SRA 1. ělnick aie Praha II. Hybernská ul.7. bosuwemokrat ZENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. REDAKTION UND VERWALTUNG PRAG XII., FOCHOVA 62. TELEFON 53077. ADMINISTRATION TELEFON 53076. HERAUSGEBER: SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR: DR. EMIL STRAUSS, PRAG. 14. Jahrgang Samstag, 17. März 1934 Einzelpreis 70 Hetter ( einschließlich 5 Heller Porto) Nr. 64 Rom- Pakt abgeschlossen Politische Defensive Wirtschaftlich und politisch Rom, 16. März. Heute abend wurde zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös ein wirtschaftliches und politisches Donauübereinkommen abgeschlossen. Dieses Abkommen wird morgen unterzeichnet werden. Die Budapeſter Blätter von Freitag abends melden bereits einheitlich, daß die Dreierbesprechungen in Rom zu einem gnten Abschluß gekom men seien, die trotz wirtschaftlicher und politiicher Vereinbarungen gegen keinen Staat eineSpikedarstellen. Besonders befrie dige eine Aeußerung des ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös, wonach die politischen und wirtschaftlichen Verhandlungen im Prinzip zu einem völlig befriedigenden Abschluß geführt haben. Nach einer früheren Meldung des Reichspost" Sorrespondenten sollten die Hauptpunkte der wirtschaftspolitischen Einigung folgende sein: 1. Unabhängigkeit Desterreichs und Zujammenarbeit für den europäischen Frieden als Grundlage jeder wirtschaftlichen Verständigung auch mit anderen Staaten über den Donauraum; fchaftlichen Interessengemeinschaft gefunden werblieben. den, auch wenn noch einzelne Punkte offen In dem Berichte der Reichspost" werden sodann die Gerüchte über ein Eintreffen des deutschen Außenministers in Rom dementiert. und militärische Offensive Von OTTO BAUER Eine kritische Darstellung der Kampfhandlungen der österreichischen Aufstandstage ist heute noch nicht möglich. Das Auslandsbüro österreichischer Sozialdemokraten besitzt schon hunderte Kampfberichte von Teilnehmern an den Kämpfen, trotzdem hat es nod) keineswegs eine so erschöpfende Uebersicht über die Kampfhand denselben Rechten und Pflichten auch für an Familien- Aufnahme in Rome, daß sie als Grundlage einer krit dere Länder. Es scheine nach römischer Beurteilung nicht ansgeschlossen, daß, wie die Reichspost" meldet, in dieser Hinsicht vor allem and mit Prag baldigit Ergänzungsverhandlungen beginnen könn ten, wenn der derzeitige günstige Stimmungsum schwung in der Tschechoslowakei von Dauer iſt, uns von Italien nicht weniger lebhaft als von Desterreich gewünscht wird". Nach derselben Luelle wurde über die Schaf fung von Grundlagen für die wirtschaftliche Interessentengemeinschaft der drei Staaien folgendes vereinbart: Italien nimmt sowohl von Desterreich als auch von Ungarn Ausfuhr warenimer. höhten Umfange an, um die wirtschaftliche Stärkung beider Länder zu erreichen. Desterreich liefert Holz und Industric stoffe nach Italien, Industriewaren nad) lingarn, während l'ngarn Getreide und viehwirtschaftliche Produkte, Italien Wein und Obst sowie Industrie Fertigwaren an die Wirtschafts nachbarn absetzen dürfen. 2. Schaffung von Grundlagen für die wirtschaftliche Interessengemeinschaft zwi schen Italien, Ungarn und Desterreich mit Präferenzen und Kontingenten. 3. Jm Sinne der Konferenz von Strefa Durch gegenseitige Vorzugszölle und und des Donan- Memorandums Mussolinis Kontingente, vor allem durch Sondertarije die Weltoffenheit der römischen Abmachungen der Eisenbahnen und durch Vergütung des Ha durch Schaffung eines Ausgleichssystems mit fen- Transportes soll die Grundlage einer wirtGolddeckung der Mark nurmehr 8 Prozent! Rohstoff- Import kann nicht mehr bezahlt werden Berlin, 16. März. Heute erklärte Reichshantpräsident Dr. S ch a cht auf dem Jahresban lett der amerikanischen Handelstammer im Hotel Adlon, Deutschland habe seine kommerzielI en Auslandsschulden, die für die deutsche Wirtschaft verwendet wurden genau(?) bezahlt. Die heute noch bestehenden Auslandsschulden seien politischen Ursprungs. Es müsse der Versuch gemacht werden, diesbezüglich zu einer Abmachung zu fonimen. Deutschland befinde sich in einer sehr schwierigen Devisenlage. Seit 31. Desember 1933 habe es einen Golddeckungsver= luft von 122 Millionen Mark zu verzeichnen, so daß sich die Notendeckung nur noch auf 274 Mil lionen belaufe, d. f. 8 Prozent! Allein in der letzten Woche habe Deutschland 45 Millionen Mart an Gold und Devisen eingebüßt. Eine weitere Kürzung der Devisen zuteilung für die Einfuhr werde die unmittelbare Folge sein, Wahrscheinlich werde es auch notwendig sein, die Einfuhr von Rohstoffen unmittelbar zu beschränken. 15 Milliarden Mark Berlin, 16. März. Die Revue Wirtschaft md Statistit" veröffentlicht eine Uebersicht der Auslandsverschuldung Deutschlands; die Zeitschrift errechnet, daß im September 1933 die furzfristige Verschuldung Deutschlands im Auslande 7.5 Milliarden Marf ausmachte und daß die langfristigen Schulden ebenso hoch waren, so daß die Gesamtverschuldung sich auf 15 Milliarden Mart belief. Im Monate Feber 1933 belief sich die kurzfristige Verschuldung Deutschlands auf 8.7 Milliarden, die langfristige auf 10.3 Milliarden, demnach im ganzen auf 19 Milliarden Mart. Der Rüdgang der Verschuldung für das halbe Jahr| ,, Fehlt nur der Adolf, Kinder, dann sind wir komplett!" auch die Rücksicht auf die Gefangenen, die in den Händen der Austrofascisten sind, zu größter Vorsicht in öffentlichen Darstellungen. Troßdem suchen jetzt schon einzelne Genossen fritische Lehren aus den Wiener Aufstandstagen zu ziehen. So hat Emil Franzel unter dem Titel " Der Bürgerfrieg in Desterreich" eine Broschüre veröffentlicht, die die Ursachen der Niederlage des Republikanischen Schutzbundes zu erforschen sucht. Aber der Grundgedanke dieser Broschüre scheint mir irrig zu sein. Ich glaube, ihm entgegentreten zu müssen, um zu verhüten, daß aus der österreichischen Erfahrung unrichtige Schlüsse gezogen werden. Die politische Strategie der österreichischen Sozialdemokratic war durch folgenden Gedanken bestimmt: in der demokratischen Republik mollen wir die politische Macht durd) Gewinnung der Mehrheit des Volkes, durch das verfassungsmäßige Mittel des Stimmzettels erobern. Nur wenn uns der Fascismus die demokratischen Stampfmittel zu rauben versuchte, nur dann wol len wir den demokratischen Kampfboden mit den Mitteln der Gewalt verteidigen. Wir selbst haben diese These als die These von der„ n urdefen jiven Rolle der Gewalt" bezeichnet. Franzel glaubt nun, diese„ Devensivideo logie" sei die Ursache der Niederlage der österreichischen Arbeiter. Sie habe die Arbeiter der Schüsse an der Grenzeßen auf die bloße Verteidigung eingestellt, Wien, 16. März. Unweit der Gemeinde Waidring bei St. Johann an der Tirolerbayrischen Grenze, fam es gestern zu einer Schie erei. Eine zwölfgliedrige Patrouille der Hilfspo lizei bemerkte einen gewissen Josef Filzer, einen Zeit nach Bayern geflohen und in die österreichiNationalsozialisten aus Nizbühel, der vor einiger iche Legion eingetreten war. Die Patrouille forum vier Milliarden wurde hauptsächlich durch die Devalvationen einiger Auslandswährungen her beigeführt, wodurch sich die deutschen Schulden um derte Filzer auf, stehen zu bleiben, worauf dieser etiva 3.4 Milliarden reduzierten; die deutschen zum Revolver griff und den Hilfspolizisten Exen Ratenzahlungen an ausländische Streditoren mach- berger durch einen Schuß verleite. ten in diesem Zeitpunkte etwa 0.7 Milliarden Mart aus. Der verhaftete Korrespondent bereits freigelassen Berlin, 16. März. Der Berliner Korrespon dent des„ Prager Tagblatt", Ernst Popper, der Sonntag von der preußischen Geheimen Staatspolizei verhaftet wurde, ist heute wieder entlassen worden. Die Hilfspoliziſten erwiderten das Feuer und verletzten Filzer, der daraufhin verhaftet wer den konnte. Deutsche Unterhändler in Belgrad Belgrad, 16. März. Die deutsche San delsdelegation wurde hente früh nach ihrem Eintreffen in Belgrad dem Minister für Handel und Industric, Demetrovič, vorgestellt. Nachmittag um 17 Uhr traten die deutsche und die jugoslawische Delegation zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Frankreich lehnt Rüstungsbeschränkung ab? ,, Angesichts der ostentativen Rüstungen Deutschlands" Paris, 16. März. Der Vorsitzende des Außenausschusses des Senates Henry B c= renger unterrichtete heute die Mitglieder des Ausschusses über seine Unterredung mit Außenminister Barthon und über die in Vorbereitung stehende Note der französischen Regierung über die Abrüstung. Der Ausschuß faßte den Beschluß, der Ministerpräsidenten Doumergue und dem Außenminister Barthon dahingehend zu verständigen, daß Frankreich in der gegenwärtigen Lage und insbesondere in Anbetracht der ostentativen Nüstungen Deutschlands teiner Abmachung beipflichten könne, durch die es sich verpflichten würde, seine Rüstungen zu be= schränken oder auf Bedingungen zu verzichten, die für die Garantie der Sicherheit Frankreichs unerläßlich sind. abgehen. Die Note wird morgen nach Genehmigung durch den Ministerrat sofort nach London daß sie sich auch im gewaltsamen Kampfe mit der bloßen Verteidigung ihrer Häuser und Be sirke begnügten, während nur eine kraftvolle militärische Offensive aus den Wiener Arbeiter bezirken gegen das Stadtzentrum den Sieg hätte herbeiführen können. einer Verwechslung der politischen Stra. Ich glaube, daß; dieser Gedankengang auf tegie mit der militärischen Taftif beruht. Franzel glaubt, daß es am Montag, den 12. Feber sehr wohl möglich gewesen wäre. zw1schen 12 und 2 Uhr mittags das Stadtzentrum, 1000 qut bewaffneten, mit Motorfahrzeugen in dem die Regierungsgebäude liegen, mit 2 bis ausgestatteten Schutzbündlern einzunehmen. Aber„ weder gab es die 2000 Mann Bereit schaft, noch hatte man den Geist, sofort anzu greifen". Wie war es in Wirklichkeit? Niemand hatte für den 12. Feber den Aufstand beschlossen, in Aussicht genommen oder auch mur vorausgesehen. Die bewaffneten Zusammenstöße in Linz, die die Wiener Arbeiter zum Stampfe zwangen, famen überraschend. Erst u die Mittagsstunde gab die Stillegung des Wicner Elektrizitätswertes das Zeichen zum Generalstreif. Erst der Generalstreit war das Zeichen zur Sammlung der Schutzbündler. Kasernen, in denen Bereitschaften bewaffneter Schutzbündler ständig bereit gewesen wären, hat der Schutzbund freilich nicht gehabt und selbstverständlich nicht haben können. Daß die Sammlung der Schutzbündler längere Zeit erfordert hat als die Alarmierung der ständigen Bereitschaften des Militärs und der Polizei, die das Stadtzentrum absperrten, ist daher selbstverständlich. Waren die Schutzbündler aber erst gesammelt, so mußten sie sich vorerst bewaffnen. Das war nun fei neswegs eine leichte Aufgabe. Die Waffenbestände des Schutzbundes waren zum größten Seite 2 Samstag, 17. März 1934 Teil in der Zeit der Revolution von 1918 und Flanke oder in den Rüden zu kommen. Aber das die demokratischen Kampfmittel rauben will und in der Zeit der Kämpfe um das Burgenland