Titl. -- Dělnická akademie Praha II. Hybernská ul.7. Lusiuvomobrat ZENTRALORGAN M DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TAGLICH FRUH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. 14. Jahrgang HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Mittwoch, 14. Feber 1934 Einzelpreis 70 Hoffer ( einschließlich 5 Heller Portal Nr. 37 Heldenhaftes Ringen gegen eine Uebermacht Die Arbeiter im Kampf gegen die Artillerie des Bundesheeres Neue Zentren des Widerstands und scharfe Gegenstöße Wicu, 13. Feber.( Eigenbericht.) Ent- perrt hat. Dauernd fahren Ambulanzwägen unrichtig, daß Streitbrecher arbeiten. Die bei der im gleichen Bezirk liegenden Wohnbanangegen den offiziellen Verlantbarungen muß durch die Stadt. Lichtversorgung der Spitäler bedingt, daß die lage Sandleiten der Kampf neuerdings be anis neue betont werden, daß die Regierung des Grotesk ist der Anblick der Inneren ihnen angeschloffenen Häuser auch Strom bekom- gonnen. Stadt, in der das Leben der Nobelbourgeoisie men. Das sind aber höchstens 5 Prozent der Bei einer„, Säuberungsaktion" in Florids christlichen Kanonenstaates nicht Herrinder Lage und daß der Widerstand der Arbeiter einen Gang geht, als wäre nichts geschehen. Wohnhäuser. Die Stadt selbst ist weiter in Dundorf wurden zehn Wachbeamte und ein StabsUeberfüllte Cafés and Restaurants, Neugierige, tel gehüllt. Aber auf den Eisenbahnen gab es fei- hauptmann getötet. nicht gebrochen ist. Es ist dem Bundesheer zwar patriotische Schwandronneure von den fascistinen Streif, die Lebensmittelverborgung wurde In einer der dortigen großen Wohnanlagen gelungen, durch Einsatz von Artillerie fchen Salunken und Lausbuben, die als Heim- nicht unterbrochen, die Tarichauffeure streitten der Gemeinde, im Schlingerhof, haben sich einige Positionen der Arbeiter zu Fall zu brin- wchroffiziere auf den sicheren Strich der Närt nicht. gen, aber diese Erfolge werden wettgemacht nerstraße gehen, kennzeichnen das Bild des durch die Vorstöße der Schutzbündler an anderen Stadtzentrums, das durch einen dichten Kordon Nunmehr schten auch in stärterem Maße Stellen der Stadt. Es ist daher nicht aus gegen die aufständischen Bezirke geschützt wird. leider vielleicht schon in einem zu späten Zeitgeschlossen, daß es noch in der hentigen tommen zur Auswirkung gelangt und dies war es, Die Nordbahn mußte vormittags den VerDer Generalstreit ist nur unvollpunkt die großen Sabotage afte ein. Nacht zu einer Wendung kommt. was die Lage der Arbeiter nach den großen An- fehr einstellen, weil die Geleise an mehreren fangserfolgen so sehr verschlechterte. Zwar ist es Stellen gefprengt waren. 3 Für die Arbeiter fäme alles darauf an, jich an einer Stelle zur Offensive zu konzentrie ren und Waffen, vor allem aber Munition in die Hand zu bekommen. Denn in den Forts, in denen sich die Arbeiter seit gestern nachmittag verteidigen Reumaunhof, Bebelhof, Liebfnechthof, Frachtenbahnhof Meidling, Wasserwerk Laaerberg, Wohnban Sandleiten, Ditafringer Arbeiterheim, Floridsdorfer Gemeindebauten, Karl Marr- Hof, dies sind die Hauptzentren des Widerstandes geht den Arbeitern nadh 24stündigem Ringen doch langsam die Munition ans, während die Belagerer daran feine Not haben. -O Mit welchem Heldenmute die Proletarier fämpfen, geht schon daraus hervor, daß keine größere Stellung fiel, jolange nicht Artillerie mitGasgrana ten eingeſent wurde. Die Armee bere ren Feh und Dollfuß war nicht imstande, mit Maschinengewehren und Infantericbewaffnung der Arbeiter auch nur an einer Stelle Herr zu werden. muß mit allem Nachbruck ausgesprochen werden, daß die Aktion der österrei chischen Arbeiter die Antwort auf eine Reihe von Provokatio nen war, die nicht länger ertragen werden konnten, sollte nicht die stolzeste Arbeiterbewegung der Welt so kanpflos wie die reichsdeutsche untergehen. Es ist nicht wahr, was ein Dreckblatt, wie der halbkommunistische Abend" an schreiben wagt, daß die Sozialdemokratic nicht gegen das Hakenkreuz kämpfen wollte. Die Arbeiter wollten gegen den Nazifascismus kämpfen, aber es war in den lenten Tagen klar geworden, daß Fey, Dollfuß und die Nazi untereiner Dede arbeiten, daß längeres Zuwarten den sicheren kampflofen Untergang bedeutet hätte. In diesem Augenblick erklärte die Arbeiterschaft den General streif, um die Repu blir gegen eidbrüchige Schurken, gegen Lumpengesindel und Söldnerbanden Mussolinis und Horthys zu schützen. Erst die Beantwortung des Streikes mit dem Standrecht und dem Angriff auf das Eigentum der Arbeiter hat dann an dem Blutvergießen geführt, das noch andauert und andauern wird, bis entweder die heroischen Broleten Oesterreichs den Sturz der Fascistenregierung erreicht haben oder womit man leider auch rechnen muß die letzten Kämpfer der Freiheit gefallen sind und die ristliche Henkerdiktatur über Bergen von Zeichen triumphiert! -dic Sozialdemokraten verbarritadiert. In Umspannberg in Ottakring ist militärische Besaung eingeschlossen und wird von den Sozialdemokraten unter Feuer ge halten. Der Schlachtvichhof von St. Marg ist in die Hände der Sozialdemokraten gefallen. Selbst ein amtlicher Lügenbericht mußte zu geben, daß sich die Margiften" im Karl Marr Sof, in den Wohnhausbauten Sandleiten und im Ottakringer Arbeiterheim, sowie an einzelnen Stellen im 11. und 21. Wiener Bezirk ,, f dh wer bewaffnet mit Maschinengewehren und Handfeuerwaffen eingenistet und von dort s ch w eres Maschinengewehrfeuer auf Polizei, Militär und Heimatschuß eröffnet" haben. Zu ihrer Betämpfung sei Artillerie eingesetzt wor ben. In den späteren Bormittagsstunden bombar dierten die Truppen mit Kanonen den Marr- Hoj und namentlich dessen Türme, wo angeblich einge mauerte Maschinengewehre des Schuhbundes in Tätigkeit traten. Hier spielte sich ein erbitterter Nahkampf Mann gegen Menn ab, der von den Verteidigern mit dem größten Heldenmnt ausge= fochten wurde. Heroismus ohnegleichen Das Handgemenge Die erste Kampfnacht Gegen das Gebäude wurden Haubißen in StelUeber die Ereignisse der ersten Kampfnacht von Montag auf Dienstag in Wien ist folgendes nachzutragen: Vielfach haben die Arbeiter die Waffen erst erobern müssen. Die Besatnng des Mahleinsdorfer Frachtenbahnhofs z. B. hat dem BundesGegen den Ostbahnhof wurde von Seiheer fünf Maschinengewehre abgenommen, che ten der Regierungstruppen nicht nur Artillerie, sie sich verschanzte. Die Waffenlager mußten sondern auch ein Panzerzug eingesetzt. Ein erbit: meist von den Alarmkompagnien des Schuh- terier Stampf entbrannte um den Start- Mart- Hof bundes gestürmt werden, ehe überhaupt die Be- im 19. Bezirk. Auch hier wurde Artillerie waffnung der Arbeiter vor sich gehen konnte. eingeſent. Bis halb 3 Uhr früh hörte man StanoDie Polizei allein konnte nirgends etwas aus- nenschüsse und Gewehrfeuer. richten und ging nnr zaghaft vor. Wo sie auf In die Straßenkämpfe in Ottakring Widerstand stieß, wartete sie, bis Militär anm Umgebung des Arbeiterheimes und in der Nähe des Einfas bereit war. griffen Polizeitants ein, besonders in der Gemeindehauses Sandleiten. Die Berluste der Wehrmacht und Die Besazung des Ottakringer Arbeiterhei der Polizei find hoch. Gestern wurden mes seßie den Angriffen der Polizei und der Trupfie amtlich noch bekanntgegeben, heute nicht mehr. pen erbitterten Widerst and entgegen. In einem einzigen Kampfraum( 12. Bezirk) foll die Exekutive 60 Tote gehabt haben. Die Heimwehr selbst wird nur eingesetzt, wo es eine Gegner gibt. Die Behelligung der Baffanten an der Sperrlinie, die Bewachung nicht gefähr deter Objekte wird von Strolchen der Herren Starhemberg und Feh besorgt. Nirgends fieht man Heimwehr ohne Bolizeischutz. lung gebracht. Erst nach längerer Beschießung durch diese Geschüße konnte das Arbeiterheim nach 2 Uhr nachts von den Regierungstruppen gestürmi werden. Angeblich hat der Bluthund Fey den Sturm geführt. Dann richtete sich das Artilleriefeuer gegen den Star I Marr Hof auf der Heiligen städter Straße. Das Berliner offizielle Deutsche Nachrich tenbüro" bemerkte zu diesen furchtbaren Stämpfen: ,, Die lange Dauer der Nachtkämpfe wird vielfach darauf zurückgeführt, daß man auf der Megierungsseite anfangs mit dem Ernst der Lage und ber Stampffähigkeit der ausgezeichnet im Karl Marx- Hof Ein Bericht meldet darüber: Die Besetzung des Hauses gelang erst nach zähem Kampfe und starker Artillerievorbereitung. Der fogenannte blaue Turm dieses Hänserblocks wurde im wahren Sinne des Wortes vollkommen zerschoffen. Der ganze Mitteltrakt des großen Blocks ist durch die Artilleriebeschießung so beschä digt worden, daß Einsturzgefahr besteht. Bajonetten und Revolvern