Nr. 93. Abonnements Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährt. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntags: Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft- BettungsPreislifte für 1899 unter Br. 7820. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 16. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonelzetle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen, sowie Arbeitsmarkt 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 uht nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Hmt 1, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ein Brief über Samoa. Die winzige Infelgruppe in der Südsee, welche Samoa genannt wird, mit einer Bevölkerung nicht größer als die eines der Kleineren Reichstags- Wahlkreise, spielt in der modernen deutschen Politik eine Hochbedeutende Rolle. Sie ist das Versuchsfeld für unsere leitenden Politiker geworden, hat in fast klassischer Weise deren Politik ad absurdum geführt und uns eine Lehre gegeben, die, wenn wir Staatsmänner befäßen, die sie verstanden und befolgt hätten, für unsere ganze Entwickelung von außerordentlichem Vorteil gewesen wäre trotzdem sie so teuer erkauft worden. Freitag, den 21. April 1899. um das Expedition: SW. 19, Bruth- Straße 3. " 1 Die überwiegende Majorität der Samoaner liegen. Die Ausführungen dieser Zuschrift finden, so bemerke ist für Mataafa; aber weil er von den Deutschen auf der das Blatt, eine gewisse Bestätigung durch die inzwischen erfolgte Insel unterstützt wird, und weil er Katholik ist, gelang es der Feststellung, daß in der That dem Staatsministerium ein Entwurf Londoner Missionsgesellschaft und ihrem Werkzeug, dem Mr. Chambers, über die Bildung einer Provinz Berlin vorliegt. Jedenfalls lassen englische und amerikanische Offiziere dazu zu bringen, daß sie die jetzt verschiedentlich gegebenen Erläuterungen trotz aller Bedie Küste in der Nähe von Apia bombardierten, schönigungen bereits unzweideutig erkennen, daß in der That die Volk einzuschüchtern und zur Einsetzung des Schützlings der Eng- Absicht dahin geht, die Selbstverwaltung in wesentlichen Punkten länder zu zwingen- ant Stelle des rechtmäßigen Königs, der einzuengen und ihr eine Reihe von Aufgaben zu entziehen." sowohl das Bolt wie auch die ganze deutsche Gemeinde für sich hat. Wie die„ Volkszeitung" hört, will die neue Fraktion det Der Zwed meines Schreibens ist, Sie zu warnen, daß Sie nicht Linken die Oberbürgermeister Frage in der Stadtverordnetendas tadelnswerte Verhalten von einer oder zwei Personen, die im Versammlung nochmals zur Sprache bringen. Ein liberaler Auf dieser Inselgruppe follte die Kolonial- und Weltpolitik Bis- Namen der großen Republik ungefeßlich handeln, dem amerikanischen Bezirksverein hat beschlossen, die freisinnige Volkspartei zu mards eingeweiht werden, als dieser zu Anfang der 80er Jahre Volt zur Last legen. Sie können sich darauf verlassen, daß die ersuchen, im Landtag über die Berliner Frage" zu einsah, daß er mit seiner inneren Politik auf den Sand Vereinigten Staaten alles gerecht und ehrenhaft regeln werden, geraten war. Hier sollte unter naiver, fast unbegreiflich so bald sie sich des Ursprungs der letzten Unruhen bewußt werden. interpellieren. Das hätte in der That längst geschehen sollen; naiver Verkennung der weltpolitischen Interessen und Macht- Sicherlich wird die Erkenntnis der Wahrheit die Handlungs- denn darüber kann fein Zweifel sein, daß der gegenwärtige verhältnisse, mit Gründung eines deutschen Kolonialreichs begonnen weise Ihrer Landsleute auf Samoa rechtfertigen und dann wird ein Zustand einen Sonflitt schärfster Art bedeutet, nur daß werden, das durch schimmernde Nebelgebilde die Aufmerksamkeit des Umschwung in den Gefühlen des Volts der Bereinigten Staaten zu die Liberalen von heute nicht den Konfliktsmut haben, den sie deutschen Volkes von dem politischen Glend und der politischen Knecht- Gunsten Ihres Landes eintreten, sobald man entdeckt, daß die in den sechziger Jahren besessen. Die Nichtbestätigung des schaft im Innren ablenken und das Befreiungswerk der Social- englische Intrigue, welche voriges Jahr Verbitterung zwischen Oberbürgermeisters ist, wenn auch nicht formal die Verdemokratie hindern sollte. Hier vermischte sich die Bismarcksche Amerika und Deutschland hervorzurufen suchte, auch in den Ünruhen fassung enthält an diesem Punkte eine Lücke, so doch dem Politit, in Nachahmung der schlechtesten Beispiele des zweiten frau- auf Samoa dasselbe perfide Spiel getrieben hat. zöfifchen Kaiserreichs, mit zweifelhaften Geldspekulationen- Es ist die Politik derjenigen, die Irland regieren und zu Grunde Geiste nach verfassungswidrig. Die Liberalen sind heute sehr Godefroysche Papiere dienten zu ähnlichen zu ähnlichen Manipulationen, richten. Sie wollen böses Blut zwischen allen anderen Nationen geneigt, die Politik des gleichgültigen Gehenlassens von dem ivie beim französischmerikanischen Krieg( der einem erregen, damit sie von der Eifersucht Vorteil haben. Sie wollen, wirtschaftlichen Gebiet auch auf das Verfassungsleben zu romantischen Habsburger das Leben kostete) die Papiere daß die Amerikaner jetzt gegen die Deutschen unfreundlich sind, gerade übertragen. Weil sie keine Energie haben, den Sumpf unserer Lumpacius Jecker. Der unvermeidliche Kladderadatsch kam. Die wie sie die Amerikaner vergangenes Jahr glauben machen wollten, heutigen Politik trocken zu legen, so steigt das Grundwasser Amerikaner waren der Sache satt geworden, und eines schönen Deutschland helfe dent Spaniern. Sie wollen zwischen Frankreich in dem eigenen Hause des Liberalismus immer höher, bis Tages, am 28. Dezember des Jahres 1888 die Herrlichkeit hatte und Deutschland schlechte Beziehungen erhalten und Deutschland gegen das Gebäude eines Tages als unbewohnbar wird polizeilich gerade 9 Jahre gebauert erfolgte die Katastrophe: eine blutige Rußland in China hetzen und die Wiederherstellung des guten Ein- geräumt werden müssen, und die Selbstverwaltung durch die Niederlage, unseren Blaujaden beigebracht durch die Insel vernehmens zwischen Italien und der französischen Republik verhindern; Diktatur der Polizeibureaukratie abgelöst wird. bewohner unter Anführung des Amerikaners Klein. Ein und während fie die ganze Zeit bemüht sind, zwischen ihren NachbarAmerikaner mit deutschem Namen! Es ist eigentümlich, und staaten Streit zu entfachen, thun sie der Welt gegenüber, als träten fürwahr nicht bloßer Zufall, daß in dieser samoanischen Tragikomödie sie für Frieden und Eintracht unter den Menschen ein. Amerifaner mit deutschem Namen uns so verhängnißvoll find. Vor Zum Glück wird Heuchelei erkannt, ebensowohl in Amerika wie diesem Klein, schon im Jahre 1873, hatte ein Amerikaner mit dem in Europa, und wenn die Nationen, die England um seiner eigenen deutschen Namen Gerstenberger die Jufelgruppe für Amerika, selbstsüchtigen Zwecke willen zu verheßen sucht, entdecken, wer der nicht für Deutschland, zu erobern versucht, und jetzt in der neuesten allgemeine Unheil- Stifter ist, dann wird die Aussicht auf einen wirt Krise, vor einigen Wochen, war es abermals ein Amerikaner mit lichen, dauernden Frieden unter den Völkern der civilisierten Welt deutschem Namen, und gewiß auch mit deutschem Blut, nicht mehr weit entfernt fein." Admiral Kautz, der mit unseren schneidigen" Konsuln So weit Michael Davitt, der als Jrländer England entschieden und Brokonsuln so übel umgesprungen ist. Wir empfehlen nicht gerecht ist. Was aber seine Bermutung angeht, daß die diese drei Amerikaner mit den deutschen Namen diese englischen Missionare wesentlich die Schuld an den Samoanischen drei Deutsch amerikaner dem Studium unserer Aldeutschen Wirren tragen, so entbehrt sie zweifellos nicht der Begründung. Die und Weltpolitiker, welche die Deutschen im Ausland ohne weiteres Missionare und die Konsuln das sind die Urheber fast aller strakehle des heiligen Manchestertums, der Fortschrittler Lenzmann. Nach dem Prediger der christlichen Liebe der Prediger als Bausteine für ihr luftiges Zukunfts- Welt- Deutschland in Beschlag und Kämpfe in den Kolonialgebieten. nehmen. Jedenfalls können wir Deutsche uns freuen, daß das Samoa- Gegen Ausbeutung hat er nichts einzuwenden, desto mehr Die Katastrophe des 28. Dezember 1888 zerstörte die welt- nische Intermezzo vorläufig erledigt ist. Es gilt mun, dafür zu gegen die Polizeimaßregeln, durch die der Ausbeutung und politischen Luftschlösser Bismards und führte zur Teilung der sorgen, daß der Skandal sich nicht wiederhole. Und beherzigen sonstigen Uebelständen gesteuert werden soll. Das Wort Oberherrschaft"( des Dominiums) über die Inselgruppe zwischen wir die Lehre, welche wir empfangen. Fest steht: wenn Fürst Polizei hat allerdings einen sehr üblen Klang in Deutschland Deutschland, England und den Vereinigten Staaten ein unnatür Bismarck nicht die Samoa- Inseln zum Versuchsfeld seiner Kolonial- und mit Grund aber doch bloß infolge des verderbliches und unsinniges Verhältnis, das eine Quelle fortdauernder politik gemacht hätte, wären die Samoa Inseln heute in Wirklichen Mißbrauchs, der mit dem, an sich durchaus notReibungen werden mußte und geworden ist. Aus ihm heraus- liteit eine deutsche Kolonie. Aber der Chauvinismus, wendigen Institut der Polizei, zu politischen Reaktionszwecken zukommen, mit halbwegs gutem Anstand, ist jetzt Aufgabe und die Kolonialpolitik und die Weltpolitik haben alles verdorben. Pflicht der deutschen Bolitiker. -O Politische Uebersicht. Berlin, den 20. April. " Von dem jüngsten Samoa- Standal denn es war ein Standal, nicht eine Krise. reden wir nicht. Das einzige Ernsthafte an der Sache war die Samoa hat unserer Jingoes, die noch weit toller und vor allem viel dummer sind, als die englischen und amerikanischen. Ein Krieg war von vornherein ausgeschloffen. Er Die Verstaatlichung Berlins. hätte zur See geführt werden müssen und an einen Seekrieg des Deutschen Reiches mit seiner in den ersten Anfängen befindlichen Während die Frankfurter Zeitung" die NachFlotte gegen die zwei größten Seemächte der Welt hätte richt von der Spreepräfettur zuerst als Aprilscherz behandelt wur ein Berrüdter, der reif fürs Irrenhaus, denken können. hatte, wird ihr jetzt von sachkundiger Seite geschrieben: Allein die Gefahr einer Katastrophe für unsere deutschen Landsleute in Samoa war vorhanden, wenn unseren Heppatrioten nicht der Mund gestopft wurde, und außerdem die größere Gefahr eines Bollkrieges mit Amerika und eines abermaligen Flotten Attentats auf unseren Geldbeutel, was das offenbare Doppelziel der patriotischen Spektakulanten