14. Jahrgang Samstag, 24. Feber 1934 Nr. 46 Einzelpreis 70 Helfer (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion uno Verwaltung präg xii„ fochova u. Telefon 53077. Administration Telefon 53074. HERAUSGEBERt SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, PRAG. Herausforderung Habichts Ultimatum Die Bilanz der Henker N 0 in, 23. Feber.„Mcssagcro" veröffent- folgende Erklärnng, dir der römische Nund- in italienischer, deutscher und englischer .Streifte aus Oorganisa- 800 und beim Landes- Sämtliche Zellen sind wegen Mordes, obzwar auch dieser Vorfall, die Erschießung eines Offiziers durch Schutzbündler, im Zusammenhang mit den blutigen Zusammenstößen in Linz am 12. Feber steht. städtischen Magazinen rin- Konzentra- die irrsinnige und verbrecherische Hrrausfordrrnng anfregeu zu lassen. Die Auslassung der italienischen Regierung über die österreichische Frage ist bekannt. (5e ist ein gerader Gedanke, der sich in einer sestrn nnd entschiedenen Haltung ansdrnckt. Dieser gestattet nns, alle Möglichkeiten durch-| aus ruhigen Geistes zn betrachten. Ja Berlin muß man aber endlich verstehen, daß agents Provokateurs von der Art Habichts kein geeignetes Instrument sind. Solange sich Hitler nicht entscheiden wird, Mabicht den M a u l- korb nmzuhängen, wird es unmöglich sei«, Oesterreich jenen srirdlichcn Anständen znzn- söhrcn, die die wesentliche Bedingung der Ruhe in ganz Europa sind. Tie gesamte italienische Presse verurteilt in scharfem Tone das Ultimatum Habichts an die österreichische Regierung. Die Blätter bezeichnen ein derartiges Borgrhen als unzulässig: es über» schreite alle Grenzen der internationalen(Hx» vflogcnheitrn. Auch das Blatt des Vatikan, der „Observator« Roman ö", verurteilt das Vorgehen Habichts. W i r n» 23. Feber. Die Gleichschaltung Lest erreich» geht, den Forderungen der Heim- wehren rntsvrrchend, nnaufhaltsam weiter. Toll- kuh belbst führte in den letzte» Tagen die Verhandlungen, in denen hohe Funktionäre feiner Partei in de» Ländern, die der Hrimwehr nicht passen, znm Rücktritt genötigt wurden. Niederösterreich nnd das Burgenland haben Aenderun- gen in der Landesregierung durchgeführt. Auch in Tirol, Oberöstrrreich, Salzburg und Steiermark stehen die verabredeten Umbesetzungen unmittelbar vor der Durchführung. Heute hat Dollfuß mit den verschiedenen Gruppen des Landes N ii 11111 n Besprechungen abgrführt, als deren Ergebnis die Wahl des Generals H ü l g e r t s zum Landeshauptmann in Aussicht genommen worden ist. Wie der„Telegraf" meldet, wurden bezüglich des beschlagnahmten Vermögens der sozialdemokratischen Gewerkschaften und ihrer sonstigen Organisationen Borschläge auSgearbei- tet, die niit der bevorstehenden Neuorganisation der christlichen Gewerksckiaftrn zusammenhängen. Rach diesen Vorschlägen soll daS Vermögen der früheren bozialdemokratischrn Organisationen den neuen, von den christlichen Gewerkschaften aufzubauenden Bernfsverbänden, die bereits alS Grundlage für den ständischen Aufbau der Ge- scllschast anzusehen sind, übergeben werden. Wie verlautet, werden Anfang März vor dem Wiener Schwurgericht die ersten Prozesse gegen die sozialdemokratischen Mandatare nnd Führer wegen„Aufruhr S" beginnen. Wien eigen derer nung P 0 l i z i st c n einkogiert werden, die keine Woh nung haben. Auch Polizeiwachstuben und anderer Institutionen der staatlichen Exekutive in werden diesen Häusern nntergebracht werden. Der Jnstizininister Dr. Schuschnigg, ein Heimwehrmann, hat heute in einem Prrsseinter- virw eine Urbersicht über die Verhandlungen vor den Standgerichten gegeben. Bor die Standgc» richlssrnate in Wien, Graz, Leoben, St. Pölten, Stehr nnd Linz wurden insgesamt tvegen Aufruhrs 128 Personen gestellt. Hievon wurden 20 Personen zum Tode verurteilt und die Todesstrafe an acht Personen vollstreckt. Bei den übrigen wurde die Todesstrafe„in« Gnadenwege" in Freiheitsstrafen von zehn bis zn lebenslänglichen» Kerker umgewandelt. : 23 weitere Personen wurden zn Freiheitsstrafen zwischen fünf und 20 Jahren schweren Kerkers verurteilt, fünf Personen wurden freigesprochen und dir übrigen 80 an die ordentlichen Gerichte überstellt. Die letzte Hinrichtung ins Linz erfolgte auf Grund deS seit November bestehenden Standrechts Die Aufteilung der Arbeits plätze und Wohnungen Bon Seiten der Regierung werden auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Hcimwehr- garde, die sich bei den wirtlichen Kämpfen hübsch Iveit von» Schuß gehalten hat, anstelle der sozialdemokratischen Arbeiter in der Industrie unter- zubringen. Die Jndustrieverbände sind natürlich bereit, die Gelben einzustellen. Die großen-Jndustrieverbände haben, wie offiziell mitgeteilt wird, schoi» während des Generalstreiks Anweisungen gegeben, daß nach Möglichkeit Er- satzarbeiter aus den vaterländischen nnd Heim« wchr-Verbänden hera.igezogcn lverden sollen. licht sunt Sprache vrrlautbnrte: Mit einer unerhörtrnDrohung durch den Münchener Rnndsnnk hat Herr Habicht der österreichischen Bnndcsregirrnng ein Friedensangebot mitgeteilt, daö wahrhaft rin Ultimatum ist, von einer Kühnheit, die alle Kennzeichen der Gewiffenlosigkeit aufweist. Der Landrsinspektor für Oesterreich hat rv gewagt, Dollfnh bekanntzugeben, er i habe sich den Forderungen des Nationalsozialismus zu beugen, indem er eine Bertretnng dieser Bewegung in das Kabinett ausnimmt. Der Fall des Versuches einer t e r r 0 r i-1 st i s ch e n D r 0 h n n g mit Hilfe des Radio, ansgeübt gegen die illegierung eines freien Staates vonseiten einer Person, die als Dolmetsch der Anschauungen rier anderen Regie- rnng gualifiziert ist, ist vollkommen neuindenAnnalenderDiploma- tie. Esklärlich ist daher die allgrmeiue Verblüffung und der Unwille, mit dem das Ultimatum Habichts ausgenommen wurde. Italien hak keinen Grund, sich durch Ueberfüllte Gefängnisse Die Zahl der politische» Häftlinge, die in die beide» Landesgrrichten in Wie» ringrliefert wurden, erreichte heute 1400. Davon befinden sich beim LandeSgericht l. gericht H 600 Personen. überfüllt. I» den ehemaligen in Wiener Neustadt wird tionSlager für die ehemaligen fozialdemo kratifchen Führer und Mandatare errichtet. Internationale soiialillWe Delegation nadi(Dien Im Einvernehmen mit der Sozialistischen Arbcitcrinternationale begibt sich in den nächsten Tagen eine internationale soziakistisckieDekcgation nach Wien, die»mter der Führung deS französischen Delegierten Jan L 0 n g u e t, Vizcvorsihen- den des Außenausschusses der Kammer sieben wird. In seiner Begleitung befinden sich daS Mitglied des cnglisckicn Unterhauses D a l t 0 n und ans Belgien entweder Senator De Bro u- auöre oder Hendrik de Man. Longuet hatte vor seiner Abreise eine Unterredung mit dem französischen Außenminister Barthon und! fährt mit Z u st i m in ung der sran 3 v-1 s i s ch e 11 Regierung. Die Habsburgerfrage Im Zuge der Fertigstellung der neuen Verfassung soll u. a. auch die Frage derWiedcr- z u l a s s u n g des AdclStitels, sowie die Frage der Aufhebung der Landesverweisung der Habsburger einer Regelung zugeführt lverden. Wahrscheinlich lvird die Landesverweisung aufgehoben und den Habsburger» auch ein Teil ihres Vermögens lvieder g u r ii ck g e g e b e n lverden. In Mürzzuschlag wurde das Denlmal Kaiser Josef l., daS seinerzeit abgetragen worden lvar, wieder anö der Rumpelkammer hervorgcholt und an seinen früheren Standort ausgestellt. der Stadt „irtKücr-lcNui!" wird In Brunn erscheinen! Der Raub der Arbeiterkreuzer Im März die ersten„Aufruhr'-Prozesse Amtliche italienische Radlo>Erklärung zu Soweit nun Arbeitskräfte nach der Wiederaufnahme der Arbeit nicht in die Betriebe zurückgekehrt sind(weil sie in Haft sind!) oder die radikalen Elemente der Arbeiterschaft entlassen lourden, sind schon bisher diese den Heimwchr- und vaterländischen tionen neu eingestellt lvorden. In den Gemeindeneubauien lverden nach der Delogierung der Angehö- dcs Republikanischen Schutzbundes und an- sozialdeinolratischer Führer auf Anord- dcs BnndeStommissärS der Stadt Wien Die österreichische Sozialdemokratie lvird die „Arbeiterzeitung" in Brünn als Wochenblatt herauügeben. Das Blatt wird in den nächsten Tagen erscheinen. „Irrsinnige und verbrecherische iS Leopold lll. leistet den Eldaul die Verfassung Brüssel, 28. Feber. Für heute und morgen Hal der Ministerrat die Landestrauer außer Kraft gesetzt, um deu Regierungsantritt deS neuen Königs gebührend feiern zu können, der als L c 0- pold HI. den Thron besteigt. Der neue König legte heute iu Brüssel vor dem vereinigten Parlament den vorgeschricbencn Eid ans die Verfassung ab. Die Straßen der Hauptstadt lvaren von riesigen Menschenmasscn erfüllt: der SichcrheitS- und Ordnungsdienst in den Straßen war ziemlich verstärkt, und zwar mit Rücksicht aus die Gerüchte, daß die Kommunisten eine Demonstration gegen den König planen. Durch ein Spalier von Truppen zog der neue König hoch zu Roß iu Begleitung seines Bruders und von Offizieren seines Generalstabcs in Brüssel ein. Vor dem versammelten Parlament leistete er den vorgeschriebenen Eid ans die Verfassung in französischer und flämischer Sprache. Auch die Thronrede wurde in beiden Sprachen verlesen. Darin wird u. a. gesagt, daß die verfassungsmäßigen Einrichtungen genügend loeit und schmiegsam seien, um sich auf durchaus legalem Wege den verschiedenen Notwendigkeiten der Gegenwart anpassen zu können. Mussolinis Katholischer Block ES ist den ailsmcrksamcn Beobachtern der blutigen österreichischen Ereignisse nicht entga». gen, daß der Angriff der Dollfuß, Feh und Starhemberg aus die um den äußersten Resl republikanischer Freiheit kämpfende österrci- chische Arbeiterschaft unmittelbar den Verhandlungen folgte, die in Wien mit Mussolinis Abgesandtem. dem Staatssekretär S u v i ch. geführt worden waren, lind nirgends in der Weit wird man es als zuiällig emvfinden. daß der ungarische Rcichsverweser H 0 r t h h Herrn Feh für sein Blutbad mit einem Orden dekorierte und daß jetzt eine Zusammenkunft der österreichischen und ungarischen Regierungschefs mit dem Duce in Rom angekündigt lvird. Was in Wien und in Linz, in Stehr und in Würgt geschah, war nicht nur das mörderische Werk eines österreichischen Fascisnms, der das Land !zwischen Alpen und Donau versklaven will.- i es war da» W e r k ei n e s v u r 0 p ü i s ch e n Fasei Sinus, der in Rom seinen llrsprung und sein Zentrum hat. Erst diese Erkenntnis läßt den Freiheils kamps der österreichischen Sozialdemokraten in seiner wahren Bedeutung erscheinen. Die tode» 'mutigen Schutzbündler haben ihren Heldenlampi mit einem mächtigeren und gejährlicheren Feind geführt, als c§ die national-österreichische Real > tion ist; sie haben sich gegen einen imperiaii stischen Angriff zur Wehr gesetzt, der nicht nur lihrc Freiheit und ihr Leben vernichten wollte, sondern über ihre Leichen hinweg an die fter ' storung deS europäischen Friedens und der euro päischen Kultur gehen will. Noch vor vier Jahren war die italienische I Fascistcnprcssc voll von Berichten und Betrach : jungen über einen nnheimlich großzügigen Plan ! Mussolinis, den die Welt damals alc größen wahnsinnig verlachte: den Plan eines „katholischen Block s", der die römischchristlichen Länder Mitteleuropas unter dem 1 Szepter der römisch.sascistischen Herrschaft ver einigen sollte. Dieser katholische Block, den Mussolini nach seinem Pakt mit dem Papst zu ent 1 werfen begann, sollte neben Oesterreich und llii- garn auch Kroatien und die Slowakei und dazu 1 noch Polen und Bauern ui«fassen. Seit damals i ist es in Italien still um diesen Plan geworden. — aber cs scheint heute, als hätte Mussolini : seit vier Jahren die alte Parole Gambeltas be c folgt:„Niemals davon reden, immer daran den > ken!" Es scheint heute, als sei das österreichische Gemetzel nur eine Etappe in der Verwirklichung ; des„Katholischen Blocks" getvesen. Was l 930 noch als phantastischer Größen- ' wählt erschien, erscheint heute schon als e r n st ' haste Z u k n n f t s g e f a h r. Damals war 1 Ungarn noch eine einsame reaktionäre Insel im , Donaubecken. Oesterreich war eine demokratische , Nepnblik, mit Italien wegen der Unterdrückung Südtirols auf den Tod verfeindet nnd mit Hoss- nungen aus den Anschluß an die große deutsche Republik erfüllt. Bayern lag zwar zuweilen mit der Berliner Regierung im Kampfe,— aber der Traum, es von Deutschland loszurcißen, in dem cü so viel Sonderrechte besaß, schien völlig unerfüllbar. Und Polen galt als der treueste Bundesgenosse Frankreichs, das mit Italien im heftigsten Streite lag. Im übrigen verwies man auf den Völkerbund, der durch sein bloßes Vorhandensein den Plan Mussolinis zu widerlegen schien. Und heute? Seit der braune Terror in Deutschland die Macht erlangt hat, sind aus den Unmöglichkeiten von damals cbensovicle Möglichkeiten geworden. Oesterreich ist zu einer Beute geworden, die Mussolini schon sicher zu haben glaubt. DaS„sascistische Dreieck" Rom- Wien-Budapcst ist damit kein Traum mehr. Po- lcnS Freundschaft mit Frankreich ist abgekühlt, — und wenn es mit Hitlerdeutschland seinen Frieden gemacht hat, warum sollte cs ihn nicht Veiler Samstag. 24. Feber 1934 «r. 4« Außen« ferner I I lind Kompcnsa- kann. (2) Darüber, ob es sich mit eine uugerecht« fertigie Erhöhung der Preise(Tarife) bandelt, ent- I scheidet die Behörde nach freier Erlvägnng aller Umstände mit Rücksichtnahme ans die bisher üblichen angemessenen Preise(Tarife). 4 8. Die Uebertretnng dieser Verordnung wird von den Bezirksbehörden— wenn es sich um einen Tatbestand handelt, die gerichtlich bestraft tvird— nach dem§ 4 des Gesetzes?Jr. 05/1938 S. d. G5. il P. mit einer Geldstrafe bis zu 50.090 KL, im Aichi- einbringnngLfalle. mit Gefängnis in der Tlotvalei und Karparborußland mit Abschließiiny dauernd längstens 6 Monate Gefängnis(Abschließung) bis zu l> Monaten, weiter durch Verfall der Dinge, mts welche sich die Straftat besieht sowie mit Verlust der Gewerbeberechtigung. Diese Strafen können auch gleichzeitig auferlegt werden, e.4 darf jedoch die Freiheitsstrafe zusammen mit der Ersatzstrafe für die uneinbringliche Geldstrafe nicht mehr als sechs Monate betragen/ 8 4. Diese Verordnnng tritt am Tage der Kundmachung in Kraft, sie wird vom Minister des Innern durchgesnhrt. trüge. Mit jährlich 2t) Millionen Staatösuivcn- tion könnte man in zwei bis drei Jahren 24'OVO Wohnungen bauen. Als ausgesprochene Gegner jeglichen Mieterschutzes erwiesen sich H a v l i n(Rat.