um jedes Stiegenhaus, Im Innern dieses Häuserblocks wurde mit um jede Stiege und jede Tür gekämpft. Die Veruste, die die Schutzbündler in diesem Hauſe er litten, dürften unter den bisherigen Einzeltämpfen in Wien die größte Zahl erreichen. Die asgerüsteten vielen tausend sozialistischen Hauseinwohner wurden vor Eröffnung des Feners aufgefordert, die Gebände zu verlassen, famen je= Schußbünler nicht gerechnet hatte and eine ge- doch der Aufforderung nicht nach. wiffe Zersplitterung der Truppen infolge der Unruhen in den Ländern eingetreten war. Erbittertes Ringen um eine Reihe von Gemeindebauten In den frühen Morgenstunden setzten die Die Arbeiter haben ohne Zweifel Kämpfe in der Nähe des Marx- Hofes im 19. Begroße blutige Berluste. Das Sturm- sirk und an zahlreichen anderen Stellen mit erbataillon des Ottakringer Schutzbundes war heute neuter Heftigkeit ein. mittags bis auf zwei Mann aufgerieben. In den Am Vormittag tonzentrierte sich der Kampf mit Artillerie beschoffenen Wohnbauten müssen auf Ottakring und Simmering. In Ottakring ging hunderte Frauen, Kinder und Greise ums Leben es außer um die große Wohnbauanlage Sanbleigekommen sein. Leiber sterben wohl die meisten ten wieder um das Arbeiterheim. Hier stellte der Berwundeten der Arbeiter, da sie in den einge- amtliche Bericht auf einmal einen Teilerfolg" bei fchloffenen Zitabellen feine genügende ärztliche ben vorausgegangenen nächtlichen Kämpfen feft. Hilfe haben. Wie start die Berluste der Fascisten Der Kampf ging unter fortdauerndem Maschinenfind, geht aber daraus hervor, daß eines der gro- gewehr- und Minenwerferfeuer und Einſatz von en Spitäler bereits die afsahme ge- Artillerie die ganze Nacht weiter. " Die Einwohner der Nachbarhäuser schätzen die Zahl der Toten bei diesen Kämpfen auf etwa 100 und die Zahl der Verwundeten auf minde stens 200. Gegen Mittag zogen sich die Schnyvündler aus dem Ottakringer Arbeiterheim, das neuerdings in die Hände der Truppen fiel, in die War cha= I o wsti Werke zurück, wo sie sich verschanzGegen 8 Uhr morgens schte verstärktes Ar- ten und neuerdings Widerstand leisten. Auch in Hernals fanden neue Kämpfe tilleriefener aus zwei Haubigen, zwei kleineren Geschüßen und aus Minenwerfern cin. Um den statt. Karl- Marx- Hof wurde noch immer heftig ge- In Heiligenstadt wurde der Marx of kämpft. Auch hier spielte Artillerievorbereitung die in den Mittagsstunden nach harten Kampf von Hauptrolle. Die Geschütze waren auf der HohMilitär und Polizei besetzt. Das Hand weist Warte aufgefahren. fenster groc Löcher von KanonenschüfWeitere Meldungen vom Vormittag be- fen auf. Jm 21. Bezirk waren neue Stämpfe um das Bolizei und Militär ist es gelungen, das Ar- Floridsdorfer Arbeiterheim dessen Besetzung beiterheim im Bezirk Ottakring zu beschen. Da: schon in der Nacht gemeldet worden war für flammt allerdings der Widerstand an um die umliegenden Gemeindewohnbauten im anderen Stellen wieder auf. So hat Zuge. fagten: und Cette 2 Mittwoch, 14. Feber 1934 Im 3. Besef waren ebenfalls neue Kämpfe| friegsmäßige Ausrüstung, jedoch keine Muniim Gange, hauptsächlich in der Umgebung von St. ti on mehr vorfand. Marg, wo einige hundert Schutzbündler verbar. rikabiert waren und hartnäckigen Widerstand leifteten. Auch hier fuhr Artillerie auf. Polizeiflugzeuge über Wien Vier Polizeiflugzeuge sind am Vormittag aufgeftiegen, um die ,, Brandherbe" des AufftanIn Ottakring explodierte durch einen des auszukundschaften. Bolltreffer ein Gasometer. Keine Munition... ,, Hyänen!" Nr. 37 gleich Null war, und er hat auch Hervorragendes im Schimpfen geleistet, indem er unter anderem die sozialdemokratischen Führer als ,,, nänen" und rote Verbrecher" benannte. Mit dem von feiner Wahrheitsliebe ange. Wir werden morgen an die Arbeit gehen und wir werden ganze Arbeit leisten so sprach am Sonntag des Dollfus rechte fränkelten Schimpfer fich auseinanderzusetzen. Hand, der Bizetangler& ey nach einer wäre müßig, denn Beschimpfungen kommt keine Müllwagen als Tanks Gefechtsübung der niederösterreichischen Heim- Beweiskraft zu, es gehört zu ihnen, da sie unter Die für die Müllabfuhr dienenden, aus wehr. Also noch am Sonntag hat der weiß- frupelloser Ausnübung des christlichen Mono. Bei der Beschung eines ebenfalls in diesem schwerem Eisenblech gebauten großen Kraftwagen grüne Fascismus fein Gehl daraus gemacht, pols auf den Rundfunt getätigt werden, auch Bezirk gelegenen großen Gemeindehauses, das wurden von Schuhbändlern mit Waschinengeweh. daß er wenig Wert darauf legt, den Verdacht, wenig persönlicher Mut zu ihnen und im übri. burch Artilleriefeuer schwer beschädigt war, wurden ren beiaden und im Bezirk Meibling, we bie den Bürgerkrieg zu entfesseln, von sich abzu. gen ist hinlänglich bekannt, daß die Bezeichnung 30 Schutzbündler verhaftet, bei denen man volle| Hauptunruheherde liegen, als Tanks verwendet. streifen. Hundertemal hat man es auch vorher hänen" auf niemanden besser past, als auf au hören bekommen, daß die Demokratie abge. ben christlichen Urheber der Schrecken des Bür. fchafft, alle Volfsrechte vernichtet, der Fascis. gerfrieges. Aber was soll denn die sozialdems. daß fratischen Führer dieser Bezeichnung würdig er. δαξ mus eingeführt werden müsse und Neues Aufflammen der Kämpfe in den Abendstunden Auch in den Nachmittagsstunden waren in der inneren Stadt fortgesetzt Schießereien und Kanonaden von der Peripherie hörbar. sammenhängenden Gebäudekomplex. Nachdem der Schlingerhof mehrmals seinen Besitzer gewechselt hatte, wurde der gesamte Komplex von Bolizei und Militär bescht. Die Schutzbündler zogen fich in den Floribs. war ein doppelseitiger Angriff gegen diese Stellung des Schutzbundes im Gange. Regierungstruppen gekommen. wakei geflüchtet ſeien, lann nicht nur von uns als böswillige Erfindung bezeichnet werden, sondern wird auch von den uns aus Wien direkt zugekom menen Berichten widerlegt, die bestätigen, daß beide Genoffen sich beim Wiener Schutzbund befinden. Seltz und Breitner verhaftet Trümmer. öpferollen" werden. Pünktlich nach der fcheinen lassen? Es ist schlicht gesagt der Wider. fonntägigen letzten Ankündigung dessen, dem stand, den die sozialdemokratisch gesinnte Arbei. das Seleeblatt Dollfus- Fey- Starhemberg nun terschaft ihrer ihr unzähligemal in Aussicht ge. stellten Niederwerfung und Versklavung nach schon seit langem zustrebt, hat der Angriff gegen Bon offiziöser Seite wurde erklärt, die bei den einzigen Hort, den die Demokratie in Defter. italienischem und deutschem Muster entgegen. Im 21. Bezirk( Floridsdorf) gab es nach den großen Gemeindebauten im 10. Bezirk in der reich noch hatte, gegen die sozialdemokratische gesetzt hat. Sich gegen die Unterjochung und noch Einbruch der Dunkelheit neue heiße Rämpfe um uellenstraße feien teils gestürmt wor. Arbeiterschaft eingefeßt. Seither bereiten Ge. Dazu mit denselben Mitteln, mit denen die Herden Schlingerhof und den mit demselben zu ben, teils durch die Nebergabe in den Besit der mehrfalven, Maschinengewehre, Minen, Hand. Stellung der Botmäßigkeit der arbeitenden Men granaten, Artilleriegeschosse und Gasangriffe, schen zum Wohlgefallen der reichen Geldgeber Seit 18 Uhr ist ein neuer Kampf um gerichtet gegen die dem Fascismus abgeneigten der Heimwehr von allem Anfang an geplant war, bas Arbeiterheim in Ottatrina Bürger des Staates, das neue Regime vor, wie aur Behr zu setzen, ist in der Sprache der ausgebrochen. Wie es heißt, sollen die Sozialbe es die Heimwehrbandenführer mit Dollfus an christlichen Erneuerer Desterreichs„ rotes Ver. dorfer Gaswerken zusammen. mokraten, die in die Nachbarhäuser geflüchtet wa- der Spizze errichtet sehen wollen. Sie nennen es brechertum". Und" yänen sind danach Um 7 Uhr abends waren in Florids- ren, nachdem sie von dort aus das Arbeiterheim borf eine Reihe von Bofitionen fest in den Hän unter Maschinengewehrfeuer genommen hatten, mit langgeübter und anderen Vorbildern abge. die, die ihre fittliche Pflicht darin den des Schuhbundes, so daß der Berkehr auf ber bie fchwache Poliscibefatung lauschter Berlogenheit ein„ christ I i che s" und fahen, die Arbeiter darauf vor. Rorbbahn his Jeblersdorf unterbrochen war. Auch wieder hinausgedrängt und das ein„ autoritäres" Regime, das nad) blu. 8ubereiten, daß diese nicht wider. das Leopoldauer Gaswerk war im Beſits der So Heim erneut befeht haben. Polizei geht tiger Niedermezelung der Widerstrebenden dem stands los dem nach Arbeiterbľut Lechzenden Fascismus zum sialdemokraten. Nach einer Meldung des DNB. nun erneut gegen das Arbeiterheim vor. österreichischen Volte beschert werden soll. Der Unterschied zwischen