und Spekulanten gewesen ist. Nun, die Herren haben sich am vorigen Freitag eine gründliche Abfuhr und Blamage geholt; und mit der Haz ist auch die Gefahr vorüber. Es herrscht Ruhe über den Wassern, und in Washington und London denkt man ebensowenig wie in Berlin daran, sich durch den furor consularis, zu deutsch: den Kolonialtoller, einiger vom Größenwahn befallenen Subalternen in internationale Konflikte bringen zu lassen. D Ein Brief, den anläßlich der Freitags Debatte das englische Barlamentsmitglied Michael Davitt, der berühmte irische Patriot( Patriot ohne Gänsefüßchen), der viele Jahre im Kerter verlebt hat und nur einer Amnestie seine Befreiung aus lebenslänglicher Zuchthausstrafe( hard labour) verdankt, an Liebknecht gerichtet hat, wirft einiges Licht auf die Lage in Samoa und auf den Ursprung des legten Strafehls. Es heißt in dem Brief: Für die Samoa- Frage habe ich ein lebhaftes Intereffe, weil ich diese liebliche Insel, von der Apia die Hauptstadt ist, einmal befuchte, und die liebenswürdige Aufnahme, die ich während meines furzen Aufenthaltes bei einigen Ihrer Landsleute fand, in lebhafter Erinnerung habe. Die gegenwärtig auf der Insel erwachsenen Schwierigkeiten find wesentlich das Wert einer Körperschaft, die bekannt ist unter dem Namen„ Londoner Missions- Gesellschaft", und die versucht, die Macht Englands in Samoa vorherrschend zu machen. Diefe Organisation hat hat eine fanatische Unterſtügung ge funden in einem gewissen Mr. Chambers, der dort als Oberrichter thätig ist. Er ist nominell Amerikaner, in Wahrheit aber ein Engländer, wie sein ganzes Verhalten bei den letzten Wirren zeigt. Er hat die Unruhen, welche die Londoner Gesellschaft hervorrief, dazu benußt, den Plan der englisch- amerikanischen Alliance zu fördern. Und um das zu stande zu bringen, hat er die unverantwortlichsten Angriffe auf die deutschen Beamten in Apia gemacht. Ihnen hat er fälschlich die Verantwortlichfeit für Un= ruhen aufgewälzt, welche ihm selbst und seinen Missions Verbündeten zufällt, und dies alles nur, um böses Blut zwischen den Amerikanern und Deutschen zu erregen im Interesse der schuldigen Intriguanten, welche die ganzen Unruhen angestiftet haben, Das socialpolitische Flickwerk. Der Reichstag fette heute die Beratung der GewerbeOrdnungs- Novelle fort. Alle Richtungen, die auf socialpolitischem Gebiet in Deutschland bestehen, kamen vollauf zum Wort. In Hitze die katholische Socialreform, die einen solchen Ueberfluß an Liebe hat, daß der Haß gegen die abscheulichen Mißstände der kapitalistischen Produktion weggeschwemmt wird. Herr Hike hatte Kußhändchen für alle Parteien und natürlich auch für die Regierung. P getrieben wird. Die Verhinderung von socialen Uebelſtänden und Ungerechtigkeiten ist kein Eingriff in die persönliche Freiheit, wie die Manchesterleute behaupten. Freilich, insofern hat Lenzmann recht: in die Gewerbefreiheit wird ein Loch nach dem andern gebohrt, und auch diese Gesezesnovelle bezweckt die Bohrung einiger neuer Löcher. Eine sehr gute Rede hielt wieder der, wilde" Abgeordnete Röside. Er unterwarf die Regierungsvorschläge einer ziemlich unbarmherzigen Stritik, was nicht ohne ein paar Wenn man diese Meldung von vornherein als nicht ernstlich scharfe Seitenhiebe auf König Stumm", den Selbstherrscher In Betracht kommend ausehen wollte, so thäte man Unrecht. Daß von Saarabien, abging. Mit großem Nachdruck trat Rösicke für man im Ministerium eine Beschräutung der Berliner Selbst die Anstellung von weiblichen Fabrikinspektoren verwaltung und zwar eine sehr weitgehende Beschränkung. ein, wofür in dem Konfektionsgeschäft die beste Gelegenheit etwa nach Pariser Muster, schon wiederholt in Erwägung sei. Nachdem noch Heyl, der nationalliberale Industriegezogen hat, ist sicher. Das Vorhandensein solcher Pläne magnat, für seinen Antrag zur Regelung der Hausarbeit geist mit ein Erklärungsgrund dafür, daß alle noch so versprochen, und der Antisemit Ra a b für die Regierungslockenden Aussichten, ein Groß Berlin" bilden zu können, vom " D Berliner Magistrat immer wieder und wieder abgelehnt wurden. borlage einige recht schwache Lanzen gebrochen hatte, ergriff Die Gefahr, daß die Regierung den Anlaß benugen würde, hier unserseits Bebel das Wort, und ging mit der Regierungsbesondere gesetzliche Bestimmungen zu schaffen und dabei an Stelle borlage sehr streng ins Gericht. Er zeigte, wie da jeder staatsdes angeblich zu engen Rahmens der Städte- Ordnung den noch männische Gedanke fehle, kein höherer Gesichtspunkt, kein engeren Rahmen einer alles erbrüdenden Bureau Zusammenfassen verzetteltes Experimentieren, willkürliches tratie au fezen, wird seit Jahren bereits so ernst genommen, Hereinziehen und Auslassen von Betrieben.- Kein System, keine daß man lieber alle Eingemeindungspläne fallen läßt, als daß Methode: planloses Durcheinanderwerfen der verschiedenartigsten man mit ihnen eine Handhabe zu gefeggeberischen Eingriffen Materien. Kurz, Flick- und Stückarbeit der schlimmsten Sorte. geben wollte. Nur die Meldung, daß eine derartige Vor- Bebel wies das an den einzelnen Paragraphen aufs eingehendste lage schon für den gegenwärtig versammelten Landtag in Aussicht stehe, ist wohl nicht wahrscheinlich, weil einstweilen und packendste nach, und stellte der Regierungsvorlage den im Staatsministerium noch verschiedene Rich früheren Socialgesez- Entwurf der socialdemokratischen Fraktion tungen miteinander fämpfen. Der unlängst an gegenüber, dessen Annahme all den Uebelständen, welche die gekündigte Gesezentwurf, der die Berliner Vororte als einen Regierungsvorlage bekämpfen will, gesteuert hätte, und noch eigenen Regierungsbezirk umfassen will, läßt die Vororte als vieles mehr. selbständige Gemeinden bestehen, steht also dem Plane eines Spree- Nach kurzen Reden der Herren Posadowsky, departements mit Spreepräfetten fern. Aber der eben jezt bekannt Stumm und Bassermann eine Reihe persönlicher gewordene Gefeßentwurf über die Gerichtsorganisation von Berlin Bemerkungen, und in später Stunde es war 1/27 Uhr geund Umgegend jetzt sich über die Gemeindegrenzen mit worden wurde die Debatte geschlossen und die Gesezeseiner derartigen Ungeniertheit hinweg, daß " " man die gegenteilige Strömung deutlich vor sich vorlage einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. sieht. Die Berliner sollen außer bei dem Amtsgerichts Berlin Der Präsident erließ zum Schluß eine eindringliche AufMitte" noch bei 5 Amtsgerichten der Umgegend zu Gerichte forderung an die abwesenden Mitglieder des Hauses, gehen, die Charlottenburger außer bei dem eigenen Amtsgericht doch ja fünftig den Sigungen beizuwohnen, damit das Gespenst noch bei zwei anderen. Die Begründung nennt die kommunalen der Beschlußunfähigkeit gebannt werde, und beraumte, ohne Grenzen geradezu bedeutungslos". Nun ist daran ohne Zweifel wegen des Gespenstes" von seinem Kollegen Frege zur sehr vieles richtig. Aber wenn die auf ein Groß- Berlin" gerichtete Ordnung gerufen worden zu sein, die nächste Sigung auf Strömung mit selbstverwaltungsfeindlichen Plänen zusammen nächsten Dienstag an, der Schwerinstag sein soll. Tageshängt. und an diesem Zusammenhang ist nicht wohl zu zweifeln so handelt man nicht weise, Meldungen wie ordnung: Der antisemitische Antrag gegen das Schächten, die des Vorwärts" einfach abzuthun. Man wird vielmehr gut Antrag über Arbeiterkammern 2c. thun, schon bei diesem Gesezentwurf, der übrigens auch manche rein juristische Bedenken hervorruft, sich zu vergewissern, wie weit derartige Pläne in der Regierung gediehen sind. Denn Zwei italienische Schriftsteller, die sich seit etwa 3 Jahren daß eine Herabdrückung der Berliner Selbstver= waltung nur das Signal dazu sein würde, auch gegen in Berlin aufgehalten haben, erhielten von dem Berliner über den übrigen preußischen Städten die 3 gel Polizeipräsidium den Ausweisungsbefehl. Dieser straffer anzuziehen, das tann kaum einem Zweifel uiter- wurde damit begründet, daß sie sich an socialdemokratischen Ausweisungen aus Preußen. Bestrebungen beteiligt hätten. Die Ausgewiesenen müssen nach 14 Tagen das gasifreie Preißen verlassen haben. Wäre es richtig, daß die beiden Italiener sich an socialdemokratischen Bestrebungen in Berlin beteiligt hätten, so würde der Ausweisungsbefehl zwar keine neue Weisheit der Polizei vorstellen, wohl aber ebenso wie frühere Ausweisungen ausländischer Socialdemokraten beweisen, für wie leicht um stürzbar die fürsorgliche Behörde den Staat Preußen hält, so daß einige Ausländer, obwohl sie nicht das allermindeste Ungefehliche thaten, schleunigst über die Grenze gejagt werden müssen. Das genannte Blatt glaubt mun, daß, wenn der Eisenbahnminister Iteiten angethan haben, wie mir. Drchfus wird dank den Kleinbahnen den Nachlaß der halben Abfertigungs- der Bemühungen der tapferen Verteidiger zurückkehren, während ich gebühr in Aussicht stellen und damit den Gegnern der Kanal- verurteilt bleiben werde. Schließlich erzählt Frau Pays, wie borlage den Einwand nehmen würde, daß mit der Vorlage nur dem Esterhazy davon benachrichtigt wurde, daß er angezeigt werden Kohlenrevier billige Tarife verschafft würden, kein Abgeordneter eines sollte. Wahlkreises, der ein Kleinbahnues besitzt, den Mut haben würde, Hauptmann Lebrun- Renault erzählte die bereits bekannte gegen die Kanalvorlage zu stimmen. Geschichte von den angeblichen Geständnissen des Dreyfus und sagte weiter, er habe die Worte Dreyfus' nach der Degradierung mehreren aktiven Offizieren und Reserveoffizieren mitgeteilt. Es ist nicht unmöglich, daß sich die Regierung dazu bequemen wird, den Ostelbiern ein Kulturwerk mit einer neuen Liebesgabe abzukaufen, " = Hauptmann Guérin sagte aus, daß er die Erzählungen Lebrunt= Renault's über die Geständnisse des Dreyfus gehört habe. Wie's unter der lex Heinze werden wird. In der anderen militärischen Zeugen gaben an, daß sie von den Geständnissen des Dreyfus durch andere Ohrenzeugen unterrichtet worden seien. Doch in diesem Fall entbehrt die ängstliche Besorgniß der Rheinischen Zeitung" lesen wir: Eine Berliner Firma fündigt in den Blättern ihre Patent- General Darras, welcher die Truppen bei der Degradation Polizei überhaupt jeglicher Begründung. Wir hatten Gelegen Sprungfeder- Matraßen" an. Zur Verfinnbildlichung der Elafticität und tommandierte, machte keinerlei Aussagen von irgend welchem heit, die beiden jegt aasgewiesenen Herren kennen zu lernen. der Haltbarkeit des Artikels dient ein Bild, worauf man über der Interesse. Die Herren erteilten hier Sprachunterricht und schrieben Matrage ein Seiltänzerpaar sieht. Er, im Tricot, läßt sich von dem Der geheime Beschluß des Kaffationshofes. Verschiedenen Korrespondenzen über das Berliner Leben für italienische Seil auf die Matrage fallen und wieder in die Höhe schnellen; sie, Blättermeldungen zufolge haben die vereinigten Kammern des Zeitungen, u. a. auch für das Organ der italienischen Social- ebenfalls in Tricot, schreitet graziös auf dem Seil dahin und wird Kajsationshofes in geheimer Sigung einen Beschluß gefaßt, den demokratie, den„ Avanti"; diejenigen wenigen Korrespondenzen, vielleicht im nächsten Augenblick ebenfalls herniederfahren. Die Major Freystätter, jenen Richter des Dreyfus Prozesses, die politische Dinge behandelten, hielten sich durchaus im Dame ist, wie das bei Seiltänzerinnen selbstverständlich, oben und der dringend gehört zu werden verlangt, zu vernehmen, den Rahmen der objektiven Berichterstattung. Und völlig unten nur spärlich gefleidet, Und völlig uten nur spärlich gefleidet, man sieht die Beine in ganzer General Noget mit Bertulus zu konfrontieren und den unrichtig ist es, wenn die Polizei annimmt, die italienischen Busen. Das sind nun alles menschliche, recht menschliche Dinge, dem Dreyfus- Prozesse bis zu dem Augenblick, wo sich die Richter in Länge, die nadten Arme und schrecklich!