14. Jahrgang Mittwoch, 28. März 1934 Nr. 73 röt' (otacMMMfch HleUenFoifp} IENTRALORGAN MB DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATISCHEN ARBEITERPARTEI IN MR TSCHECHOSLOWAKISCHEN REPUBLIK IMCIMMT MET AUSNAHM* MS MONT AO TKHICH FRÜH, koajction umo vmwaltmhg frag xii., fochova a. iuonM7. aominmtmmonimvoh awf. HERAUSGERE«. SIEGFRIED TAU*. CHEFREDAKTEUR: WILHELM NIESSNER. VERANTWORTLICHER REDAKTEURi DR. EMU STRAVES, PRAG. K »1, 4' A Frankreich spart M M SlMlHnftSlelllCR Mrt Krlefslnvalliai Paris, 27. März.(HavaS.) Jinanzmini' per Germain Martin äußerte sich bisher noch nicht genau äter bie(krftiarungSmaßnahmen, iibrr die ia, Drrordnungowrgr entschieden werden soll. Es verlautet, daß eine dieser Maßnahmen» dir 2500 Millionen Franken ergeben soll, die Pensionirrnng van etwa 80.000 Staatsbeamten sein wird, an deren Stelle keine neuen Kräfte ausgenommen werden sollen. Aach wird geplant, den Staatsbeamten die AaSäbung mehrerer Funktionen za »erbieten. Eine weitere Maßnahme soll die Einstellung der Auszahlung von Pensionen an ehemalige FEoatktmpfer sein. Bloß für notleidende Invaliden fall eine Subvention von 300 biS 400 Millionen bewilligt werden. Barthoii auf Reisen Gestern In Brüssel f Brüssel, 27. März, lieber die Besprechungen, bie heute zwischen dem französischen Außenmi» nistSr Barthou und dem belgischen Auhenmi» ntfter Hymans stattfanden, wird amtlich hervorgehoben, dah sie einen besonders freundschaftlichen Charakter hatten. Beide Staatsmänner haben ihre MTiereinstiminung festgestellt bezüglich der Äe fah-r«iN« vW iE d« ra u f rü-stu n g Deutschlands. Sie haben sich gleichfalls besorgt gezeigt hinsichtlich der Folgen, die ein Rüstungswettlauf nach sich ziehen würde. Um diese Gefahren zu beschwören, baden sie den Abschluß einer internationalen Konvention, die ernste Garantien für ihre Ausführung enthalten müsse, als wünschenswert bezeichnet. Mc April In Prag Paris, 27. März. Die Reise deü französischen Außenministers Barthou noch Warschau ist für den 21. April- festgesetzt. Er wird am Sonntag, den,22. April, in Warschau eintreffen und sich dort bis.'Dienstag, den 24. April, aufhalten. Aus Warschau wird sich Barthou nach Krakau begeben »ich von dort noch am Mittwoch abends nach Prag reisen. Hier wird er sich zwei Tage bis Samstag, den 28. April, aufhalten. Während sei« u/s Prager Aufenthaltes wird Barthou vom Prä- stdenten Masaryk empfangen werden und Unterredungen mit dem Außenminister Tr. Benes pflegen. Im Fiel nach Bukarest Bukarest, 27. Dtärz. Di« französische Regierung richtete an Außenminister Tituleöcu die Einladung zu einem offiziellen Besuch in Paris. Her Besuch wird wahrscheinlich im Laufe deL Montes April erfolgen. Der französische Außenminister Barthou wird diesen Besuch in Bukarest offiziell erweder,., das Datum dieses Besuches wird spater festgesetzt werden. Wahrscheinlich wird der Besuch BarthouS in Bukarest int Laufe deü Monates Mai stattfinden. Vie Streikwelle In Spanien t' Madrid, 27. Dlärz. Valencia war infolge von Sabotageakten der Elettrizitätsarbeitec stundenlang ohne Licht. In der Nacht haben dann di« Ar» beiter der EleltrizitätS-, Gas- und Wasserversor« gung den Streik begonnen, der von der Regierung als. u n gesetzlich erklärt worden ist. Studenten des Technikums und militärische Fachgruppen versuchen, die Betriebe zunächst notdürftig aufrecht zu erhalten.• , i In Saragossa brachten Syndikalisten vor einer Polizeiwache eine schwere Bombe zur Ex- plosion. Sie wollten so di« Ablösung des uÜberfallkommandos, insgesamt 25 Mann, verhüten. Die Bonübc ging aber zu friih los. Ein Kind und st« Fußgänger wurden getötet. Weitere vier Unbeteiligte wurden schwer verletzt. Innenminister kür Todesstrafe f Im Hinblick auf die fich«ehrende« anarchistische« Attentat« beabsichtigt der Minister des Innern, in der nächsten Sitzung des MinisterrateS und sodann in deir Cortes die Wiedereinführung sich durch die Verfassung des Jahres 1031 anfge- Wchken Todesstrafe zu fordern. Selbstmordversuch Karl Leuthners? Die Schande der Heimwehr-Christen MllergM im„Sudeten- deutldien Landlland“ schreit zum Himmel! Ole Tragödie der politischen Gefangenen In Oesterreich ES ist ein offene'- Geheimnis, daß durch die aus dem Dritten Reich herüberschlagende Naziagitation weite Kreise dcö Landvolkes, besonders die landbüirdlcrische Jugend vom FasciSm uü angcsteckt wurde. AuS Wien kommt die erschütternde Nachricht, daß der weltbekannte österreichische Politiker und Journalist ft a r l L e u t h n e r im Gefängnis einen Selb st Mordversuch durch?l u f- schneiden derPulsadern unternommen hat. Damit findet unsere Schilderung nachträglich eine tragische Bestätigung, die lvir unlängst über die schändliche Behandlung der politischen Gefangenen im allgemeinen und der ehemaligen Nationalräte Leuthner und R i c g c r in» besonderen veröffentlicht haben. Leuthner hak, wie gemeldet wird» die Brr- zweiflnngswt alS Protest gegen die schändlich« Behandlung seiner Mithäftlingr unternommen. Dieser Protest darf nicht ungehört verhallen. ES mutz immer wieder in die Welt hinaus geschrien werden, daß im christianisierten Oesterreich politische Gefallgene schlimmer als Mörder und Einbrecher behandelt werden. Männern von Weltruf, wie Seitz» Breitner, Glöckel, Tandler werden alle Erleichterungen veeweiger«, die das Gesetz kriminellen Unter- suchungohiftlingrn zuerkennt. Reit schlimmer noch ist die Lage jener tapferen Schutzbündler, die an den ftampshandlungen beteiligt lvaren. Wochenlang wird ihnen selbst eine primitive SträslingSpritsche entzogen, zusammengepfercht wie die Heringe und bei miserabler Kost vegetieren sie in überfüllten Zellen dahin. Die ärztliche Hilfe fiir kranke und verlvundctc Häftlinge läßt alles zu wünschen übrig. Medikamente, welche die Angehörigen hereinbringcn, werden zur ü ck g e w i e s c n. Schwere Erkrankungen mehren sich. Der AuSbruch einer Rnhrrpidemie in dein Andaltelagrr WöllrrSdorf ist ein aufreizender Beleg für die GefängniS-Hhgienr im christlichen Oesterreich. Im Ländesgericht Wien ll wird die Post der Angehörigen den Häftlingen wochenlang nicht zugestellt. Ein Untersuchungsrichter namens Pokorny erklärt Angehörigen, die sich beschweren wollen, zynisch:' „Wenden Sir sich an di« sozialdemokratischen Führer Deutsch und Bauer." Die Häftlinge werden teilweise schamlos ausgebeutet, ja direkt bestohlen. In Liesing werden sür Zubußen Wuckerprcise berechnet: für 10 Deka Wurst ein Schilling, sür 10 Flirt-Zigaretten(Preis 80 Groschen) ebenfalls ein Schilling, Im Polizcigefängnis auf der Elisa« bethpromenade Ivird für R a s i e r e n 1 Schilling verlangt. Die Gefangenen lassen sich aus Protest die Bärte wachsen. eine ganz besondere Gemeinheit leistet sich die BuudcSpolizei in Steyr. Steyr ist eine ArbeilSlosenstadt, vier, fünf Jahre sind di« Menschen ohne Beschäftigung. Dort haben Straßenkassierer der Partei die unverkauften Par- teimarlen verbrannt. Tie Polizei Zwingt nnn aus Grund eines vorgefundcn.'n Verzeichnisses diese durchwegs arbeitslosen Kassierer, den vollen Wert dieser Parteimarkcn zu ersetzen. Gne solche abgefeimte Gaunerei haben sich nicht einmal die Goeriugbandcn erlaubt. Die österreichische Christen-Regierung und daö ganze zivilisierte Ausland mögen es wissen, daß diese Infamien, begangen an Wehrlosen, nur Wasser auf die Mühlen dec illegalen sozialdemokratischen Arbeit sind. Die cingekerkertcn Schutzbündler grüßen ihre Führer, so ost sic ihnen aus dem Weg zu Verhören begegnen, mit lauten „Freiheit"-Rufen. Im Landesgericht Wien I hat man die cingckcrkertcn Schutzbündler am Sonntag zuin ft i r ch c n v c s u ch gezwungen. Sie sangeir dort die Internationale. Passanten, welche die angrenzenden Straßen abends passieren, hören aus den überfüllten Zellen der Feber-Gefangenen proletarische Freiheitslieder. Alle Strafmaßnahmen. Dunkelarrest und Kostentzng haben den Trotz dieser Helden nicht brechen können. Sache der zivilisierten AuölandSwelt ist es nun» mit leidenschaftlichem Nachdruck menschliche Behandlung, Recht nnd Gerechtigkeit für die österreichischen Freiheitskämpfer z» fordern. Pflicht eines jede:: freiheitlichen Menschen ist es, den entmenschten Kerkermeistern des Hcimwehr- christemums öffentlich inö Gesicht zu spucken, wenn sie es wieder tvagen. von christlicher Liebe, Barmherzigkeit und Versöhnung zu sprechen! «* „Autoritäre" Finanzwirtschaft Rach Fertigstellung der neuen SiaatSversas- sung wird man. ivic die Wiener Abendblätter erfahren, gleich an die Sckiafsung eines neuen F i n a n z v e r f a s s u n g L g e s e tz e s gehen, das den neuen Verhältnissen angepaßt sein soll. Hiebei wird besonders die Machtvollkomnienheit der Regierung in bezug auf das Bersügungörecht und die Kontrolle der LandeSvertvaltungen und auch in Finanzfragen eine der„autoritären" Neuordnung entsprcckunde Ertoeiterung erfahren. Für die bundesunmittelbare Stadt Wien ivird die neue Finanzverfassung eine weitgehende Bedeutung haben, da die meisten Fragen einer Umgestaltung desbiöherigen Wiener Steuersystems von der endgültigen Regelung der Stellung Wiens zum Bunde inncchalb der Verfassung abhängcn. Der Doppeladler fehlt nochl Am Montag trat das„Neue Wiener Journal" mit der Forderung nach Wiedereinführung des altösterreichischen Wappens, des Doppeladlers hervor. Heute fordert das Weltblatt gleichfalls die Rückkehr zum Doppeladler und sagt: Nur der zweiköpfige Adler kann das Wappen des neuen Oesterreichs bilden, das sich seiner ruhmreichen Geschuhte bewußt ist. Die Aufruhrprozesse Die Prozesse vor dem Wiener Schwurgericht gegen Angehörige des republikanischen Schutzbundes wegen Widerstandes gegen die staatliche Exe- s kutive bei den Feberkämpfen wurden auch am i Dienstag fortgesetzt. Der akademische Maler Alfred Winter, der an den Kämpfen um die Wohnbauten in der Quellcnstraßc im 10. Bezirk teilgenommen hatte, wurde zu einem Jahr schweren Kerker verurteilt. Der Arbeiter Johann Koller, der an de» Kämpfen um den Gocthchof im 21, Bezirke tcilgenommcn hatte, tvurde zu 1ü Monaten verurteilt. Gegnerische Anerkennung Der zur Kontrolle und Verwaltung der Wiener sozialdemokratischen Arbeiicrbibliothcken eingesetzte Ausschuß konstatierte in seiner heutigen Sitzung, daßdas literarische Niveau dieser Büchereien u n g e Iv ö h n l i ch h o ch war und daß nur sehr wenig Bücher aus den i Bibliotheken würden beseitigt werden müssen. Tie ReorganisationSarbeitcn werden allerdings. noch • längere Zeit in Anspruch nehmen. Unlängst sprachen fich die Bevollmächtigten des„Sudetendcutschen Landstandes", der bekannt- lickt unter Fühning des Ministers Dr. Spina steht, mit den maßgebenden Leuten der Landjugend aus. Das Ende tvar, daß man sich aus ein„vertrauensvolles Zusammenarbeiten" beider Teile e inigtr. Nun ist die Zusammenarbeit der Ocffentlichkeit sichtbar geworden. Dieser Tage sand nämlich in Mrfcl bei Reichenberg eine„Landständische Kundgebung" statt, in der neben dem obersten Rcichsjugcnd- führer Hacker aus Podcrsam auch Abg. W i n• dirs ch, der Präsident der Deutschen Sektion deü LandeSkulturraieS für Böhmen sprach. Aus den Darlegungen beider Redner geht mit größter Deutlichkeit hervor, daß cs dem„Sudetendcutschen Landstand" vor allem um den Vcrnichtungskamps gegen den— Marxismus geht. Herr Hacker, der die vorlvärts, eigentlich nach rückwärts stürmende Landjugend verkörpert, erklärte derb-offen: „W enn sich der ständische Gedanke durchsetzt, ist der MarxiSmuScr- l e d i g t". Ob Herr Hacker weiß, was eigentlich Marxismus ist, muß wohl bezweifelt werden. Auch feine Führerlollcgcn wissen cS nicht, denn sein Freund Dr. Hetz sagte auf der eingangs erwähnten Konferenz naiv-böswillig, daß der Marxismus jedes Erhalten der deutschen Kultur a l S staatsfeindlich auslegc. Die Entdeckung, daß der Marxismus die Erhaltung deutscher Kultur als staatsfeindlich auslegt, ist bisher sonst niemanden geglückt. Wenn jemand wirklich deutsche Kulturgüter(Schulen etc.) mit Erfolg vc r t e i d i g t hat, so waren cs die Marxisten. Wahrscheinlich stellt sich Dr. Hetz unter deutscher Kultur ctlvas ganz anderes vor als wir: Den AntimarxiSmuS, jene a n t i f o z i a l e E i n st c l l u n g, die vom Aus stieg der breiten Massen nichts wissen tvill. die nicht in der Dcinokratic, sondern im Führertum von„GottcS Gnaden" das Heil erblickt— sür die besitzenden Klassen. Derlei Pläne bekämpfen die Marxisten allerdings ans guten Griind.cn im Interesse der erdrückenden Mehrheit des deutschen Volkes mit aller ihnen zu Gebote stehenden Kraft. Wir finden es auch in Ordnung, lvenn Doktor Hetz von seinem Standpunkt aus sich z u ni deutschen Turnverband bekannt dai. ans dem bekanntlich der selbsternannte Führer des gesamten deutschen Volkes, Herr Heul ein, hcrvorgegangcn ist. Für die Hcnleinfroni schwärmte in Dörfel auch Herr Hacker. Aach der „Deutschen Landpost" sagte er wörtlich: „EL gibt noch andere Kräfte, die in einer gleichen Richtung marschieren. Das muß erstmalig auch bei unS in einer Versammlung anögcsprockicn werden, daß wir in der Endete.«deutschen Heimatfront nichts sehen, was wir zu bekämpfe il habe n." „Erstmalig" ist also die i d c c l l c Zusammengehörigkeit des„Sudelcndcuischcn Landstandcs" mit der Hcnleinfront betont tvordcn, in der sich alle g c t a r n t c n F a s ei'ft e n sammeln. Daß dort,>vo die Jugend haßt, der alte Sozialistenfeind Abg. W i n d i r s ch nicht lieben kann, versteht sich wohl von selbst, lind so hieb er ebenfalls lustig gegen den Marxismus los: „Der Marxismus verschulde« e, das; ! daö allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht, sich nicht nur ans die staatliche Gesetzgebung, sondern auf das Leben in den Gemeinden und Bezirken nachteilig ausgewirkt hat. Tausende Ilmla- genprozente mußte der Bauer oft hinnehmen und ertragen, während ihm die Preise diktiert wurden." Der Marxismus ist Herrn Windirsch eilte Art— Blitzableiter für die II n s ä h i g k c i t Ider agrarischen Politik, die aus dem I Wesen des Kapitalismus entspringenden Probleme Wittwoifi, 28. Mürz 1034 *t meistern. Herr Windirsch, dieser angebliche Demokrat, schielt scynsucktSvoll ins Drille Reick: .Deutschland Hal einen beispielgebenden Weg unternommen, indcin es ilnn fiir seine Erzeugnisse, Gei reibe, Bich aber Milch bestimmte Preise garantiert, die derart bemessen sind, das; er ah leben vermag: es bat auch den Fettplan geschaffen. Das Erbhofgescv wurde beschlossen, wel«! chcS verhindert, daß ein Bauer, der durch die Not I in die Lage kommen kann, Grund und Boden zu verlieren, doch auf' der Wirtschasl bleibt. Wir rinden, dast dagegen unsere Gele tz g e b u n g sich bibber neid nur in der Richtung bewegt hat, zwar etwa- zu geben, um eS a u f der anderen seite wieder zu nehmen." Es ließe sich sehr viel sachliches gegen die Darstellung des Herrn Mig. Winbirsch eiiuvcn- den. Wenn er wirklich glaubt, das; baS eigentliche Landvolk Deutschlands durch die von ihm gepriesenen Dinge gerettet wurde, so irrt er gelvaltig. Eine solche Anbiederung an Hitlerdeutsch- land erzielt bei den nazistisch eingestellten Elementen des„Sudetcndcutschcn LandstandeS" alles andere denn eine Wendung zur Demokratie. Es wird der Demokratie, der Verfassung der Tschechoslo« ivalei absolut nickt gcnicht, wenn Abg. Windirsch stets so spricht, wie er eS in Dörfel getan hat. Jeder VerbammlungShörer, feder Leser der ,,Deut- scheil Landpost" sagt sich einfach: Wenn schon Abg. Windirsck den Stab über die Demokratie bricht, was sollen wir erst tun? Wenn der demokratische Staat uns nicht helfen kann oder lvill, dann soll eS eben Hitler, b c z w. der F a s c i 9 m u 8 tun! Dies ist das logische Ergebnis solcher ziiinindrstcuS Nvcidcutigen Reden. Tie Jugendsiibrer Hacker und Dr. Heg können mit Herrn Abg. Windirsch wahrlich zufrieden sein. Eine solcheZusam» m c n a r b e i t ist bestimmt nack ihrem Geschmack; anck Hitler wird nichts einzuwcnden haben! Und Herr Minister Dr. Spina, der Führer des ..Sndetendcutschen LandstandeS"? Nun, er scklveigt und billigt damit, lvak- seine Stcllvcrirctcr l auck' Hacker gehört dazu), draußen treiben. Auf der schon erwähnten Konferenz erklärte der Fugendsührer Jng. Künzel: „Uni es ganz klar zu sagen, nm was es sich in Wirklichkeit dreht: um die Niederkämp- f n n g des gemeinsamen Gegners, der da heistl Zersetzung, der da heistt Bolschewisierung des öffentlichen Lebens". Wiederum ist bier Hitler das Vorbild. Um die Welt gngeblick vom Bolschewismus, d. h. Marxismus zu befreien, hat Hitler das scheußlichste Gcwaltregime der Weltgeschichte gegen die Arbeiterklasse, gegen den sozialen Fortschritt aufgcrichtet. Gerettet wurde damit auf eine Zeitlang der brutalste, raffgierigste Kapitalismus linier dem verlogenen Schlagworte der„Uebcrwin- dung des Klaffenkampfes"— ein Schlagwort, das auck im..Rcichslandlmnd" daheim ist. Vic man sieht, herrscht im„Svdetendcutschen Landstand" heute schon reichlich viel Hitler g c i st. Wcnnö nach dem Willen der Rcichs- jugcndsührer geht, wird unter Beihilfe von Poli- litern a la Windirsch der„Sudctendeutsche Land itond" bald voll in daS Horn de» FasciSmus blasen. Die demokratischen Elemente dieses Staate? werden sich fascistische Konzerte allerdings nicht ruhig anhören. ö8 n. M. de jlmg: VeesetÜMAene Jfcuk (in Jtomon\n vier Cpiecdtn Autorisierte Ueberaelsunc»u» dem Hollindiscben von E. R. Fuchs. Dieser Mann hatte gelebt! Wie hatte er über seine Kameraden gesprochen, über seine Schwester. Man hing an ihm mit leidenschaftlicher Zuneigung und Liebe und umgekehrt gehörte er mit seiner ganzen Seele den anderen. Wie war sein Leben dagegen kalt und leer und dürr. Wen durste er unbefangen seinen Freund nennen? Wer stand ihm wie ein Bruder nahe? Die Ehrfurcht, die Liebe seiner getreuen Untertanen, seiner Offiziere und Soldaten? Theorie! Die lvärmte nicht. Sie blieb fern und unpersönlich. Morgen tvürdcn sie gegen einen fremden Nachfolger genau so sein. Mes für den König, das hohe Amt, das Symbol der Prinzipien. Nichts für das lechzende Menfchcnherz, das zu dessen Armen, Verirrten, zum Tode Verurteilten gekommen Ivar, um sich kärglich an geineinsamer Erinnerung zu wärmen... und wie ein Bettler an der Tür eines Reichen abgctviescn wurde... Mit herbem Lachen sagte er: „Sie sind alle zusammen Heilige, eure Terroristen!" Peter hörte den bitteren, ärgerlichen Tonfall und sah ihn befremdet an. Danach zuckte er die Achseln. „Weit entfernt," antwortete er ruhig.„Wir sind alle Menschen mit Fehlern und Untugenden und Leidenschaften. Doch die allerbesten deines Volkes au Seele und Gemüt find sicherlich unter uns. Du weist nicht, was du vernichtest." Dann fiel ihm etwas ein und in verändertem Tone fragte«u erinnerst dn dich, wer damals , Appell der Internationale I an die österreichischen Arbeiter ! gegen die blutige und heuchlerische Regierung DollfuS Das Büro der Sozialistischen Arbeiter-Internationale ist Samstag und Sonntag unter dem Vorsitz V a n d c r v c I d e s im Partcihanse der stanzösisckcn sozialistischen Partei in Paris zn- saiitniengetreten. Es waren anwesend: E r u ilt m e» erl- Deutschland, Bracke- Frankreich, Gilles- Großbritannien, Alb a r d a- Holland. Modigliani-Italien, Liebermann- Polen,?l b r a in o w i t s ck- Rußland, Lind sk r ö m- Schweden, Graber- Schweiz, Soukup» Tschechoslowakei, ein Vertreter der österreichischen Sozialdemokratie, ferner der.staffier der Arbeiter-Internationale Van R o o ü b r o e ck und der Sekretär Adler. Da» Büro nahm einen ausführlichen Bericht des Vertreters der österreichischen Sozialdemokratie über die Ereigniffe in Oesterreich entgegen. Auf Grund dieser Mitteilungen und nach einer gründlichen Debatte trns das Büro eine Reibe von Maßnahmen. hinsichtlich der Probleme, die durch dir gegenwärtige Lage in Oesterreich der internationalen Arbeiterbewegung gestellt sind. Zn diesem Gegenstände nahm daö Büro ferner einstimmig folgende Entschließung an: Das Büro der Sozialistischen Arbeiter-Internationale, zu einer Sitzung versammelt in Paris am 2t. und 25. März, übermittelt den österreichi- sckr.n Arbeitern, die den Kampf für die Freiheit geführt haben, den Ausdruck seiner Solidarität und Bewunderung und gedenkt niit tiefer Ehrerbietung der Opfer der Wiener Kommune und der Helden, die mit dem Rufe„EL lebe die Internationale" in den Tod gingen, lind bewegten Herzens sendet daS Büro seine brüderlichen Grüße allen Kameraden, die jetzt in den Kerkern der österreichischen Diktatur schmachten. Der heldenmütige Widerstand der österreichischen Sozialdemokraten wird für immer einen Ehrenplatz in der Geschichte der Freiheitskämpsc einnehmen. Die derzeitige österreichische Regiernng, die durch ihre dauernden unerträglichen Provokationen und durch die Unterdrückung der Brrfaffnng und aller Freiheiten allein dir Verantwortung für tzaS vergoßene Blut trägt, bleibt für ewig grbrandmarkt. lind nicht weniger niedrig und brutal all ihre Kampsmethoden. Kanonen gegen Frauen und Kinder zn richten, ist jetzt ihre Rache. Sie hat schwer verwundete Revolutionäre hinrichten lassen; wehrlose. Gefangene wurden mißhandelt und selbst Hilfeleistungen fiir deren hungernden Frauen und Kinder werden auf hinterlistige Weise erschwert. Zur gleichen Zeit vernichtet die Regierung Dollfuß die Freiheit der Arbeiterorganisationen, obwohl diese durch den VölkerbuudSvatt gelvährlei- stet ist, mißachtet sie die Freiheit- der religiösen lleberzeugungen, die der FriedenSvertrag garantierte, und hält zur Zeit unter flagranter Verletzung der Verträge etwa 70.000 Mann als militärisch ausgerüstete fascistische Truppen unter den Waffen. AUeö, was die Welt an dem Terrorregime Hitlers verabscheut, sieht sie mit Schaudern und Empöntng in Oesterreich nachgeahmt: Dollsutz, der sich als der Retter vor der hitleriftischen Barbarei aufspiekt, ist heuchlerischer noch und nichtswürdiger al- Hitler. Die Internationale erhebt darum vor der ganzen Welt gegen die Regierung Dollfuß die A n« klage, daß sie da- Recht ihre- eigenen Volke- und die Verpflichtungen aus den internationalen Verträgen mit Füßen tritt. Diese Negierung hat zudem Oesterreich vollständig zum Vasallen des italienischen Fasciömuü und zu einem Stück deS imperialistischen Systems gemacht, welches die Kriegsgefahr in Europa vermehrt. So wie jeder Fasci-mno führt auch der österreichische gasci-mu-, indem er die Freiheit der eigenen Nation gefährdet, zum K r ie g e. Die Internationale nimmt mit Freude und Stolz Kenntnis davon, daß die österreichischen Arbeiter, weit davon entfernt, durch ihre ruhmvolle Niederlage entmutigt zu sein, mehr denn je hoch und fest die Fahne de- Sozialismus tragen. Sie grüßt die Männer, die, treu geblieben, nunmehr gezwungen sich den neuen Kampf-Bedingungen anpaffen. Die Kanonen des Fafci-muS haben die Werke zertrümmert, die der konstruktive demokratische Sozialismus geschaffen halte und die die Bewunderung der ganzen Welt erregten. Nun handelt eS sich darum, unter anderen Formen den revolutionären Kampf für die Freiheit und für dir Eroberung der Macht zu führen. Darum ruft die Internationale den Arbeitern Oesterreichs, zn: Habet Dank für ener Opfer! Bleibet I einig, wachsam nnd treu! Hütet euch vor fal- i scheu Freunden nnd mißachtet die Verräter. Macht dem Vermächtnis eurer Märtyrer Ehre! Die Arbeiter aller Länder sind mit ench! - Das Büro setzte ferner den Text deS Aufrufes zum 1. M a i fest, der an die Arbeiter der ganzen Welt und besonders an die Oesterreichs gerichtet tverden wird. Bei dec Prüfung der Situation in den verschiedenen Ländern nahm das Büro mit Empörung Kenntnis von dem verlautbarten Verbot der Neugründung der sozialdemokratischen Partei in I n- g o s l a w i c n durch die Negierung dieses Landes. Namens der Vierer-Kommission, die in der Angelegenheit der sozialistischen Partei Frankreichs eingesetzt tvnrde, unterbreitete Adler dem Büro die Anträge, zu denen die Kommiffion einstimmig gelangte. Ter Bericht schließt mit folgenden Feststellungen:„Nack deut Kongreß der französischen Neujoziglisten(Union Jan JaureS) sind die Aussichten aus den Erfolg einer Intervention der Viererkominisjion bedeutend vermindert worden und infolge der jüngste» politischen Ereignisse erkennt die Kommission einstimmig an, daß diese Aussichten derzeit überhaupt nicht bestehen. Die Kommission ist der Meinung, daß unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Intervention von ihrer Seite keinerlei günstige Ergebnisse bringen könnte und bittet deshalb das Büro um das Vertrauen für den Augenblick, wo sie ihre Aktion wieder aufnehmen tvird. DaS Memorandum Rena u del ü, in dem die Aufnahme der neuen Partei in die Sozialistische Arbeiter-Internationale gefordert tvird, wurde alö nicht in die Kompetenz der Bierer-Kom- miffion fallend bezeichnet; vielmehr sieht die Behandlung dieser Frage der Exekutive der Sozialistischen Anternationale zn. ' Agrarische Theorie und Praxis In der„Deutschen Landpost?' vmn 16. Rssrg d. I. war anläßlich einer Pöleprjk gegen den chrkst* lichsozialerseitS erhobenen'Llortvurf der Arbe-tz- terfeindlichke'r^WvDinkKs zu lesen: „Dazu bemerken wir noch: Wer in der heutigen Zeit den Arbeiter auf den Bauern hetzt, begeht ein Verbrechen. Jeder denkende und vernünftige Mensch weiß eS, daß gerade die jetzige ! wirtschaftliche Notlage dar größte Elend so i wohl nnterderBauernschaft als auch unter der Arbeiterschaft hervorgebracht hat und daß diese beiden Stände diejenigen Bollsteile sind, welche darunter a m m e i st e n gelittenhaben... Die Bauernschaft und der Bund der Landwirte haben jederzeit die LebenSiuteressen de- Arbeiterjtandes anerkannt, weil wir wiffen, daß eine im Lohn stehende Arbeiterschaft durck ihre Kaufkraft auch de« Bauernstände zur Ueberwindung der Notlage mithelfen kann." Man ist angesichts dieser dtirchaus richtigen ^Einstellung der„Deutschen Landpost" versuch! auszurufeu: Endlich hat die Vernunft und Gerechtigkeit gesiegt, jetzt wird eS leichter möglich sein, beiden notleidenden Bolköteilen niit Staatühilfc Erleichterungen zu schaffen. Arbeiter und Bauern, beide schwcrarbcitendc Menschen, tatsächlich die .Hauptpfeiler des Staates, werden nun einander Imehr als bisher verstehen und entgegcnkomme« — so mußte jeder unvoreingenommene Leser obiger Zeilen sich denken. Am 25. März d. I. konnte sich der gleiche Leser in der„Rcichcnbergcr Zeitung" folgende Prager Meldung zn Gcmütc führen: „Die Verhandlungen über die sozialpolitischen Maßnahmen, besonder- über die Stillegung von Betrieben und über die Lohn» schied-kommiffionen, mit deren Kundmachung noch für vor Ostern gerechnet wurde, sind über Einspruch der Agrarier und mit Rücksicht auf die Bedenken des Handelsministerium- vorläufig abgebrochen worden. ES wurde geltend gemacht, daß das StillegungSgesetz nicht mehr dringend benötigt werde nnd daß es weitgehende Eingriffe in die Selbständigkeit der Unternehmer bedeute. Aehnliche Einwendungen wurden gegen die Lohnschiedükom Missionen erhoben. Die endgültige Entscheidung über das Schicksal der zurückgestcllten Vorlagen Wird erst nach dem 10. April fallen." Unbestritten gehört das StillegungSgesetz und daö Gesetz über Lohnschiedskommissionen zu den Lebensinteressen der Arbeiterschaft. DaS ist den Agrariern wohlbekannt. Wenn sic jetzt im kraffen Gegensatz zu den Ausführungen der«Deutschen Landpost" nicht die Interessen der Arbeiterschaft fördern, sondern die der I n d n st r i e l a p i t a l i st e n, so ist das überaus drastisch und— aufreizen.d Wir wollen hoffen, daS eS trotz all dem gelingt, die erwähnten Vorlagen unter Dach nick Fach zu bringen. Ein gutes Werk Ist der Kauf von Losen der Arbeiterfürsorge! Freia Kt 3 in der Universitätsstadt bei unseren: hitzigen Gespräch bei unS war?" Der König runzelte die Stirn nick sann nach. Eine schwache Erinnerung au eine Frau dämmerte ihm auf, doch er konnte ihren Namen nicht finden. „Eine Frau, glaube ich?" anttvoricte er zögernd. Peter lächelte grimmig. „Natürlich hast du sic vergeßen," sagte er höhnisch.„Damals warst du noch nicht zu der Strenge deS harten Fürstcnlcbeus erwacht. Sie war nur eine unter Unzähligen. Du nanntest sie Lydia, doch sie hieß Susanne. Sic war ein ehemaliges Nachbarkind von uns, eine Freundin von Lisa. Weißt dn es jetzt?" „Ja... jaja... nun erinnere ich mich." Die Erinnerung war ihm unangenehm und mürrisch fragte er: „Warum erinnerst du mich daran? Die alte Dummheit..." „Susanne ist auch zu uns gekommen, nach Jahren. Sie war keine Heilige mehr, wenn sie je eine gewesen sein sollte." „Lydia? Unter den Revolutionären? Nein!" Und der König lachte laut auf bei den: Gedanken: daö mollige Venustierchen... das anspruchsvolle, launenhafte Weltpüppchcn... tätig teilnehmend au einer politischen Bewegung! Das war zu toll! «Bon fang ne pent mcntir," sagte Peter, ohne sich von der Heiterkeit des Königs ableukcu zu lassen.„Zu Hause bei ihrem Vater hatten wir einen geheimen Treffpunkt." „Bei einem Jagdaufseher der königlichen Wälder?" „Stimnit genau! Unheimlicher Gedanke, nicht? Oh, Susanne hat noch viel lerne» müssen, ehe sic ihren Platz fand und ihre Pflicht. Aus deinen Händen ist sic in die eines weniger erlauchten Jemand übergegangen, und dann in die eines anderen und wieder eines anderen... ein Leben wie ein Rausch. Solch ein Leben verbraucht sich schnell. Dann ist sie krank geworden und wurde ins Spital gesteckt. Dort lag auch ein Mädchen aus unserem Kreiö. Tuberkulose... schon gestorben.. Dock als cö Susanne besser ging und sie entlaffcn tvurde, Ivar sie auch vom anderen Leben genesen. Und sie ist zu uns gekommen. Den Teufel hatte sie im Leib diese Frau. Sie Ivar ziemlich verdüstert und sprach nicht viel. Durch einen deiner Nachfolger ist sie unheilbar krank geworden. Vielleicht beseelte sic weniger Idealismus als ein Gefühl bitten:, persönlichen Hasses. Sic forderte für sich das gefährlichste Unternehmen und drängte wie ein Kind, bis ihr Wunsch erfüllt war. Und dann lebte sie auf, lackte nnd plauderte wie früher. Bon ihrer Schönheit Ivar nicht mehr viel übrig geblieben. Aber sie Ivar ein verläßlicher Kamerad. „Wo ist sie jetzt?" „Tot. Der Schädel eingeschlagcn von der Polizei bei einem Anschlag aus den Gouverneur einer deiner Provinzen. Ich glaube, sie ist glücklich gestorben, denn der Anschlag war geglückt und sie selbst hatte die Bombe eworfeu." „Unglaublich!" murmelte schaudernd der König. Er sah vor seinem Innern plötzlich dalachende, liebe, schöne Antlitz mit den Grübchen in Kinn und Wangen... hörte ihre helle, fröhliche, spöttische oder schäkernd schmollende Stlmnic. Lydia... das ewig heitere Sonncnkitck... untcrgcgangeu in diesem bösen, dunklen Leben der Gewaltmenschen... Glücklich gestorben, weil ihr Anschlag erfolgreich war... die lieben, kleinen, tveißen Händchen... Lilienblätter hatte er sie genannt... die hatten getötet, Bomben geworfen, den Hahn einer Feuerwaffe gespannt. Rachsüchtig war sie... da- Leben hatte e- schlecht mit ihr gemeint. Da- Leben?.Konnte er sich selbst freisprechen? Znm erstenmal seit dem Beginn ihres Gespräches fühlte er sich schuldig: „Und jetzt." unterbrach Peter seine unangenehmen Gedanken,„jetzt ist es an mir, für unsere Sache zu sterben. Es ist spät in der Nacht, Bruder. Willst du mich nicht die letzten Stunden allein lassen? Ich muß noch über soviel nachdenken." Da legte der König die Hand auf Peters Schulter, sah ihn voll Wohlwollen an und antwortete: „Nein, Bruder... du sollst nicht sterben." V. Peter Zanzi wich erschüttert einen Schritt zurück. Die Hand des Königs fiel schlapp an ihm herab. Eine Weile hing schweres Schweigen zwi« sckcn den beiden Männern. Dau» fragte Peter heiser: „Was?... Nicht sterben?... Wie meinst du daö?" „Ich meine, daß ich das Todesurteil kassiert habe." TodcSbleich, gen der Immigration, dir dahin gerichtet ist, a l l r n F l ü ch t l i n g r n, dir Opfer der religiösen, nationalen und politischrn Brrsvlgung sind, Zuflucht zu gewähren. Gi« Wiener Kämpfer berichtet... Heldenkampf und Martyrium Der Heizer als Falschmünzer llfhorod, 27. März. Im Bezirk von B e r e- h o v o und Scvljuä tauchten in der letzten Zeit falsche Zchnkroncnstückc auf, die sowohl durch ihren Glanz als auch ihren Klang den echten Münzen überaus ähnelten. Die Gendarmerie nahm sofort eingehende Nachforschungen auf, die in der Nacht zum Montag von Erfolg begleitet Ivarcn. Des Nachts nahm die Gendarmerie eine Hausdurchsuchung im Antvcscn des Heizers der Dampfsäge in Vylol vor, wo sie eine gesckiickt eingerichtete Falsckunünzer-Werlstätle und viele gulge- lungene Falsifikate vorfand, welche vorbereitet luaren, um in den Verkehr gegeben zu werden. Ter Heizer Dender F e d a t fertigte Zemcntnnneizen an, in Ivelchc er eine Metall-Legierung goß, worauf er die abgcgosieneu Stücke auf chemischen Wege polierte. Tie Abgüße prüfte er sodann eingehend und liest die nicht gut geglückten Falsifikate Ivicder in den Schmelztiegel znrückgehcn. Fe- dak gestand die Fälschungen ein und erklärte u. a. er hätte ursprünglich Kronen-Münzcn fälschen wollen, doch seien ihm die Matrizen nicht gelungen und die Arbeit sei ihm auch nicht einträglich genug erschienen. Fcdak wurde in die Hast des Bcrehovcr Gerichtes ein'gcliefert. Nach der Verbreitung Falsifikate wird gefahndet. Raubüberfall bei Reichenberg Ein Autobus-Schaffner nirdergeschosse» Prag, 27. März. Gestern um 21 Uhr wurde auf den StaatSautobus der Linie Friedland-Rei- chenberg bei der Station Schönborn ein Attentat auf den Autobussührer Münscke verübt, der durch einen bisher unbcfannten Täter niedcrgcschossen wurde. In der Station Einsiedel bei Reichenberg stieg ein Reisender zu, der gleich, kaum, das; er in den Wagen hinter den Chauffeur getreten war, laus der Tasche einen Revolver zog und auf den nichtsahnenden Chauffeur von rückwärts einige kicher Durst quält mich. Ich bitte um einen Schluck Schüsse abgab. Der Wagenführer nahm gerade L c ck m i m o a s ch" ist die Antwort des seine Tasche und Ivolltc dem Reisenden Fahrkarten der hinter mir steht. Da ich geben. Bevor er dies tun Wasser. ,, christlichen Streiters,! alwr sonst nicht reden kann, must man mir zu trinken geben. Folgt ein ,,V c r h ö r". Man Ivill wissen, lvo in unserem Haus die Waffen versteckt sind, wer gctämpst hat, wer die Führer sind. Man verspricht Freilassung, Ivcnn ich antivorte, droht mit Erschießen, wenn ich nicht gestehen Ivill. Ich bleibe dabei, nichts zu wissen. Schmerz und Schwa-*': kommen mit solcher Gewalt über mich, dast.a> nach der Tischkantc greife, um mich zu harren. Sofort bekonime ich einen Hieb über die Hand. Ich taumle halb be- IvußtloS auf den Posten neben mir zu. Ein rasender Schmerz im Bauch lästt mich auflirüllc».E s w a r e i n F u st t r i t t. Ich breche zusammen und höre die Stimme des verhörenden Schergen: „Tragtö'n fort, den Hmid, den räudigen. ,! M Erst im großen Arrcsiraum nebenan komme ich lviedcc zu mir. Meine Leidensgefährten bemühen sich rührend nm mich.„Hilft nichts, Bub, Ivirmüssen aushalte n", sagt ein alter Genosse zu mir. Ja, aushaktcn! Ich höre kein verzagtes Wort um mich. Ich raffe mich energisch auf. Wunderbar stärkt diese ungebrochene Solidarität. Wir erzählen von unseren Erlebnissen, von dem Ringen dieser Tage, von unseren Arbeiterhelden, von unseren grasten Toten. Ach. Ivenn man doch heute schon sprechen dürfte, jvenn man die Namen dieser Helden schon heute verkünden dürfte! DerQaftuttO Unsere Waffen sind vergraben, die Kleider, so gut cS gehen ivill, in Ordnung gebracht und gesäubert, aus den Taschen alles Verdächtige entfernt. Aber der Heimwchr entgingen wir doch nickt. Eine ihrer Patrouillen liest uns mit argwöhnischen Blicken passieren. Vor einer zweiten versteckten wir unS in ein kleines Wirtshaus. Aber| sie kamen unS nack. „H ä n d e hoch!" Taschcnvisitation durch irgendeinen Funktionär in Zivil. Eine loiderlichc, geleckte Fratze, Bür-i gersöhnchen, das den Herrn Konnnandanten spielt.' Man findet Ivenig: paar Zigaretten, einen Bleistift, ein harmloses Federmesser, eine Strasten» bahnkarte. Egal—! Wir müssen mit. Es Ivar zum Lachen, llnö drei wehr» und waffenlose Männer eskortiert ein hakbcr Zug bis an die Zähne bewaffneter Wichtigtuer mit schußbereitem Gewehr und anfgepsfanztem Bajonett. An dec nächsten Straßenecke stößt ein größerer DranSport Gefangener zu uns. linier ihnen Straßenbahner, Postler und Leute aus dem Elektrizitätswerk. Die Esiorte verstärkt sich dnrck Polizei und Militär. Wir erkennen den und jenen velannten Gcnoffen, stellen uns aber fremd. Während des Marsches werden bic und da im Flüsterton ein paar Worte getauscht. Plötzlich ertönt mitten aus dem Trupp das lange vorher vereinbarte und geübte Alarmzcichen: „Achtung! Verräter unter uns! Spitzel!".. Mit einem Schlag verstummen die Gespräche. Ein Spitzel unter uns?! Wer mag es sein. Unweit von mir geht einer mit einem blutigen Verband am Kopfe. Dieser Verband sieht so merkwürdig aus! Aha...1 Ich sehe meinen Nebenmann an, sein Blick folgt dem meinigen, er nickt mir zu. Der Spitzel hat nichts erfahren. Auf einem Platz treibt man uns in ein bc- rciistehcndcs Polizciauto. Wir fahren lange Zeit, tönnen uns nicht orientieren. Das Auto hält in einer Toreinfahrt, deren Eingang sich hinter uns schließt. Es ivimmclt um u»S von Hahncnfchwänz- lern, die uns mit Kolbenhieben in einen großen lahlen Raum treiben, dessen einziges Mobilar ein länger Tisch ist. Durch schmutzige Fenster sehen wir in einen düsteren, schmierigen Hof. Wir erraten, daß wir in einer Hcimlvehrkascrnc gelandet sind. In der Hölkr des HcimwchrgefängnisscS. Zu zwei und zlvei führt man uns zum„Verhör" in-einen Nebenranm, der gedrängt voll ist von rauchenden, schlafenden und biertrinkenden Hahncnschlvänzlcrn. Man stößt uns vor einen Tisch, hinter dem neben den uniformierten Landsknechten auch Zivilisten sitzen. Irgendwelche„Führer" vermutlich. Wiederum Taschenvisitc. Natürlich erfolglos. Darob großer Verdruß. „SiextdcnGaunerl Hundölens der! And'Wändgstölltgher t's, B e- st i c n"... mackt sich einer der„Hilfspolizeiführer" Lust. Die Schuhe niüsseu auSgczogen werde» und ivecden gründlich untersucht. Ich kann mich nicht enthalten zu bemerken:„Handgranaten sind keine drin". Ein F a u st s ch l a g ins Gesicht ist die Antwort, daß mir sofort das Blut aus der Nase schießt; gleich darauf ein zweiter und dritter. Während ick halb bewußtlos herumtaumlc, werfen sich rin paar Heimwchrler auf mich. Sic bearbeiten mich mit dem Ueberschnmng, sic hauen mit dem daran hängenden Bajonett auf mich ein wie mit Dreschflegeln. Ich verliere daSBewutzts ein... Ein Strahl kalten Wassers bringt mich zu sich. Mein Gesicht ist bi« zur Unkenntlichkeit verschwollen, ich kann mich kaum rühren. Fürchter- „ Krassin" im Kieler Kanal Kiel, 27. März. Der russische Eisbrecher ,„tl r a s s i u", der von der sowictrussischcn Rcgie- I rung zur Rettung der schiffbrüchigen Besatzung des „Tscheljuslin" auSgeschickt wurde, lief am Diens- sür die Zerstörung seines gesamten Jabrikmaic-1 tag. in den Nordostsee-Kanal ein, um so zunächst rialS mit 3.5 Millionen Francs abgefunden werde,! d>e Nordsee zu erreichen. Der Eisbrecher befindet ein Abkommen, bei dem auf die Znlnnft der Arbei-j j'ch auf der Reife nack Wladiwostok und ivird USA nimmt sich der deutschen feinc WH- lpcrbc- Das Schiff entwickelt eine Geschwindigkeit von 12 Knoten, was die ursprünglich festgesetzte Geschwindigkeit übersteigt. In den ersten ztvei Ta- gen.legte der Eisbrecher 521 Meilen zurück. rr ö?uü sich. Einige Schergen mit'iWGGGGGGGGGGGGGGGM schußbereitem Gewehr gehen auf den Alten los. Sie wollen ihn äbsühren— wohin, das ist leicht An unsere Abonnenten, Leser zu denken. Er wirft sich ihnen mit geballten Fäu-.—’-* sten entgegen. Schüsse krachen. M i t zer- NUN schmettertem Schädel bricht der Waffenlose zu samm en. Und wir stehen tvehrloS vor den auf uns gerichteten Akündungon... Es Ivar totenstille in dem Raum, lind ivir alle dachten nur an eines: an den Tag der Abrechnung. Heist, inbrünstig, unauslöschlich hat sich dieser Gedanke in diesem Moment uns in die Seele gebrannt. Wir legten den Toten auf den Tisch und be deckten mit seiner Mühe das entstellte Gesicht. Eine Stunde später tvurdcn wir wieder ins Auto verladen. Wir fuhren der Polizeihaft entgegen. weiter nach den Schiffbrüchigen der Expedition in der Beringstraste forschen. An Bord des Schiffes . befindet f'7; eine 140 Mann starke Besatzung. Ilm Das Lied des Fasetsmus. An ihren Lledern die Rcttungsaltion wirksam durchführen zu kön- sollt ihr sie erkennen l Die Bolksverderber vom Inen, hat die Schifsleitung eine vollständige Hakenkreuz nämlich!„Wo nian singt, da last dich Polar expedition mit an Bord genomruhig nieder.", so pflegte man früher zu sagen, men. Der an Bord befindliche Proviant reicht für In Deutschland der Nazi-Barbaren ist das nnt neun Monate. akuter Lebensgefahr verbunden. Die Methoden, kostbrcvierS mindestens zehnmal 1 Müesli die Rede war, wurde im Zuge der immer intensiveren Durchdringung von PlnmS Körper mit Bircher-Benners Lehren in Plums Seele der Schrei nach dieser köstlichen, aus Kondensmilch, ?lepfeln, Nüssen und Haferflocken bereiteten Speise allmählich laulcr und lauter. Einmal von der Götterspeise kosten! Bircher- MüSli essen und dann sterben! Besorgt kratzte sich Plum mit seiner mächtigen, snmmctweichcn Pranke hinter dem Ohr. Aufmerksam zogen seine geblähten Nüstern den Duft deS Urwaldes ein. Rohkost genug— aber keine Spur von Müsli! Dann reckte er zum Zeichen des Entschlusses! majestätisch den gelb und schwarz geringelten Union.... Schweif. Wo anders hätte Plum Virchner-MttSli lang flatterte, hörten PlnmS Ucbcrfälle aus die• suchen sollen, wenn nicht bei den Europäern, von Karalvancn ans. denen es kam. Der sonst friedliche und nur auf Besorgung seines und seiner Familie Unterhalt j bedachte Tiger wurde vlötzlich zur reissenden Er unternahm weite Jagdzüge, überfiel Es gehört zu den alltäglichen Kainvsnntteüi der Gegner der Konsumgcnosscnschafteii, die Behauptung auszuiiellen, die Konsumvereine seien gegenüber den Kaufleuten und Händlern steuerlicki„begünstigt". Kein einziger unter diesen Zissernkünsilern bringt den Mut aus, der Oeffcntlichkeit zu jagen:„Ich habe bei einem Umsatz von so und so viel Erwerdsteucr in der Höhe von so und so viel bezahlt." Alles vcrniei- nen die Herren mii dem zweiselhastcn„hätte" zu | schaffen. 28 i c fr eben Sie Tinge i n Wirklich j k e i t" Der Kausmann umerlicgt al» Einzcluntcrnebmer der allgemeinen Erwcrvsicner, welche sich in ihrer jeweiligen Höhe nach dem Rcingewinn richtet. | Tic Genossenschaften, mich die Gcnossenschastcn der Kaufleute, unterliegen als llnternehmen, welche zur öffentlichen Rcchnunglegung verpflichtet find, der b e- sonderen Erwerbsteuer. Dieser besonderen Er- wcrbstcucr unterliegen neben den Genossenschaften auch die Aktiengesellschaften. die Kommanditgcscllschaf- ten ans Aktien, die Berstchernngsiiisiitme, die Gc- scllschastcn mit bcschränllcr Hasinng. die brauberech- tigtcn Bürgerschaften usw. Ta es nun aus der Hand liegt, dass Unternebnuingen wie die Konsumgenojien- ' schäften nicht die gleichen Erlragsmöglichkcitcn besitzen wie beispielsweise die Akliengescllschastc» und Versicherungsanstalten, und da sich die Konsumgenossenschaften als gemeinnützige Unternehmungen 1 betätigen, steht das Stcuergesetz bei den Konsumgenossenschaften eine Begilnsiigmia gegenüber den andere» zur öffentlichen Rcchnnnglegung verpflichteten Unternehmungen vor, wenn sie sich in ihrer Tätigkeit auf die Mitglieder beschränken. Bon einerB«- g ü n st i g u n g gegenüber dem Kaufmann! st a l s o ii b e r h a ii p t n i ch i die Rede. Und das ist es doch, was die Gegner der Konstnngcnoisenschas- tcn ständig behaupten. Zu einer heftigen Preücsehde gab mm der Herr Handelskammcrsckrctär-Stellvertreter Tr. Wa w r e c z I a(Eger) Anlass, der den RcchnungS- abschlnh deS Konsum- und Sparvereins„Vorwärts" in Karlsbad zur Gruudlage der Behauptung machte, die Konsiimgenossenschaficn seien im allgemeinen gegenüber den Kaufleuten bei der Erwcrbstcucr begünstigt. Nachdem die Nuosührnngcn Dr. Wa- wreczkaS, die im Karlsbader Gebiet bereits ihre gebührende öffentliche Zurückiveismig erfahren haben, in einer ganzen Reihe von Zeitungen auch ausserhalb des.Karlsbader Gebietes abgedruckt wiirden, ist es notwendig, sich mit diesen Tinge» näher zu befassen. Um es kurz zu mache»: Herr Dr. Wawreczka sagt, dass das finanzielle Ergebnis de? Karlsbader „VorlvärtS" im Jahre. 1020/80 1,13-1.046 Kc gewesen ist, und zlvar bei einem Umsatz von rund 88,188.000 Kd. Die Konsumgenossenschaft zahlte 8510 K5 direkte Erwcrbstcucr, bei Hinzurcchnmig von 600 Prozent Umlagen 2-1.57-1 Ke. Bei Anrechnung eines sechsprozentigen Gewinnes hätte, so meint Herr Dr. Wawreczka, ein Kaufmann 88.020 Kc direkte Er- wcrbsteuer, mit 600 Prozent Umlagen 616.1-10 KL zu zahlen. Und in diesem Unterschied in der Steuer- leistung liege die Ungerechtigkeit der„Begünstigung". Wenn die Karlsbader Konsuingenostenschast die Hat er sich, als- eine Abteilung Marinesol- j baten landete und Lager bezog, ans von den TomjnieS milgesührtcn Quackcr Oats und Berna Milk Bjrcher-MüSli etwa selber bereitet? Un- l wahrscheinlich genug. Aber doch wahrscheinlicher !alS die Annahme, auf den wilden bengalischen Tiger Plum habe die britische Flottcndemonstra- tion stärkeren Eindruck gemacht, als auf soundso- ! viele unbotmässige Mitglieder des Völkerbundes. G. Bode. Der Tiger Plum Der bengalische Tiger Plum kehrte den ge- j cingcii Ucberresten des Professors Wendelin Hum- »lelstich den Rücken und schritt, von der ausgie bigen Mahlzeit angenehm ermüdet, seinem Ruhe plätzchen im dichtesten Dickicht deS Dschungels zu, dessen weiche Schatten ihn bald in behaglichen Schlummer wiegten. Professor Hummelstich war Leiter einer Ex pedition, die der Egosophenbund ausgerüstet hatte, um die möglichen Einflüsse frisch getrockneten Liancnblütcntces ans die seelische Güte der Men schen zu erforschen. Besser gesagt, er war Leiter dieser Expedition gewesen. Denn nun befand er sich in jenem Zustand, den Rhdhard Kipling und andere einschlägige Schriftsteller mit dem Aus drucke„seine Knochen bleichten in der Tropen sonne" bezeichnen. Plum aber tvidcrfuhr merkwürdiges. Er schien irgendwie nicht ganz gesund von dieser Mahlzeit ausgcstandcn zu sein. Denn als er am nächsten Tage ein Tropenschwcin kunstgerecht zer legen wollte, packte ihn plötzlich solcher Ekel vor rohem, blutigem Fleisch, dah er das eben ge rissene Tier liegen liess und sich vom nächsten Baum einige Kokosnüsse langte. Ncidvoll beobach tete ihn eine Schar Ilciner Affen, da sein gewal tiges Gebiss mit den harten Schalen der Früchte spielend fertig wurde, während ihnen selbst das Aufknackcn stets arge Mühe verursachte. Ob nun ein Band von Bircher-Benners Schriften, den der Herr des Dschungels in seiner Gier mit dein Professor mitvcrschlungen hatte und dessen Seiten im Wege der Verdauung nun all mählich seinen Körper zu durchdringen begannen, jene Wandlung i» der gastronomischen Weitaus- Bestie,..... , fassung des Tigers verursachte: oder ob ihm die f Bungalows und, als er Vkchncr-Mtiöli dort nicht Egosophcnbibel einfach im Magen lag: jedenfalls I blieb Plum fortan Vegetarier. Sehr zum Aerger > seiner Mittiger. Sehen wir ganz ab von dem Um- ! stand, dass Eigcnbrödlcr nirgends gern gesehen sind, da jede Eigcnbrödlerei, soweit sic anderen übrig blieb, bziv. der Generalversammlung zur Bcr- fügung gestellt wurde. Seit wann gilt denn bei Menschen mit natiir ‘ liiben Rcchwbegriffcn das, was den einkaiifenden \ Konsumenten wieder znriickgrgeken wurde, at? ein Gewinn? Ter Kaustnann, der naäi Tariicllnna Herrn Dr. Wawreczkas bei einem Gewinn von 1,181.0-10 Ke I eine Erwcrbstcucr von 616.110 Ke mit Umlagen und i von 88.020 Ke ohne Umlagen zn zahlen hält c, ver- ■ wendet eben einen solchen Ucberschuss für sich und sein Geschäft. Wa? würde ihn denn hindern, so wir e? die Konjumgcnviienschakt getan hat. von dem Ueber- schnss von 1.181.0-16 Ke an seine Kunden 1,000.716 Ke znrnckznznhlcn? Würde e? denn einem Kaufmann cinkallen, das, wa? er so seinen Kunden zu- rückgczahit bat, al? einen Gewinn für sich zu buchen? Nein! Und jetzt wollen wir einmal rechnen! Nach Abzug dessen, was die Konsnmgenojsenschast ihren einkaiifenden Mitgliedern rückvergütete, bleibt für da? genossenschaftliche Unternehme» an sich ein Heberschuss von 12-1.330 Kö; ! Genossenschaft 3510 Ke. I gleichhohen Gewinne» zahlt der Kausmann steuer wie folgt: Bestcuermig?grundlage.. 12-1.000 Erlverbsteuer an? den ersten 30.000 W/e gleich Erwerbslcner au» den verbleibenden 81.000 Ke 2t/i'A gleich... Zusammen.-.- Steucrleistung der Genossenschasi mit 600% Umlagen.... Erlverbsteuer eines Kaufmannes mit 600% Umlagen Unterschied.. Wenn wir also den effektiven Gewinn als alleinigen'.Ra Hst ab siir die Steucrleistung netnnen. zahlte ! die Karlsbader Konsumgenossenschaft nm mehr als die Hälfte mehr an Enuerbstcner als unter gleichen Bor- ansfebnngcn rin Kaufmann. Die Gegner der Konsnmgcnoisenschast argumentieren, dass ihnen die Steuerbehörden bei einem ähnlich hohen Umsatz wie ihn beispielsweise der Konsum- Mtl „S»»iaktzr>nokrat" Mittwoch, 28. Mir» ISS««r.?» PRAGER ZEITUNG Kunst und Wissen Bubi Vorträge der zu Er- Die Beden Wassermann und Traben. Im groben Saal der Städtischen Bibliothek laö am Montag abend Josef Bunzl auS Werken bon Wassermann und Traben bor. Eine leider sehr kleine, aber auf- merksame Gemeinde folgte dem Künstler, der, stimmlich ein wenig indisponiert, mit plastischer Gestik und modulationsfäbigem Organ, nicht nur zu. sprechen, sondern auch mitfühlend zu gestalten wusste. Dabei liegt Bunzl, der zu gern dramatisch wirkt, das Pathetische tveit weniger alö die besinnlich-humorige Impression—, sein wacher Sinn für pointierte Kleinmalerei kam überzeugend in einer sehr feinen Novelle Trabens,„Die Bändigung", zum Ausdruck, die in der Traben eigentümlichen Sprache trockenen und doch tief menschlichen Humors, eines gütigen Humors, der sich der Tränen schämt, die er aus Mitgefühl weinen muss, die Zähmung einer widerspenstigen jungen flrau durch ihren zwar stillen, aber Mit Rücksicht aus dir Tatsache, dass an den Abenden der Ostcrfeiertage Schauspiclc mit Gästen gegeben wird, sind für den Nachmittag des Ostersonntag und Ostermontag die beiden erfolgreichsten Opern dieser Spielzeit, nämlich„Boris Godunow" und„Turandot" angesetzt worden, und zwar auch im Hinblick auf die zahlreichen austvärtigen Besucher. Die Preise sind ganz niedrig, nur drei Kategorien: Alle Galcriesitzc Ke 6.—, alle Parterre- und Balkonsitze Kö 12.—/alle Logen- und Fantenilsihe siö 18.—. des„Hundelebens" hat seine Tat ermuntert. Und wieder ist es geworden, den man ohne Wider- die Absicht, sic arrszuführen._ mich durch sein sonstiges Geständnis bekräftigt. Im zweiten Punkt der Anklage< Vorbereitung bon Anschlägen gegen die Republik und Zugehörigkeit zu einer staaisfeindlichen Organisation) bleibt daö erste Urteil schon durch das bestätigende Erkenntnis des Obersten Gerichtes in Kraft. Demgemäss wurde. Kass heule zu zwanzig Monaten schweren»nd verschärften Kerkers verurteilt und zu einer Geldstrafe von 4000 Ke. im Fall der Nichteinbringlichkeit zu einem wei- eeren Monat strengen Arrests. Teuer bezahlte Schwarzfahrt Den lstevisor auo dem Wagen geworfen. Prag,.26. März. Es gibt Leute, denen nichts auf der Welt einen solchen Genuss zu verschaffen scheint, als die Ersparung des Stratzenbahnsahrgel- des im Wege einer sogenannten Schwarzfahrt. Es ist kein• Scherz, dass«8 manche, geradezu als sportliches Vergnügen empfinden, mit List und Gewandtbeit deui kontrollierenden Schaffner zu entgehen. Dabei handelt es sich, tvie die Kontrollore sehr wohl loisien, meist um wohlsituierie Leute, denen es sich dock) ganz bestimmt nicht um die 1.20 K£ handelt, die sie auf. solche Art ersparen, sondern eben nm den Reiz des Verbotenen. Um die Tätigkeit der Revisoren wirkungsvoller zu gestalten, hat sich die Strahenbahnverwaltung entschlossen, diese Dienstorganc einigermassen zu tarnen. Früher waren sie durch ihren traditionellen steifen Hut, kurzen Ucberrock und ein handtellergrosses Abzeichen auf der linken Brustseite schon von weitem (der Dichter erscheint als Sprecher auf der Leinwand, bevor der Film beginnt)'— aber was er sagt, ist zu sehr von seiner Freundschaft zu Eisenstein und von seinem eigenen Anteil am Zustandekommen dieses Films bestimmt, um als Zeugenaussage gelten zu können. ' Auch wenn man nicht wüsste, dass die Vorgeschichte dieser stilmszenen abenteuerlich ist, auch^wenn man nicht gehört hätte, dass Eisenstein den Mexiko- Film aus Verzweiflung über seinen Misserfolg tu Hollywood begonnen und ihn dann nach besessener Arbeit plötzlich abgebrochen hat, würde man beim Anblick der jetzt veröffentlichten Szenen spüren, dass sie ohne festen Plan entstanden nnd ohne feste Ordnung in oie Hände ihrer Bearbeiter geraten sind. Es wird zwar eine Handlung erkennbar, die Geschichte von einem Peon, der sich gegen die spanischen. Hazienda-Herren empört, der gefangen und hingerichtet wird, aber diese Geschichte, die mit einer(unsichtbaren) Vergewaltigung beginnt und mit der grau- samen(aber vorsichtig gezeigten) Tötung des Rebellen abbricht, ist nur ein fragmentarischer Satz,in einer unvollendeten Symphonie. Ebenso wie das abschliessende Bekenntnis zum Mexiko von heute,' das seine Kräfte zu regen beginnt. Man muss sich also, da dieser Film kein Ganzes ist, an seine Einzelheiten halten: an die impressionistischen und epischen Bilder von der Natur und den Menschen deS Landes, die wie eine traumhaft schone Illustration zu TravenS Mexiko-Büchern wirken/und an die dramatisch bewegten Wirtlichkeitsschilderungen Eisensteins Meisterschaft aufS neue erkennen lassen. ES sind Bilder, die unvergesslich bleiben werden und den Zuschauer stärker bcnoegen als der Handlungsablauf: die unsagbar lebendige, mit allen optischen Mitteln gestaltete und kunstvoll kontrastierende Wiedergabe eines StierkampfeS, die grausam düsteren Bilder von den Mönchen, dem Kruzifix und den Totenschädeln, die hinreissend kurzen Reiterszenen, die verwirrend eindrucksvolle Bittprozession, die Soldatenmärsch«, die den Zuschauer einkreisen und überrennen, und schliesslich die schö- nen, wilde» und leidenden Gesichter, in,denen das Schicksal und Sehnen eines Volkes verzeichnet ist.' ES ist kein Eisenstein-Film. ES ist überhaupt kein Film. Aber«S ist eine Auswahl aus dem Material eines meisterhaften Regisseurs, das bezaubernde, bezwingende und überwältigende Szenen enthält.—eis-—• Sport• Spiel• Körperpflege internationale GchachnsettkLnspfe Der Internationale Fachausschuss für Schach der SASJ. organisiert augenblicklich einen Dreiländerwettkampf zwischen Ungarn, Tschechoslowakei und Lettland. Äusser diesem Länderwettkanwf werden internationale Fernturniere veranstaltet. Anlässlich des Prager B e r b a n d s f« st e« werden vom 5. bis 8. Juli internationale Schachweitkämpfe ausgetragrn. Der Erfolg Schöpfer zu neuer ein heiterer Film„ M stand belacht, weil leine Urheber nicht mehr gewollt, als gekonnt Ijaben. Man könnte sich darüber Gedanken machen, ob-dieses kcmcödiantische Ä>iK mit Einfällen und Lacheffekten, das zuweilen in die Sphäre des Bierults, aber mitunter auch in den Bezirk der pointierten Parodie gerät, eine Gattung ist, deren Wert den Einsatz von Kräften rechtfertigt, die zu den Kesten deS tschechischen Films gehören. Der Regisseur Mae Friö hat früher gezeigt, dass er auch anderes inszenieren kann— und dass Hugo Haas mehr ist als nur ein liebenswürdiger Komödiant, steht gleichfalls fest. Aber was die beiden hier geschaffen haben, ist in seiner lustigen Lebendigkeit, in der Ursprünglichkeit seiner Einfälle und in der Virtuosität, die Aufwand und Ausstattung durch Teinpo und Treffsicherheit ersetzt, so viel tvirksamer als die meisten tschechischen Filme, dass man das Können und den Erfolg stärker betonen muss als die kritischen Einwände gegen übermütige Entgleisungen. In diesem flilni haben noch die schlechteren Einfälle den Atem der Frische, und sie werden so vorgebracht, dass sie sich hinterher selbst persiflieren. Und die besseren Einfälle, die den Schwankstil, die Gesellschaftsetikette, das Familienidvll und den Schmachtfilm parodieren, find mit einer dezenten Nachdrücklichkeit zur Geltung gebracht, die sie künstlerisch macht. Wenn der Held sich träumerisch ans Fenster setzt und mit verliebtem Augenausschlag zum Singen ansetzt, uni sich selbst abzuloinken, wenn ein Bindfaden zum Mittelpunkt einer Liebes», Eifcrsuchts- und grossen GcsellsckiaftSszene wird, wenn der Sportsieg der Heldin, der in keinem besseren UnterhaltungS- film fehlen darf, zum Anlass einer Grotesk«, wenn lieb' Mütterlein zur herzlich-komischen Gestalt und der Herr, der aufS Ferngespräch wartet, zum Logierbesuch wird, dann spürt man, dass sich aus Filmen dieser Art eine eigenartige, witzig-spielerische Gattung entwickeln könnte, die jenseits von Kitsch und Albernheit ist. ES ist fchwer, festzustellcn, wer am Erfolg dieses FilmS grösseren Anteil bat: der Spielleiter flriö, der die Pointen trefflich verteilt, die Darsteller flott in Bewegung gebracht und die Leichtigkeit des Stils in sorgfältiger Arbeit bclvahrt hat— oder der Hauptdarsteller Hugo Haas, der den anfangs schüchternen und schliesslich sieghaft energischen Bibliothekar durch alle Abenteuer hindurch mit einem übermütigen und doch nie plumpen Humor, mit Witz und Laune spielt. Die übrigen Darsteller treten hinter seiner LeisNmg zurück— aber nicht mehr so stark wie danmlS int„Hundeleben".-eiL- Freifnlringen Belgien'-Schweiz. Für das Ländertreffen im Freissilringen Belgien gegen Schweiz,-das am 8. April in Belgien ftattsinden wird, fanden bereits die AusscheidungSkämpfe statt. Bisher hatte die Schtveiz in dieser Sportart keinen Gegner in den Reihen der SATJ-Berbände, da das Ringen und Schwingen als eigene schweizerische Sportart angesehen werden muss. Der AuSgang des Wettkmnpfes wird deshalb vom Latus mit Spannung erwartet., Handball in Holland. Die Spielbeivegung ist in Holland sehr in die Breite gegangen. Sehr beliebt ist das Korbballspiel. das in den meisten Vereinen gespielt wird. Neben Fusshall hat sich mich daö Handballspiel sehr Verbreitet. Siebzig Mannschaften spielen bereits um die BundeSnieisterfchaft. Zur Schulung der Schiedsrichter im Handball wurden 7 Kurse mit 6t Teilnehmern aügchalten. Äusser den«chiedörich- tcrkursen sanden noch Lehrgänge für Handballspielleiter statt. Der OrganisationSaufhau der Handballbewegung ist dem des deutschen Verbandes entnommen. Die höchste Instanz ist der Spieleriag. Die Fussball-Srrie in der Saar. Nachdem die Handballer schon in die Nückruude der Serienspiele eingetretcn sind, beginnen auch am kommenden Sonn- tag die Kümpfe um den Landesmeister der Fussballer. Eingcteilt ist das Saargebiet in zwei Gruppen, mu die Vereine vor allzu grossen Fahrtauslagen zu bewahren. An den Spielen nehmen 12 Vereine mit 24 Mannschaften teil. Länder-Fussballspiel Schweiz— Belgien. Die Schtveiz rüstet zu einem Länderfussballtreffen, das an den O st e r t a g e n in Zürich stattfinden soll. Die AuSwahlfpiele für die Zusammensetzung der Ländermannschaften haben bereits stattgefunden. Die belgische Mannschaft, die in der Gruppe West der Europameisterschaft an der Spitze steht, ivird in der Schweiz auf einen ausgesuchten Gegner treffen, so das; der Ausgang des Spieles nicht vorausgesagt werden kann. Das grosse flussballtreffen in der Schweiz be- loeist erneut die Aktivität der Verbände der SASJ. Gegcnübcr dem Jahresdurchschnitt 2800. Diese natürliche Fruchtvarkei ja, mcnsldenvernich- kann, hat aber hvgie- :r Spital- das Jahr werden, t lasten mit den Zimmer denn $ nbcR'ii dann lb so stand bvgienischcr - längst nickst mehr sichen Klinik die Anstrengungen gewissermassen Je länger diese wird täglich s ist ja in einer ja. Ber« wie in Donner über Mexiko Angeblich ein Film von S. M. Eisenstein, dem Schöpfer, des„Potemkin",— in Wirklichkeit aber ist es kein Film, sondern eine Auswahl fragmentarischer, Filmszenen, und die AuStoahl ist nicht von Eisenstein, sondern in seiner Abwesenheit zu- rechtgemackst, znsammengestell« und abgernndet worden. ES soll ein ungeheuerer Rohstoff gewesen sein, den Eisenstein seinerzeit bei seiner Abreise anS Mexiko nach Russland zurückgelassen hat, und wir können nicht beurteilen, ob die Auswahl aus dem überreichen Material, die man in Hollywood veranstaltet hat, gut oder schlecht getroffen wurde. Upton Sinclair bekennt sich mit empfehlenden Worten zu ihr Zweimaliges Gesamtgastspiel der Reinhardt» Bübnm unter persönlicher Leitung Max Reinhardts. Karsamstag:„Maria Stuart"; Ostersonntag: „SechSPersonensucheneinenAutor". Sitzplätze schon von K£ 13.— an. Ab heute allgemeiner Vorverkauf. lssrnst Deutsch in BeurdetS„Gesangrnc". Am Ostersonntag spielt Ernst Deutfch den JacqueS in der „Gefangenen". Di« Vorstellung lvird nur ein einzige» Mal im Abonnement gegeben.(CI) Mit Rücksicht auf den Charakter des Stücke»(für Jugendliche nicht geeignet!)-sind die Abonnenten bis inklusive Samstag ausnahmsweise zum Umtausch berrchsigtl Studio 1934. Heute abend», 8li, dritte Wiederholung im Bühnensaal der Urania. Wochenspielplan de» Reuen Deutschen Theaters. Mittwoch, halb 8 Uhr:„Julius Cäsar", Gastspiel Ernst Deutsch, B. 1.— Donnerstag, halb S Uhr:„D aSDreimäderlhau»". Volkstümliche Vorstellung, AA..— Freitag: Geschloffen I Wochenspielplan der Kleinen Bühne. Mittwoch, 8 Uhr:„Gastein". Donnerstag, 8 Uhr:„John ^Gabriel Borkmann", volkstümliche Vorstellung.— Freitag: Geschlossen! Osterprogramm deS Reum Theater»: Samstag, den 3l. Riärz: 7',4 Uhr:„M a r i a S t u a r t" (Reinhardt-Tournke). Sonntag, den 1. April, 2!-j Uhr:„Boris Goduno w", Preise sic 6.—, 112.— und 18.—. 8 Uhr:„Sechs Personen suchen einen Autor"(Reinhardt-Tournee). ! M o n t a g, 2. April, 2 Uhr:„T u r a n d o t", Preise siö 6.—, 12.— und 18.—. 7li Uhr:„Die Gefangene"(C 1). Kleine Bühne: Sam»tag, den 31. März, 7ZH Uhr: Uraufführung„Kosmetik". Sonntag, 1. April, 8 Uhr:„T o w a r i s ch", Preise: siö 6.— und 12.—. 8 Uhr:„Kosmetik", iMontag, den 2. April, 3 Uhr:„W e i h e r F l i r- 8 Uhr:„Kos- Bezugsbedingungen: Bet Zustellung in» Hau» oder bei Bezug durch die Post monallich siä 16.—, vierteljährig siö 48.—, halbjährig siö 96.—, ganzjährig sie 102.—.— Inserate werden.kaut Tarif. billigst berechnet. Bei öfteren Einschaltungen Preisnachlass.— Rückstellung von Maniskripten erfolgt mir bei Einsendung der Retouruiarken.— Die Zeitungssrankatur wurde von der Post- und Telegraphen-' direktion mit Erlass Nr. 18.800/VH/1980 bewilligt.— Druckerei:„OrbiS", Druck-, Verlags- und ZeitungS-A.-G., Prag. überraschend zähen Mann schildert.— AuS dem „Marsch ins Land der Caoba" la» Bunzl«in nicht sehr eindrucksvolles Kapitel—, hier hätten sich weit umfassender«, schärfer charakterisierende Szenen finden lasten. Sehr glücklich und mit differenzierter Musikalität la» Bunzl einen Auszug aus Jakob Wassermanns Novelle„Das Gold von Caxamalca", die, ein wenig abseits von den üblichen Wassermann- schen Sujets, den Untergang der Peruanen als Opfer feindlichen Verrats schildert. In dieser Novelle entfalten sich alle schriftstellerischen Reize des grossen Erzählers zu fast makelloser Blüte, eine klingende Sprache, die sich loslöst vom tan der Konstruktion und um ihrer selbst willen da zu sein scheint— nicht nur ein ästhetischer Genuss, sondern auch eine grosse Gefahr— gibt dem Sprachbild etwas entrückt Holz« schnittartiges. Elegisches schimmert in dieser blut« durchtränkten Geschichte vom verfluchten Gold mit und ein, bei Wassermann ja nicht vereinzelter Hang zum Vertuschen ideologischer Konsequenzen. Diesem eigenartigen Werk des Romanciers wurde Bunzl voll gerecht, nur im Tempo hätte der Vortrag, dadurch wuchtiger und gedehnter stilisiert, noch mehr Getra- genheit verlangt. Mexikanische Schallplatten umrahmten den Abend, der durchtveg Charakter, Gesinnung und Besicht hatte. Ais. filme in Prager Llditspielhausern bis einschliesslich Donnerstag, den 29. März. Alfa:„Casanova".— Bcränek:„K a t h a-' rina die Grosse".— fltnix:„Dieser alte Schuft".— Gaumont:„Dav Häuschen in Emaus". — Hollywood:.„Das Häuschen in EmauS".— Hvözda:„Meirscheu und Taten."— Juli»: „Die Schlacht."— Kinema: Journale, Groteske, Reportage(1i2—J48). Koruna:„Die Stimme ohne Gesicht".— Dtetro:„Reise um die Welt in achtzig Minuten".— Olympic:„M e>r s ch e n und Taten.— Passage:„Bubi".— Praha:„Das Häuschen in Emaus".— Radio:„Katharina die Grosse".— Skaut:„Die letzte Nacht"., 4« Svktozor:„Bubi".— Academira:„Grossfürstin Alexandra".— Alma:„Die sechs Frauen Heinrichs VIII."— Bajkal:„Katharina die Grosse".— Earlton:„Der kleine König".— Favorit:„Katharina die Grosse".— Roxy:„Kathar inä die Grosse".— Sport:„Zum hl. Antonius".— Die Landesgebäranstalt Die Gcburienzahl in der Prager LaudeSgebär- anstalt Ivar im Jahre 1033 am höchsten seit ihrem Bestehen. Gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 1800: 2800. Diese natürliche Fruchtbarkeit, die innerhalb einer unsrnchtbarei tenden Zeit furchtbar amnute nische Verhältnisse zur Folge, die die Prager Misere in» Schrecklicdc vermehren, 1934 verspricht wiederum kinderreiw Während man früber rin Zimmer: »nd reinigen, desinfizieren konnte, es vorhandenen Wöckmerinnen deieyie uni mn Zimmer gründlich in den Zui Sauberkeit versetzen konnte, ist möglich, wenn amb z. B. auf der Teu Schulhcbmnmc die erdenklilvsten macht. Der Andrang ist zu gross, kühlen die Betten gar nicht medr ans. Verhältnisse andaucrn, uni lo grösser die Gefahr siir Mütter und Kinder. E Gebäranstalt nicht so, dass Jnfekiions- sruchungsgelahr nur eine Person betris.. einem gewöhnlichen Krankenhaus, sondern die Gefahr ist sofort für— mindestens— zwei Lebewesen vorhanden. Man bessere schleunigst die Verhältnisse in der Landesgebäranstalt. K. B. Gcrichtssaal Bedeutende Strafherabsetzung für Josef Kaß, Das zweite Urteil gegen den spiouageverdöchtigen SA-Flüchtling Prog.-?.7. März, lleber den Spionage- und! Kochverratsprozess gegen den Chauffeur Josef K a ss, der vor zwei Jahren über die Grenze ging, in die SA. eintrat und schliesslich bon seinen hakcnkreuzle- rischen Vorgesetzten auf Spionage in die Tschecho- slotvakei zurnckgeschickt wurde, ist hier schon mehrfach eingehend berichtet loorden. Kass hatte sich bei dem ersten Strafverfahren damit verteidigt, dass er ab sichtlich seine Verhaftung in der Grenzzone provo ziert habe, weil er sich vor dem Konzentrationslager :md den fonstigen lebensgefährlichen Nachstellungen der Hakenkreuzler fürchtete. Deshalb habe er«in Asyl im demokratischen Kriminal gesiicht. Das erste llrieil im November v. I. lautete auf vierJabre schwerenKerker und 5000 siö Geldstrafe, wo bei Katz sowohl deö Verbrechens des militärischen Verrates, wie auch der Anschläge gegen die Repu blik schuldig erkannt wurde. DaS Oberste Gericht bob dieses Urteil teilweise auf und ordnete nenerlickie. Verhandlung über den ersten Anklagepunkt(Mili- iärverratl au, toeil daS erste Gericht nicht entspre chend Rücksicht auf Kass' Verantwortung genomnren hab«, dass er dick ihm ausgetragene Spionage nur v»rtäuschte, nm seine mörderischen Auftraggeber zu' täuschen, da er sich von ihnen an Leib und Leben ernstlich bedrobt sah. Bekanntlich hat der Verteidi ger deS Kass, Dr. Lebenhardt, zur Stützung dieser Verantwortung einer Reihe geradezu sensa tioneller Bcweisanträge eingebrachi, die die unvor stellbaren Greuel der Konzentrationslager vor dem unparteiischen Gericht erhärten imd bestätigen sollten, dass der Angeklagte Joses Kass wirklich Grund batte, vor der nazistischen Rache in den tschcchoslowa- lischen Kerker zu flüchten. Bor einiger Zeit wurde die neuerliche Verband- i lmig vor dem Senat I i n d i i ch aufgenommen, aber nach langstündiger Verhandlung zur Ergänzung de» Beweisverfahrens vertagt. Heut« wurde die Zeu geneinvernahme zu Ende geführt, wonach der Ver« itidiger in eindrucksvoller Rede alle entsetzlichen Tatsachen summiert«, die der Pariser Untersuchungs ausschuss zutage gebracht hat und nachwieä, dass diel Schrecken deß Konzentrationslagers Wohl geeignet seien, auch einen unerschrockenen Menschen zu un»! Ivahrscheinlichsten und verzweifeltsten Entschlüssen zu bringen. Der Gerichtshof verkündete nach längerer Bera tung das Urteil, durch welches Kass hinsichtlich des ibm zur Last gelegte» Militärverrates freigesprochen wird..Das Gericht sei zu der Ileberzeugung gelangt, dass der Angeklagte tatsäch lich unter starkem moralischen Druck derartige straf- I,.• bare Handlungen nur v o r g e t ä u s ch t habe, ohne j 911- Preise: sie 6. nnd 1-' die Absicht, sie anszuführen. Diese Arrnahme tverde met> k'. Aus der Partei Bezirkskonferenz in Frrndrmhal. Die Konferenz an: 25. März wurde mit einem schön vorgetragenen Kampflied deS gemischten ChoreS eingeleitet, sodann vom Genossen Gabriel eröffnet. Nach der Konsti- iuierung des PräsidinmS hielt der Vorsitzende eine Gedenkrede, für die Wiener Opfer und anfchliehend gedackie er der verstorbenen Mitglieder. Die Berich:« des stassierS und des Sekretärs wurden zur Kenntnis genommen. Der Genoss« Abgeordneter Häusler erstattete sodann ein ausführliches Referat über die aussen- und innenvolitische Situation. Das Referat wnrde mit Beifall aufgenomnien. In der Debatte kamen verschiedene Vertreter der Gewerkschaft, S. I., der 91. W. und Gemeindefunktionäre Worte, deren Ausführungen der Sorge um die Haltung unserer Organisation gewidmet war. Neuwahlen wurden ohne Debatte durchgeführl. nosse Fischer beschäftigte sich sodann mit nächster» Ausgaben. Die Konferenz war sich dessen belvusst, dass trotz der Schwere der Zeit und trotz der finanziellen Schwierigkeiten alle Kräfte in den Dienst unserer Organisation gestellt werden niüssen, damit über diese schwere Zeit unsere Einrichtungen voll aufrecht erhalten werden können. I kenntlich und ermözlichicn es den aufmerksamen Schwarzfahrern, sich beizeiten in Sicherheit zu bringen. DaS ist nun anders geworden. Der Revisor unterscheidet sich bei Betreten des Wagens in nichts mehr von einem gewöhnlichen Fahrgast. Plötzlich aber greift er in die Tafche, holt das Abzeichen hervor, heftet es an die Brust und die Revision beginnt. Die professionellen Schwarzfahrer beklagten sich sehr über diese Massnahme und sahen in ihr so cilvaS Ivie eine Verletzung des ehrlichen Spiels. Jedenfalls hat die erlvähnie Tarnung dazu ber» I getragen, dass der Gewerbetreibende Franz Br ychta I beute vor dem Senat Äeisler erscheinen musste. Am j 18. Jänner d. I. fuhr er ohne Karte von Bubentsch in die innere Stadt und es gelang ihm, de» forschenden Blicken des Schaffners hinter einem ZciiznigS- blait zu entgehen. Er fiihltc sich bereits vollkommen sicher. Um jo peinlicher war er berührt, als ein neben I ihm stehender Herr in lichtem Raglan und feschem, weichem Hut, dem kein Mensch den Revisor ange- merkt hätte, plötzlich daS Abzeichen zückte- Herr Brychta wollte diskret verschwinden, aber der Revisor hielt ihn auf und verlangte höflich, aber fest die Karte. Statt sich nun geschlagen zu bekennen und feine 8 siö Strafe zu entrichten, suchte sich Brychta dem Auitüorgan zu entreissen, murmelte etwas von „keine Zeit" und„grosse Eile" und wollte abspringen. Aber der Revisor verstellte ihm den AuSgang und verlangte abcrmglö nnd energischer den Fahrschein. Daran- versetzte ihm Brychta einen derartigen Fnss- iritt, dass der Beanne aus dem in voller Fahrt be- findlichcil Wagen fiel und einen s ch w c r e u Schenke l b r u ch erlitt. Brychta wurde des Verbrechens der öffentlichen Gewalttätigkeit angeklagt und nach durchgcsührter Verhandlung zu vier iMonatenschwcrenKcrkersver urteilt, lieber die Bedingtheit der Strafe wird das Gericht nach Ergällziillg der vorliegenden Informationen über das sonftige Leben nnd Verhalten des Angeklagten noch entscheiden. Dass der Fall auch zivilrechtlich zu einer ansehnlichen Hchadenersatzfordcning führen wird, braucht nicht betont zu werden. ES war eine teure Schtvarzfahrt. rb.