70 MMr (*lnmd wird dort verhört. ES soll sich unr Personen handeln, di« an der Ermordung PrineeS mitbeteiligt waren. Nach einer späteren Meldung wurden gegen drei Zeugen Steckbriefe erlassen. Alle drei Berlin, 29. März.(Deutsches Nachrichtenbüro.) Der Rcichsministcr des Innern, Frick, Hal soeben, wiederum im Einvernehmen mit den« Außenminister, bisherigen ReichSangchörigen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt, weil sie „durch ein Verhalten, das gegen die Pflicht zur Treue gegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange geschädigt haben". Auf dec Liste der AuS- gestoßenen befinden sich zahlreiche, ehemals in Deutschland sehr bekannte Personen, vor allen« Professor Dr. Albert Einstein, und die geflüchteten ehemaligen sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Hertz, Toni Sender und Max S e y d e w i tz, sowie Dr. Kurz Rosenfeld, weiter befinden sich unter den AuSgestoße- nen Dr. Eduard Stilgebauer«und die Ehefrau Waltraud des Max Hölz, dem die Staatsangehörigkeit bereits friihcr aberkannt war. Das. Vermögen der der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig Erklärten wird beschlagnahmt. Die Ausdehnung auf Familienangehörige bleibt Vorbehalten. Judenverfolgungen gesteigert Berlin, 29. März. Die antisemitische Welle in Deutschland, die nach dem vorjährigen Boykott und den judenfeindlichcn Maßnahmen etwas nachgelassen hat, beginnt nun wieder anzusteigen, wie verschiedene Zwischenfälle zeigen. In den letzten Wochen wurden aus verschiedenen Teilen des Reiches judenfeindlichc Ausschreitungen gemeldet, doch wurden sie zum Teil auch verschwiegen. Die Behörden haben zwar in einigen Fällen, vor allem soweit sie das WirtschaftÄeben betreffen, erklärt, sind in ihre«» Berufe Bookmak erS und werden deS Mordcö beschuldigt. Die Polizridirektion hat bisher nähere Einzelheiten darüber noch nicht bekanntgegrbrn. Chlappe belastet ein pariser Gericht Der ehem. Pariser Polizeipräfckt C h i a p p e lourde von nachinittag bis in die späten Abendstunden von der Par7am».ta.ischcn linier« suchnngökoinmission als Zeuge verhört. Pressemeldungen zufolge lieferte er wertvolles überzeugendes Material gegen das Pariser Gericht, welches daS Gerichtsverfahren gegen Stavisky eingestellt und keine Rücksicht auf zahlreich ihm von der Polizcipräfektur gesandte Berichte über Stavisky genommen habe. daß zn neuen antijüdischcn Maßnahmen lein Grund vorhanden sei, doch wurden anderseits in der letzten Zeit wiederum behördliche Maßnahmen getroffen, die zu dieser Erklärung im Widerspruch stehen und sich hauptsächlich mif Filme mit jüdischen Schauspielern beziehen. Nach dem Verbot des Filmes„Katharina die Große" mit der jüdischen Schauspielerin. Bergner, Ivird heute niitge- tcilt, daß der amerikanische Sportfilm„Männer um eine Frau" verboten tvurdc, in welchem die weltbekannten Boxer Dcinpsey, Carncra und der amerikanische Jude Dkax Baer, der vor einigen Monaten den deutschen Boxmeister Schmeling besiegt hatte, auftritt. Der Film lief in Berlin bereits 14 Tage, ohne daß das Publikum irgendwelche Abneigung gegen ihn an den Tag gelegt hätte. Englischer Protest Heuen das verbot des Katharina-Elims Auf eine Anfrage im Unterhaus über das Verbotdes FilineS„Katharina die Große" in Deutschland, teilte Außenminister Sir John Simon mit, daß die Föderation der britischen Industrie auf Veranlassung der Erzeuger dieses Filmes im s ch r i f t l i ch e n Gedankenaustausch mit den zuständigen Behörden stänve. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß die Angelegenheit zufriedenstellend geregelt werden wird. km ketten?nmer Die neue fasclslisihe Detfassung Oesterreiihs Die Doppelrolle, die sich die deutschen Christlichsozialcn bei uns zurechtgelegt haben, ist bekannt. So oft ihnen etwas nicht in ihr Konzept paßt, jammern sic über Verletzung der Demokratie, in einem Atemzuge aber heißen sie niit Wohlbehagen alles gut, was die österreichische christkatholischc Fascistenrcgicrnng an Verbrechen gegen die Demokratie, Recht, Gesetz und Freiheit der Staatsbürger ins Werk seht. Sie haben die blutige Niederwerfung der die bcschwo- rene Verfassung verteidigenden sozialdemokratischen Arbeiter bejubelt und nun, da die Fasci- sierung Oesterreichs durch eine neue dekretierte Staatsvcrfassnng ihre Vollendung erfahren soll, sindcn sic auch dies recht und billig. Welches sind nu«« die Leitlinien der neue«« Verfassung, die in den nächsten Tagen den« österreichischen Volke als Ostcrgcschenk beschert werden soll? Beschert— den«« daS Volk selber wird überhaupt nicht befragt, lvaS eS dazu sagt und ob cS unter dieser Verfasstuig leben will; die„autoritäre" Regierung, deren Mitglieder die bisher geltende Vcrfassting„im Nanicn Gottes" beschworen haben, kün«mcrt sich den Teufel um die Meinung des Volke»,— daS wäre auch sehr gefährlich, denn die Dollfußchristcn lvürden sich dabei bis auf die Knochen blamieren und darlmr wird cs im„Ständestaat" ü b e r h a««P t keineWahlen mehr geben. Die neue Verfassung kennt nur er- n a n n t c K ö r p c r s ch a f t e n. Ihrer gibt es um so mehr, da die Zahl der antimarristischen und faseistischcn Politiker, die von der Diktatur versorgt werden wollen, sehr groß ist. Da soll cs einen„S t a a t S r a t" von 40 bis 60 er- nannten Personen geben, daneben einen„5t u l- t n r r a t" für ErzichungS- und Kulturfragen— ebenfalls 30 bis 40 Ernannte, vor allem Vertreter der RcligionSgenossenschaften,— daneben einen„W irisch aftSra t", der Vorläufer eines„S t ä n d e r a t e S" fein soll, und schließlich einen„L ä n d e r r a t", in dem jo zwei Vertreter aller Bundesländer sitzen sollen. Alle diese Körperschaften haben überhaupt keine Befugnisse; sie haben nur Gesetzentwürfe, die ihnen die Regierung vorlcgt, zu b c Gutachten! Ihre Veratungen sind nicht öffentlich. Die„Gesetzgebung" soll vom„V u n d c S t a g" ausgeübt werden. Aber sein GcsetzgebungSrecht wird nur die Karikatur einer wirklichen Gesetzgebung sein. Der„Bundestag" darf nicht öffentlich beraten, er darf keine Anträge stellen, er darf an den Regierungsvorlagen keine Aendcrungei« vornehmen, er hat lediglich daS Recht, die Gesetze anzunehmen oder abzulehnen. Da alle Mitglieder dieses sonderbaren Parlaments vonderRegic- rungernannt und abhängig sein werden, wird also daS„GosctzgebungSrecht" des „Bundestages" nur darin bestehen, zu allen« Ja und Anien zu sagen. Dabei kann die Regierung, wenn cS ihr beliebt, selbst diesem Scheinparlament alle Befugnisse entziehen. Die neue Verfassung räumt der Regierung daS uneingeschränkte Recht ein, gcscheSändernde Verordnungen zu erlassen, also sich selbst das Recht der Gesetzgebung anzumaßen. Nicht einmal daS Staatsoberhaupt muß solchen Notverordnungen zustiminen. Das Staatsoberhaupt bekommt als Ostergeschenk ein eigenes NotvcrordnungLrccht: es kann durch eine Verordnung Teile der Verfassung abändern! Ein so schrankenloser Absolutismus hat nn letzten Jahrhundert in keineme««ropäischen Staat bestanden! Offenbar soll der Volkswille auch bei der Bestellung des Bundespräsidenten ausgeschaltet sein. Der Bundespräsident, dessen Befugnisse über die absoluter Monarchen weit hinauSgehen, wird auch nicht mehr gewählt werden. Die österreichischen Versallungskünstler denken wohl Deutschlands Schmach wächst Einstein die Staatsbürgerschaft aberkannt sette r Freitag, 30. März 1034 St. TS <’; bic binsctzting eine? Rcich SVer w e f c r§. i Platzhalters für ein.'» Habsburger. Denn '?.'»erreich, das bisher in seinem offiziellen Titel den Namen„Republik" geiübrt hat, soll nun n i.bt mehr Republik hcisten. sondern nur„Bun- d. e'laat". Jetzt wird der letzte Nest rcpublikani- sckcr Einrichtungen auS Oesterreich vertrieben und jeden Tag soll die Möglichkeit bestehen, auS dem christlich„autoritären" Oesterreich eine Monarchie zu machen! Darum werden auch die Grundrechte der Staatsbürger so radikal als nur möglich vcr- liirzt. Sic sind bisher in Oesterreich durch ein Gesetz aus dem Jahre 1867, also auS der Zeit der halbabsolntistischen Monarchie, geregelt gewesen. Dieses Gesetz wird nun rückwärts revidiert. Tic P r c st f r e i h c i t, die in Oesterreich olmedieS mir mehr auf dem Pastier steht, wird völlig zerstört; die neue Verfassung wird bestimmen, dast durch ein einfaches Gesetz, also in der Praxis durch eine Verfügung der Regierung, die Vorzensur für Zeitungen cingeführt werden kann. Vorzensur ist auch für Theater, Rundfunk und K i n o vorgesehen. Die übrigen Rechte der Staatsbürger, wie vor allein das Recht des Schutzes gegen willkürliche Vcrhaf. iimg, das Briefgeheimnis und andere wichtige Grundrechte, die in alleit zivilisierten Ländern selbstverständlich sind, können noch der neuen Verfassung durch einfache Gesetze aufgehoben werden! Alle klerikalen Wünsche werden in der neuen Verfassung erfüllt: die Glaubens- und Gewissensfreiheit wird entgegen den Bestimmungen des FriedcnsvcrtrageS eingeschränkt, ja beinahe völlig aufgehoben. Die völlige Entrcch. tiing deS österreichischen Volkes vollzieht sich im Zeichen frommen Christentums. Es ist eine urreaktionäre, inS Mittelalter znrücksührende klerilal-fascistische Verfassung, die dem österreichischen Volk aufgczwungen wird— aufgczwungen unter offenem Bruch all dessen. >vaS in Oesterreich bisher Recht und Gesetz war, eine Verfassung, die gegen den Willen von mehr als Zweidritteln des ganzen Volkes erlassen lvird. So affen hat sich noch keine sascistische Re- gierung über den Willen des Volkes hinwegge- setzt! Selbst Mussolini lieh eine Volksabstini- mung über die sascistische Verfassung varnchmc». Tie Nazi-Herren in Deutschland liehen die grundstürzenden Resormen im Aufbau des Reiches formell vom Reichstag beschlichen. Herr Tollfuh fragt das Volt überhaupt nicht, und sei cL auch nur in einer Scheinabstinuuung, denn die Tiktaturregierung ist auch sechs Wochen nach dem blutigen Sieg über die Arbeiter, nach sechs Wochen weihen Terrors viel zu schivach, als dah sie auch nur eine Scheinabstimmung unter Zwang wagen könnte. Dah eine solche dem Volke oufgczwungenc Verfassung nichts anders