 4,50 Bander " 2,60 1, 40, 25, Hechte 50, 25, Barsche 70, 30, Schleie 6, 4,- Bleie 1,60 1,20 Krebse per Schock 88111 2,-1,20 1,60 0,80 2,80 1,20 " 1,40 0,80 12, 3, Er fand die Thür unverschlossen und ging nun, da er den Qualm straße 57, zu Ehren des Protettors Herrn Kainz vor deffen Abgang nach spürte, so schnell wie möglich nach seiner Wohnstube. Sobald er der Wiener Hofburg eine Abschiedsfeier unter Mitwirkung erster Berliner die Thür aufmachte, schlug ihm der Qualm entgegen. In der Künstler. Eintrittskarten und Einladungen sind durch Bote u. Bock, LeipJm Deutschen Theater werden am Dunkelheit tastete er er fich zum Kinderwagen durch und riß feinigerstraße 37, zu beziehen. Freitag neu einstudiert Sudermanns Morituri" gegeben; die Balthilda in Töchterchen heraus. Dann ging er an das Bett seiner Frau. Teja" spielt zum erstenmal Elise Heims, die Agnes in Frischen" Lotti Gutter- Gerste Als er es leer fand, schlug er Lärm. Der Schlafbursche und Nach: Sarrow; Luise von Pöllniz spielt die Majorin; Gisela Schneider die barn kamen nun herbeigelaufen und machten Licht. Nun fand man Sönigin und Bruno Bilner den Kammerdiener im„ Ewig- Männlichen"; die Frau in der Küche. Sie saß in der beschriebenen Lage, Josef Kainz spielt den Teja, das Frißchen und den Maler im„ Ewigentsetzlich verbrannt und tot. Das schwelende Feuer hatte ihr die Männlichen“. Kleider auf dem Leibe verzehrt, Haut und Fleisch waren fast am Feuerbericht. Eine Reihe kleinerer Brände hatte die Feuer- Erbsen ganzen Körper verkohlt. Nachbarn holten die Polizei. Da das Kind wehr seit Sonnabendabend abzulöschen. Montag früh 4 Uhr wurde Speisebohnen noch warm war und zu leben schien, eilte Felsmann in Begleitung fie nach dem Graunstr. 31 belegenen St. Afra- Stift gerufen, wo einſen eines Schuhmanns mit ihm nach der Charitee. Ein Arzt bemühte aus nicht ermittelter Ursache der Fußboden und die Balkenlage in Rindfleisch, Keule 1kg sich eine halbe Stunde lang, die Kleine ins Leben zurüdzurufen, Brand geraten war. Auch verschiedene Wirtschaftsgegenstände wurden hatte aber keinen Erfolg; er konnte schließlich nur den Tod fest- beschädigt. Die Wehr beseitigte nach kurzer Zeit die Gefahr. Bald stellen. Man brachte die Leiche in die Wohnung zurück und von darauf erfolgte ein Alarm nach der Köpenicker Landstr. 24. dort später mit der der Mutter zusammen nach dem Schauhauſe. Hier hatte Schmieröl in einer Fabrik Feuer gefangen. Am SonnDie Zwangs Jnnung für das Sattler-, Riemer- und tage gingen höchste str. 50 Betten und Straßburger str. 24 Täschner- Handwerk ist am 1. April ins Leben getreten. Sie er- Möbel und Kleider in Flammen auf. Dasselbe war der Fall bei Produktenbörse am Montag. Hafer und Mais wenig verändert. streckt sich auf die Bezirke der Gemeinden Berlin, Blumberg, einem Brande, der Köpenider str. 22 beseitigt werden mußte. Rüböl still. Am Spiritusmarkt zeigte sich rege Kauflust, der nur Charlottenburg, Lichtenberg( mit Friedrichsberg), Friedrichshagen, Aus unbedeutender Veranlassung erfolgte ein Ausrücken nach geringe Locozufuhr gegenüberstand, die Tendenz blieb fest. Angeboten Großbeeren, Mahlsdorf, Mariendorf, Marienfelde, Marzahn, Mühlen- Brunnenstr. 144. In der vorhergehenden Nacht mußte waren 160 000 Liter 70er Ware, die mit 40,50 m.(+0,30 m.) Käufer beck, Nieder- Schönhausen, Pankow, Reinickendorf, Rigdorf, Rummels Cothenius str. 19 ein Zimmerbrand abgelöscht werden, der durch fanden. 50er Spiritus nicht zugeführt. Termine fester und 10 Pf. anziehend. burg, Schöneberg, Segefeld, Steglitz, Stralau, Teltow, Tegel, eine umgefallene Petroleumlampe verursacht war und mehrere Möbel- 100 g. 20,25 M., Prima trodene Kartoffelstärke per 100 g. 20,25 M., Kartoffelfabrikate. Berlin, 17. April. Prima Kartoffelmehl per Trebbin, Vogelsdorf, Weißenfee, Deutsch- Wilmersdorf und Zehlen- ftüde beschädigte. Kurz vorher wurde Wedding str. 1a ein Posten Feuchte Kartoffelstärte per 100 g. 10,30. dorf. Die konstituierende Generalversammlung der neuen Zwangs- Watte auf einem Hängeboden eingeäschert. Innung findet am 25. April, nachmittags 4 Uhr, im Bürgersaale des Berlinischen Rathauses statt. = Der Kaiser alarmierte Heute Mittag gegen 1 Uhr die gesamte Berliner Garnison nach dem Tempelhofer Felde. Die langen Reihen der Soldatenzüge Hemmten den gerade zur Mittagszeit besonders lebhaften Straßenverkehr in empfindlichster Weise. Bei dem Exerzieren stürzte auf dem Tempelhofer Felde ein Oberleutnant v. Groote vom Augusta- Regiment mit dem Pferde und zog sich einen Rippenbruch und eine Körperverlegung zu. Der Berunglückte wurde in einer Droschte nach dem Garnisonlazarett II in Tempelhof gebracht. " do. Bauch 1,20 1, schaftskammer *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirt: für den Doppel- Centner. Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium †) Kleinhandelspreise. # 1 Gerichts- Beitung. Auf dem Potsdamer Platz wurde Sonntagvormittag der Aus den Nachbarorten. Ein Eifersuchtsdrama fand gestern vor dem Schwurgericht Dienstmann August Schädel totgefahren, der am Lichtenberg- Friedrichsberg. Am Donnerstagabend 81/2 Uhr des Landgerichts I feinen gerichtlichen Abschluß. Aus der Unters Schöneberger- Ufer 31 wohnte. Schädel hatte seit Jahren seinen findet bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120, eine Bolts verfuchungshaft wurde die 20jährige unverehelichte Emina Dally Stand an dem Blaze, auf dem er mun seinen Tod fand. bersuchten Mordes beschuldigt war. einen Fahrdamm überschreiten wollte, faßte ihn eine Anzeigerdroschfe wird. Man wolle für die Versammlung rege agitieren. roche ammlung statt, in der Genosse Liebknecht das Referat halten vorgeführt wurde die 20jährige unverchelichte Emma Dally Die Angeklagte ist eine zierlich gebaute Person mit einem des Fuhrherrn Albert Weiß, ging über ihn hinweg und richtete ihn Der Vertrauensmann. feingeschnittenen hübschen Gesicht und fajt noch findlichen furchtbar zu. Mit einem Bruch des Schädels, des Beckens und Sie ist in dem Sumpf der Großstadt unters Wegen bedeutender Unterschlagungen hat die Charlotten- Zügen. eines Oberschenkels wurde der Verunglückte durch einen Schuhmann burger Striminalpolizei den Prokuristen B. Hartmann aus der Kaiser gegangen. In ihrem 17. Lebensjahre kam fie nach Berlin. des 33. Reviers in ein Krankenhaus gebracht. Hier starb er nach Friedrichstr. 84 verhaftet. furzer Zeit. Hartmann steht erst im Anfang der Sie fand bald einen Dienst. entlief aber ihrer Herrschaft. dreißiger Jahre und war bereits seit dem Jahre 1890 in der Nutz- Sie wurde hierfür mit einer Geldstrafe belegt. Es wurde ihr leicht, und Brennholz- Großhandlung des Hoflieferanten Wegner am Tegeler in einer Fabrit Arbeit zu finden; sie gab diese aber wieder auf und Weg Nr. 4 angestellt. Wie sich jetzt herausstellte, hat er das Ver- bald gehörte sie zu den Dirnen, die abends spät auf den Straßen trauen, das er genoß, schon längere Zeit zu großen Unterschleifen umherstreifen, um Herrenbekanntschaften zu machen. Bei einer solchen mißbraucht. Gelegenheit lernte sie den Ingenieur W. fennen. Es entspann fich zivischen ihnen ein Verhältnis, welches jeden ethischen Beigeschmacks Beim Aufsteigen auf einen elektrischen Straßenbahnwagen entbehrte. ist Sonntagmittag unt 12 Uhr der Schußmann Brechmann aus tiefere Neigung zu ihm gewonnen, strebte Als W. aber bemerkte, daß die Angeklagte eine er danach, das der Schillerstraße 79 zu Charlottenburg schwer verunglückt. Brech- Verhältnis zu ihr zu lösen. Er lehnte in einem Brief fernere Zumann, ein junger Beamter, der erst seit furzer Zeit Probedienst leistet, sammenkünfte mit ihr ab unter dem Vorgeben, daß er heiraten wollte an der Goethestraße während der Fahrt auf die vordere Platt- wolle. Die Angeklagte versuchte wiederholt, Zutritt zu der in der form eines Wagens der Linie Charlottenburger Amtsgericht- Scharren Chausseestraße gelegenen Wohnung des W. zu erlangen, die Wirtin Schwer verletzt wurde von einem sogenannten„ Leichen Am Abende des. fledderer" in der Nacht zum Sonntag in der Stalizerstraße der Straße aufspringen, kam zu Falle und geriet mit dem linken Fuß des W. war aber unterrichtet und wies fie fort. 19 Jahre alte Mechaniker Willy Müller, der bei seinem Vater, dem unter die Räder. Das Vorderrad schnitt ihm drei Zehen ab, das 31. Januar traf die Angeklagte den W. auf der Straße, wobei er Bildhauer Müller, in der Reichenbergerstr. 