- auch als und jetzigen Staatsrat und früheren Polizeipräfetten épine, welcher Herren hätten sich an socialdemokratischen Bestrebungen beteiligt, und das harmlose Bildchen findet sich denn auch in den Zeitungen das Beratungszimmer zurückzogen, beiwohnte, vorzuladen. was offenbar sich auf irgend welche Mitwirkung an deutschen aller Meinungen und Richtungen. Nur in der katholischen Köln. Durch diesen Beschluß würde die Urteilsfällung allerdings wieder socialdemokratischen Dingen beziehen soll. Boltszeitung", wo Herr Julius Bachem das redaktionelle Scepter etwas hinausgeschoben, aber die Bekundungen Fre ystätters, der Dies könnte auch die Polizei wissen. Wenn sie dennoch führt, finden wir das Bild verändert: An der Seiltänzerin ist die über das geheime Attenstück", das bei der Verurteilung des zur Ausweisung schritt, so zeigt das, wie mächtig die Reaktions- Taille züchtig bis unter den Hals hinaufgeschoben, und über die Dreyfus eine so große Rolle gespielt, aussagen will, sind doch so äußerst gelüfte angeschwollen sind, wie überaus eifervoll die Behörde Oberbeine fällt bis zu den Knien ein faltiges Gewand, einem Unter- wichtig für die weitere Entwickelung der Angelegenheit, daß die Verihren Windmühlenkampf gegen die Socialdemokratie führen will. rod vergleichbar. Echöner ist dadurch die Gestalt nicht geworden zögerung dafür wohl in Kauf zu nehmen ist. Von anderer Seite Oder wollte man in Preußen der befreundeten italienischen aber die Sittlichkeit ist gerettet, und J. P. Bachem hat das In- allerdings wird versichert, daß der Kaffationshof feinen Beschluß Regierung eine artige Aufmerksamkeit erweisen? Will man feratengeld. wegen vorzunehmender Konfrontationen getroffen habe; die Ent Italiener, die sich in Preußen politisch völlig ruhig berhielten, Sittlichkeit steht auch die„ Köln. Voltsztg." noch nicht. Ein Schlepp Ballot- Beaupré werde feinen Bericht erst am 29. d. M. fertigstellen, Nur bis zu den Knien auf der ganzen Höhe der Heinze- fcheidung solle vielmehr erst getroffen werden. Ebenso heißt es: in ihr Heimatland drängen, damit sie zur besonderen Freude fleid hätte das mindeste sein sollen. so daß der Spruch des Kassationshofes nicht vor Ende der ersten der italienischen Regierung die Reihen derer mehren, die dort Woche des Monats Mai werde erfolgen können. socialdemokratische Propaganda betreiben? Wie würde es Spanien. Preußen gefallen, wenn die italienische Regierung preußische Staatsangehörige, die sich in Italien aufhalten, ausweist, auf daß sie in Preußen sich eifrig in der Opposition gegen die Regierung bethätigen? " Der Kampf gegen die Feiertage. beabsichtigen an der Küste von Motril Waffen zu landen; infolgedessen wird die Küstengegend von zwei Kompagnien bewacht. Amerika. Eine Kolonne der Vom deutschen Reichskommissariat für die Weltausstellung 1900, das jest Deutschland auf der Pariser Weltansstellung. sein Bureau in dem Hause Nr. 88 Avenue des Champs- Elysées einrichtet, wird folgende Mitteilung verbreitet: Auf dem Terrain für Im Lager der Karliften herrscht, wie Imparcial" versichert, die Weltausstellung in Paris ist am 18. diefes Monats dem Reichs große Uneinigteit, indem nur ein fleiner Teil der Parteigänger ein tommiffar, Geh. Ober- Regierungsrat Dr. Richter, der Platz für das fofortiges Losschlagen begünstige. Die Mehrheit empfehle weiteres deutsche Repräsentationsgebäude seitens der Aus- Abwarten; auch seien die der Partei zur Verfügung gestellten Geldftellungsleitung offiziell übergeben worden und es wird nunmehr mittel sehr geringe. Aus Granada wird berichtet: Es verlautet, die Karlisten mit der Ausführung des Gebäudes, die der bekannten Firma Philipp Die Nordwestliche Gruppe des Vereins Solzmann 11. Sto. In Frankfurt a. M. übertragen worden ist, unu. in Deutscher Eisen- und Stahl- Industrieller" verzüglich begonnen werden, damit die rechtzeitige Fertigstellung in ( Düsseldorf) hat an den Minister des Innern eine jedem Falle gesichert ist. Uebrigens haben in diesen Tagen in Paris unter Denkschrift gerichtet, in welcher um die Bestimmung er- Leitung des Reichskommissars auch wichtige Konferenzen einer Auf den Philippinen beginnt es jetzt, den Amerikanern sehr fucht wird, daß an den in die Woche fallenden gesetzlichen größeren Bahl von Vertretern der an der Licht- und Kraftlieferung schlecht zu gehen. Schon vor einigen Tagen berichteten wir, daß Einzelfeiertagen der Betrieb nur 12 Stunden, für den öffentlichen Dienst der Ausstellung beteiligten deutschen die amerikanischen Eroberer eine Reihe von eingenommenen Städten also von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends zu ruhen habe. Glettricitats, Maschinen- und Reffelfirmen statt wieder haben aufgeben müssen. Nunmehr hat der Ausschuß Nach der Meinung der Betenten genüge schon die Sonntags- gefunden. Bei dieser Gelegenheit haben die betreffenden Ingenieure der Filipinos in Europa ein Telegramm aus Manila vom ruhe vollkommen, die in den in Betracht kommenden Werken der Ansicht, daß die französischerseits für die Maschinen-, Elektricitäts- Brigade des Generals Lawton aus 140 Offizieren und Mannschaften auch das Ausstellungsterrain besichtigt und sind übereinstimmend 14. 5. M. empfangen, welches besagt: meist so geregelt ist, daß der einzelne Arbeiter einen Sonntag 12, den und Kesselausstellung getroffenen Vorbereitungen in mustergültiger bestehend, wurde von eingeborenen Wegweisern irre geführt und andern 36 Stunden Ruhezeit hat, den Arbeiter vor förperlicher Weise ausgeführt worden sind. Ueberanstrengung zu schüßen und ihm die Ergeriet bei Binangonam, halbwegs zwischen der Laguna de Bay und Gegen die Verwendung von Konfirmanden im Land- Baler in einen Hinterhalt. Alle Amerikaner wurden gefangen gefüllung tirchlicher Pflichten zu ermöglichen. Die wirtschaftsbetriebe der Geistlichen hat das Konsistorium zu Königs- nommen. General Lawton zog sich auf die Nachricht hin auf Manila Industrie werde durch die vielen Feiertage geschädigt; diese berg i. Br. eine Verfügung erlassen, welche den Geistlichen fortan zurüd, unter der Angabe, er sei von General Otis zurüdSchädigung werde noch in erhöhtem Maße Plaz greifen, jede Benutzung der Konfirmanden, auch außerhalb der berufen. wenn die dem Landtage zugegangene Vorlage betreffs des Unterrichtsstunden, in ihrem persönlichen Intereffe ebenso Nun, eine gute Ausrede ist ja immer erlaubt, und vorläufig Starfreitags gesetzliche Kraft bekomme, und dann, so verbietet, wie dieses den Lehrern in betreff der Schüler verboten wird ja auch noch alles mögliche gethan, um die Philippiner unter drohen die Unternehmer, würde tein Wert sich ber ist. Die Ausbeutung der Schulkinder durch die Herren Seelsorger die Oberhoheit der Amerikaner zu zwingen. Man meldet: anlaßt sehen, an dem auf den Karfreitag folgenden schon das Konsistorium sich zum Einschreiten veranlaßt fühlte. muß doch einen recht großen Umfang angenommen haben, wenn Washington, 20. April. Bierzehntausend Mann Sonnabend arbeiten zu lassen. Dadurch würden mit reguläre Truppen werden, sobald die Transportschiffe bereit sind, den zwei Ostertagen vier Feiertage entstehen. Direkte Landtagswahlen. Die zweite Heffifche zur Verstärkung der Armee des Generals Otis nach Manila abgehen. Aber interessant ist doch, daß jezt schon allerlei amerikanische Welch ein Schaden wäre das für die Arbeiter. Die Rammer nahm nach dreitägiger Verhandlung in namentlicher Unternehmer als gute Christen und Patrioten tragen ihren Abstimmung mit allen gegen acht Stimmen den Antrag an, die Stimmen laut werden, die einen baldigen Abschluß des Krieges als Regierung zu ersuchen, bei den Landtagswahlen das dirette wünschenswerth bezeichnen. Anteil an dem Verlust natürlich gern aber die Arbeiter, 23 ahlrecht einzuführen. Ein an die Regierung gerichtetes Er- Washington, 19. April. Der deutsche und der amerikanische die armen Arbeiter. Die Eisen- und Stahlindustrie ist fuchen wegen Beseitigung der bestehenden Beschränkungen in betreff Kommissar für Samoa, Legationsrat Baron Speď v. Sternburg ,, nicht in der Lage", den Arbeitern die Lohnausfälle in der Steuerzahlung, sowie wegen Einführung von geschlossenen Brief- und Bartlett Tripp find heute abgereift. irgend einer Weise zu ersehen", und sie kann daher nicht decken bei der Wahl wurde ebenfalls angenommen. Ein Antrag des für die durch die Lohnausfälle etwa entstehende socialdemokratischen Abgeordneten David, die Wahlen am Sonntag Unzufriedenheit berantwortlich gemacht vorzunehmen, wurde abgelehnt. werden". Der Kanal. -Ausland. Die chinesische Krisis. Invalidenversicherungs- Kommission. 