-Dem.) und Dr. H a v e l k a, der Hausherrenvertreter im Klub der tschechischen Agrarier. Letzterer behauptete, daß auch in Prag der Mieterschutz bereits überflüssig(!) sei. Er rechnete großzügig auS, daß zum Zlvecke der Reparatur der Häuser binnen kurzem 8.5 bis 5.5 Milliarden Kö ausgrwendet und die Wirtschastöankurbelung dadurch sehr unterstütz werde» könnte. Der Pferdefuß steckt allerdings darin, daß Havelka alles Ernstes behauptete, diese Kosten ntüßten eben vondenMieternanfgebracht werden! Die Borlage wurde schließlich in beiden Lesungen angenommen. Zum Zwecke der Verabschiedung der vom Parlament abgcänderten Vorlage über den landwirtschaftlichen Exekutionsschuh tvurde noch für morgen um v Uhr eine Sitzung anberaumt. Die Ausschüsse haben sich am Nachmittag bereits niit der Aenderung einverstanden erklärt, so daß keine Uebcrraschnngen mehr zu erwarten sind, zumal der Urheber der»unmebr wieder rückgängig gemachten Streichung im Pa- ragrafe 3, der SenatSvizcpräsidenl D o n a t, sich grollend für diese Zest von den Sitzungen hat beurlauben lassen. Prag, 28. Februar. Der Senat erledigte bcuteohne jeden Zwischenfall zunächst die Novelle zum Wehrgeseh und dann die W o h- u u n g S v o r I a g e in beiden Lesungen unverändert in der Fassung des Parlaments. Als Referent zur Wohnnngövorlage trat der tschechische Genosse I o h a n i s dafür ein, daß man jetzt billige Wohnungen baue, damit dfe Arbeiter und Angestellten tatsächlich Wohnungen zu angemessenen Preisen erhalten; sie dürfen nicht teuerer I als 2500 KO sein. Die Referentin P l a m i n- i t o v ä forderten, a. die Anlegung entsprechender i Statistiken, die als Grundlage für die weitere Regelung der Wohnungsfrage dienen sollen. In der Debatte übte der tschechische Genoss« Modräkek Kritik an den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über die Wohnungsfrage; er habe dabei vor allem eine gewisse Gründlichkeit vcrnrißt. Er herrsche ein relativer Ueberschuß auch an kleinen Wohnungen; doch seien diese viel z u t e u e r. Zu bedauern sei, daß der Entlonrf eine? definitiven WohnungSgesctzeS aus dem Jahre 1880, der an billige Wohnungen für arme Leute dachte, von gewissen Parteien schon in den Vorverhandltmgcn abgewürgt worden sei. Gerade jetzt sollte man billige Wohnungen Herstellen. Mit 300 Millionen liehen sich etwa 12.000 einfache Wohnungen erbauen,deren Amor- ttsterung gesichert wäre, wenn der Staat etwg bei- Ferner Hai der Minijterrat eine Regierungsverordnung über außerordentliche Maßnahmen aus dem Gebiete des Zollwcsens zur Unterstützung der tschechoslowakischen Warenausfuhr, besonders auf dem Gebiete der KompcnsaiionSregelnng. genehmigt. Die Negierung wird darin in der.Hauptsache zu Zollhcrabsetzungen ermächtigt, falls dadurch der Abschluß von Export« tionögeschäfien ermöglicht werden vr. Beneä referiert Im Minisierrat erstattete ntinister Dr. Beneö einen eingehenden Bericht über die Verhandlungen, die Milte dieses Monats in London bei den Beratungen des Präsidiums der internationalen Abrüstungskonferenz geführt worden sind sowie scher den Stand der AbrnstungS- Regierungsverordnung gegen die Teuerung Prag, 23. Feber. Wie offiziell gemeldet tvird, hat dec heutige Ministerrat u. a. auch Maßnahmen gegen unbegründete Verteuerung getroffen. Die betreffende Notverordnung hat folgenden Wortlaut: Die Negierung der Tschechoslowakischen Republik ordnet gemäß Paragraph 1 des Gesetzes vom 9. Juni 1938, Z. 95 2. d. G. u. B., über die außerordentliche VerordnungSgewall, verlängert durch Gesetz vom 15. November 1983, Z. 206 S. d. G. n. B.: § 1.(1) Die politischen Behörden sind verpflichtet. dafür zu sorgen, dastMe Mittel der Lebensbedürfnisse nicht grundlos verteuert werden. (2). Unter Mitteln der Lebensbedürfnisse versteht man bewegliche Sachen. Ivelche direkt oder indirekt zur Ernähnmg der Menschen oder Haustiere, zur Bekleidung. Beheizung, Beleuchtung oder Wohnung dienen. 8 2.(1). Wegen Verwaltungsübertretung tvird bettrast: 1. Wer für die Lebensbedürfnisse einen ungerechtfertigt erhöhten Preis verlangt oder sich oder einem anderen gewährt. 2. Wer beim Einkauf von BerbrauchSartikeln, die er verkaufen tvill, den Preis, der vom Verkäufer verlangt wird, überzahlt, oder wenn nicht ein bestimmter Preis verlangt wird, den bisher üblichen Marktpreis. 8. Wer mit anderen vereinbart, daß die Preise (Tarife) der Lebensbedürfnisse grundlos erhöht werden. 4. Wer LebenSbedürsnisie znsannnenkanst, Vorräte anhänft, die Erzeugung oder den Handel mit ihnen«instellt oder einschränkt, damit die Preise grundlos erhöht werden. 5. Wer Kettengeschäfte mit Lebensbedürfnissen betreibt oder sich in andere Händel einläht, welche geeignet sind, ungerechtfertigter Weise die Preise zu erhöhen. eines Tages noch lieber mit Mussolini machen, I von dem cS im Gegensatz zu.Hitler keinen Angriff auf seine Grenzen zn befürchten hat? Don Ungarn nach Polen führt die Brücke über dir Slowakei,— und es ist gewiß kein Zufall, daß der ungarische Schrei nach der Wiedercrobcrung dieses Landes lauter wird und daß der Lord- Protektor des europäischen Fascismus, daß Viscount R o t h c r ui e r c die Spalten seiner „Daily Mail" dem slowakischen Irredentistenführer I e h l i c s k a so freigebig zur Verfiigung stellt. Und waö den Völkerbund betrifft, so ist er durch Hitler und Dtussolini und durch seine eigene Passivität in eine Lage geraten, die manchem sein Vorhandensein nur noch als bloße Formalität ersliscinen läßt. Die nngehenre Gefahr, in die Europa seit einem Jahre geraten ist. wird gekennzeichnet durch daö Zusammen- und Gegencinanderspiel der beiden fascistisck)en Großmächte Italien und Deutschland. ES ist eine grauenhafte Groteske: der Duce Mussolini, der in Hitler seinen dilettantischen. aber erfolgreichen Nachahmer sieht, wird zum Rivalen des Führers, der in Mussolini seinen Schrittmacher und Verbündeten sah. Der katholische Fascist Mussolini fordert von dcni katholischen Fascisten Hitler den Verzicht ans Oesterreich zugunsten des Katholischen Blocks, dem er, wenn erst Oesterreich erobert ist, auch Bauern wird cinverlciben wollen. Die Ex- pansion, die Hitler im Namen des Germanentums vernicht, betreib! Mussolini im Namen der römischen Kirche, die ihm infolge ihrer festen internationalen Organisation die besseren Chancen bietet. E i n K a in P s u m E u r o p a b e- reitet sich vor, von dem heute niemand weiß, ob er mit diplomatischen oder mit militärischen Nassen auSgetragen werden wird, von den; aber jeder sieht, daß er von den reaktio- närchen Mächten geführt wird— und gerade von denen, die angeblich die erbittertsten Feinde aller internationalen und pancurotmischen„Vcr-! schwonmgen" sind. Die europäischen Staatsmänner, die angesichts dieser Gefahr keine andere Weisheit kennen al§ die Nichteinmischniig und die dem Ver- blnten der österreichischen Freiheitskämpfer gleichgültig zugeschaut haben, sollten endlich er- kennen, woruni cs geht. Wenn der FaseiSmus vom Mittelmcer bis zur Nordsee, von den Alpen bis zur Weichsel reicht und sich anschickt, Kroatien und die Slowakei auS der Kleinen Entente her. auSzusprengen. dann ist das Gefüge Europas und der Friede dieses Erdteils erschüttert. Wir Sozialisten aber wissen, daß durch einen solchen Vormarsch der Gegenrevolution auch daö Recht und die Freiheit der Arbeiterschaft— vor allem in unserem Land— aufS äußerste bedroht wären.— bedroht vom schwarzen und vom braunen FascisnmS und von jenen Christen, die sich in den letzten Tagen so herrlich offenbart haben, als wären nicht die Märtyrer, sondern HerodeS und Nero ihnen heilig. frage überhaupt und.ferner über die Verhandlungen und Beratungen, die mit den Repräsentanten der französischen Regierung in Paris über ckltuelle außenpolitische Fragen stattfinden. An diesen Bericht schloß der Außenminister ein allgemeines Referat über die gegenwärtige außenpolitische Lage sowie über alle wichtigen internationalen Ereignisse der letzten Zeit an. Dr. EngliS Gouverneur der Nationalbank Prag, 23. Feber. Der seit längerer Zeit angekündigte Wechsel in der Leitung der Nationalbank, der nicht zuletzt mit den kürzlich beschlossenen Währungsmaßnahmen zusammenhängt, ist heute amtlich vollzogen worden. Auf Vorschlag deS heutigen Ministerrates nahm der Präsident der Republik die Demission drv bisherigen Gouverneurs' der Rationalbank Dr. P o s p i«i l an und ernannte den seinerzeitigen Finanzmini- strr Universitätsprofessor Dr. Karl E n g k i 6 zu seinem Nachfolger. Dr. Engli» hat bereits heute den vorgeschricbenen Eid in die Hände deS Präsidenten abgelegt. Der Ministerrat hat beschlossen, dem abtretenden Gouverneur Dr. PospiSil für seine erfolgreiche Tätigkeit warmen Dank und volle Anerkennung auSzusprechen. Gleichzeitig wurde der Antrag gebilligt. Dr. Pospisil beim Ministerium für auSIvärtige Angelegenheiten zum Berater und Experten in Finanz- und Wirtschafsfragen zu ernennen, besonders mit Verwendung bei in« ternationalen Finanz« und Wirtschassorganisa- lionen wie auch in Spczialfällcn. Ivobei er den AmtStitel„außerordentlicher 0t c- sandter und bevollmächtigter Minister" führen wird. Die Staatsangestellten bei Malypetr Prag, 23. Feber. Gestern stellten sich Vertreter der im Zwölferausschutz zusammengeschlos- senen Staatsaugestcllten-Organisationen beim Ministerpräsidenten Malypetr ein, um mit ih>n die Forderungen der StaatSangestclltcu und die Möglichkeit einer weiteren Mitarbeit deü Ztvälfer- Ausschusses zu besprechen. Der Ministerpräsident erlannte die praktischen Ergcbnisie der bisherigen Arbeit dieser Organisationen an und sprach sich für eine enge Zusammenarbeit mit ihnen mich in der Zukunft aus. Auf die direkte Anfrage des Vorsitzenden des Zlvölferausschusies hinsichtlich der Richtigkeit einiger Blättermeldungcn. wonach Vorlagen betreffend die Novellierung des Gehaltsgesrtzes und deS PensionsgeseheS sowie weitere Maßnahmen in Vorbereitung seien, erklärte Ministerpräsident Malypetr, daß diese Gerüchte der Wahrheit überbau Pt nicht entsprechen und gab seine Zustimmung dazu, daß diese Tatsache öffentlich konstatiert werde. Zum Schluß erläuterte der Ministerpräsident die Wirkung des Wirt- schastsplanes der Regierung auf die Verhältnisse der öffentlichen Angestellten und erklärte, daß die Regierung entschlossen sei, mit allen Mttteln die Versuche und Bestrebungen nach unbegründeter Verteuerung zn vereitel». Gegen die MaffagrsnlonS. Der gestrige Mi nisrerrat hat den Entwurf einer Regierungsverordnung genehmigt, durch die für das Bkasicur- und Körperpflege-Gewerbe der KonzesiioSzwang cingeführt wird. 32 I. m.* Jms: VkrsfMunginc Heute (in Komon in vier Cpieodtn Atrtortetarte Uebenetsun« au« dem Ho!Ian(fachen vnn E R Fuchs. „Fch möchte sehr gerne wissen", sagte Peter bedächtig,„wieviel du von all dem wirklich fühlst rmd wieviel Aufregung und Wein auS dir spricht." „Ich empfinde alles wirklich", antwortete der andere mürrisch.„Aufregmrg und Wein bewirken vielleicht nur. daß ich mich geläufiger ausdrücke. und zwar nur dir gegenWer... Aber ich glaube allcö." „Und Ivarum machst du dann diesem Scheinleben kein Ende?" Verblüfft sah ihn der Prinz an. „Ein Ende?" fragte er.„Meinst du... Selbstmord?" „Aber neinl", sagt« Peter lächelnd.„Dar ist gut für ausgepumpte Schwächlinge... Aber du könntest ja jetzt tun, was wir vor zwölf Kch- ren nicht zustandebrachten... Du könntest dich mit einem starken Ruck losreißen. Sag, daß du'» nicht länger mitmachst... Verzichte auf dein Thronfolgerecht, studiere an der Technik, heirat« ein Mädchen, daö du wirklich gern hast, werde ein gewöhnlicher Mensch unter gewöhnlichen Menschen..." Betroffen starrte ihn der Prinz an. Lange Vfab es still im Zimmer. Dann schüttelt« er langsam den Kopf und sagte in völlig verändertem, mutlosen Ton: „Rein, Peter, das ist unmöglich... Ich habe wohl darüber nachgedacht, wirllich, und versucht, mich in der winkenden Freiheit glücklich zu fühlen... Mer das kann ich nicht...ich lmm es Nicht, da» weiß ich bestimmt. Da» alle», worüber ich dir gesprochen habe und gegen das ich zeitweilig so tiefen Haß fühle, daß es mich in meiner Kehle würgt, das hat mich doch von der Wiege an becinsiutzt und mich zu dem gemacht, der ich bin... Und Ivenn ich mich ganz tics hineindenke, Peter, dann ergreift mich Angst... Ich weiß, daß ich eS doch nie würde misten können... Ich würde ein gewöhnliches Leben ohne all diesen Pomp doch nicht ertragen können... DaS weiß ich, Peter, selbst wenn du nach all dem, wovon ich dir gesprochen, es vielleicht nicht begreifen kannst oder glauben willst... Du hältst mich für einen Zierbengel, einen Schivächling. einen Lügner... Und dennoch, e» ist so... ich könnte eS nicht ertragen... Ich habe Angst vor der Freiheit, die ich gleichzeitig so sehr ersehne. Ich habe zu lange im Käsig gesesten, denke ich... All diese Dinge haben mich krank gemacht... und diese Krankheit ist cS, die mich festhält... Ich bleibe, was ich bin, und ich werde König werden und ein herauSgeputzter Abgott sein mein Leben lang." „Und unglücklich sein dein Leben lang." „Glück ist ünS. die wir von Gottes Gnaden verdammt sind, nicht beschieden, Peter." Plötzlich lachte er mit durchdringender Stimme:\ „Trink!" rief er.„Wenn du glücklich sein willst, wenn du mst Gewalt glücklich sein willst, Peter Zanzi, dann trinke!... Trink, bis ein Brummkreisel in deinem Kopf zu musizieren beginnt, bi» der Sternenhimmel vor deinen Augen tanzt, bi» alle» kriechende Getier dein menschlicher Freund wird und rille Frauen keusche Mädchen, die für dich allein ihren Schoß öffnen... Trink, bis alle Schätze der Welt dir gehören, bi» du mit deinen Händen den Himmel greifen kgnnst und der Teufel dein dienernder Lakei wird. Trink, bi» alle deine Gedanken wonnig werden, formlo», doch himmlisch, bi» dir Flügel wachsen und du hoch Mer der Welt stiegst und alles für dich allein besteht... Und wenn du dann unter den Tisch! fällst und bewußtlos liegen bleibst wie ein Klotz... dann bist du glücklich..." „Und wenn man dann munter wird?" fragte Peter. „Trink doch, mein Junge!" lachte schallend der Prinz.