erfordert im Straßennetz der Großstadt starke ihnen dadurch keine andere Wahl läßt als die, im Jahre 1920 in die Hände der Arbeiterschaft zahlenmäßige Ueberlegenheit des Angreifers, sich mit den Waffen zu wehren, oder sich ohne gefallen. Daß die Arbeiter diese Waffenbestände fiber die der Schußbund nirgends verfügte. Die Widerstand vergewaltigen zu lassen. Aber des 18 bis 15 Jahre lang verborgen gehalten, sie den im Kampfe stehenden militärischen Abteilungen halb haben wir die Schutzbündler wahrlich nicht seit dem Jahre 1927 immer wieder wiederholten konnten ihre Flanfen und ihren Rüden überall gelehrt, daß sie auch dann, wenn kein anderer Waffensuchen der Polizei entzogen und überdies mit ausreichenden Kräften sichern. Weg als der des gewaltsamen Kampfes mehr fenserviert, gebrauchsfähig erhalten haben, ge- Das waren die Ursachen des Scheiterns der gegeben wäre, sich auf die bloße Verteidigung hört zu den bewunderungswürdigsten Leistungen Offensivversuche des Schutzbundes. Man tut un- beschränken sollen. Die wirklichen Ursachen der der Schutzbündler. Aber das jetzte natürlich vor- feren Helden unrecht, wenn man sie mangelnden Niederlage lagen also nicht in unserer„ Defenaus, daß erstens nur wenige Personen die Waf- Offensivgeistes beschuldigt. Mit noch so helden- sivideologie", die lagen vielmehr darin, daß ein fenverstecke kannten und daß zweitens die Waffen mütigem Offensivgeist sind Maschinengewehrstel. sehr großer Teil des Proletariats abseits gestanzum großen Teile eingegraben und eingemauert lungen auf dem Straßenpflaster ohne Artillerie- den ist, als die Schutzbündler im Stampfe waren. waren. Es ist daher selbstverständlich, daß die vorbereitung nicht zu nehmen. Und man tut der Das aber haben wir aber immer gewußt und Durchführung der Bewaffnung einige Stunden österreichischen Sozialdemokratie unrecht, wenn hundertemale gesagt: daß der Kampf nur geerforderte. The sie vollendet war, war das Stadt man sie beschuldigt, daß ihre programmatische wonnen werden könne, wenn eine Tat des Gegzentrum durch sehr starke militärische Kräfte Ideologie den Offensivgeist der wehrhaften Elite ners, ein Angriff auf die Grundrechte der Arabgesperrt. der Arbeiterschaft ertötet habe. Wir haben alle beiterschaft die Leidenschaften und den Zorn des die furchtbaren Gefahren einer gewaltsamen Volkes dermaßen entflammt, daß die ganze breite Auseinandersetzung mit einer nicht durch unmit- Masse des werktätigen Volkes mitgeht, wenn telbar vorausgegangene Niederlagen im Striege die Schutzbündler zu den Waffen greifen. Und erschütterten Militärgewalt gekannt. Deshalb dieser Gedanke ist das stärkste Argument, die haben wir die Arbeiter gelehrt, daß sie zur Ge- stärkste Stütze der von Franzel bekämpften walt mur greifen sollen, wenn der Gegner ihnen" Defensivideologie" gewesen. Der Kampf konnte nicht vor fünf Uhr nach mittag beginnen und hat um diese Stunde begonnen. Wie ist es nun gekommen, daß sich dieser Kampf in einen Kampf um einzelne Häuser blods, zumeist um die großen Wohnhäuserblocks der Gemeinde Wien auflöste? In einigen Fällen wurden die Schutzbünd. ler, als sie sich in Gemeindehäusern sammelten und bewaffneten, von der Polizei angegriffen. In diesen Fällen entwickelte sich der Kampf vom Anfang an als ein Kampf um die Gemeindehäuſer. In anderen Fällen aber war es durchaus nicht so. Die Pläne, die die militärischen Führer der Arbeiterschaft für den Fall der Notwendigfeit einer Verteidigung der demokratischen Ver. fassung ausgearbeitet hatten, jahen keineswegs nur die Verteidigung der Arbeiterviertel oder gar nur der Gemeindehäuser vor. Die jedem Soldaten vertraute Erkenntnis, daß strategische Devenſive mit den Mitteln taktischer Offensive geführt werden muß, war den militärischen Fachmännern selbstverständlich bekannt. Die Schuß. bündler waren keineswegs nur, wie Franzel meint, zur taktischen Defensive erzogen. Sie wußten, daß sie nur im Angriff ſiegen können, und haben den Angriff versucht. Montag, den 12., um 5 Uhr nachmittags wurde von verschie denen Bezirken aus ein Konzentrischer Angriff gegen das Stadtzentrum unternommen. Aber alle diese Angriffsversuche sind gescheitert. Und erst als sie sich zurückziehen mußten, haben sich die Schutzbündler in den Gemeindehäusern verbarrikadiert. Warum sind die Angriffsversuche des Schutzbunds gescheitert? Man stelle sich doch einen Angriff in einer großstädtischen Straße gegen eine mit mit mehreren Maschinengewehren besetzte militärische Stellung anschaulich vor! Der Angriff ist unvergleichlich schwerer als im freien Gelände, weil auf dem Straßenpflaster keinerlei Deckung im Angriff möglich ist und weil die Schußwirkung der Infanteriegeschosse auf dem Pflaster infolge der vielen Geller sehr viel schwerer ist. Ein Frontalangriff gegen Maschi. nengewehre auf dem Straßenpflaster wäre sicherlich nur nach starker Artillerievorbereitung mög lich, aber Geschütze haben die Schutzbündler nicht besessen. Der Angriff konnte daher nur gelingen, wenn es möglich war, die feindlichen Stellungen zu umgehen, dem Feind in die A. M. de Jong: Verschlungene Pfade Ein Roman in vier Episoden 50 Autorisierte Uebersetzung aus dem Holländischen von E, R. Fuchs. Aber andere Spieler würden ihre Rollen übernehmen und das blutige Spiel würde doch glücklich enden... Diesen Geist wollen sie besiegen! Von einem Wiener Genossen hat Genosse Nießner folgenden Brief erhalten, der in seiner Schlichtheit vom unzerstörbaren Stampfgeist der österreichischen Arbeiterschaft ein herrliches Zeugnis ablegt: Meinen besten Dank für die lieben Zeilen, als auch für die mir übersandten Zeitungen. Wir haben alle Hände voll zu tun, um den ärmsten der Armen zu helfen. Jetzt erst recht unsere alte Solidarität! Wir haben zwar eine Niederlage erlitten und unser Herz blutet beim Anblick der Vermüftungen. Ebenso wächst aber auch unser Saß gegenüber dieser Gesellschaft. Ungeahnte Kräfte erwachfen uns. Es kann nicht, darf nicht und wird nicht so bleiben!... Für uns, die wir immer in der Bewegung gearbeitet haben, gibt es nur eine große Aufgabe, unsere Partei zu erhalten, fie aus zubauen und unsere Internationale zu beweisen, daß wir noch immer würdig sind, als die Borhut des Proletariats angesehen zu werden. Kalte Füsse Nr. 64 sind das Merkmal einer unge.... genden Blutzirkulation. Den Extremitäten mangelt es an der nötigen Ernährung und Wärme. Kalte Füsse beeinflus sen ungünstig das ganze kör. perliche Befinden und bilden die Ursache zahlreicher Erkältungskrankheiten. Massieren Sie täglich vor dem Schlafengehen die Bein mit dem Menthol. Franzbranntwein ALPA Durch die Alpa- Massage wird der Blutkreislauf gehoben und in einer Weile empfinden Sie angenehme Wärme. Achten Sie beim Einkaufe auf die Marke Alpa! Jakob Reumann bleibt mit goldenen Lettern in der Geschichte dieser Stadt und dieses Landes eingegra ben und stets wird man seiner in Ehren gedenken". Bentrale ein Mann gewirkt hat, dem an der Organionun sah die Ehrung aus! Wo haben wir Sofation der Wahlen ein großes Verdienst zukommt, zialdemokraten auch nur ein Denkmal oder ein Bild das um so mehr hervorzuheben ist, als er allen Grund entfernt! Eine zusammengebrochene Gemeinde ha- gehabt hätte, fich der Arbeit zu entziehen, oder sic ben wir übernommen und dieser Stadt zu ihrem einzuschränken: Genoffe Seit! Kurz nach einer Weltruhm verholfen. Operation auf Tod und Leben, kaum erholt, hat er fid), mehr als ihm bhysisch nütlich war, in die Ar. beit gestürzt. Und wenn ich von denen schweige, die auch sonst in der Oeffentlichkeit wirken, so will ich doch als Vertreter der Schmiede unserer geistigen Waffen einen Namen nennen, einen unserer Arsenal. verwalter, den Genossen Otto Bauer, der sein außerordentliches Wissen und seine Arbeitskraft voll in den Dienst der Sache gestellt hat." Die erste ,, kulturelle Tat" der Regierung war die Entfernung der Denkmäler unseres Viktor Adler, Jakob Reumanns und Ferdinand Hanuschs. Die Regierung hat recht: diese großen Männer, sie haben feinen Platz in einem solchen Staate. Das Dent. mal, es ist in unseren Herzen! Viktor Adler! Er geht und auch jetzt voran und zeigt und den Weg! Helfet uns, Genossen, durch die Arbeiterpreſſe, wir benötigen diesen Beistand mehr denn je! So sprach unser Viktor Adler. Noch eines: Als das Ottakringer Arbeiterheim Unsere Führer sind verhaftet oder im Egil! Wir am 16. Juni 1907 eröffnet wurde, sprach unser schwören es, treu zu ihnen zu stehen! Unsere poli. Viktor Adler: Die Ottakringer waren ein beson- tischen Clowns wollen unseren Führern den Prozeß Wohl hat man uns die Organisationen genom- ders tapferes Regiment. Die anderen haben auch machen, wir freuen uns, das wird eine Abrechnung men, aber keine Notverordnung, fein Galgen und ihr Hausregiment, das ist unser Hausregiment! werden! Unsere Waffen wurden geplündert! Genossen, fein Kerker vermag uns unsere aufrechte Gesinnung Ein Arbeiterheim enthält die Forderung der Arbeizu nehmen. Eine Reinigung geht jetzt durch unsere terschaft, teilzuhaben an allem Großen, Schönen die geistigen Waffen, die uns Viktor Adler Reihen, wir weinen den Feberpatrioten keine Träne und Edlen, das durch die gesammelte und vereinte gab, die kann man uns nicht nehmen. Wir werden nach. Wir Sozialdemokraten waren, sind und blei Kraft der Menschheit geschaffen wird; den Anspruch, fiegen weil wir wollen und müssen! ben. Die Haubigen- Christen sollen doch einmal in sich an den Tisch zu sehen, den die Arbeit des Proleder Vergangenheit nachblättern. Genau so wenig wie tariats mit in erster Linie dedt, und die Frucht seidie Christenverfolgung die Chriften auszurotten ver- ner Arbeit zu genießen." mochte, genau so wenig werden die Hanbiken- Christen die Sozialisten ansrotten können. Ich übersende Ihnen Aufnahmen, die bei uns überall öffentlich verkauft werden. Wahrscheinlich, um dem Bürgertum zu zeigen, wie gut man diese ohne Ausnahme hat dafür Weihrauch. ,, roten Burgen" zerschossen hat. Das Bürgertum Einige Momentbilder: Zur Schändung unseres Republikbenkmals. Als unser Genosse Reumann starb, sprach an seiner Wahre Vizekanzler Waber, schrieb der damalige Präsident des Nationalrates und jetzige Bundespräsident Wilhelm Mikla 8: Sie, unsere Feinde, haben uns die Arbeiter. heime geraubt und zerstört. Wir schwören es, daß wir nicht eher rugen werden, bis wir wieder unsere Arbeiterheime haben werden. Diese Schurken wollen uns jetzt die Bruder. hand reichen. Vergebliche Mühe! Wir bleiben bei unserer Gesinnung, bleiben Klaſſenkämpfer! Ich möchte gerne meinen Mitgliedsbeitrag bei der deutschen sozialdemokratischen Arbeiterparte. der E.S.R. entrichten. Ist dies möglich? Bin icit De sember 1912( feit meinem 14. Lebensjahre) unun terbrochen organisiert. Sie haben unsere Führer verhaftet. Ich nenne unseren Genossen Seih, nicht aus Personenkult, Nochmals herzlichen Dank, Genossen, und bitte sondern um aufzeigen zu können, wie sie diesen edlen auch um die Broschüre von Bauer, wenn möglich. und charaktervollen Menschen behandeln. Ich zitiere Ich werde mich bemühen, in meinem Unternehmen wieder unseren Viktor Adler. Bei der Siegesfeier tschechische Briefmarken zu kaufen und schicke diese am 28. Juni 1911 fagte er:„ Ich kann und will für das Porto. Die Brünner„ A.