14. Jahrgang Sonntag, 18. Feber 1934 Nr. 41 Einzelpreis 70 Heller (einschließlich 3 Heller Porto) 1 i IENTRALORGAN PER DEUTSCHEN«SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN PER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK IRSCH JN MIT AUSNAHME DES MONTAG TXGL'CH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 42. TELEFON 5X77. ADMINISTRATION TELEFON 5X76. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAU«. CHEFREDAKTEUR. WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR. DR. EMIL STRAUSS, PRAG. und die rasdsflschc Pilgerfahrt Gömbös und Dollfuß zu Mussolini daß Sagen zu führen, das? die Ereignisse der vergangenen Woche in London mitschärf st erBer- nrteilung hetrachtet werden. Anch andere Blätter berichten, daß der englische Gesandte in Wien in Persönlicher Eigenschaft dahingehende Andeutungen der öster- rcichischen Regierung gemacht hat. London, 17. Feber.(Reuter.) Henderson und der Generalsekretär des Kongresses der Trade Union«, C i t r i n e, besuchten heute im Außenamte den britischen Minister fiir Auswärtige Angelegenheiten SirJohnSimonnnd befragten ihn über die Situation, in der sich heute die österreichische Frage befinde. Sir John Simon bestätigte, daß der britische Gesandte in Wie« in der Tat im Auftrag der britischen Regierung der österreichischen Regierung gegenüber die Hoffnung aussprach, daß sie»««mehr gegenüber den Schuldigen der letzte« Unruhe« eine Politik dergemäßigtenNachsichtigkeit befolge« werde. »Daily Telegraph" meldet, daß die englische Regierung dem österreichischen Bundeskanzler Tollfus? an geraten hat, Milde gegen seine geschlagenen Widersacher anSzuüben. '»Daily Herold" erklärt: Bei Beobachtung vollständiger diplomatischer llorrektheit sei der englische Gesandte angewie- sm worden, der österreichischen Regierung vor Horthy mit einem Orden für reu Wien, 17. Feber. Die»Rene Freie Presse" meldet: ReichSvenveser.Horthy hat gestern durch den Wiener ungarischen Gesandten dem Bize- kanzler Major i. R. Fey den Lerdienstorden 1. Klaffe»wegen seiner hervorragenden umsichtigenLeitung l> e r Aktiv n e n gegen die Aufständibchen" überreichen lassen. Wie», 17. Feber.(Eigenbericht.) I» Oesterreich kehrt allmählich Ruhe ei», so daß bereits einige Bestimmungen des Standrechts gelockert wurden. Ganz aufgehoben wurde das -tandrecht in Tirol, im Burgenland und m Salzburg, Kärnten und Vorarlberg. Die Was» seasnche dauert an. Eö wurde eiae große Anzahl vou Waffe« mit Sprengmittel« anfgef»»- den; zum Teil wurden sie auch freiwillig abgeliefert. In der Umgebung Wiens, vor allem in AtzgerSdorf und Mödling fanden«och kleine Plänkeleien statt. Dollfuß bemüht sich, das neue Regime p o- pulär zu machen, in dem er erklärt, daß nunmehr die politische Befriednug betriebe» werde« soll. Die Rechte der Arbeiter würde« gewahrt (?) bleiben, sowohl bei der Beschlagnahme des Porteivermögens, wie anch bezüglich der Kollek« tidvertrage. Die infolge des Verbots der sozialdemokratische» Organisationen anSgeschirdene« Gewerkschaften würden als Vertragspartner in dm Kollektivverträge« durch BerwaltungSkom- «issiouen der Arbeiterkammer(in denen be- launtlich lauter Hcimwrhrlrr und Klerikale soßen!) ersetzt werden. Die Standgerichte arbeite« jedoch wefter «ab eS wurde heute m Graz der Sekretär des RetallarbeiterverbandeS Stanek zum Tode d«rch dcu Strang verurteilt. Das Urteil wurde um 15,30 Uhr vollzogen. Stanek, das sechste Opfer, der blutige« Heimwehrsoldateska, hotte in der Gruppe des Abgeorduete« Koloma« K a l l i s ch mitgekämpst. Der mit Stanek«»geklagte Johann Mörth wurde za 15 Jahre» schweren Kerkers verurteilt I« Wien wurde der Spenglergehilfe Jakob M o r a u ch, der an den Kämpfe» nm das Gemeindehaus im 10. Bezirk teilgeuommen hatte, z»m Tode durch den Strang verurteilt; die Strafe wurde jedoch in 20 Jahre schwere« ver- scharfte» Kerkers«mgewandelt. Die vier gestern zum Tode verurteilten Schutzbündler Dang l, Fidra, Thuma und Ptiby l wurden zu Kerkerstrafen von 18 bis zu 20 Jahren begnadigt, ebenso zwei Straßenbahner Johann G i l l e r und Bruno Sokol. Giller erhielt lebenslänglichen Kerker. DaS Standgericht in Steyr fällte heute um 20 Uhr ein Todesurteil gegen den 26jährigen Schlosser Josef A h i e r aus St. Ullrich, der an- ßeblich einen.Heimwehrmann und eine Fra« in ihrer Wohnung niedergeschoffen haben soll. Neber sein Schicksal ist«och nicht entschieden. Budapest, 17. Feber. I« politische« Kreise« wird die Nachricht von einer geplante» Romreise deS Ministerpräsidenten G L m b ö s Verbreitet, wo unter Führung Mussolini« »ad im Beisei« des Kanzlers Dollfuß wichtige Beratnnge« geführt werde» solle». Es soll sich dabei darum handel«, die prinzipielle« Abmachungen, besonders die Wirtschaftsfrage«, die bei der jüngste« Zusammenkunft Dollfuß—GömböS in Budapest besprochen wurden, in der italienischen Hauptstadt z« beendigen und zu konkretisieren. Dazu wird von Kreise», dse über die außenpolitische« Pläne der Regierung gut informiert sind, erklärt, daß der Gedanke der Romreise w i r k l ich b e st e h e, bisher aber»och keine Entscheidung erfolgt sei, die erst anläßlich deS bevorstehende« Budapester Besuches des italie- nische» Staatssekretärs Suvich getroffen werde» dürste. Bon ungarischer amtlicher Stelle wird später dazu erklärt, daß es noch verfrüht sei, zu dem Projekt der Konferenz in Rom Stellung zu nehmen. Es könne höchstens davon gesprochen werde«, daß die Abhaltung einer solche« Kon ferenz in Rom etwa Mitte März nicht ausgeschlossen erscheine. Ungarn wäre gege» bmenfalls bereit, mit Oesterreich und Italien eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. Dabei sei aber zu bedenken, daß vielfältige technische Borbedingunge» zu erfüllen feie«, die eine lange und erschöpfende Beratung notwendig machten. Daher sei eS verfrüht und ««begründet, vorweg zu positiven Schlüssen zu kommen. In politischen Kreisen wird behauptet, eS sich nicht nur um rein wirtschaftliche Fragen, sondern auch«m die Herstellung einer gemeinsamen politischen Linie handele. Mussolini habe deS öfteren betont, eS fei das Bestreben der italienischen Außenpolitik und eines ihrer wichtigsten Ziele, alle Gegensätze zwischen Oesterreich und Ungarn auszumerzen, um so die Frage des DonaubeckenS durch enge Zusammen- »rbeit zwischen beiden Staaten im besten Sinne »« löse«. Der italienische Staatssekretär Suvich wird am 21. Feber in Budapest eintreffen. Während seines dreitägigen Aufenthaltes wird er mit dem Mtnisterpräsüienten Gömbös und dem Außenminister K a n y a mehrere Besprechungen haben. Außerdem wird er vom Reichsverlveser in Audienz empfangen werden.‘ Das standgcrichtliche Verfahren gegen den Abgeordneten S ch r a n g l wurde abgebrochen und auf Montag vertagt. Auch die Verhaftungen der Sozialdemokraten dauern an. Zu den gestern verhafteten sozialdemokratischen Advokaten Dr. LazarSfeld und Valentin Rosenfeld kamen heute Dr. Josef Gader, Dr. Josef Schönhof, der als Rechtsberater der russischen Handelsvertretung in Wien sehr bekannt war, und Dr. Arnold Eisler. Die.Heimwehr beginnt inzwischen ihre Machtstellungen auch auf die Baterländische Front deS Dr. Dollfuß auSzudehnen. Der Landesleiter der Vaterländischen Front in Innsbruck ist zurückgetreten und wird durch de» Heimwehrführer Dr. Fischer ersetzt. Auch der Zentralleiter der Laterländischen Front Ministerialsekretär Dr. Kempner wird in den nächsten Tagen durch den der.Heimwehr nahestehenden Generaldirektor Dr. Stephan a«S Graz ersetzt werden. England interveniert in Wien für„Politik der gemässigten Nachsichtigkeit“ Auf Betreiben der Trade Unlons i Nach Niklas kommt * Diese Nachricht und noch mehr die Begründung hat, wie uns auS Wien gemeldet wird, ein solches unliebsames Aufsehen liervorgerufen, daß sich die Regierungsstellen gezwungen sahen, diese Motivierung dahin abzuändern, daß die Auszeichnung nicht erst infolge der jüngsten Ereignisse vollzogen wurde, sondern schon frühes geplant gewesen sei. StraBen-Umbenennungen Die Umbenennung der Wiener Gassen Straßen, insolveit sie unter der Republik neue Namen erhalten hatten, erfolgt durch den DundcS- kommissär der Stadt bereits in der allernächsten Zeit. Eine Sonderkommission ist bereits an der Arbeit. Auch die Gemeindeneubautcn, die im Großteil die Namen nach sozialistischen Führern tragen, werden umbenannt werden. Protest des Internationalen Genossenschaftsblindes Der Sekretär des Internationalen Genossen« schaftSlmndeS May(London) hat auf Anregung des Mitgliedes des Ausschusses des Internationalen Genossenschaftsbundes, Genossen Emil Lustig(Prag), einen Schritt beim englischen Außenminister Simon unternommen, um gegen daö Borgehen der österreichischen Regierung gegen die Konsumvereine zu protestieren und zu verlangen, daß man den österreichischen Arbeitern freie Verfügung Mer ihr Eigentum beläßt. Aße Jiifirer Ungeheueren, nie verklingenden Widerhall hat der Heldenmut der die Freiheit, die Rcpu- blik und den Sozialismus verteidigenden öfter- rcichischen Arbeiter in den Herzen der Arbeiter der ganzen Welt geweckt. Wohl triumphiert daö fascistische Verbrechen, wohl ist der Abwehrkampf gegen die eidbrüchigen christlichen Henker des österreichischen Prolctariaö blutig niedergeschlagen worden, aber jeder von uns weiß cü: die vergossenen Ströme Blutes sind nicht umsonst geflossen! Die Mörder haben die Demokratie gemeuchelt lind glauben auch den Sozialismus er- schlagen zu haben. Sie werden schon noch gewahr werden, daß gerade der beispiellose Heldenmut der österreichischen und besonders der Wiener Arbeiter, der Opfertod der Tausende, die um ihres Glaubens an die herrliche Idee des Sozialismus lieber den Tod als die Zlnechtschast wählten, d i o G c w ä h r i st n i ch t n u r für den Wiederauf st iegdcSSozialiS- mus in Oesterreich, sondern in der Welt überhaupt. Auch niemand in der bürgerlichen Welt wagt cs, diese uiwerglcichlichc Hingabe unserer Brüder zu bestreiten oder mit dem gegen den »Marxismus" stets bereitgehaltenen Geiser zu besudeln, so sehr so manche der bürgerlichen Meinnngöfabriken bereit sind, die blutbefleckten Stiefel des Heimwehrfascismus zu lecken. Doch da sie sich infolge der Stimmung in der Bcvöl- kerrmg daran gehindert sehen, die für ihr Recht streitenden Kümpfer zu beschmutzen, möchten sic sich den Dollfußbanditen, die jetzt anch daran gehen, das in den sozialdemokratischen Instituten gesparte Geld der Arbeiter zu stehlen, wenigstens dadurch entgegenkommend crtveisen, daß sic auf die Führer ihren Schmutz zu entladen tuchen und die kommunistischen Rubclsöldlinge leisten ihnen dabei Beistand. Die Führer— wowa- ren d i e Führer, so stellen sic sich besorgt, als läge ihnen nichts angelegentlicher am Herzen als das Wohl der Arbeiter. Scho» am Montag, kaum daß die ersten Schüsse gefallen waren, begann der gleichgcschal tete österreichische Rundfunk daö Geschäft der Verleumdung gegen die Führer. In sehr durch sichtiger Absicht. Die Kämpfenden sollten dadurch vom weiteren Widerstand abgchalten werden, daß ihnen vorgclogen wurde, zwei der Führer — deren Namen noch nicht zu nennen gewagt wurde— wären ins Ausland geflohen und hat- ien die von ihnen„verhetzten" Arbeiter im Stiche gelassen. Nicht nur danialö, sondern noch viel spÄcr tvar tatsächlich kein einzige r der im Vordergründe der Partei stehenden Männer ins Ausland geflohen, alle waren sic auf dem ihnen zugewiesencn Posten, eine Anzahl von ihnen, soweit sie als Kombattanten in Betracht kanien, unmittelbar unter den im Feuer der christkatholischcn Granaten stehenden Schutz- Händlern. Doch welch freche Lügenhastigleit! Ehe noch der Rundftink die von unserer deutschen Bürgerpresse mit schmatzendem Behagen aujgc- nommene Behauptung von der angeblichen Flltcht der führenden Genossen in die Welt setzte, Hatto sich die Polizei beeilt, sich deS größten Teiles der bekannten Parteifunktionäre zu beniäch. tigen. Da ihr dies nicht restlos gclrmgcn war und die nicht verhafteten Genossen es uiüerlie- ßen, bei den Fey-Gardisten ihre Visitenkarten abzugeben, auch sonst gehindert tvareu, den lumpigen Dollfußlügen entgegen zu treten, konnte jede halbe Stunde ausü neue gelogen werden: die Führer haben die Kämpfenden verlassen. Der Trick, der da angewcndct wird und zu dessen Propagandisten sich in rührender Einigkeit bürgerliche und kommunistische Publizisten gemacht haben, ist längst kein neuer inchr. ES