Einzelpreis 70 Heiter (einschließlich 5 Heller Porto) IENTRALORGAH DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii., fochova a. telefon 5X77. Administration telefon x»7i. HERAUSGEBER-, SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, FRAG. 14. Jahrgang Samstag, 3. März 1934 Nr. 52 Relehsgcrltht hebt! 10 Todesurteile auf Neue Verhandlung des Heckllnger Kommunistenprozesses Leipzig. 2. März. Auf dir Revision der .•tim im zweiten Hrcklingrr Mordprozess am 28. November drö Borjahres vom Schwurgericht Dessau wegen gemeinschaftlichen Mordes an den SA-Mann Zieslil zum Tode verurteilten Kommunisten hob das Reichsgericht heute das ergangene Urteil auf. ES verwies die Dache zur nochmaligen Verhandlung nach Dessau zurück. Diese Massnahme sei erforderlich gewesen, da das angefochtene Urteil Mängel in prozessualer Hinsicht aufwies. Die Angeklagten Warrn i» u n- zulässiger Weise von der Teil» nähme an einem Lokaltermin ausgeschlossen worden, indem sie während dieser Zeit im P o l i z r i k r a f t w a g e n fest- g e h a l t en wurde». Auch sei die Beeidigung zweier während deS Lokaltermins vernommener Sachverständigen unterblieben. Vie letzten Zuckungen des Stahlhelms Berlin, 2. März. Der Stahlhelm-Führer Dr. S e l d t e erklärt heute in einem Aufruf, daß er nut sofortiger Wirkung den Stahlhclmführer in Schlesien, Graf von Pückler, seines Amtes ent» hoben hat, weil er wider alles Recht und gegen den Wissen des SlahlhelmfiihrerS den Stahlhelmbund für Schlesien für a u f g e l ü st erklärt habe Der Stahlhelm bleibe wie überall, so auch in Schlesien bestehen. Tic Führung des Landesverbandes in Schlesien hat Dr. Seldlc selbst übernommen. PackeltDollfuB mit Berlin? Berlin, 2. März. Das von deni nationalsozialistischen Inspektor für Oesterreich Habicht an die österreichische Regierung adressierte Ultimatum ist abgelaufen, ohne dass deutscherseits bisher zu der augclündigten Offensive gegen die Regierung Dollfuß geschritten wurde. ES lässt sich eher beobachten, dass die reichödeutsche Presse — zweifellos auf Weisung von den zuständigen Stellen— in den Berichten und Artikeln über das Dollfuss-Regime einen mässigeren Ton angeschlagen hat. Nach Gerüchten, die schon einige Tage im Umlauf sind, sollen in Berlin schon einige Tage Emissäre der österreichischen Regierung weilen und über ein Abkommen mit den nationalsozialistischen Kreisen vcrhändeln. Der österreichische Bundeskanzler Dollfuss soll seht bereit sein, den österreichischen Nationalsozialisten für den Fall weitgehende Zugeständnisse zu machen, daß diese ihre Forderung nach einer vollständigen Auslieferung der staatlichen Macht aufgebeu. Vie Geier melden sich Wie», 2. März. Bundeskanzler Dr. Dollfuss empfing eine Abordnung der christlichen Gewerkschaften zu einer Neuregelung dcö GewerkschaftS- wcsens. Die Abordnung erklärte im Hinblick aus die durch die Auflösung der sozialdemokratischen Gewerkschaften geschaffene Lage und den»dringenden Wunsch der Regierung" ihre Bereitwilligkeit, an der Schaffung einer einheitlichen gewerkschaftlichen Organisation mitzuarbeiten und ihren erprobten gewerkschaftlichen Apparat in den Dienst dieser Neuordnung zu stellen. Regierung von Lettland zuruckgetreten Riga, 2. März. Die lettländische Regierung unter Führung des Ministerpräsidenten Blodnik ist am Freitag abends zurückgetreten, nachdem der Ministerpräsident im Parlament ein Misstrauensvotum, das der Bauernbund eingebracht hatte, erhalten hat. ES erregte allgemeines Aufsehen, dass bei der Abstimmung von 100 Abgeordneten nur V dem Ministerpräsidenten ihr Vertrauen aussprachen. Die Parteiführer im Gerichtsgefängnis Unter ihnen Karl Seitz Wien, 2. März. Im Laufe des gestrigen Abends wurden soä|v sozialdemokratische Funktionäre dem Landesgerichte ringelirfcrt, und zwar Bundesrat General Körner, General Schneller, der militärische Leiter des Republikanischen Schub- bundrs Major Eifler, Hauptmann Löw, weiter Franz Brettschneidrr und der Zeutraliusprktor der ehemaligen Gciueindewnchc Schuhbaurr. Mittags wurde auch Gen. Sei» in das Landesgericht librrgrführt. Am Zuge der llntrrsuchuugrn gegen die Arbeiterbant und deren Nnteruchumugeu, die zu ihr in Geschäftsverbindung gestanden sind, erfolgte gestern die Verhaflnng des Obmannes des Zen- tralverbandcS der LebenS- und Gcnusiunttrl-Ar ' beiter Stephan Huppert. Er befindet sich im Gewahrsam der Wirtschaftspolizci. Gestern nachmittags wurde ferner der Rrdaktrur des„Tele- grnpho" Hcllmnt L c i p e n festgeuommen. Unter den neu verhafteten sozialdemokratischen Führern befindet sich der lommerziclle Ti rcltor der Grosirintnufsgrsellschnst der österreichischen.ltonsnmvereiur(GOrEl Franz Heskh und der Sekretär des Zeutralverbandes der Le- bcnsinittelnrbritcr Julius Zipper. W i e n, 2. März. Der deutsche Akademische Juristenverein in Wien und die GewerkschaftS- organisnlion der deutschen juristischen Studenten an der Wiener Universität sind von der Polizeidirektion aufgelöst worden. ünhermann spielt nicht ihr die Opfer aus den Reihen der Eiehntive Aufsehenerregende Erkläiung des großen Geigers im Wiener Konzerthaus Erst seht wird u»S folgender Vorfall bekannt, der sich in der Vorwoche im Wiener Kon- zcrtsaal abgespielt hat. Ein dort statt findendes Konzert des großen Violinvirtuosen Bronislaw H u b e r m a n n war auf den Plakaten von den Veranstaltern mit dem Vermerk angekündigt worden, daßh daö ReincrträgniS dieses Konzertes für die Hinterbliebenen der gefallenen Angehörigen der Exekutive bestimmt sei. Bor Beginn des Konzertes lvandte sich H u- bcrmann mit einer Erklärung an das Publikum, daß jene Ankündigung o h n e s e i n E i n v e r st ä n d n i s erfolgt sei und dass er, tvas ja nicht ztvcifelhaft sein könne, nicht daran denke, für die Opfer ans den Reihe» der Exekutive zu spiele» „Fch spiele," so erklärte Hubermann,„heule umsonst, aber für die Wiener Opfer!" Tiefe Erlläruug tvurde vom Publiknm mit einem Beifalls-Orkan ausgenommen, der acht Minuten dauerte. Wir verneigen nnS vor dem großen Künstler, der nicku nur auch ein überzeugter Pancuropäcr. Fortschritts- und Friedensfreund, sondern eben durchaus ein großer, edler, wahrhaft demokratischer Mensch ist. llnd nur freuen uns jenes Wiener Publikums, das durch seinen Beifall bewies, daß cS aus Seiten der Menschlichkeit und nicht der autoritären Kartätschenchristen sieht! Ihr seid wohl grössenwahnsinnig geworden II Der Anteil der Kirche Ihre Verbundenheit mit dem rasclsmus Die Mißhandlungen von Priestern und die Drangsalierungen von Katboliken in Deutschland sowie auch gelegentliche Polemiken des Vati- ka»S gegen den Fascismus brauner oder schwär zcr Couleur hat oberflächliche Betrachter zu einer falschen Beurteilung der Einstellung der Kirche gegenüber den Geschehnissen der Gegenwart verleitet. Sie glaubten in ihr eine Feindin des Fascismus und vielleicht sogar eine Verbündete im Kaiupfe gegen ihn erblicken zu dursen und waren überrascht, als die österreichischen Ereignisse vor ihren entsebten Augen abrollten, als ein katholischer Fascismus nach bestialischer Beschiessung von Arbeitennohnbänsern und Nieder- kartätschung von vielen bunderten Männern, Greisen, Frauen und Kindern bluttriefend„im > Namen Gottes" die Staatsmacht an sich riss. Es wäre eine Illusion, zu meinen, hier sei nur ein Husarenstreich des augenblicklichen Häupt lings der österreichischen Bundesregierung und der mit ihm verbündeten Hcimwrhrkammandan- ten erfolgt. Die llrsachen des österreichischen Bürgerkrieges und die Ausrichtung der Herr- schäft eine» katholischen Fascismus liegen, so wenig die furchtbare Blutschuld der Dollfuss. Fe» und Starheniberg geschmälert sein soll, weit tiefer, sie sind in der engen Verflechtung der In- tcrcsscn der.Kirche mit jenen des modernen Kapitalismus zu suchen, der, durch die Welt krise aufs schwerste erschüttert, kein anderes Mit tel zu seiner Sicherung mehr sieht, als die restlose Versklavung des werktätigen Volkes durch den Fascismus. Es ist nicht die seit je bekannte jeindselige Stellung der.Kirche und ihrer Diener gegen die sozialistische Arbeiterbewegung, welche dies allein beweist. Seit jeher wurde den Gläubigen der Sozialismus im Interesse bürgerlicher Besib- politik als eine Ausgeburt des Satans verzerrt dagestellt, seit jeher war das, was viele Gegner des Sozialismus im klerikalen Lager den Emanzipationsbestrebungen ciitgrgenbrach. ten, nichts anderes als blinder Hass und eine teuflische Deformierung der Bergpredigt. Immerhin waren die Kirche und ihre Politischen Parteien noch nicht dem Fascismus verschrieben, das kam erst später, aber es l a in und in u ss t e sich aus den ganzen Beziehungen zwischen dem Katholizismus und dem moderne» Kapitalismus ergeben. War die Kirche schon früher Verteidigerin der kapitalistische» Gcselljchastsordnung und erklärteste Feindin des Sozialismus, die eigentliche Wendung und Versöhnung mit dem Fascismui- crfolgte gelegentlich des im Feber l!)2!> Von Mussolini u. Kardinal Gasparri nnterzeickmetcu Latcran-VertragcS und des gleichzeitig abgeschlossenen Konkordats. Aus den Inhalt dieser beiden Abkommen hier näher einzngehen, er- scheint in diesem Zusammenhänge ebenso überflüssig wie die Erörterung der Frage, welcher der beiden Vertragschliessenden die grösseren Vorteile gewonnen hat. Jedenfalls sind die Tat- fachen, wie Fgnazio Silono in seinem jüngst erschienenen Buche„Der Fascismus" richtig darlcgt, die dem Abschluss des Vertrages und des Konkordats folgten, die Segnung deS Fascis- mus als eines von der„Vorsehung gewollten Regimes" durch den Papst, die ossizielle Beteiligung des italienischen Klerus und der katholischen Verbände am sascistischen Plebiszit und noch manches andere der sichtbare Beweis des engsten Bündnisses zlvischen Kirche und Fascis- mus. Und dieses Bündnis entspricht völlig de» ideologische» Grundlage» der Kirche, die immer bereit war, sich aller Mittel zu bedienen, die gegenwärtige soziale Ordnung und Disziplin im ' Volke zu erhalten.. Veite 2 str. se Samstag, 3. März 1934 'Es bat(Ströntititflcn int KatholiziSnittS gegeben,-ir sich von der starren, int Wesen anti sozialen Haltung der ofsizielle»«teile» des Va tikanS wohltätig unterschiede»»»d eS hat inner- halb deS KalltoliziSinnS nicht a» versuche» gefehlt, die Kirche der sozialistischen Arbeiterbelve- gung»älter zu bringe». Die Vertreter dieser Richtungen— bei uns war es nur der Prager Erzbifchos Dr. K orda ö. der die vont Zlavi- ialiSmtts ausgehende Verderbnis erkannte, welche Erkenntnis mit seiner disiamierenden Abfügung gerächt wurde— sind Rttser in der