- 3.", unser Wonicht die Namen aller derer nennen, die sich daran chenblatt, haben wir bereits. Alles wird fleißig gele. beteiligt haben. Ich muß aber doch fagen, daß in der sen und verbreitet. Freundschaft! Ihr... starr vor Verwunderung. Der König wintte dem genheit... Aber der König in seiner einfachen" Trotzdem warst du der große Held in jenen Wärter: Generalsuniform trug den linken Arm in der Tagen, Peter... Ich hätte für mein Leben gern Schlinge, der bei dem von Peier Zanzi ersonnenen so werden wollen wie du, wenn ich es nur ges Attentat verlegt worden war, von eben dem Peter wagt hätte... Der Glanz all meiner früheren 3anzi, den er zweimal zu seinem Freunde hatte historischen und Bücherhelden wra verblichen bei machen wollen... Peter schloß für ein paar der schimmernden Wirklichkeit deiner Kühnheit Sekunden die Augen. Als er sie wieder öffnete, und deiner Art, etivas anzupacken, deines rejo war der Traum der Vergangenheit verflogen und luten Auftretens, deiner Entschlossenheit, deiner er sagte mit fester Stimme: herzhaften Redeweise." „ Nimm dem Mann die Keiten ab." Strumm gebeugt fam der Sterkermeister heran und bastelte mit einem kleinen Schlüssel an den Schlössern der Ketten. Seine Hände zitterten. Dann fielen die schweren eisernen Fesseln sich rin gelno zu Boden. Peter schob sie mit seinem Fuß zur Seite und besah seine befreiten Gelenke, an denen die roten Spuren des Eisens wie Narben herumliefen. Wieder winkie der König: „ Laßt uns allein!" der Der junge Offizier mit dem vielen Gold auf Uniform wagte schwach zu protestieren: „ Aber Majestät...' „ Laßt uns allein!" Mit schleppendem Schritt lief er in dem kleinen Raum auf und ab. Er hörte nicht, wie ihm die Fußketten schwer nachklirrten. Tiefer und friedlicher versant er in die Ruhe des nahenden Der Offizier verneigte sich und ging rüdEndes: die Erlösung von dem stürmischen, schwelings aus der Zelle. Peter lächelte über dieses ren Leben, das er so leidenschaftlich gelebt. Bis Hofzeremoniell in dem fahlen Raum. Zu dem er plötzlich lauschend den Kopf hob und stehen vor Aufregung und Ehrfurcht erfterbenden Kerterblieb. Draußen vor der Zelle, auf dem inarren- meister sprach der König: den Gang, hatte er Schritte gehört und Schlüssel-„ Schließe die Türe und warte, bis ich gerassel. Vor seiner Tür hielt es still. Die Riegel Klopfe." wurden knirschend zurückgeschoben, der Schlüssel Noch nie hatte Peter die Tür so leise und befreischte im Schloß... Was bedeutete das?... hutsam sich schließen gehört. Als der Schlüssel Er hatte sich doch geweigert, einen Priester zu emp- im Schlosse umgedreht war, wandte sich der Stönig fangen, und jemand anderen konnte er nicht er- ihm zu und sagte vorwurfsvoll: warten... sollten sie ihm nun doch einen salbadernden Seelsorger mit einem Mund voll fadenscheiniger Gemeinpläße in die Zelle schicken? Die schwere Tür öffnete sich. Gegen das Licht des Storridors zeichnete sich eine schmale Gestalt in Uniform ab. Hinter ihr blinkten die goldenen Tressen und Epauletten eines begleitenden Offiziers. Der Wärter trat ehrerbietig zur Seite. Eine helle Stimme fündigte an: Seine Majestät, der König!" Sprachlos vor Staunen blidte Peter auf die Gestalt in der Tür, die ruhig einige Schritte näher trat. Der Gefangene blieb stehen, wo er stand, Peter... wie hast du das tun können?" Beim Klang dieser Stimme, die so wenig verändert war, schien es dem Rebellen, als ob eine Reihe von Jahren entschwunden wäre... War er der freche Vorstadtlausbube mit seiner un zähmbaren Art, seiner großen Schnauze und seinen rasch zuschlagenden Fäusten?... War er der wilde, leidenschaftliche, junge Kerl, der in seinem Leid und seinen Enttäuschungen teinen Rat wußte und nur ganz unbestimmt, wie einen Blipstrahl, den Weg vor sich sah, den er gehen würde, gehen mußte?... Dort ihm gegenüber stand ein merkwürdiges Stückchen Leben aus der Vergan" Weil es fein mußte... weil du ſelbſt es so haben wolltest." Der König schüttelte leidenschaftlich den Kopf. „ Niemals!" betannie er erregt.„ Niemals habe ich Greueltaten geivollt!" Auch Peter lächelte schivach. Treibhauskind gewesen bist und ich ein hartgefots " Das tam daher", erklärte er, weil du ein tener Straßenbengel aus der Vorstadt... ein Maul... Bewundernstert war wirklich nicht berüchtigter Tunichtgut mit einem lästerlichen viel an mir... und veneidenswert noch viel „ Die unseren nicht... das glaube ich gern ... aber wir haben uns nur verteidigt gegen eure Gewalttaten und die eurer Handlanger weniger." Ihr wollt den Geist unterdrücken und als das nicht rasch genug in eurem Sinne glüdie, habt ihr euch am Körper gerächt... Wir sind auch nur Menschen und für ein freiwilliges Märtyrium haben wir nichts übrig. In dieser Hinsicht sind wir genau so mindertvertige Christen wie die übrigen: wenn wir geschlagen werden, schlagen wir zurück!" " Ich habe nicht gewußt, daß du unter die Terroristen gegangen bist, Peter." Und deine Freiheit?" rief der König. noch immer kann ich eifersüchtig werden, wenn ich fleine und größere Senaben auf den Straßen schlendern sehe, raufen, ins Freie wandern.. Das habe ich nie gekannt... Eine freudloſe. langiveilige, graue Jugend." Peters Lächeln wurde bitterer. „ Nein, das wußten nur meine intimen „ Eine freudlose Jugend" sagte er grüble Freunde... und zu denen hast du nicht gehört, heben machst, war für mich wirklich nicht so herrrisch.„ Ach, die Freiheit, von der du solches Aufzu einer Zeit, als ich mit jedem Lausbuben, den sie dir vorstellst... Und dazu daheim Hunger, mit Ausnahme eines einzigen Nachmittags. lich, und sie war auch nicht so unbegrenzt, wie du ich zufällig traf, im Nu Freundschaft schloß..." Seimarbeit, Bank, Trunkenheit, Schläge, Armut, ben gerettet Sonderbar, daß ich das nicht mal in deiner Phantasie vorstellen kannst „ An diesem Nachmittag hast du mir das 2e- Schmuß und aller Jammer, den du dir nicht einz vergessen kann bei allem, was mein Leben zu Für das eine, das dir abging und ich hatte, fehl einer wilden Hezzjagd machte." Seien wir nicht sentimental... Beter von standen... Aber das fonntest du natürlich aus ten mir hundert Dinge, die dir zur Verfügung Ahremberg!... Diese ganz zufällige Lebensret- deinem Treibhaus heraus nicht beurteilen, und tung ist nicht der Rede wert." ich fürchte. daß du es heute noch nicht kannst." ( Fortfcbung folgt.) Der König lehnte sich halb sizend an den rohgezimmerten Tisch. Er lächelte in der Erinnerung. 3 D 1 it # t C e i i Mc. 64 Katholiken gegen das Ständemesen Wir haben vor einigen Tagen auf die Ausführungen des Jugendführers der tschechisch- kerifalen Partei Dr. Rii& I hingewiesen, der sich in entschiedener Weise zur Demokratie bekannt hat. In ähnlicher Weise nimmt die tschechisch- katholi ide Zeitschrift„ Akord" Stellung gegen die Abjicht, die demokratische Verfassung durch eine Ständeverfassung zu ersetzen. Das Blatt schreibt: Wenn wir uns aufmerksam das ansehen, was man vom Ständesystem schreibt und redet, wird uns bald die Tatsache erstaunen machen, daß alle die Leute, welche uns das Ständewesen erklä ren, uns allzulange die Antwort auf zwei Stardinalfragen schuldig bleiben: Welche Möglichkeiten hat der Ständegedanke und die würde ungefähr jeine Verwirklichung in diesem Staate ausschauen? Bir haben die begründete Vermutung, daß unsere Voltsparteiler, welche innerhalb des tschechischen Lagers( außer den Fascisten) als die einzigen mit dem Ständegedanken sympathisieren, sich die Funktion der Stände allzu einfach vorstellen: Führt das Ständesystem ein und wir sind alsogleich aller Leiden, Sorgen und Nöte ledig! Die Lösung ist ba! Bliden wir aber demgegenüber in diejenigen Länder, in denen das Ständesystem verwirklicht ist, jehen wir, daß man dort dem Korporativsystem bei weitem nicht die Bedeutung beimißt wie bei uns: Möge uns niemand sagen, daß der Korporativis mus der führende Gedanken der italienischen Savarshemden ist; leinesfalls. Das ist vielmehr die politische Ideologie des Fascismus und der Korporativismus ist bloß ein Ausdrud seiner Wirk jamkeit. Genau so ist in Deutschland das Stände ſyſtem nicht die führende Idee( dort ist es schlichlich und endlich eine genug untergeordnete Sache) -, sondern die Hakenkreuzlerei und wenn nichts anderes der Rassismus. Und man kann nicht einmal von Desterreich behaupten, wo das Stände instem eine genug wichtige Rolle spielt, day es bort etwas wäre, was es anderswo nicht ist. Angesichts dieser ernsten Diskussion, die in chechisch leritalen Kreisen um Ständewesen und Demokratie geführt wird, erscheint die völlige ideologische Abhängigkeit unserer Christlichozialen und ihres Hauptblattes, der Deutschen Preſſe" von den Wiener Startätschendhristen um so arm= seliger und abſtoßzender. Mittwoch Beneš- Exposee Prag, 16. März. Im Außenausschuß des Abgeordnetenhauses erklärte heute der Vorsitzende Tomášek, daß Außenminister Dr. Benes sein angekündigtes Exposee über die außenpolitische Situation in der nächsten Sigung des Ausschusses, die für Mittwoch, den 21. d. M., um halb 10 Uhr anberaumt ist, erstatten wird. ankomme ostern Samstag, 17. März 1934 backt kuchen onkel boby. Endlich kehrt er zurück, und gerade zu Ostern kommt er, wenn es gute Kuchen gibt. Natürlich setzt er voraus, daßsiemit, Vitello". Margarine gemacht sind. Er hat ja auch von seiner Weltreise geschrieben, daß er nirgends eine Margarine- Fabrik gesehen hat, die sauberer und moderner eingerichtet ist und in der hygienischer gearbeitet wird, als im, Vitello"-Werk. Das ist ja auch der Grund, warum alle Hausfrauen ,, Vitello" bevorzugen, die mit ihrem Datumstempel Sicherheit für stets frischen Einkaufbietet. Darum kaufen die Hausfrauen immer wieder in an am DATUM Vitello delicatesse VITELLO USA- Gewerkschaften gegen Automobilfabriken Um die Anerkennung der Syndikate Washington, 15. März. Der Vorsitzende der Arbeitsföderation, Green, ertlärte vor der Senatskommiffion für Arbeitsbedingungen, daß; die Automobilindustrie an der Schwelle von großen Streits, wie sie in der amerikanischen Geschichte noch nicht vortamen, ſtehe. Zu diesen großen wirtschaftlichen Störungen werde es infolge der Beſtre bungen kommen, den Arbeitern dieser Industrie die Mitgliedschaft an den Syndikaten zu verwehren. Gestern hatten sich nämlich die Chefs der großen Automobilfabriken im Arbeitsministe rium eingefunden und in kategorischer Weise erklärt, daß fie teine Arbeitersynditate anertennen. General Johnson, der Leiter des nationalen Arbeitsamtes, bemüht sich nur mehr persön lich, einem Generalstreit in der Automobilindustrie vorzubeugen. Er hatte bereits eine ge meinſame Unterredung mit den Vertretern der Unternehmer und der Arbeiter. Die Bertreter der Gewerkschaftsorganisation haben eingewilligt, den Streit in der Automobilindustrie auf den 