ist die alte Methode, zu versuchen, die Arbeiter als das Opfer der Führer hinzustellen, die sich »mit Arbeitergro scheu mästen"« eine Mechode, Sette 2 Sonntag, 18. Feber 1831 «r. 41 so alt wie die Arbeiterbewegung selbst, Misttrauen der Arbciterinassen gegen die von ihr erwählten Vertrauensmänner z» säen,»in so Proselyten zu werben. In dicsein Falle hoben die Führer, wie es der Herr Kelter iin„Prager Tagblatt" so anschaulich ouLdrückt,«die Arbeiter und kleinen Angestellten in den Kugelregen geschickt," selber aber haben sie sich verzogen. Der in der sicheren Redaktionsstube dcS„Prager Tagblatt" sitzende Herr hätte das ganz anders gemacht, denn:„Bei der österreichischen Umsturz, bewcgung must man sich schämen, wie bequem cs sich die obersten Führer gemacht haben". Wenn sich daS Blatt der Prager Bourgeoisie schämen will, dann soll es sich vor allein für sein Hinterteil schämen, wo sämtliche Prager .Huren-Unternehmungen sich einer geneigten Kundschaft empfehlen. Julius Deutsch, nach tagelangem Kampfe mit den Fascistenhorden, von den Mitkämpfern abgetrcnnt, habe„wenigstens eine Verletzung aufzuweiscn", aber Otto Bauer sei„vollkommen unverletzt". Wir glauben eS gerne, der erschossene oder von den Dollfußhcn- kern an den Galgen gebrachte Otto Bauer wäre dem so mutigen Artikelschreibcr deS„Prager Togblott" wesentlich lieber. Der Tintcnklexcr, der wie aUe jene- jetzt über die„davongclaufenen" Führer höhnt, die selber noch nie einen schmutzigen Fingernagel im Kampfe um die demokratische Freiheit riskierten. mastt sich an, Besorgnis darüber zu heucheln, daß durch daS Verhalten Bauers und Deutschs „Hunderte von jungen Arbeitern" ihren Gegnern zugetrieben tverden würden. Dem heuchlerischen Schmock begreiflich machen zu wollen, Last selbst wenn die Arbeiter an einem oder dem anderen Führer eine Enttäuschung erleiden würden, sie dies in ihrer Treue zur Partei und zu der Idee, der sie dienen, nicht im geringsten schwankend machen tvürde, wäre ein zweckloses Beginnen. Menschen können sich als unzulänglich und nnzriverlästlich erweisen, die Ide« nie. lind darum kann sich das i» diesem Falle so demokratisch tuende Bürgertum noch so eifrig bc- mühen, die Lügcnargunicnte der Heimwehrfasci- steil sich zu eigen zu machen, es wird den Glau- ben der Massen an die Idee, an den Sozialismus ilicht erschüttern. Aber haben nicht einige der führenden Genossen, soweit sie dem Arm der Polizei beim ersten Hugreifen entgangen sind, herrliche Beweise ihres Opfermutes gegeben und ihre innige Solidarität mit der» kämpfenden Ar- bestern bewiesen! Und andererseis, haben sich nicht zu allen Zeiten Revolutionäre, wenn die Sache, um die gerungen wurde verloren schien und daS Verbleiben im Lande ein mltzloses Opfer bedeutet hätte, sich durch die Flucht ins Ausland dem sicheren Henkcrtode entzogen! Haben nicht Lenin und Trotzky jahrelang in Wien und in der Schweiz als Flüchtlinge verbracht, haben nicht nach Hitlers Sieg eine ganze Anzahl von kommunistischen Führern den Weg nach Rußland gesucht, hat es in der bürgerlich, demokratischen Revolution des Jahres 1848 keine Flüchtlinge gegeben nnd hat nicht selbst Hitler, dcni zu lobhudeln viele unserer deutsch- bürgerlichen Zeitungen und Politiker wetteifer- ton, nach der Niederschlagung seines Münchener PutschcS im Jahre 1823 im Auto das Weite gesucht, um in die Arme seiner Freundin zu flüchten! An allen solchen Flüchtlingen habe» die Soldschreiber deS Kapitalismus aber nie etwas auszusetzcn und zu mäkeln gehabt. Man weiß, warunr sie ihre lumpigen Lügen lieber die Vorlage referierte im Senat Volksparteiler Dr. Karas; er befaßte sich in so breiter Form mit den vorgeürachten Bedeuten und mit Erwägungen über alle nur im entferntesten möglichen Konsequenzen, daß aus der Scuatotorrespondcii,; ein beträchtlicher Teil seiner AuSfiihrunLcn nachträglich ansgeinerzt werden mußte und der erste Dcbattercdner, der Rationaldemokrat Havli», ihm einleitend de» Dank(!) aussprach, daß er sich mit einer ganzen Reihe von Dingen gedanklich in derselben Form befaßt habe wie die nationatdcmokratische Partei: nur habe diese eben die Konsequenzen gezogen und sei deshalb aus der Regierung ausgetreten. Später erklärte Havlin pathetisch, seine Partei gehe aus der Regierung, der Stimme ihres Gewissens folgend. Sie könne nicht ihre Zustimmung geben, daß das Werk zerrüttet werde, das RaSin geschaffen habe. Einerseits hegte er große Befürchtungen wegen eventueller Preiserhöhungen, andererseits aber protestierte er sofort dagegen, daß, Ivie er gehört habe, eigene Wucherorganc auf die arnien Geschäftsleute„loSgelasscn" werden sollen. Den Reigen der opposttionellen Redner setzte der Kommnnist N e d v ö d und der Ligamann Trnobransky fort. Später verunglimpfe der Kommunist M i l u l i- kek, den die gestrigen Lorbeeren des Herrn Gott- tvald nicht schlafen ließen, ebenfalls die österreichische Sozialdcniotratie, bzw. ihre Führung, und sprach mit echt koinnninistischcr llnverfrorenheit unseren sozialdemokratische» Parteien kurzerhand das Recht ab, die Regierung Dollfuß zu kritisieren. Die tschechischen und deutschen Sozialdemokraten überschütteten diesen Maulhelden mit einem Hagel von Zwischenrufen. Er wurde auch vom Vorsitzenden wegen unwürdiger Worte zur Ordnung gerufen. Der tschechische Genosse Filipinsln erklärte hierauf, die Sozialdemokraten würden n i c in a n- d c n fragen, ob sie das Recht haben, gegen die Verfolgung der Arbeiterschaft in Oesterreich zu Protestieren. Er verlas dann namens der tschechischen und deutschen sozialdemokratischen Senatofrakiion eine Erklärung, die sich mit Entrüstung gegen die Hinrichtungen in Oesterreich über die Führer der sozialdemokratischen Arbeiterschaft in die Welt sehen. Sie werden ihr Ziel nicht erreichen und die Kraftquelle, die von der bclvundcrLwcrten Erhebung der österreichischen Arbeiter für den sozialistischen Gedanken aus» strahlt, niemals zu verschütten vermögen! Der schreckliche Bürgerkrieg und die Hinrichtungen sind heute nicht nur eine innere Angelegenheit deS österreichischen Bundesstaates, sondern sie sind eine Angelegenheit des Gewissens nnd des.Rechtes der gesamte« zivilisierten Kulturwelt. Die sozialdemokratischen Arbeiter in der österreichischen Republik warrn keine Verbrecher, keine Mörder, keine Banditen. Hundertmal waren sie bereit zu Berhandlungrn über eine vernünftige und gerechte Berrinbarung. Jedesmal wurden sie mit Hohn nnd Brutalität abgewicsen. Als sie zur Abwehr provoziert wurden, da sah die ganze Welt, daß sie Kämpfer für di r Höch st en Ideale der gesamte» Menschheit waren, daß sie sich erhoben znm Schutz der Freiheit nnd der Selbständigkeit der österreichischen Republik, zur Bertridigung ihrer Bersaffung, ihrer Demokratie nnd zum Schutz des Friedens zwischen den Völkern, als» auch zum Schutz aller der große» kulturellen und mora- lischrit Güter, auf denen auch der Völkerbund aufgcbaut ist. Sir haben sich ganze Tage und Rächte gewehrt und Hunger und Durst gelitten, aber in dieser ganzen Zeit wurde kein einziger LebenSmittelstand geplündert, kein Eigentumsdelikt verübt. Diese Kämpfer und Helden werden sür Immer in der Geschichte leben, und eß wird dir Zeit kommen, die ihnen Denkmäler sehe» wird! Daher fühlen wir in dieser ernsten Stunde die Verpflichtung, die Warnung aus-,»sprechen, daß in letzter Minute dir schreck» lichc Barbarei der Galgen und der Hinrichtungen eilt gestellt und ohne weiteres Blutvergießen Wege zur Neuregelung der Verhältnisse gesucht werden, deren Fortdauer da» Gewissen aller gerechten Mensche» emdört und zu unabsehbare» Folgen führen könnte. Gemeinsame Koalitions- Erklärung Als letzter Dcbatteredner gab Senator Tonat im Namen aller KoalitionSparieien eine Erklärung zur Währungsvorloge ob. in der darauf verwiesen wird, daß es unbedingt nötig lvar, uns den Verhältnisse» ans dem Weltmärkte anzupasscn, i da unsere Produkte dort infolge des hohe» Stan | des der Krone viel zu teuer waren. Wir tvollen nicht, erklärte Tonai, die Einwände und Befürchtungen übersehen, die unter Hinweis auf eine mögliche Verteuerung der im- Helmwehrposten erschießt Wiener Advokaten Der Wiener Rechtsanwalt Dr. Sigmund Karl Demmer lvollte Dienstag abends aus der Inneren Stadt, lvo er seine Kanzlei hatte, mit seinem selbstgelenkten Automobil in seine Wohnung an der Peripherie fahren. Infolge des Geräusches des Motors überhört« er beim Durchfahren der Gersthoferstraße den Haltruf eines Hilfspolizisten, der den Auftrag hatte, Passanten und Wageninsaffen zur Legitimierung zu Verhalten. Da Dr. Demmer nicht stehen blieb, gab der Hilfspolizist einen Schuß ab, der den Rechts? antvalt in den Kopf traf und sofort tötete. Dr. Demmer hinterläßt eine Witwe und ein Kind. portierten Lebensmittel und Rohstoffe zum Ausdrucke kommen, haben aber volles Vertrauen zur Versicherung des Ministerpräsidenten, daß die Regierung keine allgemeine Preiserhöhung der Lebensbedarfsartikel zulasse» wird. In der RcgicnmgScrUärung sehe» wir die Garantie, daß dir Regierung alle Maßnahme« gegen spekulative PreiüerhöhungSvrrsuche treffen wird. Man wird das Bewillig ung Sverfah- r e n auf das für den Schuh der JnlandSproduktion unentbehrliche Maß einschränkcn müffen. Die beantragte WiihcungSreforln ist keine Inflation, zu der wir niemals die Zustimmung gehen würden. Wir fordern die Regierung daher auf, nach wie vor auf die Senkung jener Preise hinzuarbeiten, deren Senkung die Kartelle gebremst haben, wie Kohle, Zucker, Eisen, Kunstdünger, Baumaterial usw. Wir wollen der Handelspolitik die größte Aufmerksamkeit zugewendet Ivisscn. Zn diesem Nahmen ist auch der Ausbau unsererHa ndels bezieh un« gen namentlich zu Rußland in Angriff zu nehmen. Wollen wir das Wirtschasislcben gesunden, muß inan auch in Hinknnft die Kaufkraft aller BevölkcrnngS-, besonder» sozial schwachen Schichten. festigen, tvclchc von den bisherigen Lohn- und Gehaltsabzüge» hart mitgenommen wurden. Zu diesem Behusr bleibt auch das PreiSvrr- hültnio wische» den einzelnen ProdnklionSzweige» zn regeln und durch zweckmäßige I» v c st i t io» en Arbeit sür die Arbeitslosen zu schassen. Ersoederlich ist insbesondere dir Reform der Arbeitsvermittlung und di« Reform der Arbeitszeit in der Industrie. Man wird die Selbstverwaltung wieder kreditfähig mache» und ihr durch Mittel sür die p r o d u! i i v e Fürsorge unter die Arme greifen müssen. DaS Volksgeldwesen ist durch billigen Lombard der Staatspapiere und Distribution von Ztvcckeinlagcn zu unterstützen. Um einer weiteren Belastung der Steuerzahler durch direkte oder indirekte Steuern vorzubeugen, ist ehestens die Staatsverwaltung zu reorganisieren. Wir erwarten, daß das Anslaiid unser Vorgehen richtig einschätzt. Es ist keineswegs daraus eingestellt, auf dem Weltmarkt unberechtigte Vorteile aus Kosten anderer Staaten heranSzuholen. Wir sind überzeugt, daß sich die RegierungSmaß- nahmen bewähren werden- tvendet. Galgen und Henker sollen zum Spmböl der Justiz der jungen österreichischen Republik tverden, sür deren Selbständigkeit und bessere Zu« I kunft tvir immer alle nur möglichen Opfer bringen lvollte». Währungsgesetz In Kraft Vom Senat angenommen-und vom Präsidenten unterzeichnet Prag, 17. Feber. Der Senat hat heute nach dreistündiger Debatte die Währungsoor- lage in beiden Lesungen genehmigt. Die Borlage wurde sofort an den Präsidenten der Republik weitcrgelcitct, der sie im Laufe deS Nachmittags unterschrieb, woranf daS Gesetz mit dem Datum des bentigrn Tages in der Sammlung der Gesetze und Verordnungen verlautbart wurde. Das Gesetz ist somit mit dem heutigen Tage bereits in Kraft getreten. 