Wüste geblieben, die wahrhaften Interpreten dcc> Willens des Vatikans wurden in steigen- dein Maste Männer wie Seipel, Jnnitzer und Dollfust. Wen» auch Gegner der inodernen Ar- beiterbewegtutg. war der Vatikan dennoch in früheren Jahrzehnte» mit dein aus der bürger- lichen Revolution hervorgegangettcu kapitalisti- scheit staat nicht io itutig verbunden, wie er dies später wurde. Die spuren dieser Annähenntg lassen' sich bis auf die unter de»! Pontifikat Leo XIII. erlassene Enzyklika ,,Rertttu 9!o- Varn in" zttrückversolgen, eine Enzyklila. von deren sozialen Inhalt viel Wesens hergctnacht wurde, die aber doch in Wahrheit dicSolida- r i t ä t S e r k l ä r tt n g mit dem kapitalistischen Bcsitzrecht war. Wird doch darin vor allem als erforderlich bezeichnet, das; „die öffeittlichen Gesetze dem Privaicigentunt Schirin und Schub bictctt", erklärt,„die Massen müssen int Zäunt der Pflicht gehalten werden" ttnd wenn sic von„üblen Doktrinen" sich hin- reisten lassen,„dann greise die öffentliche Gewalt ein und schilpe die Sitten der Arbeiter, den Aufreizungen der Führer Einhalt gebietend, ichübc den Besitz vor der Gefahr eines Raubes". Wer für die Aufhebung der Klassen ttnd des Privateigentums ist,»tust im Namen der Moral, deren Fundamettt er angeblich zerstört, als außerhalb des Gesetzes stehend erklärt werden. Sind schon dies durchaus fascistifche Gc- dankengänge, so hat daö Verhalten der katho- lischcn Kirche nach dem Kriege über ihre Eingliederung in das Diktattirsystcin der Bourgeoisie kcittcn Zweifel mehr gelassen. Eo würde zu weit führen, die Fäden attfzuzeigcn, welche die eige- tten kapitalistischen Interessen der Kirche mit jenen deS Finanzkapitals verknüpsen, cs genüge, hier darauf hittzuweise», das; die zum-10. Jahrestag der Enzyklika„Rcrunt Novarunt" vom gegenwärtigen Papst erlassene neue Enzyklika„O u a d r a g s i nt o Anna" vollslän- dig die ticfgreiseitdc Veränderung in der Siel- luug des Vatikans gegenüber der kapitalistischen Ausbcutungöordnung kundgibt und die man daher mit Recht sowohl als die E u z y k l i k a d c r Weltkrise als auch als ein päpstliches M a u i s e st des katholischen Fasci 8- nt tt s bezeichnet hat. Es wird in ihr die schonungsloseste Unterdrückung der.stommunistc» gefordert, aber auch erklärt, das; eS mit den So- zialistett keinen Kotnprontts; geben könne. Aus die Frage, wo die Rettung liege, wird die eindeutige Antwort gegeben: im FascismuL, in einem katholischen F a s c i s nt u s, im tvciste» Terror ttnd in den.Korporationen. Das Eigentumsrecht wird als Grundlage jeder sozialen Ordnung ausgestellt und mit aller Entschie- detthest erklärt, es sei falsch, ztt behaupten,„das s Eigentumsrecht sei überholt und verjährt durch l den Mißbrauch, der mit ihm getrieben, oder weil man den Besitz ungenutzt lasse". In der Tat finden wir de» Klerikalisntus Überall, in allen Ländern nunniehr ungeschminkt als Verteidiger und Verbündeten des FascismuS. Deutlicher als dies der blutige Verlauf det christkatholischen Machtergreifung in Oesterreich Zinn Ausdruck brachte, braucht eS wohl nicht mehr zu geschehen, um die gegenwärtige Rolle ! des Vatikans zu erkennen. Die Kirche sorgt selber für Klarheit. Sei'S d'rum. Es wird sich noch erweise», ob diese Klarstellung deS Ver hältnisses des Kirche zu der um ihre Besreiung ringenden Arbeiterklasse mehr im eudgültige» Vorteile dieser oder der katholischcn Hierarchie gelegen fein wird. Heute glauben sie, mit dem FasciSnntS die sozialistische Arbeiterbewegung cingcsargt zu haben. Doch es war ein Katholik, allerdings nicht einer von den Dollfuß-Kindet»tördern, es war K a r I M u t h, der einmal geschrieben hat:„Die Proleta- r i s ch- s o z i a l i st i s ch e W c l t w i r d z u m Siege gelanget!; ttnd es bleibt nur dicFrage, ob cömitderKircheoder gegen die Kirche geschieht"!.... ! Urteil eines gleichgeschalteten Tiroler Blattes: Wi« Demokratie ist doch ZE«» leerer Wahn! „Die Männer des autoritären Regimes werden es vor der Geschiente nicht leicht haben.. Tie Innsbrucker..Volkszeitung",' nach zweinndvierzigjähriger Arbeit für die Sozial- dcmokratie von den Dollftißchristcn geraubt, ver- gelvalligt und nmunehr gleicktgeschallel, veröffent- I lichte in ihrer Ausgabe vom 28. Feber einen Bc- ! richt über die L a n d t a g s a n f l ö s u n g in Tirol, der wohl mit zu den interessantesten Do- tumenten gehört, die bisher aus Neu-Oesterreich zu«ns tauten. Ta wird zunächst fcstgesteklt, das; den Abgeordneten, die nach der Auslötnttg der Sozialdemo- lratic im Landtag verblieben,„die Entscheidung ! über die Selbstauslösung nicht leicht siel" und daß I selbst der autoritäre L a it d c s h a u p t mannst c l l v e rt r e t c r P e c r in seinem Referate „die Besorgnis nntklingeit lies?, ob nicht alte Tiroler Rechte in Gefahr lommru, wenn sich der Landtag selbst ausgibl". Das Blatt schildert dann weiter die Bede n k e n, die in der Debatte zum Ausdruck kameii und schließt seinen Bericht mit folgenden Erwägungen, die nicht nur für jedes llrlcil über das Tirol von gestern und heute, sondern weit über Oesterreich hinans von Bedeutung sind: „Alö das Gesetz, womit sich der Landtag Kn selbst auflöst und seine Gcsctzgcbnngsrcchtc SEI an die zwei Landeshauptleute abgibt, veröl'« IS schiedet tuar,>v n rd c allen, die der Sit» umg bkiwoüntrn, erst b r w u s? t, was W dir Demokratie bedontetr. Und W matt erinnerte sich der vielen und b c- : M denlsamcn Akte, die die frrigrwäblte t K Volksvertretung z u N u tz und Fro m- Bl in en des Landes n n d deö Bolles ncsevt hat. Ist nicht in den Fahret! der - W Selbstverwaltung aus dem riickständigrn H Lande rin nt o d c r tt e s Fr e m d r n v r r» «8 l r h r S l a u d geworden? Durchziehen nicht M die besten S t r a ff e n unsere herrlichen lug Taler? Haben wir nicht Sommerfri- W s ch r tt und W i n t e r t u r o r t r, die Well ruf erlauglrn! Sind nicht unsere Skiläufer M Träger grosirr Ehren in der ganzrn Welt ge- 8« worden'? Ist nicht unsere Landwirt- KS schäft ansgrstirgrn zu moderner Bieh- und W Milchbchandlnng? Sind nichl die Tiroler 8ll Käse heute gleichwertig mit rrsttlassigcn Mar- ! UM tcn? Haben wir nicht im Lande und in unse- I ren Stödten gutcsozialeFür sorge I betrieben? Sind nicht Schulen erstanden, | in denen sich die Kindheit wohl und glücklich g fühlen kann? Wurden nicht freundliche I Wohnhäuser erbaut und moderne Bä- i der errichtet? Ist nichl das alles geschehen im I Zeichen der Demokratie, im Zei- I chen der Erforschung und R e s v r k» I tierung des Bolls Wille ns? Der Landtag hat sich aufgelöst, dir Srlbst- I vcrivaltung des Bolles hat vorläufig ein Ende I gefunden. Ob eS gut war, das zu tun, tvird I erst in kommenden Tagen sichtbar tvrrden. | Eines ist jedoch gewiß: Dir Männer des | autoritären Regimes, die nun regieren und 8 verwalten sollen, werden rSvordrrGe- £ s ch i ch t e n i ch t l e i ch t habe n, im Ber- K gleiche mit den Werken, die der Zeit der 8 demokratischen Selbstverwaltung entstammen, I zu bestehen." Es läßt sich von uns ans nicht ganz klar I fest stellen, wie cs möglich ist, daß dieses gleichgc- schaltete Blatt eine solche demokratische Sprache sprechet! kamt. Aber die llcberzengnngS- kraft, die ans diesem Lob der Demokratie gerade deswegen spricht, weil cs ans dem Lande des HcimwehrfasciSintts und des batzernttachbarlichen itzationalsozialiönmS kommt, lvcist doch ans jeden Fall nach, daß die Gleichschaltung den demokratischen Willen und Glauben auch in Tirol leineS- tvcgS zu unterdrücken vermag. Es besteht kein Zweifel darüber, daß der Mann, der diesett Bericht schrieb, dcit Tollfüßcn, Feys und Starhcm- bergen, was immer diese sich etwa von perfiden Methoden des BollSsangS versprechen sollten, einen B n r c n d i c n st leistete. DaS freiheitliche Volk von Tirol m n ß eben diese Sprache hören, cs läßt sich über seine Vergangenheit und Gegcnlvart kein X. für ein II machen, lind weil matt auch den Tirolern nicht nach dem Munde reden und zugleich gegen ihr Herz regieren kann, drum lverden cs die neuen Herren wahrhaftig schwer haben; und zlvar nicht nur schwer, vor der Geschichte zu bestehen, sondern vor der Jetztzeit, die auf den Tiroler Bergen und auch sonst überall ein Kraul gegen die fascistifche Seuche finden tvird. lind loie immer dieser Bericht, der eine großartige Apo- ihcose der Demolratic darstellt, zustandegekommen sein mag und wie immer er dem hahncnschwänz- AL P A Menthol- Franzbranntwein vermieden Waden Sie stets gesund und widerstandsfähig sein? Massieren Sie Ihren Körper dauernd mit Alpa! Fragen Sie Ihren Arzt! Schnupfen, Husten und Grippe, kurz alle Verkühlungen, werden durch die Massage mit lettischen oder halenkreuzlcrischen Ange eines christlich-autoritären Staatöaiiwalts entschlüpft sein mag— daß er geschrieben, gedruckt und veröffentlicht wurde, beweist doch zu deutlich, wie fest verankert die Demokratie in der Be- völternng Tirols ist und auf welche Kämpfe die Fascistrn auch dort sich gefasst machen müssen! Keine Preissteigerung auf Prager Märkten. Prag, 2. März.(Tsch. P.