ist als ein Fetzen Papier, ist ebenso selbstverständlich>vic, dah auch unsere Christlichsozialen, die sic guthcihc», ein für allemal das Recht verwirkt haben, sich auf die Demokratie zu berufen. Lesen die Verleumder • des Genossen Katz Hausdurchsuchung In der Redaktion der„Welt von heute** und In der Druckerei des„Präser Tagblatt** Die„Welt von heute** wird Im Berichtlsungsprozesse sachfälllg Prag, 20. März. Genosse Abg. Ka tz hat noch an dem gleichen Tage, an dem die ,,W c l t von heut c" die gegen ihn gerichteten Verleumdungen veröffentlichte, durch seinen Prager Anwalt gegen den vcraiUlvortliche» Redaltcur dieses Blattes und gegen unbekannte Täter das Strafverfahren wegen Verleumdung. Ehrenbeleidigung und übler Nachrede einleiten lassen. Jin Zuge dieses Strafverfahren- hat das i Straf-Rreisgcricht in Prag-Pankräc die Bc< schlagnahinc der betreffenden Nummer der „Wett von heute" angeordnet und auch eine Hausdurchsuchung durchführen lassen. Diese Hausdurchsuchung fand heute in der Druckerei drü„PragerTag. b l a t t", ferner i it den Redaktion-- räumen der,»Welt von heute" in der Hhbcruergasse in Prag und in d e r Pri» vatwohnungdeo vera utw örtlich en Redakteur- statt. Die Hausdurchsuchung diente den» Vollzüge der Beschlagnahme und der Ermitllung des Urhebers der Verleumdung. lieber das Ergebnis muh wegen des gesetzlichen Verbotes zunächst Stillschweigen bewahrt werden. Die Bergleichsvcrhandlung in dem Stritte Des„Präger Tagblatt" lautes Schwelgen Wir haben vor nichrcren Tagen an das „Prager Tagblail" ein paar deutliche Fragen wegen jenes Mannes gerichtet, der als B e r i ch l- crstatier des„P r a g e r T a g b l a t t" in Falkenau Polizei nnd Gendarmerie über den „F a l l m a tz" ausfratfchclte, um dann in ver k o m m u n i st i j ch c n„W e l t v o n h c u t e", die im Tagblatt-Verlag gedruckt lvird, die niederträchtigste Unwahrheit wicdcrzugebcn. Wir Haven das„Prager Tagblatt" vor aller Ocffcntlichleit gefragt, tv e r dieser Mann ist und ob er sich zu Recht als Berichterstatter des Keller-Blattes ans- gab. Taö„P r a g c r T a g ü l a t t" h a t k e i n e dieser Fragen b e a n t w o r t e t. ES läßt also das Urteil aus sich sitzen, dah es zumindest duldet, dah durch die Geschästsverguickung zwischen kommnnistischcr Hetzpressc nnd grostkapl- talistischcm Zciiungounternehmcn die sudetendeutsche Sozialdemokratie verleumdet tvird. TaS „Prager Tagblatt" legt also nicht einmal mehr Wert auf ein reines Vorhemd! So schauen diese Herren an», gegen die sich erst vor kurzem em tzlbonncntcnsturm richtete, ivcit sie in„demokratischer" Larve den Heldenkampf der Lsierreichischcn Arbeiter herabzusctzen tvogtcn! Offen um Ans- (imft angegangen, s chwcige n sic. Warum? Weil sie in diesem Falle nichts zu sagen haben, daS ihnen Ehre einvringen— nnd damit das Geschäft heben könnte. Wir reihen diesen Fall in unser immer umfänglicher werdendes„Prager Tagblatt"-Archiv ein, in dem sich bereits vom Keller bis zum Kunstboden durchwegs prachtvolle Schätze besindcn. gegen den vcrantworllichen Redakteur Ottokar M urz findet am 6. April statt. Interessant ist, dah dieser veranttvortliche Redakteur im Hauptberufe Konzipient des kommunistischen Advokaten Dr. I. S c k a n i n a ist. Er behauptet, mst der ganzen Angelegenheit nichts zu tun zu haben unnur über Ersuchen seinen Namen dazu hergegeben zu haben, damit das Blatt erscheinen könne. Genosse Katz hat dem Blatte sofort eine prest- rechtliche Berichtigung eingcsaudt. Die„Welt von heule" hat die Berichtigung veröffentlicht, jedoch nicht in der dem Gesche entsprechenden Weise und an der bom Gesetze vorgcschricbenen Stelle. Darum hat Genosse Katz durch Dr. Schtvelb den Verantwortlichen Redakteur auf neuerlichen Abdruck d e r B e r i ch t i g u n g geklagt. lieber diese Klage fand heute vor dem Straf- Bezirksgerichte die Hauptvcrhandlung statt. Der Verteidiger des verantwortlichen Redakteurs der „Welt von heute" anerkannte ausdrücklich die Berechtigung der Klage und muhte sich namens der Redaktion verpflichten, die prestrcchtliche Berichtigung neuerlich binnen drei Tagen zu veröffentlichen, und zwar auf der ersten Seite a l ö c r st c R a ch r i ch t über z w e i S p a l- t c n, und die Prozehkosten zu bezahlen. Dlldungsarbelt der tschechischen Sozialdemokratie Der Bericht der Arbeiterakademie verzeichnet, doh im Jahre 1038 die Zentrale und 70 Zweigstellen, 78 sozialistische Schulen, einschliehlich der Höheren sozialistischen Schule nnd ihres Seminars mit 1061 Unterrichtsstunden und 4050 Hörern absolvierten- In den Arbeitcrschulen, Typ l t, wurden Kurse mit 1701 Unterrichtsstunden und 11.342 Hörern und 185 Fachschulen mit 8084 Unterrichtsstunden und 12.219 Hörern abgehalten. Das Schulsystem, auf welches vas grösste Gewicht gelegt wurde, verzeichnet gegen das Jahr 1082 einen Aufstieg wie in der Anzahl der av- gchaltcnen Schulen, so auch mit Hinsicht auf den Besuch. Einzelne Vorträge, die in alle Zweige ver Wissenschaft cingrciscn, weisen eine Anzahl von 3861 Stunden mit einer Beteiligung von 253.842 Personen auf. Ta» zwecknmhige Bestreben uni eine künstlerische Erziehung wird in 207 verschiedenen künsl- lcrischcn Unternehmungen mit einer Besucheranzayl von 72.706 Personen auSgedri'ickt. Andere Aktionen (Feierabende, literarische Abende, Puppentheater n. ä.) werden mit einer Anzahl von 1383 Unlerneh- mungen mit einer Beteiligung von 215.652 Personen angegeben. Jni ganzen konzentrierte die Arbeiterakademie aus dem Gebiete der ganzen Republik km Jahre 1083 bei 5221 Erziehungsaktionen 560.874 Besucher und Hörer, wohingegen im Jahre 1032 bei 3287 Aktionen 448.408 Personen. Der Zuwachs ist das Ergebnis einer systematische», methodischen iiiw zielbewuhten Arbeit, die vor allein zur Vertiefung der sozialistischen Uebcrzeugnng der Arbeiterschaft dienen soll. Tie ArbciiSlosenfürsorge ist gegenwärtig daS höchste Progrannn und der ArbeitSpunki. Nur vom Dezember 1032 bis zum Feber 1088 vertvirk- lichte die Arbciierakadcmic int Einverständnis mit der Angestelltcnzenlralc„Tschechoslowakischer Gewerk« schaftsvcrband" 81 Kurse für Arbeitslose und vtes nicht nur in den historischen Ländern, sondern auch in der Slowakei und Karpathoruhland. Cs beteilig« tcn sich daran 8682 Hörer. Anher allgenieiner Bildung erhielten die Besucher auch eine fachliche Vervollkommnung. Diese Kurse werden ständig erlveilert. Für die nächste Zeit lvird das Interesse der Arbeiterakademie von der III. Arbeiterolympiade, bei der ste die Funksendung aller Arbeiterfeierlichkeiten organisieren wird, ferner von den Sonnnerlagcrschulen, die bereits aus allen Industriezentren der Republik gr meldet tverden, in Anspruch genommen. Das Urteil In der Kaschauer Assentierungs-Affäre Kascha», 29. März. Nach zehntägiger Verhandlung in der bekannten Kaschauer Assentie« rungSasfärc, deren Opfer Oberstleutnant des Sanitätsdienstes Dr. Martine! aus Kaschau geworden war, lvurdc heute das Urteil gefällt, durch das Bernät M a u u aus Kaschau wegen Umtriebe gegen das Wehrgesetz, der Bestechung, Beteiligung am Verbrechen des Mihbrauchs der Amiögewalt durch Bcstcchuug schuldig erkannt und zu v i e r I a h r e n Zuchthaus, Leopold L i ch t i g auS Kaschau ivegen Umtriebe, Teilnahme an dem Verbreche» deö Mißbrauche- der Amtsgewalt soivie der Bestechung zu v i e r I a h» re»Kerker verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden wie folgt verurteilt: Frantisek Fränkel zu 18 Monaten, Jng. Bruder zu acht Monate», sein Bruder zu sieben Monaten, I. Mann zu sechs Monaten, E. L i ch t i g zu drei Monaten, Josef Birnbaum zu zwei Monaten, Max ll h r zu zwei Monaten. und MoscS Frankl zu einem Monate. Der bedingte Strafaufschub wurde ihnen nicht zuerkannt. Sie verlieren weiter daö Wahlrecht auf die Dauer von drei Jahren. Von den tveitereu Angeklagten erhielten je zwei Atonale: Andrej Krakovics aus Poprad, Max Ravck aus Orlovä in Schlesien, Abraham Stern, Max Brand, Andrej Berger, Zoltän Katz. Mor. Jungreich, Samuel Hartstcin Ivurde zu einem Monate verurteilt. Die Angestellten des Kaschauer Nota- r i a t s a m t e s Josef Krisiak und Stefan Mesnä- ros wurden zn zivct und vier Monaten verurteilt. Drei Angeklagte wurden freigesprochen. Die lchkgc- naunten zwei Gruppen der Verurteilten wurden bedingt auf ein Jahr verurteilt. In der ll r t e i l s b c g r ü n d n n g führte der Gerichtsvorsitzendc als crschtvercnden Umstand bei den Hauptangeklagten an, dast sic durch ihre Taten htr Republik im Auslande eine Schmach angetan hätten, dast sie sii auS Gewinn s u ch t und längere Zeit hindurch verübten und De- stechungögclder von armen Leuten forderten. Plnnwirtschastliehc Maßnahmen in der Glas- iudustric. Wie wir dem„Prävo Lidu" entnehmen, hat daö Handelsministerium im Verein mit den Ministerien des Innern und für soziale Fürsorge dieser Tage in daö interministerielle Verfahren den Entwurf einer Regicrungsverordiinng über die Regelung einiger Berhältuiffe in der Glaserzeugung gegeben. Die Verordnung hat die Regulierung des Ganges der gesamten Glasindustrie zum Inhalte, welche mit Hilf.' einer Beratungskörperschaft erfolgen soll, die zusammengesetzt ist aus den vom Handelsministerium zu ernennenden Vertretern der llntcrnchnier nnd den vom Für- korgcministerium zu ernennenden Vertretern der Arbeiter. ai, N. M. lie Jons: DersMmgcns km Komoo in vier kpisoäen Autorisierte Ueberselzung aus dem Holländischen von B. R. Fuchs. „Hinter der spanischen Wand finden Sie Ihre Kleider und Ihr gesamtes Eigentum, Herr Zanzi."