6. Sigung vom 20. April. Bei§ 22( 2ohntlassen) Die Besorgnis der Braven um das Wohl der Arbeiter liegen Anträge aller Parteien vor; der socialdemokratische ist in der That rührend, und die Fürsorge fällt umfomehr ins Antrag fordert: die Lohnklasse I umfaßt den Wochenverdienst bis Gewicht, als es sich nur um eine recht geringe Zahl Aus London wird telegraphiert: Bei dem heute stattgehabten 7., II 7-11 M., III 11-17 M., IV 17-24 m., V über 24 M. bon gesetzlichen Feiertagen handelt. Aber selbst Jahresessen der Londoner Handelskammer hielt der Herzog von Wenn neben dem Gehalt bezw. Lohn oder lediglich Naturalvergütung dieser geringe Lohnausfall soll die Arbeiter nach dem Willen Devonshire eine Rede, in der er ausführte, die englische Regierung sei gegeben wird, so ist der Wert derselben nach den am Orte festder Unternehmer nicht mehr treffen. Darum fort mit bestrebt, nach den Principien zu handeln, welche die Politit Englands gestellten Marktpreisen zu bemessen. In Fällen, wo der Wochenden überflüssigen Feiertagen, hinweg mit dem Meinung jezt auf Seite der Regierung sein würde bei irgend find Marken zu gebrauchen, welche diesem Betrag entsprechen. Dieser in China stets geleitet haben. Er zweifle fehr, ob die öffentliche verdienst niedriger ist als der sechsfache Betrag des ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tagearbeiter(§ 8 des Krankenkaſſengeſezes), Sak, die Religion muß dem Volte erhalten einem Abweichen von diesen Prinzipien, durch welches das werden", sobald das etwas tostet. Hereinbrechen der Krisis in China beschleunigt werden würde, Antrag wird gegen die Stimmen der Socialdemokraten a b= Der Krisis, welche weit entfernt, gelehnt, dagegen folgender Centrumsantrag gegeu aber auch Hinter Abunmittelbar bevorstehend sein könne, die zu berei konservative Stimmen angenommen: Hinsichtlich der fat 2 folgenden neuen Absatz einzufügen:" Sofern im vorDas Verhalten der Minister zu der Kanalvorlage war höchst schleunigen jedoch England kein Interesse habe. erstaunlich. Herr Miquel, der Oberherr im Staatsministerium, sprach noch nicht in Besitz genommenen Teile der Erde, erklärte der aus für Wochen, Monate, Vierteljahre oder" Jahre eine feste fo für die Regierungsvorlage, daß seine Worte den agrarischen Redner weiter, sei die Regierung bemüht, fich ihren vollen bare Vergütung vereinbart und diese höher ist als der nach so für die Regierungsvorlage, daß seine Worte den agrarischen Anteil zu sichern. Die Regierung sei bestrebt, die Bande enger zu ist diese Vergütung zu Grunde zu legen." Ein socialdemo Absatz 2 für den Versicherten maßgebende Durchschnittsbetrag, fo fonnte: Wenn ich den Herrn Finanzminister recht verstanden habe, knüpfen, welche die Kolonien mit England verbinden; zu dieſem fratischer Antrag zu Gunsten der Seeleute wird gegen die so hat er für die Vorlage gesprochen. Eine hochoffiziöse Erklärung Zwecke bemühe sie sich, das Heer und die Flotte fo start zu machen, Stimmen der Socialdemokraten, Raab( Antis.) und Stötzel( C.) der Nordb. Allg. 8tg." versucht den fatalen Eindruck der Miquel Teilen der Erde zu verteidigen. Es sei möglich, daß die Ansichten Gunsten der freien Hilfskaffen gegen die Stimmen der Sozialdemo daß England im stande ist, feine Kolonien und Befizungen in allen Reben abzuschwächen. Zwar mußte der Versuch, Miquels Worte Teilen der Erde zu verteidigen. Es sei möglich, daß die Ansichten abgelehnt, ein socialdemokratischer Antrag zu umzudeuten, mißlingen, aber für die weitere Behandlung der Kanal- einiger Gruppen des englischen Handelsstandes nicht auf seiten des fraten und der Antisemiten abgelehnt, der ganze§ 22 einfrage seitens der Regierung fündigt die„ Norddeutsche" an: Friedens ständen; dessen ungeachtet gehe die allgemeine Ueberstimmig angenommen. 8u§ 26( Berechnung der Invalidens Diejenigen, welche auf die Uneinigkeit im Staatsministerium eugung dahin, daß die Interessen des britischen Reiches in der spekulieren, werden fich durch den weiteren Gang der Verhand- Aufrechterhaltung des Friedens liegen. Er glaube, daß tein Staat renten) wird ein Antrag Röside gegen 6 Stimmen abgelehnt, der ganze Paragraph dann einstimmig angenommen. lungen bald enttäuscht finden. Es wird sich zeigen, daß das ge- der Erde mit größerem Eifer in die Friedenskonferenz eintrete, als§ 29 wird mit einem Antrag Trimborn( C.), daß als samte Staatsministerium einmütig die Vorlage vertritt." England. Erben des Rentenanspruchs eines bor Auszahlung der Rente Verstorbenen in erster Linie der Ehegatte tommt, angenommen. 8u§ 30( Erstattung von Beiträgen, wird ein Antrag Franten( natl) auf eine Art freiwilliger Witwenversicherung gegen eine Stimme abgelehnt, $ 30 einstimmig angenommen, Su§ 31 wird ein socialdemokratischer Antrag, daß nicht nur den, ehelichen Kindern", sondern den hinterlassenen Kindern unter 15 Jahren, zu deren Unterhaltung der Deutsches Reich. Eine Liebesgabe für ein Kulturwerk. Der Times" wird aus Peking vom 19. April gemeldet: Infolge des seitens Englands ausgeübten Drudes wurde die monatliche Rate für den ginsendienst der Anleihe der nördlichen Eisenbahn, welche am 15. Februar fällig war, heute gezahlt. Es find Schritte gethan worden, um die Zahlung des Zinsensaldos zu beschleunigen. Im übrigen ist die Sachlage unverändert. Frankreich. Parlamentarisches. Die Kanalgegner haben, seitdem Herr v. Miquel in seiner legten Rede am Dienstag die Regierungsvorlage nur so sehr lau berteidigte, wieder Oberwaffer. Hat doch der einflußreiche und Weitere Enthüllungen aus den Dreyfus: Akten. Paris, Verstorbene verpflichtet war", die Beiträge, wenn noch keine Rente agrarierfreundliche Finanzminister kaum Zweifel darüber gelaffen, 20. April. Der" Figaro" veröffentlicht heute die Aussagen der zugebilligt ist, zurückerstattet werden, gegen die Stimmen der Socialdaß er es den Agrariern nicht übel nehmen und daß die alte Frau Bays, deren Wirtschafterin, des Hauptmanns Lebrun- demokraten und Freijinnigen abgelehnt, ebenso ein anderer Freundschaft zwischen ihm und ihnen bestehen bleiben würde tenault, des Obersten Risbourge, des Oberstleutnants socialdemokratischer Antrag, auch im Fall die Hinterbliebenen Unfallauch wenn die oftelbischen Herren die Regierungsvorlage verwerfen Guérin, des Hauptmanns Anton, bes Majors Mitry, des renten erhalten, die Beiträge zurückzuerstatten. Bu§ 32 wird ein sollten. Unterleutnants Druet, des Generals Darras, des Controleurs Antrag Trimborn( C.) angenommen, daß Beitragswochen ohne Mitten hinein in diese Situation fommt ein Vorschlag, der ges Perrault und des Archivars unenburger. Beiträge nur solche Unfallrentner angerechnet erhalten, die eine eignet erscheint, die schmollenden Großgrundbesizer mit dem Kanal Die Bay& giebt ihre Erklärungen zu den Aeußerungen ab, welche Eriverbsverminderung von mehr als 20 Broz. erlitten haben. auszuföhnen, weil ihnen ein neues und sehr annehmbares die Pförtnerin ihr in den Mund gelegt. Sie stellt so ziemlich alles Nächste Sigung Freitag. Liebespräsentchen dargeboten wird. Der Vorschlag Inüpft an was ihr oder Esterhazy unbequem ist, in Abrede. Esterhazy will fie die Schaffung des Kleinbahnengefeßes im Jahre 1892 nur zweimal gesehen haben. Das erste Mal, um ihn zu bitten, sie an, das namentlich den landwirtschaftlichen Streifen ein billiges von der Zeugenschaft im Prozesse zu dispenfieren; das zweite Mal Transportmittel bringen sollte. Diesen Zwed erreichen die Klein habe sie ihn ersucht, sie über den Ausgang des Prozesses Vom Bundesrat. Dem Bundesrat ist der Entwurf einer bahnen jedoch nicht so ausgiebig, wie es die Großgrundbefizer gegen du Paty de Clam zu beruhigen. Die Generale ich ordnung für die Binnenschiffahrt auf der Elbe wünschten, da ihnen die allen Nebenbahnen gewährten und den Boisdeffre, Bellieug und Mercier will sie niemals ge- zugegangen. Kleinbahnen 1898 in Aussicht gestellten diretten Tarife mit fehen haben. Sie erkennt als richtig an, daß am Lex Heinze. In der Reichstags Kommission für die„ lex Nachlaß der halben Abfertigungsgebühr noch Tage der Verhaftung des Obersten Henry drei Personen zu ihr Heinze" wurde heute der vom Centrum beantragte§ 182a des versagt sind. Dadurch wird, wie die„ Köln. 8tg." ausführt, gekommen seien, es feien aber nicht Offiziere, sondern Journalisten Strafgesetzbuche angenommen, wonach Arbeitgeber oder Dienstherren der Landwirtschaft jeder Waggon Heu, Getreide, Dünge- gewesen. Frau Pays stellt ferner in Abrede, die Namen der Ver- und deren Vertreter mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft mittel usw., der bon der Staatsbahn mittels der Kleinbahn fasser des Bordereaus genannt zu haben; wenn sie das tönnte, werden, welche ihre Arbeiterinnen durch Androhung von bezogen oder nach ihr verfrachtet wird, um 6-8 Mart ver- würde sie es sagen. Henry will sie nur zweimal gesehen haben, Nachteilen 2c. zur Duldung oder Verübung von teuert, weil mangels der direkten Tarife sowohl die Klein- um die Zeit seines Duells mit Bicquart. Sie berichtigt die unzüchtigen Handlungen verleiten. Dafür ftimmten bahn wie bie Staatsbahn bie volle Abfertigungsgebühr Esterhazy in den Mund gelegte Aeußerung betreffend die Rück 13 Mitglieder, dagegen 8( Konservative, Nationalliberale und 2 Freierhebt, während im anderen Falle nur die Hälfte der Gebühr fehr Dreyfus'. Esterhazy soll gesagt haben: Ich bin finnige). Hierauf wurde noch§ 184 Abs. 1 nach der Regierungserhoben würde. sider. baß fie Dreyfus dieselben Scheußlich vorlage einstimmig angenommen, der mit einem Jahre Gefängnis 0 D 360 bedroht das Vorrätighalten, Anpreisen oder Ankündigen unzüchtiger) Schriften 2c. Cremer. Stadtrath Mamroth stellt in Abrede, daß die Verwaltung gegen das Publikum rigoros verfahre, und kann sich mit den Reformvorschlägen des Stadtv. Liebenom nicht befreunden. de Der Etat wird genehmigt. gekommenen Vorfall, den Magistrat um Auskunft, welche die dort befindlichen Kinder entfernt werden sollen und Maßnahmen derselbe betreffs der diesem Waisenhause über- nur so lange bleiben sollen, bis es gelungen ist, andere Postgefehe. In der Reichstagskommission für die Postno belle wiesenen Kinder zu treffen gedenkt." Stellen für sie zu finden. Diese Beschlüsse, die gewiß sehr wurden am Donnerstag der Abs. III von Art. 2, Art. 3 und 4 diskutiert, Ueber die Anträge soll am Schluß der öffentlichen Sigung schonend mit dem Waisenhaus umgingen, sind aber nicht ausgeführt welche die Ausdehnung des Postregals, die Konzessionspflicht für beraten werden, ebenso über einen dem Antrag Singer entsprechenden worden. Eine Subkommission unter Leitung des Vorsitzenden der neue Privatposten und die Entschädigungen für die Einschränkung erst heute eingereichten Antrag Peris. Waisenverwaltung sollte die nötigen Schritte thun; aber einige der legteren betreffen. Abg. Singer gab der Befürchtung Ausdruck, In den Ausschuß für den Antrag Kylmann, betreffend das Tage später wurde die Waisenverwaltung zu einer neuen Sigung daß die Einführung der Konzeffionspflicht für neue Privatanstalten Märtische Provinzialmuseum ist auch Stadtv. Bruns zusammenberufen, und da ist vorgetragen worden, das erneute Verzu politischen Verationen den Anlaß geben könnte. Abg. Müller- delegiert, in denjenigen für den Umbau der Eisernen Brücke Stadtvv. Handlung notwendig sei, weil in der Zwischenzeit ein Schreiben des Fulda( C.) ist, obgleich sonst Gegner aller Monopole, doch für Aus- Dupont und Herzfeldt. Dem Schulbautenausschuß gehören Vorstandes dieses Waisenhauses eingetroffen sei, worin um Rüddehnung des Postregals, zurial die Post, wie z. B. bei der Landbrief- die Stadtvv. Bruns und Toltsdorf an, den Vorfig in diesem nahme des Beschlusses gebeten wurde, weil dessen Existenz Bestellung, auch Lasten übernehme. Angesichts solcher Pflichten müsse letteren Ausschuß führen die Stadtvv. Architekten Kyllmann und an diese Waisentinder geknüpft sei.