*• 111• Etaztlpreis 70 Haller (einschließlich 5 Heller Porto) 1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova u. telefon 53m. Administration teiefon sw«. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 14. Jahrgang Freitag, 2. März 1934 Nr. 51 Hochverratsverfahreni tngliidier Brief Dr. O.®. London. Ende Feber. gegen 20 Mitglieder des Parteivorstandes Wien. 1. März. Amtlich wird gemeldet: Heute mittags langte» bei der Staatsanwaltschaft Wien I. die Polizriakten rin, die das(fr* gebnis der Untersuchnng gegen die Mitglieder teö sozialdemokratischen Parteivorstandes ent- Wen. Die Staatsanwaltschaft hat daranfhin gegen 20 Mitglieder de» sozialdemokratischen Parteivorstandes beim Straf-LandeSgericht I. den Antrag auf Verhängung der ordentlichen Poruntrrsnchung wegen Verdachtes des Verbrechens des Hochverrates, bezw. der Mitschuld hiezu gestellt. Dieser Antrag richtet sich gegen den frühere» Bürgermeister Karl Seitz, gegen Dr. Robert Danneberg, Dr. Ellenbogen, Johann P ö l z e r, Dr. Karl R r n- »r r, Oskar Helmer, Panl Richter, Hein- Die Räuber in Verlegenheit Die Dollfußchristen hatten e» sehr eilig, das (kigcntum der Arbeiter in Besitz zu nrhnien. Insbesondere freute» sie sich, das herrliche ParteihauS und dir Druckerei in der Wienzrile für ihre Zwecke verwenden zu können. Jetzt sind von ihnen nicht erwartete Schwierigkeiten aufgrtaucht: daS HauS in der Wienzrile gehört nämlich gar nicht der österreichischen Sozialdemokratie, sondern dem Vorsitzenden der Sozialistischen Arbeiterinterna- tiimale, Genossen B a n d e r v r l d e. Herr Doll- knß wird einige Mühe haben, den Genossen Ban- dervelde von der Berechtigung des ringelriteten Raubzuge» zu überzeugen. Auch daS andere unbewegliche Eigentum der österreichischen Arbeiter ist zum großen Teil im Besitze von Ausländern. Die Freude der Räuber war also etwa» verfrüht; nm so größer ist jetzt ihre Brrlegenhrit. Der Raub der Naturfreunde-Hütten wird noch sein Nachspiel haben i Bo» der Beruiögensbeschlagnahme der Ra- mrfreundeorgauisatio» wurde» insgesamt 100 Hütten und Erholungsheime erfaßt, ein Kulturwerk, welches zwei Generationen der österreichischen Arbeiterschaft aufgebaut Haden! Mit Rücksicht darauf, daß Arbeitertouristrn aus fast allen europäischen Ländern regelmäßig die Hütten der österreichischen Wandergenoffrn besuchten und auch materiell beisteuerten, wird die Beschlagnahme zweifellos sehr ernste und einschneidende Rückwirkungen auf den österreichischen Fremdenverkehr zeitigen. ES ist auch zu erwarten, daß im Hinblick auf den internationalen Charakter der Naturfreundeorganisation auf diese Schuhhütten und Heime schweizerische und tschechoslowakische Vermögensrechte angemeldrt werden. Die Verhaftungen gehen weiter I Wien, 1. März. Die Rache der Sieger an den Besiegten wütet ohne Erbarmen Iveiter. Aus Graz und Umgebung sind an die Tausend sozialdemokratischer Männer und Frauen verhaftet worden, in Bruck fast die ganze männliche Arbeiterbevölkerung. Dort trat eine Gruppe von Häftlingen in den Hungerstreik, weil sie immer noch in den improvisierten Massengefängnissen ohne Decken auf dem strohbelegten Fussboden schlafen müssen und nur zweimal täglich einen Hundefrass vorgesetzt bekommen. DaS Essen, das die Angehörigen bringen, wird nur zum Teil den Berhafteten aus- gefolgt, zum andern Teil von der Heimwehr wache verzehrt. Derzeit sind grössere Heimwehrabteilungen damit beschäftigt, in den obersteirischen Bergen Treibjagden auf flüchtige Schutzbündler zu veranstalten. In Wiener Neustadt und Umgebung wur- dflt 800 Arbeiter und Arbeiterinnen verhaftet. rich Schneidmadel, Paul Speiser,! Albert S e v e r, Anton Webe r, Karl Weigl, Rosa Iochmann und Hella Prostranrtz- k v, überdies noch gegen Dr. Otto Bauer, Dr. Jnlins Deutsch, Karl Heinz nnd Johann Schorsch, welche flüchtig sind. Tav Präsidium des StraflandeSgerichtes I. hat mit der Untersuchung de» Strafsalles den UntersnchnngSrichter Obrrlandc»grrichtsrat Dr. s B e p r e k betraut. Der UntersuchungSrickfter hat auf Antrag des Staatsanwaltes über die in Polizeihast br- fiudlichrn 16 Mitglieder des sozialdemokratischen Parteivorstandes dir Untersuchungshaft wegen Flucht- nnd Kollusionsgefahr verhängt. Davon sind 000 bereits dem Preisgericht einge- licfcrt worden. In den benachbarten Industrieorten Waltersdorf und EbreichSdorf werden die sozialdemokratischen Belegschaften entlassen und ihre Familien sogar aus den Wohnungen delogiert. Dort sind auch 18 Arbeiterinnen in Hast, welche sich bei einem dem' offenen Bürgerkrieg vorangegangrnen Zusammenstoß vor die NeberfallöantoS derPolizei gelegt hatten. Rückwärts, rückwärts Wien, 1. März. In den nächsten Tagen wird eine Notverordnung erlassen werden, durch die die Tätigkeit der ö st e r r c i ch i s ch c n.st o n s u m- vereine beschränkt werden wird. Kardinal Innitzer erhält die verdiente Abluhr! Die Frau des Genossen Münnichrei- t r r, der trotz seiner schweren Verwundung al» erstes Opfer der Henker hingerichtrt wurde, wurde dieser Tage persönlich vom Wiener Kar- dnml Innitzer besucht. Sie hat sich aber in sehr entschiedener Weise verbeten, dass man ihr erst den Mann genommen hat und ihr dann nachher noch etwas i von christlicher N ä ch st e n l i e b e rrzäh- * le» will!— Ungarische Granaten gegen die Wiener Gemeindehäuser? Wien, l. März. sEigenbericht.) Heute sind einige Berändernngen in den leitenden Posten dr» BnndrSherres bekanntgrgebrn worden. Unter anderem ist auch der General der Artillerie Gustav Geng in Pension geschickt worden, welcher der Leiter der Materialsestion de».HeereSministerinmo war. Ob das auf die vielen Blindgänger bei der Artillerirbeschirssnng der Wiener Gemeindehäuser zurückznführen ist, ist noch nicht aufgeklärt. Jkdensalls gewinnt dadurch die Version an Glaubwürdigkeit, dass die Mnuitionv- resrrveu des BnndrSherres in Wien sehr gering waren nnd zeitweise die Situation der Exekutive sehr kritisch gestalteten. Wir an» glaubwürdiger Quelle verlautet, hat in den kritischen Tagen U n g a r n m i t Artilleriemunitionan»geholfen, welche über den burgenländischen Ort H i e r m nach Oesterreich befördert wurde. Somit wären die gähnenden Einschnsslöchrr in den Wiener Gemrindebaute» das erste positive Resultat der österreichisch-ungarischen Zusammenarbeit unter italienischer Patronanz! Deutsche Propaganda Wir lassen Sie heute frei— empfehlen Sie uns draulen bestens I Oesterreich im Mittelpunkt. Wie überall so stand anch in England in den letzten Wochen Oesterreich im Mittelpunkt. Selbst die Londoner Abendblätter, die sonst nur über Sensationsprozesse, Naubiibcrsälle usw. zu berichten pflegen, widmeten ihre Schlagzeilen dem Kamps in Wien. Aber es war nicht mir Sensation. Die Engländer, die bisher DoUsnss vergöttert hatten, fühlten sich durch die furcht baren Vorgänge oufü Tiefste erschüttert. Artillc rie gegen Grossstadtwohnhäuscr. Franc» und Kinder getötet— die ganze englische Gefühlswelt wurde aufgcrührt. Dem Engländer galt Wien immer nur als die Stadt der Fröhlichkeit. Und nun dies. Dollfuss hat die Sympathien der Engländer verloren. Man nimmt ihn vielleicht noch als kleines Nebel hin. aber nicnmnd siebt in ihm noch den grossen Mann. Ter heldenhafte Kampf der Arbeiter bat bis weit in die konservativen Kreise hin Vewun- derung erregt. Selbst der durch und durch sozia- listcnfeindlichc„Daily Telegraph" hat geradezu begeisterte Berichte über die Tapferkeit nnd Ent jchlossenhcit der Arbeiter veröffentlicht, er hat sich über die Verleumdung der Führer Deutsch nnd Bauer durch Fey empört. Auch die anderen lonservatipen Blätter wie„Times",.„Observer", „Sunday Times",„Morning Post", und sogar Lord Bcaverbrookö„Daily Express" waren Vol i ler Respekt. Nur die fascistischen Rothermere ! Blätter standen ans der Seite der Dollsuss.Fen. Fast alle Blätter gaben den Heimwchrprovoka teuren einen wesentlichen Teil, wenn nicht die ganze Schuld. Alle cinpörte» sich über die Hin Irichtung eines schwerverwundcten Kämpfers, lind der— nach aussen hin private— Schritt des englischen Gesandten in Wien, der Dollfuss zur Milde ausfordcrte, wurde allgemein gebilligt. Aber, darüber darf man sich nicht täuschen, ! politische Konsegucnzen will niemand ans seinen sentimentalen Gefühlen ziehen. Ein Vorstoss eines Abgeordneten in dieser Richtung, stiess aus entschiedensten Widerspruch. Ja, säst möchte man annchmcn, dass manche Engländer die furchtbaren Ereignisse in einem Winkel ihres Herzens begrüßen, weil ihnen nun ein Borwand gegeben ist, nicht nur Dollfuss fallen zu lassen, sondern sich aus der ganzen österreichischen Assärc zu- rückzuziehen. Die Dreinlachte-Erklärilng zugunsten der Unabhängigkeit Oesterreichs ist daher auch auf Englands Veranlassung recht nichts sagend ausgefallen; und Simons Erklärungen im Unterhaus haben sie noch mehr verwässert. England möchte sich aus der österreichischen Affäre zurückziehen und steckt deshalb wieder einmal den Kopf in den Sand— es will die schwerwiegenden Probleme nicht sehen, weil sie unangenehm sind und aktives Handeln fordern würden. Und daS scheut die englische Aussenpolitik wie in der Abrüstungsfrage so auch hier. Um momentane Konflikte zu vermeiden, duldet man es mit geschlossenen Augen, dass der Brandstoff ausgc- häuft wird. Ist auch Englands Freiheit in Gefahr? Die gleiche Jnaktivität in der Innenpolitik bedeutet zweifellos eine Gefährdung der demokratischen Einrichtungen. Die Taten- und Ideenlosigkeit der Regierung beunruhigt allmählich auch die Anhänger der Regierung. Die Jungkonscrvativen werden unruhig. Eine Rede- Wendung des LaiidwirtschaftsmiuisterS E l l i o t erregte wcstgehcnd Aufsehen. Er sagte in einer Rede, dass Minister, die sich nicht zu Aktivität und zum Handeln aufrasscn können, abtrclen müssen, wenn sie nicht weggcsegt werden wollen. Obwohl Elliot es leugnete, sah jeder darin eine Mahnung an die KabinettSkollcgen. Macdonald versuchte die Negierung durch einige Reden popu- lärer zu machen, aber daS misslang ihm völlig, seine Reden machten selbst im Rcgicrungslagcr einen katastrophalen Eindruck, da sie nichts als ®eHe 2 Ärttta«, 2. Tlitj 1934 Nr. 81 Heute erscheint der„Rundfunk“ Heule erscheint mm ersten Mal» van Vraa ans der„R u n v f u n k", da. einzige und iat> gezeichnete vreletarttche RadiaWachen- blatt, dessen Wiener Ausgabe durch die bluti- tigen Ereignisse in Oesterreich and die Rieder- knssvdelung der ilierreichilchen Arbeiterschaft unmöglich geworden ist. Birrtrljahrg-Adannemrnt l8 Hi, Einzelnummer KJ 1.50. Redaltian und Verwaltung: Ving XII., Hochova 82. Kaufet und leset dass Blatt, werbet für de«„Rundfunk"! Phrasen enthielten. Verschiedene Nachwahlen in sicheren konservativen Bezirken zeigten auch die Unpopularität der Regierung, die nur knapp die Mandate erhalten konnte. Mehr noch freilich bc. wiesen sie den Zusammenbruch der Liberalen, die bestenfalls ein Drittel ihrer früheren Stitn- mcnzahl behielten. Der Rest ging zu zwei Dritteln zur Labour Party, zu einein Drittel zu den konservativen. Die Inaktivität der Regierung läßt zwei- stllos eine fascistische Gefahr entstehen. Mosley nutzt die Situation aus. an Geld scheint cS ihm dabei nicht zu fehlen. Wenn die fascistische Gefahr auch nock nicht sehr akut ist. so fühlen sich doch die freiheitsliebenden Engländer bereits beunruhigt. Ta ist dieser Tage ein Aufruf für . Freiheit und Führerschaft" herauSgekommen, der sich gegen alle Tiktaturbestrebungcn wendet. J15 namhafte Männer und Frauen haben ihn unterzeichnet. darunter der Labourführcr 2 a n S b u r y, der liberale Führer S a m u c l. namhafte jungkonscrvative Führer, bedeutende Männer der Wissenschaft, Kunst, Literatur, der Erzbischof von Zjork, der zweithöchste Mann der englische» Kirche und viele andere. Dieser Ausruf war sicher gut gemeint— aber ob er wirk sain sei» wird? Er appelliert reichlich viel an die heute ja nicht sehr hoch im Kurs stehende Vernunft, er ist nüchtern und abstrakt. Den robusten FasciSmus jedenfalls muh man mit anderen Waisen bekämpfen. Fascistische Aktivität. Die