1ENTRALORGAN DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH. Redaktion und Verwaltung frag xii„ fochova a. telefon sm. Administration telefon atat. HERAUSGEBER) SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR) WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEUR) DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Einzelpreis 70 Heller (•inschllafillch 5 Heller Forte) 14. Jahrgang Samstag, 24. März 1934 Nr. 70 verzweifelte DcviscnlaRc Deutschlands Die Rohstoffeinffuhr kann nicht bezahlt werden Vor der gänzlichen Einstellung der Auslandszahlungen? Berlin, 23. März. Die katastrophale Devise» situativ» macht de» veruntwortlichen reichödentsche» Streife» schwere Sorgen, denn wenn keine Abhilfe gefnndr» wird, dann wäre» sämtliche Bemühungen nach Belebung der deutschen Wirtschaft auf absehbare Zeit hinaus lahmgrlegt. Die Golddeckung der ReichS- dank ist in den letzten Woche» auf nur acht Prozent gefnnkcn und leitende Stellen der Reichöbank sprechen sich über dir Möglichkeit einer baldige» Besserung der Devisen- und Goldvorräte sehr skeptisch anö. Die Entwicklung de» deutschen Außenhandels weist zwar eine steigende Tendenz auf doch ist andererseits rin großer Roh- st o f f- und H a l b f a b r i k a t e i m p o r t notwendig, wen» dir BorauSfetzunge» für eine Belebung der Produktionstätigkeit geschaffen werde» solle». Währungsexperimente werde» vorläufig von de» Zentralstelle» abgclrhnt, wenngleich in Wirt- schaftSkrcisk» ständig die Meinung vorherrscht, daß eine Markdevalvation schließlich kauin zu vermeiden sein wird. Große Anfmrrl- samkeit hat rS hervorgerufen, daß Hitler in seiner lohten Rede auf die WährungSfrage in einer Art z» sprechen kam, die n i ch t v o l l st ä»- d i g eindeutig ist. Der PassuS„eine Inflation»ach Art der Novrmberregiernng ist für unS undenkbar" schließt logischerweise die Möglichkeit einer Devalvation nicht anS. Da ReichSbankprästdent Schacht rin Gegner der Devalvation ist, bewegen sich die Bemühungen, die Devisrnschwierigkeiten zu beseitigen, vorläufig in anderer Richtung. I» erster Reihe denkt man an die vollkommene Einstellung deS Zinsendiensteö für die Auslandsschulden. Der großen Konferenz der Aus- kandöglänbiger, die anfangs April in Berlin zu- sainmetttrete» wird, wird wahrscheinlich vorgeschla»! teuren bewilligte monatliche Tevisenauote von gen werden, daß die Gläubiger in ihrem eigenen bisher 45 Prozent auf 35 Prozent herabgesetzt Interesse Deutschland in der Tranöferierung der wird. Außerdem hat die-Reichürrgierung gestern vereinbarten Zinse» eine„A t e m p,a u s e" gön- rin Gesetz zur Kontrolle der Rohstoffe ne» sollen. Außerdem soll ReichSbankpräsident und Halbfabrikate beschlossen, welches Dr. Schacht beabsichligru, nach Abschluß dieser jeden überflüssigen Import unterbinden soll. Konferenz nach Amerika zu reise», um dort einen Schließlich denkt man an Regierungsstellen große» Kredit(.300 Millionen Mark) zur Finan» an eine Restriktion der Ausfuhr deutscher Bank- ziernng der deutschen Rohstofsrinlänfe abzn- notru. Auch wird schon seit längerer Zeit auf den schließen. s deutsche» Privatbrsitz an AnSlandSefsekle» hinge- Ferner sucht man den Tevisenschwirriglritrn i wiese» und geltend gemacht, daß im schlimmsten durch RestriktionSmaßnahmen beiznkommen. Ge-! Falle durch«ine zwangsweise A v f ü h- rade heute wurden neue Richtlinie» für die Ein- Innig dieser Papiere neue Devisenvorrätc befuhr veröffentlicht, durch toelche die den Impor- schafft werden würden. Herrn Schachts zu kleine Golddecke Sriimere deulfdie Krise DaS nationalsozialistische Regime dvS Deutschen Reiches steht mitten in einer schweren Krise. Sie ist nicht hervorgerusen morden durch den Kamps einer breiten Widerstandsbewegung der unterdrückten Volksmassen. Für eine solche Widerstandöbcivegnng sind unzweifelhaft Ansätzc vorhanden, aber sie ist heute noch weit entfernt davon,.Kräfte entwickeln zu können, die schon jetzt zu einer Erschütterung der fascistifchcn Dis. tatur führen könne». Dennoch kann sich die ge- genwärtigc Krise zu einer ernsten Gefahr de» fascistischen Systems und seiner Herrschaft im Deutschen Reich anöwachsen. Dreizehn Monate nationalsozialistische Regierung haben genügt, mit den Reichssinanzen jauch die Währung an den Rand des Zusammenbruches hcranzubringen. Denn das ist in dürren Worten die nackte Tatsache: nach einer seit Monaten vor sich gehenden schleichenden Entwertung der Reichsmark, die in zahlreichen Reden des Rcichsbankpräsidcnten Dr. Schacht immer wieder bestritten und durch vielerlei künstliche Massnahmen verdeckt wurde, hat sich die Inflation ihre Anerkennung er- z w u n g e n, und die A b w c r t n n g der R e i ch s m a r k scheint n u r noch d i e F r a g c e i n c r k u r z c n Z c i t z» sein. Doktor Schacht, den sich Hitler verschrieben hat. da- mit er uister strenger Befolgung der national sozialistischen finanzpolitischen Grundsätze die Reichöfinanzcu und die Reichsmark aus dem „Sumpf" zu sicherer Höhe cmporsühre, hat sich zu oft für die Stabilität der Marl„verbürgt", als das; er jetzt selbst für die Inflation verantwortlich zeichnen möchte. Obwohl sie unter seiner Amtsführung die raschesten Fortschritte gemacht hat, möchte er doch nicht mit der Verantwortung beladen jein. Vorläusig hat Hitler sein Rücktrittsgesuch abgelehnt; es ist aber wahrscheinlich, das; er dennoch bald einen Nachfolger finden wird. DaS Fiasko der nationalsozialistischen Fi- SA- die größte Armee der Welt Ausbildung aller wehrfähigen deutschen Manner einer Arbeitsgruppe für Geländesport nut Erfolg Berlin, 22. März. Der Stab der nationalsozialistischen Sturmabteilungen widmet der militärischen Ertüchtigung der Jugend systematische Aufmerksamkeit und hat soeben genaue Vorschriften über die Organisierung der Ausbildung erlassen. Es lverden strenge Prüfungen für die einzelnen Grade der Ausbildung ungeordnet; dies geschieht durch die Einführung eines bronzenen, silbernen und goldenen„Sportabzeichens der SA.", die den Zöglingen in Hinkunft je n a ch dem Grade ihrerAuöbildung verliehen werden sollen. Dieses Sportabzeichen setzt sich ans drei Symbolen zusammen: Schwert, Eichcnblatt und Hakenkreuz. Die nunmehr zur militärischcn Ertüchtigung der Jugend erlassenen Vorschriften lind in mehr als einer Richtuno be- merkenslvert. Zugelassen werden zur Ausbildung Jünglinge im Mindcstalter von 18 Jahren. Die obere Altersgrenze ist bisher nicht festgesetzt, doch wurde entschieden, das; ab Oktober t!>:>"> die Sportabzeichen der SA. Männern von über fünf- unddreistig Jahren nicht mehr verliehen werden. Die Teilnahme an der Ausbildung und die Fähigkeit, das„Sportabzeichen der SA." zn erwerben, steht grundsätzlich jedem— also nicht nur Angehörigen der SA..— zu, sofern er 1.„der Aufnahme würdig", d. h. rasse rein, 2.„tauglich" ans Grund Sines ärztlichen Zeugnisses, 3. von einem anerkannten Lehrer des „FeldspörtrS" auSgebilhet, und 4. von. anerkannten, erfahrenen Kräften geprüft"worden ist. . Jeder Zögling must vorerst eine- sogenannte „Vorhereitunsgeit", entweder-, in einer Schule für Geländesport, in leiner'SA.-Abteilung, oder in absolviert haben. Für die letztgenannte Gruppe wird ein Termin von mindestens 120 Ucbnngs- stunden festgesetzt. Einführung des Militärbuchs Ein Zögling, der die„Vorbereitungszeit" absolviert hat, kann sich nicht selbst als Anwärter für das Sportabzeichen melden. Der Antrag must vielmehr von irgendeinen« SA.-Führer gestellt lverden. Jeder, der auf Grund eines solchen Antrages zugclassen wird, erhält eilt Auöbil» dnngöbu ch, in welches das ärztliche Gutachten, die Acwillignng zur Ausbildung und Anmerkungen über die abgelegten Prüfungen eingetragen lverden. Zur Ausbildung lverden die zugelassenen Kandidaten sowohl von der SA., als auch von de» amtlichen Stelle» einberufen. Di« Ausbildung findet einerseits in de» Sturmabteilungen, anderseits in den BerbändoufürGe- l ä n d r s v o r t statt, und zwar unter der Aussicht von hiezu besonders legitimierten Gelände- sportlehrern. DaS bronzene Sportabzeichen wird denen verliehe», die bei der Prüfung jenen Anforderungen entsprechen, die allgemein an einen ausgebildeten Soldaten gestellt werden. Die Prüfung zerfällt in drei Teile:. 1, Körperliche Ausbildung(100-Meter- Lauf, Weitsprung, Keulen-Weitwurf, Kugelstoßen, 3000-Meter-Lauf). 2. Eelementarübungen< Schießen aus Kleinkalibergewehren, 25-Kilometer-Gepäckmarsch). , 3. Geländesport lOrientieruiig, Urbnngen i». I Formationen, Kundschastrrdienst usw.) Wer diese Prüfungen mit Erfolg ablcgt, erhält in seinem Anöbildungsbuch den Vermerk, dast er die Elcmentarausbildung absolviert hat. Ihm wird das bronzene Sportabzeichen ver- lichen. Das si l b c r n c Sportabzeichen wird an Instruktoren verliehen und entspricht dem Range eines Unteroffiziers. Die Ausbildung der Instruktoren erfolgt in eigene» Schulen, die vom Chef der AuSbildungöabteiluno der SA. geleiter werden. Das goldene Abzeichen entspricht dem Range eines Offiziers und berechtigt seinen Träger, Prüfungen der Zöglinge vorznnehmcn. Jeder Inhaber des SA.-Sportabzeichenö übernimmt als„wehrhafter deutscher Mann insbesondere die Pflicht, sich seine sportliche Tauglichkeit und Marsfähigkeit dur einfache, natürlie und nütz» I liche Körperübnngen zu bewahren. Er must jederzeit bereit sein, sich einer neuen Ueberprüfung seiner Leistungsfähigkeit zu unterwerfen. Wer ohne zwingenden Grund dem Befehle, sich einer neuerlichen Prüfung seiner körperlichen Fähigkeiten zu unterziehen, nicht nachkommen sollte, verliert das Recht, in Hinkunft das Sportabzeichen zu trage». Vie„Vossische“ geht ein Die„Bosjische Zeitung" veröffentlicht in ihrer Ausgabe vom Samstag, deu 24. März, eine Mitteilung des Verlages Ullstein an die Leser des Blattes, in der der Verlag begannt gibt, dast ec. da nach seiner Ansicht die Aufgabe eines Blatte? vom Stil der^Vossische» Zeitung" b e e n d e t sei, aus freien Stücken den schmerzlichen, aber folgerichtigen Entschlust gesastt habe, die„Vossische eZitung" aufzugeben und sie na Ende des Monats Dtärz nicht"mehr'erscheinen zu lassen. nanzpolitik,' und im weiteren Nahmen der gesamten Wirtschaftspolitik lässt sich nicht mehr verheimlichen. Die Tatsachen sind dies: Ter zur Sicherheit der Reichsmark vorgesehene DeckungS- bestand an Gold und Devisen ist von 3000 Mil- lioncn Reichsmark im Jahre 1080 aus 200 Millionen Reichsmark zurückgegangen und beträgt damit noch kaum 8 ProzentI Die Zahlungsbilanz Deutschlands, deren Aktivität im Jahre 1920, also unter dem„fluchwürdigen Novembersystem", einen Rekord Hochstand erreichte, ist Passiv. In deu Fächern der Reichs- bank häufen sich von Woche zn Woche die sogenannten„Finanzwechsel", die keine Warenwechsel, keine Dokumente für einen tatsächlich stattgefundenen Warenverkehr, sondern Wechsel schlechtester Art, von halbbankerottcn Unterneh- nmngen, sind. Der Banknotenumlauf ist höher, als er bei dem stark zusammcngcschrumpsten Handel sein dürfte und diese Banknoten sind zurzeit eigentlich nichts anderes als ungedecktes staatliches Papiergeld. Das-Ausland, daö sich von den schönfürbcndc» Berichten der Regierung und der glcichgeschalteten Institute nicht so leicht ir'rcfuhren lästt, reagiert auf die ökonomische und finanzielle Entwicklung Deutschlands entsprechend: die sieben verschiedenen Marksorten, die im Ausland im Umlauf sind, haben in den letzten Wochen eine starke Abwertung erfahren. W ü r d c n d i e k ü n st l i ch c n S ck) r a n k e n, mit denen jetzt die Mark g e st ü tz t wird fallen, so würde die Reichs- mark mit einem Schlage um 40 bis 5 0 Prozent c n t w c r t c twc rd en! An der deutschen-Börse'versuchte man, bis in die letzten Tage hinein eine freundliche Stimmung zu zeigen; aber im Laufe dieser Woche haben auch dort die Aktienkurse nennenswerte Einbrüche erlitten. Zu alledem kommt, dast die gewaltigen