dem früheren und dem Opfer fallen. Beim Brechen der beschwo. Standgerichte In Tätigkeit? neuen System drückt sich schon in dem Vergleich renen Verfassung und beim Raub der Volks. Morgen um 9 Uhr tritt das Standgericht aus: die Wiener sozialdemokratische Gemeinde. rechte, was sich so„ autoritärer Staat" nennt, beim Wiener Landesgericht für Straffachen Wien verwaltung hat zahlreiche große, von aller Welt wollen die fascistischen Räuber nicht genieret 2. Bezirt, zusammen, um über acht Bersonen, die bewunderte Gemeindehäuser erbaut, der auto. fein, das Volk hat in Ergebenheit und stummer gestern nachmittags in der Barade der sozialdes ritäre" und" chriftliche" Staat aber legt sie schon Demut das ihnen von einigen Bandenführern mokratischen Kinderfreunde" in Sicking bei in seinem Werden durch Artilleriegranaten in sugedachte Los auf sich zu nehmen und tut es das nicht, dann sind die„ Hyänen" daran schuld, einem blutigen Zusammenstoße verhaftet worden welche es unterlassen haben, dem Arbeiter den find, wegen Verbrechens des Aufruhres zu urteiDer Wiener Bürgermeister Genosse Seit Wefenseigentümlichkeit aller Diktatoren if nötigen Respekt vor dem modernen Banditen Yen. wurde in das Polizei- Gefangenenhaus gebracht. die Lüge. Die Straßen von Wien und zahl- tum, das sich Fascismus nennt, beizubringen. Unter den Verhafteten sind auch die Redakteure reicher anderer Städte Desterreichs bedecken sich Das gilt, auch wenn die nach der Diktatur der Arbeiterzeitung", die Genossen Braunthal mit den Leichen Erschossener, auf die man wie lüsternden Streberlinge sich auf kein anderes und Redlich, sowie der frühere Wiener Finanz- bei Treibjagden gejagd hat, in allen Spitälern sittliches Recht stüßen können, als auf das Komreferent Genoffe Breitner und Landesrat feufzen, stöhnen die verwundeten Opfer des von mando über die Mittel der Staatsmacht und die Genosse Benet. Dollfus entfesselten Bürgerkrieges und ringen vom Großkapital ausgerüsteten bewaffneten bielfach mit dem Tode. Am Sonntag hat der fascistischen Horden. Hahnenschwanzfascismus Den Tatbestand, der zum verzweiflungs. werde ganze Arbeit" leiſten, jetzt da das vollen Widerstand der ſozialdemokratischen ausgebrochene Christentum des Dollfus sieht, Massen führte, vernebeln zu wollen, ist ein aus welches namenlose Unglüd er über das arme fichtsloses Beginnen. Fest steht, daß die gequälte Rand gebracht hat, möchte er gerne die hänen" ein beispielloses und den Arbeiter Der Deutschland Scuber berichtet: Dem Schuld für all das Furchtbare von sich auf massen oft nicht mehr recht verständliches Maßs Berireter eines großen deutschen Nachrichtenbüros andere und natürlich auf die Sozialdemokraten von Geduld gegenüber den fortwährenden wurde von feiten der Regierung in Wien erklärt, abwälzen. Er hat darum noch am Montag Provokationen des Dollfußfascismus aufbrach. daß der Deutschlandsender für morgen den Ein- abends feinen Commis, den Minister Schuschnig, ten. Seit fast einem Jahre wird das Recht der marsch der., Desterreichischen Legion" in das Bun- an den Rundfunksender gestellt, damit er das Einflußnahme des Boltes auf seine eigenen und besgebiet angekündigt hätte. Der Deutschland- Unmögliche möglich mache, das ist, die entsetz die Geschide des Staates sabotiert, das teuerste Sender dementiert diese Behauptung. liche Blutschuld, mit der sich der christliche Fa- Symbol des Aufstiegs der Arbeiterklasse, die Zum Schluß hieß es in der Nachricht des Rundfunks: Die von österreichischer Seite verbrei- scismus beladen hat, von dessen Händen durch Maifeier, wurde verboten, die Preßfreiheit in teten Gerüchte, daß eine völlige Berständigung mit Zügen und Schimpfereien abwasche. Der Fetzen gerissen, jede Feier des Republikgedanden Nationalsozialisten erzielt worden sei, ift Schuschnig hat dabei sein Bestes geleistet, obwohl tens untersagt, der sozialdemokratisch geleiteten nicht wahr. Der Kampf gegen Dollfus geht viel. die überzeugende Wirkung der vorgetragenen Wiener Gemeindeverwaltung Stüd um Stüd mehr kompromißlos weiter. Heucheleien auf unvoreingenommene Menschen ihres Selbstverwaltungsrechts und jeder sozialen Wie von Regierungsseite bekanntgegeben wird, sollen die acht Arbeiter morgen zum Tode verurteilt und sofort durch den Strang hingerich Dazu wird erklärt, daß diese Hinirchtungen nur die ersten einer ganzen Serie sein sollen. tet werden. 30/11 " Ultimatum Feys Dementierte Derständigung Sahnenian fafcimus damit acproblt, er bis heute 9 Uhr morgens In den Nachmittagsstunden des Dienstag fieh der Bluthund Fey bekanntgeben, daß wenn his Mittwoch morgens 9 Uhr nicht jeglicher Widerstand aufgegeben sei, daß Standgericht gegen alle Widerspenstigen die Todesstrafe durch den Strang verhängen werbe. Bauer und Deutsch bel den kämplenden Arbeltern Die von der ,, Neuen Freien Breffe" aus durchsichtigen Gründen verbreitete Lüge, daß die Genossen Bauer und Deutsch in die Tschechoslo. A. M. de Jong: 23 Verschlungene Tfade Ein Roman in vier Episoden Autorisierte Uebersetzung aus dem Holländischen von E. R. Fuchs. Gleichgültig schritt er hinter dem Brigadier über den Gang zum Büro. Der Inspektor schaute ihn hinter dem Tisch neugierig an. Sönnen Sie nicht Ihre Müße abnehmen?" fragte er streng. Peter sah ihm fest in die Augen und ants wortete frech: „ Sobald ich auf Besuch fomme und höflich angesprochen werde, will ich dafür sorgen, die guten Formen zu wahren." Dollfuß- Nazis Gerüchte über die Legion Wollen Sie mir nun folgen?" Die Stimme flang straff und offiziell, aber doch ein wenig in verstedter Ehrerbietung. Sinter ihm schritt Peter im Gefühl, daß er in dieser uns sinnigen Komödie, die vonstatten ging, eine Rolle spielte, über eine breite, mit schweren Läufern bedeckte Treppe, wieder über einen Korridor, bis sie vor einer massigen Türe standen. Der Bediente flopfte an, öffnete die Tür und schob, sich abseits stellend, cine Portiere zurück; dann meldete er an: Herr Peter Zangi." Nun ergriff Peter langsam und mechanisch die ihm dargebotene Hand und unendlich erstaunt flüsterte er: " Der Kronpring!" " Stimmt haargenau!" jagte der andere und schüttelte ihm kräftig die Hand." Und du hast die Bekanntschaft auf ganz unfreundschaftliche Weise erneuert, Peter... deine Hände schlagen hart zu..." Mit ironischer Bewunderung blidte er nach den starken Arbeitshänden des fräftig gebauten jungen Mannes, der ihn um einen halben Stopf überragte. Kappe und ging hinter dem Brigadier hinaus. in seinen Händen und schante den Mann fra 1 Dann stiegen sie in den bereitstehenden Wagen, gend an. der sich sofort in Bewegung setzte und langsam durch den Menschentnäuel fuhr, bis sie in stillere Straßen famen und das Pferd in Trab verficĭ. Rasselnd rollte der Wagen über die Pflastersteine. befremdlich laut in der ungewohnten Stille nach dem Festlärm der inneren Stadt. Neugierig schaute Peter durch die Fenster hinaus. Wohin ging's?.. Zum Gefangenenhaus? Dann machten sie wohl einen sonderbaren Umweg, denn sie fuhren in verfehrter Richtung, gegen die äußeren Stadtbiertel, dem Waldweg zu, an dem große Villen in wunderbar angelegten Blumengärten standen, Er nicie Peter aufmunternd zu, der, an ihm Ein Schatten glitt über Peters Gesicht und einige von ihnen weitläufig wie Parkanlagen... vorbeischreitend, ein hohes, hellbeleuchtetes Rims brüst entzog er ihm seine Hand. Der Prinz lachie Wohin in des Teufels Namen?... Hier gab es mer betrat; dann hörte er hinter sich noch den wieder. doch nirgends etwas, das auf eine Strafanstalt Vorhang vorgleiten und say in einer Ecke des Ge- ,, Warie ciivas, che du mir Vorwürfe machft", schließen ließ?... Nun fuhren sie wahrhaftig maches einen jungen Mann aus einem tiefen fagte er. Du hast nämlich den Unrichtigen erden Waldweg entlang... Klubseffel an einem niedrigen Tischchen sich erwischt. Ich war eben eifrig bemüht, meine Mitheben. Er trug einen bequemen seidenen Haus studenten von ihrem banalen Tun abzubringen, rock über der weißseidenen Wefte des Avendan- als du mich knock- out schlugst... Glaubst du zuges und Peter erkannte in ihm den Studenten, mir?" den er niedergeschlagen hatte und der in die Polizeistube mitgegangen war. Eine seiner Baden war leicht geschwollen und auf seiner Wange flebte ein Kleines, getreuztes Heftpflaster. Peters Gesicht verdüsterte sich und er blidte starr in das lächelnde Antliß des jungen Mannes gegenüber, der lang sam mit ausgestreckter Hand auf ihn zutam. Was sollte diese Komödie bedeuten?... Mißtrauisch schaute er sich um, ob irgendwo in den Eden des großen Zimmers Geheimpolizisten auf ihn lauerten. Dann sagte der Student: Der Wagen hielt vor