15 wohnt. Der junge unglückte, der in das Charlottenburger Strantenhaus gebracht wurde, Am folgenden Tage taufte die Angeklagte einen fünfläufigen Revolver Hinterrad zermalmte ihm dann noch den ganzen Fuß. Der Ver- aussprach, daß er den Verkehr mit ihr unwiderruflich aufgeben müsse. Mann ging am Sonnabendabend zu seiner Taute, einer GastWie sie vor den Geschworenen angab, will sie das wirtin in der Wrangelstr. 92, um ihr im Geschäfte zu helfen. Erst wird dauernd ein Krüppel bleiben. Er ist verheiratet und Vater von nebst Patronen. mals die Absicht gehabt haben, sich vor den Augen des Geliebten spät nach Schluß des Geschäftes machte er sich auf den Heimweg. zwei kleinen Kindern. Müde und wohl auch etwas angetrunken, setzte er sich in der Staliger Durch Ueberfahren schwer verlegt wurde gestern Nachmittag zu erschießen. Sie hielt sich des Abends in der Nähe seiner Wohnung straße auf eine Bant, um etwas auszuruhen. Kaum war er leicht vor dem Hause Spandauerstr. 5 zu Charlottenburg der 5 Jahre auf. Am Abende des 3. Februar schlich sie sich ins Wohnzimmer. eingeschlafen, da weďte ihn ein Strolch, der ihn wohl hatte, flebbern" alte Pförtnerjohn Paul Hante. Ein Bierwagen der Firma Wahl Die Angeklagte entledigte sich ihrer Oberkleider und Stiefel, die sie wollen, und forderte ihn auf, acht Mart, die er ihm schon lange u. Comp. ging ihm über den Leib und die Oberschenkel. unter dem Sofa verbarg, sie selbst fauerte sich hinter dem erhöhten schulde, endlich wiederzugeben. Müller entgegnete dem Kert erstaunt, Kopfende nieder, bedeckte sich mit einer Decke und wartete so, daß er ihn nicht kenne und ihm jedenfalls nichts schuldig sei. Sofort Grünau. Am Sonntag gegen 7 Uhr abends stürzte sich eine bis W. nach Hause kam. Dies geschah gegen 13/4 Uhr. 2. begab sich aber packte ihn der Strolch, riß ihm seinen Ueberzieher vom Arm, Dante von ungefähr 40 Jahren in der Nähe des Gesellschaftshauses ahnungslos durch sein Wohnzimmer nach dem Kabinett, entkleidete zog ihn blitzschnell an und wollte davonlaufen. Müller hielt den in die Dahme. Sie wurde bald gerettet und unter Leitung des sich und legte sich schlafen. Die Angeklagte verharrte in ihrem VerRäuber fest und rief um Hilfe. Als der Strolch sah, daß Leute Gendarmen nach dem Sprizenhause gebracht, wo sofort wieder- steck bis morgens 6 Uhr. Dann erhob sie sich leise und begab sich. herankamen, riß er sich los, zog sein Messer und stieß es von hinten belebungsversuche angestellt wurden, die auch von Erfolg getrönt den Revolver in der Rechten, ins Nebenzimmer. Erst beim Anblide feitwärts Müller in den Hals, um dann zu entfliehen. Es hatte waren. Auf Befragen gab sie an, die Frau des Rektors 3. aus des Schlafenden will ihr der Gedante gekommen sein, erst W. und fich aber schon ein Auflauf gebildet. Die Helfer hielten den Räuber Berlin zu sein. Sie habe ihren Mann von ihrem Vorhaben be- dann sich selbst zu erschießen. Sie hielt den Revolver etwa zehn vom Kopfe des Schlafenden ab und drückte fest und übergaben ihn den Schuhmännern, die auf das Hilfegeschrei nachrichtigt. Gegen 9 Uhr erschien auch Herr 3. und nahm seine Centimeter ebenfalls herbeigelaufen famen. Während die Beamten ihn ab- inzwischen mit trodenen Kleidern versehene Frau in Empfang. dreimal ab. mit in a. 28. sprang entfekt aus dem Bette, er hatte führten, brachte man den Schwerverletzten auf die Rettungswache Frau 8. soll an Wahnvorstellungen leiden und schon einen Selbst das Gefühl, als sei ihm der Kopf auseinandergespalten. Er sah die halb bekleidete Angeklagte, immer noch den Revolver in der Adalbertstraße 10 und von dort nach Anlegung eines Ver- mord- Verfuch gemacht haben. bandes mit einem Rümpelschen Rettungswagen in das KrankenDer Wassersport hat allem Anfcheine nach auch am Sonntag zum Anschlage in der Rechten haltend, vor sich stehen. Mit schnellem haus am Urban. Der Stich ist gefährlich, da er auch den Kehl- wieder ein Opfer gefordert. Nachmittags gegen 6 Uhr wurde in der Griff pacte er sie am Handgelenk und entwand ihr nach kurzem topf durchbohrt hat. Außerdem hat der Räuber sein Opfer auch Nähe des Terrains der Motorbootsgesellschaft hinter Stralau ein bewohner hinzu, welche für die Fortschaffung der Attentäterin Sorge Ringen die Schußwaffe. Gleich darauf tamen die alarmirten Hausnoch mit Füßen getreten. Der Verhaftete ist ein der Polizei herrenlos treibendes, flaches Ruberboot in der Spree bemerkt und trugen. Zwei Schüsse hatten den Ueberfallenen getroffen, die Kugeln wohlbekannter Raufbold und Fledderer namens Goelte. Er durch Ausflügler ans Land gezogen. In dem Boote, welches etwa Es ist hat jüngst von einem Schußmann einen Säbelhieb über den Kopf zur Hälfte mit Wasser gefüllt war, lag ein schwarzer, weicher hatten aber nur die Stopfhaut an zwei Stellen durchbohrt. erhalten und an dieser Verlegung vor kurzem im Krankenhause ge: Filzhut. Der Eigentümer des Kahnes konnte bisher nicht ermittelt völlige Heilung erfolgt und weitere Nachteile sind für den Berlegten legen. Der Schriftsteller August Wieneke hierselbst bittet, darauf aufmerksam zu machen, daß er mit dem Berichterstatter May Wienede leineswegs identisch ist. werden. werden. nicht zu befürchten. Die Geschworenen verneinten das Moment der Ueberlegung, worauf der Staatsanwalt wegen versuchter Tötung eine 8uch t= hausstrafe von drei Jahren und sechsjährigen Ehrverlust beantragte. Das Urteil lautete dem Antrage gemäß. Friedrich Busse gelangt während der am Montag, den 24. d. M., Der Raubmord: Prozeß wider den Charlottenburger Barbier beginnenden Schwurgerichts- Periode am Landgericht II unter dem Vorsiz des Landgerichts- Direktors Neumann zur Verhandlung. Versammlungen. Eisenbahnzusammenstoß auf Station Grunewald. Gestern früh 13/4 Uhr fuhr auf Station Grunewald der von Potsdam ton mende Güterzug 7543 mit einem Rangierzuge zusammen, wodurch Das Berliner Aquarium hat dem für den Transport empfindlicher See: ein großer Materialschaden verursacht wurde. Menschenleben sind tiere günstiger sich gestaltenden Wetter nun auch ausgiebigere Buführungen, glücklicherweise nicht zu beklagen. Die Schuld an dem Unfalle wird namentlich von Süden her zu danken. So lieferte die Tochteranstalt des dem Führer des Güterzuges, der tros des richtig gestellten HalteAquarium, die zoologische Station in Rovigno, zwanzig Stüd an ver signals die Einfahrt nahm, zugeschrieben. Dieser 90 Achsen starte schiedenen Stellen des adriatischen Meeres gesammelter Serpeln, also fener Bug war voll beladen und wurde von zwei Lokomotiven gezogen. in selbstgebauten, dünnen, 15 bis 20 Centimeter frei aufragenden Röhren Da die Gefahr erst bemerkt wurde, als beide Züge bereits nahe lebenden und ihrer inneren Organisation nach zu der vielföpfigen Klasse der Wurmtiere zählenden Wesen, die durch die zarten, federförmigen, bunt aneinander waren, konnte der Zusammenstoß nicht mehr verfarbigen Siemen, welche in großer Anzahl aus den Röhren hervorragen mieden bor Wenige Schritte dem Zusammenstoß und in Büscheln oder Spiralen aufsteigen, das Entzüden der Besucher rettete sich der Maschinenführer und Heizer des Rangierzuges durch Absprung, da sie sonst unrettbar verloren gewesen wären, Die Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker hielt am Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird diese ganze Woche denn ihre Maschine wurde vorn und hinten eingedrückt. Die Führer noch das Ausstattungsstück„ Das Land der Fiorde, eine Fahrt von Hamburg der anderen beiden Maschinen harrten auf ihrem Posten aus und 12. d. M. eine außerordentliche Versammlung ab, in welcher der bis zum Nordkapp", gegeben. Im Hörsaal werden folgende Vorträge ge- famen mit dem bloßen Schred davon. Die Puffer dieser Maschinen schon in einer vorigen Versammlung festgesette Tarif nochmals behalten werden: Dienstag, Herr Dr. P. Spies Photographie in natürlichen wurden teils verbogen, teils vollständig weggefegt. Schlimmer er- rathen und in etwas veränderter Form angenommen wurde. Farben", Mittwoch, Herr Franz Görke" Unfcre Ostseebäder", Donnerstag, ging es den beladenen Wagen, von denen etwa ein Dußend start Die Arbeiter an Holzbearbeitungs- Maschinen nahmen am Herr Dr. Heilborn„ Samoa", Freitag( zum erstenmale) Herr Dr. P. Spies beschädigt wurden. Einige fuhren vollständig ineinander. Die Auf- Donnerstag in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung einen „ Eine tausendstel Sekunde", Sonnabend, Herr Dr. L. R. Grothe" Von räumungsarbeiten dauerten fast bis Mittag. Während dieser Zeit Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wolfgang eine über Konstantinopel ins Herz Kleinafiens, eine Fahrt auf deutscher Bahn". wurde der Verkehr durch Ueberleitung der einlaufenden Züge auf ein Gewerbeschiedsgerichte entgegen. Nach einem historischen Rückblick Ein nener Kursus im Schreiben auf der Schreibmaschine( System anderes Geleise aufrecht erhalten. auf das Entstehen der gewerblichen Rechtsprechung durch Laienrichter Bar- Lock und Remington) wird in der 7. städtischen Fortbildungsschule für erregen. bou 7 bis 8 Uhr abends im Amtszimmer entgegen. Jünglinge und Männer, Gräfeftr. 