Nr. 91. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. SonntagsNummer mit Auftrierter Sonntags: Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Bettungs Preisliste für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelgetle ober beren Raum 40 Pfg., für polttische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Zelegramm- Adresse: " Borialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der erste Mai. Mittwoch, den 19. April 1899. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Doch so wenig der vereinzelte Arbeiter seines Schicksals Das Hauptintereffe der heutigen Sitzung nahm die Rede des Schmied sein kann ebenso wenig fann ein vereinzeltes Ministers von Miquel in Anspruch. Schon vor Wochen hatte Volt die Zukunft der Menschheit: die Gesellschaft der Freiheit, sich das Gerücht verbreitet, daß Miquel im Grunde seines Herzens ein Kanalgegner sei und daß er sich nur auf ausdrücklichen Zum zehntenmal feiert in diesem Jahr die klassen des Friedens und des Menschen- und Völkerglücks schmieden. Wunsch bes Königs zur Bertretung der Vorlage entschloffen habe. bewußte Arbeiterschaft aller Länder das Weltfest der Arbeit. Dazu bedarf es des internationalen Bundes der Neue Nahrung erhielt dies Gerücht nun durch die laue Art und das sie durch ihre Vertreter auf dem Internationalen Arbeiter Arbeiter der internationalen Verbrüderung Weise, wie der Minister die Vorlage verteidigte. Herr v. Miquel, kongreß des Jahres 1889, ein Jahrhundert nach dem Sieg der Völter. Neben dem Gedanken der Pflicht, für die der sonst seine Gegner nicht allzu milde nicht allzu milde behandelt oder der bürgerlichen Revolution, in Paris sich selber gegeben Forderungen der Arbeit einzutreten und furchtlos, unablässig wenn Gefahr im Verzuge ist, all seine Beredsamkeit auf traf diesmal, wo hat ein Fest, das aller Welt bekunden soll die Klassen gegen die Feinde der Arbeit zu kämpfen, bis sie besiegt sindwendet, um Andersgesinnte zu belehren, forderungen des Proletariats und das internationale Gefühl hat der Gedanke der internationalen Solidarität die Arbeiter- es fich darum handelte, handelte, den Agrariern entgegenzutreten, der Zusammengehörigkeit, das die Arbeiter aller Länder verwelt zu beherrschen am 1. Mai. nicht den richtigen Ton. Seine Gründe waren nicht ausreichend, bindet. Oder verbinden sollte. Denn noch nicht alle auch nur einen Gegner des Projekts eines Besseren zu belehren. Und die deutschen Arbeiter, um sich zum Kampfe zu Gs machte nicht den Anschein, als ob es sich um eine Vorlage von Arbeiter haben das unwürdige ihrer Lage begriffen und sich stählen, um die schlummernden Leidenschaften zu entflammen, weittragender Bedeutung, sondern um einen nebensächlichen Geſetzermannt zum Kampf für die Befreiung des Proletariats und sie gedenken noch besonders des kommenden Zuchthaus- entwurf handle, an dessen Zustandekommen der Regierung nichts für die Gleichheit alles dessen, was Menschenantlig trägt. Wäre geseges. gelegen sei. Jedenfalls hat sich der Minister bereits auf eine Abs lehnung der Borlage gefaßt gemacht, wie aus dem Schluß seiner Rede hervorgeht, wo er seinem alten Gegner Richter, der diesmal auf seiner Seite steht, einige Schmeicheleien" sagte: dies Jahr ist es die Hoch das Koalitionsrecht und der Achtstundentag. Friede den Völkern. Krieg dem System des Zuchthauskurses. Und Hoch das Weltfest der Arbeit, der Politische Uebersicht. Berlin, den 18. April. Der Reichstag " Ich hoffe ja, daß in der Kommiffion noch manche Aufklärung gegeben werden kann. Wie aber auch das schließliche Resultat der Vorlage sein wird, Herr Richter ist sehr im Irrtum, wenn er mit triumphierender Freude verkündet, mit der Ablehnung des Kanal baues würde die Sammlungspolitik begraben, würde der Kampf zwischen dem industriellen Westen und dem landwirtschaftlichen Osten aufs schärfste aufflammen. Alle diejenigen, die auf dem Boden des Schutzes der nationalen Arbeit stehen, begreifen, daß sie gemeinsam fechten müssen, wenn sie die nötige Macht erlangen wollen, um die großen Interessen der produktiven Stände bei den tommenden hochwichtigen Verhandlungen energisch zu vertreten. Sie müssen deshalb diesen Fall als vereinzelten Fall des Gegen sages betrachten, der die eigentlichen Grundlagen des Zusammen gehens zwischen Industrie und Landwirtschaft nicht berührt. Machen Sie die Hoffnungen des Herrn Richter zu nichte!" denken. Nach diesen Worten zu urteilen, ist Herrn Miquel an dem Zustandekommen des Kanals nicht allzuviel gelegen. Daran, daß die preußische Regierung wegen Ablehnung eines Kulturwerkes einen ihr sonst gefügigen Landtag auflösen würde, ist natürlich nicht zu Brefeld ein, letzterer um sich bei den Konservativen wegen der Ju die Debatte griffen auch die Minister Thielen und gestern von ihm gebrauchten scharfen Ausdrücke zu entschuldigen. Am Mittwoch stehen zwei Initiativanträge betreffend die Schul unterhaltungspflicht auf der Tagesordnung. dem nicht so, wäre ein jeder Arbeiter sich flar über seine Voriges Jahr war es die kommende Reichstagswahl, die Lage und seine Pflichten, so bedürfte es feines Kampfes mehr. dem 1. Mai erhöhte Bedeutung gab, Ruht doch auf der Arbeiterklasse nicht nur die Zukunft der Buchthausvorlage. Menschheit, sondern auch die Gegenwart mit all ihrem Elend, und ihrer Ungerechtigkeit. Oder ruht nicht die ganze Gesellschaft mit all ihren all ihren Einrichtungen schon heute auf der Arbeit? Giebt es irgend Reichtum, irgend Güter ohne Arbeit? Und wessen Hände schaffen die Machtmittel der bürgerlichen Gesellschaft? In wessen Händen Erste Mai! sind diese Machtmittel? Sind es Grafen, Straut und Schlotjunker, die unsere Flotten bauen, und die Waffen schmieden für unsere Heere und für den männermordenden Krieg? Es ist das arbeitende Volk, das sich feine eigenen Bastillen baut, die Waffen zu feiner eigenen Unterdrückung schmiedet und trägt und beendigte heute die erste Lesung des Fleischschaugesetzes, das das aufhört, gefangen und unterdrückt zu sein, wenn es auf einer Stommission von 21 Mitgliedern überwiesen ward. Neue hört, gegen sich selbst zu arbeiten. Aber der Arbeiter sind Gesichtspunkte wurden nicht zu Tage gefördert, dafür aber die Millionen und diese Millionen zum Bewußtsein ihrer Lage alten in grelleres Licht gestellt und rückhaltloser verfochten. und ihrer Pflicht, und zu einem Fühlen, Denken, Gestern hatte der agrarische Wolf seine Zähne noch nicht zu Handeln zu bringen, das ist ein schwieriges Wert, das heischt sletschen gewagt aber das Warten hatte den Appetit der unendliche Mühe und Arbeit. Das ist das Ziel der inter maßen gesteigert, daß heute der letzte Feßen des Schafspelzes nationalen Socialdemokratie. Und die internationale Social- abgestreift ward und der Wolf als richtiger Wolf dastand, bedemokratie diesem ihrem Ziel näher zu führen, für diese er: reit, das arme Rotkäppchen mit famt der Großmutter zu habene, mühe und opfervolle Aufgabe zu stärken das ist verschlingen. Das Rotkäppchen ist in diesem Falle Herr der Zweck des ersten Mai. Ueberall in allen Ländern der Erde rüsten sich die osadowsky nebst den übrigen Miniſtern und Sekretären, die dem segrimm noch nicht ganz, mit Haut und Haaren, flaffenbewußten Arbeiter zur würdigen Feier des ersten Mai. verschrieben sind. Am schlechtesten sind sie auf Herrn von Ueberall, in der alten Welt und in der neuen: in England, Bülow zu sprechen, dem sie die grausame Abfuhr des Frankreich, Destreich, Italien, ja sogar in dem polnischen vorigen Freitag nicht vergeben können. Herr Vielhaben, Sterker und dem russischen Knutenstaat- so gut wie in unserem das Schreckenskind der agrarischen Antisemiten, schleuderte dem gegen die Berliner Selbstverwaltung geplanten Schlag sehr Deutschland bereiten die Kämpfer für Freiheit und Recht sich eine förmliche Anklage gegen Bülow, der die deutschen Inter- unangenehm. Sie möchten aus dem Behagen des wirtschaft zur Feier vor, nicht achtend der Gefahren, die sie bedrohen. effen den amerikanischen geopfert habe; und Hilpert, der lichen Aufschwungs nicht durch derartige politische Leistungen unangenehm. Sie möchten aus dem Behagen des wirtſchaft Ueberall in Europa so gut wie brüben in Amerika und bei bayrische Zunftschlächter, drohte der Regierung, die sich den aufgeschreckt werden, da gegen die Aufhebung der Selbst. den Gegenfüßlern in Australien. Ueberall emfige, begeisterte Socialdemo raten in die Arme geworfen habe, mit der Strafe verwaltung selbst von den Liberalen anstandshalber ein Vorbereitungen für das Weltfest der Arbeit. des Himmels und junterlich zünftlerischer Rebellion auf wenig Energie aufgewandt werden müßte. Erden. Die Wangenheim, Röside usw. polterten in zweifeln" sie einstweilen die Meldung oder sie stellen sich derselben Tonart, nur leiser. Kurz, die Maske anständiger doch wenigstens so, als ob sie an das socialdemokratische Bescheidenheit, die Graf Klinkow ſtröm gestern noch Märchen" nicht glauben. Auch die Feinde sind wieder an der Arbeit. Sie schreien für notwendig gehalten hatte, war bei seite geworfen, und Zeter und drohen. Die Arbeiter sollen kein Arbeiterfest der agrarische Wolf war ein echter, ehrlicher Wolf, der sich haben, das der Sache der Arbeit gewidmet ist. Wir lachen mästen will. der Feinde. Unser Deutschland steht nicht zurück. Von allen Seiten her haben wir Nachricht, daß die Genossen auf dem Posten sind und ihre Vorbereitungen treffen. 0 # " Die agrarische Beredsamkeit besteht im Schreien"; wenn sie nicht schreit", so ist sie zum Sterben langweilig; und wenn sie vollends sich darauf verlegt, auch gelegentlich Gründe" vorbringen zu wollen, wie es heute Wangenheim und Röside passierte, so ist sie einfach nicht anzuhören. " Ehe wir das erste Maifest der Arbeit feierten, im Jahre 1890, fetten unsere Feinde Himmel und Hölle in Bewegung, um durch Einschüchterung und Gewalt die Feier zu verhindern. Wir spotteten der Drohungen und feierten den ersten Mai. Heute feiern wir das Welt Maifest Zur Abwechselung stellten sich heute ein paar fortschrittliche der Arbeit zum zehntenmal. Und in zehnmal zehn Agrarier aus: einer in Wadelstrümpfen und einer in WasserJahren, wenn das Elend und die Unterdrückung der heutigen stiefeln und siehe da, beide unterschieden sich nicht viel Gesellschaft nur noch häßliche Erinnerungen der Vergangen von anderen Agrariern. Es hat sich hier wieder einmal der heit sind, wird das Maifest der Arbeit noch gefeiert werden. alte Satz bewahrheitet, daß Menschen mit einem bestimmten von glücklichen Menschen, die sich heiter und friedlich der vernünftigen und menschlichen Zustände freuen, für die wir heute, in dieser Gesellschaft anarchistischer Unordnung und Gewalt that, in fortwährendem Kampfe zu ringen haben.. engen Interessen- Horizont auch enge Anschauungen haben und aus ihrem Anschauungsfreis ebensowenig herauskommen können, wie aus ihrem Interessenkreis. Und des weiteren hat sich wieder einmal gezeigt, daß die Unschuld vom Land verteufelt Trachtet man doch, uns zu tnebeln, weil wir unser Recht genau rechnet und auf ihren Vorteil verpicht ist, wie der wollen. Wird doch gerade in unserem Deutschland, das der Teufel auf eine arme Seele. Und die Junker vom Land Kapitalismus sich zum Haupttummelplatz seiner anarchistischen, haben diese Eigenschaft in sich zu gewaltigem Umfang gefulturfeindlichen, gemeingefährlichen Bestrebungen auserwählt züchtet. hat, ein Knebelgesetz für die gesamte Arbeiterklasse geplant: das Morgen Novelle der Gewerbe- Ordnung- nicht Schwerins. Zuchthausgesetz, das die Ausübung des Koalitions- tag. Dafür sollen nächste Woche zwei Schwerinstage sein.— rechts, dieses vornehmsten Grundrechts der Arbeit, für eine ehrlose Handlung erflärt, und mit entehrender Strafe belegt. Aehnliches ist in neuerer Zeit noch feinem Volfe geboten worden. Für jeden deutschen Arbeiter ist dieses Buchthaus gesetz ein Faustschlag ins Gesicht. Jeder Arbeiter, der Ehre im Leibe hat, muß sich voll heiligen Zorns aufbäumen gegen ein Gesetz, welches die Ehrenpflicht des Arbeiters zu einer Ehrlosigkeit stempelt. Das Ende der Kanaldebatte. Die Spree- Präfektur. Den biederen Liberalen ist natürlich die Nachricht von Dagegen schreibt die Köln. Volksztg.": Darum be " " Der Reichsbote" stellt die Angelegenheit unter den Gesichtss punkt der Bekämpfung der Socialdemokratie. Wie es scheint, hat der Ausfall der Esazwahl zum Reichstag im zweiten Berliner Wahlkreise aufs neue zu Erwägungen geführt, ob nicht von Staats wegen ein mehreres zur Zurückdrängung der socialdemokratischen Bewegung in der Reichshauptstadt geschehen könne. Es ist aber nicht abzusehen, wie die Bildung einer„ Provinz" Berlin hier etwas ändern sollte. Man denkt augenscheinlich an schärfere Verwaltungsmaßregeln; die Erfahrung in anderen Be zirken, wo man in dieser Beziehung bis an die äußerste Grenze gegangen ist, hat jedoch erkennen lassen, daß damit wenig zu er reichen ist. Seit die einst von Stöcker geleitete„ Berliner Bewegung" aus genugsam bekannten Gründen vollständig zum Stillstand gekommen ist, hat die Socialdemokratie im Berliner Voltsleben so zu sagen freies Spiel. Die Regierungskonservativen spekulieren augenscheinlich auf das Uebermaß des Uebels", wie ihr Berhalten bei der jüngsten Ersagwahl deutlich gezeigt hat; fie wollen von einer Sammlung der bürgerlichen Parteien" zum Kampfe gegen die Socialdemokratie nichts mehr wissen. Vor" Wir würden uns nicht wundern, wenn der vom wärts" angekündigte Plan in der That auftauchte; im Landtage wäre er auch nicht ohne Aussicht, da die Konservativen im Abgeordnetenhause allein nahezu über die Mehrheit verfügen und das Herrenhaus sicher keine Schwierigkeiten machen würde. Dem Berliner Freifinn wäre die Verwirklichung natürlich nichts weniger als erwünscht, aber die schließliche Wirkung würde doch wohl eine andere sein, als der„ Reichsbote" sich davon zu versprechen scheint. Zweifellos würden zahlreiche schon jetzt zum Radikalismus hinneigende linksliberale Elemente der Socialdemokratie noch mehr genähert werden, da sie in einer solchen Maßregel gewissermaßen die Stellung der Hauptstadt unter Polizei- Aufsicht erblicken würden. Die verzögerliche Behandlung der Berliner OberbürgermeisterFrage hatte ohnehin dem Radikalismus schon Wasser genug auf die Mühlen getrieben." t Die Kanalvorlage wurde am Dienstag nach fünftägiger Beratung an eine Stommiffion von 28 Mitgliedern vertiefen. Die Redner, die noch zu Worte tamen, tonnten naturgemäß wenig neue Argumente vorbringen; sowohl die Freunde als die Gegner der Vorlage ergingen fich in Wiederholungen, und nur die Rede des Abg. b. Eynern für und die des Grafen Kanit gegen das Projekt Das Koalitionsrecht, das den deutschen Arbeitern geraubt verdienen erwähnt zu werden, weil in ihnen der Gegensatz zwischen werden soll, ist die oberste jener Forderungen, die das inter- harakteristisch, daß die Anhänger der Politit der Sammlung, die fort Industrie und Landwirtschaft recht deutlich zum Ausdruck kam. Es iſt Ein Gutes hat die rechtzeitige Bekanntgabe des Planes nationale Proletariat am 1. Mai an die bürgerliche Gesell- und fort vom Schutze der produktiven Stände reden, sich nur jedenfalls gehabt. Die Würmer, die die Nacht bereits schaft richtet gewissermaßen die Mutter Forderung, in der dann sammeln können, wenn es gilt, zu einem Schlage gegen alle anderen enthalten sind. Der Achtstundentag, die Ab- die Arbeiterschaft auszuholen, daß aber die Sammlung sofort in die gekommen glaubten, sind aus ihren Löchern gekrochen. Wir schaffung der Kinderarbeit, die gesundheitliche Regelung der Brüche geht, wenn durch den Schutz, der der Landwirtschaft zu teil wiffen jezt aus den Auslassungen der" Post", des„ ReichsArbeit alles das sind Forderungen, die in der Luft stehen wird, die Industrie sich geschädigt glaubt, oder umgekehrt. So viel boten" und ähnlicher Blätter, wie ungeniert man die Beohne das Koalitionsrecht, das allein die Möglichkeit bietet läßt sich heute bereits mit Bestimmtheit sagen, daß falls die Vor- feitigung von Grundrechten erwägt. Freilich, die russische lage Gejegestraft erlangt, die jetzigen Gegner fich ihren Umfall Schaufel, in der unsere leitenden Männer sißen und regieren, zu ihrer Verwirklichung. teuer bezahlen lassen werden. Mag ihnen auch die Garantie einer bringt die Absichten und Entwürfe von der Höhe alsbald Vom Himmel fällt nicht das Glück und die Freiheit. größeren Berücksichtigung bei Abschluß der neuen Handelsverträge wieder in die Tiefe. Gleichwohl muß man auf alles gefaßt Von oben kommt nichts, was dem Arbeiter frommt. Das gegeben oder mögen ihnen bindende Versprechungen in anderer Be- und für alles gerüstet sein. Glück und die Freiheit, sie wollen, sie müssen erkämpft sein ziehung gemacht werden, jedenfalls wird die Arbeiterschaft wieder von unten herauf- durch die Arbeiter selbst. einmal die Kosten des Versöhnungsschmauses zu zahlen- haben.. # Ein Anfang zur Wahlrechtsverschlechterung. Im Dezember beschloß der Reichstag, das gegen Stadthagen Der Centralverein für Hebung der deutschen Fluß- und Nach§ 7 des Wahlgesetzes ist der Wahlberechtigte an dem schwebende Verfahren einzustellen. Die Staatsanwaltschaft beim Kanalschiffahrt hat eine Resolution zu Gunsten des MittellandLandgericht Berlin I bertrat die Ansicht, zu einer Kanals angenommen. Ort wahlberechtigt, an dem er seinen Wohnsitz hat. Einige folchen Einstellung habe der Reichstag fein Recht, weil Socialdemokratie und Socialreform. Zu dem Parteis Verwaltungsbehörden haben das Wahlrecht einer Reihe die Zusammenziehung der Strafen durch nachträgliche Aenderung von Personen dadurch zu entziehen gesucht, daß sie ber ergangenen Urteile die Strafvollstrechung betreffe. Unter dem beschluß, die Nichtbeteiligung an dem Berlepsch- Kongreß zu empfehlen, bemerkt die Frankfurter Zeitung zum Beispiel Saisonarbeitern und Schnittern denjenigen 9. Februar 1899 machte Stadthagen vom Gefängnis qus darauf Wohnsiz, an dem die Betreffenden ihre Arbeit ausführten, im aufmerksam, daß auch das die 6 wöchentliche Strafe aussprechende Wege der Verwaltungsauslegung wegkonstruierten. Die Wahl- Urteil noch abgeändert werden müsse. Demnach sei die bereits unter prüfungs- Kommission und der Reichstag sind diesen Versuchen dem 18. Oftober 1898 begonnene Strafvollstreckung mindestens der Einschränkung des Wahlrechts wiederholt entgegengetreten. bom 6. Februar ab( dem Tage, an dem die zulässige Minimalstrafe [ 5 Monate und 2 Tage] verbüßt waren) unzulässig. Das Gericht So ist wiederholt beschlossen: Landgericht Berlin I schloß sich dieser Ansicht an, der Staatsanwalt Die Niederlaffung an einem Orte mit der Absicht längeren verfügte aber die Entlassung Stadthagens noch nicht. Hierauf be Verbleibens berechtigt zur Wahl an diesem Orte. Wahlberechtigte gehrte Stadthagen durch Anträge beim Justisminister und der Staatsmit mehreren Wohnfißen sind an den mehreren Wohnsitzen in die anwaltschaft seine sofortige Entlaffung. Der Justizminister überwies Wählerlisten aufzunehmen, wählen können dieselben nur an einem den an ihn gerichteten Antrag der Staatsanwaltschaft zur schleunigen Orte. Kellner, welche in einem Bade- Orte für die Badesaison in Bescheidung. Diese verfügte am 13. Febr. die sofortige Entlassung StadtStellung treten, Saisonarbeiter, Feldarbeiter, welche die Woche hagens, die dann auch erfolgte. Der Staatsanwalt legte aber die hindurch außerhalb ihres Wohnorts arbeiten, den Sonntag aber nicht, daß die Boulstrechung eine unzulässige fel oder gewesen sei, Anders freilich läge die Sache, wenn das, was sei am Wohnorte zubringen, find am Orte ihrer Beschäftigung wahl- Verwahrung ein. Es beschloß dann das Landgericht im Sinne berechtigt und deshalb auch in die Wahlliste dieses Ortes einzu des Stadthagenschen Antrages die weitere Strafvollstrechung in die tragen." für unzulässig" und erachtete ferner das Verfahren für die Bei der letzten Reichstagswahl ist trotzdem von einer Dauer der gegenwärtigen Legislaturperiode auch auf Grund Reihe Verwaltungsbehörden entgegen der wiederholt zum des Reichstags- Beschlusses für unzulässig. Hiergegen legte die einer Reihe und Ausdruck gelangten Anschauung des Reichstagswahlrecht beantragten, eine Gesamtstrafe von 7 Monaten festzusehen. NunSaisonarbeiter Schnitter, Ziegler usw.- das " Die Erinnerungen an die Schicksale des deutschen Arbeiterfauzes 1890/91 find an sich gewiß nicht unberechtigt. Allein ffir bie schroffe Ablehnung jeder Beschidung des Kongresses bleibt in der Hauptsache doch nur der Grund übrig, daß man sich nicht an die Parteileitung gewandt habe. Und wenn hierin der Vorwärts" nicht mehr anzuführen hat als er anführt, so können wir ihm nicht zustimmen. So entschieden wir überall für die Gleichberechtigung der socialdemokratischen Bartei eintreten, so wenig vermögen wir ihr eine privilegierte Stellung zuzuerkennen. Eine solche privilegierte Stellung würde es aber sein, wenn man zu einem Kongresse, zu dem nur Einzelpersonen eingeladen werden, in einem Ausnahmefalle an eine Parteileitung sich wenden wollte. der, Vorwärts" als Vermutung andeutet daß man mit der Auswahl der Personen absichtlich einen Teil der Partei absondern, gewissermaßen eine salonfähige Socialdemokratie habe konstituiren wollen nicht bloß Vermutung, sondern eine auf Thatsachen begründete Ansicht wäre. Dann hätte die socialdemokratische Fraktion forrett gehandelt. Denn daran leidet unser politisches Leben in Deutschland überhaupt, daß ab und zu einer Unternehmung der Charakter völliger Unparteilichkeit gegeben wird, indem man für das Einladungsschreiben auch einige angesehene demokratische Namen gewinnt, im übrigen aber dafür sorgt, daß die freiheitlich gesinnten Elemente in einer unschädlichen Minderheit bleiben." Für die Fraktion war eben die Bermutung" eine„, begründete Ansicht". durch Nichtaufnahme in die Wählerliste des Beschäftigungs. mehr hat das Kammergericht diese Beschwerde zurückgewiesen und in ortes entzogen. Ja, darüber hinausgehend haben einige dem Beschluß anerkannt, daß der Reichstag im Rahmen des Artikels 81 Verwaltungsbehörden gar Arbeitern, die auf Grund des der Verfaffung gehandelt hat, als er die Einstellung des Verfahrens gegen Stadthagen be Invaliditäts- und Unfallversicherungs- Gefeßes in eil ihloß. Denn die Zusammenziehung der Strafen sei eine Be anstalten aufgenommen waren, die Aufnahme in die bingung, nicht aber ein Teil der Bollstreckung. Es wird also Wählerliste des Ortes, in dem die Anstalt liegt, versagt; erst nach Schluß der Session über die Frage der Zusammenziehung so wurde einer Reihe der hiervon betroffenen Arbeiter ihr der Strafen beschlossen werden und Stadthagen von weiterer Straf Für die Annegionsäußerung des Kaisers wird jetzt der ReWahlrecht thatsächlich geraubt. haft verschont bleiben. Wird bei der Zusammenziehung auf die dacteur der welfischen Deutschen Volkszeitung" in Hannover, Nischeine bieter, genannt. so hätte Stadthagen bereits Die Sache soll zum gerichtlichen Austrag Diese Praxis ist keineswegs dem Wahlgesetz entsprechend Minimalstrafe erkannt, viel berbüßt. Wird auf die höchste zu kommen. " " noch wurde sie allgemein geübt. In der Presse aller Woche ige Strafe erkannt, so würde Stadthagen noch zwei Parteien hat sich für diese irrige Auslegung keine Stimme Monate zu verbüßen haben. Nachdem nunmehr rechtskräftig erkannt Chronik der Gewaltthätigkeiten. erhoben. Denn darüber kann kein Zweifel sein, daß die ver- ist, daß die Strafvollstreckung unzulässig ist, beabsichtigt Stadthagen, Aus Straßburg i. E. schreibt man uns: Die Straffammer meintlich humanitären Bestrebungen des Unfall- und In dem Justizminister die Frage vorzulegen, ob gegen§ 345 des Straf bes hiesigen Landgerichts hatte sich kürzlich wieder einmal mit einer validitätsgesezes nicht dahin gegangen sind, den auf gesetzbuches gefehlt ist, der bestimmt: Gleiche Strafe( Buchthaus) Sache zu befassen, deren Hintergrund die schwere Ausdem Schlachtfelde der Arbeit verunglückten oder sonst er trifft den Beamten, welcher vorfäßlich eine Strafe vollstrecken läßt, schreitung eines Schumannes bildete. Angeklagt war frankten Arbeitern als Ersatz der Aufnahme in eine Heilanstalt von der er weiß, daß sie überhaupt nicht oder nicht der Art oder der Fuhrknecht Seid, am 10. Januar d. J. den Schuzmann das Wahlrecht zu nehmen. Ebenso unzweifelhaft aber ist es, dem Maße nach vollstreckt werden darf. Ist die Handlung lebler thätlich angegriffen und vorfäßlich förperlich mißhandelt daß, wenn diese verkehrte Ansicht einiger Verwaltungs- aus Fahrlässigteit( hierhin rechnet nach Ansicht des Reichs zu haben. Die Zeugeneinvernahme stellte den folgenden Thatbestand behörden allgemein wird, Tausenden von Arbeitern durch behörden allgemein wird, Tausenden von Arbeitern durch gerichts irrige Gefeßesauslegung) begangen, so tritt Gefängnisstrafe feft: Heid, bem von allen Seiten das Zeugnis eines braven, irrige Verwaltungsmaßregeln das Wahlrecht entzogen wäre. der Festungshaft bis zu einem Jahre oder Geldstrafe bis zu 900 M. ruhigen Menschen ausgestellt wird, fuhr am Abend des geein." Man darf der Antwort mit Interesse entgegensehen. Es ist deshalb unabweislich notwendig, dieser Praxis durch eine gefeßliche Bestimmung entgegenzutreten: sonst liegt die Gefahr nahe, daß unter dem Deckmantel humaner Einrichtungen den Verwaltungsbehörden Handhaben zur Beseitigung des Wahlrechts vieler Arbeiter gegeben werden. treten. 