* .Herr Zanzi l' Und der Husarenoffizier, der wartend am Tisch lehnte, sprang auf, schlug die Haken zusammen und salutierte, als ob er vor einem General stünde... Schnell kleidete sich Peter um und empfand schon den geschmeidigen Fall der eigenen Kleider um seinen Körper wie Luxus. Der Direktor händigte ihm ein Portefeuille ein, in dem sich unangetastet daö Geld befand, daL eö bei seiner Gefangennahme enthalten hatte. Dann bekam er seine Papiere, sorgfältig geordnet, auSgcfüllt und gestempelt. Ec unterfertigte sie auf dem Fleck, der ihm angetviesen wurde, und schrieb seinen Namen in das Buch, das ihm der Direktor reichte. Er vollführte alles wie iitt Traum, mechanisch, ohne sich der Bedeutung dieser Handlungen bewußt zu werden. Der Direktor beglückwünschte ihn zu seiner Begnadigung und Freilassung. Peter antwortete nicht, lächelte unbestimmt, entsann sich plötzlich und fragte beunruhigt: „Meine Schwesters" „Unten." Ungeduldig knöpfte er seinen Nock zu und ergriff seinen Hut. „Kann ich gehen?" „Alles ist geordnet, ja... Sie können gehen l . Ich wünsche Ihnen gute Reise." „Zu freundlich... Danke sehr... Gute j Nacht!" Der Offizier eilte ihm voraus und öffnete die Tür. Der verblüffte Direktor verbeugte sich tief. Peter lachte leise, stieg hastig die Treppe hinab und sah sich in der Halle nach seiner Schwester um. Nur ein schläfriger Pförtner säst, fortwährend mit dem Kopfe nickend, au der Tür, den Schlüsselbund auf den Knien. Der klirrende Säbel deö Offiziers weckte ihn und eilig sprang ec auf und öffnete daö Tor. Kühl und würzig strömte die Luft der Frühlingsnacht um Peters Haupt. Dumpf im Kopf schritt er hinaus. Da stand ein Fahrzeug bereit. Rundherum regungslose Soldaten zn Pferd mit gezogenem Säbel. Beim Wagen blieb Peter stehen, tvandte sich ärgerlich an den Offizier und fragte: „Meine Schwester.. wo ist meine Schwester?" Der Wagenschlag öffnete sich. Eine kleine Hand ergriff seinen Arm, zog ihn hinein. Lisa fiel ihm weinend um den Hals... Vollkomnien verwirrt sank,er neben sic aus deu Platz... Draustcn erklangen scharfe Koinmandoworle... Der Wagen setzte sich in Betvegung, schneller und schneller, ratterte durch die Strastcn. „Lisa!" rief Peter.„Was ist da»?... Reist du mit mir an die Grenze?..." „Noch weiter. Peter... Der König hat mich zugleich mit dir ins Ausland verbannt." Da zersprang etwas in Peters Brust nnd Tränen schossen ihm in die Augen. Er konnte nicht sprechen. Fest umschlang er mit seinem Arm ihre Schultern und zog den geliebten, schmalen Leib an seine Brust... DaS Geratter deS Wagens verwandelte sich ztt leichtem Knirschen ... Sie waren aus der Stadt, auf der Laud- straste, aus der Reise zur Grenze, in die Freiheit und daS Leben... , Dicht aneinander geprestt fasten sie auf den Rücksitzen wie erschreckte Kinder, verstrickt in ein Abenteuer, das sie nicht verstehen konnten... Vierte Episode i Langsam strichen die Jahre über die Welt und unablässig drängten die neuen Gedanken bei der Menschheit nach grösterer Reife, nach tieferer Bcwuhtwcrdung und breiterem Aufblühen... Träge wogte Unrast durch das Volk und einge« dämmt grollte Widersetzlichkeit, bald hier, bald dort. Zähe und unerschütterlich trugen die vermummten Propagandisten die neue Botschaft von der Erlösung der Welt durch daö Land und immer weitere Kreise lauschten ihr nachdenklich und begriffen, wenn auch nur ein Quentchen der Wahrheit... Die Zeit war von tvundersamer Spannung erfüllt und das Flüstern deö verbotenen Wortes rief allerorten neue Herzen wach und tief in die Seele des» schwerfällig denkenden Volkes blitzte ein Hoffnungsschimmer unbestimmten Erwartens auf, als tväre es nicht mehr'völlig undenkbar, dast die Welt rechtlicher eingerichtet werden könnte, als sie war... War es möglich, dast der Arme nicht arm fein muhte, nicht so arm, nicht so wehrlos auögcliefcrt der Ungnade der Herren?... Konnte cS wirklich sein, dast der Niedrige auch Menschenrechte für sich fordern durfte, eine bessere Zukunst für die Kinder, die nicht darum gebeten hatten, gezeugt zu werden, um als Lasttiere bei schwerer Arbeit und schmalem Lohn zu verkvnnnen?... War daS althergebrachte Unrecht der Atächtigen dieser Erde also keine geheiligte Notwendigkeit, der sich der Nie- driggeborcnc zu unterwerfen hatte, so Ivie er sich j de» Naturgewalten unterordnen mustte, Sturm und Hagclschlag, Dürre und Naupenplage, Misternte und Ileüerschwemmungen?... War die Ansbeuinng seitens der Herren, die Korruption der Beamten, die Rechtlosigkeit der Armen, die Verderbtheit der Rechtsprechung... war das alles einfach Menschenunrecht, gegen das sich der Niedrige auflehnen konnte, ohne seine Seele dabei an die Herrschaft des Satans, des schwefelstinkenden Feindes Gottes und der schwachen Menschenkinder, zu verlieren?... Konnte man Gottes eigenes Wort so verstehen, dast alle Men« scheu Brüder seien, und hatten die Mächtigen un- rechtmähig ihre armen Brüder des Erbteils beraubt? Deutlich und imnter deutlicher wurde das dumpfe Gemurmel scheu murrender Stimmen und zahlreicher tvurdcn die Schlupfwinkel der das Land durchreisenden Revolutionäre, die das Volk nicht mehr als Feinde, sondern als Lehrer und Verteidiger zu fühlen begann nnd vor der überall schnüffelnden Polizei und ihren Spitzeln schlau verborgen hielt. Nnd in der Masse wuchs, langsam aber unaufhaltsam, das Belvusttscin der gewaltigen Kraft, die in ihr ruhte... Schärfer wurde die Verfolgung der Revolutionäre. Leidenschaftlicher antworteten sie mit wahnwitzigen Attentaten, tollkühn und erbarmungslos. Die bezahlte Presse tobte gegen sie, hetzte und schürte, konnte ihnen aber nicht mehr die Sympathie stets breiterer Volkskreisc rauben. Dann schien eö, als wollte die Regierung einen neuen Kurs einschlagen. Einem Staatsmann von allgemein anerkannter Geschicklichkeit nnd ob seiner liberalen Denkungsweise berüchtigt, wurde die Gelvalt übertragen. Er sprach tönende Phrasen. Die blutigen Zusammenstöße, die eine Schande für das große Reich bedeuteten und es in den Augen der zivilisierten Welt zu einem barbarischen Staat erniedrigten, müßten aufhören..(Fortsetzung folgt.) M. 7» Freitag, 30. Mir» 1934 Seite 3 B Aus Hitlers Kriminal sehr Kindertragödie I Wien, 29. Wichtig fUr jedermann: K6 24— Hohe Zuchthausstrafen Kr Sozialdemokraten H a s e l b a u e r, der die ükolle des hingrrichlc len Koloman Wallisch zn spielen lmtte, wurde zum Tode durch de»Strang verurteilt. Die Knaben banden Hasrlbauer an einen Baum und liefen dann, als er zn jammern begann, auseinander. Tie Herbeirilende Mutier de» Knaben lieft ihren Knaben in bedenk, l i ch e m Zustand inS Krankenhaus bringen. Günstiger Abfluß der Wirtsdialts- verhandlungen mit Frankreich I ♦ dcsgerichte I und ll zu verailtlvortcn haben. Schwurgerichlspi beginnt am Ist. landeSgericht II Lenosse Wien, 20. März. Wie die Wiener Zeitungen berichten, werden die Verhandlungen über die neue österreichische Verfassung, die im Schatze der Negierung geführt werden, vor den Osterseiertagcn noch nicht abgeschlossen sein, Ivie man dtcö früher angenommen hatte. Die Publizierung der neuen Verfassung kann demnach erst in der Nachosterwoche erwartet werden. Den Gegenstand der letzten Beratung bildet in erster Reihe das neue Statut der Hauptstadt Wien. Paris, 20. März. Informationen aus zuständiger Quelle zufolge sanden die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei einen günstigen Abschluh. Daö Abkommen wird Freitag abends unterzeichnet werden. Er verlautet, datz durch das Abtoiuiuen vor Fürst Starhemberg hat erklärt, daß der österreichische Fasdsmus dem Hltlerlsmus In nichts gleichen werde Ein Insul) vor dem Strafgericht Chicago, 20. März.(Reuter.) Der Chicagoer Finanzmann M. Jnsull, der den Vereinigten Staaten soeben von Kanada ausgeliefert wurde, wurde vom Strafgericht wegen Veruntreuung von! 364.000 Dollar angeklagt, die Eigentum der „Jnsull Utilities Companies" waren. Einwuhr nach Frankreich erneuert und der Tsche- choslovalei weitere Kontingente nn Werte von 13.5 Millionen Francs gegen französische Waren im gleichen Werte, deren Export in die Tschecho- slowakci gestattet wird, und gegen die Erteilung des Eins u h r in o n o p v l ö für" einige französische Erzeugnisse zugestandcn werde» M. HODANN: Sexualpädagogik M. HODANN: Geschlecht und Liebe 24- Zu beziehen durch alle Kolporteure Blltlungswcsen Prag Xn.,‘Slezakä. 13 h. b. In diesen Tagen wurde vor dem dritten Strafsenat des Kammergerichtes in Berlin unter dem Vorsitz des Kammcrgcrichtsrates Wilhcliny ein HochvcrratSprozch gegen den früheren Hauswart der Allgcmcineu Ortskrankenkasse in Flensburg, Max Funke, den Kutscher Hans Hansen aus Tastrup und dm Arbeiter Fritz Linner t-Rundhofen durchgeführt. Die Flensburger Behörden muhten immer wieder fcststellcn, datz der„Neue Vorwärts" in Schleswig-Holstein eine autzerordcntlich rege Verbreitung fand. In einem Falle gelang cS der .Landjägerei, bei dem Arbeiter Peter Jensen- Adelbh vier(I) Exemplare dieser Zeitung zu beschlagnahmen. Bei den weiteren Nachforschungen stellte man angeblich fest, datz diese vier Exemplare auS Flensburg stammten und beschuldigte den Angeklagten Hansen-Tastrup, sie an Jensen weitergegcben zu haben. In gleicher Weise wurden die beiden Angeklagten Funke und Linnert beschuldigt. Funke wurde weiter vorgeworfeu, datz er mit dem ermordeten Genossen Otto Eggerstedt und dem früheren Gauleiter des Reichsbanners, Richard Hansen aus Kiel, dem cS seinerzeit glüdte. den Häschen: GocringS buchstäblich unter den Fingern zu entschlüpfen, in Verbindung gestanden zu haben. Das Kammcrgericht verurteilte Funke wegen Verbrechens in obigem Sinne zu drei Jahren Zuchthaus. Hansen zu zwei Jahren Gefängnis, Linnert zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis. Wir glühen unsere wackeren Mitstreiter. Ihre Opfer werden ihnen nicht vergessen werden. »OGOGGOGOGOGOGGOO An unsere Abonnenten, Leser und Kolporteure! Aula blich der Ostcrfeierwge wird int Buch» druckrrgewerbc nut Montag nicht gearbeitet, so dost unsere Nummer am DienStag, den 3. April, entfällt. Die nächste Ausgabe erscheint dann zur gewohntm Stunde am M i t t w o ch, den-I. A p r i l. Die Ostcruuinmer erscheint im verstärkten Umfang non 14 Seiten, bereits am Samstag, den 30. März. Sonntag, den t. April erscheint nur eine sechsseitige Ausgabe. Dir Berwaltmtg. Die icriodc beim StraflaudcSgcrickt l April, dagegen die beim Straf- I schon am 4. April. Breitner im Landesgericht März. Stadtrat Breitner, der langjährige Finanzrefercut der Stadt Wien, wurde heute vom Polizeigcfangenhauö in das LandeSgericht cingeliefert. Französische Mission abberufen Paris, 20. März. Der