14. Jahrgang Sonntag, 28. März 1934 («TnicMMHch MtetaMM») » a ittni® t cta p r» h, B Hy-bernaM IENTRALORGAH DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHQSI0WAK1SCHEN REPUBLIK ERSCHEINT MIT AUSNAHME MS MONTAG TKOUCN FRÜH. KO AKTION UNO VERWALTUNG NAG X«., fOCHOVA«. HWON MV. AOMiNtSTRAWON TELEFON SMM. HERAUSGEBERi SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEURi WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMIL STRAUSS, FRAG. Tschechische Blätter in Polen verboten Warschau, 24. März. Durch eine Ber- ordnung deö polnischen Ministeriums des Innern wurde den tschechoslowakischen Tageszeitungen ,.i>cskc Dlovo",„Rärodni Lisch" und„Moravsko- Slezsttj Dennik" der Postdebit in Polen entzogen. Tschechoslovisleen ausgewlesen Warschau, 24. März. DaS Polnische Pressebüro meldet auö Kattowitz: Fünf in Pol« nisch- OberstHlesien wohnende tschechoslowakische Staatsbürger wurden amtlich aufgesordert, alS »nerwünschtr Ausländer Polen au verlassen. Kundfunkrede voumerzues Paris, 24. März. Am Samstag abends hat Ministerpräsident Domnergue im Rundfunk über sämtliche französischen Sender eine Ansprache gehalten, in der er zur Einigung aufforderte. Aufgabe seiner Regierung sei eS, Entspannung herbeizufiihren, Schuldige zu verfolgen und z« bestrafen und die moralische Gesundung durch- Zufuhren. pleite der Deutschen Reichsbahn (DG) Rach dem Bericht, den die Direktion der deutschen Reichsbahn über das vergangene Geschäftsjahr herauSgegeben hat, sind die Gesamteinnahmen um 46 Prozent niedriger als im Jahre 1929 und um 28 Prozent niedriger als im Jahre 1981. Die Einnahmen ans dem Per- srnenverlehr sind um sieben Prozent niedriger als 1982 und um 41 Prozent niedriger als im Jahre 1929. Dagegen haben sich die Ausgaben nicht wesentlich vermindert und schließlich heißt eS in dem Bericht:»Die Reichsbahn wird ihre ganze Sorge darauf richten müssen, wenigstens einen buchmäßigen Rechnungsausgleich für 1933 zu finden." Mst Hilfe der Reichsbahn wollte Hitler die Wirtschaft ankurbeln und Arbeit beschaffen. 639 Millionen Mark hat sie für diesen Zweck aufbrin- gen sollen, die sie aber nicht in bar, sondern durch Wechsel aufgebracht hat, die erst in fünf Jahren eingelöst Iverden sollen und deren Deckung sehr zweifelhaft ist. Hitlers Versuch der künstlichen Arbeitsbeschaffung nimmt alle für die Zukunft bestimmten Mittel voraus und bereitet die große allgemeine Pleite vor. lUirtstfiaftsnertiandlungen mit Ungarn haben gestern in Prag begonnen Prag, 24. März. Heute tourden die Verhandlungen zwischen den Delegationen der tschechoslowakischen und ungarischen Regierung begon- >>m. Die ungarische Delegation wird von Lega- tionsrat Rost-ForgaeS geführt und besteht auS dem EektionSrat Dr. Mndrony und Dr. Miezek, die tschechoslowakische Delegation steht unter der Leitung Dr. SkorkovskhS. Der tschechoslowakischen Delegation gehören noch Dr. Prokeä und Dr. Toman auö dem Landwirtschaftsministerium, Dr. Eermät aus dem Handelsministerium, Dr. Eernik aus dem Ministerium für öffentliche Arbeiten, Jng. Koni- Lek von der Nationalbank und Jng. Pofpiöil aus dem Ministerium für auswärtige Angelegenheiten an. In den Beratungen handelt eö sich um die Festsetzung der Menge und der Qualität von Kohse und Siolß, welche in der allernächsten Zeit nach Ungarn ausgeführt und auf der anderen Seite um die Festsetzung der Warengattungen, die im Rahmen dieses Abkommens als Gegenwert aus Ungarn nach der Tschechoslowakei eingeführt werden sollen. Die Verhandlungen über die Regelung gegenseitiger Wirtschaftsbeziehungen auf breiterer Grundlage sollen nach dem Uebereinkommen beider Regierungen in allerkürzester Zeit nach den Oster- jcieUagen beginnen. Schutzbündler vor Gericht Wesen der Kampfe um den Quellen*Hof verurteilt Wien, 24. März.(Eigenbericht.) Vor dem Schwurgericht iin Wien standeN heute sechs Schutzbündler untre der Anklage, an den Rümpfen um den Dieellenhof im X. Bezirk teilgenommen und der Polizei bewaffneten Widersta nd geleistet zu habe«. Als Kronzeuge trat der Polizei-Stabshaupt« mann Doskoöil auf, der den Verlauf der Kämpfe schilderte. Am 12. Feber nachmittags kam eine Polizei-Patrouille zum Quellen-Hof, von dessen Eingang aus sie beschossen wurde. Der Schutzbündler, der geschossen hatte, wurde mit dem Gewehrkolben niedergeschlagen und gefangengenommen. Er soll angegeben haben, daß der Schutzbundführer Spanner den Befehl zum Schießen gegeben hätte. Die Besatzung des Ouellen-HoseS schlug die Angriffe der Polizei ab, auch einem Panzerauto der Polizei gelang eü nicht, den Widerstand zu brechen. Am, nächsten Tag wurde der Quellen- Hof vom Schutzbund geräumt, doch blieb ein Teil der Schutzbündler im Hause und empfing die Polizei mst Schüssen. Bei den Kümpfen kam ein Schutzbündler ums Leben. Die Verluste der Polizei wurden nicht genannt. Im Geäude fand die Polizei 6 Maschinen« gewehre, 160 Handgranaten und 299 Gewehre. Die Angeklagten gaben zu, Schutzbündler zu sein, erklärten jedoch, nur als Generalstreikposten im Haufe gewesen zu sein. Nach dem kurzen Verfahren, welches bei Prozessen gegen Schutzbündler üblich ist, verurteilte das Gericht alle Angeklagten wegen des Verbrechens des Aufruhrs und zwar FranzBettinizu zwei Jahren, Wilhelm Schreiber, Rudolf Schneiderte und Eduard Czech zu je achtzehn Monaten und Alois Fikr und Johann Schleichberger zu je fünfzehn Monaten schweren Kerkers, vierteljährlich verschärft durch einen Fasttag, jedoch unter Einrechnung der Untersuchungshaft. PreuBler enthaftet Der Führer der Salzburger Sozialdemokraten Genosse Preußler, der nach den Feberkämpfen verhaftet worden war, imtrdc auf freien Fuß gesetzt. DaS Verfahren gegen ihn wird jedoch wei- Der Bankrat der Tschechossowakischen Ikationalbank hielt gestern seine ordentliche MonatSsitznmg ab. Dem vorgebrachten Geschäftsberichte entnehmen wir folgendes;'■ Die Wirtschaftslage im Ausland hat sich in der Mehrzahl der Staaten in der letzten Zeit infolge Belebung des JnlandSabsaheS und Einsetzens der Frühjahrssession gebesssert. Die Eingliederung der Tschechoslowakei in diesem ansteigenden WeltwirtschaftSprozeß nimmt in der letzten Zeit konkrete Formen an und wird auch durch eine erhöhte Tätigkeit auf handelspolitischem Gebiete gefördert. In dieser Tendenz bildet jedoch bisher einen Gegenstand der Schwierigkeiten neben den herrschenden Autarkiebestrcbun- gen die Frage deö Zahlungstransfers von tschechoslowakischen Exportförderungen. Die WirtschaftSentwicklung in der Tschechoslowakei im verflossenen Monatsabschnitt zeigte daS Bild einer grösseren Belebung, alS auf Grund rein faifonmähiger Gründe angenommen werden konnte. Die gesetzliche Herabsetzung des Goldgehaltes der Tschechoslowakische« Krone verlief im Wirtschaftsleben ruhig. Auf dem Einlagenmarkte konnte eine Zunahme des Vertrauens beobachtet werden; das Endergebnis der Spareinlagenbewegung bei den Geldanstalten gestaltete sich güitstiger. Die wachsende Liquidität im binnenländischen Zat.lungSver» tergeführt und Preußler vor Gericht gestellt weichen. Vas gestohlene Unser Parteiblatt als Organ der ,,Vaterländischen Front" Von Montag an wird in Linz das der sozialdemokratischen Partei gestohlene„Linzer Tagblatt" unter dem Namen„Neues Tagblatt" als Organ der„Vaterländischen Front" erscheinen. Hakenkreuz über Wien Heute vormittags war oberhalb Wiens ein weithin sichtbares Hakenkreuz zu sehen, das aus einem Material geferttgt war. wie eS bei der Erzeugung von.KinderluftballonS verwendet wird. Oberhalb des 2. Wiener Bezirkes explodierte das Hakenkreuz, doch kam niemand zu Schaden. ES wurde festgestellt, daß daS Ballon-Hakenkreuz mtS einem privaten heimischen Flugzeuge abge- tvorfen ivurdc. Verbote:„Der neue Wed“ „Die Unzufriedene“ Wie», 24. März. DaS Bundeskanzleramt hat die Berbreitnng der Zeitung„Der neue Weg", Erscheinungsort Brünn. Prag, sowie die Verbreitung des BlatteS„Die Unzufriedene", Erscheinungsort Prag, im Fnlande für die Dauer rinrS Jahres verboten. Oesterrclciilsclic Nazi-Gewerk schaft- freiwillig aufgelöst Wien, 24. März. Die Deutsche Getvcrkschaft, Fachorganisation deutscher Nationalsozialisten und Deusichnationaler für Eisenbahnbeamte und-Angestellte, beruft für den 22. April ihre Generalversammlung ein, in welcher die freiwillige Auflösung beschlossen werden wird, um— ivie angedeutct wird— die Schaffung einer einheitlichen Standeöorganisation der Eisenbahner zu ermöglichen. kehr nahm ihren Fortgang, wie nantentlich aus dem kräftigen Jnsolvcnzcnrückgang im Feber hervorgeht. In der Beschäftigung der Industrie machen sich An reichen einer gün- stigeren Entwicklung bemerkbar. In einer Reihe von Unternehmungen konimt rs zu einer mässigen Erhöhung der Angestellten- zahl oder zu einer Verlängerung der Arbeitszeit, dir früher stark eingeschränkt war. Dieser Prozeß ist vis jetzt nicht für alle Gebiete gleichmässig. EineBesserung deSAuf- tragSeinlaufes war sowohl a u S de m I n- wi e a u S dem AuS» lande zu beobachten, wo sich Interesse hauptsächlich für tschechoslowakische Qualitätswaren auch auf cntfcrntcren Märkten zeigte. DaS Geschäft auf der heurigen Frühjahrsmesse gestaltete sich g ü n st i g e r als in den früheren Jahren. Der Umfang der Eisenbahnbeförderung besserte sich. . Die st r u l t u r e l l c n Schwierigkeiten im Außenhandel dauern bis jetzt im ganzen an, doch ist in der letzten Zeit in d e n E x p o r t- brauchen eine regere Tätigkeit zn beobachten. Der Umfang des Außenhandels war im Feber größer als im Jänner, er ist jedoch bisher noch immer gering. Die gesamtstaatliche Lage in der Tschechoslowakei war im verflosseite» Monat int Durchschnitt u m ei n e n weiteren Grad Vesser alS im Vormonat. Halen Ist verloren Die tschechoflowakifch-polnischen Beziehungen haben im Verlaufe von drei Wochen eine wesentliche Verschlechterung erfahren. Alle Provokationen von Polnischer Seite sind durch die tschechoslowakische Oefscntlichkcit mit größter Ruhe und mit einer Nachgiebigkeit ausgenommen worden, wie sie nur selten zu finden ist. Der Bürgermeister von Polnisch-Tefchen greift die Tschechoslowakei in wüsten Beschimpfungen an, die halbamtliche„Gazetta Polska" solidarisiert sich niit dieser Hetze und schließlich schlägt eine Anzahl von Chauvinisten ausgerechnet die Fenster der tschechoslowakischen Gesandtschaft ein. Die tschechoslowakische Antwort daraus war folgendes: Am 18. März wird der Namenstag PilfudskiS in feierlicher Weise in Prag begangen. Am 19. März findet im tschechoslowakischen Rundfunk eine musikalische Feier zu Ehren dcS polnischen Marschalls statt. Am gleichen Tage wird in Preßburg von den Spitzen der Behörden eine polnische Studiendelegatton feicrlichst einpsangen. Die in Tschcchisch-Teschcn veranstaltete Gcgenkundgcbung war ruhig und würdig und hatte nichts gemeinsam mit jenem wilden Fanatismus, der in maßgebenden Kreisen jenseits der Olsa zu finden ist. All dies sind Beweise nicht nur für die Verschiedenheit politischer Kultur in zwei Nachbarstaaten, sondern auch fiir eine unglückliche und nicht erwiderte tschcchoslonrakische Polen- Liebe. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Polen und der Tschechoslowakei Ware im gegen- Ivärtigcn Zeitpunkt notwendig und günstig für beide Teile. In politischer Hinsicht würde das faseistische Deutschland an seiner Ostgrcnze aus eine einheitliche gegnerische Frönt stoßen und in wirtschaftlicher Hinsicht ließe sich ein Teil deö tschechoslowakischen Ueberseohandels über den polnischen Ostseehafen abwickcln. Diese Zusam mcnarbeit ist aber begraben durch die Politik Pilsudskiü und BeckS, durch den Friedensschluss mit denen, welche allein die polnische Unabhängigkeit bedrohen. Diese sogenannte polnisch, deutsche Freundschaft erscheint um so mehr alS Heuchelei und Mache, als man sic fortwährend in den lautesten Tönen in alle Welt hinanSbläst. Niemand glaubt cs, wenn Hitler und die Seinen auf den Korridor verzichten oder wenn dec nationalsozialistische Senatspräsident von Danzig im polnischen Rundfunk eine polenfreundlichc Rede hält. Nur in Warschau sicht man nicht, daß man sich mit dec neuen außenpolitischen Schwenkung sein eigenes Grob gräbt. Jin Hintergrund dieser polnischen Politik steht die Rosenberg- Pilsudskiadc einer Eroberung der Ukraine und der alte Traum eines polnischen Reiches von der-Ostsee bis zum Schwarzen Meere. Diese gefühlsmäßigen Momente haben die polnischen Politiker der Pilsudskischulc dazu veranlaßt, die„Verständigung" mit Deutschland herbeizufiihren, die tatsächlich eine Unterordnung Polens unter die imperialistischen Ziele Hitlers bedeutet. Die Zersprengung deS„feindlichen Blocks uin Deutschland", die Strcscmann durch eine betonte Annäherungspolitik an Frankreich erreichen wollte, wird von der Diplomatie des dritten Reiches mtt umgekehrter Vorzeichen fortgesetzt. Mit dem Unterschiede aber, daß diesmal Deutschland einen schwächeren Gegner findet und daß das französische Bündnis- systein einen kleinen Sprung aufzuwciscn beginnt. Diese polnisch-deutsche Entente, an deren Zustandekommen vor einem Jahr kein Mensch gegclaubt hätte, bildet einen wesentlichen Bestandteil der großen Veränderungen in der europäischen Polttik, welche von der französischen Publizistik die„diplomatische Revolution" gc- namtt werden. Bciin Nichtangriffspakt blieb eß nicht stehen, jede Woche kommt cü zu einer neuen „Um einen«eiteren Grad besser“ Der Bankrat über die wirtschaftliche Lase 25. W8rn«KW die den wo Bergarbeiter-Organisationen vorlie- Anfgaben für int Sinne einer betonenden Lr- abge- st a t t» Revierkonferenz In Ostrau argen die Unternehme rfordcruugen Mähr.