20. März zu verschieben, um damit den Arbeitgebern Seit zu geben, mit General Johnson über die Organisationsforderungen der Arbeiterschaft der Automobilindustric zu verhandeln. Wahireform? Wir lesen in der„ Prager Preſſe": bindliche Diskussionen und Gespräche von Verson zu Person nicht hinausgefommen. Anjabe au fonkreten Verbandlungen find vorläufig nicht vorhanden. Jubiläumsverbandstag der Kleinbauern und Häusier Brag, 15. März. In politischen Streisen wird seit einigen Wochen die Frage von Reformen in der Wahlordnung des Abgeordnetenhauses und Senats ventiliert. Abgesehen von der Stimmung, die der In der heutigen Sißung nahm der Ausschuß Durchführung vrattischer Reformen im allgemeinen einen ausführlichen Bericht über den nicht schr er nicht abgeneigt ist, stehen Einzelheiten bisher nicht Samstag und Sonntag findet in Koſolup bei fest, hauptsächlich weil man mit Neuwahlen, die nach freulichen Stand der tschechoslowakischen Schiffahrts Vilsen der Verbandstag des Zentralverbandes der der Wahlordnung des Abgeordnetenbauses im näch geſellſchaften zur Stenntnis. Die Tschechoslowakei hat sten Jahre fällig sind, im Laufe dieses Jahres nicht Steinbauern und Gäusler statt. Dieser Verbands seinerzeit auf der Donau, der Elbe und der Oder rechnet, so daß zur Vorbereitung eventueller Refor tag ist ein Jubiläumsverbandstag, denn es jind von Deutschland, bzw. von Desterreich und Ungarn men noch viele Monate zur Verfügung stehen. In gerade jetzt 25 Jahre, daß der Grundstein zur zum Teil auf Reparationskonto einen Schiffspartierejse vorhanden iſt vor allem für eine Reform der freien Organisation des teinen Landvolles gelegt übernommen, der aus 72 Dampfern mit 30.000 gebundenen Kandidatenliſten durch eine angemessene wurde. Die Zufunft" erzählt aus diesem Anlas Pferdefräften, 387 Zajträhnen und 287,000 Tonnen Applikation der Bestimmungen, die in dieſer Richtung einiges aus der Gründungszeit des Verbandes. Laderaum und 78 verschiedenen Hilfsfahrzeugen be in das neue Gemeindewahlgeſes aufgenommen wor Schon 1907 wurde der Wunsch geäußert, eine den sind, wo der Wähler in den Kandidatenlisten ſtand. Es wurden für jeden der drei Flüsse eine beOrganisation zu schaffen, in welcher die Interessen Streichungen vornehmen darf, die Umstellungen in fondere Dampfschiffahrtsgesellschaft gebildet, an der Meinbauern und Säusler vertreten werden. der Kandidatenfolge herbeiführen. Ferner will man denen sich der Staat und ein Bankenkonsortium be- Reformen vorschlagen, die eine weitere Atomisierung Anläßlich einer Bezirtstonferenz in Staab 1908 teiligte. Die Gesellschaften hatten aber nicht das in Splitterfraktionen verhindern und solchen Frat wurde ein Stomitee gewählt, welches ein Statut genügende Betriebskapital. Der Warenverkehr mit tionen das Erwerben von Mandaten erschweren sol ausarbeiten sollte. Dieses berief eine Konferens der Tschechoslowakei betrug in den letzten Stonjunk len. Auf deutscher Seite wird hier hauptsächlich an für Sonntag, den 7. Feber 1909 nach Koſolub ein. turjahren auf der Elbe über 1,5, auf der Oder 0,5 die deutsche Gewerbevartei und an die deutsche Ar- In dieser Konferenz sprachen über die Ziele des beits- und Wirtschaftsgemeinschaft gedacht, die an und auf der Donau über 1 Million Tonnen jähr Verbandes der heutige Verbandsobmann und Abs sich wieder aus zwei Fraktionen besteht, den deuts lich; davon konnten die drei heimischen Schiffahrisgeordnete Genosse Dominit Leib und der Geschen Demokraten und der Rosche- Gruppe. Darüber gesellschaften nur 700.000, bztv. 250.000 und hinaus sind auch Reformen im Zweifammersystem nosse Josef le belader aus Sofolup. Es wurde 300-380.000 Tonnen an sich ziehen. Während der Gegenstand verschidener Betrachtungen, deren Reali- auch beschlossen, eine Zeitschrift zu gründen, welche Krise gingen die Frachiarten infolge der scharfen fierung allerdings über die Wahlordnung hinaus den Namen„ Wahrheit" führte und deren Stonkurrenz ſtart zurüd; nur die Verfrachtung von geht. Man wünscht einen Umbau des Senate der Herausgeber Leibl, deren Redatieur lebeiader geMineralöl ist noch rentabel. Ueber Preßburg werden, Nationalversammlung in ein Wirtschaftsparlament wesen ist. Im Mai 1910 wurde der Titel des an die 100.000 Tonnen Mineralöl jährlich auf dem und denkt dabei an die Wahl der Delegierten nich: Blattes in„ Der Kleine Landwirt" geDonauwege eingeführt. Von den 65 Millionen Kč, von seiten der politischen Parteien, sondern von sei die hiefür in den lesten fünf Jahren an dracht ge- ten der Standesorganisationen, beispielsweise der ändert. Die Erinnerung an die vor 25 Jahren Handels- und Gewerbekammern, der Landestuliur erfolgte Gründung einer Organisation des„ Meizahlt wurden, hat die tschechoslowakische Gesellschaft räte, der Gewerkschaftszentralen usw. Die Frage nen Landvolks" wird den Verhandlungen des Vernur etwa sechs Millionen erhalten weil sie nur vier aller dieſer Reformen ist jedoch bisher über unverbandstages erhöhtes Intereſſe verleihen. Tankschiffe hat. In den letzten Jahren weist die Donau- Gesellschaft namhafte Verluste aus, die Ende 1932 14,2 Millionen erreichten. Auch der finanzielle Stand der Oder- Schiffahrtsgesellschaft ist fritisch. Die Elbegesellschaft fonnte ihren finanziellen Stand etwas bessern, weil sie nicht dem deutschen Schiffahrtstartell beigetreten ist. Ing. Roubit setzte sich in seinem Bericht für eine staatliche Subventionierung der Schiffahrt ein, wie dies in allen anderen Staaten der Fall sei. Die Gesellschaften müßten, um wieder gedeihlich arbeiten zu können, den Schiffspark erweitern und tech nisch modernisieren. Auch die Bahnen müßten den Umschlag über die Binnenhäfen fördern. Vor allem aber müßten unsere Industrie, unser Handel und unsere Landwirtschaft es sich zur Pflicht machen, in erster Linie die tschechoslowakischen Schiffahrtslinien zu benüßen. Selbst Kinderasyle werden gestohlen! Die aufgelöften sozialdemokratischen Kinder asyle des Vereines„ Kinderfreunde" werden in den allernächſten Tagen wiederum geöffnet werden, und zwar unter der Leitung der christlichsozialen Organisation desselben Charakters Frohe Kind heit", respektive dessen Vorsitzenden Dr. Franz Arnold. Ein Tendenzprozeß Rom, 16. März. Vor dem fascistischen Son dergerichtshof begann heute vormittags der Pronzeß gegen die Urheber des Attentates, das am 25. Juni des Vorjahres in der Garderobe der Pefers- Kirche verübt worden war. Damals wurden durch eine Bombe vier Personen verlebt, davon eine schwer. In der darauffolgenden Debatte wurde an der Rückständigkeit und auch an den Personalderhältnissen unserer Binnenschiffahrt von mehreren Rednern scharfe Stritik geübt. Der Ausschuß beschloß dann, selbst eine Reise in das Donaugebiet zu unternehmen, um die Verhältnisse aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Einzelheiten werden noch mit dem Präsidium des Hauses vereinbart werden. Die fascistischen Streise bemühen sich nun, dieses im ganzen harmlose Attentat als den ersten Alt einer Reihe terroristischer Attentate hinzustellen, deren Zwed es angeblich sein sollte, Seite S Dollfuß verrät Südtirol! Die innige Freundschaft, die den enker der österreichischen Freiheitsbelden mit dem Schlächter Matteottis verbindet, wirkt sich nicht eiva in einer Lockerung des fürchterlichen natio nalen Druces aus, der auf Südtirol laftet. In dem Geschäft, das die österreichischen Bluthunde mit dem Chef der italienischen abschlossen, bat die nationale Ebre fein Gewicht; um des Profits willen, den ihnen die schamlose Stlassendiktatur bringt, sind die österreichischen Fascisten jederzeit bereit, das eigene Bolt gu verraten. Das geht aus einem Briefe hervor, der dem ,, Südtiroler", der Streitschrift der gefnechteten Deutschen jenseits des Brenner, von einem Südtiroler Opfer des italienischen Faſciss mus zuging. In diesem Brief heißt es u. a.: ., Gewiß gibt es für Italien eine Pflicht Südtirol gegenüber. Aber diese Pflicht bestand schon jeit dem Jahre 1919, wo die italienischen Staatss männer in Paris vor aller Welt erklärt hatten, die Südtiroler großmütig und mit weitestgehender Duldung zu behandeln. Diese völkerrechtlich einwandfrei feſtitchende Pflicht haben sie ins Gegenteil verkehrt. Werden sie es mit der Pflicht, von der Bundeskanzler Dollfuß gesprochen hat, gleich machen? Fast hat es den Anschein. So begreifen Sic es gewiß, wenn wir nun dem Besuche des italienischen Stanzlers in Rom mit gemischten Gefühlen entgegenschen. Was wird er bringen? Wer den die Herren aus Wien diesmal den Wechsel präsentieren und vielleicht sogar protestieren?? Oder sollte der Gegensaß Oesterreich- Deutsches Reich den Bundeskanzler zum Schweigen verurtei Yen gegenüber der Art, wie Mussolini seine Freun despflicht auffaẞt? Dann allerdings hätte das heimtüdische Spiel der Italiener wirklich einen Sieg errungen. Es hätte einerseits den für uns Südtiroler geradezu tragischen Striegszustand zwis schen den beiden deutschen Staaten erreicht, anders seits aber die österreichischen Staatsmänner sogar dazugebracht, die geschichtliche Verantwortung ges genüber uns Südtirolern in die Rumpeltammer zu hängen. Die Arbeitslosigkeit in Nordböhmen Die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Industrien. Die wirtschaftliche Gesamtlage in Nordböhmen hat sich nicht wesentlich geändert. Die Anzahl der angemeldeten gänglich Arbeitslosen ist von 152.606 auf 153.891, aljo um 1285, d. i. um 0.84 Prozent, gestiegen, was in dieser Zeit fast unbedeutend ist. Gegenüber Feber 1933 fann ein Rüdgang der Anzahl der Arpeitslosen um 35.042, d. i. um 18.55 Prozent festgestellt werden, gegen über Feber 1932 um 4 Prozent. Auch in den einzelnen Berufsgruppen fonnte teine bedeutendere Aenderung beobachtet werden. Der Rüdgang der Anzahl der Arbeitslosen in der Landwirtschaft war nur gering, Bewerber und Bewerberinnen meldeten sich jedoch überall, dazu auch viele aus anderen Gegenden. Im Bergbau war teine Besserung zu verzeichnen, in den Ziegeleien wurden nur in einigen Gegenden in ein zelnen Betrieben Vorbereitungsarbeiten fürs Frühjahr durchgeführt. In der Glasindustrie war im allgemeinen cher eine weitere Ver schlechterung bemerkbar und Besserungen sind nur vereinzelt vorgekommen. In der Metallindustrie ist saisongemäß nur bei der Exzeugung von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten eine Besserung eingetreten, in anderen Zweigen tam es jedoch auch noch zu einer weiteren Berschlechterung, besonders bei Bodenbach und im Grenzgebiete im Bereiche der Arbeitsvermittlungsanstalt in Oberleutensdorf. In einzelnen Zweigen ist hier, ähnlich wie bei der Holzbearbeitung, die Entwidlung von der Durchführung der Bau- und Investitionsarbeiten abhängig. In der Textilindustrie wurden eine Reihe teinerer Besserungen ge= meldet, wobei aber nicht übersehen werden kann, daß es sich mancheroris nur um die Wiedereinfüh rung einer halbwegs normalen Arbeit nach den Ausiebungen von Anfang des Jahres handelt. Der Anfang der Bauarbeiten wurde vorläufig nur in drei