französische Senat strich bei Behattdlung des Budgets aus Erspa-> rungSgründen den Posten für die französische Regierungsmission zur Auswahl und Aufnahme landwirtschaftlicher Arbeiter aus der Tschcchoslo- toalei für Franlccich. Infolge dieser Entscheidung wird die französische Mission in den nächsten Tagen ans der Tschcchoslotvakci abberufen werden. s Diclntcmtionair im ßrudfer Arrest Slariiemberg auf dem Galgen Auü Bruck n d. Mur, dem Kampfzen trum Obersteiermarts, wird dem LRD berichtet: , In Bruck werden derzeit in de» Stadtsälen, einem ■ Versammlungslokal, noch immer 5 0 0 Sch u t>- bündIer gefangen gehalten. Obwohl ihre Be handlung durch die H e i>n w e h r v o t i z e i, die ' sie bewacht, auftrrordrntlich schlecht ist, ist dir j Kampfstimmung der Brücker Schutzbündler, die ! unter der Führung W a l l i s ch S gekämpft haben, j ausgezeichnet. Zum Protest gegeit die schmähliche i Behandlung ist ein groster Teil der Schutzbündler ! vor einiger Zeit in den Hungerstreik getreten. In der Nacht auf Montag, den 10. März, haben die Schutzbündler« and einigen Strohpolstent eine l Puppe angeserligt und ihr einen Heimwehrhut i aufgesetzt. Daun hängten die Schutzbündler die Heimwehrpuppe, die den Heintwehesührer Star ! Hemberg darsiellen sollte, aus der Bühne drö Saaleö auf einem improvisierten Galgen auf. ' Und mitten in der Nacht ertönte dann int groftrn j Saal die„Internationale". Die Schutzbündler ! brmheu in stürmische Feeiheitö-Rufe nuö und sau I gen dann andere FreiheitSlieder. Die Helmwehr besatzung, dir erst jetzt den„Aufruhr" merkte, da sie vorher angenommeit hatte, das« alle Gefange nen schlafen, geriet in größte Aufregung und rief Militär in den Saal. Fünfzehn Schutzbündler wurden heranögegeiffen und alö Geisel» in drn Keller der Gendarmerlekasentc gesperrt. Lohnabbau bis zu 25 Prozent Wie dem OND ans Linz berichtet wird, ist dort bereits ein allgemeiner Lohnabbau im Gange. In den meisten Betrieben ist autzer Ent lassungen von Arbeitern und Angestellten ein sehr empfindlicher Lohnabbau vorgenommen worden. Löhne und Gehälter tvurden um etlva 20 Prozent gekürzt. In den Linzer Gemeindebei rieben wurde ein 18.2prozcntiger Lohnabbau vorgetiammen. Tie Mitzstimnniug unter den Arbeitern, die diesem Lohnabbau schutzlos preisgegeben sind, ist grotz. „Vir kommen wieder I“ Wie dein ONT aus Wien berichtet wird, kleben an sehr vielen Plakatsäulen und an vielen Häusern Klebezettel, die eine erhobene Faust zeigen. darunter stehen die Worte: Wir kommen lvieder! Ein Henker gerichtet Am 21. März wurde in Graz, der steirischen Landeshauptstadt, am Lendkai die Leiche des Schutzlorpsmannes Johann Fuchs aus der Mur gezogen. Die Leiche wies eine Schutzwunde am Hinterkopf auf. Wie nun der ORD ans Graz erfährt, ist der SchiitztorpSmann Fuchs der H e n- k c r d e ö G r a z c r A r b e i t e r k a m m e r s c- krctärs Stauet gewesen. Er war früher Diener im Anatomische» Institut der Grazer Universität und hatte sich freiwillig als Scharfrichter dem Standgericht zur Verfügung gestellt, und die Hinrichtung an Stanek vollzogen. Fuchs ist bereits unmittelbar nach der Hinrichtung von Grazer Arbeitern mit Bierkrügeln beworfen und verprügelt tvordcn. Er hielt sich dann eine Zeitlang versteckt. Nun ist der Henker Staneks gerichtet. (Wie wir bereits gemeldet haben, sind schon am 6. März in Eggenbcrg bei Graz zwei Heiin- wehrlcr erschossen aufgcfundcn tvordcn. Neben ihnen lag ein Zettel mit der Aufschrift„Rache für Stanek".) Schutzbundprozesse vor dem Schwurgericht Wien, 20. März. Wie der„Telegraf"^nei det, haben die Staatsanwälte an den beiden Wiener Straflandeögerichten bis jetzt nicht lveni- ! ger c.ls 200 Anklagen tvegen Aufruhres anlätz- : lich der Ereignisse in den Febertagen erhoben. Alle s Beschuldigten werden sich nach 8 73^Verbrechen. ucu. vi»»»»>, vuu umu;„uv iivivininrn»vi., jdcS Aufruhres) vor den Geschworenen der Lan-iollem die tschechoslowakischen Kontingente für die' Ihr seht: ganz verschiedene Methoden („Kraanaia Gazeta," Leningrad) Palästina— für Hitler 7 Verbot des„Braunbuch"! Etlvao geradezu Beispielloses Hat sich in— Palästina ereignet. Die Behörden Haven dieser Tage das in alle Sprachen übersetzte Aufklärungsbuch gegen die Nazischande, das„B r a u n b u ch" »verböte nl Gelvitz liegt die Palästina-Exekutive auch im jüdisch-zionistischen Palästina m den Händen englischer Beamter, aber wer tvar wohl der Motor dieser Hitlerschutzattion im Lande der Inden?! In England kann nämlich dar Braunbuch ungehindert verkauft werden. ES lohnt sich vielleicht, in diesem Zusammen« Hang darauf hinzuweiscii, datz der Export Deutschlands nach Palästina ständig im Steigen begriffen ist. Sollten sich allzu geschäftstüchtige jüdische Kapitalisten, die ein groheö, vergessenes Herz uitd ein unergründlich tiefes Portemonnaie haben, hier vermittelnd ins Zeng gelegt haben?! Wir können cS weder beweisen, noch bestreiten! Wir stellen nur fest, datz das Verbot eines der tvirlungsvollstcn Kampf- und AnfklärungSbitchcr gegen den Po- gromantisemitismuö im klassischen Lande vcS Semitismus, eine der grössten und bissigsten Satiren ist, die die Geschichte der Menschheit jemals geschrieben hat! Hach dem Drama »naben spielen Standgericht... Wien, 20. März. In der Gemeinde 2 t e v e r m ü h l e in Oberösterreich ereignete sich ein tragisches Unglück. Die Kngven von Stehermühl spielte n„Feber-Revo» l u t i o n". Sie bildeten eine Gruppe des Republikanischen Schutzbundes sowie eitle H e i m w e h r g r u p v e, ahmteit die Kämpfe nach und schritten an die Errichtung eines Standgerichtes. Der Mittelschüler *« Dollfuß-Verfassung erst nach Ostern Dieser Tage erschien in unserer Redaktion ein tschechoslowakischer Staatsangehöriger, der früher in Berlin lebte und tvic so viele nach dem Staatsstreich Hitlers Deutschlactd verlassen mutzte, lvährcnd seine Frau drüben blieb. Vor etwa drei Wochen begab er sich über die Grenze, nm mit seiner Frau eine Aussprache zu pflegen. Kaum über die Grenze, wurde er verhaftet, und nach Pirna gebracht. ES ist sonnenklar, datz die SA. von einem Nazi aus einem tschechoslolvakischeit Grcnzvrtc von der Grenzüberschreitung des'Betreffenden unterrichtet worden tvar. In Pirna wurde er ins Polizeigefängnis gebracht, einem stundenlangett Verhör unterzogen, bis attf die Haut untersucht, und als gar nichts gefunden lvurde, wurde er geschlagen. Natürlich tvolltcn ihn die Lumpen auch zwingen, an den „sportlichen Uebungen" der Gefangenen tctlzu- nehmen. Dabei tvurde er in der unflätigsten Weise als„Tschechcnhund" ustv. beschimpft. Sein Verlangen, sich mit dem tschechoslolvakischeit Konsulat in Dresden in Verbindung zu setzen, lvurde rundwegS abgelehnt. Nach drei Wochen Hast wurde er dann an die Grenze gebracht und tvar nun wieder frei. Während seiner Hast Ivar der Mann Zetige der empörendsten Borkotninttisse. Er kointie beobachten. wie von den SS-Banditen nicht nur Männer, sondern auch Frauen in viehischer Weise geprügelt Ivordett sind. Daö darf weiter nicht wun- der nehmen» befindcit sich doch unter den Polizeidienst tuenden SS-Kerlen schwer-lriminellc Elemente. So ist der SA-Mann Eichler vom Sturm 608 Dresden-Neustadt neunmal kriminell vorbestraft. Ein anderer SA-Mattn ttamenö Reuter sitzt tvegen Autodiebstahls eine Strafe von drei Monaten. Solche Lumpen gibt eü in der SA und SS massenhaft und es ist begreiflich, j datz manch ein Gefangener, der diesen Tieren ausgeliefert ist, den Tod der Gefangenschaft vorzieht. So hat der pensionierte Strassenbahner K. B., 68 Jahre alt, den die Lumpen beschuldigten. verbotene Schriften verbreitet zu haben, im Polizeipräsidium in Dresden seinem Leben dtirch Erhängen ein Ende gemacht. Sein Sohn, der die Leiche seines Vaters sehen wollte, wurde in Haft genommen und durfte nicht einmal an dem Begräbnis teilnehmen. Kommunistische Apachen im politischen Kampf Mit dem Messer gegen eine« Arbeiter Dienstag, den 27. März, sand im Schießhaus iu Ellioge» eine von der sozialdemokratischen Partei cinbcrusene iisfentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Abg. K n tz über daö Thema: „Tie Soziakdcmolratie und ihre Gegner" referierte. An dieser Versammlung nahmen an die dreihundert Arbeiter teil, von denen sich vielleicht ü0 zur koinmnuistischen Partei liekaunteu. Nach dem Referat des Genossen Katz, der sich unter nuderm auch mit den gegen ihn in der Sttibrnh- Pressc und der loinmnuistischen„Welt von heute", gerichteten Verleumdungen beschästigle, kamen die Kommunisten, denen die sozinldemolralische» Arbeiter aus Gutmütigleit Redefreiheit zubikligten und verunglimpften die sozialdemokratische Bewegung und ihre Führer in der sattsam bekannten Weise, linier den Kommunisten tat sich besonders der kommunistische Stndtrat Ehristl hervor, der sich nicht mehr beruhigte, bis man ihn, da er die Weitersührung der Versamntlung nnmöglich machte, an die Lust setzte. Gegen diese nur zu verständliche Handlung der Versammlnugsein» beruser setzten sich die Kommunisten mit allen Mitteln znr Wehr und alö man sie aus dem Saale drängte, kam eö zu Raufereien, bei denen der an der Herstellung der VersammlnngSordnung ganz unbeteiligte Arbeiter AloiS Veit von dem ! Kommunisten Friedl mit einem Taschenmesser in die Brust gestochcu und schwer verletzt wurde. Beit musste sofort in daö Krankenhaus gebracht werde», während Friedl noch in derselben Nacht verhaftet wurde. Diese furchtbare Tat eineö kom- muuistischeu Rvwdh» muß zur vollständigen Ausschaltung jeder Auseinandersetzung mit den Kommunisten in Bersammlungen führen, weil durch derartige Exzesse der Arbeiterklasse unendlicher Schaden zugrfügt wird. «tUe* Freitag, 30. März 1934 M. 75 Der Sdiutz&und lebt! Mitglieder bc.8 Sozialdemokratischen Schuhbundes haben unter die Wiener Bevölkerung heimlich folgenden Aufruf verteilt: Kameraden! Wir haben gekämpft. Wir sind geschlagen, aber nicht besiegt. Ehre unseren Februar-Gefallenen! Denkt an unsere Helden Weißel und Wallisch. Ihr Opfer wird nicht vergebens gebracht worden sein. Wir iverdr» die Verräter zu strafe» wiffen. Die feigen Heuler fürchten die Arbeiterklaffe. Sie fühlen den Haß und den Widerstand deS Volke«. Dir Nazib versuchen unsere Gunst zu gewinnen. Sie sind die Mörder unserer deutschen Brüder. Wir haben nichts n»it ihnen gemein. Tie Partei ist zerschlagen. Wir habe» wieder von vorne angefange». Freiheit! DieKämpfer Erdbeben in Rumänien Bukarest, 20. März. Ein außerordentlich starkes Erdbeben war hcnte abends um 101/2 Uhr in ganz Rumänien mindestens 50 Sekunden hindurch vcrspiirbar. In Bukarest war das Erdbeben besonders stark vcrspiirbar. Sämtliche Lampen begannen zu pendeln, dir Mauern weisen starke Nisse auf, ein altcö Haus ist cingestürzt. Der Besucher der öfseiiilichen Lokale, Theater und Kinos bemächtigte sich eine Panik. Alle stürzten auf die Straße. Verletzte Iverden bisher nicht gemeldet. Professor Schlesinger in Wien gestorben. Univcrsitäisprosessor Dr. Hermann Schlesinger, Primarius der medizinischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses(1868 in Preßburg geboren), ist heute nachts nach fast zweijährigen Leiden gestorben. Ergeben?