9 Der Grund des Zögerns. nannten Tages die Nuprechtsauer Allee entlang, ohne in vorschriftsmäßiger Weise ein Licht am Wagen angebracht zu haben. Der Schuhmanu Uebler hielt ihn deshalb an und forderte Zu dem Disciplinarverfahren gegen Arons bemerkt das ihn auf, zur Polizeistation zu folgen. Heid weigerte sich dessen, gab Uebler, der ihn übrigens auch genau kannte, seinen Namen an und „ Leipziger Tageblatt": Eine öffentliche Verhegung kann die Regierung von einem fuhr weiter. Jest lief der Schutzmann dem Wagen nach und brachte Wie aus dem Bericht über die letzte Sitzung der InLehrer der Jugend um so weniger dulden, je weniger der ihn zum Stehen, indem er dem Gespann in die Bügel fiel, Heid validen Versicherungs Rommission erhellt, Betreffende sich schent, Einrichtungen des Staates( Lehrjaal, Licht, hieb auf die Pferde ein und traf dabei auch den lebler, der sich Das mit blanker Waffe haben alle Parteien mit Ausnahme der Socialdemo- physikalische Apparate 2c.) gratis zu benutzen. Daß eine vornehme nunmehr auf den Wagen Schwang und Die Pferde liefen fraten, zweier Freisinnigen und des Antisemiten Natur so nicht handeln würde, liegt auf der Hand. Aber wenn blindlings auf den Fuhrknecht einhieb. weiter, und als das Gefährt zu Hause an gegen einen Antrag gestimmt, der geeignet war, der man auch über den Mangel an Taft hätte hinwegschen können, die unterdeffen Wahlrechts- Entziehung durch Verwaltungsbehörden auf diesem systematische öffentliche Berbegung durfte man nicht dulden, wenn man gelommen war, riß lebler den bereits mehrfach verletzten Gebiete vorzubeugen. Insbesondere die Centrumsmitglieder nicht die Jugend irre machen wollte an den Pflichten, die ihre Heid vom Wagen, um ihn nach der Wache zu führen. Heid haben durch diese Stellung flar zu verstehen gegeben, daß sie Lehrer ohne Ausnahme gegen den Staat haben. Die preußische bestand darauf, unter allen Umständen zuerst seine Pferde zu ber bereit sind, das Wahlrecht für angeblich humane EinUnterrichtsverwaltung hat lange gezögert, che sie zum Ein: forgen, und schidte fich an, diese nach dem Stalle zu führen. Der schreiten sich entschloß; fie mochte dem fteinreichen Manne Schußmann folgte ihm dahin und hieb von neuem auf den Fuhrknecht richtungen preiszugeben, sofern durch diese Preisgabe nur nicht gern ein billiges Martyrium bereiten. Das Auftreten ein, wobei er ihn mehrfach auf den Stopf traf und ihm das rechte Arbeiter getroffen werden können. Dieser neueste Beweis des Dr. Arons während der lezten Berliner Wahlbewegung gab hr vollständig vom Kopfe trennte. Die Zeugen be der Arbeiterfreundlichkeit" des Centrums flärt hoffentlich endlich den Ausschlag, denn es überschritt alle Grenzen. Herr tätigten durchweg diese Darstellung des Falles und betonten ganz manchen Arbeiter über den Gegensaß auf, der zwischen ultra- Arons geht ja wohl im Vorwärts" ein und aus, in dem besonders, daß Uebler die Person Heids genau gekannt, also montanen Worten, die für allgemeines Wahlrecht eintreten, und roten Salon seiner Wohnung versammelt er jedenfalls die Partei- nicht den geringsten Grund zur Sistierung desselben wegen der ultramontanen Thaten besteht, die der Verwaltung freistellen, größen zuweilen um fich; vielleicht richtet er an sie einmal die geringfügigen Uebertretung gehabt habe, aus welchem Grunde Arbeitern die Ausübung des Wahlrechts unmöglich zu machen. Frage, was geschehen würde, wenn Angestellte des Vorwärts ist nicht ersichtlich. Nach dem ärztlichen Attest trug Heid Selbst für eine wirkliche Verbesserung des mangelhaften In( Expedienten, Sezer, Maschinenmeister) in Volksversammlungen eine fieben Centimeter lange Wunde in der über den socialdemokratischen Zukunftsstaat herzögen! Sie hätten Mitte des Schädels davon, die bis auf den Knochen wehädels validitätsgesetes ist um den Preis der Wahlrechtsverschlechterung ficherlich die längste Beit Sondition" beim„ Bortvärts" gehabt." reichte, eine weitere Wunde von acht Centimeter die Arbeiterklasse nicht zu haben. Ihre parlamentarischen Auch in dieser Auslaffung tritt wieder mit naiver Dreiftigteit die 2änge befand sich an der linken Schädelseite; außerdem Vertreter werden diesem Versuch mit allen Mitteln entgegen- Ansicht auf, daß der Staat nicht nur ein Klassenstaat, sondern ein Bartei waren am Stopf noch zwei weitere Bunden. Das staat sei. Weiter ist die harmlosigkeit" bezeichnend, mit der aus der rechte Ohr war abgehauen und hing mit dem Der Fall zeigt, wie mißliebig das Reichstags- Wahlrecht Gratis- Benußung staatlicher Einrichtungen politische Pflichten abgeleitet Stopfe nur noch durch eine 34 Centimeter breite ant brüde zusammen. Hebler hatte keinerlei Verlegungen in den Kreisen der Regierung wie in den Mehrheitsparteien ist. werden. Das ist eine großartige und vermutlich vornehme Anschauung erhalten. Das Gericht verurteilte Heid unter Annahme mildern von dem Berhältnis, das zwischen Staat und Wissenschaft herricht Man hat nicht das mindeste Interesse, die Allgemeinheit Die Männer, die uneigennügig ein Privatdocent bezieht keinen der Umstände zu einem Monat Gefängnis, des Wahlrechts zu schüßen und benußt die erste Gelegenheit, Pfennig Gehalt vom Staat fich in den Dienst der Wissenschaft von dem ersten Volfsrecht ein Stück abzubröckeln. Die wahl stellen, erwerben sich kein Verdienst um den Staat- im Gegenteil, Noch eine gefährliche Junung. Zu der Schuhmacherinnung rechtsfeindliche Stimmung sucht nur nach einem Wege, sich in so ein Mensch hat froh zu sein, wenn ihm der Staat Apparate in Lübeck, in der die Beteiligung am Maifest- Buge erwogen wurde, Handlungen äußern zu können. Es gilt wachsam zu sein.- gratis zur Verfügung stellt, und er hat seine Dant- gefellt sich jetzt die Zwangsinnung der Schuhmacher in Freis barkeit dadurch zu bekunden, daß er des Lied pfeift, burg i. Br. Sie wird den braven Freunden des Handwerks" dessen Instrumente er bemust. Die Die Konsequenzen dieser noch größere Schmerzen bereiten, wie die entartete Lübecker Zwangswahrhaft vornehmen Auffassung sind einleuchtend: Abgesehen davon, immung. hat sie doch etwas Umstürzlerisches nicht nur erwogen, In Erfurt sind die Tischler von den Unternehmern aus- daß lein jocialistischer Student hinfort die vom Staate bezahlten fondern sogar gethan: sie hat sich als Obermeister man falle gesperrt worden. Die Kommission der Unternehmer richtete Einrichtungen wird benußen dürfen, wird man es auch nicht mehr nicht in Ohnmacht!- den ersten Borfizenden der Ge an einen Unternehmer außerhalb Erfurts folgendes Schreiben: dulden, daß ein socialdemokratischer Soldat das Gratislogis ber focialdemokratischen Landesorganisation, Herrn. Kaserne bezieht. Nicht mehr wird man es fünftig focialdemo- nosien Friedrich Haug, erwählt. Was ist da eigentlich noch Wie wir aus dem Allgemeinen Anzeiger" ersehen haben, fratischen Redacteuren gestatten, von der Staatseinrichtung der Ge- vor der Socialdemokratie sicher? fuchen Sie am hiesigen Plaze Tischler zu engagieren. Wir fängnisse Gebrauch zu machen, und vor dem Eintritt in das Museum Eine Entziehung des Koalitionsrechts bedeutet das Ber möchten nun darauf aufmerksam machen, daß seit vorigen muß fünftig von jedwedem der staatserhaltende Befähigungsnachweis fahren der Verwaltung der fistalischen Luisengrube in OberDonnerstag infolge Streits jebe Arbeit hier ruht und schließen erbracht werden. daran die höfliche Bitte, keine Leute von hier zu enga- Das Allerschönste aber ist an der sächsischen Schreibleistung die schlesien. Sie läßt die Arbeiter nicht mir warnen, bie politischen und Bergarbeiter- Bersammlungen in Bielschowitz bei Zabrze zu besuchen, gieren, da Sie dadurch den Streit nur unterstützen würden. offenherzige Hindeutung, warum man nicht längst den Genossen sie hat auch einige zwanzig Bergleute gezwungen, sich schriftlich zu Es ist wohl Ehrensache aller Fabrikanten, angesichts der immer Arons aus der Universität befördert hat. Wäre er ein armer Teufel verpflichten, die Bielichowizer Versammlungen nicht zu besuchen, ja häufiger werdenden llebergriffe der Arbeiter sich gegenseitig zu gewesen, hätte man ihn also durch Bernichtung seiner Carriere sein sie hat sogar zwei Arbeiter, die jene Versammlungen besucht haben, unterstützen, und dürfen wir daher wohl auf Erfüllung unserer materielles Dafein zerstören können, so wäre man sofort bei der entlassen. Der Zwed diefer offenbar ganz ungehörigen Maßregeln Hand gewesen. Aber so, da er einsteinreicher" Mann war, fonnte ist der, die Bergleute einzuschüchtern, obwohl das nicht mehr gelingen man ihn ja eigentlich nicht schädigen. Weil die Hungerpeitſche in wird. Daß übrigens jene erzwungene schriftliche Verpflichtung für diesem Fall ein untaugliches Mittel war, darum wollte man Arons die Arbeiter nicht die mindeste Bedeutung hat und die Arbeiter durch tein Martyrium verschaffen. fie nicht gehalten sind, nunmehr wirklich die Bielschowizer Ver bereits bei den oberschlesischen Bergleuten bekannt.fammlungen nicht mehr zu besuchen, ist selbstverständlich und auch Bitte rechnen, Schuh den Arbeitswilligen. Hochachtungsvoll Kommission der Arbeitgeber. Bur Abrüftungskonferenz wird als militärischer Vertreter des Deutschen Reichs Oberst v. Groß, genannt v. Schwarzhoff, nach dem Haag gehen. Deutsches Reich. Unzulässige Strafvollstreckung. J. A.: Paul Grundig, in Firma Carl Hennings. Das ist natürlich ebenso Verhinderung Arbeitswilliger an in ihrer ganzen abstoßenden Blöße, und sie ist sich ihrer Niedrig Das Leipziger Tageblatt" enthüllt die kapitalistische Intoleranz freiwilliger Arbeit wie Streifpoftenstehen und ähnliches und feit so wenig bewußt, daß sie der preußischen Unterrichtsverwaltung muß nach dem Grundjage des gleichen Rechts auch mit frech eine gleiche Gesinnung zuschreibt. Herr Bosse sollte gegen das Die Köllersche Ausweisungspragis soll ge mildert werden. schwerster Strafe" geahndet werden. ost Leipziger Tageblatt" Relage erheben; schlimmer ist er nie beleidigt Bei den in den legten Monaten in Schleswig erfolgten Auss worden. Wir würden in diesem Fall ausnahmsweise eine Beweisungen ist in fo rüdfichtsloser Weise vorgegangen worden, daß vielmühung der Gerichte gutheißen, weil es interessant wäre, zu er- fach durchaus nicht ersichtlich war, warum der Betreffende denn den fahren, wie das Blatt den Wahrheitsbeweis zu führen ver Staat in Gefahr gebracht habe. Herr v. Köller mag denn nun wohl suchen wird. endlich eingesehen haben, daß seine Maßnahmen nur geeignet waren, Haiz gegen das Deutschtum au erzeugen. Daher ist wohl die Verfügung erlassen, daß in Zukunft der VerParlamentarische Arbeiten. Den„ Berl. Bot. Nachr." zufolge mert läftig gefallen" nicht mehr genügen soll; es ist dürfte demnächst dem preußischen Abgeordnetenhaus der om vielmehr der Grund der Ausweisungen anzugeben. Ist der munal- Wahlgefes- Entwurf zugehen. Für den Reichstag Ausweisungsgrund der, daß der Dienstherr dänischer Agitator Der Abgeordnete Stadthagen war durch Urteil des Landgerichts wird wieder einmal an die Ankunft der Zuchthaus vorlage ist, so ist zugleich zu vermerken, welche Handlung des Dienstherrn Ebenso ist eine Nothen Hause Ende 1896 gehaltene Hebe zu 6 Wochen Gefängnis die Handelsbeziehungen mit England erwartet. Der Nachtragsetat Einschränkung der Machtvollkommenheiten der verurteilt. Er hat diese Strafe vom 22. Januar bis 5. März 1898 in ift hauptsächlich durch die Organisationen in der Marine ver- Amts vorsteher, die mehrfach zu„ stramm" vorgegangen find und aber Am 17. September 1898 wurde eine Revision ursacht, wird Blößensee verbüßt. unnötige Härten verursachten, ins Auge gefaßt, indem verfügt wird, verworfen, die Stadthagen gegen ein Urteil eingelegt hatte, rungen enthalten. Die Handelsbeziehungen Englands find, daß von jetzt an nicht mehr die Amtsvorsteher und Ortspolizeider Handelsvertrag bom 30. Mai 1865 ge das ihn wegen Beleidigung aller preußischen Beamten, Offiziere, nachdem Unteroffiziere und dergleichen begangen in drei Reden fündigt war, provisorisch durch das in der vorigen Reichstags Behörden, sondern nur noch die Landräte die Anzeige für erfolgte zu fünf Monaten Gefängniß verurteilte. Stadthagen wurde von tagung angenommene Gefes geregelt, durch welches der Bundesrat Ausweisungen dem Oberpräsidenten einzureichen haben. Die dänisch Gesinnten mögen also beruhigt sein, sie werden Der Staatsanwaltschaft aufgefordert, Mitte Ottober diese fünf- ermächtigt wurde, den Angehörigen und Erzeugnissen des Bereinigten fortab nicht mehr grundlos", sondern wohlbegründet aus monatliche Strafe antreten. Er beantragte, bis zum 5. November Königreichs Großbritannien und Irland sowie den Angehörigen und Deutschland ausgewiesen werden. 1898 die Strafvollstreckung auszusetzen, weil am 4. November vor Erzeugnissen britischer Kolonien und auswärtiger Befizungen für dem Reichsgericht eine Sache gegen ihn verhandelt werden sollte, in die Beit bis zum 30. Juli 1899 diejenigen Vorteile einzuräumen, der auf einen Monat Gefängnis vom Landgericht Hannover erkannt die seitens des Reichs den Angehörigen oder Erzeugnissen bes meist war. Diefer Antrag wurde abgelehnt. Stadthagen trat die begünstigten Landes gewährt werden. Vor dem 30. Juli d. J. Strafe am 18. Oktober an. Seine Revision wurde am 4. November müßte also, wenn eine weitere gefeßliche Regelung beliebt wird, in seiner Abwesenheit verworfen. Nach der Strafprozeß- Ordnung ein neues Gesetz von den gesetzgebenden Faktoren des Reichs fertig mußten nunmehr die erkannten Strafen zusammengezogen werden. gestellt sein. auch einige andere Forde " Zucker als Nahrungsmittel für die Soldaten. Auf Betreiben der 3uderinteressenten in der Presse und im Reichstage soll jest versucht werden, den Zucker bei der Ernährung des Heeres in Gebrauch zu nehmen. Es wird behauptet, daß die Verabfolgung von Zuder die Mannschaften namentlich für die Ertragung von Strapazen stärke. Nachdem bereits Versuche durch die Militärärzte angestellt worden, ist mmmehr, wie die„Kreuz-Ztg/ mitteilt, angeordnet worden, daß je zwei Kompagnien von zwei Regimentern eines jeden Armeekorps jetzt und besonders im Sommer längere Uebungsmärsche ausführen sollen, auf denen von den intelligenteren Mannschaften dieser Kompagnien Versuche mit reinem Zucker und mit Pastillen aus Zucker mit Kaffee oder Citronenzusatz, in Waffer in mitge- führten Blechbechern aufgelöst, angestellt werden, um festzustellen, ob sich thatsächlich dadurch Strapazen leichter ertragen lassen.— Internationale Solidarität. Unser Sieg im zweiten Berliner Wahlkreis hat die Parteigenossen in allen Ländern mit Begeisterung erfüllt, der die Parteipresse in Oestreich-Ungarn, England, Italien, Frankreich warmen Ausdruck gegeben hat. Und viele der nam- hastesten Genossen Ides Auslandes haben brieflich ihre Freude be- kündet und uns gebeten, den Berliner Genossen Dank auszusprechen für den Dienst, welchen sie der gesaniten internationalen Social- demokratie geleistet haben. Besonders warm sind die Zuschriften aus Frankreich.— Die Polizei im Kampfe gegen die polnische Sprache. Die innerhalb der Posener Droschken angebrachten Fahrtarife waren bisher in deutscher und polnischer Sprache abgefaßt. Die Polizei- dircktion hat nun jetzt alle zweisprachigen Fahrtarife entfernen und durch solche in ausschließlich deutscher Sprache ersetzen lassen.— NnS Hessen» 17. April. sEig. Bor.) Zu dem social- Demokratischen Antrag auf Vermehrung der Landtags- Wahlbezirke hat die Regierung bei der Verhandlung im Ausschuß laut des soeben erschienenen Berichts die Erklärung cw�egeben: ..daß sie anerkenne, daß durch die Vermehnmg der Bevölkerung, namentlich in den großen Städten und deren Umgebung eine ll n g l e i ch h e i t in den einzelnen Wahlbezirken eingetreten sei, öle auf die Dauer n i ch t beibehalten werden könne." Demgemäß stellt die Regierung dem künftigen Landtage eine diesbezügliche Vorlage in Aussicht. Der Ausschuß hat diese entgegen- kommende Erklärung mit Dank begrüßt und beantragt im Hinblick auf die in Aussicht gestellte Wahlreform-Vorlage den Antrag David und Genossen vorerst für erledigt zu erklären.— Die Ungerechtig- keit der derzeitigen Wahlkreis-Verhältnisse ist also von sciten des Staatsministers zugegeben worden. Das ist die Hauptsache. Und wenn wir auch auf die versprochene Vorlage keine allzu große Hoff- nung setzen, so dürfen wir wenigstens mit Bestimmtheit erwarten, daß die schlimmsten Mißverhältnisse durch entsprechende Vermehrung der Mandate beseitigt werden.— AuS Hessen» 17. April. sEig. Ber.) Behufs besserer Geltend- machnng der Wünsche und Interessen der Arbeiterschaft war von der socialdemokratischcn Landtags-Fraktion der Antrag eingebracht worden. ..die Organisation der Arbeiterschaft mit direkter Vertretung im Ministerium ähnlich der Vertretung der Landwirtschaft und des Gewerbes", in die Wege zu leiten. Dazu hat die Regierung in einem Schreiben an den I. Ausschuß nunmehr Stellung genommen. Soweit der Antrag das Fabrik-AufsichtSweseu berührt, weist die Regierung hin auf die inzwischen eingetretene Verinehrung der hessischen Jnspektorate von zwei auf vier, wodurch nicht nur eine Steigerung der Zahl der Revisionen ermöglicht, sondern auch der dem Gewerbe- Aufsichtörats» Personal«zur be- sonderen Pflicht gemachte Verkehr mit der Arbeiterschaft" erleichtert worden sei. Auch sei damit begonnen worden, die Inspektoren zur Beratung gemeinsamer An- gelegenheiten im Ministerium zu vereinigen und eine unmittelbare Verbindung derselben untereinander herzustellen. Nicht minder sei Borsorge getroffen, daß die Berichterstattungen über die Thätigkcit der Beamten an daS Ministerium in ausgedehnterem Maße erfolgen als bisher. Sobald dieses umfassendere Material vorliegt, soll an die Entscheidung der Frage herangegangen werden, ob zur einheitlichen Verarbeitung der Jahresberichte und des sonstigen Arbeits- stoffcS ein besonderer Oberbeamter erforderlich, oder ob die unmittelbare Unterstellung der Inspektoren unter den Ministerial- referenten zweckmäßiger sei.— Soweit der socialdemokratische An- trag aber die Schaffung einer direkten Vertretung der Arbeiter im Ministerium analog der obere» laudlvirtschaftlichen Behörde der Centralstelle für Gewerbe im Aug« habe, erklärt sick die Regierung zur Zeit außer stände, dem Antrag näher zu treten, weil die Angelegenheit aufs engste mit der im Reichstag angeregten Schaffung von Arbeiterkammern zusammenhänge und es nicht ratsam sei. einer reichsgesetzlichen Regelung der ganzen Materie vorzugreifen. Der von der hessischen Regierung betriebene Ausbau der Gewerbe-Aufsicht ist um so höher anzuschlagen, als im„führenden" Preußen bekanntlich der Wind nach der entgegengesetzten Richtung bläst. Hoffentlich wird dieser Kurs in Hessen unbeirrt beibehalten; denn er ist der allein richtige. Daß Hessen von sich aus die Arbeiterkammernfrage nicht endgültig lösen kann, wollen wir zugeben. Gleichwohl halten wir die Errichtung einer Centralstelle für Arbeiter« angelcgenheiten im Bereich des Großherzogtums unbeschadet einer späteren reichsgesetzlichen Regelung für wohl angebracht. In jedem Falle aber werden wir bei der Verhandlung in der Kammer die Regierung dringend ersuchen, ihren Einfluß rm Bundesrat energisch zu Gunsten der Errichtung von Arbeiterkammem geltend zu machen Chronik der MajestätSbeleidigungö-Prozesse. Wegen Beleid igung der Kaiserin wurde am 13. d. M. von der Strafkammer in Allenste in der Arbeiter Rudolf Löffka aus Osterode zu neun Monaten Ge- f ä u g n i s verurteilt. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt.— In Halber st adt wurde der Arbeiter H e r n e ck e aus Suderode zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. weil er über den Kaiser eine dumme Bemerkung gemacht hatte. Wie die.Halberstädter Arbeiter» Zeitung" mitteilt, hat er dem Kaiser etwas Schlechtes gewünscht und darin wurde eine Beleidigung gefunden. Das genannte Blatt berichtet darüber noch: Die Verurteilung erfolgte auf die Aussage eines einzigen Zeugen. Zwei Zeugen benmdeten, die betreffende Aeußerung nicht gehört zu haben. Die Zeugen, darunter der Amtsvorstehcr von Rein- stedt. wurden auch besonders darüber befragt, ob der An- geklagte Socialdemokrat sei. Was in aller Welt, fragen wir, hat das mit der Feststellung der Beleidigung zu thun?! In' socialdemokratischen Kreisen ist übrigens nichts davon bekannt, daß der Angeklagte ein„sehr eifriger Socialdemokrat ist", wie der Amtsvorstehcr bekundete. Dos Gericht hielt die belastende Aussage des einen Zeugen für genügend und hielt die Beleidigung für eine so schwere, daß es über den Antrag des Staatsanwalts, der auf 6 Monate lautete, noch wesentlich hinausging und auf 9 Monate crkannte. Bemerkenswert ist, daß im Gegensatz zu ähnlichen Fällen diesmal die Oeffentlichkeit der Verhandlung nicht ausge- schloffen war. Ausland. Militär.refonn" im Lande der Friedensbotschaft. Einer Meldimg auS Petersburg zufolge ist dem finländifchen Senat die Kopie des„Projektes" der russischen Regierung bezüglich der in H e l s i n g f o r s längst gefürchteten Militärreform bereits unterbreitet worden. Es wird begründet mit dem Wunsche des Zaren,„das Tragen der Militärlasten— sowohl der persönlichen olS auch der finanziellen— nach Kräften auszugleichen." Der „persönliche" Ausgleich fordert, so heißt es in der Begründung weiter. eine— Erhöhung des jährlichen RekrutenkonttngentS auf daS Vier- fache, wobei der„Ueberschuß" in das russische Heer eingereiht werden soll. während der„finanzielle"— eine Erhöhung des finländifchen Militärbudgets um 10 Mill. Mark fordert.— Frankreich. Die DrenfuS-Affaire scheint Ivicder an einem entscheidenden Wendepunkt angekommen zu sein. Der Justizminister hat den Präsidenten deS K a s s a t i o n S- hofeS Mazeau aufgefordert, die Vereinigten Kammern für den 27. April einzuberufen. Die vereinigten Kammern des Kassations- Hofes werden jedoch am Mittwoch eine Sitzung abhalten, um verschiedene Fragen bezüglich der Revision des Drehfus- Processes zu prüfen. Bis zum b. Mai— also noch vor Zusammen- tritt der Kammern— soll über die Revision entschieden sein. Dagegen wenden sich JaiiröS. Reinach und Clömenceau in ihren Blättern. I a u r ö s schreibt in der„Petite Republique", die Fest- setzung der Entscheidung des Kassationshofes vor dem 5. Mai schließe jede Möglichkeit einer ergänzenden Untersuchung und von Konfrontationen aus und drücke die Rolle des Kassations- HofeS auf eine reine Scheinjustiz herab.