Schwierigkeiten durch den katastrophalen Stand der Reichsfiüanzcn'noch gesteigert werden. Es Seite r Sa«Mag. 24. März 1034 M. 70 Echo» am 10. Aprtt wird brr Haupttreffer der ArbeiterfLrsorflr>Lottrrir OUfiQelOft t 1 Sm kostet nut KC 8. Kontrolle und scharfe Sanktionen die erste Voraussetzung für eine Abriistungskonvention j,'t nicht leicht, bei den fiir die Zwecke brr Nationalsozialisten frisierten Berichten und Statistiken, klar zu sehen. Mer sicher ist, das; re int deutschen Reichc-balt im? rnF inanzpoii tir! ©ocbbelä’. Goering und Rein- ich auck dr ausio-Lgewirtjchaftet. Sie haben die liederlichste und karrumpiertrsten! Geschäfte getrieben, die denkbar sind. Sir Haben «underte von Millionen Mark für ihre Privat- tnume und Milliarden für die Aufrüstung hin- ausgewarfen. Sie Haden eine Dirtschafts- und .Handelsvoliri! betrieben, die die Wirtschaft zwar nicht aus der Krise heraus-, dafür aber den Staat und die arbeitende Bevölkerung immer näher an den Rand der Katastrophe herange- sührt bat. Sie haben den Agrariern zuliebe den Austenhandel beinahe erwürgt und durch die von innen Verweigerten Schulden- und Zinsenzahlungen Deutschland von dem Ausland mehr und mehr abgericgeli. Sie kamen sich dabei stark vor und werden jetzt zu der Erkenntnis gezwungen, dost du Welt störtet in als sie. Tie Katastro- ohenvolitiker des monarchistischen Deutschland konnten zu einer gleichen Einsicht jo auch erst beim Zusammenbruch ihrer Herrlichkeit gebracht So ernst diese Krise ist— und sie kann sich noch peiter verschärfen— so wird sie wohl nicht jetzt zum Sturz der saseistischen Diktatur führen. Aber sie offenbart, daß die Za sei st en die gefährlich st en K a tast r o v b e n v o l i t i k e r sind, dast auch mit ihrer Hilfe der Kapitalismus Wirtschaft und Volk nicht aus der Krise zu retten vermag! Und sie wird die unterdrückten Massen, die antifasciftisch sind, anspornen, unter der Führung sozialistischer revolutionärer Gruppen gegen das Terrorregime zu arbeiten, bis sein Fundament unterwühlt ist. Pari», 23. März. Heute abends wurde in Pari«, London«ud Washington der Text der französischen Antwort vom 17. März ans da« britische AbrnstnngSmemorandum vom 29. Jänner d. I. veröffentlicht. Noch einem von HavaS veröffentlichten Auszug stellt die französische Note zunächst fest, daß auch die französische Regierung der Aufsasiung der englischen Note ist. dost„die Bersüh- n u n g des französischen und des deutschen Standpunktes die grundlegende Voraussetzung für ein allgemeines Abkommen" sei. Sie wurde aber kaum zulassen, dast Deutschland durch sein Ausscheiden aus dem Völkerbund neue Rechte erloerbe, Frankreich aber neue Opfer auferlegt würden. Die englische Konzeption einer unverzüglichen RüstnngShcrab- setznng, die gewisien Mächten auserlegt tvird und einer unverzüglichen RiistnngSerhöhnng, die cm« deren Mächten gestattet wird, rufe die ernstesten Bedenken vor! Die französische Regierung erhebt entschiedene Einwendungen gegen das Ersuche» der deutschen Regierung, die ohne jeden Aufschub 300.000 Mann für die reguläre deutsche Armee samt dem entsprechenden Kriegsmaterial j fordert, ohne dan gleichzeitig der Stand dieser Armee untersucht werden soll. Die Bedingungen, unter denen verschiedene Länder heute ihre Rüstungen entfalten, stellen austerordentlich heikle Probleme auf; hiezu gehören die halbmilitärischen u n d v o r m i l i t ä r i s ch e n Formationen, die Kontrollmodalitäten, die UebergangSmastnahmen zur Einschränkung der Militärauslagen, die Erzeugung von Kriegsmaterial sowie schliestlich die Durchführungsgarantien. Das Problem der Garantien zur Durchführung einer Konvention ist von besonderer, Bedeutung für diejenigen Mächte, welche einer Einschränkung ihrer Rüstungen zustimmen, denn eS ist i h r R e ch t, die von ihnen gemachten Konzessionen zu kennen, und ihre Pflicht, deren Konsequenzen zu ermessen. ES ist erforderlich, dast die Verletzung einer der internationalen Gesamtheit gegenüber übernommenen Verpflichtung als eine Bedrohung dieser Gesamtheit angesehen werde. Wenn die Signatare der Konvention eine AbstufungderSanktionenjenach derSchwere der Verfehl u n g, wie sie durch eine Kontrolle festgestellt wird, akzeptiere», dann müssen sie die ihnen auferlegte Pflicht anerkemte», dieser Verfehlung u n v e r z ü g l i ch m i t a l l e n v o ir i h n e n als unerlässlich angesehenen Druckmitteln zu begegnen. Diese Solidarität muss nm so mehr zur Geltung kommen, wenn eine solche Verfehlung vollend« den Charakter eines Angriffes erreicht. Und schliestlich sei eS stets der Völler- b u n d, an den man sich wenden müsie, denn er bleibe die einzige Organisation, die Imstande sei, kollektive Garantien für die Erhaltung des Friedens zu gewähren. In diesem Geiste schätzt sich die französische Regierung glücklich zu sehen, dast die Regierung GrostbritannienS die Rückkehr Deutsch- landöinden Völkerbund als eine„wesentliche Bedingung" für die Unterzeichnung einer AbrüstungSlonvcntion anjitht. Deutschland könnte keine bessere Garantie für das Gleichgewicht der Welt geben als durch seiuen Wiedereintritt in den Völkerbund. Vie moderne Demokratie I als feste Grundlage unseres Staates Das Schlusswort des Aussenministers dass und braus Auf die Anfragen Mussolinis stellte er lediglich fest: aller tsihechoslowatischen Parteien dem Lager der deutschen Redner dass wir ans unserem antirevisioni- Prag, 23. März. Die Schlustwortc des AustenministerS Dr. Benes in den beiden Ansten- auSschüsien wurden erst heute von der Parlamentskorrespondenz veröffentlicht. Im Abgeordnetenhaus unterstrich Dr. Benes s die Bedeutung des österreichischen Problems i europäischen Frieden- der Rede „Seitens auch auS dernis, aber auch das sei eine Frage, die sich im Lause der Zeit ausgleichen werde, da sich die europäischen Regime gegenseitig der oder jener Form anpassen(?) würden. Nach einem Exkurs über die Verantwortlichkeit der Presse unterstreicht der Minister die unbedingte AeriragStreue der Tschechoslowakei, die eine der Grundprinzipien ihrer Politik sei. Im Senat betonte Dr. Bene» wieder, unser Staat prinzipiell und mierschiitterlich unter allen Umständen auf den Grundsätze« stehen wird, auf denen er ausgebaut wurde, den Grundsätzen der Freiheit de» JndivuduumS und der freien Rechtsäutzerung des Menschen und Bürger», als» ans den Grundsätzen der uudemen Demokratie. Tie Zeit de» Völkerbundes werde wiederkommen, sobald die Krise vorüber nnd wieder etwas glühe sein wird. Wenn wir in Miiielenropa die ein- zigen sind, die sich seit dem Umstürze ihr demokratisches Regime erhalten haben, so sei dies eine seit der Zeit der letzten Premysliden bereits historisch gewordene Position. Immer seien die Bewohner der Tjche- choslotvakei, auch die Deutschen, mehr im glahmen der westeuropäischen Zivilisation geloesen al» ihre Nachbarn. Wen ner in Sachen der Außenpolitik so zurückhaltend vorgebe, wie das auch in dem letzten Exposee ausgedrückt sei, so sehe er das im Interesse aller als wichtig an, auch im Interesse unserer politischen Partien, weil e» auch eines der ernstesten europäischen Pro- > Heute sei, die Demokratie in diesem Lande auch und wurde betont, stischen Programm beharren und dah eS in dieser! Hinsicht unbedingt nottvendig ist, dah jeder verank-! wörtliche Faktor der intentalioualen Politik diese Tatsache für die Zukunft zur Kenntnis nehme nnd mit ihr rechne. DtussoliniS Wendung, dast gewisse magyarische Gebiete mit magyarischer Bevölkerung„geraubt" worden seien, pariert Dr. Bene» mit dem ausdrücklichen Hinweis, dah alle im Friedensvertrag festgesetzten Gebietsabtretungen von besonderen Kounnissio- nen vorbereitet und vom L bersten Rat der Alliierten gebilligt wurden; darin fasten überall die Vertreter aller Grostmächie( d. h. mich die Vertreter Italien 31). Bene» betonte weiter», dast etwa binnen 30 bis 40 Jahren in Mitteleuropa ein bestimmtes System wirtschaftlicher, und politischer Zusammenarbeit geschaffen sein wird. Für diese Entwicklung bilden heute jdie Verschiedenheit der politischen Regime ein Hin international im Jnteresie des Frieden» und der Ruhe zu erhalten. Für eine gesamtstaatliche Wirtschaftskon» serenz hat sich am Sonntag der Handelsminister Jng. D o st ä 1 e k in einer Konferenz in König- grätz auSgesprocheit. Den Gedanken greift nun in einem Leitartikel dcS„Pravo Lidu", besten volkswirtschaftlicher Redakteur Th. PistoriuS auf und erinnert daran, dah eine solche Konferenz schon von der„Forischriilichen wirtschaftlichen Arbeitsgemeinschaft" im Jahre 1V27 gefordert tvurde, wofür damals die Abgeordneten Hampl, Dr. Maeek, Paiejdl und Dozent Dr. Dc- rnnac eintraiett. Die Konferenz mühte sorgfältig vorbereitet werden, es mühte ihr wenigstens ein halbes Jahr fleihiger Arbeit vorangehen. Ohne die enlsprecheitde Vorarbeit wäre eine solche WirlschafiSkonferenz nur ein DiSknstionSklub. Für eine Konzenkration der Gewerkschaft»- bewegung tritt im„Närodni Osvobozenl" Jan H r a b ä n ek ein. Eine gröhere Planmätzigkeit in der Wirtschaft, so wird in dem Artikel auSge- führi, mache auch eine straffere Zusammenfassung der Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich. Hrabänek schlägt Arbeitskammern mit zwei autonomen Sektionen, eine der Unternehmer, eine der Arbeiter und Angestellten vor. Die„Sudetendeutsche Tageszeitung" die sich „geschämt" Halle, in ihrem Untertitel den neuen Namen des Tetschener Marktplatzes(Masaryk- P l a tz) anzuführe», hat in einem Anfall von ManneLmut nnd GesinnungSireue ihre Haltung geändert. Sie hat das Wort„Masaryk-Platz" nach den freundlichen Kommentaren, die man ihrem Vorgehen zollte, in ihre Adresse auf dem Zeitungskopf eingesiigt. Die Oeffentlichkeil ward durch dieses nette Spiel der„Sudekendeutschen" nicht lvenig belustigt. üb n. IN. de Jong 'üerscMungm Ifcuk Cin Jtomcut in vier tpiaoden Autorisierte Ueborsetxun« aus dem IIolllüldlKhen von E. R. Fuchs. lind derselbe Mann fragte ihn, ob er nicht glauben»volle, dah Eigeninicresse ihm fremd sei ... dah sich sein ganzes Streben und Handeln mir auf das Heil des Landes richte, auf das Glück des Volkes. Langsam schüttelte Peter den Kopf nnd antwortete: .