85-88, an der Kottbuser Brüde, jezt ein- Groß- Lichterfelde. In der jüngsten Gemeindevertreter- Sigung erörterte der Redner die Vorzüge und Mängel der gegenwärtigen gerichtet. Der Unterricht findet Freitags, abends von 7 bis 9 Uhr wurde über die Aufnahme eines Teils der bereits bewilligten Gewerbegerichtsbarkeit und gab am Schluß seines beifällig aufge= statt. Jedem Teilnehmer werden auf Wunsch noch besondere Uebungs: Anleihe von 311 700 m. Bericht erstattet. Gemeindevorstand nommenen Vortrages der Erwartung Ausdruck, daß es den Wünschen Schulz daß am 1. April ein Betrag von 200 000 M. Anmeldungen nimmt Herr Reftor Falt noch täglich von 12 bis 1 Uhr und dieser Anleihe bei der Kreissparkasse Freienwalde a. D. zu einem welche sich als eine für die Arbeiter segensreiche Einrichtung erwiesen Ein neuer Kursus für Gesekeskunde wird an ber 9. städtischen wurde. Den Reſt mit 111 700 W. ist die Kreissparkasse Freienwalde ſtand nicht. Zinsfuß von 3,9 Proz. und 12 Broz. Amortisation aufgenommen haben, wieder zu beseitigen. Eine Diskussion über den Vortrag entAls Revisoren wurden Franz, Steinborn und Sauer Fortbildungsschule für Jünglinge und Erwachsene am 19. April, abends gewählt. Hinsichtlich der Maifeier wurde nach kurzer Debatte be7 Uhr, eröffnet. Juftizanwärter, Bureaubeamte, Arbeitgeber und Arbeit zu denselben Bedingungen herzugeben erbötig. Der Betrag von nehmer der verschiedensten Gewerbe finden hier unentgeltlich Gelegenheit 200 000 m. soll als erste Rate der Kaufsumme für das zu Riesel- schlossen, am 1. Mai die Arbeit in allen Wertstellen fich unter Leitung eines Juristen die für die verschiedensten Lebensverhältnisse zwecken event. anzutaufende Rittergut Werben bezahlt werden. ruhen zu lassen und sich am Vormittag der Versammlung der betreffenden Industriegruppe anzuschließen. Hierauf debattierte die wünschenswerten juristischen Kenntnisse anzueignen und über specielle Lebens: An Stelle des bisherigen vorfintflutlichen Feuerwehr- Depots soll Versammlung über die in der Gewerkschafts- Kommission gepflogenen vorfälle Aufklärung zu verschaffen. Insbesondere werden folgende Gebiete ein neues errichtet werden. Der Bau dürfte 32-34 000 W. Koſten. Distuffionen, betreffend die Frage des Arbeitsnachweises. Es wurde ausführlich zur Behandlung gelangen: Gewerberecht, Arbeitsvertrag, Der Feuerlöschverein erklärt sich bereit, die von der Gemeinde vor eine Resolution angenommen, worin die Versammlung sich mit der Handels- und Wechselrecht, Arbeiterversicherung, Vormundschaftswesen, zuschießenden Baukosten vollständig zu tragen, und zwar in der Prozeßrecht erichtsverfassung. Anmeldungen, auch für die verschiedensten Weise, daß er auf den jährlichen etatsmäßigen Zuschuß aus Ge- Haltung und Abstimmung des Delegierten ihrer Gewerkschaft hinanderen Lehrfächer, wie Zeichnen, Fachzeichnen, Modellieren, Rechnen, Deutsch, Kaufmännische Korrespondenz, Französisch, Englisch, Buchführung, meindemitteln( 1500 M.) so lange verzichtet, bis die Bausumme ſichtlich der paritätischen Arbeitsnachweise einverstanden erklärt und den Arbeitervertretern im Kuratorium des Centralvereins für Phyfit, Chemie, Stenographie, Maschinenschreiben und Gesang nimmt der gänzlich amortifiert ist. Die Angelegenheit wird vorläufig der Arbeitsnachweis ihre Mißbilligung ausspricht. Herr Dirigent Bagel täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends im Amtszimmer, Bau- und Etatskommission überwiesen. Fruchtstraße 38, II. entgegen. Die Baumblüte in Werder a. W. beginnt sich zu entfalten. firche am Mittwoch, den 19. April, mittags 12 Uhr, unterſtüßen: Fräulein werden im Laufe der Woche ihre weißen Blüten entfalten, so daß Orgel- Konzert. Den Orgelbortrag von Otto Dienel in der Marien Aprikosen und Pfirsiche blühen bereits und die Stirschen und Pflaumen Luise Limar, Frl. Fanny Gerich, Frl. Hanna Kuschel, Frl. Anna Schelle, sich vermutlich am nächsten Sonntag schon auf Werders Bergen die der Violinist Hr. Hans Bussenius und Hr. Robert Schwiesselmann. Auf geführt werden: Duette von Scarlatti und Caminade( Marthe u. Marie), Pracht des jungen Frühlings zu sehen sein wird. Die Parteigenöffen Arien von Bach und Händel, ein Adagio von Merkel und Händels Cargo wollen bei ihren Besuchen beachten, daß uns in Werder nur das für Violine, und Originaltompofitionen von Bach, Guilmant und Dienel. Lokal von Martin, Am Kugelweg 58, zur Verfügung steht. Der Eintritt ist frei. Großes Aufsehen erregte in Nauen im Oktober v. J. das Theater. Direktor Heinrich Morivis will vom 29. Juni ab einen Verschwinden des Droguenhändlers Schumann, der, 29 Jahre alt Monat hindurch im Schiller- Theater Opernvorstellungen geben. und unverheiratet, ein gutgehendes Geschäft besaß und in geordneten sind durchweg eine unwahrheit. Meine Arbeitsordnung enthält nicht Das Schiller Theater bringt an Neuaufführungen zunächst Der Verhältnissen lebte. Jezt ist seine Leiche, halb von Tieren des einen Passus, der auch nur annähernd den Sinn Ihrer Notiz hat. Herrgottschniger von Ammergau", Boltsschauspiel in 5 Aufzügen von Waldes verzehrt, bei Finkenkrug in einem Gehölz aufgefunden Die Redaktion kann natürlich die in der Versammlung gemachte Ludwig Ganghofer und Hans Neuert. Unmittelbar darauf folgt das fünfaftige Schauspiel Die Frau vom Meere" von Henrit Jbjen. Die worden. Unweit des Fundortes lag eine Flasche mit Gift. In Angabe nicht prüfen, sondern muß sich darauf beschränken, sie Dramatische Gesellschaft, Josef Kainz" veranstaltet am Sonntag, den einer Tasche fand sich die Photographie seiner Braut vor. Der referierend wiederzugeben. Wir erwarten deshalb von der Organi30. April, in den Gesamträumen der Berliner Ressource, Kommandanten Selbstmord dieses Mannes ist völlig unaufgeklärt. sation eine nähere Aufklärung. so tha og only a b des Zu dem Versammlungsbericht der Kistenmacher in Nr. 87 enthaltenen Notiz, die Arbeitsordnung meines Betriebes betreffend, Vorwärts" erhalten wir folgende Berichtigung: Zu der in Ihrer Nummer vom Freitag unter Versammlungen" bemerte ich folgendes: Die Worte: Diese Ordnung sagt unter anderem, daß etwaige Getränke und Speisen nur von einem vom Fabrikanten genannten Geschäftsmanne zu beziehen seien. Zuwiderhandlungen werden mit Entlassung bestraft", 001. 8 wad bliss Vermischkes. Im Marktflecken Köhting in Niederbayern sind in der Nacht zum Montag 20 Häufer niedergebrannt, dabei fanden zwei Personen in den Flammen den Tod. In Liffa ermordete der Arbeiter Baul Zabansti feine Ehefrau durch einen Messerstich ins Herz. Der Thäter entfloh, wurde aber von Feldwebel Werner verfolgt. Als Zabansti fah, daß die Flucht aussichtslos fei, brachte er sich mehrere schwere Schnittberlegungen am Halse bei. Die Ermordete war erst 26 Jahr alt. Ans Athen wird berichtet: Das Erdbeben im Beloparnes dauert fort. Dasselbe richtete großen Schaden an. Mehrere Ortschaften wurden vollständig vernichtet. Man befürchtet, daß unter den Trümmern der eingestürzten Häuser viele Menschen verunglückt find. Eisenbahnunglück in Rußland. Zwischen den Stationen Gortino und Witschuga entgleiste ein Personenzug. Der Lokomotivführer, ein Heizer, zwei Schaffner und mehrere Reisenden wurden getötet; viele find schwer verletzt. Kirche bei öffentlichen Trauungen nur gegen Karten zu 10 Pf. gestattet ist, die bis auf weiteres in der Pfarrei zum Besten der Kirchlichen Armen- und Krantenpflege gelöst werden können." Also verfügt der Kirchengemeindevorstand von Wenigenjena und legt damit den neugierigen und faullenzenden Gaffern männlichen und weiblichen Geschlechts, die ihre Sensationsluft auch bei diesen kirchlichen Handlungen durch Tagieren der Hochzeitskleider befriedigen wollen, eine Steuer auf, die sich eigentlich weit besser rechtfertigen läßt als manche andere. d abland Witterungsübersicht vom 17. April 1899, morgens 8 Uhr. Stationen Swinemde. Hamburg Berlin Wiesbaden Barometer ftand mm Winds richtung Windftärte Wetter Temp. n. E. 5°. 