„Solange du»och solche Fragen stcUst, verjagst du hoffnungslos dein Glück! Trink, Peter, mein Freund... ich Ivill dich glücklich sehen. Du Verdienst es!" Und leise lächelnd über diese irrsinnige. Erregung trank Peter. Dann plauderten sie unter Scherzen, mft erhitzten Gesichtern, über ihre Menteuer an jenem Nachmittag vor zwölf Jahren, erinnerten sich an Einzelheiten, wieherten förmlich in hohen, langgezogenen Schreien, tranken wieder, rauchten, schienen alle ihre schwerwiegenden HerzrnS- ergüste zu vergesten und waren für kurze Zeit wieder die auSgelastcnen Knaben, durch Felder und Wald streichend, dem wunderlichen Aben» teuer nach. Da öffnete sich plötzlich eine Tür, di« in ein anderes Zimmer führte, und in dem hell erleuchteten Rechteck stand scharf umriffen die schlanke Gestalt einer jungen Frau. DaS sprühende Blondhaar um ihren Awpf glich lebendigem Gold, durchsichtig und leuchtend. Sie lächelte, erhob die nackten Arme und näherte sich in tänzelndem Schritt dem kleinen Tisch, an dem die beiden Männer verstummt waren und verwundert auf sie starrten, plötzlich entriffen der glorreichm Sphäre ihrer Erinnermrgen, die, infolge de» WeingenuffeL in kräftigeren Farben leuchtend, sie entzückt hatten, „Lydia!" rief der Prinz leise lachend.„Bei Gott, das kleine Luder hat wieder einmal von ihrem freien Geleite Gebrauch gemacht!" V. Mit halb benebelten Augen fach Peter Zanzi auf das leichtfüßig herantänzelnde Mädchen. Der Prinz ging ihm entgegen und nahm es bei der Hand. Er stand nicht mehr ganz sicher aus keinen Beinen, lachte kichernd und verbeugte sich übertrieben ehrerbietig, als er ihre Hand küßte. Ihre steine, tveiße Hand strich msi kindlicher Gebärde eine Locke auf ihrer Stirn; sie lachte den Prinzen an und betrachtete an ihm vorbei den Besucher, der gerade außerhalb des Lichtkegel» der großen Ständerlampe, sie starr beobachtend, vorgebeugt in seinem Stuhle saß. Peter war nahezu betrunken. DaS Blut strömte rasch und feurig durch seinen kräftigen Körper. Er kannte Frauen so gut wie gar nicht und diese schlanke, blonde Erscheinung mit bloßem Hals und nackten Armen versetzte ihn in einen Zustand noch nicht gekannten Entzückens. Wie hübsch Ivar sie und wie lieblich!... Wie eine Märchengeswlti Gewichtslos mußte sie sein wie eine Elfe. Schön war sie wie ein Traumbild... Er wunderte sich nicht, daß sie hier so plötzlich erschien. In den rosigfarbenen Nebeln seines zunehmenden Rausches schien es ganz natürlich, daß sie hier war... Alle Wünsche waren nur dazu da. um erfüllt zu werden. Und vielleicht hatte er sich immerzu nach ihr gesehnt, nach einem Ding, ihr ähnlich... MaS hatte der Prinz da nur gefaselt? Richtig: Trinke, Mensch, wenn du glücklich werden willst.., Und er hatte getrunken... haha!... er hatte getrunken... und da war das Glück auch schon gekommen... Da stand daS Glück, neben dem unsicher wankenden Prinzen und lächelte ihn mtt von Goldhaar wie von lebendiger Sonne umflimmerten Anüitz liebreizend an. Ihre Stimme glich dem Tönen«ine» silbernen Glöckchens.„Hast du Besuch, liebe Hohett?" Liebe Hohett, hat sie geflötet!... Plötzlich kam es Peter Zanzi zu Bewußtsein, daß er alle Schätze der Welt geben würde, um dies Wort auch sich zugesungen zu hören... Liebe Hoheit... und der Prinz hatte geklagt! Ein verdammter Jagarten war die» Leben! ^Fortsetzung folgt/ Mr. 46 SamStag, 24. Arber 1934 Teite 8 In 6er Krise bewährt W Tagung unserer Genossenschaften SCHICHT SEIFE HIRSCH MARKE Irland verbietet Blauhemden Heute treten in Prag dir Vertreter unserer deutsche» Genossenschaften auS der ganzen Republik zusammen, um einesteils dir Berichte ent- grgenzunehmr», die ihnen ihre zentralen Vrr» trauenSmänner erstatten werden und andererseits dir Richtlinien zu bestimmen, nach denen dir genos- srnschaftliche Arbeit in der nächsten Zeit vor sich gehen soll. Auch unsere Genossenschaften sind naturge- mäss von der Krise nicht unberührt geblieben, hat doch gerade die Kaufkraft ihrer Mitglieder, dir durchwegs den arbeitenden Kreisen angehären, am meisten gelitten.Taufrnde von Mitgliedern unserer Konsumvereine sind arbeitslos, taufende leisten Kurzarbeit und müssen an allen Ecken und Enden sparen. Sie können sich neue Kleider und neue Wäsche nicht anschaffen und sie müssen auch im Kaufe von Nahrungsmitteln sich«inschränken. Vielfach müssen sie von höherwertigen, teuerrrn Nahrungsmitteln zu billigeren übergehen, kaufen also weniger rin, als früher. Sie müssen ihre paar ersparten Kreuzer, die sie der Genossenschaft anvertraut haben, beheben, so dass auch hier die Genossenschaft zu Schaden kommt. Trotzdem haben sich unsere Genossenschaften inder Krise glänzend gehalten. Keine einzige der dem Gec-Bervand angrschlosse- nrit Genossenschaften hat in der Krise Konkurs gemacht oder ist insolvent geworden. Unter tausenden von Betrieben, welche in den letzten Jahren was auch auf die Dauer zufrieden- »feilt. Manche Hausfrauen versuchten zu sparen, sie wollten, daß ich eine weniger gute Seife nehme. Aber mit der Zeit konnte man dies der Wäsche ansehen. Nur eine gute Kernseife von stets gleichbleibender Güte wäscht Wäsche so, daß sie nicht nur rein wird, sondern auch geschont bleibt. Darum wasche ich nur mit Lord Eden in Rom Rom, 23. Heber. Lordgeheimsiegrlbewahrer Anthony E d e n ist heute um 14 Uhr von Berlin kommend, in Rom eingrtroffen und wird hier bis Mittwoch»ächssler Woche bleiben. Ucber daS Ergebnis seiner Berliner Beratungen schlveigt sich die Presse gründlich auS. Anscheinend sind wenig oder gar keine positiven Ergebnisse zu verzeichnen. Was hat Suvich In Budapest gemacht? Bezeichnend ist auch, dass die gestern vom Deutschen Nachrichtenbüro aus Budapest gebrachte Meldung, wornach anlässlich des Bsuches deS Staatssekretärs Suvich ein Organ ifa- t i o ns fiir Italien, Ungarn und Oesterreich nach den: Muster der Kleinen Entente vorbereitet toerde, von Budapest dementiert lvird. Das Ungarische Tclegraphenlorrespondenzbüro erfährt nämlich, dass diese Meldung n i ch t st i ch h ä l t i g sei. Es handle sich um keinerlei Staatenblock. Die Spitze der Besprechungen richtet sich lveder gegen die Kleine Entente noch gegen andere Staaten, hr Ziel sei der Friede im Donaubcckcn, insbesondere die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Friedens. Wirklich gut ist nur Das französische Budget genehmigt, Paris, 23. Fcbcr. Die französische Kammer verabschiedete in der Nacht auf heute das Gesamt- budget für das Jahr 1034, daü Einnahmen in der fürsor'ge'ist dn schönesUd"des He»! Anfif» hntt Aft A.77 iiiih.in brr hrtti> 1.°' 9,.* UrcM KC 3.-4- / zugrunde gegangen sind, ist keine einzige dem Verband angeschlossene Genossenschaft gewesen. Der Grundsatz, dass die Genossenschaften den Verbrauch organisieren» dass ihre Eigenproduktion nur für diesen organisierten Verbrauch bestimmt ist, hat bewirkt, dass sich die Genossenschaften in den schweren Stürme» der Krise besser gehalten haben alS di« privaten Betriebe. Ihre Zentrale, unsere Gross- einkaufsgcsellschaft, steht unrrschüttert da. So können die heute zusammentretrnden genossenschaftlichen Vertrauensmänner sich sagen, daß dir Grundsätze der GrnossenschastSbewrgung sich in der grössten Krise, welche das Wirtschaftsleben der Menschheit seit hundert Jahren dnrchgr- macht hat, bewährt haben. Die Genossenschaften werden diesen Grundsätzen treu bleiben und daü ist die sicherste Gewähr für ihre Zukunft. Dabei fällt unseren Genossenschaften noch dir Aufgabe zu, in Mitteleuropa der Hort einer freien GrnoffrnschaftSbcwegung zu sein, da der FasriSmuö sowohl in Deutschland alS auch in Oesterreich Hand an die von den Arbeitern geschaffenen Genossenschaften gelegt hat. Die Genossenschaften sind ein Stück der Arbeiterbewegung und die anderen Zweige der Arbeiterbewegung fühle» sich mit ihnen ans Gedeih und Verderb verbunden. In diesem Sinne wünschen wir den Beratungen unserer Genossenschaft, die wir aufmerksam verfolgen werden, drnbestenErfolg. Dublin, 23. Feber. Als heute die Kammer zusammcnirai,»ntcrbreiicic die Regierung ivider Erwarten eine Gesetzesvorlage, die zwar nicht spezifiziert ist, mit welcher jedoch die Regierung offensichtlich darauf abziclt, den fascistischen Organisatoren des Generals O'D uffh das Tragen der b l a u e n H c m d c n zu verbieten. Nach stürmischen Zzcncn wurde die Boclage in erster Lesung mit 63 gegen 46 Stimmen angenommen. Die Gesetzesvorlage wird als„Gesetz, durch welches das Tragen von Uniformen, Abzeichen, Standarten etc. verboten lvird", bezeichnet. Wackelige Gemeindebauten werden zu Festungsanlagen zähle« anbrachte, nur deshalb auö Beton hergcstellt I wurden, um in den Tagen des Kampfes dem Schutzbund die Plätze für die Maschinengewehre!' sicherzustellcn. Die Türme, mit denen man die' einzelnen Wohnbauvicrtel zierte, waren für Beob- achtungsposten hergerichtet und die Kanalanlagen sind nichts.anderes als unterirdische Gänge, durch die Truppcnvcrstärlungen, Munition und Lebensmittel herbeigeschasft werden können, wenn cS der Ernstfall erfordert. So schreiben in diesen Tagen die Blätter in Oesterreich und lvir sind überzeugt, das; sie bei diesem plumpen Schwindel, der die Schandtaten der Dollsus;, Fey und Starhemvcrg verdecken soll, auch jetzt noch Gläubige finden. Zu gleicher Zeit aber lviderlcgcn sie sich selbst, indem sic der verwunderten Leserschaft mitteilen, das; eigentlich nur infolge eines Versagers der Kampslcitung das Operationsgebiet in die Gcmcindcwohnbauten verlegt wurde; nach dem strategischen Plan des Schutzbundes sei beabsichtigt gelvescn, den Znsam- menstos; der kämpfende» Heere in die innere Stadt zu verlegen. Man lügt eben wie man kann und lveil auf all diese lächerlichen Behauptungen nicht geantwortet werden kann, bleibt cö in Oesterreich vorläufig lvenigstenö bei all diesen Lügen, die nur einen Bruchteil des von den Kartätschenchristen verwendeten Materials zu ihrer jämmerlichen moralischen Verteidigung bilden. Mdrder nicht Kämpfer I Die christlichen Mörder in Wien Der H enler Dollsus; hat dem Henker Fel; eine Auszeichnung verliehen, der fromme Bundespräsident Millas hat den Truppen der fascistischen Exekutive für ihre Tapferkeit gedankt. Die Herren werden die geschichtliche :„Exekutive" in einer Alle unsere Leser werden sich recht deutlich an die seinerzeit auch in unserer Presse besprochene Hetze der bürgerlichen Parteien in Wien gegen die Gcmeindebauten erinnern können, die monatelang andauerte und eine Reihe von fachmännischen Gutachten hcrvorricf. Damals tvurde in langen Zeitungsartikeln die Behauptung aufgestellt, das; die Gemeindebauteil eine leichtfertige Konstruktion und Bauart auslveiscn, das; sic der Belastung, die sic zu tragen haben, auf die Dauer nicht standhalten lvcrdcn und das; die in den Gc- mcindcwohnungen untcrgcbrachtcn Parteien stündlich von einer Katastrophe bedroht seien. Die ganze christlichsoziale Presse beschäftigte sich mit diesen Beschuldigungen, die sich vor allen; gegen die sozialdemokratischen Stadträtc und die Wiener Bauabteilung richteten, und forderte strenge Untersuchung der Baugebreckien und entsprechende Maßnahmen zur Verhinderung der zu erwarten- dcn Hauseinstürze. Diese Auseinandersetzung blieb beileibe nicht aus Wien und Oesterreich beschränkt, sondern fand seine Fortsetzung in der Presse des Auslandes und auch in der Tschechoslowakei gab die christlickkoziale Presse die Lügenmeldungen auS Wien niit großer Freude wieder. Es bedurfte eindringlicher Beweise dafür, daß die Wiener Wohnbauten sachgemäß auögesührt ihren Bewohnern die nötige Sicherheit stir Leben und Gesundheit bieten, bevor das elende Gekläff verstummte. Diese Schreibweise hat sich inzwischen in das Gegenteil umgcwandelt. Die Christlichsozialen und die übrige bürgerliche Meute in Oesterreich braucht heute ganz andere Argumente tvidcr die Sozialdemokratie lvie damals. Also stellt man die seinerzeitigen Behauptungen vollständig auf den Kopf und erzählt der staunenden Mitwelt, daß die Sozialdemokraten in Wien nicht an die Beseitigung der Wohnungsnot dachten, als sie das großartige Bauprogramm ausstelltcn und schließlich auch anöfüßrten, sondern lediglich an die Vertoirllichung strategischer Pläne, die in dem Bau von großen Befestigungsan- Brüxer Kreisgericht gegen Schachtöffnung? Erst Lokalaugenschrin durch die Gerichtskom- mifsion. Brüx, 23. Feber. Im Hinblicke auf das wegen der Nelson-Katastrophe schlvebcnde Strafverfahren hat das Kreisgcricht in Briix anläßlich der im Zuge befindlichen kommissioncllen Ocffnung der Nelsongrube einen wichtigen Beschluß herauS- gegeben, der die Kompetenzen der an der Ocffnung beteiligten Funktionäre festlcgt. Es wird vom Standpunkte des Strafverfahrens angeführt, daß Feststellungen für Zwecke des Strafverfahrens in der geöffneten Grube nur durch die Gericktskoin- mission vorgenonunen werden können. Daraus folge, daß auch die Gerichtssachverständigen allein in Abwesenheit des Untersuchungsrichters Feststellungen bis auf weiteres nicht vornehmen können.