14. Jahrgang Dienstag, 27. März 1934 Nr. 72 IENTRALORGAN DER DEUTSCHEM SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN DER TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK EinztW«70lMr (•toecHieftfkh SHoHenfate) ,« ERSCHEINT MIT AUSNAHME DES MONTAG TÄGLICH FRÜH, ikoaktion uho Verwaltung wag xii., fochova«. mtroN aarr. Administration TRWOn swi. HERAUSGEBER. SIEGFRIED TAUB. CHEFREDAKTEUR■ WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER HOAKTtUti M. EMIL STRAUSS, PRAG. Tagung der Internationale SolldaritdtsKundilehnng lOr die österreichischen Arbeiter Paris, 26. März. Tac- Präsibi»»»» der Sozialistische» Ardritrr Inlenintionalr, das in Paris tagte, befasste sich mit aktuellen fragen und insbesondere mit den lürzlichen Ereignissen in Oesterreich. DaS Präsidium beschloß einmütig, einen Ausruf zu erlassen, in dem den österreichischen Arbeitern, die den Kampf für die Freiheit geführt haben, den Ausdruck der Solidarität und Bcwundrnmg sowie die Ehrenbezeigung für die Opfer der Wiener Kommune übermittet und ssc der Sympathien der Arbeiterschichtrn aller Böller versichert werden. Das Ansuchen der französischen»rosozialisti- schrn Partei lNenaudel) nm Aufnahme in die An- ternationale wurde dem Ausschuss der Sozialistischen Arbeiter-Jntentationale zngcwicsrn. V/38 VollkUK nickt geme kürt... Der österreichische Bundeskanzler D o l l- f n st sagte am Sonntag bei einer Kundgebung in Klosterneuburg: Ich höre rS gar nicht gern, wenn man sich hente ausserhalb nnserer Grenzen mit dem Probien» Oesterreichs beschäftigt. Wir sind kein Problem, wir sind nicht Objekt der Politik, sondern Subjekt. ' Dazu bemerkt der linksbürgerliche„Prager Mittag" treffend: »Oesterreichs BundeSkailgler Dollfuss macht sich das Leben bequem: Als er in Bedrängnis Ivar, Geld und Hilfe brauchte, konnte ihm nicht genug über Oesterreich gesprochen lverden, konnte er selbst nicht genug über Oesterreich sprechen. Er fuhr von Hauptstadt zu Hauptstadt und liest mit stolz und Befriedigung seine Presse alles abdrucken, lvaS in der Welt über Oesterreich gedruckt und geschrieben wurde. Jetzt auf einmal patzt es ihm nicht mehr, dast sich die Welt mit Oesterreich beschäftigt. Weil sie daS arme Oesterreich nicht mehr bemitleidet, weil sie einiges gesunden hat, waS ihr an dem Dollfuss-Regime nicht mehr gefallt. Weil sie an die wilde Leidenschaft Dollfuss' für die Unabhängigkeit Oesterreichs nicht mehr glaubt. Weil sie dem Kanzler auf die Fingen sieht. Dollfuss gebietet dec Welt Schweigen! Aber Dollfuss irrt: Die Welt wird nicht schwei- genl" Freiwillige Dienstzeit- Verlängerung in Frankreich ermöglicht Paris, 26. März. Der Kriegsminister hat verfügt, dass die Rekruten, die kurz vor ihrer Entlassung stehen, berechtigt sind, im Laufe des Monates April sich für weitere sechs Monate zil verpflichte», die sie in derselben Eigenschaft und in der gleichen Truppenformation abdiencn können. Ausserdem ist die ssahl der zugelaffcncn Neuvcr- pflichtungen für 18 Monate wesentlich erhöht worden, so dast auch diejenigen jungen Leute, die ihrer Dienstpflicht innerhalb der lcbten.fünf Mahre Genüge getan haben, Gelegenheit finden, durch eine ISmonatige erneute Militärdienstpflicht wenigstens vorläufig der Arbeitslosigkeit zu entgehen. kür definitive Währunss- Stabilisierung London» 26. März. Die vom Ausschuss der Internationalen Handelskammer formulierte Resolution über die internationale Währungspolitik, die der Rat der Internationalen Handelskammer in seiner kürzlich in Paris abgehaltenen Sitzung genehmigt hat, wurde heute veröffentlicht. Die Resolution spricht die Ansicht aus. dass nunmehr die geeignete Zeit für die definitiveSta« bilisierung derführendenWelt« Währungen gekommen ist, denn in den Preisverhältnissen ist bereits ei«l heftimmtcs natürliches Gleichgewicht cmgetreten. Heraus mit der Sprache! er I. 3. „Prager Tagblatt“ im Dienste des KPC-Apparats 7 Die»Welt von heute" erhielt daraufhin vom Genossen Katz eine Berichtigung, die sic nicht brachte. Sie wird also zu deren Abdruck gczlvun- gen lverden müssen. Ausserdem überreichte Genosse Katz gegen das Blatt die Klage. lind nun ist vorläufig folgendes scsizustcllen. Tic.,W eit von heute" ist ein getarn- tetz k o m nr u n i st i s ch e s T a g b l a t t, das iin P r a g c r V e r l a g M e r e tz erscheint, also im I Hause des»Prager T a g v l a t t". Ob und lvelche redaktionelle Verbindungen zlvischen dieser koiniininisiischcn»Welt von hente" und dem»Prager Tagblait" taisächlich existieren, wissen wir nicht. Eben das aber nucss die Ocsfenilicbleik durch j da?»Prager Tagblati" selbst»»'bedingt erfahre»». Wir fragen also: W c r w a r d e r M a n o, der sich bei Polizei und Gendarmerie in Falkenan als Berichterstatter des„Prager Tagblait" anS- gab? War dieser Mau« berechtigt, sich als Berichterstatter des„Prager T a g b I a t t" anc-zugeben? Wenn nicht— was wird das„Prager Tagblatt" nntrrnrhmrn, nm tlarznstrllen, dass der Bering Mrrrtz zwar alt- großkapitalistisches Unternehmen Geschäft mit jedermann»nacht, auch mit den Kommnnisteu, daß Brrlag Merep zwar gerne Berlenm- dungcn gegen Sozialdemokraten druckt, daß aber immerhin das„Prager Tagblatt" darüber hinan» die redaktionelle und moralische Berantwvrtung für die Lügen jenes Herrn nicht tragen lviil, der sich charakteristischer Weise als Tagblatt Bertrrtrr anü- gab, nin prompter Anskünste für die Kom- m»nisten z» bekam»ne»? Wir erivarteu, dass das»Prager Tagblatt" sofort und in uiiziveideuiiger Weise diese fragen ! beanilvortei. Sollte das nicht geschehens so müsste inan annehmen, dass der Berichterstatter der„Welt von heute" sich z u R e ch t als Berichterstatter des »Prager Tagblatt" anSgab. lind si'»r diesen Kall lvärc die Abrechnung mit den:»Prager Tagblatt" und mit den koalierten Kommunisten nocii entschic- I dener forlzuschen. Wir würden das nicht verab- . säumen. Wir beschäftigen uns an anderer Stelle, neuerdings mit den»iedcrirächligen Verleumdungen gegen niiseren Abgeordneten Genossen K a tz. Nun handelt es sick darum, auch noch eine andere Seite dieses ekelhaften Kapitels einer politischen Hetzkainpagne gegen die Sozialdemokratie zu beleuchten. Tie Fäden der gemeinen szntrigue gehen nänilich über den Prager M e r c»»- K o n z e r n und über das„Prager Tag blatt", das den Grundstoit dieses Verlages bildet, llnd damit verhält es sich so: Bei der Falkenauer Polizei schien dieser Tage ein Herr, der sich atü Berichterstatter des„Prager Taglilatl" ausgab und in dieser Eigeilschaft Ansklärung über den„Fall Katz" wünschte; der Polizeibeamtc sagte dem Journalisten, dass an den Gerüchten über Katz nichts Wahres ist; der Reporter war mit dieser Auskunft nicht zufrieden; also schickte ihn der Bcmntc zur Gendarmerie; der Falkenauer Gendarmerie-Kommandant erklärte nun dem AuSfragcr wörtlich: „ES ist an alledem, waS über den Abgeordneten Katz da verbreitet»vurde, kein wahreSWort. Herr Katz ist auch nicht fort, ich babe übrigen» erst am SamStagna-chmittag noch mit ihm über irgendeine andere Sache gesprochen." Nack Enipfang dieser eindeutigen Auskünfte, die doch den restlosen Zusammenbruch des Ver- leumdungöversnchcS darstellen, und obwohl ja a»lsscrdcm schon die öffcmliche Erklärung des Gc- nosscn Katz und die öffentliche Mittcilling vorlag, dass er seine Verleumder dem Gerichte übergibt, erstattete der erlvähutc Berichterstatter des„Prager Tagblait" in der„W e l t von heute" einen Bericht unter dem Titel: Nach Zajiirk— Katz'? Nichtdemrntierte Gr- rächte im Egcrland" Die klare Anskiinft durch den Polizcibeaintcn wurde in diese»»» Berichte dahin»imgelogen, dass die Falkenauer Polizei„nicht sagen könne", wie es um die Angelegenheit stehe, von der mau»jedenfalls spricht". Und die Auskunft durch den Gen» darmeriekommandantsn wurde auf folgende beispiellose Weise in ihr Gegenteil»mgelogen: „Ich habe vor etlva einer Stunde davon erfahren. Wir haben noch keinen Auftrag, gegeuKahvorzugehe n." Statt 750 Millionen Mark Ein Jahr hakenkreuzlerlscher Arbeitslosenfürsorge Münster, 25. März. ReichSfinanzminister GrafSchwerinvonKorsigk sprach hier über öffentliche knnanzen und Wirtschaft, wobei er u. a. erklärte, dass die Steuereinnahmen von 1626 bis 1932 um 3,5 Milliarden Dtark herabgcsrmken feien bei gleichzeitiger Erhöhung der Steuern um drei Milliarden, so dass in Wirklichkeit ein Strner- rückgang von 6,5 Milliarden zn verzeichnen war. Der Haushalt für Arbcitsloscnfnrsorge im Jahre 1933 sei dagegen durch die Maßnahme» der Arbeitsbeschaffung(?!) von 750 Millionen auf 200 Milliourn herun- tergegaugen. Solange die normale Auftragserteilung nicht wieder das übliche Mass erreich«, müsse«ine zu- sähliche Arbeitsbeschaffung vom Reich eingrrifen, um«ine gewisse AebergangSzeit zu überbrücken. Dazu werde das Geld geliehen, denn auS dem laufenden Haushalt« könne eS nicht gegeben werden. Diesen,„Pump", sagte der Münster, nehme er durchaus nicht leicht, weil darb» eine schwere Borbelastung für die künftigen Jahre liege, die ohnehin durch die Steuergutscheine mit vier Milliarden und durch den HauShaltSfehlbetrag auS den frühe«« Jahren mit zwei Milliarde« vorbelastet sind. nur mehr 2001 | Die Herabsetzung der staatlichen Ausgaben für dieArbeitSlosensiirsorge beträgt in dem ersten Jahr der Alleinherrschaft deS allein selig machen- den Hakenkreuzes also nicht weniger alS 550 Millionen Mark, d. s. 73.3 Prozent! Dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland auch nur annähernd um einen solchen Prozentsatz gesunken wäre, wagen selbst die gefärbtesten Statistiken nicht zn behaupten. Eil» weiterer Kommentar zu dieser„Arveits- losensürsorge" im Dritten Reich ist wohl kanm mehr notwendig! Der National„svzia- l i s m u s" kann sich wirklich sehen lassen! Nazitransport durch die Tschechoslowakei? Budapest, 26. März. Wie das„8-Uhr- Blatt" berichtet, sind die Verhandlungen über den Abtransport der nach Ungarn geflüchteten österreichische»» Nationalsozialisten erfolgreich abgeschlossen worden. Die seit einigen Monaten in Raab internierten 150 österreichischen National- , sozialisten werden sich demnächst über die Tschechoslowakei nach Deutschland begeben. Lidovci und Ludovci DaS Verhältnis der tschechischen zu den slowakischen Parteien ist seit Gründung der Republik stets bestimmend für die innerpolitische Ent- Wicklung des Landes gewesen und die Annäherung, die sich in der letzten Zeit zlvischen den Tschechisch- und Slowati sch-Klerika lm», den l-iäovol lind den I-uäovoi vollzogen hat, wird sicherlich mich nicht ohne Einwirkung aui die politisch-parlamentarische Lage sein, sic darf des- wegen auch von uns nicht unbeachtet gelassen werden. In der ersten gesctzgebendeil Körperschaft der Republik, in der ernannten Nationalversammlung, bildeten die slowakischen Parlamen- taricr eine»» eigenen Klub. Seit den Parlamentswahlen vo»i 1020 ist dies anders geworden und die tschechischen Parteien haben sich bemüht, auch in der Slowakei Boden z» fassen. So haben die tschechischen Agrarier insbesondere bei den letzten Wahlen dort verhältnislnässig grosse Wähler massen für ihre Liste gewinnen können, die slo lvat'ischcn Sozialdemokraten sind bereits seit dem Umsturz ein Teil der tschechischen Sozialdemokratie und auch die Nationalsozialisten und Na- tionaldcmokralen haben mehr oder weniger Anhänger in den östlichen Gebieten der Republik. Schwieriger hatten cs die Tschechisch Klerikalen. Hlinka tvar ein Märtyrer der slowakischen Frei- heitsbestcebniigen im alten Ungar»» gewesen. Tie slowakische Volkspartci hafte ihre eigene Geschichte, ihre besondere Äd eologic und vor allem war sie die entschiedenste Vorkämpferin des Gedankens der slowakische» Autonomie. Sie weigerte sich ihre Selbständigkeit anfzngcben und in der tschechischen Volkspartci anfzugehen. Tie Hlinka-Anhänger machten auch eine ganz andere parlamentarische Politik als Sramek: während die Tschcchisch-Klerikalcn immer in der Rcgic- rnilg waren, waren die Slowakisch Klerikalen meist in der Opposition»nd sind cs fetzt wieder seit einem halben Fahrzehnt. Fn der letzten Zeit nun bemühen sich gewisse Kreise sowohl auf tschechischer als auch auf slowakischer Seite die jloivakischc Volkspartci zu einer Acnderung ihrer Politik zu bewegen. Die ungarischen RevisionSwünsche lassen eine stärkere Vertretung des slowakischen Elements in der Regierung einzelnen Faktoren als wünschenswert erscheinen. Bor allen» erhosscn aber die tschechisch-bürgerlichcn Parteien von einem