4° R. Stationen Barometer stand mm Winds richtung Windstärke Wetter 756 SW 758 WSM 3 heiter 758 WSW 4 heiter 760 SW 763S 4wolkig 7 paparanda 760 SO 7 Petersburg 755 NO 8 Cort 4 heiter 1 bedeckt 2 wolfig Tranung bei Entree.„ Es wird bekannt gemacht, daß, ab- München gesehen von den eigentlichen Hochzeitsgästen, der Eintritt in die Wien 763 Still- wolfig Socialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. = Mittwoch, den 19. April 1899, abends 8 1hr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37: 7 Aberdeen 6 Paris 2 bedeckt 761 NNO 3 hlb.beb 757 NW 45lb. bed. 761 SSW 2D unst Metallarbeiter! க Temp. n. G. 16° G.= 4° 9. Wetter Prognose für Dienstag, den 18. April 1899. Ein wenig fühler, zeitweise heiter, bielfach wolfig mit geringen Nieders schlägen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. p dam Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7/2 bis 82 1hr abgehalten. GF. R., Adlershof. Eine bestimmte Norm tönnen wir nicht angeben. Auch die Münzensammler werden das Geldstück verschieden einschäzen. Viel über den Silberwert dürften Sie indessen nicht erhalten. M. K., Gr. Frankfurterstr. 54. Werden Sie Mitglied der Arbeiter: Bildungsschule, Schullokal Annenstr. 16 I. Dort dürften Sie das Gewünschte erfahren. V Hager 100. Zur Beamten Laufbahn werden Anwärter bereits mit 16 Jahren angenommen; jedoch ist diese Laufbahn wegen der geplanten Personal Reform vorläufig geschloffen. Zur Unterbeamten Laufs -3 bahn werden Anwärter frühestens nach zurückgelegtem 18. Lebensjahre zu Ogelaffen. Vorherige Ableistung der Militärdienstzeit ist teine Vorbedingung 4 für die Einstellung. 3 Wohlgemuth. Die„ Privatpost" ist 1897 in den Besitz der Berliner 4 Badetfahrt Aft.- Ges., Nitterstr. 98/99, übergegangen Die von Ihnen ge nannte Broschüre ist nicht erschienen. Am Dienstag, den 18. April, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn G. Beyer, Wallstraße 96: General- Versammlung Deffentl. Bersammlung der Metallarbeiter Charlottenburgs. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht über das 1. Quartal 1899. 2. Vortrag des Herrn Dr. Curt Freudenberg über„ Die Prostitution als Gefahr für die Boltsgesundheit". 3. Disfussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei Wilhelm Börner, Ritterstr. 15; Gottfried Schulz, Admiralstr. 40a; Emil Götte, Brandenburgstr. 18; Ernst Lier, Alte Jakobftr. 129; Gustav Flick, Simeonstr. 23. Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein 240/8 für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Süd- Ost) Dienstag, den 18. April, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Graumann, Naunynstraße Nr. 27: General- Derlammlung Tages Ordnung: V 1. Bericht des Vorstandes. 2. Wahl des gesamten Vorstandes. 3. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen Aug. Baudert über: Polttische Zeit- und Streitfragen". 4. Distusfion. 5. Vereins: angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert 242/15 Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Mittwoch, den 19. April, abends 8 Uhr, Im Saale des Alten Schützenhauses, Linienstrasse 5: General- Versammlung Tages Ordnung: Der Vorstand. 245/5 Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Bruno Pörsch fiber:„ Chriftliche oder socialdemokratische Gewerkschaften?" 2. Diskussion. 3. Der städtische Arbeitsnachweis. Berichterstatter W. Menge, Mitglied des Kuratoriums. 4. Stellungnahme zum 1. Mai. 5. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist notwendig. 115/12 Der Vertrauensmann. Lichtenberg- Friedrichsberg. Am Donnerstag, den 20. April, abends 8%, Uhr, im Lokal des Herrn Höflich, Frankfurter Chauffee 120: Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: 1. Die politische Lage. Referent Reichstags- Abgeordneter Wilh. Liebknecht. 2. Distuffion. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. 222/9 Deutsch. Metallarbeiter- Verband General- Versammlung ( Verwaltungsstelle Berlin.) Achtung, Werkstatt- Vertrauensmänner! Die Vertrauensmänner- Konferenz für den Süden fällt diesen Monat aus. Für unsere Mitglieder ist noch eine Anzahl Billets zur Sternwarte in Treptow à 75 Pf. in unserem Bureau, Annenstr. 39, erhältlich. Die Bibliothek, welche durch Neuanschaffungen gegenwärtig mehr als 2000 Bände zählt, befindet sich Annenstr. 39 und ist geöffnet wochentäglich von 9-1 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags; Dienstags und Donnerstags außerdem von 7-9 Uhr abends. 111/14 Die Ortsverivaltung. Hausdiener, Packer, Kutscher! Mitglieder des Verbandes aller im Handels- u. Transportgewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins. Bureau und Arbeitsnachweis: Kommandantenstr. 25, I. Dienstag, den 18. April, abends 8½ Uhr: Gr. öffentliche Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. " Tages- Ordnung: 75/18 1. Thätigkeitsbericht des Vorstandes. 2. Staffenbericht. 3. Neuwahl des 1. Wie stellen wir uns zu der Novelle zur Gewerbe- Ordnung. 2. Bericht Vorstandes und der Revisoren. des Vertrauensmannes und Neuwahl desselben. 3. Berichterstattung der Zahlreiches Erscheinen erwartet Delegierten vom Kongreß. 4. Unsere fernere Tattit. Kollegen! Erscheint Mann für Manu! Die Versammlung ist für die lofalorganisierten Kollegen von großer Wichtigkeit, weil wir uns über die zu unternehmende Agitation aussprechen werden! Der Einberufer. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 18. April, abends 834 Uhr, im Lokal des Herrn Raabe, Kolbergerstraße 23: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vorstandsbericht, Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Ber einsangelegenheiten. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. 246/16 Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Die Mitglieder werden ersucht, in fürzester Zeit mit ihren Bezirksführern die Billets vom Stiftungsfest abzurechnen. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! Am Dienstag, den 18. April, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Stechert, Andreasstraße 21: Große öffentliche Versammlung. 79/17 Tages: Ordnung: 1. Der Streit in der Möbelfabrik von Elsholz, Strautstraße 52. 2. Stellungnahme zum Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann: Otto Klinger, Grüner Weg 39. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, 19. April, abends 81%, 1hr, bei Cohn, Beuthstr. 20-21: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Der Streit in der Möbelfabrik von Elsholz und der Drechslerei von Wolff. 3. Werkstattdifferenzen. 4. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. B0/ 1 Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands( Filiale Berlin I). Donnerstag, 20. April, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstrasse 27e: General- Versammlung. Tages Ordnung: der Delegirten der Ortskrankenkasse für das Barbiergewerbe. Rosenthalerstr. 11-12 bei Pohl. Dienstag, den 25. April 1899, abends 92 Uhr. Tages Ordnung: 1. Protokollverlesung. 2. Jahres Bericht. 266/11 3. Bericht der Revisoren und Decharge: Erteilung. 4. Abänderung des§ 13. 5. Geschäftliches. Der Vorstand. J. A.: V. Kitschmann. Fünfte Abänderung zu dem Statut der Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes O. P. 410 Verloren wurde am Sonnabend, abends 6 Uhr, im Durchgang der Fabrit von Braß& Herzlet, Kreuzbergſtr. 42, ein Portemonnaie, enthaltend 21,80 m., Wochenverdienft eines kurz vorher längere Zeit arbeitslos geweſenen Arbeiters. Der ehrliche Finder wird gebeten, das Geld gegen Belohnung in der oben genannten Fabrik oder beim Verlierer, Metallarbeiter Kleinschmidt, Schöneberg, Friz Reuters ftraße 3, abzugeben. ( und etwa acht Omnibus- Billets), den Destillation gutgehend, Mitte der Stadt, ist wegen Krankheit fofort zu verkaufen.[ 25956 Näheres in der Expedition. Restauration frankheitshalb. preis wert zu verkaufen Magdeburgerstr. 14. Vermiethungen. Schlafstellen. vom 12. Februar 1894. Krankenkasse des Maurergewerbes zu firchfir. 41, S. r. 2. Aufg. 3. Martint. Da die Vertretung der Orts: Möbl. 8., Gartenaussicht, Michaels Berlin der in deurt Erlasse vom 11. Januar d. J. getroffenen Anordnung teine Folge gegeben hat, ändere ich hiermit gemäß $ 48a des Krantenversicherungs- Gesetzes den§ 55 des vorstehenden Statuts Arbeitsmarkt. von Amtswegen mit rechtsverbind: Achtung, Holzarbeiter! licher Wirkung vom 3. April d. J. dahin ab, daß im Absatz 3 die Worte: bo, wenn Zweidrittel der Anwesen den dafür sind, oder" fortfallen. Potsdam, den 16. März 1899. Der Oberpräsident, Staatsminister ( gez.) v. Achenbach. O. P. 4342. [ 27706 Bei Elsholz, Krautstr. 