Mosley-Partei niacht viel von sich reden. Da hat sic sich jüngst kugel- und flaschen- sichere Magen angcschafst, do veranstaltet sie ge- legcntlich Prügeleien— meist mit anderen fasci- nischen Gruppen. Die letzten Wochen hatte man iich etwas Neues auSgedacht. Die Landwirte liegen mit den Kirchen rind Universitäten, die ein uraltes Zehntrecht auf den Grundstücken haben, im Streit. Die Bauern wollen diesen Zehnten (Tithei nicht mehr zahlen. Deshalb kommen gelegentlich Pfändungen vor. Jetzt sollte wieder das Vieh eines Landwirts in Suffolk gefpändet werden. Aber da besetzten Mosleys Schwarz. Hemden gegen den Willen des Landwirts das Gut und bewachten die Schweine, sie zogen Grä- ben, fällten Bäume, blieben tagelang dort im Biwak— krirz sie spielten etwas Krieg. Eines Tages erschien die Polizei und lieferte 18 Schwarzhcmden im Gefängnis ein. Gegen Kaution und das Versprechen nicht wieder auf das Gut zu gehen, ließ man sie schließlich lausen, nachdcnr sie ein paar Tage gebrummt hatten. Und in der Tat. das Feld wurde geräumt. ES war nicht gerade ein Sieg, aber die Zeitungen baden über die Schwarzhcmden geschrieben— und das war wohl der Hauptzweck der Aktion. Die grohe Frage ist die: Hat der FasciSmus bereit? Wurzel geschlagen, oder ist er noch durch Lächerlichkeit zu töten. Darüber gehen die Meinungen auseinander. Lord Beaverbrooks„Daily Erpreß" versucht cS mit dem Läckerlichmachen. In einem grasten Artikel zählte er alle Hemdfor- ben auf. die die verschiedenen fascistischen Orga nisationen haben. Die Jungkonservativen dagegen haben im Unterhaus einen beifällig ausgc- nonunciieu Vorstost gegen die Privatarmeen und I die Unisomicrung überhaupt unternommen. Der Innenminister hat erwähnt, daß die Zahl der Zusammenstöste sich in letzter Zeit als Folge der Uniformierung stark erhöht habe. Die Regierung beobachte die Angelegenheit und werde, wenn es nötig fei, handeln. Wird sie eS wirklich?-Oder strikt sie auch hier den Kopf in den Sand und wartet bis cs zu spät ist? Der Löwe und daS Einhorn sind die Symbole Englands, die Regierung Macdonold ist eifrig bemüht, aus diesen Tieren einen— Vogel Straust zu machen. Sind die Preise Eine scharfe amtliche Erkl&runs Prag. 1. März. Amtlich wird gemeldet: In den letzten Tagen Ivird von einigen Seiten aus die steigende Tendenz der Lebensmittel verwiesen. Es wird pauschalierter von einer drohenden oder bereits bestehenden Verteuerung geschrieben: konkrete Ziffern tverdcn allerdings nicht angeführt: Die Panschalvehauplmtgen von einem Steigen der Preise entsprechen aber nicht der Wirklichkeit. Ihr Zweck und Ziel ist offensichtlich, die Ocffcnt- lickleit zu desorientieren und nervös zu machen. Tast cs sich um Machinationen handelt. die aus die Leichtgläubigkeit der breiten Schichten sündigen. von denen man annimnit, das; sie allgemeine falsche Behauptungen nicht kontrollieren tverdcn, üetveisen überzeugend die genauen Mark!Notierungen. Ihre Ziifern liefern den Beweis, wie die Kleinhandelspreise In der Zentra gestiegen? gegen die Gerüchtemacher Nerven der Bevölkerung in ernsten Augenblicken, die erfordern, dast sich jeder mit Ruhe und Vertrauen der Arbeit ividmen könne, aus der allein eine günstigere Zukunft der gesamten Bevöllcrung der Republik erivöchst, in gewissenloser Weise gereizt werden. Wir führen einige Kleinhandelspreise von Fleisch, Fleischprodukten und Felten in den letzten Monaten und Wochen nach den Notierungen der Zentralmarkthallc in Prag an, um ersichtlich zu machen, das; die Behauptungen von einer steigenden Tendenz der Preise dieser Lebensmittel unrichtig sind. Die PreiSschlvanknngen. die sich aus den Notierungen ergeben, find ganz normal und bewegen sich vortviegend eher in der Richtung nach u>r t e n. Imarhtholle In Prag: Warenart 1933 JMn. bla 3. Feber 1084 t—10. 11.—17. 18.—33. Nor. Den. Rindfleisch I(vorderes mit Anwage),, .*11 11 11 11 11 11 11 Rindfleisch II(vorderes mit Zuwagc).. 7 7 7 Rindfleisch I(hinteres mit Zuwage).. . Id 14 14 14 14 14 14 Rindfleisch II(hinteres mit Auwagc).. . 10.50 10.50 10.50 10.50 10.50 10.50 10.50 Kalbfleisch I(vorderes mit Zuwage).., . 9 0 8.40 8 8 8 8 Kalbfleisch I(vorderes ohne Zuwage».. • 1k» 15 14.50 14 12.50 12.50 13.50 Schweinfleisch I(vorderes mit Zuivage).- . 10 9 9 9 9 9 9 Schweinfleisch II(vorderes mit Zuwagc>. . h 7.50 7.50 7.50 7.50 7.50 7.50 Schweinfleisch l(hinteres mit Zmvage).. . 18 11.50 10.50 10.50 10.50 10.50 10.50 Schweinfleisch kl lhinlereS mir Zuwagc) . 10.40 9 9 8.50 8.50 8.50 8.50 Schweinfleisch I(vorderes ohne Znwage)- , 12 11 11 11 11 11 11 Schloeinsleisch I I(hinteres ohne Zuwage). . 14.50 18.50 18 18 18 18 18 Schöpsenfleisch l(vorderes mit Zuwage). - 11 11 11 11 11 11 11 Schöpsenfleisch I(hinteres mit Zuwagc).. . 14 13 13 13 13 18 18 Selchfleisch(vorderes, rob) i 15 15 11.75 14 14 14 14 Selchslcisch(vorderes, gekocht)..., . 2t 23 21 21 21 21. 21 Knttclflccke. H fl 6 6 6 6 6 Schinken roh . 18.50 10 18.50 17 17 17 17 Präger Salami . 18 18 17.60 16.50 10.50 10.50 10.50 Wursteln . 14.50 18 18.75 14 14 14 14 Knackwürste.. . 11.50 10.05 10.15 10 10 10.50 10.50 Kleinhandelspreise lür retlwarcn: «Der Preis versteht sich für l Kilogramm.' Faßicebutier... Landbutter Molkereibutter Pflanzenfette... Schweineschmalz(heimisches) Fett(roh)... ' Speck(geräuchert). Jänner Feber .-77. bi« 3. 4.-10. u.—17. 1S.—23. 20 10 10 10 10 16 16 16 16 16 17 17 17 17 17 12 12 12 12 12 14.50 14.50 14.50 14.50 15 11 11.25 12 12 12.50 13 18 18 18 — Die Habsburger und die tschechische Presse Die tschechische Presse bescl)ästigt sich in verschiedener Weise, je nach ihrer Partcistellung, mit der Möglichkeit der Restaurierung der Habsburger in Ungarn und Oesterreich. -„Prävo Li du" weist darauf hin, dost die Zeit für derartige Bestrebungen durch die Besiegten der einzigen wirtlichen republikanischen Partei Oesterreichs günstiger geworden sei. Die Heinnvchren Ivaren stets monarchistisch und gefährlich werden ihre Bestrebungen durch die Unterstützung Italiens. Ein Erfolg dieser Bemühungen, die Habsburger wieder in der Hofburg ein- zuschcn, wäre für Europa außerordentlich gefährlich. „Die Rückkehr der Habsburger nach Oesterreich würde die Bedrohung des heutigen Zustandes bedeuten. Es würden'damit alle Kräfte unterstützt Iverdeir, die nach einer Aendcrung der Landkarte Europas drängen. Zweifellos würde es zu Koncplikationen kommen, denn die Klcine Entente könnte diesem Versuche nicht untätig z u s e h e n. Und bei diesem Stande der Tinge zeigt sich nun in voller Geltung, was die österreichischen Sozialisten nicht nur für Oesterreich, sondern für die Tschechoslowakei bedeutet haben." In ähnlicher Weise schreiben die„Lidavc Noviny", welche nachdrücklichst seststellen, dast der Kampf um Oesterreich den Kampf um das gesamte Donaubecken bedeute und dast es sich da um das Schicksal ganz Europas handle. Die Einsetzung der Habsburger in Wien würde auch ih^e Herrschaft in Ungarn bedeuten. Ein ungarischer König aber müßte den Eid aus die Stephanskronc ablegcn und das bedeute das Streben nach einein größeren Ungarn, d. h. nach einer Revision der FricdcnSvcrträge. Diesen Stinunen gegenüber suchen die mehr nach rechts gerichteten Blätter die Habsburgergefahr zu verkleinern.„Die Habsburger Frage" — so schreibt der„V e n k o b", „ist mit Rücksicht auf ihren Hintergrund nicht nur eine österreichische Frage. ES ist Italien, welches sich entschieden gegen alle Bestrebungen nach Erneuerung der ehemaligen Monarchie stellt, denn die Erncuernug der habsburgischen Monarchie bedeuten sür Italien in gleicher Weise eine Gefahr, Ivie das um das glcichgeschaltetc Oesterreich vergröberte Deutschland." Für unmiltelbar aktuell hält dagegen der„Ven- lov" die Habsburger Gefahr nicht und meint, daß Europa dadurch überflüssigerweise beunruhigi wird. Ain sonderbarsten ist der Lcitaussatz der „L i d o v i L i st y", welche ihren Leitartikel I„Otto Bauer und die Habsburger" überschreiben. Bon den HabSvurgern ist da sehr wenig die Rede, desto schärfer wird aber gegen Bauer polemisiert und gesagt, cS sei nicht möglich, daß wegen der Mitarbeit Otto Bauers am„Prävo Lidu" die Tschechoslowakei Unannehmlichkeiten mit Oesterreich habe. Das„Prävo Lidn" und mit ihm alle übrigen sozialdemokratischen Blätter werden es sich aber herzlich wenig von den tschechischen oder > deutschen Klerikalen vorschreibcn lassen, wer in I die Blätter der sozialdemokratischen Partei I schreibt. 37 n. m. de Jong: 'ÜcmMungm Hacie tin- Xemon- in- vier CpUoden Autorisierte Uebereetaun* aus dem Holllnditthen von E. R. Fuchs. Denn die Gesellschaft, weißt du, die in heiligem Zorn über diese Bestien sitzt... die ist die eigentliche, die einzige Schuldigel Der Verbrecher. was ist er anderes als ein Mensch ohne Widerstandskraft, der durch seine Erfahrungen mit dieser beispielgebenden Gesellschaft auf Irrwege geraten ist und versucht, das zu tun, waS er ringsum auf tausend betrügerische Arten von Menschen vollbracht sicht, die geachtet werden als die Besten, die Stützpfeiler, die Großen, dencg Denkmäler errichtet werden? Macht besitzen, he? Macht auSüben. Ehrerbietung erzwingen. Herrschen. Andere vor dir gebückt und auf den Knien sehen. Ein Mensch sei», dem gehorcht wird, der verehrt, gefürchtet, respektiert wirdl Ach, dieser arme Schlucker von einem Polen!... Ein geflüchtetes Iudcnkind, das Pogrome gesehen hat und durch das Leid nicht geläutert wurde, weil er nun einmal kein großzügiger Charakter ist... Ein kleiner, selbstsüchtiger, schwächlicher Kerl voll niedrigen Hasses, voll schlechter Triebe. Aber er besaß doch etwas, wodurch ex herrschen konnte, ettvaS Weich-Musikalisches, ctwaS von einem Künstler, etwas, daS unwiderstehlich aus manche Frauenseelcn wirkte. Darin lag seine Möglichkeit zu herrschen und er hat sie ausgenützt. All sein Zorn und Schmerz und seine Erniedrigung, ass seine jämmerliche Ohnmacht, seine hoffnungslose Machtlosigkeit hat er vor sich selbst gerächt durch seine bittere, krankhafte Grankamkeit wehrlosen Frauen gegenüber... Er lockte sie an sich mit seiner eigenen scheuen Hilflosigkeit, mit seinem un glücklichen. armen Leben und dann, wenn sie wie eine Mutter über ihn gebeugt standen, schlug er Klauen und Zähne in ihr Herz und tränt ihr Blut und berauschte sich am Schmerz, den er verursachte. Vielleicht haben ihn einige verflucht, aber sie konnten nicht los von ihm. Wie ein Vampyr sog er sich an ihrem Leben fest und wenn sie sich los- reisten wollten, weinte er und bat um Verzeihung und war so klein und elend und reuevoll, daß sie ihn nicht verlassen konnten, nicht zu verlassen wagten... so ist eS mit Lieschen gewesen... Der Henker allein kann sic von diesem Vampyr befreien, und ich könnte weinen vor Freude, daß sie befreit werden wird, aber ich weine doch auch auS Wut und Entrüstung, weil die Gesellschaft sich als Rächer aufspielt! Sie hat den Kerl zu dem gemacht. WaS er ist. In all seiner abscheulichen Entartung ist er ein Geschöpf ihrer eigenen Schlechtigkeit, ihrer verbrecherischen Anbetung der Macht, und nun läßt sic ihn die Suppe auslöffeln I Er muü niit scincni mißhandelten Leben, mit seinem vcrsenck'tcn Blut büßen, was sie an ihm verbrochen hat... Wer kümmert sich nm die zukünftigen Verbrecher, von denen es in unseren Vororten wimmelt? Wer denkt daran, die Geburt vorans- bestimmter Verbrecher zu verhindern? Wer verbietet Menschen, die höchstens ein Kind großzichen können, ihrer ein Dutzend zu zeugen und mit ihrer ganzen Kaninchenzucht in Armut, Stumpfheit, läppischer, bettelhafter llntertänigkeit zu versinken und zu verfaulen? O. verdammt, verdammt, ver- damnitk Ach wollte, ich sähe cs nicht so irrsinnig hell vor mir! Ich kann cö nicht ertragen!" „Schlaf deinen Rausch aus, dann wird's wieder vorbei sein, Peter," lächelte der Priyz. „Oder trinke weiter mit mir. Du hast mir gerade in einem unseligen Augenblick aufgehärtl Du hast dich nickst durch das rührselige heulende Elend durchgetrunken. DaS ist dein Fehler. Da, laß dir nocki einschenken... LoS, Lydia, muntere unseren wackeren Kameraden etwas