27 n. m. de Jong: lleracMungenc Hacke! tU Xoman in vier tpisoden Autorisierte Uoberaetzung aus dem Holländischen von E. R. Fuchs. Aber ich war vom ersten Augenblick ab die Zielscheibe dcS Spotteö und der Neckereien der größten Mehrzahl der Kadetten und die Lehrer sielen hinterrücks schadenfreudig über mich her... Im Anfang tvar ich von ineincr Hingebung l merkwürdig eingeschüchtert. Ich tvar nicht sehr beschwert mit Minderwertigkeitsgefühlen, aber unter den Kadetten auf der Kriegsschule fühlte ich mich fehl am Platz, verlegen und scheu. Der Direktor war Koloncl Sck., du hast sicher seinen Namen gehört, eine Autorität auf dem Gebiete der Strategie, die er auch lehrte. Er lvar einer der tvenigen, die mich gerne hatten, und seiner unverhüllten Zuneigung schreibe ich cs auch zu, daß eö so lange ohne unüberbrückbare Konflikte abging. Es tvar eine unwirsche, jedoch volltonunen ehrliche und rechtliche Natur. Eine strenge, steinharte Soldatenseelc, aber mit einem Kern echter Ritterlichkeit, wunderlicher Milde und lvahrcr Menschlichkeit, die im iincrivarteten Augenblick hervorbrach. Auf der Kriegsschule habe ich alles Militärische hassen gelernt, weil dies bollständige .Knechtschaft bedeutet. Kadavergehorsam, Beschränktheit, idiotische Achtung vor Rang, Stand, Eifersucht. Intrigen, Aufgeblasenheit, dünkelhafter Machtmißbrauch, fremd aller Lebensechthcit, aller lebendigen Kameradschaft und allein, lvaS draußen in der Welt von Belang ist. Aber ben Kolonel hatte ich gern und für ihn wäre ich durchs Feuer gegangen. In seinem Fache zeichnete ich mich aus, ich tvar immer der Beste und er brachte mich zn sich nach Hause, wo mich seine alte, würdige Fran mütterlich ausnahm. Kinder hatte er nicht. Er lehrte mich Schack spielen nnd daS Brett bedeutete ihm ein Schlachtfeld und die Figuren strategische Einheiten und das Spiel mit ihm tvar meist praktischer llntcrricht in Strategie. Seine Gunst bewirkte. da» sic mich noch mehr verabscheuten. Ich lvar einer der Stärksten. Im Turnen, Fechten und Boxen war ich immer Nummer eins. Und das trug nicht dazu bei, die anderen freundschaftlicher gesinnt zu machen. Sie nannten mich den Stier... Unter den Kadetten hatte ich einen Freund, einen Mann, auf de» ich schon vordem ange- spiclt habe. Er war der Sohn eines Offiziers, aber er fühlte sich nicht zum Dienste hingezogen. Er hatte Musik studieren wollen, doch sein Vater hatte ihn auögclacht und gezwungen, in die Kriegsschule zu gehen. Er lvar nicht stark und ziemlich furchtsam. ein verträumter Junge, völlig am unrichtigen Platz in dieser strengen, kalten Umwelt. Im ersten Jahr war ich ihm ein paarmal beigestanden, als er gar zu roh behandelt wurde, und ich hatte seinen Plagegeistern eine Tracht Prügel verabreicht. Deshalb schloß er sich mir an und schnell wurden wir untrennbare Freunde. Es war ein feiner Geist, spielte wundervoll Geige und Klavier und war auch in Literatur außergewöhnlich gut beschlagen. Er lehrte mich unglaublich viel und öffnete mir die Augen für das Unechte, die Torheit und Beschränktheit deS militärischen Lebens. Theoretisch war ich schnell mit ihm einig, I aber ich träumte noch von Größe und Ruhm und verkündigte vertrauensvoll und guten Glaubens, daß ich später unter meinem Kommando dal Heer säubern und den militärischen Drill menschlich und kameradschaftlich mildern würde, so daß jeder ruhig sein eigenes Ich leben könnte. Er lachte mick aus und sagte, daß ick einem uniformierten Gerippe nicht Fleisch und Blut geben könnte, selbst wenn ich ein doppelter und dreifacher Napoleon wäre. Etwa einen Monat, bevor ich zum Fähnrich befördert werden sollte, starb der Direktor. Nie in meinem Leben war ich so auf dem Hund. Ich. der ich niemals eine Träne geweint, ich heulte wie ein kleines Kind vor den Mauern der alten Festungswerke nahe der Schule. Ick hätte nie geglaubt. daß ich jemanden so hoch einschätzen könnte. Aber außer meinem Freund war er der einzige Mensch, auf den ich bishin wirklich große Stücke gehalten nnd der in der Tat gut zu mir gewesen war. Mit seinem Tod begann dann daö Elend für mich eigentlich erst. Es kam ein anderer Direktor. Ein ziemlich junger Major mit den Allüren eines preußischen Offiziers auö der ärgsten Zeit. Vollkomnien unfähig, schien er es geradezu daraus anzulegen, all die bittere Kritik meines Freundes an Militqr und Militarismus in erhöhte»! Maße zu bestätigen. Dieser lächerliche und gefährliche Macht, protz ist iwch Direktor und genießt natürlich hohes Ansehen und den Rus eines tüchtigen militärischen Pädagogen, an den man für die Zukunft des Heeres große Erwartungen knüpft... Der Verfluchte!" Peter schwieg. Seine rechte Hand lag zur Faust geballt auf dem Tisch, bereit zum Zuschlägen. Er zerbiß ärgerlich seine Zigarre und starrte abwesend in den düsteren Raum, als ob er dort daS Leben sich abspielen sähe, das er beschrieb. „Nun, und?" fragte der Prinz nach kurzer Panse, während er seinen Gast aufmerksam betrachtete.„Hat der Major dir das Leben unerträglich gemacht?" „Das hat er. Oder nein, dazu war er zu feige. Aber er hat der Clique, die gegen mich war, erlaubt, mir das Leben unerträglich zu machen. Er hatte den Unterricht in Strategie übernommen. Aber er war unglaublich schlecht ausgebildet und quatschte nur etwas um die Dinge herum und nicht einmal seine eigenen Aufgaben konnte er lösen. Es waren vorbereitete Lektionen. Er wußte im vorhinein, wie es auSgehen mußte und warum. Aber eS war immer kindisch ausgedacht und mögliche Aktionen eines unabhängigen Feindes wurden ganz und gar nicht berücksichtigt. In seinem Studierzimmer hatte ec ganz genau ausgerechnet, was der Feind tun würde und tun mußt«. Vom Koloncl hatte ich gelernt, daß die ersten Tugenden eines Heerführers Mut und Aufrichtigkeit seien, und bei ihm kam ich damit auch immer am besten auS. Tic Kunststücke des Majors schienen mir lächerlich. Ich dachte zuerst wahrhaftig, daß er unS ein wenig narre» lvollte, und darum mußte ch ganz schwach lächeln. Er wurde sogleich wütend und schnaubte mich an, warum ich so blöd grinste. Mut und Aufrichtigkeit, dachte ich. Und ich erklärte ihm todesmutig, daß seine Voraussetzungen außergewöhnlich wackelig nnd unlogisch wären und daß eü bei halbwegs gut organisierten Gegenmaßnahmen deS Feindes es zu einer Schlappe komnien müßte. Der Major war wahnlvitzig zornig. Ich wich von meinem Standpunkt nicht zurück. Er war so überzeugt von seinem Recht, daß er mir befahl, als Feind zu fungieren und auf seine Aktion unabhängig zu reagieren. Es war ein leichtes Spiel und nach einem Vicrtelstündchen staiid seine HeercSabteilung zwischen zwei Feuern und er mußte einsehen, daß er nicht der Vernichtung entkommen könnte. Natürlich wollte er dies nicht hinnehmen und er raste förmlich nur von Ncbergcscheithcit und Frechheit nnd brachte auch mich in unbändige Wut. Aber ich beherrschte mich doch. Nun, fragte er höhnisch, wer denn eigentlich der Junker wäre. Ich nannte meinen Namen und er machte Augen, als niüssc er angestrengt durch dichten Nebxl blicken. Darauf sagte eines der Herrchen: „Mündel des Königs." „Ach, richtig," schnarrte der Major.„Ich bezweifle, Junker, ob Seine Majestät mit Ihrem Betragen besonders zufrieden sein wird. Ist eö Ihre Gewohnheit, auf solche Art gegen Ihre Vorgesetzten aufzutreten?"„Ja, Major," sagte ich, immer noch an ,Mut und Aufrichtigkeit' denkend, „vom vorigen Direktor habe ich eS so gelernt." (Fortsetzung folgt.) Nr.<1 Sonntag, 18. Arber 1834 O»eI Sache siegreich Wendel Jaksch. VW Großmächte über die österreichische Unabhängigkeit e r I a e- Blatt große Beträge eiusparnr helft» willst! Anbiederung-» Schmöcke nicht das» er Millionen Arbeitern neues Selbstvertrauen gegeben und ih»en trotzige Entschlossenheit ringe» impft hat. G Der Verfasser deü Artikels ist, wie aus der Ehifsre hervorgeht, Herr Rudolf Keller, Herausgeber des„Prager Tagblatt", der damit für jeden anständigen demokratischen Menschen in der Tschechoslowakei erledigt ist. S t a r h e m b e r g und ersten Augenblicke an die roten nn» der siclr Organisation Amtsantritt Dr. Czechs im Arbeitsministerium Arbcitsbeschoiliind das Gebot der Stande Der neue Minister für öffentliche Arbeiten, Dr. Ludwig Czech, trat am 16. d. M. sei» neues Amt an. In seiner Ansprache an die per» sammelte Beamtenschaft hob er insbesondere hervor, das? dir Hauptaufgabe deS RrssortS in der gegenwärtigen Zeit vor ollem die A r b e i t Sh e- schaffung für möglichst viele Leute sei, damit auf diese Art und Weise die drückende Situation der hunderttausenden von der Krise betroffenen Familien gelindert werde. Weiter« hob der Mini fter hervor, daß t- bestrebt sein wolle,«ine Brr bcfferung der sozialen und wirtschaftlichen Ber- hältniffe jener Personen Herbrizuführen, die der Fürsorge deS Ministeriums für äffenliche Arbeiten unterliegen. Er wolle überhaupt seine Aufmerksamkeit allen übrigen Ausgabe» widmen, die in den Wirkungsbereich deS ihm anvrrtrauten RrssortS fallen und wolle insbesondere auf die Entfaltung der Technik sein Augenmerk richte«. Er ist stch jedoch der drückenden finanziellen Lage bewußt und deshalb müßten alle Kräfte eingesetzt werde», damit die gegenwärtig drückenden Brr- hältnissr durch Arbeit und Opferwilligkeit überbrückt werden können. Mit einer Aufforderung zu tatkräftiger Zusammenarbeit zwecks Erreichung dieses Zieles, fchlol- Minister Dr. Ezech seine Ausführungen und versicherte dir Angestellte«« seines BerständniffrS für deren Forderungen. Die journalistischen Hüter der kapitalisti» schon Gcldsackinteressen wittern beizeiten die Gefahr. Lieber helfen sie mit, die österreichischen Arbeiter in die Arme der Nazis zu treiben, was aber trotz bester koscherer Empfehlungen nicht gelingen lvird, ehe sie cingestehen, daß sämtliche bürgerliche Demokraten in der Wett für die Rettung der De» mokratcn keine Verwundung, ja keine Minute Nasenbluten in tlauf genommen haben, geschweige Wie„Echo de Paris" erfährt, ging die An« regung zu der gemeinsamen Erklärung der drei Großmächte von Mussolini aus. Die zwei genannten anderen Staaten gaben ihre Zustim« mung hiezu. Die Erklärung sollte bereits gestern abends veröffentlicht werden. Im letzten Moinentc habe jedoch Maedonald einen Zusatz vorgeschlagen, in welche«« die Maß» nahinen der österreichische«« Regierung gegen die Sozialisten offen mißbilligt werden. „L'Oeuvre" bemerkt, daß Dr. Beneö sich in seinen Unterredungen mit den französischen Ministern über den Ernst der Lage in Oesterreich, über die Utilität einer geineinsaine» Erklärung der Großmächte und über die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Selbständigkeit Oesterreichs geäußert hat. Paris, 17. Feber.(Havas.) Der Quai d'Lrsan veröffentlicht heute abends folgende, gleichzeitig auch in R o m und London auüge- geienr amtliche Verlautbarung: »Die österreichische Negierung hat stch an die Regierungen Frankreichs, Englands und Italiens gewandt, um ihre Auffassung über die Akten ein- znholen, die sie vorbereitet hat, um die deutsche Eininischung in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs festzustellr», und die sie ihnen übermittelte. Die Besprechungen, die zwischen dr» drei Regierungen hierüber stattfanden, haben z«r einer übereinstiinmendrn Auffassung über die Notwendigkeit geführt, die Unabhängigkeit und Integrität Oesterreichs grmöß den geltenden Bcr- trägei« aufrecht zu erhalten." Dr. Schlegel zurückgetreten Wie die Blätter melden, ist der Landeshauptmann von Ober-Oesterreich, Dr. S ch l e g e I, zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wird der frühere Staatssekretär G l c i ß n e r ernannt toerdcn. Du willst ein Unter Genosse seine Dann denke vor allem daran, daß du die Abonaementögeb«ihren für das Parteiblatt pünktlich bezahlen ist niedergeschlagen. Viel klarer als aus den offi» ziösen Mitteilungen erkennt inan eS daran, daß zwei der Hanptführer, Otto Dauer und Julius Deutsch, in der Tschechoslowakei eingetroffen sind. Der erstere ist vollkommen unverletzt, der letztere ist im Feuer gestanden und hat wenigstens eine Verletzung aufzuwe.isen. Bei der österreichischen Umsturzbetvcgung muß man sich als Demokrat schämen, wie b e q u e m eS sich die obersten Führer gemacht haben. Dort wie hier haben sich die kleinen Arbeiter und Angestellten mit unerhörtem Mut ii« den Kugelregen schicken lassen. Die deutschen Nationalsozialisten, fachmilitiirisch unvergleichlich ausgebildeter als die österreichischen Sozialisten, w u ß- ten ganz genau, daß Maschinengewehre und Handgranate«« allein unzulä««gliche Waffen sind, sie risse«« die Macht erst dann an sich, als Hindenburg ihnen Reichswehr, Polizei, Geschütze und Flugzeuge auSgcliefert hatte. Die tapferen Wiener Sozialdemokraten aber haben mit untauglichen Waffen eine verlorene Posttion zu verteidigen gesucht. Sie haben nockihentein Wien in'den . Arbeiterviertel«« die Mehrheit. Aber das Verhalten ihrer Führer Bauer und Deutsch lvird bald Hunderte von jungen Arbeitern ihren Gegnern zu- ireiben." Wir erklären: diese Schreibweise ist u«rbezahtter oder bezahlter Hilfsdienst für da« gime in Oesterreich. Denn die F c h» Konsorten haben von« Legende von der Feigheit