52. stehen die Kollegen im Streit. Buzug ist fernzuhalten. Achtung, Drechsler! In der Bildhauerei von R. Wolff, Fehrbellinerstraße 14, haben sämtliche Arbeit niedergelegt. 1. Geſchäftliches. 2. Kaffenbericht. 3. Abstimmung über die Mittel zur Vereine und Gewerkschaften! Drechterwegen Differenzen 79/14 Agitation im Gau. 4. Die Entwickelung der Arbeisnachweise.nlig Die Versammlung ist eine äußerst wichtige und werden die Kollegen ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Verwaltung. Empfehle mein Weiß- u. Bairisch 96/7 bier Rofal nebst franz. Billard und Vereinszimmer für 40-50 Per fonen, auch geeignet für Zahlabende. 33 Dachdecker Berlins und Umgegend. Friz Smidt Kottbuser Damm 35 Mittwoch, den 19. April, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Englischer Garten", Alexanderstrasse 27c: Oeffentliche Versammlung Tages Ordnung: 54/4 1. Bortrag über:" Ist es den Dachdeckern möglich, in diesem Jahre den Neunstundentag zu erringen?" 2. Verschiedenes. Die Agitationskommission. Achtung, Rabitzputzer! Zuzug fernhalten. Stellenangebote. Achtung! Rigdorf. Korbmacher. Arbeiter- Gesangverein sucht mit glieder. Meldung Freitag, abends 9 Uhr, Restaurant Wutzler, Bergstr. 24. Charlottenburg. Allen Freunden u Bekannten hier: mit zur Kenntnis, daß ich das Lokal von Dahlmann, Jägerstr. 5, Ede Oranienstraße, übernommen habe. Am Mittwoch, den 19. April, abends 8½ 1hr, im Lotal Leopold Fischer, simmerer. des Herrn Zubeil, Lindenstr. 106: Mitglieder- Versammlung der Filiale Berlin III. Pfd. Brot 50 Pfg. Tüchtiger Gestellarbeiter auf ameri fanische Beddige und franz. Ladrohr möbel bei gutem Lohn u. dauernder Arbeit sucht W. Menzel, Koburg. Graveure, 27676 die schon in galvanoplastischen Ane ftalten mit Stereotypie gearbeitet haben, sucht baldigst Galvanoplastik, G. m. b. H., Lindenstr. 101/2. Sattelmacher, machen kann, wird verlangt. Kaun Mitglieder- Verfammlung der Faltantin III. 512 Dr. Albrechts auf eine the genyen biotic the ferme Tages Ordnung: Deutschlands. 1. Bericht über den Verbandstag. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1899. 3. Gewerkschaftliches. 252/7 G. Gollert, Vorsitzender. Lichtenberg- Friedrichsberg. H. welcher selbständig feinste Sättel Stück oder höchsten Wochens Bäckerei* Lohn arbeiten. Steinmez, Mittelstr. 46. Wrangelfte.9. Krautstr.19. Berjilberer verl. Göpfert, Blumens 27846 Faldensteinstr. 28. Lausitzerstr. 2. straße 63, Ouerg. III. Möbel, einzeln wie in ganzen Maschinen- Oberhemden Wohnungs- Einrichtun: Naherinnen, Woche 15-18 M., auch gen, folid und billigst. Gebrauchte u. Lehrmädchen, verlangt ( 27426 berliehen gewesene Möbel zu besonders Blasenfuss, Alt- Moabit 49, 72/ 1* sid Seitenfl. 4 Tr. Oranienburgerstr. 91 im Laden. Belegerin auf Leisten verlangt Am Dienstag, den 18. April, abends 9 Uhr, im Lokal des Herrn niedrigen Preisen jest Die Ortsverwaltung. Moser, Lichtenberg, Dorfftraße 2: Rixdorf. sitalib Deutscher Holzarbeiter- Verband. General- Versammlung des socialdemokratischen Wahlvereins Zähne 1,50 M. Reparaturen 2 92. Joers, Staligeritr. 28. Schmerzl. Zahn26826 Tages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Bericht des ziehen 1 M. Blomben 1 M. 2c. E. Fuhr- Geübte Karton- Arbeiterinnen Kaffierers. 5. Wahl des gesamten Vorstandes. 6. Wahl der Bezirksleiter. mann, Dentist, Schwedterstr. 245 a. finden sofort dauernde und lohnende 14/6 Ede Kastanien- Allee. 13992 Beschäftigung Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Am Mittwoch, den 19. April, abends 8%, Uhr, im Lokal 7. Verschiedenes. des Herrn Klemke, Bergstraße 137: General- Versammlung Tages Ordnung: Der Vorstand. Volks- Versammlung 1. Abrechnung von 1. Quartal. 2. Stellungnahme zur Zwangsinnung. der ,, Deutschen Naturheil- Krankenhaus79/20 Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Te Mitgliedsbuch legitimiert. dent Die Ortsverwaltung. Arbeiter und Unterangestellte der städtischen Betriebe Berlins! Am Donnerstag, den 20. April, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Stechert, Andreasstr. 21: 9 Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 27796 1. Wie stellen wir uns zu einer eigenen Betriebs- Krantentaffe fämtlicher fädtischer Arbeiter? 2. Die Antwort des Magistrats in Sachen der Friedrichshagener Maßregelung. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet isegi dizai Der Ausschuß der Berliner Filialen des Verbanded der städtischen Arbeiter. Genossenschaft“ am Mittwoch, den 19. April, abends 8½½ Uhr, in der ,, Ressource", Kommandantenstraße 57. Tages Ordnung: 1. Wodurch verhindert man die Medizinischen Sünden“ und„ Experi mente" an unfern Anhängern und Freunden? 2. Durch Errichtung von Krantenhäusern für Naturheilkunde und Homöopathie! 3. Bericht über das erite Naturheil- Krankenhaus in Deutschland. 4. Die dringende Notwendigkeit auch eines homöopathischen Krankenhauses. Referenten: Dr. med. Lutze, Minna Kube, Rebacteur Schirrmeister, dieser öffentlichen Rundgebung eingeladen. 27616 Sämtliche Anhänger ber Naturheilkunde und Somöopathie werden zu ul. Wernaus Festsäle Jul. N., Schwedterstrasse 23-24. [ 1622L Der 1. Mai zu Versammlungen jetzt noch frei. Berantwortlicher Rebacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Nur 3 Mk. 14699* Kartonfabrik Markusstr. 50. Schürzen: Arbeiterin, schwarz, verlangt Fiedler, Danzigers straße 95, Portal 3. ( 27316 Herren- Nachthemden Arbeiterinn en suchen Michalski & Lazarus, Neue Friedrichstr. 21b, Reste, sehr groß, zu Knabenanzügen, Refte zu Herrenanzügen, schöne Muster auch Kammgarnrefte, Baletots und Gartonnagel- außerm Hause verl. 7-10 M. Für 12 M. ff. Cheviot, Sofenreste, so lange der Vorrat reicht im Riefenftofflager Arbeiterin im und Boltze, Bionsfirchplatz 12, 2 Tr. Geübte Schürzen- Arbeiterinnen verl. Kl. Stralauerstr. 7, II. [ 1520L Reform, Elisabethufer 19. 14. Krausenstr. 14, 1 Lt., plätterinnen fucht Dampfwäſcheret Kein Laden. Allerlei Anzeigen. 27656 27736 Mädchen auf leichte Handarbeit vera langt Plönzig, Richthofenstr. 22.[ 27716 Geübte Maschinen- Näherin verlangt A. Mesch, Lychener Straße 3 IV. auf beffere Jadetts, ver 69 II. Morgenrod Arbeiterinnen verlangt Neumann, Wafferthorstr. 64 I.( 27726 27756 Graner Papagei langt Freybrobt, Görlitzerſtr. 66 11. entflogen, 70 M. Belohnung, abzugeben Wall ner- Theaterstr. 2 v. part. Drud und Verlag von Max Babing in Berlin. Jr. 90. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Von Ed. Bernstein. 1. Die Triebtraft der focialistischen Bewegung. Rautsty beginnt seine zweite Bolemit gegen meine Schrift mit der Bemerkung, an meiner Antwort auf seine erste Kritik habe ihn vor allem ihre Kürze überrascht. Soll darin der Vorwurf liegen, daß ich irgend einem von ihm erhobenen Einwande ausgewichen sei, so erkläre ich mich bereit, ihm auf jeden Bunkt, den er etwa noch Herausgreifen mag, Rede und Antwort zu stehen. Ich habe mich auf Sie wesentlichsten Streitpunkte beschränkt, um die Diskussion in dem Rahmen halten zu können, wie ihn meines Erachtens die Rücksicht auf den Raum des„ Vorwärts" vorschreibt. Dienstag, 18. April 1899. Wort statt des von mir gebrauchten zu wählen, um seiner Deutung Unser Züricher Korrespondent, dem wir vorstehende„ Berichtigung" daß diese Deutung nicht richtig sein tann. Wie tief merkt dazu: " Re Meine Häutung und Kautskys Dentung. meiner Borte eine rationelle Form zu geben, hätte ihm sagen sollen des Fräulein Elberskirchen zur Meinungsäußerung vorlegten, be seine Meinung von meiner geistigen Verfassung auch sein Diese Berichtigung" des Frl. Elberskirchen berichtigt gar nichts, mag. den Unsinn wird ſelbſt emerfaffung zutrauen, sondern ist nichts anderes, als eine Stilübung des schreiblustigen daß ich den Sieg des Socialismus vom Rechtsbewußtsein und sensationslüsternen Fräuleins. Zum Teil bestätigt die Be der jezigen Besitzenden erwarte. Denn Rechtsbewußtsein ist das richtigung" die thatsächlichen Angaben, die in meinem in Rede Bewußtsein, daß ich das Recht auf meiner Geite habe. stehenden Artikel enthalten sind, zum andern Teil fügt sie den Ich will übrigens nicht verschweigen, daß ich neben dem früheren Phantastereien neue hinzu. ad 1 bestätigt sie nur die Bewachsenden