( Große Bewegung.) Ich verstehe man der Post auch lukrative Geschäfte zugestehen. Die Zunahme diese Haltung vom geschäftlichen Standpunkte aus, aber als umwürdig der Einnahmen der Reichspost liege im Interesse der Steuerzahler. Der Tarif der Einzelpreise für Arbeiten und Lieferungen sehe ich eine solche Zumutung an die Stadt an. Außerdem war Wenn er aber auch die Ausdehnung des Postregals befürworte, so bei Ausführung der Haus- und Dachwasserableitungen eingelaufen ein Schreiben der Kaiserin, welches diese erscheine ihm doch die Konzessionspflicht für neue Brivatanstalten, für das Rechnungsjahr 1899 ist vom Magistrat gegen das Vorjahr Bitte des Vorstandes lebhaft unterstützte, und ferner ein welche Art. 3 fordere, unnötig. Staatssekretär v. Podbielski ver- nicht ermäßigt worden. Die Versammlung genehmigt den Tarif Schreiben des Freiherrn v. Mirba ch, der außerdem in einer Unterwahrt sich dagegen, als wolle er die Konzessionierung der Privat- unverändert ohne Debatte. haltung mit dem Leiter unserer Baisenverivaltung diesen Herrn posten zu politischen Zwecken ausnuten. Die Konzessionspflicht Zum Etat der Spartasse für 1899 tritt Stadtv. Sie benow für jene Bitte zu gewinnen suchte. Jenes sei überhaupt nur deshalb vorgesehen, um den Uebergang für eine flottere und bequemere Abfertigung des Publikums an den Schreiben des Vorstandes hätte sofort eine Zurüdweisung zu erleichtern. Unter allen Umständen müsse müsse verhindert Bahlstellen im Sparkaffengebäude, sowie für Decentralisierung des erfahren müssen. Wie Frhr. v. Mirbach dazu kommt, sich in die werden, daß sich neue Privatanstalten bilden, welche später Ansprüche Geschäftsverkehrs ein. städtische Verwaltung zu mischen, ist mir ganz unbegreiflich. Eine an das Reich erheben können. Abg. Müller Sagan( frf. Vp.) ist übermäßige Qualifikation für die bürgerliche Auffassung des Freigegen das Postmonopol und besonders auch gegen die Konzessionsherrn fann ich nicht darin sehen, daß er sich für eine Sache verpflicht der Privatposten. Für die zweite Lesung fündigt er einen wendet, welche mit Recht der Verachtung der Bürger ver Antrag an, wonach Gebührenerhöhungen wie Portobefreiungen zu fallen ist. Und wenn die Kaiserin sich für den Verein verwendet Gunsten privilegierter Klaffen fortan nur auf Grund eines Gesetzes Die Flußbade- Anstalt für weibliche Personen an der hat, so macht das ihrem guten Herzen alle Ehre, aber die Berliner stattfinden dürfen. Abg. Dr. Lieber: Es handle sich bei der Vor- essing- Brüde in Moabit, die bekanntlich im Dezember v. J. Verwaltung hat nicht die Pflicht, allein aus Humanität und Gutherzigkeit lage gar nicht um ein neues Monopol, sondern darum, zu verhindern, durch einen Sturm zerstört wurde, soll jest oberhalb der Moabiter an einem ihrer Kinder vorgekommene Verbrechen zu entschuldigen, daß Lücken der Postgesetzgebung seitens der Privatgesellschaften be- Brücke gegenüber Café Gärtner errichtet werden. Die Versammlung und die Waisenverwaltung hätte in aller Ehrfurcht und meinetwegen nuzt werden, um die Einnahmen der Reichspost zu schmälern. Die stimmt dem zu. auch in aller Unterthänigkeit sofort der Kaiserin mitteilen lassen Erweiterung des Postregals sei nur eine Ausnutzung des bestehenden Von der Notwendigkeit der Verbreiterung der Wenden sollen, daß ihrem Wunsche nicht willfahrt werden könne. Aber die Rechts. Am liebsten wäre es ihm, wenn es gelänge, event. mit aus- straße hat sich die Baudeputation nicht zu überzeugen vermocht, Berwaltung hat die ersteren Beschlüsse aufge gedehnter Schonfrist, den Privatpostbetrieb ganz abzuschaffen. Abg. und der Magistrat hat das bezügliche Ersuchen der Versammlung hoben.( hört, hört!) Hier wird Gefühl genug vorhanden sein, Dr. Dertel Sachsen( f.) ist für Erweiterung des Postregals auf abgelehnt. zu begreifen, daß man aus Konnivenz und Liebenswürdigkeit über Briefe und für ein Verbot neuer Privatposten. Die alten PrivatStadtv. Tolksdorf: Meine Freunde und ich, der ich solche Dinge nicht hinwegsehen kann. Wenn Sie glauben, durch posten, falls sie weiter bestehen wollen, möge man ohne Ent- 17 Jahre in der dortigen Gegend wohne und die Notwendigkeit der Entlassung der Schuldigen oder andere Maßnahmen genügend vorschädigungsanspruch weiter vegetieren lassen. Müller- Sagan bean- Verbreiterung wohl beurteilen kann, stellen den Antrag, in gemischter gebeugt zu haben, so irren Sie; es giebt nur eine Entscheitragt die Bestimmungen des Art. 2, die die Ausdehnung des Deputation über diese Angelegenheit zu beraten. Die Bevölkerung bung: absolute Scheidung von dem Institut, wo solche Poftregals auf gefchloffene Briefe betreffen, und Art. 3, betr. die der dortigen Gegend hat sich in diesen 17 Jahren von 14 000 auf Dinge vorgekommen sind. In hämischer Weise hat man sich Konzessionspflicht neuer Privatposten, zu streichen. Abg. Dietz( Soc.) 110 000 Seelen vermehrt, die jetzigen Verkehrszustände sind unhalt den Sonntag ausgesucht, um die Büchtigung an diesem bringt den bedeutenden Betrieb des Buchhändlerbörsenvereins bar. Der dichten Arbeiterbevölkerung der Gegend muß die verlangte Knaben zu vollziehen; mit voller Saltblütigkeit ist fie vollzur Sprache. Der Betrieb umfaffe Millionen und die Gefahr liege Verkehrserleichterung gewährt werden; nach dem Maßstabe der zogen worden; erhebliche Aenderungen werden in dieser Verwaltung vor, daß die Reichspost in der Art der Versendung des Börsenvereins Steuerkraft tann man diese Frage doch nicht entscheiden. Die Ar- nicht eintreten. Wir verlangen also Abhilfe, da diejenige städtische cine Defraudation erbliden tönnte. Er bitte um Klarstellung dieser beiter werden doch aus dem Zentrum überhaupt immer mehr in die Deputation, die zuerst hätte Remedur schaffen müssen, versagt hat. Verhältnisse. Abg. Dr. Pachnicke( frf. Bg.) fragt nochmals an, ob, Peripherie gedrängt. Wir mußten zu der Ueberzeugung kommen, daß dort nicht dasjenige falls Brivatanstalten weiter bestehen, diesen gestattet sei, geschloffene Der Antrag wird abgelehnt. Maß von Selbständigkeit und Bürgerfinn vorhanden ist, welches Briefe ohne Adressierung zu befördern. Staatssekretär v. Podbielski: Am 16. Februar cr. hatte die Versammlung den Magistrat er seine einzige Aufgabe darin sieht, dafür zu sorgen, daß unsere Selbstverständlich falle nach Annahme der Bostnovelle jeder gesucht, wegen Erhaltung des se leinen Tiergartens westlich städtischen Waisenkinder nicht in Anstalten leben, wo sie in dieser schlossene Brief, auch ohne Adresse, unter das Bostregal. Die Buch- der Heilandskirche zwischen Alt- Moabit, Turm- und Otto- fcheußlichen Weise behandelt werden. Hat sie nicht ihre händlerbestellung in Leipzig geschehe nicht gewerbsmäßig, falle also straße als Bart in Verhandlung mit den Staatsbehörden zu Pflicht gethan, so wollen wir sie thun!( Lebhafter nicht unter die Vorlage. Im übrigen treibe die Reichs- treten. Der Magistrat hat sich an die Thiergarten Verwaltung Beifall.) post grundsäglich feine Schnüffelei nach dem Inhalt von gewendet, aber von derselben den Bescheid erhalten, daß der Stadtrat Kämpf: Nachdem der Verwaltung zu Ohren geBriefen und Packeten. Kämen Ausschreitungen vor, so müßte aller- inanzminister diese Verhandlung ablehnt. Der Mit fommen war, daß ein Knabe in absolut ungehöriger dings reichsgerichtliche Entscheidung angerufen werden. Abgeordneter theilung, des betreffenden Schreibens fügt der Magistrat eise gezüchtigt worden, hat die Waisenverwaltung über die zu Dr. Haffe( natl.) hält die Erklärung des Staatssekretärs nicht für aus eigenem die Bemerkung hinzu, daß in den Ver- ergreifenden Maßregeln beraten. Die Meinungen gingen weit ausverbindlich genug und beantragt daher zu Art. 2 und 3 folgenden trägen wegen Einrichtung und Unterhaltung der Vereinander. Einige wollten die 50 Knaben und 28 Mädchen sofort entZufag: Die Vorschriften dieser beiden Artikel beziehen sich nicht auf schönerungs- Anlagen im Kleinen Tiergarten niemals niemals von fernen, andere wollten sich damit begnügen, zu verlangen, daß fünftighin die Bestellanstalten des Buchhandels." Die Interessen des deutschen diesem Teil desselben die Rede gewesen ist, im Gegenteil dieses eine ähnliche Mißhandlung nicht vortäme( Lachen), noch andere Buchhandels müffen durchaus gewahrt und jede Gefahr einer Er- mit Baufluchten versehene und vor Alters auch bereits teilweise an wollten dem Vorstande in ernstester Weise zu Gemüte führen, welche schütterung ausgeschlossen werden. Abg. Müller- Sagan: Für den der Otto- und Thurmstraße bebaute Stück, bewußt und ge- ungehörigkeit in dem Vorkommnis liege, und das sollte dadurch Buchhandel dürfe teine Ausnahmestellung geschaffen werden, das sei flissentlich von Fistus, Magistrat und Versammlung von den geschehen, daß zunächst am 15. April die 28 Mädchen entfernt und unmöglich schon der Konsequenzen wegen. Abg. Müller- Fulda ist unterhandlungen ausgeschlossen worden ist, ohne daß hiergegen von im Wilmersdorfer Waisenhause untergebracht werden sollten. Daß die derselben Ansicht. Der Buchhandel müsse sich in die Verhältnisse einer Seite Widerspruch erhoben wurde. Der Magiftrat läßt des Bitte um Belassung der Kinder erfolgen würde, war sicher, und schiden. Es müsse eine definitive Bestimmung über die Privatposten halb die Angelegenheit auf sich beruhen. diese Bitte wollte die Verwaltung abwarten, um dann getroffen werden, welche jede Willtür ausschließe. Die weitere Auch die Versammlung thut heute desgleichen, von den alten ihre Bedingungen zu stellen.