-B.) Gestern brachten Wir einige Ziffern, aus denen hervorgeht, daß die Befürchtungen vor einer Verteuerntig der wichtigsten Artikel des täglichen Bedarfes unbegrütidet sind. Heute ergänzen wir die gestrige Uebersicht der Preisentwicklung deS Fleisches, der Fleifchprodukte und der Feite durch eine Tabelle der monatlichen Durchschnittspreise des Mehls und der Mehlprodukte im Jänner und Feber 1034, u. zw. laut Berichten von sämtlichen Prager Märkten. Die Preise verstehen sich per 1 Kilogramm. Warengattung Int Jänner Im Feber Böhm, griff. Nullermehl 2.50—8.00 2.50—2.00 Böhm, glattes Nullermehl 2.80—2.80 2.40—2.60 Böhm. Kochmehl 1.00—2,20 2.00—2.20 Böhm. Brotmehl 1.10—1.50 1.40—1.50 Böhm. Futtermehl« 0,00—1.00 0.00—1.00 Tlow.»riss. Nullermehl 8.10—3.20 2.80—3,80 Weizengrieß Nr. I 2.80—810 2.00—8.00 Weizengrieß Nr. ll 2.70—2.80 2.80—2.00 Roggenbrot mehl, 65% 1.00—1.80 1.70—1.80 RoggenanSzugSmehl, 55% 1.70—1.80 1.80—1.00 Schwarz. Noggennnllermehl 1.40 1.20—1.80 Perlgrieß 2.40—2.80 2.40—2.50 Gewöhnlicher Grieß 2.00—2.20 1.80—2.10 Bruchgrieß 1.00—2.20 1.70—2.00 Weißbrot 2.00 2.00 Hausbrot 1.80 1.80 Semmeln pro Stück 0.25 0.25 Mnndsemmeln pro Stück 0.20 0.20 38 fl. III. de Jong: Cin Komaa in vier Episoden Autorisierte Ueboraetauug uue dem 1 i ul I find fachen von E. R, Fucli n. Wo waren sie. als er sie einem alten Herrn als Zimmermädchen vermietete, der einen klingenden Rainen und eine stinkige Seele halle, einem geilen, ^ittncrvien, schnmtzigen Hund. Sie lvaren nicht dabei, als Lieschen wr'ntend nachhause laut, weil der lüsterne Wüstling sic halte vergetvaltigen wollen, und sie haben nicht gehört, Ivie der Vater sie auslachte. sie schnell zurückschicken ivollte, tnn nicht da» Glück zu verpassen, da sie sich gegen die Kleinigkeit wehrte, die der verlebte Schnst von ihr fordern konnte... sie beschimpfte und scklug und am späten Mend zur Tür hin- auölvarf, damit sie zu dem Herrn zurückkehrc, dem er sie gegeben hatte. Sie haben nicht gesehen, Ivie sie durch die Straßen taumelte und sich in einer Fensternische auörithte, vom Regen durchnäßt, in Angst und verzweifel lvic ein fortgejagter Hund, ein getretener, furchtsamer, verlassener und verlaufener Hund. Schuldig, sagen sie. Jawohl, als ein Polizist kam und an sic peinliche Fragen stellte und sie mitnehmen wollte, da ging sie in ihrer Verzweiflung zu dem alten LebcgreiS und tvar ihm zu Willen... Natürlich hätte sic lieber ins Wasser gehen sollen, he? Das wäre eine ergreifende Geschichte gewesen. Lieber tot alö entehrt. Aber sie war achtzehn Jahre alt und gesund und fürchtete den Tod. Dann starb mein Vater und Lieschen lief dem Kerl davon, schlvirrtc von einem armseligen Dicnstplatz zu dem anderen, lind so lam sie dein Polen in die Quere. Diesem schwachen, verlorenen, durch das Unglück seines zerstörten I Lebens erbittert getvordei;en Menschen, einem Komödianten, der sein Leid und seine Schwäche mißbranchte, um über Seelen tvie die Lieschens Macht zu gewinnen. Wie hätte sie ihm widerstehen können? Alle schivachcn, armseligen und lranlen Hunde und Katzen der Gegend liefen ihr zn und dieser Hund tat dasselbe, nnr daß er ein menschlicher Hund Ivar, und er bis; sich fest an ihrer Brust, die sich erbarmungsvoll über ihn gebeugt hatte. Sic hatte ihn gern und sie hat ihn noch gern, Gott tveiß, Ivie dies möglich ist! Als sie schwanger ivurde, hat er sie überredet, sich die Frucht von einer Frau abtreiben zu lassen, die er kannte, und als sie tvieder gesund Ivar, saß sic in einem Bordell und mußte ihre Schulden abverdienen und der Pole iam- merte: er habe kein Geld, nm sie ausznlüsen. Wahrscheinlich verdiente er mit an ihrer Schande. Schuldig, he? Wo lvaren doch Richter und öffentlicher Ankläger, als all dies über sie kam?... Vermutlich überlegten sie in der prächtigen Ratskammer, tvie schwer ändere Schuldige bestraft lverden müßten, die nicht ein so gemeines, liederliches, verbrecherisches Leben hinter sich hatten wie Lieschen. Vielleicht sind sie ihr auch einmal in diesem lustigen FrcndenhanS begegnet, in dem sie heiter lebte in lleppigkcit, Trägheit und Wolllust... eS tarnen immer genug feine Herren dorthin! Haha! Sie Ivar so schuldig, die feile Dirne, meine Schwester, das räudige Schaf im reinen Stall!" Zorn und Aufregung schüttelten ihn. Tränen sprangen ihm in die Augen und mit einem 91nrf erhob er sich, ging mit großen Schritten auf und ab, die geballten Fäuste in seine Taschen gepreßt, vor Haß und Zorn fast von Sinnen. Der Prinz sah ihn, mit seinem Weinglas spielend, ans schläfrigen, halb geschlossenen Augen an. Rack« einer Pause erwiderte er: „Tie Gesellschaft, sagst du, he? Peter, Peter! Was für ein unsinnig großes Wort! Dein Vater und der polnische Edelmann... gut, wenn du denen die Verantwortung in die Schuhe schöbest? Ohne Vorbehalt vorausgesetzt, daß deine Schlvester ein wehrloses Opfer war." „lind die anderen?" unterbrach ihn Peter rauh.„Mein Vater und der Pole?... Waren das nicht genau so gute Opfer, he? Wer hat sich je um ihre Seelen gelümmert, solange sie die öffentliche Ordnung nicht bedrohten? Was tut ihr, die Mächtigen, um der Liederlichkeit und dem Verbrechen zu steuern? Ihr züchtet Huren, Zuhälter und Verbrecher, indem ihr lehrt, daß der eine fressen muß und der andere gesresien lverden. Wie wollt ihr, daß schwache, traute und nnenttvickelte Geister diese Moral auslegen? Wer hat sich darum gekümmert, daß meine Eltern eine Familie gründeten, für die sie kein Essen hatten, das; sie soffen und stritten und Ivie die Schweine lebten?... Daß der Pole dort im Ghetto in Schmutz und llngeziescr verkam, wo seine Familie abgeschlachtet wurde voit den Bekcnncrn der Lehre der Nächstenliebe? Wie konnten sic daö Gute vom Bösen unterscheiden lernen? Meine Eltern, der Pole, auch Menschen, die einen Platz an der Sonne haben, die leben wollten und sich freuen... Wer lehrt sie, was das Leben ist? Was Freude bedeutet? Welches Vorbild seid ihr ihnen mit eurem eigenen Leben? Luxus, Glanz, Trägheit, Wein und Frauen... sich bedienen lassen, mit Geld hcrumschmeibcn, kommandieren, herrschen, mächtig sein ,.. daö ist ein Leben, darin liegt Freude... Reich sein und herrschen. Fressen! Fressen! Fressen! Alles und jedes um euch! Und die Gefressenen im Zaume halten mit einer hündischen Lehre von Demut, der Illusion eines herrlichen Jenseits... wenn sie nur brav sind und sich demütig fressen lassen!... Gesetze machen, tttn etwaigen Freiheitsdrang ganz leicht knebeln zu können! Wenn die Mächtigen so Vorgehen, tvie kann man dann verlangen, daß die Machtlosen nicht auch versuchen, in die Reihen der Fresser zu konuuen und die faulenden Geschwüre, die abscheulichen Beulen, Ivclche die Gesellschaft durch ihr verlottertes Leben angesetzt hat, mit rauher Hand wieder wcgznschncidcn. Eure faule, verirrte, vcrhnrle Gesellschaft, von geilen Gewalttätern, Sadisten und hetichkerischen Salbadern, sie predigt Liebe den Schafen, die sich erst scheren und dann fressen lassen müssinl" „Auch deine Gesellschaft!" unterbrach ihn der Prinz mit ironischem Lachen. Peter wandte sich ihm zu und sah ihm mit haßverzerrtem Gesicht in die Augen. „Rein," sagte er laut.«Nicht meine Gesellschaft! Nicht mehr! Ich stehe abseits und gegen sic." „Man wird dir ein Bein stellen, Peterl" „Möglich... aber ich werde tvenigstenö die Gentigtnung haben, gegen das llngchener zu kämpfen." „Das bedeutet Kampf gegen mjch, Peter." „Auch gegen dich, ja. ES sei denn, daß du mir beim Versuch helfen Ivillst, mit deiner Machtfülle, die dir einmal zufallcn wird, die Welt zu ändern." Der Kronprinz lachte laut und belustigt. „Die Welt ändern?" fragte er spöttisch.„Du kennst die Welt nicht einmal, Peter!... Du hast keine hohe Meinung von ihr, aber du glaubst, daß der Mensch jedenfalls zu bessern sei. Falsch, mein Junge! 1km wirklich zu wissen, was er wert ist, dein Mensch, müsttest du an meiner Stelle sein und sehen, tvie er sich benimmt. Ah bahl Die Bagage! Irgendeine Veränderung, die unsere Macht beschneidet und sie der Masse überträgt, würde der Welt verhängnisvoll lverden. Glaube mir, jetzt gibt es nur lvenigc, die die Gewalt mißbrauchen... dann würde cs viele geben, die dasselbe tun... das ist der ganze Unterschied. So lvic es jetzt ist, ist eS noch am besten... laß eS nur so bleiben!" Nnn lachte Peter spöttisch und verächtlich. IFortsetzmig folgt.) ii*.n fienolTe Dl Öfter- 50 Jahre Prag, 2. März. Heute ist einer der sympathischesten Vcrtraucnöinünner der tschechischen So- zialdemokratie, Genosse Dr. D^rer 80 Jahre alt geworden. Derer ist Slowake und trat schon vor dem Umsturz als der Vertreter einer siingcren, fortschrittlicheren Generation seines Volkes hervor. Von den Slolvakcn ins NcvolutionSparlamcnt entsandt, schloß er sich der tschechoslowakischen Sc- zialdcmokratie an und wurde 1920 im Kabinett Tusar zum erstenmal Minister(für die Slowakei). In der Regierung Benes(1921—1022) leitete er das Unifizierungöministcrinin, ebenso im zweiten Kabinett Svehla(1026). Am markantesten trat er als Schulministcrö im zweite» Kabinett NdrZal und in der ersten Regierung Malhpctr hervor(1020—1033), er hat das Schulwesen der Republik in modernem Geiste geleitet. 1932 legte er den Entwurf eines Slbulverwaltungsge- sehcö vor, das den nationalen Minderheiten eine gewisse Selbstverwaltung bringen sollte— leider ist der Enttvurf noch nicht Gesetz geworden. Im zweiten Kabinett Malnpetr bekleidet Derer die Stellung eines Justizministers. Zu seinem fünfzigsten Geburtstag wollen wir eö einmal aussprechen, daß sich Derer in den Kreisen der deutschen Sozialdemokratie durch sein Wirken den Ruf eine? hochachtbaren, vom besten Willen auch für das Wohl der arbeitenden Massen des deutschen Volkes ersMten, dabei in seinem Benehmen ausserordent- lich liebenswürdigen Mannes erworben hat. Die Wirtschaftslase im Feber Nationalbankbericht:„gewisse Besserung". Schon im letzten Bericht der Tschechoslowakischen Nationalbank wurde fcstgestellt, das;„eine gewisse Besserung der wirtschaftlichen Situation eingctreten" sei. Das soeben erschienene neueste Heft der Nachrichten der Nationalbnnk zeigt nun im einzelnen die Situation in den einzelnen Industriezweigen. Die Kohlenförderung ist ungefähr auf derselben Höhe wie vor einem Jahre, die Beschäftigung in den Hochöfen weist gleichfalls ungefähr den Stand vom Vorjahre aus, der Absatz von Meiallwarcn hat sich in einzelnen Zweigen etwas gebessert. Ebenso ist der Verkauf von Kupfer- und Mcssingtvaren lebhafter gctvorden. Ungünstig ist die Situation in der Maschinenindustrie, allerdings werden aus einigen Betrieben ausländische Bestellungen gemeldet. Der Stand der Kcramindustrie ist unverändert geblieben; dasselbe gilt von der Glasindustrie, in der sich die Ausfuhr im Jänner 193-1 gegen dieselbe Zeit des Vorjahres etwas gebessert hat. In der Bauindustrie herrscht die übliche Saisonruhc, mich in der Papierindustrie ist nach dem guten Dezembergeschäft eine gewisse saisonmässige Abschwächung eingetrelen. In der Textilindustrie, insbesondere in der Bauinwollindustrie' kann man eine Erhöhung der Jnlandsbcstellungen fcststellen, auch in der Wollindustrie ist die Beschäftigung um eine Kleinigkeit besser. Befriedigend ist die Beschäftigung in der Seidenindustric. Staatliche Macht gegen Preissteigerung Prag, 2. März. Der Landespräsidcnt für daS Land Böhmen Dr. Josef Sobotka lud in dem Bestreben, gemäss de.. Intentionen der Regierung im ganzen Land Böhmen ein gleich energisches und wirksames Vorgehen gegen unbegründete Verteuerungen sichcrzustellen, für den 2. März d. I. alle BczirkShauptlcute in Böhmen und die Vertreter des Magistrates der Hauptstadt Prag in den Sitzungssaal der Landesvertretung zu einer Beratung ein, bei welcher unter Teilnahme des Landesvizeprä- fidentcn und der Fachrcfcrenten dcö Landesamtes allen Teilnehmern ausführliche Weisungen über die Durchführung der Regierungsverordnung Nr. 27 S. d. G. u. V. vom Jahre 1934 erteilt wurden. Bergarbeiterstrelk Brüx, 2. März. Auf dem„Kohinoor"- Schachte bei Bruch, der mit seiner Belegschaft von 930 Mann zu den grössten Schächten des ganzen Neviercs zählt, ist heute ein Streik ausgebrochen. Nur die Sicherheitsmannschaf ist eingefahren. Die Ursache dieses Streikes liegt in der Aufteilung von 60 Arbeitern des„Kohinoor"-Schachtes auf einige benachbarte Schächte. D-mStag, g. Ns,, 1034 in I Auszahlung enigegengenommen haben. Auch anderen Banken wurden offene Rechnungen und Schecks StavisktzS, welche oft auf andere Namen lauteten, gesucht. Eine Person, Ivclchc ihre Identität verheimlichte, brachte in das Ministerium dcS Innern 300 weitere Scheckbücher. Kesser Alctendtebstahl im stavisky-Prozesi J. WlJnSC^ ,e' esranlrTie an Deputierte aus dem Postministerium !