Rechtsbewußtsein der Arbeitertlasie auch die hauptung in meinem Artikel, daß es sich bei der Affaire Aebi um allgemeine Fortentwickelung des Rechts und der Rechts eine Familienangelegenheit diskreter Art handelt. Bon ad 2 läßt begriffe für einen sehr wichtigen Faktor der Entwickelung zum fich das gleiche sagen, mit Ausnahme der Behauptung, daß jene bis Ende hau" entSocialismus halte. Damit verzichte ich keineswegs auf die ökonos Veröffentlichungen von Anfang bis Ende nur Positives entmische Begründung der socialistischen Forderungen, noch leugne ich halten". Die Verfasserin hält alle ihre Phantastereien für Freilich hatte mir Kautsky dies nicht leicht gemacht. Er citierte den engen Zusammenhang der socialistischen Bewegung mit der positive Dinge", wogegen teine Bolemit hilft; hier können und interpretierte meine Säge in einer Weise, die es mir zu ökonomischen Entwidelung der Gesellschaft. Ich halte es nur für nur die gerichtlichen Feststellungen entscheidend wirken. Dasselbe einer großen Ueberwindung machte, nicht forgesezt dem, was er unmöglich und unnötig, den Socialismus ausschließlich aus der gilt bezüglich der Punkte 3 und 4. Bu 3 ist zu bemerken, daß mich sagen läßt, das, was ich wirklich gesagt, gegenüberzustellen. Defonomie abzuleiten. Die Konzentration der Produktionsmittel Advokat Aebi in Bern die Behauptung, daß Fräulein Elberstirchen Solche Gegenüberstellungen fallen immer etwas breit aus, und ich braucht von sich aus noch nicht zum Socialismus zu führen, eine Erpressung im Betrage von 20 000 Fr. an ihm versuchte, doch suchte sie daher möglichst zu vermeiden. Aber niemand sieht sich es ist noch nicht bewiesen, daß fie nicht auch mit anderen unmöglich aus den Fingern gesogen haben konnte. Die Behauptung gern falsch interpretiert und daß Kautsky meine Säße unrichtig Gesellschaftsformen vereinbar wäre. Der Socialismus wird erst flingt auch dem Fernstehenden nicht unwahrscheinlich, wenn er aus deutet, werde ich im Nachstehenden beweisen. Er wird mir jedoch notwendig, wenn, und in dem Maße als zu jener Konzentration einer Züricher Korrespondenz der Basler Nachrichten" erfährt, daß erlauben müssen, nach wie vor so lange bei ihm Mißverständnis u. a. das bewußte Streben der nichtbesitzenden Klasse hinzutritt Fräulein Elberskirchen an Advokat Aebi folgende Forderungen vorauszusehen, bis er mich nicht davon überzeugt, daß er absichtlich die konzentrierten Produktionsmittel der privaten Leitung zu ent- ftellt: 8000 Fr. für Barauslagen an und für Frau Aebi, in meine Schrift anderes hineinlieft, als was drin steht. ziehen und an der gesellschaftlichen Leitung der Produktion als voll- 9000 Fr. für derselben gewidmete Krankenpflege und für entgangenen Ganz allgemein in dieser Hinsicht folgendes: Meine Schrift berechtigte Glieder teilzunehmen. Das bewußte Streben oder den 50 000 r. der Verdienst, welcher ist ihrer ganzen Anlage nach eine Auseinandersetzung mit Socialisten. bewußten Kampf als eine ausschließlich ökonomische oder gar rein flamantin zugekommen wäre, wenn sie Aerztin geworden Sie ist teine socialistische Programm- oder Agitationsschrift, sondern materialistische Erscheinung anzuerkennen, werde ich aber erst dann und nicht in den Ehescheidungs- Prozeß der Eheleute Aebi verwidelt eine Erörterung teils derjenigen Punkte der heute in der Partei bereit sein, wenn Kautsky vorher das Kunststüd fertig bekommt, das worden wäre. Frl. Elberskirchen verlangt also nur die Kleinigkeit geltenden socialistischen Doktrin, in denen ich diese für ver- Bewußtsein selbst rein materialistisch zu erklären. Mit dieser Erklärung von 67 000 Fr., welche Summe im Hinblick auf die Art der For besserungsbedürftig halte, teils der nächsten Aussichten und müßte auch die Erklärung der Thatsache verbunden sein, warum in so vielen derungstitel zweifellos sehr leicht um 100 000 oder auch 200 000 Fr. Aufgaben der Socialdemokratie Deutschlands. Es ist daher, hochindustriellen Distrikten große Teile der Arbeiterschaft bon jenem noch hätte erhöht werden können. Das Fräulein wird schon erlauben, wenn ich in Bezug auf die Dottrin einen Punkt un- Streben noch nichts merken lassen. Selbst der Klaffenkampf tann daß sich darüber jedermann seine eigenen Gedanken macht und daß erörtert laffe, die nächstliegende Folgerung jedenfalls die, daß ich nicht rein materialistisch erklärt werden. man seine Rolle in der Angelegenheit Aebi nicht als die einer edlen, hinsichtlich seiner nichts oder nichts Wesentliches auszusehen habe. Soviel hier über diesen Punkt, über den ich mich eingehender selbstlosen und aufopfernden Freundin beurteilt, sondern als die Kautsky folgert umgekehrt. Er wirft mir Preisgabe derjenigen in der Neuen Zeit" zu äußern habe. In einem zweiten Artikel einer spekulativen Geschäftlimacherin. Eine Berichtigung der AnSeite der Doktrin vor, die ich unangefochten lasse. Ich meine die werde ich auf Kautstys Kritit meiner Säße über die Zusammen- gaben der„ Bast. Nachr." ist meines Wissens nicht erfolgt. Was Lehre vom Klassenkampf zwischen Arbeitern und Kapitalisten in der bruchs- Theorie antworten und im Anschluß daran auch auf das Frl. Elberskirchen in Bunkt 4 sagt, ist ein naives Spiel mit modernen Gesellschaft, die Auffassung des Kampfes der Socialdemo- Thema von der demokratischen Reformpartei eingehen. Worten, das sich bei einer angehenden Juristin geradezu fratie als einer in den Bedürfnissen und Bestrebungen der Ar fomisch macht. In Punkt 5 mag Frl. Elberskirchen insofern recht beiterklasse wurzelnden Bewegung. haben, als Frau Aebi nicht persönlich beim Generalprokurator 3graggen war, sondern ihm die Strafanzeige gegen den Advokaten Beerleder brieflich machte. Zur Aufklärung darüber, ob es sich wirklich so verhält, fehlt mir augenblicklich die Zeit, denn eine einfache Aufrage bei Herrn 3graggen würde darüber völlige Klarheit bringen. Aber dies ist ja auch eine ganz nebensächliche Angelegenheit. Im übrigen bestätigt die Berichtigung" nur die Richtigkeit meiner Angaben. In Punkt 6 phantafiert Fräulein Elberskirchen, denn daß der frühere Oberstaatsanwalt 3graggen feine Pflichten und Rechte wie die Bernischen Geseze besser fannte, als das fabulierende Fri. Elberskirchen in Zürich bedarf feines bes fonderen Nachweises. Bezüglich aller übrigen Punkte, in denen zum Teil Frl. Elberskirchen mur phantasiert, habe ich meiner im Artikek gegebenen Darstellung nichts hinzuzufügen, auch nichts davon wegzunehmen. Nur zu Punkt 14 fei bemerkt, daß in der Züricher Bresse zu lesen war, daß von den zwei Demokraten, welche neben einem Liberalen gegen die Auslieferung der Elberskirchenschen Prozeßgeschichte an die Berner Behörden stimmten, der eine der Socialdemokrat Ernst war. Eine Berichtigung dieser Meldung ist weder von Frl. Elberskirchen noch von anderer Seite in der Züricher Bresse erschienen und solange dies nicht geschehen, halte ich auch Als Beweis für seine Folgerung dient ihm in seiner zweiten Kritik die Stelle aus meiner Antwort auf seine erste Stritit, wo ich von dem Rechtsbewußtsein als einem treibenden Faktor der socialistischen Bewegung und vom Streben nach gerechteren Zuständen spreche. Weil ich dort nicht das Wort Proletarier, sondern bloß den Ausdruck, die für den Socialismus tämpfen: den Elemente" brauche, deutet er aus ihr das Bekenntnis zu einem biblisch naiven Glauben an die Heilwirkung von Wassersuppen, gegen das er allen Ernstes das kommunistische Manifest zu Hilfe ruft mit seiner Kennzeichnung des Bourgeois- Socialismus. Ich kann auf dieſe Deutung meiner Ausführung nicht beffer antworten als durch den Abdrud einiger Stellen aus meiner Schrift selbst, in der ich auf S. 14 ff. und S. 84 die Marysche Lehre vom Klaffenkampf sachgemäß entwidele. Den ihr zu Grunde liegenden Gedanken, daß es die Arbeiterschaft ist, die kraft ihrer wirtschaftlichen Lage das zum Kampf für die Verwirklichung des Socialismus berufene Element der modernen Gesellschaft bildet dieser Gedanke wird das ganze Buch hindurch festgehalten. Alle erörterten Vorschläge und Probleme werden vom Gesichtspunkt der Förderung der socialen Macht der Arbeiterklasse untersucht. Man urteile: Die Affaire Elberskirchen- Aebi. In Nummer 67 unseres Blattes brachten wir einen Artikel unter obigem Titel. Fräulein Elberskirchen verlangt von uns Aufnahme folgender Berichtigung: 1. Den Ausgangs- und Mittelpunkt der ganzen Affaire bildet nicht die Familienangelegenheit distreter