der Führer in die Welt gesetzt und sic versuchen nun die«nenschlichc Empörung über ihr Hcnkerwerk auf die Geschlagenen abzulvälzen. Diesem erbärmlichen Schinock, der diesen Leitartikel geschrieben hat, der für die Sache der Freiheit noch keinen Nadelstich erduldet und keinen Floh umgebracht hat, genügt es nicht, daß Julius Deutsch nur zweimal verwu««det ist, er will die sozialdemokratischen Führer, soweit sie noch leben und in Freiheit sind, unbedingt massakriert sehr». Dann erst wird sich dieser gottserbärinliche Deinolrat nicht mehr schämen und mit einigen Tintenklecksen seinen eigenen Tribut für die Freiheit entrichten. Diese Afierdeinokratcn, die nur durch den Mangel an arischen Großn«üttern verhindert sind, Fascistr» zu sein, habe«« noch dazu die unglaubliche Frechheit, die Führer der reichSdeutschen Nazis den österreichischen Arbeiterführern sozusagen als Beispiele verantwortungsvoller Besonnenheit hinzustellen. Man denke nur an HftlerS Roveinberputsch im Jahre 1023. Dieser HcroS, der bei den ersten Schüssen auf dem Bauche lag, der seine Mannschaften in der er» sten Minute im Stiche ließ und in die Weichen Arnre seiner Freundin H a n f st e n g l eilte, hat sich später unter«veitgchcuder Tolerierung der liberalen Presse Heldenkränzc«in« das Haupt win- den dürfen. Dieser Hitler, der über gebrochene Ehrentvörter zur Macht emporstieg und i«n deutschen Bruderkampf vor und nach der Machtergreifung fast ebcnsovielc Todesopfer auf sein Gewissen geladen hat alö ii« Oesterreich fielen, erfreut sich im„demokratischen" Tagblatt der respektvollsten Behandlung, lieber die besiegten Arbeiterführer fällt eö mit den Argumenten der bluttriefenden Heimwehrchristen her. Wir kcn««en die Motive dieser edlen Demo- kraten-Seele. Diese Söldschreiber der Großburgeolsie wissen, daß der österreichische Freiheitskarnpf trotz seiner Niederlage cirre gewaltige moralische Stär- kmeg deü internationale,« Sozialismus bedeutet. Legen Teuerung und Lohnsenkung Der Ministerpräsident zur Währungsfrage l öffentlichen Körperschaften nicht beabsichtigt sind, rnusit, wen« d« demselben keine überflüssige« Auch in der privaten Wirtschaft sicht der Minister- Ausgaben sin Mahnungen verursache» und dem Präsident leine Ursache zu Lohnherabsetzungen. Als die rcichsdcutschc Sozialdemokratie einem wenig auösichtsvollcn Bürgerkrieg gegen die ganze Staatsmacht nnd die Hälfte des eigenen Volkes auSgewichcn ist, hat sich jeder demokratische oder kornnmnistelnde Rotzbub an ihr die Füße abgewischt. Diese maulradikale«« Schliefer! prophezeiten nun seit Monaten, daß die österreichische So- zictldemokratie ebenso„versagen" werde. Nun ist es anders gekommci«. Die österreichische«« Arbeiter und ihre Partei haben sich gegen den Verfassungsbruch einer MinderheitSrcgierung verzweifelt zur Wehr gesetzt, lind nach ihrer Niederlage, iin Angesichte des grauenvollen HenkerwcrkS der Sieger, da der liberale englische Anßemninister Simon unverhohlen von dem bluttriefenden Regime Dollfuß abrückt, da die Basler„Nationalzeitung" schreibt: „Selteir liegt Recht und Unrecht so Nar wie hier verteilt", da der t s ch e ch i s ch e Agrarier in« Parlament voi« dein Augenblick spricht, „in dem daö Blut unschuldig Menschen vergossen wird", wagt das„Prager Tagblatt" zu schreiben: „Die Verfassungöbclvcgung ii« Oesterreich bluttriefende Heimwrhrre- denn das Risiko eines einzigen Schuhbund- Helden. Wir erinnern uns daran, Ivie sich das„Tagblatt" den Kommunisten während des russischen Vormarsches in Pol««« angebiedert hat, daß sie eS ««ach etwaiger Einnahme der Tschechoslowakei glatt als Zentralorgan hätten übernehmen können.Wenn die blusige Saat von Wien und Oesterreich aufgeht und wenn aus den Gräbern der Schutzbündler die republikanische und sozialissische aufersteht, dann soll mit Fußtritten für jeden neuen versuch der afterdemokra tischen gespart werde«. sieimmehr-AasIgehreliir mied Ulinn er Der Bundespräsident Millas ha« den Staatssekretär für ArbeitSbesihaffung Reustädter- Stürmer, der bisher den Hein«wehren ange- hörtr, zum Minister für sozialeBrr- w a l r««n g, und den bisherigen Sozialminister S ch m i tz, der Bundrökommiffär für die Gemeinde Wien geworden ist, zum Minister ohne Portefeuille ernannt. Druckerei der tschechischen Genossen gesperrt Tav Hinterhaus des tschechischen Arbeiter« Heimes in« 5. Bezirk, wo sich die Redaktion und Administration der eingestellten„Videnske dölnirke list«)" und die„Lidovä Tiskärna" befinden, wurde heute nach einer polizeilichen Durchsuchung gesperrt. Gleichzeitig wurde der Chefredakteur der „Videnske döluiele list«;" S a h ä n e l verhaftet. Die Stimme der Kartätschen-Christen Die„Deutsche Presse" höhnt die Roten Ungerührt und»««erschüttert von dem Unsäglichen, das sich ii« Oesterreich abspielt, fetzt die „Deutsche Press e" einer Religionsgemeinschaft, deren reines Bekenntnis allen, die Verfolgung leiden, Seligkeit m«d Himmelreich zuspricht, die journalistische Kampagne gegen eine unter dem Kanonenfeuer ihrer Regierung, verblutende Arbeiterklasse fort. Nicht anders reagiert das bodenständige Organ des geschändete«« Evangeliums auf de>» verziveifelten Trotz, de«> auch katholische Kartätschen nicht zu breche» ver- «nögen. als mit Schadenfreude und verlogenen« Hohn: „Man lobt in überschwenglicher Weise die Sozialpolitik der rote«« Machthaber Oesterreichs und besonders Wiens. Vieles von den« aber, was in der Nachkriegszeit geschaffen wurde,«var in Oesterreich, das schon vor dem Kriege aus dem Gebiete der Sozialpolitik an einer der ersten Stellen in Europa stand, bereits im Kenne vorhanden, anderes wurde erst unter Mitwirkung d e r Christlichsoziale«« schaffe n." „Bekannt ist der Terror, den die Betriebsräte ausübten, wo jeder Arbeiter nachsichtlich an die Luft gesetzt wurde Iveigerte, der sozialdemokratischen£ beizutrelen, bekannt ist auch, daß nur-er eine Wohnung in den Bauten der Wiener Gemeinde erhielt, der sich mit den« Parteibuch a u S w e i s e n konnte." „Mai« lobt mich die Steuerpraris Breitners, des sozialdemokratischen Finanzdikiatoro Wiens. Tausende und aber Tausende durch ihren Truck um i h r e E r i st e n z g e b r a ch t e r G e w erbe t r e i b e n d e r, ruinierter Hausbesitzer, verelendeter Angehöriger d e s M i t t e. l st a n d e S fluchen ihr. lind in der Schule herrschte Herr Glöckel... suchte die Lehrerschaft z»i gefügigen Sklave«« der roten Partei zu inachen." „Tas Parlament«mirde durch die 2 o- zialdemolraten Jahre hindurch lahmgelegt und dadurch jeder kulturelle und wirtschaftliche Ausschtvnng verhindert." „Auch auf internationalen« Boden w ü h l- t e n sie gegen Oesterreich..." „... und nun, wo die Bundesregierung n« i t Energie daran geht, diesen Staat ini Staate, dieses lleberbleivsel ans der bolschewistischen Räte-Aera zu liquidieren, schreien empfindsame Gemüter über„Verletzung der Demokratie". Während in der Nächstenliebe des praktischeren Christentums besser geschulte Gemüter selbst im Gasangriff gegen Arbeiterfrauen und Kinder, selbst bei der Explosion von Handgranaten in Arbeiterwohnungen noch inimer Sammlung und Ruhe genug finden, nm ihren SarkaSmuü zu bewahren. Doch lvenn der Gott lebte, an den fie glauben, den sie einen Gott der Liebe nennen, auch lvenn sie selbst schwer verlvundete Arbeiter zum Galgen schleppen, sie würden nach diesem Golgatha der österreichischen Arbeiterklasse keine Vergebung finden, denn sie wissen, Ivas sie tun. Ministerpräsident Mälhpetr hatte für heule| sei nicht mehr viel Getreide in den Händen der die Journalisten zu sich geladen, um ihnen einige Erllärungen über die voraussichtlichen Wirkungen der Neuregelung der Währung zu geben. Ter Ministerpräsident gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß keinerlei Anlaß zu Befürch tungen vor einer Teuerung be- st e h e. Die Bevölkerung habe auch bisher mit einer Besonnenheit, die Respekt erheische, auf die Nahrungsregelung reagiert. Die Abhebung von Einlagen, die in geringem Umfange zu konstatie ren war, sei eine normale Erscheinung, da zum Jahresschluss und auch poch im Monate Jänner größere Rechnungen zu begleichen sind. Auch über stürzte Nealitätenankäufe seien nicht zu verzeich nen. Gegen Zurückhaltung von Waren seitens der Verkäufer und andere Uebergriffe, werden die Wucherämter einschreiten, die in voller Tätigkeit sind. Der Ministerpräsident verwies sodann aus das Interesse, das die Aenderung deü Geldwertes der Krone im Auslande gefunden hat. In Frank reich ist die Einführung einer Surtaxe(Zollzu schlag für tschechoslowasische Waren) erwogen worden, doch werde es dazu nicht kommen. An läßlich der Psundentwertung ist diese Maßnahme verwirklicht worden, lvurde aber wixder aufgeho ben, weil sie sich als unwirksam erwiesen hat. Nach der Auffassung des Ministerpräsidenten mit der Frage einer eventuellen Teuerung der LebensmUtel, die gegen Preisbewegungen beson ders empfindlich sind. Er erklärte, daß zu einer Steigerung der Preise für den Konsumenten kei nerlei Grund besteht, da die Spannung zwischen den Börsenpreisen und den Verkaufspreisen be trächtlich ist. Auch habe die Landwirtschaft kein In teresse an überstürzten Preiserhöhungen, denn es Pari», 17. Feber. Die lSgliedrige parlamentarische UntersilchullgSkominissioil, deren Konstituierung von der Kammer angenommen wurde, nimmt Mi« 27. d. M. ihre Tätigkeit aus. Sie soll sich vorerst mit der Feststellung der Fälle der Teil- i nähme von Mitgliedern des französischen Parlamentes an verschiedenen finanziellen Betrügereien und Skandalen der letzten Zeit best ästigen. Es ist s nicht ausgeschlossen, daß dieser Kommission wahr- I schein lick auch die Untersuchung der Beramwort- lichkeit für die letzten blniigen Ereignisse in Paris I anvertraut«verden wird. Landwirte. Nach der Auffassung des Ministerpräsiidenteu besteht auch kein Grund zur Preissteigerung Ivegen einer Berteiierung der eingesührten Rohstoffe; denn es seien hinreichende Vorräte entweder bereits im Jnlaude oder doch schon angekauft. Ministerpräsident Mali)petr verwies in diesen« Zusam- menhange auf die großen Anforderungen au De- visen, die zum Zlvecke der Rohstoffeinfuhr an die Nationalbank gestellt wurden. Eine Verteuerung der Rohstosse könne nur durch das Steigen der Weltinarktpreise eintreten, nicht aber als Folge der Währungsmaßnahme, die, lvie der Ministerpräsident abschließend nochmals versicherte, nach feiner Ueberzeugung ebenso wie in allen anderen Staaten, die auf diesen« Wege vorangegangen sind, auf das allgemeine Preisniveau kaum einen Einfluß haben lverde. Auf eine Anfrage besprach der Ministerpräsident die bevorstehende Aenderung in der Leitung der Nationalbank und betonte in diesem Zusani» menhange, daß sich an der Funktion der Nationalbank durch das neue Gesetz nichts geändert Habe. Vor allem wird unbedingt daran festgehalten wer» den, daß die Nationalbanl dem Staate kein Geld leihen darf. Auf eine weitere Anfrage erklärte Ministerpräsident Malypetr, daß die Abkehr von der De- flationüpolitik nach seiner Ueberzeugung auch das Ende de,r Gehalts- u n d Lohnsenkungen bedeuten werde. Aus seiner Erklärung, daß der Staatsvoranschlag für das laufende Jahr das letzte Deflationsbudget gelvesen ist, gehe fchon hervor, daß weitere Kürzungen der Bezüge bei den After-Demokraten Wir übergeben das„Prager Tagblatt“ der Verachtung aller wirklich freiheitlichen Menschen Die Stavlsky-Kommlssion Sette 4 Samttag, 18. Seiet 1034 ».41 Tom östcrreicfiiscftcn fBfiröerfiric^ Spenden-Ausweis für die Opfer der Osfeker Grnirnkatastrophe ssZcsneiiiMMcn Gebet vor der Schlacht Am Rainen des Vaterlands! Ain Namen drS Bolkrs! Gebt Feuer! Ach bin der christliche Kanzler! Ach luitt Euer Bestes. Gebt Fencr! Auf Euere Brüder. Am Namen der Barmherzigkeit. 