-!«> 11 Kterfud|nuncto n^rii b*n o m' l ltrtritl, hnf, rr brr unrlanrrnrnri MH birb..! gg«'E!«"<■?l«iKi»ri„„l„.,Mr m»n, b«f. bir Crfftm- «»»»««Ich«.!--!»-, mH brirrn Stbbiftt, in terstLtzt hatte."" Kandidaturen er ossenpchtiich auch flnanzirll» n- d e n sind und'düs^kcine"-^ b J C Originale dieser Depeschen v e r s ch w n n- '' reine>.pnr dericlbrn.n den, betreffenden Amtsarchiv zn finden ist! 700 Scheeles photographiert -- Lyonnais wurden bereits 700 cschccks photographiert, lvclche Stavist» durch Vcr. nultlung dieser Bank auözahlen liess und insbe. sondere die ans der Rückseite der Schecks befindlichen Unterschriften scncr Personen, welche die Schwere Verdachtsmomente gegen Staatsanwalt Pressard D"’'or.W6°'>’'"ÄS»*«’"*? nC Äaler auf dCT > e roo derner e» SttentaA« ffhSn£ u fa\\, 1* gatme W. a« ule Ä a utt Die Blatter dringen darauf, dass eine genniic Untersuchung bezüglich der Rolle vorgenommrn werde, welche der ehemalige Tbrrstaatsanwall Pressard, rin Schwager dcö gcivescncn Ministerpräsidenten Chnntcmps, bei der Untersuchung und den Nnterdrückimgoversuchen der Betrügereien s StaviskhS gespielt halte. ES wird behauptet, dass Pressard zweimal, einmal im Jahre 1930 und daö zweitemal im Jahre 1931, verfügt hat, das« der kürzlich ermordete Rat P r i n r c das Ge- richtöverfahren gegen Stavistv ivegrn dessen Betrügereien im Jahre 1926 e i n st e l l e, da er sich — Wie er sagte— als Vorgesetzter Princes s e l b st die Untersuchung derselben Vorbehalte. Pressard bewirkte, dass das Verfahren bezüglich der Betrügereien TtavistnS im ganzen l Omal vertagt wurde, und wälzte die Schuld auf den Rat Prinee. Dieser fand aber kurz vor seinem Tode d i r Originale der beiden Sch reibe n PressardS, teilte ihre Auffindung srinrnl Borgrsrtztrn mit und äusscrlc sich diesbezüglich auch gegenüber seinen Kollegen. Gerade an iseinrm TodcStage sollte er die ganze Angelegenheit amtlich b r- > a n n t g r b e n. Frau Stavisky verhaftet Der Untersuchungsrichter hatte heute Fran Staviskh zu einem Brrhör geladen. Rach Br rndignng der Bernrhmnng, die nicht sehr lange dauerte, wurde Frau Staviskh verhaftet. kln Stavlsky In Kleinformat Der Direktor Saint BI a n c at des Comptoir general d- Bourse, eines Bankgeschäftes, das auch in der Provinz einige Filialen befass, lvurdc wegen Bertrancnsinissbrauchcs verhaftet. Der Verhaftete ivar bereits früher in Paris und Nantes ivcgcn unbefugter Ausübung des Bankge- ivcrbeS verurteilt lvordcu. Er soll mchrcrc Millionen Franken zum Schaden seiner Kunden untcr- I schlagen haben. Lord Eden referiert London, 2. März.(AR.) Lordgehcimsiegclbewahrer Eden, der heute nachts von seinem Besuche in Berlin, Paris und Rom znriickgekehrt ist, erstattete über seine Bcrliandlnn- gen dem Premierminister M a e d o n a l d, dem Borsitzenden des Geheimen Rates B a l d- w i n nnd dem Ans«enministcr Sir John Simon Bericht. Die Ergebnisse dieser direkten Fühlungnahme nnd der Berhandlnngen über die Ab- rüstungsfragcn, wie sie im britischen Memorandum enthalten waren, werden in der nächsten Woche vom Kabincttsrat geprüft werden. Dem amtliche» britische» Radiodienst zufolge erklärte Eden nach seiner Rückkehr, dass seine Reise erfolgreich war, da zahlreiche Schwierigkeiten und Missverständnisse beseitigt wurden. Lord Eden ' sprach die Hoffnung ans, das» nun in kürzester Zeit genau bekannt sein tvcrdc, welchen Stand- punkt die crtvähnten drei Mächte zn allen Em- zelheiten deö britischen Vorschlags einnehmen. Die in diese Reise gesetzte» Hoffnungen haben sich also voll erfüllt. Die französische Regierung konstatiert in Ihrer gestrigen amtlichen Erklärung über die Pariser Besprechung Lord Edens, das; Pans mm daö britische Memorandum im Lichte der nachträgliche» Informationen und Aufklärungen prüfe» werden, die von Lord Ede» gegeben wurden. Der Pariser Korrespondent der„TimeS" sagt u. a., die britischen und die italienischen Borschläge würden selbst, wann Deutschland ihnen zustimmte, vom französischen Standpunkt ans noch viel zu wünschen übrig lassen. Die italienische Politik werde insofern günstiger beurteilt, als die britische, als sic eö Frankreich ermöglichen würde, sc i n e schwere» R ü st u n g r n zu behalten. Aber ans den Vorschlag, dafür sollte rin teilweises Aufrüsten Deutschlands zngelasse» werden, antwortet man, man könne seine Aufrüstung nicht rechtlich umgrenzen, d a m n n nicht iv i s s r, tuic weit c ö e v e n t n e l l schon ausgerüstet habe. Der Korrespondent schreibt weiter, die französische Negierung stehe jetzt vor der Wahl, entweder die britischen nnd italienischen Vorschläge rundweg a b z n l e h- n e n oder ei» K o m p r v in i ss anznnchinrn, das sich auf diese Anregmigen stütze. «eite» denn dafür der Firma. bürgt mir der Name Der Fabrikant einer Dafür bürge ich wirklich guten Ware hat es nicht nötig, seinen Namen zu verheimlichen. In diesem Fall prägt er ihn in jedem einzelnen Stück Seife ein: Schicht Hirsch-Seife. Dieser Name wurde zum Begriff stets gleichbleibender Güte. Die tüchtigen Hausfrauen unter meinen Kunden erkenne ich sofort. Sie waschen immer mit SCHICHT SEIFE Die Aufrüstung auf dem Marsche England baut neue Flugzeuge* Eskaders London, 2. März.(Reuter.)' DaS prälimi- nierte Budget sür das Militärflugwesen Gross- britannienö sür daS Jahr 1931 weift eine Ge- samtzisfcr von 17.061.000 Pfund Sterling ans. d. i. gegenüber dein Voranschläge im Jahre 1933 um 135.000 Pfund Sterling mehr. DaS präliminierte Budget umfasst den Bau von vier ergänzenden Flugrskadrlllen, darunter zwei für die Verteidigung des Landes mit hinein kleinen Aktionsradius, eine ESIader schwerer HhdroavionS, welche sür den llebcr- srrdienst bestimmt und mit einem rrossen Ak tionsradius versehen ist, und eine Eskader von Marineflugzeugen znr Ergänzung der Bom- bardierungs-Estadrrö ans den Mntterschisfrn. Dieses Bauprogrann» sür die Kriegsslugstreitmacht Grossbritanniens ergänzt die Luslschisfahrt auf 81 EükaderS deö reguläre» Flugwesens nnd aus 13 EsladcrS deö lediglich für die Verteivi- gnng des Landes bestimmten Flugwesens. Der Minister für Flugwesen, Lord London- d e r r t>, hob in seiner bei der Bndgetberntung gehaltenen Rede hervor, dass die Interessen der Sicherheit deö britischen Reiches eö der Regierung nicht mehr gestatten, das bisherige Programm Weiter bciznbehnlten, welches das britische Flug- lvescn in einer dauernden Jnscriorität erhalt. Amerika ergänzt Kriegsmarine Washington, 2 März. Der Senat beschloss, dass am nächsten Dienstag über dir Gc- setzcSvorlage abgestinnnt werden soll, dir Kriegsmarine der Vereinigten Staaten ans den Stand zu ergänzen, der ihr durch den Londoner Vertrag zugebilligt wurde. Der demokratische Senator William King aus lltab, der bisher die Durchführung des Bauplans der Kriegsmarine immer- fort hintanzuhnltrn versuchte, hatte diesmal keine Einwendungen gegen die Pläne dcö Senats. Qualität statt Quantität In der französischen Luftflotte Paris, 2. März.(Havas.) Die französische Regierung hat gestern den beiden.Kammern einen Gesetzentwurf betreffend die Oieorganisation der französischen Lustschifsahrt unterbreitet. Die amtlichen Kreise erklären nunmehr hiezu» dass die Regierung kcineülvcgS die französische Lustschif- sahrtswehrmacht vergrössern. sondern durch dieses neue Gesetz lediglich die Ouanlitätspolitil durch die QualitätSpolitik ersetzen will. Die neue Regierungsvorlage zielt keineswegs auf eine Erhöhung der Zahl der französischen Kampsflugzeuge, sondern nur ans ihre Erneuerung und auf die Modernisierung des Flngmaterials. Um die Reoierungsbildiino in Spanien Madrid, 2. März.(Reuter.) Der Präsident der Oiepublik hat den Führer der Oladilake» Partei, Lcrroux, lvieder mit der Kabinettsbildung beauftragt. Lerroux, der die Mission annabm, will versuchen, eine Oiegicrung ans Mitgliedern der eigenen Partei, der katalanischen Liga und der Agrarier zu bilden. ®cüe 4 SamStag, 3. Mär- 103*4 «r. 52 gegen Zahnstein 1.'Ia^w Der Rote£>an3. am 28. Feber seinen Verletzungen erlag. i Dampfer erfasst und getötet, schon so weit sortgefchritten» halten wird, die Eingeweide das du lebst, und mit dir lebt was an bartem Willen, Sendung zu erfüllen, im Mensche» aufwärts strebt. halb der Borturnerprüfnitg! Es feblen uns da noch aus einigen Bezirken Berichte über die bereits getroffenen Vorbercitunncn.(Datum, Lokal, Prüfungskommission usw.l. Wir bitten nm umgehende Mitteilung. Tech» nischcr Hanptansschus; und Bezirkserzieher sind uns für eine strikte Durchführung der Vorturnerprüfnng bcranttvortlich! wurde. Dem KonsulntSpersonal gelang es zwar, den Angriff abznschlngen, doch wurde in der Nacht gegen das Konsulatsgebände ein scharfes Niaschincugcwchrfeuer, bei welchem vier englische Untertanen, Europäer, schwer verletzt wurden. llntcr ihnen befindet sich mich ein englischer Chirurg. TerKonsulätodiener, ein Eingeborener, wurde erschossen. wirklich schön! Das macht die regelmäßige Pflege mit Kalodont. Der Kalodont-Schaum dringt selbst in die kleinsten Zwischenräume und entfernt alle schädigenden Unreinheiten, auch wenn sich die Zähne noch so eng aneinanderreihen. Durch Kalodont bleiben Ihre Zähne gesund, denn cs enthält als einzige Zahncreme in der Tschechoslowakei das wirksame Mittel gegen den Zahnstein: Sulforizin-Oleat nach Dr. Bräunlich. Todessturz auf dem Polizeipräsidium Ein furchtbarer Selbstmord hat sich gestern vormittags auf dem Prager Polizeipräsidiunt zn- get ragen. Dort führten Detektive einen Verhafteten, den Kommunisten Franz K a d l e c, die Treppe hinauf zur Abteilung der Politischen Polizei. Im zweiten Stockwerk ritz sich Kadlec plötzlich von seinen Begleitern los, schwang sich über das Treppengeländer und stürzte hinunter in den Sticgenschacht. Dort blieb er bewusstlos liegen. Ein Rettungswagen brachte den Mann ins Allgemeine Krankenhaus. Dort stellte man fest, das; Kadlec bei dem Sturz in die Tiefe schwere Kopfverletzungen davongctragen hat. Sein Zustand ist hoffnungslos. Der Kommunist Franz