■ Die Schachtverwaltung der Nelsongrube und das Rrvirrbcrgamt werden daher ersucht, bis ans weiteres vor Durchführung deö gerichtlichen Lokalangenfcheines niemand Unberufenen den Zutritt zum Schachte zu gestatten. Ausdehnung der Untersuchung Die gegen die leitenden Direktoren der Brü- rer Bergbaugcsellschaft und gegen die Ingenieure des Nclson-SchachtcS cingclcitctc Strafuntersuchung ist jetzt auf den weiteren Direktor der Gesellschaft, Ingenieur Josef T o e p f e r, ausgedehnt worden. Direktor Toepfer lvurde vom Untersuchungsrichter bereits einem Verhör unterzogen. Die Rechtsvertreter des noch in Untersuchungshaft befindlichen Betriebsleiters und des Steigers Kutina des Nclsonschachtes haben neuerlich mn Haftentlassung der beiden Genannten ersucht. Die Ratskammer des Kreisgerichtes entsprach heute dein Ansuchen unter der Voraussetzung, daß für Jng. Beißer 100.60 Kd und für Kutina 10.006 XL Kaution erlegt werden. Gegen die Entscheidung meldete der Prokurator die Beschloerde an das Obergericht an. Die„N o r d b ü h>n i s ch e V o l k S p o st" in Warnsdorf, das Leibblatt des christlichsozialen Senators Böhr und des christlichsozialen Ab-1 geordneten K r u in p c, bringt unter dem Schlagworte„Das Ende des österreichischen Bolschewismus" einen niederträchtigen Leitartikel über die Vorgänge in Oesterreich. Das Blatt erfüllt seine Aufgabe, die blutrünstigen Untaten eines christlichen Regimes zu rechtfertigen, in wahrheitswidriger Weise. Es wird behauptet, daß schon 1027 der Plan bestand, die Staatövertvaltung und das militärische Oberkonunando in die Hände der Bolschewiken» führer zu bringen, was damals mehr als hundert Menschenleben kostete, aber nicht der Verführer, fügt hämisch die„Nordböhmischc Volkspost" bei, sondern daü der Verführten. Daß Dollfuß die jahrelange Sabotierung jeglicher Gesetzgebung „endlich mit einem strammen autoritären Regime »ach italienischem Muster beantlvortete, erfüllte die Stnatöfeinde Oesterreichs"— so fabelt daS Blatt der Herren Böhr und K r n in p e— „mit wachsendem Ingrimm". Wörtlich heißt eS dann: „Rian lvollte nicht den Zeitpunkt abwarten, Ivo Dollsus; sein planmäßiges friedliches Aufbauwerk mit der neuen ständischen Verfassung krö- nen würde, nm so weniger, als ja dieses Ver- fassungS- und WirtschaftSsystenl den Verfechtern des roten Klassenkampfeö automatisch endgültig den Boden unter den Füßen entziehen müßt«. Die ganze Schuld an den so blutigen Kämpfen lvird den Sozialdemokraten aufgelastet und Dollfuß gelobt, tvcil er das„Stammland unseres Deutschtums vor den Schrecken der internationalen llmsturzmächte bewahrt hat." Und jubelnd kündet die„Nordböhmischc Volkspost": „Der Hauptschuldige an dem blutigen Fa- schingSmontag, der Mitschuldige an dem berüchtigten 12. Juli 1027, der Hauptsünder an Oesterreich-Ungarns Zerfall und der Mitsünder an fast allen blutigen Vorfällen der jungen Republik, die sozialdemokratische Partei, ist durch einstimmigen Ministerrat bereits schuldig gesprochen und gerichtet." Aus dem gmizen Artikel geht mit absoluter Klarheit hervor, wie sehr sich die deutsche christlichsoziale Partei der Tschechoslowakei darüber freut, daß man die sozialdemokr. Partei Oesterreichs mit Hilfe von Kanonen blutig niederkartätscht hat. Ein feines Christentum, das mei- kenweit entfernt ist von den milden Lehren der Nächstenliebe und deS Verzeihens. DaS nicht nur lügt, die Geschichte verfälscht, die Schuld des Siegers leugnet, sondern geradezu die menschenmordenden Kanonen zu einem Werkzeuge des Christengottes macht. Ohne Willen Gottes fällt ja angeblich kein Haar vom Haupte, ohne Zustimmung Gottes hätte auch Dollfuß nicht gesiegt. Alle christliche Barbarei soll demnach den Beifall Gottes finden?! Jedenfalls sind den Christlichsozialen die schönen, edlen Lehren des Nazareners Hekuba gegenüber dem Wunsche, die rücksichtsloseste kapitalistische Klassenherrschaft über die Arbeiterschaft mit Blut und Eisen anf- zurichten. Sie betätigen sich so sehr gern als Henker des Proletariats. »»■ lagen, die inan Wohnhäuser nannte, ihren Aus druck fanden. ■Jo.»ft wie vor Jahren von den tvackligen Gcmetnvchäusern geschrieben tvurde, schreibt man jetzt in der gleichgeschnttcten christlichen Presse von den F e st u n g 3 a n l a g e n der G e m e i n d e Wien, die nach den Grund sähen moderner Kriegführung angelegt worden seien und daß jeder Kindergarten und jede Waschküche Wahrheit, daß die sogenannte ei» Teil dieser KriegSanlagc sei, die jetzt gcschleist\ gewaltigen Ucbermacht und mit furchtbaren Aaswerden müsse. Ja. man hat sogar hcrauögefun-( f cn^gen c i nc Minderheit von Proleten gclämpst den, daß die Nischen, in denen man die Strom- h^, aus der Welt schaffen. Für die„Tapferkeit", den..Heldenmut" und die„ritterliche Kampfesweise" der Dollfußgarden sprechen zahlreiche Einzelberichtc. Hier nur eine Aussage eines Augenzeugen; ein Genosse berichtet unS: „Ich suchte Dienstag Mittags von Hernals gegen Ottakring Verbindung mit den kämpfenden Genossen zu gewinnen. Der Gürtel war passierbar und ich wollte durch die Thaliastraßc in die Gegend deS ArbeiierhcimS gelangen, das vom Gürtel noch gute zehn Minuten entfernt ist. In diesem Augenblick— cs war 1 llhr mittags— fuhr ein als K a m p s w a g c n adaptiertes L a st a u t o im Schritt vom Gürtel her durch die T h a l i a st r a ß c. Hinter der Verschanzung saßen P o l i z i st c n im Stahlhelm, rechts und links ragten aus der Wand die Mündung eines M a s ch i n e» g e tv c h r e s. Weit und breit hörte man keinen Kampslärm, sah man keinen Schutzbündler, tvurde nicht geschossen. Tic Straße war schwach begangen und nur von Privatleuten, die irgendeine Besorgung hatten, lind nun geschah folgendes: Das langsam fahrende Auto gab alle zehn bis fünfzehn Schritt aus beiden MG ein paar Schüsse ab. Im Nu lagen aus den Gehsteigen Dutzende Gefallene. Unter ihnen lvarcn Frauen und Kinder. DaS Blut rann buchstäblich i n S t r L m e n i n d c n R i n n- ' st e i n. Keine Ambulanz tvar da, niemand si'nn- mertc sich um die Vertvundcten. Tas war ans der Straße. Wieviel Unglück die Schüsse in de» i W o h n u ii(| c it anrnbtetcn, kann ich nicht sagen. Sicher müssen aber in den aus die Straße gehenden Privatwohnnngen ebenfalls Dutzende !l)i c n s ch c n s ch w er bett e tz t worden sein, denn dasMörderauto schoß ziellos und sinn, i los in die Wohnungen. So tvcit ich die Straße entlangblickcn tonnte, unterbrach der Wagen nicht seine Mordbahn. Ich habe in der russischen Revo- ! lution manche schreckliche Bürgcrlriegsszcnc gesehen, aber der Anblick dieses wütenden, kaltblütigen Hinmordens von Frauen und Kindern durch die„Helden" des Herrn Fei), machte mir das Blut in den Adern starren." Das Erholungsheim Hirschberg unserer Arbeiterfürsorge muß jeder gesehen haben! Auf jedem Los dec Lotte te der Arbeiter- Höhe von 48.477 und Ausgaben in der Höhe von> 48.418 MilloncnFranken Vorsicht, so daß.es mit| einem Ucberfchuß von öü Millionen Franken ab-, schließt.| O Seite 4 OamStaz, 24. Feier 1934 fett verursacht den in Durch ALPA-Massage große Erleichterung, lebhafter Blutkreislauf, ausgezeichnete Körper* ern&hrung. Muskelstlr- kung und Nervenerfrischung. Massieren Sie sich, Uber ärztlichen Rat, mit Franzbranntwein Rauhes, kühles und veränderliches Wetter Nach den schönen Erfolgen der Wintersportkämpfe Großhammer geht eß nun an die umfangreichen Vorarbeiten fiir die H a u p t t a g e der Olympiade, welche für den 8. bis 8. Juli 1984 angesetzt sind. An diesen Tagen beteiligen sich sechs T u r n• und Sportverbände au- der Tscheche« slowakei, von denen allein der tschechische Verband(DTJ.), der Veranstalter der Olympiade, mit einer Teilnahme von 8 8.0 00 seiner Mitglieder aus allen Altersklassen und Sportzweigen rechnet. Au- dem A u s l a n d e ist eine sehr starke Teilnahme zu erwarten, da schon heute zwölf Staaten ihre Teilnahine zugesagt haben. Sogar aus Amerika werden zwei Expeditionen vorbereitet. Dav P r o g r a in m der Olympiade enthält Über 80 turnerische und sportliche, weiter rund 28 künstlerische und unterhaltende Veranstaltungen sowie zwei F e st z ü g e durch die Stadt. An vier Tagen werden die sportlichen Vor» ührungen im Stadion durch ein mächtiges F e st- Piel abgeschlossen, an welchem LOOOPersonen Mitwirken werden. Das Prager staatliche Stadion am Sira- h o v wird nach seiner vollkoinmcnen Fertigstellung zu den größten Stadions Europas zählen. Rheumatikern große Fein. Mer ist Herr Dies üabidil? Wer ist eigentlich dieser vielgenannte Lautsprecher Habicht? Darüber geben die beiden ^Handbücher" des De u tsch en Reichstages genau Auskunft. Die Angaben in diesen Handbüchern werden von dem betreffenden Abgeordneten selbst gemacht. In beiden Handbüchern (für 1982 und 1933) erzählt Herr Habicht— beidemal übereinstimmend— auf etwa zivanzig Zeilen, dah er 1898 in Wiesbaden geboren wurde. 1914 bis 1915 in einer kaufmännischen Lehre war und dann als Kriegsfreiwilliger in das Heer eintrat. Später betätigte er sich journalistisch und politisch als Anhänger Hitlers. Eine kleine Aenderung in feinen biographische« Notizen ist in den wenigen Schlußzeilen zu bemerken. 1932 schrieb Herr Habicht, der ein Jahr vorher Mitglied des Reichstages geworden Warr Seit Juli 1981 als Landesinspekteur mit der Reorganisierung der Partei in Oesterreich betraut." 1933 ab«, nachdem Herr Hitler z«m Reichskanzler berufen war, schrieb Herr Habicht: »1981' von der Reichsleitung der NSDAP mit der Reorganisation der Partei in Oesterreich betraut. Derzeit als Landesinspek- teur Sonderbeauftragter Adol Hitlers für das Gebiet der Republik Oesterrei ch." Wer das am 28. Feber ablaufende Illti- madun an Oesterreich gestellt hat, weiß man nun also ganz genau: der Beauftragte des deutschen Reichskanzlers! einmal die deutschen und magyarischen Sender an- hären, die genieren sich wenigerl Im übrigen Iver« den wir die„Aktuellen zehn Minuten d« Arbeitersendung" bald in die„Konfiszierten zehn Minuten" oder in die„Garantiert unaktuellen zehn Minuten" umbenennen müssen. Panik im Autobus. Wie aus Frankenholz fSaargebiet) gemeldet Ivird, entstand in einem Kraftomnibus der Reichspost ohne ernstlichen Grund eine Panik. In dem Wagen befanden sich 40 bis 60 Bergleute, die sich zur Schicht begeben wollten. Beim Löchencr Forfthauü rief ein« der Mitfahrenden „Feuer". Der Insassen bemächtigte sich im gleichen Augenblick eine furchtbare Erregung. Ohne sich Gewißheit zu verschaffen, ob es tatsächlich brenne schlugen die Bergleute die Fenster ein. Dabei e-r't- ten mehrere von ihnen besonders durch Glassplitter erhebliche Verletzungen. Man zählte zwei Schwer« uttb zehn Leichtverletzte. Die Untersuchung ergab, daß absolut keine Feuersgefahr vorhanden war. D« Wagen war völlig in Ordnung. Man nimmt an, daß ein« der Jnsasien den Ruf„Feuer" im Schlaf auS» gestoßen hatte. Noch größere» Unheil wurde nur dadurch verhindert, daß der Wagensühr« geistesgegenwärtig sofort bremste. Anw und Zug. Am Freitag ereignete sich an dem Wegübergang in Kilometer 184 der Sttecke Unna—Holzwickede und der K ö l n—Mindener Strafe ein schwer« Zusammenstoß. Ein aus Richtung Unna kommend« Lastkraftwagen mit Anhang« aus Hannov« wurde von dem Personenzug Hamm— Duisburg angefahren. Dabei wurden drei Personen schwer und di« Personen leicht verletzt. Rtta Georg und Marianna Kupfer, dir ungarischen Schauspielerinnen, bezüglich deren d« Verdacht ausgesprochen wurde, dah sie Staviski als Spionageinftrument gedient haben, haben zwei Advokaten in Paris mit der Vertretung ihr« Interessen betraut. In der letzten Zeit wurde festgestellt, dah Staviski auch eine Filmgesellschaft finanziert hat, welche ungarische Propagandafilme drehen sollte. Awei Gangster, die in Chicago weg«» Entführung d« bekannten Millionärs Factor tut Gericht standen, wurden zu je 99 Jahren Gefängnis verurteilt. Tagcsncmgkcilai Oesterreich und die Touristik Die Touristenzüge, die in den nächsten Wochen nach Oesterreich abgefertigt werden sollten, wurden abgesagt. Nach unseren Informationen bereiteten auch einige große tschechoslowakische Gewerkschaften ebenso wie in den früheren Jahren Gesellschaftsfahrten nach Oesterreich vor. Begreiflicherweise werden diese nicht verwirklich! und als Grund dafür Ivird hauptsächlich daü Vor» gehe»» der österreichischen Regierung gegen die befreundete» Organisationen angeführt. Nicht uninteressant ist, dah voriges Jahr diese Gewerkschaften und im Zusammenhang damit verschie« den« grohe Institutionen mit grohem Erfolg Fährte»» nach Oesterreich propagiert haben. Bericht über eine Stumme, die die Sprache wiederfaud Milwaukee(Staat Wisconsin), 23. Feber. Gestern hat hier Frau Ella Luhm, welche zehn Jahre hindurch nickt gesprochen hat, da sie bei der schweren Geburt eines Sohnes die Sprache verloren hat, diese plötzlich in unerwarteter Weise wieder erlangt. Sie war die ganzen zehn Jahre in einem Sanatorium für Geisteskranke in Pflege. Gestern wurde sie zum Sarge ihres in diesen Tagen gestorbenen Vaters gebracht. Als sie ihren Vater erblickte, sprach sie folgend« Worte: „Ja Vater, Du kannst nunmehr nicht sprechen, e» ist also die Reihe an mir, und ich werde sprechen". Seit dieser Zeit spricht MrS. Luhm ganz»wrmal. Die Aerzte erllärten, die Nervenerschüt- t e r u n g, die bei dem Anblick deS toten Vaters erfolgt fei, habe chr wahrscheinlich die Sprache wiedergegeben. Be«z1«ta»k explodiert Ein schwer« Unglücksfall ereignete sich Donnerstag vormittags in der dem Baumeister Schneider gehörenden Ziegelei in Klein-Eicha bei Böhm.-Leipa. Mittwoch hatten zwei Arbeiter ehun Autobenzintank repariert uiib ausgewaschen und ihn in die Nahe«i»»eS Ofens gestellt. Plötzlich explodierte der Tank, in dem sich»wch Benzingase befanden, infolge der durch den Ofen au»- strahlenden Hitze, eine Stichflamme schlug auf »md zwei Arbeiter, die i»t der Nähe standen, wurde»» zu Boden geschleudert. Die Gewalt der Explosion zerrih den Tank vollständig.' Einer der Arbeiter, Frmiz Sch(neider, erlitt schwere Bei»»verletzu»»ge>» u»»d»»ruhe ins Leipa« Krankenhaus gebracht werden, der andere, Franz F?-ster, kam glimpflich davon u»»d konnte sich in häusliche Pflege begeben. Wied« Falschgeld. In den ostböhmischen Städten Leitomischl und Pollöka hat die Polizei Falsifikate von 1«Kronen- und 60-Heller-Geld- stiicken beschlagnahmt. I». Tsdicdioslowahisdic Arbeiter-Olympiade Prag, 5. bis 8. Juli Auf Staatskosten wird bereits zum Gebrauche für die Arbeiter-Olympiade die Leichtathletik- Kampfbahn errichtet, die 60.000 Zuschauer fas sen ivird, ebenso die O st- T r i b ü n e des Haupt- UebungSPlahe» mit dem Musikpavillon. Der Haupt-UebungSplatz wird 10.000 Tur« n e r n Raum bieten. Die mächtige Haupt- Tribüne, die unser Bild zeigt, wurde bereits im Jahre 1982 errichtet. Vor kurzem wurden auch die Olympiade-Holzbauten, welche aus den Mitteln deS DTJ.