—„Echo de Paris" der- öffentlicht ein Interview mit einem Rat des Kassationshofes, welcher die Ueberzeugung aussprach, daß der KassationShof keine neue Untersuchung anstellen, sondern sich darauf beschränken werde, durch einen oder zwei Räte solche Personen, die es wünschten, oder schon gehörte Zeugen verhören zu lassen. Der Berichterstatter Ballot-Peauprv werde sich über die Opportunität gewisser Konfrontationen aussprechen. Clömenceau sagt, der Plan, welchen Dupuy, Freycinet und Lebret mit Hilfe Mazeaus und der Majorität des Kassationshofes verfolgen, bestehe darin, daß im Endurteil erklärt werden solle, die Enquete habe keinerlei neues Faktum ergeben, weshalb die Revision abgelehnt werden müsse. Der Umstand, daß der Verteidiger Mor- nand von Mazeau dringend ersucht wurde, seine Denkschrift unverzüglich zu überreichen, beweist, daß thatsächlich die baldigste Durch- sührung der Verhandlung beabsichtigt ist. Aus den Aussagen PicquartS ist noch folgendes nach- zutragen: Picquart weist die Angabe, nach welcher er 100000 Fr. für die Untersuchung in der Angelegenheit Esterhazy verausgabt habe, zurück. Die Ausgabe sei eine nur sehr geringfügige gewesen. Er führt dann aus, daß der Kredit für den Nachrichtendienst ver- mindert worden sei. Gelegentlich einer Unterhaltung mit dem General Boisdeffre nach einer Veröffentlichung des„Matin" sagte Boisdeffre zu mir, dieser W e i I l und dieser Ester- hazy sind Schurken; es wäre jetzt der rechte Augen- blick, sie zu ertappen. General Boisdeffre wollte keine näheren Aufklärungen geben, aber ich glaube, daß eine Erpressung dahinter steckte. Kurz vor der Interpellation Castelin über die Dreyfus-Sache erhielt Billot ein an Weill gerichtetes anonymes Schreiben folgenden Inhalts:„Sie und Ihr Freund Esterhazy werden auf der Kammertribüne als Complicen Dreyfus' denunziert werden". Billot erklärte, daß diese Indiskretion nur von einem Ossizier des Nachrichtendienstes herrühren könne, und kündigte mir an. daß er mich in einer wichtigen Mission an die Ostgrenze schicken werde. Boisdeffre erhob gegen mich den Vorwurf, daß ich in der Estcrhazy-Dreysiis-Sache niit wenig Ucberlequng gehandelt habe. Boisdeffre kam auf die Schuld Dreysus' zu sprechen und sagte, daß dieselbe absolut nicht nachgewieien werden könne angesichts der Er- klärung einer fremd,'nRegierung. niemals etwas mit Drehfus zu thun gehabt zu haben. Boisdeffre meinte jedoch, daß der betreffende Agent seine Regierung getäuscht haben könne. Picqnart erklärt in seiner Aussage dann, diese Be- merkung Boisdesfres sei ihm anfgesallen, als sie kurz darauf in ähnlicher Weise BcrN'eiiduiig gefunden habe. In betreff der Fäl- schung Henrys müsse ein Einvernehmen zwischen G o n s e und H e n r h bestanden haben, da diese« Papier unmöglich unbemerkt in daS Kriegsminifternim hätte gelangen können. Des weiteren sucht Picqnan dann nachzuweisen,' daß Dreyfus nicht der Urheber des Bordereaus gewesen sein könne.— Ueder Putschversuche Dsroulödes und der Generalstäbler berichtet der Telegraph: In Justizkreisen wird behauptet, daß eine gegen Döroulöde gemachte Zeugen- aussage auch für den General Roget vernichtend ist; besonders die Aussage des vom„Cri de Paris" erwähnten Obersten bezeuge klar, daß zwischen Döroulöde und General Roget ein E i n v e r st ä n d n i s herrschte. Der„Cri de Paris" versichert nämlich, daß der von Dsroulöde geplante Putschversuch am Tage der Beerdigung des Präsidenten Favre als wohl vorbereitet festgestellt worden ist. Außer Töroulöde hatten der frühere Kriegsminister C a v a i g n a c, sowie die Gencralc Roget und Pellieu� ihre Mitwirkung zugesagt. Das Komplott fand aber ein Hindernis an der Weigerung des Generals Z u r l i n d e n, der sich gegen jede rechtswidrige und revolutionäre Maßregel erklärte. Dsroulvde versuchte durch seine Worte die Menge und die Soldaten nach dem Elysce zu führen und in der Kaserne haben die Generale die Bemühungen Deronledes, die Truppen aufzuwiegeln, in mehrfacher Weise unterstützt. In diesem entscheidenden Augenblick habe jedoch der anwesende Oberst energisch sich gegen jede ausständische Bewegung erklärt und dadurch den Versuch, einen Putsch zu organisieren, zum Scheitern gebracht.— In dem Prozesse gegen die Liguen, der am Dienstag vor dem Zuchtpolizeigericht eröffnet wurde, erklärte der Vertreter der Staatsanwaltichast Boulloche, seine Aufgabe bestehe lediglich darin, die Existenz der Liguen gerichtlich sestzuftellen, ohne daß hierdurch den etwa zu ergreifenden Maßregeln der Verwaltungsbehörden vor- gegriffen werden sollte. Senator Trarieux siihrte die Verteidigung Duclanx' und sagte, die Liga zur Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte bezwecke nicht allein, sich die Verteidigung des unglücklichen Dreyfus angelegen sein zu lassen, ihre Bestrebungen gingen weit darüber hinaus. Man habe, um die Ungerechtigkeit, deren Opfer ein jeder vielleicht werden könnte, an den Pranger zu stellen und zu bekämpfen, eine umfassende, auf Gegenseitigkeit be- ruhende Verewigung zur Wahrung der sittlichen Interessen gründen müssen.— England. Im Unterhaus wurde in zweiter Lesung die Gesetzesvorlage betr. die Erleichterung des Erwerbes kleiner Häuser durch die Insassen mit Ä49 gegen 60 Stimmen angenommen.— Belgien. Z« dem Plane einer Weltausstellung, die im Jahre 1903 in L ü t t i ch stattfinden soll, hat die Regierung ihre Zustimmung erteilt; die Ausstellung soll einen vorwiegend industriellen Charakter tragen.— Spanien. Die Wahle« haben nach den bisherigen Nachrichten folgendes Ergebnis gezeitigt: 180 Anhänger Silvelas, 33 Anhänger Pola- viejaS, 30' Ultramontane, 18 Anhänger des Herzogs von Teluan, 86 Liberale, 30 Anhänger GamazoS, 5 Anhänger Römers RobledoS, 15 Republikaner und 4 Carlisten.— Bei den vorgestrigen Unruhen in Bilbao wurden im ganzen 26 Personen verwundet.-— In Tortosa(Provinz Tarragona) schössen Beamte der Gemeindebehörde auf die Volksmenge, weil der Kandidat der Gemeindebehörde bei der Wahl unterlegen war. Zlvei Personen wurden getödtet und mehrere verletzt. Der Oberst Zamora, sowie der General Tejeiro sind durch em Ehrengericht wegen ihres Verhaltens in den Kämpfen auf Kuba aus der Armee ausgestoßen worden.— Asien. lieber neue Kämpfe zwischen den Engländern und Chinesen wird den„Times" auS Hongkong gemeldet: In dem Gebiete von Kau tun g wurde am Montag der Kampf seitens der Chinesen erneuert. Auf den Höhen, welche daS Lager des Generals GaScoigne in Taipufu beherrschen, er- schien eine Abteilung derselben und eröffnete auf eine Ent- sernung von 4000 AardS das Feuer mit altmodischen Kanonen. Die Silh-Artillerie erwiderte das Feuer mit Schrapnels, und als zwei Kompagnien des Hongkong-Regiments zum Angriff vorgingen, nahmen die Chinesen Reißaus. Die Engländer verfolgten sie S Meilen weit, ohne daß eS ihnen gelang, dem Gegner auf den Leib zu rücken. Auf ihrem Rückzüge steckten die Chinesen mehrere Dörfer m Brand. Es verlautet, daß im ganzen 6000 bewaffnete Chinesen in das Gebiet einfiele» und daß sie im Besitz der Uniformen der eingeborenen Miliztruppen waren.— Amerika. Die Nachrichten von den Philippine» werden in Washington sehr ernst genommen, und vom politischen Gesichtspunkte aus noch ernster ist die Thotsache, daß der Gouverneur von Minnesota und ein republikanischer Senator von Süddakota dringend verlangen, das; die Freiwilliqen-Regimenter aus ihren Staaten, welche auf den Philippinen Kriegsdienste leisten, zurückberufen werden, da deren längere Zurückbchaltung im Dienste ungesetzlich sei und da die Mannschaften selbst die Rückkehr dringend wünschten. Aus Manila wird gemeldet, daß die Aufständischen den Sitz ihrer Regierung viele Meilen weiter nördlich nach Tarlac verlegten.— Auch in Amerika droht neuerdings der Militarismus sich zu einer gemeingefährlichen Institution anszuwachsen. Gegen Viesen amerikanischen Militarismus und die neueste aus- wältige Politik Amerikas, wendet sich in einer jüngst gehaltenen Rede. der bekannte Dentsch-Amerikaner Karl Schurz. Das amerikanische Volk habe bisher keinen Militarismus gekannt, so führte er aus, und brauchte ihn auch niemals kennen zu lernen, wenn es sich nicht kopfüber in Abenteuer stürzen wolle. Seit ihrer Gründung ist unsere Regierung immer dem echt demokratischen Instinkte gefolgt, die Rüstungen immer nach den, augenblicklichen Bedarf cinzurickiten und sich nicht in den Strudel der Rivalität der Nationen hineinreißen zu lassen. Dennoch hat uns seit 1812 kein Angriff von außen her gedroht, wiewohl die anderen Völker nicht gerade unsere geschworenen Freunde waren. Wir haben das nur dem Umstände verdankt, daß man in Europa sich an den Gedanken gewöhnt hat, Onkel San, kümmere sich nicht um Dinge, die ihm nichts angehen, und daß es sich wohl verlohne, mit ihn, in Frieden zu bleiben, weil man seinen» großen Lande mit seinen gewaltigen Ressourcen doch nichts anhaben kann. Man erzählt uns. wir müssen gewissen entfernten Ländern die Segnungen der Kultur bringen und brauchen dazu Armee und Flotte. Die Armeen Napoleons hatten auch den Völkern gewisse Freiheiten und Reformen gebracht, aber man habe in den>, B e- freier»" doch nur Unterdrücker gesehen, genau wie es uns jetzt auf den Philippinen mit unserer Be- glückung geht. Das blutige Spiel dort ist erst ein kleiner Anfang. Es mag unseren, b e s s e r e n„Tötungsvermägen" gelingen, Aguinaldos Scharen niederzumetzeln, aber andere Ausstände werden folgen und mit allen weiteren Siegen werden wir nur ein größeres Odium einer blutigen Politik auf uns laden. Wir werden unserem Gebiete schwache verwundbare Punkte anhängen, die andere Mächte in Versuchung führen können. Auf alle Fälle werden wir, wie die Nationen der alten Welt, die Last des Militarismus zu tragen haben. Allgemein zugegeben wird bereits, daß die„neue Politik" em stehendes Heer von 100 000 Mann nötig braucht, welche ,m ganzen 100 Millionen Dollar kosten wird. Unser Pensions« Etat ist bereits größer als der Militär-Etat Deutsch- I a n d s. Es ist ja erfreulich, daß sich in Amerika selbst gewlchtige Stimmen gegen das Ueberwuchern des Militarismus und gegen die neueste »„demokratische Politik hören lassen. Aber vorläufig scheint Volk und Regierung von den Waffenthaten gegen die Spanier und jetzt gegen die Philippiner allzu begeistert zu sein, um fürs erste solche verständigen Stimmen zu beachten.— VKvlAmvnkcivifches. Postgrsetzc. Die Reichstagskommission für die drei P o st g e j e tz e trat heute unter dem Vorfitz des Abg. Schädler'zu- sammen. Zunächst wurde die Novelle zum Postgesetz zur Beratung gestellt. Es sollen zwei Lesungen stattfinden, zum Bericht- erstatter wurde Abg. P a a s ch e bestellt. In Artikel 1 wird bestimmt: Das Porto für de» srantiertei, gewöhnlichen Brief beträgt bis zum Gewicht von 20 Gramm 10 Pf., bei größcrem Gewicht 20 Pf. Bei unfrankierten Briefen, ebenso bei unzureichend frankierten, tritt ein „Znschlagporto" von 10 Pf. hinzu. Abg. Diotz(Soc.) beantragte, dieses Zuschlagporto aus nur 6 Pf. festzusetzen. Staatssekretär V. Podbielskt ist gegen den Antrag. Es handle sich nicht um ein Strafporto, sondern um eine Entschädigung für erhebliche Arbeit bei Absendung von unfrankierten Briefen. Der Antrag würde eine Ver- schlechterung der Verkehrsverhältnisse bedeuten. Das Bestreben der Postvcrwaltung gehe gerade darauf hinaus, möglichst alle Post« sendnngcn sogleich' bei Aufgabe für den Adressaten völlig gebühren- frei zu machen. Abg. Cahensly und Miiller-Fulda(C.) sind eben- falls gegen den Antrag. Stach besser wäre eS, unfrankierte Sendungen überhaupt von der Beförderung auszuschließen und den Frankierungs- zwang auch auf die Behörden auszudehnen.— Der Antrag D>etz wird darauf mit großer Mehrheit abgelehnt.— In Abs. 2 des Art. 1 wird gesagt:„Der Reichskanzler ,st ermächtigt, den Geltnngs- bercich der Ortstaxe auf Nachbarort« auszudehnen. Abg. Hasse (natl.) wünscht Aufnahme der in dieser Begehung vorgesehenen Erleichterungen in da« Gesetz. Direktor Krätkc ist gegen diesen An- trag, der eine Verfassungsänderung erforderlich machen würde. Die bezüglichen BerkehrSerleichternngen würden gleichzeitig mit der Novelle erlassen werden. Abg. Singer ist wegen der Versassungsschwierigkeitei, gegen den Antrag Hasse. Ihm würde eine vom Staatssekretär zu Protokoll gegebene bindende Erklänmg genügen. Er regt weiter an. Porto-Ennäßigungen bei Massennufgabe von Sendungen eintteten zu lassen. Staats- sckretär v. PodbielSkt giebt die Erklärung zu Protokoll, daß gleich- zeitig mit dem Inkrafttreten des Postgesetzes auch die Erleichterungen für den RachbarortS-Verkehr i» kraft treten sollen. Direktor Krätke ist gegen das billigere Porto bei Massenseiidungen. Das würde nur im Interesse der Großen liegen. Abg. Haffe glaubt, daß das billigere Sammelporto mich de» Vereinen zu gute kommen würde. Den Kreis der Nachbarorte empfiehlt er besonders mit Rücksicht auf deren wirtschaftliche Zusammengehörigkeit zusammenzufassen. Abg. Singer meint, der Rabatt bei Saimnelsendnngen käme vornehmlich Wohlthätiakeits-Vereinen zu statten, die nach Aufhebung der Privat- Posten e,ne große Einbuße erleiden würden. Dem Verein für das Berliner Asyl für Obdachlose würde beispiels- weise eine Mehr-Ausgabe von 1360 Mark jährlich er« wachsen. Sein Wunsch liege nicht im Interesse der Großen. Er behält sich einen formulierten Antrag für die zweite Lesung vor. Staatssekretär V. Podbielski: Ein billigeres Sammelporto für Wohlthätigkeitsan stalten sei seitens der Postverwaltung erwogen worden. Man sei jedoch zu der Ueberzeugung gelangt, daß sich Aus- nahmen nicht empfehlen, da solche zu vielen unangenehmen Kon- seq, lenzen führen würden. Billigeres Massenporto würde doch zumeist nur den großen Geschäften Vorteil bringen. Abg. Marcour(C.) ist gegen die gesetzliche Festlegung der Taxen, weil dieselbe bei dem wachsenden Verkehr zahlreiche Novellen notwendig machen würde. Er wünscht aber, daß die Postverwaltung alljährlich eine Ueberstcht über die in den Nachbarorts-Vcrkehr aufgenommenen Orte ver- öffentliche. Ferner wünscht er. daß Bayern und Württemberg auch bindende Erklärungen bezüglich der Portocrleichterungen ob- geben. Direktor Kriitke erwiderte, daß Bayern die Er- mächtigungen bereits zugesichert habe. Abg. Lenzmann(frs. Vp.) hält den Zustand für unhaltbar, daß daS Porto für Briefe durch Gesetz. daS übrige Porto durch Verordnung festgesetzt werde. Die sämmt- lichcn Tarife müssen bindend festgelegt werden, andernfalls hätte es die Post in der Hand, erst die Privatpostcn durch billigere Sätze tot zu schlagen und nachher die Sätze wieder zu erhöhen. Auch eine Verfassungsänderung scheue er nicht, die Verfassung sei kein Petrefakt. Das mindeste, was er verlange, sei die Erklärung, daß ohne Zu- stimmuno des Reichstags eine Heraussetzung der Portosätze nicht er- folgen dürfe. Abg. Dr. Paasche(natl.): Eine Verfassungsänderung sei nicht notwendig, die Reichs- PostVerwaltung unterliege der öffentlichen Kritik und könne nicht so handeln. wie Abg. Lenzmann befürchte. Eine bindende Erklärung des Staatssekretars genüge, welcher sich Bayern und Württemberg anzuschließen haben. Der Redner erklärt sich sodann gegen die Verbilligmig der Mnsscnfendlmgen. Abg. Dasbach(C.s ist auch gegen diese Verbillig, mg. welche zu Uni- geHungen des Gesetzes Gelegenheit bieten würde. Abg. Singer wünscht Herabfezung des Bortos für Stadtbriefe von 5 auf 8 f., fpeziell Berechtigung, vorausgesezt eben, daß sie nicht hysterische alte Weiber 1 gegeben worden, indem man Mitgliedern der Streiffommission ihre für Wohlthätigkeitsvereine. Im übrigen sei er für seine Person sein wollen. Entlaffungen zustellte. Wir können den Arbeitern nur versichert, zufrieden, daß in der Erklärung des Staatssekretärs ausdrücklich fest- Könnten sie sich überhaupt noch zu einiger Unbefangenheit gegen- daß, wenn uns nicht der Hunger zur Arbeit zwingt, wir treu und gelegt werde, daß Erhöhungen der Portosäze ohne Zustimmung des über der Arbeiterbewegung erheben, so würden sie gerade bei dieser fest in diesem uns aufgedrungenen Kampfe aushalten, bis uns der Reichstag nicht stattfinden dürfen. Abg. Diek wünscht im Interesse Berliner Nachwahl ein wenig zu verbergen gesucht haben, wes Geistes Sieg sicher ist. Süddeutschlands, daß der Tarif nicht gefeßlich festgelegt werde. In Kinder sie eigentlich find. Kein freifinniges Blatt, das nicht mit Alle Sendungen find zu richten an Richard Müller, Reichenbach Württemberg habe man manche bessere Postbestimmungen, z. B. Bernsteins Streitschrift gegen die socialdemokratische Partei gefrebst in Schlesien, Uferstr. 46. tofte das Briefporto dort im Ortsverkehr nur 3 Bf. Der Vorsitzende hätte, aber auch kein freisinniges Blatt, das es auch nur der Mühe für Der Streik der Maurer in Blankenburg im Harz Dr. Schädler fonstatiert die Bereitwilligkeit des Staatssekretärs wert gehalten hätte, das Entgegenkommen, das Bernstein dem bürger- dauert unverändert fort. Im Ausstande befinden sich 128 Gesellen, v. Podbielski, die gewünschte Erklärung formuliert zu Protokoll zu lichen Liberalismus bezeigt, mit einem Schritte zu erwidern. Es kostete von denen 45 abgereist sind. 22 Arbeitswillige arbeiten. Die geben. Die Absätze I und II betreffend das Briefporto und den ja nicht viel und im Grunde gar nichts; für die allgemeinen Partei- Unternehmer machen verziveifelte Anstrengungen, um fremde GeNachbarorts Verkehr werden darauf nach der Regierungs- verhältnisse war es gleichgültig, ob dies einzelne Mandat der frei- sellen heranzuziehen. Vor dem Streit waren 150 Gesellen bei zwölf Vorlage angenommen. sinnigen oder der socialdemokratischen Reichstags- Fraktion zufiel; Arbeitgebern auf 26 Neubauten beschäftigt. Die Haltung der Es folgt die Verhandlung über Absatz III: Zeitungs- weder eine besondere Ehrlichkeit, noch eine besondere Klugheit war Streifenden ist zuversichtlich. Wenn streng auf Fernhaltung des gebühr. Abg. Singer schlägt zunächst vor, diesen Abschnitt einer notwendig, um die Freisinnigen sagen zu lassen: Wie immer der Zuzugs gehalten wird, dann kann der Sieg der Arbeiter nicht ausSubkommission zu überweisen, zieht den Antrag aber nach längerer Wahlkampf ausfallen mag, so fällt er gegen die Reaktion aus, wir bleiben. Geschäftsordnungs- Debatte, da er von keiner Seite unterstügt wird, wollen ihn ehrlich mit der Socialdemokratie ausfechten und weisen Die Maler in Braunschweig haben an die Unternehmet zurüd. Man tritt alsdann in eine Generaldebatte über diesen Abschnitt mit aufrichtiger Berachtung die konservative Hilfe zurück, die das Verlangen gestellt, den Stundenlohn auf 42 Pf. zu erhöhen und ein. Direktor Krätte: Die Reform des Zeitungstarifs fei ein uns bei den allgemeinen Wahlen im vorigen Jahre zu bei den übrigen Löhnen 4-6 Pf. Aufschlag zu gewähren. Ferner allgemeiner Wunsch. Man müsse hier zunächst alle Nebenfragen einem trügerischen Erfolge verholfen hat. Aber das fiel der verlangt man eine 91/ 2stündige Arbeitszeit. Bewilligt haben acht außer acht lassen und zunächst die Frage der Einnahmen aus der freifinnigen Partei auch nicht einmal im Traume ein; sie bettelte Arbeitgeber und befinden sich 119 Maler im Ausstand. Zeitungsbeförderung ins Auge fassen. Auf allgemeinen Wunsch sagt in wahrhaft erbarmenswürdiger Weise um die konservative Wahlhilfe, Die Lohnbewegung der Dachdecker in Mannheim ist als er sodann zu, der Kommission genaue Rechnungsaufstellung zu unter- und als sie ihr versagt wurde, denunzierte sie die Konservativen, beendet zu betrachten. Es ist eine gemeinsame Vereinbarung breiten über die eventuellen Einnahmen des Regierungsvorschlags weil sie" Thron und Altar" und damit das Vaterland verraten hätten. und der inzwischen von den Konservativen( Dr. Oertel) und vom Und mit diesem Liberalismus soll die Arbeiterklasse paktieren, diesem zwischen den Meistern und Gehilfen getroffen worden, in der die Centrum( CahensIh) gemachten Gegenvorschläge. Die Kom- Liberalismus soll je ein Schlag, den er von der Socialdemokratie Forderungen der Gehilfen im allgemeinen zur Annahme gelangten. mission vertagt sich darauf bis Mittwoch, wo zunächst die anderen erhalten hat, zu viel gethan haben? Bestimmungen des Postgesetzes erledigt werden sollen, an die sich der Abschnitt über die Zeitungsgebühr anschließen soll. Partei- Machrichten. An die Arbeitersekretariate, Gewerkschaftstartelle. Gewerkschafts- Verwaltungen usw. ergeht hiermit das dringende Ersuchen, die von ihnen zur Veröffentlichung geTangenden Drucksachen auch an die Bibliothet des Reichstages gelangen zu lassen. Ausland. Nein, nicht die Freßlegende", sondern der wilde, unausrottbare Ausstände in Belgien. Die Biegelbrenner von Haß gegen das Proletariat, gegen die bescheidensten, einfachsten, Brüffel, 2500 Mann, haben beschlossen, am Montag die Arbeit felbstverständlichen Forderungen der Arbeiterklasse übertäubt in der niederzulegen. Sie fordern eine Lahnerhöhung von 3 Fr. pro deutschen Bourgeoisie jedes Gefühl des Anstands und jedes Gebot 1000 Ziegel statt 2,75 Fr. der Klugheit." Die Vergolder von Brüssel, in Betracht kommen 300, welche National Socialen zu Bernstein ein und auf Naumanus Ver- niederlegen, da die Arbeitgeber ihnen ein neues Arbeitsreglement Zum Schlusse geht der Artikel noch auf die Stellung der alle Mitglied der Gewerkschaft sind, werden die Arbeit Mittwoch ſammlung, in der er ausführte, daß Bernstein zwar nicht die aufdringen wollen. national- fociale Auffassung vertrete, aber einen völligen Bruch mit Ein allgemeiner Ausstand der Bergarbeiter Belgiens der bisherigen socialdemokratischen Taktik vollziehe. Dagegen, fagt wurde am Montagmorgen auf der Versammlung der Föderationen Mehring, habe nun freilich Wolfgang Heine protestiert, aber Pfarrer der vier Kohlenvereine beschlossen. Die Arbeiter fordern eine LohnNaumann den gewähren. 3 Es ist mehrfach vorgekommen, daß bei unvorhergesehenen wenn er in der Hilfe" fage, gegen die Inifflichen Saaber" bermehrung bis zu 20 Proz. Die Arbeitgeber wollen mur 5 Proz. Debatten über sociale Vorgänge das Bedürfniß nach gewissen Atten- Heines sei eine Liebersche Eiertanzrede im Reichstage noch das reine stücken nicht befriedigt werden konnte, weil es der Bibliotheks- Kinderspiel. verivaltung unmöglich ist, die Veröffentlichungen der Gewerk- Maifeier. Arbeitsruhe am 1. Mai beschlossen weiter die Bauschaften usw. zu beschaffen, weil diese in der Regel im Buchhandel arbeiter in Stuttgart und die Maurer in Bielefeld. Die Sattler und schaften usw. zu beschaffen, weil diese in der Regel im Buchhandel Tapezierer in Offenbach beschlossen, bei den Unternehmern wegen Freigabe des 1. Mai vorstellig zu werden. nicht erscheinen. Auch werden die betreffenden Verwaltungen ersucht, die Zusendungen an das Partei- Archiv, Kazbachstr. 