( Hört! hört!) Ferner ging Beratung wurde auf Freitag vertagt. Rechten, die die Stadt nach des Vorstehers Langershans früherer der Beschluß dahin, Kinder von nenem nicht in dieses Die Petitionskommiffion des Reichstags verhandelte am Darlegung aus einer Schenkung an den Großen Kurfürsten und Waisenhaus zu bringen. Am 7. April lief das Schreiben ein, in Donnerstag über eine Reihe von Petitionen der Kaiserlichen Werft- deffen Gegenleistungsversprechen herleiten konnte, ist nicht mehr welchem ausdrücklich betont wird, daß der Vorstand die Büchtigung und Marinebeamten. Ueber eine Petition der Schiffsführer und die Rede. mißbilligt und verurteilt, daß eine Büchtigung noch nicht vorWerftmaschinisten betr. Erhöhung des Wohnungsgeldzuschusses, wird Anträge. Es folgt die Verhandlung der oben mitgeteilten dringlichen gekommen sei, und daß der Vorstand bedauere, daß eine solche Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. Die Marine- Werkmeister Büchtigung stattgefunden habe. Es wird ferner darauf hingewiesen, petitionieren um Anerkennung des Subalternbeamten- Ranges und Stadtv. Fähndrich: Das Erziehungssystem, welches von daß dieses Haus der Stadt Berlin wesentliche Dienste geleistet Gehaltsaufbefferung. Die Kommission beschloß, den erſten Teil der Schwester Karola in Potsdam zur Anwendung gebracht ist, muß habe bei Unterbringung der katholischen Waisen, desgleichen der in der Betition enthaltenen Forderungen dem Reichskanzler zur Be- ebensowohl, wie es die Gerichte und die Oeffentlichkeit beschäftigt hat, Stadt Potsdam, und daß bisher Klagen nicht zu Tage getreten feien. rüdfichtigung, den zweiten Teil zur Erwägung zu überweisen. Die auch in dieser Versammlung zur Erörterung gelangen. Die Art der Wenn ein gemachter Fehler offen anerkannt wird, bin ich stets geneigt, Werfttanzlisten in Wilhelmshafen bitten um Gleichstellung mit den Bollziehung der verhängten Prügelstrafe an einem Waisentinde ist Milde walten zu lassen. Das Waisenhaus erkennt in rückhaltlosester Intendanturlanzlisten der Marine. Diese Petition soll dem Reichs- unglaublich, daß sie nicht in einem Waisenhause, sondern Weise an, daß ein grober Fehler gemacht worden ist, und verspricht, fangler als Material überwiesen werden. Eine Betition betr. die in einem Storrektionshause geübt worden zu sein scheint. daß dieser Fehler nicht wieder bortommen wird. Erhöhung des Fonds zur Unterstügung hilfsbedürftiger Kriegs Nicolaus, ist zur Hilfeleistung herbeigezogen worden. Der Bruder Bastian, oder, wie er dort heißt, Bruder Die Erziehung daselbst ist nach allen Berichten eine gute; so beveteranen wurde dem Reichskanzler als Material überwiesen und Stnabe wurde auf eine Bank gebunden; und nachdem ihm 20 Stod eine Reihe von Rechtsschutzgesuchen als ungeeignet zur Erörterung hiebe verabfolgt worden waren und der Bruder Bastian einhielt, ist Patentamt. Bei dem kaiserlichen Batentamt haben sich Senabe hat im ganzen einige 50 Stochiebe bekommen.( Ruf auf der er von der Schwester aufgefordert worden, fortzufahren; und der bie Geschäfte derartig vermehrt, daß die Bildung, einer weiteren Zuhörertribüne: Pfui!). Noch nach 8 Tagen find blutunterlaufene Büchtigung darf nur stattfinden nach eingeholter Ge- sechsten- Abteilung für Patentanmeldungen in Aussicht ge- Stellen und Anschwellungen polizeilich zu fonstatieren gewesen, nehmigung( 1) des Vorstandes; Büchtigungen dürfen nicht unter Gegen diese Erziehungsmethode erheben wir hier öffentlich Festschnallen vorgenommen werden, und die Kosten wegen der VerDer Reichstags- Abgeordnete Eklinger wurde aus dem Proteft, namentlich gegen das ärztliche Gutachten des Pro- handlung mit Wilmersdorf übernimmt das Josephs- Waisenhaus. bayerischen Bauernbund ausgeschlossen. Das Ver- fessors von Bergemann, welches dem Knaben das Kains- Das Waisenhaus hat diese Bedingungen angenommen. Damit ist gehen wurde vom Bundesvorstand darin erblickt, daß Eßlinger in mal auf die Stirn drückt und ihn wegen seiner ver- die Sache für uns erledigt. einem Cirkular zur Gründung eines Niederbayerischen Bauern- meintlichen Schädelbildung zur Verbrecherlaufbahn prädestiniert. Stadtv. Perls: Ich hoffe, daß wir von unserm Recht, einen bundes" aufgefordert hatte. Eglinger ist der Führer der gemäßigten Der Antrag Singer verlangt schleunigste Entfernung der andern Standpunkt einzunehmen, recht ausgiebig Gebrauch machen bayerischen Bauernbündler. Er hat nunmehr sein Reichstagsstädtischen Kinder aus jener Anstalt. Auch wir haben diese Frage werden. Wie wir jetzt hören, sind also die ganzen ersten Verhandmandat für Straubing niedergelegt. erwogen, aber der Verwaltung fönnten Schwierigkeiten erwachsen, Lungen in der Waisenverwaltung mur pro forma geführt! Man hat eine Die Kommiffionsverhandlungen über die Kanalvorlage wenn sie diese 78 Kinder sofort anderweit unterbringen soll. Leute, finstere Miene aufgesteckt, um die andere Seite zu veranlaffen, um werden vermutlich am Dienstag nächster Woche ihren Anfang die wir als geeignete Kindererzieher nicht betrachten können, dürfen gut Wetter zu bitten! Man hat gedroht ohne ernstliche Abficht. nehmen. In Abgeordnetenkreisen zählt man unter den 28 Mit ihr Erzieheramt auch nicht weiter fortführen. In Zukunft dürfen Die vier Bedingungen genügen nicht; daß man von der selbstgliedern der Kommission 17 Gegner und 11 Freunde des Kanals, die Kinder keinesfalls dort gelassen werden, aber die Verwaltung muß verständlichen Entfernung der Schwester Karola überhaupt noch soweit die vorläufige Stellung zu dem Entwurf in Betracht Beit behalten, die Aenderung durchzuführen. spricht, muß mich wundern. Es muß einmal ein Erempel ftatuirt werden. Diesem Waisenhause können wir unsere Waisenkinder nicht mehr anvertrauen. im Blemum erachtet. nommen ist. tommt. 1 Partei- Nachrichten. GG von ihrem ersten Beschluß zurüdgekommen, und auf Grund lediglich Der richtet uns auch unser Erziehungsinspektor. Darum ist die Verwaltung dieser fachlichen Erwägungen hat sie beschlossen, von der Abholung abaus dem Hause entfernt( Buruf: Brügelt anderswo); eine zusehen unter folgenden vier Bedingungen: Schwester Karola wird Stadtv. Singer: Wenn Herr Fähndrich unsere Gründe gehört haben wird, dürfte er hoffentlich seinen Antrag zu Gunsten des unserigen zurüdziehen. Der Thatbestand ist erschöpfend dar- Stadtv. Hugo Sachs hält die gegebene Auskunft nicht für gestellt worden. Die Schwester Karola kann würdig dem Kloster- genügend. Der Antrag Fähndrich sei erledigt. Der Antrag Singer Arbeitsruhe am 1. Mai beschloffen die Maler und die bruder Heinrich von den Alegianern zur Seite gestellt werden. follte wegen der verschiedenen noch nicht aufgeklärten Buntte in Tabalarbeiter in& ii bed, die Schneider in Dresden, die Tabat( Buruf: Sie fönnen sich ja heiraten! Heiterkeit). Den Grund- einem Ausschuß vorberaten werden.( Widerspruch.) Was solle mit dem arbeiter in Halberstadt und die Zimmerer in Baden. fäßen der Erziehung, welche wir vertreten, schlägt die Be- Senaben geschehen? Redner wendet sich dann besonders gegen das Guthandlung des Knaben Steiner geradezu ins Gesicht. Es handelt achten des Profeffors v. Bergmann. In dem Josephs- Waisenhause Der Demmlerfche Nachlak. Bekanntlich hatte der verstorbene fich um einen Waisentnaben, der von unserer Verwaltung dort in müsse ein gewisses System der Prügelpädagogik bestehen, denn der Parteigenosse Hofbaurat Demmler in Schwerin den Maurern und Pflege gegeben worden ist. Wenn ein weibliches Wesen, welches Block und der Stoc seien nicht von ungefähr dagewesen. Das Ziel Zimmerern Schwerins ein beträchtliches Legat vermacht, das jedoch einen der Charitas gewidmeten Beruf ergriffen hat, dem Beiniger müsse sein, jede Züchtigung durch einen Lehrer zu verbieten.( Bevon der Stadt Schwerin mit Erfolg angefochten wurde. Jezt hat zuruft: Es ist noch nicht genug! und den angebundenen wegung.) der Bürgerausschuß von Schwerin über die Verwendung des Geldes Knaben bei den Händen festhält, so ist ein solches Ver- Stadtv. Singer! Ich bezweifle nicht die ehrliche Entrüstung Beschluß gefaßt. Es follen von den Zinsen Unterstügungen bezahlt halten unter jeder Kriti!( Bustimmung). In der Ver- des Vorredners, aber diese tommt in dem Antrage auf Ausschußwerden an bedürftige Personen, die seit mindestens 3 Jahren im urteilung dieses Verfahrens ist die Versammlung einig. Ein Gut- beratung nicht genügend zum Ausdruck. Die Knaben sollen Gebiete der Stadt Schwerin wohnen und im letzten Jahre keine achter ist in dem Prozeß gehört worden, der ebenfalls nahe ebenso wie die Mädchen schleunigst aus dem Hause ent Armenunterstützung bezogen haben. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 13. Sigung vom Donnerstag, den 20. April 1899. Nachmittags 5 Uhr. Beziehungen zu unserer Stadt hat. Herr b. Bergmann fernt werden. Herr Sachs will einen Anti- Prügelausschuß; steht an der Spige der Rettungsgesellschaft; feine Methode, ins wenn er von der pädagogischen Verwerflichkeit des Prügelns, Braktische überfest, wird kaum zur Rettung der Gesellschaft bei- wovon auch die Berliner Schulen nicht frei sind, durchbrungen ist, tragen( Heiterkeit); er ist ägriert, daß man ihn wegen einer Miß- foll er lieber einen Antrag stellen, der Magistrat möge verfügen, handlung citiert, da es sich doch um eine Züchtigung handle! Das daß in den Schulen nicht mehr geprügelt werden soll, ich gaerinnert mich an ein Wort Napoleons: Grattez le Russe, vous raniiere ihm für unsere sämtlichen Unterschriften. trouverez le barbare!" Stragt den Russen, und der Barbar kommt Dem Verdacht, daß die Herren bloß kräftig reden, nicht aber zum Vorschein. Sein von Lombroso übernommenes Wort von der auch handeln möchten, entgeht Herr Sachs am besten Bur heutigen Sigung sind zwei dringliche Anträge ein Schädelbildung des Knaben ist, abgesehen von der Ver- dadurch, daß er unseren Antrag nicht in einem Ausgegangen, und zwar beide aus Anlaß der Prügelprocedur, die in werflichkeit der Ausdrudsweise, um so weniger motiviert, schuß ein Begräbnis zweiter Klasse bereitet.( Oh!) Die dem katholischen St. Josefs. Waisenhause zu Botsdam an dem von als über diese Theorie die Gelehrten noch lange nicht einig sind; Auskunft des Magistratsvertreters finde auch ich nicht genügend; der Berliner Waisen- Verwaltung dorthin überwiesenen Knaben wenn man boshaft sein wollte, könnte man ebenso gut fagen, aber in einem Ausschuß bekommen wir auch nichts weiter zu hören. Steiner vollzogen worden ist. Der eine ist von der social- eine ganze Anzahl der angeblichen ohheits- und Läßt sich der Magistrat in seiner Gesamtheit von der oppordemokratischen Fraktion eingebracht und lautet: Verbrechertypen haben eine verzweifelte Aehnlich- tunistischen, der Bürgerschaft unbegreiflichen Auffassung des Stadt" Die Versammlung ersucht den Magistrat, schleunigst feit mit der Schädelbildung anderer Menschen und auch der rats Stämpf leiten, daß er in solchem unerhörten Falle Wilde walten die von der städtischen Waisen- Verwaltung in dem genannten des Herrn Professors v. Bergmann!