-Ostrau, 24. Man. In der heutigen Revicrkonferenz deö BrrgarbeitervcrbandeS in Mähr.-Ostrau wurde der Antrag der Untcrneh- merverircter, neben dem Wechselurlaub weitere Entlassungen vorzunehmen, abgclehnt. In der an- gmommenen Entschließung heißt eS, daß seit Anfang 1931 bis Ende 1933 der Stand der Belegschaften um 10.876 herabgesetzt wurde und daß weitere Entlassungen furchtbare Folgen haben würden. Bekanntlich lauft Ende März, bezw. Ende April d. I. das Abkommen zwischen den Unternehmern und den Bergarbeitern des Ostrau-Kar- viner Reviers ab, laut welchem Wechselurlaube cingcführt und die Entlassung von Bergarbeitern, mich Einzelcntlassungcn aufgehoben wurden. Ueber diese Angelegenheit wurden bereits Verhandlungen geführt, die Konferenz mit den Gewerken wurde aber bis zu dem Zeitpunkte verlegt, in welchem das Ergebnis der Beratungen der einzelnen M WM gen wird. Netze gegen die Republik »Das Echo" nennt sich ein überaus klägliches, wohl von der österreichischen Regierung subventioniertes Sudclblatt, das, als Hyäne aus dem Schlachtfcldc der blutigen Wiener Fcbertagc, seit Anbruch der christ-katholischen Diktatur erscheint. Wir konnten scststellcn, daß das Blatt im Gebiet der Republik in nicht unerheblichen Mengen Vertrieben wird, trotzdem dieses üble Echo eines ebenso üblen Terrorregimes in jeder Nummer eine beispiellos freche Hctzegcgcndie Republik betreibt. In seiner Nummer vom 21. März findet sich tviederum eine Sudelei, in der anläßlich einer Polemik tgegen ein Prager Blatt„vomalten hussitischen Hatz gegen Wien" gesprochen und behauptet wird, daß die Entösterreichcrung Wiens„d u r ch P r a g und s eine bekannten Protektionskinder seitdem Kriege mit allen Mitteln gefördert" worden sei. Führung stehende Zwangsorganisationen erseht. Damit verloren die Angehörigen solcher Berufsstände das Recht, sich frei für die Zugehörigkeit zu einer Organisation entscheiden und ihre Interessen selbständig vertreten zu können. Insbesondere verfolgt der Deutsche Lehrerbund im tschechoslowakischen Staate als unpolitische, freiheitliche und demokratische StandcSver- cinigung dieseBorkommnisseinOester, reich, um so mehr, als die deutsche Lehrerschaft unseres Staates>nit der fortschrittlichen Lehrerschaft Oesterreichs bis zum Umstürze in dem seinerzeitigen unpolitischen Deutschöstcrreichischen Lchrerbunde in gemeinsamer Arbeit vereint für die Freiheit der Schule und die Rechte der Lehrerschaft gekämpft hat. Mit tiefer Anteilnahme erfüllt sie das Schicksal jener Männer, deren Ruf als Schulmänner und Lchrerführer weit über die Grenzen ihres Staates hinausreichte. Die dargelegten Verhältnisse bieten dem Deutschen Lchrerbunde neuerlich Anlaß zu der Erklärung, daß er nur in der freiheitlichen Demokratie und in dem Fernhalten jedes den Fortschritt hemmenden Einflusses auf das öffentliche Schul» und Erziehungswefen die Gewähr für eine ruhige und ungestörte kulturelle AuswärtS- rntwicklmig erblickt. Der Deutsche Lehrerbund im tschechoslowakischen Staate bleibt»ach wie vor die von dem freien Willen seiner Mitglieder getragene Stan- desvereinigung. die unabhängig von parteipolitischer Einstellung die Rechte der deutschen Schule und Lehrer vertritt. Ihm gilt die auf innerer Ueberzcugung gegründete Gesinnung seiner Mitglieder als Richtschnur des Handelns. Nur die ans eigener Erkenntnis erworbene Ucbercinstim- mung seiner Mitglieder mit den Zielen und Wegen der Organisation gibt dieser Festigkeit und innere Geschlossenheit. Nicht Zwang, sondern selbstgewollte Einordnung des Einzelnen in das große Ganze werden den Deutschen Lehrerbund befähigen, auch weiterhin seine Schule, Stand, Volk und Staat aufbauenden, das Gemeinsame beit zu erfüllen. . daß bei Abschluß eines lei ihre Bedingungen fiel» einem gewissen als ertrag i e n e i n s ch lä- Hinblick aus die große Zahl der in Frankreich arbeitenden Polen etwa? zu ungeschickt, aber wer sich soweit in einer gegen die Interessen Frankreichs gerichteten Politik vorgewagt hat, für den gibt es kein Zurück mehr. Dazu mutzten die Männer um Piliudski von der Bidlfläche verschwinden. Polen ist verloren, zunächst für seine Der- bündeten. die ihm bisher die staatliche Existenz garantierten..Polen ist selbst verloren in seiner ng und in seiner Hoffnung auf die frag- ..deutsche Freundschaft". Daß der Mar- lsudski sich früher einmal Dcrdicnste um k erworben hat. das läßt sich nicht be- . Heute ist er der Wegbereiter der vierten Polens geworden. nommen zu werden, aber„für die Beurteilung der I Uebertretung des Terror» kommt es eigentlich nicht daraus an. ob der Bedrohte einen Anspruch auf eine Leistung, Unterlassung u. dgl. bat, sondern entscheidend ist eS, ob der Täter(in diesem Falle die Beamtin), resp. der Dienstgeber ein Recht auf jene Handlung hatte, die durch den Druck erzwungen werden sollte!" „Und da muß gesagt werden," fährt daS Oberste Bericht fort,„daß eS im konkreten Falle unberechtigt, bzw. recht-widrig war, wenn der Dienstgeber seine Bereitschaft, den Antrag der Arbeiter auf Ausmchme in die Arbeit anzunehmen, von einer Handlung abhängig machte, die zu verlangen er von den bedrohten Brlvcrben nicht berechtigt war. Der Grund der Strafbarkeit der .Handlung nach 8 1 des Terrorgesetzes ist e b e n s o wie der Grund der Strafbarkeit der Erpressung nicht die Recht-Widrigkeit de« vom Täter angcwcirdcten Mittels, sondern die Rechtswidrigkeit de» Anspruches, welchen der Täter dadurch geltend macht." Tas Gericht erioahnt dann die schtvierigen lvirt« schakrlichen Verhältnisse zur Zeit der Tat(Oktober 1932). die Arbeitslosigkeit und die dadurch begrün« derc Notlage der von der Täterin bedrohten Arbeiter und verweist schließlich darauf, daß eine Drohung nicht mir in einem erregten Gespräch, sondern in aller Ruhe und eben darum um so wirksamer ausgesprochen werden kann. Das Oberste Gericht bezeichnet den Freispruch der Egerer al- materiell und formell völlig verfehlt. ES ist wohl nickst nötig, dieser vorzüglichen und außerordentlich bedeutsamen Argumentation des ticheckostowakischen HöchstgerichtcS etwas hin- zuzufügen. Das Urteil verdient cs, über den Kreis der für diese Fragen interessierten Juristen hinaus der weitesten OeffentliÄeit bekanntgegüben zu werden. Dr. Egon S ch w e l b. Gewerk,'chast a d l e d u t r, Arbeit n i onung der voliiijck, dentjlhen tau gründet eine deutsch.Pol. e. man spricht deutsche Mi» , die wegen Verbrechen gegen polnischen Staates angeklagt schickt Prof. Evbichowski zur der?lkadcmso ft'ir deutsches neu Vortrag mit»Heil dski" schließen. Der Deutsche Lehrerbund gegen den Fascismus Der Ausschuß de- Deutschen Lehrerbundes in der Tschechoslowakischen Republik hat in seiner letzten Sitzung folgende Entschließung gefaßt: In der letzten Zeit wurden in Staaten mit autoritärer Regierungüform freie Bcrufsver- ten, gerade bei Herrn Lobkowiez in Arbeit mifge-^cinigungen aufgelöst und durch unter staatlicher i(lucht c au S. S mH cgorverrer vor einiger Zeit af: inBrür zur Kenntnis gebracht: r haben ftrti im Cftibu die Slrbcii auf einem .'»dkowicz gehörigen .werke bei in der ofk grotesken Bet ..Freundschaft". M uische Presseentenrc derheiiSangehörige. die Sicherheit des waren, frei, man Fesweriammlung Recht und läßt ihn’ci Hitler" und. Heil Pili» Wahrend dies auf der einen nimmt Polen gegen die Meine Ei gesprochen unfreundliche Stellun dem Verhältnis zu Frankreich allen offiziellen Gegenerklärungen Man hütet sich zwar, Frankreich Politik der Nadelstiche auzuwende Ne Arbeiter sind nicht vogelfrei! Eine grundsätzliche Entscheidung des Obersten Gerichtes läge des..Nazdar" druckt), der~ gegeben richte in Dilin fertigten greife letzt haben. Da Gründen u. a., „ES ist zwar zuzug ArbcitSvcrtrageS jede Parti len kann, aber dieses Rech» ist bis zu Grade insofern beschränkt, Bedingungen der v schließenden Darre guten Sitten und den gigen Bestimmungen dergeltenden Gesetze nicht widersprech en. zu denen insbesondere st 1 des TcrrorgcsctzeS zu zählen ist. Die Bedingungen, die der Dienstgeber stellt, dürien allo nichr einen derartigen Charakter haben, daß sie den arbeitsuchenden Dienstnehmern zu einer Leistung. Duldung oder Unterlassung nötigen, die zu fordern der Dienstgeber kein Liecht hat. Die Bedingungen dürfen insbesondere nickst aus nationalen, religiösen oder politischen Motiven bervorgeben... „Venn da? Urteil(der unteren Instanzen? einfach sagt, daß die bedrohten Arbeitsuchenden „kein Recht auf Arbeit batten", so ist es notwendig^.- H. Obersten Berichts daß alle wesens s p r u ch< einen chenden Erwerb hab en, ne auf der anderen T durch ordentliche Arbe ser ideale Anspruch auf, Arbeit bat bis zu einem gewissen Grad auch rechtliche Regelung erlangt, vorläufig allerdings vorwiegend im Gebiete des öffentlichen Recht- lz. D. durch die Gesetze über die staatliche Arbeitslosenunter- itützung und über die produktiv« Arbeirilosenfür- sorge durch Notstandrarbeiten). Darum kann gesagt werden, da ß^ der Anspruch auf Arbeit gegenüber I dem staatlichen Kolke k^ivum vom öffentlich-rechtli ch en 2 t a n d- punkt ohne Zweifel auch ein Rechtsanspruch ist." In weiteren sage daS Oberste Bericht, daß die beiden Arbeiter gewiß keinen Anspruch darauf-hat- — wir folgen wörtlich den Gründen de» zunächst hervorzuheben, Bürger eines Staats- » einen idealen An» auf Arbeit und aus zum Unterhalts inrei- ebenso wie ieite die Pflicht haben, fich it zu beschäftiget:. D i e- Tic Union der Br und zwei ihrer Mitglieder haben den folgenden Ta vom 21. März 1934 Nichtigkeitsbeschwerde und ausgesprochen, daß die Grund Brüx durch den ungerecht- uch der Beamtin daS Gesetz ver- < Oberste Gericht führt in den auS: iwar zuzugeben. Scho« am 10. April kann Dir ein$aiu>ttreffce zufallen, wenn Du rechtzeitig Lose der Ardeiterfürsorge kaufst! 9tut 8 Kl! r z Dir beiden Arbeiter 1932 um Aufnahme in dem Ferdinand Zdenko L Schacht beworben und fich zu diesem »er Beamtin Margarete Eg r re Zetirraldircktion in Bilm gemeldet. Dir genannte Beamtin sagte daß nur Betracht der ch r i arbeite der Arbeiter l o i. sagt be»>schs»zialrn »cn. und al» er auch die» Narre fir ibm, daß er bekomme« könne. Dem anderen Arbeiter ging es ähnlich. Als er ans dir Frage der Beamtin sagte, er sei§ o- zialdemokrat, erklärte fie, fir könne ihm einen Anfnabmefchein nicht geben. Wenn er anf- »rnommen werden wolle,«iissr er der ch r i st- i lich>»zielen Gewerkschaft beitreten. Tic Sracusonwalifcdaft in Brüx erhob gegen l die Margarete Egerer beim Bezirksgerichte in Bilin Anklage' wegen Übertretung des Tcrrorgcsctzcs. Das Bezirksgericht in Bilin als erste Instanz und daS Äreisgerickn Brüx als Berufungsgericht Haven die Beamtin f r e i- gesprochen auf Grund der Zeugenaussage'•ci Zentraldirettors Emil TomäS und in) der Erwägung, daß den Arbeitern ein Recht auf I die Ausnahme nicht zustand, die Beamtin nicht! enrfcheidungSbercchtigt war, die Unterredung im ruhigen Ton geführt worden ist u. dgl. Tie Gencralvrokuratur erhob dagegen die! Nichtigkeitsbeschwerde zur Wahrung des Gesetzes.I Tas Oberste Gericht in Brünn hat nun mit der! in ihrer juristischen Argumentation ebenso wie in der moralischen Fundierung gleich ausgezeichneten Entscheidung vom 12. Dezember 1933, Im. I 995/33—4, die jetzt bekannt wird(sie ist in der Zeitschrift„Rozhledy soziälni a prävni". Bei de« einem der Arbeitsulbrnden. solche Arbeiter in! k o mm r«. dieMitglirder stlichsozialr« Berg, rorganisatio« find. Als erwiderte, er lei konfrssionö-I ibm die Egerer, er möge fich bei der\ anmel- j er ch t 56 N.M. de Jong: IleJfftde (m. 3Uman in vier(pisoäen Autorisierte Ueberseünmg aus«fern Holländischen von E. R. Fuchs. Ich werde den Kampf nicht aufgeben und ich werde siegen oder untergeben, doch weichen nielmalS! Krone und Ge walt habe ich von Gottes Gnaden durch meine Abstammung erhalten und ich habe sie erhalten, um mit all nieincn Kräften für daS Heil des Landes und Volkes zy wirken. Meine Menschcnfreihcit, mein Mcuschenglück habe ich deshalb zur Seste geschoben... nach schwerem Kampf und größerem Leid, als ich sagen kann. Warum sollte ich dulden, daß andere in ungezügeltem Verlangen nach persönlicher Freiheit und persönlichem Glück vernichten, was meine Väter in jahrhundertelangem, selbstaufopserndem Tun und Streben ausgebaut haben? Hat der niedrig Geborene mit all seinen Vorrechten auch noch daS Recht, die Welt in ein Ehaoö zu verwandeln, nur weil es ihm beliebt, frei von allen Banden zu leben? So lange ich eS verhindern kann, wird es nicht geschehen. Auch diese harte Pflicht, die daS Königtum mir auferlegt, werde ich bis zum Acußersten erfüllen. Ich werde von der Ausrottung der revolutionären Bewegung nicht früher ablasscn, bis wieder Ruhe und innerer Friede im Lande herrschen, bis die Menschen zum Bcivußtsein ihrer Pflicht dem Staate und der Gesellschaft gegenüber zurückgefundcn haben, zur Pflicht der Unterordnung und dcS Gehorsams, zur Pflicht der fleißigen Mitarbeit am Bestehen der Gemeinschaft, bis jeder auf seinem Platz, hoch und niedrig, seine persönlichen Träume und Wünsche, dem Wohlsein aller opfert. Und dabei fordere ich von niemandem mehr als von mir selbst, Peter Zanzi... darauf kann ich dir mein Ehrenwort geben." Peter Zanzi hatte ihn kein einzigeSmal unterbrochen. Er lehnte am Tisch, beide Hände hinter sich an die Stenten gepreßt, wiegte leicht den Ober« lörpcr und hielt die Augen geschlossen. Ein schmerzlicher Zug lag auf seinem bleichen Gesicht. Als der König verstummte, blieb es still. Nach einer Weile fragte dieser: „Warum antwortest du nicht?" Peter öffnete langsam die Augen und blickte ihn an. Dann sagte er in mildem Tone: „Was soll ich dir antworten, Bruder?" Erstaunt sah der König auf. „Du nennst mich Bruder?" „Warum soll der eine Mensch den anderen nicht Bruder nennen... über den bodenlosen, unüberbrückbaren Abgrund hinweg, der sie trennt?" fragte Peter traurig.