Art", sondern die seit Jahren erfolgten Angriffe von Aebi und Konsorten auf die Gesundheit, die sittliche Eristenz und das Recht der franken Frau Acbi. 2. An den von mir veranlaßten Veröffentlichungen in der Affaire Aebi ist nicht nur die Thatsache, daß Aebi mit seiner Frau in einen Konflikt geraten ist positiv, sondern jene Veröffentlichungen enthalten, von Anfang bis Ende nur Positives. " ganz vergessen, in der„ Berichtigung anzugeben, warum es denn eigentlich an die Berner Behörden ausgeliefert wird, wenn nach Punkt 3 der Berichtigung" Aebi weder wegen Verleumdung noch wegen Erpressung Klage eingereicht hat. Die Klage der Berner Behörden gegen Fri. Elberskirchen resp. die Franks. Beitung" ist ja in Frankfurt a. M. anhängig gemacht worden. Da wäre glücklicherweise auch die ganze Auslieferungsgeschichte zu einem tollen Sput der Elberskirchenschen Phantasie geworden. Gewerkschaftliches. S Für die Weber in Krefeld gingen bei der Berliner GewerkschaftsCommission folgende Beiträge ein: 3. Aebi hat gegen mich bis zur Stunde noch keine Klage wegen Verleumdung erhoben; die angebliche versuchte Erpressung ist eine infame, schändliche Lüge des Aebi. 4. Die Aebische Strafanzeige war nicht die Veranlassung zur Verhinderung der Ausgabe meiner Broschüre„ Die Mörder", sondern laut Brief des Acbi an den Polizeihauptmann von Zürich vom 14. Oftober 1898 die zu erwartende Veröffentlichung dieser Broschüre. 5. Frau Acbi ist nie bei dem Generalprokurator 8graggen diese Behauptung aufrecht. Ueber Konsumgenossenschaften: Hier ist eine Hand- erschienen, um gegen den Advokaten Beerleder Strafanzeige wegen Schließlich sei bemerkt, daß das Bundesgericht in Lausanne, dem habe, mittels beren die Arbeiterklasse ohne unmittelbare Bernichtung Unterschlagung zu erstatten, und nie hat Baraggen Frau Aebi erklärt, fein Freund oder Parteigenosse des Advokaten Aebi angehört, die bon Existenzen, ohne Zufluchtnahme zur Gewalt, die ja gar daß nach ihren eigenen Angaben teine Spur von einer Unter- beiden Beschwerden des Fräulein Elberskirchen gegen den Ausfeine so einfache Sache ist, einen großen Teil des gesellschaftlichen schlagung vorliege und daß das Rechnungsverhältnis ein durchaus lieferungsbeschluß der Züricher Regierung als unbegründet abReichtums, der sonst dazu dienen würde, die Klasse der Besitzenden flares fei, sondern die Sache verhält sich nach den vorliegenden gewiesen hat. Das Bundesgericht hält offenbar im Gegensatz zu der zu vermehren und dadurch auch zu stärken, für sich zu beschlag- Aftenstüden folgendermaßen: Fran Aebi teilte dem Generalprofurator Auffassung des Fräulein Elberstirchen die Berner Gerichte für feine nahmen.( S. 105.) am 4. September brieflich mit, 8eerleder habe am 1. September spanischen Inquisitionsbehörden. Frl. Elberskirchen hat übrigens Bon der Demokratie: Bei einer, der Zahl und Aus- fein Anwaltsmandat gefündigt, ohne Auftrag 400 Franken Alimente bildung nach unentwidelten Arbeiterklasse kann das allgemeine eintassiert( laut Mitteilung des Betreibungsamts Bern) ohne ihr Wahlrecht lange als das Recht erscheinen, den„ Metzger" selbst zu jedoch die Alimente zu übersenden oder eine Mitteilung über den wählen, mit der Zahl und Erkenntnis der Arbeiter vollzogenen Empfang zu machen, sie habe Zeerleder aufgefordert ihr wird es jedoch zum Werkzeug, die Voltsvertreter aus Herren in bis zum 4. September ihr Eigentum, die 400 Franken Alimente zuwirkliche Diener des Voltes zu verwandeln."( S. 116.) zustellen resp. ihr zu erklären, daß er jene Alimente nicht einZum Kapitel der Nächsten Aufgaben: hat aber die fassiert habe, Beerleder sei keiner der genannten Aufforderungen nach Socialdemokratie als Partei der Arbeitertiajie gelommen; er habe ihr gegenüber keine rechtsgültige Forderung, der und des Friedens ein Interesse an der Erhaltung der nationalen Generalprokurator möge die Untersuchung verWehrhaftigkeit?"( S. 144.) Brincipiell ist es für den Sociaanlassen und gegebenenfalls gegen Zeerleder lismus oder die Arbeiterbewegung heute ganz gleich- wegen Unterschlagung von Alimenten vorgehen. gültig, ob neue Kolonien Erfolge erzielen oder nicht".( S. 148.) DerGeneralprofurator reagierte auf diesen Brief nicht! Herr Beerleder Unter zwei Voraussetzungen erscheint mir das Eintreten für solchen aber teilte Frau Aebi am 6. September mit, er habe die 400 Fr. Alimente Bauernschutz( den meines Erachtens einige Borschläge Kautskys in einfaffiert und in seiner Kostenrechnung verrechnet. Diese Mitteilung Mitglieder des Verbandes der Buchdrucker im Vorwärts", 4. Mate dessen Agrarprogramm bedeuten) als unbedenklich. Erstens, daß ihm wurde dem Generalprofurator forretterweise von Frau Aebi übermittelt 30,- Stereptypeure im Vorwärts" 10,-. Nationalzeitung", Werkein träftiger Schutz der ländlichen Arbeiter gegenübersteht, und und erst auf diesen Brief antwortete der Generalprofurator, die Zurück- abteilung, 4. Rate 11,95. Gefangverein" Frohe Stunde" 2,45. Bielbewußte zweitens, daß... Demokratie in Staat und Gemeinde herrscht.. haltung der Alimente scheine ihm seinen Grund in den Rechnungs- Gisenbahnarbeiter Berlins 13,60. Schlosserei Otto Nachtigall, Alte JakobAll das würde es in den wenigsten Fällen dazu kommen lassen, daß verhältnissen zu haben, der Weg der Strafflage scheine ihm nicht arbeiter der Firma Schmidt u. Sto., Stallschreiberstraße 18' 1,75. Tischleret straße 131 12,-. Schuhfabrik Jacobi, Brunnenstraße 9, 11. Rate 6, die Landarbeiter allein einer geschloffenen reaktionären Masse" der richtige zu sein. gegenüberstünden. Auf die Dauer müßte vielmehr auch in der LandRamminger u. Bräfer 8,50. Morgenpost" 8,05. Gewerkschaftsfartell Potsdam 6. Der Generalprofurator hat Frau Aebi nicht mitgeteilt, daß 30,-. Tischlerei Fischer u. Ko., Elisabeth- Ufer 11 9,-. Die Pat. d. Lungenheilft. gemeinde die Demokratie im Sinne des Socialismus wirken.( S. 154.) er zur Entgegennahme der Beschwerde nicht kompetent sei, denn laut 2oslau in Schlesien 5,-. Unter uns gesammelt b. Dreizehner 3,60. ParteiSeiner ganzen Natur nach ist so der Municipal- Socialismus ein bernischem Strafrecht ist der Generalprokurator zur Entgegennahme genoffen aus Mutterstadt( Bayern) 10,-. Stockfabrit A. Wendt, 8. Rate, unumgänglicher Hebel zur Ausbildung oder vollen Verwirklichung jeder Anzeige kompetent. 10,-. Gesangverein Loreley- Gesundbrunnen 5,-. Moffe, Accidenzabteilung dessen, was wir als demokratisches Arbeitsrecht 7. Der Regierungsstatthalter von Bern hat die ihm gemachten 12,30. Verband der Vergolder Deutschlands d. Snth. 50,-. Organisierte bezeichnet hatten." Metallarbeiter in Albrechts bet Suhl ( S. 163.) Nun ist die Socialdemokratie Angaben nicht geprüft, sondern ohne jebe Unter- Sutmacher Berlins, 2. State, 25, nicht ausschließlich auf das Wahlrecht und die parlamen- suchung lediglich auf einen Brief des Zeerleder hin, in welchem 1,40. Centralverein der Bildhauer Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin d. Trt. 100,-. tarische Thätigkeit angewiesen. Verband der Möbelpolierer Berlins und Umgegend, Die socialistische Arbeiter dazu noch der inkriminierte Incasso von 400 Franken und dessen Ver- 12. Rate, 50,- Arbeiter- Radfahrerverein„ Vorwärts" zu Coepenid 10, bewegung würde sein, auch wenn ihr die Parlamente verschlossen rechnung zugestanden wurde, lehnte der Regierungsstatthalter Frau Bersonal 5. S. Hermann's Buchdruckerei, Beuthstraße, 10. State, 40,60. wären."( S. 165.) Was hat aber die Thatsache( daß die Zahl der Aebis Anzeige ab. Lampenfabrik Mösler u. Rochler d. Kleemann 5,50. Tischlerei Anders, Besigenden zu und nicht abnimmt) für den Sieg des Socialismus Königsbergerstr. 29, 6,90. Schwarzer 7,60. Buttlig 17,15. Standale 7zu besagen? Nur die spekulative Doktrin wird von ihr berührt, Lackierer Berlins d. Gutard 7,80. Tellerfammlung von Stechert 10./4. 9,50. für die faktischen Bestrebungen der Arbeiter ist sie ganz nebenVerband deutscher Gastwirtsgehilfen, 4. Rate 30,-. Statflub 50" 10,50. sächlich."( S. 179.) Cine aufstrebende Klasse braucht eine gefunde fabrit Gyd u. Friedländer, 8. Rate 3,40. Regelflub„ Kalte Neun 1895" 5, Arbeiter der Firma W. A. Hirschmann 19,10. Buchdruckerei und Kontobüchers Moral. Das wichtigste ist, daß ihre Ziele erfüllt find von einem Potterieverein, Fürstenbergerstr. 5, 4,-. Verband der Kürschner Berlins 25, bestimmten Brincip, das eine höhere Stufe der Wirtschaft und des Möbelpolierer v. Huse, Koppenstr. 