Eiiftrftt der slowakischen Volkspartei in die Re gierung eine Stärkung des bürgerlichen Flügels innerhalb der Koalition, da die Vertretung der kapitalistischen Interessen infolge des Anstrillcs der Nationaldcmokraten aus der Regierung eine Schwächung erfahren hat. Das allergrösste Interesse an der Sache habe»» naturgemäss die Tschc- chisch-K l e r i k a l e n. Eine Vereinigung der tschechischen und slowakische»» Klerikalen in einem einheitlichen parlamentarischen Klub würde die Verhältnisse innerhalb der Regierung und Koalition naturgemäss bccinflnsscn. Man muss sich, uin daS zu ermessen, nur klar machen, dass die fühlende Partei der Koalition, die tschechischen Agrarier, gegenwärtig-16 Mandate haben, die zweitgrösste Parte! der Koalition, die tschechischen Sozialdcinokraten 39, die Nationalsozialisten 32, die Tschechisch-Klerikalen 25 Mandate, die aber durch Einbczichiing von 19 Slowaken einen Klub von 44 Abgeordneten bilden würden, demnach die zweitgrösste Partei des Hauses wären und die sich sogar, wie aus den klerika- len Blättern hervorgeht, die Hoffnung machen, ev. nach erfolgten Wahlen stärker zu werden als die Agrarier und so das Anrecht auf die Führung der Regierung zu gelvinnen. Mag a»»ch der Wunsch der Tfchcchisch-Kleri. kalen, die grösste Partei der Republik zu wer- den, wenig Aussicht auf Verwirklichung haben, die Verschmelzung der tschechischen und siowaki. schen Klerikalen oder auch nur der Eintritt der Hlinka-Lcule in die Regiemng dürfte doch nicht Dienstag, 2 März 1V34 Rr. 7? Vor drei Jahren wurde um den Reichender» jedoch bewiesen, daß der Hal. I I die Hetze gegen Katz keinerlei Grundlagen Trotzdem erschien am nächsten Tage der große Bericht in der»Welt von heule", der den bezeichnen« den Titel trug:»Nach Zajiöek— Katz? Nicht dementierte Gerüchte im Egerland". Die Auskunft, die der»Berichterstatter des Tagblatt" von der Falkenauer Polizei erhalten hatte, wurde von dem Blatte gefälscht wiedergegeben, nämlich so:„Daö können wir nicht sagen. Jedenfalls spricht man davon." Ebenso wird die Auskunft des Gendarmeriekommandanten entstellt wiedergegeben. Eine Berichtigung des Genossen Katz hat die saubere»Welt von heute" nicht gebracht, dafür aber folgend« Antwort auf das Dementi: «Man muß betone», daß zwar diese- Dementi alle nebensächlichen Umsländc berichligt, nur nicht die Hauptsache— nämlich, daß die Gerüchte um Katz, betreffend der Unterschlagung von Arbeitergeldern durch Katz jeder Grundlage entbehren. Und diese Frage ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt." S o also arveiiel der kommunistische verleum- dungoapvarat l Tie entlarvten Verleumder lügen weiter, daß sich die Balken biegen. In Altrohlan haben die Kommunisten die Schurkerei gegen Katz sogar plakatiert. Die entrüsteten Altrohlauer Arbeiter haben den kommunistischen Aushänge« rmd Kolporteure! Anläßlich der Osterseiertage wird im Buch- drulkergewerbe am Montag nicht gearbeitet, jedoch bewiesen, daß der„Vorwärts" nicht den Willen hat, sich so in die genossenschaftliche Front einzugliedern ivie alle anderen genossenschaftlichen Organisationen. Dem Konsumverein„vorwärts" wurde vom verband deutscher Wirtschaftsgenossen« schäften deshalb u. a. folgendes geschrieben: »1. Müssen Sie in einer gemeinsamen Sitzung Ihr Bedauern über die beleidigeMn Zwischenrufe Ihrer Delegierten an den letzten Tagungen ausspre« chrn und die verpflichwng übernehmen, in Hinkunft diese ungenossenschastliche Art der Polemik zu unterlassen. 2. Jede Verteilung von Druckschriften der sogenannten proletarischen GenossenschaftSoppositton mif Kosten Ihrer Genossenschaft hat zu unterbleiben. S. Ihre Funktionäre und Angestellten verpflichten sich, in keiner Weise an organisatorischen Arbeiten irgendtvelcher Art teilzunebmrn, deren Zweck die sogenannte„Zellenbildung" in anderen Genossenschaften des Verbandes ist. 4. Fordert der Verbandsvorstand ein klares Bekenntnis von Ihrer gemeinsamen Sitzung, daß Sie den Punkt IX der bekannt«! 21 Bedingungen der Kommunistischen Internationale, welcher besagt: „Jede Partei, die der Kommunistischen Internationale anzngehören wünscht, muß shstema« tisch und beharrlich eine kommunijiische Tätigkeit innerhalb der Gewerkschaften, der Arbeiter» und Betriebsräte, Konsumgenossenschaften und anderer Massenorganisationen der Arbeiter entfallen." nicht anerkennen." Zum Schluß beißt es in dem Schreiben: »Wenn Sie die vollständige und restlose Erfüllung dieser Bedingungen, die der BerbandSvor- stand als notwendige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Einheitlichkeit der Verbandsorganisationen betrachtet, aülehnen, erfolgt damit der Ausschluß Ihrer Genossenschaft ans der Verbandsorganisation. Die Entscheidung Ihrer Genossenschaft auf dieses verlangen haben Sie uns binnen 14 Tagen, d. i. bis zum 7. April d. I., mitzuteilen." Entwicklung in Deutschland und Oesterreich, stär keren Einfluß auf die Führung der Staatsgc schäfte zu gewinnen. Soll der Plan der Zckyva. chung des sozialistischen Einflusses in der Koa. lition nicht gelingen, ist auch eine Konzentration der Kräfte auf dem linken Flügel der Regie- rungSkoalition notwendig. Man kann nicht sagen, daß die sozialistischen Parteien dieser Entwick- luug nicht Rechnung tragen würden. Tatsächlich kann man in der letzten Zeit eine gewisse An näherung der tschechischen Sozialdemokraten und der tschechischen Nationalsozialisten beobachten, ivelche möglich gemacht wurde— man muß daö hervorhcben— infolge der entschieden demokrati schen Haltung der tschechischen nationalsozialisti- scheu Partei. Diese, welche vielfach kleinbürger- liebe Elemente enthält, hat in den letzten Mona ten gar keinen Zweifel in ihre entschiedene, demo kratische Gesinnung aufkommen lassen. Das ..ent°", Leser Ulllmswm an Nen Konsumverein„Vorwärts“ Schluß mH Heu Spaltern der Genossenschaften. (• daß unsere Nummer am D i e n S t a g. Konsumverein.BorrvürtS eta heftiger Kampf beit 3. April, entfällt. Die nächste Zwischen den überzeugten Genossenschaftern und «Ausgabe erscheint dann zur gewohnten i den Beauftragten der kommunistischen Partei ge« Stunde am M i t« w o«, den 4.« p r i I. führt, der mit der Spaltung de» Verein« und Dir Berwalwng. Durchsetzung der Prinzipien im»vorwärts" endete, die seinerzeit ein gewisser Herr Ertinger für I die Arbeit in den Konsumvereinen aufstellte. Herr von den sozialisftschen Parteien dieses Landes Ertinger ist längst schon den Weg der Renegaten unbeachtet gelassen werden. Die bürgerlichen gegangen und hinterließ nach seiner früheren Parteien versuchen, bestimint durch die politische Funktion im.Halleschen Konsumverein retckftch viel Gestank. Aber sein Nngeyt wirkt tn Reichenberg weiter. Die genossenschaftlichen Einrichtungen des Konsumvereins„vorwärts" werden insbesondere zum Kampfe gegen den verband deutscher Wirt- schaftSgenossenschasten mißbraucht. Im Organ deS Konsumvereins, dem„Konsument", der in Wirk- lichleit ein Organ der kommunistischen Partei ist, werden nicht nur die Funktionäre de§ Verbandes der WirtschaftSgenossenschaften ununterbrochen angegriffen, sondern cö ivird auch zur Bildung kommunistischer Zellen in den nichtkdmmnnifiischen Genossenschaften, asso zur offenen Spaltungsarbeit anfgefordert. Die Hintermän« ner dieser Spaltungsarbeit werden vom Konsumverein„vorwärts" bezahlt; sie sind seine Angestellten und Funktionäre. Dies bat den Vorstand des»Verbandes deutscher WirtschaftSgenossenschaften" veranlaßt, an den ihm noch angeschlossenen Konsumverein»Bor« wärtS" eine ultimativeAn frage zn richten, in der es heißt, daß sich der Verband durch Jahre hindurch trotz allen Widerständen und Enttäuschungen bemüht hat, den Konsumverein»Vor« loärtS" zur Einhaltung der genossenschaftlichen Grundsätze zu bewegen. Die letzte Tagung des ” i deutscher Wirtschaftsgenossenschaften, ! Kommunistische Verieumderorsanlsatlon Wie die Gerüchte um Genoffen Katz fadriziert I wurden. Wir habe» vor eiuigen auf daS uuglalibtiche Bubenstück des kommunistischen Blattes„Die Welt von heute" hingcwiesen, daS dem Genossen Katz ohne jeden Grund vorgeworjen hat. er habe Millionenbeträge Unterschlagen und sei geflüchtet. Der „Bolkswille", der den Verleumdungen gegen Katz nachgegangen ist, berichtet nun nähere Einzelheiten über daö kommunistische Komplott gegen Katz. Diese Einzelheiten beweisen, daß die Kommunisten eine regelrechte Verleumdungsorganisation habe». Der Kerl, der siir„Die Welt von heute" in Falkenau„gekundschaftet" hat, hat sich bei der dortigen Polizei als Berichterstatter des„Prager Tagblatt" ausgegeben. Obwohl er bei der Polizei erfahren hatte, daß an den Gerüchten gegen Katz nichts Wahres ist, begab sich der Herr„Berichterstatter" zur Gendarmerie, wo ikm der gleiche Bescheid ivuvde. Damals war auch schon die Erklärung deS Genossen Katz im„Boltöwille" er« I schienen. Der„Berichterstatter" tvnßie also, daß kästen, in dem daö Plakat hing, allerdings sofort heruntergerissen und voller Empörung zertrümmert. Auch der Rednerapparat der kommunistischen Partei wurde in den Dienst der Verleumdung gestellt. Daß die tschechischen Fascisten, nämlich die Sttistrnyblätter, sich auf den fetten Happen mit Eifer stürzten, denen ihnen die Kommunisten zu« geworfen hatten, nimmt nicht tvunder. Fascisten und Kommunisten sind, wie dieser Vorfall wieder beweist, einander würdig. „Sudetendeutsche Einigung 4' Die Deutsche ArbeitS- und Wirtschaftsgemeinschaft, Gruppe Rosche, hat am vergangenen Samstag abends in Reichenberg eine öffentliche Versammlung abgehalten, zn der sie sich als Redner den Abgeordneten Dr. Peters aus Prag verschrieb. Die Henlein-Partei hatte mittels Rnndschreiben an ihre Mitglieder ihre Anhänger — wie schon der„Freigeist" Samstag mitteilte — aufgefordert, an der Versammlung teilzunehmen, um, wie es im Rundschreiben heißt, nach der Rede eines HenleinparteilerS mit großem Beifall einznsetzen und den Saal zu verlassen. Tatsächlich hatte sich der ganze deutsche Turnverein und Mitglieder des DHV, alles ehemalige Nationalsozialisten, elngefunden. Dr. Peters, der über die sudetendentsche Einigung sprach und dabei nur Beifall fand, als er auf die Sozialdemokraten loshieb, hatte gleich von allem Anfang an den Widerstand der Versammlung zu spüren. Als er versuchte, wenn auch mit aller Vorsicht und mit deutlicher Anbiederung an Henlein, die Sudetendeutsche Heimatfront zu kritisieren, zeigte sich, daß dieses deutsche Bürgertum weiter von der Einigung entfernt ist als je. Die Zwischenrufe wurden dichter und Ivie eö nicht anders zn ertvarten war. auch genügend gemein und arteten teilweise in Tunnilt auö. Als zweiter Redner sprach der Führer der Reichenberger Heimatfront einige Sätze und der ganze Saal setzte mit kommandiertem, demonstra tivem Beifall ein. Mit den Rufen:„Heimatfroni heraus!" zogen die Helden ab. Die zurückgebliebenen älteren Herren mach ten betrübte Gesichter, doch gelernt haben sie müdem Vorfall nichts. Dr. Peterö tvie noch ein andc rer Redner faßten ihre Bkeinung dahingehend zu- sammen, daß der„unwürdige" Vorfall auf den Auftrag untergeordneter Organe der Henleinfront zurückzuführen sei. Sie können also durchaus nicht begreifen, daß die Henleinfront als faseistische Partei auch bei uns den Totalitäts ansvruch stellt und weder eine andere Meinung noch Partei neben der ihren dulden will. Wlrtachaftsverhandlungen mH Frankreich Ein Provisorium für ein weiteres Bierteljabr Paris, 26. März. Im Handelsministerium wurden heute die französisch-tschechoslowakischen HandelsvettragSverhandlungen begonnen, die bekanntlich in Paris nach der Devalvation der Krone unterbrochen und nach Prag übertragen wurden, wo ein provisorisches Abkommen über das Kontingent-Regime für das erste Vierteljahr 1984 abgeschlossen wurde. Die gegenwärtigen Verhandlungen bezwecken ein allgemeineres Abkommen für daS zweite Vierteljahr. Dieses Abkommen wird jedoch automatisch für die weiteren Quar j tale verlängert werden. 