- Verbandes errichtet werden und für welch« ein Betrag von rund einer Million K C veranschlagt wurde, in Angriff genommen, ♦ Durch die Ereignisse in Oesterreich gewinnt das dritte BerbandSturnfest der DTJ. i (Dritte Arbeiter-Olympiade) verstärkte s P o r t- politI fche Bedeutung. Alle Verbände^ sowie Partei und Gewerkschaften müssen; nun versuchen, dar in d« von fascistischen Ländern umschlossenen demokratischen Tschechoslowakei stattfin dende grohe Fest mit dem Ausbot aller Mitteln und Anzahl zu besuchen. ES soll und wird ein F e st d e r Hunderttausend«» sein. Ein Fest, dar nicht nur sporüiche und turnerische, sondern auch inter», n a t i o n a l e p o l i t i s ch e« e d e u t u n g haben AM"tz^g T«te»7H Spr'-cher?"G-nchs- wirdl----* Ole„Deutsche Presse** verteidigt die HMngechrlsten mit lächerlichen Argumenten „Blutige Polizeisäbel gefunden" „Bürgermeister verrechnet Zigaretten" Die christliche Presse ist in diesen Tagen in arger Bedrängnis. Ihr Führer in Oesterreich, der kleine Herr Dollfuß, hat mit Kanonen auf Arbeiter, Frauen und Kinder schieben, er hat den Arbeitern ihr schwer erworbene» Gut rauben lassen, er ließ alte, in» Dienste der Oeffentlichkeit ergraute Männer ohne Grund verhaften und will sie nach dem Muster des Dritten Reiches ohne Urteil einsperrcn, um sie auch noch privat bestehlen zu können. Deshalb versucht man in der katholische»» Presse die Schänd, und Getvalttaten des Herrn Dollfuß zu rechtfertigen, wem» auch zu 99 Prozent mit gänzlich unglaubivürdigen Argumenten. Gestützt ans die Aussagen zweier sämnier- licher Renegaten, die der Futterkrippe zuliebe ihre ganze Vergangenheit verleugnen und ihre Freunde von gestern, für alle Verbreche»» der Christlichsozialen vcrantivortlich machen, polemisiert die „Deutsche Presse" vom Freitag in unverschämter Weise gegen die Wiener Parteiführer und schämt sich nicht folgende Anklagen zu erheben: In den Klnbräuinen der sozialdemokratischen Partei im Wiener Parlament sind, Ivie gemeldet Ivird, zerbrochene, mit Blut bespritzte Polizeisäbel gefunden worden, die»vahrscheinlich aus den Tagen der Revolution anläßlich des Brandes des Justizpalastes herrühren. In dem Kleidcrschrank des abgefetzten Bürgermeisters Seitz fand man A k te n de« Staat-rates, die seit 14 Jahren von den Gerichten gesucht wurde»». Also blutige Polizeisäbel soll man in den Klnbräuinen gefunden haben. Und wenn schon, Iva» kann man auS dieser Tatsache folgern, doch nur, daß es Säbel der Wiener Polizei sind, mit denen im Juli 1927 Arbeiter abgeschlachtet wurden und die den Ordnungsbestien entrissen und als Beweisstücke von Sozialdemokraten verlvahrt wurden. Oder toill etwa di- „Deutscke Presse" mit dieser Mitteilung behaup. ten. daß mit jenen Säbeln die Mitglieder deö Klubs sozialdemokratischer Abgeordneter im Jahre 1927 gegen die wütende Polizei gekämpft haben? Wie steht e§ dann mit der weiteren Behauptung, dah die Führer der österreichischen Sozialdemokratie. wenn ea zum Kampfe kommt, feige flüchten? Es wird schwer sein für die„Funder" der „Deutschen Presse", sich auS der Schlinge zu ziehen, in die sie sich mit ihren, von Wien übernommenen Lügen gebracht haben. Bleiben»wch die aufgefundenen Akten, von denen soviel geschrieben wird. Lächerlich zu glauben. daß der Bürgermeister der Stadt Wien diese Akten sonst nirgends als im Kleiderkasten ausbewahren konnte. Vielleicht hat man irgend ein paar alte Drucksachen eines Amte» al» Belag eines Schrankfaches verwendet und daraus entstanden, als die Analphabcten-Hahnenschwänzler in die Schränke kamen, weil sie glaubten es gebe da etwas zu plündern, wichtige Gerichtsakten, wie auü de»» Beschimpfungen de» Moskau« Senders gegenüber dm Sozialdemokraten, in der„Deutschen Presse" militärische Signale geworden sind. Diese Rechtfertigung ist plump und kindisch, sie nimmt Dollfuß und den österreichischen Christ- lichsozialen dm Fluch des Verbrechen» an unschuldigen Arbeitern nicht, sie bleiben trotzdem weüer Bluthunde und Dieb«. Söldner 1934. Franta Kocourck schreibt in der„Pkltomnost":„ES gibt auf den Wiener Straßen einen ZeittypuS, der mehr Aufmerk. samkeit verdient al» alle Kanzler und Fürsten, mehr al» ruhmvolle Majore u»»d Geschütze und Maschinengewehre. E» ist die- der wirkliche Ma»»n der Zukunft, der Mann, dessen Bedeu- tung in das Ausmaß deS Wunderbaren wächst: Er hatte alte, schon abgetragene Kleider, Schuhe_..-,- mit zerrissenen Sohlen, auf dem Kopfe einen lichcn außenpolitischen Pläne der Gömbö» u»»d abgebrauchten$ut oder eine Mütze. Bi» hierher Dollfuß wtzrden konfisziert. Eine nette demokra« kennt ihr ihn: es ist dies unser guter Bekann- ter, der Arbeitslose. Aber jetzt Achtung, eS konunt etwas neues hinzu. Auf dem Aermet hat er eine grünweiße oder rotweißrote Binde: die ersten Farben finb die der Heimwehr, die anderen die der Vaterländischen Front. Und noch etwas: Auf der Schlüter hat er ein Gewehr mit Bäjonett. So plötzlich ausgerüstet geht er vor dem Wiener Rathaus auf und ab, auf dem schon einige Tage die Fahnen der gleichen Farben wehen, wie er sie auf dem Aermel hat. Er patrouilliert aus den Kreuzungsstellen bei den Drahtverhauen, er eskortiert verhaftete Arbeiter Seite an Seite mit Polizisten, Heimwehren und Soldaten. Darin könnt ihr die geradezu klassische Grund- lage sehen, welche dem Hitler und dem Doll- fuß das Regieren ermöglicht: Der Mensch hat nichts zu essen und wahrschei»»lich auch nirgends zu wohnen. Die Kleider, die er anhat find seine letzten. Wollt ihr von ihm, daß er irgendwel- chen Idealen treu sei? Vielleicht gibt es auf der Welt solche Narren, aber ihm gebet damit Ruhei Er will essen und fich erwärmen. Eine Zigarette kaufen, sich wenigstens einmal in der Zett eine billige Frau leisten. N»m konunt der Werber der grün-weißen oder der rot-weiß. roten oder braunen oder schwarzen Farben. Was liegt ihm an den Farben— wenn ihm nur etwas Hilst, die Farbe zu tragen! Er wird für ein paar Kreuzer alles machen, waS ihr wünscht: Er wird eure Reklame durch die Stadt tragen, er wird euch Kohle auS dem Keller tragen, er wird für euch arbeiten, er wird apch morden, wenn ihn fein Herr für den Mord be- zahlt. Hiller und Dollfuß und die, welche vor ihnen waren und die welche nach ihnen kommen werden, bieten Uniform und Versorgung, dazu einige Heller— der Mann vor dem Wien« Rathaus hat 50 Groschen im Tage— und wollen von ihm,« solle auf jeden schießen, d« nicht mit ihren Idealen übereinstimmt. Aug in Äug dem abgerissenen Zivilisten»ntt dem Kara biner und mit dem Abzeichen auf dem Arme stehen wir vor der sozialen Grundlage, welche die Erfolge ne»»zcitlicher Diktatoren erhellt. Jemand wird sagen, daß er ein elender Sold- ner ist, ein Verräter seiner Klasse. Dollsttß sagt, daß er ein guter Sohn und Diener sein« Hei- mat m»d Unabhängigkeit Oesterreichs ist. Und der Man»» von dem wir reden, wird sagen, daß er sich fehlen Lebensunterhalt verdient auf die einzige Art, welche ihm übrig geblieben ist." Der tschechoslowakische Rundfunk im Dienste btt Fey und Horthy? Den Hörern der Arbeitersendung wird gestern aufgefaNen sein, daß statt der 10 Minuten Aktualität kaum drei Mimiken gelesen wurde. Der Rest, nämlich drei I viertel ocb x-ejtco, ocn uct.'spicujci,-vciiuji« I Franzcl, vorgelegt hatte, war konfisziert worden. ,D« Blaustift hatte jeden Satz, in dem da» Wort ,Oesterreich vorkam und noch diese» Wort, ' wo e» in anderem Zusammenhang austauchte, ! gestrichen. Eü durfte zwar ein« kritische Äemer« > kung über die englische Regierung gebracht | werden, aber keine über Dollfuß, e» durfte be- ! richtet werden, daß e» in unserem Parlament I stürmische Auseinandersetzungen gab, aber nicht, daß es sich hiebei um Oesterreich handelte. Sogar I die Wiedergabe tschechischer Pressestimmen und , sehr offiziöser Aeuherungen über die gesähr- WWW MM W 9t. 4« SninöfnR, 24. Fever 1934 «I»» PRAGER ZEITUNG » I Dr. Kling. Hoch-- VcrctaiithriMn Der TorpecfozuR i SainS- Kramcr. Grobe Waldgebiete und Der Punkten des SeeS ans zu Ilnigebung sind zahlreiche i starke Abteilungen Miliz werden, zur Hilfeleistung Dieser Blitzzug aus Aluminiumwagtm, die als Ganzes die Stromlinienform aufwei- scn, wurde jetzt zur Befahrung der a n> e> rilanischen Riesenstreckc in Dienst gestellt. Die Front des Zuges, der außerordentlich hohe Geschwindigkeiten cntwik- kelt, Iveist ein Gitter zur Kühlung des Motor und zur Ventilation der Wagen auf. Durch dieses Gitter erhält das Vor« derieil des Zuges eine seltsame Aehnlich- leit init den Gesichtsmasken mittelalterlicher Ritterrüstungen. der einzelnen Bestandteile, bisher qualifiziere! wird auf dem alten AuSstellungögelände untergebracht sein und die für die Tschechoslowakei in Frage kommenden Artikel der jugoslatvischen Ausfuhr umfassen. Gin äußerst»roher Waldbrand wütet seit Donnerstag morgens in den Bergen am mittleren Lago Maggiore nordlvestlich von Pallanza. Bei siar- keni Wind breitet sich das Feuer trotz aller Abwehr- maßnahmen weiter miS. mehrere Vielihütten sind bereits vernichtet. Feuerschein ist von allen sehen. AuL der ganzen Feuerwehren, die durch und Alpini» unterstützt herangezogen worden. Schmuggel. Wie HavaS aus Straßburg berichtet, ist die StaatSanwallschast gegenwärtig mit der Untersuchung eines großen Schmuggels von Seidenstrümpfen und Thermosflaschen nach Frankreich beschäftigt. ES sollen große Mengen dieser Waren in daS Innere Frankreichs eingeschmuggelt worden sein, die einen Wert von mehreren Millionen Franken haben. Im Siedel. Gestern gegen Mitternacht stieß in der T h e m s e m ü n düng bei dichtem Nebel der dänische Dampfer„Maja", 2208 Tonnen groß, mit einem anderen Dampfer zusmnmen. Dieser scheint gesunken zu sein. Einer späteren Meldung zufolge ist das gerammte Schiff ein britisches Motorschiff, dessen aus sechs Mann bestehende Besatzung gerettet Ivurde. Ortsgruppe Prag. 20. Feber 103 t, />'.<> Uhr, Zusammentreffen Endstation der Einser in Brsobicc, Fabrik Fcigl. Führer: Gröger. Stenn Tcchnictü pokrok, praeovni uizdy.(Technischer Fortschritt, Arbeits- Das vorliegende Kunst und Wissen Wochenspictpla» des Neuen Deutschen TbcaterS. Samstag, halb 8 Uhr: Der junge Baron Ne.uha» S, Erstaufführung, C 2.— Sonntag 11 Uhr: tt a m m e r m n s i k, halb 2 Uhr: Goldene» Prag, halb acht Ilhr: Figaros zei t, A 1.- Wochenspielvlan der U leine» Bülmc. tag halb 8 Uhr: P a p a, Gastspiel Leop. — Sonntag 3 Uhr: Stur in i in W a s s e r g l a S, 8 Uhr: Gastspiel Leop. Kramer: Papa.— Drei Wallensteinvorträgc veranstaltet der Verein für G e s ch i ch t e i n B ö h m e n ' aus Anlaß der dreihnndertjährigcn Wiederkehr ' des Todestages Wallensteins. Es iverdcn sprechen: Dienstag am ü. März Nniv.-Prof. , Wilhelm W o st r>> über die Ursachen und den | Verlauf der Egerer Katastrophe' Freitag an» 9. März Priv.-Doz. Dr. Anton E r n st b e r g e r i über das von ilnn besonders durchforschte wich« tige Kapitel„Wallenstein als Volkswirt"; Mittwoch am 14. Marz wird Staatsarchivar Dr. Josef B e r g l das Leben des Herzogs von Friedland an der Hand eines reichen, von ihm ge- sainmeltcn BildermaterialS schildern. Die Vorträge finden an den genannten Tagen um 8 Uhr abends im großen Saale des Deutschen Hand- werkervereinü(Prag II, Sineökh 22) statt.(Re« gicbeitrag 3 Sic, Studenten 1 Kc.) Polizei schneller al» Feuerwehr. Gestern um 9 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert, da in der Pa- lacku-Gasse in Zijkov ein Brand auSgcbrochen toar. Bevor sie eintras, batte jedoch die Polizei schon den Brandherd ermittelt. In einer Wohnung des betreffenden Hauses war aus dem Kohlenherd Glut ans den Gummi-Borleger gefallen. Dieser hatte sich sofort entzündet und daS Feuer verursacht. Die Woh- nungSinbaberin loar bei Ausbruch deS Brandes im ' Badezimmer und bemerkte das Feuer erst, als es bereits zieinlicke Ausdehnung angenonnnen hatte. Als die Feuerlvehr eintraf, war der Draitd jedoch bereits von den Polizeibeamten gelöscht worden.— Um halb 12 Uhr nachts wurde gestern ein Polizeibeamter darauf ausincrksmn gemacht,, daß aus dem Laden einer Frau M. P o» p e t a in Bysokan, Königstraße, Rauch dringe. Der Beamte öffnete die Ladentür ge- tvallsmn, und eS gelang ihm, das Feuer nach kurzer Zeit zu löschen. Nukall bei der RotstandSarbeit. Am gestrigen Nachmittag kam der arbeitslose Handlungsgehilfe NotstandSardeiter beschäftigt worden war, mit schweren Verletzungen an der Haud ins Allgemeine Krankenhaus. All« Finger der linken Hand waren mit Wunden bedeckt, die Fingerspitze des Ringfingers abgerissen. EiSner sagte, daß er beim Wegschassen deS Schnee» in B r S o v i c e. Na Spojce, verunglück! sei. Er fuhr dort mit einem Wagen einen größeren Abhang hinunter. Plötzlich sprang die Deichsel in die Höhe, der Ruck schleuderte den Mann zu Boden, und so entstanden die Verletzungen. Unbekannte Frau verunglückt. Gestern mittags fuhr eine Frau, deren Personalien bisher noch nicht ermittelt sind, mit der Straßenbahn 14 von Nu sie »ach K a k e. r o v. Bor der Station Pankraz sprang sie gegen die Fahrtrichtung vom Perron der Stra« ßenbahn ab und fiel so unglücklich, daß sie am Kops verlebt tvurde und sich«inen Halswirbel brach. Die Unbekannt«, eine mitrelaroße Frau, wurde in» Allgemeine Krankenhaus gebracht. Schuhmann überfahren. Gestern mittags gegen 12 Uhr fuhr der Chauffeur G a u b i tz mit seiner Autotaxe von Smichov über die Brücke der Legionäre in die Nationalstraße. Dort wollte er einen Wagen überholen. Dabei neschah es, daß er den 44 Fahre alten Verkehrsinspektor D a v i d e k aus Vinojvic überfuhr. Der Beamte wurde niit scktveren Verletzungen im Gesicht und am Rücken inS Allgemeine Krankenhaus gebracht. Tollwutverdacht bei einem Hunde in Lieben. Am| 18. d. M. wurde bei einer mittelgroßen, gelben deutschen Dogg«, mit Iveißcm Brustfleck im Alter von mehr als einem halben Fahre, Tolltvutverdacht festgestellt. Angaben darüber, ob dieser Hund nicht mit anderen Tieren oder Mensche» in Berührung kam und diesen vielleicht Verletzungen zusügte, sind an daS Magistratsamt in Lieben, mitzuteileu.