auf! Fast wäre er bis zur Höhe des Glücks gelangt... zieh ihn wieder I in die Höhe, Lydia!" Aber das Mädchen sah scheue» Blicks aus Peter, dessen massiger Körper vornübcrgesackl ans dem Stuhle hing. Er hatte die Hände vor das Gesicht geschlagen und verharrte regungslos, in beängstigender Niedergeschlagenheit. Der Prinz trank, lachte unbefangen und sagte: „Es ist alles unnützes Gefasel, Peter, glaube mir. Selbst wenn du betrunken bist, mußt du die Welt nüchtern sehen können. Die Welt ist ein gross ßes, widerliches Ting, glaube ich, und doch gibtS von Zeit zu Zeit etwas zu genießen und zu erleben. Doch nur für die Starken, die Großen, die Mächtigen. Natürlich sind die anderen die Opfer, wenn du sie so bezeichnen willst, aber laß sie dann rubig ihre Psoten ausstrecken und auch noch für sich seinen Brocken ergattern. Sei nicht so sentimental, Junge! Du gehörst zu jenen, die genießen können, tvcnn sic wollen. Du und ich und Lydia, diese entzückende Venus, die auch die Macht ergriff, ein göttlich schöner Leib, den sie genützt hat, tvie sickis gehört: niemand soll seine Chancen versäumen oder seine Talente ungenützt lassen! DaS bedeutet Schuld im eigentlichen Sinn des Wortes, sichst du, wenn man seine Talente ungenützt läßt und seine Chancen versäumt." VI. Die Worte des Prinzen, sein übermütiges, fröhliches Lachen echote» nach in PcterS gesenktem Kopf. Sie brannten sich in sein Gehirn ein gleich sprühenden Funken und daS Wort Schuld kam wieder und wieder und hakte sich fest und wollte nicht mehr tvcichen. Er hörte nochmals die Stimme des öffentlichen Anklägers, der ein scharfes und strenges Plädoyer über Lieschens liederliches und schuldbeladenes Leben gehalten hatte. Eine gepflegte, gut geschulte, untadelig artikulierte. Stimme war eS gewesen und sie hatte gebebt in der heiligen Entrüstung eines unbestechlichen, hochstehenden, makellos sittlich lebenden Menschen gegenüber einer Gefallenen und Verbrecherin. Wieder hörte er die Stimme des alten Richters, der spater da» Urteil verkündete, eine schwache, zitternde Altmänner« stinune, ans der väterliche Teilnahme und viel Betrübnis über die Schlechtigkeit einer so jungen Frau klmrg, die so schüchtern und nicht im geringsten schuldbeladen schien und doch schon von Grund aus verdorben war, so tief gesunken und bis zum Scheitel besudelt mit dem stinkigen Schlamm der Sünde!... Schuldig. Schuldig. Sie tvar schuldig stt vielerlei Punkten: sie hatte ein schlechtes Leben geführt, den ehrlichen Namen ihres BaterS geschändet... sie hatte Unzucht getrieben, war mitschuldig am Mord, mindestens durch Borschubleistung und Hehlerei— sie hatte den Mörder und seinen Raub versteckt... aber schuldig war sie und sic mußte die» büßen mit drei Jahren abgeriegelter Einsamkeit, mit der Schmack des Gefängnisses. Zuchthaus... für eine junge Frau... nach all dem, was Lieschen schon erlitten hatte. Schuldig? Schuldig? Peter hob langsam den Kopf. Schmerz hatte sein ganzes Antlitz entstellt. Er war beängstigend blaß und wirr hing das dunkle Haar in feuchten Kringeln über seine weihe Stirn. „Lieschen ist schuldig, sagte der Richter", begann er monoton,„aber ich frage mich, wo Richter und öffentlicher Ankläger waren, als mein Vater seine Töchter prügelte und beschimpfte, weil sic den Kunden seiner Schenke nicht freundlich genug cntgcgenkamen. Ich frage mich, wo sie waren, als Lieschen davonlief und bei einer ruhigen Familie in Dienst trat. Wo waren sie, als Vater sic durch die Polizei zurückholen ließ, weil sie>wch minderjährig war und das Gesetz ihn: das Recht gab, nach Gutdünken über sie zu schalten und zu walten. (Fortsetzung folgt.) Wf. m Freitag, 2. Mir» 1WI Lette S Oesteiveicks Arbeiter ssmmeln sick in cler Rlezslitst Der Internationale Frauentag naftt! Genossinnen, denkt daran! Zwei Kanonenchristen der I die Rüstungen Deutschlands, inS» halbmilitärischen Organisationen Die französische Regierung ist nur eine allmähliche A b- vurek die Haft k&rperllch und seelisch entkräftet Popow leidet an allgemeiner starker Unterernährung und Erschöpfung deS Nervensystems mit Anzeichen von Blutarmut und eines schweren Magen- und DarmkatarrhS. Er bedarf strenger ärztlicherBehandlungin einem Dana- toriuni. Tancw leidet an allgemeiner starker Erschöpfung und Urberreizung deS Nervensystem», an beschleunigter Herztätigkeit— 12V PnlSschlägc in der Minnte— sowie an Glirdcrzittern, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit bei allgemeinem Verlust der Arbeitsfähigkeit. Sein Zustand erfordert eine sehr langwierige Krankenbehandlung. Die Unterredung betraf auch das ö st e r r e i ch i s ch e Problem. Eden habe mitgeteilt, daß er in seinen Unterredungen mit Mussolini den Eindruck gewonnen habe, daß Mussolini entschieden zur Verwirklichung einer wirtschaftlichen Besserung in den mitteleuropäischen Staaten gelangen Ivolle. Bon französischer Seite wurde dir mit dem Standpunkt der Kleinen Entente übereinstimmende Meinung ausgesprochen, das; sich die Groß- Mächte td. h. Italien! D. Red.) mit ihren Inter- essen nicht in de» Plan der wirtschaftlichen Erneuerung Mitteleuropas einmischen sollten, daß sie vielmehr nur dahin wirken sollten, daß sich die mitteleuropäischen Staaten selbst u n t e r r i n- ander verständigen. bild zeigt die freche Kratze des jungen Starhcinverg neben dem„würdigen" Herrn Millas. Der erste ist ein verantwortungsloses Bürschchen, den das mit dein fascistischcn Putsch verbundene gute Geschäft von seinen drückenden Schulden befreit; in dem Bestrebe», sich zn sanieren, ist ihm jede Schurkerei reckt. Der zweite ist Bundespräsident, tatholisck und Baier von dreizehn Kindern. Er hat nickt nur nicktö zum Schuhe der Verfassung getan, sondern auf deren Verteidiger und ihre Frauen und Kinder mit Kanonen schienen lassen und das gen Roosevelt will die Zölle senken Washington, 1. März.(Reuter.) Präsident Roosevelt und die Führer der demokratischen Partei sind übrrringekommen, den Kongreß in nächster Zeit aufznfordrrn» er möge dem Präsidenten die Ermächtigung zum Abschluß von Zollabkommen mit andere» Staaten auf Grundlage der Gegenseitigkeit gewähren. Rach diesem Plane soll der Präsident ermächtigt werden, dieZoll» sähebiö aufsiO Prozent zu senken, und dies aus eine Dauer von drei Jahren; er wird jedoch nicht ermächtigt sein, eine Erweiterung oder Einschränkung deS Verzeichnisse» jener Waren vorzunrhmen, die auSßrrhalb der Zolltarife stehen. Moskau, 1. März. Heute früh untersuchten I die Professoren Burmin, Rossijstij und Mctallikow den Gesundheitszustand der drei Bulgaren Dimitrow, Popow und Tancw. Ihre Konsultation hatte folgendes Ergebnis: Dimitrow leidet an allgemeiner starker Erschöpfung deS Nervensystems, an einer Uebcrmü- dung und Schwächung der Herztätigkeit mit An- zcichen von Herzcrwritenutg: er leidet ferner an starken MnSkel- und Gliederschmerzen rheumatischen Charakters sowie an einein Katarrh der oberen Atmnngsorgane. Sein Znstand erfordert eine langwierige und strenge Heilbr- h a n dl u n g. war bei allem Hal; gegen die Arbeiter Mann von Format. Seine Nacksahren die sic loben, sind aber nur ganz kleine stochen! Die Archive des Gesangvereins, des Rad- fahrervercines und überhaupt aller Vereine, die dort ihren Sih hatten, wurden zerrissen und zerfetzt, alle Fahnen und Standarten besudelt, zerfetzt, zerbrochen. Als die Heimatwchr in Fünfhaus(Arbeiterviertel) eingednmgen war, wurde ebenso vaudalisch gehaust und sogar Diebstähle verübt..." Au» Tirol wird un» geschrieben: Die Heimatlvehr hat schon lvochenlang vor dem Sieg in Innsbruck Gegner unmenschlich verprügelt, ihnen A u toäl in grösseren Mengen(l!) mit brutalster Gewalt eingeslösst. ilud jetzt ist sie ständig auf der Suche nack„politischen Verbrechern". Erwischt man den Sohn nicht, verprügelt man den alten Vater— findet man den Baler nicht, verbleut man grausmn den blutjungen Sohn! Wer darüber spricht, wird— genau so wie im nahen Hitler-Bayern— wegen„Verbreitung von Grcnelnachrichten" äusserst strenge bestraft. Zum Protest gegen die lliichristlichkeiten und Unmenschlichkeiten der Heimatlvchrtschekisten haben Leute der verschiedensten Partcirichtnngen vom Dorfe Hötting(bei Innsbruck) aus die hohe Nordkctte nächtlich erstiegen und unter unsäglichen Mühen in etwa zweitausend Meter Höhe unweit des Frau-Hitt-Felsens der Heimwehr einen Possen gespielt. Heiinattvehrler hatten nänrlich in vielstündiger Arbeit tags vorher in den herrlichen Winterschnee ein riesengrosses Heil H. W.! gezeichnet. Die nächtlichen Bergkraxler machten aus den Riesenbuchstaben ein Pfui H. W.l Diese Arbeit in Nacht, Schnee und Eis Ivar keine Klci- nigleit. Eine solche Blanmge lvährcnd der„Sie- gcö"tage hätte sich wohl keiner der Tschekisten träumen lassen. Die H. W.-Tscheka mackste ihrem Nanicn alle „Ehre". Sic holte sich den Betriebsleiter der Nordkettenbahn(Hafelaker- Bahn) Ingenieur dann die für den Bruch der Verfassung und Blutbad Verantwortlichen mit AnSzeichnnn- und Belobungen versehen. MillaS und Starhcmbcrg— sic werde» in Geschichte eingchcn als blutbefleckte Fascisten. Kein Gebet und leine Beichte kann sic wieder rcin- > raschen.- Die drei Bulgaren ins Krankenhaus Spende» Tas Personal für die österreichischen Sammlung veranstaltet, die 1180.80 KC ergab. Tie Arbeiter und Angestellten des Konsumvereins hatten beschlossen, fünf Prozent ihres Monatsloh- ncs an den Qesterrcick-Fonds abznführcn. Das schöne Beispiel verdient Nachahmung. „Närodni Listy" abermals konfisziert Tie gestrige Ausgabe der„Närodni Listy" verfiel abermals, und zwar wegen eines Berichts über die Preisbewegung in der Tschechoslowakei der Konfiskation. Die Hilfsbereitschaft für die Wiener Opfer Die ungeheuere Protestbewegung in der ganze» Welt gegen die Regierung Dollfuss-Fey gewinnt stets lveiterc Kreise. Ebenso stark wie der Protest gegen Dollsuss ist auch die Hilfsbereitschaft der Arbeiter und der aufrechten Demokraten in allen Ländern für die Opfer der Wiener Feber- schlackst. Die englischen Gewerlsckiaften und die Arbeiterpartei haben bereits mehrere tausend Pfund dem österreichischen Hilfskomitee überwiesen. Außer diesen Beträgen hat die Exekutive der Gc- tvcrkschast der im Handel beschäftigten Arbeiter 1000 Pfund gespendet, die Gewerkschaft der Eisen- bahiibeamten 600 Pfund, zahlreiche andere Gc- werkschasten haben Spenden in der gleichen Höbe bereits beschlossen. Unter den vielen tausend Beiträgen. die in London eingehcn, sind auck solche, die von Nichtsozialisten stammen. Grosse Beträge sind gleichfalls in Schivedcn, Dänemark, Norwegen, Frankreich. Holland, der Tscheckosloivakei. Bereinigten Staaten, Polen und in Spanien gesammelt worden. Selbst aus Deutschland sind achtbare Summen cingcgangen. Kabinettskrise In Spanien Weisungen des Papstes an die Katholische Partei Ata d r i d, 1. März. Der spanische Ministerpräsident Lerroux bat am Donnerstag mittag dem 2tant»vräsidentrn den Grsamtriick- tritt de» Kabinetts überreicht, da der Präsident den Rücktritt de» Finanzministero und des Fn- nenniinisterö abgelehnt hatte. Diese beiden Minister, die deni linken Flügel der Radikalen angehören, hatte» ihre Demission angekündigt, da sie mit dem Beschluß dcö radikalen KlnbS, mit den Rechtsparteien zufammenznarbeiten, nicht zustimmtrn. Präsident Zamora hat die Beratungen mit den einzelnen Politikern ausgenonunen. Alan glaubt, daß L e r r o u x wieder beauftragt werden wird; er dürfte ein Kabinett mit Rechtsradikalen, katalanischer Liga und Agrariern zn bilden versuchen. Ob die Katholische BolkSaktion für die Regierung eintreten wird, erschient fraglich, da ihr Führer Gil Nobles noch kein unbedingtes Bekenntnis zur republikanischen Staatsform abgelegt hat, was den Staatspräsidenten veranlassen könnte, auf seine Mitwirkung zu verzichten. Andererseits aber hat am Mittwoch der Papst die spanische» Katholiken aufgefordert, !vorbrhaltloödieNepublika»zuer- kennen mid ihre Kräfte zn vereinigen, da sie auf diese Weise in Spnnirn für die Kirche und ihren Prinzipien eine größere Bedeutung zu erzwingen in der Lage sein würden. Vielleicht wird also der Führer der VolkS- aktion noch in letzter Stunde dem Willen des Vatikans entsprechend handeln. für Oesterreichs Arbritrrhcldrn. des Konsumvereins Teichstatt bat Freiheitskämpfer eine Hoher preußischer Geistlicher eingesperrt Magdeburg, 1. März.