Kadlec war verhaftet worden, weil er im Verdacht stand, sich gegen das Gesetz zum Schlitze der Republik vergangen zu haben. Noch fünf andere Personen, darunter ein Ausländer, sind in dieser Angelegenheit nnd auch ivegen Spionageverdachies, fcstgenommcn worden. Die Verhaftung des Kadlec sollte geheim gehalten werden. Der fascistische Putsch der Negierung Dollfus; Hai nicht nur die Organisationen der österreichischen Genossen zerstört, sondern auch ihre Presse vernichtet. Einige der Arbeiterblätter wurden von den Fascistcn in Besitz genommen nnd sollen nun die Aufgabe erfüllen, die nichtunterrichteten Arbeiter bei der Stange zu halten. Andere Zeitungen erscheinen überhaupt nicht mher. Einige Blätter der österreichischen Arbeiter waren zugleich Zeitschriften der sudctendeutschen Arbeiterbewegung. So die„Unzufriedene", der„Rundfunk" und die„Bunte Woche". Auch der„Kuckuck" war als gemeinsames Organ der österrcichischen und sudetendeutschen Genossen erschienen. Die Partei hat cS als ihre Pflicht erachtet, de» Bestand dieser Blatter z» sichern, sotveit, wie beim „Kuckuck", nicht unüberwindliche technische Schwierig- kciten vorhanden waren. In einem Zeitraunc von knapp vierzehn Tagen mussten neue Redaktionen eingerichtet und ein neuer, uinfangreicher Vertreibungsapparat ausgcbmit werden. Wenige Tage, nach der Gleichschaltung in Oesterreich gelangte die„Unzufriedene" ivieder in die Hände der Leserinnen, die sich davon überzeugen konnten, dass es das alte, ihnen licbgewordcnc Blatt geblieben ist. War schon die Herausgabe der„Unzufriedenen" in einein so kurzem Zeitraum bei dem kleineir Apparat unserer Bewegung eine ganz ausserordentliche journalistische und verwaliungStechnische Leistung, so ist diese Anerkennung in noch weit höherem Masse für daS rasche Erschcincnlassen des„Rundfunk" und der„Bunten Woche" nm Platze. Der„R u n d f u n k" hatte schon vor der österreichischen Katastrophe eine beachtliche Auflage, die immer weiter stieg. Die Billigkeit dcS Blattes und sein gediegener Inhalt warben selbst für ihn. ES war die einzige deutsche Funkzeitschrist der Republik, die für Demotraten in Betracht kam. Zwei Ausgaben mussten ausfallen; in diezxin kurzen Zeitraum hat Sozialistischer Jugendverband Der für 1. und 2. April nach Komotau einberufene Verbandstag musste wegen der österrcichischen Ereignisse verschoben werden. Er findet am 20. und 30. April in den Parksäleti In Komotau statt. Die März-Folge der„Sozialistischen Jugend" erscheint alS Ber- bandStagsnummer einige Tage später Der Berbaitdsvorstand. uug Wilf „Rundfunk" und„Bunte Woche" wieder erschienen Drei Steinbrucharbeiter erschiaxen S o S« o w i r e, 2. März. In den bekannten Steinbrüchen bei Bojkovice in der Nähe von Soouowice ereignete stch am Donnerstag ei» schwere» Unglück, das zwei Todesopfer forderte. Drei in den Brüchen beschäftigte Arbeiter wurden von einer niedergehenden Sandwand verschüttet. Während der eine Arbeiter nur noch alS Leiche geborgen werden konnte, verstarb der zweite kurze Zeit später. Der dritte Verunglückte wurde in hoffnungslosem Zustande ins Kraulen- haus geschafft. lägcsio&lrclttn An(Europa Neige elirfurwlevoll dein Hnnvt. Schnitter Tod band reiche Garben. Deine besten Söhne starben. Kämpfend, babrn str geglaubt, An dich, Europa! Freiheit stolzen Menschentums Solltest du mit SiegeSgebärde Tragen über alle Erde Als rin Diadem des RubmS. Und du, Europa- Tiei aus deinen Völkern brach Sednfncht auf in bellen Flammen. Mörser schossen sie zusammen. Fbr Trinmpd ist eine Schmach Für dich, Europa! Und du liehest eS geschebn. Statt die Völker zn begnaden Liehest du auf Barrikaden Die dich liebten, uutergebn. Stirbst du, Europa? Nein, Alle», Eine Stark Hör rS, Europa! Hör und sich! Neck hoch das Haupt. Fahnen rauschen. Pulse schlagen, lieber alle Totenklagen Siegt der Mensch, der an sich glaubt. Wach auf, Europa! Freiheit stolzen Menschentums Soll die Böller einst beglücken, Soll die ganze Erde schmücken Als rin Diadem des Nuhmv Durch dich, Europa! Vom RuiracSfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Samötag Prag, Sender L. 0.15: Gymnastik, 10.05: Deutsche Nachrichten, 17.25: Tschechischer KonversationSkurS für deutsche Hörer, 18.10: Deutsche Seudung: Jugendstunde: Unser erster PhotoanSflug, 10: Deutsche Presse.— Sender S.: 14.80: Tanzmusik, 15.10: Deutsche Sendung: E. Janetschek: Musikalische Zeitgeschichte, 15.-10: Dr. Adler: Kulturrelies, 15.50: Deutsche Presse, 10.05: Trampenlicdec.— Brünn. 11: Arie aus„Carmen", 18.15: PiolinsoloS, 10: Deutsche Presse.— Mähr.-Ostran. 16: Orchesterkonzert, 21: Bunter Abend.— Presibnrg. 21.10: Operette aus dem Atelier. Vom Lift zerquetscht Aussig, 2. März. Heute gegen 6 Uhr abends ereignete stch im Hofhau» Riunionc Versicherungsgesellschaft in Aussig ein schweres Unglück, das leider tödlich verlief. Der Hausmeister Wolf war mit dem Putzen des Ansznggilters im zweiten Stockwerke beschäftigt, I als der Lift in voller Fahrt von de» oberen Ole schossen des Hauses kam, Wolf erfaßte nnd gegen des Gitter quetschte. Der Unglückliche war ans der Stelle tot. Eine Gerichtükonnnission erhob eine Stunde später schon den Tatbestand. Welche Feststellungen sie machte, konnte bisher nicht ermittelt werden. Die Uebersührnng drS Toten aus den Anstiger Friedhof wurde angeordnet. Der Hausmeister Wolf war seit 1. Juli v. I. im Gebäude beschäftigt, ist verheiratet und hinterlässt ein zwölfjähriges Mädchen. Ueberfall auf britisches Kons lat in Turkestan. New Delhi, 2. März.(flleutcr.) DaS britische Konsulat in der alten Stadt Kaschaar in dem ostchinesischen Turkestan wurde von Mitgliedern eines in Lstturlcstan ninhcrzichcndcn wilden Stammes überfallen. Zu diesem llebcrsalle kam cs während einesKampfes, welcher zwischen den angreisenden Stämmen der Anditschnrer nnd Kirghisen nnd dem Tnrgen-Stamm geführt Das„Kleine Blatt", das früher von der österreichischen Sozialdemokratie heranögegcbenc Tagblatt, ist nun wieder erschienen, und zirar"unter der gleichg Fritz Robert. der alten Drw Arbeiterschaft äusserlich daö'c merkt jeder 2 Vlalt" ist, vbz, Redaklion dabo NW das len ivuri ab: früher. Allerdings das alte„Kleine vom 1. März die reist, lvie stürmisch dererscheinen in Blatt begrüsti herigen Lesern, cs bestimmt ist, nbr'.t„Theater", ^Nachtlokale, wie Mouliu Rouge, Sonntag: Prag, Sender L.: 7.30 Karlsbader Frühkonzert. 0.35 Tschech. Arbeitersendung. 10.05 Klavierkonzert. 12.15 Die Meerschlange von Loch Nest, 14.15 Soziale Informationen. 16.20 Sinfonisches Konzert. 18.35 Deutsche Sendung: F. Raimund: Der Verschwender. 10.00 D e n t s ch e N a ch r i ch- t e n. 10.30 Heitere Musik. 20.30 Konzert der tschechischen Phllhannonie. 22.20 Deutsche Nachrichten. Sender S.: 14.30 Deutsche Sendung. 1-1.50 Arbel- terfnnk: Ludwig Spitzer: Reportagen. 15.00 Kompositionen für Viola nnd Klavier, 15.15 Erzählung von Gogol.— Brünn: 9.15 Lieder, 10.00 Aiolin- koinpositionen. 18.00 Deutsche Sendung: Zinn 100; Geburtstag Smetanas.— Miihr.-Oftrau: 0.15 Unterhaltungskonzert.— Kascha»: 16.00 Konzert der Kaschauer Sendestation.— Berlin: 16.00 Orchesterkonzert.— Breslau: 18.05 Balalaika« Konzert.— Frankfurt: 15.00 Chorkonzert.— HellSberg: 22.55 Orchesterkonzert.—Wien: 11.20 Sinfonisches Konzert, 15.30 Kammermusik. 10.25 BrahmSkonzert. 3 1 man das Blatt schmerzlich vermisst. Ilm so mehr ist mau erfreut, dast der neue alte„Rundsunl", der sich socben-seinen Lesern vorstellt, in weitaus schönerem Kleid nnd grösserem Ilmsaug erscheint. Den reichhaltigen Unterhaltimgüteil hat der„Rundfunk" mit der „Bunten Woche" gemeinsam. Das Format ist handlicher alS früher, die Anordnung der Programme viel übersichtlicher, der Druck klarer nnd gesälliger. Unsere Funkfreunde werden sich der Aufgabe, für den „Rundfunk" zu werben, sicherlich freudig unterziehen. Die„Bunte Woche" hat, bis auf die ge- ringsügige Acnderung im Titel, ihr altes Kleid beibehalten. Der bunte, gediegene Inhalt, der ihr in der kurzen Zeit auch bei uns so viel Freunde gewann, wird in noch besserem Druck als früher dargeboten und auch die Bildwiedergabe hat stark gewonnen. Bei jung und alt hat die„Bunte Woche" Zustimmung gesunden; sie wurde von den Lesern immer mit Spannung erwartet und ihre NeuauSgabe wurde von ihnen stürmisch gefordert. Die Freude über die neue „Bunte Woche" wird allenthalben sehr grast sein. Beide Blätter bringen iir ihren Geleitworten das Bestreben zum Ausdruck, den österreichischen Genossen, die nun von jeder unabhängigen Publizistik abgeschnitten sind, zu"dienen. Ein materieller Gewinn, den die Blätter etwa abwerfen, dient zur Iln« terstützung unserer österreichischen Kampfgenossen. Dies und das Versprechen der Blätter, sich zu bewahren als das Gut und Erbe der österreichischen Freunde bis zu dein Tage, da sie wieder in Oesterreich werden erscheinen können, verpflichtet»ns alle zu den grössten Anstrengungen. Die Redaktion und die Verwaltung der beiden Zeitschriften werden, da» kann inan nach dein Crscheineir der ersten Nunnneru sagen, das ihre hm. Jetzt liegt es an den Lesern und Beziehern, jetzt liegt es an den Mitgliedern und Freunden im sndetendentscheu Gebiet, den„Rundfunk"" nnd die„Bunte Woche" zu noch grösseren und schöneren Zeitschriften zu gestalten. s geschalteten Redaktion eines Herrn K i r ch n e,r. Gedruckt wird cö in ckerei, welche die Vaterländischen der einfach gestohlen haben und hat cS elbe Aussehen wie scr, dast cS nicht var in der Folge ui zu erzählen li kalt bei seinem SS Wien wurde. Möglich, das; wurde, aber nicht von seinen bi nicht von Arbeitern. Für wen lehrt cin cinsacher Blick in die R wo ausgesprochene Champagner, Kasino-Theater, Femina und empfohlen ircrden. Wahrscheinliches Welter Scmstng, de» 8. März: Noch immer unbeständig bei vorwiegend Radio östlichem Winde. Fm Westen der Republik keine| | Aus üer Hrbeiter-Turn- und Snndbeniegung „Mr maAn eine Mder-AMlngrseler!" Unsere fünfte Materialsaminlung ist soeben erschienen nnd enthält viele Lieder, ernste nnd heitere Rezitationen, Sprcchchöre, Anleitungen für Turnübungen nnd Tänze, esne FrühlingSrede usw.; es reicht wohl mif zwei solche Veranstaltungen. Restliche i Exemplare werden— nach Einsendung von 5 Kä an 1 alle unsere Vereine abgegeben. Bestellungen und Bc- ! trag sofort absenden! Nächste Matcrialsammlungen ! erscheinen am 20. Niarz(1. Riaifeiern im AtuS) und I ain 10. Mai(In jedem AtuS-Vercin eine Jugend- ! weihe). Wir ersuchen uns jetzt schon ans diese neuen z Sammlungen Bestellungen einzusenden, nm die Auf- 1 lagenhöhe feststellen zn können. Für beide Matcrial- ! sammlungen ist der