— ikcbergebrn! Eine braunschwei- ger Naziortsgruppe hatte einen Gemeinschaftsabend, über de» die dortige Nazizeitung berichtet: „Rach den: Einzug der Fahnen überreichte der Ortügruppcnlciter etwa dreißig Parteigenossen in feierlichem Akt die mit dem Fahnentuch berührten Mitgliedsbücher. Währenddessen spielte da» Orchester die Melodie:„Ich hab mich ergeben". Lnmpe». Der Hannoversche Kurier schreibt in seiner Nr. 56:„Bei einer planmäßigen Förderung der Verwendung deutscher Lumpen würde man also allein auf diesem Teilgebiet der Wirtschaft zirka 200 Millionen an Devisen sparen und 100.000 Personen mehr Beschäftigung verschaffen können."— Das Bemühen des Dritten Reichs, die Lumpen ausgiebig zu berücksichtigen, findet de» Beifall ganz Europas. Zwei Kinder verbrannt. Im Mansardenschlafzimmer eines Hauses in Wupperthal-Eber- feld, in dem sich zwei Kinder im Alter von 3% und 5 Fahren ohne Aussicht befanden, brach an: Mittwoch abend plötzlich Feuer aus. Die herbeigeeilten Brandtvchren konnten die Kinder, die sich in ein Bett in der Nähe der Tiir verkrochen hatten, nur noch als Leichen berge». Die Kleinen sind wahrscheinlich in dem Rauch erstickt. Man vermutet, daß die Kinder mit Streichhölzern in einen Klcidcrschrank geleuchtet habe», um sich dort ihren neuen Anzug anzusehen. Liquidation. In Kurze wird, wie die Geheime Staatspolizei in Bayern berichtet, das Konzentrationslager von Dachau liquidiert werden.—- Infolgedessen wird in den nächsten Tagen eine Offerte auf Lieferung von 5600 unangestrichenen Holzsärgen in der einschlägigen Presse veröffentlicht. Die Preise verstehen sich franko Dachau. („SimplicuS".). Vom Rundfunk Empfehlenswerte» au» den Programmen» SamStag Prag, Sender L.: 10.06: Deutsche Nachrichten, 10.10: Mozart: Aus der großen Messe C-Moll. 10.40: llebertragung aus dem Parlament, 13.48: Wagner: Vorspiel zu„Lohengrin", 18: Deutsche Sendung: Die Kreuzigung, Osterchoral, 1V: Deutsche Nachrichten, 10.40: Unter den Apfelbäumen, Legende von Zcpcr und Suk, 22.25: Tanzmusik.—- Sender S.: 14.30: Jugoslawische Lieder, 14.55: Junge Leute sehen die Welt, 15.10: Deutsche Sendung: Edwin Janetschek: Geschichtliche Musik, 15.40: Dr. MaraS: Kulturrclief, 10: Schallplatte». — Brünn. 18.45: Harmonika-Solo.— Mährisch» Ostrau. 18.10: Licderkonzert.— Kascha«. 12.30: Orchesterkonzert.— Berlin. 17.50: Franz Lizst: Konzert für Klavier und Orchester.— Breülau: 20.10: ÄnS italienischen Oper».— Brüssel: 15: Bach: Die MaithänSpassio».— Frankfurt. 24: Frühling läßt sein blaues Band...— Leipzig. 23: Unterhaltungskonzert.— München. 20.10: Großes Orchesterkonzert.— Wien. 17.55: Wagner':„Parsifal". nebenan auf einen Emigranten dünn tsdicdioslowahlsdic lllflerstroldic Gefesselt ins Wasser geworfen, dann bis zur Dewufit- losigKeil mißhandelt Tagcsnenlgkcltcn Furchtbarer Tod eines Arbeiters Kascha», 20. März. In der Tampfmiible in Byönia Rpbnica, die dem Forstunternebmen Michalovcc angehört, spannte der 2,'ljäbrige Juraj En rga einen Riemen auf die Transmission auf. Er wurde hiebei von dem Trans- missionSriemen erfaßt und in die Maschine gezogen. Die linke Hand wurde ihm an zwei Stellen gebrochen und deren Stücke weit weg von der Maschine geschleudert. Ter Körper EurgaS wurde in Stücke gerissen und mehrmals durch den TranSmissionS- riemen vom Fußboden zur Decke geschleudert. Der Vorfall wird untersucht. Das Grauen des nächsten Krieges AuS Ripdorf wird uns gemeldet: Sonntag, den 25. März» benützte der seit einem halben Jahr aus Hohnstein geflüchtete O. H o'b l f r l d den TA-Aufmarsch in Dresden, nm, da er die SA. in der Ferne wähnte, schnell von Rirdorf, wo er seit seiner Flucht aus Hohnstein wohnt, einen Abstecher in seine Heimatsgemeinde Sebnitz zu machen und sich mit frischer Wäsche zu vrrseben. ES wäre ihm sein Ausflug gelungen, hätten nicht einige Lausbuben diesseits der tNrcn.tr dir SA-Häscher ersetzt. Einige Schritte vor der tschechoslowakischen Grenze wurde Hohlscld von einigen Hakrnkrrnzlrrn aus N i e» der-Einsiedel überfallen, an den Füßen gebunden, zu dem in der Räbe der Krombach- Fabrik befindlichen Bach geschleppt und einige Male inö Wasser geworfen. Dann wurde der vollständig erschöpfte Emigrant mit Gummi« knütteln und einem Revolver solange misshandelt» bis sich durch daS fortwährende Schlagen mit drin Revolver ein Schuß anslöste und Hohlfeld schwer verletzt liegen blieb. Schließlich wurde bei der reichSdrutschen Polizei die Anzeige erstattet, daß Hohlscld schwer verletzt nahe der tschechoslowakischen Grenze liege, worauf man ihn in daö Sebnitzer Krankenhaus und tags darauf zurück nach Hohnstein schaffte. Wir hoffen, dir'Kamen der Hitlerstrolche ehestens zu erfahren, um weitere Verbrechen der I Burschen unmöglich zn machen. 1 Gräßlicher Selbstmordversuch in Saaz. Die Jahre alte KricgSwitwe Josefa S., die in der unteren Vorstadt in Saaz eine Tabaktrafik besitzt, versuchte am Mittwoch ihrem Leben dadurch ein Ende zu bereiten, daß sie ihr Bett in Brand setzte, um darin zu verbrennen. Das Vorhaben Imlvdc aber noch rechtzeitig entdeckt, die Polizei drang in die Wohnung ein, löschte das Feuer und brachte die schon bewußtlose Frau inö Krankenhaus. Dort lvurdc festgestellt, daß die Lebensmüde von den Flammen verschont geblieben lvar. Die schwer nervcnlcidendc Frau hatte schon vordem ziveimal Selbstmord versucht, indem sie ins | Wasser sprang, aber immer lvicder gerettet wurde. TnS neue englische Straßcnverkehrsgrsetz ist verpflanzen. Tas Bestreben, eine sozstrlistische Partcimiliz zu gründen und Einheitspreisgeschäfte zu errichten, sei der Ausdruck dieser Tatsache.— Es führte zu weit, sich mit den Patentchristen in eine Auseinandersetzung über politisches Asylrecht einzulasscn oder ettva Betrachtungen über eine christliche Moral anzustellen, die die Emigranten den fascistischen Mördern ausliefern möchte. Dies aber sei den Herren gesagt: cs kommt auch einmal anders! Einmal werden vielleicht auch die Freunde der Jesuiten genötigt sein, die| Lektion, die die resolute Dame später zu vollziehen versprach. Der so grausam Attackierte wurde bleich, begann zu litten: und gab keinen Laut des Widerspruchs von sich. Seine Peinigerin aber verriet den lächelnden Polizcibcamtcn noch ein weiteres: ihr tvaffcnitarrendcr Mann, so erklärte sie, sei so feige, daß er des Nachts lebende H ii hner nute r seinem Bett versteckt, um unlernehmungs- lustige Einbrecher, die sich cinfindcn sollten, durch ihr Gegacker abznschrecken. Man sage nun nicht, daß dieser martialische Pantoffelheld, über den gewiß schon die Hühner lachen, keinen tüchtigen und mit der notwendigen Grausmnkcit auSgcstattcten Diktator abgebcn könne. Diktatoren sind häufig fo feige und ihr Heroismus erschöpft sich meist darin, die ander e n die braunen Kastanien aus dem Feuer holen zn lassen. Je größer das Mundwerk, desto kiinnncrlicher ost der persönliche Schneid. Wir wissen nicht, ob Tc>iischlandS Propagandachef Joseph Goebbels mit Rassehiihnern unter dem 57 Himinclbeti schlafen zu gehen pflegt. Wundern könnte sich niemand darüber, der weiß, mit welch übertriebener Sorgfalt der kleine StabStrompcter der blutigen Diktatur sein kostbares Leben vor jeder Unbill und den etwaigen rauhen Sitten allzu verliebter Untertanen zu sichern weiß! Pierre. Ein furchtbares Geschoss. London, 20. März.«AR.) Sir Robert Hadfield aus Sheffield gab Einzelheiten über ein neues Projektil bekannt, das sich durch außerordentliche Durchschlagskraft auSzcichnet. Er sagte, daß das von einer Sheffielder Firma her- gestellte Projeltil, das einen Durchmesser von 3 8 Ze tt t i m e t c r hat und eine T 0 n n c ivicgt, bei einem Versuch eine Panzerplatte glatt d u r ch b 0 h r t hat, deren Stärke ungefähr dem Kaliber des Geschützes entspricht, ans dem der Schuß abgegeben tvurdc. Das Geschoß hat beim Durchschlagen der Platte aus dieser 6% Zentner Stahl heraus- gerissen. Nach der Durch- s ch l a g u n g der Panzerplatte hatte das Gc- schoß noch eine derartige Geschwindigkeit, daß eS noch einen Weg v 0 n 0 ll'k c i l e n zurücklegte. Dabei wurde eö nur so geringfügig beschädigt, daß cS nach einer kleinen Reparatur neuerdings a b g c s ch 0 s s e n werden konnte. lvichtigen Straßenkreuzungen in London angelegt Iverden sollen.— Nach den amtlichen Daten wurden im Vorjahr durch Motorfahrzeuge und Fuhrwerke auf den britischen Straßen und Gassen 7202 Personen getötet und 216.328 Personen verletzt. Im ganzen gab cs 101.782 Unfälle.(Im Jahre 1032 0667 Getötete, 206.450 Verletzte und 150.006 Unfälle.) Ein sonderbare Erbschaft ist der ungarischen Stadt Szckszard zuteil geworden. Im Szck- szardcr Spital starb im 76. Lebensjahre die einst bekannte Sängerin Anna Miranda S z i k 0 r a, die ihr auf russischem Gebiete liegendes Gut von 5000 Joch der Stadt Szckszard hinterließ. Die Stadtvcrlvaltung ist damit die Erbin eines von den Sotvjetbehörden bereits vor vielen Jahren beschlagnahmten und aufgeteiltcn GebictSstreifenS geworden. Samuel Jnsull, der amerikanische Finanz- niaim und Betrüger, ist in I st a n b u l eingetroffen. Der Dampfer steht unter der Aufsicht der Ortspolizeibehördcu. 