(DRB.) Aus Beranlaffnng des Landrats des Kreises Jerichow ist der S n p e r i n t e» d e» t I o r d a n aus Gommern(Bezirk Magdeburg) festgcnommen und in daS Polizeigefängnis Burg bei Magdeburg eingesperrt worden. Jordan hat verschiedentlich, zuletzt noch anr Heldengedrnktag, von der Kanzel auS die Regierung und daS Dritte | Reich„verächtlich gemacht". T h u r n c r aus der Dienstwohnung heraus und befahl dem Wehrlosen, sick zu entkleiden! Und dann verprügelten die Tschekisten den vermeintlichen Arrangeur viehisch... Weil die Heimatwchrler auS Wildschönan in Würgt und Umgebung den sozialdemokratischen Landtagoabgeordneten A st l nicht fanden, schlugen sic all e. die ihrer Meinung nack den Aufenthalt deS„AusrührersührcrS" wissen' konnten. Man könnte noch viele solcher llngchcucrlichlciten hier berichten. Ja, wird der Leser meinen, so geht'S in Tirol zu,>vo von jeher heißer Bürgerkriegsboden, das Territorium des H. W.-Führers Stcidle, war. Im übrigen Oesterreich lvirds nickst so schlimm sein. Dieser Einlvand ist— leider — falsch. Tic Hcimatwehr haust überall, wo sic in der Ucbermacht ist, grauenhaft brutal. Als einziges Beispiel sei da nur daS Städtchen Mödling bei Wien genannt. Den Blättern der dortigen Presse nach gab eS an den„Siegest»gen" keine besonderen Unruhen, keine grösseren Reibereien. In Wirklichkeit ist hier Ivie fast überall— die H. W. in echt fascistischer Weise vorgegangen. Ein keiner politischen Partei angehörendcr alter Mann sckreibt in seinem Briefe an bürgerliche Verwandte wörtlich: „Die Heimatwehr drang auch in» Arbeiterheim ein, delogierte die Bewohner und wütete wie asiatische Horden. Die Gläser wurden mit den Gewehren von der Schankbudel gestreift und zerschlagen, ebenso alle Flaschen. InS Klavier wurde mit Bajonetten ge- Du sollst nicht lügen I In den Ilcrilaten„Lidovc Lisch" verösfentlickst ein gewisser Herr Dolcjal einen Leitartikel, in dem neben anderen hanelstickenen Behauptungen über die österreichische Sozialdemokratie auck folgende Luge steht: „Und nock ein grosser- Verbrechen der öfter reichiickcn Sozialdemokratie: der Mord an dem Kanzler Seipel. Die Kugel gegen Seipel sckoss zwar der schivachsinnige Marder Javnrek. aber den Revolver hatte ihm die beispiellose Hetzkampagne der Sozialisten gegen den großen Kanzler und Retter Oesterreichs in die Hand gedriicki .... Kanzler Seipel hat übrigens einigemale den Sozialisten den Eintritt in die Regicnmg direkt angcbotcy. aber es waren gerade Leutc wie Bauer und Deutsch, die ablehnten..." Tic Behauptung, daß die Sozialdcmolraiie schuld sei an dem Attentat gegen Seipel, hat nickt einmal die glcichgesckaltete Preise der österreichischen Fascisten ausznstetlen gewagt. Ter Kanzler ohne Milde, der seinen Lebenszweck in der Vernichtung der österreichischen Sozialdemokratie erblickte, war weil davon entfernt, die Seziakdcmo- kratcn an der Regierung Iciluehmen zu lassen. Aber er doch ein und die, Lügner. Wien, 1. März.(Eigenbericht.) Der Kampfgeist der österreichischen Arbeiter ist ungebrochen. Das Lnssrrt sich nicht nur in Unterredungen mit den nichtverhafteten Mannern und den Frauen, sondern auch in der rasch nach der Parteiauflösnng begonnenen illegalen Arbeit. In allen Arbeiterbczirken Wiens hingen in den letzten Tagen Flngzettel, die mit der Feststellung schloffen, dass die österreichischen Arbeiter zwar besiegt, aber nicht über- wnuden sind.„Mit Waffen hat man uns geschlagen. Die Idee ist nicht besiegt. Wir leben, wir arbeiten, wir werden siegen!" Diese Botschaft der Partei hat in allen Arbeiterbezirken begeisterte Zustimmung geweckt. Die Regierung befindet sich in mehr als einer Hinficht in einer peinlichen Situation. Sic sieht sich, trotz allen heuchlerischen Bemühungen um die Arbeiter, einer geschlossenen Ablehnung gegenüber. Die Spekulation, dass es gelingen werde, die Arbeiter von ihrer Partei und ihren Führern zn trennen, ist fehlgeschlagen. Der Versuch, die Arbeiterpresse zu tarnen, indem man in den gestohlenen Zeitungen Opposition spielte, schlug auch in Tirol und Vorarlberg fehl: der Genosse L i n d e r, der in der Fnnsbrnckcr„Volkszeitung" einen Anfrnf zur Beruhigung der Gemüter veröffentlicht hatte, ist in die Emigration gegangen und leitet von der Schweiz anö die illegale Arbeit. Tirol unter der Knute Paris läßt sich nicht drängen Erst sorgfältige Ueberprüfung der Vorschläge Edens Paris, 1. März, lieber die Unterredung des englischen Ministers Eden mit dem französischen Ministerpräsidenten und dem Anssenminister wird folgende amtliche Berlant- bnrnng veröffentlicht: Grosssicgelbckuahrer Eden ist, von Rom zurnckkvmmend, heute morgens in Paris eingetroffen und vom Ministerpräsidenten Donmergue und Aussenminister B a r t h o n empfangen worden, die er über seine Besprechungen in Berlin und Rom in Kenntnis setzte. Im Verlause dieser Unterrednng wurden die grundsätzlichen Richtlinien der britischen Denkschrift geprüft. Ministerpräsident Doumergue und Anssenminister Bartho« habe» Eden angekündigt, dasssiedirsrPrn fn ngen fortsetzen und ihn in nächster Zeit von den, Schlussfolgcrnnge» unterrichten werden, die die französische Regierung treffen wird. Bon französischer Seite wurde heute darauf verwiesen, daß webender englische noch der italie nische Plan licsondcrc seine berücksichtigen. überzeugt, daß r ii st u n g, welche von GarantienderSi» chrrheit und einer internationale» Kontrolle begleitet ist, eine klare Situation schaffen kann. Außenminister Bartha« hat zwar das soge nannte italienisch» englische Minimalabkommen nicht a priori abgelehnt, aber erklärt, die fran zösische Regierung werde sich die Sache g u t überlegen und auf dem üblichen diplomati sche» Wege ihre Antwort bekannt geben. Konkurrenz für Loch Neß oder ein verlrlihter Aprilscherz? Paris, 1; März. DaS schottische Ungetüm von Loch Neß hat seit gestern in Frankreich einen Kontnrrrntcn. Auf dem Strand bei L-uerqueville bei Cherbourg wurde vom Meer der Kadaver eines Rirsenungehcuers an den Strand gespült, das von Kopf bis zum Schwanz acht Bieter mißt und anderthalb Meter Durchmesser hat. Ein Teil deS Rumpfes sowie der Kopf fehlen bereits, andere Teile sind aber vollständig erhalten und mit schwarzen Haare» bedeckt. Der Tod deü Ungeheuers erfolgte offenbar erst vor kurzer Zeit, da auS einigen Adern noch Blut fließt. Photographen und Fachleute haben sich nach Ouerqurville begeben. Gerte 4 Freitag, 2. MSrz 1934 Nr. 8k I laScsiiciiWeNen Si 108-1. Josef G zu in m ä b i n c in® t e i q e n begriffen ist. ist auch>~ t.»2 heute di« Möglichkeit uick't ausgeschlossen. dass die^5 A"g-stelII->, für«eber air-gc, eilten Mana,.. Eisstauung, die gestern nachmittag und abends' str-ck«» arten und die-chulerlcgümial.oncn der Km- Modkany überschritt und neuerdings in dem! Aiigcslclltcn gelten b, Sc l ns ch l ic ss ll ch dcS bergen. nisse über hcrunuvandernde Personen, die sich in den lebten Monaten in lrankcnhäuSlichcr Pflege besandcn, überprüfen und die DezirkSbchörden verständigen. falls sie bei dieser Revision Daten feststellen. Ivelche zur Verfolgung des Ursprunges und der Verbreitung der Ansteckung beitragen könnten. — In der Tschechoslowakei zeigten sich vereinzelte Fälle von Flecktyphus nur in zwei Bezirken von Karvaihoruhland. ein«kramst Organisation das Vorhaii- Gerichtskommission im Nelson-Schacht Von Sicherungen gegen Flecktyphus Aus Liboch tvurde, Ivie das Landesamt in Prag miiteilt, am 10. Feber in das Mclnikcr Krankenhaus ein Landstreicher eingcliefert. bei dem der Verdacht von Flecktyphus gegeben ist. Mit diesem Kranken sind mehrere Wanderer und Arbeitsuchende oder Bettler zusammcngekommen, die mit ihm das Nachtlager teilten. Dort hat auch die Gefährtin SchulzcnS, Barbara HokejSi, eine ähnliche leichte Erkrankung durchgemacht. Der eigentliche Urheber der Ansteckung(die Läuse, und zwar ausschließlich Kleiderläuse übertragen), ist bisher nicht bekannt. Es ist daher notwendig, daß die Inhaber von Nachtherbergen dem Gcsundheitsstand der Ouartiersuchenden größte Aufmerksamkeit widmen, zu Kranken oder Krankheitsvcrdächtigcn durch Vermittlung der Gemeindeämter dcS staatlichen Bezirksarztes zu rufen. Die Gemeindeämter werden angehalten, die Aufsicht über solche Personen zu verschärfen und deren Einlieferung ins Krankenhaus zu veranlassen, falls ihr Gesundheitszustand dies erforderlich macht, bzw. die Desinfektion der Herbergen nach den Anweisungen der Amtsärzte durchzuführen. Die Bevölkerung wird im eige-en Interesse aufgcfordert, bei allen Fieber- Erkrankungen ärztliche Hilfe an« zurusen. Die Krankenhäuser mögen ihre Verzcich- Er wollte Daladier ermorden! Pariö, 1. März. Die Polizei verhaftete gestern abends in der Wohnung de» ehemaligen Ministers drS Innern Daladier einen 15» jährigen Studenten, bei welchem rin Dolch gefunden wurde. Einige Studenten, welche ihren Kameraden bis zur Wohnung begleitet hatten, find geflüchtet. Der Student erklärte nach feiner Vorführung zum Kommissariat, dah er den gewesenen Minister ermorden und „auf diese Weise die Opfer de» 9. Feber rächen wollte". ES hat aber den Anschein, das, r» sich um eine Jtiidrntrnwctte handelt. infolge dcS TauwcticrS die A d l e r und die mittlere Oder mit ihren Zuflüssen a n g c s ch w o l- l e n, doch hält sich das Hochwasser in dcni bei Eisschmelze üblichen A u S m a ij. Gerüchte um den Selbstmord eines Vergor- beiter». AuSKladno wird gemeldet: In der Badeanstalt der Prago-Grube in Dubi erhängte sich gestern früh der O b e r st e i g e r C e r n h. Die Ursachen seines Selbstmorde» sind unbelanm. — Der Kamerad Cernys, der die traurige Nachricht der Gattin zu überbringen hatte, erklärte zuerst, Cerny sei das Opfer eine» llnsalles gc- toordcn. Dies gab Anlass zu dem Gerücht von einer Grubenkatasirophc im Kladnocr Revier, da» sich auch in Prag verbreitete. Weder im Kladnoer noch im Schlauer Revier ist eö jedoch zu einem Grubenunfall gekommen. Brrlängerung der Gültigkeit der Strecken- und Schüler-Monatskarten. Die den staatlichen und öffcni- Jm Eis ver'unfen Vöhm. Vndwei», 1. Mär-,. Heute vormitiags überschritten die zugesrorenc Malisch im Stadtinner» von BudweiS zwei Schüler der Bürgerschule. Plötzlich brach die Eisdecke ein und beide stürzten ins Wasser. Während der eine, Miroslav Bäclavik. noch rechtzeitig gerettet Iverden konnte, verschwand der andere unter dem Eis. Trotz der mehrstündigen Arbeiten der Feuerwehr lind Polizei gelang es nicht, den 13jährigen Schüler Josef Smide! zu bergen. Vom Rundfunk Empsehlenowerte» an» den Programmen; Freitag Prag, Sender L. 8.18: Gymnastik. 10.05: Deutsche Nachrichten, 11: Smetanakonzert. s 18.25: Deutsche Sendung: Dr. E. Rychnow- i sly: Smetana, der Former eines Weltbildes. 18.15: Arbritersendung: Aktuelle zehn Minuten, 10: Deutsche Presse. 20: Einführung zum Orchesterkonzert der tschechischen Philharmonie.— Sender S. 15.10: Deutsche Sendung: Stunde für die Frau. 15.25: Dr. MaraS: Aus dem tschechischen Kulturleben.— Brünn: 16: Orchesterkonz-rt, 18.25: Sportberichte.— Pressburg. 12.20: Schallplatten. , 17.05: Smetana-Konzert.— Kascha». 12.80: Or- I chesterkonzert. 