9, nicht zu vergessen. Die Parteis und Gewerkschaftspresse wird um Abdruck dieser Notiz gebeten. Die Diskussion über Bernsteins Buch beschäftigt jetzt die gesamte Parteipreffe. Ein O. W. gezeichneter Artifel in der Freien Presse", Elberfeld, stellt sich im allgemeinen freundlich zu Bernstein und bezeichnet den Ausspruch:" Das, was man gemeinhin Endziel des Socialismus nennt, ist mir nichts, die Bewegung alles", als nur zu gerechtfertigt". Ebenso scheint ihm auch ein Dr. Woltmann zuzustimmen, von dem in beiden ersten einer Reihe Artikel in demselben Blatte vorliegen: In der Mainzer Boltszeitung" fagt E. D. im Beginn einer Artikelreihe:„ Wir teilen, ungeachtet des fünstlich erhigten Kreuzigungsgeschreies gegen Bernstein, die von unserem Elberfelder Parteiorgan ausgesprochene Ueberzeugung:„ Es giebt große Kreise innerhalb der Partei, die auf dem von Bernstein entwickelten Standpunkte stehen und die ihre Ueberzeugung in der Schrift ausgedrückt finden". Und das sind keineswegs, wie behauptet wird, „ fleinbürgerliche" Kreiſe, ſondern es find vorzugsweise die in der Gewerkschaftsbewegung kämpfenden Elite- Mannschaften der IndustrieArbeiterschaft". Sociales. Bergmannsfreuden. Einen traurigen Beweis, wie das Strafsystem auf den Gruben ausgebildet ist, liefert für Monat März das " Deutschlandwerk" in Delsnig im Erzgebirge. Hier wurden bei einer Belegschaft von ca. 600 Personen allein in diesem Monat 390 GeldVerband der Arbeiter- Bildungsvereine. Infolge Aufhebung strafen verhängt; 200 davon für unrein geförderte Kohlen. Und des Verbindungsverbots in Sachsen wird von Leipzig aus der Versuch doch werden die Leute durch das bestehende Gedingesystem geradezu gemacht, die Arbeiter- Bildungsvereine zu einem Bund in loser Form gezwungen, die Kohle unrein zu fördern. Es wird nämlich das Ges zu vereinen. Bereits am 5. März fand eine Zusammenkunft von Binge mit nach der Zahl der geförderten Hunte berechnet und da Vertretern aus 35 Arbeitervereinen statt, die einen Beschluß des In- Flöge hier stark mit Steinen durchsetzt sind, so würden die Leute bei halts faßte, daß zur Verbreitung von Wissen und Bildung unter den niedrigen Gedingefäßen nicht bestehen können, wenn sie die Kohle den Arbeitern eine besondere Thätigkeit notwendig sei, die weder vollkommen rein lesen sollten. im Rahmen der politischen Partei, noch der Gewerkschafts- Die Petition der freien Vereinigung fächfischer Orts. organisation geleistet werden könne, hierzu bedürfe es viel Krankenkaffen, die auf der letzten Versammlung in Döbeln bemehr einer besonderen Organisation. Nachdem so das Nüglich- schloffen wurde, wonach die Dienstboten durch landesgesetzliche Bes feits- Princip anerkannt worden war, wurde die Frage instimmung der Krankenversicherung unterworfen werden sollen, hat den einzelnen Vereinen debattiert; am 16. April fand neuerdings das fächsische Ministerium des Innern beachtlich gefunden. Zur Zeit eine Versammlung, beschickt von 21 Vereinen statt, die die Berichte find Dienstboten nur dann krankenversicherungspflichtig, wenn die über die Vereinsbeschlüsse entgegennahm und weitere Beschliffe einzelnen Gemeinden dieses durch Ortsstatut festgelegt haben. Allerdings faßte. Die meisten Vereine waren principiell für einen solchen haben eine ganze Anzahl Orte davon Gebrauch gemacht und in der Regel Bund, nahmen aber noch eine abwartende Stellung ein. Wie aus diese Versicherung in Form von Gemeindefrankenversicherung( neben den. den Auseinandersetzungen hervorging, soll der Bund die gegenseitige Ortstrantentassen) eingeführt. Das Ministerium hat aber nun alle GeUnterstützung der Vereine durch Austausch der Lehrkräfte, des Lehr- meinden angewiesen, sich zu der in der Petition angeregten Sache stoffes und der Vortragenden fördern. Die Befürchtung, daß dieser auszusprechen und auch darüber sich zu erklären, ob es ratsam ist, Bund mit den Partei- Organisationen follidieren könne, wurde nicht die Dienstboten Krantentaffen aufzuheben und die fraglichen Ver anerkannt. Es wurde im Princip die Gründung eines Bundes der sicherten den Ortskrankenkassen zuzuweisen. Fast alle Gemeinderäte Arbeitervereine beschlossen, der sich unbeschränkt ausdehnen kann, und haben, soweit sie sich damit befaßten, bejahend geantwortet. Die Orts eine fünfgliedrige Kommission mit der Ausarbeitung eines Statuten- frankenkassen sind zur Feststellung der Zahl der Dienstboten, die doch In einer lq. gezeichneten Artikelreihe des Offenbacher entwurfs beauftragt. zur Invaliditäts- und Altersversicherung angemeldet sein müssen, Abendblattes", die sich sympathisch für Bernstein äußert, heißt es:„ Bernstein erklärt selbst, daß er in seiner Streitschrift nichts treise( Dresden- Neustadt) beschäftigte sich mit dem Löbtauer Urteil Eine Parteiversammlung im 4. sächsischen Reichstags- Wahl- angehalten worden. Von der allgemeinen Ausdehnung der Krankenversicherung auf Neues vorzubringen vermöge. Dies ist in der That richtig! Selbst in Beziehung auf die Vorgänge auf der sächsischen Landesverfamm- die Dienstboten haben schon einige andere Bundesstaaten und Reder aufmerkſamste Leser wird in der ziemlich umfangreichen Schrift feinen Gedanken finden, der nicht von der bürgerlichen National- lung. Nach ziemlich erregter Debatte wurde folgende Resolution gierungsbezirke Gebrauch gemacht. einstimmig angenommen: Die Wahlen der Versicherten zur Orts- Krantentaffe „ Die am 16. April in Leiperts Gasthof tagende Parteiber- in Straßburg waren ein glänzender Sieg der organisierten sammlung erklärt sich mit der Haltung der Sächsischen Arbeiter Arbeiter. Ihre Lifte erhielt von 1828 abgegebenen Stimmen 1070, Beitung" einverstanden und wünscht, daß die bisherige Taktik bei- während der vereinigte Ordnungsbrei, welcher in seiner bekannten behalten wird. Art und Weise in der Presse sowie durch ein Flugblatt gegen die ganzen auf 290 Stimmen brachte. Socialdemokraten, die bisherigen Leiter der Kaffe, hezte, es im ökonomie schon ausgesprochen worden wäre. Bernstein wandelt auf den Pfaden der Wagner, Sombart, Herkner usw. Dies soll kein Vorwurf, sondern lediglich eine Feststellung sein." Löbtauer Urteils forderte und sich mißbilligend gegen den Genossen Eine zweite Resolution, die die nachträgliche Aufnahme des Kaden aussprach, wurde abgelehnt. Entschieden ablehnend äußern sich dagegen die SchleswigHolsteinische Volkszeitung", die Freie Presse für Elsaß- Lothringen" und, unter dem Widerspruche der Redaktion, ein mit W. gezeichneter Artikel im„ Volkswillen". Hannover. Den ablehnenden Darlegungen der„ Schwäbischen Tagwacht" schließt sich die Erfurter Tribüne" an. Auch ein öftreichisches Blatt, der Warnung. Die Parteigenossen und namentlich die VertrauensNeue Freigeist" in Reichenberg in Böhmen, wendet sich gegen personen werden hiermit vor einem jungen Manne, angeblich KaufBernstein. Den Ausführungen Victor Adlers in der Wiener Ar- mann und früher Redacteur der Vogtländischen Volkszeitung" in beiterzeitung" schließt sich die„ Märkische Voltsstimme" an. Falkenstein, gewarnt. Derselbe will sich auf der Flucht befinden " = Lehte Nachrichten und Depeliften. Der belgische Grubenarbeiter- Streit. Brüssel, 18. April.( B. H.) Der Ausstandsbewegung Eine Parteiversammlung in Werda u in Sachsen sprach sich und sucht zum weiteren Fortkommen das Mitleid der Vertrauens- in den vier Kohlenbecken von Charleroi, La Louvière, Mons und Während er dem nach einem Vortrage des Genossen Schoenlant und eine solche in personen und Parteigenossen zu erwecken. Altenburg nach einem Vortrage des Genossen Stücklen gegen Dresdener Vertrauensmann mitteilte, er wolle nach Belgien, hat er Lüttich haben sich heute bereits 32 000 Arbeiter angeschlossen. Bernstein aus. Im socialdemokratischen Wahlverein in Hannover einem anderen Genossen, den er auch noch um Geld beschwindelte, Die Grubenbefizer in Charleroi sind der Ansicht, daß eine möglich und für beide Parteien sprach Genosse Rauch über das Buch. Er stellte sich auf Bernsteins erzählt, er wolle nach Frankfurt a. M. Die Genossen seien deshalb 10 prozentige Lohnerhöhung möglich und Standpunkt und hielt nur dessen Ausführungen zur Tattit für teil- vor diesem Schwindler, der Karten auf den Namen Wichmann bei annehmbar sei. In Lüttich hielten die Grubenbefizer eine geheime weise irrig. Genosse Meister dagegen nahm eine vollständig ab- fich führt, gewarnt. Sigung ab und sollen, wie aus glaubwürdiger Quelle gemeldet wird, lehnende Haltung ein. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Die Polizeiliches, Gerichtliches usw. beschlossen haben, teine 8ugeständnisse zu machen. Wenn die Broschüre foll aber angeschafft und den Mitgliedern zum Selbst--Eine Vernehmung hatte die Ehefrau unseres gegenwärtig tostenpreise abgegeben werden, damit sich jeder erst selbst unterrichten im Strafgefängnis zu Gommern weilenden Genossen Pistorius Ausstandsbewegung noch weiter dauern sollte, so würde die kürzlich in Magdeburg vor dem Kriminalkommissar Sommermann zu bestehen, bewilligte fünfprozentige Lohnerhöhung wieder zurückgezogen. In Die, Frankfurter Boltsstimme" ist nicht damit ein- und zwar auf Veranlassung der dortigen Staatsanwaltschaft. Aus- Lüttich wurden heute 12 Ausständische verhaftet wegen Verlegung verstanden, daß so rasch über Bernstein abgeurteilt werde, nament- funft wurde besonders über ihre Vermögensverhältnisse verlangt, der Arbeitsfreiheit. Im allgemeinen herrscht in den vier Kohlen lich von Führern der Partei, fie hält es nicht für rätlich, am An- speciell darüber, ob die Gerichtskosten für die verschiedenen Breß beden vollständige Ruhe. Die Abgeordneten der Bezirke halten Verfange einer so wichtigen Auseinandersetzung gleich das Gewicht, das prozesse unseres Genossen bezahlt werden können. Der Zweck der folche Partei- Autoritäten haben, in die eine Wagschale zu werfen". Vernehmung ist uns natürlich nicht bekannt. sammlungen ab, worin sie den Ausstand predigen. Dadurch würden die übrigen Parteigenoffen abgehalten, sich mit der Sache eingehender zu befaffen. Diesen Ausführungen schließt sich die, Rheinische Zeitung" an. fönne. Freigesprochen wurde Genosse Düwell in Essen in' der Berufungsinstanz von der Anklage der Polizeibeleidigung. Bom Schöffengericht war er zu 20 M. Geldstrafe verurteilt worden. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Ein Wolffiches Telegramm vom Dienstagabend lautet folgendermaßen: Jm Kohlenbeden von Charleroi waren heute Vormittag etwa 12 000 Mann ausständig. Gendarmen und Jäger zu Fuß patrouilliren im Ausstandsgebiete. Jm Baffin du Centre hat, wie aus La Louvière gemeldet wird, Zum Krefelder Streit. Von der Streifleitung erhalten wir der Ausstand ebenfalls begonnen; bis jetzt haben etwas über 1000 Mann die Arbeit niedergeiegt. Hamburg, 18. April.( W. T. B.) Nach einem Privats telegramm der Hamburgischen Börsenhalle" aus Guyaba( Brasilien) herrscht in der Provinz Matto Grosso Revolution. urteilte jeden der Angetlagten von der Liga der MenschenParis, 18. April.( W. T. B.) Das Zuchtpolizeigericht verrechte zu 15 Fr. Geldstrafe unter Anwendung des Gefeßes Bérenger. Paris, 18. April.( W. T. B.) Eine amtliche Depesche bringt die Meldung von einer großen Feuersbrunst, die in La Poine- as Pitre auf Guadeloupe ausgebrochen. 500 Häuser und Hütten stehen in Flammen. Das Feuer ist noch nicht gelöscht. Man glaubt, daß Mittelbar, in Anknüpfung an die Wahl im 2. Berliner ReichstagsWahlkreise, kommt auch in der foeben erschienenen Nr. 30 der ,, Neuen Zeit" F. Mehring auf Bernstein zu sprechen und erörtert an diesem prattischen Beispiele die von B. empfohlene Tattit. Er geißelt das Ver halten der Freifinnigen, die nach der Wahl in denunziatorischer Weise den Konservativen vorwerfen, daß sich diese durch Aufstellung eines am Dienstagabend das folgende Privattelegramm: eigenen Kandidaten zu helfershelfern der Socialdemokratie" gemacht Neun Fabrikanten haben die Arbeiterforderungen be hätten und fährt dann fort: Die Freifinnige Zeitung" hat diese verräterische Taltit ihrer willigt. Gebr. Belzer nehmen am Mittwoch die Arbeit auf. Partei freilich mit der Freßlegende" zu entschuldigen gesucht, mit Jacobiny folgt Donnerstag. Vier Fabrikanten weigern sich noch, der Behauptung, daß die Angriffe der Socialdemokratie auf den die Arbeiterforderungen anzuerkennen. Der Sieg der Arbeiter ist Liberalismus die biederen Bürger topfschen gemacht hätten, aber bisher galt die anmutige Ausrede nur für eine faule Finte des unzweifelhaft, jedoch sind noch weitere Unterſtügungen notwendig. Herrn Eugen Richter und thatsächlich ist sie auch nichts anderes. Zum Ausstand in Reichenbach i. Schl. wird uns geWenigstens muß man sie so lange dafür halten, als die freisinnigen schrieben: Obwohl sämtliche gegnerische Zeitungen den Streit für Mannen beanspruchen, als Männer und nicht als hysterische alte Weiber beendet erklärten, können wir berichten, daß sich im Ausstande noch eingeschätzt zu werden. Man durchmustere die deutsche Geschichte der ca. 1000 Personen befinden die auch gewillt find, nach wie vor in legten drei, ja in weiterem Sinne der letzten fünf Jahrzehnte, und dem aufgedrungenen Kampfe auszuharren. Am Sonntag fand hier es angelegt worden ist. man wird auch nicht einen Fall finden, wo das Bürgertum einen eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Stadtverordneter Rom, 18. April.( B. H) Der Kriegsminister hat Ordre geSchüz Breslau Träftigen Anlauf gegen die Reaktion nahm oder zu nehmen schien, Ostar Die Versammlung, geben, 500 Mann Truppen für die Besetzung der Sanmun bon 1700 Personen besucht war, erklärte fich bay bereitzustellen. ohne daß die Arbeiter sich nicht sofort und unbedingt bereit erklärt welche den Ausführungen des Referenten hätten, diesen Anlauf träftig und nachdrücklich zu unterstügen. Damit vollständig ein Petersburg, 18. April.( B. H.) Von den jüngst ver: von hat es nie auch nur eine einzige Ausnahme gegeben, vom verstanden, und werden die Arbeiter nicht eher ihre Arbeitskraft zur hafteten Studenten wurden 26 der am meisten kompro18. März 1848 bis zu dem berufenen" Buge nach links", dessen Be- Verfügung stellen, bis sie als gleichberechtigte Menschen anerkannt mittierten nach Sibirien verbannt. die socialdemokratische Partei vielleicht den werden. Warschau, 18. April.( B. H.) Sonnabend Nacht ist die Vergrüßung durch Vorwurf einer gewissen Jllufionsfähigkeit, aber sicherlich nicht Die Situation ist für die Ausgesperrten eine äußerst günstige, haftung der Redatteure Nowodworski vom„ Curjer Warsden Vorwurf einer unzeitgemäßen Freßlegende" begründete. die Fabrikanten versuchen nun Arbeiter wieder in die Fabriken zawski und Libicky vom„ Curjer Codcienny" erfolgt auf direkten Befehl Wenn dann freilich die bürgerlichen Anläufe regelmäßig im hineinzubekommen; bis jetzt ist jedoch der Erfolg gleich Null und ist aus Petersburg. Die Verhaftung hängt mit den Studentemuuruben Sande verliefen, so haben es die Arbeiter an fräftigem Spott nicht der Sieg den Arbeitern sicher, wenn die nötigen Unterstügungen bald zusammen. Libicky, welcher auch Gerichtsbeamter ist, wurde ins fehlen lassen, aber darüber zu greinen, fehlt den Freisimmigen jede und reichlich eingehen. Der letzte Schreckschuß der Fabrikanten ist abe zwischen wieder aus der Haft entlassen. V referierte. Berantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Sieran 2 Beilagen u. Nuterhaltungsblatt. Nr. 91. 16. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Reichstag. 68. Sigung, Dienstag, 18. April 1899, 1 hr. Am Bundesratstisch: v. Posadowsky. Die erste Beratung des Fleischbeschau- Gesetzes wird fort gesezt. Abg. Vielhaben( Antisemit): Die Haltung des Abg. Lenzmann war mir vollständig begreiflich. Die freifinnige Partei nennt sich zwar eine„ deutsch" freisinnige, in Wirklichkeit besorgt sie aber nur die Geschäfte des Auslandes. Der bekannte Herr Schwennhagen hat an den Attaché der hiesigen amerikanischen Gesandtschaft, Mr. Stiles, geschrieben: er sei im stande, die Freisinnigen vor das Interesse der amerikanischen Bieherporteure zu spannen. ... Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend): Abg. Fik( natl.) erklärt sich gegen die zu weit gehende Ausdehnung der Fleischbeschau. Abg. Steinhauer( frs. Bg.) ist der Ansicht, daß die Kontrolle der Hausschlachtungen in den dünner bevölkerten Gegenden un durchführbar sei, weil nicht die genügende Anzahl geeigneter Bersonen gefunden werden könnte. Mittwoch, 19. April 1899. Staatsanwaltschaft nicht genannt worden waren. Den Verteidigern wurde während einer kurzen Pause Gelegenheit gegeben, von den Protos tollen über diese Zeugenvernehmungen Kenntnis zu nehmen. Wie es scheint, haben diese Zeugen nun plößlich Aussagen gemacht, die den Angeklagten belasten; insbesondere scheint eine Zeugin befundet zu haben, daß die ermordete Bertha Singer mit dem Angeklagten zuAbg. Börner( natl.) erklärt nach einigen Minuten Stillsammen in Frankfurt gewesen ist. Außerdem handelt es schweigens: Ich habe ganz unverhofft jetzt noch das Wort be- sich auch noch um die Vernehmung des Konditorgehilfen Noffs(?) tommen. Ich habe bereits das Material in meiner Mappe ver- der sich nach der Mitteilung des Staatsanwalts am Schlusse der schlossen( Heiterkeit) und habe den Schlüssel verloren.( Stürmische ersten Sigung bei ihm gemeldet hat und bekunden will, daß er den Heiterkeit.( Abg. Singer ruft: I st denn kein Schloffer da?) Angeklagten am Morgen nach der Mordthat vor dem Hause OranienRedner reißt seine Miappe auf, entnimmt ihr das Material und straße 89 gesehen habe. beginnt seine Rede, in der er im allgemeinen für die obligatorische Fleischschau eintritt, die aber unbedingt verbunden werden müsse mit einer allgemeinen Viehversicherung. Ich ersuche den Redner, bei einer Partei des Hauses nicht solche des Abg. Vielhaben gegen Herrn v. Bülow zurüd. Boraussetzungen geltend zu machen, wie er es gethan. Novelle.) Invalidenversicherungs- Kommission. Proteft der Verteidiger. Die Verteidiger legen formellen Protest gegen das Verfahren Direktor im Auswärtigen Amt Reichardt weist die Angriffe ein, daß während des Ganges der Hauptverhandlung der früher in der Sache thätig gewesene Untersuchungsrichter auf Ersuchen des Abg. Vielhaben( Ant.) erklärt, er habe nur behaupten wollen, Staatsanwalts nach Frankfurt a. D. reist, und dort, ohne daß Abg. Vielhaben( fortfahrend) daß die Methode des Herrn v. Bülow den Amerikanern gegenüber der Verteidigung Kenntnis von dem Termin gegeben werde, Zeugen vernommen und gar noch vereidigt verbreitet sich über die Bevorzugung des Auslandes durch die Vor- nicht die richtige sei. Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird einer Kom- werden. Dies sei prozessual gänzlich unzulässig. Der Vorsigende lage, die den Ruin der deutschen Landwirtschaft herbeiführen könne. bemerkt, daß die daß die Aussagen dieser Beugen bis jest ja Wie minderwertig die amerikanischen Konserven seien, das habe der mission von 21 Mitgliedern überwiesen. gar nicht existieren; die Protokolle für Nächste Sigung: Mittwoch 1 Uhr.( Gewerbe- Ordnungs: für die Geschworenen spanisch- amerikanische Krieg bewiesen. Der Reichskanzler hat seinerüber diese Vernehmungen werden ja nicht verlesen, zeit im preußischen Abgeordnetenhause die Erklärung abgegeben, daß, die Geschworenen gelte nur das, was diese Zeugen hier vor ihnen Schluß 6 Uhr. falls die obligatorische Fleischbeschau eingeführt werden sollte, für bekunden würden. Justizrat Dr. Sello: Er beantrage die das ausländische Fleisch dieselben Kontrollmaßregeln festgesetzt werden Aussezung der Verhandlung, um der Verteidigung Ge würden wie für das inländische Fleisch. Die Ausdehnung der legenheit zu geben, in Gemäßheit des§ 245 Abs. 2 der Strafe Fleischbeschau auf die Hausschlachtungen für eigenen Bedarf geht viel zu weit. Der Staat fümmert sich doch auch nicht darum, wenn 4. Sigung vom 18. April.§ 10 enthält die sehr wichtige Prozeßordnung Erkundigungen über die Zeugen einzuziehen. Man der Fabrikarbeiter sich durch Schnaps zu Grunde richtet. Uebrigens Beſtimmung, daß auch derjenige nicht dauernd erwerbsunfähige tönne sich eigentlich keinen trafferen Fall der Anwendung ist bekannt, daß die Handarbeiter eine viel gesündere Konstitution haben Versicherte für die weitere Dauer seiner Erwerbsunfähigkeit Inva- des§ 245 Abs. 2 denken als diesen. Es handle sich hier um einen ein Verbrechen, für welches das Leben des lidenrente erhält, welcher während 26 Wochen ununterbrochen Mord, um werde. Bei dem als die Fabrikarbeiter. Wenn man die Kontrolle auf alle Tiere, die zur erwerbsunfähig gewesen ist. Molkenbuhr und Genoffen beantragen: Angeklagten unter Umständen af hent menschlichen Nahrung geschlachtet werden, ausdehnen wollte, jo 13 Wochen.rozdem von socialdemokratischer Seite in der Debatte Zeugen Noffs handle es sich um einen Mann, der mit der Beha müßte man auch die Füchse in die Fleiſchbeschau mit einbeziehen. wiederholt nachgewiesen wurde, wie bringend notwendig im Interesse tung auftritt, daß er den Angeklagten unmittelbar nach der That in ( Heiterkeit.) Für jeden, der die Folgen des Geſetzes zu überschauen der es die im stande ist, ist es klar, daß mur die Amerikaner die Vorteile des der gesamten Volksgesundheit wie auch in dem der Invaliditäts- der Nähe des Thatortes gesehen habe. Da sei es die dringendste ganzen Gesetzes haben werden. Und wie sieht es in Amerila mit anstalten es ist, wenn der Krante bereits nach 13 Wochen, wo die Pflicht der Verteidigung, die eingehendsten Erfundigungen über die den fanitären Maßregeln aus? Da herrscht eine sehr sonderbare Krankenkassen zumeist zu zahlen aufhören, eine Unterstützung und Persönlichkeit dieses Zeugen, der plöglich mit so wichtiger Beda der Verteidigung dabei nicht die die großen Machtmittel Kontrolle. So find dort z. B. eines schönen Tage drei Kühe auf Verpflegung erhält, so wurde doch wie in erster Lesung der Antrag Hauptung auftritt, einzuziehen. Diese Erkundigungen werden, Gebote Staatsanwaltschaft zu stehen, den Markt gekommen, die sich bei näherer Besichtigung als voll- der Socialdemokraten gegen deren 4 Stimmen abgelehnt. längere Zeit ständig tuberkulös erwiesen und bei denen man die Kondemnations§ 11 bestimmt, daß die Rentenentziehung ausgesprochen wird, her nehmen, und eine nach§ 245 ad 2 zu marke im Ohre fand.( Hört! hört!) Man fragte nun dort bei dem bei vorsäglich herbeigeführter Erwerbsunfähigkeit oder wenn in Anspruch Landwirtschaftsminister an, wie es denn möglich sei, die Tiere mit der diese bei Begehung eines durch strafgerichtliches Urteil fest- bewilligende Ausseßung zu Erkundigungszwecken würde identisch mit Kondemnationsmarke noch auf den Markt tämen. Der Landwirtschafts- gestellten Verbrechens oder vorsätzlichen Vergehens entsteht. der Bertagung der Sache sein. Die Verteidigung würde in minifter erwiderte: er wisse es nicht.( Hört, hört! Heiterkeit.) Die Hofmann( natl.) beantragt:" In allen Fällen der letzteren Art dieser wichtigen Frage ihre Pflichten versäumen, wenn sie gegenüber Amerikaner wissen es auch sehr wohl zu würdigen, welche Vorteile kann die Rente, sofern der Versicherte eine im Inland wohnende der Thatsache, daß der Untersuchungsrichter nach Frankfurt a. ihnen Deutschland stets bietet. Zum Dank dafür wollen amerika- Familie besigt, deren Unterhalt er bisher von seinem Arbeits- fährt, dort Zeugen eidlich vernimmt und diese nun den Ges nische Großschlächter auch eine gewisse Sorte Schinken Bülow: verdienst bestritten hat, ganz oder teilweise der Familie über- fchivorenen vorgeführt werden sollen, nicht darauf bestände, Zeit zu Schinken nennen wiesen werden". Dieser Antrag wird gegen 1 Stimme ange- den eingehendsten Nachforschungen nach diesen Zeugen zu erhalten. ( Glocke des Präsidenten.) nommen; der socialdemokratische Antrag: Findet Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend): eine völlige oder teilweise Versagung der Rente statt, so muß dem Versicherten die Hälfte der für ihn geleisteten Beiträge erstattet werden" wird gegen sechs Stimmen abgelehnt. Der Herr Redner ist nicht berechtigt, den Mitgliedern des Bundesrats solche Infinuationen an den Kopf zu werfen. Ich rufe ihn deshalb zur Ordnung. Abg. Vielhaben( fortfahrend): Die neuliche Rede des Herrn v. Bülow hat so viel Beifall im Auslande gefunden, daß es in der That fraglich erscheint, ob seine Politik gerade den deutschen Interessen dient. Je liebenswürdiger wir uns Amerika gegenüber zeigen, desto schärfer geht dieses gegen uns vor. Redner verbreitet sich des weiteren über die amerikanische auswärtige Politik, wird aber unter Heiterkeit des Hauses vom Präsidenten wiederum unterbrochen. Präsident Graf Ballestrem: Ich mache den Herrn Redner darauf aufmerksam, daß die allgemeine amerikanische Politik hier nicht ausführlich behandelt werden fann, sondern höchstens in ihren Beziehungen zum FleischbeschauGeſetz. Abg. Vielhaben( fortfahrend): Ich hoffe jedenfalls, daß das Gesetz aus der Kommission als ein deutsches Fleischbeschau- Gesez herauskommen wird und in Deutschland das Lob finden wird, das es bis jetzt nur im Auslande gefunden hat. Abg. Delfor( Elf.): 8n 12( eilverfahren) liegen folgende social demokratische Anträge bor: " Das Heilverfahren muß eingeleitet werden, wenn unter Zustimmung des Versicherten dasselbe vom Vorstande der Krankentaffe, welcher der Versicherte angehört, beantragt wird." Ferner: 12 Abfag 3 folgenden Zusatz zu geben: Muß der Versicherte während des Heilverfahrens von seiner Familie getrennt leben, dann ist der von den Krankenkassen zu zahlende Betrag an die Angehörigen auszuzahlen, welche der Versicherte bisher aus seinem Arbeitsverdienste unterhalten hat." werden: Die Antwort des Staatsanwalts. Staatsanwalt Plaschte: Der Protest scheine ihm nicht bes gründet. Täglich laufen bei ihm, wie wohl auch bei den Verteidigern Briefe von allen möglichen Leuten ein, die alle in der Sache etwas wissen wollen. Wenn er mun alle in diesen Briefen benannten Zeugen vorladen wollte, würde die Verhandlung vielleicht bis zum nächsten Jahre und noch länger dauern. Er habe es daher fjir feine Pflicht gehalten, erst festzustellen, was die benannten Beugen überhaupt wissen sollen, und erst wenn es sich herausstellt, daß es sich um wesentliche Dinge handelt, dann die Zeugen vor auladen. Der Vorfigende habe ganz recht, daß diese neuerdings vom untersuchungsrichter vernommenen Zeugen für die Geschworenen borläufig gar nicht vorhanden seien, sondern erst in Wirksamkeit treten, wenn sie hier ihre Aussagen vor dem Gerichtshofe und den Er fenne teine Entscheidung des Reichss Ferner soll dem§ 12 folgender neuer Absatz hinzugefügt Geschworenen machen. gerichts, die es verbietet, während der Hauptverhandlung Ermittes " Durch die Unterbringung in ein Krankenhaus oder eine An- lungen anzustellen. Diese Ermittelungen stehen ihm jeder Zeit zu, ex stalt für Genesende erwirbt der Erkrankte einen zweiten fönne dazu die ihm zweckmäßig erscheinenden Wege einschlagen und des Wohnsiz in dem Orte, in dem sich das Krankenhaus oder die halb sei die Vernehmung von Zeugen auf Requisition des Untersuchungs Anstalt befindet." richter auch gestattet. Diese bezweckte selbstverständlich nicht anderes Gegen den letzteren Antrag, der von Stadthagen damit be- als festzustellen, ob der betreffende Zeuge überhaupt etwas Wesent gründet wird, daß nach der Braris mehrerer Behörden bisher liches aussagen könne. Was den§ 245 St.