500.000 Sckpveizer Franken unterschlage». Bei der Hypothckarkassc, Mein öffentlich-rechtlichen Institute, ist man Unterschlagungen auf die Spur gekommen, die der 50jährige Angestellte Jean D i ck verübt hat. Nach seinem Geständnis hat er Wertpapiere im Betrage von über 500.000 Schweizer Franken unterschlagen, von denen sich eine andere Person, in deren Auftrage Tick gehandelt haben will, 400.000 Franken angceiguct habe. Diese Person sei nach Frankreich verschwunden. Auswirkungen des Brünner Urteils gegen Gajda Ein Prager Strafverfahren gegen Gajda vertagt— zwecks Einholung der Akten Prag, 20. März. Die Verurteilung des Fasci- stenfiihrers Gajda durch daS Oberste Gericht wird auf eine ganze Reihe von Strafverfahren gegen Gajda-Fascisten Einfluß miSüben. Derartige. Anklagen sind bei verschiedenen KreiSgerichten in beträchtlicher stahl anhängig. Bei einigen dieser Strafsachen iit seinerzeit die Verhandlung bis zur rechtskräftigen Entscheidung der gestern endgültig abgeschlossenen Angelegenheit ausgesetzt worden. Vor dem hiesigen.KreiSgericht machte sich die Auswirkung des gestrigen Brünner Urteils bereits heute bemerkbar. Hier war eine Anklage gegen Gajda wegen Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung und Anmaßung eines ihm nicht znkommcnden AmtS- litels anhängig, die schon vielfach vertagt worden war. Der Störung der öffentlichen Ruhe und Ord- I innig hat sich Gajda nach der Anklage gelegentlich einer Wrschalvitzer Fascistenversammlung im Jahre! 1031 schuldig gemacht, wo er seine Anhänger aufzureizen suchte. Die Anmaßung eines falschen Titels 1 erblickt die Staatsanwaltschaft darin, daß Gajda,| als er feine zweimonatige Kerkerstrafe wegen Teil- nahine an den Ueberfall vonSazava« verbüßte, eine Eingabe an die Gefängnisdircktion mit der Unterschrift„General Gajda" versah, obwohl er durch die Degradierung dieser Charge entkleidet lvorden ist. Bei der heutigen Berhaitdlung lvar dieser Fall endlich zur Ilrteilsverki'mdigung reif, nachdem vorher durch die Verteidigung immer neue Zeugen nominiert worden lvaren, lvas immer lvieder z» neuen Berta- gungen führte. Auch heute wurden solche BeweiSan- träge gestellt, vom Gerichtshof aber abgelehnt, so daß das BcweiSverfahren als abgeschlossen gelten konnte, llnmittelbar vor dem erwarteten Abschluß der Verhandlung vertagte' jedoch der Gerichtshof des OGR. R 0 s e k. von amtSlvegen neuerlich die Verhandlung. Als Grund dieses Beschlusses fiihrt das Gericht die Notwendigkeit an, die Akten des gestern beendeten Verfahrens einzuholen. In diesem Fall besteht freilich nur ein rein formaler, strafprozessualer stusmn- tnenhang«wischen den beiden Verfahren, und zwar in der lllichtuna, daß das Prager Kreisgericht im Falle einer Verurteilung Gajdas die Beslinimungen über die E r g ä n zu n g s st r a f e n nach Paragraph 265 Tt.P.O. sinngemäß anzuweuden hätte, rb. j Tao talholischc Gemüt. Seit Herr Dollfuß bewiesen hat, daß nian im Namen Gottes mit Kanonen auf Frauen und Kinder schießen kann, üben auch die Toldschreiber des Klerikalismus keinerlei Zurückhaltung mehr: die Opfer dec Blut- «christcn Iverden von ihnen mit Kot beworfen. Aber Itzt»« nicht genug damit: diese„Christen" sind auch bc- xt/lK- VW müht, den Opfern deö FasciSmuS anderer Länder In Paris fand dieser Tage eine Hansdurch- jede Lebensmöglichkeit zu nehmen. So hat das suchung bei einem Manne statt, der in der noch sehr iJägerndorfer Organ der Christlichsozialen,„Das jungen und sehr unbedeutenden fascistischen Bewegung Volt", in einem Leitartikel zur Frage der Emigra- FrankreichS eine recht aktive Rolle spielen soll. Bei tion in Frankreich Stellung genommen. ES diesem Hitler-Imitator sand man eine ganze Was- schacht hämisch, Paris sei von allen möglichen fcnsmnmluiig, genug BürgerkrirgSlverkzeuge, um-ine Emailten schon voll und sie machten sich in der lleme Rebellenarmee nut dem notwendigiten Material Mstgenehmsten Weise bemerkbar; sie seien ve- h M. au Maschincugetvehrgurte und riesige Mengen Munition. Als die Haussuchung beendet lvar und der Waffen besitzer sich, fadenscheinig genug, damit verteidigte, daß er Sammler sei und—„keinerlei tageSpolitische Jnterisscn" habe, geschah eiwaS Unerwartetes. Die Fran des angehenden Diktators ging auf ihren Gat ten zu und gab ihm, in Anwesenheit der Beamten, links und rechts schallende Ohrfeigen. Dann nannte sie de«: Bedauernswerten wörtlich„einen nichtsnutzigen Lausciungen, der nicht nur Ohrfeigen verdiene, sondern auch wie ein unerzogenes Kintz, mit einem Rohrstock verprügelt lverden müsse—, eine 800 Fifther ertrunken? Kanton, 20. März.(Reuter.) Wie ans der chinesische» Provinz Kwantung gemeldet wird, gerieten 300 F i f ch e r b 0 0 t e in eine» heftige» Sturm, wobei der grösste Teil derselben kenterte. Bei diesem Unglück solle» etwa 800 Personen umS Leben gekommen sein. Köpenick im Dritten Reich Ncmniittster in Schleswig-Holstein war in diesen Tagen der Schauplatz einer modernen Kö- penickiadc. Der Schisfskoch Steinwaller stattete, angetan mit einer funkelnagelneuen SA-llniforni dein Gute PonSdorf einen Besuch ab und führteI in der dort tagenden Fencrwehrversamnilung am Miltlvoch veröffentlicht worden. Es sicht weitgroße Reden. Er gab sich als stellvertretender gc- gehende V c r s ch ä r f u n g e n der bisherigen Heimer Staatskommissär aus Hamburg aus und Bestimmungen für den Kraftfahrzeugvcrkchr in hielt eine flammende Ansprache, die sich mit den Großbritannien vor. Besonders bemerkenswert ist menschenunwürdigen Wohnverhältnissen auf dem die Wiedereinführung einer HöchstgcschtvindigkcitS- Gnte befasste. Tic anlvesenden Landarbeiter ju- grenze von 48 Stundenkilometern in bebautem bcltcn ihm begeistert zu. Gelände. Außerdem müssen sich neue Kraftfahrer Nunmehr knöpfte sich Sieinwallcr den Guts- einer ganz besonderen Fahrprüfung unterziehen, Inspektor Viehmann vor und drohte ihm, ihn so- lvaS bisher in Großbritannien nicht der Fall war. fort in ein Konzentrationslager abfiihrcn zu las- Neben den bestehenden Strasbestimmungen für sen. Dabei bcmcrkie er so nebenhin, daß auf dem„gefährliches Kraft w a gen f a.h r c n" Wege zum KZ„schon mancher verlorengegangen wird es in Zukunft auch solche für„gcsährli- sci.".. ches Gehe lt" geben. Ferner ist die Schaffung Angsterfüllt gab der Inspektor darauf vor sogenannter„S ch u h z 0 n e n" für Fußgänger versammelter Mannschaft das Ehrenwort, schien- vorgesehen, die zunächst versuchsweise an hundert nigst für Abhilfe der skandalösen Verhältnisse z»'------—- r>—’—-— Y--‘ sorgen. Aber unserem Helden genügte das durchaus nicht. Er umgab sich am nächsten Tage mit einer I Eskorte uniformierter SA-Leute und jagte den Rittmeister a. D. Gras Otto zu Rantzau und den Gntsverwaltcr von Rösing, Fritz von Postel, in gleicher Weise ins Bockshorn. Inzwischen hatten aber die Herren von und I zu die Gendarmerie alarmiert, die den menschen freundlichen„geheimen Staatskommissar" verhaf tete. Er lvurdc vor dem Schöffengericht kurzerhand zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Von einem Vorgehen gegen die Junker, die ihre parieigenössi- ! scheu Landarbeiter schlechter, halten als ihr Vieh, hat man bisher nichts gehört. Gastfreundschaft anderer Länder in Anspruch zu nehmen. Bis zu diesem Augenblick wollen wir ihren jetzigen Kampf gegen die Emigration in Evidenz halten. Erklärung. Zn dem am 0. Feber 103-1 unter dein Titel„Der stärkste Eindruck deS Doktor Sekanina" in dieser Zeitschrist veröffentlichten Artikel erklären wir, daß wir nicht behaupten können, daß Dr. I. Sekanina einen Hitlcr- Propaganda-Film fiir eine historische Quelle hielt, weshalb wir diese Behauptung, als auch die in diesem Artikel daraus gefolgerten Schlüsse, durch lvelchc sich Herr Dr. I. Scka- ilina ail seiner Ehre gekränkt gefühlt hat, widerrufen. Die Redaktion. I *r. 7S 9reiing>30. Mürz 1934 „Sozialdemokrat" «eite 5 der 1938 VcrhältniSzahle» die an dieser 1082 870.906 888.519 588.281 2,997.156 1,929.979 1,781.828 Grosz war der Anteil ja nie, er betrug in den besten Zeiten des Jahres 1929 kaum 49 Prozent; nun aber ist«r auf bloß 28 Prozent gesunken— nur wenig mehr als«in Viertel aller Arbeiter hat 1988 566.719 529.814 459.497 Wurde: 1933 199.9 96.6 87.5 einen Lohn, der als einigermaßen zureichend bezeichnend werde» kann. Aus den veröffentlichten Zahlen kann man zwar nicht genau die Beträge errechnen, welche in der Volkswirtschaft als gesamter ausgezahlter Lohn figurieren; wohl aber ist eS möglich, die Bewegung dieser Beträge an Verhältniszahlen einigermaßen zn veranschaulichen. Sehen wir die im Oktober eine» jeden Jahres auSgezaMen gesamten Löhne gleich 199, und drücken wir dann die Löhne fiir November und Dezember in Prozenten der Oktoberlöhne aus, so erhalten wir die erste» zwei Spalten des folgenden MfelchenS; die dritte Spalte gibt dann an, wieviel die Gesmntlöhne der entsprechenden Monate de» Jahres 1982 betragen: 2,182.842 2,949.786 1,866.491 Ebenso ist es möglich, Bewegung jener Lohnbeträge z» verfolgen, lvrlche auf den einzelnen beschäftigten Versicherten enisalle». Die folgende Tabelle der durchschnittlichen Einzellöhne ist genau so eingerichtet, wie die obenstehende für die Gesmntlöhne. Wir sehen daraus, daß die Einzellöhne viel langsamer gefallen sind, als die Gesmntlöhne, tvas ja ganz begreiflich ist, da ja auf diese Zählen die Arbeitslosigkeit kaum einen Einfluß hat. Die dritte Spalte ist der einzige Lichtblick in dieser Statistik, denn sie enthält die einzige steigende Zahlenreihe. Leider ist damit nur ausgedrücki, daß die Einzellöhne im Jahre 1988 vergleichsweise langsamer gefallen sind, als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Diese Kleinigkeit ist ein schwacher Trost angesichts der katastrophalen Lage, lvelche die übrigen Ziffern offenbare». Wenn auch die gemeldete Arbeit-Marktlage vom heurigen Jänner etwas besser au-sieht, so warnen doch die hier wiedergegcbenen Zahlen davor, die Dinge allzu rosig zu sehen- Zugleich gewinnt man