( Heiterkeit.) Ich habe lassen will, so mag er das verantworten, die Versammlung aber Hause untergebrachten Waisentinder aus dieser Anstalt geglaubt, die Empfindung unserer Waisenverwaltung würde auch soll sich davon freihalten. Wir sind höflich genug und parlamentarisch herauszunehmen." nicht um eines Haares Breite abweichen von der Entrüstung, die gebildet genug, um seine Versicherung als wahr hinzunehmen, daß Der andere, von den Stadtvv. Fähndrich u. Gen. gestellt, allgemein über den Borfall herrschte. Die Waisenverwaltung ist die Verwaltung nur aus fachlichen Gründen gehandelt hat; draußen besagt: zwar unmittelbar nach der Mißhandlung zusammengetreten und hat in der Bürgerschaft aber glaubt man das nicht, dort glaubt man „ Die Versammlung ersucht, anläßlich der Gerichtsverhand- in gerechter Entrüstung über den Vorfall beschlossen, daß keine nicht, daß der Einfluß der Kaiserin und des Frhrn. von Mirbach lung über einen im St. Josefs- Waisenhause zu Potsdam vor- städtischen Waisenkinder mehr dahin gegeben werden sollen, daß ohne Wirkung auf die Entschließungen der Verwaltung gewesen ist. Nehmen Sie, nachdem die Auskunft des Magistrats sich als unge- uiigend erwiesen hat, unfern Antrag an! Stadtrat Kämpf: Ich muß der Behauptung von dem angeb- licheu Einfluß der Schritte des Herrn v. Mirbach bei mir entgegen- treten, Herr Singer hat schon mit Recht betont, daß es dem Herzen der allerhöchsten Frau alle Ehre mache, wenn sie sich hier für den Vorstand verwendet hat. Auch in dem Fall, daß die Bürgerschaft unsere Entschließung nicht verstehen sollte, würde ich in mir ganz ruhig über meine Auffassung sein.(Stadtv. Singer: Das ist Geschmackssache!) Daß ich von dem als richtig Erkannten nicht abgehe und es durch führe, auch wenn Herr v. Mirbach zu derselben Ansicht gekommen ist, versteht sich doch von selbst. Ich werde also ruhig die Schritte der Bürgerschaft abwarten.(Stadtv. Singer: Wird Ihnen nicht vorenthalten bleiben I) Stadtv. R o s c n o w: Wir halten die zweiten Beschlüsse der Waisenverwaltung für so schlecht, daß wir mit denselben ilichts gemein haben wollen. Stadtv. Matterne ist eigentlich für den Antrag Singer, ver- spricht sich aber von Ausschußberatung sehr viel, denn in den' anderen katholischen Waisenhäusern sehe es doch nicht viel anders aus. Eine fundamentale Aenderung des Systems der städtischen Waisen� Verwaltung müsse Platz greifen. > Stadtv. Meyer hält die Reden von Singer und Perls für ab Irato gehalten.(Widerspruch.) Die arme Bürgerschaft müsse allem möglichen herhalten. Man brauche doch zunächst noch die fremden Institute; sorge man vorerst dafür, daß mir sie nicht mehr brauchen, daß wir eigene städtische Einrichtungen dafür haben. Stadtv. F ä h n d r i ch beantragt, alle drei Anträge dem Aus- schuß zu überweisen. Stadtv. Tolksdorf: Ich gehöre der Waisenverwaltung seit sechs Jahren an und habe dort erfreulicherweise auch manche Anerken- nung für Reformvorschläge gefunden, die von mir ausgingen; aber es ist mir ganz unerklärlich, wie der erste Beschluß dort wieder umgestoßen werden konnte. Diese Umstoßung ist nicht ohne energischen Protest der Minderheit erfolgt. Seit Jahren haben wir schon Klagen dort gehabt, über die Zustände in den katholisÄen Waisen Häusern in Potsdam und Moabit, über bedeutende Entlausungen usw, lHört, hört!) Wir haben ja auch über diese Häuser keine ordent liche Kontrolle, höchstens eine einmalige im Jahre; und dann st ecken immer die Herren Prediger dahinter und machen uns Scherereien. Die ktinder sind in Privatpflege viel besser untergebracht, event. baue man doch eine städtische katholische Waisen anstalt I(Beifall.) Stadtv. Hugo Sachs: Gerade diese Rede spricht für Ausschuß beratung. Der Magistrat hat zu uns noch nicht gesprochen. Wa- mit dem Knaben geschehen soll, darüber wissen wir nichts, Im Ausschuß werden wir erfahren, ob ein � System vorliegt oder nicht. Der Entscheidung will ich nicht aus dem Wege gehen. Stadtv. Singer: Es hat sich kein Moment gegen sofortige Fassung eines Beschlusses ergeben, dessen moralische Wirkung über den Einzelfall hinaus nicht ausbleiben wird. Meint Herr Meyer, es gehöre zur Sachlichkeit, daß erst einige Kinder tot geprügelt sind? Herr Matterne sucht den Kulturkampf wieder lebendig zu machen dagegen müssen wir aufs eMschiedenste protestieren. Uns ist es nicht gleichgültig, wenn in unserer Waisenverwaltung solche himmelschreiende Barbarei vorkommt, Nachdem Stadtv. Matterne sich gegen Kulturkampfgelüste verwahrt hat, wird Ausschutzberatung mit 48 gegen LS Stimmen beschlossen. Schluß 8 Uhr. Der Bergarbeiterstreik in Belgien. Der Vorstand des„Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Vcv bandes" erläßt in der„Rhein.-Westf. Ärbeiter-Zcitung" einen Auf ruf an die deutschen Bergleute, in dem es heißt: Mindestens dürfen jetzt, so lange der Streik in Belgien tobt, keine Ueberschichten zur Erhöhung der Förder- ziffern auf den deutschen Kohlengruben verfahren werden, Die Werksbesitzer werden, um den belgischen Bedar zu decken, noch mehr Ueberschichten wie heute einlegen wollen. Jeder denkende Bergarbeiter muß sich weigern, die Ueberschichten zu verfahren!!! Dazu hat er gesetzliches Recht, da kein Zwang zu Ueberschichten(es seien denn Reparawrarbeiten) ausgeübt werden darf! Deutsche Bergleute, helft Euren belgischen Brüdern, indem Ihr Euch weigert, mehr zu fördern! Helft nicht dem belgischen Kapital, welches die Arbeiter unterdrücken will. Es kommt die Zeit, dann haben die deutschen Bergleute die Hilfe der belgischen Kameraden notwendig. Also keine lieber- schichten mehr! Weigert Euch einmiitig. solange der Streik in Belgien dauert! Das ist die w irksamste Hilfe für die belgischen Kameraden. Dann auch geht schleunigst an die finanzielle Unter- st ü tz u n g der Streikenden. Jeder gebe für die Sache der Berg- arbeiter nach Kräften. Wir find gern bereit. Gaben in Empfang zu nehmen und sie den belgischen Kameraden zu übermitteln. Deutsche Bergleute, thut Eure Pflicht. Seht, wie sich die Kapita listen international unterstützen I Wollt Ihr Euch von dem Kapital heschämen lassen? » Der Streik hat in allen vier Kohlenrevieren an Ausdehnung zugenommen. Im Kohlenbecken von Charleroi streiken, den letzten Nachrichten zufolge, bereits etwa 18 000; im Borina ge sind es jetzt auch schon mehrere Tausend; im L ü tti ch er Becken ist die Lage ebenfalls bedeutend ernster geworden. In der belgischen Kammer haben die socialdcmokratischen Abgeord neten eine Interpellation eingebracht, deren Diskussion bis zum heutigen Freitag verschoben ist. Die Socialdemokratcn wünschen die Ver- Mittelung des„Arbeitsrats". Bis jetzt hat die Regierung kein anderes Hilfsmittel gewußt, als eine Menge Truppen nach dem Streikgebcet zu entsenden. Bisher konnten die Soldaten aber nicht in Aktion treten, da sich die Ausständigen vollkommen gesetzmäßig verhalten. Die Streikenden hoffen, wie uns aus Brüssel geschrieben wird, daß der Streik nur von kurzer Dauer und siegreich für sie sein werde. Dafür spricht allerdings manches. Der Mangel an Kohlen macht sich bereits fühlbar. Eine Anzahl Glasbläsereien, Eisen- werke usw. müssen schon jetzt mit der Möglichkeit rechnen, ihre Be- triebe stillstehen zu lassen. Auch der Kohlenvorrat der Eisenbahnen wird bald aufgezehrt sein. Tritt dieser Mangel ein, dann würde die Kalamität innerhalb der belgischen Industrie eine sehr große werden und die ganze Bevölkerung in Mitleiden- schast ziehen. Die deutschen Bergwerksbesitzer werden natürlich bestrebt sein, ihren belgischen Kollegen zu helfen; machen sie doch bei den Kohlen- lieferungen noch ein gutes Geschäft. An den deutschen Bergleuten aber wird eS sein, ihren kämpfenden Brüdern nicht in den Rücken zu fallen. » Am Donnerstagabend wird aus Charleroi telegraphiert: Die Truppen trieben heute eine Gruppe Ausständiger aus- einander, weil sie versuchten, Arbeitswillige zum Ausstand zu bewegen. Die Zahl der Ausständigen ist hier auf S4 000 gestiegen. Die Glasfabriken haben nur noch für acht Tage, die Eisenwerke für zwei Tage Kohlenvorrat, und verschiedene der letzteren mußten bereits ihre Fabrikation einstellen. Man spricht von einer Eisenbahn- Linie. welche innerhalb einer Woche den Be- trieb wegen Kohlenmangel einstellen muß. Die Kohlenverkäufer sind in größter Verlegenheit, da sie ihre Kunden nicht mehr bedienen können. Man glaubt, daß der Ausstand nächsten Sonnabend ein vollständiger sein wird. In Möns ist die Lage wenig verändert. Der Ausstand wird erst morgen zur Geltung kommen, da alsdann die Arbeiter ihren Monatslohn empfangen werden. Im Mittelbecken zählt man jetzt 8000 Ausständige. In den Kohlenwerken von Anderlues hat die Verwaltung ein Manifest erlassen, worin sie den Arbeitern eine lOprozentige Lohnerhöhung vom 1. Mai ab an- bietet. Augenblicklich wird in diesen Gruben noch voll gearbeitet. Berlin und Umgcgcud. An die Töpfer Berlins und der Umgegend. Gemäß dem Beschlutz der letzten Vertrauensmänuersitzung findet am Mittwoch, den 26. April, abends 6 Uhr, bei Scholz, Frankfurter- straße 74, eine öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins statt. Diese Versammlung soll darüber entscheiden, ob für die Berliner Töpfer es zweckmäßig erscheint, in eine Lohnbewegung einzutreten. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Es sei ferner hervorgehoben, daß man auf vielen Bauten unterlassen hat, einen Vertrauensmann zu wählen. Dies muß noch im Laufe dieser Woche geschehen, damit von den Bauten die Berichte über die dort herrschenden Zustände, unter denen die Kollegen zu arbeiten gezwungen sind, an die Oeffentlichkeit gelangen. Auch sei daraufhingewiesen, daß die Sammlungen zum Streik- fonds energischer betrieben werden müssen. H. David, Vertrauensmann. Deutsches Reich. Die Former der landwirtschaftlichen Maschinenfabrik Rathenow befinden sich im Ausstand. Genoffen und Genossinnen k Es wird allen wohl in lebhafter Erinnerung sein, daß die organisierten Schuhmacher in Burg im Jahre 1394 gegen das vereinigte Unternehmertum in der Schuh- Warenbranche einen heißen Kampf geführt haben, der leider mit einer Niederlage der Arbeiter sein Ende erreichte. Unsere zähesten Gegner sind die Inhaber der allbekannten Finna Conrad Tack u, Cie., die' Herren Alfted Zweig und Tack jun. und als Dritter im Bunde schließt sich der Direktor der Firma, ein Herr Maier, würdig an, Diese Herren bringen Unglaubliches fertig. Eine bloße Annahme dieser oder jener Arbeiter konnte organisiert sein, führt zur sofortigen Entlassung. Jede Zugehörigkeit zur Organisation ist während der letzten fünf Jahre streng verboten. Eine Anfrage seitens unseres Centraivorstandes in Nürnberg, ob die Herren nunmehr gewillt seien, außerhalb der Fabrik ihren Arbeitern in der Aus Übung ihres Koalitionsrechts nicht mehr hinderlich zu sein, blieb unbeantwortet. Auch die abgesandten Kommissionen des