„Nein... das kann ich mir nicht vorstellen ... dafür lvesten die Früchte deiner Taten allzu deutlich in verkehrte Richtung... du beschützt Unrecht uttd Knebelung, du stehst an der Seite derer, die das Boll unterdrücken und das Lcncd auffref- fen... All deine Macht, all deine Gewalt wendet sich gegen die wehrlose Maste... Du hast nur die Interessen deiner Königsmacht im Auge und die deiner Freunde auf Kosten der unteren Klaffen... dem tvahrcn Jntereste deö Landes und Volles bist du ein verbissener Feind." IV. Der König strich sich nachdenklich über die Stirn. Sichtlich halte ihn PcierS Unglaube an seine guten Absichten peinlich berührt. Er bih sich auf die Unterlippe, als wollte er eine zornige Antwort zurückhalten. Nach kurzem Schlveigen erwiderte er: „Wir können nur sehr schwer znsammenkom- men, Peter, und ich weih eigentlich nicht, warum mir soviel daran gelegen ist, dah du mir glaubst und mich verstehst." ,^ES hat sicher wenig Ann", unterbrach Pe ter ohne Spott seine Rede,„da c» dir nickt glückt, mich rasch zu überzeugen, muht du die Schleuhcn deiner Beredsamkeit gegen einen Toten öffnen." Doch der König schien seine Worte nicht zu beachten. „Ich habe eine strenge, eintönige und freundlose Jugend hinter mir", fuhr er fort,„nnd als Jüngling habe ich oft gegen mein Los gemurrt. Ich fand, dah ein Handwerksgeselle, der gehen und stehen kann, wo immer er will, beneidenswerter sei als ich. Die Zukunft mit Thron und Regentenpflichten bedrückte mich schtver. Häufig habe ich an Abdankung gedacht, tvollte als Landedelmann irgendlvohin gehen, Landlvirtschaft betreiben, Entdeckungsreisen unternehmen oder die eine oder andere Liebhaberei studieren. Doch nach und nach habe ich die Dinge mit anderen Augen angesehen. In seinen letzten Lebensjahren bin ich nieinem Vater ganz nahegestanden nnd habe begreifen gelernt, dah der Drang nach persönlicher Freiheit reiner EgoiSinuS war, dem ich nicht nachgcben durfte. Ich habe fühlen gelernt, dah das Schicksal dieses Landes und des Hauses, dem ich entstamme, unverbrüchlich miteinander verflochten ist, dah hier ein altes, geheimnisvolles Band besteht, das ich nicht zu zerreihcn vermochte und das auch nicht zerrisse» werden durfte,solange Ich etwas dazu tun konnte. Seit Hunderten von Jahren ist das Wohl u»d Wehe des Landes Wohl und Wehe meiner Vorfahren gcweseic. Sie' haben die Schlachtfelder mit ihrem Blut gedüngt, ihr Geist lebt in den Gesetzen, die in diesem Lande gelten. Unser Name und der des Landes sind eins, die Tradition darf nicht zerstört werden, sie ist wie Leim, der die verschiedenen Bestandteile'zusammenhält.Wenn wir sie zerbrechen, zerfällt alles und das Unheil wäre unabsehbar. Dieser Einsicht habe ich mich fügen gelernt. Meine persönlichen Wünsche habe ich zum Schlveigen gebracht. Ich habe ein Ehebiindnis mit einer Fran geschlossen, das für die politische Konstellation deö Landes das günstigste zu sein schien. Ick habe meine Träume von einem freien Leben anfgegeben. Ich habe mir selbst die Zügel angelegt und Gott weist, dast das nottvendig tvar, denn in mir brannten Leidenschaften genug, die mich zu Leichtsinn, Trägheit. Genust nnd Ungcbun- denheit trieben. Seit ich die Regierung übernommen habe, kenne ich nichts anderes mehr als die schweren Pflichten deö Fürsten, der sein Augenmerk aus die Enttvicklung des Landes, die Entfaltung moderner Lcbcnüsormen und deren Förderung von höchster Stelle aus lenken inust. Ich arbeite täglich mehr Stunden als die Aeckeiter, die die so sehr bedauerst, und die Arbeit ist bei weitem nicht immer anregend oder auch nur interestant. Doch ich vollbringe sie ohne Murren, iveil ich an die Heiligkeit meiner Berufung glaube, weil ich glaube, dast eine höhere Macht die Dinge leitet und mich auf den Thron dieses Landes gesetzt hat, um es nach bestem Wissen zu regieren. Das ist eine schwere nnd undankbare Aufgabe und ich bin nicht gcwist, ob ich tvohl gar so sehr dankbar bin, dast deine Bombe ihren Ztvcck nicht erfüllt hat. Oft bin ich müde lvie ein alter Mann, muiloS und niedergeschlagen, weil ein Geist in diesent Lande sein Wesen treibt, der all mein Werk und das meiner Vorfahren^u vernichten trachtet, und weil cs uns nicht gelingen will, mit keinem Mittel, diesen Geist zu.baimcn. Es ist ein Dämon, tvie schön er auch von einer bcstcren Zukunft, Freiheit der Menschen und idyllischem Glück alles Erschaffenen fabuliert. Niemand ist frei. Niemand tvird es je sein. DaS kann nnd darf nicht sein. Ich selbst, der Höchstgestellte, der viel beneidete König, ich biic gerade durch meine Macht lvie ein Sklave gebunden, von der Wiege bis zum Grab mit goldenen Ketten ab» geschmiedet an meine Würde und an die deS Landes. Ich habe aufgehört, mich darüber zu beklagen, seit mich die bessere Einsicht durchdrungen hat. Glück— ein ebenso verführerisches und gefährliches Hirngespinst tvie Freiheit. ES gibt kein nnde- IreS Glück als treue Pflichterfüllung. Hoch und niedrig, jeder hat seine Pflicht zu tun und wer die Menschen glücklich machen Ivill, der must sie lehren, ihre Pflicht zu erfüllen. Das Uebrige findet sich ohne viel Mühe. Kein Leben kann aus sich selbst und für sich selbst gelebt werden. Most in der Unterordnung unter das Wohl der grosten Allgemeinheit liegt der Sinn des Lebens. Der König sowohl lvie der Fabriksarbeiter und der Bauer auf seinem Acker müssen sich selbst vergeffen und ihre Pflicht gegen die grohe Gemeinschaft erfüllen. Du nickst, Peter, aber du und deine Helfershelfer verderben durch das Predigen von der persönlichen Freiheit diese Gesinnung gründlich, die ihrem Wesen nach nichts anderes als Ungebundenheit ist und in Zügellosigkeit ausarten must. Im Kampf gegen Euch sind vielleicht fürchterliche Dinge geschehen. Ich kam» nicht alle Einzelheiten nachprn- sen... ich habe strenge, zum Teil sogar harte Gesetze gegen euch angctvandt, doch auch das war schwere und heilige Pflicht. Ihr wollt die Welt aus den Fugen heben und sucht den Hebel hiezu in euren Einflust auf die schwerfällige, stumpfe, träge Maste, die keinen eigenen Willen hat, nicht selbständig denken kann und sich von jedem aufwiegeln lüstt, der ihr goldene Berge verspricht. Angenommen selbst, dast ihr iricht aus Selbstsucht, nicht aus Machtgier, aus Ehrgeiz oder Eitelkeit handelt, auch dann noch nmst ich gegen euch fein und sollte ich dabei auch meine letzten Kräfte einsehen, um euren Einflust auszumerzen, und, wen» eö sein mutz: auch euch selbst. ES gibt höhere Ziele als euer Leben, als die Befriedigung eines ehrlichen, aber unsagbar törichten Idealismus. Lieber gelte ich in euren Augen als blutgieriger Tyrann denn als Schwächling, der sich von euch etwas abpresscn lästt, der die StaaiSautoriiät abbröckeln und das im Laufe der Geschichte errichtete Gebäude untergraben und einstürzen sehen must. Ich trage eine migeheucre Verantivortinig und ich will sic tragen, aber dann auch zur Gänze. (Fortsetzung folgt.) Rr. 70 Samstag, 24. März 1834 «eite S V1TCLLO Ruhrepidemie Im Konzentrationslager von Wbllersdort nnsgcbrochrn, die sich in den auogebreitet lint. ES wurden Ai a n n der Stimmt I> r- n g s a b t e i l n» g als in Spitäler ringelirserr. auch R l- W i e n, 23. Rtärz. Eigenbericht.) Am Kon- zentratioiislagcr in Wöllcrodorf ist Alitte Mär» eine Rnhrepidemie letzten Tagen stark 83 N n 3 i und 10 n eberwach n schwere Fälle in Spitäler Unter den Ertränkten befindet sich ch a r d Frauenfeld, der Bruder deS früheren nationalsozialistische» Gauleiters in Wien. An den Gefängnissen und Lagern wurden die Masmahmcn verschärft, um ähnlichen Vorfällen vorzubengen, die bei der gegenwärtigen Urber- fülluug zu einer Katastrophe führen müßten. Schisma In der Reldiskirche Westfälische Synode lehnt den Reichsbischol Müller ah rührt und täglich zieht an diesem Grab eine Wallfahrt von Genossen und Genossinnen vorbei. Ein verhafteter Kämpfer des Schutzbundes, dessen Frau dem bittersten Elend prcisgegeben Ist, hatte sich im Laufe mehrerer Jahre die Summe von 500 Schilling erspart und diesen Betrag irgendwo als Notpfennig versteckt. Es gelang ihm, seiner Frau das Versteck milzuleilcn. Aber die Frau verwendete den größten Teil des Geldes nicht für sich selbst, sondern zur Unterstützung anderer Opfer des Dollfuß-Terrors. Wer Gelegenheit hatte, mit den kämpfenden Genossen in Oesterreich zu sprechen und>vcr beobachten durfte, Ivie allen Verfolgungen durch die Regierung zum Trotz die Genossen und Genossinnen tapfer und ungebrochen sind, der weih, das; k c i n D o l lf u ß u n d k e i n F e h mit dieser Arbeiterbewegung fertig werden wird! S t a r h e m b e r g hat einer Demobiltsie- rnilg bis ans rin Viertel zngcstimmt, unter der Bedingung, das« die Demobilisierten Beschäftigung erhalten. Dazu wird die tllrgiernngsverordnung betreffend eine S ä n b e r n n g der öffentlichen und privaten Betriebe von„vale r- ländisch u n v r r l ä st l i ch e n" Angestellte» in Anwendung gebracht. Die Privatbetriebe setzen sich aber gegen einen durch- greifrndeil Abbau der bewährten Kräfte zur Wehr, so das» die Deiuobilisterung, die heute I mit dein ersten Kontingent von etwa 1000 Mann | begonnen hat, nur schleppend vor sich gehe» wird. Neue Aaoiiltu-llaltumenle morden Tag und üadit beroadit Paris, 23. März. Der Aiistiziiiinistcr libergab gestern abeudS dem Untersuchungsrichter alle ihm vorgestern vom Deputierten H e n r i o t überreichte» Dokumente über die betrügerische Tätigkeit StaviskhS und seiner Genosse» in den Jahre» 1Ü2Ü biS 1830. Die Dokumente werden Tag u n d N a ch t v o n r e p» b l i k a»i- s ch e» G a r d e n bewacht, damit sie nicht entwendet werden» wie dieS bereits einige Male im Justizpalast geschehe» ist. Die Polizei unter- »ahm gestern einige HauSdurchsiichungen bei de» in den Dokumenten angeführten Personen vor. Die parlamentarische Untersnchnngükommis- sio» betreffend die BctrugSaffärrn StaviskhS verhörte gestern die ehemaligen Minister Julien D» r a» d und D a l i m i c r, welche bekanntlich amtliche EmpschlungSschreibcii zur Snb- skribierung der Aktie» der Pfandlcihanstalt von Bayonne gegeben haben. Die beide» ehemaligen Minister schoben dir Berantwartung de» Beamten ihrer Ministerien zn. Berlin, 23. März. Im Kampfe zwischen! lich bei sriner Wahl im Vorjahre als erster der nationalsozialistischen Leitung der deutsche» ReichSbischof bezeichnet wurde. Hierauf wurde er evangelische» Kirche und de» Kreise», die auf der zum iliücktritt gezwungen und machte dem Ber» Reinhrit deS evangelische» Bekenntnisses behar- tranenSmann des Kanzlers Hitler, dem Weheren, ist es jetzt in Westfale» znm e r st e» o f f e- kreiSpfarrer M ü l l c r, Platz. »en SchiS m a gekommen. Der westfälische Kirchensynod lehnte nach Gegen dir oppositionelle evangelische Besehe stürmischen Szene» und nach einem Ein- wegnng in Westfalen treten häufig SA-Mitglie- schreitcn der Polizei, die von de» Anhängern der| der auf, die sich znm Gottesdienst der oppositio- nationalsozialistischen Bewegung der Christen" herbeigernfr» worden war, die Anrr- kennnng der Autorität des RcichSbischofs Müller ab und vertraute die Verwaltnug seiner Serl- sorgeangelrgenheiten einem zn diesen! Zwecke ge wählten Brudrrrat an. Diese westfälische Bewegung sympathisiert l mit Pastor B o d e l s ch w i u g h, der bekannt- Aus der katholischen Hölle Oesterreichs Die österreichische Regierung wird von ihrem schlechten Gewisse» getrieben und führt zu dessen Beruhigung immer wieder einige gefangene Mitglieder des PartcivorstandcS ausländischen Journalisten vor, nm so der Welt zu bclvcisen, das; eS in den österreichischen Gefängnissen gar nicht so schlimm zugcht. In Wahrheit aber geht cS in den österreichischen Gefängnissen gar nicht so zu, wie die ausländischen Berichterstatter vermeinen. Vor einigen Tagen waren zwei ausländische Ge- f ä n g n i s i u s p e k t o r i n n e n in Wien. Sic hatten Gelegenheit'festzustellcn, das; in keinem der vielen Gefängnisse, die diese Frauen in ihren« Leben besucht hatten, so entwürdigende und jedes Menschentum verletzende Behandlungsmethoden üblich sind, wie sie bei einem Besuch im Wiener LandrSgrricht feststellen konnten. Gefangene in Käfigen Dort wurden g. B. zlvci verhaftete Mitglieder des ParteivorstandcS, die die Genossinnen besuchten, in einer Art von Käfig vorgefiihrt. Die Inhaftierten lvurdcn absichtlich im Halbdunkel gehalten, so das; die Besucherinnen nicht feststellen konnten, ob die Gefangenen gut oder schlecht auS- sahen. Den Genossen, die zur Verhören geführt werden, wurde bei dieser und bei anderen Gelegenheiten gesagt:„Kralvatten braucht ihr Euch nicht zu besorgen, Ihr werdet schon den Strick als Krawatte bekommen." Der s ch lv e r k r a n k c G e n o s s e D r c i t- ii e r darf weder Diätkost, noch Zubuße bekommen, obwohl er die normale Gefängniskost erbricht. Während man anderen Genossen den Besuch von Angehörigen erlaubt, ist Breitner von der Begünstigung, regelmäßige Besucher zu cmpsangcn, ausgeschlossen. Kokelten gegen Kranen In derProvinz geht es natürlich noch ärger zu. Als die Frau des Hingerichteten Genossen S t a n c k zu der Verhandlung gegen ihren Mann ging, wurde sie in jedem der vielen Amtszimmer, durch die sie gehen musste, auf das Unflätig st e beschimpft. Als sie zum letzten Male mit ihrem Mann sprach, sagte ihr kein Mensch, das; sie nun zum letzten Male Gelegenheit habe, mit ihrem Mann zu sprechen und daß er hiugerichtct werde. Von der bevorstehenden Hinrichtung erfuhr Frau Stanek dadurch, daß sich ein Geistlicher an sie mit der Bitte wandte, sic mögt auf ihren Mann einwirkcn, damit er noch zum