„Ich habe nur noch wenige Stunden zu leben. Ich. kann dich kaum mehr als Widersacher betrachten. Ich kann nicht annehmeu, daß du einem Sterbenden Komödie vorspiclst. Ich glaube aU deine» Ernst und ich bin betrübt. Ich bin von einer Art Schtvindel befallen und im Unflaren. Es Iväre so viel, das uns vereinen könnte. Soviel, worüber lvir gleich denken. Aber da steht hier dieses Mißverständnis zlvischen uns, das uns allezeit trennen wird: dein Glaube an deine AuScrwähltheit, an deine mystische Getvalt, die die Gesellschaft so eingerichtet sehen WA, wie sie ist und nicht anders... die ewige Binde vor den Augen." „Die heilige Basis jeder Gemeinschaft, die »licht in eine, Arena voll wilder Tiere auSarten will." „AVer diese Gcineinschaft ist schon lange zu einer Arena entartet, in der die Wölfe die Schafe jagenl Fressen oder geftessen werden... so hast du es einmal selbst gesagt, und dann erstauntest du, daß ich nicht zu jenen gehören wollte, die fraßen." „DaS»var zu einer Zeit, als ich noch nicht zu mir selbst gefunden hatte, als ich die großen Zusammenhänge»roch nicht sah. Doch etlvaS daran bleibt immer wahr,»veil die Natur unausrottbar sst, auch im Menschen und in der menschlichen Gesellschaft. And du. der du nicht zu jenen gehören wolltest, die fressen... fühlst du dich nun glücklich, daß du gefressen wirst?" „Fast hätte ich dich gefressen," antwortete Peter mit harmlosem Lachen. "Fühlst du dich glücklich,»veil du mich nun fressen wirst?" Der.König öfsneie den Mund zur Antivort, bedachte sich aber, schwieg und begann wieder, in der Zelle auf und ab zu wandern.„Es ist alles zwecklos," sagte der Verurteilte mit tiefem Seufzen und breitete die Arme aus, um sie mit mutloser Bewegung schlapp wieder au seinen Leib fallen zu lassen.„Wir können einander nicht nahe kommen. Ich nehme an, daß deine LcbcnSanschauung ehrlich gemeint ist und daß du ihr gemäß lebst, Also muß ich sie an dir respektieren,»venn ich sie auch noch so sehr hasse, da ich weiß, daß sie die Menschheit niemals glücklich machen kann oder das Leben aus den würgenden Händen aller Art Unterdrückung befreien; da ich auch weiß, daß sie aus niedrigstem Eigennutz täglich mit heuchlerischem Gesicht mißbraucht wird, um die dumme Masse dumm zu erhalten, u»n das Volk deiner Peitsche gefügig und untertänig zu machen. Du nimmst an, daß ich cS mit meiner Lebensauschauung ehrlich meine, und du willst sie an mir respektieren, loielvohl du überzeugt bist, daß sie töricht und von verbrecherischen Elementen mißbraucht wurde, um Staat und Gesellschaft zu untergraben, die Welt in ein Chaos zu stürzen und die Menschen unglücklich zu machen. WaS hat es für einen Sinn, darüber zu sprechen? Was nützt es, wenn ich sage, daß deine Anschauungen s sich überlebt haben, daß aber«reine Ideale alle Dämme durchbrechen werden, daß sie dich mit alle»» deinen Anhängern, mit all deiner Macht und KöuigSherrlichkcit, mit all deiner Berufung und Auserwähltheit, mit deiner ganzen mächtigen FreundcSschar von Fabrikanten, Kaufleuten, Bankiers und Großgrundbesitzern besiegen werden und aus der menschlichen Gesellschaft hiuwcgfegen, wie eine gelöste Aufgabe auf einer Schultafel abgelöscht wird? Das schivache Büchlein revolutionären Denkens, gegen das ihr tagtäglich neue und höhere Dämme aufivcrftl Wenn ich cS dir nur begreiflich machen könntcl" „Wenn ich dir's mir begreiflich machen könntcl" seufzte der König. „Wie oft habe ich dasselbe dir gegenüber ge- dachtt Könnte ich ihm nur begreiflich machen, wie fürchterlich er irrt! WaS könnte ich nicht alles aus ihm machen t WaS könnten wir vereint nicht alles zustandebringcn in bezug auf das Bolkt Denn ich hege, trotz allem, doch eine große Bewunderung für dich, Peter... in dir schlummern große Begabungen, aber du hast deine Talente verzettelt. Ich habe deine LebcnSgeschichte gelesen. Ich weiß nicht, ob sie vollständig ist. Aber ich war verblüfft über deinen Mut, deine Ausdauer, deine Durch« sehungSkraft und dein Organisationstalent. An dir ist ein Held und großer Mann verloren gegangen." „Nichts ist verloren gegangen," widersprach Peter ruhig.„Ich habe meine Talente gut ange» wandt. Ich Ivar Pflüger und Sämann. Und eure Bemühungen, die ausgehende Saat auözurotten, werden eine reiche Ernte nicht verhindern. Ich werde die Ernte nicht mehr sehen, doch daS kümmert mich nicht. Wir alle, Pflüger und Sämann der Revolution, ivissen, daß wir unsere Ernte nicht sehen werden. Aber»vir haben Freude an Arbeit und an dem Bewußtsein, daß spätere Geschlechter die Ernte, die wir vorbcrciten, glücklich machen wird." MorÜeduna-tolattzs 9h. 71 Donntog, 25. März 1931 CMfeS Ministerrat Unterbrechung der Verhandlungen während der Feiertage In der Freitag-Sitzung des Ministerrates wurden die RegierungSentwüsfe über die Zoll« begünstigungen für die Einfuhr von Maschinen und Apparaten und über die Pflichtimpfung von Angehörigen der Armee und der Gendarmerie gegen ansteckende Krankheiten angenommen. Angenommen tvurdcn nachfolgende Entwürfe von Regierungsverordnungen: Ueber die Ergänzung der DurchführungSvorschriftcn betreffend die internationalen gemischten Schiedsgerichte, die nach den Bestimmungen der Friedensverträge errichtet worden sind; über die Einrechnung des weiteren aktiven Militärdienstes, der im Längcrdienendcn« Verhältnis zugcbracht ivurde, fiir die Erhöhung des Gehaltes(TageSgcldcS) und über die Wirksamkeit und Durchführung des Gesches über die Einrichtung und die Kompetenz der Bergbehörden sowie über die Festsetzung der Bezirke und Sitze der Rcvicrbergbchörden in der Slowakei und Kar- pathorußland. Gleichzeitig wurden die beteiligten Ressorts beauftragt, die Frage der Gesamtrcorga- nisation der Bergbehörden im Lande Böhmen und Diährcn-Schlesien, zu verfolgen und die Borbcrei- iung des entsprechenden Entwurfes der Regie- rungsverordnung zu beschleunigen. In Anbetracht der Resolution, die durch den Landwirtschaftlichen Ausschuß der Abgeordnetenkammer am 15. März 1934 beschlossen ivurde, wurde weiters der Entwurf einer Regierungsverordnung nach dem Ermächtigungsgesetz über die Regelung der Anlegung von neuen Hopfengärten im Jahre 193-1 genehmigt. Genehmigt ivurden die ergänzten Durchfüh« rungsvorschristcn zu Artikel 24 des Finanzgesct- zes für das Jahr 1934, die im Interesse der Sicherung der grössten Sparsamkeit in allen Zweigen der Staatsverwaltung die Zusammcn- setzmig der vorläufigen Monatscvidenz der Zahlungen aus den Budgetposten regeln, uzw. bis Schluß des Jahres 1934. Genehmigt wurden die Maßnahmen, die dazu notwendig sind, daß die Zentralfozialversichr» rungSnnstalt kni Rahmen ihres Gesamtprogramms Anleihen bewilligen könne,-respektive die In- vcstitionSanlkthen an die staatlichen Meliorations-, ElektrifizirrungS- und Strastensondö erhöhen könne. Verlängert wurde daS Sozialabkommen mit Deutschland, daS die Unterstützung der durch Rot bclrofsrnr» Staatsbürger anbetrifft. Im Ministerrat ivurde weiters Bericht er« stattet über den Fortgang der Beratungen in den intenninistcriellen SubkoinitecS, die die Vorschläge für die Erledigung dringlicher Fragen vorbereitcn. die in den Komplex der kommenden parlamcnta- rischen und aktuellen RegierungSarbciten fallen. Es wurde zur Kenntnis genommen die Mitteilung des Finanzministers, daß er im Sinne dec durchgeführten Beratungen im Einvernehmen mit dem Handelsminister eine Kundmachung über die Pauschalierung der Umsatzstcucr bei Textilien auögcgc- ben werde, uzw. mit Wirksamkeit ab 1. April d. I. ES lvurdc ein Ministerkomitee für Fragen die Karpathenrußland betreffen, gebildet. Für die namens der Regierung bei den Feierlichkeiten der Proklamierung deö Friedens dcS Tschechoslowakischen Roten Kreuzes am Karsamstag, den 81. März 1984, abzugebende Kundgebung Ivurde der Unterrichtsminister delegiert. Schließlich lvurde die Tagesordnung der Bec- waltungS, wirtschaftlichen und Personalangelcgcn- hcstcn erledigt. Die Entscheidung über eine Reihe von Vorlagen wird erst in der nächsten Zejt gefällt werden. Es handelt sich vor allein um das Bctriebs- stillegungSgeseh, den Schutz der Kollektivverträge und um die Frage der Milchbcwirtschaftung und dcS Holzstzndikatö. DaS Ministerium für soziale Fürsorge beschäftigt sich weiter mit den» Gedanken der Jugend-Arbeitsgemeinschaften. Impfzwang Im Heer and in der Gendarmerie In der Freitag-Sitzung des Ministerrates wurde u. a. der Regierungs-Gesetzentwurf über die obligate Impfung von Angehörigen des Heeres und der Gendarmerie gegen infektiöse Krankheiten genehmigt. Nach diesem Gesetz sollen alle den Militärpräsenzdienst oder die militärische Ausbildung antretenden Personen verpflichtet sein, sich der Impfung hegen Blattern zu rmterziehen. WeiterS sind alle Rilitärpersonen im aktiven Dienst verpflichtet, sich gegen BauchtyphuS und Paratyphus, gegebenenfalls auch gegen andere Krankheiten in dem vom Nationalverteidigungsministerium festznlegenden Umfang impfen zu lassen. Schließlich regelt der Gesetzentwurf die Impfung von Militärpersonen während dec Mobilisierung und im Kriege. Der Impfzwang soll sich auch auf die Angehörigen der Gendarmerie beziehen. Die Präsidentenutahl. Zu der Nachricht einiger Tageszeitungen vom 24. März, daß die Negierung im Einvernehmen mit den Präsidien beider Kammern der Nationalversammlung einige Entscheidungen über die Dispositionen für die Wahl deö Präsidenten der Republik getroffen habe, wird vom Präsidium deS Abgeordnetenhauses bekanntgegeben, daß diese Nachrichten vorzeitig sind und daß die entsprechenden Entscheidungen nach der Beratung der Regierung mit den Präsidien beider Kammern der Nationalversammlung veröffentlicht werden. Jahr i 81.089.4» . 148.419.45 dem föc- Kt 5.000.— 1.300.00 1.000.— 900.— 1.103.65 183.— 2.000.— G07.70 8.188.20 407.— 1.500.— 1.500.— 500.— 700.— 1.050.— 1.400.— 3.036.30 796.— 1.715.— 2.020.— 20.— 1.000.— mau der Gerechtigkeit freien Lauf lassen müsse. Schließlich traf die Kommission mit 31 gegen 4 Stimmen ihre Entscheidung. Neue Obduktion Auf dem Friedhöfe von Ehamonix wurde heute der Sarg Staviskis exhumiert und nach Paris übergeführt, wo der Leichnam einer neuerlichen Sczierung unterzogen werden wird. Selbstmord Prlnc.es ausgeschlossen Der Untersuchungsrichter hat nunmehr den endgültigen Bericht der Aerzte, die die zweite Obduktion der Leiche des bei Besancon tat aufgefundenen Gcrichtsrates Prince vorgcnommcn haben, erhalten. Dieser Bericht schließt die Möglichkeit eines Selbstmordes völlig aus. Gerichtsrat Prince hat durch den über ihn hinwcgfahren« den Zug den Tod erlitten, doch wurde er in betäubtem, bewußtlosem Zustande auf die Schiene» gebunden. Aus dem Heer aussestoBen General de Fourtou, der, wie bekannt, der i Teilnahme an den Betrügereien Stavisliü ücschul- i digt wird, wurde heute offiziell aus dem Armeeverband ausgeschlossen und des Gcneraltitelö I für verlustig erklärt. Petition Bernheim vor der oberschlesischen gcmischlcn Kommission Kattowitz, 24. März.