57 HlH. ite Ihm: VerseWungene Hacke tin Xoman in vier hüsoöen Autorisierte Uebometsunc tua dem Holländischen von E. R. Fuchs. „Ich fürchte, das ist eine ärmliche Freude für einen lebendigen Menschen, Peter." „Deine Befürchtung ich unbegründet... die Hossuuug hat unö für unsere Ideale und unser schwere» und mühsames Wert in Feuer und Flamme erhalten... und daneben auch die beseligende Freude echter Brüderlichkeit..." Er hob den Kopf und betrachtete trotzig und doch auch etwas mitleidig den König. „DaS ist eine Freude, die du nicht kennst oder je kennen>virjt. Du kannst dir nicht vorstellen, nicht einmal annähernd, welch übermenschliche Kräfte da» in einem entwickelt. Man kennt einander nicht, hat einander nie begegnet und keine Ahnung gehabt von den» Sein des anderen. Man faßt gemeinsam dasselbe Werk an, dasselbe gefährliche, mühevolle, manchmal widcrjprucher- weckende Werk. Dieselbe Neberzeugung beseelt einen, dieselbe Hoffnung>värmt einem daö Herz, dieselbe große Erwartung macht deine Seele iveit. Dann erklingt dir daö Wort: einer für alle und alle für einen wie ein lebendiges Wunder. Brüderlichkeit schlingt ein Band von Herz zu Herzen und man tut nichts anderes mehr, als was der Allgemeinheit gilt. Was ist zufällige Blutsverwandtschaft, verglichen mit diesem festlichen und heiligen Bund, der Brüder macht auS Wildfremden, Freundschaft und Liebe entzündet, die zeitweise beängstigende Formen annehmen kann. Du verstehst das nicht und du wirst es nie fassen. welches Leid unö deine Verfolgungen brachten. I Wenn wir deine gekauften Kreaturen umbriugen, verlierst du ein gutes Weetzeug, das durch ein? ■ anderes ersetzbar ist. Aber wenn ihr einen der llnseren sangt und ermordet, dann verlieren wir i einen Kameraden, einen Bruder, ein Stück unseres ' eigenen Jchs und ihr zerfleischt uns das Herz, . Vielleicht verstehst du nun die unglaubliche Toll» I lühnheit. mit der wir manchmal die Gefangenen I zu befreien versucht haben? Ich bin ein harter Manu, der gekämpft hat, ohne Gnade zu erflehen ! oder zu gewähren und über mich selbst oder mein ! Lebe» habe ich mich nie beklagt. Aber manchnial, Ich will dirö nun einbekennen, bin ich nächtelang ! schlaflos gelegen oder in meiner Kammer herum« . gelaufen und habe in grimmigem Harm gegen | Tränen angelämpfl, wenn ihr unsere jungen, feurigen Kameraden ergriffen hattet und ich tatenlos zusehen muhte, wie sie von eurem Henker zum Schafott geschleift wurden. Diese prachtvollen, edlen, juijocn Menschen... die an mir hingen wie Knaben an einem älteren Bruder und die ich liebte, als ob sie meine eigenen Kinder gewesen lvären. Mit meinem Herzblut hätte ich sie be« schinnen wollen, aber sie forderten ihr Teil am Werk und gingen an ihm zugrunde und dankten mir, daß sie cs hatten tun dürfen. Einmal habe ich drei ans den Klauen deiner Henker geholt... eö lvar ein verztveifeltes Unternehmen, doch ev glückte. DaS ist der schönste Tag meines Lebengewesen... nun sind sie doch alle drei tot, gefallen einer nach dein andern fiir die große Sache ... die armen Jungen! Einstmals werden ihre Namen im Ehrenbuch der Menschheitsgeschichte in goldenen Lettern prangen. Doch ihr habt sie wie Hunde erschlagen. Und wenn der Schmerz zu mächtig tvurde und ich fürchtete, In wahrhaft tigerartigen Zorn auszubrechen... dann ging ich zu meiner Schwester, reiste tagelang, bis ich sie gefunden hatte und getröstet wurde...." „Deine Schwester Lisa?" „Meine Schwester Lisa." „Sie ist zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt... eine gefährliche Frau." „Sie ist zu lebsnülänglicher Zivangoarbeit verurteilt... eine stille Heilige... keine Taube so saus:, leine Nonne so streng und rein im Leben." „vorher ist sie einmal zu drei Jahren Zuchthaus als Mitschuldige eines Mörder» verurteilt Ivorden." „Unschuldig, ja. Daö war gerade bei unserer letzten Begegnung. Nacki zwei Jahren wurde sie begnadigt... weil sie sich so still und untadelig aufsührte. Ich habe sie dann zu mir genommen und sie ist bei mir geblieben, bis daö Wert uns trennte. Eie ist Revolutionärin geworden, wie wir noch keine zweite sahen... blutsaugende Tiger, nicht Ivahr? Du solltest sie kennen I Mitten in der strengsten Winterkälte ist sie einmal ins Wasser gegangen, nm einen erttinkenden Straßenköter zu retten... und selbst knapp dem Tode entronnen. Kinder und Tiere, die sie noch nie gesehen haben, laufen ihr zu. um sich in der Milde ihres Wesens zu sonnen. Für mich gehen die Kameraden durch daö Feuer, für sie würden sie bedenkenlos durch alle Schrecken der Hölle gehen. Die Mutter der Revolution heißt sie unter uns. Sie ist unser aller Mutter gewesen. Sie hat ekelerregende Wunden gepflegt, Rasende beruhigt, ihre letzte Brotkrume weggegeben, ihren letzten Rock zerrissen, um die wundgelaufenen Füße eines Flüchtlings zu verbinden. Wer könnte je erklären, woher dieser schwache, zarte Körper die Kräfte genommen hat, um ein solches Leben auszuhalten. Sie hat studiert, Propaganda gemacht bei den Bauern, geschrieben, klarer als Kristall; sie hat sich mit einer geheimen Druckerei durch das ganze Land geschleppt, im Ausland Geld gesammelt, hat Dynamit befördert und ruhig auf Bomben geschlafen, die in ihren Matratzen versteckt waren. Sie hat an den gefährlichsten Anschlägen teilgenommen und die harten Kerle verlacht, die ihr die.Hände küßten und sie mit tränenerstickter Stimme be- schtuvre», zuhause zn bleiben, nicht ihr Leben aufs Spiel zu sehen. Niemals habe ich von ihr ein hartes Wort gehört gegen Mensch oder Tier, selbst nicht gegen jene, die sie in überspanntem Mißtrauen oder beinahe irrsinnigen ZoriieSauöbrüchen beleidigten. Sie war die Zuflucht jedermanns, der sich in Not befand, und niemand verließ sie unge- iröstet. Sie konnte alles verstehen und Ivußte für alle» Rat... diese schreckliche Fra», diese Petro- leuse... diese Megäre, an deren Hände» Blut klebt. Eine große Schar deiner tapfersten Helfer wurden schreckensbleich und bekam eine Gänsehaut, wenn sie in ihren, Rayon signalisiert wurde.,. diese geheimnisvolle, erbarmungslose, unverzagte Terroristin... die blutdürstige Tigerin. Eine Frau, die zur stillen, hingebungsvollen Gefährtin einer Mannes, zur zärtlichen Mutter einer Familie anüerwählt gewesen lväre... eure prächtige Gesellschaftsordnung hat sie geächtet und in die Wildnis hinauögestoßen... und da ist sie unser aller Mutter gelvorden und sie hat uns verteidigt wie eine Löwin ihre Jungen, mit Zähnen und Klanen... und»nö gehegt und gepflegt und uns von unseren Leiden, körperlichen und seelischen, geheilt Ivie eine Wundertäterin. Alleö, was schwach und trank und unglücklich ist, preßt sie an ihr Herz. Waö anderes konnte sie werden als eine Revolutionärin? Was anderes konnte sie tun, als mit allen Mitteln gegen euren Staat, eure Gesellschaftsform ankämpfen, die Schtvachen und Unglücklichen ohne Erbarmen die letzte ärmliche Habe raubt? Lebenslängliche Ztvangöarbeit. Achte gut auf sie, denn solange ein Kamerad sie noch erreichen kann, wird er versuchen, sie zu befreien. Er schlvieg. Der König'blickte düster vor sich hin und zupfte nervös an seinem kurzen Bart. Etwas wie Eifersucht schlich sich in sein Herz. (Fortsetzung folgt.) w.-n Dienstag, 27. März 103t KMQD Oh t A gegen Zahnstein Der Erfolg der Strelkdrohung In der Autoindustrie Unternehmern Vorbehalte» geblieben. I Polen setzt die Ausweisungen fort? u k ä des von »nd Warschau, 2V. März, schauer Abendpresse meldet, daß die BerwaltungS- behärden die Ausweisung einer zweiten Gruppe tschechoslowakischer Staatsbürger» und zwar zu» weist von Beamten und Funktionären polnischer Jndustrieunternehmungen vorbereitet, an denen daS tschechoslowakische Kapital interessiert ist. Unter dm auö Palm bisher ausgewietznen 21 tschechoslowakische» Gtaatsbürgem befinden sich Angesagte„Revolution“ Quito(Ecuador), 26. März.(Reuter.)' Im ganzen Lande gärt es und es besteht kein Zweifel darüber, das; Vorbereitungen zu einer Revolution getroffen tverdcn. Die Regierung ihrerseits trifft Vorbereitungen zu energischen Gegenmassnahmen. USA-Arbeiter erringen Koalitionsrecht Begutachtung. Auf Grund der Gutachten arbeitet die Regierung die definitiven Vorlagen auö, die der Bundestag guthcisst oder verwirft, an denen er aber nichts ändern kann. Die neue Verfassung erweitert, wie di« „R e i ch ö p o st" meldet, in starkem Maße di» Vollmachten der Bundesregierung. Keine Br- ratungskiirperschast kann künftighin die Regierung absetzen. Rur dem Präsidenten steht daS Recht zn, Wien, 26. März. Die amtliche.Wiener Zeitung" teilte gestern die Hauptlinien der neuen österreichischen Verfassung mit, die vier gesetz- gebende Körperschaften mit BeratungSrrcht einführt. Es sind dies ein Staatörat von 40 bis 50 Mitgliedern, welche vom Präsidenten auf die Dauer von zehn Jahren ernannt(!) werden, dcrBundeSlulturrat von 30 biü 40 Mit, gliedern, dessen Mitglieder von den kirchlichen und konfessionellen Gesellschaften, den Schul-, Erzie- hungö- und Bildungsorganisationen, von Wissenschaft und Kunst entsendet werden, der B u n- Gleichschaltung Lüdemanns oder: Der Man» mit der Maste. In BreSIau war vorige Woche das Gerücht verbreitet, Genosse Lüdemann, der frühere Oberpräsident von Schlesien, sei aus dem Konzentrationslager, in dem er seit nahezu einem Jahr gefoltert ivird, in Freiheit gesetzt worden. Wie besonders gut unterrichtete Leute wissen wollen, hatte sich Genosse Lüdemann die Freiheit mit einen» vollständigen Gesinnnngöwechscl erkauft. Er sei nicht nnr zn den Nazis übergcgangen, sondern er dokumentiere seine Fahnenflucht aus dem marxistischen Lager auch dadurch, das; er sich nicht scheue, in S.-A. Uniform Breslauer Lokale ab- guklappern, nm mit der Blechbüchse für seine braunen Parteigenossen zn sammeln. Diese Gerüchte erscheinen deshalb völlig unglaubhaft, weil der frühere schlesische Oberpräsident bei den Nazis ganz besonders verhasst ist. Wie noch erinnerlich sein dürfte, war Genosse Lüdemann im Sommer vorigen Jahres unter besonders erschwerenden Umständen verhaftet worden. Man hatte den bejahrten Mann zu Fuss durch die Hauptstrassen Breslaus zu dem weit von der Stadt liegenden(inzwischen aufgelösten) Lager Dnrrgop geschleift, während der Fememörder Polizenpräsident Heines im schnittigen Dienstwagen nebenher fuhr. Eine johlende Menge begleitete damals diesen barbarischen Triumphzug. Im Lager selbst war Lüdemann anjö demütigendste und perfideste misshandelt worden. So hatte man ihm u. a. drei Pfeile in den Hosenboden genäht, und kvrnn der Gefangene bei den schweren Erdarbeitcn, die er verrichten musste, sich bückte, brachen die betvachcnden Sadisten über diesen gelungenen Witz in wieherndes Gelächter aus. Upd dieser Manu, der so Grausames erdulden musste, sollte plötzlich seine Liebe zu den Heu lerölnechten entdeckt haben...??! Und doch entbehrt dav Gerücht nicht jeder Grundlage. Was war Wahres daran? In ver- jchicdeucn Breslauer Kaffeehäusern und Restaurants erregte es vorige Woche begreifliches Aufsehen. als unter den zahllosen Sammlern, die die (släste auf niehr oder minder erpresserische Weise brandschatzten, ein S.-A. Mann anftanchte. der tatsächlich der frühere Oberpräsident zu sei» schssxn. Aber dieser Täuschnngsversuch war nnr ein ebenso niedriger wie verzweifelter R e k I a- in e t r i l der Nazis. Man hatte einen branncn Hitlerjüngling, der in der Gestalt dem gefangenen Lüdemann entsprach, einen grauen Vollbart in die Sckinderphhsiognomie geklebt, um mit Hilfe dieses Bluffs der ausgepowerten und gebemnden Bevölkerung noch ein paar Marl aus den Taschen zu locke». Zum Ueberfluss trug der falsche Lüdemann ein Plakat um den Hals mit der Inschrift: Spendet für die S.»A., damit solche Kreatprrn nicht wiedrrkommcn. Grosse Wirkung halte diese teuflisch-originelle Idee nicht. Denn diese neueste Gemeinheit der Nazis sprach sich rasch herum. sitzt hinter den Zähnen, zeigt der Mundspiegel Versteckt hinter den Zähnen sitzt der Zahn« stein und verrichtet langsam, aber sicher sein Vemichtungswerk: Er lockert die Zähne, ja, bringt sie oft zum Ausfall. Beugen Sie vor— schützen Sie Ihre kostbaren Zähne durch Kalodont.