einem hohen, schmiedeDer Inspektor fann einen Moment verblüfft eisenen Gitter mit vergoldeten Spißen und zierüber diese fühle, torrette Antwort. Wieso fonnte lidhen, fupfergetriebenen Laternen. Sie stiegen aus fich der gewöhnliche Arbeiter so gut ausdrüden?.. und erstaunt folgte der Arrestant seinem Führer Was war das eigentlich für ein Kerl?... Mit durch das Gitter, über die geschweifte Freitreppe ihm mußte etwas los sein!... Peter Banzi... empor zur schwarzen, geschnißten Tür. Er war den Namen mußte er doch schon gehört haben... zu verblüfft, um zu fragen, und lauschte betäubt Bangi... Bangi?.. So hieß die Frau aus dem dröhnenden Schall der Glode, die der Brigadem großen Prozeß!... Aber was... Einge- dier gezogen hatte. Ein Bedienter in stattlicher schüchtert von diesem geheimnisvollen Fall und Libree öffnete. dem seltsamen Werl fuhr er in verändertem Tone fort: Wollen Sie so freundlich sein und sich mit dem Brigadier zu der ihm genannten Adresse begeben. Ein Wagen steht bereit. Wenn Sie geloben, feinen Fluchtberjud zu unternehmen, werde ich Sie nicht fesseln lassen." Ein Lächeln glitt über Peter Zanzis Züge. " Ich gelobe Ihnen, daß ich nicht weglaufen werde," sagte er, nun ebenfalls höflich. Gut", nidte der Inspelior. Denn lönnen Sie geben. Guten Abend." Hier ist Peter Zanzi", sagte salutierend der Brigadier. Kann ich einen Bettel haben, daß ich meinen Arrestanten gut und wohlbehalten abgeliefert habe?" Kommen Sie herein", nickte der Lakai und betrachtete neugierig den Arrestanten von der Seite. Peter jah ihn fest an; dann sagte er: " Ja... es tut mir leid." Stomm also. Seßen wir uns und plaudern wir ein wenig," sagte der Pring, schallend auflachend über das vertvirrte Gesicht seines unfrei willigen Gastes, der mit sich absolut nichts anzufangen wußte. II. Sie faßen einander in niedrigen, ledernen So, Peter!... Es ist lange her, daß wir Klubsesseln gegenüber und schauten sich auf der uns nicht gesehen haben, was?" Suche nach einer Aehnlichkeit aus längstberganges Beter Banzi musterte ihn verwirrt. Der annen Tagen ins Gesicht, aber es waren nicht mehr dere lachte. Billst du mir nicht die Hand geben?" fragte er mit stillem Vorwurf. Drinnen schrieb er ein paar Worte auf einen an der Wand hängenden Bloc. riß das Blatt ab und händigte es dem Brigadier ein. Dieser fals tete es sorgfältig zusammen. Legte es in sein Notizbuch, stedte dieses ein, salutierte, wünschte Guten Abend, Inspektor," animortete der guten Abend und ging. Peter blieb allein mit dem Arreftant, hob höflich grüßend seine Hand an die bornehmen Bedienten, drehte beriviert die Stappe a bin Beter von Whremberg." " „ Wir sind doch solch gute Kameraden gewesen, einen ganzen Nachmittag lang, vor etwa zwölf Jahren. Kennst du mich nicht mehr? • viele Spuren davon zu finden- urteilten sie beide. Der Pring erkannte in den verschlossenen. harten Bügen ihm gegenüber nichts mehr von dem fröhlichem. lustig schwabenden, frechen Lausbuben, der ihn einst aus dem verschlammien Graben ge3ogen haite. ( Sortschung folgt.) It t τ 6 ଘ Des Cet 1" ge. cit, ine ter no. uch Sri. ang muf ir. 10. er. er. Sei. ge. ach oc er. itSer at, Der er. d in t. r. 111 30. 18. nt, ret er rn es D, ett 1111. tr 11. ic ent B. ent 3 ie Tம் En 5. er D te e 11 11 It i . 37 Mittund, 14. Feber 1934 In diesem Augenblick berhöhnen, beschimpfen und verleumden die Kommunisten die öſterreichische Gozialdemokratie! Wenn man es nicht schwarz auf weiß vor sich hätte, so würde man es nicht glauben: in diesen Zagen und Stunden, da die österreichische Arbeiterschaft ihren beispiellos heldenmütigen und opfervollen Stampf gegen den Fascismus führt, in diesem Augenblick suchen die tschechoslo= walischen und insbesonderheit die fude= ten deutschen Kommunisten der österreichischen Sozialdemokratie und damit her Sozialdemokratic durch Verleumdung, Schimpf und haarsträubende Lügen in den Rüden zu fallen! Der Reichenberger Vorwärts" bragte am Dienstag, gestern, als selbst er, der elend Informierte, doch schon einige Meldun gen über den großartigen Abwehrkampf der Sozialdemokratie und des Schußbundes in Desterreich veröffentlichen konnte, einen Artikel aus der Feder eines Herrn Karl Neumann aus Brag( den man sich merken muß!), einen Artikel, gegen den sich, wenn es mit rechten Dingen zugeht, die Empörung auch der gesamten fommunistischen Arbeiterschaft bei uns im Lande richten müßte. Wir wollen aus diesem Artikel, geschrieben und veröffentlicht in historischen Tagen des österreichischen und des Gesamtproletariates, nur ein paar Säße zitieren: ,, Die österreichische Sozialdemokratic liefert das Proletariat wehr los den Schlägen der Dollfus Diktatur aus". ,, Die Sozialdemokratie liefert die Arbei terflaffe dem blutigen Fascismus aus". Die SPD e ist der Faktor, der die Kraft des österreichischen Broletariats lähmt, cs tamp funfähig macht und damit der blutigen fascistischen Diktatur in Desterreich ausliefert." fonnten. Alles schleppte sie herbei, Bücher und Spielzeug; immer neue ileberraschungen ersann fie, erfinderisch, wie nur Menschen sein tönnen, die lieben. Mit leuchtenden Augen faß fie da, wenn das Fieber nachgelassen hatte und ihr Junge ein um das andere Mal glüdlich ausrief: Wenn ich erst gesund bin, Mutti, dann wollen wir damit spielen, mit all dem, ja?" Aber dann war das Furchtbare geschehen. Ahnungslos war sie eines Tages wieders gefommen, beinahe heiter, denn gestern war es mit Sami ja schon viel, viel besser gewesen. Den ganzen Weg hatte sie überlegt, was sie zuhause ihr Liebling ja wieder da sein! alles berrichten würde, denn bald... bald würde ihr Liebling ja wieder da sein! Hiezu braucht es in diesen Stunden wahr haftig niemanden, sei er Sozialdemokrat, Kommunist oder Bourgeois, eines großen Stommen tars. Die gesamte sozialdemokratische Arbeiter schaft Desterreichs, Sturmtrupps des europäischen Ganz sicher und selbstverständlich war sie Proletariats, stellt sich den Kanonen und Tants, durch den langen Saal hin zu dem Bettchen geeilt. den Maschinengewehren der Dollfuß- Soldaten und wieder und wieder war ihr Blick auf das Num der Starhemberg- Lardenechte. Barrikaden stehen mernschild gefallen... 32... 321-32?! Bu und wachsen in Wien, ein Aufstand ohnegleichen erst hatte sie nicht begriffen... svei... und macht die ganze Welt aufhorchen und läßt das dreißig! Da hatte doch sonst ihr Junge geWeltproletariat mit angespannten Nerven, mit legen! Warum?? glühenden, vor Erregung bebenden Herzen nach Wien, nach Desterreich horchen und, om muniste n", für die uns der richtige Ausbrud fehlt, erzählen kommunistischen Arbeitern, daß diese österreichische Sozialdemokratie das Proletariat wehrlos der Dollfuß- Diftatur aus liefert! 亞 Das Duell, Seite B Aber da war die Schwester gekommen und hatte sie, die immer noch mit großen, verständnislosen Augen auf das leere Bett vor sich starrte, zur Türe hinausgeschoben und ihr draußen mit ciner falten, mitleidsvoll seinsollenden Stimme erklärt, es habe gestern einen Rückfall gegeben, und der Herr habe ihren Jungen zu sich in sein Auf diese Lüge, die vergeblich einer himmlisches Reich genommen. auch von den Kommunisten gefühlten Tatsache Sie war nicht zusammengesunken, sie hatte ins Gesicht schlägt, für diese Nieder- nicht geschrien, nicht geweint. Wie in einer Starre tracht, die schwer ein Gleichnis finden wird, blieben ihre Augen weit offen und leer... gibt es nur eine Antwort: was anständig, was Auch als man sie in die Totenkammer chrlich proletarisch, was sozialistisch) und revolu führte, in der, von einer Dede verhüllt, ein tionär in den Reihen der Kommunisten ist, mageres Kinderkörperchen mit einem merkwürdig muß sie mit Efel und Empörung verlaffen umb alten, schmalen, gelben Gefichtchen lag. Lange den heiligen Sterbesatramenten" zu versehen, fich dort anschließen, wo Kraft und Wille zum Beit stand sie dort wie versteinert; niemand wagte um es so für die allein seligmachende Kirche" zu Kampf gegen den Fascismus vorhanden ist: es, fie fortzuschicken. Erst später, als ihr Blid fich retten und sich selbst die himmlische Provision zu bei der Sozialdemokratie! sentte und sie die verkrampften Fingerchen mit verdienen. dem Kruzifir bemerkte, blieben die großen, leeren Augen sekundenlang an der Schwester haften... Verbotenes und Erlaubtes im Film Fragen an die Filmzenfur Dann war sie gegangen. Hölzern, wie ein Automat. eine Geschichte ohne Worte. Ausgrabungen, die unter der Stufenphra mide von Salfar ausgeführt werden, haben Berichten aus Kairo zufolge wieder sehr bemerkenswertes Material zutage gefördert. Im Unterbau der Dies ist vielleicht eine sehr sentimentale