7. Mä r z. Staatliche und jene öffentliche Angestellten, bei denen die Gehaltszahlung, nachweisbar analog den StaatsangesteNten geregelt tvurde, können sich in Hinkunft Fahrkarten beider Arten auch a in Tage der Gehaltsauszahlung beschaffen, falls sie sich mit einer diesbezüglichen Bestä- t i g u n g auSweiscu. Die an diesem Tage auSgege- benen Karten werden bis zum Tage der Gehaltsauszahlung im nächsten Monate gelten. Die Schüler- Monatskarten für Juni gelten nur b i-- Ende Juni, doch werden sie den Kindern staatlicher und öffentlicher Angestellten auch im September bis zum AuszcchlungStennin anerlannt, falls der Karteneigner den Besuch der Schule»achwcist. Die nach diesen Richtlinien der Eiscnbahnverwaltnng ausgegebenen Karten werden entsprechend bezeichnet sein. Rettung der Fischer. Wie aus A st r a ch a n gemeldet wird, sind 7 9 Fischer, die sich mit Pferden auf einer losgelösten Eisscholle befanden, tvohlbehalten ans Ufer gelangt. Aus Baku wurden zwei starke Rettungsdampfer entsandt, um die übrigen gefährdeten Fischer von den Eisschollen zu' ausnahm und später die Leiche Eyclsons und Bordmechanikers Verland nach Nome(Alaska) brachte und ferner der bekannte Polarforscher U s ch a k o w zwecks Sicherung der Hilfsaktion entsandt. Sic lverden an dem Fluge, dessen Zweck die A b t r a n S p o r t i e ru n g derschiff- brüchigen Besatzung vom EiSlager auf das Festland über Alaska ist, teilnehmen. Auf die Frage der Korrespondenten erklärte Kuibyschew, die Lage der Schiffbrüchigen könne nicht als gefahrlos betrachtet Iverden. Sie seien jeden Augenblick von neuen Gefahren bedroht. Den neuesten Meldungen zufolge tvurde die Mannschaft in den letzten 24 Stunden um dreiviertel Seemeilen südöstlich abgetrieben. Ausserdem befinden sich unter der„Tscheljustin"-Besatzung auch Frauen und Kinder und etwa e i n D u tz c n d körperlich s ch w a ch e r P e r s o n e n, die die schtvierigen Bedingungen nicht mehr länger aushalten könnten. Doch sind alle Schiffbrüchigen guter Stimmung. Kuibyschew schloss seüie Schilderung mit dem Hinweis, dass die Rettung, obwohl sie sich äusserst schtvierig gestalten wird, doch schliesslich vollbracht werden wird, Den Verlauf der Rettungsaktion verfolge die gesamte Sowjetunion und er, Kuibyschew, sei überzeugt, dass mich die Blicke der Völ- ! ker der übrigen Länder mit Aufmerksamkeit und ,' Beunruhigung auf denjenigen Punkt des Polar- 'bctTVm Jahre 1929 die Suche nach dem amcrika- meeres gerichtet sind, wo sowjetrussische Polarnischen Flieger Eyelson, der spurlos verschwand, Helden mutig kämpfen. Moskau, 1. März. Der Vorsitzende der Rc- gierungökoinmission zur Hilfeleistung fiir die „Tscheljustin"-Besatzung, Ku i b y s ck) e w, emp- ing heute einige Auslandsvertreter der Presse, denen ec ausführlich die schweren Bedingungen der Studienfahrt des Eisbrechers„Tscheljuskin" darlegte, die mit dem Untergang des Polarschiffes endete. Zu den Regierungsmatznahmen zwecks Rettung der Schiffbrüchigen erklärte er, dass auf dem Cap Wallen bereits drei Flugzeuge sind, die nur auf günstiges Flugwetter tvartcn. Heute ist aus Wladitvostok der Dampfer„S m o- lens t" mit sieben Flugzeugen und Ersatzteilen sowie mit den notwendigen Brennstoffvorräten und Flugzcugleitern auSgcfahren. Der Pilot Wodopianow begibt sich ztveckS Teilnahme an dem RettungSlvcrk über Chabarowsk, Ochotsk und Anadyr zum Cap Wallen mit einem vom Winter- tvetter unabhängigen Spezialflugzeug. An dem Rettungswerk werden bis zu 15 Flugzeuge teilnehmen. Die meteorologischen Berichte sprechen jedoch vorderhand von keiner Wette r b e s s e r u n g, die Temperatur ist gesunken und der Wind hat sich verstärkt, so dass die FI u g- a u s s i ch t e n für die nächsten Tage u n g ü n- st i g sind. Sofort nach dem Einlaufen der ersten Nachrichten über den Untergang des Eisbrechers wurden der bekannte Sowjetpolarflieger Lewanewski, der 1983 dem verunglückten amerikanischen Flieger Mattern half, sowie S l i p n o w. Die in der EntsetzttGes GranatenLIngMü Warschau, t. März. Dieser Tage fand ein Dorfbewohner in der Räbe von Pruschkow bei Warschau in einem Gruben eine Granate, dir er mit nach Hause nahm. Er versuchte nun, das Geschoss auseinander zu nehmen. Dabei explodierte es und tötete den Finder, sowie vier Sin der. Neun Kinder wurden schwer v e r l e tzt. Die Kinder hatten zugrsrhrn. Zu der heutigen Einfahrt der Gerichtskommission in den Nelson-Schacht wird gemeldet: Schon bei den ersten Schritten in der Strecke konnten die Spuren der durch die Explosion vcr- ursachienBerlvüstungcn scstgcstellt werden. An bei»' den Seiten der Strecke lagen Trümmer von Brettern und Blöcken, zentnerschwere Mancrblöcke, die von den durch die Explosion zerstörten Wettcr- inren stammten und viele Meter weit geschleuderte Wände und durch den Druck hcrabgcstiirztc Mengen von Kohle. Die zum Teil auSgcmaucrien Strcckcnwände sind mit einer schwarzen Masse bedeckt. Die Zimmerungen sind zum Teil ganz zerstört und teilweise in der Richtung der Explosion geneigt. Je tiefer man in die Strecke kommt, desto augenfälliger werden die Zeichen der Zerstörung. Zahlreiche bis fünf Zentimeter starke Kabelleitungen sind zerrissen, die Rohrleitungen der Pumpen» und Wasserleitungen geborsten, schwere eiserne Rohre von mehr als 20 Zentimeter Durchmesser und starken Wandungen sind zersetzt, Kohlenhunte sind auS den Geleisen an die Wand und durch die Strecke geschleudert worden und liegen nun zerbrochen und zersplittert umher. Die schweren Pumpen und Motore sotvie die Maschincnmcssinstrumcnte sind zerstört. Die Verlvüstungen sind nicht in allen Strecken gleich gross. Die Kommission nahm Proben von Staubbelag mit, liess Teile von Maschinen abmon- nercn und drang, immer ihre Erhebungen sort- setzend, bis zu den Mauerabsperrungen der einzelnen Strecken vor. llm halb 1 Uhr mittags waren die Erhebungen der Gerichtstonmzissivn in der Grube beendet und die Komission begab sich wieder nach Obertag. Am Nachmittag wurden die Ergebnisse der Einfahrt zu Protokoll gebracht. In der nächsten Woche dürfte der in der zweiten Etappe der Wicdcrer- ofnungsarbeitcn zu gewinnende Teil der Grube geöffnet werden. Lonfil«»Auf«ahme kn 6770 m Höhe, BnrnoS-AirrS, 1. März.(Reuter.) Die Expedition p o l n i s ch e r A l p i n i st e n, die ihr Hauptquartier in der Stadt Mendoze aufschlug, unternahm den nngelvöhnlich schwierigen Aufstieg auf die Jungfranenspitze dcS Andengebirges„die M e r c e d a l i o" zu unternehmen. Die atmoshärischen Bedingungen lvaren hiebei ausser- getvöhnlich ungünstig. Die Expedition erreichte die Spitze und machte auf dem Wege eine ganze Reihe von hervorragenden Tonfilmaufnahmcn. Die Mercedla-Spihe ist 6700 Meter hoch. Nack 53tägigem Aufenthalte im Ramade-1 gebirge lehrte die Expedition wiederum zu ihrer Basis in Mendoza zurück, wo sie sich nunmehr für A m e n c a r o, vorbereitet. Soeben erschienen: „Die bunte Woche" Die„Bunte Woche" bringt: Ein Goldbergwerk verloren! Von I. Lee Lobe l e S. Der Mann mit dem Millionenscheck. Von F. I. Walchthaler. Tabakregie aus zerfetzten Plachen. Von Alexander Stern. Hurtig verfasst eine Festrede. Von Jaroslav Haöek, Der Song vom billigen Frühling. Von Pierre. Die. Diebinnen. Von James S t c p h e n 6._ Hallohl Hall oh!— Hier spricht Paris Von Johannes E r ck. Eine Frau stellt den Film auf den Kopf. Fritz Rosenfeld. Die Auferstehung der Tl.re. Von K a l m c r. „Das Gesicht wahren". Von A. I. S to rfer. Garantierte Jungfrauen werden Mütter. Bon E. A l d t. 25 Meter höher als der Mont Blanc. Von Tr. Jacinto Miranda Ruinones. Man nennt es Gerechtigkeit... Von Anaiole France. Fuad el Livuani erklärt Frankreich den Krieg. Von Nicolas A d j o n r i. Ein Rekord an Gedächtnisschwund. Von Archibald M a c f a r l a n e. Die Trommeln der Mitchimi. Von Ernest G. r o s v e n o r. Ein technischer Fehler. Von O. H e n r y. Einige Worte über Amerika. Von Don A m i n d o. Die Brüder, der Schimpansen. Von Geoffrey C o p p i n S. Vogelhänselanstreicher nnd Kirchturinspihenver- golder. Von Frank N h y l S. Der Mann, der sich die schönsten Diamanten der Welt ausborgt. Von U r a n h o st. Die schöne runde Zahl. Bon Dr. G. K u l m. Machen Sie sich hübsch!— Eine Seite für die Jungen—r Wohin gehört das Bild? Ein Prcisau>- schreiben für aufmerksame Leser— Am schwarz-wei- ssen Brett. In dieser Nummer der„Bunten Woche" beginnt der neue Kriminalroman: Inspektor Gilling.(Von Alexander Keller.) »•••••••••••••••• Die Schiffbrüchigen der»Tscheljuskin" Zn ständiger Gefahr— Besorgnis um Frauen und Kinder den Aufstieg auf den Andenriesen, den I Flussabschnitt unterhalb Zlichov Halt macht, sich > in Bewegung setzt. Von den übrigen Flüssen sind Vrüx, l. März.(Tsch. P. D.) Die GcrichtS- kommission ist heute um 10 llhr vormittags auf dem Nelson-Schacht in Ossck beim Wasserschacht cingefahrcn. Sie setzte sich folgendermassen zusammen: Untersuchungsrichter, Gerichtsrat Doktor Mali)(KreisgcrickU in Brürl, die beiden Gerichtssachverständigen Rektor Jng. Tr. Parma und Ministerialrat Jng. H e v e r o ch, als Vertreter der Staatsanwaltschaft Tr. K o r d ä l, als Vertreter des Revierbergamtes Bergrat Dr. B o l c j n t k, ferner die Verteidiger, von der Brü- xer Bergbaugesellschait Generaldirektor Jng. L ö ck e r, die Oberberginspektorcn Jng. K u p k a und Jng. V o k ä f, sowie der Betriebsleiter des Nelson-Schachtes Jng. Bartos, weiter Jng. Hauser und drei Mitglieder des Betriebsrates. Tic Kommission befuhr alle bisher gewältig» tcn Teile um den Massersäxicht, die beiden Pumpkammern und die dazwischen liegende Strecke, bc- sichtigte alle neuerrichteten Dämme und die Wirkungen der Katastrophe. Die Befahrung war um halb zwei Uhr beendet und um halb drei llhr wurde mit der Protokollierung der Befahrung begonnen, die nm 4 Uhr nachmittags noch nicht beendet war. i I Die erste Bernbardin-r-Exneditkon in die Hohe Lairn Der Klub der tschechoslowakischen Touristen führt in diesen Tagen seinen Beschluss durch, mehrere Tatra-Objckic, insbesondere die an de» Expe- ditionSsicllcn der Hohen Tatra gelegenen, mit dressierten Bernhardiner- Hunden fiir R et- tun g s- nnd S a m a r i t e r d i c n st c z» versehen. Mit der Uebersührnng der Hunde ins Tatragebict wird im Laufe der nächsten Woche begonnen werden. Vorläufig werden folgende Objekte Bernhardiner-Hunde haben: Hotel Kamzik, Terry-Hütte, Strbske Pleso, Rysy, und Dumbier in der Niederen Tatra. Dir»richtige Linie". Auf dem Parteitag GGGOGGGGGOOOOOGOG der Russischen Kommunistischen Partei hat Sta>: lin in seinem Referat an einer Stelle sehr treff. lich den kommunistischen Diskutanten charakteri siert. Dir zitieren den Teil aus Stalins Rede nach einem Moskauer Bericht: „Jm Vorjahr unterhielt ich mich mit einem solchen Genossen, mit einem sehr ehrbaren Ge nossen, aber unverbesserlichen Schwätzer, der im stande ist, jede beliebige lebendige Sache mit sei nem Geschwätz zu ersticken. Hier mein Gespräch mit ihm: Ich: Wie steht eö bei Euch mit der AuS- \ saat? Er: Mit der Aussaat, Genosse Stalin? Wir haben uns mobilisiert.(Gelächter.) Ich: Nun, und was weiter? Er: Wir haben die Frage sehr scharf ge- stellt.(Gelächter.) Ich: Nun, und weiter? Er: Wir haben schon einen llnischwung, Genosse Slalin, cs wird bald ein Umschwung cintreten.(Gelächter.) Ich: Nichtsdestoweniger aber? Er: Bei uns machen sic schon Fortschriite. (Gelächter.) Ich: Nun, aber wie steht es trotzdem bei Euch mit der Aussaat? Er: Bei der Aussaat kommt bei uns einst weilen nichts raus, Genosse Stalin.