a»S ihnen einen Begriff davon, welch ungeheure sozialpolitische Arbeit noch zu tun ist, auch wenn Ivirk- lich eine Besserung kommt. mb. teiKegemte trlMpcfiwi ist zur LezairktNH der UolurementLgcöüür zu verwenden! Wer un Mucfcstonde kkeiüt, sduidujt die Sortel und deren(Jresee Die Verwaltung; Brief ans Amerika i Bo» Hcrmynia Zur Mühlen. Die Bant stand im Wiener Türkenschanzpark unter einer blühenden Linde, vor den weißgestern» teil Blüten cineö dichten JaSminstrauchs. Das. schwarze schäbige Kleid der Frau erschien, von( diesem Hintergrund abstechcnd, ganz besonders j düster und wehmütig. Ihre mageren fuchtelnden] Arme sahen neben den mächtigen Acsten der alten j Linde wie verdorrte schtvarze Zweige aus, und ihr i früh gealtertes Gesicht war eben so runzlig wie i der Stamm dcS Baumes. Sic sprach eifrig auf! ihre Nachbarin ei», und ein Satz, den sie halb' klagend, halb zornig in die Sommerluft Ivars,- erregte nieinc Aufmerksamkeit:„Man darf halt lein Glück haben, das bringt Pech." Die dicke Nachbarin blickte sie erstaunt an, aber noch ehe sie diesen merkwürdigen Ausspruch anzwciscln konnte, fuhr die magere schwarz- gctlcidctc Frau fort: „Sie haben ja meinen armen Franz früher nicht gekannt. Sie wissen nicht, toie ec war. Damals, nach dem Krieg, als er mich geheiratet hat. Also, ich sag Ihnen, gut wie ein Engel, liebevoll, immer um mich besorgt. Biele Männer sind roh und gemein auö dem Krieg zurückgelommen, mein Gott, wenn man so ungestraft Leut umbringen kann, so ist das nicht grad gut für den Charakter. Aber beim Franz war das umgekehrt. Er hat nur den einen Wunsch gehabt, Menschen zu helfen, 1 Freude zu machen. Bloß wenn man zu ihm vom j „Feind" geredet hat, ist eS bös geworden.„Es' gibt keine Feinde", hat er immer gesagt,„gibt nur Menschen, und die sollen sich schön unter ein«! ander vertragen". Er war damals bei Harwig und Lutz angestellt. Viel hat er ja gerade nicht verdient, aber irgendwie hat eS doch gelangt. Der Franz hat nicht geraucht und nicht getrunken, und wenn er Ueberstunden gemacht hat, hab ich daS Geld für mich persönlich bekommen. Damit ich mir ein Kleid kauf, oder einen Hut, oder wag eine Frau halt so braucht. Es hat ihm Freude gemacht,. wenn ich hübsch war." Die magere Frau hielt im Reden inne; eine Masche ihrer Strickarbeit schien gefallen zu sein. Sie kniff die Augen zusammen und stocherte mit der Stricknadel in dxm dicken Gewebe. Hübsch... Ist es möglich, daß sie je hübsch gewesen ist, dieses vertrocknete, ausgemergelte, runzlige Geschöpf? Sie hatte die Masche gefunden und strickte einen Augenblick schweigend weiter. Dann begann sie von neuem: „Wir hatten keine Kinder, eö langte zum Leben, nnd auch dazu, an Sonn« und Feiertagen einen Ausflug zu machen. Der Franz hat die Natur so gern gehabt. Hat sich wie ein Kind über Blumen und Bäume freuen können. Sein Großvater war noch Bauer gewesen; vielleicht ist ihm das deshalb so im Blut gelegen. Na, und dann ist die Inflation gekommen. Sie wissen ja, wie das war." Die dickte Fran nickte; sie nickte nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit dem ganzen runden Leib, alles an ihr, Nacken. Brüste, Arme, Beine, Füße sagten:„Ja, ich weiß, wie das war." «Natürlich haben wir die Inflation ordentlich gespürt," erzählte die magere Fran weiter. „ES hat a» allen Ecken und Enden gefehlt. Wir haben immer mehr Geld gehabt und dennoch damit weniger kaufen können als früher. Und ein neues Wort haben wir kennen gelernt:„Dollar". Gott, man hat ja gewußt, daß die Amerikaner Dollar haben, aber daS ist einem früher doch nichts angegangen, nicht wahr? Wir haben unser Geld, sie das ihre. Wie hängt daS schon zusmnmen? Aber jetzt, jetzt hat cs nur noch den Dollar gegeben, ob er steigt, ob er fällt, ob er stehen bleibt. Und grad um die Zeit bin ich in die Hoffnung gekommen. Dec Schreck! Noch ein Mund mehr zuin Durchfüttern. Sogar der Frmiz war ganz verstört, wie ich eS ihm gesagt hab. Freilich ist daS Kind nicht auf die Welt gekommen, aber ich bin lange krank gelegen, und das hat viel Geld gekostet, sehr viel Geld. Wir haben nimmer ein noch aus geimißt. Der Franz hat noch immer nicht den Mut verloren, er hat mich getröstet, hat gearbeitet für drei, und wenn Nachbarn lamcn, denen cs noch schlechter ging, hat es für sie immer etwas zu essen gegeben. Ja, so war mein Franz, seine Hemden hat er verschenkt und sein zweites Paar Schuhe, allen, die er kannte und die zu uns kamen, hat er auögeholfen. Und dabei waren wir doch selber so bettelarm. Oft hat er gesagt, wenn man jetzt so zwanzig Dollar hätt. wie vielen Menschen könnte man helfen. Und dann ist eines Tages, ich erinnere mich noch genau daran, es war Oster- samStag und ein schöner Tag, ein Brief aus Amerika gekommen, ein rekommandierter Brief. Und hinten auf dem Couvert ist der Name des Absenders gestanden: William Großbauer, das heißt auf Amerikanisch Wilhelm. Und der Franz hat gesagt:„DaS ist ja von meinem Onkel, der vor vierzig Jahren nach Amerika auSgcwandert ist." Wir haben die Marken betrachtet und den Srem- pel, und haben das dicke Papier befühlt; die Amerikaner haben so dickes Papier. Und der Franz hat gesagt:„WaS der Alte wohl will? Hoffentlich ist er nicht in Not und bittet, daß wir ihm das Geld für die Rückreise schicken. Das hätt uns grad noch Oktober November Dezember Zur Verdeutlichung mögen folgende Verhältniszahlen dienen, bei denen der Stand vom Oktober jedes Jahres gleich Oktober November Dezeucker Die Arbciterzahl war also 1988 nicht nur wesentlich kleiner, sondern sie ist von Oktober bis Dezember auch noch rascher gefallen, al» in der gleichen Zeit des Jahres 1932, Greifen wir ans den Gesamtzahlen der Arbeiter nur diejenigen heraus, welche Tage verdienen, so kommen Zahlen: Oktober November Dezember Berechne» wir den prozenwellen Anteil Kategorie an der Gcsamtarbeiterschast, so ergibt sich ein wahrhaft erschütterndes Bild: gefehlt." Dann, endlich, haben wir den Dries geöffnet. Und was glauben Sie, daß drin war?" Die mager« Frau machte eine Kunstpause, um der andern Zeit zum Raten zu lassen, die aber hatte aus ihrem Körbchen eine Semmel geholt und kaute schmatzend. Sic brauchte den'Mund zu ettvas anderem als zum Sprechen. Nur ihre kleinen blauen, im Fett der Wangen verschwimmen- den Augen warsen der andern einen fragenden Blick zu. „Dollar waren drin, richtige amerikanische Dollar. Und nicht etwa zehn, oder zwanzig, oder fünfzig, nein, hundert Dollar. Ein Vermögen, ein großes Vermögen. Der Franz ist ganz blaß geworden.„Mitzi," hat er gesagt,„jetzt sind wir reiche Leute, jetzt ist's aus mit dem Elend. Hundert Dollart Weißt du auch, was das bedeutet? Das ist so viel, wie wenn man früher ein richtiger Millionär Ivar." Dann hat er nach der Zeitung gegriffen, um zu sehen, wie der Dollar steht. Und wir haben Pläne gemacht, ivas alles wir mit dem vielen, vielen Geld tun können. An dem Tag ist der Franz um ein Haar zu spät ins Büro gekommen. Ich hab ihn fortjagen nnisscn, aber er hat gelacht und gesagt:„WaS, ein Millionär wird doch noch fünf Minuten zuspät kommen dürfen k" Die Ostertage konnten wir daS Geld nicht wechseln, und der Franz Ivar ganz unglücklich, weil er in keiner Zeitung Nachsehen konnte, wie der Dollar steht. Am Dienstag nach Ostern hat er gemeint:„Weißt du was, Mihi, wir wechseln das Geld noch nicht. Ein Kollege hat mir gesagt, daß es»och steigen tvird." Er wollte daS Geld nicht in die Bank tragen nnd wollte«S auch nicht bei mir zuhause lassen. Er Ivar rein verliebt in den Schein. Holte ihn immer wieder auö der Brieftasche, schaute ihn an, streichelte ihn. Früher hatte er mich immer gern angesehen, jetzt sah er nur noch die Hundertdollarnote an, als ob sie seine Frau Iväce und nicht ich. Er wurde innncr großartiger, mein Gott, er Ivar ja ein reicher Mann, wenn auch niemand in der Nachbarschaft es wissen durfte. Er schärfte mir ein:„Daß du ja niemand ettvaS erzählst. Du weißt doch, wie die Leute sind. Sie könnten uns überfallen, das Geld rauben." Dabei hatten wir lauter brave, gute Nachbarn, mit denen der Franz sich früher so gut vertragen hatte. Die Inflation wurde immer ärger nnd wir wurden, von den hundert Dollar abgesehen, immer ärmer. Bisweilen langte es nicht mehr zum bescheidensten Nachtniahl. Aber der Franz wollte seine Dollar nicht wechseln.„Wenn wir jetzt sparen, werden wir später für immer auSgcsorgt haben." Und er zankte mit mir, ich sei verschwenderisch, und dabei, lveiß Gott, hab ich mehr als 22 Ui im wir zu folgenden Von da an ist es immer ärger geworden. Die halbe Nacht hat er mir erzählt, was er mir seinem Geld anfangen wird: ein Schloß wird er sich kaufen und ein Auto und Dienstboten halten, und ein feiner Herr wird er sein. Mer dann, das kann er mir heute schon sagen, läßt er sich von mir scheiden, weil ich in kein Schloß und in kein Auto passe. Ich hab ganz leise vor mich hingewcint,— ein Schloß und ein Auto und Dienstboten, und dabei haben wir überall Schulden nnd eS langt nicht mehr fürs Nötigste. Ich muß meine Kleider fticken, bis vom Kleid nichts mehr da ist, und die Schuhe darf ich mir auch nicht mehr sohlen lassen. Und von dem Essen, das ich lochen darf, werden keine zwei Spatzen satt. So ist die Zeit vergangen. Ich weiß heute noch nickt, wie tvir sie überstanden haben. Der Franz hat auögcschen Ivie eine Latte, ganz grau im Gesicht, und an mir sind die Röcke nur so geschlottert, und wenn ich auf die Straße gegangen bin, hat mich der Schwindel gepackt. Aber die Dollar hat der Frmiz noch immer nicht geivechselt. Und dann haben die Herren von der Regierung irgendetwas getan, tvas, weiß ich nicht, jedenfalls ist der Dollar gefallen. Zuerst ganz langsam, dann immer schneller. Und alle Leute waren froh, weil sie geglaubt haben, daß es jetzt wieder besser wird. Alle, nur mein Franz nicht. Zuerst hat er gelacht und höhnisch gesagt:„DaS sind ja nur Börsenmanöver." Er hat eine Menge so komischer Ausdrücke gelernt, und in der Zeittmg hat er immer nur die Seite gelesen, wo von Geld und Aktien die Rede ist.