3o will eS der Heiland, Er siebet mir zu, Er stehet mit mir. Er segnet mich, Amen. Schonet nichtKinder, noch Frauen. Feuert, frnert hinein An die verworfene Brut. Gebt Feuer! lind noch einmal: Feuer! Nehmt die Kauonkn! Tie leichten und die schweren, Ain Namen des Herrn lind auch die Haubitzen. . Amen. lind einen Galgen errichtet Und henket die Menschen, Ten» sie schreien nach Freiheit. Ach kann eS nicht hören, «topfet ihnen daS Maul Mit ihrem geronnenen Blute. Ach bitt der christliche Kanzler! Heutet dir Menschen. Näher, mein Gott, zu Dir! Gebt Feuer! Am Namen des Heilands! Almen. Kling. So sterben Sozialdemokrat.n! . Mit Haubitzen, Kanonen und Mienen- tverfern hat daö Mordregime des Fafcifien Doll« fuß die länipfenden Arbeiter niederzwingen kön- «en, ihre» Geist aber zerbrach cö nicht! Nicht Standgerichte, nicht die Galgen der Henker machen diese Männer schwante», die, den sicheren Tod vor Augen, niit dem Bekenntnis zu ihrer Sache zum Galgen gehen! Augenzeugen berichten vom Sterben des Genossen Mü n i ch r c i t c r, das; der Schwerver- lvllndetc, der«ns einer Bahre zun: Galgen getragen tvurde, sich in dein Augenblick, da der Henker seinen Arm nach ihm ausstreckte, auf der Bahre aufrichtctc, und mit weithin schallender Stimme rief:„Ich habe nichts zu be- r e u e n! I ch lebte und sterbe für d i e G c r e ch t i g k e i t!" Und der Genosse Weisel, dec Komman- deur der Floridödorfer Feuerwehr, der alle „Schuld" auf sich nahm, nur um seine Kameraden zu decken, rief, als die„christlichen" Bestien seinen Kopf in die Schlinge steckten:„Es lebe die Sozialdemokratie!" An diesein Heldenmut, der stärker ist als der Tod, lvird daö System der blutbesudelten„Sieger", die die Auögelöschten von inorgen sein werden, zerschellen! Münichreiter— Weisel— zwei Amncn, die, mit unzähligen anderen, eingebrannt sind in die Herzen der lninpfendcn Millionen. Sie sind gemordet und leben weiter— ewiges an- feuerndes Beispiel und ein Fannal für die Welt—: Seht her, s o sterben Sozialdemokraten! Explosionsunglück in Hannover Hannover, 17. Feber. Ein furchtbares Unglück ereignete sich am Sonnabend vormittag in einem zweistöckigen Haus in der Garwustraße 14. Turck eine schadhaft gewordene Gasleitung war im Keller dcö Hauses ein kleines Feuer ausgcbrochen. I Die sofort hcrbeigcruscne Feuerwehr'Nahnl Nut Beamten deS städtischen Gaswerke? die Lvscharbei- ten aus. Plötzlich schoß eine gewaltige Stichflamme a»ö dem rauchenden Untergeschoß, und unter ge- lvaltigcm Getöse, daö auf eine Gasexplosion zu- rückziifUhre» ist, wurde die gaiize Vorderlvaud des Hauses hcrausgcrissru. Tas Dach häugt, nur auf einen kleinen Teil der Grundmauern gestützt, saft völlig frei in der Lust und die Feucrlvchr ist zur P,cii damit beschäftigt das Dach abzustühen. Der ilugliicköort ist ein lvüsteS Trümmerfeld. Die Löscharbeiten sind noch im Gange und ehe nicht die grasten Trünimermassen beseitigt sind, lasst sich nicht übersehe», in lvclchem Anömas; Menschenleben gefährdet sind. Bei dcni Einsturz der Kellcrdecke und der HauSfassadc sind drei Feuerwehrleute schlver und fünf leicht verletzt worden. Von den Hausbetvoh- ncrn trugen drei Frauen und ein junges Mädchen | Verletzungen davon, ebenso zwei Arbeiter deS GaS- lvcrleö. Todesopfer sind nicht zu beklagen. Die dem Unglück-Hans gegenüber liegenden Gebäude sind gleichfalls beschädigt lvorde». Zahlreiche Fensterscheiben tvurde» zcrirüinmcrt. Mch- ! rcre Fenster wurden aus dem Nahmen gerissen. DaS graste Märderzeichrn. Herr Fey, der Mordstrntege der Kanonenchristen, hat vom frommen Präsidenten MiklaS daS»große Ehrenzeichen am Bande" erhalten, eine„verdiente" Ehrling für einen Menschen, der sich nicht geschämt hat, mit Haubitzen und Minenwersern die Frauen und Kinder der kämpfenden Wiener Helden zusammenkartätschen zu lassen! Herr Fey, der Blutdirigent des sascistischen Arbeitergemetzels, trägt das„Ehrenzeichen" der nainen- losen sascistischen Schande mit sich herum, und um die bstltige„Ehre", mit der feigen Bestialität deS Meuchelmörders Kinder und Frauen besiegt, und wehrlose gefangene Helden gehenkt zu haben, wird ihn auf der ganzeil Welt kein Mensch mit wirklicher Ehre beneiden! Aber Herr Fey hat nicht nur das„große Ehrenzeichen" für vcrdicnswollc Menscheilschlächter in Empfang nelimcu dürfen, er hat rroch eine ganz besonders verächtliche Belohnung erhalten. Es ist eine Belohnung, die eine knallende, verdiente Ohrfeige im Angesicht der ganzen gesitteten Welt ist: ein Individuum vom sittlichen Mißformat deS trainierten ungarischen Henkers Horthy hat dem Vizekanzler der Kanonchristen den.„Verdienst- ordcn erster Klasse" überreicht und der unaus- sprechliche Herr Fey hat diesen„Verdienstorden", ohne zu erröten, lächelnd in Empfang genommen. Die ungarischen Reaktionäre haben den gekauften Söldnern der Heimwchr, die vom „Vaterland" reden, und in Wahrheit von: Aus» ! land bestochene verräterische Wichte sind, nicht nur die Gewehre und die Munition geschenkt, mit denen diese EondottieriS Hand in Hand mit den Bundestruppcn und der Gendarmerie die Arbeiter niederineuchelten, sie habeir auch noch ein übriges getan und ihrem blutbeschmierten erstklassigen Agenten Fey für seinen Prima Kun- dendienst das„Bcrdienstt'reuz" erster.Klasse ver- i liehen. Dem Verdienst seine Krone, dem Mörder der verdiente Dank der Spießgesellen! Aber wir wollen in diesem Zusammenhang auch nicht den höchst christlichen Bundeskanzler,Millas vergessen. dicsm„braven" vorbildlichen Bürger, der sich so oft im Kreise seiner Frau und seiner dreizehn Kinder in den illustrierten Gazetten abbilden und abschmocken ließ. Dieser Millas, der gern den„Demokraten" spielt, hat sich nicht gescheut, heldenhafte Arbeiter, die gegen die sascistischen Verbrecher und für die auch von ihm beschworene Bersassttng iin Kampfe standen, mit Gebirgsartillerie nicdermachcn oder als Gefangene schwerverletzt an den Galgen schleppe» zu lassen. Die auf seinen Befehl gemordete» Arbeiter waren Familienväter wie er, diese Männer, deren Frauen und Kinder in den zusammen geschossenen Häusern verblutete», hatten Kinder >»ie er! Herr Miklaö, der salbungsvolle Phea- scur, kannte kein Mitleid, keine Menschlichkeit ttpd kein Gewissen! Mag er sich weiter heuchlerisch und Verlogen im Kreise seiner Kinder photographieren lassen—, wir wissen jetzt, daß hinter der Maske lächelnder(hüte die unmenschlichste Bestialstät ihre niederträchtigen Triumphe feiert! Dic„wafscnstarrcnde Festung" Wien. Die gesamte bürgerliche Presse, die sich wieder in gehässigen Ausfälle» gegen die klassenbewusste Arbeiterschaft gefällt, bringt Meldungen, worin der Oeffentlichkeit einzureden versucht lvird, die Wohnbautätigkeit des Roten Wien sei im Grunde genommen nichts anderes als„Vorbereitung z u ni Bürgerkrieg" gelvesen. Alle Häuserblocks lvurden angeblich von der sozialdemokratischen Gemeindeverwaltung„nach militärischen Gesichtspunkten angelegt und zu richtiggebenden Forts anögestattet". Kurzum, die Wiener Gemeindebauten tvaren nichts anderes als„rote Trutzfesten", jede ein„Zwinguri", eigens zu dem Zwecke er- bmit, damit dort nicht ettva Menschen ein freundliches Heim finden, sondern damit vielmehr der republikanische Schutzbund seine Bürgerkriegörü- stungen besser zu„tarnen" vermochte. Auf diesen Blödsinn näher einzugehen, fällt uns nicht ein, denn wir halten nicht einmal die Leser der bürgerlichen Blätter für so dumm, lute deren Hintermänner sie haben möchten. Wir begnügen uns mit der „Retourkutsche", daß die„H v h e W a r t e" in Wien nur deswegen errichtet wurde, damit die Dvllfustchristen dort Artillerie auffahren lassen konnten, mit der-sie dann so unerhört tapfer in Frauen und Kinder schossen. Neue Verhaftungen tut Fall Krejöi. Jin Fall der 70jährigen Gastwirtsfrau KrejLi, die sich, wie wir vor einiger Zeit ausführlich berichteten, durch Vorspiegelung einer au? Amerika zu erwartenden Erbschaft*1 Million Ke erschwindelte, hat der Untersuchungsrichter des Prager Bezirksgerichts Iveitere Verhaftungen vornehmen lassen. Die Ermittlungen haben ergeben, das; die Krejäi tvo- Kö Bon den sozialdem. Parlamentariern. 12.050.— Vom Klub der Abgeordneten und Sena toren... 10.000.—- Boni Parteivorstand der Tschechoslotvaki- schen sozialdemokrat. Arbeiterpartei. 10.000.— Aon denBezirkSorganisationen: Böhmisch Krnmau 200.— Friedland 2(10.80 GraSlit, 2.088.— Grulich. 563.— Hohenfurth.. 306.60 Kaplitz 408.— Karlsbad. 1.108.— LandSkron. 882.55 Marienbad 720.70 Mährisch-Schönberg 116.50 Mährisch-Trüban.. 971.— Mies 30.— Nenbistrih 149.— Neudek 1.000.— Podersam 2.469.— Prag 518.— Staab 1.491.— Sternberg 1.488.20 Teplitz-Schönan........ 1.514.50 Trautenau 1.008.— Winterberg 698.—. Wittingnu-Erdweiö 95.- Sumnie.. 51.005.35 Aentralgewerkschaflskmnmission deS Deut schen Gewerkschaftsbundes Reichenberg 5.000.- Fnternationaler Metallarbeiterberliand in Komotau 5.000.— Bekleidungsarbeiterverband Reichender'. 500.— Verband der Eisenbahner, Prag... 3.000.— Fabriksarbeiterverband Aussig.... 2.000.— Verband der GlaS- und Keramarbeiter in Teplitz-Sckönau 1.000.— Allgem. Angeitelltenverliand Reichenberg. 2.500.— Bühnenbnnd Brünn 300.— Verband der Holzarbeiter, Reichenberg. 1.060.— Verband der Bank- und Sparknssenbc- amlen, Prag 500.— KreisgetverkschaftSkominissioil Fägerndorf 100.— KreiSgewerkschaftSkonnnifsion Aussig.. 100.— Aausekretariat der Union der Textilar beiter in Rumbnrg 500.— Summe.., 21.500.-- Gesamtsumme... 72.505.35 möglicherweise das erschwindelte Geld nickt für sich selbst verbraucht hat. sondern selbst das Opfer von Betrügern geworden ist. Mau kann sich bereits auf eine sensationelle Enthüllung dieses merkwür- digcn Kriminalfalls gefaßt machen. Falschgeld in Prag. Die Polizeidireltion in Prag warnt die Bevölkerung vor falschen 5- und 10-Krouenstücken, die svtvohl im Stadtilmern wie an der Peripherie im Umlauf sind. Die Münzen emhalten einen großen Teil Blei, sie sind schwerer und zugleich weicher als die echten Geldstücke. Flugzeugunglück in Bulgarien. Ans Sofia lvird uns geschrieben: Aus dem Flugfeld der Flug zeugsnbril in Kazaulak(ehemals Besitz der Prager Aero-Fabrik), erreichte daS Versuchsflugzeug „DAR 3" eine Höhe von 1000 Meier, Der Apparat geriet in einen Sturm, das ihn zu Boden riß. Dem Piloten Kosiotv gelang cs, sich im Fallschirm zu rctien, dock tvurde er dnrck den Sturm derart weit sortgetragen, daß man ihn bisher nicht ausfinden konnte. Der Mechaniker Zwezdow stürzte mit der Maschine zu Boden und kam in den Trümmern um. Es handelt sick nm eine der ersten Kata- strophen der jungen bulgarischen Lustfahri. Die Maschine war heimischen Ursprungs. An Bulgarien tverden Flugzeuge in Kazanlal ldie Fabrik gehört z. Zt. der italienischen Cproni-Gesetlschast) und in der staatlichen Flngzeugsabrik in Boichu- rischt bei Sofia, hergestellt. Vom Rundfunk Empfehleuowerte« am de» Programmen: Sonntag: Prag. Sender L. 6.45: Gvmnastik, 8.80: Lieder mif Grammophonplatten, 9.85: AnS der literarischen Welt, 11.45: Beethoven-Konzert, 14: Sozialinformationen, 18: Deutsche S e n d u n g: Hardt: Ninon de LeeloS, 19: D eu t sch e N a ch r i ch t e n, 19.05: Tickiaikotvski: Hervstlied, 20.05: Orchesterkonzert, 20.55: Radioseuilleton:„Weißes Paradies", 21.15: Seltsame Bekanntschaft, Funkspiel, 22.25: Tanzlieder. Sender S. 14.80: Deutsche Sendung, Arbeiterfunk: Fachlehrer E. Thöner: Wi» 14jährige die Welt erleben wollen, 15: Prof. Prach- ner: DaS Volkslied.— Brünn 10.25: Konzert, 11: Orchesterkonzert 18: Deutsche Sendung: Lortzing: Die Opernprobe, 20.05: Salontrio.— Mähr. Ostrau: 21: Orchester-Tanzmusik.— Preß, bürg 16: Konzert.— Montag: Prag, Sender L. 0.15: Gymnastik, 10.05: Deutsche Nachrichten, 1 l: Schabptatteu, 16: Blasmusik, 18.25: Deutsche Sendung: Pädagogischer Funk, 18.50: Seidl: Vorschau auf daö Mulikprogramm, 19: Deutsche Presse, 19.20: Klavierkonzert, 22.15: Deutsche Nachrichten.— Sender S. 14.80: Walzer auf Schallplatten, 15.15: Deutsche Sendung: Stunde für die Frau.— Brünn 18: Akt:.,.»täten der Woche, 18.25: Deutsche Sendung: Dr. Spielmann: Neue Wege der Erziehung.— Mähr. Okra« 18.25: DeutscheSendung: Der verwandelte Komödiant, Hörspiel von^lveig.— Preftburg 16.50: Konzert des Bläserquint., 20: Operette.— Kascha« 16.80: Waldhornquartett, 18: Arbeiiersen- dnng: Ulrich: öffentlich-rechtlicher Charakter der Sozialversicherung.— jtr. 41 Sonntag. 