Betrag von 10 KC rechtzeitig zu übermitteln. Die„Seeschlange" von Loch Neß— kein Fabeltier! Eine seltsame Tierlcichc am Meeresstrand. P a r i S, 2. März. Der Professor der natur wiffenfchastlichen Fakultät Corlnere, der eine nm Strande von O.ncrmieville vom Meere ans Land gespülte, riestgc, acht Meter lange Ticrleich? I untersuchte, erklärte, das? cs stch nicht nm cin prähistorisches Ungetüm handle, sonder» offensichtlich nm eine sehrseltene Gat t u n g v o n Walen, dem sogenannten Htzpcrodo»(deutsch: I Dögling oder Entenwal ans der Familie der Zahnwale), der auch heute noch, wenn auch in geringerer Zahl, in den nördlichen Gebieten des atlantischen Ozcans vorkomint. Corlnere kann stch aber nicht erklären, dass der Kopf der Tierlcichc eher dem Kopfe eineS K n m l cS ähnelt und das» der Körper mit s ch w a r z e m, gern c l l t c m F l a u m bedeckt ist. Das Tier wurde offenbar von einem Die Verwesung ist das» cS sehr schwer zn untersuchen. wesentlichen Niederschläge und Tcmpcratnr ohne erhebliche Aendcrung. Im Osten strichweise Schauer und später etwas kälter. Unwetter über Italien. lieber ganz Italien liegt eine neue sehr schlechte Wctterperiodc. lieber dem Adriatischen Mecr lvütet heftiger Sturm. Die Schiffahrt ist eingestellt. Zahlreiche Schiffe, die ihren regelmässigen Dienst antraten, sind nach wenigen Stunden in ihre Heimathäfen zurückgc- kelnt. Ganz Ober-Italien meldet heute äusterst schlechtes Stnrmwetler. Ter starte Sturm hat in Verona an zahlreichen Gebäuden und Häusern schwersten Schaden verursacht. Verschiedene Personen tvurden durch von den Häusern herabstürzende Ziegel verwundet. Tie Tribüne des grössten ! Sportplatzes tvurde vom Sturm erfasst und iveit > fortgetragen. Ter Verkehr ist überall stark behin- . der!. Von der Riviera und auch von ihrem Hin- , tcrland werden ebenfalls heftige Stürme und sehr starte Schneefälle gemeldet. Im oberiialienischen Alpengebiet ist allerorts Neuschnee gefallen. Vater vergistct sein Kind ans Verzweiflung. In der Gablonzer Gegend vergiftete am Mitt- | lvoch der beschäftigungslose Arbeiter Ludwig Schmerz sein neugeborenes Kind. Schmerz batte in den letzten Wochen furchtbare Not gc- > litten. Er, seine Frau und das anderthalbjährige I Kind hungerten buchstäblich. Da man den - Mann, der bereits Schulden machen mutzte, kei- ' neu.Kredit mehr gab, tvutzte er nicht mehr ein noch ans vor Sorgen. Am Montag gebar ihm seine Frau das zweite Kind. Schmerz tötete eö au- Verzweislung über seine trostlose Lage. Earncra— SchwergewichtSwcltmeister. Don- ' nerötag abends verteidigte der italienische Ricscn- boxer, SchlvergcwichtSwellmeistcr Primo Carncra in Miami seinen Titel gegen den amerikanischen Herausforderer Tomnm Lvnghran. Camera lvurdc I nach 15 lltunden zum Sieger ertlärt. Absturz eines Bata-Flugzeuges. Am Donnerstag nachmütags stürzte zwischen B i l e m o- v i c und I e d o v n i c das Geschäfts-Flugzeug I der B a 1 a- W e r k e A 38 ab. Zum Glück trugen lveder der Pilot noch der ihn begleitende Telegraphist erhebliche Verletzungen davon. Cin SA-Mann erstochen. In T i l s i t wurde der Stnrmmann Albert Stiegel vom Sturm 18/41 der Tilsiter SA in der Nacht vom 23. zum 21. Feber nach einer Auseinandersetzung von einem angeblichen Konmmnistcn durch einen Messerstich in den Bauch so schlver verletzt, dass er Sehr fromm— aber prausam... Los Angeles, 2. März. Der hiesige bekannte Bürger David Hutten erreichte gestern die amt-1 liche Genehmigung der Treu n n n g v o n seiner Fra u, welche unter ihrem Mädchennamen j Ainu! Sempl McPherson allgemein bekannt ist und? Predigerin des Evangeliume ift. I Das Gericht anerkannte die Berechtigung der Klage des Gatten, welcher sich über die seelische G rausamkeit seiner Frau beschwert; hatte. Fran McPherson zog ihre Gegenklage i zurück nnd n n e r l a n n t e die Gründe der Klage_ ihres Mannes. 12 9!r. 52 SamSfag, 3. März 1934 «Seift 5 Und noch einer... „Rnuö mit beut 3»bcitlitntiitci...! Der Schlagerlvmponijt Willi) R v s e n war vor Beginn der braunen Gegenrevolution ein Mann, der Unter Tendenzen und einer nichtari- schen Grossmntfer dringend verdächtig Ivar, lieber« raschend schnell wusste er sich in den Märziagen gleichzuschallen und Anschluss an die erwachten Barbaren zu finden. Eine Zeitlang gestatteten die Hitlerianer dein Gesinnungöathlctcn, weiter zu spielen, vorgestern jedoch ist die Bombe geplatzt. Im„K a b a r e t t der 5k o in i k e r", in Berlin,in dem Rosen zur Zeit ein Gastspiel absolviert, lam cä während der Darbietungen zu einem R i e- s e n s k a n d a l. Ein SA.-Trupp bildete Sprechchöre, beschimpfte Rosen auss wildeste und brüllte immer wieder:„R ans mit de m Juden- I U m in e l nach P a l ä st i n al" Deö Publi« luniS, das glaubte, die SA. würde zu Gelvalttä- tigleiten schreiten, bemächtigte sich eine Panik. Biele verliehen fluchtartig das Theater. Die Darbietungen Rosens mutzten abgebrochen werden. Davon abgesehen, das; der gesinnungslose Gleichschalter Rosen bestimmt nichts besseres verdient hat als den Terror-Fusstritt der SA.'Banditen, ist der Vorfall, der in Berlin grösstes Aufsehen erregte, bezeichnend dafür, dass die handgreifliche Judenhetze im braunen Barbarenland lvieder ansznleben beginnt. Die einen prassen, die andern hungern auch im Zuchthaus. Rem?)ort, 1. März. Kommissar MacCormick gab bekannt, dass im Zuchthaus und Hospital aus der in städtischem Besitz befindlichen Welfera-Jnsel während der letzten achttägigen tlnwetterperiode dauernd B e l a g e r u n g s z n stand geherrscht habe. Die Wache habe infolge von Unruhen und beginnender Meuterei fortgesetzt Ausnahmedienst versehen müssen. Eine kürzlich vorgenonnnene Besichtigung der beiden Anstalten habe aufsehenerregende Enthüllungen ergeben. N u in s ch m u g g- ler und R a n s ch g i f t h ä n d I e r beherrschten die Zuchthausverwaltung und sührten ein W o h l» l e b e n, während weniger glücllickere Insassen hungerten. Wie der Kommissär weiterhin mitteilte, sei oine Explosion im Hospital des Zuchthauses, durch die die Heizanlage äusser Betrieb gesetzt wurde, der unmittelbare Anlass zu den Auö- schreitungen gewesen. Die Unruhen hätten sich dann über das ganze Zuchthaus auSgebreitet. 1300 Sträflinge hätten sich erhoben und gegen die schlechte Verpflegung pro- testiert. Die Gefangenen hätten die Speisen von den Tischen heruntergestotzen und laute Verwünschungen auSgernfen, bis schliesslich die Wache im Speisesanl erschienen sei und strenge Massnahmen angedroht habe. Furchtbare Explosion in einer Kaserne Bukarest, 1. März.(OR.) Wie aus P l o e ft i mitgeteilt wird, explodierte dort heute ein Sack mit Explosivstoffen, der im Hofe der dortige» Kaserne vergraben war. Ein Rottmei- st e r wurde getötet, ein Ober st sowie ein Leutnant und zehn Soldaten wurden verletzt. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Ein schweres Erdbeben von kurzer Dauer treignele sicki in der südcknlenisclien Stadt Valdivia. In Temnee wurden ebenfalls Erdstöhe von einer Minute Dauer verspürt. Die Verbindung zwischen Santiago de Chila und Valdivia ist unterbrochen. Ueber die Zahl der Opfer und sonstige Einzelheiten ist noch nichts bekannt. Berlängening des Moratoriums bei der Gen« Iralbank. Es wird uns mitgeteilt: Die Realisierung der Aktiven der Centralbant der deutschen Sparkassen in der Tschechoslowakischen Republik wird mit allem Nackidruck betrieben. Die Aufsichtsbehörden verfolgen genau den Gang der diesbezüglichen Tätigkeit, welche durch die gegenlvärligen wirtschaftlichen Verhältnisse gehemmt wird. Aus diesem Grunde wurde seitens des Finanzministe- riums das Moratorium bis zum 31. Dezember d. I. erstreckt. Jin übrigen wird auf daö vor einigen Tagen in den TageSbläiiern erschienene Kom- muniauee der deutschen Regierungsparteien über die beabsichtigten Mahnahmen bezüglich Sanierung der Centralbank und deren Zukunft hingewiesen. Grfchßchten ans dem Grünewald Ein Berliner Schupomann stand dieser Tage ver der schwierigen Aufgabe, allein eine Ansammlung von Menschen, die keinen nationalsozialistischen Eindruck machten, zu zerstreuen. Gummiknüttel, Pistole, überhmzpt Waffengewalt anzn- weuden, schien ihm nicht ratsam. Die Uebermacht hätte ihn überwältigt. Er dachte nach, und wie er so nachdachte, kam die Erleuchtung: Er trat auf die Leute zu, nahm den Tschako vom Kopf und sprach:„Bitte, eine Gabe für die Winterhilfe!" — Im Nu Ivar der Platz menschenleer. In einem Zirkus in Berlin sollten sich auf Geheiss des Dompteurs drei Elefanten niederfetzen. Die Dickhäuter machten sich aber nichts aus den Führergnalitäten ihres Herrn und blieben alle drei stehen. Da sprang ein Herr aus dem Publikum in die Manege, flüsterte den dreien was ins Ohr und alle dreie fetzten sich nieder. Voll Bewunderung fragte der Dompteur den Unbekannten, wie er das angestellt habe.„Aber ganz einfach," antwortete dieser.„Dem ersten Elefan ten sagte ich, der Goebbels würde nie mehr eine! Rede halten, dem zweiten der Goering nie wieder eine neue llnisorm sich anziehen, dem dritten, der Rohm stünde hinter ihm." Zwei Juden schimpfen laut aus den Führer. Ein SA-Mann hört es und will sie verhaften. Auf die übliche Ausrede, sie hätten ihre n Führer Moses gemeint, der sie aus Aeghpten, wo sie englische Untertanen wären, geführt hatte, läht der SA-Mann von ihnen ab, sagte aber:«Nächstens meliert nicht so zweideutiges Zeug herum. Es könnte schief ausgehen!" Darauf der eine Jude: „Zweideutig? Sehr gutl Herr Oberstandartenführer, wenn die Frage erlaubt ist, an welchen Führer haben Sie eigentlich gedacht?" Bahnimsnll- Gestern um 5 Uhr srith fuhr der Lastzug Nr. 1170 auf den Lastzug Nr. 8263 aus, der auf dem Frachtenbahnhof in VrSovicc stand. Zwei Waggons sind umgesiürzi. Ein Bremser erlitt leichtere A b s ch ü r s u n g e it. Der Personenverkehr ist nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Ursache des Unfalles wird ermittelt. Ttudentenielvsiinorb. In der Nacht zum Freitag hat sich der'-8jährige Student der Rechte Jaroslav N i m e e in der Wohnung seiner Eltern in Prag-Weinberge das Leben genommen. Er schoss sich mit einem Revolver in den Mund und war auf der Stelle tot. Die Eltern des Studenten sagen, dass ihr Sohn die Tat aus Schwermut und gestörtem seelischen Gleichgewicht begangen hat. Von der Arbeit nicht zurückgekehrt. Am Freitag abends wurde der Banarbeiter Wenzel Dvorak aus ZiZkov, Kaplibovä 16, von seinen Angehörigen vergeblich erwartet. Der sonst so Pünktliche erschien nicht zur gewohnten Zeit. Nachjrage bei der Polizeidirektion ergab, dass Dvorak, der am Bau des Hauses „Zdenka