Ge- Pyramide ist ein etwa 30 Meter langer Gang aufschichte. Aber vor einiger Zeit wurde in Wien in gebedt worden, in dem sich Tausende von einem bekannten Stranfenhaus ein fleiner Juden- Schüssel, Selchen und Schalen befanden. junge von seiner Mutter mit einem Struzifir in Die meisten sind aus kostbarem Alabaster, andere den Händen tot vorgefunden. Ein Bettnachbar er aus Diorit, Porphyr oder Quarz hergestellt. Leider zählte später, der kleine wäre die ganze Zeit bis find die Gefäße sämtlich zerbrochen, doch glaubt man, 3 ſeinem Tode noch bei vollem Bewußtsein ge- einige hundert wieder zuſammenſeken zu können. vesen; er hätte, als man ihm ſagte, daß er nun Mehrere Baſen tragen Inschriften in ſchwarzer sterben müsse, immer und immer wieder geschrien: Tuſche. Einige scheinen zum Erbaut der Familie des Das ist nicht wahr! Ihr lügt! Ich muß noch nicht Pharao Sosser gehört zu haben, der im 28. Jahrsterben! Ich will gesund werden! Geht doch fort!" hundert v. Ch. regierte und die Stufenpyramide erAber die Schwester und der herbeigerufene Pfar- baut hat. Andere Inschriften bezeichnen die Namen rer ließen es ſich nicht nehmen, das„ verlorene und Titel von Edelleuten und das Beſt, auf dem fie ,. Lamm" gegen seinen Willen zu taufen und mit ihnen angeboten wurden. gir miffent uns dagegen wehren, daß es jenem Das sechste Kreiswinterſportfeſt in Trinkfaifen Wer im Prager Kinoprogramm die Filme sucht, beim besten Willen können wir uns nicht vorstellen, die für Jugendliche erlaubt sind, der wird daß sie schlimmer waren, als was man mitunter er Mühe haben, sie zu finden. Kulturfilme, Sportauf- laubt hat. Denn unsere Phantasie reicht nicht aus, nahmen und Reportagen das ist so ziemlich alles, um uns vorzustellen, daß es ärgeren Schund und was die Bensur im Innenminiſterium den Mitbürüblere Sensationsmache, daß es Verrohenderes, Bergern bis zu 16 Jahren zu ſehen gestattet- wenn dummenderes und Verheizenderes geben kann, als sie nicht gerade bei einem altmodiſc) verfilmien gewisse Produtic der hitlerdeutschen Filmindustrie, Roman oder einer religiösen Leinwandpropaganda deren Aufführung die Zensur gestattet hat. Proeine großmütige Ausnahme macht. Man darf daran dufte wie die Frau im Feuer", wie„ Der Unsicht aweifeln, daß die jungen Leute sich streng an die bare acht durch die Stadt", wie der„ Stern von Vas Berbote halten, obwohl ihnen im allgemeinen nicht lencia" und wie neuerdings die" Schüße an der biel entgehen würde, wenn sie sich daran hielten. Grenze". Entweder es gibt eine Benjur oder Aber nicht aus Bedauern darüber, daß dem jüngsten es gibt keine. Aber wenn es eine gibt, dann hat sic Teil des Filmpublikums der Zutritt zu fast neun die Pflicht, uns vor dem Anblick solcher ScheußlichBehntel der Spielfilme verivehrt wird, wollen wir feiten und Schändlichkeiten zu bewahren. Kritik an der Filmzensur üben. Wir wollen nur die Frage stellen, nach welchen Gesichtspunkten eigentlich Goebbels möglich sein soll, feine ergaunerte Wacht das reftliche Zehntel ausgewählt wird, das man für aud) bis zu uns auszudehnen. Daß an vielen Pradie Jugend freigibt. Wenn es fünstlerische und ger Stinos Platate leben, auf denen man den Stemethische Prinzipien wären, dann wäre es unverständ- bel entdeden fann„ Genehmigt von der Filmprüfstelle lich, daß man einen altmodischen, univahrscheinlichen Berlin", ist bezeichnend für eine Filmpolitik, die daund gefühlstricfenden Film wie„ Jindra, Gräfin hin geführt hat, daß sich hiesige Filmprodu Gnte Organisation der Wettkämpfe 200 Wettkämpfer am Start. 1500 Zuschauer beim Oftrobin" für jugendfrei erklärt und ein von Wirklich enten ihre Engagementslisten von der teitstreue, echtem Gefühl und höchstem fünstlerischen braunen Berliner Filmfachschaft dittieren lasSpringen. Fladerer Johann( Bärringen) wurde Kreismeister im komb. Si Wettkampf Bollen durchdrungenes Werf wie„ La Mater- sen und daß man im Handelsministerium VerSchon Samstag mittags belebt sich Trintjai-| wurde Morbach( Bärringen), trobem er die besie nelle" für die Jugend verbietet. Man kann nur handlungen mit der Berliner Filmkammer führen fen, rote Fahnen begrüßen die Gäste. Um 1 Uhr Saltungsnote erreichte, von Weigner( Eibenbergvermuten, daß die Behörde sich hier von dem frag- muß, um die weitere Zusammenarbeit der Prager geht es auf die Sprungschanze; Morbach, Burlari Grünberg) geschlagen, welcher mit Sprüngen von 27. würdigen erzieherischen Grundsatz hat leiten lassen, und Berliner Filmgeschäftsleute zu ermöglichen. und Hüller zeigen Brobesprünge von 34 Metern. 29 und 30 Meiern die besten Weiten erzielte. Daß daß man der Jugend die Probleme des Lebens nur Wir haben vor zwei Monaten über die Debat- Bum inderlauf starten nur 31 Kinder. Die Springernachwuchs vorhanden ist, beweist der Start im harmloſeſten Gewande darbieten darf, daß sie die ten berichtet, die im englischen Barlament und in der Rothauer und Eibenberg- Grünberger Kinder haben von zehn Schülern. Mit herzlichem Beifall wurden Erotil zur Kenntnis nehmen darf, wenn sie eine Londoner Presse stattfanden, als die englische Film- eine besondere Leistung vollbracht: drei Stunden zu die Leistungen quittiert. Sieger wurden bei den tropköpfige Badfischliebe zu einem würdigen Hauszenjur die Aufführung des Films„ Wohin geht Fußdann an den Start. Den!( Eibenberg- unter 12jährigen der Schüler Dent( Eibenberglehrer ist daß sie aber von dem Schmerz und der Deutschland?" verhindern wollte, in dem der Grünberg) fährt dennoch mit 12:03 die beste Beit. Grünberg) und bei den über 12jährigen der Schüler Rettung eines Kindes nichts erfahren darf, dessen Militarismus und die Barbarei der deutschen Real- Am Start des 10- Kilometerlaufes find IIner( Eibenberg- Grünberg). Den meitesten Mutter die Not zur Proſtitution treibt. Aber selbst tion vom Stahlhelm bis zum braunen Terror gezeigt Läufer aus den Vereinen Ober- Rothau, Trintjaisen, Sprung brachic Illner mit 26 Metern zustande. wenn man zugeben wollte, daß diese behördliche Auf wird. Die öffentliche Stritit, die in England an der Eibenberg- Grünberg, Neudef, Hochofen, Bärringen, Biel Anerkennung fand der neunjährige Otto Straus, faffung eine gewiſſe pädagogische Tradition für sich Filmzenjur geübt wurde, hat Erfolg gehabt. Der Neuhammer, Eibenberg b. N., Unter- Rothau, Bech- welcher die große Schanze und die großen Bretter hat( und davon schweigen wollte, ob sie im Ein- anfangs verbotene Film läuft jest seit drei Wochen bach, Elbogen, Falfenau und Aberiham. Die beste meisterte und dabei allerhand Spaß machte. flang mit jenem Geiste steht, den man jetzt mit dem in zwei der größten Londoner Kinos und er wird Beit fährt äuser( Bärringen) mit 44:22 bor Mit dem 10- Kilometerlauf und dem Hauptsprin Rufe Die Demofratie für die Jugend" beleben will) dort angekündigt als ein Film, au dessen Besuch Franz Bäreither( Abertham). welcher 46:18 lief. gen ipurde gleichzeitig die Kreismeisterschaft -- ein Rätsel bliebe es audi dann, daß man die fürzlich unter dem Titel„ Es war einmal ein wird man bei uns einen ähnlichen Herstellen? Oder sportlers Kolitsch( Bärringen) mit 46:48. man verpflichtet ist". Werden wir diesen Film schen? Beachtenswert ist auch die Beit des bejten Alters- im tombinierten Lauf ausgetragen. Die Wettkämpfer mußten beide Stämpfe meistern. Streis Chaplin" aufgeführten Grotesken, diese märchen wird sich der Beitrag unserer Filmindustrie aur polihaften, heiteren, funstvollen und findlichen Probuftischen Aufklärung darin erschöpfen, daß sie dem talter Sonntagsmorgen. Die 6 Kilomeierläufer Held( Abertham). Dem sonnigen Wetter vom Samstag folgte ein meister wurde Genosse Fladerer( Värringen) vor tionen des großen amerikanischen Stomiters für die nächst, wie verlautet, cine englische Version des ita- und die 4- Kilometerläuferinnen fanden auf der Das schöne Streiswintersportfest wird allen Jugend verboten hat, obwohl sie den Vorzug wert: lienischen Schwarzhemden- Films herstellen wird, also Strede Bruchharsch und Neuschnee vor. Die Leiſtun- Bettlämpfern und Teilnehmern eine ständige Erboller Unterhaltsamteit mit einem Höchstmaß spie Bropagandamaterial für Sir Mosleys englische gen sind dennoch durchwegs sehr gut. Beim Start innerung sein. lerischer Harmlosigkeit vereinten. Man sieht sich Fascistengarde? Im nachfolgenden bringen wir die wichtigsten wirklich genötigt, nach den Grundsätzen zu fragen, nach denen die Bensur ihre Auswahl irifft- zumal Ergebnisse vom Sonntag: diese Benjur ja im Namen der Deffentlichkeit erjolgt. Die himmlische Provision Von Hedwig Erd. Ihrem Spruch unterliegt nicht nur die Jugend. Jeder Film passiert die prüfenden Blicke dieser Behörde, in deren Macht es steht, ihn auch für die Seine Mutter war eine früh gealterte, gut Erwachsenen ganz oder teilweise au verbieten. Diese mütige Jüdin, fromm aus Tradition, ohne sich Eingriffe in die Filme und ins Filmprogramm er- viel Gedanken darüber zu machen; vom Leben zer fordern viel Verantwortungsbewußtsein und Urteils- mürbt, mit jener etwas lintischen Scheu geprügeltraft, wenn sie nicht zu einer peinlichen Bevormunter Hunde, geprügelter Rassen. dung des Publikums werden sollen. Denn nicht als Nur eins war start und mächtig in ihr: Die Vormund hat die Bensur ihr Amt, sondern als Ston- Liebe zu ihrem einzigen Kinde, die Liebe zu ihrem trollinstang gegenüber der Filmindustrie, die nicht au Unrecht in dem Nufe steht, mit Vorliebe auf den Sami. und Ziel fanden sich viele Buschauer ein; besonders bei der steilen Abfahrt. Mit ganz wenig Ausnahmen meisterten auch unsere Sporilerin Kombinierter Lauf( 10 Stilometer und Sprin nen schwierige Abfahrten, trotzdem die eigentlichen gen): 1. Johann Fladerer( Bärringen), Note 34.634, Gebirgsvereine im Sportlerinnenlauf nicht vertreten 2. Emil Held( Abertham), Note 38.650.