letzten Male beichte! lieber die Behandlung der Genossin W a l- lisch im Gefängnis von Leoben ist nachzutragen, daß Frau Wallisch auf das Unflätigste, wie„rote Hure",„rote B e st i e" u. dgl. beschimpft wurde. Obwohl die Gcnossin Wallisch schwer erkrankt ist und an argen Schmerzen leidet, ihr lin« les Bein ist nahezu ganz gelähmt, konimt die Frau nicht ins Spital. Im Gegenteil, man hält sie in einer Massenzelle mit Verbrecherinnen zu- slimmcn. Genossin Wallisch hält sich überaus tapfer. Ehe ihr Mann zum Tode ging, tröstete er noch seine Frau und als man ihm nahclcgte, ein Gnadengesuch an Dollfuß zu senden, lehnte er das ab. Die 8 ladt ohne Männer Bruck a n der Mur ist ein Ort nahezu ohne Männer geworden. Im Kino sind allein an die 300 Gefangene», die znin grasten Teil aus Steinboden liege» müssen. Als die Genossen eine» Hungerstreik dnrchführten, wurden sie zur Strafe in einem Keller nntergebracht. Auch in G r a z ist die Unterbringung der Genossen in den Gefängnissen eine unerhörte. In der Zelle Nr. 33 in PauluStor, die normal für drei Gefangene gedacht ist, sind gegenwärtig 28 Mann! A;e Zahlen, die die Regierung angibt, müssen mit größtem Mißtrauen betrachtet werden. In dem kleinen Ort NillaSdorf sind z, B. Schandbare Behandlung der Gefangenen anS 10 Häusern allein 107 Menschen in Gefangenschaft! Besonders brutal geht die Regierung gegen Genossen vor, die bei den Kämpfen verwundet wurden. Ein GewerlsckiaftSfunktionär aus einem steirischen Ort lalle näheren Daten sind der Redaktion bekannt) erhielt in den Kämpfen einen Lungen- und einen Handsckiuß. Der Mann wurde stundenlang im Schnee liegen gelassen, dann ine Jnquisitenspital gebracht und bis heute wurde seinen Angehörigen nicht gestattet, ihn zn besuchen. Christkatholische Bluturteile Nur ein kleiner Teil der Urteile, die von den Gerichten gefällt werden, wird bekaniitgcgcben. Wegen Teilnahme am Ausstand wurden folgende steirische Arbeiter verurteilt, ohne daß Prozeßbericht und Urteil veröffentlicht wurden. Hang zu zehn Jahren, P ernt r zu zehn Jahren. Liti P i s ch zu zehn Jahren, P o ch zu fünf Jahren und P u ch e r zu 1!» Jahren schweren Kerkers. Die Regierung tut alles, nm immer mehr Arbeiter vor die ihr gefügigen Richter zu bringen. In Wclö werden die Kinder in der Schule nach der politischen Uebcrzcugung ihrer -Eltern und deren Aufenthalt während des Aufstandes gefragt. Auch das Beichtgcheim- n i s gilt in Obcrvsterrcicki nicht mehr, tvenn cs sich um unsere Genossen handelt. Vie plündernden und fangenden Heimat- schiitzler Dabei hat sich die Hcimwehr, wie immer mehr Tatsache» beweisen, als eine Horde von plündernden Maro d e u r e n benommen. Unser Partcihcim in Wiener-Neustadt ist ohne jede Notwendigkeit Zinnncr für Zimmer demoliert worden und die grostc Bibliothek wurde im Hofe verbrannt. Barmittel wurden einfach g e- st o h l e n, so z. B. aus der Schrcibtischlade des Parteisekretärs der Betrag von 47 Schilling, welcher Betrag zur Bezahlung für eine Versicherungsgesellschaft bereits vorbereitet loac. In Bruck a. M. wurden auch Privatbiblio- theken von Heiniwchrleuten geplündert und verbrannt. Inzwischen bemühen sich die wenigen Anhänger der Regierung, die cs gibt, ihre privaten Geschäfte zu machen. Die D e n n n z i a ti o n c n städtischer Arbeiter aus dem Elcttrizitätö- und Gaswerk der Stadt Wien sind an der Tagesordnung. Immer noch werden Arbeiter dieser Werke fristlos entlassen. In Wiener-Neustadt z. B. genügte die Dcnunzierung eines Arztes, der nie politisch tätig gewesen Ivar, um den Mann ins Gefängnis zu bringen und seinem christlichsozialcn Konkurrenten die Stelle eines städtischen Arztes zu beschaffen. Vie Irene der Arbeiter ist ungebrochen Alle diese Gemeinheiten der christlichen Regierung sind nicht imstande, den Mut unserer Genossen zu brechen. Bon der Tapferkeit der Frauen und Männer in Oesterreich, dieireu zum Sozi a l i ö m u S st c h e n, wird später erst ganz berichtet werden könne», denn heute würde ein solcher Bericht viele Genossen gefährden. Aber einiges kann doch schon erzählt werden. Als nian den Führer der steirischen Arbeiterschaft, Koloman Wallisch, verscharrt hatte, wurde über Befehl der Regierung jede Kenntlichmachung des Grabes verboten. Aber wenige Stunden später wölbte sich bercitö über dem Ort ein Grabhügel, viele Blumen machten ihn kenntlich und Tausende von Genossinnen und Genossen brachten immer m..:cBlumen für das Grab von Wallisch. Als Organe der Regierung die Blumen entfernten und versuchten, den Platz wiederum unkenntlich zn machen, erhielten sie die Mitteilung, daß eö ihnen bei Wiederholung ihres Tuns so ergehen werde, wie dem Eisenbahner, der Koloman Wallisch verraten hat. Seit dieser Zeil läßt die Regierung das Grab von Wallisch uube- Vom Rundfunk Empfehlenswerte» an» den Programmen» Sonntag: Prag, Sender L.: 0.18: Cello-Konzert, 11.10: GesaligvereillS-Koiizert, 12.58: Weinberger: Auf Rose» gebettet, 14: Soziale Informationen, 18: Deutsche Sendung: Mokiere: Der Geizige, 18.50: L. Goldschmidt: Ilcbersicht des musikalischen Programmes der tschechoslolvakischen Stationen, 10: Deutsche Nachrichten, 21.55: Letzte Nachrichten, 22: Uebertragung aus London, Europäisches.Konzert.— Brünn 16: Frühlingöunterhaltung, 17.30: Geigenkonzert, 18. Deutsche S e n d n n g: D. Aesla: Völkcrhas; und Vülkcrfricdc.— Berlin 16: Musik am Nachmittag, 20: Kreutzer: Tas Nachtlager in Granada, Romantische Oper, 21.46: Quartett für Klarinette.— Breslau 16: Maudoliucnkonzert.— Frankfurt 10.30: Opern-Konzert.— Köttigswustcr- haufrn 20: Haydn: Tie vier Jahreszeiten.— Leipzig 20: Abendkonzert.— München 13. Orchesterkonzert, 18.85: Bach: Die Matthäuspaffion.— Paris 21: Orchcstcrkonzert.— Wien 11.20: Symphonisches Konzert, 15: Mozart-Requiem, 15.30: Spanien führt die Kongrua wieder ein Madrid, 23. März. Das spanische Parlament hat mit großer Stimmenmehrheit beschlossen, der infolge der Trennung von ffirdjc und Staat wirtschaftlich geschädigten niederen Geistlichkeit eine Unterstützung von 10,5 Millionen Peseten jährlich aiiszusehcn. Diese Summe entspricht ungefähr zwei Dritteln dcö GchaltcS, das die in Betracht kommenden Priester vor dem Sturz der Monarchie erhalten haben. Bedingung ist, dass die llnterstühuiigscmpfängcc am 14. April 1931 int Dienste waren und das; ihr Jahreseinkommen 7000 Peseten nicht überschreitet. Sechs Jahre Kerlcer Der erste„AufruHrprozest" vor dem ordentlichen Gericht Wien, 23. März. Im Großen Schwurgerichtssaal des Landgerichtes I. wurde heute das Urteil gegen die beiden ersten Angeklagten im „Aufruhr-Prozeß" gefällt. Der Hilfsarbeiter Erdinger verteidigte sich dahin, das; er dem Republikanische» Schutzbund nicht augchört habe, daß er leinen der Ortsgruppensührer dieses Verbandes kannte und das; er das bei ihm gefundene Gewehr von einem Unbekannten erhalten habe. Er habe die Waffe überhaupt nicht verwendet. Nach einer halbstündigen gcincinjamen Beratung mit den Geschworenen wurde Erdinger im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zn sechs I a h r c n s ch w e r e n K e r I c r s unter Anrechnung der Uiitersuchungshaft verurteilt. Der zweite Angeklagte Tuscher erklärte sich ebenfalls nicht schuldig. Er wurde frcigcsprochen. Keine Devalvation des Schweizer Franken Brr», 23. März. Entgegen den im Auslande Verbreiteten Gerüchten liegen dem Rücktritt ! des Bundesrates M u s y keinerlei Mciniingöver» ! schiedcnheiten über die schweizerische Währungspolitik zugrunde. Der Bundesrat ist nach wie vor entschlossen, den Schweizer Franken auf der > h e u I i g e n P a r i t ä t zu halten. ® en nrlle» evangelischen Geistlichen in Uniformen ein- Mr yiiirr« I finden. Eine westfälische Pfarrei richtete an den Reichspräsidenten Hindenburg ein Telegramm, in dem sie rin Einschreiten zum ! S ch u tz dcö ch r i st l i ch e n Gewissens | verlangt. DleGeister, die sie riefen Schwieriger Abbau der DoiliutMllllslruppen aui Kosten unliebsamer Angestellter Wien, 23. März.(Eigenbericht.) Die österreichische Regierung trifft Maßnahmen, um die rinberufenrn Kontingente der militanrrn Formationeii des sogenannte» Schntzkorps, dir auf die Dauer nicht haltbar sind, abzubanrn. Es stehe» in Oesterreich derzeit nahezu 30.000 M a n» Schntzkorps in W a f f e n, davon 40.000 Heimwehrler— eine Armee, die täglich mindestens eine Viertel Million S ch i l l i n g kostet. Hallo, werdort? Hier Onkel Boby— ... bin eben angekommen. Habe kolossal viel zu erzählen. Fahre jetzt gleich zu Ihnen. Freue mich schon I Denn eine Margarine-Fabrik, die moderner, reiner und hygienischer arbeitet als die »ViteUo'-Werke, habe ich auf meiner ganzen Weltreise nicht gesehen. Allerdings— hier wird ja auch die gute»Vitello'-Margarine gemacht, deren rascher Umsatz es ermöglicht, jedem Würfel den Datumstempel aufzudrucken. Durch ihn weife die Hausfrau, bis wann .Vitello* zu verbrauchen ist. Sie kauft darum immer wieder Seite 4 tot. 70 SamStag, 24. März 1934. Lieben Arbeiter.Turn- und Sportuerbknde ander Tschechoslowakei nach Prag. Anher dem Verbände der(D.T.J.), dem Hauptvcranstalter der III. Ar« beiter-Olhmpiade, werden noch weitere sechs Turn» und Sportverbände mis der Tschechoslowakei teilneb» men. Der polnische Turnverband„SiIa" aus Ost-Schlesien bereitet sich schon sür die Fahrt nach Prag vor und mit ihm die n k r a i n i s ch e n Arbei« terturner„S i d", die vor kurzem in Prag ihren Verband gegründet haben. Der Aussiger Ar« beiter-Turn« und Sportverband wird zu den turnerischen und sportlichen Veranstal« tungen 2000 Männer und Frauen, sotvie einige hundert Kinder zum Oltzmpiade-Kindertag entsenden. Der Zentralverband der tschechischen Arbeiter-Radfahrer wird internationale Rad» fahr-Konknrreuzen organisieren, der Verband der tschechisch en Arbeiter-Touri st en Exkursionen zur Besichtigung der historischen Denkwür- digkeiten Prags und Ausflüge'in die Prager Umgebung. Auch der Arbeiter-Tonristenverein„D i e Naturfreunde" wird sich an der Olympiade beteiligen und wahrscheinlich auch der deutsche Arbei,ter»Rad« und Kraftfahrer- b u n d mit dein Sitze in Turn-Tcplitz. Ganz abgesehen also von der groben bisher gemeldeten Ausländsbeteiligung zeigt schon die Beschickung ans der Tsche- choslowakei allein, daß die Olhmpiade eine mächtige internationale M anife st atwn sein wird. Gefahr Massage mit ALPA Menthol-Franzbranntwein beim Einkäufe bedeutet für die Gesundheit des Sorglosen eine stete Verkühlungen und stSrkt. schützt vor erfrischt Das unbeständige Frühlingswetter Achten Sie auf die Marke Alpa! me Henleins an der Arbeit Die Ankündigung, daß die-tzeimatsront" Henleins sich von einer überparteilichen Bewegung zu einer selbständigen Partei..entwickelt", kommt für den aufmerksamen Beobachter eigentlich gar nicht überraschend. Ilm so weniger überraschend, wenn man sich das Mitgliedern, aterial der„Heimatfront" näher ansieht. ES sind liebe gute Bekannte aus der verflossenen Zeit der Herren Krebs und Jung, die sich unter der Führung Henleins wieder zusammenfinden. Eine neue. Firma mit den alten Lagerbeständen I Früher und jetzt sind die Leute aus den Naziturnvereinen die agilsten und eifrigsten Airhänger Henleins und stellen seine Schuhtruppcn, wenn auch häusig politisch harmlose Menschen zu lokalen Führern vorgeschoben werden. Ohne Zweifel entfalten die hinter den Kulissen arbeitenden echten Henleins eine fieberhafte Tätigkeit, wobei ihnen die Versicherung ihrer Loyalität gegenüber dem Staate sehr zugute kommt. Angesichts der Umbildung der Hen- leinbetvcgung zu einer Partei ist für jeden Demokraten die Frage der Verfassung der „neuen" Partei von Jnteresie. In der«Jungen Front" schrieb Konrad Henlein im November 1930 nach der ,.P. P." u. a.: «Disziplinierte Masscnbünde regieren die Gegenwart, FascismnS, Heimwehr, Hitlerbewe- gung. Männer tvollen männlich geführt sein: die noch gesunde, harte Jugend und das Frontkriegsgeschlecht wird dasür Sinn haben. Wir sind Kampftruppen und kein Kaffeekränzchen, das sei allen gesagt, die hier nicht mitkönncn."