Bezirten beobachtet. Deswegen blieb die Lage der Baus, Tag und Hilfsarbeiter, die hauptsäch lich auf Bau- und Investitionsarbeiten angewiesen sind, weiter ungünstig. Leider sind auch schon Arbeiter aus anderen, oft entfernten Gegenden gekommen, die auf Grund verschiedener Gerüchte in Nordböhmen Arbeit suchen wollten. Eine der= artige Reise sollte nur derjenige unternehmen, der eine sichere Arbeit hat, die Bedingungen genau kennt und auch bereits die Aufforderung zum Arbeitsantritt an einem bestimmten Tage hat. Hausgehilfinnen sowie andere Sträfte im Haushal tungsdienste waren in großer Anzahl in den Arbeitsvermittlungsanstalten angemeldet, darunter auch Sträfte mit sehr guter Qualifitation. Maßnahmen der Somjetregierung Von den 153.891 Arbeitslosen wurden in Mostan, 16. März. Die Regierung ver- 6 politischen Bezirken mehr als je 10.000 Peröffentlicht eine Verordnung über Organisations- sonen ausgewiesen. Es waren dies: Tetschen maßnahmen auf dem Gebiete des Wirtschaftsauf banes der Sowjetunion. Zwecks Sicherstellung einer toufreten Zeiſtung after, 3weige der Sow jet- und Wirtschaftsarbeit, entsprechend den neuen Aufgaben der Rekonstruktionsperiode zur Neberwindung der kanzleibürokratischen Leistungsme thoden, sowie zur Stärkung der individuellen Leitung und der persön lichen Verantwortung der Füh rer für die anvertraute Arbeit, sieht die Verord nung eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen vor. Mussolini zu ermorden. Die Angeklagten haben angeblich erklärt, das Attentat auf Befehl Serantifascistischen Zentrale ver übt zu haben, deren Siß sich in Frankreich befindet. Entbürokratisierung der Wirtschaft 14.681, Reichenberg 13.045, Teplit- Schönau 12.145, Gablonz a./. 11.394, Aussig a./G. 10.902, B. Leipa 10.329. Dann folgen: Komotau mit 9824, Brür 9778, Duy 8881, Schludenau 6926, Friedland 6884 usw., den Berufsgrup pen nach handelte es sich( in d. Klammern sind die Zahlen vom Feber 1933) um 26.389( 31.860) Tertil, 22.136( 26.855) Hilfs-, 21.628 ( 26.895) Glas, 18.437( 22.778) Bau-, 14.880( 18.474) Metall, 12.884( 15.852) Tagarbeiter usm Seite 4 Tagesneuigkeiten Eine Tschechoslowakin in der Gewalt der SA Wie von Bad Stolzenhain berichtet wird, ist Samstag, 17. März 1934 Nr. 64 Nicht vergessen! 2x täglich KALODONT fonnte. GEGEN ZAHNSTEIN die beabsichtigten und die unbeabsichtigten, aus der Welt zu schaffen, wird einer anderen, sinn volleren Gesellschaftsordnung vorbehalten sein! die Tochter des Genoſſen Loos aus Böhm. Wie- brochen. In schwer verletztem Zustande wurde| triebsunfall, der immerhin einigen hundert Menfenthal, der gegenwärtig die Arbeitersporthütte am er ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Die zu schen das Leben kostete. Diese„ Betriebsunfälle", Steilberg betreut, in Ober- Wiesenthal von dem Bruch gegangene Strede hat ein solches Ausmaß SA- Führer Neupert verhaftet worden. daß die Mittagsschicht überhaupt nicht einfahren Die Tochter des Genossen Loos ist nach OberWiesenthal gegangen, um eine Freundin zu besu chen. Diese Gelegenheit hat Neupert, der bei dem Ueberfall beim Waldschlössel eine Rolle spielte, dazu benügt, um das Mädchen seiner Freiheit zu berauben. Eine Mauer begräbt fünf Knaben Bom Motorzug getötet. In Donis bei Karlsvad wurde gestern gegen 15 Uhr der Arbeiter Franz Lugner von einem Motorzug der Strecke Karlsbad Marienbad erfaßt und getötet. Der linfall ereignete sich bei einem Bahnübergang. Er hinterläßt eine Witive und einen siebzehnjährigen Schwierige Rettungsversuche bar infolge der ſtarken Regenfälle der lebten Tage Sohn. USA hilft bei der„ Tscheljustin"-Aktion. Mostan, 16. März.( Taß) Die Regierungs femmiſſion für die Rettung der Schiffbrüchigen des„ Tschetjustin" gab einen Bericht aus, worin ez u. a. heißt: Nach späteren Meldungen ist der Flieger Lia vide witij am 14. März von Wellen nach Wantaren mit dem Flugzeug„ A ni 4" gestartet, an dessen Bord sich eine fechs gliedrige Besatzung sowie 1500 Stilo gramm Benzin befanden. Bis jetzt langten über das Schicksal des Flugzeuges von der Expedition, die entsandt wurde, um nach diesen zu forschen, feine Meldungen ein. An der Küste des Kap Olutor schifften die Dampfer„ Smolenst" und" Stalingrad" Flug zeuge, Benzin und verschiedene Geräte aus. Ge genwärtig wird an der Montage der Flugzeuge gearbeitet. Man erwartet, daß die Flugzeuge bei günstigen Witterungsverhältnissen bis 25. März in Wellen eintreffen können. Mailand, 16. März. In Castelverde bei Crea mona ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Bon der Ruine einer alten Stapelle, einem beliebten Spielplatz der Knaben des Dorfes, stürzte offen eine Mauer ein und begrub fünf Knaben unter sich. Zwei waren sofort tot, drei weitere wurden mit so schweren Verletzungen aus den Trümmern gevorgen, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Das Unglück hätte noch wesentlich schwerere Folgen gehabt, wenn nicht wenige Minuten vor dem Einsturz etwa fünfzehn Knaben die Ruine vers lassen hätten, um draußen dem Kampf zweier wild gewordener Stiere beizuwohnen. Einsturz- Unglück In dem nahe der elsässischen Grenze gelegenen Dorf Niederschlettenbach ereignete jich ein folgenschweres Einsturzunglüid. Ein im Umbau befindliches altes Fachwerkhaus stürzte während der Arbeiten ein. Dabei wurde ein 48jähriger Silfsarbeiter, Vater von drei Kindern, auf der Stelle getötet. Der Sohn des die Arbeiten ausführenden Baumeisters erlitt einen schweren Schädelbruch und schwere innere Quetschungen, so Weiteren Berichten zufolge landelen die bes daß er in Lebensgefahr schwebt. Ein fannten Polarflieger schatow, Lewana zweiter Sohn des Baumeisters trug schwere stij und Stepnie w am 14. März in Seattle, femplizierte Knochenbrüche davon. Die Schuldfrage von wo sie sich am 17. März mit dem ersten ist noch nicht geklärt. In Bendzin( Polen) Dampfer nach Alaska begeben werden, um von stürzte der Balfon eines Hauses im dritten Stodhier aus mit zwei in Amerita angetauften Flugverke infolge lleberlastung ein. Vor dem Hause zeugen einen Rettungsversuch zu unternehmen. hatte eine fechsgliedrige Musillapelle konzertiert Die Sowjetregierung beschloß aus Leningrad und die Mujit hatte vier Personen auf den Balden großen Eisbrecher„ rassin" zur Hilfelei fon gelodt. Drei Personen stürzten auf den darstung zu entsenden. unter befindlichen Balkon im zweiten Stock, dic vierte Person stürzte auf die Straße. Durch die herabfallenden Ziegeln und Steine wurden auch die Mitglieder der Kapelle zum Teil schwer verleßt. Alle zehn Personen mußten im Auto ins Krankenhaus eingeliefert werden. Weiter wird gemeldet, daß, die Regierung beschlossen habe, die Hilfe der amerikanischen Res gierung anzunehmen, die versprochen habe, schwere Flugzeuge, die von amerikanischen Fliegern gesteuert werden, zur Hilfeleistung zu entfenden. Im Lager der Schiffbrüchigen ist alles in Ordnung. Arbeitslosen- Selbstmord während einer öffentlichen Versammlung Paris, 16. März. Die kommunistische Partei veranstaltete gestern abends im großen Bullier- Saal im Quartier Latin eine öffentliche Versammlung, an welcher über 5000 Personen teilnahmen. Im Laufe der Versammlung frachte im Saale plößlich ein Revolversch us, wel= cher großen Alarm verursachte. Es wurde festgestellt, daß es sich um fein Attentat handelt, sondern dag cin italienischer Arbeitsloser einen Selbstmord begangen hat. Er war sowohl in der kommunistischen Partei als auch in der Zweigstelle der italienischen fascistischen Partei organisiert. Drei Neger gelyncht... Hernando( Staat Missisippi), 16. März. ( Reuter.) Die Menge lynchte hier drei Neger, die eine junge weiße Frau mißbraucht hatten. Seemannslos Vom Rundfunk Empfehlenswertes aus den Programmen: Sonntag: Prag, Sender 2.: 6.45 Gymnaftif. 11.00 Ston zert des Ondricef- Quartettes. 14.15 Soziale Infor mationen. 17.05 Französisches Hörspiel. 17.50 Deutsche Sendung: Der Hammel bringt es an den Tag, Oper von Staufmann und Bid. 19.00 Deutsche Nachrichten. 22.25 Deutsche Nachrichten. Sender St.: 14.30 Deutsche Sendung: Landwirtschaft; Dr. Josef Langer: Unglüdsfälle bei Stin dern. 14.45 Deutsche Arbeitersendung: Franz Seidl. Teplitz: Gedanken zur Seit. 15.000 Gustav Mahler: Todessturz in einen Bach. Dieser Tage ging Lieder, gesungen von Zuma Handler. 15.30 Frauen-Brünn: 18.00 Deutsche Sendung: in der Gemeinde Porechresina, im farpathoruſſi funt. schen Bezirk Svarava, die elfjährige Schü- Wein, Weib und Gesang, luſtige Funkrevne. 20.20 Dvořát: Symphonie Aus der neuen Welt". 21.30 erin Marie Hodovano auf ihrem Schulwege Salonorchester der arbeitslosen Musiker. Mähr. über einen Bachjieg; beim Anblicke des reißenden stran: 9.05 Liebertonzert. 16.00 Nachmittagsfon Baches schwindelte ihr und sie fiel in die sert. Berlin: 20.00 Opern- Abend. Breslan: durch Hochwasser angeschwollenen Fluten des Ba- 16.00 Mandolinenkonzert.- Seilsberg: 16.20 ches. Ihre Leiche fand man bei der Gemeinde Bolkstümliches Orchesterfonzert. München: 20.00 Butobec, wo sie angeschwemmt wurde. Richard Wagner- Abend. Wien: 18.45 Stammer muufit. 22.15 Orchester- Konzert. Die japanische Flotte im Mittelmeere. Einer Meldung aus Tolio zufolge ist eine japanische Esfader unter der Leitung des Admirals Macujita aus Yokohama abgedampft. Sie wird Stambul, den Piräns, Neapel, Marseille und Barcelona be suchen. Auf der Rückreise wird sich der japanische Admiral in der abessynischen Hauptstadt Adis Abeba aufhalten, wo die Japaner in letzter Zeit eine großzügige Wirtschaftsoffensive eingeleitet baben. Der Verband Deutsche Silfsschule", Reichenberg, hält seinen 14. Verbandstag in Aufſig a. E. am 24. und 25. März ab. Die Tagesordnung sicht folgende interessierende Versammlungen vor: Sams tag, den 24. März 1. J., um 20 Uhr in der Stadts bücherei die Sau viversammlung mit dem Rechenschaftsbericht für 1933. Am Sonntag, den 25. März 1. J., 9 11hr, findet in der Aula des deutschen Staatsgymnasiums( Große Wallstraße) cine öffentliche Versammlung statt, in der Frau Dr. Trude Nemefluf- Prag über Die Rolle des Hilfsschulturnens in der Seilvädagogit" sprechen und der Dozent des staatlichen Sturfes für förperliche Erziehung an Silfsschulen in Auffia 1984 Silfsschultonrettor i. R. Emil Trautmann- Berlin, einen Lehrfilm über Das Belvegungserlebnis im Hilfsschulturnen" vorführen wird. Die Judenkenner. Ein internationa Ter Antisemitentongreß, der unter tem schönen Signum„ Songreß der Jn denkenner aller Länder" getarnt wurde, findet vom 14. bis 17. März als Nach jahre ähnlicher, aber weit fleinerer Veranstaltun sen früherer Jahre, in der Südschweiz bei BellinDeutscher Juristentag. Der Vorstand der Stän ona statt. Die furioje Beranstaltung, die aus den unerschöpflichen Propaganda digen Vertretung des Denischen Juristentages hat befassen des Nichtariers Dr. Goebbels finan schlossen, die diesjährige Haupttagung zu siert wurde, sollte eigentlich in Marseille abgehalPfingsten in Leitmeriis zu veranstalten. Auf das ten werden; im leßten Augenblick entschlossen sich die nationalsozialistischen Manager jedoch, ihr wissenschaftliche Programm der Leitmerizer HauptTreiben nach der Südschweiz zu verlegen. Der tagung der Ständigen Vertretung wurde das Thema Kongreß ist nur insofern bemerkenswert, als er gesett„ Mittel und Wege zur Beschleunigung des zeigt, wie skrupellos dic hitlersche Aus= landspropaganda arbeitet und wofür zivilgerichtlichen Verfahrens im Rahmen des geltendas Geld der deutschen Steuerzahler verpulvert den Rechtes". Besondere Einladungen zur Hauptvird, während die Wassen hungern müssen! tagung ergehen nicht. Auskünfte erteilt das Gene Der Anschlag auf den Warschauer Dekan ralsekretariat des Deutschen Juristeniages, Prag I., aufgeklärt. Die Warschauer Polizei verhaftete Abgeordnetenhaus. gestern sechs Urheber des Ueberfalles auf den Professor der Warschauer Universität Dr. Han delsman. Vier der Verhafteten sind nationalistische Hochschüler, zwei von ihnen Handwerker und Mitglieder des vor kurzem aufgelösten ,, Nationalistischen Lagers". Die Universität ist noch geschloſſen. London, 16. März.