(Allgemei nes Gelächter.) Hier habt Ihr einen Schwätzer, wie er leibt und lebt. Sic haben sich mobilisiert, haben die Frage scharf gestellt, bei ihnen gibt eS einen | Umschwung, gibt eS Veränderungen, aber die 'Sache rührt sich nicht vom Fleck. Ganz genau so,, wie vor kurzem scher Arbeiter den Zustand einer § charakterisierte, als man ihn über i dcnscin einer Linie in dieser Organisation be- ! fragte:„Nun, eine Linie.... eine Linie gibt I cs natürlich, aber von einer Arbeit ist nichts zu | sehen." i Warnung. ES treiben sich in der Tschechoslo wakei Leute herum, die sich als-österreichi sche sozialdemokratische Emi granten ausgeben und unbefugt Sanmilungen durchführen. Diese Schwindler tragen zum Teil sogar Armschleifen mit dem Ausdruck: ! Ocsterrcichische sozialdemokratische Emigranten iRalouskY sozdcm. Emigrante). Da die üsterrei- l chischen sozialdemokratischen Emigranten durch die Hilfsbereitschaft der Arbeiterschaft in der CSR. gemeinsam nntcrgebracht und verpflegt sind und niemand beauftragt wurde, irgendwelche Samm- I langen in Häusern oder Lokalen durchzuführen, | wird gebeten, solche Schwindler dingfest machen. Das FrühltngShochwaffer in Böhmen. Hydrographische Abteilung des Landcsamies Prag meldet am 1. März: Das Hochwasser S ä z a v a. die an: 8. Feber mit einem stellen weisen Eisgang verbunden war, hält sich auch heute am 1. März, 12 llhr, auf der Höhe des alljährlichen Frühjahrshoch- Wassers bei dem Stande von Plus 114 Zcu- limetcr in Porici. Auch von der Ze liv la wird teilweise Eisgang gemeldet. Die Moldau in Prag erreichte heute am 1. März nm 12 Uhr am Pegel bei den Altstädter Mühlen einen Stand von | Plus 77 Zentimeter. Da auch die obere Moldau «r. M Freitag, 2. März 1034 Seite 5 Eine Kaiserpuppe wird gekrönt „Zwiesprache mit den Ahnen"— vor der To»fil»nkamrra. Heinking sMaiidschnkno), 1. März. Donnerstag vormittag erfolgte die feierliche Thronbesteigung Pujis, der unter.dem Namen K a n g Toh Kaiser von Mandschukno geworden ist. Kurz vor acht lihr Ortszeit führte ein Kraft- wagen, der mit dem aus goldenen Orchideen gebildeten Wappenzcicken geschmückt war, den tuns-1 tigcn Kaiser nach dem HimmclStempel,>vo die i religiöse Zeremonie abgchalten wurde. Die Zeremonie, die nach dem Ritus- der Cholo-Dhuasties dnrchgefiihrt Ivurdc, dauerte nur etwa eine Vier- telswnde. Ungefähr 200 der höchsten Beamten von Mandschukuo standen am Fustc deS Altars. Der Kaiser stieg zum Altar hinauf und warf sich zu Boden, nm mit den Geistern seiner Ahnen Zwiesprache zu fuhren. Er brachte dem Himmel eine Anzahl von Opfern dar, darunter einen meisten Stier, die die Priester töteten, während der Kaiser betete. Vor dem Monarchen lag eine rotlackicrte Tafel, ans der der Name seines frühesten Ahnherrn ausgezeichnet war. Acht Beamte überreichten dem Kaiser die Opscrgabe, Weihrauch, ein Amulett auS Jade, eine Nolle heimischen Tuche» und einen Kelch mit ReiSwein. Jede dieser Gaben streckte der Kaiser zum Himmel empor. Dann toandtc er sich nach Lüden und entzündete daö Heilige Feuer, dessen Rauch seine Gebete zum Himmel empört rügen. Nach der Opferung empfing der Kaiser sein Amissicgcl, worauf ein Salut von 101 Schuft ertönte. In sonderbarem Gegensatz zu dem uralten Zeremoniell stand eS, dast von einzelnen Szene»» T o n s i l m a n f n a h m e n gemacht wurden, dast Flugzeuge in der Luft lreisten und dast ein Bericht über die Feier durch Rundfunk verbreitet wurde. Für die KrönungSseierlichteite» Hai die Regierung üyi Millionen Dollars bewilligt. Weil es der Liebhaber so wollte? Vor kurzem ivnrde von der Gendarmerie in B r a n d a u Fran V. aus Kleinhahn verhört. Sie ivar fchwon- ger. Ala man sie eine Zeit darauf fragte, wo jetzt daS Kind fei, entgegnete sie, sie tväre gar nicht in midcren Umständen gewesen. Die ärztliche lln- tersuchung ergab jedoch, dast die Fran vor etwa einer Woche entbunden hatte. Tas Kind tvurdc dann, eingcivickelt in ein Tnch. am Boden unter einer Diele versteckt gesunden. Es wird miigeteilt, dast sic daS Kind getötet Haven soll, da die Schulkinder Schreie gehört haben ivollen. Jedenfalls gestand die Fran, das Kind vergraben zu haben, weil ihr Liebster erklärt habe, sie müsse das Kind wcgschaffen, sonst werde er sie nicht heiraten. Beide wurden verhaftet und dein Brüxer Kreis- gcricht übcrsteül. Schachmeister Flohr spielte aus seiner Rückreise von Karpathvrustland in D o l» i K nb i n I 27 Partien simultan, von denen er 26 gewann und eine rcmisierte. Insgesamt absolvierte Flohr; aus seiner Tournee durch die Ostslotvalei und! Karpathoruhland 264 Partien, von denen er 227 g e Iv a n n, 22 rcmisierte und 18 verlor. Ende März oder anfangs April unternimmt Flohr eine Tournee nach Jugoslawien. Tie italienischen Grohstädte. Einem Bericht deS statistischen Zentralamtes in Rom zufolge hatte am 1. Jänner d. I. die Stadt Rom 1,062.865, Mailand 1,030.51)8, Neapel 866.068, Genua 626.408, Floren» 325.387 und Triest 427.780 Einwohner. Prag, l. Marz. Bor dem Strafsenat deü OGR. I i n d r i ch siandcn heute zwei nationalsozialistische deutsche Hochschüler aus Ne u- O b e r b e r g unter der Anklage wegen vorbereiteter Anschläge gegen die Republik nach Paragraph 2 de» SchntzgesetzeS. Beide Angeklagten sind 27 Jahre alt und Deutschpolen, die aber an der hiesigen lkniversität immatrikuliert sind, und zwar Bruno G a l n s ch k a an der medizinischen, der andere, ein gewisser Otto Gebauer an der rechts- nnd slaatSwissenschaft- iichen Fakultät. Beide waren seit niedreren Jabre» Mitglieder der ehemaligen nationalsozialistischen Partei. Die Mährikch-Osirauer Polizeidirektion stellte im Zuge einer grösteren Untersuchung fest, das; Galuschka und Gebauer enge Beziehungen mit I reichsdeutschen Nazikreiseu nnterbiclten. Insbesondere wurden Perbindungen mit einer wichtigen TA- Zrntrale im rcichSdentschcn(Orenzort A n n a b e r g feslgcsteUt, lvo ein gewisser R a a b i tz als Bezirks« kommandant fungierte. Mil diesem Funkiiouär, wie auch n>it einem Unterführer namens Fischer stau den die beiden Angeklagten in besonders lebhaften Beziehungen. Bei der Hausdurchsuchung fiel der Polizei eine Menge belastendes Materiales in die Hand und die beiden legten nach ihrer Verhaftung auf der Prager Polizeidirektion, die dann die weiteren Erhebungen führte, ziemlich lveitgchende Geständnisse ab. Zwischen den reichSdeutschen und den hiesigen Nazi müssen ungeineiu enge Verbindungen bestanden haben. So schickte man». B. Redner auS dein Reich in unser deutsche» Grenzgebiet und hiesige Nazi» hielten tvieder im Dritten Reich politische Vorträge, über deren Inhalt und Niveau nichts weiter gesagt zu werden braucht. Auch der Angeklagte Galuschka bat solche Gastspiele jenseits der Grenze gegeben und must eine nicht unbedeutende I Rolle in diesem innigen Verkehr mit den Gejin«! nungügenossen im Hitlerland gespielt haben. Die» I lässt sich»um mindesten daraus schliesten, das;' man ihn für„würdig" erachtete, eine politische Rede ans einer Grammophon» »latte zu sprechen, die zu Propagandazwccken jenseits der Grenzpiähle. I bestimmt war.| Rettung auS Seenot. Der polnische Dampfer „Cieszhn" fuhr gestern abends während eine» Sturmes gegen eine FclSgritppe auf, die einige Kiloincter vom Helsingforser Hafen entfernt ist. Finnische RcttungSdompfer eilten sofort zu Hilfe uud retteten 5 0 Pa s s a g i e r^ des polnischen Dampfers nach vierstündigen eifrigen Bemühuu- gen. Der Dampfer„Cieszyn" ist änsterst stark beschädigt und cs ragt blost ein Viertel von ihm auS den; Wasser empor. Die vorgefundene Korrespondenz belastet di« Angeklagten beträchtlich. Selbstverständlich tverden die Briese stets mit„Heil Hitler!" geschlossen, überhaupt spielt„unser Führer Hitler" eine groste Rohe in den beschlagnahmten Schriftstücken. Ertväh- nenSwcrt ist, dast der AngeNagte Galuschka sich mitsamt seinem Bnider im„Schmuck" der SA- Montur photographieren liest. Natürlich hat diese Sache auch ihre materiellen Hintergründe. Galuschka erklärte, inan habe ihm«inen Prattikantenposten in Ratibor in Aussicht gesteht und Gebauer versprach sich dtirch die Vermittlung des Bezirksführers Raabiv eine AnsteNung bei der deutschen Industrie, oder sonst«in geeignetes Tätigkeitsgebiet. Im wesentlichen sind beide Angeklagte g e st ä n d i g, insbesondere geben sie zu, mit bedeutenden Funktionären der Hitler- leute in Verbindung gestanden zu sein nnd auch ge- ivujst zu haben, mit wem sie cs zu tun hatten. Aber freilich leugneten sie anfs eifrigste bei der Verhandlung irgend ei ne staatsfeindliche Absicht nnd selb st irgendeine Illoyalität. Galuschka verwies auf seine jugendliche romantische Denkungdart, die ihm die Hitlerbeivegung sehr sympathisch erscheinen lassen. Der Grust„Heil Hitler!" sei nicht als politische Dokumentation anzusehen, sonder;; eher als „gesellschaftliche Formel." Gebauer wiederum, der in einer Rede in Annaberg für die Errichtung deS Dritten Reiches, daS alte Deutschen umfassen solle, geeifert hatte, erklärte auf die Frage deS Vorsitzenden, er habe damals einfach ein ihm zugestecktes Konzept vorgelesen, die Rede stamme gar nicht von ihm und der berfänglich« Inhalt sei ihm nicht bekannt gewesen. Als der Vorsitzende wissen tvolltr, Ivie sich die Angeklagten das kompleiteDritie R e i rt> eigentlich gedacht hätten, antworteten dis Angeklagten mit der orakelhaft undeutlichen ErNä« rung, e» bedeute den„moralischen, kulturellen und wirtschaftlichen Infam- menschlnst aller Deutschen", aber von den p o l i r i f d| c n K onsequenze» dieser Be- stcebnngen wollten die Angeklagten absolut nichts gcwustt haben, lkcberhaupt seien iie politisch nicht geschult. Auf eine Frage politischer Ratnr anl- Glgantlschcs Ehrenmal für Edison Das Modell des grojiortigen Ehrenmals, siir dessen Errichtung Ztvei Millionen Dollar veranschlagt sind.—- Oven links: Der Amerikaner Thomas A. Edison, der Vater der Elektrizitätüindu« strie, zu denen Ehrung das Denkmal aus dem sogenannten Adlerselsen üvcr dem H n d s o n»Tal im Staate New Jersey errichtet tverden soll. Der 120 Meter hohe Obelisk wird von zwei Händen gekrönt, die einen des nachts weithin keuchtendcii Globus halten. Am Fitste des Obe- lislcn wird eine bronzene Kolossal st a I» e des Erfinders stehen. wartete Gebauer, er kenne, sich in der Politik nicht aus und fuchic sich mit dem'tzassus „DaS weih ich nicht, da müsste mau Hilter fragen" nicht sonderlich glücklich ans der Affäre, zu ziebrn. Unter den beantragten Zeugen befand sich auch der ehenialige AI>g. I u n g, desieu Einvernahme do» Gericht jedoch abtchnle, wie auch eine Reihe»veiierer BeweiSanträg« der Perteidigung.!roh der angeblichen Ahuuugslosigkcil zogen die Angeklagten dost» Dinge der hoben Politik in die Debatte, so z. B. den deutsch-polnischen Nidnaugrissspak», der zn allerlei Erknrseu führte, die die mvraliiMe Position der Angeklagten stützen und ihre Korrektheit uud Loyalität gegenüber der Tschechoslowakei ins rechte Licht setzen sollten. Da» Urteil erkaiuue beide Angeklagte,« schuldig und verurteilte sie zn je. einem Jahr schweren Kerkers, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte nnd einer Geldbnste von ie. 1000 Ke, im Falle der Richteinbringtichkeit zn weiteren s i e b e n T a g e. n A r r e. st. rb. Der geheime Verkehr unserer Nazi mit dem Dritte« Reich Politische Redner wisse» nichts von Politik Wiener Reife W i e n, Ende Februar. Grenzstation! Alles ist ruhig und geht seinen gewohnten Trott,„Pastreoision, bitte!" und nach einer Weile„Gcpücksrevision. bitteI" Es ist, wie wenn nichts geschehen lväre in dieseil Tagen. Die Sonne scheint über ein Land, daö einer traurigen i und ungewissen Zukunft entgegengeht und toaö> schlimmer, uns alle mit seinem verfluchten Schicksal belastet, wie schon einmal in der Geschichte. Und da komnli sie ja auch schon, die verstaubte Ge-| schichte: gravitätisch stolziert aus dem Bahnsteig i irgendeine Mumie aus dem k. u. k. Panoptikum, I mit der altösterrcichischen vicrielmetcrhohen Amts-| lappe und einem schäbig vergoldeten Säbel. Wie üch der Träger mit dem Kailser Franz-Josesbart iin Abteil nicderlästt und den Mantel aliszicht, sieht man an seiner Hcldcnbrust drei Blechorden,| ..Platschen", wie die Wiener sagen, baumeln. Stolz blickt er um sich und zieht an seiner„Betschina", aber niemand beachtet ihn. höchstens trifft ihn hie nnd da ein halb belustigter, halb verächtlicher Blick. Ka»uu eine Srunde fährt der Zug von der Grenze bis Wien. Vor der Stadlauer Donau« »rücke erblickt man schon die ersten Häuser, die daö Interesse der wenig zahlreichen Passagiere auf sich lenken. Aber hier sind keine Spuren der vergangenen blutigen Kämpfe zu sehen. Man hat auch rasch genug den Fahnenschmuck von den auf so brutale Weise„eroberten" Gebäuden entfernt und nur hie und da sieht man aus einem Gemcindebau irgend einen traurigen, verwaschenen Fetzen, den der Wind oder auch andere Mächte bis zur Unkenut« tichleit verknäult haben. Der Bahnhof ist still, saft tralirig, und die Eisenbahner gehen etwas beklommen umher, wie wenn sie daS schleckte Gelvisscn plagte. Schon in der Hallo überfalleir uns Riesenplakate der Bundesregierung: alle Ocsterreicher soll» zu ihr stehen und ihr gegen die marxistischen Verbrecher helfen, Bundespräsident Millas