«Anstelle der Derivaltung stellen tvir die ivahre Führung, der Führer ist nicht das auSführendc Organ der Mehrheit, sondcm erhält durch seine Wahl Befehlsgewalt." Herr Konrad Henlein hat also daö Führe r p r i» z i p nach dem Muster Mussolinis, Hitlers und Dollfuss grundsätzlich aufs schärfste her- ausgcarbeitet und in die Praxis umgeseht. Er ist ja der unbestrittene, selbst ernannte Fiihrer von „Gottes Gnaden". Er wird deshalb logischcrivrise wohl auch K o m m a n d a n t der„neuen" Parte» feint Dass die Führerideologie Henleins und seiner Getreuen mit Demokratie absolut nichts zu tun hat, braucht nicht erst»»nterstrichen zu werden. Die „neue" Partei wird ohne Zweifel einen f a s c i» stischen Aufbau haben. Die Umwandlung der„Bewegung" in eine Partei hat ihre guten Gründe: DaS Streben nach politischem Einfluss in Form von Mandate n in Gemeinde-, Bezirks- und LandcSvcrtrctun- gen und nicht zuletzt in der Nationalversamm- lung. Im Herbst find die Wahlen in die Bezirks» und Landesvertretungen fällig, im nächsten Jahr die ParlamentStvahlen. Herr Henlein und die Seinen beeilen sich, eine Grundlage zu finden, um mittun zu können. Dazu braucht man eben eine Partei. Hiebei rechnet man, dass man jenen bisherigen bürgerlichen Parteien, die sich in der „Bewegung" Henleins nicht glcichfchalten liessen, viel Abbruch tun wird. Nicht nur die städtischnationale Jugend will man mitreissen, sondern auch die ländlich-agrarische, die stark von fasci» stischen Ideen beeinflusst ist. Wenn man sieht, wie die Henleins den Landbündlcrn die wankelmütigen Anhänger weg zu locken versuchen, mnss man über die Verständnislosigkeit staunen, mit der gewisse agrarische Grössen geradezu die Protektoren der Henleinbewegung bisher spielten. Für unS gibt es über den Charakter der Henleinschen Bestrebungen nicht den geringsten Zweifel. Massgebend ist allerdings, inwieweit sich dietschechischeOeffcntlichkcit— täu- ffai lässt, Gräßliches Autounglück bei Komotau Zwei Tote, zahlreiche Schwerverletzte Komotau, 23. März. Heute gegen zwei I tlbr Nachmittag ereignete sich in der Nähe von Komotau rin schweres AntobnSnnglück, dnü leider auch zwei Todesopfer erforderte. Am gleichen Tage fand in Komotau das Begräbnis deS Finanzbeamtrn Mertel aus Reitze»» Hain statt, der in» Komotauer Krankenhanse gestorben war. Einige Benifokollege» und Bekannte deS Verstorbenen auS Ratschung-Reitzrnhain und 2e< bastianSbrrg. die an dem Begräbnis teilnehmen wollten, mieteten für die Fahrt nach Koinotau den PerfonrnautobuS des Tra»»Sportnntrr»rhinerS Josef Rauscher in Ratschnng. Der RukobnS, der vom Chauffeur Hertl gclrntt wurde, war mit 25 Personen besetzt. Auf dem S ch S n l I n d n e r Berge, etwa nntrrhalb deS städtischen Steinbruches, merkten die Passagiere plötzlich, dass der Motor nicht mehr funktioniere. Der Chauffeur zog sofort die Handbremse, doch konnte der Magen auf der sehr abschüssigen Strasse nicht mehr zum Stehr» gebracht werden. Der AnSrnf deS llhauf» seurS:„Feins Mari a!" rief unter den Insassen eine wahre Panik st immung hervor. Die Leute rissen die Tür auf, zerschlugen ausserdem die rückwärtigen Fensterscheiben de» Autobusses und s p r a n g e>r heraus. Da der Wagen bereit» n»it ziemlicher Schnelligkeit fuhr, kamen die meiste»» der Abspringrndrn so unglücklich zu Sturze, dass sie mehr oder mstlder schwere Verletzungen erlitten. Dee AutobuS fuhr dann noch et»va 400 Schritte weiter und wurde dam« schliesslich iir den Strassengraben gelenkt. Zwei Passagiere blieben im Wagen sitzen, ihnen ist glücklichrriveise überhaupt nicht» passiert, nur der Chauffeur»vurde schwer verletzt. Der Wagen selbst ist sehr start beschädigt worden. Die Bernnglücktrn wurden sofort ins Koino- tau'er Krankenhaus gebracht. Tot sind die B e-, d i e n e r i n bei der Finanzwache in Reitzenhain, I Fra», Barth, und der nrun»»nddreissigjährige Finanzinfpektor Franz S ch o t e k anö Reitzenhain. Sch>v e r v e r l e tz t»vurdrn: August H er t l, Chauffeur, 41 Jahre alt, ans Natschung (Gehirnerschütterung und Verletzungen am Oberschenkel); Rudolf Pechär, Oberrespizient, 43 Jahre, auv SrbastianSberg, schwere Verletzungen ain Kopfe; Michael LiLenik, Abteilungsleiter» 36 Jahre, au» Natschung, Gehimerschütternng, Kopfverletzungen; Anton F u g l, Finanzanwärter, 27 Jahre, SrbastianSberg, Gehirnerschütterung, Verletzungen an Stirn und Händen. Minder schwere Verletzungen erlitten: Franz Hrub»), Aufseher, 83 Jahre, Natschung, Verletzungen an der Hand; Josef Sebesta, Aufseher, 28 Jahre. Reitzenhain, Verletzungen an der Hand und Oberschenkel; Rud. Köilner, FleischhauerSsohn, 18 Jahr«, Reitzenhain, Verletzungen an der Stirne und am rechten Knie; Ottokar MataS, Finanztvachaufseher, 28 Jahre, Reitzenhain, Verletzungen an der rechten Hand und Hautabschürfungen; Oskar Chupik, Respi- zientenSkind, fünf Jahre, Reitzenhain, Verletzungen am Kopse; Martha Küllner, FleischhauerSgattin, 48 Jahre, Reitzenhain, Verletzungen am Kopfe und Schlüsselbeinbruch. Neun»veitere Personen konnten nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen lverden. Die G e r i ck> t S l o>n in i s s i o n, die unter dem Vorsitz des Bezirksrichters Marsch an Ort und Stelle Erhebungen pflog, stellte als die eigentliche Ursache deS llnglücks fest, dass sich wäh- rcnd der Fahrt einige Schrauben des Ver» bindungSteilcs der Kardanlvelle losgelöst hatten, lvodurch die Breinscnlvarnung des Motors illusorisch»vurde. Die Handbremse vermochte dann Pen Wagen nicht n»ehr zum Halte», z»l bringen. Die Katastrophe tvürde,»vic jetzt ersichtlich ist, zlveifel- loS weniger Opfer gekostet haben, tvenn die Passagiere den AniobnS nicht verlassen hätten— freilich konnten das die Insassen nicht vorauSschen. Tagcsncmghdtcn Militärflieger-Tod bei Königgrätz Prag, 23. März. Am Freitag, de» 23. März, un» 14 Uhr 5 Min.. kam es in der Nähe de» Flugplatzes Königgrätz(1 Kilometer nordöstlich von der Gemeinde Rusek) zu einem Flugunfall. Der Feldpilot Flieger-Zugsführer Josef Do- leZal von der 41. Staffel deS Flieger-Regi» ment» 4 übte auf dem Flugzeuge„D 1—2" Kampfwendungen. Bei einem Tonneau blieb das Flugzeug rücklings gelehrt intö stürzte in dieser Lage auS einer Höhe von ettva OOO Metern zu Boden. Der Pilot kam bei dem Unfall umS Leben, ohne vom Fallfchirin Gebrauch gemacht zu haben. Die Ursache des Ui>- lalls untersucht eine Militärlon»n»issio»» deS Flieger-Regiments 4 und eine an die Unfaltstelle entsandte Sonderlommijsion deS MinisteriuntS sür Rationalverteidigung. Mit der Hacke gegen den Exekutor Ein Landwirt, der keine Steuern zahlen will Njhorod, 28. März. Mititvoch nachniittagö kam in die Gemeinde BeUä LouLka im Bezirk M u i» I a C der Exekutor deS SteneramteS SKiiit» kaä Franz Nejezchleba, um beim Landwirt Ivan P o p o v i L eine Exekution vorzunehmen. Popoviä hatte cS prinzipiell abgclchnt, Steuern zu zahlen, so dass diese einen Betrag 1000 liä erreicht hatten. PopoviL griff de», Exekutor mit einer Hacke an und vcrletzteihnamKopfe sch>ver,»vorauf er flüchtete. Der Exekutor »vurde in belvnsstlosem Zustande ins Krankenhaus geschafft. Nach den» flüchtigen Popoviö tvurdcn die Nachforschungen ausgenommen. Ehe-Tragödie bei Groß-Priesen Aussig» 28. März. Donnerstag, den 22. März spielte sich in A l t- H ummel bei Gross- Priesen eine FainilientragLdie ab. Der Land- >v i r t Müller nahin am 21. März 1984 in einem nahegelegenen Dorfe an einem Begräbnis teil. Auf dem Rückweg machte er in einem G a st- h a u s Halt, wo er b i S z u in anderen Tage blieb, weshalb ihn feine Frau, als er heiinkehrte, Vorhaltungen machte und erklärte, dass sie sich von ihm scheiden lassen werde. DaS nahm sich Müller so zu Herzen, dass e r in die Scheune ging mch sich erhängte. Als seine Frau dessen ansichtig wurde, legte sie den Leichnam auf den Boden und er- hängie sich in derselben Schlinge. Das aus dem Leben geschiedene Ehepaar hinterlässt zwei»»nmündige Kinder. Einbrecherjagd in Prag In der Nacht auf gestern bemerkte der Wächter des Studentenheimes auf dem Albertov in Prag, dass in den VcrwaltungSräumen ein Mann ist, der Banknoten aus der feuerfesten Kassa ent- Ivendet hatte. Der Einbrecher bemerkte jedoch rechtzeitig, dass er entdeckt»vurde und flüchtete durch daö Fenster. Der Wächter wollte ihm aus seiner Dienstpistole einen Schuss nachschicken, doch vergass er in der Aufregung die Waffe zu entsichern. Der Einbrecher entkam mit einer Bente von 3000 Kö. Ungefähr zur selben Zeit entdeckte in der Kettengasse in Prag I., ein Beainter der Wach- und Schliessgesellschaft eine»» Einbruch in den Büroräumen der Firma Pelka. Auch in diesem Falle merkte der Einbrecher die Gefahr und entfloh. Ob er cttvaö enttvendet hat, konnte bisher nicht festgestellt»verden. Weiteres Vordringen auf dem Nelson-Schacht Ossck, 23. März. Heute fand im Nelson- sacht der 0. gerichtliche Lokäiangcnschein statt. Die Kominlssion besichtigte die Vorratsdepotstrecke, die Kübelstreckc und eine alte Mannschafiöstrecke. Insgesamt»vnrden etwa 000 Meter neu'gelvä!» tigte Strecken begangen. In allen diesen Strecken liegt die durch den Deckeimachfall hcrabgestürzte Kohle sehr hoch, stelleniveise bis zu einem Nieter. Ueberall stösst man auf starke Spure», des Grn- benbrandes. An einzelnen Stellen der neu geöffneten Grubenteile kam es infolge des Luftzutrittes neuerlich zu Br ü h u n g c n, so dass schleunigst die Wasserleitung erneuert werden musste, um die bestehende Brandgefahr zu bekämpfen. Die alte Mannschaftöstrecke ist in einer Ausdehnung von etwa 100 Nieten, vollständig verkohlt. Sowohl die Decke, als auch die Seiten» wände sind an ihrer Oberfläche zu reinein Koks geworden. Stellenweise ist die Kohle halb verbrannt. Auch bei der heutigen Befahrung der Gr»»be »vurde», keine Spuren von Leichen gefunden. Dynamit auf einer slowakischen Bahnstrecke Presiburg, 23.. März. Die Staatöbahndirek- tion Pressburg teilt mit: Am 22. März um 4 Uhr 80 Minuten ist die Eifenbahnstrecke bei der Station P o l o m k a zwischen Cervenä Skäla und Brezno n. Hronem durch die Explosion einer Dynamitpatrone beschädigt lvorden. Sonst hat sich kein Unfall ereignet. Die Beschädigung der Strecke»vurde rechtzeitig bemerkt. Der Verkehr»vurde bis gestern 12 Uhr,»oo die Reparatur der Strecke beendet war, bei den Zügen Nr. 4001 und 4002 durch Umsteigen aufrechterhalten. ES handelt sich um einen Fall von Eisenbahnfrevel, der von der Gendarmerie untersucht tvird. KommunMIsche«ehelmdruckerel in Halda Arnsdorf Am Donnerstag entdeckte die Haidaer Gendarmerie eine Geheimdruckerei, deren Setzerei in Arnsdorf und deren Druckmaschine in Haida un tergebracht Ivar. Die Druckerpresse, eine 150 Kilo schwere Roiaprint, vier Setzkästen samt Schriften, eine Wagenladung ZeitungSpapier etc.»vurde» beschlagnahmt. AuS vorgefundenen Bürstenabzügen »var zu ersehen, dass cS sich uin die Herstellung einer illegalen kommnnistischen Zeitung handelt. Als Drucker»vurde der 23jährige Schriftsetzer Gerhard Springer, der in Deutschland geboren, aber nach Ottendorf bei Braunau zuständig ist, verhaftet und dem Kreisgericht in Böhm.-Leipa eingeliefert. Springer gibt an, direkt mit der kommunistischen Partcizentrale zusammcngearbeitet zu haben, und»veigert fick», seine Mit arbciter zu nennen. Die Druckerei soll erst seit Anfang diecss Monates in Betrieb sein. Die neuen Zwanziokronen-Münzen Die Na-' tionalbank ha»»nit der Ausgabe der neuen silbernen Zlvanzigkronenstiicke begonnen, deren zunächst stinf Millionen Stück in lkmlmif kommen. Die neuen Münze», sind aus helleren», feineren, Silber als die Fünf- und Zchnkrbnenstücke, sind auch ein»vcnig grösser als die letzteren, gleichzeitig auch ein wenig leichter. Bon einem Radfahrer nirdergestohen und getötet. Donnerstag nachmittags Imirde in der Eisen- bahnunterfUhrung beim Hauptbahnhofe in Pilsen der 04jährige pensionierte Beamte V. Noväk mis Pilsen von dem auf einem Rad fahrenden stellungslosen Handlungsgehilfen Stanislaus Fairaisi aus Nyrschan zu Boden gestossen. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass Noväk eine», Bruch des Schä« delknochenS erlitten hat. Freitag früh ist Noväk seine» schtvere,i Verletzungen erlegen. Wie nach Zeugenaussagen festgestellt wurde, ist Jairaisl an dem Unfall schuldlos. Explosion im Kabarett. In einem Kabarett in Netv Jork erfolgte eine Explosion, durch die sie» ben Personen verletzt und ein Schaden von 76.000 Dollars angerichtet wurde. E'äste des Hotels flüchteten Hals über Kopf durch das raucherfüllte, stellenweise brennende Gebäude. Ob eü sich um eine Gasexplosion handelt, steht bis jetzt noch nicht fest. DaS größte Unterseeboot der Welt,„S u r- c o u f"(3800 Tonnen, hat seine Probefahrt, bei welcher cs eine Tiefe bis z»» 80 Metern erreichte, beendet. Es»vird nunmehr neuerdings in der SchiffAverft von Cherbourg geprüft werden, worauf cS eine Fahrt u in die Welt unternehmen»vird. Furchtbare Bilanz von Hakodate T o k i o, 23. März. Rach dem nunmehr vorliegenden amtlichen Polizeivericht sind bei dem Ricsenbrand in Hakodate 6 4 7 Tote und 400 Schwerverletzte zu verzeichnen. Bei etwa der Hälfte der Schwerverletzten wird au ihrem Wiederaufkonrmen gezweifelt. Die fremden Konsulate sind sämtlich dem Feuer entgangen. Durch Eisenbahnen und durch Torpedoboote werden in aller Elle LcbenSmittcl und sonstige Vorräte herangeschafft. Wr. 70 SainStag, 24. März 1934 StHt 5 Blutiger Taxi-Streik in New Bork New Uork- 23. März. Auch am DouuerS- log kam cs in der Stadt zu schweren Ausschreitungen der streikenden Autodroschlenchauffeure. Etwa 600 Streikende veranstalteten einen De- monstrationözug, der sich über den unteren Broadtvat) nach Cityhall bewegte. Polizeibeamte, die den Zug auflöscn wollten, wurden tätlich angegriffen und zurückgetriebeii. Die Streikenden zerstörten etlva 60 Autodrosch» k e n, deren Chauffeure sich dein Streik nicht angeschlossen hatten. Zinn Teil wurden die Wagen auch in B r a n d gesteckt. Die arbeitswilligen Chauffeure wurden so mißhandelt, daß sie b l u t ü b e r- st r ö m t und bewußtlos zu Boden stürzten. Der Verkehr auf dem B r o a d w a y ruht f a st völlig. Andere Abteilungen Streikender zogen nach Times Square und zn den Zentralbahnhösen, um im Thcaterviertel den nach Schluß der Vorstellungen stark ciiischcndcn Verkehr lahmzulegen. Das Auto des Bürgermeisters New Jork, 23. März.(Reuter.) Der New Dorier Bürgermeister L a G u a r d i a hat an die streikenden Antolenler einige Appelle gerichtet, in denen er sie ersucht, Ausschreitungen zu vermeiden. Wie seht mitgeteilt ivird, war La Guardia selbst von den Streikenden in s e i- » em A u t o m o b i I umzingelt worden. La Guardia jedoch rief den Demonstrierenden einige scharfe Worte zu. worauf sie seinen Wagen freigaben, so daß er die Fahrt, dann ohne Hindernisse fortsehen konnte. Philippinen— unabhängig Washington, 23. März. Der Senat genehmigte gestern das Gesetz ThdingS-Mc Duffie, durch welches die Philippinen die Unabhängigkeit erhalten. Das Gesetz ivurde mit 08 gegen 8 Stimmen angenommen und geht nun an das Weiße Haus zwecks Signierung weiter. Vor dieser Endabsiim» mung hat der Senat mit 44 gegen 28 Stimmen den GeseheSantrag des Senators King, nach welchem die Philippinen die Unabhängigkeit bereits nach drei Jahren erlangen sollten, abgelehnt. Rach dem nunmehr angenommenen Gesetze soll am 1. Oktober d. I. in M an i l a die v e r f a ss u ng S- gcbendeBersammlung zusammentretcn. um die Verfassung den Philippinischen Föderation vorzuschlagen, die während einer U e b c r- gangSzeit von ze hn Iahrcn in Geltung bleibt, tvorauf erst die llnabhängigkeit der Philippinen eine vollständige sein tvird. Rach Ablaus dieser zehnjährigen Periode verzichten die Vereinigten Staaten auf alle militärischen Privilegien, werden aber im Verhandlungswege die Erhaltung ihrer Marinebasis und der Schiffsversor» gnngS- und VorratSstation auf deni Territorium der Philippinischen Republik erstreben. Mit der gestern angenommenen Fassung des Gesetzes sind alle Lager der Philippinischen Bevölkerung einverstanden. Sine Lehrkanzel für Rheumatismus London, 23. März.(UR.) Die Universität von Leeds hat einen neuen Lehrstuhl für Rheumatismus errichtet. Es ist dies die erste spezielle Lehrkanzel dieser Art in Großbritannien. Als Leiter wurde Dr. Douglas Collins aus Liverpool ernannt. Ihm werden die Laboratorien und das Material der Universität von Leeds zur Verfügung stehen, doch wird der bekannte Arzt hauptsächlich auf den Kliniken deS Krankenhauses in Harrogat-Royal Bath Hospital wistcnschaftlich tätig sein. Berhrauut Reuen, 23. März. Bei der Explosion auf dem Petroleumschiffe ,,G i r a f f e" find nach den letzten Meldungen neun Personen verbrannt, 10 Personen tvurden verletzt. Einige der Verletzten befinden sich in einem hoffnungslosen Zustande. „ftcaffin* als«etter Leningrad, 28. März.(AR.) Der Eisbrecher .Krasin" tvird heute aus dem Hafen von Kronstadt zu einer Expedition zwecks Rettung der Schiffiirüchigen des Eidbrechers«Tscheljuskin" in See gehen. Aus Chabarowsk Ivird gemeldet, daß die Flieger Wodopjanow, Gälischetv und Doronin, die sich auf dem Fluge zu. den Schiffbrüchigen befinden, gestem nach Zurücklegung von 666 Kilometer in viereinhalb Stunden, von Ochotsk kommcird, in Nogajew eingetroffen sind. Die Pariser Gploae Paris, 28. März- In der Spionagcaffäre gibt es bisher 2 1 B e s ch u l d i g t e, von denen sich 16 im Gefängnis, fünf auf der Flucht und schließlich einer vorläufig auf, freiem Fuß befinden. Acht voll ihnen sind französischer Nationali-- tät(ein gewesener Oberst, ein Militär-Ingenieur, ein hoher Beamter des MarineministerinmS) die übrigen sind Ansländcr(zwei Amerikaner, zwei Polen, vier Rumänen, ein Deutscher und weiter Rusten und Finnen). Blutige Strenge MoSkan, 28. März. Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion meldet, sind am Donnerstag ein Lokomotivführer und ein dicilsthabender S t a t i o n S ch e f zum Tode verurteilt worden. Sic waren augellagt, die Eisenbahnkatastrophe auf der Station Tatvatuj im Ural verschuldet zu haben. Fünf Angeklagte wurden zu F r e i- hcits st rasen von verschiedener Dauer verurteilt. 1Ü4 japanische Fischer vermißt Tokio, 22. März. Dreizehn Fischerboote mit einer Besatzung von 154 Menschen werden seit Mittwoch vermißt. Opfer des furchtbaren Sturmes der letzten Tage geworden sind. Der iapanische Dampfer„Ueda Maru" ist in der Nähe von Hakodate in eitlen Taifun geraten nnd gesunken. Aus dem Dampfer befanden sich insgesamt 82 Personen, einschließlich der Besatzung, lieber ihr Schicksal liegt bisher noch keine Nachricht vor. Mehr Gangster al» Soldaten in UTA. Der amerikanische GeneralstaatSamvalt Cummings erklärte vor dem GerichtSauüschuß des Senats, der sich eben mit der Behandlung des Gesetzentwurfes zur Bekämpfung der Gangsters beschäftigt, daß die amerikanische Verbrecherwelt mehr bis an die Zähne bewaffneter Männer haben als die amerikanische Armee und die Kriegsflotte zusammcngc- nommcn. Cummings fügte hinzu, daß ernste legislative Maßnahmen sehr notwendig seien, da zlvischcn den Jurisdiktionen der einzelnen Staaten und der Föderaljuriödittion Gegensätze bestehen, die es den Verbrechcrbanden ermöglichen. Man befürchtet, daß sic das> ihre Tätigkeit erfolgreich zu entfalten. Als Bertragsingemeur m»°r Sowjetunion Von W l l h c 1. Troizk. Am 10. März fuhr ich mit zweijährigem Vertrag, abgeschlossen bei der Prager Handelsgesellschaft der U. S. S. ill. nach Troizk, einem kleinen Provinzstädtchen von zirka 20.000 Einwohnern an der Grenze von Ural und Kasakstan in der Kirgisensteppe. Zur Zarenzeit war es ein großer Handelsplatz und Zentrum de» Handels ans Zentralasien. Monatlich waren mir 450 Rubel Gehalt zugesichert, also zirka 7000 XL. Da mich der Lebensunterhalt nach Versicherung der Prager Handelsgesellschaft nicht mehr al» 150 Rubel pro Monat kosten sollte, so mußte ich nach Ablauf der zwei Jahre über 80.000 X» erspart habe». Tatsächlich habe ich keine 180 Rubel im Monat gebraucht, wenigsten» das erste halbe Jahr; allerdings hatte ich keine Ahnung, daß der Rubel bloß eine Biu- nentvährlmg ist und nichts hinauSgesandt werden durfte. Darauf kam ich erst nach zehn Monate». Die Reise Prag—Troizk ging glatt vonstatten und nach sechs Tagen Tchnellzugsfahrt stehe ich morgen« um 8 Uhr im Sommerüberziehcr und Halbschuhen bei minus 30 Grad Celsius im Schnee am Bahnhof Troizk. Vergeblich suche ich den AuSgang nach der Stadt. Alle Ausgänge, Korridore, Wartesäle sind vollgestopft von Hunderten und Hunderten zerlumpter Gestalten, Russen, Kirgisen, Tartaren, Chinesen, Männer, Frauen und Kinder in dichten Knäueln am Boden liegend versperren alle AuSgänge. Es war die» meine erste Begegnung mit dem russi- schen Proletariat, das hier Tage und Wochen auf die Weiterreise wartete. So blieb mir nur die Möglichkeit, dem abfahrenden Zug nachzugehen. Nach fünfstündiger Wanderung, wobei ich mich noch in der Steppe verirrt hatte, stand ich mehr tot als lebendig, blangefroren, vor dem einstöckigen Direktionsgebäudc der Troizker Fleischkombinates. Das Innere glich einem Bienenschtvarm. Aller rannte und sprach durcheinander, schrie, gestikulierte, überall rauchende, lachende Gruppen von Rkänner» und Frmie>r, ewiges Gehen und Kommen, Türenzuschlagen, so daß sich mir der Kopf zu drehen begann. Es war ein überwältigender Eindruck. Endlich finde ich mich zum Direktor durch. In einem kalten Raum, der Rauch zum Schneiden, alles rauchte Tabak in ZeituugS- papier gewickelt(Machorka) finde ich unter den zerlumpten Elendsgestakten dick und wohlgenährt den Direktor Leffin. Bon ihm auf das Zuvorkonimendsle empfangen, iverde ich sofort in» Hotel gefahren mii der Weisung, mich erst gründlich anözuruhcn und zu warten, bis man mich abholen werde. Im Hoiel angekommen, weist man mir ein ungeheiztes Zimmer an(die Zentralheizungen in Troizk sind im Winter stets eingefroren), in dem bereits bei einem dampfenden Samowar ein Russe saß. Es Ivar dies der neu aiigekommene Chef der LebeilSmiitelversorgungsstelle beim Fleischkombinat, der Parieimann Pavel Pocke- nitschnikoff, der genau sechs Wochen später nach großen Unterschlagungen durchging und bis heute nicht gefunden wurde. Dieser lud mich sofort zum Tee ein, bestellte für meine Rechnung Wodka und wir begannen zu warten, bis man»nS holen ließ. Wir warteten einen Tag, es kommt niemand. Am ziveiten Tage(24. März 1V32) erscheint der Parteimann Muslimof Araslan. Chef des Schulwesens beim Kombinat, Freund des Direktors und keilt mir mit, ich möge noch weiter ausruhen. Darauf bestellt er Wodka für meine Rechnung und wir warteten nun zu dritt weiter, Muslimof verschwand am 28. April mit sämtlichen Lehrergehältern und der Schulkasse auf Nimmerwiedersehen. Nitschcwo! Als mir nach vier Tage» das Warten, Tee» und SchnapSgesaufe über wurde, machte ich>nich am 27. Nkärz zur Direktion auf. Dort das gleiche Bild, wie am ersten Tage, „Odichaj"(ruhe aus) hieß es wieder. Die Kessel, zu deren Inbetriebsetzung ich hergesandt wurde, seien noch nicht da, mmi müsse/abwarten, bis der Schnee weg sei, d. h. bis Mai. Inzwischen möge ich mir das Kombinat ansehen. Das Fleischkombinat Troizk ist ein Großbetrieb, beschäftigt zirka 1600 Arbeiter und besteht aus dem Schlachthaus(täglich wurden tausend Stück Großvieh und zirka zweitausend Stück Kleinvieh geschlachtet), der Konservenfabrik'(160.000 Stück pro Tag), den Kühlräumen für tausend Stück Gefrierfleisch, Darmfabrik, Dieselmotorenzentrale (600 PS), Kesselanlage, mechanische Werksiait, Schmiede, Tischlerei, Jaßfabrjl und eine Licnge^an- l m Alder. | derer Zechen. Erbaut wurde es im Jahre 1017. Seine Lage war früher vorzüglich, da es am Rande der Kirgisensteppe liegt und Kasakstan, ebenso wie Argentinien einen geradezu unermeßlichen Biehrcichtum besaß. Heute ist Kasakstan leer, die kirgisischen Höse auSgestorbe» und nur mehr ganz spärliche Reste von Rindern, Kamelen, Schafen, Pferde» sind vorhanden, und zirka 80 Prozent der Bevölkerung sind verhungert und ausgewandert, Kasakstan ist größer als Mitteleuropa. Das Kombinat Troizk belieferte de» Fernen Osten, Leningrad und Moskau. Also ich besah mir den Betrieb. Bor allem fiel mir auf, daß bei Tag in allen Büro«, auf der Straße, im Fabrikshof kurz überall alle Lampe» brannten, während die Tonne schien. Man versicherte mir, da» sei immer so gewesen, dagegen sei in der Nacht alles finster. Ich habe vier Monate gebrmicht, um diesen groben Unfug abzustellen. Znm Schluß kam ich auf die Idee, das Gebäude der A. P. 1t. an unser Lichtnetz anzu« schließen. Das hat gewirkt, von da ab Ivar jede Nacht tadellose Beleuchtung. Die Maschinerie war veraltet und alles vertvahrlost. Mit einem Wort, ein alter Betrieb. Um es kurz zu machen. ES kam der Mai, der Schnee verging, aber es kamen keine Kessel und sind bis heute»och nicht gekommen. Ich habe achtzehn Monate bis Juli 1083 gewartet, ging spazieren, der Sommer war herrlich» der reinste Kurort. Ich muß gestehen, daß ich mir den sozialistischen Aufbau ander» vorgestcllt hatte. I» der Kirkisensteppe war es halt so. Für Unterhaltung Ivar gesorgt. Ich habe den Stein ins Rollen gebracht dadurch, daß ich einen groben Brief nach Moskau schrieb, wozu mau mich hergesaudt habe unter eine Gesellschast von Dieben.