— Denn einzig und allein Kafodont enthält in diesem Lande das wissenschaftlich anerkannte Sulforizin«Oleat nach Dr. Bräunlich, das den gefährlichen Zahnstein entfernt und seine Neubildung verhindert. Ein paar Minuten tägliche Kalodont« Pflege—- ein Leben lang gesunde"Zähne! Ferner soll in Detroit ein Ausschuss gebildet werden, der ans je einem Vertreter der Arbeiter, der Arbeitgeber, sowie einem llnpartei- WDdl,..WWD... t» | listen und die Mitgliederlisten der Arbeiterver- i tretnngrn zugänglich sein. Die Regierung besorgen der Opposition. In den..Li-!tont, dass sie keine dieser Vertretungen bevorzn- o v i u y" befasst sich P e r o n t k a mit I«en werde. Zn dieser lleberrinknnst ist man gegen die gebundenen Kandidaten- lediglich durch das Eingreifen des Präsidenten Die dovi R dem Kampf gegen die gebundenen Kandidaten-! lediglich durch das Eingreifen des Präsidenten listen, den neuestens auch die Nationaldcmokraten Roosevelt gelangt. mit grossem Elan in Szene setzen, und spöttelt| Einer Meldung aus dem Weissen Hause darüber, daß Dr. Hodaö seine» eigenen demago- j zufolge wird im Sinne dieser ttebereinkunst gischen Fähigkeiten nicht recht traue und zur Sicherheit bei dem bewährten Meister der Dema gogie, bei Stkibrny, in die Lehre gehe. Peroutka! erklärt, wenn seht, wo alle unsere Gedanken auf; die Milderung der Wirtschaftskrise und auf die Ab- wehr aussenpolitischer Gefahren gerichtet sein müssen, jemand einen Streit um die Wahlordnung entfache, dann sei das nichts anderes als reine Demagogie. Mr die Opposition sei es allerdings dreimal lcickter zu sagen:„Weg mit den gebun denen Kandidatenlisten!", als mit einem anstän digen Programm zur Bekämpfung der Krise oder mit brauchbaren Anträgen zur Außenpolitik zu kommen. Auf diesen Frontabschnitten um die Existenz des Staates zu kämpfen, iiberlässt aber die Opposition bereitwilligst der RegierungSmehr- heit; selbst gefällt sie sich nur in DiSkusionen über ein Detail, daS— auch wenn cs noch so gttt ge löst würde— niemande m ein Stück Brot zugibt und daS auch unsere Grenzen um nichts sicherer macken kvürde. Peroutka hält daher eine Diskussion über die gebundenen Kandidatenlisten unter den heutigen Umständen für unzeitgemäss und erklärt, man müsse der Oeffentlickkeit raten, sich für wickligere Dinge zu interessieren. Jetzt sei nicht die Zeit, politische Aesthetik zu treiben, weil die Gegenwart unS mit elementaren Katastrophen bedrohe: mit dem Verlust der Freiheit und Lebensunterhaltes und mit der Abtrennung Gebieten. Das seien heute die Hauptthemcn alles übrige inüffe zurückstehen. die Regierung zu entkassen oder rinzusetzrn. Die Regierung darf Gesetze im Verord» »nngswege erlassen. JmEinver. nehmen mit dem Präsidenten an» sie auch die Verfassung n d e r n. Das allgemeine Stimmrecht, die Abgeordue- tenimmnnität, die parlamenkarischc Kontrolle, daS Jnterpellationörecht der Aligevrdueten und andere demokratische Einrichtungen kennt die neue Verfassung überhaupt nicht. „Sicherheitssteuer“ zur Finanzierung der nelmwehr- banden Wien, 20. März. Heute hat die Regierung durch eine Notverordnung bestimmt, dass die (sicher ansierordentlich hohen!) Ausgaben» die ihr durch die Bewaffnnug der Hrimwehrkontigente erwachsen, durch eine sogenannte SichrrhritS» steuer hereingebracht werde» soll, die Einkommen von 2400 Schilling auswärts für die Jahre 103-1 und 1085» mit 0.55 bis ü Prozent belegt,' Vermögen, die der sogenannten Krisensteuer unterliegen, werde» einer Besteuerung in der Höhe der halben Krisensteuer unterworfen. Für Ledige beträgt die Krisensteuer 20 Prozent der Einkommensteuer. Tandlers Lehrkanzel aufgehoben Im Anatomischen Institut der Wiener Universität werden die Lehrkanzeln deS Professors T an d l e r und des Professors Pern köpf zu», sammengelegt und unter der Leitung deS Professors Pentkopf einheitlich geführt weichen. d e S w i r t s cha f t S r a t, der aus 70 bis 80 Vertretern der wirtschaftlichen Stände besteht und der L a n d t a g, in welchen die Länder und ebenso Wien je zkvei Mitglieder entsenden. Diese vier Bcratungökörperschaften entsenden neun bis ztvanzig Mitglieder in den Bundestag, der zum Unterschied von den ernannten vier BeratungSkörperschasten v e s ch liess e n d e S R e N; t haben wird. Alle BehatungS- lörperschaften zusammen werden die B u n b c ö» Versammlung bilden, welche u. a. den Präsidenten der Republik zu Ivählen hat. Die Gesetzesinitiative ist bei der Re- nie r u tt g. Die Gesetzentwürfe kommen in die ' ML'LOLUW'«er BeralungSkörperschaften vertraulich zur — sich vielfach durch schlechtere Disziplin' L. f«.LL. Neue„Aufruhr“-Prozesse Wien, 26. März. Das Wiener Schivurgericht verurteilte am Samstag, einen weiteren Angehörigen des republikanischen Schutzbundes, den 30jäh- rigen Arbeiter Josef C h m c l i ä c k, der an den Kämpfen um den Goethe-Hof im 21. Wiener Bezirk teilgcnommen hatte, wegen Aufruhrs zu acht Monaten schweren und verschärften Kerkers. Heute fanden zwei weitere Verhandlungen statt. Im ersten Prozesse wurde Karl P t a L e k, der an den Kämpfen um den Goethe-Hof im 21. Bezirk teilnahm, zn 18 M o n a t c n schweren Kerkers verurteilt, im zweiten Prozess Franz B u ch tv a l d und Johan» H o w a d t zu 18 M o- unten und Raimund t c n schweren Kerkers, an Auch eine„Verfassung Ernannte Beiräte ohne Kompetenz— Unabsetzbare Regierung Streck, zu 8 M o n a- sämtliche wegen Teilnahme den Kämpfen nm den Goethe-Hof. Vie Verteidiger nominiert Wie die„Neue Freie Presse" mittcilt, haben die Verteidigung des gewesenen Bürgermeisters Seitz in dem gegen ihn bevorstehenden Prozess die Advokaten Dr. Mmvlag und Dr. Braun- Szamfcst, die Verteidigung des ehemaligen Vize- bürgermeisters E m m e. r l i n g Advokat Dr. Gruder und die des Generals Körner der Advokat Dr. Steinbach übernomnten. „Wahlen" In Italien Rom, 26. März. In Italien haben gestern ,.W a h l e n" stattgesunden, die dem Wähler allerdings nur die beiden Möglichkeiten liessen, die vom Fascistenrat vorgcschlagcne Kandidatenliste für die Abgeordnetenkammer anzunchmen oder abzulehnen. Letzteres ist nicht wenig riskant, da die Stimmzettel äusserlich leicht voneinander z>t unterscheiden sind. Von etwas über 10 Millionen abgegebener Stimmen, lauteten denn auch nur 18.205 auf Nein. Unter welchem Druck die Wähler standen, beweist auch die Wahlbeteiligung, die nicht weniger als 06,25 Prozent betrug. jeder Angestellte das Recht besitzen, der Ge- werkschaftsorganisatiou oder einer verwandten Organisation anzngchören. Es istverbo- tengegenAnge st eilte wegen der Zugehörig kcitzuArbeiterorga- n isatioueu oder ans irgendwelchen anderen ungerechten Gründen vorzngehen. Der erwähnte Ausschuss, der sich aus Vertretern der Angestellten und Arbeitgeber, sowie ans einem neutralen Vertreter zusammensetzt, soll unter der Patronanz der RRA organisiert werden und wird bei Beschwerden, Entlassungen »sw. zu entscheiden haben. Seine Entscheidung wird eine endgültige sein und sowohl?.lrbeitnrh- I mer, als auch Arbeitgeber müssen sich derselben I fügen. 6d|cn die Schlamperei aui den Sowjetbahnen Ein scharfer Erlaß Stalins Die Mißstände im sowjetrussischen Eisenbahnwesen, über die in letzter Zeit häufig berichtet wurde und die zu mehreren schweren Eisen- vahnnnfällen geführt haben, geben der Moskauer Regierung Veranlassung zu einem neuen scharfen Erlaß, der gestertt veröffentlicht wurde und in dem es u. a. heisst: Die Schlamperei, schlechte Wirtschaft und Verantwortungslosigkeit müsse aufhären und die Disziplin müsse von obeit wie von unten wieder hergestellt werden. Die Hattptschuld für die Schlamperei und Disziplinlosigkeit trügen die kommunistischen Parteiangchörigen, die— obwohl sie eigentlich mit gutem Beispiel vorangehcn solüen-'-.’.'zxx• auSzeichneten, als die parteilosen Bahnangestell- icn. Diese Saboteure und Feinde des Sotojetstaa» tes werde auch die Mitgliedskarte der Partei nicht vor Strafe schützen. Der Erlass getvinnt dadurch besoitderc Bedeutung, daß er außer namens des Rates der Volkskommissare von Molotow auch noch namens dcS ZentralauSfchnsseS der kommunistischen Partei von Stalin selbst unterzeichnet ist. Tie heutige War-' u. a. folgende Personen: Jng. Terla von den pol- j Nischen Fiatwerken in Warschau, Hanak, Direktor ' der nationalen Filmkorporation in Warschau. I. '■ Turekek von den Skodatverle» in Warschau, der i Industrielle Hehler in Lodz, Tira», Vertreter der ! Zlirojovka in Warschau, der Industrielle Jauku - aus Krakau und die Industriellen Marko, Besitzer einer Gerberei in Krakau. Der deutsche Hauptverband der Industrie gegen die Sympathiekundgebungen kür Oesterreich. Die grossen tschechoswwalischen Gewerl- schaftSzcntralcn haben, wie erinnerlich, am 15. Februar eine allgemeine Arbeitsruhe von fünf Minuten zum Zeichen der Solidarität mit den österreichischen Arbeitern proklamiert. Von diesem Beschluss verständigte die ZentralgcwerlschaftS- koinmission in Reicheitberg telephonisch die Ar« beitgeberhauptstelle deS deutschen HauptverbandeS der Industrie. Diese gab jedoch ihren Mitglieds firmen die Weisung, die Kundgebung zu verbie ten, worauf in einent Teil der Betriebe den Ber- irauensntänttern miigeteilt wurde, dass alle Be schäftigten, die die ArbcitSruhc einhalten, entlas sen werden lvürdcn. Insbesondere geschah dies in Betriebet!, in welchen Reichsdeutsche als Betriebsleiter oder Ingenieure wirken. Trotz die ses Verbotes des JndustriellenverbandeS leisteten jedoch die Arbeiter der Gewerkschaftsparolc Folge. In einem Schreiben an die Zentrakgewerk- schaftskommission erklärte die Arbcitgcberhaupt- stelle, dass sie sich gegen die„Verquickung von Ar beitgeber- und GcwcrkschaftSangclegcnheiten mit solchen der Politik" verlvahre und darin eine Ein mischung in die politischen Verhältnisse anderer Länder sehe. Als Anttvort erklärte die Zentral« gcwerkschaftskommission, dass sic darüber mit der Arbeitgeberhauptstelle nicht polemisieren werde. Drr deutsche Jndustriellenverband ist die einzige Arbeitgeberorganisation, welche die Soli daritätskundgebung zu verhindern versuchte. In einem zweiten Schreiben beklagt sich die Haupt« stelle darüber, dass ihre Weisung an die Mitglie derfirmen tvahrscheinlich durch einen Vertrauens-1 bruch der Zeittralgewerkschaftskommission bekannt I geworden sei. Die Weisung beruhe aber auf einem I.. gemeinsam mit dem tschechischen Industriellen- flitt in her amerikanischen Automobilindustrie verband gefassten Beschluss vom 6. Oktober 1027 i wurde gütlich bcigclegt, nnd zwar durch den Diese« zweite Schreiben hat die Haltung der Abschluß eines Kollektivorrtrages zwischen den deutschen Nnternehmerorganisation wahrhaftig Unternehmern und den Arbeitern. nicht erklärt, denn weder der tschechische Jndu- ftriellenverband noch ein anderer Arbeitgeberver band hat sich gegen die Sympathiekundgebung gell stellt und eine Aktion dagegen ist eben nur bett i t|'rf,en’6efteOf7^iefem«uöfrfjnft»öerben bir'cöh'n deutschen—■*>— Sette 4 DicnStog, 27. März 1934- Kt. 7t 1. I 1556 tote zwWeosall im Aoppauer Sefmgevmhlnir rechts» Severing Tokio, 26. März. Die Liste der Toten bei dem schweren Brandunglück in Hakodate beläuft sich jetzt auf 1866 Personen. Nach dem Polizeibericht sind 87 Angehörige fremder Staaten, die in Hakodate wohnen, durch ein neues Feuer heiniatslos geworden, und zwar fünf Bürger der Sowjetunion, neun Weißrussen, zwei Deutsche, ein Engländer und 70 Chinesen. Keinem von ihnen ist jedoch ein leiblicher Schaden zugesügt ivorden. 00 Gefangene wurden aus dem Kerker herausgelassen, tvcil dieser oom Feuer ergriffen war und schließlich auch zerstört Ivurde. 