dankt der Regierung und der Exekutive für ihren Heldenmllt, der sogar vor KindeSmord nicht zurückschreckte, damit die österreichische Gesandtschaft nicht dementieren must: steht nicht auf de« Plakaten), ein weiteres Plakat sordert die Ablieferung von Kriegswaffen und verspricht jedem Verräter nicht nur Pardon, sondern auch den klingenden Judaslohn. Die Leute gehen achtlos daran vorbei. Die Litfastsäulcn zeigen schon ein anderes\ Bild. Neben spärlich vertretenen Plakaten der Regierung und neben ganz seltenen, wahrscheinlich! überlebenSgrosten Bildern des kleinen Dolljust, die i »um Eintritt in die Vaterländische Front aufsor- dern, sieht man hauptsächlich allenthalben die gri'mweihcn Plakate mit den Bildern Feyö und i Starhembergs. Plakatwände, Telephonzcllen, ja, ielvft Avorlwändc tragen den Ruhm dieser verbrc- chcrischeu Massenmörder, die sich den„bodenständigen Oesterreichcrn" älö die wahren Retter vor dem marxistisch-bolschewistischen Terror präsentieren und, da ja bekanntlich bei den Fascisten Gemeinnutz vor Eigennutz geht, auch ihre Belohnung j fordern. Auf einem Plakat hat man guädigsl neben dem Fey und dem Starhemberg auch noch einem slahlhelinbewchrtcn Wehrmann Platz gelassen und ein holpriger Vers verkündet, dast eS Oesterreich diesen drei danke, wenn eS wieder frei sei. Antiquiert wirken vorläufig noch die Plakate, welche die Regierung anscheinend vor den blutigen Vorfälle»! noch gegen die Nazi anschlagen liest: da ist ein Nazibandit mit einer richtigen Mördervisage der mit einen; rauchenden Revolver herumfuchtclt und ein rotweisteS Band trennt ihn von einem ! lilicnhast unschuldigen braven Oesterreicher. Auch I da hat man die Dichtkunst bemüht, uni zur Seele ! des Volkes zu sprechen und lvir lesen den schönen Vers: „Volk Oesterreichs, zieht den Trennungs strich, Du schützt dein Land, dein Heim und dich!" Inzwischen haben die braven vaterländi- I fdieit Oesterreicher bewiesen, dast sie die Taktik des Massenmordes sogar noch besser zu beherrschen verstehen, wie die schon cingearbeiteten Nazi. Auf denl stolzen Wiener Rathaus, gegen das sich die Ivütendsten Angriffe aller Feinde der Arbeiterklasse richteten und daS sie trotz all ihres GcgcifcrS nie auf legalem Wege zu erobern imstande gewesen Ivären, weht nun der grünlveistc und der varterländischc Fetzen. Verschämt drücken sich ein paar Hcimwebrmänner herum; inan sieht, tvie sie sich vor manchen nicht eben liebevollen Blicken der Vorübergehenden geradezil ducken. Wie sehr die Würger der österreichischen Freiheit daS Gewissen drückt, sicht man an ihrer Angst, die sie sogar vor den Toten haben. DaS prächtige Denkmal der Republik, das die von dem kurz zuvor gestorbenen Prof. Hanak prachtvoll modellieren Köpfe Viktor Adler», Reumanns und Hannschs trug, wurde zunächst mit den Bildern der drei Masseninörder geschändet. Doch hätte »vohl schon die schlichte Existenz dieser Granitsäulen die Vorübergehenden allzu sehr zum Rach- denlen anrcizen können und so hat man sich denn entschlossen, das Denkmal überhaupt abzutragcn. Ein paar Neugierige stehen herum nnd sehen den Steinmetzen bei ihrer Arbeit zu. Hoch zu Roh bewacht ein ausgefrcssener„Berittener" mit Stahlhelm und Karavincr den Fortgang des Acr- nichtungstverles. Später erzählte man mir. dast sich gerade hier der llnwillen dcö Volkes öfters in sehr deutlicher Weise geäustert habe. So stand da irgendeine vaterländische Vettel mit der nationalen Kokarde am Gebüse und betrachtete wohlgefällig das Werk der„Erneuerer" Oesterreichs, die »vahrjchcinlich seine Totengräber»verden dürsten. Drei junge Burschen gehen vorbei, pftanzen sich vor der Dämlichkeit auf und sagen in gar nicht leisem Tone:„Du alte H...« gibst die Kokard'n ova, suust druck ma di and Wand!" Keiner der vielen llmstchenden ergreift Partei für die so in die Enge getriebene Patriotin, bis sie die Kokarde wirklich herunternimint und sich eilends in die Büsche schlägt. Wer sind da die Sieger, wer die Besiegten? Vor dem Kacl-Marx-Hof ssaucn sich die Masse»» und betrachten die gottgefälligen Werke der Kärtätschenchristen. Hilflos stehen ein paar Heimwehrposten da, aber niemand nimmt Notiz von ihnen. Ungeniert werden die Urteile gefällt. Einer zeigt auf die gegenüberliegenden Hä»»ge der Hohen Warte und meint dann:„No, eine besondere Heldentat war eS gerade nicht, da oben die Kanonen aufzuplahen und dann in die Wohnhäuser hineiuzuschiesten." Die Umstehenden nicken dazu... Ein Vater geht mit seinem etwa 12jäh- rigen Knaben durch die Höfe und zeigt»hin an den riesigen Einschustöffnungen, wie dünn die Betonmauern sind:„Da kannst Du sehen, wie dumm daö Gerede ist, als ob man hier Festungen gebaut hätteI" Vor einer Eingangötür in einem der an» meisten»nitgenommenen Höfe bezeichnen zwei schwarze Kreuze die Stelle», wo zwei Heimwehr- eindringlichc gafallen sind.(Mit den Stellen, tvo die armen unschuldigen Frauen»»nd.Kinder von den christlichen Granaten>»nd Maschinengewehren erschlagen wurden, ist man weniger pietätvoll umgangen.) Ein nobel gefleideter Bourgeois besichtigt mit seiner holden Gattin ebenfalls den Kampfplatz und sieht sich zwecks Publikum zu spontaner Einpörnng veranlastt...Und Leute, die solches verschuldet haben, sollen da»rn auch noch I milde Richter finden." schnarrt er. Die Fran Ge mahlin selnndicrt:„Ja, und der Bauer uud der Deutsch, die»verden sick» auch mit dem notigen Reisegeld versehen haben!" Ein Arbeiter sollt ein I lind stör» die Idylle:„No. san'ü froh, dast sic i cahncr Götd no l»av'n, es kann n no anderscht ivern!" Drei Psassen inspizieren das Liebeüwerk der christlichen Arbeiterinörder nnd betrachten voll j Interesse die zahllosen Einskvuftössnungen an der ! riesigen Front des Wohnblocks. Ztvei Arbeiter stellen sich vor sie hin,»nuster»» sie schor» und sogen: „Ja, liebe Deine Nächsten!" Die Pfaffen streben I eilends von hinnen. Volkes Stimme, Gottes Stimme. Ein Gan»; dnrdt die Strosten der Wiener Vororte lehrt, dast die Wiener Arbeiter ihre hcldcnmiuige Kampses- sriinmung nicht verloren hoben. Dos änstert sich in vielen Einzelheiten, ouS denen i.i schliesslich doS Leven besteht und die erst ein Gesamtbild von der wahren Sianmung geben. Die Regierung veranstaltet eine Ansspeisungsaktion für die Arbeitslosen und gibt ihnen täglich ein Gillosch. Besondere Deputationen der.Vaterländischen" gehen diese fürsorgliche Mastnahme in die Arbeiterwohnungen verkünden. Aber oft genug iilüsscn sic erfahren, dost die hungernden Arbeiter von ihren Mördern auch nicht die geringste Gnade entgegcnnehmcn tvollen. Ein seit Jahren arbeitsloser und notleidender Sozialdemokrat weist die Herren ergrimmt aus seiner Wohnung:„I schein Euch auf eure vaterländische Supp'»»" und do ihn der Rcgierungsogeut zu beruhigen sucht, und ihm rät, er solle sich doch überleget», die»nündlichc Aeustcrung nclnne er nicht zur Kenntnis, do rciszt der Arbeitslose, dem der Hunger in den Därmen Ivühlt. ein Stück Papier heraus und schreibt seine Weigerung mit genau denselben Worten nieder,»ersieh! dos Doku- »nent mit seinem Namen und seiner Adresse und überreicht es dein verdutzte»» Söldling. Die Regierung hat sich„zur Milde" entschlossen und führt nun auch Sammlungen für die Hinterbliebenen der von ihrer Soldateska ermordeten Arbeiter durch. Aber die Arbeiter werfen die Spendcsan»»»'- ler aus ihren Wohnungen heraus, denn längst schon hat der„vernichtete" Schutzbund seine eigenen Sominlungen eingeleitet und durckgeführt, längst schon sorgt proletarische Solidarität für die notleidenden Klassenbrüder und Schwestern, längst schon gehen wieder sozialdemokratische Flugblätter von Hand zu Hand. Denn Wien bleibt rot! I. B. „Sozialdemokrat' Prager Zcltunü Aus Not... .Ein Man» tritt an die Trafik und verlangt für iKC»•-«,?. rrt”• Er jrtblf mit einem io«jiroi»«i»2tüer Aufmachung die Nachricht, dast ein deutscher Einigraut, mit Namen Hugo Weitz, Heiratsschwindel verübt und eine junge Prager Verkäuferin um ihre ganzen Ersparnisse— insgesamt 20.000 Kc— gebracht habe. Wie die Erinitilnngeir der Prager Polizeidireklion ergaben, handelt eS sich bei Weitz nm einen l a n g g e s u ch t e. n Hochstapler, der k e. i n d e u t s ch e r E m i g r a n t ist, sondern aus der Ukraine stammt und nienials in Deutschland tvar. Jrregeführt Gestern erschien die Angestellte einer Prager Trafik, Frau Marie M r i z, auf der Polizeidirektion und meldete, dast ihr l O.üOO XC von einem Dieb aus der Handtasche gestohlen worden seien. Das Benehmen der Frml erschien den Beamten jedoch verdächtig, sie begann«» sie ins Verhör zu nehmen. DaS Ergebnis war, dast Frau KkiZ gestand, man habe ihr daS Geld gar nickst gestohlen. DaS Ganze sei nur eine Ecsinduug von ihr, um zu verschleiern, dast sie selbst unrichtige Buchungen in der Trafik vorgenom- nien bade, nachdem verschiedene Mankos in der Kassa festgestellt Ivorden Ivaren. Da sie daraufhin eilte Kündigung befürchtete, dachte sie sich die Sache mit dein gestohlenen Geld einfach aus. Heiratsschwindler mit einer Hand Frau I. lernte durch ein Inserat i>» der Zei- tnng den angebliche» Lokomotivführer beim Prag- Znaimer Schnellzug, den SNjährigen Rudolf Hoff, mann aus Prag II, kennen. Er gefiel ihr sehr gut, und da Hoffmann Frau I. bald ein HeiratSverspre- chen gab, vertraute sie ihm ihre gesmnten Ersparnisse in Hohe von 20.000 XL an. Mit diesem Geld sollte der Lokomotivführer ein Grundstück kaufen, auf dem nian sich später ein Häuschen errichten wollte. Frau I. glaubte ihrem Bräutigain alles, waö er sagte. Auch, dass er die linke Hand verbrüht habe, datz er deswegen behandelt werde und sie stets, mif Anordnung des Arztes, in der Tasche tragen müsse. Die Frau fand akleS, was er sagte, in schönster Ordnung, um so niehr, alS Hoffmann ihr auch Quittungen »OOOOOOOGOOGOOGOOt Deutsche sozialdemokratische rrauenorganlsation Prag Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Partethei«, Näredni tkida 4 lneben Närodni divadl») kl'«««»'- und Mädchen-Abend Genossin Emma Riedel spricht über das Thema „Die tschechoslowakisch« Wirtschaft und die Arbeiterklasse." »OOOOOOOOOOOOOOOO« und Aklenbelcge über das erworbene Grundstück brachte. Sie tvar jedoch nickt wenig crstaut, als sie gestern erfuhr, das; man Hoffmann und mit ihm seinen Freund, den 8öjährig«» Rudolf A u L e k aus Prag VII. Zagreber Gasse 50, verhaftet halte, da in ihnen langgesuchte Heiratsschwindler und Hochstapler entdeckt worden waren. Hoffmann ist schon niedrere Male wegen Heiratsschwindels vorbestraft. BuLek war stets sein Komplice, der ihm zur Fälschung von Belegen Stempel in einer Neinen Druckerei anfertigen lirtz. Jetzt stellte sich auch heraus, datz Hoffmann gar keine schlimme Hand hat, sondern datz ihn» überhaupt die linke Hand fehlt. Bei seiner Verhaftung besäst er von den 20.000 XL nur noch 4000 XL. Alles andere hatte er bereits durchgedracht. Vertreter der Stadt Prag beim Minifterpräsi- denten. Vorgestern sprach beim Ministerpräsidenten unter Führung des Primator-Stellvertreters Genossen Kellner eine Deputation der Prager Gemeinde vor, welche dem Ministerpräsidenten ein Memorandum überreichte, ii» den» die Regiening auf- gefordert wird, alle Mittel gegen die unberechtigte Verteuerung der Waren zu ergreifen. Der Vorsitzende der Regierung erklärte entschieden, es sei kei»» Gnind für eine Steigerung der Presse der Lebensbedürfnisse vorhanden und die Regiening werde allen derartigen Versuchet»«ntge- gen treten. Auf der Strahr irrsinnig geworden. Gestern nachniitiag siel in der Rationalstratze eine Frau auf, die. laut sang u»»d dabei eilte Puppe hoch vor sich hertrug. Die etwa 42jährige wurde von einen» Polizeibeamten festgenommen und auf die Wache gebracht. Dort stellte man fest, dast es sich u»n eine! Geistesgestörte handelt. Die Frau tviirde zur Beobachtung in die Psychiatrische Klinik überführt. Schiller verschwanden. Der Schüler Franz T r e j t n a r aus Bokovic, der die 8. BolkSsthul« klasse besucht, wird seit den» 27. Feber vermitzt. Franz Trejtnar ist 1,81 Meter bock, schmächtig von Gestalt, die Haare schwarz, Augen