- Mannwaren. Elsa Selier( Graslih) lief die beste Beit schaftslauf über 6 Kilometer: Jugend: 1. Atus Trinkmit 27:37. Borzüglich ist auch die Beit der Siege faifen 40:88, 2. SJ. Bärringen I 43:02; Sportler: rin im Jugendlauf, Genoffin Wöllner( Neuham- 1. Atus Bärringen 38:52, 2. Atus Abertham 40:05. mer), au nennen, welche 80:10 lief. In der Blaffe- 4 Kilometer- Langlauf der Sportlerinnen: 16--18 der Sportler steht Sieg!( Neubaumer) mit 85:58 Jahre: 1. Marie Kraus( nhofen) 32:48; 18-24 an der Spike: dieser Lauf war schwachbesetzt. Großes Jahre: 1. Anna Wöllner( Nenhammer) 30:10; über Interesse löfte der Mannschaftslauf aus; 14 24 Jahre: 1. Elsa Stlier( Graslip) 27:37. Mannschaften waren am Start. Atus Värrin- 6 Kilometer- Langlauf: Sporiler B- Klasse: 1. Johann Ben, die Siegermannſchaft von früheren Läufen, Siegl( Neuhammer) 35:58; Alterssportler: 1. Ser war auch diesmal nicht zu schlagen; wie aus einem mann Mölz( Ober- Rothau) 37:37. Hindernis Guß lief die Mannschaft vom Start bis zum Biel. Tauf über 2 Kilometer: Jugend: 1. Johann Hannaschlechtesten Geschmad zu spekulieren. Die elf Filme, Seit jene tüdische, unheimliche Grippe ihn Erfreulich war die Teilnahme der NW.- und SJ.wald( Trintjaifen) 17:84; Sportler: 1. Florian die von der Benfur im vorigen Jahre verboten wur- ins Krankenhaus gebracht hatte, war die kleine, Staffeln; ein freudiger Beweis freundschaftlicher Ka- Häuſer( Bärringen) 17:30, 2. Josef Lill( Neuhamden, find infolge dieses Verbotes der Deffentlichkeit sonst so ruhige Frau von einer fieberhaften, meradschaft. Der Hindernislauf schloß die mer) 17:30. Sprungiauf: Schüler unter 12 Jahunbekannt geblieben. Man kann also nicht darüber unsteten Hast ergriffen worden. Tag für Tag faß Läufe ab. Häuser( Bärringen) und 2i11( Neu- re: 1. Mar Dent( Eibenberg- Grünberg). Note urteilen, ob ihr Verbot begründet war oder nicht. Sie während der Stunden der Besuchserlaubnis in Hammer liefen die besten Beiten. 17.883; Schüler über 12 Jahre: 1. Karl Illner Es ließe sich denken, daß die Bensur, um die Berech dem fahlen, weißen Raum, in dem Bett an Bett Am Nachmittag fand das Springen statt.( Eibenberg- Grünberg). Noic 16.833; Jugend tigung ihrer Maßnahmen zu erweisen, die verbotenen Kinder einen Stampf führten, dessen Ende die mei- 34 Springer waren am Start und 1500 Buschauer sporiler: 1. Start Meigner( Eibenberg- Grünberg). Filme einem ausgewählten und interessierten Publi bedeuten in dem entlegenen Erzgebirgoric Trintjaisen Note 17.111; Alterssportler: 1. Johann Urban fum zugänglich machte. Da sie es nicht tut, bleibt sten von ihnen vor einem vielleicht noch schwere- sehr viel. Die schönsten Sprünge zeigte Genosse( Neudet), Note 16.222, 35, 38, 34; Sportler: 1., Vieweg( Eibenberg); die weitesten Sprünge weist Emil Held( Abertham), Note 16.111, 84, 85, 87, leit. Wir nehmen also an, daß die berbotenen, elf Die Beit, welche sie nicht im Strankenhaus Genoffe Görisch( Pechbach) mit 37, 39 und 39 2. Franz Görisch( Vecbach)), 15.888, 37, 39, 39, Filme ärgiter Gojunb und übelite Sensationsmadje, verbrachte, war ausgefüllt von der Suche nach Metern auf. Sieger wurde aber seld( Aber- 3. Ernſt Vieweg( Eibenberg bei Neudet) 15.111. daß sie verrohend und verdummend waren. Aber Dingen, die ihrem Kleinen Sami Freude bereiten tham) mit Note 16.111. Bei den Jugendsportlern 29, 34, 34 cter. ums nur das blinde Werirauen in ihre Unfehlbar- ren belvahrte. Seite 6 PRAGER ZEITUNG Wien! Sozialdemokrat" Mittwoch, 14. Feber 1934 . 37 11lich abgewandten Stimmungen dieser Dichtungen forrespondierten", wie ein Mahler- Deuter treffend fagt, völlig mit den pessimistischen Seelenempfin fühlte, den Tod im eigenen Herzen trug und von jenem irdischen Sammertal, das der Dichter tan ersten Stüd mit traurigen Weisen besingt, im Geiste Abschied genommen hatte." bungen bes Münſtlers, ber feine Miffion bollendet An die deutschen Genoffinnen und Genoffen Prags! Mit Rücksicht auf eine allgemeine Ber der knapp 600 Personen faßte. Im Kühlfeller, in feuchter, unerträglich stidiger Luft waren die Auf der Straße, in den Betrieben, in den Büs Schlafräume" der Gefangenen eingerichtet. In ros, im Café und in der Straßenbahn gibt es nur diesen Räumen, in denen je 138 Personen nächtigProfessor Georg Széll hat vom hingebungsein einziges Thema: Wien und der heldenhafte ten, ſtanden den Gefangenen zuerst ein halbvoller voll spielenben Theater orchester wirksamit sammlungsaktion der Partei wird die für heute, Rampf der österreichischen Arbeiter! Je nach Gesin- und zwei leere Strohjäde als Dede" und„ Mas unterstüht, das Wert in all seiner blühenden Klang Mittwoch, geplante Manifestationskundgebung nung und Herkunft kommentiert man gewiß die lettrage" zur Verfügung. Die Häftlinge froren fo schönheit und inhaltlichen Gegenfäßlichkeit erstehen beider sozialdemokratischen Parteien um einige ten Nachrichten verschieden, in den Augen der Arbei- entfeßlich, daß sie wochenlang nachts nicht die Röde lassen; hier den Rhythmus phantastischer und bizar ter iſt ein Aufleuchten, wenn sie auf Wien zu ſpre- ausziehen konnten. Grauenhaft waren die Marter- rer Einfälle betonend, dort seelische Stimmungen Tage verschoben. Hente findet in Prag eine Ver then kommen und die Bürger kneifen die Lippen zu zellen für„ Disziplinarvergehen". Völlig dunkle durch abgetönteste Slangbynamik eindringlich hervor tranensmännerkonferenz der tschechischen und sammen, wenn sie über die Wiener Freiheitsstreiter Betonzellen, die so entsetzlich eng waren, daß die hebend, in der Gesamtheit aber den tragischen Cha- deutschen Sozialdemokratic Prags und eine debattieren aber die innere Hochachtung vor die Gefangenen fich nur ſtehend in ihnen aufhalten rafter festhaltenb. Leider vermochten die Bokals Reichskonferenz der deutschen Sozialdenkratic sen Männern, die bedenkenlos ihr Leben für ihre fonnten. Ein Lagerhäftling hat in diesen mittel- Solisten nicht restlos zu befriedigen. Lydia Kin= gute Sache einsetzen, spricht aus allen. alterlichen Folterkammern 14 Stunden, ein anderer bermann sang ihre Altgefänge wohl mit start der Tschechoslowakischen Republik statt, in der 192 Stunden zugebracht! Fürchterlid) waren die einfühlender Vortragsfunft, war aber weder frei ge die Beschlüsse über das Vorgehen der sozialdemo Mikhandlungen, denen die Gefangenen auf Grund nug im Ton der breit ausfirömenden Melodien noch kratischen Parteien gefaßt werden sollen. haltlosester Denunziationen ausgesetzt waren. Ent genug rein und ruhig. Joſeph Ria wea mühte menschte Sadisten hatten als absolute Herren über sich mit den Tenorgesängen fichtlich ab, in den Thri Leben und Tod moralisch weit über ihnen stehender fchen Stellen batte er sogar wunderschöne Momente, Häftlinge Gelegenheit, hier auf rifilolose Weise ihre aber im allgemeinen merkte man doch, daß er sich Komplere abzureagieren. in seinen Gesängen nicht sehr wohl fühlte. Hier müßte durch bessere Postierung des Sängers gesorgt werden, daß sich seine Stimme wirksamer vom vollen Orchester abhebt. Das Konzert war im Gegensah E. J. aum vorigen ausgezeichnet besucht. Vor dem Hause des„ Pravo Lidu", des Organs unſerer tschechischen Bruderpartei, tommt es zu einer lebhaften Diskussion. Sonst sind sie sehr vorlaut, heute jedoch recht flein, die meisten geben rückhaltios ihrer Bewunderung und ihrem Erstaunen über die herrlich entschlossene Haltung der österreichischen So= zialdemokraten Ausdrud... Das haben wir gar nicht gewußt", sagt