Domina", Prag VII, Lethradska 7, milar- beitete, vom Gerüst gestürzt war, etwa in der Höhe des dritten Stockwerkes. In bewnsstlosem Zustand schaffte man ihn inö Allgemeine Krankenhaus Auf der Klinik Schlosser wurden schwere innere Verletzungen und mehrere Rippenbrüche bei Dvorak festgestellt. Ein guter Fang. Polizeibeamten ist e° gestern gelungen, einen guten Fang zu machen. Bei einer Razzia verhafteten sie den 28jährigen Joses H n k s a, einen früheren Schneider aus Prag XI. Hyksa hatte int letzten Jahr zahlreiche Geschäftsauslagen geplündert und dabei für mehr als 80.000 KO Waren erbeutet. Der Verhaftete ging mit besonders raffinierter Methode an seine„Arbeit". Er erwartete vor dem jeweiligen Schaufenster, das sein Wohlgesallen erregt hatte, bis ein Auto vorbeikam. Diesen Augenblick benutzte er, nm einen Stein in die Fensterscheibe zu werfen und sich auf diese Weise„Eingang" zu verschaffen- „Weltwirtschaftskrise und Weltwirt schaff Splan" heisst das Thema des Vortrages, welchen das Sozialinstitut der Tschechoslowakischen Republik am Donnerstag, den 8. Mürz 1931. um 20 llhr im Vor- iragssaal des Ministeriums für soziale Fürsorge, sPrng II, Palacköho iii'mt. 4), veranstaltet. Dieser Vortrag wird in deutscher Sprache abgehalten von Dr. Otto N e u r a t h, Direktor des GeseUschaftö- und Wirtschaftsnmseiinis in Wien. Eintritt frei. Einbruch im Karolinenthaler Nathans Prag, 2. März. Zwei nbelbekannte Kassenknacker standen heute vor dem Senat T o m a n unter Anklage des u e r s n ch t e n E i n b r n ch d i e list a h l e s. Als Objekt hatten sich die Einbrecher das Karolinenthaler Nathans auserivähtt. Da ihnen jedoch ein d i r el t e r Einbruch in dieses immerhin bewachte Gel>üude zu riskant erschien, drangen sie in der Nacht vom 1. Feber d. I. in das Haus der K a r o l inen t Haler Bürger! schule ein, die zum Häuserblock des lllathauses gehört- Der Schuldiener P o n p e wurde durch verdächtige Geräusche alarmiert und holte die Polizei, die die Kassenknacker eben in dem Moment überraschte, als sie die Hofmauer zwischen dem'Rathaus und der Schule übersteigen wollten. Man fand bei fhnen eine erstklassige Garnitur modernster Einbruchwerkzeuge. Der 88jährige.Karl Havel und der 2Vjähr!ge Miloslav Jnnk waren wegen dieses Streiches heute des versuchten Einbruches angeklagt. Sie verteidigten sich als alte Fachleute damit, dass sie lediglich die Schule anszuplündern gedachten, wo sich keinerlei Wertgegenstände und auch keine grösseren Geldbeträge befanden. Die Anklage führt denigegeiiüber aus, dass die wohlgeschnllen und erfahrenen Einbrecher sich sicher nicht mit all dem bei ihnen Vorgefundenen Einbruchwerkzengen versehen hätten, wenn ihnen nicht die Magijtratskajse als besonderes Ziel vorgeschwebt hätte. In dieser.Kasse befanden sich 8000 KO in bar und Einlggebüchcr auf den Betrag von 128.000 KO. Das Gericht befand denn auch die, mehr pro forma leugzL'nden, Angeklagten schuldig und verurteilte Karl Hav el zu f ü n s z e h u M o n a- t e tt, seinen Spiessgesellen Jnnk aber zu einem Jahr schweren und verschärften Kerkers. rb. | In den nächsten Tagen erscheint: Zwischen den Weltkriegen 32 Selten mit einer Karte des Fernen Ostens. Die Kriegsgefahr in Asien und dos Schicksal Europas.(Letzter SOS-Ruf für Europa). Jeder lese diese Broschüre! KO 2.— Auslieferung: | Zentralstelle für das Bildungswesen, Prag Xll„ Slezskä 13 Vorträge Max Deri: Bildende Kunst In der„Urania" sprack) am Donnerstag abend Dr. Mar D e r i, einer der begabtesten Kunstpäda- gogcn unserer Zeit, im Rahmen deS fozialdemokrati- KursuS, der die volkstümliche Bchandlung kultureller Fragen zum Inhalt bat, über bildende Kunst. Dies Thema ist besonders subtil und program- matildier Zergliederung sehr wenig zugängkicki. ES gab zwei Möglichkeiten, die Aufgabe in Angriss zu nehmen. Die eine hätte darin bcstandeii, in mehr abstrakter Form das Wesen der Kunst in akademifchem Vortrag aufzuzeigen, gewiss eine lohnende, für die Hörer frnckiibare Aufgabe, bei deren Bewältigung sich auch Weltanschaulid) vielerlei sagen liesse. Dies ideologifdi-polcmisdie Referat setzt allerdings ein ge- Vortelle: rCangenSU, I daß an, tJnre ffl Sc/uiAt dtr ruut,|| nxamatiAcA,« wir/tendc, BERSON CONCAV GUMMIABSATZ 700 anqeßracAt wird. Besonders angenehmes Gehen (durch pncvmatlsche Wlrkunf) Hermetisch anschließend an den Lederabsatx Besondere Haltbarkeit derSpe- zlal-Gumml-Qualität Billiger als der Lederabsatx wisses elementares Kunslwissen der Hörer voraus, das tzekanittermasseit nicht bei sehr vielen vorhanden ist. Dr. Max Deri griff daS Thema von der anderen, clemcitlaren. praktisch-belehrenden Seile an; er schaltete die Anaihse deS Geistigen aus und gab statt dessen seinen zahlreidien, dankbaren Hörern einen mit nngemein gclvandter Dialektik und pädagogi- lchcr Meisterschaft hingelegten Schnellkursus kunft- sonnalifiisdier und kunstverarbeitender Voraussetzungen, der gewiss der sachlichen Präparierung der meisten Zuhörer durchaus angemessen war. Deri ist kein trockener, sachsintpclnder Kunstkenner, sondern ein lvijsender K u n st g e n i e ss e r, der mit der.Kunst lebt und auS dieser Lebendigkeit heraus seine pla- Itischen Jmprovisalione» z» gestalten iveiss. Wie er. in knappster, präzisester Form, Wissen und Kunstver- skehen zu vermitteln vermag, improvisiert und doch überlegt, ist schleckithin vollendet. Was Deri sagte, war gewiss an sich nidit neu, aber in der Art, wie -r eS zu servieren verstand, verriet sich ein bravouröser Routinier im besten Sinne deS Wortes. Reich- baltiges Bildmaterial unterstützte die interessante Lehrstunde auss tresflidiste. Sehr zu begrüssen wäre eS. wenn Mar, Deri in einem zweiten Abend die Wesentlickikeit bildender, moderner.Kunst im Sinne u n s e r er Gesin- n u n g S g e in e. i n s d> a f t durchleuchten und klassifizieren würde. Bei einem Manne von dem künstlerischen Format Max DeriS könnte eS, über l den Rahmen eines geistsprühenden BlitzkursuS weit hinaus, ein aufrüttelnder Abend voll beispielhafter Möglichkeiten werden!»iS. „Demokratie und Parlamentarismus." Vortrag von Senator Tr. Hilgenreiner. Dieser Bortrag in der politischen Schule in Prag enthüllie die Einstellung des politischen.Katholizismus. H. bestritt den Satz: „Herrscher lvaren von Gottesgnaden, die Obrigkeit im Bolksjlaatc tritt auf von Volkes Gnaden", indem er Leo XIkl. verlas:„... Gott hat es so gefügt, dass der Mcichh in die Gemeinschaft geboren wurde, denn nur so kann er volle Entwicklung finden. Daher braucht er eine Autorität, welche somit ihren Ursprung von Goll hat."Ter Herr Professor sagte, wörtlich:„Jede bürgerliche Getvalt geht also aus Gott zurück. Bon diesem Standpunkte aus ijt der Präsident genau so von GotieSgnadcn..." Nun kam der Vortragende auck) auf den Nustrosasctsmus zu sprechen und— was zu erwarten war— er fand alles begreiflich, entschuldigte alles! Tie Negierung Doll- snss ist selbstverständlich and) von Gottesgnaden, denn sic ist ja eine bürgerliche Gewalt. Dollfuss hat»di auch ausdrücklich auf Pius XI. berufen. Tas genügt tvohl. tt. Stadt im Dunkel Schwer tropft der Regen. In Dunst und Nebelschleier gehüllt, liegt das abendliche Prag. Auf der Karlsbrücke kauern sich im Schatten von Kruzifixen Bettler, arme müde Häuflein menschlichen Elends, und strecken bittend, klagend die Hände aus. Nb und zu gibt einer was. Die anderen gehen meist achtlos, in Gedanken versunken oder ungerührt von der Gewohnheit des Anblicks, Weiter. Am Horizont verschwimmen die Konturen des Hradschinö. Eine Turmspitze ragt aus dem Nebel, ein paar Lichter vcrschwiinmen hinter Wolken. ES ist spät. Ein Freund geht mit mir. Er Ivill mir Prag am Abend und in der Nacht zeigen. Der Freund ist hier zu Hause. Man merkt in seinem Zeigen die stille Liebe zu den Dingeik. das Bcrtraulscin mit allem Wcfcntlicheu und Unwesentlichen dieser Stadt. Wir haben den abendlichen Spaziergang an der Peripherie begonnen. Wir sind über die Lctna zur Klcinseite gegangen. Still ist es dort. Schläfrig glimmen die Laternen. Rokolobanten stehen da wie holde Gespinste. Das nächtliche Leben beginnt in der Natio- nalstrasse. Es ist nicht sehr heftig. Der Freund sagt:„Krise, alles die Krise". Das Wort ist international. Und leider nur zu wohlbekannt. Ein paar Lichtreklamen blitzen auf. Wirkliche Helle erst am Wenzelöplatz verbreitend. Und hier ist tatsächlich Grossstadtlebcn. Unbekümmert der fpätcp Stunde bunter Wirbel von Menschen. Sehr verschiedene Menschen. Zwischen Damen im Pelz und leuchtendem Abendkleid, die am Arm ihres Begleiters über allem Irdischen erhaben scheinen, Händler mit verschiedenstem: kandierten Obst- stangcn, Kämmen, Bürsten, ausgeslopften Tieren oder lebendigen Papageien, die wahrsagen. Oder sie bieten ein Los an, sie haben das Glück zu vcr- kausen— für andere. Dazwischen der kleine Bürger, der Student, eilige einsame Mädchen, und dann lvieder solche, sehr gefärbt, sehr glitzernd, die eS gar nicht eilig haben und gar nicht einsam sein wollen. Zwischendurch daS erschütternde Bild: ärmliche Frauen, mit grauen faltigen Gesichtern. Sie haben ein Kind ans dem Arm. ein trauriges, bemitleidenswertes Kind. Sie bieten Blumen an zum Kauf oder sie sehen einen an mit vorwurfsvollen Augen und wollen eine Gabe. So strömt cs hin und wechselt jeden Augenblick und ist immer lvieder ganz, ganz anders. Grossstadt... In den Auiomatenbufetts drängen sich die Menschen. AuS einem klingt grelle Musik. ES kommt sich wohl sehr amerikanisch vor. Am Museum ebbt der Lärm ab. Es wird lvieder nächtlich still. Wir gehen durch den Stadtpark. Unermüdlich tropft der Regen. Immer noch. Trotzdem sitzen— man sollte eS nicht für möglich halten— LiebeS- Pärchen auf den Bänken. Diskret sieht man über die umschlungenen Silhouetten hinweg. DaS Flüstern, Kichern, die unverkennbaren Geräusche herzhafter Küsse— deren Glut weder Wind nocb Wetter zu dämpfen vermag, sprechen unleugbar für daS Temperament der Prager.... Wir wärmen uns in der Halle des Wilson- Bahnhofs. Wir gehen nicht in den Wartesaal, lvandern auf und ab in der Halle. Auf den Bänken sitzen Obdachlose. Junge Mädchen. Männer, junge und alle. Bor Abfahrt des Zuges schreitet ein grosser blonder, streng blickender Polizei beamter vorbei und mustert die Sitzenden. Audi uns trifft ein misstrauischer Blick. Dienst ist Dienst. Wer jetzt, nach dem Signale, nicht auf den Bahnsteig gehl, beiveist, dass er nach Recht und Gesetz auf dem Bahnhof nidstS zu suchen hat. Dock diejenigen, die hierhcrkommen, sind dockt keine Anfänger. Sie stehen ans und tun so, als ob... Tann verschwinden sie so unauffällig lvie möglich. Um nach angemessener Zeit lviederzulommen. „Der Wilson-Bahnhof ist begehrter als der Ma- saryk-Bahnhos," erklärte mein„bodenständiger" Begleiter,„auf dem Masarssk-Bahnhos gibts keine Türen und es zieht. Aber hier ist alles gut verschlossen. Sehen Sie mal"— er zeigt ans eine Stelle am Fussboden—„da drunter ist die Zentralheizung. Und da"— er deutet auf die danebenstehende runde, braune Säule—„die abgenutzten Stellen. Kommt vom Anlchncn. Sie ahnen nicht, wievicle Menschen sich hier bei Tag und bei Nacht schon aufgcwärmt haben." Inzwischen ist uns ebenfalls daö Frieren vergangen. Weiter. Am Graben nur noch vereinzelt ein Mensch. Hinter dem Pulverturm locken Nachtlokale und versprechen ungeahnte Freuden. Daö gleiche versprechen Mädchen, die meist zu Dreien an den Ecken stehen. Mir fällt das Wedekind-Wort ein: es gibt doch nichts Traurigeres als ein Freudenmädchen I Im feuchten kalten Grau der Nacht liegt unheimlich der Ungelt-Hof. Das gelblich-grüne Licht d-r Laternen-rhellt ihn MIK Am Allstädtex Rinn keine Seele. Prag schläft. Was jetzt noch tvacht, ist nicht das ordentliche Prag. Das Prag der Arbeiter und Bürger. WaS jetzt noch umgeht, find Nachtschwärmer oder Leute mit dunklem ! Handwerk. Oder— Gespenster auö der Tiefe f eines Mohrins-Romans. Katja. CMte* „Sozialdemokrat" Samstag, 3. März 1934 9bt. 52 Gegen die Teuerung! PrvodJv Prostijov Vcrdnsnadirlditcn r Kunst und Wissen I Aus der Partei 72 ®ejug«bebt nnuno'ti: Bei gustellung in« Hau« oder bei Bezug durch die Post monatlich KL IS.