„Wer die Diebe seien?"»Fast alle Parteilente vom Kombinat." Das war im Juli 1082. Im August kommt G. P. U. Es werden die Direktion und 26 Parteimitglieder verhaftet. 1,000.000 Rubel unterschlagen, Viehherden verkauft etc., alle Zeitungen voll. Im Feber 1083 tagt durch 14 Tage im Klub des Kombinats unter ungeheurem Andrang der Oeffent- lichkeii daö Bolkügericht. Kolossale Korruption wird aufgedeckt. Urteil: 26 bekommen zehn Jahre Zwangsarbeit(die höchst zulässige Freiheitsstrafe), drei find zu erschießen, Direktor Lissin, Kirbateff und Ponacin. Letztere sind die Chefs der Versorgungsabteilungen. Ein Freispruch: der parteilose Chef de» Kühler» Sa- lilof. Während er sechs Monate in Untersuchnngshaft saß, ließ man sein vierjähriges Söhnchen verhungern, in dem man ihm die Aufnahme im Krankenhaus verweigerte. Zum Schluß noch ein Wort über die Lebensverhältnisse in Troizk. Mir ging es sehr gut als Fremden. Allen Parteimitgliedern ging es sehr gut. Alle waren dick, fett, rund und gut gekleidet. Dem qualifizierten Parteikosen Arbeiter ging eö schlecht, sogar sehr schlecht, trotzdem er gleichen Gehalt(120 bis 400 Rubel) wie die Parteileute halte. Im Frühjahr 1082 bekamen die Parteilosen pro Kops drei Kilogramm verdorbenes Schtvarzmehl pro Monat, manchmal nicht einmal das. Au» Sonnenblumenschalen und Zichoriekaffee wurde Brot gebacken. Richt besser, sondern schlechter war der Winter 1032/88 und da» Frühjahr 1088. Am Markt kostete ein Pud(16 Kilogramm) schwarze» unmcSgemahleneö Roggenmehl 800 Rubel, ausgemahlenes 600 bis 600 Rubel, ein Kilo Zucker 40 bis 60 Rubel, Fleisch 30 Rubel, Butter 80 Rubel pro Kilo.(Ein Rubel war damals 17 XL.) Als ich nach Troizk kam, kostete Butter 1.10 Rubel, Zucker 40 Kopeken, Fleisch 80 Kopeken pro Kilogramm im Magazin de» Kombinates. Und der ungelernte Arbeiter? Verdienst 40 bis 70 Rubel pro Monat. Wie hat er gelebt und wovon? Verdorbene Eingeweide und Aas wurden auSgegra- ben und daraus Suppe gekocht. Ich habe das wiederholt im März und April 1083 beobachtet und konnte vor Ekel tagelang nichts essen. Auf allen Wegen lagen meterlange grüne, verweste Gedärme, die diese Unglücklichen aus ihren überfüllten Eimern verloren hatten. Sin grausiger fürchterlicher Anblick. Man mußte starke Nerven haben! In U. S. S. R. ist alle» Planwirtschaft. So stand auch in Troizk der Plan obenan- Und stets wurde er erfüllt und übererfüllt. Trotzdem wir keinen Waflermefler, nur paar K. W.- Zähler, Kohle(bestehend aus Staub, Erde nnd Steinen) hatte», errechnete mein Betriebsaffistent prompt den Wasserverbrauch und den K. W.-Verbrauch für jede einzelne der 16 Zechenbetriebe. Natürlich alles Hausnummern! Aus Kohle von 2000 Kalorien pro Kilogramm machte er aus diesem einen Kilo Dampf von 4000 Kalorien nnd mehr und hatte noch die Naivität, diese Abrechnungen zur Unterschrift vorzulegen. Natürlich habe ich ihn znm Teufel gejagt und nach Moskau berichtet, tvie lange dieser Schwindel noch dauern soll. Endlich schlug auch meine Stunde. Im Juni 1033 erscheint eine sUnsgliedrige Kommission mit dem Parteimann Wicen an der Spitze. Ich tverde vorge- ladcn und bekomme solgende» von Wieen nntcr vier Augen und verschlossenen Türen zu hören:„Ich habe sehr Schlechtes über Sie gehört. Sie können in einem sozialistischen Staate nicht leben. Sie sind hier unmöglich und wir werden Sic abkommandicren." Wenige Wochen später kam meine Abkommandierung nach Swerdlotvsk und am 17. Juli 1033 verließ ich Troizk. Hätte ich nur ahnen können, was meiner in de nächsten sechs Monaten harrte, ich wäre Hals über Kopf fluchtartig schon damals ans Sowjetrußland verschwunden. Torgier— Nationalsozialist? Wir haben seit langem auf die Tendenz der Nazi hingewiesen, politische Gegner auch dadurch zu entwürdigen, daß sie zu Reklame- zwecken der Fascislen mißbraucht werden. Namentlich haben wir anf den Fall Torgler verwiesen. Der„Deutschen Freiheit" wird nunmehr an» Berlin berichtet: „Der Chef der Geheimen Staatspolizei in Preußen, Ministerialrat Diehls, nahm vor einigen Tagen an einem Frühstück der ausländischen Presse teil. Er machte dabei Bemerknnge» über die politischen Gefangenen. So behauptete er, daß 30.000 Deutsche die Schutzhast iu Konzentrationslagern„genossen" hätten. Sicher ist, daß das Mehrfache dieser Zahl an Gefangenen durch die Lager„behandelt" worden ist. Schließlich machte er sonderbare Angaben über in Haft beficidlicke Kommmiisten. Er sagte u. a. Torgler könne nicht freigelassen werde», weil dies eine Ungerechtigkeit gegenüber den anderen Kommunisten, die man noch zurückhält, wäre. Ein weiterer Prozeß dagegen werde gegen Torgler nicht geführt werden, wahrscheinlich aber gegen Thälmann. Die Frage, ob Torgler tatsächlich Nationalsozialist geworden sei, tvie Berichte besagen, bestätigte Diehls indirekt, indem er sagte, er sei heute kein Kommunist, und indem er nicht dementierte, daß Torgler ein Aufnahmegesuch an die NSDAP, gerichtet habe. Schließlich erzählte Dr. Diehls noch, tvie man mit Milde zahlreiche Komm»- nisten für dcrc Nationalsozialismus g e lo i n u c, die durch Verteilung von Flugzetteln, falls sie der Justiz auSgeliefert werden würden, Gefängnisstrafen von sechs Jahre» verdient hätten. Wir nehmen die Behauptungen deö Dr. Diehls nur mit Zurückhaltung und mit Ztveifeln auf. Immerhin sprechen für die Möglichkeit seiner Angaben einige Indizien, lind die Kommunistische Partei hätte allen Grund, den Fall Torgler zu klären. Ist er noch Kommunist oder nicht? Die Frage ist berechtigt, wenn man beobachtet, welche» geringe Interesse die kommunistische Bewegung an dem Schicksal Torgler» nimmt. In der ganzen Welt sind berechtigte leidenschaftliche kommunistische Meetings für die Freilassung der in Leipzig Freigesprochenen veranstaltet worden, aber der .Name Torgler wurde stets nur neüenbel aemuurt." I I PRAGER ZEITUNG Kunst und Wissen die der Mitteilungen aus dem Publikum. Sind Sie geistig»der körperlich ermüdet? Massieren Sie Ihren Körper I Die» geschieht ani erfolgreichsten mit unverdünntem Franzbranntwein Alpa. Eine solche Massage verbessert den Blutkreis» lauf, stärkt die Muskeln und erfrischt die Nerven. Beraten Sie sich mit Ihren» Arzte über die?lrt der Massage. IVY ler über sein Schaffen in ungefähr LOO Bildwerken aus: Antonin Prochäzka, der in Böhmen gebürtige Maler. Aus der Jugendzeit des Künstlers, die er an der Prager Kunstakademie verbrachte, sind eine besonders grostc Anzahl von Bildtverkcn vorhanden, in leuchtender Farbengebung und-Harmonie, von denen die „Ländliche Hochzeit" an» cmpfundensten und echtesten tvirkt. Von vielen Anhängern ProchäzkaS wird.behauptet, das, diese Frühproduktion dcS'Künstlers, die man zeitlich zwischen die Jahre 1004 und 1011 verlegen kann,. grundsteiulegend für die tschechische Malerei des 20. Jahrhunderts überhaupt gewesen ist. Dies scheint an Hand des misgeilellten und doch recht übersichtlichen Materials etwas zu viel gesagt zu sein, obwohl oder vielleicht gerade weil sich in Pro- chäzkas Werk eine so deutlich sichtbare Beeinflussung durch fast alle Kunstrichtungen der letzten Jahrzehnte bemerkbar macht, lind da tvir ja in einer sehr schnellebige» Zeit leben, die die Kunst mit' amerikanischem EilzuaStempo ihre Gelvändcr wechseln heiht und tvie der Blitz aus Pointillismus, Kubismus, Futurismus, Absolute Malerei/Neue Sachlichkeit und schlieblich Ncu-KlassiziSinuS entstehen lieb, so können tvir— all dies zwar durch die Hand eines begabten Könners und Routiniers, so dab so mancheSErschaute ani Ende finde», schon in der ersten Viertelstunde sichtbar aussortiert werden, darf man von einer erfrischenden und unterhaltsamen Angelegenheit reden. Auch musikalisch ist der Film, denn eS wird in ihm Klavier geübt, gepfiffen, getanzt und— versuchsweise— gesungen. Und er ist sogar literarisch: denn er gibt vor, seine Handlung einer Komödie OScar Wildes entlehnt zu haben, tvogcgen sich der längst Verstorbene nicht mehr wehren kann. Mit einem Worte: es ist einö der Spitzenwerke der reichsdeutschen Filmindustrie,— nicht mehr ganz neu, aber offenbar unvergänglich.—cis— „Sozialdemokrat" Bad Uebwerda Isorgbelrge Herz-, Rheuma-, Frauenleiden. Nervöse, Erholungsbedürftige. Heilung und Ferienaufenthalt. Niedrige Preise. Auskünfte Kurverwaltung und durch E. Sojka. Prag XI., Tomkova IS. Telefon 321-72 Der Film Vielleicht bist Du DM»»estze Vliitk DaS ist ein amüsanter Film: denn die Leute! auf der Leinwand lachen viel und laut, weil sie sich abwechselnd betrinken, betrügen und verlieben. ES ist ein leichter und beschwingter Film; denn, die befrackten Lebemänner auf her Leinwand haben keine schwereren Sorgen als einer unwahrscheinlich törichten Umgebung ein Doppelleben vorzuspielen und sich mit den Mädchen zu verlobens die ihnen von Anfang an nachlaufen. Die Besetzung ist glänzend: denn die Herren Alexander, Paulsen und Falkenstein und die Damen Sandrock, Ander, und Hildebrand führen jene vertraglich festgelcgten Bewegungen aus, die von der Berliner Filmindustrie für ihre effektvollsten gehalten wurden. Und da der Regisseur Wenzler sehr viel technischen Aufwaich benötigt hat, um Einfälle an- zubringon, die bessere Regisseure vor ihui schon lange fallengelassen haben, und da.er dem Publikum sogar, die Spannung, erspart, weil die Paare, die sich säst wie Eigenbau anmntet— in den Werken A. ProchäzkaS wicdcrsinden. Kein Künstler bleibt frei von den Einflüssen der Modemalerei, aber so er den Anspruch ans echte Kiinstlcrschaft erhebt, darf er seine eigene Persönlichkeit nicht anfgeben, nm Zeitströ- nnmgen mitznmachen. Dies ist der grostc und sun- damcntale Vorwurf, den man Prochäzka machen kann. Bon Ivll an beginnt ProchäkaS kubistische-Aera, die lange Zeit hindurch im selben. Fahrwasser bleibt, um nngesähr von 1920 an,, zunächst durch einfach- handwcrksmästige Kniffe, wie durch die Anwendung von Kamm und Spachtel, einen neuen Zug in seine Bildwerke zu bringen. Weniges später erfindet er seine eigene Wachs-Malerei. Bekanntlich ist diese Maltechnik bereits in der Antike verwendet worden. Kein Wunder also, wenn Prochäzka— welch merkwürdiger Umweg I— durch die rein technische Unzulänglichkeit mit seiner neuen Art kubistisch zu malen, vom KubiSmnS abglitt. Die ersten, in dieser