18. Frier 1934 Seite 8 gsgsn Lrlpps, Erkältungskrankheiten, Rheumatismus, Gicht, Kopf* und Nervenschmerzen. In alten Apotheken erhältlich. Generaldepot: Brauners Apotheke „Zum weiSen Löwen", Prag II, Pflkopy 14. Wahrscheinliches Wetter heute. Vorwiegend bewölkt, vielfach neblig,'' stellenweise Nebelregen, in den böhmischen Ländern mässig tvarm, im Osten, naincnilich in der Nach!, ivärmcr, schwacher überwiegend nordtvestlichcr Wind. Briefträger fingiert Ranbiibcrsall. AuS Po- dersam wird uns geschrieben: Tie Untersuchung des angeblich versuchten.RaubüberfalleS auf den Postbriefträger Kriz vor dem PostamtSgcbäude in Kriegern bei Podersam brachte eine sensationelle Wendung. Es wurde nämlich sestgestellt, das; Briefträger KkiZ den Ueberfall durch»inbe- lannte Täter nur v o r g e t ä u s ch t hat. Am IN. Feber legte er unter der Wucht der Beweise im Bezirkskranlcnhause, in das er wegen seiner Verletzung überführt worden Ivar, ein Geständnis ab.. Zur Tat trieb ihn. wie er eingestand. daS Verlangen nach einer D i e n st v o r r ü ck u n g und nach einer Belohnung. durch die er seine unerfreulichen Familienverhältnisse sanieren wollte. Ein Sittlichkritsverbrecher zum Tode verurteilt. Nach zweitägiger Verhandlung verurteilte das Stuttgarter Schwurgericht den 38jährigen Kaufmann Rudolf Reiter wegen Mordes zum Tode und wegen fortgesetzter Sittlichkeitsverbre- chcn, begangen an einem 12jährigen Schüler, zu drei Jahren Zuchthaus. Reiter hatte am Oster- dicnStag v. I. den 20jährigen Mechaniker Albert Maier aus Stuttgart, mit dem er jahrelang unerlaubte Beziehungen unterhalten hatte, erschossen, weil dieser sich geweigert hatte, ein Gnadengesuch mit zu unterschreiben. Der Mörder hatte unmittelbar nach der Tat einen Selbstmordversuch untcr- nominen, Schuster bleib bei deinem Leisten!- Infolge der Anordnung des Präsidenten Roosevelt, das; sämtliche Verträge zwischen den Fluggesellschaften und der Postverwaltung der Bereinigten Staaten aus der Zeit der Administrative des Präsidenten Hoover ausgehoben werden und das; die Postbcsör- dcrung den Militärslugzeugen anvertraut werde, wurden von Seiten der Flugdcpartements des Ministeriums für Krieg und Marine alle Matz- nahmen getroffen, das; eine hinreichende Anzahl von Piloten und Militärflugzeugen an den zuständigen Stellen zur Verfügung stehe. Der erste Tag dieser Vorbereitungen brachte bereits drei ernste Unfälle. Drei Militärflieger, die den Befehl erhalten hatten, mit ihren Maschinen au ihre neuen Bestimmungsorte abzugchen, gelangten, wie gemeldet, während des Fluges in einen schweren Sturm und dichten Nebel; sic stürzten ab. Der Absturz eines Apparates erfolgte im Staate Utah und zwei weitere Maschinen stürzten im Staate Idaho ab. Alle drei Flieger fanden den Tod, die Maschinen wurden voUständig zertriinuncrl. Eine istirsensprengung. In G e n u a wurde der Felsen, an dessen Stelle der Bahnhof für die neue Autoexpretzlinie Genua—Mailand entstehen soll, durch 1-10 gleichzeitig zur Entzündung gebrachte Minen gesprengt. Durch die Sprengung wurden 10.000 Kubikmeter des 100 Meter breiten Felsens in einem einzigen Augenblick losgelöst. Demnächst soUeu weitere Fclsmassen von rund 760.000 Kubikmeter freigcmacht werde». Die neue Verkehrslinie soll in einem Jahre fcrtigge- stellt werden. „Selbstverständlich RohcitSakte". In dem soeben erschienenen Buch Goerings„Aufbruch einer Nation" befindet sich über die Naziherrschaft folgendes zhnisches Bekenntnis:„Selbstverständlich wurden da und dort auch Unschuldige betroffen. Selbstverständlich wurde auch da und dort geschlagen, und eS sind Roheitsaktc verübt worden." Die diesjährigen ErhvluugSwvchen für Kleinlinder(unter 0 Jahren) wurde» mit 10(sechs Mädchen und vier Knaben) schwächlichen, erholungsbedürftigen Kindern aus dem Karlsbader Bezirke in unserem Liebiegschen Kleinkinderlaude am 8. Feber eröffnet. Bei fünf dieser Kinder ist bereits der Vater oder die Mutier gestorben, bei den übrigen ist die grosse Kinderzahl(7), Arbeitslosigkeit, schlechte Wohnverhältnisse schwächliche Körperbeschaffenheit, Rachitis, Unterernährung die Ursache der Aufnahme in die Erholungswochen. Die 10 Kinder, das jüngste ist zweieinhalb Jahre alt, haben trotz der 10stündigen Bahnfahrt die Reiseanstrengungen unter der Aussicht von zwei Begleiterinnen gut überstanden und wurden von unS hier für die nächsten vier Wochen als gerngeschene Gäste in fach- gemätze Betreuung übernommen. Die nächste Kolonie kommt Kindern aus dem Duxer Kohlengebiete zugute.(Deutsche Landeskommission für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Böhmen, Reichenberg.) Partei- Versammlung Referent: Genosse Dr. Emil Strauß. Die Bczirksorganisation. Casanovas letzte Stadion Betriebsversanuttlnng Gewerkschaftsversammlung, AenossenschastSbcrsmnmlung, Wählcrvcrsmnmlung, Frmlenversammlung, politischen Versammlung, Versammlung oder Sitzung einer proletarischen Organisation sollt Ihr für die statt, zu der alle Angehörigen der deutschen sozialdemokratischen Partei Prags eingeladcn sind. Dux ist gcgcnübermUndendc deren Parallelstratzc Montag, den 19. Feber, um 8 Uhr abends, findet im Bühnensaale der Urania, Prag II, Klimentshd, eine Namen denkt man an Schächte und bis dicht schon wieder überwach- und zusammengesun- Bevor aber die Kohlen entdeckt beitet, geändert und geseilt hat. Mit dem Erfolg, sprichtvörtlich Ivie Don Inan und ein Name für Nachtlokale zu werden.' Er war Er starb in Dux. Dux— bei diesem Kohle. Ringsum rauchen vor die Stadt klassen die sencn Bingen verlassener kener Gruben. wurde», war Dux ein Landstädtchen, in dem sich die Füchse schon bei Tage gute Nacht sagten. Aus der Asche der Kriegsbrände hatte sich die vielgc- plagte Stadt nicht gerade als strahlender Phönix erhoben, lind klein, unscheinbar ist sie geblieben. Der Bahnhof qualmt am Rande der Stadt; in wenigen Minuten gelangt man zum Markt— da steht die Kirche mit ihren Doppeltürmen, an sic angebaut das Waldstcinsche Schloss, und dahinter ist die Stadt schon tvieder zu Ende. Und das ist der Park. Eine schnurgerade Allee durchschnci- det ihn. Barocke Plastiken verwittern in grüner Dämmerung, kokette Göttinnen und galante Damen. Und am Ende öffnet sich der Blick in die freie Landschaft mit Wiesen und Baumgrup- pen, über denen sich ein blauer Wall erhebt, ein Blau weich wie Tuch: das Erzgebirge. Gegen den Park breitet sich die Hchlohanlagr weit mio mit Fronten, hell in die Sonne gestellt, mit verschwenderischen Freitreppen, mit schattigen Terrasse» unter knorpelig verschnittenen Linden, lieber Wasserspiegel und Rasenplätze hinweg blickt das Schlaf; zur Waldsteinschen Hospitälstiftung hinüber, einer Barockkuppel zwischen niedrigen Trakten, in deren gewölbten Nonnenstuben sich einfache Leute ihre Wohnungen eingerichtet haben. Spielraum der Kinder ist der ganze lässig verwilderte Park. In diesem Schlosse hat Jacob Casanova de Seingalt 13 Jahre lang als Bibliothekar des Grafen Josef von Waldstcin gelebt. Der Graf hatte ihn in Tcplitz in der Gesellschaft des Fürsten de Ligne leimen gelernt, gerade als Casanova durch den Tod seines bisherigen Gönners, des benetianiscken Gesandten Tuazarini in Wien wieder einmal heimatlos getvorden Ivar und im Begriffe stand, nach Berlin zu reisen. Als der Graf den amüsanten Erzähler seiner Abenteuer, an dem er Gefallen gefunden hatte, mit nach Dux kommen hietz, ahnte er nicht, zu welcher Berühmtheit er damit seinem Schlosse und der kleinen Stadt Dux verhalf::S ourdc die letzte.Station»nd Stcrbestätte des ruhelosen Abenteurers, und hier fand er die Mutze, seine vielbändigen Memoiren zu schreibe», au denen er bis zu seine»« Tode gear- . tvcrden. trotz seinen erotischen Abenteuern, die er ausführlich verzeichnet und vielleicht zum Teil auch erdichtet hat.»veniger schlimm als sein nachträglicher Rus. Denn Casanova»var„ein Moralist dank seiner Erfahrenheit", lind nachdem die philologischen Casanova-Spezialisten seit 1872 immer gründlicher seinen int Duxer Schlos; vorgefundenen literarischen Nachlatz durchforschten, erkannten sic in dem amourösen Freunde der Frauen, dem Glücksritter und LcbenSgenietzer noch einen anderen Casanova, der als Historiker und Politiker, als Mathematiker und Philosoph mit Ehren bestand und der fick» in ungezählten hinterlassenen und bisher nur zum kleinsten Teil ver- össentlichten Schriften als Journalist und Kritiker, als Dramatiker und Lqriker, als Schriftsteller auf erstaunlich vielen Wissensgebieten seiner Feit er» lvieS. Anders wären ja auch seine frenndschastlichen ! Beziehungen zu Hunderten von Repräsentanten der damaligen europäischen Welt nicht erklärbar. Und wenn Fürst de Ligne von ihm sagte, das;„jedes seiner Worte ein Gedanke, jeder Gedanke ein Buch" sei, so stand er mit diesem rülunendcn Urteil allein unter den Zeitgenossen, mag uns heute auch nicht jeder Gedanke Casanovas gleich gut zusagcu, so etwa, wenn lvir ihn kennen lernen als fanatischen Feind jeglicher Demokratie und tvi'itendcn Antirepublilaner. der alle philosophische Haltung verlor, wen»» er als Kostgänger des Adels gegen Voltaire polemisierte oder gegen französische Revolutionäre beschtinpsende Pamphlete schrieb. Wohl gefühlt hat sich Casanova in Dux nicht. Die schöne böhmische Landschaft zwischen dem Erzgebirge und den Vulkan kegeln dcS Mittelgebirges war ihm in seinen melancholischen Anwandlungen eine„barbara terra inhospita Germania", ein barbarisches ungastliches Land, und an die Fürstin Clarh in Tcplitz schrieb er:„Man sagt, dass Dux ein bezaubernder Ort sei und ich gebe zu, datz er cs für»nanche sein kann. Denn die Freuden meines Alters sind unabhängig vom Ort, den ich bewohne." Die Freuden seines Alters mögen spärlich gewesen sein, wenn ihm auch einmal eine verlassene Freundin schreibt:„Sie machen also zeitweilig Spazierfahrten in vierspänniger Karosse mit einer Dame Franziska?" Gewiss, er hat noch als ükjähriger gern mit kleinen Mädchen gespielt, mit Duxer Bäckermeister- und Leib- usarentöchtern— merkwürdigerweise hiehen sie j Tagesordnung: Die Wiener Februar-Revolution 1934 und ihre Lehren für die Sozialdemokratie Wir nehmen an, daß angesichts des brennenden Interesses, das die Wiener Ereignisse in den Reihen unserer Genossen wachrufen, alle Genossen und Genossinnen an dieser Versammlung teilnehmen werden! Zutritt haben Mitglieder der Partei und der Sozialistischen Jugend nur gegen.'or Weisung des Mitgliedsbuches. iedesmal Rosina. Aber diese späten Freuden wurden ihm vergällt durch gehässige Schlötzbcdienstete, die ihm jede»» nur denkbaren Tort zufügten; einmal hängte sein eigener Diener Viderol Casanovas Porträt mit Kot besudelt iin Abort auf, und gegen diese Missetat eines hämischen Wichts bot Casanova in einer Klageschrift die Argumente eines in seiner Würde gekränkten Philosophen mif. Aber er vergällte sich sein Lebe»» auch selbst. Obwohl ihn der Graf höflich>n»d rücksichtsvoll behandelte und ihn» Diener, Koch und Equipage zur freien Verfügung stellte, fühlte sich der alternde" und kränkelnde Casanova auch ohne Grund fortwährend beleidigt und vernachlässigt, in seiner Würde verletzt, in seiner Ehre bedroht und seines Lebens nicht sicher.„Es kam endlich so weit, datz Casanova keinen Tag hatte, an dem ihm nicht in der Einbildung eine Kränkung oder Beleidigung widerfahren wäre." Derartige Urteile kehren bei allen seine»» Biographen tvieder.„Je älter, desto mürrischer und»nihtrauischcr wurde er, so datz er zuletzt allenthalben Gegner und Feinde sah." Zweiinal floh er aus Dux»vegen lächerlicher Ba- gatellen.