—, vierteljährig KL 48.—. halbjährig KL VS.—. gan.iiäliria KL 1P2. hlllliiw ImvaAii«*(Hili n?v. i.i Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht! Jur Partcivcrsammlung habe»» nur jene Genossen flu» tritt, die die S.^.-Legitimation vorweiscn. Das; es so ist, liegt weniger an der Regie, die Rikolan« Farka s mit ebensoviel Aufwand wie Sorgfalt geführt hat, als an der stofflichen und geistigen Basis dieses Films. Er spielt in Japan, aber in einen» Japan, das der sranzösifche Romanschreiber Claude Farcere erfunden hat, um eS znm Schauplatz einer mit rassischen und»nilitärischei» Motiven umrankten Liebesgeschichte zu machen. Er spielt im russisch-iapanischcn Kriege, der heute sehr nktuelle Voistellungen erweckt, aber ec gestaltet weder Geschichte noch Gegenwart, sondern schmückt nur das wohlbekannte erotische Dreieck mit kriegerischen und patriotischen.ilonslikten aus, die wenig wahrscheinlich und gänzlich nichtssagend sind, und er parfümiert cs mit einer Exotik, die nicht echter ist als bas Japan des„Buttcrsli>"-Tcxtbuches oder des heute schon halbvergesscnen BühncnreiberS von Melchior Lcngyel, der sich„Taifun" nannte. Diese Japaner benützen verräterisch oft die Gelegenheit, um ihre geheimnisvolle AnderSartigkeit zu betonen, sie lauern und schleichen allzu aufdringlich, und ihr übermenschlicher PatriolismnS in Bcrbindung mit dem unvermeidlichen Harakiri lvirkt auf jeden, der in der einschlägigen Literatur nicht ganz unerfahren ist, wie ein lästiger aller Bekannter, der uns immer wieder in den Weg»ritt, ohne uns cllvaS Bernünftiges zu erzählen. Die Urheber dieses pompösen Films hätten eigentlich ans den Gedanken kommen können, dab slunst und Technik des bctvegten Bildes nicht erfunden tvordci» sind, nm uns ferne Welten vorzugaukeln, sondern nm sie uns zu zeigen. Die echten Japaner ii» diesem Film sind in die Komparserie gerate»»(in die sich aber auch ein echter Berliner, näin- lich Paul G r a e tz, auf der Arbeitsuche verirrt zu haben scheint)— das Milieu ist Atelier-Ausbau, und die Hauptdarsteller sind— bis auf dei» nur flüchtig erscheinenden Jnkischinoff— maskierte Europäer. Gcwitz ist die Beherrschung,»nit der hier Charles Boger einen japanischen Kreuzerkom- mandanicn spielt, keine geringe Leistung, aber der mittel»iläbige japanische Schauspieler hätte uns mein interesiiert. lind das; man die zauberhafte Anmut der Annabell« durch falsche Augenbrauen und Perücken entstellt hat, lvar weder kl»»g noch geschmackvoll. Die Japaner stehen in den» Rufe, immer z>» lächeln. Aber wen»» sie über diese nipponistcrten Filmstars lächeln sollten, dann hätten sie allen Grund dazu.—ei«— Bon hoher Warte. In» Märzheft der„Hohen Warte" von Prag lesen wir:„Unser Redakteur wurde von einer Leserin der„Hobe»» Warte" gefragt, wie man cs verhüte»» könne, in unserer trostlosen;>,cit Menschenfeind zu»verden. Man darf keine n E h a»' a k t e r haben und must sich d a s D c n- k e n a b g e>v ö h n e n, antwortete Dr. Lituinlei." Ain T a m S t a g, den 17. u»»d Sonntag, den 18. März, leitet unser BundeS-Tnrnwart Gen.(Krasse gemeinsam mit unsercm Bezirks-Turnwart Gen. Koh 1 ert bei un« eine frag Poriurnerstunde. Niemand lalle sich diese Gelegenheit entgehen! Haltet Euch die genannten Tage frei! Singgemeinde. Die nächste Probe findet am Dienstag, den 0. März, um 8 Uhr abends statt. Dio Abwesenheit sämtlicher Sangesgenossen bei dec a»»t feilten Abend tagenden Versammlung der BczirkSor- ganisation ist entschuldigt.— Bor der Probe sinn halb 8 Uhr) A u S s ch n st s i tz u n g. Allgemeiner Angestellten-Berdand, Prag. M i t- gliederversaminlung am Mittwoch, den 7. März, 8 Uhr abends im Restaurant des Gewerk- schaftshauscS PerStyn.— Vortrag über: TaS deutsche ArbeitSrccht.— Vortragender: Wagner-Reichen- berg.— AmtSftundcn jeden Mitttvoch von ü bis 8 Uhr abends in der Närodni 4.— P fing st fahrt nach Hirschberg. Anmeldung schon heute.— Fer i enh ei m A ktion: Informationen in den Amtsstunden. .ilinderfrrnndr, Prag. Donnerstag, den 8. März, abends 8 IlKr, im Hotel„Monopol" Elternver- sannnlnng. Eingeführte Gäste willkommen. Ortsgruppe Prag. Sonntag, den März,»im>> Uhr vormittags, Eud- ation der 21er in HodkoviLk»». Führt Schal. Vs« yebwerc^a Iiiergcblrge Herz-, Rheuma-. Frauenleiden. NervUao, Erholungsbedürftige. Heilung und Ferienaufenthalt. Niedrige Preise. Auskünfte Kurverwaltung und durch E. Sojka. Prag XI., Tomkova 16, Telefon 831-73 Wir beehren uns höflichst mitzuteilen, dass die seit einigen Monaten anhaltende stürmische Hausse auf allen Rohwollmärkten es leider ausgeschlossen erscheinen lässt, die zu Beginn des Ausgebotes für die Sommersaison 1934 atabllerten Preise auch weiterhin in Kraft zu belassen. Wir bitten Sie deshalb zur Kenntnis zu nehmen, dass wir genötigt sein werden, für Aufträge, die ab 10. Feber 1934 bei uns eintreffen, die Preise um 10'/, zu erhöhen. Wir bemerken noch, dass diese Preiserhöhung in keiner Weise der tatsächlichen Steigerung der Rohstoffe entspricht und dass wir daher genötigt sein werden, bei Ausgabe der nächsten Winterkollektion, das beisst mit Giltigkeit spätestens ab 15. März I.J., weitere Preiserhöhungen cintrcten zu lassen. Diese zweite Erhöhung erfolgte laut„Prager Tagblatt" bereits am 17. Februar d. X Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., PHkopy, Palais Koruna. Der film Die Schlacht Kein Zweifel, dast dieser französische Film über dem Durchschnitt der Produktion steht— aber nur in technischer, in artistischer, in kunstgewerblicher Hinsicht. Hier wird interessant gespielt, aber nickst ergreifend. Hier werden gut arrangierte, aber nie überzeugende Massenszenen gestellt. Und am Ende wird, eine Seeschlacht geliefert, die in jeder Einzelheit erstaunlich raffiniert, aber als Ganzes weder erschütternd, noch hinreihend, weder bezwingend, noch abschreckend wirkt. ....•;■"L.j,\—,»h-uliiuhuu im. uuu-iumm m«u.—, tuiu 1)jni|[in ivc n'a.—.— Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bet öfteren Einschalluugen PrelSnachlah.— Rückstellung von Mmnislripten ersogt mir bei Einsendung der Retounnarken.— Die FeiiungSfrankatur wurde von der Post- und Telegraphen- direktion mit Erlatz Slr. 18.800/VH/1VS0 bewilligt.— DrutKretr. ,F)rbiS". Druck«. Verlag«, und ZeitungS-S..G., Prag. Ausweis für den Monat Feber (Die erste Zahl bedeutet Parteifonds, die eingcklam- merte WahlfoudS.) Bodenbach KL 4*000.—(1000.—), Karlsbad KL 2880.—(720.—), KcSmark KL 40.—(10.—), LandSkron KL 470.— (100.—), P»l s e n- B u d w e i s KL 928.— (282.—), Prag KL 007.—(150.—), Pretz- burg KL 80.—(20.—), Reimender» KL 1200.—(800.—), Teplitz. Saaz KL 2400.—(000.—).LrautenauKL 1040,— (200.—), Troppau KL 2000—(500.—). Deutsche sozialdemokratische Bezirksorganisation Prag Dienstag, den<>. März 1934, halb acht Uhr abends, Griurrkschaslvlmno grosser Saal Partei-Bersammlung Resermt: Genusse Dr. Emil Franzet: »Wehrhafter Sozialismus" «TieLrhrenvonWir n.) Zutritt nur Parteimitglieder und S. I. n u mit Mitgliedsausweis. Mittwoch, den 7. März, Festvorstellung antäs>- lich des GeburtSfestes des Herrn Prälldenten der Republik:„Tie verkaufte Braut"(gemeinsam»nit der Urania.) B. 2. llmtanschrech» für Piertelabon- ncnten. Gutscheine. 4>ljährigeS Bähnenjubilänm Leopold Kramers. Festvorstellung:„Das Konzert" von Hermann Bahr am 8. März.(C 2). Henle, 7.30 Uhr,„Rigolrtto" mit'Willi» Tom grat-Faftbaender a. G.(B 2.) Sonntag, 2.30 Uhr, volkötliinliche Vorstellung: „Dee Barbier von Sevilla". Sämtliche Galerieplätze KL 4.—, sämtliche Balkon- und Parterreplätze KL" 10.—. Sonntag, 7.30 Uhr, Gesamtgastspirl von Max Reinhardts Theater in der Josesstadt»nit OXraldyo Lustspiel:„Wenn ich wollte...". Hauptrollen: DarvaS-Hürbiger. Freitag Erstaufführung der neuen tllesangS- posse:„Tie göttliche Jette" von Walter Götze. (D I.) Guischeinc. Wochenspielplan dcS Reuen deutschen Theaters. Samstag 7)4: Gastspiel Fastbaender„Rigole t t o".— Sonntag 2%: Der Barbier von Sevilla; 7%: Enjemblegastspicl des Theaters in der Joscfsstadt: Wenn ich wollte, CI.— Montag 7%: Goldenes P ra g, Volkstümliche Boxstellung, AA.— Dienstag 7%: Der junge Baron Neuhaus, Al.— Mittwoch 7J4: Die verkaufte Braut, Festvorstellung anlätz« lich deS(llcburtsscstcs des Herrn Präsidenten der Republik, B 2.— Donnerstag 7%: Das Konzert, Festvorstellung anlätzlich des vierzigjährigen Bühnenjubiläums Leopold Kramers, ncuinszcnicrt, J&nod&r C 2.— Freitag 7j4: Die göttliche Jette. Dl.— Samstag 716: Der j uuge Baron Neuhaus.— Sonntag 2)h: Arbeitervorstrllung, Oiastspicl Leopold Jlrnmcr: Das Konzert. 746: Boris Gudouo w, D 2. Wocheuspielplan der Kleine» Bühne. SamStag 8: P e v p i n a.— Sonntag Tovarijch, Gnjt- spiel Leopold Kramer. 8: Papa.— Montag 8: Tovarisch, Volkstümliche Vorstellung.— Dicns- »ag 7>6: Gastspiel Leopold Kramer: Papa.— Mittwoch 8: Weitzer Flieder. Volksiiimliche Vorstellung.— Freiiag 8: Das Konzert, Gastspiel Leopold Krainer.— Samstag 8: Das Konzert, Gastspiel Leopold Kramer.— Sonntag 8: D i e Trafik Ihrer Exzellenz, 7',6: Die grotzc Chance, Erstanfführnng.