( AN.) Ueber dem briti schen Inselreiche wüteten gestern heftige Stürme, die stellenweise von Schnectreiben begleitet waren. der Nähe der Nordküste Schottlands, die ganze Das dänische Fischerboot„ Metha", fenterte in Besaßung ertrank. Das zweite dänische Fischerboot, das sich in der Nähe der„ Metha" befand, konnte dant geschickten Manövrierens der sicheren Statastrophe entrinnen, doch bestehen Vefürchtungen, daß zwei Mann der Besayung ven den Wellen fortgespült wurden. Der 6400 Tonnen- Dampfer" Herefordshire" wurde in der Nähe von Cardigan gegen ein Felsenriff ge= schleudert und zerschellte. An Bord des Dampfers befanden sich nur vier Mann, da das Schiff bereits beschädigt war und abgeschleppt werden sollte. Alle vier wurden gerettet. Auf| einem Rettungsboot wurde ein Mann von den Wellen fortgeschwemmt, fonnte aber später be= Mikglücktes Eisenbahn- Attentat Paris, 15. März. Wie erst jetzt bekannt wird, ist Mittwoch abends auf den Schnellzug Pa= ris Ventiniglia ein Anschlag verübt worden. Bei der Ortschaft Champagne sur Seine waren zwei Eisenbahnschweilen auf die Schienen gelegt worden. Während die eine dieſer Schwellen von der Maschine zur Seite gewußtlos wieder geborgen werden. Außerdem wurde schleudert wurde, klemmie sich die andere im Fahrgestell fest. Die Beschädigungen waren jedoch so geringfügig, daß sie bald behoben werden fonnten. Erdrutsch in Kärnten eine ganze Reihe kleinerer Schiffsunfälle gemeldet. Die Preise hoch...! Die ,, Reichsste II c für Milcherzeugnisse" in Berlin hat die Gewinnspanne zwischen dem Ein- und Verlaufspreis des Großhandels für Butter von 62 auf 82 Markerhöht. Das ist die neudeutsche Entwicklung zum braunen Sozialismus": sinkende Löhne, steigende Preise und den Bonzen das Himmelreich! Aber wie lange noch? tundigen..." 1559/ A DE.E.ROOS ,, Ein Schritt zum Sozialismus." Berlin, 15. März. Auf einer von der NSVO und der Deutschen Arbeitsfront einberufenen Versammlung in Lichtenberg gab der Nazireferent Mennek die fol genden tiefsinnigen Erläuterungen zu dem neuen „ Gesetz zum Schutz der Ordnung und der Arbeit": „ Mit dem Gesetz zum Schutz der Ordnung und Arbeit sind wir dem Sozialismus ein großes Stück Generaldirektor Dr. Roos gestorben. Freitag näher gekommen. Der Vertrauensrat steht neben früh ist an den Folgen eines Schlaganfalles der dem Betriebsführer. Der Kapitalismus muß be- Generaldirektor der Landesbank Dr. Emil Roos „ Betriebsunfälle"... Im Hafen von La Libertad in San Salvador ist ein Dampfer, der Feind, denn er gehört uns allen. Wir müssen hahin geboren und war bis 1917 Beamter des Landesstehen bleiben, wir betrachten ihn aber nicht als gestorben. Noos war 1868 in Všetat bei Rakovnik 7000 Kilo Dynamit mit sich führte, in die Luft kommen, daß der Betriebsführer frühmorgens nach ausschusses, in welchem Jahre er zum Oberdirel geflogen. Die Explosion des Dynamits hatte der Kontrolluhr stempeln muß. Dann muß der tor, 1923 zum Generaldirektor der Landesbank er Wien, 15. März. Nach Berichten aus Klagen weitere schwere Explosionen zur Folge. Die Unternehmer einen Gang durch den Betrieb nannt wurde. Außer in dieser Stellung, in der er furt hat die Schneeschmelze in Kärnten das Erdreich an zahlreichen Stellen derart aufgelok Verheerungen waren fürchterlich. Das Arbei- machen, die Arbeiter freundſchaftlich grüßen und Hervorragendes leistete und die Landesbank zum tert, daß in der Nähe von Villach 1 0.0 0 0 Suterviertel von La Libertad wurde faſt vollständig ſich bei ihnen nach der Gesundheit ihrer Familie er- ersten gemeinnüßigen Streditinstitut des Staates bikmeter Erde in Bewegung geraten vernichtet, hunderte Tote und mehr als tausend machte, hatte er bedeutenden Anteil an der Gestalsind. Dieser Erdrutsch hat die Waldungen Verletzte sind unter den Trümmern geborgen Ein Jammer. Es kann einen Hund jam tung der Währungsverhältnisse des Landes, ins auf das schwerste geschädigt. Eine Loko= worden. Das ist die Meldung, die der Tele- mern, wenn man beobachtet, wie eine Anzahl von besondere am Werke Nasins. Auch im Wirtschaftsmotive der Gurktalbahn, die durch das Gebiet graph sachlich und nüchtern durch alle Länder Zeitgenossen, und sie ist nicht klein, den deutschen beirat, dessen Finanzausschuß er präsidierte und in d: 3 Erdrutsches führt, ist entgle i st. Der BahnGruß ausübt. Da krümmt der eine seinen Arm der Verlagsgesellschaft Orbis", deren Verivalverkehr ist unterbrochen. Pioniere und Mitglieder jagt. Mord liegt in der Luft, Mord wird in zu einem verbogenen Schlächterhaken, an dem er tungsratsvorsitzender er war, hat er seine große des Freiwilligen Arbeitsdienstes wurden einge- den Laboratorien der Giftgasproduktion vorbe nächstens ein Pfund Blutwurst aufzuhängen Arbeitstraft betätigt. Was ihn auszeichnete war ſetzt. Die Nebenflüsse der Drau steigen noch immer, reitet, wo die erfahrenſten Experten Tag und gedenkt. Ein anderer wieder ist zu faul, seine unbeirrvare Rechtlichkeit, seine Bescheidenso daß weitere Schäden zu befürchten sind. Nacht über Werken der Vernichtung sitzen, Mord den Arm auch nur eine Kleinigkeit zu heben heit und die völlige Abwesenheit irgend eines Tric wird, zu Dynamitladungen geballt, im Baucher schwenkt deſſen Untergestell ein wenig bes nach Geld, wie man das bei Bankdirektoren der Schiffe transportiert, zur höheren Ehre des in die Höhe und marschiert, stolz wie ein selten vorfinden wird. Darin war er das Muster Spanier im Belvußtsein erfüllter Pflicht weiter. des leitenden Beamten eines öffentlichen Instituts, Saarlouis, 16. März. Auf der Knausholzer Profits spekulationswütiger Schieber, die sich so Der nächste streckt den Arm wie ein wildgewordener der seinen Mitarbeitern und den ihm Unterſtellten, Gruve, die mehrere Jahre stillgelegt war und erſt oft durch Projekte, an denen Blut klebt, zu ſanie- Berkehrspolizist wagrecht nach vorn. Es gibt Leute, ein Vorbild war, Seine Arbeitstraft war enorm, vor etwa einem Jahre wieder in Betrieb genom- ren pflegen. Und immer trifft es die Armen, die üben mit der Rechten den deutschen Gruß aus in der letzten Zeit hat er seine Kenntnisse und Ermen wurde, hat sich am Donnerstag kurz vor dem die Ausgebeuteten, die schändlich Mißbrauchten, und schvenken mit der Linken gravitätisch und fahrungen der Schaffung des Neestont- Instituts Schichtwechsel ein schweres Unglück ereignet. Eine diejenigen, die der Beutestreit der Mordmittel- unterwürfig die Melone... Und was dergleichen zur Verfügung gestellt. Das Sinscheiden dieses un Strecke, in der zum Glück nur wenige Personen Fabrikanten nicht das mindeste angeht und die seltsame Handlungen mehr sind. Auf die ausgefal- eigennützigen Menschen, der von sich selbst und beſchäftigt waren, ging plößlich zu Bruch. Hiebei doch das Kanonenfutter abgeben sollen, für die, lensten Grußarten tommen sie, nur nicht auf die allen denen, die mit ihm zu tun hatten, absolute erlitt ein Bergmann so schivere Verlegungen, daß die zwar die Stastanien haben, aber nicht ins ihn aber noch nicht kennt, der sollte sich bei S.- Stredits verlangte, bedeutet gerade in dieser schwe richtige. Wer den deutschen Gruß anwenden will, Sauberkeit in allen Fragen des Geldwesens und starb. Einem anderen Bergmann wurde Feuer gehen wollen! Hier brach der gut hono- Männern oder Amtswaltern unterrichten, wie er ren Zeit einen außerordentlichen Verlust für die außer einigen Quetschungen das Rückgratgerierte Tod programmwvidrig früh los, ein Be- ausgeübt wird."( Hamburger Anzeiger.) tschechoslowatische Volkswirtschaft. Bergarbeiter- Schicksal er kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus Mr. 64 Samstag, 17. März 1934 Niedergang unserer Kohlenwirtschaft Die Bergarbeiter sind die Leidtragenden Der Kohlenbergbau der Tschechoslowati-[ aemeine Erscheinung in unseren Gruben, daß jene schen Republik befindet sich nach wie vor in einer Bergarbeiter, welche die vorgeschriebene höhere schweren, chronischen Abſazkrise. Dem kurzen Leistung nicht vollbringen können oder wollen, Aufstieg unserer Kohlenindustrie im Jahre 1929 mit der Entlassung bedroht werden. Durch diese ist bereits im folgenden Jahre ein schwerer Nie- unerhörte Antreiberei- freilich auch durch die dergang gefolgt, der sich in den letzten drei Jab Nationalisierung und Mechanisierung, wird ren fortgesetzt hat und der bis zum heutigen Tage heute auf den meisten Gruben in drei und vier andauert. Im Jahre 1933 hat sich die Kriſe unse- Arbeitstagen so viel Stohle gefördert, als früher res Kohlenbergbaues durch einen empfindlichen in sechs Arbeitstagen. Es ist auch durchaus nicht Rüdgang im inländischen Absaß noch mehr ver- übertrieben, wenn man behauptet, daß die Bergſchärft. Durch diesen Absabrückgang, der seine arbeiter heute wie Zitronen ausgepreßt werden Sauptursache in der andauernden allgemeinen und daß die Gruben für sie zu einer wahren Hölle Wirtschaftskrise hat, wurde eine weitere Ein- geworden sind. Das furchtbare Grubenunglück am ſchränkung der Produktion herbeigeführt, was für Nelson schacht in Offet., bei dem 142 die Bergarbeiter vor allem vermehrte Feierſchich- Menschen elend zugrunde gegangen sind, hat ja ten, vermehrien Lohndruck und eine weitere der Oeffentlichkeit deutlich genug gezeigt, wohin Verschlechterung ihrer Lebenshaltung zur Folge dieses mörderische Ausbeutungssystem in unserem hatte. In der Kohlenausfuhr, die in den Bergvan, verbunden mit sträflicher Sparsamkeit Jahren 1930 und 1931 ungemein stark zurüd- und Verantwortungslosigkeit der Werksverivalgegangen ist, verzeichnet die Statistik für das tungen, führt. Jahr 1933 eine nicht unbedeutende Erhöhung der ausgeführten Sohlenmengen. Diese erfreuliche Erscheinung hat sich aber auf die Lage der Berg arbeiter infolge des zu starken Rückganges des Absatzes im Inlande, leider nicht verbessernd aus gelvirkt. In welchem Maße die Leistungen der Bergarbeiter gerade in den leiten Strifenjahren, in denen sich die Zahl der beschäftigten Bergarbei ter so stark vermindert hat, gestiegen ist, geht aus den folgenden Leistungsziffern hervor: Das Bestreben der Grubenbefizer ging bisHer und noch immer dahin, die Krise mit tapitaliſtiſchen Methoden zu beheben und die 1929 Krisenfolgen auf die Bergarbeiter abzuivälzen. 