-P.-O. betrifft, so liege den in Heilanstalten untergebrachten Personen das Wahlrecht die Erledigung des darauf bezüglichen Antrages der Verteidigung Es sei selbstverständlich, entzogen worden ist, spricht Staatssekretär v. Posadowsky. Die in dem freien Ermessen des Gerichts. verbündeten Regierungen würden auf keinen Fall einwilligen, daß daß bei Schwurgerichtsverhandlungen in den seltensten Fällen jo nebenbei wichtige Bestimmungen des Wahlgefeßes durch ein von dem freien Ermessen in ablehnendem Sinne Gebrauch anderes Gesez aufgehoben würden. Stadthagen weist dagegen gemacht werde und wenn von denen, denen die Entscheidung nach, daß die Aufhebung der Bestimmung des Wahlgefeßes nicht über die Schuldfrage obliegt, der Wunsch geäußert würde, durch den socialdemokratischen Antrag, sondern durch das Invaliditäte- über einzelne geugen noch Auskunft zu erhalten, so würde er mit gese herbeigeführt wird. Dies habe doch die Aufgabe, der Unter- allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln diesem Wunsche entsprechen. ftügung den Charakter des Almosens, der Armemunterstützung zu Diese Mittel feien aber nicht so groß, wie die Verteidigung bea nehmen: da aber die in Heilanstalten befindlichen Invaliden die haupte. Das nächstliegende für den Staatsanwalt sei, zu erforschen, Anstalt nicht verlassen dürften, an ihrem alten Wohnorte also nicht ob der betreffende Zeuge vorbestraft ist; das sei hier geschehen. Die Hauptschwierigkeiten des Gesezes liegen in der Frage des wählen könnten, würde ihrer Verpflegung gegen den Zwed des Was den 8eugen Roffs anbelangt, so habe er mit Absicht am Fleischimports aus dem Auslande und der Einbeziehung der Haus- Gesetzes der Stempel der Armenunterstützung aufgedrückt; Schlusse der ersten Sigung den Namen dieses Zeugen genannt, nicht wie die Presse vereinzelt anzunehmen scheine schlachtungen. Wenn der deutschen Landwirtschaft der nötige Grenz- fie würden des Wahlrechts beraubt und den Insassen um der Verteidigung so früh als schutz gewährt wird, so ist sie vollständig in der Lage, den Fleisch der Gefängnisse gleichgestellt. Die drei socialdemokratischen Effekthascherei, sondern bedarf im Inlande zu decken. Das Vieh, das aus dem Auslande Anträge werden gegen 6 bezw. 7 Stimmen abgelehnt.( 4 social- möglich Gelegenheit zu geben, Nachforschungen anzustellen. kommt, muß jedenfalls an der Grenze von deutschen Beamten demokratische und 2 freifinnige und für den zudritt angegebenen Nach den sofort angestellten Recherchen sei dieser Zeuge einmal mit 25 M. Geldstrafe vorbestraft; wenn er namhafte Borstrafen erlitten genau untersucht werden. Was die Frage Frage der Haus- Antrag der Antisemit.) schlachtungen anbetrifft, würde ich gerne die Haus Bu§ 12c liegt seitens der Socialdemokraten der principielle hätte, würde er vielleicht bedenklich erscheinen können. Unter den schlachtungen bon der Kontrolle freigeben, aus aus logischen Antrag vor, ihn zu streichen. Der Paragraph wird unter Ein- Leuten, die hier als Zeuge vernommen worden, befinden sich derGründen tann ich aber ich aber diesen Standpunkt nicht teilen. schaltung mehrerer Ergänzungen zur Fassung der ersten Lesung in artig vorbestrafte Menschen, daß so eine kleine Strafe dagegen gar nicht in Betracht kommen könne. Wollte man Zeugen für Zeugen Es ist in der That ganz selbstverständlich, daß man in der sanitären folgendem Wortlaute angenommen: Kontrolle vor der Thüre des Privateigentümers nicht halt macht. nach seinen Vorstrafen fragen, dann sollte man mal sehen, was dabei Die Entrüstung darüber, daß der Rader Staat( Heiterkeit) auch seine herauskommen würde! Keine Bertagung. Nase in das Privatleben steckt, hat ja für den ersten Moment etwas Zwingendes. Aber wenn man sich darüber flar wird, daß die Vernachlässigung des privaten Haushaltes schwere Schädigungen für die Gesamtheit mit sich bringt, so muß man diese staatliche Belästigung schon mit in den Kauf nehmen. Für uns in Elsaß- Lothringen bringt das Gefeß wenig Neues. das Neue, was es bringt, die Einbeziehung der Hausschlachtungen in das Gesez, ist für uns unannehmbar. Ebenso bedenklich erscheint uns die verschiedene Behandlung des in- und ausländischen Fleisches. Redner spricht sich für die Einfügung strenger Kautelen in das Gesetz aus, die es unmöglich machen, daß der Bundesrat die Kontrollmaßregeln für ausländisches Fleisch zu lag gestaltet.( Stark verspätetes Bravo! rechts, das große Heiterkeit hervorruft.) Abg. Graf Bernstorff- Uelzen( Welfe): fo Abg. Hilpert( bahr. Bauernbund) erklärt sich gegen die" Privatbeschau". Die ganze Borlage ist so unbeliebt wie das Wapperlgesetz. Wenn die Herren Socialdemokraten im Bunde mit der Regierung sind, dann wissen wir quf dem Lande ganz genau, was wir davon zu halten haben. Am besten wäre es, wenn die Regierung die Vorlage zurückzöge. Aus der Kommission wird nichts Brauchbares herauskommen. Abg. Herold( Ctr.): Alle Parteien wünschen eine Abänderung des Gesetzes. Die Kontrolle braucht nicht auf das für den gewerbsmäßigen Berkauf bestimmte Fleisch beschränkt zu bleiben, aber das für den eigenen Haushalt geschlachtete Fleisch muß von der Beschau frei bleiben. Der weitgehende Standpunkt Wurms, der sich ja mit dem der VorTage ziemlich dedt, ist ganz unhaltbar. Das Ausland muß ebenso scharf behandelt werden wie das Inland. Wenn die Regierung das will, warum bringt sie es nicht in das Gesetz hinein? Wird der Versicherte infolge der Krankheit erwerbsunfähig, so fann ihm, falls er sich den gemäß§§ 12 und 12a( Unterbringung in eine Heilanstalt) von der Besicherungsanstalt getroffenen Maßnahmen ohne gesetzlichen oder sonst triftigen Grund entzogen hat, die Invalidenrente ganz oder teilweise entzogen werden, sofern er auf diese Folgen hingewiesen worden ist und nachgewiesen wird, daß die Erwerbsunfähigkeit durch sein Verhalten beranlagt ist. Nächste Sigung Mittwoch, den 19. April, vormittags 10 Uhr. aus Der Präsident ist der Ansicht, daß es bei den Erfundigungen auf das ganze Vorleben und deren Charaktere der betreffenden Personen ankomme. Der Gerichtshof werde die Berhandlung ausfegen, sobald er bis zum Schluß der Beweisaufnahme die Ueberzeugung gewinnt, daß es bis dahin der Verteidigung nicht Zu 16( artezeit bei freiwilliger Wer möglich war, Erkundigungen einzuziehen. Vorläufig liege kein ficherung) werden unter Ablehnung der weitergehenden Forde- Grund zur Aussetzung vor, um so weniger, rungen folgende von Hofmann( natl.) gestellten Zufäße an- teidigung schon vor drei Tagen den Namen des Zeugen genommen: Noffs und die Angelegenheit, um die es sich handle, erfahren Im Falle der Selbstversicherung und ihrer Fortsetzung be- habe. Rechtsanwalt Dr. Schwindt weist darauf hin, daß die trägt die Wartezeit bei der Invalidenrente 400 Beitragswochen. Verteidiger an den Verhandlungstagen von 9-6 Uhr vollauf beDie für die freiwillige Versicherung geleisteten Beiträge schäftigt waren und an dem dazwischen liegenden Sonntag Erfuntommen auf die Wartezeit für die Invalidenrente nur dann digungen auch nicht möglich waren, zumal der Verteidigung nicht zur Anrechnung, wenn die Beiträge mindestens für 100 Beitrags- die schnell arbeitenden Hilfskräfte zu Gebote stehen, wie dem Staatswochen auf Grund der Versicherungspflicht oder der Selbst- anwalt. Die Verteidigung müsse entschiedenen Protest gegen das versicherung geleistet worden sind. Verfahren erheben, daß im Laufe der Hauptverhandlung entgegen der Bestimmung des§ 160 der Str.-Pr.-O.- der Untersuchungsrichter nach Frankfurt gefahren ist und dort eidlich Zeugen bernommen hat. Principaliter sollen diese Vernehmungen in der Hauptverhandlung stattfinden und einer der vorgesehenen Ausnahmefälle liege hier nicht vor. Vernehmungen wie sie hier so neben der Hauptverhandlung her stattgefunden haben ,, feien prozessual unzulässig. Diese Zeugen, die nun erst vernommen werden sollen, seien durch die eidliche Vernehmung durch den Untersuchungsrichter absolut festgelegt worden und jede Abweichung in Es sei hier etwas geihren Aussagen würde gerügt werden. schehen, was, wenn nicht ungefeßlich, wie die Verteidigung behaupte, doch sicher nicht ordnungsgemäß sei. Präs.: Im Geses fei ausdrücklich zugelaffen, daß auch im Vorverfahren unter gewissen Gesichtspunkten Zeugen eidlich vernommen werden können. Er habe den Untersuchungsrichter nur ersucht, die betr. Zeugen zu vernehmen, nicht aber um eidliche Vernehmung ersucht. Für das Hauptverfahren sei die ganze Sache unerheblich, denn jeder Zenge fei verpflichtet, vor Gericht die Wahrheit zu sagen. Selbstverständlich würden die Zeugen hier persönlich vernonimen werden müssen.Mordprozeß Guthmann. Vierter Tag. Abg. Frhr. v. Wangenheim( t.): Bei der Beratung des GeNach Eröffnung der Sigung wird die Oeffentlichkeit zunächst setzes ist es natürlich nicht ohne Angriffe auf die. Agrarier abgegangen. wieder ausgeschlossen. Nach fast zweistündiger Verhandlung wird Der maßgebende Gesichtspunkt ist hier lediglich der sanitäre. Die deutschen Konsumenten müssen vor dem minderwertigen amerika- fie dann wieder hergestellt. In dieser Hinsicht entspricht aber nischen Fleisch geschützt werden. Neue Zeugen. die Vorlage keineswegs den Erwartungen, die sich an die seiner Es wird zunächst über folgenden sehr wichtigen und eigenartigen Zeit vom Reichstanzler im Abgeordnetenhause abgegebene Er- formalen Punkt verhandelt. Bei Beginn der Sigung stellte sich durch flärung Inüpften: das ausländische Fleisch solle nicht milder Mitteilung des Vorsitzenden heraus, daß die Bausen während der Berals das inländische behandelt werden. Die Borlage bedeutet eine handlungen von dem früheren Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Ohrfeige, die man der ganzen deutschen Landwirt- Telle dazu benutzt worden sind, um nach Frankfurt a. D. zu fahren und schaft versetzt. Ich warne die Regierung, in dieser Weise dort neuerdings Zeugen zu vernehmen und zwar eidlich. Es vorzugehen. Die Regierung muß Umkehr halten auf dem verderb- handelt sich um Zeugen, die zum Teil bereits in der Vorunter lichen Wege, den sie beschriften hat.( Beifall beim Bund der Land- fuchung vernommen worden waren, bisher aber besonders Wefent wirte.) liches nicht ausgesagt zu haben scheinen, da sie bisher von der Staatsanwalt: Auch er habe eine eidliche Vernehmung der Zeugen nie beantragt. Der gesamte Vorwurf der Verteidigung richte sich daher gegen den Untersuchungsrichter. Dieser sei zweifei los der Ansicht, daß es sich um eine Ergänzung der Voruntersuchung handle und die letztere noch nicht abgeschlossen sei. In diesem Falle hätte er das Recht, die Zeugen zu vereidigen. Ob der Untersuchungsrichter mit seiner Ansicht recht habe, könne hier nicht entschieden werden, es komme lediglich darauf an, was die Zeugen hier vor Gericht aussagen werden.— Justizrat Dr. S e l l o: Die Gutgläubigkeit solle dem Untersuchungsrichter ohne weiteres koncediert werden. Die Verteidigung sei der Ansicht, daß es eine Fortsetzung der Voruntersuchung nach Eröffnung des Hauptverfahrens nicht gebe und eine solche ein prozessuales Monstrum wäre. Ein solches Verfahren könne unmöglich vor einer näheren Prüfung bestehen. Es handle sich hier mn bereits vernommene Zeugen, die früher mir ganz unwichtige Sachen bekundeten und nun plötzlich ganz erhebliche Aussagen niachen. Das vom Gesetzgeber Mit guter Absicht eingeführte Recht des Z 24ö Absatz 2 würde ein Recht aus dem Papier sein, wenn der Gerichtshof die nachgesuchte Frist zur Erkundigung ablehnen werde.— Der Gerichtshof fetzt die Beschlußfassung über den Antrag bis nach Schluß der Beweisau1 nähme— Sonnabend— aus. Der Danmenabdrurk. Justizrat Dr. S e I l o bcanrragl sodann, mit Hilfe der Photo graphischen Methode des Dr. Jejerich festzustellen, ob der Finger abdruck aus dem am Thatorte vorgefundenen Wäschezettel vom Damnen des Kriminalinspcktors Braun herrühre. Werde erwiesen. daß dies nicht der Fall sei. dann werde man erst darauf schließen können, daß es der Daumenabdruck des Mörders sei. Staatsanwalt: Wenn der Antrag des Verteidigers einen Erfolg haben soll, so würde es nötig sein, die sämtlichen' Daumen und Finger aller in Betracht kommenden Personen photographieren zu lassen. Aber dies sei unmöglich, denn man wisse nicht weralleS das Zimmer betreten habe. � Justizrat ©ello: ES läßt sich doch kaum annehmen, daß ein Thatbestand m einer Mordsache in der Weise aufgenommen wird, daß eine Menge Menschen den Ort des Verbrechens betritt und in den mit Blut besudelten Wäschestücken herumarbeitet. Kriminal i n s p e k t o r Braun wiederholt, daß er den Wäsche zettel mitgenommen habe, wie olle übrigen Papiere und Schriftstücke, die sich im Zimmer befanden. Der bluiige Daumenabdruck sei ihm erst später aufgefallen. In gleichem Siime äußert sich Kriminal� k o m m i s s a r Braun. Dr. S ch w i n d t hält es keineswegs für unmöglich, sämtliche Beamte, welche an der Mordstelle waren. zu ermitteln.— Staatsanwalt: Ich glaube, daß es die Absicht der Verteidigung rst. eine Vertagung der Verhandlung herbeizuführen. Ich meine. vorausgesetzt, daß meine Annahme richtig ist, daß es dann besser Ware, wenn die Verteidiger jetzt mit ihren sämmtlichen Beweis antragen herausrückten.— Dr. Schwind t: Dann hätte ja auch r" verr Staatsanwalt bei Beginn der Verhandlung schon mit keinen tammtlichen BeweiSanträgen.herausrücken" können. Selbstversländ- lich wäre die Verteidigung um einen Vertagungsgrund nicht verlegen, wir verzichten aber darauf. Ich verzichte aber nicht auf meinen Antrag, die Daumen und Fmger sämtlicher Personen, welche sich an der Mordstelle befunden haben, photographieren zu lassen.— Präs.: Der Daumen des Kriminalmipektors Braun könnte vielleicht bis Sonnabend durch den Dr. Jeserich photographiert werden.— Dr. Schwindt: Das genügt mir nicht.— Präs.: Dann ersuche ich den Herrn Ver teidiger. semen Antrag schriftlich zu präzisieren und dem Gerichts� hole einzureichen. Wir tonnen also jetzt wieder in der Beweis- ausnähme fortfahren. Da der Angeklagte behauptet hat. daß die Eintragungen in seinem Arbeitsbuch mit den Ein tragungen des Kaufmanns Herzberg in dessen Geschäfts' buchern nicht übereinstimmen, so soll erst dieser Punkt er- ledigt werdem— A n g e t l.: Ich bleibe mit aller Bestimmtheit da- bei, daß der Zeuge Herzberg sich um eine Woche irrt. Es ist nicht am Dienstag nach der Pfingstwoche, sondern eine Woche später ge- Wesen, als Herr Herzberg mich rufen lich und mir Arbeit zuerteilte. Dies geht auch daraus hervor, daß ich meinen Bruder Richard die ganze Woche zuvor beschäftigt habe. Der Zeuge Herzberg bleibt er Hand seiner Bücher dabei, daß ein Irrtum in Betreff der Änt wöchig ausgeschlossen sei. Seine Bücher seien für ihn maßgebend. nicht die Eintragungen in das Arbeitsbuch des Angeklagten, der das Buch bisweilen drei Wochen lang nicht mitgebracht habe, sodatz die Eintragungen nachträglich erfolgen mußten.— Der Angeklagte bittet um nochmalige Vernehmung seines Bruders Richard.— Der Zeuge Günther, jener Wirt aus Frankfurt a. O.. mit dessen Kellnerin der Angeklagte in der kritischen Zeit verkehrt hat, muh aus seinem Anmcldebuch nachweisen, während welcher Zeit die Kellnerin bei ihm war.— Darauf giebt der Gerichtshof dem Antrage des Staatsanwalts, die Oefsentlichkeit wieder auszuschließen, statt. . Waru« schließt man die Oefsentlichkeit aus?- Dre Zahl der noch zu vernehmenden Zeugen ist noch eine recht beträchtUche— was sie zu Gunsten oder Ungunsten des Angeklagten aussagen, wird in den Schleier des Geheimnisses gehüllt, denn der Gerichtshof beschloß Dienstag, die Oeffentlichteit gänz- lich auszuschließen. Der Beschluß wurde nur«in- mal vorubergehend ausgehoben. Da nach den bisherigen Dispofttlonen des Vorsitzenden am Donnerstag und Freitag— wenn irgend möglich— eine Antlagesache wegen be- trügerischen Bankrotts zwischengeschoben werden soll, so dürste es frühestens am nächsten Sonnabend zu den PlaidoyerS kommen. Die Thatsache, daß an den ersten zwei Sitzungs- tagen in voller Oefsentlichkeit verhandelt, dann aber'die Oeffentlichkeit gänzlich ausgeschlossen wurde, muß leider den Effekt haben, daß der ganze Prozeß in einem schiefen Lichte erscheint. Es läßt sich nicht leugnen, daß die beiden ersten Verhandlungstage den Eindruck hinterlasfen mußten, daß das schwerste Anklagegeschütz gegen den Angeklagten erst in den folgenden Tagen vorgeführt werden würde, und wenn nun plötzlich die Möglichkeit abgeschnitten wird, den Gang der Ereignisse im Gerichtssaal zu ver- folgen, muß wohl oder übel das Bild des ganzen Prozesses stark ver- zerrt erscheinen. Wie uns mitgeteilt wird, werden bei den jetzigen Zeugenvernehmungen keine schlimmeren Dinge berührt, als bei den Kuppelei-Prozessen. die täglich die Strafkammern beschäftigen. Es ist gewiß richtig, daß eine solche ernste Verhandlung kein Theater stück und nicht dazu bestimmt ist, das Sensationsbedürfnis zu befriedigen, und eä4 würde kaum zu bedauern fein, wenn allen denjenigen, die durch bloße Neugier in den Gerichtssaal getrieben werden— einschließlich der zahlreichen Damen— die Gelegenheit genommen würde, sich durch Blicke hinter die Coulissen des Lasters zu.ergötzen". Ganz anders liegt aber doch die Sache mit denjenigen, die durch ihre Berichte eine Darstellung der Entwicklung der Verhandlung zu geben haben. Warum den Berichterstattern der Presse der Zuttitt nicht gewährt wird, entzieht sich unserer Kenntnis; jedenfalls ist es zu bedauern. daß unter diesen Verhältnissen die Berichte ganz unzulängliche Fragmente bleiben müssen. die keinerlei Anhalt für eine zutreffende Beurteilung der Sachlage bieten.— Unter der Zahl der Mordthaten in Berlin aus den letzten Jahren beansprucht gerade der Fall Singer ein allgemeines Interesse, weil eben hier die Kriminalpolizei bezw. die Anklagebehörde wenigstens einen vermeintlichen Thäter vor das Forum der Ge- rechtigkeit hat bringen können. Es handelt sich außerdem um einen höchst komplizierten Indizienbeweis und der schließliche Ausgang des Prozesses— wie er sich auch gestalten möge— wird kaum zu verstehen sein, wenn es nicht möglich ist, den Ausbau dieses Beweises in den einzelnen Stadien zu verfolgen. Jede der drei Wählerabteilungen hat nach dieser Ncueinfeilung �hygienischen Gefahren, die mit der Aufbahnmg der Leichen bekanntlich 43 Stadtverordnete zu wählen. Während in der dritten Abteilung thatsächlich 48 Wahlbezirke vorhanden sind, zählen die erste und zweite Abteilung nur je 1ö Bezirke, so daß in diesen beiden Abteilungen jeder Bezirk drei Vertteter zu wählen hat. Treten mithin die Wähler der dritten Abteilung nur alle sechs Jahre einmal an den Wahltisch, so fällt dies Recht den Leuten der ersten beiden Abteilungen jedes zweite Jahr zu. Auch dies ist eines der Vorteile, die die„Gerechtigkeit" des elendesten aller Wahlsysteme dem Besitz gewährt. Die IS Wahlbezirke sind wie folgt zusammew gesetzt: Dieser letzte.>l6. Wahlbezirk der ersten Abteilung umfaßt also beinahe den gesamten sechsten Reickistags-Wahlkreis. Einzig die Schönhauser Vorstadt ist von diesem Bezirk ausgeschlossen, dafür ist ihm aber ei» Teil des fünften Wahlkreises zuerteilt. Er enthält«ine Gesamtbevölkerung von etwa 600000 Seelen. Als Gegensatz zu diesem Ricsenbezirk ist der 6. wie der 7. Wahlbezirk der ersten Abteilung zu betrachte». Der 6. Bezirk umfaßt die Matthäi- kirchstraße, die Viktoria-, Margareten-, Regenten- und Siegmund' straße, sowie einen Teil der Tiergarten- und Königin Augustastrahe> Der 7. Bezirk besteht aus der Benolcvstraße, der Hildebrand-, Hohen- zolleru- und ebenfalls aus einem Teil der Tiergarten- und Königin Augustastraße. In jedem Wahlbezirk wohnen etwa 80 eingeschriebene Wähler der ersten Abteilung, die, wie vorhin schon bemerkt, für ihren Bezirk nicht weniger als drei Stadtverordnete zu ernennen haben. Aehnlich sind die Verhältnisse im 8. Wahlbezirk, der die Gegend am Zoologischen Garten umfaßt und aus dem 34 und 33. Stadtbezirk besteht. Diesen drei Gefilden des Reichtums und der Ueppi gleit, die insgesamt neun Millionärvertreter ins Rote Haus delegieren, mögen abermals Proletariergegenden ;egeniiber gestellt werden. Der 12.. 13. und 14. Wahlbezirk ?er ersten Abteilung entsenden zusammen gleichfalls neun Vertreter des Reichtums in die Stadtverordneten-Versammlun�: diese drei Bezirke umfassen aber nicht weniger als 176 Stadtbezirke s7S— 234). Es gehört zu ihnen der dritte und der vierte Reichstags- Wahlkreis vollständig, sowie ein Teil des fünften Reichstags-Wahlkreises mit einer Gesamt-Einwohnerzahl von 730 000. Diese Darstellung zeigt drastisch, wie säuberlich sich der Besitz in eine behäbigen Winkel zurückzuziehen und den Geruch der Armut von sich fernzuhalten weiß. Aber sie lehrt auch von neuem die chreicnde Ungerechtigkeit deS Klaffenwahlsystems erkennen. die es in Berlin ermöglicht, daß die 1200 Wähler der ersten Abteilung, die sich dank der„göttlichen Weltordnung" von den 300 000 Wählern der dritten Abteilung mäste» lassen können, dasselbe Recht in der Stadtvertretung ausüben, wie diese insgesamt. Die arbeitende Bevölkerung Berlins Ivird sich durch die Härten des Klaffenwahlrechts nicht entmutigen lassen. Je zeitiger und gründlicher die Agitation für die im Herbst vorzunehmenden Stadtverordneten-Wahlen betrieben wird, je eher ist eS möglich. selbst unter dem elendesten aller Wahlsysteme die S t i m'm« des Proletariats im Stadtparlament zu Gehör zu bringen. Diomimttmles. Der Ausschuß der Stadtverordneten« Versammlung, der ich mit der N i ch t b e st ä t i g u n g des Stadtverordneten inger als Mitglied der Schuldeputation zu befassen hat, hielt gestern eine mehrstündige Sitzung ab, in der es zu heftigen Debatten kam. Zu einer endgiltigcn Erledigung dieses Gegenstandes kam es nicht, die weiteren Verhandlungen wurden vertagt. Wie wir hören, dürfte indeffcn diese Angelegenheit damit enden, daß unter einer schwächlichen Rechts verwabrung die Neuwahl eines Mitgliedes zur Schuldeputation empfohlen wird. Aus Rulaß der Prügelprozcdur, die kürzlich an dem Knaben Steiner in dem katholischen St. Josefs-Waisenhaus zu Potsdam vollzogen wurde, hat die socialdemokratische Stadtverordneten-Fraktion an die Stadtverordneten- Versammlung folgenden dringlichen Antrag eingebracht: „Die Versammlung ersucht den Magistrat, schleunigst die von der städtischen Waisenverwaltung in dem katholischen„St. Josefs Waisenhaus" zu Potsdam untergebrachten Waisenkinder aus dieser Anstalt herauszunehmen." Zu den nächsten Stadtverordneten-Wahlen. Einen lehrreichen Ueberblick über die fetten und mageren Stadt- gegcnden Berlins gewährt es, wenn man die Wahlbezirke der ersten Abteilung nach der nunmehr erfolgten Neueinteilung bettachtet. Lokales. Der Wdhlvereiu des 3. Kreises hält heute abend 8�/, Uhr im Louisenstädtiichen Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. eine ordentliche Generalversammlung ab, auf welche die Mitglieder nochmals hin gewiesen werden. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Der Borstand. Die Mitglieder des socialdemokratische» Vereins für den fünften Berliner Reichstags- Wahlkreis werden auf die heute abend>/üS Uhr im Schlltzenhause. Linienstt. 5, stattfindende Generalversammlung aufmerlsam gemacht. Rege Be teiligung erwartet_ Der Borstand. Die Leichenhallen der hicfige« Begräbniöpläqe find im Jahre 1398 sbczw. im Vorjahre 1897) zur Einstellung von 12 741 <12 423) Leichen benutzt worden. Die Zahl der Verstorbenen ein- schließlich Totgeborenen war in demselben Zeitraum 32 363<32 393). Es sind also 39,36<38.33) Proz. der in den betreffenden Jahren Verstorbenen vor der Beerdigung in Leichenhäusern untergebracht gewesen. Wenn man sich vergegenwärtigt, wie sehr in Berlin bei der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung die Wohnungsverhältnisse beschränkt sind, dann muß man das eine recht geringe Benutzung der Leichen- hallen nennen. Von dem Durchschnitt der ganzen Stadt, den die obigen Zahlen darstellen, weichen natürlich dre Benutzungs Prozentsätze der einzelnen Gemeinden nach oben wie nach unten mehr oder weniger ab. und zwar werdene. Die Säcke fielen herunter und der Staub wirbelte hoch auf. Die Fußgänger und die Fahrgäste eines elektrischen Straßen- bahnwagens, der gerade in der Nähe war, gerieten in eine dichte Wolke und sahen aus wie die Schornsteinfeger. Es ver- gingen ungefähr dreiviertel Stunden, bis der verunglückte Wagen von den Schienen weggeschafft war; so lange war der Betrieb der Straßenbahn gestört. Auch der Borort Weißensee will Stadt werden. Wenigstens hat der dortige Grundbesitzerverein beschlossen, beim Minister um Verleihung des Städterechts vorstellig au werden, und hat von diesem Beschluß die Gemeindevertretung ,n Kenntnis gesetzt mit dem Ersuchen, das Gesuch zu unterstützen. Die Entschließung der Gc- meindevertretung steht noch aus. Aus Reinickendorf wird uns geschrieben: Schwer ver- u n g l ü ck t ist am Mittwochabend 6 Uhr der Arbeiter Köder. Kober, der hier in der Residenzstraße bei der Straßenarbeit beschäftigt ist, benutzte mit mehreren Kollegen einen Rollwagen zur Heimfahrt. In der Nähe des Schäsersecs verließ K. das Gefährt, welches in schnellem Tcnipo dahinsuhr, und kam zu Falle, wobei zwei Räder über seine Füße hinweggingen. Schwer verletzt wurde der Unglück- liche zu dem Herrn Dr. P. gebracht, der nach Anlegung eines Not- Verbandes die Ueberstthrung des Aermsten nach dem Krankenhause veranlaßte.— Der Regierungspräsident zu Potsdam hat eine Ver- ordnung erlassen, worin mit Ausnahme der Pfcrdcmärlte und des sogenannten Rummelsburger Schweinemarktes im Regierungsbezirk bis auf weiteres das Abhalten von Schweine- und Vieh markten gänzlich verboten ist. Das häufige Borkommen von Seuchen hat hierzu Veranlassung gegeben. AuS Rixdorf. Vor der Post i» der Bergstraße creiauete sich gestern Vonmttag ein schrecklicher Unglücksfall. Ei» etwa«jähriger Knabe Ivollte den Damm überschreiten, wurde aber von einem Motorwagen der Straßenbahn erfaßt und etwa 50 Meter fort- geschleift, obwohl Augenzeugen des Vorfalls dem Führer des Wagens (No. 1800) fortgesetzt zuriefen, er möge anhalten. In leblosem Zu- stände wurde das bedauernswerte Kind mit vieler Mühe unter den Rädern hervorgeholt.— Der Tischler N. aus der Grünauerslraße in Berlin wurde von drei unbekannten Personen nach dem Maybach- Ufer hicrsclbst verschleppt und dort seiner Ivert- vollen Taschenuhr mit Kette gewaltsam beraubt. Bisher gelang es nicht, die Straßenräuber zu ermitteln.— Vom Pferde erdrückt wurde der in der. Böckhstraße wohnhafte Kutscher Lange. Er war bei dem Steinsetzmeiftcr Schönivetter am Kottbuser Damm in Siel- lung. Als er vorgestern abend sein Pferd ausschirren wollte, wurde er von dem Tier mit solcher Wucht an die Stallwand gedrückt, daß ihm der Brustkasten zerquetscht ward. Nach seiner Wohnung gebracht. verstarb er nach wenige» Stunden trotz ärztlicher Hilfe. Der 29jährige Mann hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder.— Mit der Gattin seines Dienstherr» durchgebrannt ist der Kutscher B., welcher bei dem Juhrhorrn W. in der Steinmctzstrahe in Stellung war. Außer anderen Sachen hat das Pärchen auch die gesammelten Er- sparnisse des W. im Betrage vo» 1300 W. mitgenommen. Jriedrichöhagen. In der Sonntagnacht wurde von einem Schmiedegesellen aus Köpenick in der am Bahnhof gelegenen Wernerschen Kantine ein Einbruch verübt und ein Sommerüberzieher sowie bares Geld entwendet. Der Dieb wurde am darauf- folgenden Nachmittag verhaftet.— Die Errichtung einer Bismarcksäule auf den Müggelbergcn scheint den BiSmarckschwärmcrn der hiesigen Umgegend arge Kopfschmerzen zu verursachen, weil die Beschaffung der nötigen Geldmittel Schwierigkeiten bereitet. Die Sammlungen haben' bis jetzt nur annähcnid 1000 M. ergeben. Eine Säule von 6 Meter Höhe soll ca. 12 000 M., eine solche von 8 Meter schon 18 000 M. kosten. Da ist guter Rat teuer. Die Herren wollen sich darum schon für die Summe von ca. 4000 M. ein würdiges Monument herstellen lassen. Werden dazu keine öffentlichen Gelder verwandt, so wird es die Arbeiterschaft wenig kümmern, was aus dem Denkmal werden wird. Getfchks-'Iettimg. Ein Sittenbild traurigster Art enttollt sich in einem Gatten- mordprozeß. der in diesen Tagen vor dem Schwurgericht Köln verhandelt wird. Unter der Anllage, ihren Ehemann, den Rohrleger Adolf S e i w e r t h, mit Hilfe ihrer beiden Liebhaber, des Maschinisten Karl Uhde aus Lindenthal und des Erdarbeiters Zsosef Noll aus Ehrenfeld ermordet zu haben, steht die jetzige Wrtive Sibilla Sei Werth, geb. Götz, vor Gericht. Neben ihr nehmen die beiden Liebhaber, die ebenfalls unter der Anklage de« Mordes stehen, auf der Anklagebank Platz. Am Morgen des 28. November vorigen Jahres lvurde in emem Kappus- (Gcmiise-)Felde im Gebiete des Kölner Vorotts Linden- thal die schrecklich zugerichtete Leiche des Rohrlegers Adolf Sei Werth aufgefunden. Bei der Leiche lagen ein Sack und ein Messer. Der Körper des Ermordeten war in geradezu bestialischer Weise ver- stiimmelt worden. Der Verdacht, den Unglücklichen ermordet zu haben, fiel alsbald auf die drei Angeklagten, von denen die Anklage- behörde annahm, daß sie ein besonderes Interesse an der Beseitigung Seiwetths hatten. Bei der Untersuchung deS Falles wurde ein düsteres Faniilienbild aufgedeckt. Der Ermordete hatte die angeklagte Frau im Januar 1890 geheiratet, nachdem er schon vorher ein Kind mit ihr hatte. Der Ehe entsprossen dann noch acht Kinder, von denen noch fünf leben. Im Jahre 1897, im November, zog das Ehepaar, das bis� dahin in Brügge gelebt hatte, nach Köln-Lindenthal. wo eS zunächst bei einem Bäcker Bley und vom 5. Oktober 1898 ab bei einem Gastwirt Weiß im Haufe wohnte. Der Ermordete, der bis dahin fleißig gearbeitet hatte, soll von dem Augenblick an, wo er das Restaurant uitter seiner Wohnung wußte, ein Trunkenbold geworden fein und seine Frau und Kinder oft mißhandelt haben. Die Frau ergab sich dann auf Veranlassung ihres Mannes einem lasier- haften Lebenswandel, und ihre Wohnung wurde bald«in Tummel- platz vieler in der Nähe wohnenden Arbeiter, von denen die An- geklagte namentlich dem Majchinisten Uhde und dem Erdarbeiter Noll besondere Gunstbezeigungen zu teil werden ließ. Das verdiente Geld wurde von Mann und Frau gemein- sam mit den beiden Liebhabern in dem Weitzschen Lokale ver- trunken. Die beiden Liebhaber zogen schließlich zu dem Ehepaare in die Wohnung. Es wird deshalb von der Anklagebehörde angenommen, daß alle drei Angeklagten den vielfach unbequemen Ehemann ge- menisam beiseite geschafft haben. Die Seiwerth leugnet, von dem Mordplan vorher gewußt zu haben, wogegen Uhde und Noll zugeben, daß sie im Streite auf Seiwerth so lange mit einem Schraubenschlüssel eingehauen haben, bis dieser tot auf dem Felde liegen geblieben sei. Sie seien hierauf zu der Seiwerth gegangen und hätten ihr den Vorfall berichtet. Diese Scene schildett die Angeklagte im Gericht folgendermaßen: Uhde sei an ihr Bett heran- getreten und habe gesagt: Roll hat dem Adolf jdem Ermordeten) ein paar ordentliche versetzt.— Präs.: Fragten Sie nicht, ob Ihr Mann verwundet oder gar tot sei?— A n g e k l.: Nein.— Präs.: Sagte er es Ihnen nicht?— A n g e k l.: Nein, er sagte es erst am anderen Morgen.— Präs.: Haben Sie denn nun gar keine Sorge um Ihren Mann gehabt? Sie mußten doch bemerken, daß in der Sache nicht alles richtig sei?— Angeklagte: Ich habe mir nichts dabei gedacht.— Präsident: Auch nicht, als Sie an Nolls Händen und Hose Blut sahen? Angeklagte: Nein, ich dachte nur, sie hätten es ihm einmal ordentlich gegeben.— Präs.: Und fragten Sie nicht, wo Ihr Mann sich be- finde?— A n g e k l.: Ja, Uhde sagte, er liege im Gemüsefelde.— Präs.: Und Sie fühlten sich nicht veranlaßt, hinzugehen?>— Angekl.: Nein, ich wußte ja nicht, daß er gleich tot war. Die Natttrheilkundige Knbe und ein Fräulein Schulze, die in Charlottcnburg eine Bade-Anstalt besitzt und daneben eine Pension mit vegetarischer Kost unterhält, waren beschuldigt worden, eine Privat-Krankenanstalt ohne die erforderliche behördliche Ge- nehmiguna bettteben zu haben. Frau Kube hielt ihre Sprechstunden in demselben Hause ab, wo sich die Bade- Anstalt und die Pension des Fräulein Schulz befindet. Beide Damen hatten gemeinsam eine Bnchhaltenn und sie bezahlten gemeinsam die meist in der Badeanstalt thätige Masseuse. Auch be- zahlten die Leidenden, die sich erst bei Fräulein Knbe Rat holten und sich dann nach deren Vorschriften bei Fräulein Schulz mit Wasser und vegetanschcr Kost behandeln liehen, hierfür eine Pauschsumme. Das Schöffengericht sprach die Angeklagten von dem Bergehen gegen die§§ 30 und 147 der Gewerbe-Ordnung frei, das Landgericht ver- urteilte sie jedoch zu Geldstrafen von je 100 M. Ihre hiergegen ein- gelegte Revision wurde vom Kammergcricht mit folgender Begründung zurückgewiesen: Der Begriff der Privat-Krankenanstalt sei nicht verkannt. Die gemeinschaftliche Pauschalverrechnung spreche dafür. daß die Angeklagten gemeinsam wirken wollten. Die vereinigten Unternehmungen beider stellten sich aber als eine Privat-Kranken- anstatt dar. Der Vorderrichter habe auch den§ 47 des Strafgesetzbuches nicht verletzt, denn»ach Annahme des Gerichts liege ei» gewolltes und bewußtes Zusammenwirken vor. Warum ist die Landflucht der Proletarier fittliche Pflicht? In Rr. 29 des„Amtl. Anzeigers für Herrnstadt" werden aus der Sitzung des Schöffengerichts zu Winzig folgende Berichte ge- bracht': Der Knecht Bruno M. aus Ouallwitz. in Winzig in Dienst, hatte an der letzten Fastnacht ohne Wissen und Genehmigung des Dienftherrn«inen Feiertag gemacht. Als er dieserhalb zur Rede ge- stellt wurde, war er auch»och grob, und dieserhalb gab ihm der Bauer ein Kopsstück oder zwei. Dieserhalb rückte M. aus.... Die Dienstmagd Anna L- ans Mersine hatte sich für dies Jahr auch nach Winzig vermietet, war im Februar aber nach Hause zurückgekehrt, weil ihre beiden Kinder infolge Erkrankung d er M u t t e r (beziv. Großmutter) einer anderen Pflegerin bedurften.... Der Knecht Heinrich K. aus Winzig ivar für dies Jahr vom Dom. Wehlesronze als Lohngärtner gemietet worden. Er ging davon, weil ihm. als er einmal betrunken zur Arbeit erschien, der Inspektor gesagt:«er versoffener Schlingel soll« sich vom Hofe schecren."... In allen drei Fällen entschied das Gericht, daß ein g e s e tz- I i ch e r Grund zur D i e n st v e r l a s s u n g nicht vor- liege. Bruno M. tschon mehrfach vorbestraft) wurde zu 20 Rt. Geld- strafe event. 5 Tagen Gefängnitz. Anna L. zu 3 M. Geldstrafe event. 1 Tag Haft, Heinrich K. zu 15 M. Geldstrafe event. 3 Tagen Haft vcrutteilt. Zwei Männer, die Beschimpfungen und Verprügelungen zu er- dulden hatten und ein Weib, das an der Erfüllung ihrer heiligsten Pflicht gehindert wurde, mußten gerichtlich bestraft werden, weil sie das Unglück haben, untcr einen, Ausnahmegesetz zu stehen. Welcher Mensch mit einem Funken Selbstbewußtsein muß nicht das Ver- langen haben, sich solcher Zustände zu entziehen? Meineid aus Eitelkeit. Der Friedhofsgärtner Zimmermann aus Wettheim bei Mannheim pflegte sich fälschlich als Kriegs- Veteran aufzuspielen, und das brachte ihn schließlich auf die An- klaqebank»pegon Meineids. Zimmermann war eifriges Mitglied des Kricgcrvereiiis, sogar einige Zeit im Borstand, erzählte von seiner Teilnahme am Kriege 1870/71, erschien stets mit Medaillen geschmückt und begrüßt« fremde Veteranen als Kriegsgefährten. Eines Tages trat Zimmermann in einem Strafprozesse als HanptbelastungSzcüge gegen den Schiffer Joh. Herz auf. Dieser zog die Glaubwürdigkeit Zimmermaniis in Zweifel, weil sein ganzes Gebahren als Kttegs- veteran eitel Schwindel sei. Zimmermann mußte sich hierüber äußern und erklärte, er habe während des Krieges beim Ersatzbataillon des 2. badischcn Grenadicr-Regiments in Mannheim gestanden, sei jedoch mit einer Truppennachsendung bis Strahburg gekommen, habe die Kttegsdcnkinünze für Nichtkombattanten erhalten und in Wettheim nie behauptet, daß er in Feindes Land mitgekämpft habe. Diese unter Eid gemachte Aussage widersprach der Wahrheit. Zimmer- mann war zwei Tage vor Ausbruch des Ktteges als untauglich in die Heimat entlassen ivorden und hatte, um sich dem Gespötte zu eiitziehen, eine Zeitlang bei Straßburg als„Schlachtenbummler" sich herumgetrieben. Das Gericht erklärte ihn»ur des fahr- lässigen Meineids schuldig und erkannte auf sünfMonate Gefängnis. In der Prügelaffaire Schwester Karola(Potsdamer St. Josefs-Waisenhaus) hat der sehr rührige Vormund des armen mißhandelten Knaben Berufung eingelegt. Was wird Professor Bergmann in zweiter Instanz aussagen? Für de« Ziethenfonds habe ich durch Verniittelung des Herrn Chefredacteurs der„Volks- Zeitung" zwei Mark von einem ungenannten Studenten aus Bern- bürg erhalten, was ich dankend quittiere. Den 18.«pttl 1899. W. L i e b k n e ch t. Um irttgen Auffassungen vorzubeugen, sei bemerkt, daß ich bloß die mir persönlich zugehenden Beiträge quittiere und daß von den übttgen Empfängern sowie von dem Kassierer des Ziethen- Komitees' genaue und umfassende Quittung erfolgen wird. W. L. VerntiMtts. In Ulm ist der Erbauer des großen Münsterturmes. Professor Dr. Beyer, gestern früh gestorben. Friiulein Johanna Mestorf. die Leiterin deS Schleswig- Holsteinschen Museums Vaterländischer Altertümer zu Kiel ist am 17.«pttl zu ihrem 70. Geburtstage mit dem Professottttel beehrt worden. Die Frau RittergutSbefiher Rosengart-ZögerShof, welche in dem jüngsten, Aufsehen erregenden Prozeß von der Anklage der Anstiftung zum Gattenmord freigesprochen wurde, ist ,»it den, Refc- rendar a. D. W 0 l f f am Sonntag standesamtlich uitd am Montag in ihrem Gutshause kirchlich getraut worden. 1 Witterungsübersicht vom 18. April 1899, morgens 8 Uhr. Ein Raubanfall wurde fürzlich in der Nähe von alle ver- I begaben sich zu den Verletzten. Eine Stunde später erfolgte unter Produkten mart am 18. April. Brotgetreide wurde bis 0,50 m. fibt. Ein Stellmacher aus Brandenburg und ein angeblicher Barbier stürmischen zurufen die Abreise des Königs und der Königin beffer bezahlt, und zwar Weizen mit 158,75, Roggen mit 146,25 M. Hafer lag ruhig und wenig verändert; Rüböl nominell behauptet. Auf größere Kornemann aus Dölz bei Zerbst wanderten zusammen in der Nich- nach Saffari. Zufuhr am Spiritusmartt schwächte sich die Haltung ab. An tung von Könnern nach Halle. In der Gegend von Morl machte Schiffsunglück. Der Kutter St. Barbe", welcher den Lokal- geboten waren 157 000 Liter 70er Ware, die nur mit 20 Pf. niederen Preisen Der letztere dem ersteren den Vorschlag, die Nacht über in einem verkehr zwischen Breest und der Insel Ouessant besorgt, und welcher gegen gestern Unterkommen fanden. 50er Waare wurde nicht zugeführt, auch nahe gelegenen Strohdiemen zu kampieren. Der Stellmacher aber Sonntag früh mit fünf Mann Besatzung und mehreren Passagieren Termine gaben 10 Pf. nach. traute seinem Wandergenossen nicht, sondern wollte sich nach Ein- von Breest abging, gilt für verloren. Kartoffelfabrikate. Berlin, 17. April. Feuchte Kartoffelstärke nahme des Abendbrots weiter nach der Stadt begeben. Kauni hatte In London brach in einem elfstöckigen Gebäude, das den per 100 kg. 10,30 M. Prima trodene Kartoffelstärke per 100 g. 20,50 M., er sich zum Essen in den Chausseegraben niedergelassen, als der an- Namen Hyde Park Court führt und zahlreiche Herrschaftliche Privat- do. Supra 20,50 M., do. Secunda 16,00-18,50. Prima Kartoffelmehl per gebliche Kornemann einen Revolver hervorzog und mehrere Schüsse auf| wohnungen enthält, Montagvormittag nach 10 Uhr Feuer aus, 1100 Kg. 20,50 M., do. Supra 20,50 M., do. Secunda 16,00-18,50 m. ihn abfeuerte, die jedoch fehl gingen. Bestürzt floh der Ueberfallene, das durch einen Fehler in der elektrischen Leitung entstanden sein wurde jedoch von seinem Angreifer eingeholt und durch einige weitere soll. Das Feuer teilte sich bald der im obersten Stockwerke beSchüsse am rechten Arm verwundet. Dann entfloh der Angreifer, legenen gemeinsamen Küche mit, hüllte den Turm in Flammen während der Ueberfallene gegen Mitternacht in Trotha anlangte, wo und ergriff die drei obersten Stockwerke. Das erschreckte Dienstihm ärztliche Hilfe zu teil wurde. Soweit bis jetzt festgestellt ist, personal sprang von den Fenstern des obersten Stodes auf einen reiste der angebliche Kornemann unter falschem Namen und mit Balkon des neunten Stockes. Viele Einwohner mußten im Negligé falschen Papieren. in Hotels flüchten. Der Feuerwehr gelang es, nach zwei Stunden Stationen Keine Nachricht von Andree. Dr. Martin hat folgende des Feuers Herr zu werden. Es blieb auf die obersten drei Stoc Depejche an Nordenskjöld gesandt: Krasnojarsk, Sonntag. Bin im werke beschränkt. Niemand ist umgekommen. fibirischen Urwalde Taiga gewesen. Wege unfahrbar. Habe keine Pfaffen als Erzieher. Aus Paris wird berichtet: In Tungusen getroffen. Dem ersten Andree- Gerücht liegt Scherz des Cambrai herrscht zur Zeit eine ebenso gefährliche Erbitterung Samburg wenig gebildeten Grubenbesizers Jakoblet zu Grunde. Ljalin gegen die religiösen Erziehungsanstalten, wie vor Berlin schrieb Brief an Behörden, nachdem Redakteur der Zeitung" Jenisei" furzem in Lille aus Anlaß des Knabenmordes in der Klosterschule. Wiesbaden 764 NO ihm von Jakoblews Schreiben erzählt hatte und nachdem er weitere Es sind nämlich in der Kongreganistenschule in dem München Nachrichten betreffend Taiga eingeholt. Ljalin ist dieses Jahr nicht Bahnhofsviertel von Cambrai zahlreiche widernatürliche Wien im Urwalde gewesen. Ich reise heute zurück." Verbrechen an den Knaben begangen worden. Ein gewisser Ueber einen Blikstrahl, welcher dieser Tage in Tiegenhof Alesandre Halleray wurde verhaftet. zwei Menschen das Leben kostete, erfahren die„ N. W. M.": Der Besizer Diesterbed war auf dem Felde mit Säen beschäftigt, inbeffen der Arbeiter Paulowski mit zwei Pferden das Land eggte. Beide Personen waren etwa 50 Meter von einander entfernt, als*) Weizen ben beste hernie erfuhr und fie fofort tötete. Der Strah he is dem Befizer die Kleider derartig vom Leibe geriffen, daß sie in Fegen umherlagen, während die Kleider des Arbeiters feinerlei Beschädigungen aufwiesen. Auch das eine Pferd war tot zusammengesunken, während das andere unversehrt blieb. Der italienische Patriotismus hat für seine heißgeliebten Majestäten gestern ein weihevolles Opfer gebracht. Aus Cagliari wird berichtet: In dem Augenblide, als Dienstag früh der König und die Königin von Italien unter begeisterten Stundgebungen der Bevölkerung nach Sassari abreisen wollten, brach das Geländer einer Terrasse ab, auf welcher sich die Zöglinge des Lehrerinnen Seminars befanden. Die Tezteren stürzten herunter, 14 derfelben sind verlegt, da von schwer, ein Lastträger wurde getötet. Die Königlichen Herrschaften ließen sofort den Zug halten, verließen denselben und Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Central Theater Direktion: José Ferenczy. Publikum gegenüber feinerlei Die Puppe( La Poupée) Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 19. April. Opernhaus. Ein Maskenball. Vergißmeinnicht. Anf. 7 Uhr. Schauspielhaus. Julius Cäsar. Anfang 72 Uhr. Dentsches. Operette in 3 Atten und einem Vorspiel von Ordonneau u. Sturges. Musik von Ed. Audran. Marktpreise von Berlin am 17. April 1899 Gutter- Gerste Hafer gut " nach Ermittelungen des kgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 15,90 14,80| Schweinefleisch 1 kg 1,60 1,20 " 14,40 13,60 Kalbfleisch 1,80 " 1, " 13,10 12,60 Sammelfleisch 1,60 1, " " 15,40 14,90 Butter " 2,60 2, mittel " " 14,80 14,20 Gier, 60 Stüd 3,60 2,40 gering 14,10 13,60 Karpfen 1 kg 2,20 1, " P 3, " " 2,60 " 2, " " " 2,80 1,20 1,40 0,80 12, 3, " Richtstroh Heu +) Erbsen Speisebohnen Linsen Kartoffeln, neue Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch " 4,16 3,60 Aale 6,90 4,50 Bander 40,-25,-echte 50, 25, Barsche 70, 30,- Schleie 6, 4,- Bleie 1,60 1,20 Strebje per Schock 1,20 1, Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 4 heiter Swinemde. 764 765 WSW 2wolfent 7665W 2wolfenl 76450 Temp. n. 6. 5° C= 4º R. Stationen Barometer= Winds richtung 6 Haparanda 755 Still 5 Petersburg 753 NM 4 Cort 1heiter 4hlb. bed. 5 Aberdeen 9 Paris 10 765 SW 759 NNO 763 ONO 765 Still- heiter Windstärke Wetter Temp. n. 6. 6°.= 4° R. -2 -wolfent-3 1Schnee 3 heiter 3hlb.bed. 1Dunst Wetter: Prognose für Mittwoch, den 19. April 1899. Ziemlich heiter bei schwachen südwestlichen Winden und steigender Temperatur; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten, bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahn 1,80 anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht ertheilt. 1, 1,20 1,60 0,80 *) Ermittelt pro Tonne von der Centralstelle der Preuß. Landwirt: schaftskammer Notierungsstelle und umgerechnet vom Polizeipräsidium für den Doppel- Centner. +) Kleinhandelspreise. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater: Morgen und folgende Tage: Die Das Land der Fjorde. Puppe( La Poupée). Sonntagnachmittag zu halb. Preisen, Im Hörsaal: zum letzten Male in dieser Saison: Herr Franz Goerke:„ Unsere OstseeDer lustige Krieg. Operette in 3 Atten von Johann Strauß. bäder." Invalidenstr. 57/62: Charlottenburg. Ihrem Genoffen Fritz Knuth gratulieren zum heutigen Tage 2802b Die Genoffen vom 7. Bezirk. Alcazar- Theater Dresdenerstr.52/ 53.City- Passage. Direktion: Richard Winkler. Täglich mit stürmischem Jubel! urmann Senidet Thalia- Theater. Täg. Sternwarte. Endlich Anfang 7 Uhr. Lessing. Anfang Die Lumpen. 71 Uhr. Berliner. Das Erbe. Dresdenerstr. 72/73. Anfang Gastspiel Emil Thomas. 7½ Uhr. Residenz. Der Schlafwagen Ron trolleur. Vorher: Zum Einsiedler. Anfang 72 Uhr. Neues. Hofgunst. Anfang 712 Uhr. Metropol. Nach dem Balle. Vorher Die eiserne Jungfrau. Anfang 72 11hr Schiller. Der Mann im Monde. Anfang 8 Uhr. Westen. Undine. Anfang 72 Uhr. Central. Die Puppe. Anf. 7 Uhr Thalia. Emil amüsiert sich! Anfang 72 Uhr. Quifen. Feuer. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Fremd. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. % Die Kunst im Waffenrock. Anfang 8 1101. Alexanderplatz. Die Lebemänner von Berlin oder: Der Klub der Harmlosen. Anfang 8 Uhr. Wiener Volks- Theater. Lumpacivagabundus. Ihr Cousin. Anfang 7 Uhr. Oftend. Die Bulgaria. Anf. 8 Uhr. Apollo. Specialitäten-Borstellung. Anfang 7 1hr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Feen Palaft. Specialitäten Vor: fiellung. % Paffage Panoptikum. Specialitäten- Borstellung. Urania. Taubenstraße 48-49. Naturkundliche Ausstellung. Täglich geöffnet von 10 Uhr vor: mittags ab. Eintritt 50 Pf. Abends 8 Uhr:" Das Land der Fiorde". Operntelephon. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 1hr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr, Der Mann im Monde. Posse mit Gesang in 5 Bildern von Eduard Jacobson. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Mann im Monde. Freitag, abends 8 Uhr: Die grosse Glocke. Ostend Carl Weiß- Theater. Gr. Frankfurterstraße 132. Bum 18. Male:" Die Bulgaria." Sensationelles Ausstattungsstüc mit Gesang( Wahrheit und Dichtung) in 3 Aften( 10 Bildern) von Hans Buchholz. Musik von M. Fall. Ge: sangsterte von J. Dill. Anfang 8 Uhr. Vorzugsbillets haben Gültigkeit. Circus Renz- Riesen- Tunnel. Direktion: J. M. Hutt. Täglich: Konzert- und Specialitäten Vorstellung. Nachmittags täglich 5-10 Uhr. Emil amüsiert sich!| Passage- Panopticum. Schwant in 3 Atten von O. Walther u. 2. Stein. Anf. 7% Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Dir. Rich. Schultz. Heute, Mittwoch, zum 1. Male: Nach dem Balle. Bantomime in 3 Bildern v. Séverin. Pierrot Mr. Séverin. Anfang der Pantomime 1/210 Uhr. Vorher 1/28 Uhr: Nur noch kurze Zeit! Das Riesenweib. Die schöne Tätowierte. Von 62 Uhr: Theatre variété. Excelsior, dargestellt von 500 fünftl. Menschen. Die eiserne Jungfrau. Mittwoch, Sonnabend, Sonntag Die eiserne Baudeville in 3 Aften. Musik v. Varney. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Feen- PalastTheater Burgstr. 22. Burgstr. 22. Allabendlich um 8½ Uhr das hochinteressante aftuelle Berliner Gesangs- Voltsstück Fuhrmann Henschel. Fuhrmann Henschel: Direttor Wilhelm Fröbel. Lene, seine Tochter, Helene Voß. Dazu d. erfolgreiche erstklassige Specialitäten- Personal. Gr. Riesen Programm. Die fliegenden Menschen. Clown Dollys, Tierfamilie. Paolo Wills Panoptikum, sprechende und musizierende Automaten. Lebende Photographien zc. Anf. 71/2 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Billet- Borv. born. v. 11-1 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Hente Neues Elite- Programm. ( Meysel, Pietro, Britton. Steidl, Krone, Schneider und Schrader.) Britton als Pauken Schulze der Stolz vom Regiment. Anfang präc. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Numerirter Balkon 75 Pf., BalkonLoge 1 Mk., Orchester- Loge 1,50 Mk. Fremdenloge 2 Mk. Tagesfaffe 11-1. Die Plätze zu den numerierten Siten sind stets 8 Tage lang vor: her zu haben. 4 Uhr: Kindervorstellung. Castan's Panopticum. Ecke Friedrich- u. Behrenstrasse. Neu umgestaltet und verschönert!! Rumänische Neu!! Original- ZigeunerKapelle im Konzertsaal. Apollo- Theater. Me. et Mr. Bianca- Desroches La Bella Brothers Welton Robert Steidl Carmanellis Professor Imanns allein! Gesangs Posse von Joh. Eisner. Musik von Mar Schmidt. In Scene gefekt v. Otto Wendt. Dazu das vorzügliche neue Special.- Programm, u. a. Mr. James Thomas, Juggler on the wire. Wochentags Entree frei! Sonntags 30 Pf. Concerthaus Leipzigerstr. No. 48. Nur noch 5 Vorstellungen vor Abbruch des Hauses Hoffmanns Die juristische Sprechstunde wird Dienstags, Donnerstags und Freitags abends von 72 bis 82 1hr abgehalten. Nach L. Wir haben die Notiz nicht angegriffen, sondern sie verspottet. Auf die Sache selbst werden wir zurückommen, wenn die Gerichts: berhandlung vorliegt; vielleicht haben Sie die Liebenswürdigkeit, uns seiner Zeit den Bericht zuzusenden. 2. 21. Kube u. C. Schulze, Berlinerstr. 125, II., Sprechstunden sind uns nicht bekannt. Typographia. Deutscher Die anger werben erfucht, fich Metallarbeiter- Verband heute Abend 9 Uhr Ecke Rüders: dorferstraße und Küstriner- Platz ein: zufinden. Der Vorstand. Die Beerdigung des storbenen Silberpressers Karl Pankow, Jahnstr. 3, ber: findet heute, Mittwoch, nach: mittags 6 Uhr auf dem Neuen Jakobi- Kirchhof, Hermannstraße, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Ordentliche ( Verwaltungsstelle Berlin). Todes- Anzeige. Am Montag früh verstarb nach langem Krantenlager an der Schwind sucht unser langjähriges Mitglied, der Gelbgießer Alwin Giese. Die Beerdigung findet am Donners tag, den 20. April, nachmittags 3 11hr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes aus statt 111/16 Die Ortsverwaltung. Ortskrankenkasse der Steindrucker und LithoGeneral- Versammlung am Donnerstag, den 27. April, graphen zu Berlin. ber der abends 82 Uhr, Orts- Krankenkasse findet i. Bereinshause, Sophienstr. 15, bie erste ordentliche GeneralVersammlung pro 1899 Dachdecker Berlins am Sonntag, den 23. April 1899, vorm. 91/2 Uhr, im Lokal des Herrn Feind, Weinstraße 11. Tages Ordnung: ftatt, zu ber die Vertreter der Arbeits geber und der Kaffenmitglieder hiermit eingeladen werden. Tagesordnung: 1. a) Jahresbericht pro 1898. b) Bes 1. Jahresbericht des Rendanten pro richt des Neuner- Ausschusses und Ab 1898. 2. Bericht des Prüfungs- Ausnahme der Jahresrechnung. 2. Antrag schusses. 3. Decharge- Erteilung des des Vorstandes auf Abänderung des Rendanten. 4. Ergänzungswahl eines§ 21 b. Statuts. 3. Antrag des Bor Quartett.Humoristen Borstandsmitgliebes. 5. Abänderung tandes auf anderweitige Feststellung Letzte Fahrt, Riederspiel. Italiano Berolina, Bosse. Donnerstag zum 600. Mal: Lene, liebe Lene. Victoria- Brauerei Lützowstraße 111/112. Jeben Sonntag, Montag u. Freitag Humoristische Soiree der V des§ 27 des Statuts. 6. Antrag des der Pauschal Entschädigung für ben Borstandes betreffs freier Aerztewahl. Borsigenden(§ 56, 8iffer 8.) 4. Vers 7. Verschiedenes. 27816 fchiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet G. Krebs, erster Vorsitzender, N, Bergstr. 28, I. Arbeitsmarkt. Norddeutschen Sänger Achtung, Holzarbeiter! ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: wochentags präc. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Möbel, Die Beleidigung gegen Frl. Schwi denski nehme ich hiermit zurück. Blümel. bar und Teilzahlung, billigst Frant furter Allee 110 1, Ede Königsbergerstr. monatlich 10 M. liefert elegante Herrengarderobe * Ein Abenteuer Teilzahlung teen fante im Harem n. Maß, Tomporowski, Schneidermstr., Neanderstr. 16, II, an der Annenstr. * Berlin, den 18. April 1899.[ 28036 Der Vorstand. Max Stuhlmann, Vorsitzender. 20-30 Möbelschreiner, 2804b nur erfte Kräfte, sucht Alter's Hof- Möbelfabrik, Darmstadt. Papierzuschneider berl. b. Hoh. Lohn u. dauernd. Stellung Bei Elsholz, Krautstr. 52, Kartonfabrik, Neue Friedrichstr. 48. stehen die Kollegen im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. In der Bautischlerei von W. Richter, Boppstraße 4, haben fämtliche Tischler wegen Differenzen die Arbeit niedergelegt. Achtung, Drechsler! Tücht. Werkführer f. beffere Ge schäftseinricht. verl. sofort. Off. unter R. H. 40, Spengler, Koppenſtr. 37. Verfilberer auf Leisten verlangt Schulz, Rirdorf, Berlinerstr. 89. Eisenformer, tüchtig im Fach, besonders in Cylinder: In der Bildhauerei von R. Wolff, und Kompressorenguß, werden bei Fehrbellinerstraße 14, haben sämtliche gutem Lohn für dauernde Beschäftigung Drechsler wegen Differenzen die von einer schlesischen Eisengießerei ge Arbeit niedergelegt. 79/14 fucht. Offerten G 555" befördert Max Gerstmann, Berlin W. 9. Buzug fernhalten. Stellenangebote. Korbmacher. Tüchtiger Gestellarbeiter auf ameri: ( Auch baar Caffe billigste Preise.) kanische Beddige und franz. Lackrohr: Burlesken W. Mannstadt, Musik Friedrich Lange, ger. Herbett judyt 28. Menzel, Roburg. von Paul Lincke. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf täglich im Theater und beim Künstlerdank", Unter den Linden 69. W. Noack's Theater Brunnenstr. 16. Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Theater- Vorstellung. Der Wildschütz Schwant mit Gesang in 3 Atten von A. Kotzebue. Borher: Gringoine. u.Krankenwärter Chorinerstr. 18, empfiehlt sich auf Grund nachweist. 20jährig. praft. Erfahrung sucht Reisende, Geübte Karton- Arbeiterinnen finden sofort dauernde und lohnende 14698* Beschäftigung Kartonfabrik Markusstr. 50. Blusenarbeiterin verlangt Günther, 3offeners straße 8. 2798b Näherin u. Lehrmädchen a. Schleifen u. Fichus verl. Oranienstr. 14a, 2 Tr. 2801b links, Ede Mariannenstraße. lufenarbeiterin verl. fof. Hannuschka, Eisenbahnstr. 36 b, v. 3 Tr.[ 2806b Karton- Mädchen, 2800b gel. it. Ternen, verl. Neumann, Staff zu allen i. Fach schlagend. Diensten, fleißig und redegewandt, tönnen enorm speciell antiseptischer Wundbehandlung. viel Geld verdienen durch Einführung eines neuen Produkts( Erſatz für Kaviar). 14009* ↑ ↑ 父 Hans Kayser Görlitzer Bahnhof, Play 6. Billigste Bezugsquelle für Press- u. Steinkohlen. Goltz& Co., Reinickendorf, breiberſtraße 23a. Geübte Kartonarbeiterinnen Wilkestraße 15. Telephon 79. finden sofort dauernde und lohnende Ein Arbeiter für Neusilberklingen Beschäftigung. 15252* wird verlangt Dresdenerstr. 95, 1 Tr. Kartonfabrik Markusstr. 50. Anfang wöchentlich 5 Cigaretten- Arbeiter. Lehrmädchen,& weart, verlangt Kur- Bad Meyers- Hof. fchäftigung. Ausfünfte erteilt brieflich Geschickte und erfahrene Arbeiter 27976 Laser, 3offenerstr. 55. erhalten dauernde und lohnende Be Maschine- Näherin J. Kramrisch, verlangt Laser, 3offenerstr. 55. Neu eröffnet! 72/ 8* Leiter der Cigaretten- Abteilung bei Tüchtige Versilberinnen und Farbigmacher finden dauernde Schauspiel in 1 Aufzug v. O. Randolf. Lohtannin, Dampf, Heißluft. Stephen Mitchell& Son, Soolbäder. usw. Bäd. f. Krantenkaffen. 36 St. Andrew Square, Glasgow Beschäftigung. ( Schottland). M.57/ 13*| Goldleiftenfabrik Alexandrinenstr. 25. Ackerstr. 132. Carl Richter. Berlin. Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading Auftreten von Künstlern 1. Ranges. Jeben Sonnabend und Sonntag nach der Vorstellung Tanzkränzchen. Nach der Lanztränzchen. Vorstellung: 2795b Nr. 91. 16. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 19. April 1899. Die Preffe vor Gericht. faminen 4336,87 M. Die Ausgabe belief sich auf 2104,96 M. Der Delegierten wählte die Zahlstelle Brückner. Bergmann gab Bibliothekar Desterle berichtet, daß 846 Bücher, davon 304 im bekannt, daß am 1. Mai im Louisenstädtischen Konzerthaus", Man schreibt uns: Der Waisen- Prügelprozeß und das Auf- legten Quartal, entlichen wurden. Eine Diskussion über den Ge- Alte Jakobstr. 37, vormittags 1/211 Uhr, eine Versammlung stattfindet. treten des Herrn Prof. v. Bergmann als Sachverständiger ruft die schäftsbericht wurde nicht beliebt und hierauf zwei Anträge des Vor- Diejenigen, welche den 1. Mai zu feiern nicht in der Lage sind, verErinnerung an den kaum zu vorübergehender Ruhe gekommenen standes: für Anschaffung von Büchern 300 M. zu bewilligen und dem pflichten sich, 15 Proz. ihres Tagesverdienstes zur Unterstützung der Schöneberger Schüler- Prügelprozeß wieder wach. Die Lektüre des Bibliothekar 25 M. für seine Thätigkeit zu gewähren, angenommen. Arbeitslosen abzugeben. In der am 25. d. M. bei Feuerstein statteigenartigen Gutachtens des„ behelligten" Berliner Professors lehrt Die Wahl des Vorstandes, die nun folgte, ergab erster Borsigender findenden Generalversammlung ist das Erscheinen sämtlicher Mitdni odniji st aufs neue, von welchen Zufälligkeiten das Los eines Angeklagten ermann Lammé; 2. Vorsitzender Heinrich Kahlen; glieder der Bahlstelle unbedingt notwendig. 1. Schriftführerin Fräulein Müce; 2. Schriftführer Ortleb: zuweilen abhängig ist und in welch gefährliche Situation Metallarbeiter- Gewerkschaft. Unter dieser Bezeichnung ist ein Redacteur sich bringen könnte, Kassierer Königs und Balzer; Bibliothekar Hermann Quarg. Gewählt wurden 4 die Prügelpädagogik und ihre erschreckenden Folgen vor das Forum bibliothekare. Zum Schluß forderte der erste Vorsitzende die An worden. Das Referat hatte Moride übernommen, der sich besonders 1 bor 4 Reviseren we naam 14. b. M. eine lokale Vereinigung der Metallarbeiter gegründet der Oeffentlichkeit bringt und Kritik übt an den Ausschreitungen wesenden noch auf, recht rege für den Besuch der neuen Unterrichts- wandte. Weiter wurde die Erhöhung der Beamtengehälter erwähnt gegen das Unterstüßungswesen im Verband der Metallarbeiter derer, die Ausschreitungen verhindern und erziehlich wirken sollen. Erhebt auf Grund irgend eines Zeitungsartikels die Staats- fächer zu agitieren. Montag, den 17. April, beginnt Schriffteller und hervorgehoben, daß man zwar gegen die Erhöhung nichts einanwaltschaft Anklage, so ist der betreffende Redacteur in 99 von Arbeiterversicherung in den europäischen Ländern. Von Donners- der Kollegen im allgemeinen, das ist nicht mehr der Fall. Dagegen fuche anwaltschaft Anklage, so ist der betreffende Redacteur in 99 von Paul Hirsch einen Kursus über: Arbeiterschutz- Gesetzgebung und zuwenden hätte, wenn dieselbe im Verhältnis bliebe zu den Löhnen 100 Fällen, sobald er den Wahrheitsbeweis antreten will, abhängig tag, den 20. April ab, wird jeden Donnerstag Dr. Alfred Bern man die Bestrebungen der Kollegen, sich den Ausbeutungs- Gelüsten der vom Gutachten irgend eines Sachverständigen, der im Hochst ein die Rede- lebungen leiten und am Freitag, den 21. April, Unternehmer entgegenzustellen, möglichst einzuschränken. Will man gar gefühl seiner autoritativen Stellung es dann unter Umständen jogar Dr. Rudolf Steiner einen Kursus über die deutsche Litteratur noch die Pensionierung der Beamten einführen, dann können im Deutschen fertig bringt, schorfbildende, durch Prügel entstandene Wunden für in den letzten 50 Jahren beginnen. berechtigte Kindererziehung auszugeben und ihren in den letzten 50 Jahren beginnen. Charakter als Körperverlegung zu verneinen. Selbstredend wird nun auf Grund solchen Gutachtens der„ Er zieher" freigesprochen und damit der unabhängigen Preffe die Pflicht zugewälzt, die Angelegenheit vor das Tribunal der Deffentlichkeit zu ziehen. Dann aber wird der Nedacteur ein häufiger Gaft auf der Anklagebant werden, von der aus er vergeblich den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuches auruft. Es war deshalb eine in der Luft liegende Erkenntnis, die der Verteidiger im Schöneberger Schüler- Prügel- Prozeß, Herr Dr. Halpert, in Worte faßte, als er ausrief:„ Heute steht die Bresse vor Gericht". Die Ausführungen dieses Verteidigers haben überhaupt eine größere Bedeutung für die Oeffentlichkeit, insoweit diese durch die Presse vertreten wird. Es ist ja allgemein bekannt, daß das Reichsgericht der Presse an sich den Schuß des§ 193 verwehrt und diese Streitfrage zog der Verteidiger in die Debatte, indem er den principiellen Standpunkt des Reichsgerichts hinsichtlich seiner Recht mäßigkeit untersuchte und angriff. Es wäre nicht uninteressant, wollten unsere Gerichte den reichsgerichtlichen Standpunkt einer Revision, unterziehen, um sich dadurch vor dem eventuellen Verdacht zu bewahren, als wären fie Nachbeter des Reichsgerichts. Wenn dieser Anregung Folge gegeben wird, dann hat der Schöneberger Prozeß dauernde Bedeutung gewonnen. § 193 an sich versagt? " Das " Metallarbeiter- Verband nicht mehr die Juteressen der Metallarbeiter Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe vertreten werden, da ja die Beamten im eigensten Interesse nur noch hielt am Montag, den 10. April, Frl. Adele Schreiber einen darauf bedacht sein müssen, die festgesetzte Zeit im Amt zu bleiben, fehr anregenden Vortrag über das Thema:" Sociale Dichtung." um der Pension nicht verlustig zu gehen. Darauf wurde die GrünDie Vortragende entwickelte den Gedanken der socialen Dichtung im dung der Neuorganisation beschlossen. Nachdem noch ein provisorischer allgemeinen und betonte besonders die sociale Dichtung der Alten. Vorstand bis zur nächsten Mitgliederversammlung gewählt, und bes Im Gegensatz zu diesen führte sie aus, daß die sociale Dichtung im fannt gegeben wurde, daß alle Anfragen und Sendungen an Georg Sinne von proletarischer Dichtung erst in den 40er Jahren dieses Moride, Berlin N., Adolfstr. 4, zu richten sind, schloß der VorJahrhunderts mit Thomas Hoods Lied vom Hemde", E. Brownings figende die Versammlung. Der Kinder Klage" und E. Elliots Korngefeßreimen" begonnen habe. Nachdem noch der Aufstand der schlesischen Weber und die ihm entsprungenen dichterischen Schöpfungen, sowie die Freiheitsdichter der 1848er Bewegung charakterisiert worden waren, behandelte die Vortragende die socialen Dichter der neuesten Zeit, wie Arno Holz, Mackay, Hendell und andere. Für die Frauen ganz besonders interessant war nun das Eingehen auf die Frauendichter der letzten Zeit, in welcher sich ein so mächtig sociales und stark individuelles Empfinden ausprägt. Den bekannten Liedern der genialen Ada Negri reihten sich die poetischen Schöpfungen der heimischen Dichterin Klara Müller und der Wienerin Margret Königsberg an. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrage wurden noch einige Vereinsangelegenheiten erledigt. Eine besondere Filiale des Vereins der Lithographen, Steins Gine drucker und Berufsgenossen Deutschlands, und zwar für die Lithographen Berlins hat sich am 12. d. M. gebildet, nachdem in einer öffentlichen Lithographenversammlung am 23. März durch ein Referat des Kollegen Tischendörfer die Notwendigkeit derselben dargelegt wurde. Ueber 60 bisher unorganisierte Kollegen traten dieser Bahlstelle bei, welche baldigen weiteren Zuwachs erhofft. In der konstituierenden Versammlung am 12. d. Mts. hielt Dübelt einen Vortrag über„ Unsere nächsten Aufgaben." Hierbei wurden die gegenwärtigen Berufsverhältnisse eingehend dargelegt und die Mittel zur Hebung derselben empfohlen, wie sie in den Satzungen des Vereins zum Ausdruck kommen. Zwei Kollegen der Lokals organisation aus Leipzig, welche zur Ueberraschung der Versammlung Weswegen hat denn das Reichsgericht der Preffe den Schutz des Montag im Englischen Garten tagte, sprach Robert Schmidt organisation der Lithographen Deutschlands, fanden aber feinerlei In einer öffentlichen Drechsler: Versammlung, die am eigens herüber gekommen waren, warben für eine besondere CentralIn die Verwaltung wurden gebelt, urbanüber das neue Innungsgesetz. Der Redner erörterte insbesondere Bustimmung. In die Verwaltung wurden gewählt: Tischen die Befugniffe, die in börfer, Sophienſtr. 20, als 1. Bevollm.; Erkulpation einer Beleidigung( vorausgesetzt, daß ihre Absicht nicht sind, und empfahl Beteiligung an den Wahlen zu den Vertretungs- ftraße 104, als 1. Saffierer; Fuchs als 1. Schriftführer; außerdem erwiesen wird) ein individuelles Interesse erfordert. und scheint indessen durchaus nicht zweifelsfrei. Der§ 193 lautet: Körperschaften der Gesellen. Nach einer Diskussion, in der principielle Bartelt, 3eigner, Bräuer, Heller, Gundlach und Päzold. Tadelnde Urteile über wissenschaftliche, tünstlerische oder gewerb: Einivendungen gegen den Vorschlag des Referenten nicht gemacht Bagold. 18.00ar Jagie Der Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche liche Leistungen, ingleichen Aeußerungen, welche zur Ausführung oder wurden, stellte man eine Kandidatenliste für den Gesellenausschuß Verteidigung von Rechten oder zur Wahrnehmung berechtigter Inter- zu der am 1. Mai in Kraft tretenden Zwangsimmung für brauche hatte am 12. April eine Versammlung anberaumt. Vor essen gemacht werden, sowie Borhaltungen und Rügen der Vor- das Drechslergewerbe auf. Unter anderem wurde auch bemerkt. Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken gesezten gegen ihre Untergebenen, dienstliche Anzeigen oder Urteile daß unter den Drechslermeistern eine Strömung gegen die des verstorbenen Mitgliedes Garlipp durch Erheben von den Sigen. bon seiten eines Beamten und ähnliche Fälle sind nur insofern 3wangsinnung besteht, und daß von dieser Seite der Verjuch ge- In einem interessanten Vortrag besprach hierauf Bruno Pörsch strafbar, als das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form macht werden soll, Innungsgegner in den Vorstand der Junung zu die sociale Bewegung der Gegenwart. Unter Vereinsangelegenheiten Hierauf wurde die Arbeitsniederlegung bei Wolf in der wurde die Vierteljahres- Abrechnung verlesen, die eine Einnahme von Her Aeußerung oder aus den Umständen, unter welchen sie geschah, Fehrbellinerstraße besprochen. Die Arbeiter dieser Werkstatt haben 829,74 m. und eine Ausgabe von 514,68 M. aufweist. Es wurde hervorgeht. Die specielle Aufführung der Kategorien läßt die restriktive die Forderung gestellt, anstatt der bisherigen 571/2 stündigen Arbeits- sodann empfohlen, am 1. Mai die Arbeit da ruhen zu lassen, wo es Interpretation, welche das Reichsgericht dem§ 193 giebt, berechtigt zeit die jetzt allgemein gültige 62stündige wöchentliche Arbeitszeit angängig ist. Die Branche betheiligt fich an der Versammlung der erscheinen, aber doch nur dann, wenn man den Schluß und seine einzuführen und das Dampfgeld abzuschaffen. Da der Arbeitgeber Bekleidungsindustrie. Tragiveite übersicht. Hier zum Schluß generalisiert der Gesetzgeber diese Forderung nicht bewilligte, auch Verhandlungen mit Vertretern feinen Willen, indem er schlechtweg von ähnlichen Fällen der Organisation zurückwies, jo haben die betreffenden Arbeiter am spricht, in denen man auf den§ 103 refurieren fann. Sier wird Sonnabend die Arbeit niedergelegt und ersuchen um Beachtung dieses die Tendenz des Gesetzgebers ersichtlich, dessen Wille ganz bewußt Streits. und llar über specielle Fälle hinausgeht, fich verallgemeinert und Die Bau, Erd und gewerblichen Hilf8arbeiter nahmen Damit dem fluttuierenden Leben seine Stellungnahme zum§193 in ihrer Versammlung am 9. April ben staffenbericht vom 1. Quartal einräumt. Diese Auslegung für den umfassenden Willen findet entgegen. Alsdann hielt Genoffe Hoffmann einen beifällig aufaber auch in den Motiven ihre Stüße, die den§ 193 jedem genommenen Vortrag. Die übrigen Verhandlungen betrafen interne garantieren, den es angeht", und diese Motive rücken mag Angelegenheiten. entsenden. Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter nahm am Montag in einer öffentlichen Versammlung bei Graumann in der Naunynstraße den Bericht vom Kongreß in Braunschweig entgegen. In der folgenden Diskussion tabelte Kleinlein verschiedenes an der Thätigkeit des Kongresses. Besonders kritisierte er den Standpunkt des Delegierten der Mufitinstrumenten- Arbeiter zu den paritätischen Arbeitsnachweisen. Auch sprach er sich gegen den Posten eines General- Vertrauensmanns aus, da dadurch die Centralisation mehr gefördert werde. Der Vertrauensmann wies darauf hin, daß Gewerkschaften aus Aachen, Krefeld, Görliz und auch die Handels Hilfsarbeiter sich dem Verband der Lokalorganisierten anschließen wollen, oder das schon ein größeres Gewicht haben, wie es bei der Zahl der Delegierten gethan haben. Die Beschlüsse der Kongresse würden scheine. Dann wurde das folgende Reglement zur Sammlung eines imnier mau dem Vorigen auch mit ernsten Zweifeln begegnen ganz Der Verein der Bauanschläger tagte am 9. April bei Buske. offenbar die Wahrnehmung berechtigter Jutereffen in die richtige Herr Hupfer von der Sternwarte in Treptow hielt einen Vortrag Beleuchtung. Das Reichsgericht, das„ berechtigte" Jnteressen ledig über Bau und Konstruktion des Riefenfernrohres und erläuterte die lich in den individuellen sucht, hat vermöge seiner Anschauung dort befindlichen Museen. Es wurde beschlossen, der Sternwarte am dem Egoismus in feiner wirtschaftlichen, vielleicht auch nur in 12. Mai, abends 348 1hr, einen Besuch abzustatten. Einlaßkarten seiner ethischen Blüte den Weg geebnet, aber jener Nächstenliebe, die à 75 Pf. sind schon jetzt in beiden Arbeitsnachweisen und bei den Streiffonds zur Diskussion gestellt: 1. Es werden Jahreskarten mit mit dem anderen fühlt, das Schußthor zu dem Tempel der Justiz Borstandsmitgliedern zu haben. Wochenfeldern eingeführt. 2. Die Marken werden vorläufig zum verschlossen. Es ist aber, wie wir sehen, nicht die beschränkende Der Verband der in der Kürschnerbranche beschäftigten Wert von 10 Pfennigen ausgegeben. 