„Gemeine Börsenmanövcr, um den Dummen Angst zu machen. Aber ich kenn mich aus, ich laß mich nicht cinschüchtern. Ich geb meine Dollar nicht auö der Hand." Das ist ein paar Monate so gegangen; dann hat er einsehen müssen, daß der Dollar nicht wieder steigen wird. Er war wie verrückt. Hat lange Briefe geschrieben, an unsere Regierung und an den amerikanischen Präsidenten, tvas das für eine Gemeinheit ist, arme Menschen so zu betrügen, und daß das anders tvcrdcn muß. Und dann hat er gewartet und gewartet, daß ihm di: Herren antworten. Wenn er heimgekommen ist, war seine erste Frage:„Ist kein Brief vom Finanzministerium da? Oder auö Amerika vom Präsidenten?" Und wenn ich ihm nur die Rechnungen zeigen konnte, hat er mich geschlagen und gesagt, ich bin seine Feindin und vernichte die Briefe, damit er kein Schloß kaufen kann und kein Auto, weil er sich dann von mir scheiden läßt. Damals Ivar ick am ganzen Körper grün und blau, und wenn er besonders wild geworden ist, hat er mich gewürgt, daß ich geglaubt habe, ich muß sterben. Nattirlich haben die Nachbarn ivaS gemerkt, wenn ich auch nie ein Wort sagte, weil ich mich geschämt habe. Eines Tages ist er dann in eine Bank gegangen, um zu fragen, was seine hundert Dollar wirklich wert sind; denn den Zeitungen und den Leuten, die eS ihm gesagt haben, hat er ja nicht geglaubt. Und wie der Herr in der Bank cö ihm gesagt hat... Mein Gott, ich kann jetzt noch nicht daran denken, da hat er ein Messer aus der Tasche gerißen und ist auf den Herrn loögesttirzt und hat geschrien:„Betrüger! Gauner!" Dann haben sie ihn nach Steinhof gebracht. Mitsamt den hundert Dollar, die er nickt hcrgebcn wollte. Und ich bin als Bedienerin gegangen, um nicht verhungern zu miiffen. Von Zeit zu Zeit hab ich ihn besucht. Er war ganz ruhig, ist da- gesessen und hat mit dem Dollarschein gespielt und gefügt:„Nächste Woche fängt der Dollar wieder zu steigen an, und dann steigt er und steigt er, und ich werde Millionär und lauf mir ein Schloß und ein Auto." Er hat mich nicht erkannt und hat ganz herablassend gefragt:„Was wollen Sie, gute Frau? Bestimmt eine Stelle. Warten Sie noch eine Weile, dann können Sie bei mir Küchenmädchen werden." Die magere Frau verstummte, holte ihr Taschentuch hervor und wischte sich die Augen. „Ja, nnd vor einem halben Jahr ist er gestorben. Ich hab die hundert Dollar geerbt, aber ich kann Ihnen sagen, es hat mich vor dem Geld gegraut." Die Dicke nickte abermals und griff nach einer zweiten Semmel. Hinter den beiden Frauen rauschte leise die Linde, und die weißen Sterne des Jasmins dufteten süß und schwer. Hoch oben am Himmel tanii verschwand eS in Ibn» rötlichen Wolken des Sonnenuntergangs, und jtiese Stille senkte sich über den Pack. Die Zentralsozialversicherungsanstalt bringt in dem kürzlich erschienenen Heft ihrer„Mitteilungen" eine Uebcrsicht über die Zahl der beschäftigten Arbeiter und ihre Einreihung in die gesetzlichen zehn Lohn« klassen fiir die Monate November und Dezember 1988. Zieht man zum Vergleich noch die vorher veröffentlichten Daten für Oktober heran, so erhält man ein Bild vom Saisonrückgang im letzten Vierteljahr. Durch Gegenüberstellung der korrespondierenden Daten des Jahres 1982 werden die Einflüsse jkonjunktur deutlich. ES waren überhaupt beschäftigte Personen: 1982 1988 in% v. 1982 94.1 98.7 92.9 wund gelaufen, wenn ick gehört hab, daß man irgendwo am andern Ende der Stadt etwas bil liger einlaufcn kann. Aber der Franz war nie zu frieden.„Wir brauchen doch nicht so viel zu essen". hat er ost gesagt nnd mick dabei böse angcschaut. „Ich weiß nickt, du ißt Ivie ei» Drescher. Ißt un arm. Nimm dir ein Beispiel an mir." Er hat auch wirklich fast nichts gegessen, keine Zchnerjause, I kein Mittagsmahl, nur abends das bißchen, Wa ich auf den Tisch stellen durfte, llnd wenn jetzt Freunde gckominen sind, die noch schlechter dran waren als wir, hat der Franz gesagt:„Versteck doch daS Brot. Diese Tagediebe bringen uns an den Bettelstab." Er hat auch nicht- mehr ver schenkt. Und wie ich einmal dem Mäderl der Nach barin einen alten Unterrock gegeben hab, damit die Mutter ihm daraus ein Kleid näht, hat er mit mir geschimpft, daß die Wände nur so gedröhnt haben und da- ganze HauS zusammengclaufe» ist. Die Leute waren daS nicht gewohnt, bei uns hatte es früher nie Streit gegeben. Aber eS blieb nicht beim Streiten. Einmal, ich war gemdc sehr müde und auch ein bißchen schlvach von dem weni gen Essen, ist mir das Tablett aus der Hand ge fallen. und zwei Suppenteller sind zerbrochen. Der Franz hat sich Ivie verrückt gebärdet.„Zwei Siwpcntcller", hat er gebrüllt,„ja glaubst du denn, du dumme kdanü, daß wir das Geld zum Fenster hinauswerfen können?" Da ist mir doch die Geduld gerissen.„Was schreist du so, Franz, wegen der armseligen Sup penteller. Wir haben doch Geld, sind doch reich. Wenn du die Dollar wechseln wolltest..." Er hat mich angesehen, al- wollte ich ihn er morden.«Freilich, das könnt dir so Passen. Ich soll meine Dollar wechseln, damit du ein gute- Leben hast. Soll sie morgen wechseln, und in einer Woche sind sic vielleicht das Fünffache wert. Meine Dollar! Wie kommst du dazu, iiber mein Geld zu verfügen? Hast vielleicht so viel in die Ehe mitgebracht, wie?" Das Ivar das erste Rial, daß er mich an meine Armut erinnert hat, denn ich war wirklich ein armes Mädel, hatte nur eine ganz kleine Aus steuer und einen Teppich von den Großeltern, llnd er hatte eine gute Stelle und hätte bestimmt ein reicheres nnd schöneres Mädchen bekommen. Aber damals hat er mich so lieb gehabt, daß er nicht nach Geld gefragt hat. Jetzt jedoch ist eö ihm plötzlich eingefallen.«Ja, wie eine Bettlerin bist du dahergekomme». Und ich Narr hab dich gehei ratet. Wenn ich damals gewußt hätte, daß ich einmal ein schlvcrreicher Mann sein werde... Ich sage dir, Marie(jetzt nannte er mich fast nie mehr Mitzi). wenn der Dollar so weiter steigt,!ratterte ein Flugzeug. .......„ könnt ich mit meinem Geld eine Baronin hei-den rötlichen Wolken de gespart wie keine andere Frau, hab mir die Füße| raten." 1988 1982 1983 in % v. 1982 Oktober 199.9 199.9 89.4 November 94.8 95.9 89.2 Dezember 83.2 88.6 89.9 1983 1932 1933 in% v. 1982 Oktober 199.9 199.9 94.9 November 99.1 88.8 95.2 Dezember 98.3 95.5 95.8 1988 1932 Okbober 28.2 81.9 November 27.6 39.9 Dezember 26.9 28.6 Erste ü „Sozialdemokrat" Freitag, 30. März 1934 Jtr. 78 PRAGER ZEITUNG l Zemskä banka 20,807.875 52,516.702 4,184.084 128,182.333 in Zusammen 16.207,510.716 Zusammen 16.207,510.716 Gewinn- und Verwsttonlo zürn 31. Dezenrver 1933 Zusammen 284,515.808 Bezirgöbedinguugen: Bei Zustellung tuS HmiS oder bei Bezug durch die Post monatlich KL 16. vierteliäliria Kö 48 188.604 5,000.000 1,441.000 Einnahmen: Zinsen Provisionen und Courtage Reglebeiträge Kursdifferenz bei Schuldscheinen eigener Emission Ertrag der Realitäten Diverse Erträgnisse I SluSgaben: Zinsen Provisionen und Courtage Steuern, Gebühren und Beiträge Ncgicauölagen Abschreibung von Realitäten Abschreibung vom Inventare KurSverlust an Wertpapieren der Filiale in Bratislava Zuteilung dem allgemeinen PensioiiSfondS Ucberschust | I 100,842.608 12,606.881 1.784.866.800 80,208.800 111,014.200 2,408.087 44,615.024 1,441.000 0.768.268.002 328,175.852 4,818.312 14,010.706 Aktiva: a) Barbestände in tschechoslowakischer Währung v) Valuten und Münzen Guthaben bei Bankanstalten Wechsel und kaufmännische Anweisungen Wertpapiere Wertpapiere dcS allgemeinen Reservefonds Realitäten dcS allgemeinen Reservefonds Wertpapiere des Spezialreservefonds der Filiale in Bratislava Wertpapiere deS allgemeinen und speziellen Pensionsfonds Wertpapiere des Kurhauses der Zemskä banka in Karlsbad Vorschüsse und Kredite in lausender Rechnung Sichergestellte Kredite Komunmaldarlehcn Meliorationsdarlehen Eiscubahndarlehcn Realitäten Inventar Rückstände auS Darlehen und Kredite IlebcrgangSposten Effekten der bankmästigen Depositen Effekten der gerichtSmästigen Depositen 500.000 13,370,800 Kd 50,000.000 «ttunz-Konto zürn 31. Dezernver 1933: OSTERFERIEN In herrl. Waotrtal-Sonno, Vollpension ab Kfi40‘- m. Bildern Im Hause. Informationen: Badcdlroktlon, Fistyan. Ke 268,246.346 4,582.801 0,527.871 830.375 877.586 441.820 Zusammen 284,515.898 Ein bedeutsamer Artikel der„Pkitomnost" Allgemeiner und spezieller Pensionsfonds Einlagen auf Einlagsbüchel Einlagen gegen Kassascheine a) Einlagen im Kontokorrente b) Vorübergehendes Guthaben der Kreditoren Girokonti Einlagen aus Darlehensgeschäften Kommunalschuldscheine Meliorationsscheine Eisenbahnschuldscheine Verloste Schuldscheine und fällige JinSscheine llcbergangS-Postcn Ucberschust Vankmästige Depositen Gerichtsmästige Depositen Passiva: AetriebSgnmdfondS Allgemeiner Reservefonds Spczialreservefonds der Filiale Bratislava Reservefonds vom Jahre 1026 Reservefonds für Kursverluste an Wertpapieren eigener Emission Austerordentliche Reserven Vorstellungen der Reinhardt-Tournee. Samstag, 7Vs Uhr:„Maria Stuart". Ostersonntag. 8 Uhr:„SechsPersonen sucheneinen Auto r". Am ersten Abend spielen die Hauptrollen: KL 246,207.250 420.224 2,698.877 27,720.508 484.880 381.006 Helene Thimig(Elisabeth); Eleouora Mendelssohn (Maria Stuart); Rudolf Forster(Leicester); Da- uegger(Shrewsbury); Hübner(Burleigh); Balberg(Kent); Horner(Davison); Tenbler(Pauket); Herbert Burghof(Mortimer). Regie: Max Reinbar d t, der der Vorstellung persönlich beiwohnt. Das Ensemble bringt seine Originaldekorationen von Oskar Strnad entworfen, mit. Kostüme Ladislaus Czettel. In PirandeNoS„Sechs Personen" spielen die Damen: Mendelssohn, Luise Rainer und Frieda Richard; die Herren: Hübner, Berghoff, Thimig. TcliuS, Danegger, Balberg die Hauptrollen. Rcgic: Max Reinhardt. Sitzplätze von KL 13.— an. Wochenspiclplan des Neuen Deutschen Theaters. Freitag: Geschlossen!— Samötag, den 31. März, halb acht Uhr:„M a r i a Stuart" (Neiuhardt-Touruöe). Sonntag, den 1. April, 2% Uhr:„Boris Goduno w", Preise KL 6.—, 12.— und 18.—. 8 Uhr:„Sechs Personen suchen einen Auto r"(Reinhardt-Tournee). Montag, 2. April, 8 Uhr:„Turairdo t",. Preise KL 6.—, 12.— und 18.—. IVs Uhr:„Die Gefangene"