1980 Das suchten sie insbesondere durch Entlassungen, 1931 durch Vermehrung der Feierschichten, durch Lohn- 1932 fürzungen und durch gleichzeitige erhöhte Aus 1933 beutung der Bergarbeiter zu erreichen. Diese Methoden sind es aber, die die Krise herbeigeführt haben. Durchschnittsteiſtung vro Arbeiter und Schicht in Kilogramm 2.048 in Steinfohlenbergbau im Braunfohlenbergbau in Silogramm 1.042 1.027 1.062 1.072 1.171 2.042 2.168 2.230 2.291 Die Leistung pro Arbeiter und Schicht ist demnach in den letzten fünf Jahren ununterbro chen gestiegen, und zwar im Steinfohlenbergbau gegenüber dem Jahre 1929 um 12.3 Prozent, und im Braunlohlenbergbau um 12.1 Prozent Dabei muß man bedenken, daß schon in den frü Bergarbeitern herausgeholt wurde. heren Jahren das Menschenmöglichſte aus den kann sich von dem sozialen Elend der Bergarbei ter einen Begriff machen, wenn man erfährt, daß die Bergarveiter im Jahre 1933 im Steinkohlenbergbau 5,285.776 Arbeitstage und im Braunfohlengebiete 2,951.900 Arbeitstage versäumen mußzten. Während die Zahl der versäumten ArJahre 1932 im letzten Jahre gleich geblieben ist, beitstage im Braunkohlenbergbau gegenüber dem erhöhte sie sich im Steinkohlenbergbau um arbeiter infolge der Feierschichten betrug im ge 1,616.936. Der& ohnverlust der Bergſamten Kohlenbergbau unseres Staates im Jahre 1929 rund 50,600.000 Kč, im Jahre 1933 je doch weit über 360,000.000 Kč. Es ist also ein riesiger Lohnverlust, den die Bergarbeiter bisher infolge der Striſe erlitten haben. Nachdem auf den meisten Gruben der Republik nur an drei, böchstens an vier Tagen in der Woche gearbeitet wird, beträgt das Einkommen eines Bergarbeiters vielfach nur mehr 100 Kč und oft noch weniger pro Woche. Durch dieses geringe Einkommen hat die Lage der Bergarbeiter und ihrer Familien einen Grad der Verelendung erreicht, wie er, außer in den Kriegsjahren, im Bergbau niemals vorher zu verzeichnen war. Zudem kommt noch. daß sich weiter Bergarbeiterkreise eine Verzweif ungsstimmung bemächtigt hat, da sie keinen Soffmungsstrahl einer Besserung ihrer Lage sehen, sondern nur weitere Verschlechterungen, zu denen die Bergiverksbesitzer mit Absicht noch manches beitragen, wahrnehmen müssen. Zum Osterfeste nur das Beste S Seite 5 Besonders Ihr Osterbrot mit Sana zubereitet wird allen gut schmecken SANA.. DIE FEINE MARGARINE Die freien Gewerkschaften der Bergarbeiter sind unablässig bemüht, eine Verbefferung der Lage der Vergarbeiter herbeizuführen. Aber ihre Forderungen nach Verkürzung der Schichtzeit, gleichmäßiger Aufteilung der Kohlenbestellungen und der Schichten, nach Aufhebung der Koblen ſieuer, Serabseẞung der Tarife auf den Bahnen usiv. scheitern zum Teil an dem Widerstand der Grubenbesiber und der Staatsverwaltung und doch kann nur durch die Verwirklichung dieser Forderungen eine Besserung erzielt werden. Wieles liegt freilich auch an den Bergarbeitern ſelbſt, mit allen Schaffnern der Welt aufzunehmen, Bu die heute in zehn verschiedenen Organisationen nächit begann er zu schimpfen, und zwar so faftig zersplittert und zum Teil überhaupt nicht mehr und ausgiebig, als nur irgend möglich. Als man end organiſiert find. 3hr feiter und füdenloſer Bus lich den umstrittenen Storbituhl ausquartiert baite, fammenschluß in der freien Gewerkschaft ist aber wurde Havel gewalttätig. Drei Mondutteure batten schwere Arbeit mit ihm, wobei alle drei schmerzliche die erste Vorbedingung zur Führung eines erfolg Andenken abbefamen. Einer befam eine schwere Ohrreichen Stampfes um die Verbesserung ihrer Lage. feige ab, der zweite erlitt Strabivunden im Gesich: Start Schmidt. und eine Demolierung seiner Dienstmüße und der Schaffner Chúa gar einen, zum Glüd nur leichfen Weiser ft ich. Durch Zengenaussagen ist festgestellt, daß Savel( er hat fünf Vorstrafen wegen ähnlicher Erzejse) gleich zu Beginn der Auseinan dersetzung das Messer gezogen hat. PRAGER ZEITUNG In der Frage der Entlassungen ist es den freigewerkschaftlichen Verbänden, denen sich die beiden tschechischnationalen Verbände anschlossen, gelungen, durch die sogenannte Prager Vereinbarung einen gewiffen Schub der Berg arbeiter vor Kündigungen durchzu sezen. Nach dieser Vereinbarung, die durch eine Trotz der immer höheren Leistungen zum Regierungsverordnung im Dezember 1933 auf Teil gerade deshalb verschlechterte sich die Lage alle Reviere der Republik ausgedehnt und bis zum der Bergarbeiter immer mehr und mehr. Man 30. April 1934 verlängert wurde, dürfen die Grubenbefizer teine Massenentĭas= sungen mehr vornehmen. Sie können ledig lich Einzelentlassungen vornehmen, doch) dürfen diese im Monat nicht mehr als höchstens 1 Prozent der Gesamtbelegschaft betragen. Ohne den Schuß durch diese Vereinbarung wären im letzten Der Frauentag in Prag Kalenderjahre wahrscheinlich viele tausende Bergarbeiter entlassen worden. Wir erinnern nur an Am 14. März begingen die Prager sozialdie Ausführungen des früheren Arbeitenministers demokratischen Frauen, tschechische und deutsche Dostalet, der am 14. Dezember 1933 im gemeinsam, im großen Saale der Produktenbörse Budgetausschuß gesagt hat, daß in unserem Koh Yenbergbau 20.000 Bergarbeiter zu viel" seien. Sie sind natürlich nur vom Stand punkte der kapitalistischen Rentabilitätsberechnung aus zu viel, nicht in Wirklichkeit. Die Aeußerung beweist, wie start die Existenz von zehntausenden Bergarbeitern gefährdet erscheint. Bahl der im Bergbau be Jabr fchäftigten Arbeiter 1929 96.181 Steinkohle 16.750 1980 94.952 14.572 19831 87,749 18.243 1932 76.011 11.052 1933 76.207*) 10.639 Braunkohle 22.555 19.316 17.961 15.909 15.124 ihren Frauentag. Es war eine ernste und feierliche Kundgebung, die zeigte, daß der sozialistische Wille unserer Frauen gerade in dieser von fascistischen Wirren erschütterten Zeit noch fester geivorden ist. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit Darbietungen unserer Roten Fallen und des Sprechchors der tschechischen Genossen. Die Lieder und Die Entwicklung unserer Sohlen pro Spredchöre, die vorgetragen wurden, wie auch duktion in den letzten fünf Jahren wird am die Gedichte, die Genossin Fuchs sprach, waren besten durch die nachstehenden Zahlen veran- den Helden und den Opfern der Arbeiterbewegung schaulicht: gewidmet. Hierauf eröffnete Genoffin Pollak die Förderung in 1000 Tonnen Stundgebung mit den Worten der Trauer um die Gefallenen des österreichischen Bürgerkrieges, unter denen auch Frauen und Kinder sind. Die Versammelten erhoben sich von ihren Sigen zum Zeichen ihres Mitgefühls für alle jene, die für Freiheit und Recht gekämpft und gelitten haben. Genossin Paul sprach in ihren Eröffnungsworten das Gelöbnis aus, daß wir Frauen, die das Glüd *) Diese Ziffer erklärt sich daraus, deß 1933 haben, in einem demokratischen Lande zu leben, auch jene Bergarbeiter-- es waren gewöhnlich 800 die Idee des Sozialismus hochhalten und für sie bis 1000 Mann, die sich auf Wechselurlaub bekämpfen wollen und daß wir unseren unterdrüidten Schwestern, die unter dem Joche des Fascisfanden, in die Belegschaft eingerechnet wurden. Seit dem Jahre 1929, dem letzten Jahre mus zum Schweigen verurteilt sind, Kraft und mit etwas besserem Geschäftsgange, wurden mehr Zuversicht verleihen wollen. Dann erstatteten die als 20.000 Bergarbeiter entlassen und die Koh Genossinnen Illová und Deutsch ausgezeichlenförderung ging rapid zurück. Der Ridgang hat nete Referate. Sie entwarfen ein plastisches Bild mehrere Ursachen, auf die wir hier nicht eingehen der gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen können. Die Förderziffern betveisen die Tatsache, Weltsituation, charatterisierten in treffender Weise daß sich unser gesamter Kohlenbergbau dauernd die fascistische Reaktion und ihre Methoden, die im Niedergang befindet und daß sich die Pro- sich gleich bleiben, ob ihr Vertreter Hitler, Dollfuß duktion solvie die Beschäftigung auf ein noch nie oder Mussolini heißt und die auch in unserem verzeichnetes Niveau gesunken sind. In welcher Staate ihre zerseßende Tätigkeit entfalten möch schweren, chronischen Absazkrise sich unser Kohlen- ten. Sie wiesen darauf hin, daß der Fascismus bergbau befindet, das lehren auch die Biffern über nicht nur die Kultur zerstört und der arbeitenden den Kohlen verbrauch im Inlande. Dieser Klasse ihre Rechte nimmt, sondern auch den Frie entwickelte sich in den letzten fünf Jahren folgen- den gefährdet und zum Wegbereiter des imperiadermaßen: listischen Krieges wird. Denn der Fascismus dient der Kapitalistenklasse, wird von ihr genährt und gefördert und vertritt ihre Interessen auch dann, wenn er zum Schein und zur Täuschung der Maffen das Wort„ sozialistisch" im Wappen führt. Wir aber wollen uns nicht täuschen lassen. wir beurteilen eine Bewegung nicht nach Worten, sondern nach ihren Taten. Die Taten unserer Genossen in Deutschland und Desterreich waren Taten des Friedens, des Aufbaucs und der Völgelt dasselbe trostlose Bild wider, wie die Pro- Atte der Grausamkeit. Brutalität und Erniedriferverständigung, die Taten des Fascismus sind duktionsstatistiť. Unglaubwürdig, weil parador, klingt die gung. Die österreichischen Genoſſinnen haben Seite Behauptung, daß just in der heutigen Zeit, wo der an Seite mit den Genossen gegen die christlichen Kohlenbedarf ein so geringer geworden ist, die Fascisten für die Erhaltung der Demotratie geBergarbeiter zu immer höheren Leistungen ange- fämpft. Ihnen gilt unsere Bewunderung und trieben werden. Und doch ist es so. Durch alle unser Dant. Auch wir sozialdemokratischen Frauen Gruben gellt ununterbrochen der Schrei der An- in der Tschechoslowakei wollen kämpfen für die treiber nach mehr Kohlenhunten. Es ist eine all- Befreiung des Proletariats aus wirtschaftlicher 1929 Verbrauch an Steinfohle in Zonnen 15,700.000 Verbrauch an Braunfohle in Zonnen 18,336.000 Insgesamt ( Brautoble auf Steinkohle uungerechnet) in Tonnen 27,258.678 1930 14,308.028 15,950.700 25,608.454 1981 18,221.778 16,003.571 23,890.821 1932 11,189.887 14,363.018 19,588.665 1988 10,240,084 13,288.504 17,056,850 Diese Statistik des Kohlenverbrauches spie= Not, wir wollen uns mit unseren Genoffen für die Erhaltung der Demokratie und mit ihr für den Frieden einsetzen. Reicher Beifall dankte den beiden Referentinnen für ihre eindrucksvollen Worte. Nach einstim miger Annahme der Resolution schloß die machtvolle Kundgebung mit dem Gesang des„ Rudé prapor. 