(Vom Magistrat der Hauptstadt Prag.) Pekzdicbstahl. Bei dem Kürschner Wenzel Mikov in Prag XU, Riwskä 22. wurde gestern nachts ein Einbruch verübt. Die Täter, die bisher noch nicht ermittelt wurden, stahlen Tist>eriiichse und andere Felle im Werte von 18.000 Fö. Oefterreichisches Wiegenlied Schlafe. Kindchen, schlafe ein, Für dich ist nicht der Sonnenschein. Dein Vater ist nur ein Prolet, Der auf der Barrikade steht. Schlafe, Kindchen, schlaf. Schlafe, Kindchen, schlafe ein, Zum Sterben bist du noch zu klein. Herr Dollfuß ist ein guter Christ, Er wartet, bi» du größer bist. Schlafe, Kindchen, schlaf. Schlafe, Kindchen, schlafe ein, Dein Vater kann nickst bei dir sein. Er kämpft unt ein Stückchen Brot, Der Kanzler schoß ihn darum tot. Schlafe, Kindchen, schlaf. Schlafe. Kindchen, schlafe ein, Die Zukunft ist noch iinmer dein. Vergiß c-s nie: es waren drei: Dollfuß. Starhemberg und Fey. Schlafe, Kindchen, schlaf. YolMsdiatt und Sozialpolitik Männer- und Frauenarbeit In dem soeben erschienen Buch des General sekretärs der Zentralsozialvecsicherungsanstalt Dr. Cvjjen Stern,„Technickst pokrok. pracovi doba a mzdh"(Der technische Fortschritt, die Arbeits zeit und die Löhne), das eine ausgezeichnete Darstellung der Wirtschaftskrise im allgemeinen und der tschechoslowakischen Krise im besonderen ent hält und die sozialistischen LösungSvcrsnche auf zeigt— wir werden auf das Buch noch zu sprechen kommen— finden wir eine interessante Dar stellung deS Vordringens der Frauenarbeit in der Produktion und in dec Gesellschaft. So betrug die Anzahl der Schülerinnen' an Mittelschulen im Schulsahr 1012/13 7.90 Prozent, im Jahre 1921/22 24.84 Prozent, im Jahre 1980/31 29.73 Prozent. An den Handelsschulen betrug der Prozentsatz der lveiblichen Schülerinnen 1912/13 21.3 Prozent, 1921/22 34.3 Prozent, 1930/31 39.2 Prozent. Es hat sich also die Zahl der Schülerinnen mi den Mittelschulen gegen die Zelt vor dem Weltkriege vervielfacht, an den Handelsschulen verdoppelt. Bon 1929 bis 1932 ist die Zahl der versicherten männlichen Personen von 1,609.024 auf 1,288.917, t. i. um 19.9 Prozent zurückge gangen, die Zahl der Frauen von 896.613 auf 780.077, d. i. um 13 Prozent. Die Zahl der beschäftigten Frauen ist also während der Krise weniger gesunken, als die der Männer, was, wie Stern richtig bemerkt, auf die Rationalisierung zurückzuführen ist. Als Betvcis dafür führt er au« dem Beruht du Gew-rbemspektor-n an, daß Bi85, t ausschließlich Gegnern des Sozialis- m einem großen Metallbetrieb in Brünn bei bet mus zu überlasten, fand in der Diskussion lebhaften Fahrraderzeugung, und zwar bei der Montage Widerhall und arniidkätzlichc Zustimmung. eiS— der einzelnen Bestandteile, bisher qualifiziertes Ueber den'Einfluß der ArbeitSlostgkeit auf die Kräfte verwendet wurden. Nun werden Spezial- Jugend und über di- unbeschäftigte Intelligenz tru- maschinen angeichafft, mr denen ausschließlich gen im sozialen Institut mu 22. Feber Dr. K. S l a- Frauen arbeiten. jpak und«rchttekt Bittermaun vor. Der erste Der Film Die goldene Katharina Die hiesige tlfa-Filialc Hai wieder ein Miiiimuni an Geiß, Geschmack und Knnst ansgebotc», nm einen tschechischen Filin herzustcllen, der ihr da» Reckt ans die Einfuhr ihrer neuesten unter Goebbels Obhut gedrehten Berliner Erzeugnisse gibt. Wieder hat mait ein obskures Lustspiel voit dein Regisseur Slavinskv in Szene setzen lassen, iviedcr klammert sich diese Siegle an keine andereu Pointen als an die ungeschicktesten Schlager-Einlage», die hölzernsten Knß- szenen, die anfdringlickn'tcn Ausstaliungsküirste und die mühselig in langatmige Dialoge cingepsropsten Witzeleien. Wieder erlebt man die veinlichen und in ihrer HossnuimSlosigkeit quälenden Versuche der Lida Baarovä, mittelmäßige Stars obne schanspielerische Mittel nachzuabmcn. Wieder ist also daS Ganze eine nüt ungenießbarem Kitsch dürftig garnierte Oed«. In dieser Oede wandelt?lntonie NedoSinskä Ivie eine miS den Bezirken der ivirtlichkeitSnahen und dar- stcllungsfähigen Kunst in fremdes Land verirrte Gestalt. Umgeben von einem Ausgebot dilettantischer und krampfhast posierender jugendlicher und unjugendlicher Liebhaber, in der ständige» Nachbarschaft dieser mit jedem Blick und jeder Geste aus der Rolle fallenden und in die Modenschau weisenden Baarovä, gefesselt von den Anfordcrnngen einer unbeschreiblichen bohlen Handlung, die eine Fiichhänd- | kerin eine Million erben, einen Palast besteben und wegen des törichten Verhaltens ihrer Tochter zu dem offenbar unzurechnungsfähigen Bclverbcr ins Gefängnis ivandcrn läßt, wo sic das happn end mit Humor crlvaricn kann,— in so unbehaglicher Situalioir also läßt sie ihren derben Huinor leuchten und ihre handfeste, drastijche, durch alle Routine hindurch echt erscheinende Herzlichkeit wirken. Wenn eS ihr wenigstens stellenweise gelingt, etwas wie einfache Menschlichkeit und«ckstichie Heiterkeit in diese Ainiospliärc zu bringen, die bis zmn letzten Möbelstück und letztem Lächeln unecht ist. dann spricht diese Tatsache sehr dcntlich für daö Können dieser Schauspielerin, aber noch mehr gegen die Urheber und ihr• skalier eines Filins, der diese Schauspielerin zu schlechtesten Zivecken mißbraucht.—eis.— Billige Fahrt nach Prag. Am 7. März tritt die auf Grund der Legitimationen der Prager Frühjahrsmesse zustehende 33prozeniigc Fahr preisermäßigung in Kraft. Dieselbe gilt für die Reise nach Prag vom 7. bis 18. März und für die Rückreise vom 11. bis 22. März 1934. Die Messelegitimationen sind bei den Vertretern der Prager Messe oder direkt beim Messeamte, Prag VH., Messcpalast, erhältlich. Jugoslawien beteiligt sich an der Prager Frühjahrsmesse. Das jugoslatvische Exportinstitut in Belgrad organisierte für die lommende Prager Frühjahrsmesse(11. bis 18. März) eine offi-....__.. zielle Beteiligung Jugoslawiens. Die Exposition Karl E i s n e r, der bei de,, letzten Schneefällen als Erwi it F n ch S. Literatur Dr. Evjen , doba a zeit und Löhne.) Praha 1034. Büchlein ist eines der besten, das der vielseitige Der» I jasser bisher geschrieben hat. Cö enthält eine Fülle von Material, die der Jonrnakist, Vortragende und Redner über die aktuellen WirtschastSprobleme sehr gut gebrauchen kann- DaS Buch beginnt mit einer Darstellung des AuSeinanderklaffenS von Produktion und Kousuni, daS richtig als die Hauvnirsache der Krise erkannt wird. ES solgi dann die Darstellung der Rationalisierung im Weltmaßstab in> allgemeinen und in der Tschechossowakci im besonderen und ! deren Folgen als da sind: Verdrängung der mensch licken Arbeiiskcafi, Ersetzung von qualisizicrien Ai- beitern durch nnqualifizielte, von männlichen Ar- beiiskräften durch weibliche. Als Mittel hingegen erscheinen dem Autor die Verlängerung, der Sckul- pflichi, die Herabsetzung der Altersgrenze bei der Pension--- u. Aliersverüchernng und insbesondere die Verkürzung der Arbeitszeit. Diesem, dem Ivichtigslen Problem in der Krisenbckämpfinig, wendet der Antor i seine besondere Aufmerksamkeit zu und erörtert die Notwendigkeit und die Möglichlcil der Arbeiiszcitvcr- kürzung in mehreren Kapiteln. Diese Anssührungen gehören zu den ivertbollsicn des Buckes und liefern uns eine Reihe von Argumenten in dein Kampfe um die Verkürzung der Arbeitszeit und damit gegen die Arbeitslosigkeit. In einem Schlußkapitcl besckästigt I sich der Autor mit dem Lohnproblem, zeigt auf, tvie das Lohnciiikouimcn im Verlaufe der Krise gefallen ist und weist zlvingeud nach, daß die Politik der Lohnsenkung»NS immer tiefer in den Abgrund der Krise Hineinführt. Abschließend kann gesagt werden, daß Sterns Büchlein zn den besten Erscheinungen der tschechischen volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Literatiir gehört, die in den letzten Jahren > erschienen sind. I Vortragende verwies auf die großen Gefahren, denen I die Kinder ausgesetzt sind, welche im Milien der |Arbeitslosigkeit aukwachsen. Die Krankheiisbäiisigkeil -dieser Kinder ist viel größer, da die Köiperkonstitu- ! tion der Kinder geschwächt und ihre Widerstandskraft gegen gewisse Krankheiten erlahmt ist. Nach der moralischen Seite wirkt die Auflockerung der Faini- lieubeziehnngen sehr schlecht, man benützt die Kinder zum Verkauf verschiedener Waren und zmn Bettel. Die Zahl der Kinderverbrechen in den von der Arbeitslosigkeit stärker betroffenen Gebieten tvächst. Der zweite Vortragende sprach über die Arbeitslosigkeit der jungt!» Intelligenz und fülirte aus, daß ganze Jahrgänge der studierte» Intelligenz keine Anstellung finden und daß daher in ihnen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit Platz greife. Eine zahlreiche arbeitslose Intelligenz ruft Unruhe in Staat und Gesellschaft hervor. Bittermann schloß daniit, daß eS uottvcndig sei, die Arbeitsdauer im Menschenleben berabznseben und durch Ausschaltung der älteren Jahrgänge den jüngeren Menschen Plan zu schassen. Vorträge Unsere Stellung zum Film Der dritte Abend des von der Prager Bezirks- | organisatlon veranstalteten Kurses über kulturelle Fragen war der Betrachtung des Films gewidmet— und er war in scincni Verlaus eine einzige Wider legung der noch immer verbreiteten Meinung, das der Film einer ernsthaften und eingehenden Diskussion nicht würdig sei,— einer Meinung, die anscheinend viele veranlaßt batte, sich die Teilnahme an | diesem Abend entgehen zu lassen. Genosse Dr. Lustig bezeichnete in seinem mit sachlichen Argumenten überzeugenden und mit kritischer Schärfe formulierenden Vortrag„Unsere Stellung zum Film", unser Interesse an dieser auf die breitesten Massen wirkenden Kunst, unsere Gegnerschaft dem silmbeherrschenden Großkapital gegenüber, das aus Scheu vor dem Risiko die künstlerische Entwicklung des Films hemmt und aus Furcht vor der Aufklärung die Darstellung der Wirklichkeit und die fortschrittliche Tendenz im Film nach Möglichkeit zu vermeiden trachtet. Mit besonderem Nachdruck wies der Vertragende auf die große Gefahr hin, die gerade uns in der Tfchecho- flowakci durch die von der„Holzabteilung" des Handelsministeriums geduldete Massencinfuhr der Hit« lcrdculschen Filme erwächst: und er nahm diese Feststellung zum Anlaß, um nicht nur die Einfuhrpolitik der Regierung, sondern auch die Haltung des größ« 1 ten Teils der Presse und die auch in unseren eigenen ! Reihen spürbare Gleichgültigkeit zu kritisieren. Die ' Forderung des Referenten, die Filmproduktion nicht 1 Sozialis« Die Empörung gegen das„Prager Tagblatt“ Der Protestbrief« gegen das Kellerblatt, die wir erhalten, ist kein Ende; hier noch einer, auch dieser Bries Ist mit Namen und Adresse des Schreibers gezeichnet. „Der Bezug des„Prager Tagblatt" war in ! Unserer Familie, Ivie fast in allen anderen Prager i Familien auch, traditionell. Wir konnten uns sogar nickt versagen, das„Prager Tagblatt" weilcrzii- haltcn, als wir auch ständige Abnehmer unserer i Parteipresse wurden. Was wir am„Prager Tag- . blatt" achteten, waren die tendenziösen, streng in« sormaiivcn Berichte- Wenn tvir auch nicht vom i„Prager Tagblatt" verlangen konnten, daß es in sozialistisckicln Sinne schreibt, stand es dock stets in strengem Gegensatz zu den anderen dentschcn bür« gcrlickien Blättern. | Mit gestrigem Tage habe ich das„Prager Tagblatt" jedoch nbdestcllt. Seine Schreibweise in diesen schweren Zeiten. nicht nur für uns Sozialisten, sondern für jeden demokratisch denkenden Menschen. ! muß mit größtem Abscheu aiisgrnominrn werde». lieber die s ch a in l o s e Schreibweise i über Genossen Deutsch und Bauer ist genügend gesprochen worden. Hai jedock das„Prager Tagblatt" trotz dieser Proteste es der Mühe inert gc- silnden, diesen Arlikcl irgendwie zu entschuldigen'! | Wohl hätten tvir diese Entschuldigungen mit der größten Reserve ausgenommen, aber die Pflicht einer Redaktion, der ein solcher Artikel durck- rutscht, wäre es dock, wenigstens formell zn behaupten, daß sie mit den Aeußerungei« nickst über einstittlmt. Das„Prager Tagblatt" hat es jedoch nicht gemackn! Das„Prager Tagblatt" beharrt auch weiterhin auf dcnAcleidi- g ii n g c n Ureier perehrnngölvürdiger Arbeiterführer. das„Prager Tagblatt" beharrt auf seiner Gleichschaltung. Das Schlaglvort „ins Arbcitrrhriin nur die Arbeiterpresse" ist heute keine bloße Werbcparolc, sondern ein Erfordernis der Zeil, unbedingt notwendig zu unserer Erziehungsarbeit." Stift 6 Tambtag, 24. Feber 1034 Nr. 4S Das verfGwundene Kind Zweiter Berhandlungst'g im Prozeß gegen Anna Jakob— Aufmarsch der Zeugen— Wo ist die Ki^ de gleiche?— Urteil morgen nachmittags Prag, 22. Feber. Das gestern nachmittags er- I öffnete Beweisverfahren gegen die des:lllor- des an dein herauSgelockten Kind angeklagic Anna I a I o b bringt die Vernehmung von nicht weniger als SV Zeugen. Als erste Zeugin wurde die unglückliche Anna Jilich einvernommcn, auf deren Auslage sich die Anklage hauptsächlich aufbaut und die den bereit) zukammenfassend geschilderten Sachver- halt dar Gericht als Zeugen bestätigte. ES kani, da Aussage gegen Aussage stand, zu einer dramatischen Konfrontierung zwischen der Angeklagten und der Zeugin, wobei diese pvcifello» einen restlos moralischen sieg davon trug. TaS bisher zur Schau getragene Selbst< dewustksein dec Angeklagten versagte gegenüber den I klagenden und anklagenden Worten der Mutter, die um ibr Kind und unt ihr ganzes bescheidenes Vermögen gebra^: wurde. Die Angeklagte konnte dem Blick der weinenden Frau nicht slandbalten. Nach Beendigung des Verhörs war sie auch physisch völlig erschöpft und muhte von zwei Ailfschern gestützt lver- den, als sie in einer kurzen Verhandlung«»»»?« hin- ausgesührt wurde. Gleichwohl bleibt sie harinäckig bei ihrer Be- hauvtung, sie tvisse nichts vom Verbleib des Kindes, sie habe es in Gegenwart und auf Veranlassung der Jilich einer Frau Ilhlirik aus Pysokan übergeben und alle erprehten Gelder seien dieser Ilhlirik übergeben ivordcn. Demgegenüber stellt die Jilich in absolut glaubwürdiger An fest, dah sie nie eine Frau Ilhlirik gekannt habe, dah das Kind ihr gleich nach der Geburt von der Angeklagten abgcnomnicn wurde, dah diese niemals den Namen der angeblichen Pflegemutter genannt habe, sondern im Gegenteil dessen Geheimhaltung zur Bedingung gemacht habe. Zur Ebarakteriftik der Angeklagte» leien einige weitere Aussagen aus der grohcn Zahl f der Ncbcnzeugen hervorgebobcn. Tic Zeugin Turek, die von der Jakob zur falschen Zeugenaussage äuge-! stiftet worden war, wusste zu berichten, dah die Angeklagte sich die Photographie ihres kleinen Kindes au«geborgt habe, nm der Jilich diese als das'Bild ihres Böhnchens zu zeigen. — Eine andere Nachbarin erzählte, dah die Jakob ihr einmal, als ihr Töchterchen erkrankte, zu einer Bluttransfusion geraten habe. Sie wuhic durch ihre Autorität die leichtgläubige Frau zu überzeugen, fuhr mit dein Kinde nach Prag, kehrte abends mit verbundenem Arm zurück und kassierte 500 Ke mit der Behauptung, sie selbst habe ihr Blut hergegcben und für die Transfusion 500 Ki bezahlen müssen. Alles war natürlich erlogen, wie sich später herauSstellte.— Dem Liebhaber der Jilich lieh sie auSrichten, sie habe zu Hause ein Fläschchen Blut d«S Neugeborenen und werde vor Gericht durch Blutprobe seine'Vaterschaft erweisen, wenn er ihr nicht 5000 Kä schicke. Die Jilich machte demgegenüber den Eindruck einer absolut ehrlichen, natürlichen und sehr m n t t e r I i ch e n N a t u r. ES klingt sehr glaubhaft, wenn sie weinend erklärt, sie habe drei Kinder in Kriegs- und NachkrirgSnot onfgezogen und mich diesen Spätling herzlich lieb gehabt. Die Angeklagte hat dieser Frau nachgesayt, dah sie selbst davon gesprochen habe, sie werde da« Kind in der Badctoanne ertränken. Aber vor der elementar ausflammenden Entrüstung der unglücklichen Frau verstummte die Jalob. Von der hohen Anständigkeit der Jilich zeugt noch die Tatsache, dah sie, nachdem die Gattin ihre» Liebhabers von der Untreue ihres Mannes erfahren hatte, selbst die völlig gebrochene Frau auksuchtc, ihre Verzeihung erbat und ihr ausdrücklich erklärte, sie wolle keinen Heller haben und sei entschlossen, das Kind selbst und ohne Unterstützung grodzuzicheu und nnt ihrer Hände Arbeit zu erhalten. Leider>var dieses Zureden umsonst. Am nächsten Tag vergiftete sich die Fran Ka- dekäbck mit Salzsäure. Man tvird kaum im Zweifel sein, wer vor diesem Ger' u die Wahrheit spricht, ob die Angeklagte oder die Zeugin. Aus den AuSkagen der Jilich ergibt sich, dah sie dem unheimlichen suggestiven Einfluh der Angeklagten in geradezu unglaublichem AuSmahe niuerlag und jedes ihrer Worte mit blindestem Glauben hin- nahni. Die lauge Reihe der Zeugen, die heute noch ver- noinmen wurde, ergab ein Bild, das dem zu Beginn des Prozesses dargelegten Sachverhalt in allen wesentlichen Zügen enlsvricht. Zur Illustration de» Charakters der Angeklagten berichten einige Zeugen über verschiedene, oft ganz phantastische Schwindeleien, Lügen, Veruntreuungen, mit denen die Jaknb zu operieren pflegte. So kam sie I z. B. zn einem Zeugen, zeigte ihm eine hölzerne i Schatulle mit der Behauptung, in ihr seien 40.000 K£, aber sie habe den Schlüssel verloren und pumpte dem Verblüff' en 6000 Ke ab, ehe er”>s versah. I Aufmerksamkeit erweckte natndgemäh der KindeSvater Kadekäbek, dessen Aussagen aber nicht« NcneS brachten. DieJngenieurSgattin S k a r d a, bei der die Jakob zur kritischen Zeit als Bedienerin und Kinderfrau tätig war, berichtet, dah sie wegen Nnehrlichkeil entlassen wurde. Diese Zeugin hält die Angeklagte für hysterisch und bemerkt, dast i'. das ibr anvcr- traute einjährige Kind g r a n>' a m geschlagen habe. Ihr Gatte, Jng. 2 t a r d a bezeichnet sogar dir Behandlung seine« Kindes durch die Angeklagte geradezu al« bestialisch. Die Jakob bestreitet diese Aussogen und behauptet sm Gegenteil, dah man von ihr sagt«, sie würde einem Kinde hö'"'enS durch ihre, übergrohe Güte geschadet haben.