Art geschaffenen Bilder ungefähr um das Jahr 1924—- weisen keine kubistischen Kanten und Ecken mehr ans; cs wirkt alles gerundeter und glatter. So., kommt schliehlich Prochäzka in seinen letzten Arbeiten zu einer starken Anlehnung an die Antike. Im grasten und ganzen eine fesselnde und inter- cssaute Uebersicht über di« Entwüklung der Mode- strömnngen in der Malerei in den letzten Jahrzehnten. R. 8- Die Angeklagte ist das uneheliche Kind eines , der sich um seine Tochter überhaupt nicht künnnerte. Erst als sie herangewachsen war, näherte sich ihr der Vater, aber keineswegs in v ä t e r l i ch e r Liebe. Vater und Tochter unterhielten miteinander lange Zeit ein regelrechtes intimes Verhältnis. Es gibt Leute, die behaupten, dast zu diesem Verhältnis die Tochter den Anstost gegeben habe, wie bei so vielen anderen Männern auch. Jedenfalls gelangte das unnatürliche Verhältnis zur Kenntnis der Gendarmerie, und zwar dadurch, dast Marie von ihrem eigenen Vater schwanger wurde und sich auf sein Verlangen hin das Kind ablreiben liest. Der Vater kam natürlich vor Gericht, wurde aber nicht ins Spital, sondern ins Irren» h a n s geschickt, da er bereits den» Delirium tremens verfallen und nicht mehr zurechnungsfähig war. Ob die Tochter im Sinne unseres trefflichen Strafgesetzes verantwortlich ist, darüber tverdcn die Psychiater zn entscheiden haben. Ob diese Entscheidung aber nun so oder so auS- fällt, ob Marie ff. ins Irrenhaus wandern wird, oder inü Kriminal— jedenfalls ist keines von beiden der Ort für solche nnd ähnliche bedauernS- ! werte Menschen. Ilnd andere Institute existieren heute ja nicht. rb. jctt in ein aktuelles Stadium. Ausersehen für den Bau ist der Siegcsplatz in Dejwitz, die Parzelle neben dem Militärteckmischen Institut. Die Militärverwaltung verhandelt nun mit der Gemeinde Prag über eine Abänderung der RegulierungSvor- schriftcn für den Siegcsplatz, da sie höher bauen wollen, als cs hier zugclasscn ist. Kamrlbaby in Troja geboren. Der Zoo in Troja hat beträchtliche Erfolge anfzuweisen. Nachdem bereits vor einiger Zeit ein Elefantenbaby zur Welt gekommen ist— cS dürfte der erste in Prag geborene Elefant sein— und nachdem zahlreiche Affcnmüttcr lebensfähige Spröstlinge geboren haben, hat dieser Tage die Kamelsrau Berta ein Kindlein zur Welt gebracht, das schon Sonntag die Augen des Publikums erfreuen wird. Sobald Berta ihr Wöchnerinnenlagcr verlässt, wird sic wieder ihrer früheren Aufgabe dienen können, die Kinder von Besuchern auf ihrem Rücken durch den Zoo zu tragen. Vie richtige Brille Optiker Deutsch Prag II., Prikopy, Palais Koruna. Prikopy 27 tßliscfi nur I. Stock Bezugsbedingungen: Bei Zustellung tnS HäuS oder bet Bezug durch die Post monatlich Kö 16.—. vierteljährig itt 48.—, halbjährig KC 96.—, ganzjährig Kß 192.—.— Inserate werden laut Taris billiait berechnet Bei öfteren Einschaltungen BreiSnachlast.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt nur bet Einsendung der Retourmarken.— Die Jetmngöfrankatur wurde von der Post- und Telegraphen-' ' direktion mit Erlast Nr. 13.800/VII/1980 bewilligt.—Druckerei: ,F)rbiS", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G., Prag. KINDER-“’"- Wochrnfpirlplan des Neuen Deutschen Theaters. SamStag 7 llhr: WagnerzykluS:„Tannhäuser", C 2.— Sonntag nachmittag 8 Uhr:„R i g o- letto", 8 Uhr:„T u r a n d o t", D 1.— Montag:„Ein Mantel, ein&ut, ein Handschuh", Gastspiel Ernst Deutsch.— Dienstag, Zyklus Hl:„Der fliegende Holländer", A 2.— Mittwoch, Gastspiel Ernst Deutsch:„Julius Cäsar", B 1.— Donnerstag, VolkSvorsiellnng:„Dreimädcrl- hauS". Wochenspielplan der Kleinen Biihne. SamStag, 8 Uhr:„Gastein".:— Sonntag halb 11 Uhr: „T a n z m a t i n e e" des japanischen Schwerttänzers Ueichi NimurS und der amerikanischen Tänzerin Kay, Sonntag, 3 Uhr:„Weister Flieder", 8 Uhr:„Gastein".— Montag:„A a st ei n", Bankbeamte und freier Verkauf.— Dienstag: „Garten Eden", mit Ria Thiele.— Mittwoch:„G a st ei n".— Donnerstag:„I ohu G a- br i e l B o r k m a n n, volkstümliche Preise.— Antonin Prochäzka-Ausstellung im Mänes-Pavillon Im Manes-Pavillon stellt ein heimischer Künst- anlästlich seines 50. Geburtstages eine Uebersicht Blinde spielen Fußball Ein Wettkampf im Dunkeln— Der rasselnde Ball Ein seltsamer Fustball-Wcitkampf wurde dieser Tage in Upper Norwood(England) auSgc» tragen. Das Spiel fand in vollkomnicner Dunkelheit statt und eine der Mannschaften setzte sich auS- schliestlich auS Blinden zusammen. Ilm den Lustball beiden Parteien bemerkbar zu machen, niemand konnte ihn sehen, war er mit Erbsen gefüllt. Ein Schiedsrichter Ivar bei dem Spiel nicht zugegen. Er hätte bei der Dunkelheit doch nicht seines Amtes walten können. Die Spieler verständigten sich gegenseitig durch Zurufe. ES zeigte sich, dast die Blinden sich tveitaus besser nach dem Geräusch orientieren konnten. ES kam zu einer ganzen Anzahl von Torschüssen. Mit 7 zu 8 Toren blieben die Blinden Sieger. Aber sie Ivaren erheblich überlegener, als es im Torverhältnis zum Ausdruck kommt. Vor allem tvusttcn sie geschickt das Zusainntenprallen mit einem anderen Spieler zu vermeiden. Da sich das„Fuschallspiel im Dunkeln" durchaus bewährt haben soll, wird man cS lvahrscheinlich in ganz England einführcn, um blinden Futzballspielern die Möglichkeit zu geben, ihre Kräfte auch mit gesunden Spielern zu messen. SamStag, 24. März 1V84 Nr. 70 filme in fraget Liditspielhdusern bis einschliehlich Donnerstag, den 29. März. Alfa:„Casanova".— Beränrk:„Kat h a- rina die Graste".— Fönix:„Dieser alte Schuft".— Gaumont:„Das Häuschen in EmanS". — Hollywood:„Da- Häuschen in EmauS".— Hvkzda:„M ruschen und Taten."— Julis: „Die Schlacht."— Kinrma: Journale, Groteske, Reportage(%2—’/S). Koruna:„Die Stimme ohne Gesicht".— Melro:„Reise nm die Welt in achtzig Minuten".— Olympic:„M enschen und Taten.— Passage:„Bubi".— Praha:„Tas Häuschen in EmauS".— Radio:„K atharina die Graste".— Skaut:„Die letzte Nacht".— Svitozor:„Bubi".— Aendrmlca:„Großfürstin Alexandra".— Alma:„Tie sechs Frauen Heinrichs VIII."— Bajkal:„Katharina die Graste".— Carl» war„Der kleine König".— Favorit:„Katharina die Graste".— Rory:„Katharina die Graste".— Sport:„Zum hl. Antonius".— Gcrichtssaal Blutschande Lebrntragödir einer Minderwertigen Prag, 28. März. Die 21jährige Marie F., benie unter Anklage der Blutschande und Frucht« b t r e i b u n g vor dem Senat K a- plan erschien, wird in den Gendanneriestationen als„eine Art Dorftrottel"’ bezeichnet, während die Psychiater, in ihr, etwas präziser ans- gedrückt, eine hochgradige Erotomanin sehen, d. I>. eine Frau mit abnormal gesteigertem Geschlechtstrieb. Fest steht jedenfalls, dast sie in ihrer. Heimätgemcinde berüchtigt dafür ist, nicht nur wahllos jeden Mann anzunehmen, sondern meist selbst die Männer ohne lange Umschweife zum Geschlechtsverkehr heräuSznsordern. Selbst im Gerichtssaal verleugnete sich die krankhafte Veranlagung der Bedauernswerten nicht, die sich nach erfolgtem Ansnif in den Aufseher einhängtc nnd zur Anklagebank führen liest und mit den Richtern zu kokettieren versuchte. Die HeimtSgemeinde hat es— sicherlich nicht ohne Grund— für nötig gefunden, ihr den Ge- meindepolizistcn mitzugeben, damit sie glücklich nach Prag und wieder nach Hanse komme, Wer daS Gesicht dieser Angeklagten mit seinen ausdruckslosen, verschwommenen Augen und dem ewigen herausfordernden Lächeln um den Mund sah, konnte nicht im Zweifel sein, dast dieses sicher nicht vollsinnige Geschöpf Von der Schlvere der ihr zur Last gelegten Delikte keine Ahnung hat nnd überhaupt keine Vorstellung davon, was das Gericht bedeutet. Der Gerichtshof bildete sich offenbar daS gleiche Urteil, denn er verfügte, ohne erst einen Antrag abzn- „Gaftein", ein Unlustspiel von Ludwig H i r s ch f c l d, erbrachte mit seiner donnerstägigen Erstaufführung in der Kleinen Bühne den Beweis, dast es. entgegen allen Hoffnungen, immer noch schlechter werde» könne. Ta hatte man tags zuvor gcgsaubt, die„Orchideen", das sei der Tiefpunkt. Ja, Schnecken I Es geht immer noch tiefer. Da glaubt man, inan werde sich des Abends ein wenig von den Tagesmühen und Zettbedrängnissen erholen können— und stützt auf ein Geblödel, das einem den Rest der Laune nimmt. Die Kühnheit des AuiorS, mit seiner Einfallsarmut zweieinhalb Stunden lang das Publikum zum? karren zu halten, ist kaum zu unterbieten. So wie der Titel„Gastein" eine Irreführung ist, denn der Schmarren könnte! ebenso gut nach Stixneusiedcl verlegt werden, so ist eben der ganze„Inhalt" dieser drei Akte eine Her« aussorderung geistiger Selbstachtung. Wenn dem Herrn Hirschfeld, was sehr oft vorkommt, auch nicht einmal mehr Worte cinfallcn, dann Iaht er einfach soupieren, rauchen oder auchKrawattenauf derDühne binden. Dazu kommt, datz in der Prager Aufführung die weibliche Hauptrolle, weil das eben eine Wienerin sein soll, von Frau R i a T h i e l e als Gast aus dem N o r den gespielt wird, loährend die österreichischen Damen des Ensembles, deren jede es auch sonst besser gemacht hätte, gescheit geung waren, diesem bürgerlichen Tranerspiel fortschreitenden Thcaterverfall« nicht einmal zuzusehcn. Dafür mutz aber wicdcruni der österreichelndc Herr Götz einen unmöglichen Anti-Oefterrcichcr spielen, der den Wiener Dialekt nicht versteht, obzwar sein treuer Diener(Stadler) nur im überzeugendsten Ocjterreichisch mit ihm redet— und auch verstanden wird. Herr Dudek wird auf dem Theaterzettel als „dunkclgekleideler Herr" geheimnisvoll anäckündiat und erscheint— iwrlg'ens gut parodisierend— als Staatspolizist im Jagerg'wandll Vielleicht kann der Regiffeur, Herr H ö l z l i n, diese Rätsel Hirschfeldscher oder Eger-Prager Theaternatur erklären! Verzeichnen wir noch, datz weiter die Herren Schinerzcnreich, Hölzlin und Jantsch und Frau Reiter mittaten. von welch letzterer ich nicht sicher anzugeben vermag, ob sie nur dem Unwert ihrer Rolle gerecht zu werden versuchte, oder ob cs ihr nicht einmal gelang, diesen Unwert zu erreichen.— DaS Publikum liest seine Langmut über den Unmut siegen— dennoch machte sich dieser, ähnliche wie am Vorabend, wiederum in bedenklichem Räuspern und ironischem Lachen Luft. Man fragt: wozu hat dieses Theater überhaupt eine dramaturgische Kanzsei? l. g. Aus der Harte! Sozialistische Jugend, KeeiS Prag. Sonntag, im Heim, Nationalstratze Nr. 4, M ä r z f e i e r. Beginn abends 7 Uhr. MandatSaberkenitung in Prag. DaS Lan-1warten, von amtSwegen die psychia- desamt hat dem Prager Magistrat unter dem Da- t r i s ch e U n t e r s u ch u n g der Angeklagten und tum des 14. März das Erkenntnis ztzkommen las» vertagte zu diesem Zweck die Verhandlung. Die scn, welches di- Mandate der aufgelösten deutschen Handlung selbst war geheim so dast nur die n- nx....«-Vorgeschichte dieses Falles soweit sie UNS Partc.c t m Prag aufhebt. ES handelt sich um 14 bunf bekannigewordcnisl, berichtet werden Mandate in vcrsckncdencn Gcmcmdckommtssionen. ,<>„„. Sie enthüllt die Lebenstragödie eine- minder- Bau eines Gencralsiabö-Gebändrs. Seit| wattige» Menschen und ist wohl geeignet, wieder ein» inchrcrcn Jahren wird ein Neubau für den Genc- mal darauf hinzuweisen, wie grotze Aufgaben die Ge- ralstab der tschechoslowakischen Armee erwogen, sellschaft noch zu lösen hat, wenn sie ihre Berpflich- Tie intcrcsiicrtcn Kreise weisen ständig darauf hin, tung zur sozialen Fürsorge auch nur einigermaste» dast die Gebäude dcS Ministeriums für National- vachkmnmeii will. fsÄS’ftr.T.nn!'!? Warum klagen Sie über Müdigkeit? Mit Bcrson Concav-Absätzen ermüden Sie nicht so leicht nnd schonen Ihre Nerven und Muskeln. Versuchen Sie es nur einmal und Sie werden auf Bcrson Concav-Absähe nicht mehr verzichten. 190 Trauerkleidung für Damen und Mädchen in der separaten Tranerabteilung der Firma Busch, Prag I., Pktkopy 27. Eingang nnr innen im HauS, 1. Stock. Einzigartige Auswahl l 2888