(Pat.) Die obcrschlc- sische gemischte Konnnission beendete die vertrauliche Diskussion über die Ereignisse, die seinerzeit große Ausmerlsmnkeit hervorricseu. Es handelte sich um die Beschwerde Bernheims, die dieser an den Völkerbund über die Verletzung der in der Genfer Konvention festgelegtcn Minorität-rechte durch Deutschland gerichtet hatte. Bernheim, der deutscher Staatsbürger jüdischer Herkunft ist, wurde in den Tagen des antijüdischcn Boykottes der deutschen Nationalsozialisten aus einem Wa- renhause in Glciwitz entlassen. Er forderte von der deutschen Regierung Entschädigung. Die Petition Bernheims wurde über Antrag des irischen Delegierten Lester vom Völkerbund der gemischten oberschlesischen Kommission zur Entscheidung überwiesen. IV. Spenden-Ausweis für vir Helden der österreichischen Kämpfe. Von den Bezirksorganisationen: Aussig.. Dobrzan... Dux.... Eger.... Graslitz Ka plitz... Komola». JP.. Mährisch. Schönberg. Mährifch-Trubau. Neubistritz... Neudek... Neutitschein.. Bilsen... Podcrsam... Saaz.... Sternberg i. M... Teplitz... Warnsdorf... Zwittau... Diverse Spender.. Otto Wehner Oltnwih. Unbekannt... Dritte Sezleruns der Leiche Ein General degradiert Pariö, 24. März. Die Juwelen Staviskis, die einen Wert von 10 Millionen Franken haben, wurden in der Sutton-Pfandleihanstalt gesunden und von der Polizei beschlagnahmt. Auf diese Pretiosen Ivurden 8000 Pfund Sterling auübe» zahlt. Sie ivurden auch unter verschiedenen Namen verseht, u. a. auf den Namen der Frau Ro- magni, der Gattin des verhafteten Sekretärs Staviskis. Deputierte vor Gericht Justizminister Cheron hat dem Pariser Gericht die Aussagen von vier Parlamentsmitgliedern, und zwar der Deputierten Hulin nnv Proust und der Senatoren Puis und Odin übermittelt. Der Oberstaatsantvalt ivird darüber entscheiden, ob sie gerichtlich verfolgt werden sollen. ES verlautet, daß zu diesen vier Parlamentsmitgliedern in der lommenden Woche wei- tere hinzukommcn werden, insbesondere der ehemalige Minister Dalimier. Dieser Entscheidung der parlamentarischen lintersuchungSkommission ging eine stürmische Sitzung voraus, bei tvclcher der Vorsitzende ver Konnnission Guernut infolge Entkräftung das Bewußtsein verlor und durch dcu stellvertretenden Vorsitzenden ersetzt tvcrdcn mußte. Zahlreiche KommissionSniitglieder erhoben zuerst Einlven- dungen, doch siegte schließlich die Meinung, das; Bereit» ausgeiviesen Gesamtsumme 174.508.90 Staviski’s Juwelen in London gefunden Geheime Organisation de»„Reichsbanners Schwarz-rot.gold" entdeckt Bremen, 21. März. Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: Wegen Fortsetzung der Organisation„Reichsbanner Schwarz-rot-gotd"* ivurden hier 18 Personen festgenommrn. Die monatelan« gen Beobachtungen haben festgestcllt, daß diese Leute sich zusammcngeschlosscn haben, um die verbotene Rcichbannerorganisation unter Anwendung raffiniertester Tarnung tviedcr aufzuziehen. Jn- ! folge deö überraschenden Zugreifens der Bremer Polizei gelang es, umfangreiches BclaftungSmate- rial zu beschlagnahmen, u. a. tvurdcn Hetzschriften aus dem Auslände. Geheimtinten, Deckadressen, militärische Ausrüstungögegenständc, Uniformen und Waffen gefunden. stie Kommentare zu fcanhceidn Hbrüslungsnole Lord Eden nidit penhnisHtdi Bradford, 24. März.(Reuter.) Großsiegelbewahrer Eden, der am gestrigen Abend hier eine große politische Rede hielt, erwähnte auch die französische Note über die Abrüstungsfrage. Er erklärte zwar, daß cö ihm nicht zustche, die Note zu kommentieren, ersuchte aber seine Zuhörer, nicht übereilt zu urteilen, daß vielleicht alles verloren wäre. Wie verlautet, tvird die britische Regierung in Zäldc die französische Regierung ersuchen, nähere Aufklärung über die Bürgschaften für die Durchführung der vorgescklagciren AbriistungS« konvcntion, die von Frankreich als unerläßlich bezeichnet werden, zu geben. USA ihr Konsuitativpakt Washington, 24. März.(Reuter.) Gestern Ivurde im Weißen Hause erklärt, daß der Beitritt der Vereinigten Staaten zum Konsultativpakt als die äußerste Grenze der Möglichkeit anzuschen ist, in der sich die Bereinigten Staaten an dem europäischen SickcrhcitSabkommen beteiligen könnten. Genf wieder optimistisch Genf, 24. März. Der Inhalt der französischen Antlvortnotc an die englische Regierung über die RüstungSfragen hat in Genf einen gewissen O p t i m i S m u S hcrvorgerufcn. der sich auf die Möglichkeit einer weiteren»Arbeit der Allgemeinen AbrüstungSkonserenz bezieht. Angriffe aus Derfln Berlin, 21. März. Die französische Note wird von der deutschen Presse lebhaft kommentiert. Schon lange hat die deutsche Presse mit der französischen Stellungnahme in nicht so aggressiven Ton wie in diesem Falle polemisiert, bezeichnend für diese Potemil ist, daß die deutsche Presse nickt im geringsten bestrebt ist. die Behauptung der französischen Note in der Beziehung zu entkräften, daß Deutschland rüstet.. Italien besetzt englisches Sudansebiet? Paris, 24. März. Der Londoner Berichterstatter deö«Echo de Paris" will von einer italienisch-englischen Spannung berichten können, die angeblich durch einen Vorstoß der Italiener über die Südgrenze Lhbicnö hinaus auf e n g-> lifchesSudan gebiet veranlaßt tvorden fei. Die Italiener hätten die Grenze überschritten und eine 21 Kilometer südlicher gelegene Oase besetzt, die sie als wichtigen Stützpunkt für einen etwaigen Vorstoß nach dem Tsämdsce-Gebict annehmen. Die Engländer ihrerseits hätten G e- g e n m a ß n a h m c n ergriffen. Man habe einen ungeheueren Zwischenfall nach Art der Faschoda-Affäre befürchten können. Zwischen Italien und England seien Verhandlungen im Gange. Man behauptet, daß die italienische Regierung bereit wäre, auf jeden Gedanken eines Vormarsches nach Süden zu verzichten, wenn Italien einen entsprechenden Ausgleich, beispielsweise im Gebiet von Nord-Konja, erhalte. In London errege man sich darüber, daß die italienische Regienmg bereit sei,, den Bau einer Eisenbahn, die den südlichen Sudan mit nördlichen Abessinien verbinden würde, zu der». Die Faschoda-Angelegenheit geht auf das 1898 zurück, in welchem Jahre der französische Major Marchand die Stadt Faschoda besetzte und deshalb mit Lord Kitchener in Konflikt geriet. Der Konflikt drohte sich zu einem Kriege ztvischcn Frankreich und England auSzuweiten, der nur durch die im Jahre 1899 erfolgte Verzichtleistung Frankreichs auf seinen Anspruch mif daS Niltal verhütet Ivurde. Faschoda, heute Kodok, ist mif der Insel Bar-el-Abiat im Weißen Nil gelegen. Getarnte Hakenkreuzler Konrad Henlein übernimmt die Konkursmasse der Firma Jung und KrebS Wie die«Rundschau", das Blatt Konrad Henleins nun auch offiziell meldet, wird die Su- dctcndcutsche HcimatSfront zu einer parteimäßigen Organisation ausgestaltet und wird sich an allen künftigen Wahlen beteiligen. ES geschieht daS, wie cS in der Verlautbarung heißt, „um die sich zu ihren Grundsätzen Bekennenden zu erfassen und als realmachtpolftischen Faktor zum Einsatz zu bringen. Sie geht in denWahl- k a m p f als Partei, die sich die Abschaftung deS Parteiwesens als Ziel gesteckt hat, als eine völlig neue politische Organisation, die nur notgedrungen im Gewände der alten parteilichen Organisationen einherschreitet. DaS Sudetendeutschtum wird bei den künftigen Wahlen also zu entscheiden haben, ob es für den Aufbau der sudetendeutschen Politik auf der Grundlage der ständisch gegliederten Volksgemeinschaft, für eine einzige deutsche politische Organisation ist oder ob cS an dem alten System festhalten will, daS stets enttäuscht hat und dessen Unbrauchbarkeit sich täglich von neuem erweist. DaS ist der künftigen Wahlen letzter Sinn, daS macht sie zum wichtigsten Volksentscheid für daS Sudetendeutschtum seit dem Bestände des Staates." An diesen Ausführungen ist zweierlei interessant: einmal, daß Henlein eine Partei gründet, deren Zweck es zweifellos ist,""die durch die Auflösung der deutschnationalen und nationalsozialistischen Partei politisch obdachlos Gewordenen politisch zusammenzufaffen. Wer wird denn sonst in die neue politische Partei hineingehcn? Die größere Zahl von Anhängern der bisherigen Parteien keinesfalls. Er bleiben also nur die Partei angehörigen der aufgelösten Parteien übrig, mit anderen Worten: Die Henleinfront wird politisch die Nachfolgerin der H a k e n t r e u z l e r e i, die politische Form, in der das Hakcnkreuztum in der Tschechoslowakei zur Geltung streben will. Konrad Henlein straft damit Lügen, war er bisher gesagt hat. Er ist auSgczogen, um an Stelle einer Partei eine Bewegung zu schaffen und endet damit, daß er eine neue Partei schafft, die obendrein nichts anderes iftatsdiePartei dcsverschämten Hakenkreuzes. Welch politisch erRom antiker der Ascher Vorturner ist, geht aber daraus hervor, daß er cs als den letzten Sinn der kommenden Wahlen hinstcllt, ob sich das Sudetciidcutschtuni für das Partcicnwesen oder für die ständischen Ideen Henleins entscheidet. Henlein tut so. als ob die Sude- tendcutschen in diesem Staate allein wären, als ob ihr Schicksal nicht mit dem der tschechischen Bcvöl« kerung dieses Landes aufs engste verbunden ist. Glaubt denn Henlein, daß die Tschechen in der Tschechoslowakei gar keinen Einfluß auf die Gc« staltung der Republik, ihrer SiaatSform und Verfassung haben tverden? Selbst wenn das ganze Sudetcndcutschtum bis auf den letzten Mann hinter Henlein stünde, wäre es nicht möglich, die politische Form dieses Staates zu ändern. Die gc- tarnt'e Hakcnkreuzpartei des Herrn Henlein erzieht also die ehemaligen Anhänger der Herren Jung und Krebs ebenso zu Roinantikcrn, Ivie sie es früher waren und lenkt ihre Blicke ab von der realen Verfassung der Tatsachen, will ihnen also dasselbe Schicksal bereiten, in das sie schon einmal hineingetriebcn Ivurden. Jedenfalls wird es jeder begreifen, der außerhalb deS Kreises der treuesten Anhänger dcS Herrn Henlein steht, daß Konrad Henlein nichts anderes ist als der KonlurSmasfcvcrwalter des Halentrcu- zes in der Tschechoslowakei. 30.000 Mark für die Aufklärung der Bombenexplosion Berlin, 24. März. Der Polizeipräsident in Berlin gibt bekannt, daß die ursprünglich auf 3000 Mark ausgesetzte Belohnung für die Aufklärung der Sprengkörper-Explosion Unter den Linden am 21. März d. I. auf 30.000 Mark erhöht worden ist. »lener GereKe-ProzeG Berlin, 24. März. Heute wurde der Prozeß gegen den ehemaligen Reichöminister und Borsü« ,lenden dcS Verbandes der preußischen Landgemeinden, Dr. Gcrckc, und den Mitangeklagten Verbandsselretär Arthur Freygang. aus» neue ausgerollt. Am 10. Juni 1933 imirde Dr. Ge- rcke zu zweieinhalb Jahren Gefängnis und 100.000 Mark Geldstrafe, der Angcllagte Frey- gang wegen Beihilfe zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Reichsgericht hob das Urteil aus und verwies die Sache zur nochmaligen Verband« luna an das Landgericht Berlin zurück. EMIL FRANZEL: Bürgerkrieg In Oesterreich 2. Auflage soeben erschienen! Auslieferung: Zentralstelle ftlr das Bildungswesen, Prag XII, Slezskü 13. €e«nhi<, 55. März 1931 Ur-Ti 1200 Tote von Hakodate... T o k i o, 24. März.(Reuter.) In vrn Trümmern-er Stadt Hakodate wurden l> i s h r r mehr als 8 00 Leichen grsnndrn, darin« tcr<0 im Hofe der Boklsschulr nnd 60 ffit« ■f r b t cut e nttf>tm»nwrit mm t>rr Sradi t>e> indtccken Militär-lkekningsptatze. Es bestrden Ve» fnrchtnngrn, daK dir Zadt der Torrn rnrdr a>» 1200 Personrn betragen wird. 1178 Brillante« wollte ein Amsterdamer Kaufmann nach Polen schmuggeln! Kanawin. 21-Man.. T?>? Ans drr Poii Tic Brillanten Vaden einen Wert von etwa -'«N'-jic dcd^hnhoivt- u i d.c..