9, 2,-. Tischlerei A. S. 3,-. Bon den Berl. ganzen gesellschaftlichen Lebens ausdrückt, daß sie durchdrungen find Metallarbeitern, 6. Rate 120,-( Darunter v. d. Arbeitern der Firma Stelzner von einer socialen Auffassung, die in der Entwicklung der Kultur 32,10, der Firma Gebr. Nothmann 26,90, der Firma Fürst u. Co. 10,80, einen Fortschritt, eine höhere Moral und Rechtsauffaffung bezeichnet. der Firma Luthardt 16,15, der Firma A. E. G. Ueberschuß für den Dreher In dieser Auffassung kann ich den Satz, die Arbeiterklasse hat keine Hoffntann 14,15). Steindrucker in der Potsdamerstraße 8,- Verband der Ideale zu verwirklichen, nicht unterschreiben."( S. 187.) Gebr. 11. 7,25. Rauch klub Wahrer Jacob", 2. Rate, 6,50. GewerkschaftsBuchdruckerei Gold- und Silberarbeiter, Bahlstelle Berlin, 4. Rate 100, fartell Spandau auf Sammellisten 30,-.' Silberne Hochzeit bei Strauß 8. Nicht nur auf Grund der genannten Vorgänge, sondern auch auf Grund noch mancherlei anderer Vorgänge wurden die bekannten Angriffe auf die Berner Behörden gemacht. 9. Bis heute habe ich mit der Affaire die Socialdemokratie nicht verquickt und deshalb gegen sie in der Presse noch keinen einzigen scharfen Angriff gerichtet. legen) 8,- Süchenmöbelfabrik Schwarze, 5. Rate, 6,-. Schneiderwerkstatt mit Buditer, Elisabethufer 55( mit Ausschluß von zwei bessergestellten KolUnter den Linden" 6,50. Drechslerei von Wegeleben, Andreashof, 10,-. aus dem Lager von Eyd u. Straffer, 3. Rate, 6,40. Dienstpersonal der Urania" 9,- Kupferschmiede aus Nauen 10, 10. Beerleder ist nicht ein hervorragender Führer der fonfervativen Partei der Stadt Bern und sein Name ist überhaupt bis Heute im öffentlichen politischen Leben so gut wie garnicht genannt worden. 11. Ich habe Aebi nie als„ hervorragenden socialdemokratischen Ich denke, das find genug Belege dafür, daß der Kampf für Führer" bezeichnet, nie ihm eine mächtige Stellung' angedichtet und den Socialismus bei mir durchaus mit der Arbeiterbewegung nie die Sache so dargestellt, als hätte Aebi sämtliche Berner Be- gesammelt durch Zeifing 3,70. Rote Geburtstagsfeier W. W., Köpenickeridentifiziert wird, daß die Arbeiter als die Klasse bezeichnet werden, hörden sozusagen in der Tasche. ftraße 192, 2,50. Graveure und Giseleure durch den Vertrauensmann( 125) die der Socialdemokratie den Charakter aufdrückt und aus deren 12. Aebi spielt aber thatsächlich in der socialdemokratischen 10,05. Rauchklub Helle Wolfe" Gefangverein Borelen", gesammelt beim Polterabend, 3,20. Schloffer Bedürfnis heraus ihre Handlungen zu bestimmen find. Wenn also Partei eine Führerrolle, er wird auch von den Genossen als suger. Amerikanische Muttion durch Pfeiffer 3, Kautsky den oben erwähnten Saz, wo zufällig das Wort Bewegung bezeichnet, er sigt seit Jahren in der focialdemokratischen Fraktion des und Nadler der Drathzaunfabrit, Köpeniderstr. 109a, 27,05. Tischlerei Ruß ohne„ Arbeiter" steht, und schlechtweg vom Rechtsbewußtsein Stadtrats und vor einiger Zeit wurde er von seinen Parteigenossen als Triebfeder des socialistischen Kampfes gesprochen wird, so deutet, für eine politische Stellung postiert. als ob ich von einer farblosen Bewegung, einem inhaltlosen Rechts- 13. Meine Schriften find in teiner Weise bedenklich, sondern nur bewußtsein", einem inhaltlosen Wollen" den Sieg des Socialismus die Thatsachen, welche sie enthüllen resp. enthüllen sollten. erwarte, so fann ich das nicht anders, als grobes Mißverständnis 14. Gegen meine Auslieferung an Bern stimmte nicht das einzige meiner Ausführungen bezeichnen. socialistische Mitglied der Züricher Regierung, der Genosse Ernst, sondern Wir leben doch nicht auf dem Monde. Wenn ich von der Kraft 2 Demokraten und 1 Liberaler. des Rechtsbewußtseins in der socialistischen Bewegung Deutschlands 15. Der Grund meines Protestes gegen eine Procedierung in spreche, so kann darunter nur das Rechtsbewußtsein derjenigen zu Bern ist nicht Angst meinerseits, den Wahrheitsbeweis für meine verstehen sein, die diesen Kampf heute thatsächlich führen, die that Beschuldigungen nicht antreten zu können, sondern auf Grund von sächlich das Gros der socialistischen Bewegung bilden: das Rechts- Thatsachen die entschiedene Ueberzeugung, daß ich in Bern wegen bewußtsein der Arbeiter.. Nur wer mit persönlicher der Parteilichkeit der Berner Behörden, sowie durch Ausbeutung des oder theoretischer Voreingenommenheit an meine Arbeit herantritt, geheimen Untersuchungsverfahrens und durch dessen Folgezustände fann etwas anderes in dem Eaz finden oder suchen. Kautsky, bei mein Recht nicht finden werde. dem das letztere der Fall, findet in ihm eine Spekulation auf das 31. März 1899. Rechtsbewußtsein der Besitzenden nicht doch, auf deren„ Rechtsgefühl". Schon der Umstand, daß er genötigt war, das legtere Ergebenst Johanna Elberskirchen. Jn Nr. 78 des Vorwärts" vom 2. April muß es heißen: Rauchklub Ohne Zwang" an Stelle des Märgkranges 15,-. Weitere Beiträge nimmt im Berliner Gewerkschaftsbureau Rudolf mittags und 6-8 Uhr abends. Millarg, Annenstr. 16, I, entgegen. Geöffnet wochentags 9-1 Uhr vorBriefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 7 bis 8½ 1hr abgehalten. Alter Abonnent W. Die alte Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation ist seit Auflösung des Reiches( 1806) im Schaze zu Wien. Auch zu den Insignien des jezigen deutschen Kaisers gehört eine Strone, die vermutlich im Berliner Schloß aufbewahrt wird. Für den Juthalt der Juferate übernimmt die Debattion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theaker. Dienstag, den 18. april. Chernhaus. Mudarra. 7 Uhr. Anfang Schauspielhaus. Die Journalisten. Anfang 7 Urania Apollo- Theater. Tanbenstrasse 48/40. tredunds Im Theater: Das Land der Fjorde. ad Im Hörsaal: Dr. Spies: Photographie in natürlichen Farben. Invalidenstr. 57/62: Teutiched., Borber: Mutter Tagl. Sternwarte. herz. Anfang 7% Uhr. Leffing. Die Lumpen. Anfang 7% Uhr. Uhr. Nachmittags täglich 5-10 Uhr Berliner. Zaza. Anfang 7% 15. Passage- Panopticum. Residenz. Der Schlafwagen: Nontrolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Nenes. Hofgunst. Anfang 7½ 11hr. Metropol. Die eiserne Jungfrau. 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M., nachm 32 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Central Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Wwe. Johanna Thiel nebst Sohn. Stefan und Michael Thiel als Brüder.[ 27906 Am 15. April, nachmittags 41/2 Uhr, verstarb unser innigft geliebter Sohn u. Großes Lager. Bruder Gediegene Möbel und Polsterwaaren. tegen Zähne 2 M. SOOLKLEIE SCHWEFEL FICHTENNADELBADER Arbeit, äußerst billige A. Schulz, 27. Lebensjahre. Dies zeigen tiefs Georg Apel Preise, empfiehlt Reichenbergerstr. 5. Auch Theilzahlung!( betrübt an Die interbliebenen. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Tellzahl. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf. Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. Iffland- Bad Marsiliusstr. 9, zwifchen Blumen- u. Gr. Frankfurterstr. Loh Tanninbäder, Dampf- und Heißluft- Bäder. Für Damen Dienstag und Freitag Bormittag. Sämmtliche medizinischen Bäher. Annahme sämmtlicher Krankenkaffen. MAX 33 CHARDZ 2 Halb und Halb Mampe mit Pomeranzen kostet 1 Mark 25. 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April, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirch hofes aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Die tranernden Hinterbliebenen. Dantjagung. Für die rege Teilnahme bei der Be erdigung meines lieben Mannes Hugo Wulff spreche ich hiermit dem Deutschen Raucherbund, besonders dem Rauch lub Borneo", und bem Stranten Unterstügungs- und Begräbnisverein für Bau- und gewerbliche Hilfsarbeiter Berlins für die herrlichen Kranzipenden Polsterwaren zu aussergewöhnlich billigen Preisen. meinen tiefgefühltesten Dank aus. Fahrräder- Teilzahlung direkt aus der Fabrik mäßige Anzahlung, coul. Teilzahlung. 1 Jahr schriftl. Garantie. 33. Oranienftr. 33. W. Hoack's Theater 30 Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Hafen von New- Yort mit Freiheits: Mährs Theater Theater- Borstellung. statue.( Tag und Nacht- Deforation.) Jm 5. u. 6. Bild: Das 3 Etagen hohe Schiff Bulgaria, QuerdurchOranien Straße 21. Täglich: Der Wildschük Obers unb luterbed.gerranu, Der Klingeljunge von Bolle. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: 2h. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin.