14. Jahrgang Samstag, 10. Feber 1934 Nr. 34 Einzelpreis 70(toller (einschließlich 5 Heller Forle) -1 A ERSCHEIN; MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova ü. thron non. Administration Telefon ssofe. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR» DR. EMIL STRAUSS, PRAG. IEHTRALORGAN PER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECMOSIOWAKISCHEN REPUBLIK Fey treibt zum Bürgerkrieg ,i> bclrnfiigcii, Dav Politische Interesse konzentriert sich in den Abendstunden auf den M i u i st e r r a t, der eben znsammengetreten ist» und der, wie man hört, entscheidendeBeschlnsse fasten wird. I« den Ministerrat ist auch der Sicherheitsdirektor für Wien 5t a r w i n ü k i ringe» laden worden, nm an. einem Referat des Bize der.Deputation der Heimwehr und der vnterlän dischen ffnmt durch einen Amtsdiener mittel- len, das er nicht dir Absicht Iiabr, sie zn empfangen, weil sic Forderungen stellten, die mit der Verfassung im Widerspruch stunden und er nicht die Absicht liabe, darüber auch nur zu verbandeln! Diese Antwort des niederösterreichischen Lan- deohauptmannS wurde auch durch die nieder- österreichische Landrökorrespondenz amtlich verbreitet. In den Abendstunden wurden aber die Zeitungen angerufrn, daß cö v e r boten sei, diese amtliche Korrespondenz zu publizieren; man könne allerdings die Korrcspon- denz selbst nicht lonfiözieren, wohl aber dir Zei sich noch in rirser werde man sich einigen Alteropen sion jenen Personen, welche nm die Arbeit gekommen sind, sowie gealterten Personen, das Gefühl der S i ch c r h e i i gegeben werden. Wie«, 9. Feber.(Eigenbericht.) Auch nach der Rückkehr de« Bundeskanzler Dollfuß aus Budapest ist die Situation genau so verworren wie früher. Wie wir anö verläßlicher Quelle erfahren, hat e« in einer Aussprache zwischen Dollfnß und Fey zwar znnächst einen große« 5lrach gegeben, aber schließlich soll die Auseinandersetzung doch damit geendet haben, daßFeywieimmerseinenStand-punkt durchsetzte und Dollfnß erklärte, alle« Geschehene zu decken. Der heutige Ministerrat, der nm Mitternacht noch tagt, kann möglicherweise schon dir Beschlüsse bringen, die für die Sozialdemokraten den Kriegsfall bedeuten. Mit der Bekanntgabe irgendwelcher weiterer Maßnahmen gegen die Partei rechnet man allerdings nicht vor Samstag nachts. Für die nächsten Stunden sind weitere Besprechungen Dollfuß mit Starhemberg, Stridle »ad Tiroler Heimwehrvertretern vorgesehen, in denen Dollfuß wohl vollkommen für den Heimwehrpiitsch gewonnen werden wird. Al« eine der nächsten Maßnahmen der Regierung wird die A«flösnng des Ratio n a l r a t c s und aller LandeSparlameuterrwartet, damit deren Mitglieder der Imam- uitit verlustig gehen und man gegen sie leichter vorgehen kann. Da« richtet sich natürlich ausschließlich gegen die sozialdemokratische« Mandatare. Nicht zu übersehe» ist, daß sich heute zwei hohe Funktionäre der christlichsoziale« Partei, der niederösterreichische Landeshauptmann Dr. Reiter und'der Borsitzende der Wiener Christlichsozialen 5l« n s ch a k— ganz unerwartet— offen und mutig zur Demokratie bekannt und sich gegen jede« BerfassnngSbruch ausgesprochen haben. Besonders die Rede Äunschak« im Wiener Aemeinderat riese geradezu Sensation hervor. E« wäre ober verfehlt, daraufhin große Hoffnungen zu hegen, daß der vernünftigere Flügel der Christ- lichsoziale« vielleicht doch noch in letzter Minute sich durchsetzen könnte. Bizekanzler Fey tut sein Aeußersteö, nm die Dinge rücksichtslos ans die Spitze zu treibe«, und ihm dürfte der schwache 5tanzler wohl vollends hörig werden! Schon die nächsten Stunden können also den Ausbruch des offene» Bürgerkrieges in Oesterreich mit allen seinen unabsehbaren Folgen für die ganze europäische Politik bringe«. 950 Millionen Dollar zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Washington, 9. Feber. Ter Senat bat die Gesetzesvorlage über die Aufwendung von 95U Millionen Dollar zur Erleichterung der Arbeit«, losigkeit angenommen. Die Vorlage war bereits am Montag vom Repräsentantenhaus erlkdigt worden. Tas Gesetz wird n. n. Vorsorge für die Fortführung öffentlicher Arbeiten treffen. Wiener Regierung darani man während der Rächt mit des G e n e r n l st r r i I<• Dollfuß stimmt allem zu/ Ministerrat tast/ Putsch zum Wochenende? Waffensuche auch heute ergebnislos Altersrenten in USA? Innenminister kündigt neue sozialpolitische Aera an . Washington, 0. Feber(Reuter). Der Minister de« Innern Ickes erklärte in einer politischen Rede, das; durch den Antritt des Präsidentenpostens seitens Roosevelts in den Bereinigten Staaten eine„Revolution o h n e B l u t v e r g i e s; e n" erfolgt- ist. Die Vertreter des Reichtums und der privilegierten Klassen seien vom Ruder beseitigt worden. Icke« richtete hierauf Angriffe gegen den ehemaligen Präsidenten Hoover, welchen er als Champion des Individualismus und als unbarmherzigen Ausbeuter bezeichnete. Der Minister erklärte weiters, daß binnen kurzem alle(?) sozialen Ungerechtigkeiten beseitigt und die V c r s i ch c r u n g f ü r den Fall der Arbeitslosigkeit und die sehen, das? es Zeit sei, Stunde zu cinigrii» denn sonst an den Gräbern m ässe Ni Znimer deutlicher zeigt sich, das? die provokative Besetzung des Wiener Parleihauses und die Schwechater Waffensuche den Zweck haben sollte», in Oesterreich eine Reichstag«- b r a n d st i m m n n g zu erzeugen. Da« geht aus der Durchsuchung de« Parleihauses und aus der darüber auogegebenen amtnlichcn Nachricht eindeutig hervor. In tendenziöser Weise wurden darin unwahre Behauptungen ausgestellt und mit Vorfällen, die sich vor einigen Tage» abgespielt hatte», vermengt, um auf diese Weise eine P a» nil in der Bevölkerung gn erzeugen. Hier hat aber Herr Vizekanzler F e y, dessen i Regie an sei» reichsdeutschrs Vorbild nicht heranreicht, vollkommen daneben gegriffen. Die Wiener Presse bringt die amtliche Meldung so" au«.. mslos ohne Komm e n- tar in bescheidener Aufmachung. Inwieweit hier ein höherer Auftrag mitgespirlt hat, ist noch nicht ganz geklärt. Auch die Rolle des Doll'üs in dieser Frage bedarf noch der Durchleuchtung. Inzwischen wurde fleißig weiter nach Waffen gesucht. Das Gebäude der„Arbeiter- Zc i tun g" war die ganze Nack't hindurch und aug während des heutigen Tages von einem starken Polizei-Deta^ uent besetzt, daü den ganzen heller durchgrabcn ließ, natürlich ohne den geringsten Erfolg zu haben. ES wurden alle Keller aufgegraben, selbst die betonierten 8-ödcn wurden ausgestemmt. Diese Maulwurl-arbeit lvurde, obwohl sie vollkommen ohne Ergebnis blieb, unermüdlich bis in die späten Abendstunden fortgesetzt. Da die Verwaltung deS Parteibanscs schließlich den deutlichen Eindruck gewann, das; diese ganze Aktion ntr.r ein Vorwand ist, um in daö Parteibaus eine ständige Polizeikontrolle einznschmug- geln.'wurde beim Polizeipräsidium und beim Chef des SicherhestSwesenS Beschwerde erhoben. Darauf erhielt man die Antwort, der Chef des Sicherheitsdienstes fei sehr erstaunt, daß die Polizeiaktion noch fortgesetzt knnzlerv Dr. Fey über die Ereignisse in de» letzten Tagen trilznnehmen. Man kann diese Einladung nicht anders auslegen, als daß Maßnahmen beschlossen werden sollen, dir entweder eine Auslösnngder Partei oder die E i n s r tz n n g ei n e S R r- gicrungskommissäro sürWien bezwecken. Allerdings glaubt man, daß diese Maßnahmen zwar heute beschlossen, aber nicht vor dem morgigen Abend veröffentlicht werden, da es in den letzten Monaten bei der österreichischen Rrgiernng üblich wurde, einschneidende Maßnahmen gegen die Arbeiterschaft am Samstag zu verkünden, da man glaubt, da mit die Gefahr eines Generalstreiks wenigstens für die nächsten Stunden abznschwächrn. Kunschak rar Legalität Einheitsfront mit den Sozialdemokraten im Wiener Gemeinderat Wie groß aber dir Gegrnsätze innerhalb der Regierung selbst sind, haben bezeichnende politische Ereignisse des hentigrn Tages bewiesen. Die Heimwehr sandte gemeinsam mit der vaterländische« Front heute eine Deputation zu dem niederösterreichische« Landeshauptmann Dr. R e i t h e r, um ihm ähnlich wie in den anderen' Bundesländern die faseistischen Gleichschaltungsforderungen zu überreichen. Der Landeshauptmann, der erst vor tvenigen Tagen den Bauernaufmarsch nach Wien einbern- seu hat und dort alS besonderer Vertrauensmann? des Bundeskanzler Dollfuß gefeiert wurde, ließ I tnngen, die sic veröffentlichen. Um diesen seine» Appell stimmte>k u n s ch a l das erstemal seit vielen Jahre» gemeinsam mit der sozialdemokratischen Mehrheit für das Finanzgcsel? der Gemeinde Wien, und mit ihm anch die gesamte christlich soziale Opposition! die Nachrichten der schließen ließen, daß dein A u s b r n ch rechnen müsse. Die Lage ist demnach gegenwärtig»och voll lommrn verworren. ES wird setzt vor allem da von abhängen, welche Beschlüsse der heutige Mi uisterrat faßt und waS über diese Beschlüsse br kann« wird. Welche Folgen die Einsetzung eines RegirrnngSkonimissärs oder die Auflösung der Partei hätte, ist a«S zahlreichen Ertlärnngrn der sozialdemokratischeil Partei eindeutig tlar. Ein ähnlicher Vorfall, der für die vollkommene Zerfahrenheit im RegiernngSlager bezeichnend ist, spielte sich heute i m W i e n e r Rathaus ab, wo in der Gemeindernts- sitznng der Führer der Wiener christlichsvzialen Partei, Gemeinderat Knnscha t» eine große | politische Rede hielt, in der er erklärte, es sei ! Wahnsinn, was fetz) in Oesterreich im | Glrtchschaltungswnlm getrieben werde. Solange es Weltanschannngen gebe, müßten auch> Parteien bestehen, und man möchte endlich ein-! * B Die Unruhe in den Wiener großen Betrieben I hielt auch heute den ganzen Tag an und fand in mehreren spontanen Betrieb snieder- ilegungen Ujreit Ausdruck. Wie aufgeregt man nicht nnr in der Brvöl- lernng, sondern auch in den höchsten Regierungskreisen die Lage beurteilt, zeigt die Tatsache, daß Bundeskanzler Do l l f n ß» der gestern abendS bereits zur Abreise von Budapest nach Wien bereit war, wenige Minuten vor Abgang deS Zuges durch einen Eilboten der Gesandtschaft dazu veranlaßt | wurde, feine Reise aufzn schieben, da werde; seines Wissens sei sie bereits längst| ergebnislos abgeschlossen. Es stellte sich heraus, daß Herr Fey die Polizei im Parteiheim noch stundenlang belassen halte, obwohl die amtliche Leitung des Sicherheilswesens längst davon verständigt war, daß von einer Aktion keine Rede mehr sei. Tatsächlich wurde erst in den späten^ R a ch m i t 1 a g s ft» n d e n das ParteihauS. geräumt Auch in den Arbeitet Heimen in Meidling und Alsergrund wurde nach Waffen ye-! sucht. In Alsergrund fand man beim Hauswart i einen— Gummiknüppel! Die Waffensuche bei der Zkonsum-Genossenschast Wien brachte z>v e t Stahl r uten als Ausbeute. Im übrigen ist es kein Geheimnis, daß unsere österreichischen Genossen Waffen besitzen. Das wurde in PaclamentSsitzungen offen zugegeben. Aber es ist überaus naiv, zu glauben, daß man diese Waffe nin Räumen, die I schon wiederholt nach Waffen durchsucht wurden» ausbetvahrt werde! Die vom Miilister Fey befohlenen Waffen-! forschnngrn sollen nur provozierend und! b e n n r uh i g e n d wirken, damit die Heim- tvehren ihre dunklen Pläne weiter verfolgen können. Diesen Zwecken sollen weitere Waffe n s n ch e n dienen, dio im Kreditinstitut der Zentralsparkasse der Stadt Wien, im Kredit- Institut der Arbeiterbank, in der Arbeiter-Kran-, kenkasse und anderen Instituten vorgmommen werden solle». Alle diese Waffensuche» sollen den Borwand für weitere Berhaftüngen führender Parteigenossen bieten. Wie wir auS zuverlässiger Quelle erfahren, liegen auf dem Tische deS Ministers Fey Haftbefehle gegen den ehemaligen Borsitzenden deS aufgelös en Schutzbundes, den Nationalrat Dr. JnliuS Deutsch, und seinen Stellvertreter, dm Genossen Karl Heinz. Beide» solle» Hochverratsverfahren angehängt werden. Mel SamStag. 10. Feber 1934 ÜLU Mit Volldampf zum DttrUcricricit* Jetzt ober nie— baß ist offenkundig der Gedanke, von dem sich die christlichsozialen Austrofascistcn nm Döllnitz bei der Mobilisierung der Heiinwehrbanden in den BniidcSlän- dcrn ebenso wie bei den Wassensnchen in Wien m»d anderen Städten leiten lassen. Mussolini, von dem sie ihren Geist und ihre Weisungen gebrauchsfertig beziehen, drängt zu einer Entscheidung. Frankreich hat keine Negierung, die akiioni'fähig nach nutzen wäre und die Lebens- schwäche der Regierung Dollsntz nimmt von Tag zu Tag zu. Es scheint der Regierung der letzte günstige Moment gekommen zu sein, um au die Verwirkliilnmg ihrer versalsunge-brecherischen Absichten zu denken. Die Mobilmachung der .Heimwehr in den Ländern soll sie für den lang- ersehnten„Marsch aus Wien" bereit machen, die Waffensliche hat den Zweck, eine Situation und Stimmung zu schasien. wie sie von den Goe- rings und Goebbels durch den von ihnen arrangierten Reichstagsbrand erzeugt worden ist. Schaudernd sollte der österreichischen Bevölkerung durch die Auffindung grotzer Wasfenlager vor Augen geführt werden, welches erschreckliche Los der„Marxismus" ihr und der von Harmlosigkeit erfüllten Regierung zu bereiten plante und wie es nur der Weisheit und dem festen Zupacken des Herrn Dollsutz zu verdanken ist, datz das geplante Derbrechen im letzten Augenblick verhindert wurde, was ihn im bengalischen Lichte als Retter Oesterreichs erscheinen lietze. Die Ergebnislosigkeit der Waffensuche in den sozialdetnokratischen Darteihäusern und Qrgani- sationen hat das Konzept ein wenig gestört, aber da§ hindert den Vizekanzler Feh nicht, dltrch die Wiener Polizeidirektion einen Bericht verbreiten zu lassen, der in der Lügenwerkstatt eines Goebbels abgefatzt sein konnte. Tatlsende Stück Sprengkörper seien bereits gefunden worden und ein einziger davon hätte genügt., um ein Gebäude in die Luft zu sprengen. Die gefundene Menge hätte ausgereicht, um ganze Stadtviertel zu zerstören. Was sich hinter diesen Greuelmeldungen verbirgt, das ist nichts anderes als die Sehnsucht. endlich eine Gelegenheit zum Anlaus gegen daS verhaßte„rote Wien" und gegen die Sozialdemokratie überhaupt herbeizufiihren. Dann» die Mobilisiening der Heinnvehren, deren Aufgabe eö ist, einen Ring um Wien zu bilden, darum die unaufhörlichen Heraussorde- ilingen der sozialdemokratischen Arbeiterschaft. Die Maske, die sich Dollsutz lange genug vorhielt und die ihn in de» Augen eines vertrauens seligen Auslandes als Streiter wider die braune Gefahr erscheinen lassen sollte, ist endgültig gefallen. Wer tiefer blickte, hat nie an die Kämpferrolle des Dollsntz gegen den braune» Faicismus geglaubt, obwohl er sich gerne darin gefiel, der staunenden Welt in dieser Pose zu erscheine». Hätte er je ernstlich den Fascismns bekämpfen wollen, dann hätte er nie dessen ganze Ideologie zu der seinen machen dürfen, denn dadurch hat er ihm»richt den Wind aus den Segeln genomnien. vielmehr alles getan, um ihn zu rechtfertigen und der braune FasciSinuL hat in ihm nicht einen grundsätzlichen Gegner, 'sondern lediglich einen Schmutzkonkur- re n t e n gesehen. Deklamiert hat Dollfuß unendlich viel gegen dm Hitlerschen FafciSmus. |aber es war doch nur ein Scheinkampf, den er gegen ihn führte, und man weiß, wie oft er | mit Deutschland verhandeln wollte und wie zart er die hakenkreuzlerischen Führer behandelte, einige von ihnen sogar im Augenblicke, da der nationalsozialistische Terror mlsS höchste ange- stiegen war, aus der Haft entließ. Mit voller Strenge ging die Regierung nurgegendie Sozialdemokratie vor, deren Nieder- ringung im Mittelpunkt ihres Strebens stand. Worauf Dolliutz auSgeht, das nennt er die „christliche Crneuenmg" Oesterreichs. WaS darunter zu verstehen ist, das hat dieser Tage ein sehr einflußreicher Herr, der sich„Patriot" nennt im christlichsozialen Wiener Hauptblatt auSgeplaudert, indem er den letzten Beschluß deS \ sozialdemokratischen ParteirateS als von„einer unwahrscheinlichen Instinktlosigkeit" diktiert er- klärt und fragt, waö denn der Sozialdemokratie einfalle, jetzt noch vom allgemeinen Wahlrecht und von Koalitionsfreiheit zn sprechen. Damit sei eS endgüüig vorüber. Aenderung der Verfassung auf verfassungsmäßigem Wege? Löcher lich! Solche demokratische Methoden gehören der Vergangenheit an! linier christlicher Erneuerung ist demnach nichts anderes zu verstehen, als die Nachahmung deS Hunnenterrors, die Versklavung der Arbeiterschaft, die Ausmerzung aller politische» und sozialen Rechte der Massen. Oesterreich wehrhaft und widerstandsfähig gegen Hitlers AnnektionSgeliiste zu machen, daS hat die Dollsutz-Regierung bewußt unterlassen, nichts liegt ihm am Herzen anderes als die Unterjochung der Arbellerschaft. Gegenwärtig stehen die Dinge auf Biegen oder Brechen. Der Heimwehrfascis- muS spielt seine letzte Karte aus. Eine kleine Minderheit, deren erbärmliche Schwäche offenbar würde, wenn Neuwahlen ein Volksvotum ermöglichen würden, schickt sich an, eine Diktatur. Herrschaft zu errichten, Recht. Gesetz und Berfas- sung in den Staub zu treten. Alls kein anderes Recht gestützt, al» auf den Besitz der staatlichen Machtmittel und der Äommandogewalt über bewaffnete Bürgerkriegshorden. WaS sie bis heute noch zurückgehallen hat vom entscheidenden Schlage, daS ist die Ungewißheit, inwieweit Mit einem bewaffneten Widerstand der sozialdemokratischen Arbeiterschaft zu rechnen ist. Fürs Leben gern hätte sie noch vor der Enizündung der Brandfackel die Entwaffnung der Arbeiterschaft durchgesübrt. Wie eS mit dein Besitz van Waffen bei dieser steht, darüber werden ihr weniger die Hauodurchsuchungen als der Augenblick Aufschluß geben, in dem sie die Verruchtheit aufbringt, den Bürgerkrieg zu entfesseln. Und ein solcher wird es werden. wenn Dollfuß den geplanten Streich, der vielleicht schon in den nächsten Stunden eriolge» wird, durchftihren sollte. Noch besteht die Hoffnung, daß die Rei- j gung der Arbeiterschaft, sich tviderstandSloL ab- schlachten zu lassen, nicht gestiegen ist. CS steht vielmer zu erwarten, daß sich die ästerr. Arbei- terschaft sich nicht ohne die verzweifeltste Gegenwehr in daS ihr zugedachfe Schicksal eines fasei- stischen JocheS beugen wird. WaS nach einem Bürgerkrieg von der Wirtschaft Oesterreichs noch übrig bleiben wird und ob dann noch irgendwelche Garantien gegeben sein werden, daß das Land nicht unter die Herrschaft deS braunen FasciSmuS gerat, daü werden sich dann jene Diplomaten zu fragen und jene zu verantworten haben, die in rührseligem Vertrauen in Dollfuß den Bock zum Gärtner gemacht haben. Malypetr Im Rundfunk Heute nm 13 Uhr 10. Prag, 9. Feber. Samstag, den 10. Feber, um 13 Uhr 10 wirb der Vorsitzende der Regierung Malypetr im Rundfunk über die gegenwärtigen wirtschaftlichen und finanziellen Fragen sprechen. Europas voppeisesicht Vie konservative Mehrheit schwindet London, 9. Feber. Bei den Ergänzungswah- len zum Unterhaus in Ca m b r i d g e wurde der Konservative Major Tufnell getvähü, der 14.896 Stimmen erhielt. Der Kandidat der La» bour-Partv, Dr. Wood, erhiell 12.176 Stim« weil, der Kandidat der Liberalen, MaeFadtzan 2028 Stimmen. Bei den letzten Wahlen in Cambridge betrug die konservative Mehrheit gegenüber dem Kandidaten der Labour-Party 14.795 Stimmen. Zusammenarbeit zwischen Kommunismus und Fascismus wird noch durch Bankette gefeiert Rom, 9. Feber. Anläßlich deS 10. Jahrestages der Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Italien und Sowjetrußland veranstaltete der Sowjetbotschafter in Rom ein offizielles Bankett, an welchem die Mitglieder der italieyi- schen Regierung sowie die diplomatischen Vertreter der Türkei und llngarns teilnahmen. Der italienische Botschafter in Moskau veranstaltete ein Bankett zu Ehren des Volkslommiffärs für auSIvärtige Angelegenheiten Litwinow. 12 Jahre Gefängnis für den mißlungenen Monarchistenpatsch Madrid, 9. Feber. Nachdem bereits vor einigen Wochen 32 Militärpersonen wegen deS Umsturzversuches vom 10. August 1982 freigesprochen worbe» lvaren. wurde am Donnerstag das Urteil gegen sieben Offiziere verkündet. I Sechs Offiziere erhielten je 12 Jahre und einen Tag Gefängnis, außerdem wurden sie aus dem Heere miSgeschlosie». Ein General wurde zn 12 Jahren Festung verurteilt. Französisch-englischer Zollkries? England droht mit Represialien. London, 8. Feber. Wie verlautet, hat die I britische Regierung der französischen Regierung s angedeutet, daß sie hoffe, daß die unterschiedliche Regelung der Koutigente, die gegeit die Einfuhr britischer Waren nach Frankreich gerichtet sei, aufgehoben werde, da sonst die britische Regierung Vergeltungsmaßnahmen tres• feit würde und ab Montag kommender Woche zusätzliche Zollsätze aus die Einfuhr aus Frankreich setzen würde. Vkrainer-Verfoisunsen in SowjetruBland Wie uns auS der Solvjet-Ukraine gemeldet tvird, hat die russische Regierung eben jetzt einen BernichttmgSfeldzug gegen das ukrainische kulturelle lind politische Lebeir unternommen. Nach der Ausschließung einiger tausender Kommunisten ukrainischer Nationalität aus der Partei sind die bedeutendsten von ihnen nunmehr verhaftet worden und man bereüet in Charlolv einen Monstre- prozeß gegeil die ukrainischen Kommunisten vor. Ilnter den Angeklagten nenilt die Sowjetpresse den ehemaligen llnterrichtSkommissar der Sowjet- ulraine Schumskij, das Mitglied des Zentral- vollzugöausschusseS der ukrainischen SolvjctS R i t s ch y tz k i j, den kommunistischen Redakteur und Uebersetzer der Werke von Marx und Engels ins Ukrainische W i k u l und viele andere. Die ukrainischen sozialistischen Parteien haben anläßlich dieser Verfolgungen einen Ausruf erlassen, in welchem sie die Sowjetregierung der rücksichtslosen wirtschaftlichen Ausbeutung des ukrainischen Volles anklagen, welche die schreckliche Hungersnot in der Ukraine verursacht hat. Die ukrainischen s Sozialisten protestieren gegen die Unterdrückung der ukrainischen Kultur und Sprache in der So- tvjetunion und gegen die Verfolgungen der ukrai« ilischen Sozialisten und Kommunisten. Insbesondere protestieren die Vertreter der nlrainischen sozialistischen Parteien gegen die Versuche der russischen Sowjetregierung die ukrainische Freiheitsbewegung als eine„Jutrigue des internationalen FasciöinuS" darzustellen. Die ukrainischen sozialistischen Parteien erklären für die Befreiung des ukrainischen Volkes unter dem Banner der Freiheit und Demokratie, weiierzulämpfen. 20 H. M. fte Jono: DersrMngen» Hacke ün Xtwnon in- wer CpteoUat Autorisierte Uebemetamg nun dem HolWndlsrhen von E. R F u c h n. Hits Himmel, WaS tvürde er alles zu erzählen haben, wie sollten ihneil die Augen hervorquellen! .. Die Dreckfabrik?... Keinen Fuß setzte er mehr da hinein! Seinethalben konnten sie verrecken bei ihrem Staubhaufen und dem Hungerlohn I Der König selbst tvürde für bessere Arbeit sorgen, hatte er gesagt. Der König, sozusagen sein Freund! Hatte er ihm nicht zweifelsohne eine Hand gegeben? Ja doch!... Und auch Mutter Zanzi erträumte wahre Herrlichkeiten von einer wohlbestallten Erisieuz. faul und fein, viele Dassen Kaffee und endlose Gespräckie mit geschwätzigen NachbarSsrarten... Die Wäsche würde sie nicht mehr selbst waschen und tveih Gott, vielleicht würde sie auch eine Scheuerfrau siir die Schmutzarbeit halte»!... Ungeahnte Möglichkeiten er- iiffneten sich vor ihnen... lind Peter sah sich selbst in galdstrotzender Uniform auf einem feurigen Roß. einen blitzenden Säbel über beit federngeschmückten Kakpack schwingend, an der Dete eines iNeiterregiments gegen den Feind stürmen, einen Sieg nach dem anderen erkämpfen, ein strahlender Gewalthaber, ein unüberwindlicher Held, von dem die Geschichtsbücher übervoll lvaren... General Peter Zanzi... Der Feldmarschäll des Reiches ... Da würde man eüvas erleben!. Und tvieder hatten die Zeitungen Stoff füri rührende und aufregende Erzählungen über die Unterhaltung im Palast, über die goldene Ehrenmedaille deS jugendlichen Helden, die fiinfhundert Taler, die die Eltern erhalten hatten und daS väterliche Versprechen des guten Königs, für die Zukunft der ganzcn'glücktichen Familie Zanzi zu sorgen. Später erschien daun noch ein kleiner Bericku, daß der ost erlvähnte Zanzi eine Anstellung im königlichen Marsiall erhalten hatte und die Erlaubnis, ein kleines Kaffee in einem freundlichen HauS, nahe dem",?ark, zu eröffnen, das ihm wob! tvollend als Amtswohnung zugewiesen worden war. Dainil war alle Sensation und Anfregnng rund um das wundersame Abenteuer der beiden Peter zn einem glücklichen Ende gekommen, und nur noch in seinem kleinen Kaffee erzählte der zu Tränen gerührte Kastellan, lvenn er zu tief ins GlaS geguckt hatte, was sich immer öfter ereignete. gerne die ganze Geschichte neuen Gästen oder zufällig eintehrenden Fremden und sein Verhalten zum König wurde in den Erzählungen immer brüderlicher und die Einzelheiten bei- jedesmaliger Wiederholung romantischer. Al>er Frau Zanzi wusch ihre Wäsche selbst und hatte keine Frau für die Schmutzarbeit, und selbst tat sie sich auch nicht viel an, denn der Kaffee und die geschwätzigen Nachbarsfrauen waren das einzige von ihren hochfahrenden Träumen, auf daü sie nicht hatte verzichten wollen... Aber eigentlich hatte sie daü vor dem großen Geschehnis, das ihr Leben hätte hinaufschnellen sollen, auch schon gehabt. lind Peter ging etwas fleißiger zur Schule, weil ein zukünftiger Feldmarschall des Reiche- nicht gar zu dumm sein dürfte, wenn er Erfolg in seiner Laufbahn haben sollte... Doch niit dem Kronprinzen kam er nicht mehr zusammen. Zweite Episode i. Ein lauer Frühlingsabend über der kleinen, alten Universitäöstadt. Die Lust erfüllt voni Wohlgeruch drängend treibende» und fchwellen- ! den jungen Lebens. Ans den Grachten steigt der I kräftige Bodenduft deö gärenden Schlammes, Ivo unsichtbare Wasserpflanzen in den faulenden ileberrestcu vergangener Jahreszeiten keimen. Tie Linden en l fallen ihre zart grünenden, durchsichtigen Alätlchen. die gierig dem Hauch des lei- j sen FrühliugswindeS enigcgensprosseu. Die Kastanien blühen, ihre weißen Kerzen stehen bleich in der sinkenden Dämmerung, im grünen Schimmer der sich erschließenden fingerförmigen Blätter. Hinter alten Gartenmauern steigen Wolken würzigen Fliederduftes enipor. Das Leben erneuert sich, bricht gewaltsam hervor, durchflutet die Atmosphäre mit rätselhaftem Zauber und durchdringt alles Sein mit drängendem, sich regendem SchöPsuitgLwillen, schwül, ungestüm, schwermütig und unbezähmbar, llnrast, Wanderlust, unbc- sttmmteS Verlangen durchströmt die Menschen- Herzen. Ahnungen nngekanntcr Möglichleiten leuchten auf in ermüdeten Augen, gebeugte Häupter erheben sich, in erloschenen Herzen entfackieu sich Erinnerungsfunken zn zitternden Flännuchen der Erivartung. Die düsteren Zeiten sind vorbei, nun siegt Sonne und Licht und bringt Wärme, Blumen, Düfte; alles ist plötzlich anders geivor- den, Besseres winkt in nächster Zukunft. Warum spllte nicht für jedes arme, scheue Menschenherz «in Hauch des Glücks wehen In diesen duftgesat- tigten Brisen deS schwülen, verliebten Frühsom- merabendü? Die Straßen sind erfüllt von summendem Leben. Festlich erklingen snnge Stimmen in lautem Lachen, wie rote Fahnen flackern fröhliche Schreie auf über dein Gemurmel von vielen hundert plaudernden Stimmen. Junge Leute singen eine Strophe eines banalen Liedchens und es klingt wie die reine Weise einer Schalmei. Häuser sind über und über nsit Blumen geschmückt, von Ballonen hängen gewichtig-wogende Teppiche und farbenfreudige Seideutückier. Von den Giebeln flattern Fahnen knapp über den Häuptern der träge dahinflutenden Menschenmenge in der abendlichen Stadt. Die Grachten entlang hängen I Lichtgirlanden wie Geivinde glühender Blumen und das dunkle Wasser schaukelt gleich fließendem, gleißendem Gold zwischen den llfern. an denen sich iintensarbig die lnospcnden Bäume im Lichter- j glanz reihen. Aus dem Marktplatz, inmitten von vornehmen alten Giebeln, die mit aufgereihtem Flämmcheu beleuchteten Konturen scharf in die Nacht gezeichnet, schmettert auZgetassene Blechmusik und die Trommel dröhnt düstere Erregung zwischendurch. Am Platz wird getanzt, wild und hingerissen, biö plötzlich die Musik mit schrillem Diskant der Tschinellen nbbricht und ein Jubelschrei aussteigt, Händeklatschen und Bravorufe... Ein Fest wird gefeiert in der alten Universitätsstadt. Die Hochschule begeht ein gewichtiges Jubiläum und die ganze Bevölkerung wird hineingezogen in den Freudenrausch, daS ausgelassene Johlen der Studenten. Sie hat die Stadt geschmückt mit Ehrenpforten und Blume» und Laubgewinden und zu den Kosten der feenhafien Beleuchtung der Grachten und Plätze bcigetragen und vornehme Repräsentanten au» ihrer.Mitte haben an dem großen Bankett teilgeuommen und tzen Senat begrüßt. Und an diesem bedeutendsten Tag der Festwoche sind die Arbeitsstätten und Fabriken geschlossen und die Bevölkerung, vermehrt um Tansende von Fremden, hat den ganzen Tag mit fröhlichem Lärmen die Straßen erfüllt und sich in den phairtastisch prnnkhaften, historischen Aufzug bewundernd vergafft, festlich gegessen und getrunken, da eS ja gemäß einer langen Tradition auch ihr Fest ist. Nun ist eS Abend geworden. Die Freude, die stimmungsvolle, ausgelassene Fröhlichkeit steigt und tönt wie chaotische Musil durch die Straßen. Ueberall Ivird gesungen unb gejohlt; die ganze innere Stadt ist voll festlichen Lärmes, tosend und roh. denn daS Trinken hat die Gemüter erhitzt und die Köpfe benebelt. (Fortsetzung folgt.) St« SamStag, 10. Feber 1034 CSeHt 8 Kölner Kardinal i toel Hitler| Berlin, 0. Feber. Amtlich wird milgeteilt:> Ter Reichskanzler empfing nm Donnerstag den: Aa rd i n a l c r z b i f ch o f von Köln in zweistündiger Audienz. Knebelung 6er KstKottscKen ZugenäverdSnde Man wird, tvohl nicht fchlgehen in der Annahme, daß Gegenstand der Aussprache das scharfe Vorgehen gegen die katholischen Jugend- verbände in Westdeutschland war. Wie diese Verbände trotz aller Zusicherungen bei Abschluß dcS, Konkordats rücksichtslos unlerdrückt werden, geht auch aus folgender amtlicher Meldung aus Düsseldorf hervor: Ans Grund mchrfachrr Zwischenfälle hat dir' «taatspolizeistellc Düsseldorf im Interesse der öffentlichen Ordnung für den Gesamtbrreich des RegicrungsbczirirS Düsseldorf eine Anordnung getroffen, wonach den konfessionelle» In» gendvcrbänden bis ans weiteres jedes geschlossenes Auftreten in der OeffrnKichkeit, jedes. Führen von Fahnen oder Wimpeln, daS Tragen von Kleidungsstücken und Abzeichen, die den Träger als Angehörigen dieser Organisationen kenntlich mache», sowie jede sportliche oder volkSsportlichcBe- tätigung untersagt wird. ein Pöstchen für Seldte Berlin, 0. Feber. Der Stabschef der SA Röhm hat ein Quartier m ei st eramt im Stab der obersten SA-Führung errichtet. Ches dieses Amtes ist Obergruppenführer Seldte. Scharfe Maßnahmen im Memelsebiet gegen die wachsende Nazi- Agitauon Kowno, 0. Feber.(Amtlich.) Einige Monate hindurch machte sich die ungesunde Agitation in den deutschen politischen Kreisen im Memel-Gebiet bemerkbar. Es bildeten sich vor allem zwei Lager, das eine unter N e u m a n n, das andere unter Pastor Satz; beide Gruppen konkurrierten miteinander, lvas die größere Treue zu den Prinzipien des Nationalsozialismus anbctrifft. Diese Rivalität und Agitation durchsetzte gewisse Kreise mit germanischer Tenden», sie wühlte die Bevölkerung ans, säte Uneinigkeit und bedrohte die öffentliche Sicherheit. Die Behörden haben deshalb gclvisse Maßnahmen ergriffen, damit die Ruhe und Ordnung erneuert werde, doch Ivar damit die beabsichtigte Beruhigung noch nicht eingetrctcn. Aus diesem lbrunde kamen die SichcrhestSbehörden zu dem Schlüsse, daß eS notwendig sei, vollkommen jede Agitation im Ke im c zu ersticken, welche die Sicherheit des Staates bedrohte. Die Sicherheitspolizei nahm heute normit- tagS auf Grund von überführendem Dokumentenmaterial Hausdurchsuchungen bei den Hauptfüh- rcrn, sowie in den Büros der genannten Parteien vor und verhaftete mehrere Führer derselben. Die Untersuchungen tverden fortgeführt. ßalhanpahl unlerzeidinet Athen Im naggenschmuck Athen, v. Feber. Um 12 Uhr mittags wurde in feierlicher Weise im großen Sitzungssaal der Akademie zu Athen der Balkanpakt unterzeichnet. Der Text des Paktes wurde nach dessen Unterzeichnung sofort den Pressevertretern bekanntgegeben und auch an alle Großmächte versendet. Bei herrlichen! Wetter wurde sodann eine Militärparade abgchalten; sämtliche Glocken aller Kirchen von Athen und Umgebung wurden geläutet. Die Akademie umgab eine unübersehbare Menschenmenge, die die vier Außenminister mit Beifallsklatschen empfing. Alle öffentlichen Gebäude Athens tragen Flaggenschmuck. Der Pakt umfasst nur folgende drei Artikel: 1. Griechenland, Rumänien, die Türkei und Jugoslawien garantieren sich gegenseitig die Sicherheit aller ihrer Balkangrenzen. 2. Die Vertragsparteien verpflichten sich, über Maßnahmen ein Einvernehmen zu treffen, die im Hinblick auf Eventualitäten zu treffen wären, die ihre Interessen berühren könnten, wie sie durch daö gegenwärtige Abkommen bestimmt sind. Sie verpflichten sich, leine politische Aktion gegen irgendein anderes Balkanland (Bulgarien oder Albanien) zn unternehmne, das daö gcgcntvärtige Abkommen nicht unterzeichnet hat,ohne vorhergehendes gegenseitiges Einvernehmen zu untcrnchinen, und keine politische Verpflichtung gegen ein anderes Balkanland ohne Zustimmung der anderen Vertragsparteien zu übernehmen. 3. Das gcgentvärtigc Abkommen tritt in Kraft, wenn es von allen Vcrlragsmächtcn unterschrieben ist und Ivird so bald als möglich ratifiziert werden. ES wird allen Valkanländern offenstehen, deren Beitritt Gegenstand wohlwollender Prüfung der Vertragsparteien sein wird, und trstt in Kraft, so bald daS andere Signatar- land seine Zustimmung mitteilt. Das Kabinett der Ministerpräsidenten Von den Neosozlallsten bis zur PariS, 9. Feber. Die Kabinettsbildung durch Donmergue stiess heute nachmitlngS aus zahlreiche Hindernisse, so dass er seinen Plan eines zur Hälfte aus Parlnmcnlarierir und zur Hälfte aus Beamten bestehenden KabinettcS nicht durch- sehe» tonnte. Ter radikale Klub sprach sich dagegen auS, dass„daS Kabinett der nationalen Konzentration der Reaktion als Waffe gegen die radi- kalsozialiftischc Partei diene", und erhob Einwendungen gegen die Wirdereinsehung der Präfekten C h i a p p e und R ö n a r d auf ihre frühere» Posten. Im lebten Augenblick lehnten H r r r i o t und T a r d i e u die Portefeuilles für Handel, bezw. Landwirtschaft ab: diese mussten nun zwei Radikalen zngcwicse» tverden, während Hrrriot und Tardieu Minister ohne Portefeuille wurden. Um halb 18 Uhr legte Donmergue dem Präsidenten der Republik folgende Ministrrliste vor: Ministerpräsidiuin: Gaston Donmergue Minister ohne Portefeuille: Edouard Her- rion(Obmann der radikalen Partei) und Andrk Tardien(Republikanische Mitte) Acußeres: Louis Barthou(Demokratische Union, Mitte) Justiz: Henry Chiron(Unabhängige, Mitte) Krieg: Marschall Peiain Kriegsmarine: Piclri(Repuvlilan. Linke) Fluglvescn: General Drnain Finanzen: Germain Marti»(Republikanischc Linke) Inneres: Albert Sarraut(Radikaler) Nationale Erziehung: Aimö Bcrthod(Radikaler) Landwirtschaft: Qneuille(Radikaler) Handel: Lamourraux(Radikaler) Oeffcniliche Arbeiten: Flandin(Republikanische Linke) Arbeit und soziale Fürsorge: Marqnet (Ncosozialist) Handelsmarine: William Brrtrand(Radikaler) Kolonien: Pierre Laval(Unabhängig) Gesundheit: LouiS Marin(Rechte) Pensionen: Rivollet(kein Parlamentarier) Post: Mallarmc(Republikanische Mitte) Daö Kabinett Doumrrgnc zählt 20 Minister» hat aber keine UntrrstnatSsclrctärr. Die politische Schichtung der Minister ist folgende: sechs Radikale,(fünf Debütierte, ein Senator), zwei Senatoren der Mitte, ein unabhängiger Senator, fünf Deputierte der Mitte, ein»»sozialistischer Deputierter, ein Deputierter der Rechten, eine ausserhalb der Parteien stehende Persönlichteit (Donmergue), zwei Generale und eine ausserhalb drö Parlamentes stehende Persönlichkeit(Ri- vollet). Dein Kabinett Toumcrgur gehören sechs ehemalige Ministerpräsidenten, n. zw. T o u m c r- äußersten Rechten gur, Hrrriot, Tardien, Barthou, Sarraut und Laval an. Dav Kabinett wird in der Kammer von der Rechten bis zu den Rrosozialisten eine breite Grundlage haben. IN Opposition werden sich brsindrn: die Sozialisten(annähernd 100), Kommunisten(10), die kommunisierendc Partei der Arbritervereini- gnng(9) und einige kleine Bestandteile der Partei der republikanischen Sozialisten und der Unabhängigen, so dass die Opposition höchstens 120 Deputierte betragen wird. Tie ganze Kammer zählt 61 ä Deputierte. Zusammenstöße mit Kommunisten Ein Polizist erschossen Vor 22 Uhr drangen einige hundert kommunistische Manifestanten, von Polizisten getrieben, in die große Halle des Pariser OstbahnhofeS und begannen die Kioschc und Bahnhofscinrich- tungen zu vernichten. Die Polizei eilte herbei und es entspann sich ein halbstündiger scharfer Kamps mit den Manifestanten, bei dem es ans beiden Seiten viele Verletzte gab. Ein Polizist wurde durch enicen Revokverschntz in den Kopf g c t ö- t c t. Die Manifcstanicn flohen schließlich zu der nahen St.-Foscf-Kirche und steckten sie in Brand. Die rasche hcrbcigcrufenc Feuerwehr löschte aber den Brand. Fm Stadtviertel M enilmontan kam eS ganz besonders zu scharfe» Zusammenstößen, bei denen zahlreiche Polizisten und Gardisten verwundet wurden, darunter einige schwer. Die Bevölkerung in den Häusern Sympathisiert mit den Manifestanten. Die Zahl der manifestierenden Kommunisten wird auf 10.000 Personen geschätzt. Es bleibt beim Generalstreik! i Toumergr hatte am Nachmittag eine Unter ! redung mit dem Generalsekretär des Allgemeinen ,-ArbeiternerbandeS(EGT) F o n h a u x, der er I klärte, dass der allgemeine Arbriterverband auf i dem montägige» Generalstreik beharrt, weil er sich gegen die die Beseitigung der Demokratie anstrrbendrn Diktaturen stellt. Der ! montägige 2 sstnndigr Proteststreik soll die feste! ! Entschlossenheit deS werktätigen Volkes zeigen, den i Tittatnrrn den Weg zu verlegen und die ösfrnt-| I lichcn Freiheiten sowie dir Freiheiten der Arbri- I terschnkt zu verteidigen. Via Rote Armee abwehrbereit Armeebelehl anläßlich einer Parade in Moskau Moskau, 9. Feber. Ans dem Roten Plap zu Moskau fand heute zu Ehren des XVI l. Parteitages eine große Truppenparade der Moskauer Garnison statt. An dieser beteiligten sich sämtliche Formationen und Truppengattungen. Auf der Tribüne nahm der Kommissar für KriegStvcsen W o r o s ch i l o>v den Vorbeimarsch der Truppen entgegen. Neben ihn: standen u. a. Stalin, Kalinin. Molotow, Kaganotvitsch, weitere Mitglieder der Regierung und die Delegierten des Parteitages. Nach einer Meldung aus Reval hat der russische KlicgS- und Revolutionsrat aus diesem Anlaß einen Armeebefehl erlassen, in dem cs u. a. heißt: Angesichts drö 17. Partelkongressrs bekundet die Rote Armee ihre unbedingte Treue zur Sache deö Sozialismus, ihre Kanipfbereitschaft und ihre Bereitschaft, in jeden! Augenblick und gegen jede» Feind anö- z u z i e h e n, um die sozialistische Heimat siegreich zu schützen. Die Rote Armee ist die einzige Armee in der Welt, die nicht für den Imperialismus bestimmt ist, nicht für die Eroberung fremden Bodens. Zusammen mit dem ganzen Lande, zusammen mit der Partei ist die Rote Armee bestrebt, den Frieden zu schützen. Aber unser S ch w r r t i st geschärft und bereit, jeden zu tref fen, die die friedliche Arbeit deö sozialistischen Landes zn bedrohen sucht. Derjenige, der eS wagen sollte, unsere Grenzen zn überschreiten, wird vernichtet werden. Am Donnerstag sprach auf dem Parteitag der Oberstkommandicrcnde der Roten Armee im Fernen Osten Blücher. Dieser legte ein Bekenntnis für Stalin und die Politik der Partei ab und bewntc, daß die gesamte russische Armee nur auf den Befehl w ar t e und f e r- t i g sei, für den Fall, daß Rußland angegriffen wüüe. 150 Seilen-IRemnrandum i über die llltler-Propaganda In Oesterreich London, 9. Feber.(Reuter.) Das Tolumcnt,! das die österreichische Regierung über die deutsche antiösterreichische Aktion dem britischen Außenamtc übersandt hatte, ist soeben dortselbs! cingctroffen. Tas Dokument zählt 150 Seiten deutschen Textes. Reuters Fnformaiioncn gemäß, wird der Text zurzeit übersetzt, doch konnten an offiziellen Stellen keinerlei Informationen über den Standpunkt der britichen Regierung erlangt lver- dcn. Einschrumpfen der deutschen Wirtschaft Berlin, 8. Feber. Nach den amtlichen Mitteilungen des Rcichöamts für Statistik ergibt sich, daß der Schrumpfnngsprozeß des deutschen AktienlapitalcS 1933 eine beträchtliche Fortsetzung erfahren hat. Die Zahl der reichSdcutschen Aktiengesellschaften, die Ende 1032 noch 9600 betrug, ist 1933 um 500 zurückgegangen. Im Dezember allein wurden 48 Aktiengesellschaften mit einem Nominalkapital von einer Milliarde aufgelöst. Zwar wurden auch Neugründungcn durchgeführt, denen aber auf der anderen Seite außerdem noch erhebliche Kapitalöherabsctzungcn gegcnüberstehcn. Die Statistik ergibt auch Ziffern über die Verschuldung der Länder. Sic stieg von 2,33 Milliarden auf 2,58. Allein bei den Hansastädten ergab sich eine Steigerung von 700 auf 751 Millionen.$i! Preußen beträgt die Steigerung 20 Prozent. Polnischer besuch in Moskau Warschau, 8. Feber, lieber Einladung der solvsetrussischen Regierung lvird sich Außenminister Beck am 13. d. M. nach Moskau zu einem zweitägigen Aufenthalt begeben. Die Reise wird den Charakter eines Gegenbesuches für den seinerzeitigen Besuch des sowjetrussischeu BvlkSkom« I missärs für auswärtige Angelegenheiten Tschi- t tscherin in Warschau tragen. Plag'Dich nicht nimm, Haben Sie je darüber nachgedacht, daß sich eine Hausfrau so viele Stunden ihres Lebens mit dem Wäschewaschen plagen muß? Wie unendlich mühevoll war diese Arbeit, als die Hausfrau die Wäsche noch reiben und rumpeln mußte! Heute braucht Wäsdiewaschen nicht mehr Kraft- und Zcitver- schwendung zu sein, denn heute gibt es Radion. Radion nimmt der Hausfrau die Arbeit ab. Es ist ja so einfach: A) abends die Wäsche einweichen, B) früh Radion In kaltem Wasser auflösen und die Wfisdie dann in der Lösung mindestens 15 Minuten kochen, C) die Wäsche erst warm, dann kalt schweifen, bis das Wasser klar bleibt... und fertig ist die Wäsche I Ohne Rumpeln, ohne Reiben schonend und rasch blütcnwclhe Wasche durch Radion. Repressalie Rußlands zur Befreiung Oimiiroffis Berlin, 9. Feber. Tao TAB meldet ans Mostnn: DaS von der Meiallgefellschaft A. G. in Franifnrt a. M. und deren drei Tochtergesellschaften in Moolnn nnterhnltene nnd dort seit 1928 registrierte Montage-Büro wurde durch die Towjetbehörden geschlossen. Tas gesamte Personal, einschliesslich deö Leiters w: rde verhaftet. Eine offizielle Benachrichtigung der Metallgesell- schast durch die Sowjetbehörde» ist nicht erfolgt. ES gelang bisher nicht, die Gründe für diese Maßnahme festzustellen, doch nimmt man an, dass diese Verhaftungen zur Befreiung Dimilroffs, PopoffS und TaneffS vorgenommen wurden. SamStag, 10. Arber 1034 St. 84 Schützen Sie sich itt A L PA Tagcsnoilglfciten *******'*““*'‘- 1* l»* w*’•*•’WWMW. II.KV: IUO1W11C0C neu geregelt worden. Bisher wurden für eine i rette von Gilbert. Deckeneinsturz in einer vor Krankheiten, welche das ungünstige Wetter mit eich bringt. Durch regelmäßige Massagen mit dem Menthol* Franzbranntwein IMS von von bin von vor Einfluß des Wetters auf Ihre Gesundheit ist groß! Ein Bollbart rauscht. W. D. Thaw macht» in jungen Jahren durch seinen Witz die ganze Welt lachen. Und seine dichterische Arbeit machte ihn berühmt. Der Humor Shaws ist in den letz, ten Jahren schal geworden; die politischen Aeußerungen des Dichters tragen immer mehr den Stempel bloßer Gefallsucht. Es gibt kein tiefernstes Problem, das ihm nicht zur Quelle Ächter Poffenreißerei würde. So mich die Kriegsgefahr, die man nach einer eben bekannt* gewordenen Aeußerung Shaws dadurch be- nieder. Die Feuerwehr wurde im Laufe des Abends mehrfach alarmiert, um Sturmschäden zu beseitigen. 11. a. stürzte auf das Gebäude des Kabaretts„Kaiserkrone" ein 13 Meter hoher eiserner Schornstein um. Er fiel auf einen anderen Schornstein, der gleichfalls zusammenbrach und durch das Oberlicht in den Saal dcs Kabaretts stürzte. Einer der Gäste erlitt eine I kämpfen muß, das; man den Krieg lächerlich macht. Das Mittel, dessen sich Shaw bedienen will.entbehrt nicht der närrischen Originalität: cs sind die Bombenflugzeuge, deren furchtbares Wirken den Krieg zu einer Lächerlichkeit stemple. ! Sie seien in Wahrheit Engel des Friedens.— | In den letzten Tagen hat Shaw das Begehren einer Nasierklingen-Fabrik abgelehnt, seinen Vollbart abnchmen zu lassen. Die ausgesetzte Belohnung habe ihn gelockt, schreibt er, aber sein Bart sei berühmter als seine Werke. Der Mann kann recht haben. Der Bart ist es, mit dem er neuerdings denkt. Der Ruf, den sich Shaw durch sein Hin- und Herpendcln zwischen Kommunismus und FaseiSmuS, durch seine ab- wechselnden Huldigungsreiscn zu Stalin und Mussolini verschafft hat, als nicht viel besser als etwa der des Herrn Litwinow. Durch fein neuer- lichcS Bari Rauschen aber hat er sich sogar in die Nähe des Gerhart Hauptmann begeben, der dem Beelzebub klatscht, ohne den Teufel mit ihm austreiben zu ivollc» Es darf allerdings nicht übersehen werden, das; der bodenlose Leichtsinn der in der Aeusterung Shaws über den Krieg zum Ausdruck kommt, Gemeingut der über- großen Mehrheit der Menschen ist. Biele von ihnen haben allerdings die Entschuldigung fiir sich, daß sie nicht Shaw heißen und keinen Bart tragen. Weiste Nabe» oder Anfang zur Preissenkung'? In Mäh r.-B u d w i tz hat die Bäckergenossenschaft die Bevölkerung mit einer erfreulichen Nachricht überrascht: Nach Verhandlungen mit den Müllern sind die Preise für Gebäck Die Verwandten haben nachts 200.000 Dollar als zeichnete» Stelle hinterlegt und sich feierlich ver pflichtet, zu der», daß die Polizei irgendwie gclegenheit e i n g r c i f e, infolnnge geld nicht überreicht fei und sich in den richtigen Händen befinden werde. Die Polizei hat nun- nuchr, wo der junge Bankier von den Verwandten tatsächlich an der bezeichneten Stelle anf- gesunden wurde, eine eifrige Tätigkeit entfaltet. doch besteht nicht viel Hoffnung, das; die gut organisierten Entführer ausgeforscht tverden könnten. Wenn die Luft feucht lat und kalte Winde wehen, ist Ihre Gesundheit durch Schnupfen, Katarrhe und Grippe am meisten bedroht, Sorg en Sie rechtzeitig für Ihren Organismus. harten Sie Ihren Körper ab und machen Ihn gegen die schädlichen Einwirkungen der rauhen Jahreszeit widerstandsfähiger. Befragen Sie Ihren Arzt! Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Sonntag Prag, Sender L. 6.-15: Gmnnastik, 7.36: Mm- geukonzcrt, 0.15: Unterhaltungskonzerts 10: Violinkonzert, 18.-15: Eozialinfonnationen, 17.45: Schallplatten, 18: Deutsche Sendung: Ein Sonntag im Egerland, Hörfolge, 18.50: Edwin Janc- tschck: Vorschau aus daö Musikprogramm, 10: Deutsche Pressemeldunen, 20.50: Orchesterkonzert, 22.25: Schramnielkonzert. Sender S. 14.80: Deutsche Sendung: Landwirifchast, 14.45: Arbeitersendnng: Dr. Robert Wiener: Bindung der Wirtschaft— Befreiung der Persönlichkeit. 15; Altprager FaschingSunterhaliungen.— Brünn 12.15: Blasmusik, 16: Bunte NachmittagSstimdc, 17.80: Klavierkonzert, 18: Deutsche Sen- dun g: Chorkonzert.— Preftburg 20.80: Liederkonzert.—.Unschön 11: Orchesterkonzert— Wien 17.20: Volkslieder, 19.80: Die Kinokönigin, Opc- Das Blut sta f e n im St.-Joscph-Sanatorium, in einer Enl- fernung von mehr als 1300 Meilen von El Paso. Daö Flugzeug wird in El Paso bereits von dem Arzte erwartet, welcher den dortigen kranken Bürger behandelt, der an einer Hirnerkrankung leidet und nach Ansicht des Arztes nicht anders als durch eine Injektion mit Malaria-Serum gerettet werden kann. Die Eprouvette, welche daö Flugzeug mit sich führt, ist in einem besonderen Kästchen eingehüllt, welches mit Sägespänen angefüllt ist, du auf einer T.'inperatur von etwa 87 Grad, d. i. der Temperatur des menschlichen Körpers, erhalten werden. Kopfverletzung. Winterwetter bei uns Prag- 9. Feber. Die tiefe Druckstörung, die den letzten 24 Stunden von Südskandinavien nach Westrutzland zog, hat auch in ganz Mitteleuropa heftige Stürme verursacht. Auf den Berggipfeln überschritt die Geschwindigkeit dcö Westwindes wiederholt 100 Stundenkilometer. In Letnany bei Prag wurden vor Mitternacht Windstotze bis zu 30 Sekundenmetern verzeichnet. In den Morgenstunden traten S ch n c e s ch a n e r ein, die jedoch nur in den GebirgSortcn von, größerer Ergiebigkeit waren. Trotzdem hat sich auch in den Niederungen der Republik wieder eine dünne Schneedecke gebildet. Auch in den mittleren Teilen des Staates, wo gestern noch Maxim« von-j-6 bis 8 Grad C erreicht worden waren, ist die Temperatur bis in die Nähe des Gefrierpunktes gesunken. Die Schncekoppe meldet ein Minimum von— 10 Grad C. Eine durchgreifende Bcsicrung dürste nicht eintreten. Der Nordivcst- küste Europas nähert sich eine neue atlantisch e D r u ck st ö r u n g. Krone vier Semmeln verkauft. Nach Einigung mit den Müllern haben die Bäcker verlautbart, das; sie von nun ab.6 Semmeln fürden- selben Preis abgcben werden. Auch die Fleischer und Selcher haben sich dieser VerbilligungSaktivn angeschlvsicn und die Preise von 1 bis 3 KL für das Kilogramm herabgesetzt. Unsere Konsumenten werden nun mit Recht die Frage aufwerfen, ob das, was in Mähr.-Bud- wib möglich ist, nicht überall möglich sein kann. Werden die Bäcker, Fleischer und Selcher dem Budwitzer Beispiele folgen? Riesige Goldsrndungrn nach Amerika. Der Dampfer Bremen hat 5 Millionen Dollar Gold nach New-Dork mitgebracht. Die„Berengaria" gestern 24 Millionen Dollar Gold. Dies sind die ersten Goldsendungen aus Europa, seitdem der Präsident den Dollar entlvertet hat. Die Dampfer„Deutschland" und„Paris" werden in der nächsten Woche 40 Millionen, bzw. 8 Millionen Dollar mitbringen. Der Dampfer„Washington" brachte 5,-100.000 Dollar in Goldbarren, die die Dank von Frankreich an die Bun- deSreservebank von Ncw-Uorl überweist. Tie Einführung der rcichsdcutschen Arbeitsdienstpflicht für die Studenten und Abiturienten beginnt, wie das BDZ.- Büro meldet, am 4. Mai und umfaßt vier Monate Arbeitsdienst und sechs Wochen S A-L a g e r d i e n st. Zur Arbeitsdienstpflicht sind auch nach der neuen Ordnung Abiturientinnen verpflichtet. Flugwesen und Medizin. In T i n c i n n a t i landete Mittwoch für kurze Zeit ein schneller Avion, welcher eine Eprouvette mit"ch sührt, gefüllt mit frischem Men scheu blut, welches villeicht das Leben eines— natürlich— reichen Bürgers in El Paso in Texas retten wird. :nt von einem Malariakran- Eine wichtige Neuerung iur Flugwesen Zum Schul; gegen Unfälle London, 9. Feber. DaS französische Luftfahrt Ministerium hat mit dec. r..MDM englischen Firma Handlet) Pags Ltd. lenvieriel von Rochester gebracht einen Vertrag abgcschlosien und dieser Firma eine bedeutende Summe für die den Erzeugern französischer Zivil- und Militärflugzeuge erteilte Lizenz zur Ausstattung der französischen Flug zeuge mit den sogenannten„Slot s" gezahlt Diesem Entschluß der französischen Regierung sind ausgedehnte Versuche vorausgegangen, die den volleii Beweis für die erhöhte Sicherheit der mit den selbsttätig beweglichen„Slots" ausge rüsteten Flugzeuge erbracht haben. Das britische Luftschifsahrtministerium führte bereits vor Jah ren die Slots als Standardauörüstung für bri tische Militärflugzeuge ein und ertvarb die Er- zcngungSlizenz dieser technischen Einrichtung um 100.000 Pfund Sterling. Im wesentlichen be steht diese technische Einrichtung aus kleinen Hilfstragftächen, deren Profil sich ge nau mit dem Profil der vorderen Kante der Haupttragflächen deckt und die automatisch vorgeschoben werden, sobald die Flugge schwindigkeit sinkt und sobald damit die Gefahr entsteht, daß das Flugzeug abrntscht, kopfüber abstürzt und ins Trudeln gerät, das zn 80 Prozent di« Ursache von Flugzeug- Unfällen bildet. K o p e n h n g c n, V. Feber. Der Sturm, der am Tvnnerslng Dänemark heimsuchle, war von orkanartiger Stärke. Der angerichletr Schaden läßt sich noch nicht übersehen. Dir Zahl der beschädigten Häuser in ganz Dänemark geht in die Tausende. Gewaltig ist dir Zahl der umgelegten Bäume, Mühlen und Schornsteine. Der Sturm hat insgesamt fünfTodrSopfer gefordert. Auf der Insel Minen ist rin Arbeiter beim Freilegen einer durch Banmsturz gesperrten Strafte von einem fallenden Baum erschlagen worden. Ein alter Mann ist bei der Anöbesserung des beschädigten Daches vor Anstrengung gestor- bett. Gruft ist dir Zahl der während des Sturmes verletzte» Personen, dir znm Teil ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen tnuftten. Der Eisenbahnverkehr weist grofte Verspätungen auf, da nmgestitrzte Bäume das Geleise versperrten. Zahlreiche Schiffe find anfGrnnd geraten. Ein schwedischer Dampfer ist gestrandet, dessen LOköpsigc Besatzung mit der üsrttnngslrine Land gebracht werde» mnftte. Im Hasen Kopenhagen ritz sich rin öOOO-Tonnendnmpsrr der Vertäuung los und wurde vom Sturm und her getrieben, bis er nach drei Stunden einem Schlepper wieder vertäut werden konnte. Sturm-Meldungen von überall BreSlau, 0. Feber. Nach Mitternacht ging über BrcSlan ein Winkcrgewitter mit starkem Schnccsturm Sturm Wer Europa Sttnf Lovepopfer tu DäuemarE 200.000 Dollar Lösegeld wurden sür den entführten Bankier Bremer bezahlt... Rrw-Uork, 8. Feber. Gestern nachts wurde den Verwandten des entführten Bankiers Bremer die Nachricht übermittelt, daß dieser in einem Automobil an einer einsam gelegenen Stelle 25 Meilen südlich von St. Paul, im Vil- W werden wird, nunmehr Dienstag Lösegeldö an der be- nenerdingS vorhin- in die Andas Lösc- Textllfabrik Drei Tote, zwei Schwerverletzte. Königinhof a. E„ 0. Feber. In der Textilfabrik der Fa. Josef S o ch o r stürzte heute gegen 11 llhr 20 Minuten eine Betondecke in der sogenannten„Farbküche"ein, unter deren Trümmern fünf Personen begraben wurden. Der Ingenieur der Chemie Henhch, der Tischler B o n ä e k und der Arbeiter H r d i n a wurden hiebei getütet, während die zwei übrigen Personen schwere Verletzungen erlitten und ins OrtSkran- kenhauS befördert werden mußten. Die llrsache deö Unglücks ist nicht belmmt. sDie„Farbküche" ist jener Raum, in welchen: die Farben gemischt werden. Anm. d. Red.) Wieder eine Hinrichtung in Hamburg Hamburg, 0. Feber. Die vom hanseatischen Sondergericht gegen Arthur Retzlag wegen MordeS ausgesprochene Todesstrafe ist an: Freitag morgens im Hofe des Untersuchnngsgefäng- niffeS durch Handbeil vollstreckt worden. Der Reichstatthalter hat von seinem Gnadenrecht leinen Gebrauch gemacht. Retzlag war K o m m u- nist und der Ermordung d«S Hitlerjun- g en Bloecker angeklagt. Drei weitere K o m m u n i st e n, die in der gleichen Angele- genheit angeklagt wurden und zu Todesstrafen verurteilt worden waren, sind zu lebenslänglichen Zuchthausstrafen begnadigt worden, weil, wie es in der Begründung heißt, die drei Personen als O h f e r der gewissenlosen Hetze der Kommunistischen Partei an- ßujehen seien. Die Mutige Revolte In Paris Barrikade aus Bittern« Blumen und Banken auf dem Boulevard Sewastopol Nach den revolutionären Unruhen in der französischen Hauptstadt bieten die großen Boulevards vom Opern-Platz bis zur Madelaine-Kirche sowie die Rue Rotzale bis zum Concorde-Platz einen wüsten Anblick. Dutzende von Zeitungskiosken lagen brennend auf de» Bürgersteigen, wo sie von Manifestanten als Barrikaden bentzt wurden. *1 »« amstag, 10. Seiet 1034 Roman und Bericht Dos unsichtbare Deutschland Schilderungen Hitler-Deutschlands ivirken heute nur noch überzeugend, wenn sie entweder Tatsachen Wiedergaben oder die Form der großen, dichterischen, symbolhaften Gestaltung erreichen. Was dazwischen steht, wiegt heute nicht mehr genug. Der kommunistische Schriftsteller Heinz Liep m a n n sucht in seinen» Roman ,.B a t e r- lan d"(Verlag Kämpen und Zoon, Amsterdam) Wahrheit, Dichtung, Agitation und ein Bild vom unterirdischen Deutschland, von der.illegalen sozialistisch-kommunistischen Arbeit zu geben. So ist ein Zwischending von Roman und etivaö vulgärer llgitationsfibcl entstanden. Ivobci die romanhaften Teile am stärksten wirken. Sic spielen an der Waterkant, der Schluß im Haniburger Konzentrationslager. Schiffe, Hasen und Seemannspsychologie geben die Grundsärbung. Liepmann zeichnet ein Bild der Kampfgemeinschaft zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, in der Agitation und im Konzentrationslager. Wir wünschten. cs wäre so, die Wirklichkeit aber ist im Konzentrationslager leider anders, und so liefert Liepmann in diesem Punkte nur ein Wunschbild. Vielleicht lesen Kommunisten, denen eö ernsthaft Mn ein kämpferisches Zusammengehen mit der übrigen sozialistischen Anhängerschaft zu tun ist, darüber einmal in Gerhart SegerS Vuch„C ranicnburg" nach(Verlag Gra- phia, Karlsbad). Diese Schrift bringt auf 76 Leiten den ersten authentischen Tatsachenbericht über Leiden und Vegetieren in den Hitlerschen Vastillen. Auch da» ist unsichtbares Deutschland, dem öffentlichen Auge entzogen. Hnnderttauscnde gehen unschuldig durch diese Hüllen, kein deutsches Blatt darf auch nur einen Milieuausschnitt geben, kein Unparteiischer sicht die Qualen der Gefangenen, leine Phantasie vermag die großen und kleinen Brutalitäten, die schleichenden Bosheiten und Alltagsgemeinheiten dieser sadistischen Stätten getreu nachzucnrpfindcn und so kann eine gültige Schilderung nur von denen kommen, die drin Ivarcn. Einen Lichtblick in dieser grauen Qual könnte die Solidarität der Gefangenen sein.»Für jeden." schreibt Seger,»der sich der deutschen Arbeiterbewegung mit Leib und Seele verschrieben bat, wird es lvohl die allerschmerzlichste Erfahrung bleiben, daß sich nicht einmal in einem Konzentrationslager, angesichts gemeinsam erlittener 2nalcn, allen gemeinsam zugefügt durch den gemeinsamen politischen Gegner, ein Mindestmaß von Kameradschaft Herstellen ließ..." Nur eine kleine Zahl von Kommunisten verhält sich vernünftig und charaktervoll, das Gros denunziert gefangene sozialdemokratische Führer, zollt einer nazistischen Schimpferei gegen Fritz Ebert jun. Beifall, paktiert mit der SA gegen irgcndlvelche ehedem Bessergestellte. Der dumpfe Haß hat sich in diesen linksradikale» Mitläufern noch nicht zum sozialistischcn.Klassenbewußtsein entwickelt; in ihren Köpfen nebelt noch die politische Unreife des Lumpenproletariats. Aber selbst hinter diesem linksradikalen Abfall bleibt— von wenigen Ausnahmen abgesehen— die SA noch zurück, die andere Gespräche als solche über Löhnung, Schulden, Kost, Saufgelage und sexuelle Dinge überhaupt nicht kennt. Seger will lediglich Tatsachen geben. Klar, gut gruppiert und in flottem Stile legt er sie nieder. Sie wirken durch den unverkennbaren Willen zur schonungslosen Wahrheit, durch die Genauigkeit der Angaben. Das Kapitel über die Flncht steigert sich zu dichterischer Gestaltung, hat die dramatische Spannung dieses verwegenen Tages. Als er nachts endlich den Grenzstein erreicht, Ivendct er den Blick, schaut in das Land seiner Kindheit, seiner fugend zurück. Für dieses Land, in dem heute die Besten vogelfrei sind, hat er sich im Felde Wunden geholt, ist er im Luft» kämpfe abgcschosien und mit TapfcrkeitSmedaillen aller Art ausgezeichnet worden— er. der Friedenskämpfer. Auch das Kapitel hätte in dies Buch gehört, und eS zeugt für seine Bescheidenheit, daß Seger dies alles mit einem halben Satz" erwähnt. Möge das Buch mit seinen unwiderlegbaren Tatsachen in der Welt das große Echo finden, denn aus diesen Tatsachen gellt der Schrei hnnderttau- sender unschuldiger, gemarterter Menschen. Gregor. An Göring ausgeliefert! Dimitrow Torgier, Popow und Tanew In höchster Gefahr I „Warten Sie nur, bis wir Sie auö der Macht dieses Gerichtes heraus haben!" k Göring zu Dimircow im Reichstagsbrandprozeß.) „Berlin, 2. Februar 1683. Die drei Bulgaren wurden nach Berlin übergeführt und der Geheimen Staatspolizei übergeben." Reuter-Dteldung. An dem gleichen Tage, da die Göriugfchc Polizei vier schwer gefesselte kommunistische Gefangene während ihres Transportes nach Poisdant „auf der Flucht", also meuchlings erschossen hat, erfolgte die Auslieferung von Dimitrow» Popolv und Tanew an die Gestapo... Da Torglcr bereits seit Wochen— auf Ersuchen seines famosen „Verteidigers"— in Schutzhaft gehalten wird, sind nunmehr also sämtliche im Reichstagsbrandprozeß Freigesprochenen in Händen Görings— d. h. in gräßterGefahr. Die Köpfe der Gefangenen, die selbst vom braunen Reichsgericht nicht verurteilt Ivordcn sind, weil die ganze Welt von ihrer Unschuld und der Schuld der Nazis und besonders Görings am Reichstagsbrand zutiefst überzeugt ist, sind ein Objekt des Streites zwischen Göring und Goebbels getvorden. Während der tolllvüiige General darauf bedacht ist, sich an seinen Opfern wegen seiner furchtbaren Blamage zu rächen und seine wiederholt ausgesprochenen Morddrohungen baldigst lvahr zu machen, hält der Propagandaminislcr es für angebrachter, auf die Stimmung im Auslande mehr Rücksicht zu nehmen, sie nicht durch übereiltes Köpferokken zu provozieren, Görings Mordlust etlvaS zu dänipfen und zu rationieren. So kam es zu dem grausigen Schachspiel, in dem eS Zug uni Zug umS Leben der Vier geht. Dor Abschluß des Prozesses bestand Göring auf die glatte Verurteilung und sofortige Hinrichtung aller Angeklagten, und die Herren im Talar lväreu diesem Wunsche deö Selbstherrschers aller Preußen und pflichtgemäß prompt uachgekomnien. Doch Goebbels hielt es für zweckmäßiger, einen Freispruch diktieren zu lassen; so konnte er nicht nur die Absichten seines Rivalen und Erzfeindes Göring durchkreuzen, sondern auch der Welt die reichlich angezweifeltc Unabhängigkeit der nazideutschen Justiz„belveisen". Das Urteil sollte dem Reklamechcf des Dritten Reichs die Möglichkeit geben, in alle Welt zu posaunen:„Es gibt noch Richter in Deutschland". Goebbels war sogar eine zeitlang für die Freilassung, d. h. Ausweisung der Bulgaren, da er sich davon eine Zunahme von Sympathien fürs Dritte Reich, dem„Hort der Gerechtigkeit", versprach. Doch da setzte sich Göring durch: man sprach zwar über verschiedene formale Voraussetzungen der Ausweisung. Sichtvermerke usw., dachte aber gar nicht daran, die Menschen freizugeben und war vielmehr fest entschlossen, sie zu behalten. Anfangs Minner wurde der Mord an van der Lulcke, dem Werkzeug Görings, begangen. Mitte Jänner wurde der frcigesprochene Torgler nack Preußen gebracht. Anfangs Feber wurden anck die drei Bulgaren ins Machtbereich Görings, geschafft. Mitte Feber— wann wird die Meldung ergehen:„auf der Flucht erschossen?" Diese Frage muß gestellt werden. Jetzt ist Göring an der Reihe, er will sein Werk voll- und seine Opfer umbringen.„Man verurteile sic oder spreche sie frei. Das ist Sache des Gerichts, und das weitere ist wieder Sach« der staatlichen Gewalt." Die Sachlage ist klar:„die staatliche Gewalt", daö ist Herr Göring. Er hat jetzt Torgler, Dimitrow, Popow und Tanew in seiner bluttriefenden Hand, kann über ihr Leben verfügen und wird eS tun, wenn ein W c l t st u r m d c s P r o- t c st e ö ihn nicht daran hindert. Zum 125. Geburtstag von Charles Darwin Charles Darwin, der große englische Naturforscher, dessen Theorie von der Entstehung der Arten und von der Abstammung des Menschen bahnbrechend für die gesanite moderne Biologie wurde, erblickte vor 128 Ihren, um 12. Feber 1806, in Shrewsbury (England) als Sohn eines ebenfalls bedeutenden Naturforschers das Lickt der Welt. Weltwirtschaft über Tiefstand? Eine genaue Beobachtung der Weltwirtschaft- lichcn Entwicklung scheint zu bestätigen, daß der Absturz der Weltwirtschaft zum Stillstand gekommen ist. An den Rohstofsmärkten ist seit einiger Zeit ein Steigen der Preise für wichtige Rohstoffe sestzustellen, so für Baumwolle, Kautschuk, Kaffee, Zucker und andere. Auch eine geringe Veränderung der Rohstoffvorräte ist zu verzeichne». In einer ganzen Reihe von Ländern liegt der Produktions- Index über den Tiefpunkt. Diese gleiche Feststellung ergibt sich auch aus einer Berechnung der Böltcrbund-Staiistiker über den Außenhandels- Umsatz der Welt. Der Berechnung liegt der Außen-1 handel von 73 Ländern zugrunde. Setzt man den Außenhandelrumsav von 1020 gleich Hundert, so betrug er in den Quartalen der folgenden Jahre: dels-llmsätzen drückt sich anck in dem Wert-Index aus, der noch int April 1033 nur 32.8 Prozent des Durchschnitts von 1920 betrug, im November 1038 aber bereits auf 36.8 Prozent angesticgeu Ivar. Auch die Taten der Schiffahrt zeigen ein Ansteigen des Verkehrs, das gilt für den Suez- und den Panama-Kanal, lvie auch für nahezu alle wichtigen Häfen. Nock mehr ins Gewickt fällt das Steigen der Eisen- und Stahlerzeugung in beinahe allen Ländern. 1030 1931 1932 1933 I. 95.3 83.3 70.2 71.2 kl. 92.1 82.8 73.0 69.8 lll. 88.0 81.8 68.2 72.2 IV. 05.1 89.0 77.2 — Dieser leichte Aufschlming in den Außcnhan Ob diese Feststellung eine andauernde Erholung der Weliwirtschait verbürgen wird, ist eine ! andere Frage. ES sei aber daraus verwiesen, daß gerade die Steigerung der Eisen- und Stahlpro- duktion ihren wesentlichsten Antrieb von dem vermehrten RüstungSbedars erhält, und daß die starle militärische Aufrüstung, die jetzt international betrieben wird/ zunächst gewisse Erholnugoicndenzen in der Welllvirtschaft stärker hcrvortretcn läßt. Wohl die wichtigste Voraussetzung für einen wirtlichen Ausscktvung der Weltwirtschaft fehlt noch immer: die gewaltige Verminderung der Massenarbeitslosigkeit und eine bedeutende Stärkung der Konsumkraft der DcvölkerungSmassen in allen Ländern. Nicht würdig für die Internationale Der Ausschuß deö Internationalen Genossenschafts-Bundes beschäftigte sich auf seiner letzten Tagung, die Ende Jänner in Wien stattsand, mit der Ausnahme dcS ReichSbundcö Deutscher Genossenschaften. Eö ist das die von den Nationalsozialisten an Stelle deS früheren Neichs- verbandcs Deutscher Konsumvereine errichtete Organisation. Es waren Ivegen der Ausnahme des von den Nazis beherrschten ReichsbundeS Verhandlungen geführt worden. Jetzt hat der Ausschuß die Ausnahme in die Gcnossensckasis-Jnter nationale endgültig abgelehnt, weil der Reichs« blind nicht die Ausgaben einer selbständigen und unabhängigen Verbrauchergenossenschaft crsülli. — Ter Ausschuß beschloß außerdem, den nächsten internationalen GcnossensckastSIongrcß für Anfang September 103-1 nach London einzuberufen und von diesem Kongreß ein neues Wirtschaftsprogramm annehmen zu lassen. IDintertage im Riesengebirge Von Walter. Ter Winter im Riesengebirge ist lang und lurt. Lang: wenn man mü seinen Schneeschuhen unten ankommt, kann es einem passieren, daß nian dort, unmittelbar an: Fuße des Gebirges, aiizüglich gefragt ivkrd:„Kamerad, du willst wohl paddeln gehn?" Und man steht dann oben aus dem Kamme doch im schönsten.Sportschnee". Einmal— es war im Jahre 1027— stiegen wir zu einer Fnßlvande-nug auf. ES lvar Mitte Mai. liiiien blühten die Obslbäume und alle Wiesen leuchteten goldgelb von LLtvenzahn. Um die Grenzbauden aber war eS tvie im März, auf deni Kamine versank man im Schnee bis an die Knie und am andern Morgen gab eS auf der Schneeloppe drei Achten: um 8 Uhr i.iorgenS herrschten 8 Grad Kälte bei Windstärke 8. Und wieder einen Tag lvätcr, nach einer Wintcrtoanderung durch meter- liefen Schnee, stiegen wir in einigen Stunden durch den Jänner, Feber, März und April hinab; in den Sieben Gründen t...!e eS. am Mädclsteg stäubten die Haselnußkähchen und die BuschwindröS- chen zitterten im Winde, und in Hohenelbe lvar eS wieder Mai; die Obstbäumc blühten und die Wiesen leuchteten goldgelb von Löwenzahn. ... und hart. DaS heißt: hart— davor graut es den Wintersportler längst nicht mehr. Er lacht über MatthiäS Claudius, der den Winter in seinen:„Liede Hintern: Ofen zu singen" gruselnd besungen hat:„Und wenn er durchzieht, sichen wir und sehen ihn an und frieren." Unsere Eroßeüern, ja unsere Eltern noch gaben dem Wondübccker Boten recht. Der Wtnterlvanderer von heute aber schnallt seine Bretter an, schleift sie erwartungsvoll hin und her auf dem klingenden Schnee, greift zu den Stöcken und zieht tief- almend, heiß und beglückt durch verschneite Wälder und über weiße Kämme. Fünfzehn Grad Kälte genieren ihn nicht, er knüpft den Wollschal fester und zieht die Mützenklappen herunter; metertiefcr Schnee ist seine Wonne und angenehmer als der Tust der Bratäpfel in Urgroßvaters Ofenröhre ist ihm fea herzhafte Geruch ftiaes Schiwachses. Das Ricsengebirge enttäuscht den Sportler selten. ES ist„schneesicherer" als andere Mittelgebirge. obwohl sein Kamm nur die Höhe der Gipfel des Böhmcrlvaides hält, eine Höhe, über die die Schneekoppc ihre prachtvolle Pyramide um 200 Meter höher aufbaut. Aber es ist ein zufam- menhängender, langer, breitrückiger Kamm über der Baumgrenze mit Schneefcldern, die hinter Wctterschleiern weit und weiß, einsam und men- schenfern sein können wie eine arktische Landschaft. Schnee bedeckt noch den Kamm, tvenn im Tale schon die Osterglocken läuten. Dann wölbt die Sonne ihren Bogen über weißen, blendenden Flächen, über Gipfeln, deren Namen schon Verheißung sind: Geicrgucke und Sturmhaube, Hohes Rad und Reifträger, Korkonosch und Planur; Silberkamm— das Wort funkelt wie sonniger Winter. Aber— man darf cs nicht verschweigen: das Ricsengebirge ist auch launisch, wetterwendisch und gefährlich. ES kann ein Tag sonnig in weißblauer Herrlichkeit sein und kein Lüstchen regt sich über der flimmernden Weite; doch schon am nächsten Morgen fegt der Schneesturm grimmig über den Kamm. Millionen eisiger Schnecnadeln peitscht er dir entgegen und jeder Gleitschritt vorwärts erfordert den ganzen Willen. Oder undurchdringlicher Nebel packt dich ein, deine Kameraden verschwinden auf zehn Meter Entfernung unsichtbar in milchiger Grenzenlosigkest und die rettende Baude taucht erst knapp vor dir auf als grauer Schemen und dann als vereiste, scheinbar verlassene Barack«— um so merkwürdiger, befremdend und verführerisch zugleich ist der Komfort, mit den: manche Bauden den bereisten Skiläufer empfangen, um so tröstlicher die anheimelnde Gemütlichkeit anderer. Das Radio singt Melodien aus Prag und Warschau— vor den Fenstern aber faucht der Schneesturm und will sein Opfer haben. Wehe dun, der in solchen Stürmen die Markie- rungsstangen verläßt. An sonnigen Tagen sind sie, vom Anraum, dem federartig zierlich gelvachsenen EiSreif, aus dünnen Stangen in monumentale Eispylonen vcrlvandelt, die fernhinziehende» Richtlinien; in Nacht und Sturm aber sind sie di: Ret- ter— wer ihr Geleit verläßt oder verüert, fam selbst verloren fein; ihm droht der weiße Tod. Jeder Winter fügt der TodeSchronil des Riesengebirges neue Tragödien hinzu. Eines Abends im Jänner brachen wir von einer Baude zum Heimweg auf. Wir stiegen alle acht Mann beieinander und die Hunde unseres Ouarticrwirieö dabei, zur nächsten Baude auf. Der Sturm fegte aus dem Nichts ins Nichts, so- talb man den Wald verließ. Zu Dritt Iva re.» wir voraus, unsere Wirtin mit den Hunden an der Spitze. Zwei Männer, Einheimische, überholten uns. Selber vereist und gegen den Sturm kämpfend, riefen sie uns an:„Gehören die beiden Mädels da hinten zu Ihnen? Ilm die müssen Sie sich kümmern; das wird gefährlich heute abend!" Die„beiden Mädels" Ivaren ein Mann und ein Mädchen. Wir gaben Bescheid, alles sei in Ordnung, der beste Läufer sei am Schluß. Wir stiegen, oft im mühseligsten Grätenschritt, über strecken» tveise eisglatt gefegte Flächen, durch Sturm und sausende EiSschaucr, erreichten die nächste Baude und Ivartcten im Schutze ihrer Wand fast eine Viertelstunde lang. Nienmnd kam. Wir liehen die Hunde anschlagen, pfiffen auf zwei Trillerpfeifen zugleich— niemand antwortete, niemand hörte U>iS; der Sturn: fauchte. Uns begann nach dem Anstieg jämmerlich zu frieren, und weil wir die anderen in der Hut unseres QuartierwirtcS wußten, liefen wir weiter, erreichten den Wald, in dem es stjll war wie in edier Kirche, und fuhren ab. Im Schnccsturm wieder auf freier Fläche, gerieten auch wir auseinander— in einzelnen Trupps, erst zwei, dann ziner, dann drei und nach langer Zeit die noch fehlenden zwei, kam«: wir im Abstand von fast einer Stunde im Quartier an, und cs Ivar ein Weg. der im Sommer ein Bummel tväre, nicht der Rede wert. Drei waren vor der schlimmsten Strecke umgekehrt und aus Umtvegen durch geschützten Wald heimgefahren; unser Quartierwirt hatte dazu geraten, als er sah, daß die beiden Mädels, die er betreute, schlapp machen würden. Das dritte Mädel, das mit dem einen Manne an vorletzter Stelle gefahren war, hätte auf freier Fläche, im ärgsten Sturmgehcul, in ausbrechender Verzweiflung die Ski aüge- HmHI antz MtoUb IÜb SMnca M|e MC fc* fchöpfung erklärt, sie gehe keinen Schritt weiter. Nach langem Zurr'..» und erst als er in seiner Ratlosigkeit schon überlegte, ob er dem Mädchen I als Lebenswecker nicht»ine Ohrfeige geben sollte, hatte der Mann das Mädchen endlich bis zu de: Baude, an der wir gewartet^allen,>:::d dann glücklich heim'ebracht. Unsere'Trillerpfeifen und das Hundegcbcll halten die beiden nicht gehört. Am selben Abend erfroren zwei Männer ans dem Wege van der Goldböhe nach den Schüssel- banden, und ein Ehepaar, das ihnen Hille herbei« \ rufen wollte, traf mit schweren Frostschäden ein; für den einen Mann kan: die Hilfe zu spät, er Iva: tot; den anderen retteten sie knapp vorn: Tode. Von einen: Baudenwirt erzählt man, daß er im Nebel fünfzig Meter von seiner Baude entfernt erfror. Am andern Morgen sm:d man ihn tot: rund um die Baude im Abstand von snnssig bis hundert Metern führte seine vielfach getretene Fußspur— er Ivar bis zur Erschöpfung immer rund um die Baude geirrt und hatte sie nickt gefunden. DaS ist Rübezahl, sagen die Gebirgler. Rübe, zahl, dessen Schatlcnhaupt in Schneeschwaden zu geistern scheint, dessen schadenfrohes Gelächter in: Sturme schreckt— Rübezahl, die sagenhafte Verkörperung der Nücken und Tücken und der tödlichen Gefahren, mit denen das winterliche Niesen gebirge den Leichtsinnigen, den Waghalsigen öde Unkundigen ängstet mü> bedroht. Rübezahl— das ist das Ricsengebirge in solchen Stunden, in denen eü unheimlich wird, im Jänner, wein: die Stürnn am heftigsten über den einsamen Kamin rase.ii. Dann aber, wenn im Tale schon der Vorfrühling mit Mcisengeklingel und erstem Amscl- ruf da ist. dann strahlt mitunter tagelang, wochenlang die Kammweite in Weiß, Blau und Gold, bann vr-"wen in sinkender Nachmittagöstunde di.' Koppe, die vereisten Stangen, die Schneeflocke sonnenvergoldet mit tlefblancn Schatten vor jadegrünen: Himmel. Dann ist die weiß und herrlich aufgetane Kammlandschaft das leuchtende Gefilde derer, denen cs vergönnt ist. diese Tage in Schnee und Sanne zu genießen Und im abendlichen Ban dentrubel zu vergessen, daß Rübezahl seine Opfer schoa gefordert hat. .Sozialdemokrat" Mtoi SamStag, 10. Neber 1934 Rr. 84 Honst und wissen Ans der Partei Prager Zeitung Wer Film I Bezirk-orgänisation Prag, Ordner, Achtung! Der für heute abend im Hotel Monopol angesagte Kameradschafts-Abend, findet nicht siati. Alle Genossen Ordner sind um 6 llbr im P a r- teihcim'gestellt.ohne Adjustierung. mit Länge von achtzig eines kleinen alten Hauses ab. ES Mitteilungen aus dem Publikum. »jur Desinfizierung der Mundhilhlr und Atmungowegr, benützt inan Alpg-Franzbranntlvein als Gurgclwasser. Er schützt vor Ansteckung. Einige Trypsen in ein Glas Wasser genügen., 100 Nestroy im Deutschen Theater, UffANIM, Samtle«,»eu 17. Reiter, hart 0 Uhr Abend«les Lachen* ktlroleskenikliiattcr ulw. mit SRItaliebern- brr Berliner Reinftorbl-Bllbnen unb beS JtabareUb bet Komiker. 2201 Dorderkaultkarten von 2 Kt auswlrtt: Urania unb Truhlät kitoruiia). 2201 Die EiSschuellausmeisterschasten der, lettischen Arbeitersvortlrr— welche, vor kurzem in Riga durchgeführt lvurden— zeigten, das, die Läufer, die schon seit einigen Monaten trainieren können, in gu' icc Fonn sind. Trotz seinen-12 Jahren.ist Bithof noch immer«in glänzender Läufer. Die Ergebnisse waren: 3000 Meter: Virhof 6:08.1, Ozolins 6:21.6. 500 Meter: Vitbof 51.3, EipurS 55.8, Ozo- lins 56. l, Eipurs 56.0, EwbrikS 58. 5000 Meter: Bithof 9:86.8, Janson 10:20, Ozolins(gestürzt) 1,0:25. 10.000 Meter: Dithos 20:24.2, Ozolint 22:15.6. Der Maler Alfred Justttz gestorben AuS Prestburg kam gestern die Nachricht, das: Alfred Justitz auf der chirurgischen Abteilung d«S staatlichen KrgllkeulmnseS gestorben ist., Justitz ist 1870 in Ren-Cerekew i» Böhmen,igeboren, besuchte die. Realschule in Jglau und wurde dann atif über Präger Ännstakadeinse' Schüler" ThielaS, sowie Pir« nerS. Er kann sich aber erst ini Ausland den Namen verschaffen, der seinem Talent und seinem groben Können zukonnnt, und zwar in dem Augenblick, in dem er sich in Paris an Ckzannes Vorbild anlehnt und von ihm feine wunderbare Farbentechnik übernimmt. In guter Erinnerung dürfte allen Pragern die 1027 im MäneS veranstaltete Justitzausstevung von 80 Oelgemälden und 20 Zeichnungen fein. Bezeichnend aber für da« Ringen des Künstlers um die Anerkennung in seiner Heimat, die ihm sonst überall schon längst zuteil geworden war, ist ein Ausspruch Justin' zu dem bekannten tschechischen Schriftsteller Michal Mares, als er diesen porträtierte. Ma« reö, sagte zu Justitz:„Dauernd wird jemand zun» Professor der Kunstakademie ernannt. An Dich scheint man vergessen zu baden." Justitz erwiderte darauf« hin:„Ja, mein Lieber, ich bin eben ein echter Prager. Die Deutschen wollen mick nicht und behaupten, ich sei ein Tscheche/ Die Tschechen wieder, behaupten, ich sei«in Dentscher. Die Inden kaufen mir nichts ab, weil sie meinen, ich sei langst kein Jude mehr und die Christen letzten Endes wollen wieder keinen jüdischen Künstler nnterslützen. Nur Hundezüchter haben für mich daS richtigeKunstverständnis und ernennen mich zum Präsidenten deS— Doggenzüchterverbandes I" So mustte"Justitz jahrzehntelang' schwer kämpfen und hat nur sehr vereinzelt in seiner Heimat etwas verkaufen können. AlS vor zwei Jahren Gerüchte in der Presse auftauchten,- dab Justitz schwer erkrankt sei, begann ein Rnn auf Justitzgemälde. ES must also in der Prager Kunstwelt ein Mann. wie Justitz erst mit dem Tode kämpfen, damit sich Kunstliebhaber, die man aber Wohl mit mehr Berechtigung Kunstspekulanten nennen könnte, finden! Die Werke Justitz's sind heute vollkommen vergriffen: Der Künstler, der viel zu früh.— er war erst 55 Jahre alt—. starb, konnte aber nach dem Verkauf seiner Bilder wenigstens.die Sanatorien und Aerztr, di« sein schweres Lungenleiden erforderlich gemacht hatten! bezahlen. Nach dem Tod der beiden Zeitgenossen. Krem- likka und Justitz bleibt eine Dresche in', der Reihe der in der SezessionSzeit so mutig kämpfenden„Un- enttvegten". R. F. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy, Palais Koruna. Leute:■ Alexander Sport• Spiel• Körperpflege Internationales A. beiter- Wintersportfest in Letüand AuS Riga wird geschrieben:" . Die Tätigkeit des lettischen Arbeit erspörtber« bandeö„E ina"(Der Kampf. Red.)' ist in den I«S, ten Wochen ganz auf die Vorbereitungen für da» i n t e r n a t i o n a l e W i n t e. r s p o r t f e st, dar Mitte Feber in Riga stattfinden wird, eingestellt. Anher Wettkämpfen in den bekanntesten Wintersportarten werden auch noch internationale Turniere im Schach und im Tischtennis ausgetrage» werden. Oesterreich wird ini EiShocketz, Kunstlaufen Schach und Tischtennis. Polen durch eine Eishockey Mannschaft, Estland und die T s ch e ch o s l o w a k.e (DTJ.) durch Schach» und Tischtennisspieler uni Finnland durch zwei Skiläufer und einen Eioschneli läufer vertreten sein. Selbstverständlich tverden an allen Wettbewerben auch lettisch« Sportler teiluch men. ES wurden auch sowjetrustisch« Sportler eilige- laden. Man rechnet damit, dast aus Rustland eine Hockeymannschaft, Eisschnelläufer, Skiläufer, Kunstläufer. Schach- und Tennisspieler nach Riga kommen werden. Mit grobem Interesse erwartet man das Auftreten der österreichischen Eishockevumnn. schäft. Bor drei Jahren siegte Oesterreich öl’« Lettland in Mürzzuschlag nur 3:2 und in Wien 1:0 Tie Letten haben seither viel dozugelernt. Für die Auswahlmannschaft wurde eine Reihe ganz jutzger. gut ausgebildeter Spieler ausgesucht. Diese unterzie den sich derzeit einem Spezialtraining auf Schnelligkeit und Kombination. Der lettische Eislaussport steh: auf einer hoben Stufe, das Skifahren wurde in Leit- land dagegen erst vor einigen Jahren eingest'-brt und auf eine breitere Grundlage, gestellt. Im««fahre» haben daher die Finnen sichere Siegesaussichten. Am Festzug, der sich am 78. Feber vom Rigaer Volks- haüü zur Eisbahn belvegen wird, werden di« gesamte» Arbcitersportler tcilnehnien. Die Arbeiterschasl von Riga wird dieser sozialistische» Kundgebung Spalier stehen. Die Reihenfolge der Kämpfe 10. Feber: Internationales. Schachturnier im Rigaer Volköhans. 17. Feber: Fortsetzung der Schanturniers und Beginn der Tischtenniswett kämpfe, nachmittags Skilangläufe, Eisschnellausen und Kunstlaufen, abends Begrüszungsabend. 18. Feber: Vormittags internationales Schachturnier. Eisschnelläufen, EnischeidungSkämpfe ini Tischtennisturnier. Skispringen und Langlauf, nachmittags Kunstlaufen und Eishockey, abends Festzng und Festabend im Arbeitertheater. Sollte das Programm in der angegebenen Weise tatsächlich durchgeführt werden, so batten die Eishockeyspieler erst am letzten Tag anzutreten. Falls sich am Eishockenturnier anher Oesterreich, Polen und Lettland auch Rustland beteiligen sollt«, wird die Einteilung zweifellos geändert werden müssen. Literatur Ferdinand Bruckner:„Die Rassen".- Verla.' Oprecht& Helbling, Zürich, 100 S. ES handelt ii«i um ein ini heutige» Deutschland spielendes, di« aus der Rassenfragc sich ergebenden Konflikte behandelndes Drama, dao bereits in Zürich oufgeführr wurde uud auch in Prag. Wien, Paris. London. New Aork über die Bühne gehen wird. Nach den vorliegende': Berichten Ivar die Anteilnahme bisher groh. Neun Szenen aus einer westdeutschen Universitätsstadt zeigen uns Ausschnitte aus dem Kampf gegen die Juden: Ein deutscher stndent, den man nötigt, sein jüdisches Mädel zu verlassen, ein jüdischer Stu-cy:, den man mit einem Schild„Ich bin Jude" auf den Straften Spiestruren lausen lästi. Vieles ist echt und lebenswahr, manche Typen ausgezeichnet gesehen, einige Szenen wohlgelungcn, wuchtig und kraftvoll, das Ganze fraglos ein wcrivoller Beitrag zum Verständnis modernen Zeitgeschehens? Nur eines ist störend, die Tendenz zur Detlmnation, znm Pathos, die sich so leicht in da» Tendcnzdrama und den Ten- denzroman einschleicht, ihn dadnrch unnötig diskreditiert(denn sie m u st doch nicht naturnotwendig dazu gehören) und dadurch den Anhängern des. Gedankens „L'art pour l'art" eine Bestätigung ihrer Ansichten, wenn auch mir scheinbar, liefert. Es wird zuweilen ettvas zuviel in Leitartikeln geredet, wie es doch nfch! ganz durch die Materie gerechtfertigt ist. Unecht ist auch die Trennungsszene des plötzlich bekehrten Studenten(die Bekehrung selbst wird golr nicht geschildert, nur vorbereitet) von seiner jüdischen Freundin. Der Dialog und die psychologische Durcharbeitung lasten also einiges zu wünschen übrig, tvas aber die Bedeutung dieser mutigen Tat. ein brennender Geaeuwarisproblem anzupacken und damit ein Gegenwartsbild zu schassen, nicht herabmindert. Nur müßte bei einer Uebcrarbeitung die opcrnhaste Theatralik ausgcmerzt werden. Wochenspielplnn des Neuen Deutschen Theaters. Samstag. 8: Wallensteins Tod, Schülervorstellung und freier Verlauf. Sonntag 2'.4: Tango um Mitternacht, AA. 7%': Boris Gudo- n ow, D 1.— Montag 8: lll. Philharmonisches Konzert, Das Lied von der Erde, AA.— Dienstag 7%: Boris Gudo» naw. A 2.— Mittwoch 7Vit Zu ebener Erde und erster Stock, B 1.— Donnerstag 7'/-,: Hoffmanns Erzählungen,, S 1. Freitag 7l4: Ball im Savoy, D 2.— Samstag 7>,h: Madame Butterfl u, B 1. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag 8: Katz im Sack.— Sonntag 3: Weist«r Flieder, 8: Katz im Sack.— Montag 8: Meister Flieder, Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag 8: Weister Flieder.- Mittwoch 7iü: Katz im Sack.— Donnerstag 8: Der eingebildet« Kranke, Kulturverbands- fteundc und freier Verkauf.— Freitag 8: Tova- r i s ch.— SmnStag 8: F e m i n a, Gastspiel Leopold Kramer.- Vcrelnsnadiriditen Bolksflnggrmrind«. Alle aktiven Sängcrgenossen werden aufgefordert,' zu der am Dienstag, den I!>. Feber, 8 Uhr abends statt findenden wichtigen Gesangoprobe pünktlich zu erscheinen. In Borbe- tritung: Beteiligung und Begrüstungschor unserer Volksiinggemeinde bei der Generalversammlung dec Bezirksorganisaiion. mn 1t. Feber und Mitwirkung oe: der Akademie der„Gec" am 2: Saale der llrgnia. LrlSgruppe Prag. Sonntag, den 1 l. d., Iusammcntreffen um halb 10 Uhr vor- inittagü an der Endstation der 5er Elektrischen. Führer Schaffer. „Zu ebener Erd«— und eener Stock" Weisheit hinter der Maste der Tändelei; viel! Tragik hinter grotesker Gebärde; eine ganze Welt i zwischen paar Kulissen—: Neirroy. Und Wahr hcit allein, in der Hauptlinie, in den Abzweigungen, mit oder ohne Musik, eine Epoche, ausgeriisrn bis igs Innerste durch ein. ach, so primitives Geschehen, hast cs zur I m m e r g ü l t i g k e i t erhoben ist, und der Zeitabschnitt, losgelöst erscheint von den durch die Kostümierung scheinbar,. nu r scheinbar, gezogen«» Grenzen. Ewigkeitswert, diese— wie säst jede— Komödie, durch Natürlichkeit, mit oder ohne Gesang, durch die Unauffälligkcit, mit der an. die ttesiten Dinge des Lebens gegriffen wird, Ewigkeits- tvert nicht zum geringsten Teil auch durch die be- wnndernngswürdige Strenge im architektonischen Aufbau, durch die grostartige Dosierung in den Koutrastierungen, durch die Präzision der sprachlichen.stonslrnttion. Nicht leicht zu spielen eiu Neitroy. bssonbero sür ein in dieser Richtung tvenig trainiertes Ensemble, tvie es das Prager ist. Höchste Prägnanz ist— im Sinne Karl Kraus'— erforderlich— gleichzeitig der Anschein theatralischer Improvisation: klarste Sttlsung verlangt das Stück— dazu darstellerische Unbekümmertheit; dialektische Sauberkeit ist vonnöten. Viel sür ein in dieser Richtung so wenig trainiertes Ensemble. Die Regie Julius G el luer S. besonders rüh-, inenswert durch das immer deutliche.und konsegneni! Surchgeführte Bemühen um Ltiltreue uud Klarheit, musste angesichts der nicht durchaus zureichende»! Mittel eben diesem Willen zuliebe ein wenig, be-> ! schweren, Glattheit des Ablaufs hemmen. Besonder?! I zn Beginn tvar'— im Gegensatz zum Wesen des Bolkssiückes— Spielleitung. fast immer deutlich, Durchdachtheit an d'er Oberfläche, die Apparatur hörbar. Bezwingend durch Gelöstheit, leuchtend beschwingt. voll musikalischer Anmut, ohne dast hiedurch das Hiistergrüildliche dev-'in ihrer Art kaum mit einer anderen Komödie, am allertvenigsten- der jüngeren Zcst,.vergleichbaren Bilder adgeblastt ivorden wäre, zog aber— von dein bezaubernden Quartett(zu ebener Erde und« im ersten Stock) an— der zweite Teil vorüber; hier tvar dann alles, leicht und zartfarbig, auf Humor gestellt, der die Tätigtest ist,«in Tiizg zu gleicher Zeit-von zwei Seilen zu sehen, klug und charmant, symbolhaft und, graziös; hier war Nestroy ganz und gar, Bprortdichter und Groststadt- autor, Komödicndichter...' mit. der grasten Trauer im Herzen. Satiriker— mit der, unsterblichen Hoffnung in der Seele. Hier, begann das große Theater — vorher hatte es-eistveilig■ nur durch zu straffe Umgrenzung geblitzt. Die Einzellcistungen, durchwegs aus respektablem Niveau, waren teilweise zur Austergetvähnlichkeit ge- steigcri. Besonders gilt.dies sür Herrn Dud.el, der. ungeinein echt in Maske, Bewegung, Wort, frei von jeder(hier' überhaupt ganz deplacierten) Unterstreichung«in immer fesselnder, ehrlich arbeitender und-— leise traurig stimmender Damian war. Ebenso selbstverständlich Herr Götz als Johann, immer elegant und angenehm diskret, selbst in den Ausbrüchen der Filouhastigkeit.■ Temperamentvoll Else L ord als Sälerl, stimmlich allerdings ein wenig forcierend. Eine witzige Studie,, schärf um^issen. und geschlojien der Monsieur'Bonbon Bruno Härt'rechts. Wohlvertrauthcit mit. der hier, gegebenen ' Stimmung liest Rudolf Stadler als Schlucker - deutlich werden. Von den vielen anderen Miiwirkcn- 1 den seien uoch'Frau Bernd t als hübsch auSschende Tie Leich« aus der Landstrasir. Gestern vormittag fuhr der Flcischermeister Wenzel Rys a>tS Hosti- varsch mit seinem Auto nach Prag. In der Nähe der neuen Fabrik Michelin sah er plötzlich vier Arbei» ler vor sich, die in der Richtung Prag gingen. Die Arbeiier wollten dem hcranbrauscnden Auto ausweichen. Doch im letzten Augenblick tvurdc einer von ihnen, Jan Z ä k e k, von dem Wagen erfastt und so schwer verletzt, dast er tv e n i g c Augenblicke später bereits st a r b. ES blieb-nichts übrig, äks die Leiche am Strästcuräud älifzubältreu und die nächste Rettungsstelle zn alarmieren. Tic Gendarmerie Hai die lveitere Ikniersuchmig der Angelegenheit über- nonimcn. Unglückosall einer lebendcl: Rellamesigur. Gestern nacht wurde ein Mann, der als lebende Reklamefigur verkleidet war, auf der Palaeky- Brücke von einem heftigen W i» d st o st ergriffen und aufs Pflaster geworfen. Im gleichen Angenülick kam ein Auto vorbei. Es verletzte den Bc- dauernstvertcn zum Glück nicht— dieser kam mit einem tüchtigen Schreck davon— doch es verwandelte die Vappfigur in einen Trümmerhaufen. Folge des Sturms. In der gestrigen Siurm- nach rist der Wind in Dejwice, Na Zlatnici, das H'ol.zdach wurde vier Meter weit geschlendert. Das Dach rist zugleich die elektrische Lichtleitung sich und vernichtete sic in einer Metern. .' Seltsamer Unfall. Ter 30jährige GeschäftS- führer Alois H i>n m c r aus Smichow, Radlicka 51,1 erliit einen sellstrinen Unfall. Ein K ii ch e n m e s.s e r I in der Hand, ging er in seiner Wohnung über Lino- lenm, das kurz vorher ausgewischi ivorden und daher noch feuchi war. Himmer glitt aus und stiirzie dabei so unglücklich, dast sich da» Kiichenmesser in seine Brust bohrte und ihm eiiie ticke Stichwunde in der linken'Seite bcibrachte. Ein treuer Diener seinrs Herrn. Am lü. Dezember vorigen Jahres wurde aus dem Geichäftshauü Brant u. B a b k a ein Hcrrc»-Bisam-Mantcl im Werte von 2880 Kü gestohlen. Man konnte den Täter damals nicht ermitteln. Por einigen Tagen nun ging ein langjähriger Angestellter des Hauses, Wilhelm R e i ch, spazieren und sah- auf der Ztesanik-Brückc einen May» im Bisam-Pelz, dessen Schnitt, Stoff und'Fell geradezu verblüffende Aehnlich- kei: mit dem dec Firma seinerzeit gestohlenen Pelz hatte, Reich ging aus den lln'ckanntcn zu, stellte ihn zur Rede und wallte den Mann, der sichtlich erschrak. sesthalten. Dieser aber lies davon. Es ent- lvickelte sich eine richtiggehende B c r folgnngs- Szene. Tor Bisampeiz-Beklcideie sprang schliestlich ans eine fahrende Strastcnbabu, doch auch davon liest sich Reich nicht abschrccken. Er sprang hinterher, und endlich wurde der Fremde sestgeuommcn. Es ergab sich, dast man in Joses Str na d, bei dem cs sich um einen vielfach vocbeiirasteu. bereits mehreremal an» Prag ausqewicsenen Mann handelt, tatsächlich d§u so'lange gesuchten Nclzdicb gesastt hatte. Katheriee dl« Grotz» Mit diesem Austnarsch von Berühmtheiten ans Schauspielkunst und Geschichte wollte die englische Filmindustrie die Welt erobern,— aber schliestlich ist ihr dockt mit diesem Film nichts anderes gelungen ! als die. Erovei ilng einer grosteu Schauspielerin: Elisabeth B e r g n e r, die dank der„nationalen" Be- . mühimgen der Hitlerbunnen zur Engländerin ge- ! worden ist. Sie sprich: die Worte ihrer neuen Spra« , che erstaunlich gnt— mit demselben seltsam spröden und verinnerlichten Klang. mit dem sie Deutsch sprach,— aber mebr als mit Worten sagt ste auch k diesmal wieder mit dem stummen Spiel ihrer bei« > nahe unwirklichen Augen, dem gesammelten Ernst I ihrer bleichen Stirn und der kindlichen Fröhlichkeit, ! zu der iie sich selten entschliestt und die dann nm so ! wirkungsvoller ist. Auch die beide» Regisseure, die diesen Film ge« i schaffe» haben, sind berühmte“ Korda, der hier lvieder wie in seinem„Heinrich | dem Achten" eine Auflockerung der prunkvollen Hi- slorienschau versucht und Paul C z i n n e r, der Schöpfer aller Bcrgneriilme, der in diese Well der ! glänzenden Kulissen und Kostüme die Stimmungen i und die Schicksalsschwere bringen will, deren Meister er ist. Last auü dieser Zusammenarbeit eine .! überzeugende Einheit geworden ist, kann man nicht I behaupten. Es wurde ein Rompromist: ein paar ge- i lungene Szenen im Äorda-Stil und ein paar poeti- i sche im Stile Czinners, zusammengehalirn durch die alles überwindende und beseelende Gestalt der Derg- i ner. ,. Sie., spielt«ine Katharina, die jenseits aller Gr- : schichte ist.'Sie macht aus dem Historienroman von > der liebenden"'rinzessin, die um deS BölkerglückS ' willen ihren gröstenwahnsinnigen Zar-Gemahl vom : Throne jagen und in den Tod treiben, muh, eine : schlichte und bei aller Schlichtheit sehr verfeinerte > Frauengestalt, sie spielt über alle Kulissen, Kostüme und geschichtljchen Reminiszenzen hinweg einen lie- , benden und besorgten, eineu entsagenden uud ent- > schlossenew Menschen. Einen Menschen, der schmerz- , voll über sein kleines Verlangen nach Glück hinanS- wachsen must, um seine Ailfgabe zu erfüllen. In dieser Gewalt liegt Wert und Wirkung des an Rmnen und Aufwand so reichen Films. Gewist ist Flora R o b s o n eine intelligente und interessante Darstellerin— und der Sohn deS vielbewunderten Douglas FairbankS entfaltet mehr Talent als man. von Söhnen' berühinter Väter gewöhnt ist. Aber im Bannkreis der Bergner können sie nicht niehr als sich ehrenvoll behaupten. . Man. hat ein« gröste. Schäjlspielerin in einen nicht unwürdigen Rahmen, gestellt— daS ist, ehrlicherweise alles, was man diesem Film nachrühmen kann.' Es ist nicht wenig,'—'aber es ist nicht mehr als'was man' rrten durfte.—«iS— Emilie. Herr Demel als anfangs ciwas fremd an- f mutender, dann aber, bis zur Olrenze der Gespenstig- leit vordriiigeiidcc Herr von Goldfuchs, die Fanny Jane, T i I d c n S, die di« ihr, eigene Bewegungseckigkeit nicht immer unterdrücken^ konnte. Paula S o.m m.e.r als drastische. Frau Sepherl, der genügend,„seriöse" und auch cmpsindungSwahrc Adolph Dr. S ch'm e r z e.n r e i ch S. und Rainiuild Ja.nitfchek als Hausherr.ZlnS genannt. Die auf Tiefe keinen Anspruch erhebende, aher-stuiber gesetzte uyd auch reizvolle Musik von Adolf Müller liest Fritz R i c g e r farbig wirken, Atmosphäre erzeugend SckUvanklmgen durch die Schausuieler-Sänger waren sehr geschickt vermieden, wie übcrhällvt dem Lrchciier ein Grosttcil des stärken und ehrlichen Ersolges zu verdanken ist..—lz. LczugSbedingungen: Bet Zustellung tnö HailS oder bei Bezug durch die Post mouatttch Kö 16.—,' vierleljährig Kd S8.—. halbjährig Kä 06.—, ganzjährig Kt 192.—.— Inserate werden laut Tarif villiail berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preis nachlast.— Rückstellung von'Manuskripten er sogt nur bet Emsendung der Rewurmarken.— Die ZeitungSsrankatuc wurde von der Polt- und Lelearaphen- MMm mtt BrLrst 18,800/VIl/l.Sül» bewüüat.—Dnmjstlr^QcbcH". Druck-,- LerlqgS- und LcituurL-L.-G., Pvau.