>. vier Millionen Zloty, polnucken Zollbeamten einen antzerorbenUnn gro- ßen Brillantenfckmuggcl anfzudecken. Bei der Ab- Ter LdmuMcr ist ein jüdischer.Kaufmann fertlgung des Zuge- B e r l n—B::la 7 e ji nnnicnS 3o!v.i!ei habt idwffcii wollen, crwieS sich such»>:.1 nn:er;>xien. die ein nn.iewodn.nres Er als gegensiaiidsloS, da er nur eine Fahrkarte nach gekris baric. Es w.nrdcn 1175 Brillanten r>er: Polen daite. Ter Schinugglcr wurde in das Kö- schicdcncr Größe. die zum Teil sogar in den nigshütter Gefängnis cingelicfcrt. Die Brillanten Sch.nhiohlen verncckr waren, zutage geiörderr. wurden beschlagnahmt. endet. Tic Rakete wird mit einer grasten Zahl von Mestavparatcn für die Registrierung der mctcoro- togu'cben Perbältninc in der Stratosphäre, der Wirkung der toSmisckcn Strahlen nsw. versehen sein. Gegenwärtig wurde mit der Konstruktion der Metzapparate begonnen. Ter Plan der Rakete und der Apparate wurde von einer Gruppe wis- scnsmaftlichcr Mitarbeiter der Leningrader„Osso- aviacim" auögcarbeitct. Rückgabe des Prachatiyrr Hauses an die Deutsche Landeskommission. Tas»Prager Tag« blatt" und andere bürgerliche Blätter brachten am Freitag die Mitteilung, das; in der DonnerStag- Sivuug der Landcsvcrirciuug ein Antrag aller - deutschen Parteien angenommen und dem Herrn , Landcspräsidcnteu zur weiteren Behandlung zu« gewiesen wurde, der die Rückgabe des nach dem Zusammenbruch beschlagnahmten, der Deutschen ! LandeSkommission für Kinderschuh und Iugend- ! siirsorge in Böhmen gehörigen Hauses in Pracha- !tih fordert. Dieser Antrag wurde durck> den Gc- nossen P ö l z l cingebracht und lautet:»Der Lan- deSausschus; wird beauftragt, alles Notwendige vorzulchrcn, um die Rückgabe des im Jahre 1918 beschlagnahmten, der Deutschen LandeSkommission für Kinderschuh und Jugendfürsorge in Böhmen gehörigen.Hauses in Prachatih(Aufnahme der Beschlagnahme) oder den Kauf dieses Hauses und die Bezahlung einer entsprechenden Miete sür die Zeit der Beschlagnahme desselben in der nächstem Zeit dnrchzusühren." In der Begründung deö An trages tvird u. a. darauf verwiesen, dast das Gebäude, in dein sich seht eine landwirtschaftliche Fachschule befindet, mit Grund einen Wert von Kc 500.000 hat und der Schaden, den die Deutsche LandeSkommission bisher erlitten hat, 150.000| Krone» beträgt. Die deutschen bürgerlichen Partei-. gruppen haben sich diesem Antrag angcschlosscn. Osterfriede deS Roten Kreuzes. Zum 14. Mal verkündet das tschechoslowakische Rote Kreuz Heuer seinen Osterfrieden, dessen Zweck eS ist, für drei Tage alle Streitigkeiten und Gegensätze auSzu- schalten. Der dreitägige Friede wird durch ein Zweiminuten-Schwcigcn eingcleitet, das dem Gedenken an die Kriegsopfer gewidmet ist und wozu es in der gesamten Republik am KarsmnStag, den 31. März zlvci Minuten vor 12 Uhr kom-1 men wird. In Prag und in den grösteren Städten| wird der Beginn des Schweigens" durch einen Ka- noncnschust, anderwärts durch Trompetenblascu des Militärs oder der Feuerwehr bekannt gegeben. In diesen zwei Minuten sollen die. Fuß- gängcr einhalten und den Hut henmtergebcn, die Wagen sollen stehen bleiben, die Arbeit soll in den Werkstätten, Geschäften und im.Haushalt ein- gcstcllt werden und jeder soll an seine Lieben gedenken, welche ihm der letzte Krieg entrissen hat. Am Sonntag, den 1. April werden überall Festversammlungen des Roten Kreuzes stattfinden. In Prag wird die feierliche Verkündigung des dreitägigen Friedens im Parlmncnt unter Beteiligung des Präsidenten der Republik erfolgen. Keine Berlegung des Sitzes des Borstmides der SPD. Zu der Meldung von der Verlegung des Sibeö des ParteivorstandeS der SPD von Prag nach Paris, welche in einigen bürgerlichen Blättern veröffentlicht ist, erfahren>vir von unterrichteter Seite, dast diese Nachricht den Tatsachen nicht entspricht. Die SPD hat im Juni 1033 Prag als Sih gekvählt und es besteht nicht die Absicht, daran etwas zu ändern. Katastrophale Explosion. Durch eine schwere Explosion in Rosita(Texas) lourden am Freitag acht Personen getötet und 12 Berg» l e u t c, die in einem 130 Meter unter Tag gelegenen Kohlenschacht arbeiteten, verletzt. Die ganze Stadt wurde durch die Explosion erschüttert. In Rosita befindet sich die grösste mexikanische Fabrik für Nebenprodukte von Kohle. Durch Zufall aufgedeckter Zollbetrug. Ermittlungen von Beamten der Eydtkuhner Zoll- fahndungSstcsie(Ostpreußen) führten zur Anf- dcckungs eines grosten ZollbctrugS, durch den der Staat mu etwa 100.000 Mark betrogen wurde. Ein Spediteur aus Eydkuhnrn bezog lausend aus dem Auslande gröstcrc Mengen Seidenwaren, die von ihm mit dem Bestimmungsort Riga loeiterver- sandt werden sollten. Die Ware wurde dann jeweils in Dänemark und unter Kontrolle von Zollbeamten in Pakete umgepackt, so dast ihren: Per- Gin Wiener Kampfer berichtet... Heldeukampf nnd Märtyrin» Tagcsncnigkcitcn „Krassin" läuft aus zur Rettonq der Tscheljostin« Expedition M c> s k a n. 24. März. Wie die Trtegravden ageninr der Sowjetunion weidet, ist der Eis drecker„Krakkin" am Freitag au» Leningrad ausgelaufen, um an der Rettungsaktion für dir Besatzung der Tscheljuskin-Expedition teilznnrd men. Tas Schiff nimmt feinen Weg durch drn Panama-Kanal, durch drn Stillen Ozean und schließlich durch die Brbringstraße. Blutige Technik London. 24. März. Der Marincmiiarbeiier deS»Daily Telegraph" meldet, dast die englische Flone einenKontrollcrp parat für Lnft- abwcbrge sch ütze cingcführt hat, dessen Verwendung die Zabl der Treffer auf fliegende Ziele von 3 Prozent auf annähernd 15 Prozent erhöht har. Bei den Versuchen mit dem neuen Koniroll- apparar. der den Namen„Predictor" trage und bereits von der amerikanischen und von anderen ausländischen Flotten erworben sein soll, sei ein -fliegendes Ziel beschossen worden, das sich nur über 300 Stundenkilometern in einer Höhcvonetwal 600 Metern vorwär:-- bewegt habe. Unter diesen schlvierigen Umständen seien 20 Prozent Treffer erzielt worden. Ter Kontrollapparat werde von sechs Mann bedient und sei in seiner Wirkung eine Art Reck c n m a f ch i n c. die die Höhe und Geschwindigkeit des fliegenden Zieles mit großer Genauigkeit und Zuverlässigkeit angibt. 14 Arbeitslose verbrannt London, 24. März. Wie aus Lynchburg i Lingüncn) gemeldet wird, ereignete sich dort eine furchtbare Brandkatasirophe, durch die 14 Personen gelötet und 50 schwer verletzt lvuvden. Ein Arbeitsloscnheim brannte in weniger als zehn Minuten vollkommen nieder, so daß sich nur ein Teil der Bewohner durch Sprung aus dem Fenster reiten konnte. 80 Personen wurden verleht. DaS Unglück soll dadurch entstanden sein, daß ein Topf mit Feit, der auf einem heißen Ofen stand, überkochte. Unglücklicherweise versagte im Augenblick der Katastrophe im Hospital der Stadt das Licht, Jo dast die ärztliche Hilfe für die Verunglückten erheblich verzögert wurde. Renn japanische Dampfer vermißt Bei Hakodate untergegangen? Tokio, 24. März. Nach Mstteilunge» aus Hakodate werden neun japanische Dampfschisfc vermißt, die zur Zeit deS Taifuns im Hafen der Stadt lagen und das offene Meer aufsuchten, als der Brand ausbrach. Bis jetzt liegen über den Verbleib der Schiffe keine Mitteilungen vor, indes sollen sie nach privaten Mitteilungen das Opfer des Taifuns geworden sein. Mit den Dampfern wird eine Besatzung von insgesamt 230 Mann vermißt. Berkehrsstrelk in Athen Athen» 24. März. Der am Frestag in Athen ausgebrochene Autobusstreik droht durch einen Sympathiestreik der Strahenbahner zu einem all- gemcincn Verkehrs st reik anzulvachscn. Zwischen den Streikenden und der Polizei kam es bereits zu Zusammenstößen, bei denen zahlreiche "Personen verletzt wurden. ES wurde auch eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen. «Ine Rakete für die höchste« StratofphSrenschichte» Leningrad, 24. März.(Tast.) In den Leningrader Werkstätten der„Ossoaviachim" wurde soeben der Bau des Rumpfes der Rakete für den tftlMeg in die höchsten Stralosphärenschichten bc- Tie folgenden Berichte stammen von einem Kämpfer, der nach den tragischen nnd ruhmreichen Kämpfen deS Wiener Proletariats das Martyrium einer fürchterlichen Haft zu überstehen hatte. Viele Einzelheiten konnten nicht näher dargestellt werden, um nicht Genossen zu gefährden, die dem christlichen Henkcrregime auSgcliefert sind. Die letzte Rächt Unser lehtes Maschinengewehr häinmert aus der zerschossenen Fensteröffnung in die Nacht. UnserlctzteS...! Die übrigen sind teils zu- sammcngeschosien, teils an anderen Punkten eingesetzt. Und auch der Schützen sind nicht mehr viele, denn der Dienst mn Maschinengclvehr bedeutet fast sicheren Tod. Wir hatten keine Schutzschilde und das Feuer des Feindes konzentrierte sich auf die Maschinengewehre und die Todesmutigen, die hinter ihnen saßen. Biele, viele sind auf diesen Todeöpoften gefallen— lauter Kopfschüsse! Auf den Korridoren stopften Frauen die Patronengurten. Sie arbeiten schnell und präzise trotz der tödlichen llebermüdung nach drei Kampftagen und»nächten. Sie haben UebermenschlicheS geleistet. unsere Frauen, Seite an Seite mit ihren Männern, Brüdern, Genossen und arbeiten und kämpfen mit ihnen bis zum Letzten. Ein Aufschrei hinter der Ecke des rechtwinklig abbiegenden Korridors reiht mich empor. Die Bertl ist a«S dem Fenster gestürzt...! Sie stand an der niederen Brüstung des Hoffensters. Annes, liebes Mädell Ich rase die Treppe herunter. Die Taschenlampe zeigt mir einen blutigen Körper im Blumenbeete liegen. Die Stirne ist furchtbar zerschmettert. DaSisteineSchuh» wunde. Und schon knallt eS irgendwo in der Finsternis des Hofes und um mich pfeift eS und schlägt klatschend ins Mauerwerk. Der Feind ist e i n g e d r u n g e n, der linke Flügel des Hauses muß gefallen sein Feind im Rücken» Feind in der Flanke! Die Führung ordnet den Rückzugan. Die Zeit ist knapp, sehr knapp, aber eS gelingt uns, unsere Verwundeten mitzunehmen. Tollkühn decken einige Genossen durch verzweifeltes Schützenfeucr den Rückzug, bis das Signal auch sie abruft. Wir gelangen durch den Keller ins Freie. Scheinwerfer des Feindes suchen Dächer und Hausfronten ab. Mit Handgranaten dringen die Vollstrecker der christlichen Staatsgelvalt in das geräumte Haus. Ein Werk sinnloser Zerstörung hebt an. Handgranaten explodieren in den Räumen des Kinderhortes. Waö wir in langen Jahren sozialer Aufbauarbeit geschaffen haben, ist im Augenblick ein Imister Trümmerhaufen. Der christliche Autoritätsstaat hat seine Herrschaft angetreten. Halb fünf Uhr früh...! Fünfzehn Männer und zwanzig Frauen sind übrig geblieben. Unsere Verluste sind schwer. Und doch rollt noch einmal ein Gegenangriff vor. Verstärkungen find cingelangt. Eine Handvoll unzureichend bewaffneter, aber zum äußersten entschlossener Kämpfer nimmt den bis zu den Zähnen in Waffen steckenden Söldnern Erdgeschoß und den ersten Stock des eben geräumten Hauses weg. Ein beispiellos erbitterter Kampf um jebtn Quadratmeter Bodens entspannt sich. Die technische UÜberlegenheit deS Feindes entscheidet das Ringen. Handgranatensalvcn, die>vir nicht erwidern können, zwingen uns schließlich zum Rückzug. Auch auf derStraße wird gekämpft, leidenschaftlich und erbarmungslos bis zur letzten Patrone. Barrikaden sind im Handumdrehen wie durch einen Zauber aus der Erde gewachsen. Möbel, Handwagen, Ascheneimer, Kisten. Drei Angriffe werden von den Arbeitern zurückgeschlagen. Dann tritt Ruhe ein. Unsere Frauen bringen uns Kasfcc. Inzwi- schen haben die Söldner auf den Dächern Maschi- nengewehre in Stellung gebracht. Deckungslos sind wir dem heimtückischen Feuer von oben preisgegc-' bcn. Mit durchschossener Brust bricht der Genosse neben mir zusammen. Er gibt mir seine letzten Aufträge. Das erlöschende AbschirdSwort des Sterbenden:»,..'. Freiheit!" Die Stellung ist nicht mehr zü halten. Gc- schützfeuer dröhnt von fernher. Unser acht durchbrechen wir die Feuerzonc und konnnen aus dein unnüttelbaren Kampfgebiet. Wir streben der alten Donau zu. Ein Vertrauensmann aus I e d l e- s e e stößt zu uns und bringt uns unheilvolle Nachrichten. Der Widerstand in F l o r i d s d o r s ist zu Ende. Mun bleibt auch uns nichts Ivester übrig: Wirlcgen Gewehre undHand- granaten, die wir aus dem Kampf gerettet haben, ab und vergraben sie sorgsam. Dann lösen wir uns in drei Gruppen auf und gehen auseinander., Das Kinder-Kreisturnfest in Teplitz-Schönau Der 5. Kreis des Ains steht mitten in den Vorarbeiten für ein großes Kinder-Krcistnrnfcst, das am 9. und 16. Juni d^scs Jahres in Tcplitz stattfindcn wird. ES soll das größte Kinderfest tvcrdcn, daß bisher in den deutschen Gebieten der Tschechoslowakei stattfand. Die-Durchführuiig des Festes ist nach jeder Seite gesichert. ES ist nicht nur der genaue Plan des Festes in alle Einzelheiten auSgcarbeitct, es sind auch die Voraussetzungen für einen Massenbesuch durch eine umfassende Vorarbeit bereits geschaffen. Von der breiten Oesfentlichkeit fast unbemerkt, hat der Kreis durch eine breit aufgezogene Aktion sich die Garantien für das Gelingen des Festes geschaffen. In 03 Äindervcrsammluugeu im Krcisgebict mit ungefähr 6000 Kindern und 4000 Erwachsenen als Besucher wurde da» Fest und seine Vorbereitung durch- besprochen. Mehr als 0000 Kinder beteiligen sich seit Wochen an einer Sparaktion, zu der eigene Sparkarten nnd Marken anSgcgeben tvurdcn. In allen Kindcrabteilungcn des Kreises wird bereits fleißig für die Vorführungen geübt. Die Veranstalter messen dem Feste eine große Bedeutung bei. Mit Recht! Gerade in der Gegenwart gilt es, in unserem Nachwuchs die Bindung an unsere Bewegung mit allen Mitteln zu stärken. Die Bindung muß so stark sein, daß sie allen Anfeindungen trotzt, daß sie auch die schwersten Zeiten überdauert. Gerade jetzt muß durch eine große Massenveranstaltung der AtuS-Kinder diesen und den Erwachsenen neues Krastbclvußtscln, da» aus dein Gefühl einer lebendigen Massenbewegung kommt, gegeben werden. Aus dem Erlebnis eines Massenfestc», das bei Kindern zn einem mmuslöschtichen Eindruck wird, tvcrdcn Stolz und Zuversicht, aber auch Trcuc zur Betvcgung al» wertvollste Ergebnisse sichtbar werden. Die Form des Festes