63 haben sich bis zum 25. März den Behörden wieder gestellt. sidcnten zu, zerkratzte ihm das Gesicht und wollte ihm die Nase abbeißcn, weil ihm Dr. Reinelt auf seine Bitte, die Delogierung seiner Familie rückgängig zu machen, erklärte, er könne chm diese Bitte nicht erfüllen. Essck mutzte von den Aufsehern mit Gewalt entfernt iverden, wobei auch der G e f a n g c n e n a u f s c h c r Krus- bersky von ihm verletzt wurde. Die SJ. im Kampfe um den Sozialismus, Unser Programm, Satzungsänderungen,» Neuwahl der Verbandskörperschaften, Eingelmifene Anträge. Organisationen sind nach dem int Rund- Schlüssel vertre» Troppau, 26. März. Samstag ereignete sich im hiesigen Kreisgcricht ein unliebsamer Zwischenfall. Als der KrciSgcrichtSpräsidcnt Dr. Reinelt das GcsangencnhauS inspizierte und fick von den Häftlingen und Gefangenen eventuelle Wünsche und Beschwerden Vorträgen lictz, sprang der im Rozchnal-Prozcs; zu fünf Jahren verurteilte Häftling Essck auf den KrciSgcrichtsprä- Meisterdiebe. In der Stadt B z e n e e im Bezirk Ung. Hradisch, drangen unbekannte Täter in die Drogerie S t r ä Z n i c! h ein, indem sie das Fenster des Vcrkausolokales unter Verwendung von Z w e t s ch k e n m u s eindrückten, und stahlen sodann eine Menge von Parfümerien, 130 Stück silberne Puderdosen, Puder, ein Fernglas, mehrere Photoapparate und cincMcngc anderer Drogisten- tvarcn im Gcsamtlverte von 32.221 Xö. Außerdem entwendeten sie die Tageslosung im Betrage von 6100 Kö. Die Diebe gingen sehr umsichtig zu Werke. Den Fußboden bestreuten sie mit Paprika, um die Verwendung eines Polizeihundes bei den Nachforschungen unmöglich zu machen. Ausfallend ist, daß die Gendarmerie nirgends Spuren der Täler, ja nicht einmal die Spuren des Fahrzeuges, mis welchem die gestohlenen Sachen fortgeschafft wurden, zu finden vermochte. Ein Museum der Weltarchitrktur soll in Leningrad im Anschluß an die Akademie der Künste der llSSR gegründet und es sollen dort Reproduktionen weltbekannter Bauwerke zur Aufstellung gelangen. Dem Museum werden interessante sotvjctrussische Modelle wie auch Zeichnungen und Photos der Werke hervorragender alter Architektur, Ivie z. B. Abbildungen der bemerkenswerten Petersburger Bauten von Rastelli, Guarengi, Rossi, de Lamoite, Sacharotv und Woronichin zugetviesen. Gegentvärtig sind Verhand- lungcn über die Zuweisung von Zeichnungen und Entwürfen hervorragender westeuropäischer Architekten an das Musenm im Gange. Ivurdc die Maschine. die erste ihrer Art in Deutschland, wieder auScinandergenommen und nach Strehlen, ihrem künftige» Standort, transportiert. »Die Hälfe von Hohnstein Ein Arbeiter aus Deutschland schildert einige Erlebnisse im Konzentrationslager Hohnstein. ,,... aber das übrige Erleben langt, um einen seelisch und körperlich nicht ganz festen Menschen zum Selbstmord zu treiben. Ich will in Kürze drei Beispiele anführen: Ein Gefangener wird mit noch 20 Mann zum zweiten Male eingeliefert. Das Gebrülle und Beschläge der braunen Bestien ist so toll, daß■ er glaubt, die Hölle Hohnstein ist noch entsetzlicher geworden. Ni« iker Hibeitet-Tiirn- und Sportberoegung Westböhmischer Arbeiterfußball vom Sonntag Sonntag standen nicht alle erstklassigen Mann- schaslen des 6. Kreises im Gefecht. Die stärkste Spieltätigkeit wieö der Karlsbader Bezirk auf. Der 6. Bezirk, welcher die Bezirke Elbogen, Falkenau und Graslitz umfaßt, hatte dem BundeSineister Graslitz eine Auswahlmannschaft deS 6, Bezirkes entgegenge- stellt, die aus fünf erstklassigen Vereinen zusammengestellt war. R es u l t a t e: BundeSineister Graslitz gegen Auswahlelf des 6. Bezirkes 4:3; Rote Elf Chodau gegen ASV. Meierhöfen 1:1; Sportriege Drahowitz gegen ASV Neudek 2:6; Sportriege Aich gegen Atuö Karlsbad 3:0; ASB. Altrohlau gegen Sportbrüder Eibenberg 4:4. Der Taxistreik in New York 150 Streikbrecher- Au tos vernichtet New Aork, 26. März. Ter Streik der Taxi- Chanfsenre hat sich verschärst. 2m Lause der letzten drei Tage wurden 150 Wagen bei Znsam- menstöße» zwischen streikenden und arbeitSwilli- gen Chauffeuren vernichtet. Der Bürgermeister von New Nork hat persönlich die Vermittlnng zwecks Herstellung der Ruhe unter den Streikenden übernommen. Die Polizei meldet weitverzweigte Vorbereitungen der streikenden Taxichauffeure, die gewisic wichtige Gebäude hätien beschießen und in ihre Gewalt bringen wollen. Die Polizei mutzle alle ihre Reserveabteilungen mobilisieren. Diese Verantwortung für diese Bewegung wird von der Polizei einigen..radikalen, schlecht beleumdeten Elementen" zugeschrieben. Sevcrlng Die„Bohemia" vom vergangenen Sonntag teilt mit, Severing habe au seiner Vergangenheit Verrat geübt, indem er eine Broschüre unter dem Titel:„Mein Weg zu Hitler" geschrieben habe. Die Broschüre sei, wie die„Bohemia" der „Reickspost" entnimmt, bereits erschienen. Die „Reichspost" ist sogar in der Lage, einen Passus miö der Broschüre wicdcrzugebcn. In diesem Passus spricht Severing davon. daß er seine Dicnsttäiigkcsi im Jahre 1919 im Kampfe gegen linkSradikale Elemente begonnen hat.„Diesen Kampf setzte ich im Jahre 1920 fort und bei Unterdrückung der Unruhen in Mitteldeutschland im Jahre 1921 wurde nichts gegen die stehenden Elemente unternommen." habe Kapp bekämpft, aber Hitler sei ein Repu» I blikaner. DIeS sei ein grundsätzlicher Unterschied. Er habe schon im Jahre 1932 aus einem Kongreß gesagt:„Wenn der Nationalsozialismus de facto| beweisen wird, daß er in der Lage ist, eine.fruchtbare Tätigkeit zu entfalten, so wird die sozialdemokratische Partei diese Bewegung anerkennen." Severing folgte dem Beispiele Paul LöbcS. Er I folge jevt der Stimme seines deutschen Herzens. 'Wir sind nicht in der Lage, die Richtigkeit! der„ReichSpost-Meldmig" zu überprüfen. llnS liegt die Broschüre SeveringS nicht vor. Sollte sich die Meldung beivahrhcitcn, io wäre nichts gegen die sozialistische Idee bewiesen, al>ec Severing wäre, als erbärmlicher Renegat, als ein Verräter übelster Sorte entlarvt, für den kein Wort der Verurteilung scharf genug wäre. Unseres Wissens batte Severing ursprünglich nur die Absicht, in einem Buche seinen Werdegang zu schildern. Ein Manuskript lag bis in die letzten Wocken allerdings nicht vor, obwohl die Wmachung SeveringS mit dem llllstein-Bcrlag schon einige Jahre alt ist. Wenn jetzt die erwähnte Broschüre erschienen sein sollte, so wäre nur offenbar geworden, daß sich der taktischen Schwache des Innenministers Severing noch die Schwäche der Gesinnung zugcscllt hat, die SeveringS Andenken anö dem Herzen seiner früheren Kampfgenossen auslöschte. Severing würde sich durch die Herausgabe seiner HitlerBroschüre den drei Kommunisten an die Seite stellen, die einen gleichen Schritt schon vor einiger Zeit vollführten. Walter Otto, früher Vorsitzender der kommunistischen Aezirks- sraktion Leipzig, Fritz Dasccke, ehemaliger Vorsitzender der kommunist. Stadtverordneten- fraktion in Leipzig und Heinrich Wesche, ehemaliger kommunistischer Stadiverordnetenvor- steher in Chemnitz, sind mit fliegenden Fahnen zu den Fascisten übcrgelaufen. In einer Broschüre, die sie den Führern der SA.-Standarte 182, also ihren Schindern, widmen, bekennen sie, daß cs ihnen mit ihrer nationalsozialistischen Weltanschauung ebenso ernst ist wie mit der vergangenen,„bester gesagt überwundenen". Die Kerle haben es zuwege gebracht, noch im Konzentrationslager Sachsenburg im Auftrage der ?dDDAP. vor den Häftlingen Hitler zu loben, lind es scheint sich lecher auch das Gerücht zu be- wahrbciten, daß Torgler mit den Nationalsozialisten Frieden geschloffen hat. Jede Bewegung bat ihre Helden und ihre Schtvächlinge. Das Wirken der Helden wird von der bürgerlichen Presse totgeschwiegen, der Um fall der Schwä- linge von ihr zur Agitation gegen die Idee auägensitzt. Tie„Bohemia" leistet sich in ihrer Darstellung allerdings noch die besondere Niederträchtigkeit, zu behaupten. Otto Braun habe sozusagen als letzter sozialdemokratischer Führer das Land verlaffen. Sie weiß, daß heute noch hunderte sozialdemokratischer Führer im Lande wirken und daß sich auch die gefährdelsten und insbesondere die Mitglieder des Partcivorstandcs erst nachdem 17. Mai ins Ausland begaben. Zu jener Zeit hatte die„Bohemia", die sich jetzt zur Siitenrichterin über Gesinnungsverräter aufwirft, schon lange ihren niedrigen Verrat an der De- inokratie begangen und sich gleichgeschaltet. Und noch vor vierzehn Tagen hat der Dr. Peters der„Bohemia" Sehnsucht darnach geäußert, sich zum Schube deutscher Kulturbelange mit eineni Goering zusammenzusetzen. Eine seltsame An- Uägerin, die„Bohemia" l Glaubt sie, ihre Liebedienerei vor den braunen Mördern und Brandstiftern dadurch vergessen machen zu tonnen, daß sic sich zu Sittenrichtern über Sozialdemokraten aufwirst? lieber Severing und Löbe richten die, die ein Recht dazu haben: die deutschen Arbeiter! Diesem Richterspruch wird keiner entgehen, der sich des Verrates am deutschen Volk schuldig gemacht hat, indem er seinen Frieden mit den Hunnen schloß. Ihm Wied sich auch die„Bohemia" nicht zu entziehen vermögen. Sozialistischer Jugendverband lür die deutschen Gebiete der(SR Der Verbandsvorstand beruft den VI. ordcnll. Verbandstag für den 28. biS 30. Avril 103-1 nach Komotau in die Parksäle ein. Beginn am SamStag, den 28. April 1931 um halb 9 Uhr abends. AIS Tagesordnung wird vorgeschlagen: Eröffnung und Konstiluiernng, 2. Rückblick und Ausblick, 8. 4. 5. 7. Die H| schreiben 3/1934 angegebenen tnngSberechtigt. Die Anmeldungen der Vertreter sind biS spätestens 10. April 1931 vorzunebmrn. Für dm BrrbandSvorstand: Karl Kern, Berbandsobmann, Josef M a t e r n a, Vcrvandskassier, Rudolf Geißler, Verbandssekretär. Ein motorisierte» Segelflugzeug Breslau, 26. Diärz. Auf dem Gandaucr Flugplatz fanden am Sonntag Flugversuche mit einem motorisierten Segelflugzeug statt. Der Mo- wrsegler vom Typ„Gronau-Bochy ll" war in einem Kursus für erwerbslose Jugendliche in acht Wochen hergestellt worden. Der Motor, ein Zwci- zylindcr-Zweitaktmotor, hat eine Höchstleistung von 16 PS bei einem Gesamtgewicht von nur 22 Kilogramm und treibt eine als Druckpropeller wirkende Flügelschraube, die oberhalb der Tragflächen angebracht ist, an. Der erste ausgeführte Flug dauerte nach einem geringen Anlauf etwa 10 Minuten. In 200 Meter Höhe wurde der Motor abgestellt, und das Flugzeug segelt« in well auSholcnden S-Kurven zur Erde. Weitere Flüge folgten bald dem.gelungenen ersten Fluge, dann führer Jähnigen stellte den Betreffen- lGGGAGGDGGGDDDDGD'j den wie folgt vor:„Leute guckt Euch das Schwein an. Das war Euer Führer. Er hat Mädchen vergewaltigt. Diese Sau erhält täglich einen| Liter Rizinusöl und 25 Schläge mit dem Gummiknüppel."- Als er vorgestellt war, mußte er eine drei Meter lange Holzbant(Gewicht un gefähr 12 bis 1b Kilogramms auf den Kopf! nehmen und immer kurz in die Höhe springen, j Nach dieser Tortur kam der„Sondersport". Dazu i bekommt er ein fingerstarkes Rundholz' mit einem Bindfaden; an diesem hängt, ein(.manchmal auch zwei) Ziegelstein. Dieses Folterinstruinenr nimmt der„Sportler" in die Hände und macht Knie beugen bis zum Zusammenbrechen. Dabei muß der Betreffende so langsam beugen, daß er mit borgest reckten Armen beim Hochgehcn die Ziegel steine aufgerollt hat und beim Abgchcn abgerollt. Das ist der einzige Moment, wo man auf der Burg nicht langsam genug machen kann.— Ich will heute mit diesen Fällen den Hohnsteiner Bericht schließen. Nur noch einige Namen der schlimmsten Peiniger und Körperverstümmler auf der Burg..." Selbstmord eine» Wiener NegiffeurS. Der bekannte Wiener Theaterregiffeur G u t t m a n n, zuletzt Direktor-Stellvertreter am Theater an der Wien, verübte gestern in seiner Wohnung im 8. Bezirk, Selbstmord durch Erhängen. Er beging die Tat auü Verzweiflung über ein s ch w e r e 2 O h r e n l e i d e n. Bahn und Auto. An einen» Bahnübergang auf der Strecke Baffum-Bsindc beiNeuerkrug wurde ein Kraftwagen von einem in voller Fahrt befindlichen Eiscnbahnzug erfaßt und etwa 10 0 M e t c r w e i t w c g g e s ch l e i f t. Der Besitzer des Kraftwagens, ein Zigarrenfabri« kant, ivurde auf der Stelle getötet; feine Begleiterin erlag nn Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Kraftwagen batte sich derart in die Maschine festgerammt, daß ein Hilfszug mit Schwcißapparaten angefordcrt werden mußte, um die Trümmer zu beseitigen. Eine Fainilicntragödt« ereignete sich in der Sonntags-Nacht in der Wohnung des Kauf« m a n n S B a ch r a ch, eines tschechoslowakischen Staatsangehörigen, in der Franzstraßc von Spandau. AIS der Stausmann i gegen 1 Uhr nachts nach Hause kam, mußt« er zu seinem Entsetzen sejtsteUcn, daß sich seine 5 0- jährige Ehefrau Melanie und seine 29jährige Tochter Marie, eine Schauspielerin, in seitier Abwesenheit durch Gas vergiftet hatten. Die Wiederbelebungsversuche eines sofort herbcigerufcnen Arztes blieben ohne Erfolg. Das Motw, durch das die beiden Frauen in den Tod getrieben wurden, ist bisher nicht bekannt. Republikfrier in Giriechrnland. Der nationale Feiertag der 10. Wiederkehr der Ausrufung der Griechischen Republik wurde Sonntag in ganz Griechenland mit großer Begeisterung und festlich begangen. In Athen nahmen an den Feierlichkeiten auch Abteilungen türkischer 2 k a u t s und einer Eskader türkischer Militärflugzeuge teil, lvas bei der Athener Bevölkerung BegcisterungStundgcbungen auölöste. Die gesamte Presse besaßt sich mit der Teilnahme der Tschechoslowakei an den Feierlichkeiten und berichtet insbesondere über das gricchffche Konzert im tschechoslowakischen Rundfunk und über die von der Tschechoslowakei durch Rundfunk nach Griechenland gesandte griechische Begrüßung. Ueberfchwcinmung an der polnisch-russischen Grenze. Auf dem Fluffc Dwina setzte sich das Eis in Bewegung. Infolgedessen hat das Hochwasser die nordöstlichen polnischen Gebiete überschwemmt. Zahlreiche Dörfer und auch daS Städtchen Dzisna an der sowjetrussischen Grenze liegen unter Wasser. Die Bevölkerung ivurde bereits evakuiert. DaS blutige Reichsgericht. Das Reichsgericht in Leipzig verwarf gestern antragsgemäß die von dem 21jährigen Dreher Bernhard P i schon gegen das Urteil des Schwurgerichtes KvttbnS vom 16. Dezeinber 1933 eingelegte Revision als unbegründet. Damit ist der Angeklagte ivegen Mordes an den"SA-Mann Gornatowski rcchtskrästig zum Tode verurteilt. Ostergeläute verboten. Wie ans Moskau gemeldet wird, haben die russischen Komiuunatbc- hörden das Läuten der Kirchenglocken zu Ostern i verboten. Die ausländische Kolonie in Moskau wird in einer Kirche Moskaus das Osterfest feiern, I jedoch ist diese Feier nur für Ausländer bestimmt. 