(Im Publikum wird bei diesem Passus Gelächter hörbar.) Charakteristisch ist unter vielen anderen die Aussage der Postbeamtin Marie Svoboda vom Klanovicer Postamt, wo man die Jakob und die Jilich nach ihrer Verhaftung bi« zum Abtransport vor- übergxheud in Gewahrsam hielt. Die Zeugin hörte, wie die Jilich die Jakab auf den Knien anflehte, ihr zu sagen, wav mit den« Kind« geschehen sei, und von ihr die zynische Antwort erhielt: Sachen Tie da keine Komödie! To ein Pflanz zieht bei mir nicht". Bei Einvernahme der Gendarmerieorgane, die von der Angeklagten roher ErpresstingSbe.rsuche eines Geständnisse« bezichtigt worden waren, erklärt die Jakob heute selbst, sie könne keinen der verhörenden Gendarmen«ine« IlebergrisfeS zeihen. Wachtmeister f E a n d ä schildert hingegen, wie anmastend die Ja- | kob beim ersten Verhör aufgetreten sei. Das Verhör des vorerwähnten Jng. Skarda berührte auch den Kardinalpunkt de« ganzen Prozesses: Was ist mit dem Kind geschehen? Es steht nach umfassenden Na-'>forschnugen fest, das; da» Kind in k e i n Waisenhaus, Kinderheim oder sonstige Pflegeaustalt eingeliesert tvurde, das; anch keine Pflcgeelte.ru sich seiner angenommen haben, was.der Aufsichtsbehörde nicht hätte entgehen können. So kann als feststehend angesehen werden, dah der Knabe nicht mehr nnier den Lebenden weilt. Alles Suchen nach einer etwa vergrabenen KindeL- leiche war gleichfalls vergeben«. Ein Zeuge hat be- I obachtet, dah am 2. Mai v. I. fri'.b die Angeklagte, da« Kind, da« kein Lrbentzrichen gab, in einer Einkaufstasche auö ihrer Wohnung trug. und ztvar zu der Zeit, da sie. sich zn ihrer Arbeit in die Billa des Jng. Skarda zu begeben pflegte. Die ■ Anklage folgert, das; das Ztind von ihr in ihrer Woh- Verlanget überall Volkszünder itiiiia getötet und dann in der Zentralheizung der Villa ihre« Dicnftgebers verbrannt tvurde, in deren Glur die kleine Leiche natürlich spurlos verschwinden konnte. Die Jakob verteidigt sich damit, dah am 2. ! Mai nicht mehr geheizt tvurde. Jng. Skarda, als Zeuge über diese Frage einvernounnen, erklärte, sich nicht erinnern zn können, ob am kritischen Lag noch geheizt tvurde. Er könne nur sagen, dah er in seiner Billa regelmähig vom September bis Ende April zu Heizen vklegte und weiterhin noch an kalten und keuchten Lagen der ersten Maibälfte. Ob der 2. Mai zu diesen Tagen gekört«, weih der Zeuge heute nicht mehr. Unter den sonstigen Zeugen kommt der Aussage. der in.Klanovice lvoiuienden Ernestine S o- b o d a Bedeutung zu. Diese Zeugin erinnert sich eines Sonntags anfangs Mai 1022 vom Abcudläu- icu. das sie zu besorgen hatte, beimgegangen zu sein. Es tvar schon fast Nacht und sie tvar sehr erstaunt, als sie im Walde»löblich die Angeklagte erblickte, die im Straßengraben stand und mit einer Hacke in der Erde grub. Reben ihr tag ein Sack. Auf die erstaunte Frage der Zeugin, lvas sie hier mache, antwortete die Jakub, sie grabe nach Wurzeln. Einige Tage später sah sie sie abermals in der Dämmerung an dieser Stell« und erhielt diesmal den Bescheid, die Angeklagte suche Veilchen Bemerkenswert ist, dah bei Beginn der sicher- heitsbehordlicheg Erhebungen die Jakob zu der Svoboda kam und sie unter verschiedenen Versprechungen zu bewegen suchte, de» Gendarmen gegenüber nichts von deni Vorfall zu erlvühncn. Bei der Konfrontation mit der Zengin kam es zu heftigen Zusammen- stöhen und Schimpfereien zwischen den beiden, se da'' der Vorsitzende der Szene energisch ein Ende machen muhte. Tie heutige Verhandlung endete erst spät abend« nacll auhcrordeutlich arbeitsvoller Vcrhaud- lnng, die au das Gericht Hobe Anforderungen stellte. Morgen beginne» die Protokollverlesnngeu. Das Urteil dürfte in den Nachinitiagssinnde» gefällt werden. j Mitteilungen aus dem Publikum. Leiden Sie an lliheumatiSmu«? Alpa-Massage verschafft Ihnen Linderung, belebt den Blutkreislauf, gewährt dem Körper die erforderliche Nahrung, stärkt die Muskeln und wirkt lvohltuend auf die Nerven. ' 100 ABTEILUNG KESSELFABRIK KERZENFABRIK ERZEUGT: E.KOPSCHITZ& CO 2317 Xomotau de» Eisenvitriol in den Konsumvereinen, wenn er nicht erhältlich wäre, tvird man Ihnen dieses billige Produkt besorgen. Sie erhalten ihn dann in einigen Tagen. Die Bäume tverden rein und da« Obst gesund sein— und di« Hauptsache, für wenige Heller. Wasserlose Gasbehälter, System MAN, und Gasbehälter mit-Wasserbecken, Gasgeneratoren, Trok- kenkokskühlanlagen, System Sulzer, und sämtliche Erzeugnisse für den Kesselbau. durch den zur Pslicht anch gegen lauft sogar Zentraldlrektlon und Zentralverkaufsbüro: da«, was wir von einer ganzen Reihe unserer zufriedenen Leser erfahren, üuherst sympathisch, dah mit«in paar Heller die Obstbauinschädling« durch Verwendung von Eisenvitriol(Eisensnlsatl in den Gärten entfernt werden konnten. Dieses Produkt ist in allen Konsmnvereinen erhältlich, wo man auch die entsprechenden Anweisungen und Belehrungen bekommen kann. Es handelt sich hiebei um ein Erzeugnis, welches direA aus den Blechwalzwerken den Konsumenten durch unsere Wirtschaft-Vereinigungen zugeht, wodurch der billige Preis erNärlich ist. Sie erhalten Eisenvitriol in ganz Neinen Mengen schon zu ca. 1 Kd per Kilo in den Konsuinvereinen, bei genwinschastlicher Bestellung in gröheren Mengen noch bedeutend billiger. Wir raten Ihnen im eigenen Interesse den Berschleih diese« Produkte« zu unterstützen, welches durch unsere Arbeiter erzeugt wird, schlichet euch zn gemeinschaftlichen Bezügen zusammen, bei Bezug von tvenigstenS 800 Kilogramm auf einmal können Sie sogar 100 Kilogramni umsonst zur Deckung der kleineren Auslagen durch den gemeinschaftlichen Bezug erhalten. Jetzt wäre schon die beste Zeit, die Bespritzung der Obstbäume und Beerensträucher durchznführen, wobei nihig eine stärkere 20- bis 2!>prozentige Lösung lauf 80. bzw. Für Betriebsdrücke über 100 Atmosphären: Höchstdruckkessel, System Dr. Löffler- Wltko witz. Mechanische Wanderroste ohne Unterwind, ferner normale und Hochlelstungs- Kohlenstaub- Aufbereitungsanlagen, System Fuller-Wit- kowitz, bis zu den größten Leistungen, einschließlich Kohlentrocknungsanlagen und Staubtransporteinrichtungen hach dem Fuller- Kinybn-System. Kohlenstaubverbrennungsanlagen eigener Systeme für alle Arten von Brennstoff. Ta« Bespritzen der Bäume wird Regierungserlah vom Ist. Juni l still gemacht, tvcr dies nicht tut, kann dazu seinen Willen gezwungen werden. Man Gefahr, bestraft zu werden und kann sogar die Bespritzung durch da« Amt aus Kosten des Besitzers borgenommen werden. Die« ist zweifellos auch in Ordnung, denn sonst könnte leicht der Fall eintreten, dah die meisten Obstbäume, besonder« Aepfel- und Pflaumenbäume, eingehen. In den früheren Jahren war Obst überall genug, es war billig und konnte in grohen Mengen auch exportiert werden, jetzt wird es dem Arbeiter schon«ine schwer zugängliche Delikatesse und jene« Obst, welches man zu uns einkührt, ist teuer und ohne Geschmack. Die berufenen Stellen kümmern sich wenig darum, wie der lleine Landwirt und der kleine Gartenbesitzer die gesetzlich verlangte Bespritzung durchführt. Tie Fytopatbologischen Anstalten raten lauter teuere Präparate, welch« jedoch bei den heutigen Obstpreisen nur schwer in Betracht gezogen tverden können, da man mehr Geld für die Präparat« auslegen müht«, als beim Verkauf de« Obstes überhaupt erzielt würde, wobei diese Präparate gröhtenteils reichsdeutschen Ursprunges sind. Dagegen scheint un« Moderne komplette Kesselaniagen bis zu den größten Heizflächen für Elektrizitätswerke und andere Industrie- Unternehmungen für Drücke bis 40 Atmosphären und darüber. 75 Liier Wasser 20, resp. 25 Kilogramm Eisenvitriol) verwendet werden kann, in der VegetationS- rube schadet man den Bäumen durch eine solche Bespritzung nicht im geringsten und«S ist gut, wenn «ine gleiche im zeitigen Frühjahr kurz vor Ausschlagen der Bäume wiederholt werden kann. Verlanget Unterwindwanderroste, System Walther- Witkowitz, Feuerbrük- ken, Hängedecken, Ventilatoren, Blechschornsteine usw. Bergbau- und Eisenhütten Gewerkschaft MÄHRISCH-OSTRAU 10(Vitkovlcejelezürny) Cechostovakal Prager Büro: Prag II., Bredovskä 9 an« Kerzen aller Sorten Marke„Milka* TROPPAU Steilrohrkessel eigener Systeme, Sektionalwasserrohrkessel, Flammrohrkessel usw., Abhitzekessel, Ueberhltzer, Speisewasser-Vorwärmer, Lufterhitzer, Zusatzwasser-Destillieranlagen, Rohrleitungen, Reservoire usw. Arbeiter- Itonsnmvcrcln Bodenbach registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung Eigene Dampfbäckerei, Bodenbach. Schlachlhefslrasse. Kanzlei und Zentrallagerhaus: Bodenbach, Schlachthofstrasse. u unrtniinnnrtiniinn Telephon 504.- Unterlager: Bensen, Mdhlgasse, Telephon 15.!LSi||E OK Telephon Nr. 119. Flei. r chwaren, Wurst- und Konserven-Fabrik Verlanget stets die bestbekannten Erzeugnisse der Firma 3t. Mitteltkufi'S&fme. 9t. 1« SamStag, 24. Feier 1934 «eile 7 Entwicklung Die 9 ec vollendet bas fünfzehnte Jahr ihrer selbständigen Tätigkeit in der Tschechoslo- wakischen Republik. Sie ist and der 1905 gegründeten Wiener Großeinkaufögesellschaft ößerrcichi- scher Eonsumvcreine(Göc) hervorgegangen. Schon damals ivaren die sudetendcutschcn Kon« sniiigcnossensäiafteir ein achlniiggcbietendcr Faktor in der österreichischen Bewegung. Die deutscbböhmi- schcn Konsumvereine bildeten die Pfeiler des österreichischen Zentralverbandes und sie waren auch ihrer Stärke entsprechend in den genossenschaftlichen Zentralen verireten. denen bis zum Umsturz auch ein großer Teil der tschechoslowakischen Konsumvereine angehörte. Aach Aufrichtung der neuen Grenzen zcrfie- kcn die im ssenlrolverband zusanuuengeschlossenen Vereine in ihre nalionalen Gruppen. Tic deutschen Konsumvereine der Tschechoslowakischen Republik vereinigten sich zu einem eigenen RevisionSvcr- bande mit dem Sitze in Prag und die bis dahin bestandene Prager Niederlassung der Wiener Göc wurde svatcr in eine selbständige tschechoslolvalischc Gesellschaft umgeiuandeli. Die Wahl Prags zum Zentrum der genossenschaftlichen Institute geschah au» praktischen Gründen, teils deshalb, weil die Stadl für alle Vereine geographisch günstig liegt und teils auch aus dem Grunde, weil sich der Verkehr mit den Acmtern und Behörden nur am Sitze derselben bewerkstelligen ließ. Die Tätigkeit der G e e in der Zeit der gebundenen Wirtschaft der Nachkriegszeit Ivar für die Konsumvereine von außerordentlicher Bcden- luug. Ter Schleichhandel trieb damals trotz energischer Bekämpfung durch das Wucheramt arge Blüten. Ilm die Versorgung der Arbeiterschaft mit den rationierten Lebensmitteln klaglos durchführen zu können, mußte die nunmehrige Prager Zentrale alle ihre Kräfte aufbieten, mit dem Erfolge, daß die organisierten Verbraucher dank des gut funktionierenden Verteilungsapparates gegenüber den übrigen Konsumenten im Vorteile ivaren. Nach Aushebung der staatlichen Zivangsbe- wirtschaftung und Wiederherstellung dcS freien Handels konnte die Gcc sich neben der Funktion der Verteilung der ungleich tvichtigeren Eigen« p r o d u k t i o n zutvenden. Das Um und Auf der genosscuschastlichcn Eigenproduktion bestand damals in der Neratvwiher Marmeladenfabrik. Diese Fabrik wurde bereits lvährend dcS Krieges errichtet, um einen Ersatz für die fehlenden Fettstoffe zu schaffen. In der Nachkriegszeit war dieses Nahrungsmittel bereits arg diskreditiert. UeberdieS bestanden Schwierigkeiten bei der Bcscl)asfring der RohprÄruktc. Es Ivurdc nun vom Jahre 1920 an systematisch am Ausbau der Eigenproduktion gearbeitet, Im Lause der Jahre entstand in N e r a t o Iv i tz ein Komplex von bedeutenden Nahrungömittel- Betricbcn(Kaffecsnrrogat-, Schokolade-, Kanditen- und Fischkonservenfabrik, Senf-, Suppenwürze- und Essigsabril) sowie eine Möbelfabrik, in H c r b i tz bei Aussig eine Mühle, Bäckerei und Teigwarcnsabrik, ferner in B ö h m.-K a m n i h die BekleidungSlverkc(Schuh-, Strumpf-, Wirkwaren- und Kappenfabrik, Weberei- und Gummifabrik), in Znaim ein Lebcnsmittelbetrieb (KonfervierungSbetrieb. Dampfmolkerei, Weinkelterei), in Bärringen eine Fabrik für Wäsche und Konfektion, in Bodenbach ein weiterer LebenSmittelbctrieb und eine Fabrik chemischer und losmciischer Artikel. Die genossen schaftliche Eigenproduktion der Gec ist in fortiväh- render Entwicklung begriffen uird die Auszählung der Betriebe im Rahmen dieser kurzen Betrachtung kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die Entwicklung der Gec in den fünfzehn Jahren ihres Wirkens läßt sich mit einigen Ziffern augenfällig anfzeigen: 1010 Ke 1033 Kc Eingez. Antcitkap.. 771.644 0.657.064 Reserven.... , 12,486.300 Gelddepots.... 2,086.727 17,762.191 Mobilien.-... 666.852 8,235.082 Immobilien.x.. 2,436.951 35,870.107 Iahrl. Eigenprodult. 6,876.608 53,005.470 Die Konsumvereine stehen schon das vierte Jahr unter dem schweren Drucke der Wirtschaftskrise. Die wirtschaftlichen Erschütterungen, lvclche die ganze Welt ergriffen haben und in deren Gefolge unsagbares Leid über die arbeitenden Menschen hercingebrochcn ist, machen sich auch in der konsumgenossenschaftlichen Bewegung fühlbar. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit in den Reihen der Mitglieder haben deren Konsuinkraft beeinträchtigt. Dies hätte zu einem katastrophalen Rückgang der Umsätze führen müssen, hätte nicht die Not eine große Anzahl von bisher unorganisierten Verbrauchern in die Reihen der Konsumvereine.getrieben, wo sie Schutz suchen vor der Ausbeutung durch den privaten Handel. Die nachstehenden Ziffern geben über das Anwachsen der Konsumver- einSmitglieder und die Senkung der Kaufkraft Aufschluß: Mitglieder«» zahl: Durchschn. Jahresumsatz pro Mitglied: 30/6 1931 243.781 1980/31 2874 30/6 1932 256.482 1981/82 2237 30/6 1938 262.300 1932/88 2030 Alle die Stürme der Weltkrise, welche manches kapitalistische Gebilde hinweggefegt haben, vermochten nicht, die Fundamente der konsnmge« uossenschaftlichcn Organisationen zu untergraben. Es ist der Geist der genossenschaftlichen^ Selbsthilfe. ivetcher den auö den bescheidene» Mitteln der Konsumenten geschaffenen Organisationen innewohnt, es ist daü plantvirtschastliche System, IvelcheS den Konsumvereinen ermöglicht, den Stürmen der verheerenden Wirtschaftskrise zu trotzen. AuS den bescheidene» Anfängen bat sich die Gec zu einer machtvollen Position entwickelt. Sie ist ein bedeutender Faktor im wirtschaftlichen Leben des Staates geworden. Wer die imponierende» Ziffern liest, wird es kaum für möglich halten, daß dies alles das Ergebnis des Zufmumenschluf- ses armer Proletarier ist. Die Arbeiterfrau, welche in ihren: KonsumvereinSladcn die bescheidenen Be« dürfuisic ihrer Familie cinholt, hat mit ihren geringen Mitteln den Aufbau des machtvollen Werkes ermöglicht. Sie ist die Trägerin dec großen genossenschaftlichen Organisation, welche deren Wahlspruch zu einem Wahrspruch macht: Vereinte Kraft— Großes schafft! Konsum- und SpurgenosscnsdiaK für den Schönhengstgau In Zwlttau. 27 Filialen ♦ 7,400.000.— Kö ♦ 4300 Mitglieder. Organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen deckt eueren Bedarf nur im Konsumverein. Die genossenschaftliche Produktion organisiert die neue Wirtschaft. Sie setzt an die Stelle der anarchischen, kapitalistischen Fabrikation die planmäßige Produktion welche für den vorhandenen Bedarf der organisierten Konsumenten erzeugt. Helfet am Aufbau dieser organischen Entwicklung unermüdlich mit. Verlanget in allen genossenschaftlichen Verteilungsstellen nur die Eigenprodukte des Verbandes uovl Der nurdböhmisdie Konsum-& Sparneroin in Teidistatt und die Hrbeiterbädierei in Rumburg sind die leistungsfähigsten Wirtschaftsunter- neliinungen der genossenschaftlich organisierten at(, Verbraucher im nordböhmischen Niederlande. VScobecnA druistevni banka Allgemeine Genossenschaftsbank PRAHA II., Bredovskä ul. 4 (neben der Hauptpost) Telephone 22751-5 Exposituren: Brno:„U Solnice“ Nr. 3n.— Mor. Ostrava: Nndraznf tr. 32. Durchführung aller Bankgeschäfte.— Kreditbriefe für das Ausland, auch für Rußland. Einlagen auf Einlagsbüchei u. in laufender Rechnung.— Lose gegen Barzahlung.— Verkaufsstelle der tschechoslow. Klassenlotterie.— Vermietung von Schließfächern(Safes). Eigenes Panzergewölbe. M, «Mr 8 Rr.« kann I nsvllcicovo nsm. 3 Mptau H ROHMANN RUSCHWITZ Knopfzwirn/ Rollenzwirn/ Strähnzwirn Pilsner Actien- Brauereien Gambrinus-Weltbräu empfehlen Ihre vorzüglichen BERGBAUE: 2277 Lieferanten der„GEC“ in Präs und deren Filialen Cd Vertretungen In allen gröberen Städten des In- und Auslandes Börtel und Borten Schuh blinder und Lederriemen (als Spezialität« Schnürsenkel mit Gummi beseh lag) Sockenhalter, HocentrMger Berg- und Hutten Werksgesellachaft Heinz 6- Comp. Fahrrad- und Fahrradteilefabrik Häkel- und Stopfgarn, Stickgarn Zwirnknöpfe Strumpfband« u. RUschengummi aus Seide und Baumwolle Gummilitzen aller Art Eisenvitriol bezieht schon jahrelang laufend der Gec-Verband und seine Wirtschafts-Genossenschaften, z. B.: Böhm.-Kamnitz, Kreibltz-Teichstatt, Kaplitz und andere Lager-, Schank- und dunklen Biere Schuh- und Sattler-Garne und-Zwirne verwendet wird. Es ist in jedem Konsumverein erhältlich. Sie bekommen schon 1 kg fUr wenige Heller, wogegen andere Präparate einige Zehnkronen kosten. Gehen Sie In Ihren Konsumverein und verlangen Sie Eisenvitriol mit Gebrauchsanweisung. Wenn Sie es nicht bekommen können, soll Ihnen der Konsumverein das Eisenvitriol beschaffen, oder schreibet direkt an die Adresse: » ji i! i[ \'t K von Schädlingen und Krankheiten gereinigt werden, wenn zur Bespritzung BRUDER BAUER i I » —Kauft Velamos- Fahrräder Velamos- Werke Morren« und KnebenkleiderfabrHc Prost^iov l. M i Isen vltrlol (Eisensulfat) I l im Ostrau-Karwiner Revier: auf Kokskohle: Gabrielenzeche, Barbara-, Hohenegger-, Ignaz- und Oderschacht; auf Flammkohle: Hedwig-, Fortschritt- und Ludwigschacht; in der Slowakei: auf Eisen- und Manganerze: Marienhütte, Bindt und Svabovce; Kalkwerk inVarin. EISENWERKE: THnee, Karlsbiltte, Oderberg, Klein-Mohrau: Erzeugnisse: Roheiten, Stahl, Walzmaterial, Grau- und Stahlgußwaren, Welchen, Eisenkonstruktionen, Draht, Drahtwaren und Ketten. Koksanstalten mit Nebenproduktgewinnung: auf den Schächten Ignaz und Hohenegger sowie im Eisenwerke Tkinec 22 ^onlmtiberein geplift-Gitgaaii „GefundyeßtSvrot" 3lRdaen*ngaaa la Oer XMrdsftoloalifdca aupaeut n » g i Seulfdk RrbeilSneineinschait für Bolksnesntidbeil ilt her Dschechoskowaltschen:>!evublik. OeftfiSfwfiene Braa II.. Bkezloba 7. Srtiifnelüdr« wurden, ernaden leinende Ernebniile: Mch den« llbereinlliminonden Urteil jener, die do» Brot nenollen daden, lal> do» Brot, welche» noch einem delunderen Bersabren berneltellt wird, während der nanzen Ker luchbzeit Itei» vollkommen nleichmäliin und avpetillich au». Da» Brot zeichnet sich durch einen besonderen Woblneschmack au». Bei Patienten, die weaen Blnaenerkrankunnen lonlt nach Drotnenus; ost recht erhebliche Beschwerden habe», wurde leslaeslelll, dos: et. in»Minen Mennen nenollen, keinerlei Beschioerden macht. Auch bei länllchem tjlennkt wurden bei diesen Patienten weder ManendrUcken, noch klulllosten oder äilatulenz und GiirunnSerschelnunnen beobachtet. Diese» Brot kann daher auch UlknSkranken»der sonst unter Derdauunabbelchwerden Leidenden in mäbinen Mennen verabreicht werden, wa» Insosern von besonderer Wichttnkeit siir die Diät ist. al» aerobe der volllländine Brotentzun daSjeniao ilt. was von vielen kranken an der Diät am unannenehmslen emviundeit ioird. Bon Mnaenaelmiden wurde dao Brot mit Borliebe nenollen und al» sehr bekäinmlich bezeichnet. Die nn» zunekommenen das von der Arbeiter-Bäckerei in Turn bernestellle Brot den Itonlumeuieu nur beitens emvloblen werden kann. 220S Flic die deutsche ArbellSneineinschost siir BolkSnesundbeil, bvglenischer Bildunn-wirnll: Dozent Dr. Ernst Sin«er. — Fd wOtii Samttefl, 34. Seiet 1984 Seite- Verlanget überall W W VOl ZLIN SOLO KS DER A S. I VOLKSZONDER! Seite 10 SamSlag, 24. Fever 1934 Nr. ■i VERLANGT U. TRINKT JUL DOSTAL 2313 Zivnostenskä banka I Besorgt sämtliche Baakgeschäfte im In-n. Ausland«. OPTISCHE WERKE NEUERN 2270 Die bestbekannten 3314 * V El: Qj W Erste mährische ftunya-, Segel*, Filz- und mihadflsehuhfabrilt DAS QUALITATSBIER DER ERSTEN AKTIEN-BRAUEREI IN EGER EKSTEIN& Co. Llpnik nad Beivou POSTSCHECKAMT PRAG No. 19.202 TELEFON No. 22 Prag» Na Prlkopä 30. Gegründet 1868. Aktienkapital Kc 240,000.000.— Reservefonds KJ 347,000.000.— 2380 23 Filialen. 2 Zahlstellen. 2 Exposituren. 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Die Elektrizität hat unser gesamtes Wirtschaftsleben in der nachhaltigsten Weise beeinflußt; sie ist auS dem modernen Kulturleben überhaupt nicht mehr sortzudenken, denn die Vorzüge ihrer Verwendung liegen für jeden Zweck klar auf der Hand. Die Leitungen für die Nebertragung und Verteilung der elektrischen Energie sind im Vergleich zu denen anderer Energieformen, beispielsweise GaS und Wasser, überaus einfach. Die Verästelung in beliebig kleine Teile gibt die Möglichkeit, die Stromabgabe weitestgehend zu dezentralisieren. TaS Bestreben, die wirtschaftliche Erzeugung der elektrischen Energie zu verbollkommnen, führte zur zentralen Produktion derselben und damit schließlich im Lause der Zeit zur Konzentration der Erzeugtmg großer Energiemengen in einzelnen Großkraftwerken. Die Fortschritte der Hochspan- nungStechnik machten eS möglich, diese Großkraft« werke auS dem Schwerpunkte des Absatzgebietes, lvo Grund und Boden nieist teuer waren und die Heranschaffung der Brennstoffe sich oft schwierig und teuer gestaltet«, herauszunehmen und sie unmittel- bar an die Rohstoffquellen, also z. B. direkt zum Sitze der Kohlenvorkommen, zu verlegen. Auch im Gebiete des tschechoslowakischen Staates sind diese Tendenzen niodcrner ElektrizitätS- wirtschaft frühzeitig erkannt und nrit Erfolg verwirklicht werden. Soweit es sich uu> Nordböhmen handelt, wurde die lleberland-ElektrizitntSversorgung in diesem Gebiete von der„Nordböhniischen Elektrizi- tätSwerke-Aktiengesellschast"(NEW) mit den» Sitze in Bodenbach durchgeführt. Die Gründung der NEW, welche sich im Laufe der Zeit zu einem der bedeutendsten lleberland-Elektrizitätswerke deS tschechoslowakischen Staates entwickelt hat, erfolgte im Jahre 1011 als Gesellschaft m. b. H., welch letztere mit l. Jänner 1914 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die Gesellschaft besitzt aiif ihrem Elisabeth- schachie in Tiirmitz ein modernes Großkraftwerk, welches derzeit mit 5 Turboaggrcgaten einer Ge» samtleistung von 60.000 Kilowatt auSgestattet ist und ihre StromverteilungSanlagcn Umfassen gegenwärtig rund 1600 Kilometer Hochspannungsleitung gen, 14 Umspann- und Schaltwerke sowie rund 1000 Transformatorstationen und rund 460 Riederspan« mmgSnetze. WaS die Entstehung deS heutigen Stromversor- gungSgebieteS der NEW betrifft, so ist bemerkenswert, daß die Gesellschaft im Zuge der Entwicklung ihres ursprünglichen Ausbauprogrammes nach Beendigung des Weltkrieges insoferne vor einer neuen Situation stand, als zu jener Zeit in dem von der NEW in Betracht gezogenen StromversorgungS- gcbiete selbständige StromvcrteilunaSunternehmun- gen entstanden, welche eS sich zur Hauptaufgabe machten, die Elektrizitätsversorgung noch nickst an- qeschlossener Gemeinden selbständig durchzusUhren. Infolge der Unwirtschaftlichleil dieser Arbeitsprogramme sahen stch jedoch diese EtromverteilungS- unternehmungen veranlaßt, mit der NEW in Verhandlungen wegen des Verkaufes ihrer Anlagen an letztere zu treten. Diese Verhandlungen führten zu dem Ergebnis, daß die NEW die Anlagen dieser Stromverteilungsunternehmungen, nachdem eS ihr früher gelungen war, ihr StromversorgungSgebiet auf die politischen Bezirke Teplih-Schönau und Dux auszudehnen, in den Jahren 1986 und 1028 käuflich erwarb und ihren eigenen Stromverteilungsanlagen organisch eingliederte. Damit befreite die NEW die an diesen Strom- verteilungSunternehmungen beteiligten Bezirke von ihren aus diesem Titel entstandenen Schulden und ermäßigte die von diesen StromverteilungSunterneh- inungen verrechneten Strompreise gleichzeitig mit der Uebernahme der betreffenden Anlagen um 20 bis 60 Prozent. Im Jahre lügt war es der NEW schließlich gelungen, mit der Liefermrg der elektrischen Energie in das bisher aus dein benachbarten Ausland« versorgte Gebiet der politischen Bezirke Runiburg, Schluckeuau und Warnsdorf vorzudringen, indem sie mit Beginn des Jahres 1082 die Stromlicferuug an die Städte Rumburg und Schönlinde und mit Beginn des Jahres 1088 jene an die„Elektrische Lichi- und Kraftanlagen» Gesellschaft m. b. H." iElka) in Nixdorf an Stelle der„Aktiengesellschaft Sächsische Werke(ASW) aus ihrem inländischen Großkraftwerke in Türinitz übernommen hat, ferner mit der ASW in Dresden als der bisherigen ElektrlzitätL- unternehmung für die vorerwähnten drei Bezirke unter Mitwirkung des Ministerium- für öffentliche Arbeiten in Prag eine Vereinbarung abschloß, auf Grund toelcher diese Gesellschaft zu bereits festgesetzten Kristen auch mif die Lieferung elektrischer Energie an die restlichen Gebiete dieser drei Bezirke zugunsten der NEW verzichtet«. Das VcrsorgungSgebiet der NEW umfaßt zirr- zeit die Gcrichtsbezirke: Auscha, Aussig, Bensen, Bilin, Böhni.-Kamnitz, Bohm.-Le.ipa, Dauba, Deutsch-Gabel, Dux, Haida, HainSpach, Kartzitz, Leir- merih, Lobositz, Niemes, QberleutenSdorf, Ruinburg, Schlucken«», Teplih-Schönau, Tetschen, Wegstädtl und Zwickau mit zusammen rund 835.000 Einwohnern. In diesem Versorgungsgebicte werden seitens der NEW derzeit 800 Städte und vlemeindcn mit elektrischer Energie versorgt. Rur noch tvenige Ortschaften, entsvrechend ca. 8 Prozent der gesamten Einwohnerzahl des Versorgungsgebietes, sind noch zu elektrifizieren. Die NEW arbeitet vorbildlich im Interesse einer systematischen Elektrifizierung ihre- Strom- versorgungSgebieteS, waS auch den maßgebenden Stellen der Regiening bekannt ist. Ihre Strompreise sind durchaus angemessen und nirgends höher als bei den gemeinnützige» Ueberland-ElektrizitätS- unternehmungen im übrigen Böhmen, wobei noch besonders zu berücksichtigen ist, daß die ausschließlich mit privaten Mitteln arbeitende NEW nicht jene fiskalischen Unterstützungen lSteuerermäßigungen, billigere Geldbeschaffungen etc.) wie die gemeinnützigen Elektrizitätsunternehmungen genießt. Die Tarificruiigssystcine der NEW passen sich weitestgehend den verschiedenen Verwendungszwecken der elektrischen Energie an, so daß hierdurch Anreguckg zu den verschiedensten ElektrizitäiSverwertungen innerhalb der einzelnen Wirtschaftsgebiete gegeben tst. 2202 Kommanditgesellschaft JULIUS RUTGERS Mähr.-Ostrau Fabriken: Witkowitz, Mährisch-Ostrau, Zilina Liefert: Motorenbenzol, Reinbenzol, Toluol, Xylol etc., Dachpappe u. alle übrigen Steinkohlenteerprodukte, Spezial- Straßenteer Marke„Rego" Übernimmt die Ausführung von neuzeitlichen Teerstraßen 2306 Prossnitz i. M. 2306 ERICH SCHICK DAMEN* UND MÄDCHEN- MÄNTEL-KONFEKTION Das Herz lacht bei einer Fahrt auf „FKZ“ aus den Fahrradwerken FUCHS& KOMP. ZUCKMANTEL■ SCHLESIEN Der Fahrradhändler in Ihrem Ort beschafft es Ihnen MAUANO BELGRAD BUKAREST) •PARIS>, STRASSBURG amsuroam ujtfll MW MALAGAa« C'fya/ t um I Derlanaet überall DolhHüiider! BEHÄLTERKOCHER „EFFEKT" gekauft! Spezialfabrik für Lör-Heiz- und Kochapparate ERNST HÄHNEL Brandauizß. Heinen. Hum.,_ t™-_ p i i i I L. W wüK I STANBUl LEBENS VERSICHERUNGS GE SE ILSCHAFT PHÖNIX 1• s% .lu mrwMKnt» SCHAFT ■‘‘‘-J _ IH^IEH 1 Direktion für die Cechoslovakische Republik in Prag II., Lützowova 7. Dirditlon für Mähren. Schlesien Filiafdirelction für die Stovakel in B run n. Behounskä 10. in Bratislava, Grötslinsova 8. Älla/ -W?» y WMMMEiwrAtkti "•MXXANDRiEN a. --, (.SOFIA ■ ®*tfe 12 Eam-ta», 24. 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