tvird von den bisherigen Feste» abweicheu. Grundsätzliche technische und erzieherische Ertvägungcn bestimmten seine Gestaltung: der MannschastSgcdankc, disziplinierte Einordnung, fröhliche Kameradschaft, freudiges Bekenntnis zu unseren Symbolen, fester Wille zur Mitarbeit, lver- den dem Feste den Stempel ausdrückcn. Wir hoffen, daß er uns gelingen wird, mit dem geplanten Feste eine neue Etappe in der Gestaltung unserer Kinderfeste einzuleiten. R. St. sand nach Riga nichts inehr im Wege stand. Nun änderte der Spediteur, wenn cr sich unbeobachtet glaubte, die Auölandsadresscn in Jnlandsadrcsscn um und entfernte die Zollmarke. Dann gab cr die Pakete als gewöhnliche Inlandspostpaketc ans. Eines Tages hatte der Spediteur jedoch vergessen, eine Zollmarke abzulöscn. Da das Paket schon in dem Zug eingeladen Ivar, begab cr sich in den Packivagen und erklärte den: Bcamtxp, eine Adresse berichtigen zii müssen. Der Beamte glaubte ihm jedoch nicht und ging mit ihm mit, wodurch der ganze Schtmndcl hcrauökam. JahreS- und HalbjahrrS-Eifenbahnkartc» mit Gültigkeit vom 1. April 1034 gibt nur die StaatL- bahndirektion Prag in besonderen Räumlichkeiten in Prag H., Masaryk-Bahnhof, oberhalb der Restauration der 2. Klasse, vom 26. März bis 1- April von 8 bis 12 llhr und von 14 bis 16 Uhr auö, Samstag stets nur von 8 bis 12 Uhr. An Sonn- und Feiertagen wird nicht amtiert. Bestellungen und Anfragen können auch durch Ver- mittlnng des dein Wohnorte des Bestellers am nächsten gelegenen Bahiiamle erfolgen. Die Staatsbahndirettion macht auf diesen begucineic Ausgavctermin, der mit dem 1. April dieses Jahres beginnt, aufmerksam. Vom Rundfunk Empfehlenowert«» au» bcn Programmen: Montag Prag, Scnber L.: 11: Salonorchestcr, 16.50: Unterhaltung für Kinder, 17.15: Kompositionen für Viola und Cemballo, 17.50: Liederkonzcrt, 18.25: D c u t s ch e S e n d n n g: Dr. Chon: Albert Schweitzers ethische Sendung, 18.40: Was ist Malerei? Dialog zwischen Dr. Utitz und Prof. Novak, 10: Deutsche Nachrichten, 20.85: Aegyptische Musik auf Schallplatte«. Sender S.: 14.80: Schallplatte«, 15.15: D en t sch e Sendung: Walter Will- heim: Beethoven in seinen Briefe».— Brün» 17.50: Deutsche Sendung: Nkährisch-schlesischcKunstrundschau, 18.45: Liederkonzcrt, 20.20: Balalaika- Orchester.— Mähr. Ostrau 18.80: Deutsche Sendung: A r b e i t e r f u n k: Dr. Lede« rer: Oeffentliche Wirtschaft.—Kascha« 16: Klavierkonzert.— Berlin 17.80: Beethoven: 82 Variationen C-Moll, 21: Unterhaltungskonzert.— Frankfurt 28: Rachtkonzcrt.— Leipzig 14.55: Musik für Gitarre, 20.10: Operetten-Kon- zert.— München 20.80: Mandolincnkonzert.—' Wien 20.45: Symphoniekonzert.— Dienstag Prag, Sender L.: 10.05: Deutsche Nachrichten, 12.85: Mittagskonzert, 16: Militärkonzcrt, 17.85: Deutscher Konversationskurs, 17.50: Geigcukonzcrt, 18.25: Deutsche Sendung: Wirtschaftsrelief, 18.85: Eine halbe Stunde Hausmusik, 10: Deütsche Nachrichten, 19.80: Dvotak: Die TeufelSkäthc, 22.15: Deutsche Nachrichten. Sender S.: 14.30: Schallplatten, 14.45; Volkslieder, 15.10: Deutsche- Sendung: Dr. Hcrrnmnn: Französische Romane der Gegenwart, 15.80: Schallplatten, 15.45: Deutsche Nachrichten.— Brünn 16.55: Jn- genduntcrhaltinig, 17.55: Arien, 18.25: Deutsche Sendung, Arbciterfmck: Oskar Siist: Arbeiter-Olympiade i>» Prag, Soziale Informationell. — Kascha» 16.35: Orchesterkonzert.— Berlin 17.55: Liszt-Brahms.— Brüssel 25.15: Wagner-Konzert. ,— Frankfurt 28:. Nachtkonzert.— Leipzig 20.05: Aus der Dresdner Staatsoper: Ariadne auf NaxoS. — Wien 11.20: Symphonisches Konzert, 15: Mozart: Requiem, 15.80: Kammermusik, 22: Europäische» Konzert aus London. Go im tu», 26.®Hrs 1934 Glitt"6 Grippe und Erkältungskrankheiten! PRAGER ZEITUNG Kunst und Wissen Demgemäß wurde die Angeklagte s r e i g c> sprachen. rb. In der gragen Paine dankte Herr Lieb! dem Publikum für die Ovationen. und die langjährige Gefolgschaft Nach der Auffühnmg gab et auf der Bühne eine intime Feier. E. F. men, verhindert Togal den Ausbruch der Grippe. Erstaunliche Erfolge! Mehr als 6000 ärztliche Gutachten! Ein Versuch überzeugt. In allen Apotheken. Generaldcpot: Brauneres Apotheke »Zum weihen Löwen", Prag II., Pkikopy 14. 2825 Gegen Grippe und alle ErläliungSkrank- heilen sind Togal«Tabletten ein hervorragendes Mittel. Togal scheidet die Harnsäure aus, ist in hohem Mahr bakterientötend und geht daher zur Wurzel des UebelS. Im Anfangsstadium genom- »Julius Cäsar" Tragödie um einen Diktator: im Grunde also ein ijcitftitrf: Ja und Nein. Shakespeare schreibt bijtorische Dramen nicht, um geschichtliche Probleme aufzurollcn und zu erhellen. Seine Zeit und ec»va« re» noch ganz unhistorisch. Weit eber waren es zeitgeschichtliche Fragen, die er in historisches Gewand kleidete. Por allem aber war sein ewiger Gegenstand das Menschliche schlechthin, die llrgesichle im Guten wie im Bösen. Sie projiziert er vom erhabenen Standort des Genie» in Höhen und Tiefen, auf das Nächstliegende und auf das Feme. Oäsnrü Falt und der seiner Mörder ist ihm darum nicht die Geschichte einrv revolutionären Diktators, der unter den Dolchen adeliger Verschwörer fällt und dessen Werk, ge« boren aus der geschichtlichen Notwendigkeit, den Mann überlebt und die Mörder erdrückt. Shakespeare erweckt Cäsar und Cassius, Mare Anton und Brutus nicht zum Leben, tveil ihn der Niedergang der römischen Junkerrepublik und der Aufstieg Prin- cipats als Problem beschäftigen wurden, sondert» einzig. weil er ein großes Gleichnis braucht, um das Spiel der Leidenschaften darzustellen. Nicht Reprä» sentanten historischer Kategorien treten auf, sondern lebendige Mensche» mit dein Glutatem der Leidenschaften, die mir ilmen nicht erst geboren wurden und rnit ihnen nicht sterben. Die Regie L i e b l s(der das Stück zur Feier seines 30jährigen Bühnenjubiläums als Ausgabe erwählt halte) tat recht daran, die Tragödie nicht zum politisierenden Zeitstück umzudeuten. Wenn sie ganz konsequent wäre, dürfte sie darum auch den Rebellen, die bei Philippi sterben, nicht das Zeichen der roten Fahne zuerkennen. Das kann nur irrefüh- ren. ES bringt in das letzte Bild doch eine gewisse Tendenz z»t politischer Wertung und,, sofern eS tatsächlich werten will, verwechselt eü die Rollen. Die Demokraten, die„Linke", wenn man will, lvaren ja die Cäsarianer, die konservative Junkerpartei setzte auf die Berschlvürer. Aber Shakespeare wollte gar nicht politisch werden und seine ethische Schlußfolgerung liegt in anderer Sphäre: dem toten Arutuö spricht der Sieger daS rühniende Urteil, das er allein mit reinem Herzen, aus edlen» Antrieb die Hand gegen Cäsar er- Einscgnung samt ergreifender Abschiedsrede und sonstigem Zugehör— alle» nach„höherer Begräbnis- klaffe". Dieser, weit über 1000 Xc betragende Ausstand war auf keine Weise einzutreiben und nach vielen fruchtlosen Mahnungei» u»»d Drohungen erstattete der Leichcnbestatter die Strafanzeige wegen Betruges. Run stellte sich freilich heraus, daß die Angeklagte gar keine Sparbücher besaß und diese Behauptung sozusagen ein frommer Betrug gelvesen war. So kam die Sache heute zur Verhandlung. Ter Leichenbestatter als. geschädigter Zeuge benahm sich indessen gegen die Angeklagte sehr anständig. Die Strafanzeige sei nicht so gemeint gewesen, er keime Frau R. als vollkonnnen einwandfreie Frau und außerdem sei sie eine alte Kundschaft von ilun. (Sie bat schon ihren Mann von ihm begraben lasse» und ehrlich-bezahlt). Der Zeuge glaube nicht, daß sie in betrügerischer Absicht gehandelt habe und sei überzeugt, daß sie ihre Schuld abtragen werde. Der Richter zog noch in Betracht, daß sie tatsächlich eine Bezahlung erlegt hat, die ihr nicht leicht gefallen ist und schenkte, tvie in der ilrtcilsvcrkündung an-ge- führt wird, ihrer Verteidigung Glauben, sie habe in der Aufregung über den Tod des Bruders sich Bei Asthma und Herzkrankheiten, Brust- und ohne böse. Absicht zu einer Unüberlegtheit hinreißen Lungenleiden, Skrofulose und Rachitis, Schild- laff«t:eS Handl- sich also um ein z i v i l r e ch t li- drüseiwergrößerung und Kropfbildung ist die Rege-1® e• Verhältnis. lung der Tarmtätigkeit durch Gebrauch des natürlichen„Franz-Josef"-BitterwaiserS von großer Wichtigkeit. Aerztlich bestens empfohlen. 2106 ticrlchtssaal Aus Pietät unter Betrugsanklage Um drS schönen Begräbnisses willen Prag, 24. März. Die Toten würdig zu bestatten, entspricht zweifellos einem tiefmenschliche»» Bedürfnis. Freilich wäre verschiedenes darüber zu sagen, wie die natürliche Pietät gegen die Toten von einer sehr kommerziell arbeitenden FriedhofSindustrie mißbraucht wird. Dessen u»»geachtet ist der Wunsch, einem lieben Toten die letzten Liebesdienste zu erweisen, in der menschlich»!»» Seele so tief verwurzelt, daß er zu sonderbaren Konsequenzen' führen kann. Ein solcher Fall war heute vor dem Einzelrichter(OGR. Toman) anhängig und die Anklage lautete auf das Verbrechen des Betruges. Angeklagt war Frau Anna R.,«ine Witwe aus K o l i n, durch„listige Vorspiegelungen" den Inhaber einer Leichenvestattungsanstalt dort dazu veranlaßt zu haben, dem verstorbenen Bruder der Angeklagten ein feierliches und teueres Begräbnis zu bereiten, indem, sie sich^alS zahlungsfähig au»gab, ohne eS zu sein", wie d»e Anklage sagt. Dieser verstorbene Bruder verlebt« seine lebten Lebensjahre als Irrsinniger in dec Irrenanstalt Bohnitz, wo er auch starb. Frau Anna R. ist eine ganz mittellose Witwe, aber sie wollte unter keiner Bedingung den toten Bruder, der ja eigentlich für die Welt schon seit langem abgestorben war, ohne die üblichen Zeremonien der Erde übergeben. Sie lieh ihn daher durch ein DegräbniSinstitnt ihrer Heimatstadt Kokin dorthin überführen, wobei sie dem Inhaber dieser Anstalt 200 XL übergab und ihm erklärte, ibr Geld sei mif Sparkassabüchcr mit dreimonatiger Kündigungsfrist angelegt und momentan nicht liquid. Der Leichenbestatter glaubte diese»» Angaben und die lleber- reste deS Toten wurden ausS würdigste zur Erde bestattet. Später aber zeigte sich, daß dar Spruchwort: „Umsonst ist der Tod" stark übertrieben ist. Die erlegten 200 XL reichten gerade als Vergütung für die Waschung und Einkleidung der Leiche aus. Alles andere blieb ungedeckt; der LeichentranSvort nach Kolin, die Aufbahnmg, der priesterliche Segen und die Photo-Ausstellung Prag, 24. März. Im Kunstgewerbemuseum wurde heute die Ausstellung von Photographien „Das alte und neue Prag", veranstaltet vom Klub der Freunde der Amateur-Photographie, eröffnet. Die anSgetvählte Kollektivausstellung von 150 Photographien Prager Baudenkmäler und auch moderner Architektur, von Prager Gassen und Winkeln, neuer Viertel, Straßen und Plätze Jnner-PragS und der Peripherie, der Praaer Gärten und Parke usw. stellt eine interessante Scha»» dar. Parallel wurde ebenfalls im Kunstgewerbemuseum die Ausstellung des photographischen Werkes des verstorbenen Prof. Heinrich Koch, des jungen begabten Architekten, der in» Vorjahr bei einem Straßenunfall in Prag ums Leben kam, eröffnet. Im Saale selbst ist auch eine Ausstellung der alten tschechischen Photographie installiert. Das Museum eröffnet mit diesen Ausstellungen einen Zyklus von Veranstaltungen, durch die die Feier des 100jährigen Jubiläums der Erfindung der Photographie.(1080) vorbereitet werden soll. hoben,- die andern alle au< Mißgunst gehandelt haben. Ilm nichts anderes gebt eö.in der Tragödie, die nach Cäsar als ihrem rein passiven Helden heißt, als »in» die große»» und die kleine» Leidenschaften, die erhabenen und die niedrigen Gefühle.