einer, uns wird doch immer von den schlappen Reformisten" erzählt!" Ein Grirablatt erscheint. Es wird den Händlern von der erregten, fieberhaft interessierten Menge fast aus der Hand geriffen. Um jeden glücklichen Käufer hat sich eine Ansammlung gebildet, einer liest laut vor, die Hörer kommentieren lebhaft... Eine Welle der Befriedigung läuft durch die Menge. Sie schaffen es nod), wirklich, jie schaffen es sagt ein älterer Mann freudig und seine Stimme zittert Teise vor Erregung. Gerichtssaal Den zudringlichen Kiebiz erstochen Bei Morde, die Seger selbst miterlebt hat, find bereits in der Oeffentlichkeit erörtert worden. Landtagsabgeordneter Paul Saillat, der Oberbürgermeister von Brandenburg, war von einem Lagergenossen, einem moralisch verlumpten Denun zianten, verleumdet worden. Szillat, ein besonders ruhiger, besonnener Mann, wurde daraufhin von sechs S- Leuten so geschlagen, daß er eine Ruine war. Schließlich wurde er neun Tage in Duntel arrest geworfen. Unsagbar schlecht war das Essen, unmenschlich die völlige Schuylosigkeit der Häftlinge. Fast unfaßbar war, was der Redner über die mangelnde Kameradschaftlichkeit mancher fommnunistischer Lagerinfassen gegenüber ihren sozialdemos tratischen Leidensgenossen zu berichten wußte. Es gab Revolutionnäre", die Hand in Hand mit der SA den gefangenen Sozialdemokraten das sdnvere Drama in einer Altstädter Spelunke Leben noch zu erschweren versuchten. Die SA- Leute Brag, 18. Feber. Vor dem heutigen Schwurges hält Seger für ideenlose Landsknechte im vers richt( Vorsitzender OGR. rabe) fam eine An- wegenſten Sinne des Wortes, die jeden Berrat ihrer Tage wegen Totschlages zur Verhandlung, die braunen Bonzen gedantenlos hinnehmen, und deren durch den Tatort bemerkenswert ist. In den Winkel- einzige Themen Sold, Weiber und Saufgelage find. gäßchen der Prager Altstadt gibt es verschiedene Jedem Führer, so meint Seger, würden dieſe MenKleine Lokale, die meist als Staffeehäuser firmieren, schen mit der gleichen Begeisterung folgen, wenn hauptsächlich jedoch Treffpunkte paffionierter aer ihnen nur diese drei Möglichkeiten garantiert. jardspieler sind und in denen auch verschiedene Es sei, betonte der Redner, illuſioniſtiſch, eine revodunfle Eristensen, die das startenspiel berufs- lutionäre Gefährdung der Hitlerdiktatur durch diese mäßig betreiben- und oft in sehr zweifelhafter ſtumpfen Soldempfänger ohne Glauben für möglich Art ihren Erwerb suchen. In einem Lokal, das au halten. zu der erwähnten Stategorie gehört, ereignete sich der blutige Vorfall, der Anlaß zu der heutigen VerHandlung bot. Am Abend des 15. November v. J. saßen der heute angeklagte Wenzel Batovitý, 32 Jahre alt, ohne bestimmten Beruf und nach Michle zuständig Aia. Kunst und Wissen Drittes philharmonisches Konzert und einige andere passionierte Spieler beim Karten- Dieses Konzert war ausschließlich Gustav spiel. Man spielte das berüchtigte Hasardspiel Se- Mahler gewidmet, der in Prag eine große Vergen Gottes". In späterer Abendstunde kam der ehrergemeinde befist; fein Lied von der 40jährige Riemer Rosef Uli in das Lotal, gebär- rde" bildete die einzige Nummer des Programmns. dete fich in seiner trunkenen Laune sehr zudringlich zu wiederholten Malen schon hat man dieses umbelästigte und wollte schließlich mit fangreiche, formal und inhaltlich nenartige Werk int belagte die anderen piechen" der erwähnten Geben philharmonischen Stonzerten des Brager Deutfellschaft teilnehmen. Die gestörten Spieler wiesen ihn barsch ab und als er sich um feinen Breis entfernen wollte, fam es schließlich zu einem heftigen Streit, der lebten Endes in Tätlichkeiten ausartete. Wie es eigentlich zuging, ist bei der Schnelligkeit, mit der fich alles vollzog, nicht sicher feſtauſtellen. Es steht nur soviel feit, daß sich schließlich Batovský und ein gewisser Vondruska, die sich als Banta halter besonders gestört und belästigt fühlten, auf den Störenfried warfen und Bakovstý bei dieser Gelegenheit sein Meffer 30g. Dann hörte man den Aufschrei 11 Iira. 2. man die Nazfend. auseinander ris, fiel 111 schier blutend zu Boden. Obwohl ihn das Sanitätsauto sogleich ins Strantenhaus über führte, erwies sich doch alle Hilfe als vergebens. mit starb an Verblutung. Als Todesursache wurde ein Stich in die Leistengegend feftaeftellt, der die Ars terie durchtrennt hatte und absolut tödlich ipar. Merters. Vorträge tb. schen Theaters und bei anderen Prager Konzert gelegenheiten gehört. Die Sinfonie vom ,, Lieb der Erde" oder die Stantate von der Erde", wie man das Wert im Sinne der gebräuchlichen Formenlehre nennen sollte, ist Mahlers letztes Werk, der wirkliche Epilog eines Stünſtlers in eigener menschlicher und fünstlerischer Sache. Mahler hat dieses Werk nicht mehr lösen fönnen; es fam zur Erstaufführung, als seinen genialen Schöpfer bereits ein halbes Jahr der Rasen dedte. Wann je ein Werf persönlichstes Belenntnis eines Schöpfers ift. io tit es diese sechsteilige, unter Benügung von Dichtungen aus Hans Bethges altchinesischer Lhrif- Samm lung Die chinesische Flöte" tomponierte sinfonische Mantate. ,, Die aus einem tragischen Einfamkeitsgefühle hervorgehenden trüben, weltschmerz Prager Konzertsaal Wochenspielplan des Reuen Deutschen Theaters. Mittwoch 7½ Uhr: 3u ebener Erde und erster stod, B8 1.- Donnerstag 7: offmanns Erzählungen, 1. Freitag 7: Ball im Savoy, D 2. tag 7: Madame Butterfly, 1. Sams Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch 72: ab im Sad. Donnerstag 8: Der eingebildete Serante, Stulturverbandsfreunde und freier Verkauf. Freitag 8: Toba risc.- Samstag 8: Femina, Gastspiel Leopold ramer. Der Film Die Bezirksvertretung. Sport• Spiel• Körperpflege Vom Spiel in den Kampf! Sonntag wurden in Bien wie immer Spiele der Arbeiterfußballer ausgetragen, die in der Liga wie folgt endeten: Phönig Schwechat gegen Gaswert 1: 1 abgebrochen, Helfort gegen Nord- Wien 3: 1 ( 2: 0), Bentralberein gegen Rudolfshügel 8: 1( 1: 0), Red Star gegen Floridsdorf 2: 2( 1: 2), Feuerwehr gegen Ostbahn Simmering 1: 1( 0: 1), Reu- Retten hof gegen E- Wert 2: 1( 1: 0). Viele andere Spiele in den anderen Klassen fanden noch statt, friedlich und fröhlich im Wettbewerb der Kräfte und montag begann der ernste Stamp f, der durch die fortwährenden aufreizenden Angriffe der Dollfuß und Frey's hervorgerufen wurde. Alle Sportlermögen sie nun Fußballer, Handballer, Turner usw. sein haben sich mum um die rote Fahne geschart, um die Rechte und die Freiheit der arbeitenden Menschheit zu verteidigen. am Die Meine Betrügerin. Ein reichsdeutscher Film, dessen Berkunft die hiesige Verleihfirma schamhaft verschweigt und dessen Bemühen darauf gerichtet ist, Astö Bestleistung im Stemmen. Bei einem Wies durch Anhäufung aller möglichen kriminalistischen, derösterreich und Burgenland wurden am Sonntag in erotischen und mondänen Motive interessant zu sein. Sirschwang mit großen Erfolgen durchgeführt. Da ihm aber Wit und Tempo fehlen, wird er um Den Abfahrtslauf gewann Reifböck( Hirsch so langweiliger, ie verwidelter die Handlung wird, wang) in 8:27; Röd wurde mit 8:57 Fünfter, Tor und auch das Aufgebot namhafter Darsteller kann tar mit 8: 59.2 fam auf den 6. Play. Strihl be ihm nicht helfen, zumal die groteste Dolly a a 3, nötigte 9.06.- Das Springen gewann vand! toenn sie gefühlvoll erscheinen will, unfreiwillig( Ternik) mit 37,35.5 Meter und Note 17.583; fomisch wirkt. Otto Wallburn ist in diesem Film Stribl fam mit 38, 88.5 und Note 16.083 auf den öder als zuvor, und die Herren Abel und Paul 6. Platz und Schwarzendorfer mit 29, 38, Noie fen versuchen eine noble Haltung au bewahren, die 14.500, auf den 7. Play. Den kombinierten Lauf weder glaubhaft noch unterhaltsam ist. Es hätte holte sich Strikt( Semmering) mit 36.083 Punkten. niemandem etwas gefehlt wenn man auf die Auf- Affö- Beftleigu..g im Stemmen. Bei einem Bie führung dieses Unlustspiels verzichtet hätte. ner Meeting der Arbeiterkraftsportler stellte am Sonntag Fischer( Apollo) im beidarmig Drüden mit 71.5 Stilogramm eine neue Aftö- Beftleiſtung auf. eisInnerhalb bes Bolkstümlichen & urses über kulturelle Fragen spricht Donnerstag, den 15. Feber, um halb 8 Uhr abends im Parteiheim ( Prag II, Národni tř. 4, 2. Stock.) Genoffe L. Goldschmidt über Unsere Stellung zum Theater Literatur La Traducteur, eine Zeitschrift in Deutsch und Französisch, beide Sprachen rein und richtig neben einander gestellt, wird überall dort willkommen sein, wo Vorkenninisse schon vorhanden sind und das Be streben besteht, sich in angenehmer Weise weiter zu unterrichten. Probeheft kostenlos durch den Verlag des Traducicur