3. Durch Beschluß einer öffentInterpretation, sondern vielmehr in Zweifelsfällen eine Aus- Arbeiter und Arbeiterinnen hielt am 10. d. M. eine Generalversammlichen Versammlung tommen bei Streits Marten von höherem Wert dehnung amt Blaze, welche mit liebevollem Verständnis lung ab. Nach Entgegennahme des Vorstandsberichtes wurde die zur Ausgabe. 4. Auf Beschluß einer öffentlichen Versammlung die Entwickelung der Zeit verfolgt und die Grundnatur der Wahl des Vorstandes vollzogen, die folgendes Resultat ergab: Vor- fönnen andere Gewerkschaften aus dieſem Fonds unterBresse würdigt, deren Streben es ist, in dem Staatsgebilde figende: Schreitmüller und Seidenkranz; Kassierer: stützt werden. 5. Zehn Marken, die innerhalb dreier Monate das Intereffe der Menschen untereinander wachzurufen und in dem Michaelis und Keller; Schriftführer: Tillmann und geklebt find, berechtigen zum freien Eintritt in den Fachberein. 6. Die einen eine Anteilnahme an dem Schicksal des anderen heranzubilden Schwarz; Beifizer: Badnarczyf; Revisoren: Berger, gunt Streitfonds regelmäßig beitragenden Kollegen erhalten bei ohne Gemeinsamkeit individualisierter Beziehungen, ja jogar ohne Siebentritt und Wagniz. Den Krefelder Webern wurden einem Streit dauernd Unterstügung. 7. Die Regelung der Unter Kenntnis von der gegenseitigen Existenz. Wenn wir beim§ 193 die 25 M. bewilligt. stüigung wird den dazu notwendigen öffentlichen Versammlungen Wahl zwischen zwei Interpretationen haben, dann müssen wir dieDer Verband der Möbelpolierer nahm in seiner legten überlassen. 8. Die Sammlung der Gelder zum Streitfonds wird # jenige wählen, welche der Bresse ihre Existenz auch rechtlich verbürgt, Sigung den Bericht des Vorstandes entgegen. Danach find den von drei zu wählenden Kollegen geleitet und find die Gelder an den sonst macht man sie mundtot und vogelfrei. Es ist ja auch ein schreiender Strefelder Webern bereits 550 M. überwiesen. Der 1. Mai soll wie Vertrauensmann abzuliefern. 9. Die Revisoren haben alle drei Widerspruch, wenn man das öffentliche Interesse überall pflegt und Vormittag findet eine Monate mit den Beitragsammlern abzurechnen. 10. Die Delegierten, wahrt und insbesondere zu politischer Beteiligung weckt und fördert und immer durch Arbeitsruhe gefeiert werden. anerkennt, dann aber seine Berechtigung bestreitet, sobald es seinen Bersammlung statt, Nachmittag ein Ausflug. Die Abrechnung vom welche die Marken ausgeben, müssen alle 14 Tage abrechnen. 11. Die Rechtsschutz, vertreten durch die Presse, auf den§ 193 des Straf- Maskenball ergab einen Ueberschuß von 365,50 M. Im Arbeits- Revisoren dürfen bei dem Vertrauensntann jederzeit revidieren. In gesetzbuches stüßt. In diesem Fall zeigt es sich wiederumt, daß das nachweis konnten von 500 eingelaufenen Adressen 427 erledigt werden. der Disfusion sprachen sich einzelne Redner für das Listensystem Dem Bericht des Kassierers zufolge beträgt die Einnahme 2481,20 M., aus. Auch wurde befürwortet, nur die Gewerkschaften zu unterhöchste Gericht in seiner gelehrten Einsamkeit die lebendige Fühlung die Ausgabe 2639,43 M. Als Staffierer wurde Höfert wieder gewählt, stüßen, die auf dem Boden der Vertrauensmänner- Zentralisation mit dem praktischen Leben verloren, während es doch die Aufgabe außerdem zu Revisoren Brachwik, Suitner und H. Schulz bestimmt. stehen. Da wegen der vorgerückten Zeit eine Einigung nicht mehr des Richters ist, seiner Zeit am Bulsschlag zu fühlen. hat nicht Die Fachkommission wird gebildet von den Mitgliedern Dittmann zu erzielen war, wurde die Beschlußfassung vertagt. Zum Schluß fürzlich Stettenheim, als er einen Berliner Fall besprach, hier in Berlin wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten die für Often, Wolf für Süd- Osten, Korßner für Friedrichsberg und wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die besagt, daß am Vormittag des 1. Mai eine Versammlung abgehalten werden solle, Auflagebant betreten müssen? Das Berliner Gericht, das in dem Schulz gab sodann die Statistit der Kontrollfarten von 1898 in der jeder erscheinende Musikinstrumenten- Arbeiter eine Mart geistigen, wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt Deutschlands bekannt. Er bedauerte, daß nur 295 eingelaufen find. Der Antrag, gratis betonune, die dagegen von den nicht Feiernden mit 50 Pfg. steht, hat wippchen- Stettenheim" den§ 193 und seinen Schuß zu Fragebogen bezüglich der Hautkrankheiten herauszugeben, wurde an- zu bezahlen ſei. gebilligt, weil er als Berliner ein individuelles Interesse daran genommen. Reuter befürwortete die obligatorische Einführung Nierich für Rigdorf. hätte, Berliner Fälle zu besprechen. Hier ist die Brücke gegeben, der„ Einigkeit". Die Versammlung beschloß, in sämtlichen Filialen rinnem Versammlungsbericht des Vereins derplätte wie auch schon in anderen Fällen reichsgerichtlicher Erkenntnisse, zu darüber zu beraten. Auf Anregung des Vergnügungskomitees wird berg die Berichtigung, daß die Firma erst seit dem 10. d. M. die einer weiteren Auslegung des§ 193, die der neuen Zeit und am 2. Juli eine Dampferpartie nach Hessenwinkel und am 23. April Wäscherei übernommen hat, mithin eine Besprechung der dortigen ihren sittlichen Forderungen öffentlicher Natur entspricht. L. S. eine Herrenpartie nach Birkenwerder veranstaltet. Arbeitsverhältnisse in der Versammlung am 11. d. M. nicht fie Die Versammlung der Vertrauensmänner, welche die treffen könne. der Die Arbeiter Bildungsschule hielt am 18. April in ihrem Die Arbeiter Bildungsschule hielt am 18. April in ihrem den Arminhallen einberufen hatte, war von 66 Vertrauensmännern öffentliche Versammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung Schullokal, Annenstr. 16, ihre ordentliche Generalversammlung ab, fehlten. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm H. Schulz Ver- Er erläuterte die wichtigsten Beschlüsse des Kongresses und verwies Schullokal, Annenstr. 16, ihre ordentliche Generalversammlung ab, besucht, während die Vertreter von 34 Fuhrhöfen unentschuldigt erstattete Flemming Bericht über den Bauarbeiterschutz- Kongres, um den allgemeinen Bericht über das verflossene Geschäftsjahr und anlassung, das Resultat der Nachwahl im zweiten Berliner Reichstags- auf das demnächst erscheinende Protokoll. Eine Diskussion fand nicht die letzten drei Unterrichtsturse entgegen zu nehmen. Wenn auch der die letzten drei Unterrichtsturse entgegen zu nehmen. Wenn auch der Wahlkreise den Anwesenden vor Augen zu führen, welche die Wahl des statt. Zum dritten Punkt: Stellungnahme zur Maifeier wurde der Mitgliederstand des Vereins, so führte der Vorsitzende Lammé Genossen Richard Fischer mit lauten Bravorufen begrüßten. Ein Beschluß der Gewerkschaftskommission angenommen. Zum Vertrauensaus, feine nennenswerte Vermehrung aufzuweisen hat er stieg geleitet wurden die Verhandlungen durch Bortrag mann wurde Franz Jost einstimmig gewählt. von 331 auf 347 und bezifferte sich im ganzen Geschäftsjahr auf bes Genossen Rein, in welchem derselbe die Vorteile der 468 Personen so ließen sich doch ganz gute Resultate erzielen. Berufsorganisation behandelte. Sodann lag der Versammlung die volksversammlung, in welcher Genosse J. Auer einen Vortrag Schöneberg. Am 12. d. M. tagte in der Schloßbrauerei eine Es seien zehn Unterrichtsturse, ein jeder zu zehn Abenden veranstaltet worden, an welchen die Herren Dr. Conrad Schmidt, Richard Calwer, Feſtiegung des wöchentlichen Beitrages zum Agitations- und Streit über Konsumvereine hielt. Redner führte aus: Wie ein altes Dr. Bruno Borchardt, Paul Kampffmeyer, Rechtsanwalt Emil Roth, fonds ob. Nachdem H. Schulz nochmals die Notwendigkeit Sprichwort sagt: Alles schon einmal dagewesen, so sei es auch mit May Schippel und Dr. Rudolf Steiner als Lehrer thätig waren. einer energischen Agitation auseinandergesetzt und die„ Drückebergerei" den Konsumvereinen. Als Schulze- Delizsch mit seiner Spartheorie vieler Kollegen, welche aus nichtigen Gründen sich weigern, das Amt Daß dieje Unterrichtsabende durch ihre Manigfaltigkeit aus ber eines Hofvertrauensmannes anzunehmen, gegeißelt hatte, wurde nach auftrat, da war es Laffalle, der ihm entgegentrat und die allgemeine Einführung der Konjumvereine bekämpfte, da dieselben geeignet schaft, Rechtswissenschaft nub des sozialen und gewerkschaftlichen längerer Beratung der Beschluß gefaßt, den wöchentlichen Beitrag ſeien, die Arbeiter auf ein noch tieferes Niveau herabzudrücken. Lebens fich bei den Mitgliedern beliebt gemacht haben, beweise zum Agitations- und Streitfonds auf 10 Pf. festzusetzen. Die Ver- Redner erinnert daran, daß die Anarchisten glauben, durch Eindie Ausgabe von 624 Hörerfarten. Davon entfielen im legten ammelten erkennen es als ihre Pflicht, mit allen Kräften danach zu führung der Konsumvereine die kapitalistische Wirtschaft aus den Quartal auf Nationalötonomie 87 Starten, auf Redeübung 63, Ge- streben, daß sämtliche Kollegen diesem Beschluß nachkommen." schichte 44. Außerdem sei ein Fortschritt in der Benutzung der Der Verband der Buchbinder hatte am 11. d. M. bei FeuerBibliothet, welche um 116 Bände vermehrt wurde, zu verzeichnen. stein eine Mitgliederversammlung anberaumt, in der Rechtsanwalt Den Kassenbericht verliest der Staffierer Königs. Der Bestand am eine einen interessanten Vortrag hielt. Bridner referierte jo 1. April 1898 betrug 1547,11 M., die Einnahme 2789,76 M., au- dann über den am 8. Mai stattfindenden Gewerkschaftstongreß. Zum Persammlungen.- ST Agitationsfommission der Droschkentutscher in der vorigen Woche nach Die Maler Charlottenburgs hielten am 11. b. M. eine schiedenen Gebieten der Nationalónomie, Geschichte, Naturwissen Angeln zu heben. Es müsse vor Illusionen gewarnt werden, als fönne die sociale Frage durch Gründung von Konsum- GenossenRedner kommt auf das Hamburger schaften gelöst werden. Projekt zu sprechen. Wenn es möglich wäre, die Häuservieriel noch den Ansprüchen der modernsten Hygiene so aus dem Handgelenk zu werden ersucht, für diese Versammlung rege zu agitieren und der Genoffens schaft neue Mitglieder zuzuführen. Gäste willkommen. Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur. Sente abend 8%, Uhr, und altersversicherung: alls Invaliditäts- und Altersverſicherung: chütteln, denn wäre die Socialdemokratie und gelverkschaftliche Bes wegung überflüssig. Gewarnt müßte werden wegen der bitteren Erfahrungen, die gemacht werden. Vor allen Dingen dürfe die Partei so wenig als die Gewerkschaft mit solchen Gründungen Biegelstr. 10/11: Monatssigung. Vortrag Prof. Dr. Bruno Meyer: Ueber berquickt werden. Redner erinnert an die Vorgänge in Bismarcks Gedanken und Erinnerungen." Diskussion. Der Berliner Genossenschafts- Bäderci, den Zusammens bruch und wie dies alles in der bürgerlichen Presse Berliner Arbeitervertreter Verein tagt jeden Dienstag nach dem der Partei in die Schuhe geschoben wurde, obwohl diese ersten im Monat bei Buske, Grenadierstr. 33, Abends 8½ Uhr. Unent: daran so unschuldig war, wie ein neugeborenes Kind. Die Erfolge geltlicher Rath wird ertheilt: wolle man den Hamburgern nicht streitig machen, nur das Falsche versicherung Albends von 7-9 Uhr: A. Daehne, Demminerstr. 36, v. 3 Tr. Im Norden Berlins: Für Unfall, Invaliditäts- und Alters: wolle man als falsch bezeichnen. K. Gutheit, Wiesenstr. 29a, von 8-9 1hr Abends. F. Piesch e I, Gartensjir. 55, D. 2 Tr. G. Gimanowsti, Gartenstr. 78, Portal 2, 2 Tr. M. Stuhlmann, Oberbergerstr. 37, 4 Tr., von 6-9 Uhr Abends. A. Voigt, Wiesenstraße 41/42. G. Warnst, Stolbergerstr. 7, von 6-7 Uhr Abends. P. Reimann, Bellermannstr. 83. J. Krause, Gartenstraße 13, 2. Ging. part. Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Blume, Strelizerstraße 58. F. Trapp, Schwedenstr. 14, pon 7 bis 8 Uhr Abends W. Mohs, Swinentünderstr. 64, vorn linker Aufgang. Zur Maifeier wurde ein Komitee von 5 Personen gewählt. Die Feier findet in der Schloßbrauerei statt. Konsumverein Berlin- Nord". Monatsversammlung am Freitag, den 21. April, abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesell; schaftshaus. Tagesordnung: 1. Genossenschafts- Angelegenheiten und Ausgabe der Statuten. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. Die Mitglieder Kösliner Hof, Köslinerstraße 8. Donnerstag, den 20. April, abends 82 Uhr: Charlottenburg. Am Donnerstag, den 20. April, abends 9 Uhr, im großen von ,, Bismarckshöhe": Volks- Versammlung General- Versammlung des Socialdemokrat. Wahlvereins für Männer und Frauen. 2760b 1. Thema: Die Greuelthaten der Vivisektion. Referent: Dr. med. Arthur Lutze. 2. Thema: Medizinische Sünden und Experimente an lebenden Menschen in Krankenhäusern und in der Privatpraxis. Referentin: Minna Kube. Die Einberuferin: Minna Kube, Charlottenburg, Berlinerstraße 125. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, 19. April, abends 84 Uhr, bei Cohn, Beuthstr. 20-21: für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg schiedenes. Tages Ordnung: 250/5 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Neuwahl des ge famten Vorstandes und der Revisoren. 3. Vereinsangelegenheiten und Ver Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Die Mitglieder werden dringend ersucht, bei stattgehabtem Wohnungs wechsel die neue Wohnung binnen 5 Tagen bei ihrem Kassirer zu melden. ann Der Vorstand. Achtung, Zimmerer Berlins! Am Donnerstag, den 20. April, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Lange, Dragonerftr. 15: Vertrauensmänner- Versammlung Versammlung der Plakdeputierten. für sämtliche Bezirke und Branchen. 256/8 Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Der Streit in der Möbelfabrik von Elsholz und der Drechslerei von Wolff. 3. Werkstattdifferenzen. 4. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. 80/1 Die Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband om town( Verwaltungsstelle Berlin.) Donnerstag, den 20. April 1899, abends 82 Uhr, bei Fischer, Beuffelstraße Nr. 9: Bezirks- Derlammlung für Moabit. Bon jeber Arbeitsstelle muß ein Vertreter anwesend sein. Die Vertrauensleute. Arbeiter- Radfahrer- Verein„ Vorwärts". Köpenick- Grünau. Bolin Sonntag, den 23. April cr. in Grünau bei Lindenhayn: Besprechung und gemütliches Beisammensein. Die Sportsgenossen von Berlin, Nixdorf, Adlershof 2c. sind hierzu besonders eingeladen, Bundesabzeichen legitimiert. Der Vorstand. A Vereinen und Gewerkschaften empfehle meine Salondampfer bon 100-300 Personen zu Partien nach allen Stationen der Oberspree und Unterhavel au coulanten Bedingungen. 1324L* W. Käbelmann, Fischerbrüde 16, Restaurant. Tel. Amt V. 1751. Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der Generalversammlung Jul. Wernaus Festsäle in Halle a. S. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäfte haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Bibliothek befindet sich Annenstr. 39, part., und ist geöffnet von 9-1 Uhr vormittags und von 4-7 Uhr nachmittags; Dienstags und Donnerstags von 9-1 vormittags und 4-9 Uhr nachmittags. 111/15 Die Ortsverwaltung. Verein socialdemokratischer Gaft- und Schankwirte Berlins und Umgegend. N., Schwedterstrasse 23-24. [ 1522L* Der 1. Mai zu Versammlungen jetzt noch frei. Kein Laden! Empfehle mein reichhaltiges Lager in 6262* Filz- und Seidenhüten, Schirmen in den neuesten Façons und Farben, äußerst billige Preise. Am Freitag, den 21. April, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Richard Klose, Anklamerstr. 41, Wernicke, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39: General- Derlammlung Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes und der Rechtsschutz- Kommission. 2. Bericht des Kaffierers vom 1. Quartal und Jahresbericht, sowie Bericht der Revi: foren. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes und der Rechtsschutz- Kommission. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Antrag Witte: Aufhebung des Generalversammlungs- Beschlusses betreffend Aufnahme neuer Mitglieder, welche einem anderen Verein angehören. 6. Antrag des Vorstandes: Erhöhung resp. anderweite Regelung des Sterbegeldes. 7. Verschiedenes. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. J. A.: Ferdinand Ewald. 69/6 Verband der Fabrik-, LandHilfsarbeiter- 1. Arbeiterinnen Deutschl. ( Bahlstelle Berlin). Donnerstag, den 20. April, abends 8 Uhr, im Lokal von Raabe, Kolbergerstr. 23: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Herm. Faber. 2. Diskussion. 3. RaffenBericht. 4. Verschiedenes. Pflicht aller Mitglieder ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen. Die Ortsverwaltung. 64/7 Accumulatoren- und ElektricitätsWerke- Aktiengesellschaft vormals W. A. Boese& Co. Die Herren Aktionäre werden hierdurch zu der Mittwoch, den 10. Mai er., vormittags 11 Uhr, im Sizungssaal der Gesellschaft hier, Röpnickerstr. 154, stattfindenden zweiten außerordentlichen Generalversammlung ergebenst eingeladen. Tages Ordnung: 1. Erhöhung des Aktienkapitals. 2. Aenderung der Statuten§§ 1-30, insbesondere mit Rücksicht auf das am 1. Januar 1900 in Kraft tretende neue Handelsgesetzbuch. Die Herren Aktionäre, welche an dieser Generalversammlung, teilnehmen fvollen, haben ihre Aktien ohne Couponbogen spätestens am dritten Tage vor dem Versammlungstage, den Tag der Einreichung und den der Generalversammlung nicht mitgerechnet, zu hinterlegen, und zwar: in Berlin bei der Kasse der Gesellschaft oder bei einer der nachbenannten Stellen: in Berlin bet der Deutschen Genossenschafts Bank von Soergel, Parrisius& Co., in Berlin bei dem Bauthause von Koenen& Co., in Frankfurt a./Main bei der Deutschen Genossenschafts: bank von Soergel, Parrisius& Co., Kom: mandite Frankfurt a./M., in Frankfurt a./Main bei der Pfälzischen Bank, in Frankfurt a./Main bei der Bank für industrielle Unter. nehmungen, in Frankfurt a./Main bei dem Banthause Bass& Herz, wogegen die Eintrittskarten verabfolgt werden. Gemäß§ 23 Absatz 2 des Statuts beschließt diese zweite außerordent liche Generalversammlung gültig ohne Rücksicht auf die Zahl der vertretenen Attien mit drei Viertel Mehrheit des in der Generalversammlung vertretenen Stapitals. Berlin, den 18. April 1899. Direktion der Accumulatoren- und Elektricitäts- WerkeAktiengesellschaft bormals W. A. Boese& Co. E. Hartzfeld. K. Kunze. zweites Haus von der Brunnenstraße. Eingang vom Hausflur. Bitte genau auf die Hausnummer zu achten. Möbel und Polsterwaaren. Reelle Arbeit. Ganze Einrichtungen zu billigen Breifen.( 11642 Franz Tutzauer, Brunnenstraße 152. J. Brünn, ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt 4 Nach beendeter Inventur gelangen größere Lagerbestände meiner Teppiche! Gardinen! Steppdecken! Portieren! Fertige Wäsche! zu sehr billigen Preisen zut Ausverkauf!! Karno. 14118* Im Often: Nur für Invaliditäts- und Altersversicherung: E. Bader, Gr. Frankfurterstr. 34, v. 4 Tr. Für Unfall, InvaliditätsGolzmarktstr. 60 I. Im Süd- Osten: Für Unfall Schalthoff, Michaelfirchstr. 18. Nur für Invaliditäts- und Alters: versicherung: W.- Kühne, Pfuelfir. 1. Im Süden: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung: F. Stügelmaier, Grimmstr. 39. Jm Süd Besten: Nur für Unfallversicherung: G. Hänet, Solmsstr. 44. I m Nord Westen: Für Unfall, Invaliditäts- und Aliers: und Altersversicherung: N. Rchbein, Rostockerstr. 43. versicherung: Mt. Stephan, Curhafenerstr. 2. Nur für InvaliditätsC. Guse, Rostockerstr. 43. Im Nord- Often: Nur für Unfallversicherung: E. Löffler, Wadzechstr. 15, vorn part.( Abends 8 Uhr). G. Günther, Greifswalder: straße 8, II links. Im Zentrum: Für Unfall, Invaliditäts- und Altersversicherung A. Sattler, Kl. Hamburgerstr. 2. மரம் Bei sämmtlichen vorgenannten Personen, bei denen hier keine Sprechzeit angegeben, ist dieselbe Wochentags von 7-9 Uhr. Viel Geld*** ** sparen Sie in Ihrem Haushalt durch ständige Verwendung von den ärztlich empfohlenen Saccharin- Tabletten ( Fahlberg, List& Co. in Salbke- Westerhüsen a. E.) dem besten, billigsten u. gesündesten Süssstoff Der Ersatz von 1 Pfund Zucker= 60 Tabletten kostet nur ! 10-12 Pfennige! Zu haben in allen durch Saccharin- Plakate kenntlichen Droguen-, Kolonial- und MaterialwarenHandlungen. General- Vertreter Wilh. Bröckel, Berlin N., Sellerstrasse 14; Hauptniederlage R. Ehrmann, Berlin SW., Solmsstrasse 24. Herren- u. Konfirmandenhüte, alle Farben, 1 Mark, nur neue moderne Sachen,[ 6562 Prima Qualität 1,50 und 2Die beliebten Arbeitshüte er 65 Pl. noch früher Barnimftr. 4 u. 5. Hntfabrik- Comptoir jetzt Kaiserstrasse 25 A. Das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt ist Dr Thompson's Seifenpulver Zähne 2 M. Fahrräder Marken, Dr. Simmelschinger 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Tellzahl, wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Sprechst. 9-7. Moritzplatz, erstklassige Nähmaschinen aller Systeme. Billigste Bezugsquelle( auch Teilzhlg.) Abonnenten d. Blattes 5 Proz. Rabatt. 2 Treppen rechts. Specialarzt f.Haut- u.Haruleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4.* Lau& Co., Gräfestraße 2. Zähne v. 2 Mart Bäckerei H. Rost, Neanderstr. 30. Empfehle meine Backware u. Kuchen, event. Theilzahlung.* Olga Jacobson, Jnvalidenft. 145 Brot von reinem Roggen. Größte Allerlei Anzeigen. Lief. zit coulantesten Bedingungen. Sende Brot u. Backware frei ins Haus. auf Teilzahlung. Möbel J. Kellermann, Prinzenstr.97, * parterre. Verlangen Sie gratis! meinen neuesten PRACHT CATALOC Uber HAMMONIA- FAHRRÄDER Hammonia und MOTOR- RADER Zubehör- Theile derselbe bringt interessante Neuheiten und die allerbilligsten Preise Hammonia Fahrrad Fabrik A- H- UELTZEN. HAMBURG teppdecken kauft man am besten und billigsten Damenkleider werden unter Garantie sauber und geschmackvoll gefertigt. Frau Willuweit, Urbanstraße 87, Borderh. IV 1. 27936 Leitspindelbant, Bute Schlofferei, zu verk. Aust. ert. Stehmann, SO, Franzftr. 11, I. Destillation gutgehend, Mitte der Stadt, ist wegen Strankheit fofort zu verkaufen.[ 25956 Näheres in der Expedition. Eckdeftillation mit fleinem Saal, gutgehendes älteres Geschäft, ist preiswert zu verkaufen. Offerten unter H. 1 in der Expedition dieser Zeitung. Wegen Todesfalls gutes Mehl, Borkost- u. Grünframgeschäft m. Rolle fof. bill. zu verf. Salzwedelerstr. 6, b. pt. Zubehör und Fahrrad- Händler faufen fämmtl. Rohteile, sowie Gestelle, gespannte Räder sehr vorteilh. Oranienstr. 47, B. Strohmandel, Berlin S., Gahrrabart. en gros. nur direkt in der Fabrik Für Stranke und Gesunde geht nichts über eine Tafſe wohlschmedenbe 72, Wall- Strasse 72, oll- und Baumwoll- Abfälle Bouillon. Dies ist im Bereich eines jeden heutzutage durch Gebrauch wo auch alte Deden aufgearbeitet straße 16 part. eines Theelöffel voll Karno und etwas kaltes oder warmes Wasser, je nach werden. Belieben. Keine Bouillon schmeckt so gut wie Karno- Bouillon! Keine Bouillon ist so nährreich wie Karno- Bouillon! Bon den größten Autoritäten Deutschlands empfohlen. Zu haben überall. Karno- Gesellschaft Russel& Co., Dresden. Möbel auf Teilzahl. Oranienstr. 181. Beamten Coutante H& M. Lewent. ohne Anzahl. Zahl.:Beb. Möbel- Fabrik Fahrräder 13492* verpfändet gewesene, ge brauchte u. neue erstklassige Damen- u. Herrenräder verkauft spottbillig 72/ 2* Konzess. Leihhaus Neue Schönhauserstr.11, 1. und Lager kompletter 14792* Muschelspiegel 6 M., Seleiderspinde 26 M., Kommode 10 M., Stühle 3 M., Kücheneinrichtung Waldemarstr. 58 I, I Fahrrad billig zu verkaufen Wallstraße 70/71, 27926 Maschinenraum im Keller. Vermiethungen. Wohnungen. Laden mit Wohnung und Kellerei, 8 Jahre Wohnungs- Einrichtungen gut gehendes Milchgeschäft, vaffend Julius Apelt, von Tischler: meister, Berlin SO., Skalitzer Strasse No. 6, am Kottbuser Thor. Bermanente Ausstellung für Wohnungs- Einrichtungen in allen Preislagen stehen jederzeit zur Be fichtigung bereit; auch werden diefelben in eigener Werkstatt im Hause nach Wunsch und Zeichnung in fürzester Zeit angefertigt. Für bestes und trockenes Material leifte Garantie. für jede Branche, sofort oder später zu vermieten Grünauerstr. 25.[ 27746 Schlafstellen. Frol. möbl. Schlafft. f. Herren, fep. 10602* Hille, Laufizzerstr. 47, IV. Verantwortlicher Redacteur: August Jacobey in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.