1 Er rennt auf den oberen Burghof, anstatt rechts zur Lagerleitung geradeaus auf die reichlich einen Meter hohe Mauer und stürzt sich im Hechtsprung in die, Bärcnschlu ch t, die„nur" 70 bis 80 Meter tief liegt... Was dort liegen blieb, kannst du dir denken. Die,„liebevollen" und„gcrngeschcnen" S..A.-Leute machen dann | Meldung, daß.„so ein Schwein" den Abhang hinuntergcsprnngen sei. Der Betreffende war Ende der Zwanziger. Sein Bruder uiw viele andere waren Zeugen dieses Vorganges.— O., 01 Jahre alt, sprang, nachdem er einige Stunden auf der Burg Ivar, und all die Empfangsfeierlichkeiten überstanden hatte, beim „Exerzieren" über das Geländer in dieselbe Schlucht. Auch hier wurde gesagt, daß wieder so ein Schwein über das Geländer gegangen sei. Seine Brieftasche wurde von S. A.-Leuten geplündert.— Ein Lagerhalter A. aus der Baupe- I ner Gegend,„erhängte sich" an einem Halen, der im Bunker drei Meter hoch an der Decke war. Die Wände und das Gewölbe sind Felsen, an dem man nicht klettern kann. Dieser Tat ging solgc>»deü voraus: Der Sturmbanner- isSesircMSkellen Raubüberfall auf einen Autolenker Samstag, den 24. d. M. kam in den Aliend- sluudcn zum Standplatz des Inhabers eines Auto« transportunternehmens I o h a n n T r u h l a k in K u t t e n b e r g ein bisher unbekannter junger Mann, der die Weisung gab, ihn nach Zandov im Bezirke Kuttenberg zu bringen. Der junge Mann verließ bei einem Walde vor Zandov den Wagen, öffnete die Wagcnlür beim Lenker und forderte mit v o r g e. h a l t c n e m Revolver von ihm einen Geldbetrag. Als der Wagcnlcnker erklärte, er hätte außer einigen Kronen kein Geld bei sich, stieß der Unbekannte den Lenker vom Volant, nahm Himer ihm selbst Platz und setzte dann den Wage»» in Bewegung. Hiebei hielt er den Volant init einer Hand, während er mit der anderen den Revolver gegen den Droschkenbesitzcr richtete. Als der Wagen in Zandov eintraf, benützte Truhlak die Gelegenheit, aus dem Wa- ! g c n zu springen, wobei er gleichzeitig den Schlüssel z u in Starter h c r a u s r i ß. Tas Auto blieb nach wenigen Augenblicken stehen. Ter unbekannte junge Mann sprang, als er hörte, daß Truhlar in der Gemeinde um Hilfe rief, aus dem Wagen, s ch o ß hinter Truhlak und v e r- s ch wand dann im Walde. Der überfalle ne Wagenlenfer fuhr zur Gendarmerie in Ilhlikske Janoviec, wo er den Vorfall»neidete. Die Gendarmerie nahm zusammen mit der FahndungSstcllc in Kuitenbcrg sofort die Nachforschungeil nach dem unbekannten jungen Mann auf. El« Heger erschietzt einen Arbeiter Njhorod, 25. März. Samstag nachmittags wurde der Arbeiter JvanEipkajlo aus Nov»; Barov nn Walde bei der Gemeinde Vonihov(Bez. Tiaäevo) vom Heger I v a n P e t r aufgefordcrt, sich ans dem Walde zu entfernen. Eipkajlo griff jedoch den Heger mit einer Hacke, die er unter dein Rock verborgen hatte an, worauf der Heger einen A l a r m s ch u ß in die Luft abgab. Als jedoch der Arbeiter sich neuerdings auf den Heger stürzte, gab dieser auf Eipkajlo in der Notwehr einen S ch u ß ab. Der Arbeiter wurde auf der Stelle getötet. Ivan Petr wurde in die Hast des Bezirksgerichtes in Tiaäcvo cjngeliefert. 7T Dwultag, 2 März 1934 Vozialdeuwkiak «Seite ll BESORGEN SIE SICH RECHTZEITIG ZU OSTERN NEUE—SCHUHE. PRAGER ZEITUNG ticrlchtssaal dieses und und Waldarbeiter des Benediitinerstiftes! Schliestlich Irnn nbev miet) Herr fische r, der seinen Besuchen Sie uns schon jetzt. sehen Zur wenia seiner Tage, unsere samSrägigen im Teulschen Sie haben bei uns die größte Auswahl. de? 3n UcbcibicS wird er wohl auch nick>; einen so großen Hansen Geld beisammen haben. Jetzt ist die Frage: Wer soll die Provision eigentlich bezahlen? Der Orden lehnt die Be- Zahlung angeblich ab. lind der Herr Abt Prokop wieder sagt, dast die verlausten Grundstücke dein Gerammt. Der finnische Danipfer-B o in e r- s n n b" hat im Nebel ans der Höhe der Kanalinsel Gnernescy den esthländischen Dampfer ..stclla" gerammt und zum sofortigen<5in* f e n gebracht. Drei Mann der Besatzung der ..stella" c r t>r a n k e n. Tic französische Marinepräfektur in Cherbourg alarmierte ans die Nachricht von dem schweren SchiffSzusammensiost sofort einen Schlepper. Doch soll der Kapitän dcS Dampfers„Bmnersund" Hilfeleistungab- gelehnt haben. Ende s Drama, löt)7 gibt laulct Ent« seinen seiner Zeit, die sich an„Führern", an Diktatoren, grasten Worten und grasten Gesten so gern begeistert, greift hier ganz einfach nach einem Thema, da» schon durch sein rein stoffliches Wesen da» Weiche, Weinerliche auSschliehl und alle» energisch und grast darstellt. Die Regie B o r i versuchte in einem knappen Herausschälen der wesentlichen Be» Drama» da» stück für das Heute dahinraste und endlich in den wall er sich überschlng. Zwei den dabei den Tod, wurden schwer verle Die sachverständigen, die j verunglückten Wagen besichtigten, fanden. Ehauffeur schuldig gemacht baue Dtrage mit a u S g e s ch a l t e t e m Motor. Soweit das„Prnvo lidü". Für die bei der .Bcncditlincrstiftoveriualtnng in Brannan beschul- ! ligicn Wald- und landwirtschaftlichen Arbeiter j ist diese Nachricht insoserne von Interesse, als man ! jetzt tvohl wieder an sie mit der Forderung tun , Lohnabbau herantreten dürfte, denn irgettdivohcr I müssen ja die berprozessierten 2 Millionen Ver- taufspcovision und die nocki daran hängenden .hohen Prozestlostcn wieder hcreingebracht werden. Die Herren im Braunatter Benediliincrstifi , spielen sich sonst immer al» Wohltäter auf. Durch ein paar Raummeter halvversaultes Windbruch- WWslM ElQd UM Die internationale Rüstungsproduktion Obwohl die Rüstungsindustrie in drit meisten Ländern seit 1013 eine gewaltige Rationalisierung erfahren hat, beschäftigte stc dennoch im Fahre 1033 mehr Arbeiter als vor 20 Jahren. Nach einer llntersrtchung deS Berliner Instituts iiir Konjunkturforschung liegt die Erzeugung von direktem Kriegsgerät um lvenigstenö ein Viertel vis ein Halb höher als im Jahre 10131 Das indirekte KriegSgcrät, z. B. die sogenannten Zivil- slugzeuge, chemische und andere, für den Krieg jederzeit zu verivendenden industriellen Produkte, sind in dieser Untersuchung nicht berücksickrigt. Der russische BolkStvirtschaftler Barga hat genaue Berechnungen angestellt und ist zu deut Ergebnis gekommen, das; von der Prodnttionöerhöhung, die Großbritannien, Frankreich und Deutschland"im sfahre 1933 gegenüber 1932 verzeichnen, mindestens 40 Prozent bis 00 Prozent mittelbar und unmittelbar auf die erhöhten Rüstungen im Welt- mahstabe zurückzuführen sind. Mutz bei diesem unheintlichcn Tempo, dar der internationale RüstungSwahnsinn annimmt) der Zeitpunkt deS HineiustürzenS der Völker in eine neue furchtbare Katastrophe nicht immer näher röMM, und nüchternen standtcile diese» .zu aktualisieren, da» Historische so sehr al» möglich in den Hintergrund zu drängen und einen Richard den Tritten zu schaffen, der gleich den kleinen und grasten Diktatoren unserer Zeit in dauernder Steigerung seiner Macht und.Herrschgier alle Gesetze, menschliche sotvic moralische, vergisst und utnstöstr. Dazu kommt ein hochmütige» Gefühl seine» eigenen Werte», ein geringschätziges Herabblickcn aus feine inferiore Umgebung. Richard HI. ist aber ttidit der Theakerbösewichr. den so viele Gegner diese» Dramas in ihm wollen. Er ist auch keine tnuvahrc Person. Zeit Richard» hatte ein Herrscher keine oder Werkzeuge, deren er sich zur Beseitigung Feinde bedienen konnte, lind nur au» diesem Gntnde konnte inan Richard III. die ihm zur Last gelegten Verbrechen so leicht Nachweisen. Nicht aber, weil er. sie vielleicht in ungewöhnlich grostcn Mengen betrieben ltättc. Er mordete, intrigierte, vergiftete, spionierte, tvcil er sich teil» in Notwehr befand, teil» e» zur Verwirklichung seiner Blanc brauchte E» lag ihm auch nicht allzuviel daran, dast die Welt nicht wustte, welcher Mittel er sich bediente. Hätte | er heute gelebt, so hätte er sich vielleicht eine» van der Lübbe bedient. Und gerade in dieser Parallele mit dem Heute kann man beurteilen, lvie sehr dieser Richard III. nicht Zusammenballung de» schlechten ! und folglich unwahr ist, sondern das; auch diese allerdings nicht ganz alltägliche Figur, wpisch, charakteristisch und wahr ist, Dast im Verlaus eine» Drama» eine Perlon über die anderen weit hinan» lvächst, kann ein Drama nicht schivächen, sondern soll in diesem besonderen Fall auch nur zeigen, dast j Shakespeare selbst sich der Geschichte nnd all der. in dieser Zeit nun einmal lebenden Menschen nur al» Mittel zum Zweck bediente, um einen menschlickeu Eharakier in seiner elvig geltenden Allgemeinheit zu zeigen. Die» aber ist der Endzweck einer wahren Dichtung. Hut so begriisteuSlverier war der Versuch Bor», die Dichtung noch mehr zn enthistorisieren. Vielleicht iväre dieser Versuch auch gänzlich gelungen, wenn die stärkste stütze Bor» ausrrichend gewesen wäre, um diesen Richard l 11. voll und ganz zu erfassen, aber Stepänek war kein zeitloser Rickiard; ein | guter, in klassischer schule hcrangebildcter Per», sprechen genügt für diese Rolle mm einmal"nicht. Dagegen Ivinithten sich die Tauten Itkovä, PaZovä,- und besonder» Frau Hellcrovä, sehr, nnd die» teil- weise mit Erfolg, nm der getragenen Sprache ein zciigemähe» Aussehen zu geben. Ein.lwllektivlob den Herren Vrbskti. Btzdra, Kordelär, Kreuzman. Marek, Hart und Lotar. Einen Dank aber dem Bühnenarchitekten H o f m a n. der in seiner Fnszc nierung eine llcberfiillc an Einfällen brachte dadurch prächtige Bilder zn schaffen wusttc. Am ganzen Grasten ein bemerkenswerter künstlerisch ernst zu nehmender Theaterabend. R. im Weinberger«tadtthcater. Die Tragödie Richard» I I I. war um da. 10. Jahrhunderts ein unerhört beliebte einer Einzelausgabe au» dem Fabre einen ellenlangen Titel, der ungefähr so te Tragödie von König Richard dent Dritten haltend seine verräterische» Anschläge gegen Bruder Elareuce: den jammervollen Mord unschuldigen Ressen: seine thrannische Usurpation: nebst dem ganzen Lauf seine» abscheulichen Leben» nnd ivohl verdienten Tode». Wie sie jüngst gespielt wurde von de» sehr ehrenwerten Lord Uämmerer» Dienent." Womit dec rein sachliche Inhalt Drama» genügend gekennzeichnet iit. ES ist ein»wische» Merkmal unserer dast diese» stück wieder einmal anfiaucht: Der verunglückte Pilgerantobus schwere strafe für den lslmukfenr Prag, 2t>. März. Am 23. Juni v. I. ereignete sich j bei der Ortschaft O s o v unweit von D o b i i» ein schwere» Autobusuttgliick, An diesem Tage hatte eine jAnzahl Gläubiger au» den Dörfern Osov und Q brav eine Pilgerfahrt nach dem bekannten Wall- > fabrisori st. Iva n a in Felsen unternommen initd dazu einen Rnrobns gemietet, den der 34jährige Ehauffeur Franz H o r ä k au» - nicht nur Auf der steilen Waldstraste liiiii Kunst und Wissen Shakespeares„Richard III. j Vorsichtigkeit teilweise ein, verteidigte sich aber einerseits mit der Uebcrfüllung de» Wagen», für die er I nickst verantwortlich sei und anderseits damit, dast er j au» Furcht vor feinem Dien st geb er | nicht gewagt habe, die ihm obliegende Vorsicht zu be- ! obamten. Tie Zeugen dieser Schrecken»fahrt bestätigten denn auch, dast Horäk ani ihre flehentlichen Bitten. die rasende Fahrt durch Einschaltung de» Motor» zu bremsen, geantwortet babe, er babe Auftrag, bei Fahrten bergab, Brennstoff zu sparen nnd mime diesen! Befehl seine» Tienstgcber» nachkommen. Erschwerend fällt noch in die. Waagschale, dast c» da- smal» geregnet hatte und die Strafte schlüpfrig ivar, l lva) erhöhte Vorsicht zur Pflicht gemacht hätte. Die i Situation de» Angeklagten war vor Gericht um so Iungünstiger, al» er einige Wochen vor deut Unglück 'bei Tobrl» eine Frau bei llnvost nicdcrgefahren, zum Gluck aber nur leicht verletzt batte. Dieser Fall wurde !al» leichte Körperverletzung eingeklagt und mit dem , schweren Unfall zn einer Anklage verbunden. Rach umfangreichetn BeiveiSverfabren wurde vorn k in beiden Punkten s ch>t l d i g erkannt und zu einer unbedingten strafe, von sechs , M o n a t e n st r e n g e n A r r c st i verurteilt. rb. Giftmischerei das brüderliche Verhältnis zwischen|^2^ nn’ c J l^''buvlik. den geflüchteten Schutzbündlern und unserer Arbei- tcrsebast zu trüben. An der Freien Hochschule für politische Wissenschaften in Prag finden im FrühjahrS- trimcster 1934 folgende Vorlesungen, b.zlv. Semi- jnarc in deutscher spräche statt: Zeitungskunde: Dr. Wohrtzzek. WirtschaftStcil der Zeitung: Dr. Bacher, und aktuelle Probleme der Weltwirtschaft I(Seminar): Genosse Dr. Slranst. Aus dem iibri« > gen Vorlesungsverzeichnis heben ivir die Vorlesung Professor» Macel über Geld sotvic die Vor» Ausland geschleppt und liehen ihre! träge über die Krise de» Völkerbundes von R. ochazka hervor. finden, t Dominikaner, Sebera, der iit solchen Geschäf ten entsprechend belvandert ist. Der Herr Abt Prokop bot dem Herrn Dominikanerrat Sebera„„„ 2 Millionen KC Entschädigung, respektive Bet« I nut' laufSproviston für den Fall an, datz es diesen! ge- u,an da hinlvirst, um den Menschen die Augen ltngt. die erlvahuteu Baugrundstücke für 20 Mil- auSzuwischen. Waö stud da auch schon die im ltoncn tschechischer Kronen zu verkaufen. Eine Kloster zur Verteilung komtnenden Bettelsuppen solche Entschädigung steht nun allerdings schon und die danebrnhrr noch da und dort gespendeten &,?•■“f*">an sich em bitzchcn anstrengt. Tal- Almosen an einzelne Bedürftige? Zwanzig sachlich gelang«S dem Herrn Sebera, die Grund------ tr*-->-<-—- stücke gut an den Mann ztt bringen. Schlimmer war es allerdings mit den versprochenen 2 Mil lionen Kronen. Der Abt Prokop drehte nun die Vereinbarung auf alle mögliche Art und Weise und suchte sich hcrauSzuredcn. Der Herr Dom!« nikanerrat(auch ein Bruder in Christo. D. V.) machte aber keine Geschichten und überreichte belm Zivilgericht die Klage/ Der Herr Abt Prokop nahm zu seiner Verteidigung den Advokaten Dr. lllbcrth auf; aber cs half alles nichts: Er wurde : zur Bezahlung der vereinbarten Abfertigung von 1 2 Millionen Kü und zur Tragung der GerichtS- 1 kosten autzerdcm verurteilt. »Emigranten klagen an" und die Bürgrrpreste will Gift mischen Durch die dcntschböhmische Provinzpresse, u. a. auch daS„Brüxer Tagblatt", geht eine Schil derung. wornack 14 österreichische Einigrantcn mit ihrer Behandlung in einem Sommerlager bei Prag nicht zufrieden waren nnd in der Redaktion| eines bürgerlichen Blatte» deshalb Beschwerde I geführt haben. Natürlich wird versucht, diesen Vorfall gegen die emigrierten Führer der öster reichischen Arbeiterbewegung ausznschroten. in-! dem behauptet wird, sic hätten 100 Millionen! de» Schilling inS Leute dabei hungern. Dazu ist zu sage», das) e» sich nicht um 14, j sondern um vier Leute handelt, die e» vor gezogen haben, eine kommnnistischc Fiirsorgcjtelle I in Anspruch zu nehmen. Bei einer Zahl von rund' 700 Schutzbündlern und Vertraucne-mäunern au» I Oesterreich, die das Asylrecht der Tschechoslowakei in Anspruch gettointnen haben, handelt c» sich also nur um einen geringfügigen Auonahmefall. Sollte| sich darunter wirklich ein Schutzbündler befinden, der in einer bürgerlichen Zeitungöredaktion An griffe gegen seine Führer zn Protokoll gibt. dann würde diese Haltung durch das Beispiel je ner tausende von Schutzbündlern beschämt, die in den Kerkern deS Herrn Dollfust sitzen und dort—’ uituuFfcuE Franz H oräk au» Pribra tu lenkte, wie hunderte von Zeugnissen erweisen-- nicht nur Auf der steilen Galdstraste hinter Osov, wo ein Teil ihrer Partei,, sondern auch deren Führern vor-!der beimkebrcnden Pilger auSgestiegcn>var, verlor bildlich die Treue halten.[ der Chauffeur die Herrschaft über den mit 28 Personen Die Flüchtlingsfürsorgc ist übrigen» ein so belasteten Wagen, der mit furchtbarer Geschwindigkeit ichtvicrlgeö Problem, datz es von der Auslands-1 Vertretung einer illegal arbeitenden Partei allein nicht gelüst tverden kann. Tie beiden sozialdemolralischen Parteien dieses Landes bemühen sich nach besten Kräften, den politischen Flüchtlingen die schlimmste Rot Wir lesen im„Pravo lidki" vom 22. März l. I.: Der Bcnediktincrorden gehört zu den reich- .... hjxsx Grojz- 'grundvejive und ausgedehntes Waldeigentum. Reben anderen gehören dem Orden auch umfang reiche Grundstücke im Bkevnover Kataster. (Brevnov bei Prag ist der Stammsitz des Bcne- diltinerordensstjfteo in Böhmen. Der Abt von j Brevnov ist gleichzeitig den stlösiern Brannan und l Politz vorgesetzt. D. B.) Ein Teil der Grund stücke wurde bereit» an verschiedene Baugenossen schaften abverkauft. Die tverivollstcn aber behielt sich der Orden zu Spekulationozwcckcn, um eine ordentliche Steigerung der Grundpreise abzuwar- ten. Dem deutschen Abt des Bkevnover Kloster», ÄOlIluvimi|. Herrn Dr. P r 0 k o p, gelang e» aber nltr>ehr I holz, das'»tau an die verschiedenen Gemeinden schwer, tschechische Käufer für die Grundstücke zu, Verteilung an Arbeitslose ausgegebcn hat, I„ tvandie uch daher an^dcn Vatder s wurde der Eindruck erivcckt, als hätte der reiche .... Benediktinerorden weih der Himmel wie viel Verständnis für die Arbeitslosen. Während cs, wenn, mau obige Nachricht zum Vergleich herauzieht, Vera Alansinger fang in der „T a 11:11| ä n f e. r"-Vorstellung Theater die. Elisabeth, vermutlich mit Anbei- lungsabsichten. Man hörte eine schöne, reizvoll jlnu> lich timbricrte lnrisch dramatische Stimme von nick» sehr grostem Volumen nnd bewunderte die sichere Führung, die Ausgeglichenheit und vor allem die noble Kultur diese» Organ», da» insbesondere im Piano beglückenden Ausdrucks fähig ist und duräi füste Kopstöne für die mangelnde Kraft(eltva in der Hallen-Arie) euischädigl. Ta die junge Künstlerin zudem von ausgezeichneter Erscheinung und übrigens eine sehr gute Darstellerin ist,, neigt man schon nach dieser ersten Probe, der aber jedenfalls noch eine zweite folgen sollte, zu einer Befürwortung ihrer EngageinentSabsichten.— Zn bemerken ist, dast dieser„Tannhäuser", obztvar vor wenigcu Monaten erst neneinstndiert, bereits in der unglaublichsten Weise musikalisch verschlampt tolrkt. Dem Orchester, da» an diesem Wochen-Ende drei Vorstellungen zu spielen hatte, wollen wir es gelotst nicht anlasten, dast auch dort vieles nicht in Ordnung war; aber cs wäre eben eine solche. Soielplangestat> tung notwendig, dast beispielsweise einmal«Ine Probe, schon für die„Tannhäuser"-Ou ver t ü re möglich iväre, damit insbesondere die jetzt stellenweise säst schon unerträgliche llnprnzision insbesondere bei den Geigern behoben würde; auch mit der Führung der Ensemble» schien Kapellmeister R u- „.,,. ,7-.--,—- dolf graste Schwicrigkoilen zu haben, die aber Millionen He haben die Herren etngenom- wiederum nickst auf sein Konto zn setzcu sind, da men, zwei Millionen allein geben sie er den„Tannhäuser" nach mehrmonatiger Panse alS Vcrkanfsprovision oder bester müssen sie fetzt nnd wahrscheinlich eben ohne Proben nunmehr auS einem von feiten Leuten bezahlen, die angeblich den Händen de» Lpcrnchefs zn übernehmen hatte, auch nach dem Lehrsatz der hl. Schrift, das? man J.'''--- r'■„'•" nicht Schätze sammeln soll auf Erden, damit sie Tannhauser diesmal besonders wild in der Dar- nicht von Rost nnd Motten grfrestrn werden, lebe» müssten. Wenn cs n»iö Geld geht, da verzichten sie auf die Vermittlung vom lieben Gott und lassen sich ihre„sauer verdiente VerlausS- probision" vom Gericht zusprcchcn. Wen» rin paar hundert Arbeitslose auS den, Vrannaner! Bezirk zum Herrn Abi Dr. Prokop gegangen! wären und verlangt hätten, er möge ihnen einen j Teil der Berkauföprovision alS Unterstützung zu-1 wenden, damit sie nicht hungern brauchen,>a noch weniger, wemt sie verlangt haben würden, datz man ihnen das nutzlos für die Prozeß- fvhrnng nm die zwei Millionen verpulverte Geld geben möge, hätte sie der Herr Abt Prokop wahr- Orden gehört hatten und er selbst aus diesem Ge- 1 schejnlich mit der Gendarmerie vom Klosterhofe -jchäst keinerlei persönlichen Nutzen gezogen habe.| vertreiben lassen. Ttrastcngraben fuhr, Personen fnn- zedn>v eitere tz t. nach dem Unfall den ■ 1>'<'i,„,1. iw»,.,., dan der ..■■ i' I Ehauffeur sich einer Reihe grober Fahrlänigkeiien vom leibe zn halten. Eie finden dabei unter den scknudig gemacht have. Er fuhr aus der abschüssigen Emigranten fast ausnahmslos dafür volles Ver-^traste mit a n» g c f ch a l t c t e m Motor, die ständniS, dast sich diese Hilfe nur in bescheidenen jBremsen waren nickst in Ordnnng und auch sonst legt Grenzen halten kann. In jeder Emigration fin- jdie Anklage dem Ehauffeur schwere Vernachlässigung den sich aber hie nnd da charakterschwache Ele- seiner Obliegenheiten zur Last. Heute wurde vor dem meute,-die da glauben, durch politischer- Hausieren'-enat Tvkora di« Verhandlung wegen Berge- ihre Lage verbessern zu können. Sic sehen dann J’ en J c!?.f T n^2* z> cherheit deS Le« allerdings zu spät ejn, dast. sie. mistbraucht wer-jb e»- abgefuhri. Der Angeklagte gestand feine kl». den. Bisher.haben zedcnfallS sehr viel« Kommn«, WMWWWWWWMWWWWWWWWWW»WM»MWl nisten die Hilfe sozialdemolratischer Fürsorgcstel-1 m m len in Anspruch zu nehmen versucht nnd vielfach u||lf flrtg wflllllinilÖi* mf -n«-^An. ohne däb-S un-eingefallen wäre, E Alli. vltS iQlllllllllUll«öl daraus poutlfcheS Kapltm zu schlagen. I Die geheuchelte Entrüstung unserer Bürger- hKbfhiAft rtttlrttt(Drrt1i presse über die„Konzentrationslager" für Emi-|lPr|||IP|l P|||P||«Kl III granten sicht vollends in schreiendem Gegensatz UIIIVI1 zn dem liebevollen Verständnis, welches sie den!,_■ Verhältnissen in den tvirMchen Konzentration»!»^ Wo es noch Geld gibt!— Etwas für dre Arbeitslosen und die„gutbezahlten" gern der Hitler und Tollfns; entgcgcnbringt. Diese Blätter lieben politische Flüchtlinge nur dann, Wenn sie sich gegen ihre Führer nnd gegen die sozial demokratische Bewegung anSsPiclen las se». ES wird aber nicht gelingen, durch diese stellung nnd sebr wenig schön nnd sauber im Gesanglichen angelegt hatte, zu der unterdurchschnittliche» Wirkung dieser Vorstellung bei. Durch solche Vorstellungen aber führt sich der dhnehin etwas problematische„W a g n e r»Z h k l u S" ad absurdum nnd Ivccki wenig Interesse für seine noch anS- sichendcn Teile. l. g. Zwei Süngrrgastspiele gaben der am Somuag [ nachmittag im Neue n D e»t s ch c n Th e a t« r ! bewirkten Aufführung des Heuer bereits arg abgespielten„91 igolctt 0" von Verdi da» besondere Gepräge; denn eö handelt sich um Vühnenproben von Anwärtern auf frei werdende Stellen in unserem j Opern-Ensemble. Einen vollen nnd voll anzuerken- ne.nden Erfolg hatte vor allein Rose Book vom Hamburger Stadtthcater, die als Gilda debütierte nnd deren Anstellung mtii uneingeschränkt zustim- | men must. Denn die Künstlerin besitzt nicht nur eine Bsfte 6 „Äoziakbemskral" DienSta», 27.»kürz 1S84«r. 72 I mir Dr. tt. Tomikek i I I 1. Ausschreibung. bie bie V o tcn. Ä» i in Besetzung, ein Jahr, bet Dienstleistung die definilive tzlustellung erfolgen kann. Die Dieustbezüge werben nach bcn Bestimmnn- gen beS Gesetzes Nom 24. Juni 1026, Slg. Nr. 103, geregelt. ErfordentiS: Tschechoslowakische Ttnatsbürger- schaft, vollstänbige Beherrschung ber deutschen Sprache als Geschäfissprache der Stabt, vollkommene Beherrschung der tschechischen Sprache in Wort und Schrift. Zurücilegung der Rechts» und staatswissenschaftlichen Studien mr einer inländischen Hochschule und Ablegung der 3 Staatsprüfungen, vollkommene geistige und körperliche Gesundheit und Wohlver- haltenheit. Nur Betverber mit vorhergehender Verwendung rm kominunalen oder staatlichen Verwaltungsdienst werden berücksichtigt. Tie ordnungsgemäß belegten Gesuche sind bis 14. April 1034, 12 llhr, beim Stadtamt in Aussig einzubringen.— Die Stadtgemeinde behält sich die freie Wahl unter bett ein- gelangten Gesuchen sowie mich die Ablehnung aller Gesuche ohne Angabe von Gründen vor. Stadtrat Aussig, am 22. März 1934. Der Bürgermeister: Leopold Pölzl. Bürgerlicher Sport Die internationale Sonntag brachte dem ische- chischeu Fußbailverband in Paris gegen das französische Team einen knappen 2:1(l:1-)2ieg, der erst in der letzten Minute errungen wurde.— Der Länderkampf der Amateure gegen Rumänien in Pardubitz endete 2:2(1:1).— Die Brünner Städiemannschaft wurde in Budapest glatt mit 8:2 (2:1) distanziert.