braun. Er trug als er von z»» Hause fortging,«inen HubertuSman- tel, dunkelblaue Radiomütze, braune Halbschuhe und schwarzen Anzug. Unter dem Arni batte er eine Aktentasche mit Büchern. Wer den Knaben irgendwo gesehen hat, wird gebeten, die Polizeidirektion zu benachrichtigen. Selbstmord im Herold-Park. Ein Polizeibeamter hörte gestern früh, als er in der Nähe des Hcrold-ParkS inVröovice Dienst tat, einen Schlitz fallen. Er ging dem Geräusch»»ach und fand nn Park, am Boden liegend,«inen schwerverletzten Mann ans. Es handelte, sich, wie später ermittelt toitrde, um den Fleischergebilfe»» C. Ch. aus VrSo- vice. Der Verletzte, dessen Zustand sehr ernst ist wurde in? Allgemeine Krankenhaus anf die Klinik des Professors Schlosser gebracht. DaS Motiv des Selbstmordes ist»»»bekannt. Schlange Im Nationalmuseum. Einen besonderen Fund machte gestern der Direktor des Prager NationalmusenniS Dr. StLpan«k. In einer Flasche entdeckte, er plötzlich eine Keine Schlang«, etwa 10 Zentimeter lang, mit kaum wahrnehniba- rem, winzigem Gebitz. Wie die Untersuchung des Dr. I i r s i k später ergab, handelt eS sich um ein besonders seltenes Exemplar einer Blindschleichenart. von der allein daS Londoner Naturwijsenschast- liche M»»se»»m— übrigens das grösste der Welt— zwei Stücke besitzt. Der Wert des sonderbaren Fundes wird auf einige tmisend Kronen geschätzt. Kunst und wissen MiwMc Man kann zwar nicht behaupten, datz daS Prager TschechischeNationaltheater eine Premirrenbühne wäre, aber immerhin erfüllt es seine Aufgabe den eigenen neuen Bühnendichtern und Musikdramatikern gegenüber, indem e« ab und zu neue Werke herausbringt. Dieser Tage brachte eS «ine neue Oper von Karl H ä b a, dem Bnider deö bekannten tschechischen Vierteltonmusik-ApostelS Alois Häba, zur Uraufführung: ,L ä n o S i k".— Alle Räuber-Opern der Opernliteratur fallen einem ein, ii» denen berühmte Rä»»ber als mehr oder weniger idealisierte Helden gefeiert werden, wenn man die Handlung dieser neuesten tschechischen Oper ken- nenlernt:„Fra Diavolo" von Aubert zum Exempel oder„Zampa" von Hkrold, auS der letzten Zeit der internationalen Operngeschichte erst Jarmnir Weinbergers„Schtvanda", in dem der Räuberhauptmann Babinsky eine so wichtige Rolle spielt; sogar eine Operette dieser Art, Karl Millöckers„Gasparone". Denn auch Iänosik, der Titelheld der neuen Oper Karl Häbaö, deren wirksam aufgebautes Textbuch der tschechische Dichter Anton Kläöterskts verfasst hat, ist eii» edlerer Ritter des Räuberhandwerkes, das er aus Ueberzeugnng und eigener Seelennot folgend auSübt, ist ein Beschützer der Freiheit, ein Freund der Armen und Anwalt der Unterdrückten. So wird Häba-KIästersktssOper„Jä- noSik" zu einer Art Freiheits-Oper, für die un« freien Bauern der Slowakei. Liebe und Eifer- s»»cht sind die anderen Triebfedern der Hand- lung des Stückes, das dem Koinponisten mannig faltigste Gelegenheiten zu lyrischer und dramatischer musikalischer Gestaltung bietet. An» stärksten scheint mir HäbaS Musik im lyrischen und reflexiven Sinne, I»>ährend ihr im dramatische»» Sinne zivar nicht rhythmischer Schtvung, aber innerer dramatischer Aufschwung fehlt. Auch der im allgemeinen düstere Grundton der Musik dieser Oper und ihre mehr cpisch-oratorienartige als dramatisch-spannende Haltung beeinträchtige»» ihre Wirkung. Mnsiktechnisch ist Häba ein bedeutender Könner, der anSdr»lcksjicher zu gestalt«» und zu formen versteht, der in der Instrumentation charakteristische Farben findet und der auch gesanglich wirkungsvoll schreibt.— Di« Aufführung der neuen Oper zeigte daS Nationaltheater a»if beachtlicher Höhe künstlerischen Wirkens. O st r» i i l S sorgfältige und lebendige musikalische Leitung und P u j m a n n S stil- und stimmungsvolle Inszenierung brachten di« dichterischen und musikalischen Werte deS Werkes eindrucksvoll znr Geltung. Auch die Hauptrollen der Oper Ware»» mit den Herrei» Toms, Otava und Gleich, sowie Frl. Horä» k o v ä ausgezeichnet besetzt. E. I. Feftvorstellung anlässlich des GeburtSfefteS deS Präsidenten der Republik(gen»einsan»»nit der Urania) Mittwoch, den 7. März,„Die verkauft« Brmit" kB 2). Umtanschrecht für Biertelabonnenten. Philharmonisches Konzert verschoben. Infolge technischer Schwierigkeiten musste. daü ursprünglich für März angesetzt« philharmonische Konzert verschoben werden. Nächstes Konzertdatum: 9. April. Dirigent: S z ö l l, Solist: Rudolf Serkin Wochenspielplan deS Renen Tentschen Theaters. Freitag sh8Uhr:D«r junge Baron Neuss a u S(D 2). Samstag, halb 8 Uhr: Nigoletto kB 2). Wochenspielplan der Kleinen Bähne. Freitag: hall» acht Uhr: Gastspiel Leopold Kramer: Pap a, llkulturverbandSsreunde und freier Verkauf.) SamStag: 8 Uhr: P epi na. Ab der Partei BildAngSavsschnss der BezirkSorganisaiion, h e u t e um halb acht Uhr abends Sitzung in der Redaktion deS„Sozialdemokrat". Sport» Spiel• Körperpflege Schwimm-Meeting der Prager DTI AtuS-Sportler am Start Am Sonntag, den 4. März, veranstalten die Schwimmer der Prager D.T.J. im Hallenbad der Bezirkskrankenkasse, Älimcntskä, ein Meeting, an dem nutzer D.T.J.-Schwimmern aus Brünn, Pilsen, K ö n» g g r ä tz u»»d T e p» l i tz auch einige der bestenSchwimmer des Aussig er Verbandes teilnehmen. Diese Veranstaltung wird eine kleine Vorschau— im Hinblick auf die im Sommer d. I. im Rahmen der tll. TfchechoslowakischenArbeiter- Olympiade stattfindenden waffersportlichen Kämpfe— in bezug Stärke und Können der einzelnen Teilnehmer bilden. Aus diesem Gru»»de werden die Wettkämpfe dieses Meetings dieselben sein, die auch auf dem Olympiade-Programm stehe»» Schüler und Zöglinge Iverden sogenannte R a h- men Wettbewerbe auStraacn und damit einen Ueberblick über den Fortschritt veS Nachwuchses ermöglichen. Die Beranstalt»mg wird mit Wasserballspielen abgeschlossen, die von den D.T.J.» TeamS von Prag und T e p l i tz, sowie einer Atu S-Mannschaft bestritt«» werden. Die Eintrittspreise sind sehr niedrig gehalten: 3 XL für Sitzplätze und 2 XL für Stehplätze. Beginn: 4 Uhr nachmittags. Unsere. Genossinnen und Genoss«» werden ersucht, durch zahlreichen Besuch dieses Arbeitexsport- fest zu unterstützen. Belgischer AebriterfussbaU. In der Gruppe Zentrum bleibt der Kampf um dei» erste»» Platz leidenschaftlich. Während 15 Tagen nahm Vilvorde den 1. Platz durch den 3:0-Sieg über U. S. Uccle ein. Durch einen Sieg über Vilvorde 1:0 komm» Avenir wieder auf den 1. Platz zurück.— Im We sten wurde Eentracht de Gand durch VoorwaertS mit 0:2 geschlagen, verliert so alle Chancen und den Platz an Mouscron, das 8 Punkte Borsprung hatte. GstziaUfttsche ftttia Prag Am 4. März findet im Parteiheim, Rärodni tl. 4, unsere diesjährige Ateiitonfeieni mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung und Konstituierung. 2. Berichte. 3. Gegenwartsaufgaben der proletarischen Jugendbewegung. 4. Unser neues Berbaudsprogramm. 8. Neugliederung der Prager S. I. 8. Neuwahlen. 7. Freie Anträge. Beginn pünktlich um halb 10 Uhr. Delegationsrecht laut Kreisstatnt. Als Gast wird.nur zugelasscn, wer eine mindestens vicrmo- natlichc Mitgliedschaft in der S. I. oder Partei nachweisen kann. Anträge müssen bis fpätcstenS Freitag, den 2. März, dem KrcisvertrauenSmann schriftlich übergeben werden. Freihesti Di« Kreisleitung Freitag, 2. März 1034 Nr. Bl Der KMesrmle trklAsckem ist rur ® eEo.Muufr der(Uonnemcotegeftüfa* Lu wrwenäenJ Wer im Rückstände bteiöt, scüädigi die Partei und deren Aesss Die Verwaltung Aus der Schweizer Arbelterfportbetoegiing. Ein in der Schweiz sehr verbreiteter Sport ist das F rei stilringe»». ES übt bei alle»» Festen der Schwei• zer«ine sehr grosse Anziehungskraft ans. Die Schweizer haben sich die grösste Mühe gegeben, diese Sportart international zu verbreiten, leider bis jetzt m»r mit geringem Erfolg.»In Belgien sind mehrere Schiverathletikvercine»mm Arbcitersvort übergetreten. In diesen Vereine.» wird auch das Freistilrin gen gepflegt. Der erste L ä»»d e r w e t t k a in p s zwischen der S ch>v«i z und Belgien soll nun an» I. und 2. April in Antwerpen stattfindon. Verbände, die sich für das Freisiilringei» interessieren, können die internationale»» Regel»» vom„Arbeitersvoriver- lag". Bern, Monbijousirasse, zum Preise von 30 Schlveizer Rappen beziehen.— Am SamSrag, den 8., findet in Baden»ind am Sonntag, den I. März, in Wintertnr ein Länderlvcttkampf im Ringen und Stemmen zwischen der Schweiz und Frankreich(El sassl statt. Warum die Tschechoslownkei bei de» Eishacke»- Meisterschaften in Mailand verlor und»»icht einmal imstande war, den Europaineistertitel zu behalten, das mutz nm» durch die B e st r a f u n g Dora- sils(Troppmil anscheinend wcttgemachl werden. Der„Sündenbock" tväre also gesunden und»nn die Begründung»var»nan auch nicht verlegen: Der Troppauer hatte„trotz Verbot" sein«Frau mit gcnotnmei» und das wird ihn» als eine grobe Disziplinverlctznng angerechnet. Er ist deshalb nicht mehr für würdig befunden worden, in» National- warn mitzuwirken.— Punktnn» und Streusand darauf! Di«„Weisen" eines bürgerlichen Verbanden haben die Entdeckung gemacht, dass durch eine Frau Ehren und Titel verlor«» gegangen sind. DasKän neu ihrer StarS steht über jedem Zweifel— auch wenn man manchinal gegenteiliger Meinung sein kann; aber daS ficht diese„Weifen" nicht an... ES ist zmn Lachen, wie in bürgerlichen Sportkreisen das„Prestige" Auswüchse zeitigt! EiShockey-ProfiS in Europa. Durch die. bürgerliche Presse geht eine Mitteilung, datz ein Führer des EiSbockeyvcrbandcS in Kanada nach Europa kommen tviss, um die. Möglichkeit der Schaffung vo»» Profi-Eishockeyteainö zu„studieren". Die Stars der einzelnen TeamS in Europa sind ja schon lange keine echten Amateure und ihre. Sporiar- tikelgeschäfte, Zigarrenbudcn usw. sind doch nicht« als versteckte„Zuwendungen", die diese von den ver fchiedcnen Klubmäcenen manchmal auch durckt ihre „Nachhilfe" sich„erarbeiten"— denn sonn hatten sie gar keine geregelte Tätigkeit aufzuweisei».... Der Kanadier wird wahrscheinlich sein„Studium" der Frage zuwenden müssen, w i e»nan als Amateur doch auf Bezahlung Aitsvnick erheben kann... Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag Dienstag, den 6. März 1034, lmlb acht Nhr abends, Gewrrkschaftshaus grosser Saal Partei-Berfammtung Referent: Genosse Dr. Emil Frau r I: »Wehrhafter Sozialismus" (D i r L e h r e n v o u W i e n.) Zutritt nur Parteimitglieder und S. I. n u r mit Mitgliedsausweis. Literatur Oesterreichs Schale in Fesseln ist der Lcitmifiatz der eben erschienenen Nninmer 2 der„Nencn Erziehung".„DaS T r ü m n» e r f e l d der reichsdeutschen Schule" behandelt Kurt Falk in einem tiefschürfenden Aufsatz, Dr. Helnnit von Brecken schreibt über den Zusammenhang von modernerPsychologie und neuer Schule. Die Anfsatzreihe, Lehrerstimmen über den Entwurf z»» Lehrplänen für Mittelschulen, wird fortgesetzt. Univ.-Prof. Dr. R ä d l behandelt das Verhältnis von„Kultur und Politik". Das Schicksal der Lehrer und die Freiheit im„Dritten Reiche" Ivird in zahlreiche»» Notizen besprochen. Bücherbesprechungen schliessen die inhaltsreiche N»nn- mer ab. Die„Neue. Erziehung" soll in keiner Schule fehlen, sie zeigt klar auf, datz die Lehrerschaft im FasciSmus alles das in wenigen Tagen zn verlieren hat, worun» sie Jahrzehnte kämpfe»»»nusste. Der billige Preis von jährlich 15 KC ermöglicht jedem fortschrittlichen Lehrer den Bezug. Bestellungen sind z»» richten an die V e r w a l t u n g der„Neuen Erziehung" Aussig, Kleischer st rasse Nr. 18. Urania Kino, Hllmenlsha 4. tll pult«, „Abenteuer am lld»“ ttlfteb Werter, SzSke Szalall. Rora Gregor In den Hauptrollen. BegugSbedtna»ingen: Bei Zustellung tnS HauS oder bet Bezug durch die Post monatlich XL 16.—. vierteljährig XL 48.—. halbjähng XL 96.—. ganzjährig XL 192.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Manuskripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken.— Äse ZeuungSfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlass Nr. 18.800/VH/1080 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G.. Prag.