- Cassius, daist der kleine Mann— Kleinbürger würden wir heute sagen— der kein Gefühl für Größe hat, den «S empört, daß einer höher stieg als er, obschon er sich vom gleichen Stoffe nährt. Denn er weiß nicht, daß der Mensch nicht von» Brote allein lebt und daß Cäsar von sich sagen darf, er kenne die Furcht nicht, obwohl Cassius ihn im Fieberschauer erbeben und in» Tiber mit den Wellen ringen sah. Für Cassius gibt es wie für den Kammerdiener in Goethes vielzitier- tem Ausspruch, keinen Helden. Liegt es an dem Helden? Rein, solange wir in Shakespearescher Luit atmen, wird glaubhaft, daß eS am Kammerdiener liegt. Warum ist Cäsar so groß? dar ist die Frage, die CassiuS in bangen Rächten quält. Nie wird er wissen, daß nicht Cäsar zu groß, das nur C»rfsius zu klein ist. Von hier ans wäre der Blick, in unsere Z t i t— denkbar. Wenn das Drama Zeitstück werden könnte—mir von'diesem archimedische»» Punkt ließe es sich auS den alten Angeln heben: daß sich i n unsererZeit daS Svielve r keh r t hat, daß CassiuS Diktator ist und auch als Diktator nicht aufhört, den enthronten, unterdrückten, den totgesagten Cäsar— den Geist, die Kategorie des Großen an sich— zu hassen, zu quälen, zu morden. Welch ein CassiuS, dieser Diktator von heute, ob man den mit der Nilpferdpeitsche oder den mit der Morvhimnsprihc, den kleinen Mann ans dem Innviertel oder die pervertierte Bestie des preußi- lchen Kasernenhofs, den Gefreiten oder den Hauptmann, dafür nimmt! Zu winzig,»nn für da- Große noch«in Maß zu haben, rächt er sich maßlos. Und ihm steht dann der andere Typ des kleine»» Manns zu Diensten, der Marc A n t o n, Dieb am Licht, das der Große strahlt, gemästet vom Abfall des Mächtigen, in seinen Wunden wühlend und von seinen» »Blut sich nährend. Wie groß kann er doch bei Shakespeare werden, da er einem Große»» dient und an ihm schmarotzt, wie klein ist er in dieser Zeit, da er die Kanaille für den Kleineren drillt. Den Marc Anton als Goebbels zu spielen, so durchsichtig dies erhabene Schauspiel zu weben, daß die verkehrte Welt, in de.r die Begriffe heute ihre scheinbare Ordnung haben, sichtbar wird. daS wäre lockende Aufgabe eines ga»»z großen Künstlers! Da es soiveit bei keinem reicht, tut inan gut daran, die Hand davon zu lassen, und wie eS löblicherweise geschah, jeden an seinen Platz zu stellen. Cäsar zu den Sterne»» ragend auf daS Postament der Persönlichkeit, BrutuS ins tragische Reich der Mitte, in den» die edlen Gefühle nicht auSrcickien, die Unzulänglichkeit deS kleinen Geists z»» überwinden, CafsiuS und Marc Anton in die Niederung, wo Mißyrinft und Temagogentnm gedeihen. B a l k s Cäsar hat freilich wenig Sonne. Er ist kalt wie fast alle Gestalten, die Ball uns bildete. Gerade weil eS richtig ist, Cäsar in Distanz von der Menge zu halten, braucht, eh der warmen Welle der Menschlichkeit, die über di« Kunst weg zu | unS schlägt. Und wie bei Val k, so fehlte auch bei Ern st Deutsch dieses letzte. An der Leiche Casars soll die eigene Rede den Demagogen mitreißen. DaS wurde bei Deutsch nicht deutlich. Seine Rbe- thorik ließ biS ans Ende den Virtuosen, den Demagoge»» hervortrelen, nie den Menschen ahnen. Sprach- »licki»vor Volk weit seriöser als Deutsch, der WaS ec nicht meistert, mit einem Tremolo bezwingt. 21 r ö h l i n 6 BrutuS war weich, ost wohl zu weich, aber im ganzen doch richtig angelegt, ein edler Jüngling, wenn auch keil» ganzer Römer. D e m l S CassiuS vermied sehr klug das Dämonische, das in dieser Rolle leicht einen zu starken Gegenspieler schafft. Er spielte CassiuS mit Recht als einen Mann des„jnste milieu". Renners Casea ließ sprachlich»nancheü zu wünschen übrig. Die Frauen(B ehren S-Porcia, Warnholtz- Calpurnia) blieben im Hintergrund des Spiels. L i e b l S Regie hatte bei dem solennen Anlaß alle Vorzüge seines Stils: sie lvar sauber und suchte im Bühnenbild wie in der Bewegung die große Linie, die klassische Klarheit. Die Massenszenen waren gut, nur in der Steigerung der Marc Anton-Rede ging dem Volk z»» früh der Atem aus. tut Land bet Hinrichtunge« Berlin, 24. März. Wie. der»Amtliche Preußische. Pressedienst" iniitcilt, wurde heute morgens in S ch n e i d e m ü h l der durch Urteil des Schwurgerichtes in Schneidcmühl von» 26. September 1938 wegen Mordes« nein em12- iährigcn Mädchen zum Tode verurteilte «ilhel m Baitinger hingerichtet. Baitinger, der häufig Wege»» Bettelns und Landstrei« chenS vorbestraft und auch im Arbeitshaus gewesen ist. hatte sich am 8. Juli v. I. an der Ermordeten unsitilich vergangen und sie alSdann getötet. Rostocker Sontmunistenprozrß. DaS seinerzeit vom RcichSgericht an daS Hanseatische Qber- landeögericht Hainburg verwiesene HochverratS- verfahrei» gegen 19 Rostocker Kommunisten wurde am Donnerstag vom Strafsenat deS Hanseatischen OberlandeSgerichteS Hamburg im großen Saal deS Rostocker Ständehauses verhandelt. Rach etwa llstündiger Verhandlung verurteilte der Strafsenat zwei Hauptangeklagte zu je drei Jahren Zuchthaus und den dritten Hauptangeklagten zu drei Jahre»» Gefängnis. In der für Freitag vorgesehenen Verhandlung werden sich die übrigen 16 Kommunisten Wege»» Vorbereitung zuin Hochverrat z» verantworten haben. Erdstöße in Oberitalien. Am Freitag wurden in einige»» Gebiete»» Oberitaliens, und zwar in den Städten Bergamo und BreLcia und in den anliegenden Tälern, drei heftige Erdstöße mit einer Dauer von je zehi» Sekunden verspürt. Der Bevölkerung, die sich panikartig auf die Straßen stürzte, beniächtigte sich starke Erregung, zuinal es sich bereits um das dritte Erdbeben innerhalb eines Monats handelt. Es sind nur leichtere Sachschädc»» verursacht worden. Man führt das Beben auf das Wiederauflebe»» eines erloschene»» Vulkans in de»» BrcScianec Alpen zurück. Taubstumme und schwerhörige Kinder werden in die Prager Taubstummenastalt ii» Prag-2»»ichov, Holeökova ul. 18, bereits im Alter von vier Jahren ausgenommen. Gesuche, die mit dem Geburtsschein, dem Heimatsschein, dem ärztlichen Zeugnis und einem Nachweis über die Vermögensvcrhältnifse belegt sind,»nüssen bei der Direktion der Anstalt bi« Ende d«S Monates Mai 1984 eingebracht»»»erden. Die in Prag lvohnenden Kinder können auch bloß die AnstaltSschule besuchen. Der Unterricht erfolgt k o st e n l o S, die Internisten bei Verpflegung und Behandlung leisten je nach den Vermögensverhält» »äffen Beiträge. Die taubstummen Kinder erlernen in der Anstalt reden, schreiben, lesen, rechnen, sie genießen Anschauungsunterricht und crlcciicn auch all da« übrige, wat» in den Volksschulen gelehrt »vird. Da« Ehrenmal des Unbekannten Soldaten in Washington wurde in der Rächt zum Samötag von Grabschändcrn hcimgesucht. Die Räuber stahlen au» den Glaskästen zahlreiche Orden und Ehrenzeichen, ließen aber das Grab selbst unversehrt. Zwei Villen durch Erdrutsch verschüttet. Unweit Aix le» Bai ns ereignete sich ein Erdrutsch, der auf die Einwirkung der Frühjahr-regen- qüsse auf das Erdreich zurückzuführen ist. Dabei wurden zwei Billen verschüttet. In ei»»em der per» ichütteten Häuser befinden sich zwei Personen, an derei» Rettung die ganze Rächt hindurch gearbeitet wurde. Acht»«- vor Fletktyphu»! DaS Landesamt in Prag machte durch Ber- mittlung de» Efl. Pressebüros am 1. März 1934 die Oeffentlichkeit auf die Erkrankung des Landstreichers F. Sulc aus Liboch unter Anzeichci» von Flecktyphus und a»»f alle Maßregeln aufmerksam, durch die eine Verbreitung dieser bei uns seltenen und gefährlichen Krankheit vermieden werden kann. Am 23. März 1934 n»achte daS Institut deS Professors Dr. Ghon darauf aufmerksam, daß die Blutuntersuchung der Marie H l i n o v s k ä, deren Blut aus dem Leitmeriher Krankenhaus nach Prag gesandt wurde, den Nachweis dieser Erkrankung erbracht habe. Am selben Tage wurden im Krankenhause zu Leitnreritz drei Erkrankungen einer herun»ziehenden Familie(Diaria Hlinvoskä, Wenzel Hejdnk Baier und Sohn) fcstgeftellt, die Ende Feber unweit von Liboch in einem Stall ebenso wie Sulc übernachtet hatten. Das Landcömnt in Prag macht deshalb neuerdings alle Bezirks- und Gemeindebehörden, weiter die Gendarmeriekommandos, die Aerzte und Krankeuhänfer auf die bereits zur Ausgabe gelangten Anordnungen aufmerksam und ersucht, daß auf die ileberwachung deS Gesundheitszustandes und die persönliche Reinheit der herumzichen- den Personen, weiter auf deren Evidenzführung und auf bett Stand der Nachtlager geachtet werde. Die Ansteckung übertragen Läuse, sie verbreiten sie in einem unreinen Milieu und es ist beim Verkehr mit solchen Menschen die notloendige Vorsicht nicht a»»her Acht z»i lassen. Laut den bisherigen Untersuchungen ging jene Famlilie in der ztveiten Hälfte des Monates Feber ans Bohuöice(Lcitmeritz) über Wcgstädtl ^(Dauba) nach Liboch, von hier nach Melnik. Mata, Wedrufchih(bei Klecany) nach Liböice und Kralup, weiters nach Podhokanh(Kralup). Nach der Einlieferung der ersten Kranken ins Krankenhaus gingen die übrigen Mitglieder der Familie nach Brüany(bei BohuSovicej. Auf diesen eingeschlagenen Weg möge bei den Vorsichtsmaßnahmen Bedacht genommen werden Tm Prager RundiunK Die lehtvergangene Woche endete mit Richard Poche« heimatlichem Hörspiel„Rund um daS Mückentürmchen". Eö ist sehr liebevoll im Erfassen der Landschaft, vertraut mit der Wesensart erzgebir« gischer Menschen und weiß bodenständigen Humor z»> finden. In der Textierung aber erscheint e« mir stellenweise sehr primitiv und z»» arm an wirklich natur- empsiindener Poesie.— Die deutsche Sendung von Sonntag, dem 18. März brachte die für den Rund- fnnk bearbeitete Uraufführung der reizenden kleinen Oper„Der Hammel bringt eS an den Tag". Der Text ist von Otto Pick nach einer orientalischen Erzählung gesetzt, die dein Buche„Die 40 Wesiere" von Behrnauer entnommen ist. Die überaus feinsinnige, jeden» Instrumente den Eigewvert zuerkennende und in orintalische Stitnmungen tauchende Musik hat Walter Kaufmann,«in junger Karlsbader Komponist, geschrieben. Ich kann nicht leugnen, daß daS durchgehende Parlando der Singstinnnen aus mich ermüdend wirkt: aber inan bleibt gefesselt von der in zarten, träumerischen Farben»nalenden Musik. Nur ganz wenige Instrumente geben Klanastimmungen von berückender Schönheit. Warun» hat noch keine unserer heimischen Bühnen diese« zmibrisch filigrane Kunstwerkchen entdeckt? Dirigent Dr. H. Swoboda führte daS Orchester der Prager Seüdestatioi» mit zärtlicher Sorgfalt durch di« Partitur.— In bet Arbeitersendung über Straschnitz sprach Gen. Franz Seidel, au« Teplih-Schönau in poetisch gehobener Form seine„Gedanken zur Zeit". Losgelöst von rein volitischgebundenen Vorstellungen drang sein Blick durch die düsteren Schattenbilder der Gcgentvart bis zu den großen Schicksalsfragen des Lebens, dort das ernste Gebot erkennend, mif dem Boden der Dcmokra- tie mit ganzer Kraft der Höherentwicklung de« Menschengeschlechtes zu dienen.— Aus fröhlich bewegtem Herzen und mit innig wohllautender Stimme sang am gleichen Nachmittage Irma Händler vom Deutschen Theater in Prag Lieder von Gustav Mahler.— Der„Pädagogische Funk" von» Montag brachte einen Vortrag des Fachlehrer- R. Palme „Zwang und Freiheit in der Erziehung", ein sehr zeitgemäßes Thema, denn die unerläßliche Voraussetzung für jede Dentokratie sind Menschen, die fähig sind, voi» der ihnen eingeräumten Freiheit den richtigen Gebrauch zu machen. Für eine in diese»» Sinne orientierte Erziehung gab der Vortragende wertvolle Beispiele aus der Erfahrung des Lehrers.— Auffallend häufen sich die Ivirtschaftlichen Themen in den Bortragüsendungen. Alle Reliefplastiker geben opss« mistische Ausblicke auf nahende Besserung. Auch Dr. Heinrich A u s p i tz e r. der seine„Probleme des wirtskhaftlichen Ausstieges" noch innerhalb des kapitalistischen Systems zu lösen hofft. Auch Dr. Fritz Weil weiß alle Pessiinistei» mit schönen Hoffnungen zu trösten und einen wirtschaftlichen Aufstieg vorherzusagen. Befrenidend wirkt seine Auffassung, ein Teil der wirtschaftlichen Verwirrung sei darauf zurückzuführen, daß jeder Laie schon unter die Volkswirt« schaftler gehe und scho»» die Spatzen auf dem Dache Kursberichte auSpfeifen. Ich halte dagegen, daß e« nur angestrebt werden kam», daß jeder denkende Staatsbürger ein Nationalökonom»verde.— Davon Robert Linden bäum gelesene Kapitel aus einem eigenen Roman offenbart viel Schätzenswerte- aus der Psychologie kleiner und junger Menschlein: aber ganz ohne einführenden Ueberblick über das Buch, deffen Titel nicht einmal genannt»vurde, ganz ohne Zusammenhang mit dem Ganzen bleibt ein Kapitel eben nur ein schwer zu beurteilendes Bruchstück, da- die Absicht de« Dichter- nicht enthüllt.— Die Mittwochsendungen unterschlug mir eine tmibe Röhre. Der Donnerstag brachte eine gewiß allseitig begrüßte volk-siimliche Deutung zu den» Erpose deS Minister- Dr. BeneS mit einer übersichtlich Aaren Analyse der polinschcn Situation Europa- als Folge der Vorgänge in Oesterreich.— Eine schwarze Chronik eröffnete den Hörern Univ.-Prof. Dr. Josef L a n g e r in der Darstellung der„UnglückSfälle bei Kindern", die nur znin Teile unvermeidbar sind durch die tvachsende Entwicklung der Verkehr-- und Betriebstechnik, die aber in der erschreckenden Zahl und in manchen Fonnen unmöglich»verden können, tvenn Unkenntnis und mangelnde Obsorge bekämpft »verden durch dringliche Belehrung und»venn Tagesheimstätten die schlecht betreuten Kinder aufnehmei» könnten. Jng. Ludwig Karpe auS Tepliy-Schönau beantwortete die von ihm gestellte Frage„Wohin fiihrt die Technik?" dabin, daß sie zur Führung führe! „Eine sittlich geführte Technik könnte.. ,"l Ja, das ist'- ja eben!! Eine sittlich gefiihrte Technik wird getviß mich der noch so witzigen Argmnente gegen die Philosophie entarte»» können, wie sie ebensowenig au gewiesen sein wird auf ettvaS überhebliche Selbst Überschätzung. Sie wird, wie jede andere Form menschlicher Geisteskraft»»nd mit ihrglcichwertig schaffe»» iin Dienste der kulturellen Höhereutlvicklung der DIenschhcit. Nur die sittliche Führung ist das Problem— nicht die Technik! So»mll mir scheinen. Thön er. Sonntag, 25. März 1931. 