Ortsvercins wurden wiederholt mit diesem Ersuchen abschläglich beschieden. Am 11. April machten wir auf allseitigen Wunsch der hiesigen Schuhmacher nochmals den Versuch, den Ge- waltigen näherzutreten, um zu ergründen, ob nicht doch die Herren bereit wären, die seit fünf Jahren gegen uns geführte rücksichtslose Kampfesweise einzustellen. Alle die von uns in dieser Unterredung angewandten vernünftigen Vorschläge wurden verworfen. Entgegnet ivu'rde, daß die Herren' in Bezug der Bekämpfung der Schuhmacher- Organisation ihren Standpunkt in keiner Weise geändert hätten und sich dabei sehr wohl fühlen. Sie hätten ihren Arbeitern selbst einen Verein gegründet. und diese wären damit vollständig zufrieden Der Verein, welcher von der Firma gegründet wurde. besteht nahezu S Jahre und ist jeder Arbeiter auch Arbeiterin verpflichtet diesem anzugehören. Derjenige, welcher sich weigert, wird entlassen, Die Beiträge werden von den Werkmeistern am Montage jeder Woche eingezogen. Vorsitzender ist der Chef der Fabrik. Was der Vorstand beschließt, haben die Mitglieder einfach gutzuheißen. Auf unser Vor- halten, daß die Herren ihre Produkte in den Arbeiterzeitungen feil bieten, wurde uns geantwortet, das läge nicht an sie, sondern es cien die betreffenden Zeitungen selbst, welche um ihre Inserate bitten, da dieselben das Geld der Firma sehr gern verdienten, auch wäre es ihnen sehr gleickigültig, ob inseriert werde. Auf unseren Hinweis', daß die Arbeiterschaft sich sehr überlegen werde. die Schuhwaren einer Fabrik zu kaufen, die so das Koalitionsrecht der Arbeiter mißachtet, wurde uns entgegnet:„Das können Sie uns nicht weiß machen, früher haben wir auch einmal daran geglaubt, jetzt nicht mehr." � Genossen und Freunde der Arbeiterbewegung, an Euch wenden wir uns in unserer Bedrängniß! Laßt es nicht geschehen, daß diese Herren der Firma Tack u. Co, recht be- halten. Steht uns bei in diesem gegen die Organisation geführten Kampfe! Fort mit den Tackschen Schuh waaren! Wird in diesem Sinne gehandelt, werden wir den Fabrikanten begreiflich machen, daß der Verein deutscher Schuhmacher ein Recht hat zu existieren. Wir bitten alle Genossen und die Gewerkschaftskartelle, hierzu Stellung zu nehmen. Aus den Orten, in welchen die Finna Conrad Tack u. Cie, Geschäfte unterhält, erbitten wir Auskunft an olgende Adresse: Max Kaschube, 1. Bevollmächtigter, Burg, Untere Hagen 14. Alle Arbeiter-Zeitungen bitten wir um Abdruck. Ucber den Ausstand der Krefelder Weber wird uns tele- graphisch berichtet, daß nunmehr in 8 Fabriken, wo eine Verständigung mit den Arbeitern herbeigeführt ist, die Arbeit aufgenommen wurde. In 5 Fabriken wird der Ausstand auftechterhalten und ist mithin noch weiter dringend die Unterstützung notwendig, um den Sieg zu einem vollständigen zu machen. Die Lohnbewegung der Holzarbeiter. In Würzburg haben die Tischler und Bildhauer über die Firma Billigheimer die Sperre verhängt. Anläßlich des H o lz a rb ei t e r- S t r e i ks in Fürth haben die Holzindustriellen einen neuen Lohntarif ausgearbeitet, Wenn dessen Annahme nicht erfolgt, soll eine allgemeine Aus- perrung der Arbeiter erfolgen. In einer Holzarbeiter-Versammlung wurde angeregt, als Entgegnung hierauf die 54 stündige Arbeitszeit zu fordern. Das wurde abgelehnt unter dem Hinweis darauf, daß zer Streik ein Abwehrstreik'sei, sollten aber die Unternehmer auf ihrem aggressiven Vorgehen beharren, so werde der Kampf auf der ganzen Linie entbrennen. Die am Streik nicht beteiligten Holz- arbeiter verpflichteten sich, während der ganzen Dauer des Streiks wöchentliche Extrabeiträge zu leisten, und zwar die Unverheirateten Mark, die Verheirateten 50 Pf. In H i l d e s h e i m hat die Polizei- Direktion eine Bekannt« machung erlassen, in der im Hinweis auf den Tischlerstreik der § 153 der Gewerbeordnung in Erinnerung gebracht wird. Zum Schluß heißt es dann: „Außerdem ist durch höchstrichterliches Urteil anerkannt, daß das Streikpostenstehen als grober Unfug zu be- st r a fje n i st. Alle die es angeht. wollen sich hiemach gebührend richten." So einfach liegt die Sache nicht, wie die Polizei-Direksion an- nimmt. Es sind auch höchstrichterliche Urteile vorhanden, die das Gegenteil besagen. In B i e l e f e l d hat der Streik einen günstigen Verlauf ge- nommen und befinden sich noch 34 Mann im Ausstand, In Offen b ach a, M. haben die Tischler durch Vereinbarung mit den Untemehmem die zehnstündige Arbeitszeit, 7 Prozent Lohn- erhöhung und einige weitere nicht unbedeutende Vergünstigungen erreicht. Die Stuccateure in Stettin befinden sich(pegen der ihnen angedrohten Lohnabzüge im Ausstand. Die Maurer in Flensburg haben auf mehreren Bauten die Arbeit eingestellt, um einen Stundenlohn von 40 Pf. durch- zusetzen. Die Errichtung eineS GewerbegerichtS in Arnstadt ist von der Regiemng mit der Begründung abgelehnt, daß die größeren � Unternehmer vorher nicht gefragt worden seien. Ausland. AnS Prag wird gemeldet: In Georgenthal streiken über 200 Weber und Weberinnen, Sie verlangen Lohnerhöhung und Freigebung des 1. Mai.— In der B o d e n b a ch e r Knopffabrik von Pächter streikt eine Anzahl von Arbeitern, wodurch die Kündi- gung anderer notwendig geworden ist. Der Fabrikant will eine geringe Lohnerhöhung bewilligen, mit der die Arbeiter nickt ein- verstanden sind.— In R i n g e l s h a i n und Schömbach ist ein Bahnarbeiterstreik ausgebrochen. Verhandlungen zur Beilegung des- selben sind im Zuge. 48 000 Italiener sollen bis Ende März bereits mit der Gotthardbahn in die Schweiz gekommen sein gegen 42 000 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Insgesamt betnig die Gcsamtziffer der letztes Jahr mit der Gotthardbahn beförderten italienischen Arbeiter 58 000. Die streikenden Erdarbeiter an der Elsässer Bahnlinie bei Basel haben eine Lohnerhöhung erzielt und hierauf die Arbeit wieder aufgenommen. Eine Konferenz der Metallarbeiter der Grosnndnstrie in der Schweiz beschloß die Forderung eines Minimallohnes, die Ab- schaffung des Accordsystems, die Regelung des Lehrlingswesens, wofür die Industriellen in ihren Fabriken eigene Lchrlingswcrkstättcn einrichten sollen; die Lehrzeit soll nicht mehr als drei Jahre be- tragen. Bezüglich der Arbeitszeit wurde beschlossen, für Einführung des gesetzlichen Zehnstundentages zu wirken und die Maschinen- industriellen in einer Eingabe zu ersuchen, mit dem Jahre 1900 den Neunstundentag einzuführen. in. Sociales. Die obligatorische Krankcnvcrfichernng der HauS- industriellen betitelt sich ein Aufsatz des Gewerberichters O, Weigert, der im letzten Hefte des Schmollerschen„Jahrbuchs für Gesetz- gebung zc. im Deutschen Reiche" erschienen ist. Der Verfasser weist darin auf Grund statistischer Erhebungen des Gewerbegerichts nach, daß in der Hausindustrie die ungünstigsten Lohnverhältnisse bestehen. In Berlin und seinen Vororten würden rund 120 000 Hausindustrielle be- schäftigt, deren Mehrzahl der Konfektion angehört; sämtliche Familien- Mitglieder würden zur Mitarbeit herangezogen und zwar oft in einer das' zulässige Maß überschreitenden Weffe: die tägliche Arbeitzeit betrage 14, meistens aber auch 13—20 Stunden! Dabei sei die Ernährung schlecht und unzureichend; sie bestehe größtenteils in minderwertigen Nahrungsmitteln, insbesondere Kartoffeln, und als „Stärkungsmittel" oder„Erfrischungsgetränk" diene eine„Brühe von Cichorien und dem Kaffee ähnlichen Surrogaten". Die durch- gängig ungünstigen Wohnungen dienen gleichzeittg auch als Arbeits- und Schlafraum, als Küche, event. auch Krankenzimmer. Auö alle- dem zieht Verfasser den Schluß, daß die zwangsweise Versicherung der Hausindustriellen eine Notwendigkeit ist, die nicht dem Belieben einer jeden Kommune unterstellt werden darf, sondern entschieden durch Reichsgesetz einheitlich geregelt werden muß. Mit den Erhebungen über die Lage der Kellner und Kellnerinnen durch die Reichskommission für Arbeiterstatisttk be« schäftigt sich ein Artikel von Arthur Cohen in München in der „Soc. Pr." Er vermißt in der Untersuchung namentlich eine ge- nügende Scheidung zwischen den.Animierkneipen und den Betrieben mit reeller Kellnerinnenbedienung. Er warnt nachdrücklich davor, daß man in der Absicht, die Sittlichkeit der Kellnerinnen (erwachsener Personen, die auf anständige Weise ihr Brot verdienen!) zu fördern, das Wohnen der Kellnerinnen beim Arbeitgeber vor« schreibe; dadurch würde man nur dem Unternehmertum. daS natürlich ein Interesse daran hat, die Arbeiter möglichst in Ab- hängigkeit zu erhalten, Vorspanndienste leisten. Also man trenne, wenn man zur gesetzlichen Regelung schreitet. die Animierkneipen vom Kapitel„Kellnerinnen"! Die Animierkneipen seien Gegenstand der Polizeigesetzgebung. Beim Kapitel Kellnerinnen aber vergesse man nicht, daß es sich um die Ausarbeitung eine» Arbeiterschutz-Gcsetzes handelt und nicht um ein Gesetz zur Be- vormundung einer Klaffe von Arbeitern. Zur Vervollständigung der Erhebung hält er noch folgende» für erforderlich: 1. Es hätte eine Umftage bei den Regierungen der Mnzelstaaten stattzufinden, ob beziehungsweise in welchem Umfange auch solche Kellnerinnen, die keine häuslichen Dienste zu verrichten haben, von den Verwaltungsbehörden noch als Dienstboten angesehen werden und daher ein Dienstbuch führen müssen. 2. Es wären die Erfahrungen festzustellen, die man in den Kan« tonen der Schweiz, wo Gesetze zum Schutze der Kellner und Kellne« rinnen oder nur letzterer bereits bestehen, damit gemacht hat. Die» wäre nun allerdings Sache eines ständigen Arbeitsamtes, nicht einer bloßen Kommission. Arbeiterrifiko. Bei einer Dampfkessel-Exploston in Rosen» t h a l(Reuß) kamen am Donnerstag früh 7 Personen ums Leben.— In Senftenberg wurde am Sonnabend ein Güterbodenarbeiter von den Puffern zweier Lowrys erdrückt, zwischen die er geraten war, und in der Grube Viktoria zwei Bergleute durch niedergehende Erdmassen verschüttet. Sie konnten nur als Leichen hervorgezogen werden.— In D r o s s e n, gleichfalls im R,-B, Frankfurt a, O., wurde am Sonnabend ebenfalls ein Bergmann in einer Braun- kohlengrube getötet.— Auf einem Dominium bei Neustadt O,S. fielen am Sonnabend zwei Arbeiter in ein mit kochender Schlempe angefülltes Bassin. Einer starb nach wenigen Stunden, der andere verbrühte sich am Unterkörper derart, daß ihm die Haut vom Körper fiel._ Uetzte Itaifiviifjfcn und Veprschen. Geestemünde, 20. April.(W. T. B.) Der hier angekommene Lloyddampfer„Bonn" rettete bei schwerem Wetter auf dem At- lantischen Ocean die 10 Mann starke, völlig erschöpfte Mannschaft der im Sinken begriffenen norwegischen Bark„Triumph". Bozen, 20. April.