2. P... ch Vor Gericht verantwortete fich Savel mit Trunkenheit. Die Zeugen zudien die Achseln und räumten ein, daß Savel wohl eine ordentliche Dosis Alkohol in sich hatte, denn ein normaler Mensch benimmt sich doch nicht so vichisch", wie sie übereinstimmend meinten. Aber volltrunken im Sinne des Gesetzes war Savel nicht und wurde demnad schuldig erlannt und zu drei Monaten Kerter verurteilt natürlich unbedingt. Kunst und Wissen Wir wollen leben rb. Selbstmordversuch eines Chinesen. Fünfzehn Chinesen tamen vor einigen Wochen nach Prag, in der Hoffnung, hier Arbeit zu finden. Dies gelang jedoch keinem. Einer der fünfzehn, mit NaDieses Buch hat der ischechische Autor Sarel men Tschin Pa Po, hat nun gestern in Nusle. Nový geschrieben und nun gemeinsam mit E.&. wo er in der chinesischen Kolonie Wohnung gefunBurian zu einem ungeheuer wirtungsvollen Theaterstid umgearbeitet. Schon die Szene- die den hatte, einen Selbstmordversuch unternommen. Schöpfung eines fiebengliedrigen Stollettive- iſt Er wollte sich erhängen, doch im letzten Augen- schenswert: Eine Stiege, Vorhänge und zwei Stüc blid gelang es seinen Freunden, ihn zu retten. Die projektionsleinwand, auf der Photographie erschei 15 Chinesen haben jetzt ihren Gesandten gebeten, men: Landschaft, Häuser, vergrößerte Gesichter der für sie solange die Arbeitserlaubnis in Prag zu Schauspieler; manchmal nur ſprechende Schatten, erwirken, bis sie sich das Geld zur Rückreise ver- deren Sprecher unsichtbar bleiben. Dazwischen Lieder, dient haben. die der feinfühlende Dichter Jaroslav SciRazzia durch Bars. Beamte der Fahndungs- fert schuf. Das alles ist um zwei junge Menschen abteilung und des Gesundheitsamtes unternahmen montiert, die arbeitslos werden und den Jeidensweg gestern nachts eine Razzia durch Prager Nacht bis zu der alleräußersten Not gehen müſſen. Es hat teinen Sinn, Namen zu nennen. Die lotale, wobei sie ohne Unterschied die luxuriösesten, Schauspielergemeinschaft 34 offenbart ihre sozia wie die einfachsten Bars und Vergnügungsstätten liſtiſche Weltanschauung, sie nimmt in dem Sinne aufsuchten. Es lag den Beamten daran, festzustel- dieser Anschauung Stellung zu den Problemen der len, wieviel ausländische Artisten in Prag auftre- Arbeitslosigkeit, der Liebe, der Abtreibung. Und gibt ten und ob unter den Barmädchen solche sind, die in der Schlußizene befanni, was sie für den einzigen die Volljährigkeit noch nicht erreicht haben. Die Ausweg hält: W a cht auf, Verdammie.... Polizei fand jedoch keinen Fall zum Einschreiten. Gerichtssaal Szene in der Straßenbahn Messer gegen den Schaffner Die English Players h- b. Eines scheint allen englischen Lustspielen gemeinsam zu sein wenigstens würde man diesen Eindrud haben, wenn man nur die beiden Komödien. die die English Players brachien, gefehen hätte: Brag, 16. März. Man kann sich vorstellen, daß einen durch und durch rechtschaffenen, von tiefer ein Straßenbahnschaffner wenig Freude baran hat, Menschlichkeit, Philosophie und Abgeklärtheit erfüllten mir nichts, dir nichts eine Konversation mit den un- gemeinsam ist, der uns beim besten Willen nicht zum tvenn sich ein Fahrgast in den Wagen schwingt und Kellner. Daß den Lustspielen der englische Wiv gezwungenen Worten eröffnet: Also was ist, Lachen bringen fann, ist vorauszusehen und müßte Ochs blöder? Fährst du mich oder nicht besonders vermerkt werden. Wenn man sich aber nicht? Der andere Och 3 will nicht." nun doch über unwahrscheinlichkeit des Stoffes und diese Worte waren dem Schaffner des Anhängers der der Handlung hinwegseven will und das geschah Linie 11 zugedacht und wurden gesprochen am 29. besonders am ersten Abend nicht leicht, da man ja September v. J. bei der Haltestelle Masarykkolleg in Deiwik. Gesprochen wurden sie von dem 32jährigen stellt und dann um so ehrlicher enttäuscht ist, wenn an ein Shawstüd im vorhinein viel zu hohe Ansprüche Landwirt Gebhart Franz a vel und mit dem ,, ansich dieses als uralter Mottenfang aus dem Jahre deren Ochsen" war der Schaffner des Motorivagens 1896 entpuppt, wenn man also hier und am folgemeint, der den Havel von der Beförderung ausge schlossen hatte, weil dieser einen umfangreichen genden Abend bei„ Anthony und Anna", das an Sorbstuhl als Gepäd mitnehmen wollte und dieses Langtveile wahrlich nicht dem ersten nachstand, über Etüd infolge seiner Dimensionen zur Beförderung alles hinwegjähe, so fönnte man doch nicht ganz dar Szene, derentwegen Habel heute vor dem Senai Prag und das noch vor ganz turzer Zeit, viel besser unzulässig erſchien. Die weitere Folge aber war eine über hinweglommen, daß man die Engliſh Players in Werner unter Anklage der öffentlichen Gewalt- und erfreulicher Theater machen jah, als an diefen beitätigkeit und der Amtsehrenbeleidigung zu erscheinen den Tagen. Für ihr Spiel mag das Halbleere Haus als Entschuldigung gelten, aber für die Auswahl der hatte. Der in so familiärer Art angesprochene Schaff- Stüde hätte man dann noch immer keinen Bardon. ner des Anhängeivagens brachte den Bug zum Stehen und außerdem waren sie diesmal so englisch, das heißt und forderte Savel auf, auszusteigen. Dieser aber in der Schnelligkeit und Schlamperei der Aussprache. hatte vorher achi Biere im Gasthaus Zu den zwei daß man das Buhören manchmal als KonzentrationsHörnern" vertilgt und fühlte Wut und Straft, es probe besonders bei langen Auseinandersetzungen Seite 6 Frühjahrs69 99 10000 mode Elegante braune Halbschuhe sind reich perforiert. 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Der Verband deutscher Bühnenleiter in der Tschechoslowakei und der Bühnenbund in der Tschechoslowali schen Revublit geben bekannt, daß die zwischen beiden Verbänden vereinbarien Prüfungsstellen in der ersten Hälfte des Monats April die dritten Prüfungen für Bühnenauwärter in Prag und Brünn abhalten. Sämtliche Bühnenantvärier werden aufgefordert, jich bis spätestens 24. März 1934 beim Bühnenbund in der Tschechoslowakischen Republik, Brünn, Janáček play 2a zu den Prüfungen anzumelden. Später einlangende Anmeldungen können nicht berücksichtigt wer den. Den angemeldeten Bühnenanwärtern werden die notwendigen Unterlagen und der genaue Termin der Prüfungen schriftlich bekannigegeben. Den gegen seitigen Vereinbarungen zufolge fönnen nur jene Bühnenanivärter ein Engagement an einem deutschen Theater in der Tschechoslowakischen Republik erhalten, die sich mit dem Abgangszeugnis eines öffentlichen Konservatoriums, einer öffentlichen dramatischen Schule oder mit einem Prüfungszeugnis einer Prefungsstelle ihres Heimatlandes ausweisen können. Diese Vereinbarung gilt sowohl für tschechoslowakische als auch für ausländische Staatsbürger. Chor und Orchesterabend der Deutschen Mujikatademie Montag, den 19. d. 20 Uhr im Radiosaal. Mitwirkung sämtlicher Schüler. Karten 4-10 Kč bei Wetzler, Styblopassage. Vorträge Arnold Marlé liest das Drama„ Osatrat, der Estimo" von Peter Freuchen, dem bedeutenden dänischen Dichter, dem besonderen Kenner der Eskimowelt, der in diesem Drama über die Dar stellung dieser Menschengaiing hinaus den Zusam menstoß der völlig primitiven, urzeitlichen mit un serer europa- amerikanischen Kultur zur Gestaltung gebracht hat, im großen Saal der„ Unita ria", Prag I, Karlova 8, gegenüber der Salvatorfirche, am 26. März, um 8 Uhr. Karten 2 bis 20 Kč bei Truhlař. Aus der Partei Jugendbewegung. S. J. Brag. Sonntag, den 18. März, Wandertreffen in 3braslav. Im Freien: Ge entfeier der Wienerkämpfe, Spiele usiv. Treffpunfte: S. 3. 3 cntrum, halb 9 1hr Endstation der 21er in Branit; S. J. Smichov: 9 1hr Endstation der 5er in Slubočep; S. J. Weinberge: halb 9 1hr Endstation der 5er in Hlubočep; S. J. Holleschowi: 9 1hr Endstation der 21er in Branik. Gruppe junger Parteigenossen und-genossinnen Führer Mar Ullmann), halb 10 1hr Endstation der 21er in Branit. Kommt alle im Blauhemb! Vereinsnachrichten Wochenspielplan des Neuen Deutschen Theaters. Samstag, 7.30: Turandot, A 2. Sonntag, 11.00: ammermusit; 2.30 Towarisch; 7.00: Wagner- 3yffus I, Gastspiel Kammersänger Frizz Wolf: Lohengrin, D 2. Montag, 7.30: 31 ebener Erde und erster Stod, volkstümliche Vorstellung, AA. Dienstag, 7.30: Boris Godunow, A 1.- Mitiwoch, 7.30: Die Orchideen von Schloß Silverstunden stets Mittwoch von 6-8 Uhr im eigenen Gate, Ensemblegastspiel des Theaters in der Soz sefstadt, B 2. Donnerstag, 7.30: Turandot, 62. Freitag, 7.30: Julius Cäsar, Gast spiel Ernst Deutsch, Jubiläumsvorstellung May, Liebl, 1. Samstag, 7.00: Tannhäu= ser, Zyflus II, C 2. Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Samstag, 8.00: Die große Chance, Erstaufführung. Sonntag, 2.30: Pava, Abschiedsvorstellung Leo pold Kramer, 8.00: Die große Chance. Montag, 8.00: Garten Eden. Bantbeamte und freier Verkauf. Dienstag, 8.00: Die große Chance. Mittwoch, 8.00: Die große Chance. Mittwod), 8.00: 7.30: ait cin, Erstaufführung. Freitag, 8.00: Gastein, Stul turverbandsfreunde und freier Verkauf. Sams tao 8.00: Gastein. Ortsgruppe Prag. Sonntag, den 18. ds., Treffpunkt 9 Uhr Endstation der Einser oder Einundzwanziger bei der Fabrit Feigl in Vršovice. Allgemeiner Angestelltenverband, Prag. AmisSeim in der Národni 4/ III. Sonntag, den 18. März, Wanderung ins Beraun- und Moldautal. Treffen um 9 Uhr in Branik, Endstation. Gäste willkommen. Mittwoch, den 21. März, Jungangestellten Versammlung, 8 hr abends, im Deum. Pfingstreifenach Nord böhmen. Preis Kč 55. mit Nachtlager; Numeldungen im Seim. Daselbst auch Anmeldungen für die Ferienreisen und Erholungsheime. Mitteilungen aus dem Publikum. Geist und Körper halten Sie durch regelmäßige Einreibungen mit dem Menthol- Franzbranntwein Alpa geſund. Diese stärken Nerven und Mustelu. Das sagt auch Ihr Arzt. 100 Samstag, 17. März 1934 Nr. 64 Die Singgemeinde hält Sonntag, den 18. März, nm halb 11 thr vormittags im artciheim, Národní třída Nr. 4, cine Mitgliederversammlung ab, die sich mit der Arbeit des weiteren Ausbaues unferes Prager deutschen Arbeitergesangvereines be schäftigen wird. Unter anderem soll in dieser Versammlung die Schaffung eines& ranenchores besprochen werden. Referent: Genosse Edwin Janets chef. Neben den Mitgliedern der Voltsjinggemeinde und der Partei werden hiemit auch alle Mitglieder der Kulturorganisationen zu dieser Versammlung eingeladen. Insbesondere mögen alle sangesfähigen und freudigen Genoſſinnen erschei nen! im Bad Liebwerda in 2084 Isergbeirge Herz-, Rheuma-. Frauenleiden. Nervöse, Erholungsbedürftige. Hellung und Ferienaufenthalt. Niedrige Preise, Auskünfte Kurverwaltung und durch E. Sojka, Prag XI., Tomkova 15. Telefon 321-72 Die richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Příkopy, Palais Koruna. Anglo- Elementar Versicherungs- Aktiengesellschaft in Wien Direktion für die Č. S. 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ZEMSKÁ BANKA, ( früher Landesbank des Königreiches Böhmen) Praha. -O Bezugsbedingungen: Bei Zustellung ins Haus oder bei Bezug durch die Post monatlich Kč 16.-, bierteljährig Kč 48.-, halbjährig Kč 96.-, ganzjährig Kč 192.-. Inserate werden laut Tarif billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß. Rückstellung von Manustripten erfogt nur bei Einsendung der Retourmarken. Die Beitungsfrankatur wurde von der Post- und Telegraphendirektion mit Erlaß Nr. 13.800/ VII/ 1980 betvilligt.-Druderei:„ Orbis". Drud, Verlags- und Beitungs- A.- G., Prag.