„Unrasiert, mit der Pelzmütze auf dem Kopse und dein rotwollenen Tuche»in» den Hals ging der ehemals viclbegünstigtc Liebling de»' Frauen, mit seine»» Manuskripten handeln»nid auf den t»;rannischen Grase»» Waldstcin schimpsend in Wien umher." Als aber der Graf selbst den Flüchtling lachend zurückholic. fiel dieser ihm ge- . rührt um den Hals. Schlietzlich quälten ihn schmerzhafte Krankheiten zu Tode. Er starb im Schlosse zu Dux. »Sein Sterbetag steht nicht sicher sest; das Totenregister der Durer Dechantei verzeichnet den 11. Juni 1708. Seine Grabstätte ist unbekannt; : an der Barbara-Kapelle kündet eine Gedenktafel nur Nainc und Datum:„Jacob Casanova. Bene- > I dlg 1725», Dux 1788." Eine Gasse in ljnach ihn» benannt. Die | Stratze heisst HuS-Stratze. I ist nach Karl Marx benannt. Dazwischen liegt der Platz de»' Republik. HuL, Casanova, Marx— welche Gegensätze um einen Kleinstndtmarkt! DaS Durer Schloß ist ilrzwischcn verstaatlicht Ivordcn. In den Räumen, in denen Casanova lebte, amlicre»» Behörde»». Casanovas literarischer Nachlas; ist auf das Waldsteinsche Stammschloss Hirschberg gebracht Ivordcn. In Dur blieb nur die Erinueruug zurück. Aber spukt Casanovas Geist vielleicht noch? In der Statistik des Tschechoslowa- lischen Staates hält nämlich Tu»; einen mcrkwür- digen Rekord: nach der letzten Aufzeichnung lvaren von 100 Geburten 27.71 Prozent unehelich. Dux steht dnnrit hinter allen Isckiechoslowaki- ' scheu Städten mit»nchr als 10.000 Eiulvohncrn au zweite»' Stelle. Ist daö Casanovas Traditio»»? Bakaü Schuhniacherstadt Zlin hat mit 3.45 Prozent die wenigsten unehelichen Geburten gehabt. | Die Schuhmacher gellen als philosophische Nature»;.versäumen sie über solchen Neigungen bicl- I leicht andere Freuden? Mir fällt da ein Bries ein, I den eine in ihren Bettgefühken irritierte junge Frau an den Briefkasten einer Zeitung schrieb. Sie hatte, wie sie in naiver Offenherzigkeit versicherte. eine glatte weihe Haut, ihr Mann aber hatte immer so raiihe, von Pech geschtvärztc Hände;»vas üc nur tun»'olle, nm ihres Mannes I Hände zu glätten— der Mann war Schuhmacher. Manfred. Genossen! Genossinnen! to W A 9» s y WaldemokratW MeMe intensivste Werbearbeit leisten. Der Rest--- Schweigen Wenn nran ununiwundcn zugibt, von den politischen Integralrechnungen nichts zu verstehen, Weil man erst in der sogenannten grotzen Fest das kleine Einmaleins gelernt hat, ungefähr damals, als Lemberg wieder noch in unserem Besitz war, wenn man seine grenzenlose Unkenntnis in Dinge»» der politischen Belange laut gesteht, ja, wenn »nan überhaupt kein anderes Wissen hätte, als das eine: Datz im Jahre 1V34 nach der christlichen Zeitrechnung Gasmasken erzeugt werden müssen!, dann ist man durch feine grosse Unkenntnis und durch sein kleines Wissen befugt, Aufschluss zu verlangen, dann hat man das Recht erworben, an sämtliche zeitgenössischen Machthaber die Frage zu stellen: Wie lange gedenkt Ihr Euch noch zu blamieren? Als die grosse Zeit aus war, hatten uns weibliche Hilfskräfte so weit gebracht, dass wir die Zahl 10 mit sich selber multiplizieren konnten. Die statistischen Aemter meldeten damals 10,000.000 Tote. Diese Zahl zu erfassen, ver- »nochten wir nicht. Die statistischen Aemter melden heute 100,000.000 Arbeitslose.(Siche Nikolaus Maghar„Maschine und Mensch", Vorwort, 1. Absatz.) Auch dieser Zahl stehen wir fassungslos gegenüber. Solche Zahlen sind für unser Verständnis zu grosszügig. Ihr»nutzt euch in unsere Lage versehen. Aus dem Kalender erfahren wir, dass wir jung si»»d. Dass dies schön sei, singt das Liederbuch. Auf einer anderen Seite heisst eö: Freut euch des Lebens! Wir»nöchten gern, aber wo? Im Osten ist Krieg, um»>nü und in allen Weltgegcnden Blut, Bosheit, Waffen, Wahnsinn, Arbeitslosigkeit, Elend, Hunger, Korruption, Lüge, Betrug, Barbarei, Mord, Kriegsgefahr, Gifte. Gase, Bazillen. Wo sollen wir uns des Lebens freuen? Nach euren Plänen und Informationen werden wir in vier oder zweiinal vier Jahren ein schlechthin schlaraffeskes Leben führen dürfen. Wir lvarten jetzt fast sechsmal vier Jahre, aber wir glauben euren Lügen nicht»nehr. Wir find hinter e»»re ZulunftSkalkulationcn gekommen, wir kennen den Wert eurer Unbekannten, ihr rechnet »nit Nullen, und nach einer einfachen Subtraktion bleibt uns nichts anderes übrig als ein Leben ohne Hoffnung, eir» Leben mit der Todesangst vor dem Gaskrieg. Mit diesem Leben wissen wir nichts anzufangen. Eines Tages wird eine Kanone loSgehen. DaS tun Kanonen immer. Aber so viel Särge, wie die nächste grosse Zeit verlangen würde, so viel Särge kann cS gar nicht geben. Warum duldet ihr den Friedensstörer in eurer Mitte? Warum lasst ihr Irrenhäusler frei umhergehcn? Warum dürfen alle Menschenrechte verhöhnt iverden? Warum blüht keine andere Kultur als die der Bakterien? Ihr wollt doch alle den Frieden!? Und ihr habt die Macht, ihr habt Zwangsjacken und DeSinfektionSapjmrate. Es »nützte nach unserem Einn»aleins alles wunderbar llappen. Wie rechnet ihr kompliziert! Leiht Tag und Nacht eure Machtmittel, Rundfunk, Film, Bühne, Podiuin, Presse dein Friede»» und nur dem Frieden! Richtet am Nordpol einen'.'icsigon,»nit dem Stachcldraht der ganzen Well umzäunten Kriegsschauplatz ein! Stellt eine Rundfrage an die Welt: Wer will den Krieg? Befördert alle Jch- Rufer zum Nordpol, auf den schönsten Kriegsschauplatz! Schenkt den»nobile» Zeitgenossen alle eure Kricgstvafsen, Tanks, Bomben, Granaten, Gifte, Gase und Mordinstrumentcl Lasst sic dort den Wahnsinn des Krieges ad absurduin belvci- sen! Womit radikal abgcrüstct»värc. (Anmerkung: Ich bediene mich dcS„wir" und„uns" nicht aus Anmassung, sondern a»»s Bescheidenheit. Ich meine damit alle Gleichaltrigen und Gleichgesinilten und insbesondere alle Leute, die von der politischen Arithmetik des Jahres 1034 post christum natum nichts verstehen und dies zngcben, sich also von den heutigen politischen Rechenmeistern durch Offenheit unterscheiden. „Ihr" lebt von einer euch wie uns bekannten Rechenkunst.„Wir" fürchten, durch sic zu sterben, denn lvir tvisscn, dass der Rest eurer Rechnung ein grosses Schivcigcn sein wird. Um dies zu wissen, braucht mm» tvedcr Hell- noch Schtvarzseher zu sein, cü genügt die Kenntnis des kleinen Einmal» eins. Eignet euch diese Ken»»tnis an, bevor die grosse Zeit hercinbricht.) Rudolf KlingLberg. ®t»t« Sonntag. 18. Feier 1V34 Nr.« t, I'Iiz'ilUnl. Ulktet. Heilmethoden— Sebro thlrarea Mlfllge Preise.— Chetont Dr. J. Neugebauer. AuikQnfte: Kuranstalt oder durch E. Sotka. Prag Xk TomkoTR 15. ;URÄHSTAn#REItHENBERQ -..SKyM» 1.*-» 1••• Verlangen Sie In Jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie., PILSEN Selchwaren der Fa.HEGNER* Cie., PILSEN SIND DIE ALLERBESTENI iiB PRAGER ZEITUNG »Prager Mittag" gegen »Prager Tagblatt" „Im Namen der Teinokratir" wendet sich gestern der„Prager Mittag" ..gegen jene Demokraten, die heute— um ihr österreichisches Absatzgebiet nicht zu verlieren— in das Lüge n ge heul derer einstiinmen, die den Wiener Sozialisicnführern Bauer und Deutsch Verrat an der Arbeiterschaft vorwcrfen. Sie können schon aus Rücksicht auf ihre Leser den Hcldcnkainvf der Wiener Arbeiterschaft nicht verurteilen und restlos in das Horn des Dollfuß und Fen blasen,— sie können aus Rücksicht auf die Wiener Behörden, die sie verbieten würden, nicht für die Arbeiterschaft eintreten. Folglich sprechen sie von„den tapferen Wiener Sozialdemokraten" und von den„bequemen obersten Führern"— und glauben, eö auf diese Weise allen recht machen zu können. Sie wagen cs, Otto Bauer Vorzntvcrscii, daß er„unverletzt" geblieben sei, und Julius Deutsch zu loben. toeil er„tu e n i g st e n S eine Verletzung aufziiwciscn" habe. Sie wagen es, den Satz nie» derziischreibcn:„Bei der österreichischen Umsturz- bewegnng must man sich als Demokrat schämen, wie bequent es sich die obersten Führer gemacht haben." Ja, sie sprechen sogar den deutschen N a t i o n a l s o z i a I i st e n ein Lob dafür aus, daß sie cs nicht versuchten, mit Gewalt die Macht in Deutschland zu erobern, sondern warteten, bis sie ihnen von Hindenburg auSgcliefert wurde, lind sie stellen mit leichter Befriedigung fest, daß das Verhalten der Führer Bauer und Deutsch „bald Hunderte von jungen Arbeitern in das Lager ihrer Gegner treiben werde." Sie wissen nichts davon, daß sich diese beiden Männer als Helden mit ihren Arbeitern geschlagen haben, daß sie auf den Barrikaden standen und ihre Stellung . erst verließen, als die Lage hoffnungslos geworden war. Und sie tun das alles— im Namen der Demokratie! Es wird notig sein, die D c m o k r a- tie zunächst vor solchen Freunden zu schützen, die ihre geschäftlichen Interessen. ihr gefährdetes Absatzgebiet mif solche widerwärtige Weise zu verteidigen suchen." Was innerhalb dieses Zitats an den„Prager Rittag" unter Anführungszeichen steht, sind Sätze aus dem gestrigen„P r a g e r T a g- blatt". Warum dieses vom„Prager Mittag" n i ch t b e i m N a m e n g c n a n n t wird, wissen wir nicht; wir wollen aber aimehmcn, daß da nicht bürgerlich-journalistisches Verbundenheitsgefühl ausschlaggebend war. denn im übrigen läßt ja die verdiente Abrechnung an erfreulicher Deutlichkeit und aufrichtiger Enipürung nichts zu wünschen übrig. Selbstmord, Selbstmord, Selbstmord! Die Chronik der Selbstmorde und der Selbstmordversuche steigt fast täglich. Teils bilden wirtschaftliche Notlage, teils seelischer.summier die Ursache. Die Selbsimordstaristil verzeichnet für den gestrigen Tag in Prag allein vier Fälle: In der Wohnung ihres Arbeitgebers wurde die 21jährige Hausgehilfin B l a Z e n a K o v e c- l ä durch Gas vergiftet aufgefunden. Das Mädchen hatte,' bevor sic schlafen ging, den GaShahn im Badezimmer geöffnet. Im Bett fand man sie bewußtlos auf. Sic wurde ins Allgemeine Kran- kcnhaus gebracht, wo es gelang, sic wieder ins Leben gnrückzurnscn. Motiv: unglückliche Liebe. Nachbarn entdeckten, daß aus der Wohnung des 60jährigen Schuhmachers Josef N e m e ö e k, ocr sein Zimmer mit dein 34jährigen Arbeiter Jaroslav I c r a b c k in Prag-Karolincnihal. Krä-- lovskä 41, teilte, starker Gasgeruch drang. Man öffnete gewaltsam die Wohnungstür und fand beide Männer bewußtlos auf. Sie wurden ins Krankeiihaus gebracht. Dort werden sic vorläufig zur Behandlung bleiben. Hier wird als Motiv der Tat w i r t s ch a f t l i ch c N o t angenommen. Die 41jährige Hausangestellte BoZena Pa-, t ov ci vergiftete sich in der Wohnung ihrer Arbeitgeber mit GaS. Man sand sie in der Küche, auf dem Fußboden liegend, auf. Der hcrbeigerufene Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. DaS Mädchen hat keinerlei Briefe hinterlassen. In Bokovice versuchte sich der 31jährige Chauffeur Antonin Keifer mit seiner Löjähri- grn Frau und seinem fünfjährigen Sohn durch Einatmen von Kohlcngaö zu vergiften. Die Tat ivurde rechtzeitig entdeckt, die Familie ins Krankenhaus geschafft. Motiv: wirtschaftliche Not! Stratzenbasinzusammemstotz In den Wrinberge» Gestern nachmittag fuhr die Straßenbahn 20 durch die Francouzskä in der Richtung nach Brso- vice. Beim Einfahren in die Station Husova trida stieß der vordere Wagen gegen den entgehenkommenden der Straßenbahn 1. Bei dem heftigen Zusammenprall wurden drei Personen schwer verletzt. Enttäuscht... Gestern nacht„arbeiteten" Kässenräubcr in den Büroräumen der Firma Kraus u. Co., Prag I., Käppengasse. Sie suchten alles nach Geld durch, fanden aber nichts. Schließlich begnügten sie sich mit der Entführung von zwei Koffern, die jedoch nichts weiter als— Schweißblätter, die von der Firma fabriziert werden, enthielten. Der Verlust wird in Höhe von 4000 XL angegeben.— Mehr Erfolg hatten»Fachgenossen",' die bei der Firma I a n- skl; u. Co., Prag II., Na Tesnovi einbrachen. Sic erbeuteten 7000 XL in bar sowie ein Sparkassenbuch über eine größere Summe. Schweinespeck wird in Prag schon teurer verkauft! Wie uns aus Leserkreisen berichtet wird, haben noch am Freitag, laum daß im Parlament über die Währungsvorlage die Abstimmung vollzogen war, in P r a g die S p e ck p r e i s e b e- rcitöein«Erhöhung erfahren. Da- bei ist bemerkenswert, daß die anfängliche Preissteigerung bei einem Kilogramm SO Heller, am nächsten Tage, also am Samstag, aber schon 1 XL betrug. Fragen der kaufenden Frauen, warum diese plötzliche Verteuerung des Schweinespecks eingetreten ist, beantwortete man ganz dreist mit dem Hinweis auf die„Kronenentwertung". Ein Zeichen, daß die Konsumenten entgegen allen Versicherungen. es wird und dürfe durch das neue Währungsgesetz keine Verteuerung der Lebensmittel eintreten, dennoch sehr rasch, und in erster Linie dazu von den Prager Fleischern, das Gegenteil erfahren müsse». Es ist notwendig, hier sofort den Preistreibern das Handwerk zu legen. Bei verdorbenem Manen, Darmgärungen, üblem Mundgefchmack, Stirnkopfschmcrz, Fieber, Stuhlverhaliuug, Erbrechen oder Durchfall wirkt schon ein GlaS natürliches„Franz-Josef"-Bitter- waffer sicher, schnell und angenehm. Aerztl. empf. 2106 Vorträge Diktatoren Napoleon und Bismarck im Spiegel gescllschustS- krttischer Analyse. Jin Rahnien seines in der Masaryk-Volkshoch- schule itattsindeiiden Kursus„Diktatoren" sprach Genosse Dr. Emil F r a n z e I über Napoleon und Bismarck, die er als die Repräsentanten zweier gesell- schastsideologischer Gegenpole charakterisierte. Die mit frappierend gewandter Dialektik, ebenso subjektiv wie originell, vorgctragcnen Wertungen der Re- volutions» und Diklaturgeschichte gingen von der Entwicklung der großen französischen Revolution aus. die entgegen den tendenziösen Gcschichtsilitlecungcn interessierter Historiker, ein typisch kleinbürgerllchcü Gesicht hatte. Die ölebellion gegen' die beispiellose Verlotterung des Adels, dessen anarchische Mißioirt- schaft in der Ikrone rin willenloses Anhängsel fand, führte zum Aufruhr der Pariser Gaffe, einem Aufruhr, in dessen Verlauf gewiß proletarische Elemente