— Der Wiener Städtekampf endete wider Ertvarten mit einem Ilnentschieden von dem man besseres Instrument geioünscht c. j. Heute abends geschlossene vor Arbeitslosen und Etuigran- Mitteilungen aus dem Publikum. Glue folgenschwere Eisenbahnbekanntschaft. Er saß schon viele Stunden im Abteil, als„sie" eintrat. Er studierte ihr Gesicht, ihre dunklen Haare, ibre blauen Augen, und plötzlich, als sie unmotiviert über ihr Buch zu lachen begann, hatte er sich in sie verliebt. Und so eigenartig es klingt— er verliebte sich zunächst einmal in ihre Zähne. Heute sind beide glücklich verheiratet. lind heute hat er genau so schöne Zähne wie sie, richtig und regelmäßig gepflegt mit Kalodonl. Kalodont, die einzige Zahncreme in diesem Land mit dem wirksamen Sulforizin-Oleat nach Dr. Bräunlich, erhält die Zähne fest und blank, weil es allutählich und/ sicher den Zahnstein, den gefährlichen Zahnfeind, für immer entfernt. 100 Bei der Itadtgemeinde Aussig gelangt ab Mai 1931 die Stelle eines 2850 Konreptsvearnten der Dienstklasse l—b beim Stadlamt zur - Die Aufnahme erfolgt provisorisch aut nach dessen Ablauf bei zufriedenstellen- BezugSbedingungeu: Bei Zustellung tnS Haus oder bei Bezug durch die Poft monatlich Kc 16.—, vierteljährig Kc 48.—, halbjährig Kö 96.—. ganzjährig KC 192.—.— Inserate lverdeu laut Taris billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlaß.— Rückstellung von Moniskripteu erfolgt nur bei Einsettditug der Retourmarken.— Die ZeitungSfrankalur wurde von der Post-, und Tclearaphen- dtrektion mft Erlast Nr. 13.800/VH/1980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeirungS-A.-G.. Pr Strecke zu bewälti gen hatten. Sieger wurde Chalupa(D.T.J. Tlusto- j vonsy) in der Zeit von 4:14.8 Min. vor Banik und Touöek(beide D.T.I. ZiZkov). Bei den Sportlern führte die Strecke über 3500 Meter und wieS j ein tiefes und schwieriges Terrain auf. Von den 84 j Mann starken Feld entwickelte sich nach kurzer Zeit l eine Spitzengruppe, die sich vor dem Ziele einen harten Kampf um den Sieg und die Plätze lieferte. Es siegte Kokin(D.T.J. Smichov) in 10:18.7 Min. vor Kuüak(D.T.J. Prag VN) 10:20.0 und Zaryba (D.T.J. Reraiowih) 10:81.4 Min. Den Mann- schaflskampf gewann D.T.J. Smichov mit 63 Punkten vor D.T.J. Neratowitz mit 80 und D.T.J. Prag VN mit 93 Punkten. Hozena-Saisonbeginn bei der Prager D.T.J. Am Sonntag begannen die Hazena--Meisterschaftsspiele der D.T.J., welche durchwegs Siege der Favoriten brachten. D.T.J. Vhsehrad siegte über D.T.J. Weinberge hoch mit 18:8, nachdem die Weinberger bis zur Pause nur mit 5:3 im Nachteil lagen. Ein weiteres Spiel ging in Karlin vor sick, tvo D.T.J. Karlin gegen D.T.J. K o b y l i S mit 8:6 erfolgreich blieb. D.T.J. P a n k r a tz hatte in Nusle gegen D.T.J. Nusle kein Glück und wurde mit 7:8 geschlagen. filme In Frager Liihlspielhäusern bis einschließlich Donnerstag, den 29. März. Alfa:„Casanova".— Beränek:„Katha- r-iua die Graste".— Fenix:„Dieser alte Schuft".— Gaumont:„Das Häuschen in Emaus". — Hollywood:„DaS Häuschen in Emaus".—■ Hvezda:„Mcnschen und Taten."— Julio: I„Die Schlacht."— Kittema: Journale. Groteske, j Reportage(Zh2—%8). Koruna:„Die Stimme ohne . Gesicht".— Metro:„Reise um die Welt in achtzig ! Minuten".— Llymple:„M cnschen und i Tat en.— Passage:„Bubi".— Praha:„Das Häuschen in Emaus".— Radio:„Katharina die G r o st e".— Skaut:„Die'letzte Nacht".— ' Sviiozor:„Bubi".— Akademie«:„Grostsürstin Alexandra".— Alma:„Die sechs Frauen Heinrichs > VIII."— Paskal:„Katharina die Graste".— Carl- i Ion:„Der kleine König".— Favorit:„Katharina bic Graste".— Dloja:„Katharina die Grast e".— Sport:„Zum hl. Antonius".— 8:3, obzwar die starke Wiener Garnitur bis zur Pause mit 2:1 in Führung lag.— Die Spiele des Mährisch-Ostrauer Teams brachtet: nicht dtn gewünschten Sport. Am SamStag wurden sie von der dritten Prager Garnitur mit 11:2(8:2) glatt geschlagen. Sonntag verloren die Ostrauer in Klaono ebenfalls, und zwar mit 4:1(0:0), Der Fuftballsonntag in Prag brachte recht magere Kost. Die.stombination Sparta—Viktoria Ziz- kov spielte mit dem D.F.C. 0:0. Vom D.F.C: wurden zwei und von den Kombinierten 1 Spieler ausgeschlossen.— An: SamStag schlug der D.F.C. in einem bescheidenen Spiel Union Zijkov blost 6:3.— D.F.C.-Reserve verlor in Cnkovice am Sonntag 10:5(4:8). Weitere Länderkämpfe. In Genf gewann österreichische„Wunder"-Mannschaft gegen Schweiz knapp mit 3:2(1:0).— Ungarn gewann in Sofia das Ausscheidungsspiel für die Welt- Meisterschaft gegen Bulgarien mit 4:1(1:1) und Italien siegte in Mailand um die Teilnahme an derselben Konkurrenz über Griechenland mit 4:2 (2:0).— Straßburg: Schweiz B gegen Elsas; 4:1(1:0).— Glasgow: Schottland gegen Eng- land(Amateure) 8:2(0:2). Ter Teplitzer F.K. absolviert derzeit eine Tournee in der Schweiz. Viel Erfolge hat es bisher noch nicht gegeben, aber die gröstte Niederlage bezog er am Sonntag in B e r n, wo die Voung Boys mit 10:1(6:0) einen recht„eindrucksvollen" Sieg erzielten. Beim T.F.K. fehlten Patzelt im Tot tmd Nahlovskt,. Die zweite Profiliga war Sonntag in der i glücklichen Lage, ohne graste" Konkurrenz ihre Spiele durchzuführen. Olympia Pilsen siegte über Eechie VIII, Prag mit 3:2(1:1) und bat damit die Führung klar errungen. Meteor VIII schlug Slavoj j Ziskov 6:2(1:21, CAFC. gegen S.K. Rakvnitz 1:0 (l:0), S.K. Prostnitz gegen Nuselsky S.K.^2: 1(1:1) | und S.K. Pilsen gewann daheim über S.K. Libeü j mit 6:0(8:0). Weiter Fitstdallergebniffe. Karlsbad: Vik- i toria Pilsen gegen K.F.K. 3:3(1:3).— Saaz: BohemianS Prag gegen T.S.V. 2:2(0:1).— Ko m o t a u: D.F.K. gegen Slavia Karlsbad 0:0.— Budweis: D.F.C. g. D.F.C. Krnmau 1:1(0:0). Bodenbach: Sg.Vg. g. Cechoslovan Koöir-Prag |3:1(2:0).— Gablonz: B.S.K. gegen S.K. Krocehlav 1:1(0:1), R.F.K., Reichenberg, gegen >D.S.K. 2:2.— Warnsdorf: W.F.K. gegen ! D.S.B. Reichenberg 8:1(1:). Neuer Weltrekord im Kugelstoßen. Bei den süd- , amerikanischen Hocbschüler-Leichtathletikkämpfen in ii|i r. 11 ai vir. iiuiiueiiuiueit jKafayette im Staate Louisiana erzielte, der Aufklärungen erieilten. Sodann hielt Genosse Dr. Amerikaner Jack Tarränee mit 16.30 Meiern einen S t raust ein ausführliche» Referat über die polt- neuen Weltrekord. tische Lage Mitteleuropas. Er ging dabei vom i Aufstand der österreichischen Arbeiter aus und be- sprack) dessen Folgen für die österreichische Arbeiterbewegung selbst, für Mitteleuropa im allgenteitten! in der Tschechoslotvakei im besonderen, worauf er die ---'~ i schöne, wohlgevslegte und groste Stimme, sondern sie. zeigte sich auch gesangoieämisn> ansterordemlich gut beraten; ihre Koloratur ist blitzblank und rein. ihre Atemführung musterhaft und auch ihre sprach liche Behandlung des Gesanges einwandfrei; da ihre Stimme auch beseelt ist und ihr DarstellungSvermö-1 gen beträchtlich, wird sie auch anderen Aufgaben als\ der Gilda voll gerecht lverdeu. Nicht so ganz vorbe haltlos kann man dem zweiten Debütanten, dem Ba- rilonisten Otto Kudin vom Tebliber Stadttheater, das Wort reden. Zwar besitzt auch er ansehnliche» und gut behandeltes Material, veriielu ein künstle- rifch schönes Piano zu singen und ist vor allem ein drmnatisch bedeutender Darsteller, aber sein Organ ist ungleichmästig gebildet, strebt mehr der Höhe zu als der Tiefe und klingt nicht immer rein tmd ruhig genug. Auch wäre klarzustellen, wen der Gast ersetzen soll. Ist er als Heldenbariton in Aussicht genommen, dann ist darauf mtfmerksam zu machen, dast sein Organ bei aller heldischen Färbung den Ansprüchen groster Heldenbaritonrollen kaum gewachsen sein dürfte und man den Sänger also erst in einer ent sprechenden Partie dieser Art hören müstte. Als Aushilfögast für den erkrankten Herrn Riawetz, hörte man als Herzog den Berliner Tenor Paul F e h e r, einen Mustertenor im schlechten Sinne; denn seine offene Höhe nimmt den Tönen der oberen Quart je de» Volumen und dantit die Farbe und Modulations fähigkeit. Kapellmeister Georg Schick leitete die gut besuchte Obernauksübrung mit öcWrf und rhythmi scher Lebendigkeit; dynainisch must er sich noch mehr beherrschen lernen. E. I. Tanz-Matinee in der Kleinen Bühne.— Die Neugierde, einmal einen japanischen T a u z- k ü n stier kennenzulernen, halte ein ansehnliches Publikum in die Kleine Bühne gelockt. Dast s) e i ch i R i in» r a, die Hauptaliraktion dieser Svezialveran« staltung, keine Enttäuschung bereitete, spricht wohl am meisten für seine groste Kunst; denn nach den be geisterten Vorankündigungen batte inan ganz beson dere» von ihm erwartet. In der Tat ist Rimnra als Tänzer eine anstergeloöhnliche Erscheinung; schon sein präckstiger, ebenmästiger Körper und seine durch eiserne Disziplin geschulte Muskelarbeit sind sehens wert. Alter auch rein tänzerisch ist Nimura ein erft- Nafsiger Künstler des Ausdruckstanzes, bei dem Gieite. Mienenspiel und BewegnugSrhythmus zu ein heitlichster und überzeugendster Bildhaftigkeit wer den. Am beiten liegen Nimura jene Tänze, in denen Fanatismus zur Geltung kommt, wie etwa der ge tanzte„Wasfentribni", der„Schwertritus", das in der Fdee erschütternde kosmische Gedicht„Die Welt ist eine Trommel", die„Javanischen Impressionen", die Szene„Der General" usw. Nimura hat alle seine Tanzszenen selbst erfunden und zusammengestellt. was ihn auch als bedeutendes schöpferische» Tanztalent kennzeichnet. Auch die durchaus ftil- gemäste Wahl der V e g l e i t m u f t k e n zu sei nen Tänzen und Tanzszeuen,— meist moderne bi-1 zarre Tonstücke,— offenbarten Sinn und Gefühl für! .^.rigiualiiät Uttd^.ttl.-.............., ,,-■ uciuunuiiu|cw|i, tfiuKiuuiuim im uuyciiicinuii Tanz- und Ausdruckskumt wirkte seine Partnerin Oualität der angebotenen Ware und die Hohe des. siZx y»,* Gestaltung der politischen Berhättuisse I i s a n K a y mehr oder lveniger als Staffage, ob- offerierten Preises mastgebend sind. Die Vor-, j„-cx Tschechoslotvakei im besonderen, worauf er die wohl auch sie in einzelnen Tanzszenen künstlerisch schlüge auf Vergebung der Bestellungen, die nach; Aufgaben unserer Partei in den nächsten Monaten schönes und Wertvolles zu zeigen hatte, am meisten dem Gutachten der Vergebungskommission ausgc- j dariegie. Bei den hierauf erfolgten Neuwahlen der in einer„Orientalischen Phantasie". r-.b 1••-• i*■——— m—-———--» rhythmisch fester Begleiter der Tänze am Flügel be- wäbrle sich Kavellmeister Paul A r o n, nur ein klanglich batte. Studio 1934. r st e l l u u g Morgen, Minwoch abends, 81) Ubr, dritte e d e r h o l u n g int Bühnensaal der„Urania".! phoueinrichtungen und Fernlabellegungen, welche iZwei Gesamtgastfpiele unter Leitung Mar Ostersonntag„S echs Personen suchen tvalmug durch besondere langfristige Abmachungen! itinn• Vnjpl• Hn|*np|*|lflnnp einen Autor". Helene Thimig. Eleonora Men- jfestgesetzt, die auf Grund der Bestimmungen itttbj bclcfcibit, Rudolf Forster. San» Thimig eie. Preise, Grundsätze der Pergebungsordnuug getrosseu' tvurden, unter dem Gesichtspunkt der Nattonalt- sierung der Produktion solcher Schwachstroman-,—„.... lagen, und zlvar in erster Reihe durch ein Ab- schwere^über^1200 Meter lange kommen zwischen der Postverwaliung und den Fir-" nten: Tclegrafia, Elekiroiechna, Bii. Prckptlovö, i Mierophona und in ztveiier Reihe durch ein lieber einkommen zwischen der Postverwaliung und den Firmen: Kvblo, KiiZil-Chaudoir, Kabelfabrii (Bratislava), International Standard Electrie Corp.(USA) und Siemens Halste. Diese Abmachungen bestimmen die Vertei lung der Bestellungen von automatischen Tcle- phonanlagen und Fernkabel nach einem bestimm ten, vereinbarten Verleilungöschlnssel, wobei aller dings der Grundsatz gilt, dast alle diese Anlagen nur insofern bestellt werden, als dies finanziell erträglich und aus technischen Gründen für den Betrieb unbedingt notwendig und auch zlveck- mästig ist und dies stets auf Grund eines vorher festgestellten Programmes. ' lieber' Vergebung dieser Einrichtungen hat niemals ein einzelner Funktionär des Postministe riums entschieden und entscheidet auch niemals, daher auch nicht der Chef des technischen Dienstes Jng. Strnad, sondern auf Grund des von der zu ständigen technischen Abteilung ausgearbeiteteu Elaborats und nach Ueberprüfung durch die Be triebs-, Budget-, Finanz- und Rechtsabteilung entscheidet wiederum der VerwaltuugsauSschust des Unternehmens„Tschechoslowakische Post". In die sem VerwaltungSauösckust, der früher auS acht, jetzt auS 12 Mitgliedern besteht, sind außer Staatsbeamten auch hervorragende iticht beamtete Fachmänner aus volkswirtschaftlichen Kreisen ver treten. Die Entschliestungen des Berwaltungsaus- schusses müssen einstimmig gefaßt werden, sie wer- Ein gutes Werk Ist der Kauf von Losen der ArbelterfUrsorgel Preis K6 3.— tiiiMuuuliuimiutiuinuit■ m«»ihnmuiu ttiHan uu