in La Chaux- de- Fonds( Schweia). Diese Vortrags- und Diskuffionsabenbe Verlanget überall find auch Rich tmitgliedern zugänglich. Regiebeitrag für den Einzelabend 3 Kč. Volkszünder Jan Kubelit und sein junger Sohn Raphael fangen die Schüler des Anstaltschores und als aus Hieronymus kubelit, die gemeinsam mit gezeidmeter Interpret der Violinfantasie bewährte Der bezüglich des Sachverhaltes geständige Ander Tschechischen Philharmonie ein halb sich der Geiger Peter Ry a ř. Weitere Sufgeflagte verteidigte sich mit Notwehr. Er habe erit dann zum Meffer gegriffen, als er sich selbst von Daß seit der Veröffentlichung meines lesten symphonisches, halb solistisches Stonzert gaben. Soli- onzerte, die noch immer als Festveranstaltun mir mit einem Messer bedroht fah. Als diese Verteidi- Stonzertsaal- Berichtes mehrere Wochen verflossen tenkonzert war es insofern, als der Geiger Sugen zum 60. Geburtstag des bedeutenden zeitge gung durch die Zeugen widerlegt wurde, änderte er find, beweist, wie sehr der Konzertbetrieb in der les- belit dabei die Hauptrolle spielte, als Symphonie- nöfischen tschechischen Tonseker3 anzusehen sind, gafeine Aussage und verantwortete sich mit hochgraditen Beit eingeschränkt ist. Was aber nur zu begrüßen fonzert war es anzusprechen, weil euch ein großes ben: Das Tic) e chische Staatstonjerba ger Erregung. Tragisch ist, daß der Erstochene in das ist, weil der Ueberfluß an Konzerten in den Prager symphoniſches Wert, P. J. Tschaikowskys torium, das einen Abend seiner Meisterklassen für fragwürdige Lokal nur durch Zufall fam. In seiner Stonzertsälen schon so groß geworden war, daß nicht Bierte Symphonie, zur Aufführung gelangte. Neben Bioline, Klavier und Cello diesem Zwede gewidmet angeheiterten Stimmung fiel er in diese Kneipe, de- einmal mehr Sensationskonzerte das Publikum lod, bei gab es Gelegenheit, den Sohn Kubelits als hatte, und die Musikscttion des Ziche chia ren Stammgäste Leute zweifelhaftester Art sind. Der ten. Unter den Veranstaltungen der letzten Konzert- Dirigenten und Komponisten fennen en kunstverein 3.- In einem Konzerte Angeklagte mit seinen zehn Vorstrafen( Diebstahl wochen ist an erster Stelle ein Solistenton- au lernen. Der Komponist Raphael Stubelit, der sich des sch e ch is chen nonetts, dieser jüngsten und Falschspiel) ist ein typischer Repräsentant die dert zu nennen, weil es doppelte Bedeutung hatte; in einer Fantasie für Violine und Orcheſter vor- Prager Stammermusikvereinigung, die soeben erst von ein Klavierabend des hochbedeutenden seit stellte, iſt zivar noch stark eflektisch in seinem Schafeiner erfolgreichen Konzertreise aus Italien zurüd jer Angehörigen der Prager Unterivelt. Die Geschworenen fällten ein berurteilen genöffifchen russischen Tonsezers Serge Protoffen, verrät aber schon heute starke Erfindungsgabe gelehrt ist, wurden Werte gespielt, die schon durch des Verdikt und der Schwurgerichtshof berurteilte ie wv, der diesen Künstler im produttiven und und beachtliches Ausdrucksvermögen, so daß man seis ihre instrumentale Besetzung Seltenheitswert haben Bakovský au der exemplarischen Strafe von sechs reproduttiven Sinn aur Geltung brachte. ner Weiterentwicklung hoffnungsvoll entgegensehen und darum nur höchst selten au hören sind, wie LudZahren. schweren und verschärften Schon einmal hat man in Prag die außergewöhn- fann. Als Dirigent befibt der junge Komponist über- wig van Beethovens wundervolles Es- durfiche pianistische Kunſt Brokofjews bewundert, der raschend viel Routine, wenn auch die Geſchloſſenheit Septett und Anton Dvořá! 3 Serenade" op. 44, feine eigenen und unerhört schwierigen Werle mit des Rhythmus mitunter noch zu wünschen übrig läßt, deren Besetzung allerdings nicht ganz dem Original einer Selbstverständlichkeit und Ruhe spielt, die eher wie eiva in dem zur Einleitung des Konzertabends entsprach. Außerdem wurde als Neuheit ein Nonett aufreizend als verblüffend wirkt. Aber nicht nur die gefielten Violinkonzert von Ludwig van Beethoven. von dem südslawischen modernen Tonseter Man Selaviertechnik Profofiems ist außergewöhnlich, son- Der Vater und Geiger Jan Kubelik als Interpret dič gespielt, eine namentlich im langsamen Mittelbern auch die flangliche Kultur feines Spieles, die ber solistischen Werte des Konzertes zeigte wieder fat stimmungsstarke und ausbrudssichere Komposi hohe Geiftigkeit seines Vortrages und die Seunst sei- einmal die ganze reife Größe feiner Geigenfunft. tion. Die künstlerische Ausführung des Programmics nes plastischen Gestaltens. Auch der Stomponist Pro- die im technischen Sinne so selbstverständlich voll ließ nichts au wünschen übrig, da die Streichinſtru fofiew, den man im Prager Stonzertleben längs endet ist, aber auch in vortragsästhetischer Hinsicht mente( Violine, Viola, Cello und Kontrabas) mit fennt und schätzt, zeigte sich an diesem Klavierabend den Hörer in den Bann schlägt. Ein Suf den Blasinstrumenten( Flöte, Oboe, Klarinette und als einer der erfindungsglücklichsten Schöpfer der eftonzert von besonderer Serzlichkeit hatte Fagott, sowie Waldhorn) langlich schön zusammen jüngeren Musikgeneration. Alle gespielten Klavier- bas Tschechische Staatstonfervato- ftimmten und das Rusammenspiel der Künstler verte offenbarten nicht nur den Reichtum einer un- rium ins Werk gefest, das damit den eigenen Net, rhythmisch und dynamisch aufs beste bifaibliniert berfieglichen und nie angetränkelten Invention, son- tor ehrte. Dieses Festlonzert, das als Orchester- war. Wäre nur zu wünschen, daß auch das Publi dern auch die souveräne Beherrschung der form. Dri- abend zu gelten hatte, brachte zwar nicht die gro- um derartigen Seltenheitslonzerten mehr Interesse ginalität im Rhythmus und Vielseitigkeit des ge- Ben symphonischen Werle Josef Suls zu Gehör, wohl and Teilnahme bezeugen würde. Eines der schön Die bescheidene, fachliche, schmucklose Art, in danklichen Ausdruds. Seine Visionen". mehr im aber seine populären und aus der Jugendzeit ſtam- sten Konzerte der Berichtszeit, ein Symphonie der Seger, das Opfer namenloser Mißhandlungen provisationsartige Klavierſtüde, die aber von präg= menden, die heute seltener zur Aufführung gelangen. tonaert der Tschechischen Bhilhar= und Demütigungen, das Inferno des Lagers und nantester Schärfe im Ausdruck find, seine vierfähige Unter anderen Werken hörte man: die aus dem monie unter der Stabführung Alerander von feiner Opfer zeichnete, hinterließ bei den aufmert: Sonate, feine einfäßige Sonate und alle die kleine Jahre 1894 ſtammende Duvertüre zum Winter- Bemlins Eh mit der C- moll- Symphonie Ludwig samen Hörern den stärksten Eindruck. Aus der Fülle ren Charakterſtüde, die man zu hören bekam, find märchen", den von Jul. Kalas instrumentierten van Beethovens unter anderen bedeutenden Werken erschütternden Materials, das der Redner unter Gaben eines aus vollen Händen schöpfenden Künst- Marsch der Bauernreiterei..Unter dem Blanir". zu im Programm, fonnten wir wegen anderweitiger breitete, feien einige besonders trasse und das Sylers und Meisters. Das Publikum war mit Recht von dem Sut auch selbst die Texte gedichtet hat, und die Verpflichtungen unserer Referenten leider nidit stem der Barbarei fennzeichnende Fälle heraus- feinen produktiven und reproduttiven Leistungen be Fantasie für Violine. Höchstens Lobeswert spielte wahrnehmen; wir müssen uns auf seine Registrie gegriffen. Für die 1800 Mann starke Belegschaft geistert. Große Begeisterung und großen Beifall bas unter der Leitung von Prof. Paul Dedeče rung beschränken. E. J. des Lagers stand ein Tagesraum zur Verfügung, fand auch der tschechische Bio Iinbirtuofel stehende Anstaltsorchester, sehr schön und diszipliniert Bezugsbedingungen: Bei Buftellung ins Haus oder bei Bezug durch die Bost monatlich Kč 16.-, bierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.-. ganzjährig Kč 192.-. Inferate werden laut Tarif Rüditellung von Manustripien erfogt mir bei Einsendung der Retourmarten. billigft berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlas. Die Beitungsfrantatur wurde von der Post- und Telegraphena direktion mit Erlaß Nr. 18.800/ VI/ 1930 bewilligt. Druderei: Orbis". Druds, Verlags- und Seitungs- A.- G., Brag. Ein Hitleropfer tlagt an Gerhart Seger, der junge sozialdemofratische Reichstagsabgeordnete, der die Schreden der nationalsozialistischen Stonzentrationslagerhölle fechs Monate au ertragen hatte, bis es ihm in lühner, abenteuerlicher Flucht gelang, seinen Beinigern au entlommen, berichtete am Montag abend im Heim der sozialdemokratischen Arbeiterpartei über feine Erlebnisse im Hitbelager. 9O Socce