in Erscheinung traten, der aber beherrscht und getragen Ivurde von jenem kleinen Mittelstand, der ganz besonders unter dem Wüte» des Versailler Feudalkrctinismus zu leiden hatte. Ein Proletariat nach unseren Begrifsen gab es damals in Paris weder in geistiger noch in materieller Hinsicht. Die Herrschaft der Jakobiner, bei denen sich gesellschafr- liche Radikalität und beschränktester VuritanisniuS in wunderlicher Form vermengten— ihr Repräsentant Robcspicrce ist dafür ein markantes Beispiel— wrr die Diktatur des Kleinbürgertums. Die Jakobiner ergriffen die intensivsten Maßnahmen zum Schutze des bürgerlichen Eigeinnms und formulierten den Begriff der nationalen Verteidigung der Revolution, auch gegen links. Dr. Franzel zog interessante Parallelen zwischen der Diktatur der jakobinischen Kleinbürger von 1780 in Frankreich und der fascistischen Diktatur in Deutschland im Jahre 1636. Hier wie dort das Füllhorn unerfüllbarer demagogischer Versprechungen, hier wie dort ein wilder, skrupelloser Terror, hier Ivie dort Brutalität uni jede» Preis. Der wesentliche Unterschied zwischen JakobiniSinus und FascismuS besteht allerdings darin, daß die große französische. Revolution in ihren Konsequenzen eine Bahnbrecherin neuer Ideen Ivar, während die fascistische Gewaltherrschaft den Mächte» des Unterganges und der Vergangenheit dient. Tie elementaren Wellen der Revolution trugen Napoleon an die Spitze des Staates. Aus dem ersten Konsul der Republik wurde schließlich der Kaiser der Franzosen. Solange Napoleon ein Repräsentant des gesellschaftlichen Fortschritts blieb,— erinnert sei nur daran, daß der Korse eö Ivar, der den großagrarischen Feudalismus endgültig zerbrach und Frankreich zu einem Land des Kleinbauerntumö umbildcte— Ivar er siegreich, als jedoch aus der Diktatur ein royalistisches System im alten legitimistischen Sinne wurde, sank Napoleons Stern. Dieser reaktionäre Legitimismus, der sich vor allem in der rücksichtslosen Fa- milienpolitik des Korsen offenbarte, zerbrach die Macht des genialen Mannes. Bismarck hingegen begann zwar nicht als revolutionärer Doktrinär, aber mit einer durchaus fortschrittlich-revolutionären Praxis. Aüch er schritt von Sieg zu Sieg, solange er im Dienste der nationalen deutschen Einigkeit kämpfte, später jedoch, als Diener Hohenzollerscher Interessen, war er auf Gedeih und Verderb zum Rückschritt verbunden. Im Fazit reiht Franzel Napoleon in die Persönlichkeiten ein. die Träger der Vlenschheitsentwicklung waren, Bismarck hingegen in jene Front, die vergeo- lich versucht, die Entwicklung zu hemmen und zurücr- zuwerfcn. Die Grabinschriften der beiden großen Kämpser, von ihnen persönlich entworfen, find auch ein Charakteristikum ihres Wirkens. Auf Napoleons Grabstein im Jnvalidendom liest man:„Ich wünsche, daß meine Asche ruhe an den Ufern der Seine, inmitten des französischen Volkes, das ich so sehr ge- licbt habe." Aick dem Monument in FriedrichSruh aber liest man: Hier ruht Fürst Otto von Bismarck, .rin treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms des Ersten".‘ Ais. Für die DPD-Emigranlen findet Montag, den 18. Feber, abends 8 Uhr im Parteiheim der DSAP, Prag. Närodni tr., der Abschlußvorirag vom Genossen Dr. Wiener statt. Thema: Die Politik der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei. Gcrlchtssaal Ein blutiges Stelldichein Tie Frau des Liebhabers schwer angeschoffen Prag, 17. Feber. Während das heutige Schwurgericht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit eine ziemlich uninteressante NotsiichtSanklage verhandelte, konzentrierte jich das Interesse des Publikums aus einen vor dem Senat S u d o m a verhandelten Prozeß wegen schwerer Körperverletzung. Auf der Anklagebank saß eine Frau, die 87jährige BeamtcnSgaitin Rosa S v o j i k miö Straschnitz, die mn 9. April v. I. die Müllerssran Marie B a l e n t a in einem Dorfe bei Beraun durch einen Revolverschuß so schwer verletzt hat, daß diese nur mit knapper Not dem Tode entrann. Die Angeklagte, sichtlich eine temperamentvolle Dame, batte bei einem Ferienaufenthalt den Müller Rudolf B a l e n t a kennen gelernt und obwohl dieser schon ziemlich betagt ist und erwachsene Kinder hat, mit ihm alsbald ein intimes Verhältnis angeknüpft, das seither durch Monate andauerte und ziemlich intensiv gcpslcgt wurde. Regelmäßig besucht« die Angeklagte ihren Liebhaber und verbrachte häufig Nächte mit ibin in entlegenen Räumen seiner Mühle, ohne daß die Frau des Müllers von den Seitensprüngen ihres Mannes erfuhr. Aon diesem Verhältnis wurde sie ans blutige Art in Kenntnis gesetzt, die ihr beinahe das Leben gekostet hätte. In der Nacht vom v. April, etwa um die erste Morgenstunde, wurde die Müllerin durch ein verdächtiges Geräusch aus dem Schlaf geweckt nnd vermutete zunächst, daß sich Diebe ins Haus einge- schloffen hätten. Als sie ihren Mann wecken wollte, zeigte eS sich, daß dessen Bett leer war. So nahnr die Frau immer noch im festen Glauben,«S handle sich uni diebische Eindringlinge,«ine brennende Kerze und machte sich auf, um nach dem Rechte» zu sehen. In einer Kammer fand sie ihren Mann, scheinbar in tiefem Schlaf, auf einem des für etwaig« Gaste, ausgestelltem Bett liegen. DaS war weiter nichts so Außergewöhnliches, da der Müller oft bei nächtlicher Arbeit, hier ein« klein« Schlaspause zu halten pflegte. Seine Frau schövste also keinen Verdacht, bestand aber auf einer gründlichen Durchsuchung des Hauses, um eventuell eingesttegene Langfinger boppzuma chen. Als sie einen großen Kleiderschrank öffnete, sah sie zu ihrem größten Erstaunen eine äußerst mangelhaft bekleidete Frau darin kauern. Als sie, sich aus der ersten Verblüffung erholt hatte und die Unbekannte sragte, wie sie in den Schrank komm« und was ' sie überhaupt da zu suchen hab«, hob die Unbekannte plötzlich den Arm— Blitz und Knall— und die arme Müllerin brach mit durchschossener Lunge zusammen. Nur dadurch, daß der Müller sich blitzschnell auf sein« Geliebte, denn diese war die Ertappte, warf und ihr die Hand wegriß, wurde ein zweiter Schuß abgelenkt und ging in die Wand. Heute fand dieser Zwischen- sall sein gerichtliches Nachspiel. Di« Angeklagte, die so flink mit der Schußwaffe bei der Hand war, weinte heftig nnd entschuldigte sich mit großer Erregung. Auf die Frage, wozu sie denn überhaupt den Browning, aus dem sie ge> schossen hatte, bei sich gehabt habe, erklärte sie, sie habe di« Waffe angeschafft, um auf ihren einsanien nächtlichen Wegen von der entfernten Bahnstation zur Mühle ihres Liebhabers nicht unbewaffnet zu sein. Die Angeschoffene ist inzwischen halbwegs hergestellt worden und hat ihrem Manne verziehen— um der Kinder willen, wie sie vor Gericht benierkte. So beniühte sich niemand, die Angeklagte besonders zu belasten und diese kam glimpflich weg. Sie wurde zu sechs Monaten KerkerS verurteilt, aber mit Zubilligung einer dreijährigen Bewährungsfrist, rb. Kunst und Wissen Orlik-Ausst.llung Es ist über Orlik so viel gesagt und geschrieben worden, daß die bloße Erwähnung seines Namens eine Menge Affoziationcn von Gelesenem und Erschautem Orlikscher Kunst hervorruft. Nun veranstaltet die Galerie Dr. Feig! eine Ausstellung mis dem Nachlaß dcü Künstlers, der so manches bekannte Bill» neben noch nicht Gesehenem bringt. Durch des Künstlers feine impressionistische Kunst festgehalten, grüßen von den Wänden Japans Landschaften herab, die der Künstler auf seiner großen Ostasienreise so gut kennen und auch lieben gelernt hatte. Daneben Wüstenbilder, die Alpen und auch Dalmatien; eine Reihe in ihrer Eigenart tief nachempfundener und in ihrer Besonderheit fest in sich geschlossener Werke Und dieselbe Geschlossenheit zeigen die Bildnisse berühmter Menschen, wie Hennann Bahr, Richard Strauß', Albert Einsteins, Elisabeth BergnerS, Henny PortenS, Jarmila NovotnaS und Lilian Gijh'. Fünfzig Bilder niögen cs sein, die in allen Schattierungen Orliksche Kunst widerspiegeln, mit Ausnahme der Graphik, die man uni so schmerzlicher vermißt, do sic ja einer der wesentlichen Bestandteile von OrlikS Kunst oder besser gesagt Können war. Denn Orlik war neben, seinem Talent auch ein vollendeter technischer Beherrscher seiner AuSdruckömittel. Jedenfalls gibt diese Ausstellung, wenn auch nichts wesentlich Neues, so doch eine schöne und wertvolle Zusammenstellung einer ganzen künstlerischen Entwicklung. R. F. EinguterGenossc- zahlt die Wau- nementsgkbühren für sein Parteiblatt pünktlich, um der Verwaltung die Mahnspesen, die bei tausenden säumigen ZeitnngSabuchmern jährlich zchntau sende Kronen anömachen, zn ersparen! Vorstellung, halb 8 Uhr: P e p p i n a, Premiere, DL.— Montag halb 8 Uhr: Scam p o l o, Ensem- blegastsviel Dolly Haas, A 1.— Dienstag halb 8 Uhr: Madame B u t t e r f l y, A 1.— Dtitt- Ivoch halb 8 Uhr: P e v P i n a, B 2.— Donnerstag halb 8 Uhr: Boris G u d o n o w, C 2.— Freitag halb 8 Uhr: Zn ebener Erde und erster Stock, Bankbeamte und freier Verkauf, D 1. — Samstag halb 8 Uhr: Der junge Baron Neubau s, Erstaufführung, C 2.— Sonntag 11 Uhr: K a m m c r m u s i k, halb 2 Uhr: Goldenes Prag, halb acht Uhr: Figaros Hochzeit, A 1.— Wochenspielplan der Kleine» Bühne. Sonntag 3 Uhr: T o w a r i s ch, 8 Uhr: Gastspiel Kramer: Femina.— Montag 8 Uhr: To wart sch. Volkstümliche Vorstellung.— Dienstag 8 Uhr: Gastspiel Leopold Kramer, Femina.— Mittwoch 8 Uhr: Gastspiel Lcop. Kramer: Femina.— Donnerstag 8 Uhr: Gastspiel Leop. Kramer: Femina.— Freitag ball' 8 Uhr: Katz im Sack, Kulturverbandsfreunde und freier Verkauf.—Samstag halb 8 Uhr: Papa, Gastspiel Leop. Kramer. — Sonntag 8 Uhr: Stur in i in W a s s e rglaS, 8 Uhr: Gastspiel Leop. Kramer: Papa.— Filme in Prager LiditspielhHusem von Freitag bis einschließlich Donnerstag Adria:„Abenteuer im Schlafwagen"(E.).— Alsa:.„Katharina dieGroße." iE.).— Avion:„Die Bettlerin von Notre Dance".(Fr.)— Beräuek:„Die Welt will betrogen werden."(Fr.) Ftiiix:„Das Lied der Schwarzen Berge".— Gaumont:„Ter Hiittenbelibcr."(Fr.)— Hollywood: „Der Hüttenbcsitzer."(Fr.)— Hvkzda:„Sterne von Hollywood."(A.)— Kinema: Journale, Groteske, Reportage,(halb 2 bis halb 8 Uhr.)— Kotva: „Wolga in Flancmen."(Fr.)— Lneerna:„Wolga in Flammen."(Fr.)—Llynipie:„ES war einmal«i n C l> a p l i n."(A.)— Praha:„Diagnose T."(Tsch.)— Radio:„Die Welt will betrogen wer den."(Fr.)— Skaut:„Diagnose X."(Tsch.)— Alma:„Die siebente Großmacht."(Tsch.)— Be- srda:„Ihr Arzt."(Tsch.)— Carlton:„Jindra, Gräfin Ostrowina."(Tsch.)— Lido:„DaS Phan- Mitteilungen der„Urania" Wochrnprogramm vom 18. Feber, bis einschließlich 21. Feber 1934- Hcute halb 11 Uhr:„WeidmanuSjahr". Tier- leben im Walde. Kulturfilm. Sonntag 11 Uhr:»^lugendkouzert". Franz Schubert. Milwirkende: Frl. Kratky, Fra« Hammer- schmidt, Herr Riedl und Berg. Montag» Uhr: Konzert der Wiener Sängerknaben. Für die Jugend. Montan 8 Uhr:„Wiener Sängerknaben". Da slien und Bastienne. Geistliche nnd weltliche Chöre. TienStag 8 Uhr:„Impressionismus IV." Dr. Max D e r i. TienStag 8 Uhr: Konzert Tr. Herm. Ehm, Franz Langer. BrahmS, Schumann, Jirak, Kkikka, Liszt, Wolf. Mittwoch 3 Uhr: Jngendkin«. Mittwoch halb 8 Uhr: Aufführung deS Opern stiidios. Dvorak, Donizctti, Verdi. TonnerStag 8 Uhr: Violinkonzert S. Feirer mann. Am Flügel: Dr. Teller. Freitag 8 Uhr:„Expressionismus: van Gogh und Hodler." Tr. Max D e r i. SamStag 3 Uhr: Mit der Kamera über der Erde und unter dem Wasser. Kulturfilm. Mafaryk-Bolkshochschule Heute 10 Uhr: HandrlSkurS. Schulleiterin F. Schenk. Montag halb 7 Uhr:„Einführung in die Weltliteratur". I. Slawische Literatur. Dr. Anton Mönch a. Uranla-KIno „Strafsache van Geldern". Lucie Höflich, Paul Richter, Falkenstein. Spannung und Unterhaltung. Vorstellungen täglich shü,(4 0 Uhr. Sonntags 2, 4, 6, Vx 9 Uhr. Beachten Sie unsere billigen Preise. Karlen 2 bis 6, Logen 8 Xö. Wochrnspirlplan des Reuen Deutschen Theaters. Sonntag 11 Uhr vorm.: Kammermusik, halb 3 Uhr: Die verkaufteBraut, volkstümliche Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins HauL oder bei Bezug durch die Post monatlich Xö 16.—, vierteljährig Xü 48.—, halbjährig Xä 96.—, ganzjährig Xe 192., billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung.der Retourmarken.—Di« ZeitungSfrankatur wurde MteÜüm mit Erlaß Rr. 13.S00/VH/1980 bewilligt.-- Druckerei: ,^L>rbiS", Druck-, Verlags- und Zeitunss-A.<-G., Prag. — Inserate werden laut Tarif von der Post- und Telegraphen-