9t. 71 vertrage Vcreinsnadiriditcn 445 so Wird im Stand weilergerungen. Das Ringen ist also keine Hexerei, nnd mit gesundem Herz und gesunder Lunge soll cs sogar ein Vergnüge n sein. I higkeitcn gekernt hat, die sie zu Meistern der Filmkunst machten. Wenn Eisenstein eine Treppe und Pudowkin eine Zugbrücke zeigte, dann machten sie dramatisch bewegte Bilder auS ihnen. Wenn Matscherem aber daS grüßte Kraftwerk unserer Zeit zeigt, dann wird eine eindrucksvolle Aufnahme daraus, die von jeder mittleren Wochenschau übertroffen wird. Wenn Dowschenko einfache Menschen zeigte, dann machte er sie zu Sinnbildern natürlichen Lebens, und in ihren Gesichtern nnd Bewegungen war Freude und Schmerz, Zweifel und Begeisterung auf die einfachste und klarste Formel gebracht. Wenn Dtatsche» rew aber seine Stoßbrigadlers stammeln und schwitzen, fluchen und singeir lässt, dann wirken sie wie Schauspieler, die sich gewaltsam zum Dilettantismus — oder wie Dilettanten,' die sich zur Schauspielerei gezwungen haben. Und wenn sie gar Gespräche, Redet» oder Monologe halten, dann macht sich die Ton<- filmfremdheit der Russen noch deutlicher bemerkbar als jemals zuvor. Dabei hat dieser Maischerew ztoeifcllos ettvaS sehr Gutes, Ehrliches nnd Interessantes vorgehabt. Man spürt durch alle Mängel seines FilnrS hindurch, daß er mehr wollte als Propaganda treiben und den Erfolg glorifizieren: daß er den Weg zeigen wollte, auf dem Menschen, die Schlvächen und Fehler und Faulheiten haben, zu den» Werk heranreifen, daö sie braucht. Und die Aufrichtigkeit und absolute Kitschfremdheit, die sich auS dieser Absicht ergibt, ist daS weitaus Rühmlichste an seinem Film und macht ihn als Gegensatz zum Kitsch der westlichen Filmindustrie fast doch noch sehenswert. Aber vom Russenfilni verlangt inan mehr als das.„Menschei» vergehen, Taten bestehen", dieses Wort eines georgischen Dichters, das Stalins LieblingSzitat sein soll, wollte Matscherem an» Irren. Ringen nnd Siegen einer Stoßbrigade vom Dnseprostros veranschaulichen. Er hat aber»nir einen Wettkampf schwerfälliger Russen mit einem freundlichen Amerikaner verfilmt, und er hat es im langsamsten Tempo und mit einem Mini- nnun von Anschaulichkeit getan. Eine Kurve mit Musik muß das Bild der sich steigernden Arbeit ersehen, Selchwaren der Fa.HEGNER& Cie., PILSEN SIND DIE ALLERBESTEN I Ostern in» waldreichen Lansthergebirge. Sanatorium Marlinotal bei Zwickau i. B., idealer, ruhiger Erholungsaufenthalt in frischer Waldluft. Billige Pauschalpreise für den Osteraufenthalt. Prospekte, kostenlos durch die Verwaltung. 2338 Verlangen Sie In jeder Verkaufsstelle des Konsumvereines SELCHWAREN der Firma HEGNER& Cie.. PILSEN charakteristischer Kennzeichen eines guten Plakates hervorhob ui»d auf die mißerordentliche Bedeutung des Plakates als Pionier der Zivilisation und des Wohlstandes hinwicS. Auf der Ausstellung, die ein- eiilhalb Etagen des GemeinschaftShauseS einuinimt, find Plakate ans 17 Länden» vertreten: England, USA., Frankreich, Italien, Schweiz, Deutschland, Oesterreich, Ungarn, Dänemark, Holland, Polen. Jugoslatvien, Rußland, Belgien, Norwegen, China und Tschechoslowakei. Eine eigene Abteilung bilden Schub-Plakate, darunter eine Spezialkollektion der Plakate der Finna Baka, die anschaulich die Entwicklung der Bakaplakate von ihren erste»» Anfänge»» an bis z>» den heutigen Plakate»» zeigt. Die Ausstellung wird sicherlich in der breite»» Oeffentlichkeit größtes Interesse Hervorrufen, da sie durch ihren Umfang(1130 Plakate) alle derartige»» Beranstal- iungei»»richt nur bei uns, sonder»» auch in» Auslande übertrifft. Am erste»» Tage wurde die Ausstellung bereits voi» 3003 Personell besucht. Die AnSstcllnng dauert bis 7. Mai 1934. 100 Verlanget überall Volkszünder Der Arbeitersport in der Saar. Trotz der schwierigen Lage der Arbeitersportvereine im Saargebiet, die bereits jeht unter den» Naziterror z>» leiden haben, ist die Berbandsleitung bestrebt, außer der organisatorischen Festigung auch die technische Ausbildung der Funktionäre z»» fördern. Es fanden bereits Bnndcskurse für das itinderturnen statt. Zur Förderung des Geräteturnens werden Mannschafts- lveitkäinpfe in verschiedenen Klasse»» durchgcsührt.— Für daö zuPsingste n stattsindende internationale Sportfest tvird fleißig gearbeitet. Ter belgische Verband entsendet eine F n ß- b a l l m a n n s ch a f t für einen Kampf Saarge- biet—Belgien. Jugendbewegung. Sozialistische Jugend, Kreis Prag. Sonntag, in» Heim, Nationalstratze Nr. 4, Märzfeier. Beginn abends 7 Uhr. «eise«m di-«elt t« achtzig Miaute» Man ist nach soviel Operetten, schlechte»» Schwänken und Schauerdramen auf der Leinwand sehr dankbar für einen Film, der die Wirklichkeit der Welt abbilden will. Und wenn er auch u»»r ein Reisefilm ist, der ohne Aufbau nnd inneren Zusam- menbang eine Sammlung von allerhand schönen nnd merkwürdigen Eindrücken wiedergibt,— wie ein heimgekebrter Weltenbummler, der uns in seinen Album blättern läßt und ein paar Erklärungen zu den Bildern gibt, die er dort aufbewahrt hat. Wir hätten viele Fragen an die weitgereisten Franzosen, die diesen Film heimgebracht haben. Frage»» über den Alltag u»»d die Kämpfe der Menschen, die uns ihre Bilder vorwiegend bei Feste»» zeigen, Fragen über die Wirtschafts-»»nd Gesellschastöpro» bleme, die sich hinter den Fassaden der Tempel und Paläste verbergen. Aber wir müssen unS mit diesen ausgewählte»» Eindrücke»» begnügen, die so flüchtig sind, daß sie»ms fünf Erdteile in achtzig Minuten erleben lassen. Es ist viel Schönes»md Sehenswertes darunter. Manches»»icht mehr ganz Unbekannte wie die Tempeltänzerinnen HinierindienS, die Reisfelder unter Wasser, die Durchfahrt durch dei» Panama-Kanal, die indischen und indc* inesischen Straßenszenen,— aber manches auch, tvas selten oder nie gezeigt wurde: Bilder von den Neuhebriden, voi» Tahiti, von den Kleine»» Antillen, eine Leprastation, ein Opiumraucher. Und Ivenn mich nicht viel vom Wesentlichen und Zukunftöträchtigen dieser Welt gezeigt wird, ev wird überall Leben und Natur gezeigt und nirgends Mache oder Kulisse. Der tschechische Bearbeiter Dr. S v ä r a hat seiner Redelust bei diesen» Film erfreulichertveise Beschränkung anferlegt— aber noch immer neigt er dazu, Vorgänge zu beschreiben, die jeder Zuschauer selbst auf der Leintvand wahrnehmei» kann.—eis— Schmachten, ihren geistlosen Phantasien und ihrer langweiUgen Routine. Den HersteUern der„Glückliche»» Reise", inderMagdaSchneider lächeln und M a x H a n s e n krampfhaft witzeln muß, ist eS tatsächlich gelungen, das Kiiniicke-Siiigspiel gleichen Namens in jeder Hinsicht zu unterbieten. DaS ist zwar eine überraschende Leistung,— aber durchaus keine erfreuliche»md scbcnöwerte. I— und daß eine Fahne hoch oben flattert, ändert s nichts an der Tatsache, daß dieser Film nicht auf der Hohe ist.—eiS— Sport• Spiel• Körperpflege Ringer«erden ist nicht schwer... Der Ringsport wurde in den lebten Jahren stark vernachlässigt. Ost hörte man die falsche Meinung, daß erst Kraft und großes Körpergewicht die Ausübung dieser Sportart ermöglichen. Aber Kraft und harte Muskeln sind erst das E r g c v n i S des| Ringertrainings. Sechs Atonale Training unter Anleitung tincS tüchtigen Trainers, und man kennt alle Griffe wie aus dein Effeff. Außerdem wird gerade der griechisch-römische Ringkampf,>vie ihn die Arbeiterschwerathletcn betreiben, in einer Weise geführt, die jede Verletzung ausschließt. Die Wiener Vereine gewähren jedem GastdaS Recht, ihrem Training zuzuschauen. Manche würden staunen, wie ritterlich«S dabei zugeht. Der kundige Ringer ärgert sich immer von neuem, wenn der Neuling immer wieder auf denselben Trick hluein- fällt. Und selbst der spannendste Kanipf wird von» Trainer abgepsiffen, wenn ein schlecht misgeführtcr Griff angetvendet»vurdc. Im Zeitlupentempo tvird die gesamte Kampfleistung nochmcflS wiederholt. Bei der nächsten Klubmeisterschaft kann eS dann sehr leicht vorkonimen, daß sich Neuling und Trainer als Gegner gegcnüberstehcn. Der Ringkampf ist eine raffinierte Auönützung der Schwerkraft. Schon beim Anfänger erkennt der Trainer, ob jemand ein„Werfer" oder ein „Drücker" fst. Der Werfer ist immer neugierig, was aus einem angesehten Griff des Gegners wird. Er läßt sich ost mit demselben Griff fasten. So lange, bis er daraufkommt, wie aus dem migefehten Schlüssel ein wirksamer Gegenangriff anzubringcn ist. Der„Drücker" ist ein unangenehmerer Trainingspartner. Er läßt sich feiten fassen und ist fchr schwer zu Boden zu bringen. Sind einmal einige „Drücker" in einem Verein beisannnen, so bleibt dar technische Können dieser Gruppe immer auf gleicher Höhe. Es ist daher eine wichtige Aufgabe des Trainers, beim Anfänger das Drücken, das forttvährende Ausweichen, schon im Keime zu ersticken. Was beim Fußballspiel der Seiteneinwurf ist, ist im Ringkampf das„zu Boden" oder„in die Bant" ver- tveisen. Komme»» zwei Ringer während des Kampfes auf den Mattenrand zu liegen, so pfeift der Schiedsrichter ab und verweist de» an» Rand der Matte liegenden ebenfalls„in die Bank". Kann sich der Ringer dann nach der Berührung des Gegners befreien, der ■ei Weise. C.'""' r nb ohne einwandfreie Großmut l»ch dan «Mtkllche Reife Hoffentlich entschließen sich die Herren von der Cinfuhrkainmission, die Reise der reichsdeutschei» Filme nach Prag weniger glücklich zu gestalten als Psale Zion. Montag, 20 Ilhr, im große»» Festsaal des Beth Haam,.Kundgebung:„F a s c i s m u S ,»n d I u d e n t u m". Redner: Dr. A. Heller, Dr. I. Schlesinger, Dr. H. Hoffmann. Leitender Arzt Dr. A. Saude Phys, dtätet. Heilanstatt für alle inneren n. Stoff» wechselkranwetten, rheumatische Erkrankungen, Ischias, Rervenkrankhetteu Prospelt« g n. AuaMnfte durch die BerwolUmg. 2,lesen er Aus der Partei Jahresversammlung der Deutschen fozialdemo- kratischen BezirkSorganisation Prag. Die Jahresversammlung der BezirkSorganisation findet Freitag, den 13. April statt und eS werden die Organisationen gebeten, sich diesen Tag freiznhalten. Dienstag, den 10. April, findet eine Sitzung der Bezirksver- tretung statt. Filme In Frager Ltditsplclltäusern biv einschließlich Donnerstag, den 20. März. Alfa:„Casanova".— Beränek:„Katharina die Große".—» Ftnix:„Dieser alte Schuft".— Gaumont:„Daö Hänschen in Emans". — Hollywood:„Das Hänschen in EmauS".— Hvkzda:„M c lt j ch e n und Täte n."— Julis: „Die Schlacht."— Kinrma: Journale, Groteske. Reportage(1L2—%S). Koruna:.„Tic Stimme ohne Gesicht".— Metro:„Reise um die Welt in achtzig Minuten".— Olympic:„M enschen und Taten.— Passage:„Bubi".— Praha:„Das Häuschen in EmauS".— Radio:„Katharina die Große".— Skaut:„Die letzte Nacht".— Svitozor:„Bubi".— Aeadeiniea:„Großfürstin Alexandra".— Alma:„Die sechs Frauen Heinrichs Vlll."— Baikal:„Katharina die Große".— Carl- ton:„Der kleine König".— Favorit:„Katharina die Große".— Roxh:„Katharina d i c Groß e".— Sport:„Zum hl. AniöniuS".— Menschen und Taten Tie»neislen Rusienfilme haben u»»ö um Erlebnisse reicher gemacht. Tiefer aber, der daS große Kraftwerk Dnjcprostroj, die techirische Stoßbrigaden und mit ihnen die Industrialisierung der Räterepublik verherrlichen will, macht unS um eine Enttäuschung reicher. Denn kaum eine seiner Szenen erinnert ai» die bezwingende Lebendigkeit, die einfache Wuch» und die getvaltige Wirklichkeitsgestaltung der unvergeßlichen russischen Meisterwerke von„Potem- kin" bis zum„Weg ins Leben". Das hitzige Tempo der russischen Technisierung steht in krassem Gegensatz zu der Schwerfälligkeit dieses FflmS, der umständlich ist, wenn er deutlich fein will, der unbeholfen ist, wo er H»»mor versucht, und der schwerverständlich ist, obgleich er übertrieben primittv bleibt. Der Regisseur Matscherew hat mit diesem Werk belviesen, daß er von den großen Vorbildern Eisenstein. Pudowkin und Dowschenko nicht die Fä- Singgemeinde. Dienstag, den 27., S Ilhr abeichs, Probe am gewohnten Ort; Erscheinen aller wichttg, da Vorbereitung der Mitwirkung an der Partei-Jahresversammlung. Achtung! In der Karwoche werden keine Tur»»stunden abgehalten l Grund: Ausräu mung der Turnhalle. Der Tur»»betrieb beginnt wieder für die Turner am Dienstag, de»» 3. April, für die Turnc- rinuen am Motttag, den 0. April. Gute Erholung und dam» wieder frisch ans Wer« i Mitteilungen aus dem Publikum. Plakat-WeltauSstellung in Zlin. An» 18. März, um 8 ilhr vormittags, tourde ii» Jlii» die Plakat- WeltauSstelluug eröffnet, die über Anregung des Chefs der Baka-Werke, I. A. Baka, von der Reflameabteilung des Unternehmens veranstaltet tvird. Die Ausstellung tvurde vom Vorstand der I bisher. Es besteht wahrhaftig keil» Bedürfnis für Rellamcabteilung, H. Strangfeld, mit einer sach- | diese fad verfilmten Operetten mit ihrem neckischen lichen Ansprache eröffnet, i>» der er die Bedeutung Bezugsbedingungen: Bei Zustellung tnS HauS oder bei Bezug durch die Post monatlich k